Aufrufe
vor 9 Monaten

E_1931_Zeitung_Nr.091

E_1931_Zeitung_Nr.091

Luftf«•!»••*

Luftf«•!»••* Automatische Flugzeugsteuerung. Jedes Flugzeug hat bekanntlich eine Seiten-, eine Höhen- und eine Quersteuerung. Mit diesen drei Steuerungen müssen ständig und gleichzeitig mehr oder weniger grosse Korrekturen gemacht werden, wenn das Flugzeug seinen Kurs und seine normale Lage in der fast immer von Strömungen durchzogenen Luft einhalten können soll. In der Kurve muss ausserdem der Maschine eine ganz bestimmte Querneigung gegeben werden, damit sie weder nach aussen noch nach innen «rutscht». Alles in allem verlangt die richtige Steuerung des Flugzeuges vom Piloten ein ähnliches Gefühl, wie es der Radfahrer oder Motorradfahrer haben muss. Der Pilot muss gefühlsmässig erkennen, in welcher Lage sich das Flugzeug befindet und welche Lage es im nächsten Moment einzunehmen trachtet; und er muss mit reflexmässig raschen Reaktionen die nötigen Korrekturbewegungen an den Steuern auszuführen imstande sein. Gegenüber den Anfangsjahren der Fliegerei wurde schon ein grosser Fortschritt erreicht Abb. 1. Die am rechten Flügel eines Farman-Flugzeuges eingebaute « Girouette de profondeur ». Das neue englische Fairey-Napier-Lansstrecken-Flu ?zeug, mit dem auf der Strecke London-Kapstadt demnächst der Versuch eines Distaaz-Weltrekordfluges unternommen werden soll. indem man die Steuerungen wirksamer gestaltete. Auch die Eigenstabilität der Flugzeuge ist heute viel grösser als damals. Das moderne Gebrauchs- und Verkehrsflugzeug sucht sich immer von selbst wieder in die Normallage einzupendeln, wenn es durch eine Luftströmung, eine Böe, aus dieser herausgebracht worden ist. Trotzdem kann man sich natürlich nicht ganz mit dieser Eigenstabilität begnügen. Bei ausgesprochen böiger Luft würden sonst die Bewegungen des Flugzeuges viel zu unruhig. Ganz entschieden litt darunter das Wohlbefinden der Passagiere. Es ist jedoch heute schon möglich, diese während des Fluges wünschbaren Steuerkorrekturen durch Apparate anstatt durch einen Piloten ausführen zu lassen. Auf die Anwesenheit eines Piloten wird man damit zwar nicht verzichten können, denn der Pilot ist allein schon fffr das Landungsmanöver unentbehrlich und wird für diese Arbeit auch kaum jemals zu ersetzen sein. Einige der Apparate arbeiten aber in der Luft mit einer Präzision, wie sie selbst ein Pilot nicht besser aufbringen kann. Vor allem aber sind es die Ausdauer der mechanischen Steuerapparate und ihre Unbeirrbarkeit, die ihnen früher oder später die Einführung sichern werr den. Ein Pilot kann bei langen Flügen und rauhem Wetter geistig und körperlich nach und nach ermüden und wird dann die wünschbaren Steuerkorrekturen nicht mehr mit der; gleichen Raschheit auszuführen imstande sein. Der Flug der Maschine wird unruhiger AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N»91 und unbeherrschter. Der « mechanische » Pilot dagegen ist unermüdlich und arbeitet am Schluss eines vielstündigen Fluges noch mit genau der gleichen Reaktionsgeschwindigkeit wie am Anfang. ' Bei Nacht und Nebel, ganz* allgemein, wenn ein Horizont zur Orientierung fehlt, kann sich ein Pilot nicht mehr sicher auf sein Gefühl verlassen. Bestenfalls standen ihm dann bisher Instrumente zur Verfügung, an Hand deren er sich über die Lage der Maschine im Raum Aufschluss verschaffen konnte. Dieser Blindflug mit Instrumenten stellt aber an ihn ebenfalls in jeder Hinsicht sehr grosse Anforderungen. Bei einem mechanischen Steuerapparat dagegen spielt die Sicht überhaupt keine Rolle. Der mechanische Pilot arbeitet also genau gleich • in Nacht und Nebel wie bei Sonnenschein oder Sturm. Es ist klar, dass ein Apparat, der eine so feine Empfindlichkeit und vielseitige Wirkungsweise haben muss und dabei noch möglichst leicht und kompakt sein soll, ein sehr kunstvolles Gebilde sein wird. Die bisher aussichtsreichsten Lösungen, wie sie in Amerika von Sperry und in Deutschland von Boyko geschaffen wurden, weisen äusserst rasch rotierende Kreisel auf, die dadurch, dass sie ihre einmal eingenommene Lage beizubehalten bestrebt sind, über Servomotoren auf geeignete Weise auf die Steuer einwirken. Versuche haben bereits die Brauchbarkeit dieser Apparate bewiesen. Der «mechanische Pilot » von Sperry ist so kompakt und so geschickt durchkonstruiert, dass efi sich unter dem Führersitz jedes normalen Flugzeuges verstauen und in wenigen Minuten mit den vorhandenen Steuerungsorganen verbinden lässt. Seine Arbeit soll der des besten, ausgeruhten Piloten mindestens ebenbürtig sein. Anstatt mit Kreiseln sucht gegenwärtig der Franzose Constantin die Aufgabe mit einem System von Servo-Steuerflächen zu lösen. An den Streben des Flugzeuges werden dazu « Girouettes » angebracht, d. h. vorn mit einer Fläche und hinten mit einem statischen und aerodynamischen Gegengewicht versehene Pendel, die sich beständig in die Richtung der Luftströmung einzustellen streben. Entsteht durch eine anormale Lage des Flugzeuges eine anormale Luftströmung, so geht auch die betreffende « Girouette» aus ihrer Normallage heraus, wirkt dadurch über ein Gestänge auf das passende Steuer ein und besorgt so die nötige Steuerkorrektur. Auf der ersten unserer beiden Photographien ist die « Girouette» zu sehen, die mit dem Höhensteuer verbunden ist, auf der zweiten diejenige zur Betätigung der Quer- und der Seitensteuerung. Auch dieses System hat schon Proben seiner Brauchbarkeit abgelegt. Praktisch dürfte Abb. 2. Die auf die Quersteuerung einwirkende «Girouette» am linken Flügel des Farman-PTogzentres. Schmieren ist keine simple Sache — es muss sorgfältig ausgeführt werden. Auch das kleinste Zahnrad und das letzte Kugellager müssen ihren Teil Oel oder Fett bekommen, sollen sie ihre Aufgabe vollwertig erfüllen. Wagen, die unsere Garage verlassen, sind „bis zum letzten . Loch'f durchgeschmiert. Wir werben um Ihr Vertrauen letzt ist es Zeit (lÄ! SCHWEIZER-ERFINDUNG Ihren Motor mit einer patentierten, vollautomatischen Auto-Heizung auszurüsten. Sie heizt nicht nur den Motor, sondern schützt ihn gleichzeitig vor Überhitzung (auch wenn dieselbe durch den Ventilator oder durch Lagerdruck hervorgerufen wurde) und Einfrieren, unabhängig vom Standort des Wagens, im Freien, wie in der Garage. Durch das Anziehen der Handbremse ist die Warner-Anlage betriebsbereit. Sie tritt jedoch erst in Tätigkeit, wenn dieKöhl wasser-Temperatur auf 10 Grad gesunken ist. Dann beansprucht sie während 2 Minuten den Strom, der , Batterie, um nachher selbsttätig zu heizen. Nach Eintreten der normalen Kühlwasser-Wärme schaltet die Apparatur automatisch aus. Die „Warner- Heizung" bedarf somit, ausser der Batterie keiner Hilfsquelle und keiner Bedienung. Garage Eff ingerstrasse A.G. Ecke Effingerstrasse/Belpstrasse Dwi II Sämtliche Qualitätsoele zu billigsten Tagespreisen Die Betriebskosten betragen ca. 1 Rp. pro Heizstunde. Preis fOr die betriebsbereite, durch jede gute Garage einbaubare Warner- und Heizanlage Fr. 230.— Heizanlage allein Fr. 176.— Warner ist nicht zu vergleichen mit kleinen, teilweise der Ueberwachung bedürfenden Heizöfen. Warner ist die einzige durchaus zuverlässige Automobil- Heizung« Prospekte durch den VERTRIEB Postfach - St. Gallen

Mo fli _ 1Q31 AUTOMOBIL-REVUE es jedoch den Kreiselsystemen wegen seiner •grösseren Empfindlichkeit und dem hoch ziemlich grossen, durch die Girouettes entstehenden Luftwiderstand unterlegen sein, wenigstens in der bisherigen Ausführungsform. m. Ru4not zem Ministerkonferenz für Lufttouristik. Unter dem Vorsitz des Prinzen Bibesco, Präsident der Föderation Aerienne Internationale (F.A. I.), hat kürzlich in Bukarest eine Konferenz stattgefunden, die sich mit.der Prüfung der wichtigsten Probleme der Entwicklung des internationalen Lufttransportes und im besondern mit den Fragen des touristischen Flugwesens befasste. Es nahmen an der Tagung teil die Luftminister Frankreichs, Orossbritanniens und Italiens, sowie ein deutscher Regierungsvertreter. Der Gedankenaustausch hat eine Reihe gemeinsamer Gesichtspunkte hinsichtlich der auf der Tagesordnung stehenden Fragen ergeben, und es wurde beschlossen, diese, im Einverständnis mit den grossen bestehenden Organisationen, den 33 der F.A.I. angehörenden Staaten zu unterbreiten. Die wichtigsten behandelten Probleme waren : die Passfrage bei Touristenflügen, die Beschränkung und Vereinheitlichung der Landungsgebühren für Tourenflugzeuse, die Ermächtigung zur Einrichtung von Posten für Radiotelegraphie auf Tourenflugzeugen, sowie zum Transport von 'Jagdwaffen mit beschränkter Munition, die Beschränkung der verbotenen Zonen, die Mittel zur Vereinheitlichung der Formeln für