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E_1933_Zeitung_Nr.034

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Luftfahrt Bremsklötze

Luftfahrt Bremsklötze weg! Die nachfolgenden Zeilen sind dem im Sieben-Stäbe-Verlag, Berlin, unter dem gleichen Titel erschienenen Buch des deutschen Ozeanfliegers Hermann Kohl entnommen. Am 13. April waren es fünf Jahre seit der denkwürdigen ersten Ost-W©st-Ueberquerung des Nordatlantiks durch Kohl, Hünefeld und Fitzmäuriee, einem Unternehmen, das vorher und nachher soviel Opfer gefordert hat. Der Leser wird erkennen, dass die «Bremen» schon beim Start ,nur um Haaresbreite dein Verderben entging. Später, bei Nacht, Nebel und Sturm auf hoher See, zwischen Himmel und Wasser, sollte sie mehrmals noch gröesere Gefahren zu bestehen haben. Aber nicht nur der Bericht über den Ozeanflug, das ganze Buch hält den Leser von Anfang bis zu Ende unter Spannung. Wie Kohl von seinen Bubenstreichen, von seiner ganzen Jugend erzählt, wie er ,im Krieg zuerst als Beobachter, dann als Staffelführer teilnahm, abgeschossen und nach einem misslungenen Fluchtversuch gefangen gesetzt wurde, nach Monaten abermals entfloh und zu Fuss durch halb Frankreich hindurch in die Schweiz gelangte, in Deutschland sich nach Friedensschluss wieder in einen Zivilberuf einarbeitete •und nun zähe und unermüdlich, allen möglichen Widerständen zum Trotz, sein grösstes Wagnis, den Ozeanflug vorbereitete, alles das liest sich wie eine Odysse. In den letzten Jahren hat sich Kohl wie wenig andere für die Verwirklichung moderner flugtechnischer Gedanken eingesetzt. Unter seiner Mithilfe wurde das Problem des Nurflügelflugzeuges der endgültigen Lösung schon nahe entgegengebracht. Der Erlös des Buches ist als weiterer Beitrag für den Bau eines solchen Flugzeuges vorgesehen. Die letzte Nacht in Irland war gerade nicht die ruhigste meines Lebens. Ich hatte vor Start und Flug doch allerhand Angst. Der Schlaf wollte stundenlang nicht kommen, und als er kam, wurde ich von dunklen Träumen gepeinigt. Ich träumte, wir flögen, bereits mitten über dem Atlantik, als plötzlich der Motor stehen blieb und wir runter mussten... Mit einem fürchterlichen Herzklopfen wachte ich auf. Wie froh war ich, als ich merkte, dass ich immer noch in Irland war und friedlich in meinem Bett lag. Den Offizier vom Dienst, der uns um 4 Uhr morgens wecken sollte, hörte ich schon eine Stunde vorher im Lager herumtrampeln. Als ich aufgestanden und frisch gewaschen war, verflogen die dunklen Träume sehr rasch. Wir begaben uns zum Startplatz. Als ich dort nach dem Windwimpel sah, erschrak ich. Er hing schlaff und regungslos hernieder. Völlige Windstille war eingetreten, eine Wetterlage, die drüben in Irland höchstens zweimal im Jahre vorkommt. In ruhigen Stunden hatten wir uns vorgenommen, den Start bei Windstille zu verschieben. Das war aber nicht so einfach, wie wir es uns vorgestellt hatten. Während der Nacht waren viele Neugierige aus Dublin herausgekommen. Der Präsident des Irischen Freistaates stand da, die vielen irischen Würdenträger und der deutsche Generalkonsul. Alles wartete in stummem Schweigen auf den Start. Da brachten wir es nicht übers Herz, alle die lieben Leute wieder nach Hause in die Betten zu schicken, sondern wollten den Start trotz der Windstille wagen. Allerdings mussten wir 100 kg von unserem kostbaren Betriebsstoff wieder ablassen, sonst wären wir nicht in die Luft gekommen. Ich selbst hatte noch einen anderen Grund, so schnell wie möglich abzufliegen: in drei Tagen wurde ich 40 Jahre alt. Da ich ein Schwabe bin und wir mit 40 gescheit werden sollen, musste ich machen, dass ich vor Eintritt dieses merkwürdigen Zustandes abhaute. Ich konnte ja nicht wissen, ob ich nicht so gescheit würde, dass ich überhaupt kehrtmachte und nach Deutschland zurückflog. So kletterte ich in die «Bremen» und Hess den Propeller anwerfen, damit sich der Motor warmlaufen konnte. Bald kam auch Hünefeld, und dann mit zehn Minuten Verspätung Fitzmaurice, der noch unendlich viel zu erledigen gehabt hatte. Wir bremsten den Motor ab. Er lief einwandfrei. Das war mir nicht ganz recht, denn seit einer halben Stunde sass ich in der Maschine, dachte nur an die Windstille! Mein Herzklopfen wurde immer stärker. Wenn der Motor jetzt ordentlich gekotzt hätte, konnten wir den Start verschieben. Aber aussteigen und erklären, die Kerzen seien verrusst — das war leider nicht möglich. Unsere Monteure hätten schon gewusst, bei wem sie die Kerzen auszuwechseln hatten. Wenn wir uns nicht blamieren wollten, mussten wir jetzt starten. Schnell nahm ich noch einmal die fünf Finger meiner linken Hand hervor, gab Fitzmaurice einen Stoss und zählte ihm die Vorrichtungen auf, die er in den nächsten Minuten durchführen sollte. Er sah mir hochinteressiert zu und nickte sehr freundlich, wenn er verstanden hatte. Diese Zeichensprache haben wir auch später über dem Ozean mit bestem Erfolg geübt. Ein Blick noch hinaus zu meinen tüchtigen Monteuren. AUTOMOBIL-REVUE 1933 — N° 34 Ich nickte ihnen freundlich zu, damit sie Vertrauen zu uns fassten, und gab ihnen das Zeichen: «Bremsklötze weg!» Der Ozeanflug. Langsam schob ich den Gashebel vor... gab Vollgas. Hell sangen die blitzenden Metallflügel ihr brausendes Lied, und in dieser Sekunde hatten wir alle den gleichen Gedanken: wenn nur der Propeller nicht stehenbleibt, bevor wir in Amerika sind! Schwerfällig begann die Maschine zu rollen. Wir mussten zuerst zwischen zwei Hallen durchrollen. Dort auf dem betonierten Boden hofften wir so viel Fahrt zu bekommen, dass wir auf dem Rasen nicht mehr einsanken. Das erste Drittel des Platzes stieg etwas an. Ich fühlte, tief drückten die Räder in den feuchten Grund, und fast schien es mir, als könnte der schwache, nur 350pferdige Motor die vier Tonnen hinter sich die Anhöhe nicht hinaufbringen. Jedenfalls bekamen wir die notwendige Beschleunigung nicht. Hinter den Hallen hervor schössen zwei Sanitätsautos. Die Monteure hatten sie noch in der Nacht mit Feuerlöschern, Beilen und Sägen ausgerüstet: Wenn unser Start missglückte, wollten sie uns aus den Trümmern des Flugzeuges heraushauen. Und nun begann ein Wettrennen mit den Sanitätswagen den Berg hinauf. Beinahe sah es so aus, als würden die früher in Amerika ankommen als wir. Auf der Höhe des Platzes ging es eben voraus. Jetzt gewannen wir aber das Rennen. Das letzte Drittel des Platzes ging abwärts. Ich hoffte, die anfänglich nicht erreichte Geschwindigkeit hier aufholen zu können, denn wir brauchten 120 Stundenkilometer zum Aufheben der Maschine, und der Geschwindigkeitsmesser zitterte bereits auf 110. Schon wollte ich frohlocken, dass alles glatt ging — da brüllte Fitz mir etwas in die Ohren. Ich hatte es nicht verstanden — es war englisch. Ich sah nur, wie er in der nächsten Sekunde das Höhensteuer anriss. Von rechts her war uns ein Schaf in die Startbahn gelaufen. Fitz hatte es beobachtet und riss im letzten Moment die Maschine hoch. Aber sie hatte nicht genügend Fahrt, sackte durch und kam infolge der Federung des Fahrgestells in mehrmaliges Aufbumsen. Ich glaubte, dass alles verloren war, dass wir Bruch machen mussten. Vor uns glühte der Auspufftopf und spuckte Flammen, hinter uns waren 2000 Liter Benzin verstaut. Wenn sich das zu einer Feuersbrunst vereinigte, sassen wir mitten drin. Ich überlegte, ob es nicht besser war, die Zündung herauszureissen. Vielleicht konnten wir dadurch dem Verbrennungstod entgehen. Aber dann stand der Propeller. Das durfte nicht sein! So Hess ich die Zündung drin und hielt die Maschine ganz ruhig. Ich wollte nicht selbst Schicksal spielen. Wir hatten gerade das Ende des Platzes überrollt. 400 m Wiesenfläche lagen noch voraus. Hier aber sollten wir schon stolz in den Lüften sein. Nun rollten wir noch 250 m. Dann aber fühlte ich im Steuer, dass der Vogel vom Boden weg wollte. Es war mir nicht wohl zumute. 150 m voraus erhob sich ein 4 m hoher Erdwall mit hohen Bäumen darauf. Ich glaubte nicht, dass wir dort glatt rüber kommen konnten. Da machten wir das einzige, was wir noch tun konnten: drückten die Maschine an den Boden heran, damit sie mehr Fahrt bekam, und zogen erst in der letzten Sekunde dicht vor dem Hindernis das Höhensteuer an. Der Vogel bäumte sich auf, das Fahrgestell streifte durch die Baumkronen, dahinter sackte die Maschine nochmals gewaltig durch, aber sie hielt sich, in der Luft. Der Start wäre jetzt gewonnen gewesen, wenn es eben vorausginge. Wir waren aber in ein Bergtal hineingestartet. Rechts, links und voraus stiegen die Hänge schneller an als wir mit der Maschine klettern konnten. Nur rechts hinter uns, dort, wo wir in die Mausefalle hineingeraten waren, dehnte sich ein flaches Tal. Wenn wir da hinauskamen, konnte der Start noch glücken. Ich glaubte nicht, dass es möglich war, mit der schwer beladenen Maschine in so geringer Höhe, bei so geringer Fahrt auch noch eine Rechtskurve zu nehmen. Als aber der Boden an die Räder herankam, riskierten wir das letzte. Wir legten die Maschine in die Kurve. Der rechte Flügel neigte sich tiefer; er streifte die Grasnarbe, schlug an einer Hecke an, aber dank ihrer glänzenden aerodynamischen Eigenschaften bekamen wir sie herum, hatten das Tal voraus, drückten hinein. Gleich hatte die «Bremen» 220 km Fahrt— und in anderthalb Minuten waren wir af 150 m. Der Start war geglückt. Freudestrahlend sahen Fitz und ich uns in die Augen. Wir schüttelten uns die Hände und beglückwünschten uns. Dann regulierten wir unseren Vogel fein ein und stellten ihn Richtung Amerika. Für den Schweizer, der einen neuen Wagen kauft, ist eine der wichtigsten Fragen, wie sich derselbe wohl im Gebirge bewähren mag, ob er genug Zugkraft besitzt, ob er genügend kühlt, ob er wendig ist und ob er nicht zu viel Benzin verbraucht. Die Riley-Wagen haben schon mannigfaltige Prüfungen abgelegt; noch anlässlich der letzten internationalen Alpenfahrt trug das Riley-Team den Alpenpoka! davon; von 7 gestarteten Wagen sind alle 7 angekommen. Ähnlich vorteilhaft' waren die, Resultate an der Monre- Carlo-Sternfahrt 1932, wo von 9 gestarteten Wagen alle neun das Ziel erreichten und zwei im dritten und vierten Rang klassiert wurden. Der Schweizer Automobilist darf sich deshalb auf die Qualitäten der Riley 4- und 6-Zylinder verlassen. In seinem eigenen Lande und auf seinen eigenen Strossen haben sie sich hervorragend bewährt Vertretung Generalfür die Schweiz: J.&E.Waeny, Grand Garage Wabern, Telephon 27.566 Einige Kantonsvertretungen sind noch zu vergeben Bern Sonne auch in der Limousine Audi in der Limousine braudien Sie auf die Sonne nicht zu verzichten : Lassen Sie sich ein «Tetto>*Gfeitverdedt einbauen, das einfach konstruiert ist, in kurzer Frist eingebaut werden kann und — gerade seiner Ein* fachheit wegen — billiger aU die meisten bis heute offerier* ten Konstruktionen zu stehen kommt. Verlangen Sie tmverbindlkb Devis von uns. MULLER 'S) MARTI Antosattlerei.Eigerplatz-Telephon 28.299 B E R N keparaturwerksrä rten in der Zenhral Schweiz KILOMETERZÄHLER aller Systeme repariert als Spezialität Fiscbermätteliweg 18 E. O. B Ä R, BERN Werkstätte für feinmech. Apparate. Tel. 35.633 JLangentlial Garage Geiser Moderne Auto-Service. 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N° 34 - 19» SEKTION BERN. Geschicklichkeitspröfung; Generalversammlung. Die Vorbereitung zu der nächsten Sonntag, den 23. April, in Bern erstmals stattfindenden Geschicklichkeitsprüfung nimmt • die Tätigkeit der Sportkommission und des Sekretariates voll in Anspruch. Dank des idealen Prüfungsplatzes, der von den Militärbehörden freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde, kann der ganze Wettbewerb abgesondert von unberufenen Augen vorgenommen werden. Diese Massnahme wird von den Sektionsmitgliedern sehr begrüsst und hat in den zahlreichen Anmeldungen bereits ihren Niederschlag gefunden. Dass sich auch Damen für diese Veranstaltung lebhaft interessieren, beweisen schon einige weibliche Namen auf der Teilnehznerliste, was die Organisatoren veranlassen wird, einen besonderen Damenpreis zu stiften. Der gut dotierte Gabentisch ist Freitag und Samstag, 21./22. April, im Schaufenster der Glashandlung Theodor Meyer, Marktgasse 32, ausgestellt Der Beginn der Konkurrenzen ist Sonntag, 23. April, im Hofe des Kantonalen Zeughauses auf 13.15 Uhr angesetzt; es ist nicht ausgeschlossen, dass bei starken Beteiligungszahlen der Wettbewerb schon auf den Vormittag vorgeschoben werden muss. Die Preisverteilung findet gleichen Abends, pünkt SO Uhr, im Grünen Saal des Kursaal Schänzli statt, wobei die A. C. S.-Legitimationskarte zu freiem Eintritt berechtigt In seiner letzten Sitzunf hat der Sektionsvortt&nd Datum und Ort der ordentlichen Generalrersammlnnf auf Samstag, 20. Mai nach Thun festgelegt und beschlossen, diese als gesellige Veranstaltung mit Damen aufzuziehen. Die aktive Thuner- und Oberlandgruppe ist bereits mit den Orranisationsarbeiten beschäftigt und wird auch der unterhaltsamen Seite die wünschbare Aufmerksamkeit schenken. Es unterliegt keinem Zweifel, dass 'die Thuner Tagung nicht nur von den Mitgliedern des Oberlandes sympathisch aufgenommen, sondern auch vom stadtbernischen Gros zahlreich besucht sriri, In gleicher Sitzung beschlom der Sektionsrorrtand einstimmig, die schweizerischen Zollfreipässe, 'deren Ausstellung dem Touristikbureau übertragen wurde, gratis an Sektionsmitglieder abzugeben und an der herbstlichen Grossveranstaltung « Bern in Licht und Strahlen > in einer speziellen automobilistischen Weise teilzunehmen. H. SEKTION BERN. Vortragsabend. Den Beschluss flea Vortragszyklus der Sektion Bern des A. C. S. im Winterhalbjahr 1932/1933 machte am vorletzten Montagabend im «Kasino» der bekannte Sportjournalist Herr Hanns Buchli (Basel). Eine ansehnliche Zuhörerschaft war bereit, dem ausgezeichneten Redner auf seinen phantastischen Sternfahrten zu folgen, die seinerzeit in internationalen Sportskreisen viel Aufsehen erregten. « Vom Polarkreis bis zum Euphrat » —-so weit spannte sich die Strecke aus, die der zigeunernde Automobilist durchstreift hatte, gleichzeitig den Reiz der sportlichen Fahrt mit dem Erlebnis neuer Welten, neuer Landschaften verbindend. Die erste Reise dieses waschechten Romantikers der Landstrasse, der auch A. C. S. die Mühen nicht scheut* wenn es um das automobilistische Abenteuer geht, führte in den hohen Norden. Von Frankfurt aus durch Deutschland nach Warnemünde, dann hinüber nach Kopenhagen, aufwärts über Helsingborg* Yärköping und der ostschwedischen: Küste entlang bis ins Lappland hinauf Hess es sich im Geiste trefflich mitreisen. Was Buchli über Schweden zu sagen wusste, das wäre die beste schwedische Reisepropaganda, die man sich denken könnte. Die ganze Helle dieser klaren, einfachen, in grossen Linien verlaufenden Landschaft, die Reize dieser überaus gastfreundlichen, helläugigen Menschen, die Sauberkeit und Ordnungsliebe, die hohe Hotelkultur — all das dürfte manches Automobilistenherz rascher zum Schlagen gebracht und die Frage nahegelegt haben. Soll man es auch mal wagen? Ganz hervorragende Lichtbilder unterstützten den Vortragenden in seinen Ausführungen. Man bekam das typische Skandinavien zu sehen: Landschaften, Häuser, Kirchen, Paläste, -Fähren, Flüsse. Von Lappland aus machte sich Buchli mit seinen Co-Equipiers auf den Weg, um in vier Tagen 2800 km hinter sich zu bringen. Der Europa-Preis von Baden-Baden, die grösste Trophäe der internationalen Sternfahrt nach dem deutschen Kurort, war ihnen sicher. Wesentlich schwieriger gestaltete sich die Reise nach Kleinasien, Hier wurde das Unternehmen beinahe zu einer eigentlichen Leidensfahrt. Ueber Belgrad - Sofia - Philippopel - Konstantinopel führte die Fahrt, dann wurde mit dem Schiff über das Marmara-Meer übergesetzt und von Mudania an der Weg wieder unter die Räder genommen. Aber — ach — es waren keine Asphaltstrassen mehr! Die beschwerliche, aber ungemein interessante Reise erstreckte sich weiter über Brussa, Angora, die anaiolische Hochlandsteppe und über das Taurus-Gebirge hin bis nach dem Euphrat. Von zahlreichen instruktiven Bildern unterstützt, erstand vor den Augen der Zuhörer ein eindrückliches Bild dieser fremden Länder. Sehr interessant waren vor allem auch die Ausführungen über die neue Hauptstadt Angora. Unter fürchterlicher Hitze drang die «Karawane» vorwärts, um bei ihrer « Fahrt» durch den Taurus einen eigentlichen Weg durchs Inferno machen zu müssen. Steine, nichts als Steine, über die die Wagen kriechen mussten in unsäglichem Schneckentempo. Nach dem Durchqueren des- Taurus bogen dann die Fahrer vom Euphrat aus über Aintab nach Westen um und durchfuhren die anatolische Salzwüste, nun schon als Sternfahrer nach St. Moritz! Eile, Eile: das war nun -die Losung. Wagen und Fahrer drohten den unvorstellbaren Anstrengungen zu erliegen. Man kennt daa Ende: Buchli war der einzige, der alles mit eiserner Energie aushielt und — wenn auch zwei Stunden zu spät — in St Moritz glücklich eintraf, nach einer beispiellosen Rekordfahrt von Kleinasien nach dem Engadin. Herr Oberst Marbach, der Präsident der Sektion, fand am Schlüsse die richtigen Worte, wenn er im Namen der Anwesenden dem Vortragenden für seine Leistungen nochmals gratulierte und ihm für den ebenso instruktiven wie unterhaltenden Vortrag herzlich dankte. bo. SEKTION ST. GALLEN-APPENZEU, Die Sektion hielt am 8. April ihre ordentliche Generalversammlung im Hotel Hecht, St. Gallen, ab. Herr MD*n J«hre* wann f*»t duiebwtft recht gnt besucht. Neben den sportlichen Anlässen, der Bergprüfungsfahrt Rheineck-Walzenhausen-Lachen und Walser lichtete an die, wie im-der Autavia, boten die geselligen Veranstaltungen allerlei Abwechslung. Dazu sind zu zählen eine Bluestfahrt in den Thurgau, eine Picknick-Fahrt nach der Insel Lützelau mit Badebetrieb, eine Traugott mer, gut besuchte Versammlung Worte herzlichen Willkommens und gedachte der im Berichtsjahre verstorbenen Mitglieder. Der Verlesung des Protokolls folgte der Jahresbericht des Präeidenten, der in gewohnter Weise einen klaren Ueberblick gewährt über die Tätigkeit der Sektion, aber auch die mit dem Automobilismus .zusammenhängenden Fragen. Das endlich entstandene Gesetz über den MotorfahrzeugverkehT und die eidgenössißchen-kantonalen Vollziehungsverordnungen werden einer' einlässlicben Betrachtung unterzogen. Während im Kanton St. Gallen diese Verordnungen, au deren Durchberatung auch eine Delegation unseres Clubs eingeladen war, nach regierungsrätlichem Besehluse Gesetzeskraft erhalten haben, wird es im Appenzellischen noch der grosarätlichen Sanktion bedürfen. Die Regelung des Verhältnisses zwischen Eisenbahn und Automobil und damit auch die Bedeutung des Autos für das Wirtschaftsleben geben Anlass zu besonderen Bemerkungen. Die Uebernahme einer Bundeebahnschuld von 850 Millionen Franken durch den Bundesfiskus bedeutet eine schwere Belastung unserer Volkswirtschaft. Es wäre jedenfalls volkswirtschaftlich falsch, wenn der weitere Kampf auf dem gleichen Boden, auf dem die Vollziehungsverordnung zum Automohilgesetzi außgefochten wurde, ausgetragen werden müsste. Die neugeschaffene Zentralfitelle zur Verteidigung der Automobilinteressen wird auch in dieser Richtung Wertvolles leisten können. Der Bericht verbreitet sich ferner über Fragen des Strassenverkehrs und Benzinzolles* Die Wallenseeuferstrasse, der Umbau der Seedammstrasse bei Rapperswil, die Verbiadungsstrasse Nesslau- Urnäsch sind bauliche Angelegenheiten an d«ren Förderung die Sektion regen Anteil hat. Im' Strassenbau des Kantons St. Gallen ist eine fortschreitende Entwicklung festzustellen. Der Kanton gab für Teer- und Asphaltbeläge, sowie Pflasterungen und Oberflächenbehandlung auf einer Länge von 14.569 m und einer Fläche von 95.962 m 2 insgesamt 2.371.676 Franken aus. Für das Jahr 1933 ist annähernd die gleiche Ausgabensumme bewilligt worden. Diese Beträge werden nahezu gedeckt durch die eingehenden Taxen und den Benzinzollanteil. Daso der Vorstand der Unfallstatietik und der Gefahrenverminderung alle Aufmerksamkeit zuwendet, liegt schon allein in der Einsicht begründet, dass es Sache der Clubs sein muss, Unvernunft bei den Fahrern zu bekämpfen. Viele Unfallursachen liegen aber auch beim Strassensustand, beim Fahrzeug und nicht selten auch beim Fussgänger. Der Frage der Strassenbeleuchtung und Beleuchtungseinrichtungen der Fahrzeuge widmete der Vorstand zahlreiche Besprechungen. Die Scheinwerfer- und Einstellwoobe brachte den gewünschten Erfolg und es zeigt sich die Notwendigkeit periodischer Wiederholungen. Die Tätigkeit des Sekretariates ist, wie aus der Statistik hervorgeht, eher weiter angewachsen, was im besonderen a*uf die Zunahme der Leistungen für die Mitglie- Weekenidfahrt nach dem Vierwaldstättersee, eine Herbst- und Sauserfahrt ins Rheintal und ein großangelegter Clubball. Auch an interessanten Vortragsabenden hat es nicht gefehlt. Der Jahresbericht des Herrn Kassier Gr ossenbacher schliesst mit einem Passivsaldo von 1202 Pranken ab. Im Namen der Rechnungsrevisoren beantragt Herr Büchi, St. Gallen, die Jahresrechnung mit dem Dank an Präsident, Kassier und die übrigen Funktionäre zu genehmigen, was einstimmig erfolgte. Das vorgelegte Budget erecheint wiederum ausgeglichen, dabei wird allerdings das weitere Erscheinen der Sektionsnachrichten oder die Abhaltung der Bergprüfungsfahrt in Frage gestellt. Vor dieser Alternative trifft die Versammlung mit 35 Stimmen die Entscheidung, die Bergprüfungsfahrt als traditionelle Rennveranstaltung beizubehalten. Der Jahresbeitrag wird auch für das Jahr 1934 auf Fr. 30.— festgesetzt. Beim statutarischen Wahlgeschäft mussten die zurückgetretenen Herren, Dr. Gschwend, Rapperswil und Franz Bodmer, Niederwil, ersetzt werden. Als neues Mitglied beliebte Herr W. Gattiker, Fabrikant, Rapperswil Für da« zweite Ersatzmitglied erhielt die Kommission Auftrag zur selbständigen Ergänzung. Die verbliebenen Kommissionsmitglieder wurden in globo bestätigt und der bisherige, rührige Präsident mit Akklamation wiedergewählt. In die Rechnungsprüfungskommission beliebte als Ersatz für den zurücktretenden Herrn Heumann, Herr Ad. Fröhlich, Kaufmann, St. Gallen. Die Umfrage benützt Herr Oberrichter Kirchh o f e r, Urnäsch, zu einem Expose über die bisherigen Verhandlungen zum Strassenprojekt Nesslau-Kräzerli-Urnäscb. und ereucht schliesslich den Vorstand, die Frage prüfen zu wollen,- ob nicht der Gemeinde Urnäsch aus Clubmitteln eine Subvention von Fr. 10,000.— zugesichert werden könnte, zu verteilen auf die nächsten fünf Jahre. Die Kosten der Strasse werden auf zirka Fr. 450,000 geschätzt, wovon die Gemeinde Urnäsch Fr. 100,000 bis 120,000.— «u leisten hätte. Herr Kantonsrat Styger, Stein, empfiehlt die Subventionierung mit warmen Worten, doch machen verschiedene weitere Votanten auf die Konsequenzen aufmerksam, und es werden auch bereits schon derartige Subventionsgesuche vom Toggenburg, sodann vom Seebezirk für die Rapperswiler Seedammstrasse angemeldet. Die Kommission erhält schliesslich Auftrag, das Gesuch von Urnäsch zu prüfen, um bei späterer Gelegenheit Bericht und Antrag stellen zu können. Die gerade in letzter Zeit vielfach gemachten Beobachtungen über unvernünftiges Fahren veranlassen den Präsidenten zu Worten schärfster Verarteilunf von Geschwindigkeitsexzessen. Die rücksichtslose Autoraserei durch bewohnte Gegenden, wie namentlich durch Ortschaften und in Städten, kann nicht genug verurteilt werden. Eine weitere Mitteilung betraf die Oeffnung der netten Stoßstrasse am Karfreitag, dann die vorübergehende Schliessung der Strasse Mühlehorn - Murg. (Fortsetzung siehe Seite 11) Der Wagen, den Sie in der Schweiz carrossieren lassen, kommt nicht teurer zu stehen als der fertig importierte, denn Sie ersparen sich die Zollspesen auf der Carrosserie, erhalten einen tieferen Zollansatz für das Chassis and obendrein noch eine 40prozentigeHüd£Yergütung auf dem erlegten Zollbetrag. Das mach t für ein Modell mittlerer Grosse einen Gewinn von rund Fr. 2200.—, soviel wie der Unterschied zwischen einer Fabrik« und Spezial- Carrosserie. ui:::::^:i:::n General Motors hat uns das HAUPT-ERSATZTEILLAGER der zurückzuführen ist. Der Mitgliederbestand hat sozusagen keine AeadeTung erfahren. • Die Clubveranstaltungen des verflesfür die Schweiz offiziell übertragen. T I T A N A. G.. Z Ü R I C H 4 Stauffacherstrasse 46 Telephon 68.633 Die seh One Lackierung erfordert zweckmtsslee Pflege UNIVERSAL Polish & Cleaner erhält den Wagen wie neu! Mit DITZLER NITROCELLULOSE- LACKEN kann man keine REHNEN GEWINNEN ßj£f aber: eine Lackierung mit Ditz-Lac borgt für Schönheit, Haltbarkeit, zuverlässige AUTOCOLOR A.-G., ZÜRICHS Dufourstrasse 197 Telephon 45.718 D1TZ-LAC AUTOMOTIVE PAI NTI NO MATERIALS BUICK Qüalltät modele MASTER, 1929, limousine, 5 places, en parfait etat, ä vendre. Prix tres bas. — Offres ä Manufacture Lcvrette, Commorce 17 a, La Chauxde-Fonds. 58425 AUTO- GARAGEN in Elsenbeton, zerlegbar Doppelwandlg, 5x3 m, mit Türen, ab Fabrik, Fr. 950— Einfachwandl«, äxS m, mit Türen, ab Fabrik, Fr. 776.— Prospekte und Preise (ür fertig montierte Garagen von diversen Grossen durch Garage-Bau Q. HUNZIKER, Ins (Bern) 29,000 Kilometer kreuz and quer durdh .Afrika Tor kurzem führte ein sportbegeisterter Austin - Fahrer, Mr. B. F. Hotkey, eine Kreuz- und Querfahrt durch Afrika'durchi Von Johannisburg über Pretoria—Nairobi — Uganda — Campana — belg. 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