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E_1929_Zeitung_Nr.100

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8 AUTOMOBIL-REVUE 1M29

8 AUTOMOBIL-REVUE 1M29 —- Wie die verschiedenen Schönheitskonkurrenzen für Automobile beweisen, wird nicht nur auf die maschinelle Ausrüstung des modernen Automobils ein Hauptaugenmerk gelegt, sondern auch das Aussehen, der gebotene Komfort usw. erfahren eine besondere Würdigung. Bei der Beurteilung des Aufbaues eines Autos wird in der Regel fast ausschliesslich die Kunst des Karossiers gewürdigt und die Lackierung, die doch letzten Endes dem Wagen das Cachet gibt, als etwas Selbstverständliches hingenommen. Da aber sehr viel vom Können und Geschmack des Autolackierers abhängt, soll an dieser Stelle über das eigentlich noch wenig bekannte Gebiet der Autolackiererei einiges gesagt werden. Zwei Verfahren. Bei der Automobilmalerei kommen heute fn der Hauptsache zwei Verfahren in Betracht, nämlich die ältere Oellackierung und die seit ca. vier Jahren eingeführte amerikanische Spritzlackierung mit Nitrozellulosefarben, die gegenüber der Oellackierung immer mehr an Boden gewinnt. Bei der Oellackierung wird nach der Beendigung der Grundierungsafbeiten (Spachteln etc.) eine oder zwei Lagen der kurzöligeh (schnell trocknenden) Grundfarbe mit dem Pinsel aufgetragen, worauf die eigentliche Fertiglakkierung mit einer langöligen (langsam trocknenden) Lasurfarbe erfolgt, die zuletzt noch mit einem farblosen Lack überzogen wird. Da diese Lackierung gegen äussere Einflüsse, d. h. Staub, Wind, Regen, Licht usw. ziemlich empfindlich ist und auch bei guter Pflege in verhältnismässig kurzer Zeit ihr schönes Aussehen verliert, wurde besonders in Amerika eifrig nach einem Verfahren gesucht, das die Nachteile der Oellackierung •nach Möglichkeit vermeiden sollte. Das Spritzverfahren. Gegen Ende 1925 brachte dann die Du Pont de Nemours Co. in Detroit unter der Bezeichnung «Duco» das Farbspritzverfahren unter Anwendung von Nitrozellulose- (Pyroxilin) Farben heraus, das infolge seiner Vorzüge rasche Verbreitung fand. Bei diesem Verfahren werden nach den auch hier notwendigen Grundierungsarbeiten die mit einem rasch verdunstenden Tragmittel (Thin- Praxis des Fahrers Technik der Wagenlackierung ner) verdünnten Pyroxilinfarben aufgetragen. Dies geschieht mit einer Spritzpistole durch Pressluft, mittelst welcher die Farbe in nebelartigem, fein verteiltem Strahl in 4—6 Lagen aufgetragen, nach Bedarf abgeschliffen und schliess'ich durch geeignete Po'iermittel aufpoliert oder mit einem farblosen Nitrolack überzogen wird. Dieses Verfahren, das die Oberfläche der Karosserie gewissermassen mit eine Zelluloidschicht überzieht, die gegen mechanische und chemische Einflüsse eine wesentlich höhere Widerstandsfähigkeit besitzt als die OeHackierung, hat infolge dieser Vorzüge eine sehr rasche Verbreitung gefunden. Irrtümer. Es sei bei dieser Gelegenheit auf eine irrtümliche Auffassung hingewiesen, die, obwohl sehr verbreitet, durchaus unrichtig und irreführend ist. Viele identifizieren das Farbspritzverfahren mit dem Namen der Firma, welche, wie oben bemerkt, das Verfahren zuerst veröffentlichte. Man konstatiert hier eine ähnliche Erscheinung wie vor etlichen Jahren auf dem Gebiete des Staubsaugermarktes, als im Volksmund Staubsauger und « Lux » identische Begriffe waren. Das Farbspritzverfahren als solches ist schon älteren Datums und wurde besonders in Amerika auf vielen andern Gebieten weitgehend verwendet. Es ist daher ganz falsch; von einem « Duco»- oder « Ditzler »- etc. Farbspritzverfahren zu sprechen, da sich diese Markeneintragungen auf die zu verwendenden Farbstoffe beziehen, das Verfahren selbst aber keineswegs beeinflussen. Dagegen werden Nitrozelluloselacke nur in wenigen Riesenunternehmungen hergestellt, deren Produkte fast ausschliessüch den Weltmarkt beherrschen, weshalb deren Namen so populär geworden sind und mit dem Spritzverfahren selbst identifiziert werden. So verwenden z. B. die dem Konzerne der General Motors angehörenden Automobilfabriken in der Hauptsache die «Duco>-Farben der Du Pont de Nemours Co., die zum gleichen Konzerne gehört, während die Ford-Fabriken ihre eigenen Fertigfabrikate verwenden und andere Unternehmen, wie Buick, Cadillac, Chrysler, Dodge, Packard, Lincoln etc. die Ditz-Lac- Farben der Ditzler Color Co. in Detroit benützen usw. . * Lacklerarbeiteru Ebenso wichtig wie die Verwendung erstklassiger Nitrozellulose-Farben beim Spritzverfahren ist die auf die Arbeiten verwendete Sorgfalt, was ganz besonders bei den Grundierungsarbeiten massgebend ist. Da die aufgespritzte Nitrozellulosefarbe eine Schicht von minimaler Dicke darstellt, kommt jeder Riss, jede Unebenheit und jeder Fleck zum Vorschein, der nicht vorher sorgfältig eliminiert worden ist. Wird zudem beim Auftragen der Grundierungsmaterialien nicht ganz gewissenhaft gearbeitet, so ist deren Haftvermögen auf dem Metall oder Holz ungenügend, so dass sich in kurzer Zeit Blasen und Risse im Farbüberzug bilden. Gerade bei diesen zeitraubenden Arbeiten wird oft gesündigt, indem gewisse Lackierer, um sich behaupten zu können, zu abnorm niedern Preisen Neulackierungen von Wagen über- worden ist. Schliesslich wird das Ganze mit nehmen und dann gezwungen sind, an deneinem geeigneten Poliermittel zu Hochglanz notwendigen Vorarbeiten einzusparen. Wenn der Wagen unmittelbar nach der Ablieferung auch scheinbar schön ist, so zeigen sich die Mängel der ungenügenden Ausführung doch innert kurzer Zeit. Arbeltsvorgänge. Der Arbeitsvorgang für die Lackierung eines neuen Wagens oder die Neulackierung eines gebrauchten Wagens ist kurz folgender (bei gebrauchten Wagen wird, sofern dies notwendig ist, die alte Farbe, Grundierung etc. abgebrannt oder abgelaugt; nach dieser Operation ist die weitere Bearbeitung bei alten und neuen Wagen gleich): Alle zu lackierenden Teile werden sorgfältig gereinigt und mit Benzin abgewaschen, um jede Fettspur zu beseitigen. Sobald alles trocken ist, wird ein Rostschutzmittel, «Metal Primer », aufgespritzt, das einerseits die Metallteile vor Korrosion schützt und gleichzeitig die Basis für alle weiteren Materialauftragungen bildet, deren innige Verbindung mit der Metallunterlage dadurch gesichert wird. Nach dem Trocknen des Metal Primers werden alle unebenen Stellen sauber ausgespachtelt und nachher abgeschliffen. Bei besonders tiefen Rillen etc. hat der Spachtelauftrag in zwei bis drei Malen zu erfolgen, um eine gute, kompakte Ausfüllung solcher Vertiefungen zu erzielen. Darauf erfolgt der Ueberzug mit dem Spritzspachtel (Surfacer), der je nach der Struktur des Untergrundes in zwei bis sechs Lagen erfolgt und zur Ausfüllung und Ausgleichung kleinerer Unebenheiten dient. Auch dieser Spritzspachte! wird, unter Umständen zwischen dem Auftrag der verschiedenen Lagen, in einem oder mehreren Arbeitsgängen sorgfältig abgeschliffen, bis schliesslich die zu lackierende Oberfläche absolut glatt ist. Je nach der Wahl eines dunkeln oder hellen Surtacers bildet dieser gleichzeitig die Grundierung für den nachfolgenden Farbauftrag, der nun in der eigentlichen Nitrozellu- Josefarbe erfolgt. Um ein gleichmässiges Auftragen und rasches Trocknen der Nitrofarben zu ermöglichen, werden dieselben mit einem Träger, dem «Thinner» (Verdünner), zu gleichen Teilen vermischt. Dieser Verdünner muss absolut fett- und benzolfrei sein, darf aber auch nicht zu rasch verdunsten, um ein Reissen des hauchdünnen Farbauftrages zu vermeiden. Auch die Farbaufträge werden nach Bedarf wieder abgeschliffen, bis endlich ein absolut gleichmässiger Ueberzug erzielt aufpoliert oder mit einem farblosen Fertig- Nitrozelluloselack überzogen. Bei gebrauchten Wagen, die umlackiert werden sollen und deren alter Farbenauftrag noch fehlerfrei ist, kann unter Umständen das vollständige Ablaugen umgangen werden. In diesem Falle werden defekte Stellen sauber ausgespachtelt, das Ganze mit Surfacer (Spritzspachtel) überzogen und sodann der neue Farbenüberzug aufgetragen. Besteht der alte Farbenauftrag jedoch aus einer Oellakkierung, so ist dieselbe sorgfältig zu isolieren (Metal Primer oder Oxide Primer), da die alte Farbschicht sonst vom Verdünner gelöst und sich von der Unterlage abschälen würde. Die Umlackierung. An Stelle des etwas teureren Spritzverfahrens ist unseres Wissens für die Umlackierung gebrauchter Wagen von der Ditzler Color Co. ein Verfahren herausgebracht worden, das mittels der einfachen Methode der Pinsellackierung einen Ueberzug ergibt, der in der Widerstandsfähigkeit der Nitrozelluloselackierung sehr nahe kommt. Zufolge dieses Verfahrens können gebrauchte Autos mit einer Neulackierung versehen werden, die sehr dauerhaft ist, nicht zu teuer zu stehen kommt und speziell auf Autos angewendet werden kann, deren alte Oellackierung noch gesund, aber unansehnlich geworden ist Selbstverständlich kann bei solchen Wagen auch die Oellackierung angewendet werden, die jedoch wegen ihrer Empfindlichkeit gegen äussere Einflüsse immer weniger Verwendung findet. (8chlU8s siehe Seite 10) SCH-Scheinwerfer mit den patentierten Streuscheiben gibt es FÜR ALLE WAGEN, für Amerikanerwagen Sonderausführungen, die sich ohne Änderung am Wagen leicht anbringen lassen. 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