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E_1933_Zeitung_Nr.084

E_1933_Zeitung_Nr.084

in Unterhaltung;

in Unterhaltung; zusammen haben sie den altern Typ der täglichen Journalistik abgeschafft, die sich ausschliesslich auf die oft leidenschaftliche Vertretung ihres eigenen Standpunktes konzentrierte. Ochs unterminierte die Leitartikelschreiber und bringt nun an ihrer Stelle ausschliesslich unbeeinflusste tatsächliche Rekorde, durch die sich die Leser ihre eigene Meinung bilden können. Das Hauptverbrechen der alten Schule des amerikanischen Journalismus war das Uebel der eigenen Rechthaberei, die ihre Hauptaufgabe darin sah, schlechte Menschen und die Mitglieder der politischen Opposition zu bestrafen. Der Editor nahm gewissermassen den Platz eines Verwahrers der glühendheissen Rache und Petri Platz als Oeffner der Himmelstüre ein. Ochs scheint der erste Journalist zu sein, der Neuigkeiten für lange Jahre ausschliesslich objektiv behandelte. Er verbesserte die Manieren der Presse, indem er ihr den oft schwierigen Unterschied zwischen rein sachlichen Tatsachen und persönlicher Meinung beibrachte. Er öffnete der amerikanischen Presse die Augen, um den srrossen Bedanf und Markt zu erfassen, der für einen unparteiischen, neidlosen, hasslosen und unpersönlichen Journalismus bestand, der weder reformieren, den Lesern eine bestimmte Meinung aufdrücken will, noch irgendeinen Kreuzzug zur Einführung von diesem oder jenem führt. Die Zeitungen dieser von Ochs geführten Richtung haben noch nie einen Präsidenten schaffen wollen oder sich um die Besetzung irgendeines politischen Amtes gekümmert. Er schuf Unparteilichkeit und Indifferenz der Politik gegenüber; trotzdem trifft seine landesübliche Bezeichnung als «konservativer» Editor nicht genau zu. Er ist vielmehr ein konservativer Effekthascher, der unter angemessenen Ueberschriften und zurückhaltenden Eröffnungsparagraphen allen Skandalen den ihnen gebührenden Platz einräumt, wobei er sich bemüht, die Betroffenen so menschlich als möglich, den Umständen angepasst, zu behandeln. Ein paar milde Worte dieser Presse genügen, um einen oft sensationellen Effekt zu erringen. Dies ist reiner, leidenschaftsloser, objektiver Journalismus. Solch magische Effekte vermag die Hearstpresse mit ein par Worten nicht zu erzielen, aber unter Benützung grosser Quantitäten Druckerschwärze macht sie ihren Einfluss trotzdem gehörig geltend. Darüber kann kein Zweifel bestehen, dass sie an Reichhaltigkeit und moderner, zweckmässiger Ausgestaltung allen andern Zeitungen der Welt viele Längen voraus ist. Sie bringt täglich komische Cartoons, verschiedene Kolonnen, von denen jede eine andere Materie beschreibt, und eine ganze Anzahl Syndikatsartikel. Zur Hearstorganisation gehören ferner andere wichtige Mittel der Publizistik: eigene Radiostationen, Filmunternehmen, International-News-Reel, die tönenden Wochenschauen; «International News-Service», dem ein erstklassiger Pressphotographiedienst angegliedert ist, und «Universal News- Service» sind ebenfalls Hearstunternehmen, die zu den vier grössten Pressevereinigungen des Landes gehören. Aber nicht nur im Unternehmungsgeist ist Hearst grosszügig; er bezahlt seinen Mitarbeitern, die er für wertvoll hält, jedes verlangte Salär, ganz gleichgültig, ob sie sich mit Politik, Sport, Reportagen oder als Kolonnenschreiber befassen; er kümmert sich nicht um deren politische Ansichten, die Hauptsache für ihn ist nur die, dass sie so schreiben können, wie er es braucht, damit sind vorwiegend die «menschlichen Interessengeschichten» gemeint, ein Produkt modernen Journalismus, ganz gleichgültig, um was es sich handelt, denn sie sind der '"-eist eines leitenden Grundsatzes: «Für d'> Zeitung ist einzig die Auflage massigel? jnd ! » Durch die direkto Methode, sich in den meisten grossen Städten einzurichten, verbreitete Hearst seine journalistische Tätigkeit über das ganze Land. Er besitzt heute 27 grosse Tageszeitungen, die zusammen zwischen 22 und 25 Millionen Leser zählen. Viele seiner Konkurrenten wurden dadurch gezwungen, seine Zeitungsform anzunehmen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Hearst erscheint vor seinem Publikum als ein Spielmann und Weiser, ethischer Führer, sozialer Einpauker, Finanzratgeber, Vertrauter und Stratege in Herzensangelegenheiten, Erzieher, Berater für Gesundheits- und Babypflege, Kochkunst-Tutor, Hausmutter, Prophet und Lieferant von warmen Angaben des vornehmen Lebens. Er ist ein ruheloser Kämpfer; er formuliert seine Meinung und hält an ihr fest, wenn er sich dabei auch alle Knochen verbiegt. Er scheint sich erst dann wohl zuiühlen, wenn die Bürger Freudenfeuer aus seinen Zeitungen machen und empört Stellung gegen ihn nehmen. Ueber 30 Jahre lang war er eine nationale Figur und steckte beständig tief in der Politik. Sein Zeitungseinfluss wird oft geringschätzig beurteilt; dies ist jedoch eine völlige Verkennung der tatsächlichen Lage. Die Hearstpresse führt oft äusserst heftige Leitartikel; er benützt seinen Einfluss mit aller Macht und hat für seine Kandidaten beständig seine schweren Geschütze bereit. Allerdings ist es gelegentlich unverständlich, aus welchem Grunde er dem Volke die unpopulärsten Vorlagen mundgerecht machen will, trotzdem sie von vornherein als völlig ausichtslos gelten müssen. Bunte Chronik 50,000 Menschen leben von — Mücken. In Mexiko leben 50,000 Menschen von Mücken. Das ist nun nicht etwa wörtlich AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 84 zu nehmen, denn diese Plagegeister bilden für den Menschen kaum einen Leckerbissen. Desto besser schmecken sie jedoch bestimmten Fischarten, dl 1 © in Aquarien gehalten werden. Anscheinend gibt es in Mexiko besonders viel Liebhaber von Tischen, denn der Mückenbedarf ist in diesem Lande ausserordentlich gross. Nicht weniger als 50,000 Menschen leben davon, Mücken zu fangen und ihre Beute an die Interessenten weiter zu verkaufen. Die Mückenjagd wird auf ganz verschiedene Art und Weise ausgeführt, die lohnendste soll jedoch diejenige sein, die mit ungeheuren, sehr feinmaschigen Netzen ausgeführt wird. Selbstverständlich sind durch Mückenfang keine Reichtümer zu erwerben. Augenblicklich zahlt man ungefähr 2 Fr. für das Pfund, und man kann sich denken, wieviel Mühe und Zeit notwendig sin4 um ein Pfund Mücken zu faneen. Büchertisch Intimes Amerika. Von Arnold Hagenbacb. Verlag A. Francke, A.-G., Bern. — Der gebürtige Schweizer Journalist Arnold Hagenbach, der lange Jahre in Amerika als Reporter wirkte, unternimmt es, dem eurapäiechen Publikum jenes Amerika näher zu bringen, von dem man nur von Zeit zu Zeit einiges hören und sehen kann: in phantastisch anmutenden Zeitungsberichten, in ebenso gigantischen wie kitschigen Filmen oder etwa in Filmwochenschauen. Mit der Unbestechlichkeit eines echten Journalisten, der sich drüben angewöhnt hat, die Tatsachen realistisch und unverhüllt zu eehen, enthüllt Hagenbach eine Welt, die dem Europäer noch mehr zum Problem werden muss, je näher er dem amerikanischen Wesen kommt * Intimes »Amerika könnte auch oft heifisen: «lächerliches» Amerika, zum mindesten für den kulturellen Menschen. Aber es wäre wohl zu oberflächlich, alle grotesken Erscheinungen In diesem Lande kurzerhand zu verurteilen, ohne die Voraussetzungen zu kennen, aus denen heraus sie entstanden sind. Amerika ist das Land der Rationalisierung, wo M.s aufs letzte jeder das gleiche zu handeln bestrebt ist, und wo eine Abart des Kommunismus die Individualität gegenüber der Masse verleugnet. Hagenbachs erstaunliches Buch, das von einer unglaublichen Kenntnis dea Landes und seiner intimsten Verhältnisse zeugt, ßo dass man ebenso erstaunt wie bewundernd sein Werk durchliest, enthält sich in kluger Weise jeder Deutung, und überläset es dem Leser, eelnen Kopf zu schütteln, wann er will. Er wird es oft und oft tun müssen, halb belustigt und halb bedrückt von den Auswüchsen dieser Rationalisierung des menschlichen Lebens, wo alle zarteren Dinge vom wilden Strom des Geschäfts, der ewigen Hetze, der Oberflächlichkeit weggeschwemmt werden. Oder dann fristen 6ie als groteske Ueberbleibsel ein letztes kitschiges Dasein, wie etwa die Liebe, die in Wirklichkeit längs den dunklen Autostrassen in grober und entseelter Weise blüht, in den amerikanischen Liebesfilmen. Phantastischer Weg eines Landes, auf dem direktesten Weg mitten ins irdische Paradies zu kommen, mit all seinen Verbrecher-Auswüchsen, seinen Rekorden, seiner Hetze nach dem Geld, seiner Rationalisierungswut, seiner Bigotterei, seiner Reklame, die bis ins intimste Leben eindringt, seinem Film, seinem Autokult! Hagenbachs Buch liest sich als eine faszinierende Reportage von einem Land, das uns in vielen Dingen unendlich fremd bleiben musa. Journalistisch ist es von hervorragender Anschaulichkeit, mit einem sympathischen Stil voll Temperament geschrieben. Das Buch ist sehr zu empfehlen, bo. Verfrühter Herbst Hermann Hesse. Schon riecht es streng nach angewelkten Blättern, Kornfelder stehen leer und ohne Blick. Wir fühlen: eines von den nächsten Weitem Bricht unsrem müden Sommer das Genick. Die Ginsterschoten knistern. Plötzlich wird Uns alles fern und sagenhaft erscheinen, Was heut wir in der Hand zu halten meinen. Und jede Blume wunderbar verirrt. Bang wächst ein Wunsch in der erschreckten Seele: Dass sie nicht allzusehr am Dasein klebe. Dass sie das Welken wie ein Baum erlebe, Dass Fest und Farbe ihrem Herbst nicht fehle. Die rote Arktis. «Malygins empfindsame Reise>. Von Friedrich Sieburg. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main. —• Das bekannte Sbg. der «Frankfurter Zeitung», das in London und Paris den Auslandsdienst dieses Blattes versieht, hat sich in Europa seinerzeit durch das erstaunliche Buch «Gott in Frankreich?» einen Namen gemacht. Dem rätsel- 1 vollen Deutschen wurde versucht, den für ihn nicht minder rätselvollen Franzosen näher zu bringen. Mitten in die ungeheure deutsche Umwälzung hinein kam 'das neue Buch, worin Sieburg um Erkenntnis des deutschen Wesens ringt. Andere, aber nicht minder reizvolle Wege geht sein »Arktis»- Buch, das nach einer Fahrt Sieburgs mit dem bekannten russischen Eisbrecher «Malygin» nach dem Nordpol entstanden ist. Hier ist es der zu tiefstem dichterischem Erlebnis fähige Mensch, der sine neue Welt mit trunkenen 'Sinnen auf sich einwirken lässt. Der unerhört© Zauber der Arktis, die Einsamkeit und die" Abgeschlossenheit einiger weniger Menschen auf engem Raum, die Eisberge, das kalte gurgelnde Meerwasser, die feuchten kriechenden Nebel, die Begegnung mit interessanten Menschen, darunter auch Nobile, waren für ihn. wohl Eindrücke, die sich in diesem einzigartigen: Rahmen tief einprägten, und doch wurde für ihn, den leidenschaftlichen Politiker, bedeutsamer und reizvoller als alles andere die innere Spannung unter den Menschen, die das Schilf in die Eiswüsten hinaustrug. Eine Schar .begeisterter junger Bolschewisten bevölkerte den Eisbrecher, und trgta der räumlichen Entfernungen beherrschten ai hier wilde Debatten über Europas Zukunft die GWster. Bolschewismus oder Europa — das war das Problem, das auch in der Arktis draussen nichtsvon seiner erschütternden Aktualität verlor, auch wenn die Zeitlosigkeit der Natur einen fast höh-< nenden Hintergrund bildete. Nur eine Feder vom Range Sieburgs vermochte es. die eigenartigen Erlebnisse auf diesem Schiffe würdig zu gestalten, und wenn seine Reise auch «empfindsam»; war, wie er sie selbst bezeichnet, «o birgt sein Buch dennoch alle geistigen Spannungen. Sieburgs Stil ist ein Erlebnis, von einer ganz wundervollen Harmonie, ebenso schlicht wie stark. Sätze wie diese sind gleich einer linden, edlen Musikr «Die stille Luft des Oktobertags wird durch ein! herabfallendes Rosenblatt stärker erschüttert als durch das Geräusch der Welt, von dem kein Laut in diesen Garten dringt. Die Apfelbäume haben ihre roten Früchte wie einen KTeis um ihre Wurzeln gelegt, das Gras, das vom Tau ganz grau ist, birgt Nüsse in grosser Zahl...» Sieburgs Werk, weit mehr als ein Reisebuch herkömmlicher Art, verdient die grösste Beachtung. bo. stumpf war wie das russische Landvolk, wie der Muschik, der es als seine von Gott befohlene Pflicht ansah, sich misshandeln zu lassen und das Leben für den Zaren zu opfern. Aber die Theater und Kinos waren geöffnet, und sicher gab es unter der Oberfläche allerhand Vergnügungen, die der besitzenden Schicht das Leben erträglicher machten. Hatzberg empfing keinen angenehmen Eindruck von Petersburg, das er in früheren Jahren einmal auf ein paar Tage gesehen hatte. Am Abend — er und Mercedes haften soeben gevespert — meldete der Zimmerkellner, dass der Oberst von Mjassojedow zurückgekehrt sei und sich in seinen Zimmern im ersten Stock befinde. Ob der Herr gemeldet zu werden wünsche. Eberhard fühlte ganz deutlich ein wenig Herzklopfen. Es war nicht ganz ungefährlich, dem Oberst gegenüberzutreten, und für den ersten Abend in Petersburg hatte Hatzberg sich das wirklich noch nicht besonders ersehnt. Aber — er biss die Zähne zusammen und sandte an den Obersten seine Karte mit der Bitte um eine Unterredung. Als der Kellner das Zimmer verlassen hatte, legte Mercedes ihre Hand auf die seine. «Musste es heute schon sein?» «Ja. Je eher, desto besser. Ich weiss natürlich nicht, wie der Oberst heute denkt, aber ich weiss, dass die Verbindung zwischen ihm und der Abteilung IIIB immer noch besteht. Trotzdem: er kann mich glatt verhaften lassen, wenn er will. Obwohl das auch für ihn nicht ungefährlich wäre.» Der Zimmerkellner kam mit dem Bescheid zurück, der Herr Oberst befinde sich gerade beim Nachtmahl; er Hesse bitten, Monsieur Pigeot möchte sich in etwa einer halben Stunde zu ihm bemühen. Als Eberhard den ersten Stock betrat, erwartete ihn auf dem Gang eine Ordonnanz und führte ihn in ein sehr hübsch und geschmackvoll eingerichtetes Herrenzimmer. In diesem Augenblick trat der Oberst von der anderen Seite ein und drehte das Licht an, denn es war schon ziemlich dämmerig in dem Raum. Die Ordonnanz schloss hinter Eberhard die Tür von aussen. Der Oberst war in Uniform; Eberhard stellte fest, dass er sehr gealtert war in der Zeit, da er ihn nicht gesehen hatte. Die Figur allerdings schien noch schlank und sehnig, aber das Gesicht war voller Falten, Haar und Schnurrbart völlig grau. «Monsieur Pigeot? Was verschafft mir die Ehre?» «Herr Oberst —' ich habe mir gestattet, Ihnen meine Aufwartung zu machen — in Erinnerung an gemeinsam verlebte Tage.» Der Oberst nahm Eberhard scharf ins Auge. Er schien im Augenblick etwas betroffen. «Mir scheint, ich kenne Sie!» sagte er stokkend. «Aber ich habe meines Wissens nie mit einem Herrn Pigeot zu tun gehabt. Wenigstens nicht persönlich!» «Herr Oberst kannten mich allerdings unter einem anderen Namen — in der Zeit, da Herr Oberst noch in Wirballen standen. Kann man hier sprechen, ohne aussen gehört zu wr den?» «Ja. Selbstverständlich. Aber ich weiss nicht — mein Gedächtnis lässt mich im Stich...!» «Herr Oberst kannten mich als den Grafen Eberhard von Hatzberg!» «Ah? Ja. Jetzt entsinne ich mich. Sind- Sie nicht Offizier gewesen?» «Doch. Herr Oberst waren auch einmal Jagdgast auf Hatzberg in Schlesien!» «Stimmt. Aber, Herr — wenn Sie deutscher Offizier sind, dann begreife ich um so weniger...» «Wie ich es wagen konnte, hierherzukommen? Herr Oberst, ich habe so gute Empfehlungen von einem gemeinsamen Bekannten an Sie...» «Darf ich fragen, von wem?» Eberhard trat ganz nahe zu dem Obersten. «Vom Obersten Nicolai, dem Leiter der Abteilung IIIB,» sagte er halblaut. (Fortsetzung folgt.) 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N°84 — 1938 AUTOMOBIL-REVUE EDIEEIK» Boa OB Herbstliche Wollstoffe Die Freude an den Wollstoffen hat trotz der wieder mehr getragenen reinen Seide nicht abgenommen. Besonders beim Eintritt kühlerer. Tage schlüpfen wir gerne aus den Leiner/kleidern in etwas Wollenes. Die neuen Schritte sind vielgestaltig und geben den Kindern an sich damenhafte Eleganz. Selbst dire sportlichen Modelle verzichten nicht völlig &uf phantasievolle Ausgestaltung der Schultern- oder Kragenpartie. Da die Mode äusserst sparsam bleibt in der Anwendung von Stickereien — es gibt dann und wann einmal etwas farbige, die aber im Grunde nicht organisch wirkt — und trotz aller Bemühungen gewisser Kreise auch die Tressen oder Passementeriebesätze ganz unwesentlich sind, so liegt der Nachdruck auf den Stoffen selbst. Die Mode liebt alles Reliefierte, in den Woll- Stoffen noch mehr als in Samt oder Phantasiegeweben anderer Art. Zugleich greift sie nach den schmeichelnden Effekten der Stichelhaare, seien dies nun Angoras- oder andere Haare, wie auch Kunstseidefäden oder Hanf. Wie feiner Duft liegen sie, meistens in Weiss, auf den Stoffen und mildern deren Farbtöne, die ohnedies schon vielfach durch zweitönige oder mehrfarbige Fäden einen Chineeffekt erhalten haben. Alles ist weich in dieser Mode, darum auch so viel an weiche, oft lockige Pelze erinnernde Gewebe. Sogenannte Bouclettes sind häufig, geben dem Stoff etwas unregelmässig Belebtes. Vielfach besitzt der Stoff ein Webebild, wobei die mehr oder weniger stark reliefierten Zickzacks, die Chevrons am typischsten sein dürften. Dazu kommen breite, gestrichelte, oft auch gebrochene Diagonals, ferner immer wieder die mehr oder weniger breiten Längsrippen, die sogenannten Cötes, und, wie bei der Seide, kräftige, eingewobene, als Ottomans bezeichnete Querrippen. Reizvoll sind Karos in allen möglichen Phantasiedessins, bis zum klassischen Schotten. Gerade er wird im Verein mit einer einfarbigen Jacke wieder ein beliebtes Ensemble sein. Lustige kleine Tupfen hüpfen über manche Stoffe und mancherlei an Stickereivorbilder mahnende Zeichnungen beleben den abgetönten Grund. Interessante neue Velours de Iaine tauchen auf, beispielsweise fein gerippt. Dazu kommen nach langer Pause wieder einmal die Ouvetines, wodurch wie mit tuchähnlichen, leichteren Geweben wieder glattere Stoffe in die Mode einziehen. Allerdings werden auch sie vielfach mit einem leichten Haarflor überdeckt, um jenes Schummerige im Aussehen 9 Ihr Aussehen # gewinnt durch eine Behandlung Im Salon Dittli, Zürich Weinbergstr. 17 Tel. 43.020 Ein Versuch wird Sie Oberzeugen I Zürcher Wochenprogramm Stadttheater Abend ? 8 ühr > sonntae nachmittags S Uhr. Di. abend 10. Okt. «Diejenige Dame, welche», Schwank von J. Stehler, gespielt v. Dram. Verein Zürich. Mi. abend 11. Okt. «Zwei Herzen im K-Takt» (B- Ab.). Do. abend 12. Okt. «Der fliegende Holländer». Fr. abend 13. Okt. «Zwei Herzen im %-Takt» (B- Ab.). Schauspielhaus Ab stehen und sich mit dem Wechsel der Zeiten immer wieder ändern, von den Fanatikern der schwarzen Mode nicht ängstlich verbannt werden müssen. Ein Herrscher, der sich auf seinem Thron sicher fühlt, fürchtet sich nicht vor kleinen Nebenbuhlern, sondern duldet sie grossmütig. So offenkundig hat Schwarz die Vorherrschaft bei den Frauen aller Jahrgänge und aller « Schattierungen », dass weder braune und grüne Kleider, noch die rötlichbraunen neuen Patou-Farben ganz durchdringen können. Doch ist es amüsant und interessant, auch das Aufflackern vertag M Uhr. Son nachm. 3/3 Uhr. Di. abend 10. Okt. «13 bei Tisch», Lustspiel v. Eger. Im 1. Akt: Modeschau. Mi. abend 11. Okt. «Affäre Anna Vollerthum», Schauspiel v. Wilhelm Sparer. Do. abend 12. Okt. Premiere: Don Juan's Regenmantel (Sextett), Lustspiel von Gregor Schmict. Cinema Olympia, Bahnhofs*. 51 Hoot Glbson: «Das Geheimnis deä Mexikaners»; John Barrimore: «Svengali». CInema Walche, Stampfenbachplatz 1 «Saison in Kairo>, mit Willy Fritsch und Benate Müller. Restaurant Urania, uraniastr. 9 Die beliebte Unterhaltungsstätte, Konzert und Variete. Anerkannt gute Küche. schiedener anderer Modefarben zu beobachten. Nach einigen zaghaften Versuchen erobert sich nun auch Lila die Gunst der Modeschöpfer. Das blasse, lichte Lila mit seinem zarten Fliederton, vor allem an Abendkleidern, wirkt bezaubernd. Es steht aber nicht allen Frauen zu Gesicht. Wie ein Privilegium hüten die Damen, die das feine Parmaveilchenblau tragen können, seine Exklusivität. Zu einem blassen Teint wirkt Lila besonders apart. Doch sehen auch schöne brünette Frauen in fliederfarbenen Roben entzückend aus. Ist also Lila die Farbe der Blondinen oder Brünetten? Es ist schwer, dafür Richtlinien aufzustellen. Jedenfalls zu erreichen, wonach nun einmal die Tendenz geht. Dass diese etwas verschwimmenden Farben und bald moosartig, bald pelzig wirkenden Gewebe sehr schmeicheln, dies mag bei dieser Vorliebe sehr mitsprechen. Vielerlei Phantasienamen, die aber doch irgendwie auf den Charakter der Gewebe hindeuten, erscheinen bereits in den Auslagen der Modegeschäfte. Wenn wir von denaber ist Lila die Farbe der Frauen, die diese Rodierstoffen Draplap und Plumilap hören, Nuance lieben. Denn mit dem Instinkt der dann wissen wir gleich, dass es sich um ein Eitelkeit liebt die mondäne Frau nur solche tuchähnliches, von Hasenhaar durchsetzten Farben, die ihr zu Gesicht stehen. Es gibt Stoff handelt oder gar um solche, in das zarte Federn verwoben werden. Duvy und Vlap sind ebenfalls etwas Neues, und erst recht gilt dies von all jenen Stoffen, die mit etwas Metallfäden durchwoben werden, was die wirklich feinen Modekreationen auszeichnet. Sie heissen vielleicht Paysanor und Velnor und deuten damit auf ihren Goldgehalt hin. Dieser geht wie ein aufhellender Schimmer hindurch und wirkt, ähnlich den weissen Stichelhaaren, mildernd auf die Farbtöne. Die Gewebe sind im allgemeinen immer noch porös, locker, haben oft sogenannten Burecharakter. Daneben gibt es sehr viel Crepe- Arten, Boucles und Ondules, die ja zum Reliefcharakter der Mode gehören. Unter den ausgesprochenen Phantasiestoffen fallen diesmal neben den verfeinerten Ecossais die mehrfarbigen Streifenneuheiten auf. Bald sind es bloss Linien,-bald breite bis breiteste Streifen, die sich zu lebhaften und wirklich künstlerischen Wirkungen zusammentun. Diese Stoffe eignen sich ausgezeichnet für Casaques, die nun wiederkommen; ferner für sportliche Ensembles und für Echarpen, die diesen Winter vor allem aus Wolle sein werden. E. Seh. Modische Neuheiten Lila Kleider — lila Blumen. Wie immer, erwartet man vor der Wende der Jahreszeit mit Spannung die neue Modelinie und die neue Farbe. Allen Weissagungen zum Trotz ist auch heute Schwarz der massgebende Modeton. Schwarz ist das hochgeschlossene Jackenkleid, schwarz ist, das kleine Kleidchen, in dem man einen raschen Lunch einnimmt. Schwarz sind auch die Bridge- und Teemodelle sowie die fliessenden, schmalen, engen Abendroben. Schwarz ist seit Jahren so sehr Favorit, dass die anderen Farben, die neben Schwarz be- Hervorragende Neuerung! mit automatischem Setz- Tabulator und Stechwalze. Wesentliche Erleichterung beim Schreiben von Rechnungen, Aufstellungen, statistische Arbeiten usw. Erste Kleinmaschine mit Setztabulator und vielen anderen konkurrenzlosen Vorteilen 1 Erika kostet nur halb so viel wie eine grosse Btiromaschine und leistet Ihnen die gleiche Arbeit! Verlangen Sie sofort den ausführlichen Gratisprospekt £ 6 durch den General Vertreter: W. Häusler-Zepf, Ölten Intime HYGIENE für Damen u. Herren Diskreter Versand durch: Postfach 18258, Höngq-Zürlch fanatische Anhängerinnen der lila Farbe. Frauen, die ihre Wäscheschränke, ihre Kissen, die Vorhänge des Boudoirs, die zarte Wäsche aus Seide, die Taschentücher und die Puderquasten nur in Lila sehen wollen, die Amethyste lieben und mit dunkellila Tinte auf Briefpapier von hellem Lila ihre Briefe schreiben. Und Herren, die für lila Blumen schwärmen und ihren Damen nur Flieder und Veilchen und lila Dahlien verehren. T. F. 934. Herbstfahrt in der Schweiz und in die nördlichen Grenzgebiete. Ich möchte eine kleine Ferientour mit meinem Viersitzer-Cabriolet unternehmen. Zeit: 10 Tage, StaTt: Adelboden. Ich gedenke, die Fahrt etwa folgendermassen zu gestalten : 1. Adelboden - Frutigen - Thun - Bern. 2. Kleiner Aufenthalt in Bern und Exkursion in die Umgebung. 3. Bern - Biel (Exkursion um Biel). 4. Biel . Basel 5. Exkursion, ev. in die Vogesen. 6. und 7. zweitägigen Ausflug in den Schwarzwald und wieder zurück nach Basel 8. Basel - Zürich. 9. Zürich - Bern. 10. auf einem Umweg zurück nach Adelboden. Da Sie ja die Strassenverhältnisse aus reicher Erfahrung besser kennen als ich, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir mitteilen würden, welche Routen ich für diese Reise am besten benütze. Es macht mir nichts aus, der schönern Gegend oder der schönern Strasse wegen einen Umweg- zu machen. Für diese Tour besitze ich nur eine Automobilkarte der Schweiz, die aber den heutigen Verhältnissen auch nicht mehr entspricht. Da aber ein Automobilist ohne richtige Karten einem Hand- •werker ohne Werkzeug gleicht, bitte ich Sie, mir einige empfehlenswerte, für die Reise passende Karten anzugeben. L. H. in Adelboden. T. F. 935. Basel—Paris und zurück. Da ich fünf Tage Ferien habe, möchte ich gerne einmal nach Paris. Welches iet die interessanteste Route für die Hinreise und welchen Weg soll ich für dia Heimreise einschlagen? Da ich für die Besichtigung von Paris nur 1 Tag zur Verfügung habe und deshalb wohl nur das Allerwichtigste sehen kann, wäre ich dankbar, wenn mir ein Leser mitteilen könnte, was ich vor allem .gesehen haben muss und HOTEL EXCELSIOR ab. Avenue Juste-Ollvier (6 Min. vom Bahnhof). Teleph. 24.716 - Zimmer mit fllessendem Wasser, Frühstück- und Bedienung inbegriffen, Fr.5.50 pro Person. Restauration. Moderne Sprach- n. Handelsfachschnle mit abschlieisendem Diplom. Gründliche Erlernung des FRANZÖSISCHEN. Rationelle Vorbereitung auf Universität (Maturitfit) und Polytechnikum. Internat und Externat. Sport. Bergluft und Höhensonne Grundl.' Erlernung des Franzöelsohen Unterricht auf sämtlichen Schulstufen Gymnastik 0. Sport - Schwimmbad - Sommerferienkurse Touren-Sprechsaal Touren-Fragen wie die Verhältnisse sind in hezug auf Verkehr, Verpflegung, usw. F. H. in Basel. Touren-Antworten T. A. 934. Herbstfahrt In der Schweiz und In die nördlichen Grenzgebiete. Ich empfehle Ihnen unter Berücksichtigung Ihrer Angaben folgende Reiseroute : 1. Tag: Adelhoden, Frutigen, Reichenbach, Aeschi, Leissigen, Interlaken, Leissigen. Spiez, Thun, Münsingen, Bern, 96 km. r/e 7/irfVl«. Umii-f&irlonhnf.lIrnnifittr-fierh/tM « IN LAUSANNE STEIGEN SIE IM Institut Lemania, Lausanne Knabeninstitut„Alpina"Cliampery ( Französische Schweiz — 1070 m a. M.) Wieviel Autlerfamilien zählen Sie zu Ihren Kunden? Werben Sie durch den „Autler- Feierabend" Humor ^IISII^ •*%*- Die verkannten Telephonarbeiter. Dame (am Steuer des Autos): «Was sind denn das für nervöse Idioten! Glauben die vielleicht, ich fahre zum erstenmal?!» 2. Tag: Bern, Kehrsatz, Belp, Kaufdorf, Kirchenthurnen, Riggisberg, Bad Gurnigel, Selibühl, Schwefelberg, Sangernboden, Abstecher nach deav lieblichen Schwarzsee, Plaffeien, Guggisberg, Riffenmatt, Wislisau, Rüeggisberg, Oberbütschel, Muhlern, Zimmerwald, Kehrsatz, Bern, 114 km. 3. Tag: Bern, Neubrücke, Herrenschwand (beim grossen Wald, der etwa 1 km nach Herrenschwand folgt, ist rechter Hand das bekannte Hochmoor Lörmoos), Kirchlindach, Meikirch, Frienisbers, Seedorf, Aarberg, Lyss, Biel, Taubenloch, Orvin, Lamboing, Tessenberg, Nods, Lignieres, St-Blaise, Cressier, Landeron, Neuveville, Ligerz, Twann, Biel, 100 km. 4. Tag: Biel, Taubenlochschlucht. Sonceboz, Pierre Pertuis, Tavannes, Tramelan, Saignelegier, Montfaucon, Les Rangiers (Soldatendenkmal), Ü3- lemont, Laufen, Erschwil, Beinwil, Passwang (ganz neue, glänzend ausgebaute Paßstrasse), Müraliswil, Langenbruck, Waidenburg, Liestal, Pratteln, Basel, 139 km. 5. Tag: Basel, Bartenheim, Rixheim, Mühlhausen, Pfastatt, Cernay, Hartmannsweilerkopf (berühmter Soldatenfriedhof), Grand Ballon de Guebwiller, Markstein, Wesserling, Col de Bussans, St-Maurice, Ballon d'Alsace, Route Joffre, Thann, Aspach, Burnhaupt, Spechbach, Altkirch, Ranspach, Hesingue, Basel, 219 km. 6. Tag; Basel, Efringen, Schliengen, Heitersheim, St-Georgen, Freiburg i. Br. Gundelfingen, Denzlingen, Waldkirch, Gutach, Elzach, Haslach, Hausach, Wolfach, Oberwolfach, Klösterle, Frondenstadt, 155 km. 7. Tag: Freudenstadt, Rodt, Alpirsbach, Schenkenzell, Schiltach, Wolfach, Hornberg, Triberg, Schönwald, Furtwang, Voehrenbach, Hammereisenbach, Eisenbach, Neustadt, Titisee, Bärenthal, Brandenberg, Todtnau, Schönau, Zeil, Schopfheim, Wiesental, Lörrach, Basel, 185 km. 8. Tag: Basel, Rheinfelden, Stein, Frick, Bözberg, Brugg, Baden, Dietikon, Zürich, Küsnacht, Meilen, Stäfa, Rapperswil, Uznach, Lachen, Pfäffikon, Wädenswil, Horgen, Thalwil, Zürich, 176 km. 9. Tag: Zürich, Adliswil, Sihlbrugg, Baär (wunderbare Höhlengrotte), Zug, Walchwil, Arth- Goldau, Lowerz, Schwyz, Brunnen, auf der Axenstrasse bis Flüelen, wieder zurück nach Brunnen, Gersau, Vitznau, Weggis, Küssnacht, Luzern, Malters, Wolhusen, Entlebuch, Schüpfheim, Escholzmatt, Langnau, Signau, Grosshöchstetten, Worb, Bern, 216 km. 10. Tag: Bern, Flamatt, Freiburg, Pont-en- Ogoz, Bulle, Broc, Lac de Montsalvent (landschaftlich sehr schön), Charmey, Jaun, Jaunpass, Reidenbach, Boltigen, Weissenburg, Erlenbach, Wimmis, Spiez, Reichenbach, Frutigen, Adelboden, 150 km. Als Karten sind für diese Reise besonders geeignet: die CH-Touring-Automobilkarte der Schweiz in 2 Blättern, Maßstab: 1:250,000 oder die CH- Touring-Automobilkarte der Schweiz in einem Blatt, 1:350,000; ferner die Spezialkarten der Vogesen und vom Schwarzwald, beide im Maßstab von 1:250,000. Alle diese Karten sind im Verlag Hallwag, Bern, erschienen und können bei jeder grössern Buchhandlung bezogen werden. 1z. 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