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E_1929_Zeitung_Nr.038

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12 ÄUTÖMOBIL-REVUE

12 ÄUTÖMOBIL-REVUE 1929 — Längsträger weisen ein© grössere Höhe und die- Traversen eine günstigere Konstruktion auf. Dadurch konnte die Ladefähigkeit in bedeutendem Masse vergrössert werden. Der neue obengesteuerte Sechszylinderimotor bietet neben einer grössern Geschmeidigkeit und Leistungsfähigkeit noch andere Vorteile, die sich im Betriebe rationell auswirken. Der Chevrolet ist seit Jahren durch die minimen Betriebskostenerforderaisse bekannt geworden und zeigt bei den neuen Modellen diese Eigenschaft in erhöhtem Masse, da der Vergaser durch eine Beschleunigungspumpe ergänzt wurde und einen Spezialstut- >zen für

N« 18 - 1929 ÄUTOMOBTL-RFVIJB 13 Zürichs Regierung gegen ein Nachtfahrverbot Ein vorbildlicher Bericht des Reglerungsrates. Dio Diskussion über ein eventuelles Nachtfahrverbot ist auch im fortschrittlichen Zürich nie ganz verstummt und fand jeweilen besonders dann wieder neue Nahrung, wenn die Rückständigkeit ausserkantonaler Behörden in Verkehrssachen zu solchen Verboten in den betreffenden Gebieten führten. Umso erfreulicher war es, dass der Zürcher Regierungsrat seine ablehnende Haltung, die übrigens sehr sorgfältig begründet war, allen gegenteiligen Entscheiden ausserkantonaler Regierungen zum Trotz, aufrecht erhalten hat. Anlässlich der 'Abnahme des regierun?srätlichen Geschäftsberichtes über das Jahr 1926 hat der Kantonsrat im Februar 1928 ein Postulat gutgeheissen, mit welchem die Regierung «eingeladen wurde, die Frage der Revision des Automobilgesetzes und der bezüglichen Verordnung unter Einbezug eines Nachtfahrverbotes für Motorvelos und Lastautos, Besetzung der Lastautomobile mit Anhänger mit zwei Mann, Regelung der Arbeitszeit der Chauffeure etc. zu prüfen.» Der vom Regierungsrat zu diesm Postulat ausgearbeitete Bericht wird nun dem gestern erstmals zusammengetretenen neuen Kantonsrat unterbreitet werden. Er schliesst mit dem Antrag, an dor jetzigen Regelung des Verkehrs festzuhalten und das Postulat abzuschreiben. Die Begründung dafür ist so zutreffend und stichhaltig, dass sie eine ausführliche Wiedergabe verdient und hoffentlich gerade in Kantonen, wo erst in jüngster Zeit Nachtfahrverbote eingeführt wurden oder solche Massnahmen noch zur Diskussion stehen, die gebührende Beachtung findet. Es wird einmal in der Vernehmlassung der Standpunkt vertreten, der gegenwärtige Zeitpunkt für eine Generalrevision der Verkehrsvorschriften sei nicht geeignet, weil die Ausarbeitung eines Bundesgesetzes über diese Materie bereits im Gange sei. Die möglichst baldige Vereinheitlichung der Verkehrsgesetzgebung für alle Kantone sei als Hauptziel in den Vordergrund zu stellen und deshalb eine weitere Zersplitterung auf kantonalem Boden unzweckmässig. Es liege im Interesse der Sache, die Revision kantonaler Bestimmungen auf das unumgängliche Minimum zu beschränken. Diese Auffassung, die einen kantonalen Particularismus verhütet, ist nur zu begrüssen und wird gerade bezüglich der Gesetzgebung in Verkehrssachen wohl von jedermann geteilt. Es scheint uns zwar, als ob die Auffassungen betreffend der baldigen Einführung des erwarteten Bundesgesetzes etwas zu optimistisch wären und haben diesbezüglich bereits bei anderer Gelegenheit einige Bedenken geäussort, weil nun das «unumgängliche Mindestmass» der Revision bei anderen Verkehrsfragen im Hinblick auf diesen Optimismus allzugering angesetzt worden ist. ' Die Frage des Nachtfahrverbotes selbst ist vom Regierungsrat schon öfters beraten und geprüft worden. Man ist aber, wie der Bericht erklärt, «immer wieder von einem Verbot abgekommen, indem man verhüten wollte, wegen der Unvernunft einzelner, der grossen Zahl anständiger, zu Aussetzungen keinen Anlass gebender Fahrer, polizeiliche Fesseln aufzuerlegen.» Dies führt zu der folgerichtigen Stellungnahme, «es bestehe für ein Nachtfahrverbot heute kein dringendes Bedürfnis.» Sehr bemerkenswert ist die Feststellung, «ein allgemeiner Rechtsgrundsatz gehe dahin, jede Polizeimassnahme müsse zu ihrem Zweck in angemessenem Verhältnis stehen. Was im vorliegenden Fall durch ein Nachtfahrverbot gewonnen werden könnte, stände in keinem richtigen Verhältnis zu den schweren Schädigungen der allgemeinen Volkswirtschaft und der Verletzung anderweitiger Interessen.» Klarer und deutlicher hätte wohl die Unzweckmässigkeit einer Verkehrseinschränkung zur Nachtzeit nicht dargestellt werden können! Wir haben bei unserer ständigen Stellungnahme gegen solche Verbote immer mit Nachdruck darauf verwiesen, dass, ganz abgesehen von der wirtschaftlichen Beeinträchtigung weiter Kreise, eine unverantwortliche Diskrepanz zwischen Aufwand und Erfolg besteht. Wegen einer Störung der verdienten Nachtruhe durch eine sehr beschränkte Zahl von unvernünftigen Fahrern soll kurzerhand der gesamte Verkehr auf Stunden hinaus lahmgelegt und unterbunden werden, wie im frühen Mittelalter, da jeder Transport aufhörte, wenn die Stadttore geschlossen wurden! Die Behörden stellen sich dadurch selbst das Armutazeugnis aus, dass es ihnen nicht möglich sei, einigen Gesetzesverächtern das Handwerk zu legen und es deshalb vorziehen, mittelalterliche Zustände wieder einzuführen. Das Ausland hat uns auch hier das Beispiel geben müssen, wie solchen Elementen beizukommen ist: nächtliche Razzien und Kontrollen der Motorfahrzeuge, welche übermässigen Lärm verursachen, Konfiskation der Maschine und strenge Bestrafung der Fehlbaren mit event. zeitweiligem Entzug der Fahrbewilligung. Selbst in Riesenstädten wie Berlin hat auf diese Weise die Nachtruhestörung durch Motorfahrzeuge praktisch aufgehört Der Kanton Zürich ist auch hier seinerzeit führend vorangegangen und hat, als die Forderung nach Nachtfahrverboten aus verkehrsfeindlichen Kreisen immer lauter wurde, Ende 1927 eine Bekanntmachung erlassen, in welcher den Fehlbaren der Entzug der Verkehrs- oder Führerbewilligung angedroht wurde. Die Regierung stellt in ihrem Berichte fest, dass allein diese Bekanntmachung, die doch strenge Ahndung nur in Aussicht stellte, Ihre Wirkung nicht verfehlt hat. Die Motorfahrzeugbesitzer haben aber auch gar nichts dagegen einzuwenden, wenn die Behörde über die Drohung hinausgeht und diese zur Wirklichkeit werden Iä6st. Es liegt im Intersse aller Fahrer, wenn die Ruhestörer einen tüchtigen Denkzettel erhalten und aufhören, alle übrigen Automobilisten und Motorradler zu diskreditieren. Die Verhältnisse haben sich im Kanton Zürich allein auf Grund der erwähnten Bekanntmachung derart gebessert, dass nach dem Bericht «auch für die Motorräder ein Fahrverbot zurzeit nicht mehr notwendig erscheint. Die Konstruktion dieser Fahrzeuge hat wesentliche Fortschritte gemacht, die eine Verminderung des Lärms im Gefolge haben.» Der Stellungnahme der Zürcher Regierung in dieser Angelegenheit darf umso mehr Gewicht beigemessen werden, als es sich bei Zürich doch um einen der verkehrsreichsten Kantone handelt. Umso unverständlicher erscheinen die getroffenen Nachtfahrverbote in den übrigen Kantonen, die, abgesehen von Bern, das ja den Nachtlärm nur als Vorwand für den- Schutz der Dekretsbahnen zitierte, sich bezüglich der Verkehrsintonsität mit Zürich nicht messen können. Die Regierung von St. Gallen hat vor nicht allzulanger Zeit die Bemühungen der Motorfahrzeugbesitzer um Aufhebung des vor wenigen Monaten eingeführten Nacntfahrverbotes damit beantwortet, es müsse erst die Stellungnahme in anderen Kantonen abgewartet werden. Seither haben sich verschiedene Kantone zur Sache geäussert So hat z. B. Luzern von solchen Massnahmen abgesehen und nun empfiehlt auch der Zürcher Regierungsrat, von einem derartigen Verbot Abstand zu nehmen. Es fehlt also nicht mehr an guten Beispielen für die St. Galler, um auf ihren seinerzeitigen Erlass zurückzukommen! Was nun die Ausdehnung einer Fahrbeschränkung auf die Lastwagen anbetrifft, so macht der Bericht darauf aufmerksam, dass in absehbarer Zeit keine schweren Wagen mit Vollgummibereifung mehr zur Abnahme zugelassen werden. Der pneubereifte Lastwagen unterscheide sich in Geräusch und Erschütterung nicht mehr wesentlich vom Personenwagen, jedenfalls nicht so, dass von einer erheblichen Störung der Nachtruhe gesprochen werden könne. Die Technik arbeite zudem selbst auf die Vervollkommnung der Fahrzeuge hin und werde im Interesse des Absatzes suchen, Mängel zu beheben. Gerade im Zeitpunkt des Lastwagen-Salons ist es doppelt erfreulich, feststellen zu können, welche weitsichtige Auffassung die Zürcher Regierung vom Lastwagenverkehr und der damit verbundenen Industrie dokumentiert und dürfte diese Anerkennung ein weiterer Ansporn für die schweizerische Lastwagenfabrikation sein, wie bisher, das Beste vom Guten zu erstreben. Ergänzend sei noch beigefügt, dass auch die Regelung der Arbeitszeit für Chauffeure auf kantonalem Boden abgelehnt wird, da diese Materie allein durch Bundesvorschrift mit Aussicht auf Erfolg geregelt werden könne und zudem diese Frage viel weniger in das Gebiet der Verkehrsgesetzgebung als in die Domäne des Arbeiterschutzes gehöre. Es ist kaum zu bezweifeln, dass sich das kantonale Parlament dieser gesunden Argumentation des Regierungsrates anschliesst, und darf nur erwartet werden, dass auch weitere ausserkantonale Behörden sich die zürcherische Auffassung zu eigen machen. • b. AUSLAND Autodrom von Monza. Zum Präsidenten des neuen Administrationsrates der Monzabahn ist Vicenzo Florio, der bekannte Sportsmann und Gründer der Targa Florio gewählt worden. Ein englisches Elite-Rennen. Am August- Bankfeiertag (erster Montag im August) wird auf der Londoner Brooklands-Bahn ein neuartiger Wettbewerb ausgetragen werden^ Eine Londoner Zeitung hat einen Ehrenpreis von 100 Guineen für ein Automobilrennen über 25 englische Meilen ausgesetzt, in dem nur die Elite der englischen Fahrer, d. h. Berufsfahrer und Amateure, die in Rennen nachgewiesenermassen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 100 englische Meilen in der Stunde erzielt haben (Bahnrekord 132^ englische Meilen), fahr berechtigt sein sollen. Der Grand Prix Bugatti, der dieses Jahr am 2. Juni auf dem Circuit de la Sarthe zum Austrag gelangt und allen Bugatti-Amateuren offen steht, wird, wie bekanntgegeben wird, unter einer neuen Formel ausgefahren. Während letztes Jahr das Rennen von der Handycup-Formel regiert wurde, soll dieses Jahr eine Verbrauchsformel grundlegend sein. Es handelt sich um die gleiche Formel, nach der vier Wochen später der Grand Prix des A. C. F. ausgetragen wird und die 14 kg Betriebsstoff für 100 km vorsieht. Dem Gewinner des interessanten Rennens fällt ein Bugatti-Rennwagen, dem Zweiten ein Dreiliter-Chassis, dem Dritten ein Eineinhailbliter-Chassis zu. Das Abzahlungsgeschäft im deutschen Automobilhandel. Der Reichsverband des Kraftfahrzeughandels und -Gewerbes äussert sich in seinem Jahresbericht eingehend über das Abzahlungsgeschäft im Automobilhandel. Zufolge erstmals durchgeführter sehr sorgfältiger Erhebungen war es möglich festzustellen, dass in Deutschland annähernd 68 Prozent aller Autoankäufe auf Abzahlung abgeschlossen werden. Die Erfahrungen mit dem Abzahlungsgeschäft sind! nach dem Berichte nicht durchwegs erfreulich. Viele Kundenwechsel mussten von den Händlern prolongiert werden, so dass der Händler vielfach noch zum Bankier des Kunden wurde. Die mangelhafte Sicherheit, welche das deutsche Gesetz dem Kauf mit Eigentumsvorbehalt gewährt, hat den Absatz auf Abzahlung sehr erschwert. Die Bemühungen um die Schaffung eines obligatorischen amtlichen Automobilregisters haben zu keinem positiven Ergebnis geführt. Dagegen hat nun eine bekannte Treuhandfirma ein solches Automobilregister geschaffen, das natürlich eine private Einrichtung ist. Immerhin dürfte diese Gründung zur Konsolidierung des Kreditgeschäftes wesentlich beitragen und die Händlerrisiken fühlbar reduzieren. Nous attendons votre visite au Salon de PAutomobile ä Geneve du 27 avril au S mai 1929 LAMPEN ARBON - BALE - MORGES - ZÜRICH ...hein. st cd rend'/ GEMEVE 1 BERNA 5 Tonnen DrttMitm • llotorktppwagm. Modell 1020. Infolge OmsMUant in rwidiertein Ztutand «n gibutiittn Bedimmnem tbrac*b«n: •* mit ZmhlnngMrleicbtcran- («n. — Anfrsnn unter Chiffrt 10480 an dit Automobil-Rcvut. Bern. CITROEN torpedo, parfait etat Bell), Rue de Lancr. 6, Acacfas-Genev«. 40077 Zu verkaufen Führersitz g passtnd auf BERNA, mit Verdeck und Seitenteilen, alles wie neu Fr. 600.—. Karosserie Car Alpin 18 Plätze, auf Wunsch m. 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