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E_1933_Zeitung_Nr.095

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Dfe Pflichten des

Dfe Pflichten des Fussgängers. Aus dem Bundesgericht. In Basel wollte am 13. September 1930 eine 35jährige, schwerhörige Frau nachmittas 4.30 Uhr in grosser Eile die Zentralbahhstrasse überqueren, um einen in wenigen Minuten ab-" fahrenden Zug zu erreichen. Sie tmterliess es dabei, vor dem Verlassen des Trottöirs sich durch einen Blick nach links zu überzeugen, dass kein Fahrzeug nahe und gewahrte ein in massigem Tempo nahendes Motorrad erst, als sie sich schon auf der Fahrbahn befand. \nstatt ihre bisherige Richtung beizubehalten oder stillezustehen, machte sie hastig einen Schritt nach rückwärts, was den Zusammenstoss mit dem Motorrad herbeiführte. Seines massigen Tempos wegen konnte der Motorradfahrer auf bloss 1 m 80 abstoppen, ohne zu Fall zu kommen; die Fussgängerin dagegen wurde zu Boden geworfen und ihre Verletzungen hatten eine dauernde Einbusse in der Erwerbsfähigkeit von 12% zur Folge. Die Verletzte klagte gegen den Motorradfahrer auf Zahlung von Fr. 10,710 Schadenersatz und Ersatz der Auslagen der durch den Unfall notwendig gewordenen zahnärztlichen Behandlung (Ersatz der beim Sturz ausgebrochehen unteren Schneidezähne). Das Bezirksgericht Ariesheim, das den erwachsenen materiellen Schaden auf rund Fr. 9200 festsetzte, erblickte die Hauptursache des Unfalles in einem Verschulden des beklagten Motorradfahrers, weil dieser nicht rechtzeitig signalisiert und sein Fahrzeug nicht genügend beherscht habe; die Unvorsichtigkeit der Fussgängerin wurde als weniger schwerwiegend angesehen. Diese Instanz verurteilte den Beklagten daher, # des Schadens (Fr. 7343.—) und die Kosten der zahnärztlichen Behandlung zu ersetzen. Eine ganz abweichende Auffassung des beidseitigen Verschuldens bekundeten das Obergericht des Kantons Baselland und (in seinem Urteil vom 8. November) das Bundesgericht: sie sprachen der Klägerin ausser dem Ersatz der Zahnarztkosten nur % des Schadens (Fr. 3059) zu, weil sie ihr Verschulden als überwiegend betrachteten. Dem Motorradfahrer wurde insofern ein Verschulden zugeschrieben, als er bei vermehrter Aufmerksamkeit die Klägerin schon auf dem Trottoir gesehen und dann sein Rad rechtzeitig zum Stehen gebracht hätte. Doch ist das Verschulden der Klägerin schwerer. Die obergerichtlichen Urteilsmotive, die vom Bundesgericht als zutreffend und erschöpfend gebilligt worden sind, bemerken hierüber: «Der Fussgänger daff sich unter keinen Umständen sorglos darauf verlassen, dass die Motorfahrzeuglenker ihrer Fahrbahn die notwendige Aufmerksamkeit schenken und gegebenenfalls um sie herumfahren werden. Indem die Klägerin trotz ihrer Schwerhörigkeit in höchst unachtsamer Weise, offenbar der Eile wegen, sich direkt in die Fahrbahn des Beklagten begeben hat, hat sie den Zusammenstoss verschuldet. Ein Blick nach links hätte genügt, um sie vor dem gefahrvollen Schritt zu bewahren.» Getadelt wurde auch das weitere ungeschickte Verhalten dar Klägerin nach Wahrnehmung des Motorrades. Diese Urteilserwägungen rücken scharf ab von der in früheren Jahren da und dort von Gerichten A'ertretenen Auffassung, welche die Verantwortung für das Verhüten von Strassenverkehrsunfällen fast ausschliesslich den Lenkern von Motorfahrzeugen aufwSlzen wollte. Sie stehen aber in Uebereinstimmung mit Art. 35 des eidg. Automobil Pigeot! Und — wir haben Sie, offen gestanden, auch gar nicht erwartet; wir dachten Sie längst über alle Berge! Sie sind hier nicht ganz freundlich aufgenommen worden — wollen Sie meinen Freund Wladimir Sergejewitsch gütigst entschuldigen! Wir müssen hier um so vorsichtiger sein, als sich in Petrograd viel Unangenehmes ereignet hat!» Buturlin reichte Eberhard und Mercedes die Hand. Der Wirt verschwand, um gleich darauf mit einem kochenden Samowar und allem Dazugehörigen wiederzukommen. Während Eberhard und Mercedes frühstückten, gesetzes, das den Fussgänger verpflichtet, die Strasse «vorsichtig zu überschreiten». Im vorliegenden Falle ist das Bundesgesetz noch nicht zur Anwendung gekommen; das unvorsichtige Queren der Fahrbahn wird aber bei der Regelung der Folgen von Strassenunfällen um so mehr ins Gewicht fallen, wenn es nicht nur gegen eine naheliegende Verkehrsregel, sondern gegen eine Weisung des Gesetzgebers verstösst. Wp. Sdiweizerisdie Rundschau Die Verordnung über die Arbeifs- und Ruhezeit der berufsmässigen Motorfahrzeugführer bildete Mittwoch und Donnerstag Gegenstand der Beratungen der hierfür bestellten Expertenkommission. Diese behandelte den Departementsentwurf sowie den von den Verkehrs- und Wirtschaftsverbänden eingereichten Gegenentwurf, der in letzter Nummer veröffentlicht wurde, in zwei ganztägen arbeitsreichen Sitzungen. Bei Redaktionsschluss sind die Verhandlungen noch in vollem Gange. Nach dem bisherigen Ergebnis der Beratungen, darf mit •Genugtuung festgestellt werden, dass verschiedene im Gegenentwurf enthaltene Vorschläge Berücksichtigung fanden. So wurde beispielsweise^' die wöchentliche Arbeitszeit der Motorfahrzeugführer auf 54 Stunden sowie die Arbeits- und Präsenzzeit auf 60 Stunden festgelegt. Die tägliche Arbeits- und Präsenzzeit wird auf 9 Stunden befristet, während Betrieben mit ausgesprochenem Saisonverkehr bis 10 Stunden eingeräumt werden. Die wöchentliche Ruhezeit sieht 52 auf das ganze Kalenderjahr verteilte Ruhetage vor, wodurch den verschiedenen Betrieben die Möglichkeit geboten ist. die anzusetzende Ruhezeit den besonderen Bedürfnissen ihres Unternehmens weitgehend anzupassen. In weiten Kreisen dürfte dagegen der mehrheitlich gefasste Beschluss befremden, der die Einführung des Nachtfahrverbotes gutheisst. Die Gründe, welche zur Befürwortung dieses Verbots führten, werden noch näher zu beleuchten sein. Immerhin hat es die Meinung, dass besondere Transportzweige, wie die Verfrachtung von Umzugsgut Ausnahmebewilligungen erhalten können, welche ihnen unter gewissen Voraussetzungen den durchgehenden Nachttransport ermöglichen. Die an durchgehenden TranSportmöglichkeiten während der Nacht interessierten Handels- und Gewerbekreise werden aber in dieser Angelegenheit wohl noch nicht das-letzte Wort ^gesprochen haben. Die Verordnung schränkt bereits durdh alle übrigen Be'sfirnmungen die Aktionsfreiheit schon so empfindlich ein und sorgt in genügendem Masse für die beabsichtigte Verkehrssicherheit sowie den Schutz gesren die Gefahr der Uebermüdung, dass ein Nachtfahrverbot nicht nur als eine wirtschaftliche Schädigung, sondern auch als eine über den Rahmen der Verordnung hinausgehende Drosselung des Strassentransportes empfunden werden muss. Wir werden, wie bereits angedeutet, in der -folgenden Nummer noch Gelegenheit haben, uns mit den Ergebnissen der Expertenberatung auseinanderzusetzen. LID! Straffere Handhabung der Verkehrsdisziplin. Der solothurnische Regierungsrat hat eine Verordnung über den Entzug der Führerausweise mit Motorfahrzeugen erlassen, um dem Ueberhandnehmen von Verkehrsunfällen einen Riegel zu stossen. Danach ist erzählte Buturlin in französischer Sprache, damit auch Mercedes folgen konnte, was sich inzwischen in Petersburg ereignet hatte. Zunächst: eine der geheimen Versammlungen war aufgeflogen. Es hatte sich zwar die Mehrzahl der Teilnehmer retten können, aber mehr als zwei Dutzend waren immerhin, in die Hände der Polizei gefallen. \tis.serd'em eine Menge von Pröpagandamaterial und vor allem die Zeichnungen, die zu dem wahnsinnigen Plan gehörten, die Putilowwerke in die Luft zu sprengen. Von den Verhafteten wurden zwanzig am nächsten Vormittag bereits erschossen; die übrigen waren verschwunden. Unter der Folter, wie sie die Polizei in Russland anzuwenden pflegte, waren ein paar von den Verhaftfeten schwach geworden und hatten offenbar Angaben über die Organisation gemacht. Es waren noch einige Dutzend von den Arbeitern der Pu- •silowwerke verhaftet worden, aber ein klares Bild der Gesamtorganisation schien die Polizei nicht bekommen zu haben. Immerhin war für die nächsten Wochen nicht daran zu.denken, in der bisherigen Weise weiterzufahren. Und da Buturlin persönlich ausserordentlich stark gefährdet war, zog er es natürlich vor, Petersburg so rasch als möglich zu verlassen. Es geschah in Verkleidung, und er hiess hier nicht mehr Buturlin, sondern Wulkow. Aber Buturlin hatte noch eine Neuigkeit für Eberhard und Mercedes, die beide ausserordentlich überraschte. Oberst von Mjassojedow war an dem letzten Tage, den der Revolutionär in den Putilowwerken verbrachte, verhaftet worden. Buturlin hörte die Offiziere über diesen Fall sprechen. Es hatte sich einwandfrei herausgestellt, dass der Oberst mit einer feindlichen Macht arbeitete, dass er dieser Macht regelmässig wichtige Nachrichten übermittelte, und dass er — mit einem Spionenpaar, das sich in den Putilowwerken eingenistet hatte, unter einer Decke spielte. Die Offiziere sprachen ganz offen davon, dass es sich nur um Monsieur Pigeot und seine Frau Gehandelt haben könne, und dass General Bobrikow, der diesen Franzosen oder angeblichen Franzosen in jeder Weise protegiert habe, wohl oder übel die Konsequenzen werde ziehen müssen. ; Das war viel Neues auf einmal. Mjassojedow verhaftet! Mercedes und Eberhard 1 fiel eine Zentnerlast vom Herzen. Denn, AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N» 95 Vorgesehen, den Führerausweis sofort zu entziehen, wenn der Fahrer eines Autos im angetrunkenen Zustand einen Wagen geführt, wobei es gleichgültig ist, ob der Automobilist einen Uniall verursacht hat oder nicht. Diese Massnahme deckt sich mit einem jüngst vom aargauischen Obergericht erlassenen Urteil. Ferner wird auch demjenigen Automobilist der Führerausweis entzogen, der einen ernstlichen Unfall verursacht hat, wenn ihm an Ort und Stelle nachgewiesen werden kann, dass er unkorrekt und unrichtig gefahren ist. -my- Rechtsufrlge Thunerseebahn. Letzten Dienstag wurde der vom Regierungsrat verlangte Mitbericht der Finanzdirektion mündlich erstattet. Gestützt darauf hat der bernische Regierungsrat dem Antrag der Baudirektion zugestimmt, wobei er daran die Bedingung knüpfte, dass an den Betrieb des Autobusverkehrs, welcher die jetzige Strassenbahn ersetzen soll, über den vorgesehenen Staatsbeitrag von 300,000 Fr. nichts geleistet wird. Der Staatswirtschaftskommission wird deshalb erst jetzt Gelegenheit gegeben, zum Problem der rechtsufrigen Traktion Stellung a zu nehmen. Der Julier im Winter. Offenhaltung der Juliersirasse. Die am 15. November 1983 einberufene Versammlung erfreut? sich einer sehr starken Beteiligung von rund 100 Vertretern von eidgenössischen, kantonalen und fcomunalen Behörden, sowie der Verkehrsinteressenten. Eingehend gab Herr Reg.-Hat Wenk bekannt, dass sich der Schweiz. Autostrasseiiverein bereits an seiner Generalversammlung vom 4 April 1032 mit der Offenhallung der Julierstrassc befasst und bezügliche Studien angestellt hat, die dann wegen der finanziellen Konsequenzen nicht weiter verfolgt wurden. Heute ist es unbedingt nötig, dass dem Automobilverkehr für gute Strassen gesorgt wird und es ist zu begrüasen, dass auch Herr Reg.-Rat Bösiger, Born, sich kürzlich •dahin ausgesprochen hat. dass die Einstellung der Bahnen zum Autoverkehr einer Aenderung bedarf und gute Strassen für unser Land ein unbedingtes Erfordernis darstellen. Herr Re?.-Rat Huonder orientierte über die bisherigen BemühunKPn der bünderischen Behörden für die Offenhaltung einer Nord-Südstrasse durch Graubünden. Der Grosse und Kleine Rat befassten sich bereite eingehend mit diesem Problem, wobei man sich einig war, dass es sich nicht nur um eine kantonale, sondern um eine schweizerische Angelegenheit handelt und ein Versuch mit allen technischen Hilfsmitteln vorgenommen werden muss, wobei sich die bezüglichen Kosten auf ca. Fr. 120.000 bis 150.000 stellen dürften. In einem äusaerst sorgfältig gehaltenen Referat orientierte Herr Oberingenieur Sutter, Chur, über das ganze Problem der Freihaltung einer bündnerischen Nord-Süd-Durchgangsalpenstrasse. Der Hauptgrund hiefür besteht vor allem darin ausländischen Autoverkehr nach der Schweiz zu lenken, wobei keinerlei Konkurrenz zur Gotthardroute, wohl aber zum Brenner und zur französischen Alponroute geschaffen wird. Italien, Oesterreich, Deutschland und Frankreich haben in den letzten Jahren gewaltige Anstrengungen für den Atisbau ihres Strassennetzes unternommen und so ist denn der Ausbau dfis schweizerichen Strassennetzes zu einem dringenden Problem geworden wozu auch die Offenhaltung einer Nopd-Südroute während des Winters gehört. Nach der Ansich der Alpenstrassen-Kommission des S. A. V. um der Graubündner Regierung kann für einen sol eben Versuch nur die Julierstrasse in Betrach kommen, welche sich hiefiir in erster Linie eignet, Die Frage, ob dieses Problem technisch gelö« werden kann, darf unter gewissen Einschränkun gen bejaht werden. Das KraflfahTwesen der Eidg. Oberpostdirektion und die Berninabahn haben sehr gute Pionierarbeit geleistet. Für eventuelle Untprbrücne muss eine gute Signalisierung für die Automobilisten geschaffen Äjrden, und es besteht die Möglichkeit, dass in sorenen Fällen der Transport der Autos durch die Albulabahn zu bedeutend billigeren Preisen als heute vorgenommen werden kann. Bei Sehneestürmen stehen auch die S. 0. S.- Stationen des A. C. S. zur Verfügung. Für den Schneebruch sind Schneepflu?lastwagen (Raupenfahrzeuge) zu verwenden. Ferner sind hölzerne wenn man wirklich diesen Menschen gefasst hatte, so war das gewiss nicht auf vage Verdachtsgründe hin geschehen. Man musste schon vollgültige Beweise haben, ehe man sich an diesen einflussreichen und geschickten Mann heranwagte. Sein Schicksal schien besiegelt, und Eberhard und Mercedes brauchten ihn persönlich wenigstens nicht mehr zu fürchten. Nun war der Arm doch erlahmt, der bis Moskau reichte! Weit weniger erfreulich war, dass man «Monsieur Pigeot» im Einvernehmen mit dem Obersten glaubte. Nun würde die russische Regierung, trotz der Missstimmung gegen die französische Botschaft, doch nicht umhin können, dem angeblichen Emissär des französischen Kriegsministers nachzugehen, und was sich dabei herausstellen musste, das war nicht im geringten zweifelhaft. Für Eberhard und Mercedes blieb deshalb nichts anderes übrig, als Epharim und Rahel Zobelsohn zu bleiben und sich nach Möglichkeit im Dunkel zu halten. Eberhard erzählte seinerseits Buturlin oder, wie er jetzt hiess, Wulkow, die Erlebnisse von der Abfahrt aus Petersburg an, und der Revolutionär, der die Absicht hatte, die Organisation in Moskau mit allen Kräften und so rasch als irgend möglich auszubauen, versprach ihnen Schutz und Förderung in jeder Hinsicht. Zunächst konnte ihr Unterkommen in Moskau gar keine Schwierigkeiten machen. Sie sollten bei irgendeinem Parteifreund ein Zim- 'mer erhalten, bei dem sie -von der Polizei Schneeschutzwände anzubringen und Strassenkorrektionen, wie bei der Malojastrasse, vorzunehmen. Die Schneebrucharbeiten würden vom Julier- Hospiz aus mit je einer Maschine auf der Nordend Südseite vorgenommen. Die finanziellen Auslagen können nicht allein vom Kanton Graubündnn getragen werden. Alle Interessenten müssen hiezu mithelfen. Der Bund kann hiebei eine alte Verpflichtung, die er gegenüber einer Ostalpenbahn seinerzeit übernommen hat, realisieren. Nötig ist, dass man mit den Arbeiten unverzüglich beginnt und ein zu bestellenden Arbeilsausschuss ein Sofortprogramm aufstellt. Mit der Rhätischen Bahn sind die nötigen Vorkehiren für verbilligte Transporte bei Verkehrsunterbruch zu troffen. Horr Direktor Bpner hält es für möglich, dass für diesen Winter ein Arrangement für verbilligt« Transporte auf der Albulalinie angeordnet werden kann, wenn dies, seiner Ansicht nach, für die bündnerischo FrcmdenverkohrswirtscTiaft auch keine guten Auswirkungen zeigen dürfte. Die geeignete 'Station auf der Tfordsoite für den Transport ist Filisur und es kann mit einer voraussichtlichen Taxe von Fr. 25.— für das leere Auto für Filisur- Engadin gerer-hnet werden. Die Verantwortung für die Konsequenzen hat die Kantonfiregierung zu tragen, da die Offenhalten!* des Julier für die Bahn eine erhebliche Konkurrenz bedeutet. Loider konnte sich Horr Dir. Bener nicht dazu verstehen, seine Ausführungen objektiv zu beenden, indem er die nach Graubünden fahrenden Automobilisten mit rlem eigenartigen Ausdruck « Benzinfilzlau.se. » titulierte, eine Entgleisung, die von Herrn Dr Gubler, mit energischem Protest und unter allgemeinem Beifall zurückgewiesen, worden ist. Es ist unverständlich, dnss ein Eksen^ bahnfachmann eine solch wichtige Verkehrsfrage nicht unparteiischer behandeln kann, und löhne sich dabei zu solch unakzeptablen Aeusserungen hinreieson zu lassen. Herr Oberst von Gugelherg empfiehlt mit energischen Worten das Projekt für die Offenbaltnng der Julierstrasse, von dem auch die Rhatische Bahn nur profitieren kann. Die Strasse muss aber nicht nur offen gehalten, sondern unbedingt auch ausgebaut -werden. Herr Sesantini CKurverein Maloja) gibt bekannt", dass der Winterbetrieb auf der Malojastrasse bis anhin nur beste Resultate gezeigt hat. Die Herren Dr. Danuser und Dr. Conradin (Oberländer Verkehrsvercin) haben grundsätzlich nichts sogen einen Versuch mit dem Julier einzuwenden, möchten aber die Frage der Schaffung einer internationalen Nord-Siid-Durchgangsstrasse durch Graubünden durch eine Resolution nicht pröjudiziert wissen. Es ist unbedingt nötig, dass die Frage Julior oder Bernhardin oder Lukmanier technisch, wirtschaftlich und finanziell genau abgeklärt wird. Herr Dr. Schorrer (Bern) gibt bekannt, dass der Regierunesrat des Kantons Bern alle Bestrebungen für die Hebung der Fromdenindustrie und die Verbesserung und Oeffnung der Alpenstrassen unterstützt, soweit dies technisch möglich sei. Der Berner Regierungsrat begrüsst daher die Bestrebungen für die Offenhaltung der Julierstrasse während des Winters, wünsche jedoch, dass an der heutigen Tagung auch die Schaffung einer Transversal-Winter* route West-Ost durch Offenhaltung der Pillon-" urrtf ßrünigstrasso in Berücksichtigung gezogen werde. Diese Erklärung veranlasst den Vorsitzenden, darauf hinzuweisen, dass sich die heutiae Tagung nur mit einem bündnerischon Nord-Süd-Durchgang befasst. Der Ausschuss des S. A. V. sei aber grundsätzlich bereit, eine analoge Versammlung auch in Bern durchzuführen, sofern die bezüsrlichen Referate von den bernischen Behörden gestellt werden. Auf Vorschlag des Vorsitzenden stimmte die Versammlung einstimmig der nachstehenden Resolution lx>r Die am 15. November 1933 in Zürich tagende Versamtnlunq von Vertretern des Bundes, der Kantone und Verkehrsinteressenten, nach Anhören von Referaten der Herren Ständerat Huonder und Oberingenieur Sutter, stellt fest, dass die Offenhaltung des Juliers im Winter technisch möolich und vom Standpunkt der schweizerischen Volkswirtschaft dringend notwendig ist. Sie nimmt mit Genugtuung Kenntnis davon, dass schon für den Winter 1933/34 ein Abkommen mit der Rhätisehen Bahn getroffen werden kennte, das den Automobilverkehr Nord-Süd durch die Biindneralpen garantiert. Sie beauffrant den Ausschuss des S. A. V„ im Benehmen mit den eidgenössischen und den interessierten kanfonalen Behörden und Verkehrsyerbänden ein Komitee einzusetzen, das die finanzielle Frage der Oeffnung des Juliers im Winter zu lösen hat. gewiss nicht belästigt würden. Denn in Moskau war es wesentlich leichter, vollständig unterzutauchen, als in Petersburg, wo die Polizei das Heft viel straffer in der Hand hielt. In Moskau war auch das Spitzeltum lange nicht so ausgebildet wie in Petersburg; man wusste hier einigermassen, auf wen man sich verlassen konnte oder nicht. Ausserdem übernahm Buturlin für Eberhard die Besorgung de$ Briefverkehrs nach dem Ausland. Seine Partei hatte ein ausgezeichnetes System, Briefe über die Grenze zu bringen. «Sie wissen», sagte Buturlin, «warum ich das tue, was viele von meinen Genossen nicht billigen würden, wenn sie wüssten, um was es sich handelt. Aber es wird in Ihrem Interesse sein, sich so zu geben, als gehörten Sie zur Partei. Die Genossen sind sehr vorsichtig, besonders nach den Vorkommnissen in Petrograd. Sie haben das ja bereits an Semenow gesehen, der übrigens kein Wort Französisch versteht, so dass wir ruhig über diese Dinge sprechen können. Sie müssen für meine Freunde ein Gesinnungsgenosse aus dem Ausland sein — dass man nicht zuviel von Ihnen erwartet und verlangt, dafür werde ich schon sorgen. Vielleicht finden Sie eines Tages selbst, dass wir recht haben, und werden wirklich einer der Unseren. Sagen Sie jetzt nichts dagegen! Vorderhand betrachten wir Sie als unsere Gäste!» (Fortsetzung folgt:)

N« 95 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Das Sicherheitsproblem bei Rundstreckenrennen. Das Ergebnis einer Rundfrage. Die verschiedenen Unglücksfälle im Laufe der vergangenen Saison haben die Aufmerksamkeit in ganz besonderem Masse auf das Sicherheitsproblem bei Kundstreckenrennen hingelenkt. Nicht nur die Presse und ein breiteres Publikum, sondern auch die Rennfahrer und die Organisatoren geben unumwunden zu, dass die mit den heutigen Rennwagen zu erreichenden Geschwindigkeiten auf den gegenwärtig zur Verfügung stehenden Pisten gewisse Gefahren in sich schliessen. Man ist sich darüber völlig klar geworden, dass auf irgendeine Weise versucht werden muss, den Rennfahrern noch vermehrte Sicherheit zu bieten. Von vornherein steht auch fest, dass nur wirklich erfahrene Piloten oder ein Nachwuchs, der sich bereits über sein Können ausgewiesen hat, an grossen internationalen Veranstaltungen teilnehmen können, während sich die Neulinge zuerst mit kleineren Veranstaltungen begnügen müssen. Die bekannte Initiative französischer Sportkreise, die für das nächste Jahr aufgestellte Rennformel nachträglich noch einer einschneidenden Aenderung zu' unterziehen, ist der durchaus anerkennenswerten Absicht entsprungen, sowohl Rennfahrer • als auch das Publikum noch in stärkerem Masse zu schützen. Wenn die internationale Sportkommission in Paris den Anträgen auf diese Abänderung der kommenden Rennformel (Abschaffung des Kompressors und Einführung besonderer Bestimmungen wegen des Brennstoffes) nicht entsprechen konnte, so lag dies vor allem an technischen Schwierigkeiten. Ein grosser Teil der Konstrukteure hat die der neuen Rennformel entsprechenden Maschinen entweder auf dem Papier oder dann schon in Wirklichkeit fertiggestellt: Selbstverständlich konnte ihnen nicht eine nach-« trägliche Abänderung des Reglementes zugemutet werden, so dass nun die nächstjährigen Bestimmungen an und für sich noch keine Gewähr für eine grössere Sicherheit bieten. Die internationale Sportkommission hat angesichts dieser Sachlage das einzig Richtige getan und an die Organisatoren aller Rundstreckenrennen, die unter der Kontrolle der der A. I. A. C. R. angegliederten Clubs stehen, das Ersuchen gerichtet, die Bahnen möglichst sorgfältig auszubauen und auf diese Weise das Sicherheitsmoment noch zu vergrössern. Eine hohe Geschwindigkeit bedeutet an und für sich für einen routinierten Fahrer noch keine Lebensgefährdung; diese entsteht erst auf mangelhaften Bahnen. Die französische Sportpresse, die sich mit ganz besonderem Eifer der Frage der vermehrten Rennsicherheit widmet, setzte sich kürzlich mit einer ganzen Reihe von Rennorganisatoren in Verbindung, um Auskünfte über den Ausbau der verschiedenen Rennstrecken zu erhalten. Die Antworten bewiesen, dass sich auch die Veranstalter über die Gefahren ungenügend ausgebauter Pisten Rechenschaft geb'en und sie zeigen das Bestreben, ihr möglichstes zur Vervollkommnung der Bahnen zu tun. Das Interesse für die Anstrengungen, die in dieser Hinsicht im Ausland unternommen werden, dürfte in unserem Land um so grösser sein, als man bekanntlich auf das nächste Jahr hin auch die Bremgartenrundstrecke bei Bern grosszügig ausbauen will. Der Präsident des Automobil-Clubs von Nizza, der jedes Jahr den Grossen Preis von Nizza organisiert — eines der grossen internationalen Rennen, bei dem der Sieger Nuvolari im letzten August ein Stundenmittel von 103,9 km/St, erzielte —, kündigte die sorgfältige Einhaltung aller Vorsichtsmassregeln, wie Auspolsterung der Kurven usw., an und betonte jedoch im übrigen die Besonderheit dieser Stadtrundstrecke, die wegen ihres hindernisreichen Verlaufes keinerlei übertriebene Geschwindigkeiten erlaubt und deshalb von vornherein ausserordentliche Gefahren ausschliesst. Aehnlich liegen die Verhältnisse beim Grossen Preis von Monaco. Der Schöpfer dieses Rennens, Antony Noghes, wies ebenfalls auf die spezielle Charakteristik der Strecke von Monte Carlo hin, bei der der Sieger Varzi dieses Jahr einen relativ geringen Durchschnitt von 91 km/St, erreichte. Auch diese Piste kann wegen ihres schwierigen Streckenverlaufes nur mit verhältnismässig zahmen Durchschnitten befahren werden; Aenderungen an der Bahn werden deshalb in Monte Carlo nicht vorgenommen. Selbstverständlich sollen auch in Zukunft alle Vorschriftsmassregeln genau eingehalten, die Kurven ausgepolstert und Abschrankungen usw. erstellt werden. Die Leitung des Grossen Preises von Dieppe, der dieses Jahr vom Sieger Lehoux mit dem Durchschnitt von 129,2 km/St, gewonnen wurde, wird die Strecke auf das nächste Rennen hin sorgfältiger als je vorbereiten. Der Strassenbelag soll völlig erneuert werden und eine raffinierte Signalisation dient zur steten Orientierung der Fahrer. So werden vor jeder Kurve grosse Tafeln aufgestellt, auf denen der genaue Abstand in Metern bis zur Biegung notiert ist, und in der Mitte' der Kurven selbst wird ein deutlich sichtbarer weisser Streifen verlaufen, um die Fahrer über ihre Lage auf der Strasse zu unterrichten. Eine grosse, 3 km lange Gerade wird so breit als möglich ausgebaut, und bei einer anderen Geraden dieser Rundstrecke, wo eine Verbreiterung nicht mehr möglich ist, studiert man dafür den zur Anwendung kommenden Strassenbelag aufs sorgfältigste. Scharfe Kurven sollen durch Erhöhung so ausgebaut werden, dass das Gefahrenmoment möglichst verringert wird. Der Grosse Preis von Marseille wird bekanntlich auf der Bahn von Miramas, ausgetragen. Dieses Jahr hat Chiron das Rennen mit dem Stundenmittel von 178,9 km/St, gewonnen. Nach der Auffassung des Präsidenten des Automobil-Clubs von Marseille, Rousset, müssen die Autodrome so ausgebaut werden, dass sie auch höchsten Geschwindigkeiten entsprechen können. Der Belag muss möglichst griffig sein, um die Schleudergefahr zu verringern. Er schlägt auch die möglichst starke Auspolsterung der Kurven vor, um die eventuellen Auswirkungen eines Sturzes zu verringern. Nach der Auffassung dieses Fachmannes sollten alle Rundstreckenrennen von den Sportbehörden genau geprüft werden, bevor die Aufnahme der Veranstaltung in den Sportkalender erfolgt. Auch die Stadt Ntmes besitzt, wie man weiss, seit einiger Zeit ein Rundstreckenrennen. Dieses Jahr ist es von Nuvolari mit dem Stundenmittel von 111,8 km/St, gewonnen worden. Der Leiter dieses Rennens erwähnte die künstlichen Hindernisse, die längs der ganzen Stadtrundstrecke aufgestellt wurden, um die Schnelligkeiten zu verringern. Er kündigte eine weitere Verstärkung dieser Hindernisse an. Im übrigen werden auch die Organisatoren von Nimes alle irgendwie gefährdeten Stellen mit Strohballen genügend auspolstern. Eine sehr schnelle Rundstrecke ist auch Rekord Zeit oder Strecke 1km 1 Meil. Start 90.000 Meil. arrete 100.000 Meil. „ 150.000 km 200.000 km „ 300.000 km „ 55 Tage „ 60 Tage „ 70 Tage „ 75 Tage „ 80 Tage „ 85 Tage „ 90 Tage „ 95 Tage „ 100 Tage „ 105 Tage „ 110 Tage „ 115 Tage „ 120 Tage „ 125 Tage „ 130 Tage „ 133 Tage „ Liste der internationalen und Welt-Rekorde. (Aufgestellt während des 3. Quartal es 1933. Zeit od. gef. strecke Datum Ort Fahrer Marke Std., Min., Sek. 1/100 km/Std. 1. 15/3-27/7/33 Montlhery 2. INTERNATIONALE REKORDE 200 Meil. arrete 9/8/33 Klasse C, 3000 bis 5000 cc. IMontlhery G. E. T. Eyston Delage und A. Denly .1 arrete 1 4/8/33 »9 »9 99 n n »» 9) 9) W 9) 39 9» 99 99 99 99 9S »9 99 99 99 »9 99 19 99 99 99 99 »9 99 9) 99 »9 99 99 9> 99 9» 5» 99 der Circuit von Reims, wo Etancelin im vergangenen Juli den Grossen Preis der Marne mit dem Stundenmittel von 144,5 km/St, gewann. Die Bahn wird vorläufig nicht mehr weiter ausgebaut, da sie bereits vor einiger Zeit sorgfältig renoviert worden ist und heute ein Maximum an Sicherheit bieten kann. Der Strassenbelag wie die Kurven erlauben sehr hohe Geschwindigkeiten. Da die Auspolsterungen mit Strohballen sich bei verschiedenen Unfällen auf dieser Strecke schon glänzend bewährt haben, sollen sie auch fernerhin wieder zur Anwendung kommen. Wie diese Enquete unter verschiedenen Rennorganisatoren zeigt, ist überall der gute Wille vorhanden, aus besten Kräften zur Erhöhung der Sicherheit beizutragen. Es ist grösster Wunsch aller Sportfreunde, dass diese anerkennenswerten Anstrengungen ihre Früchte tragen und der Autosport in Zukunft von solchen Katastrophen verschont bleibt, wie sie sich in diesem Jahr zugetragen haben. Die Anwendung der neuen Rennformel, die Rennen über 500 km vorschreibt, wird im übrigen ebenfalls dazu beitragen, die Durchschnitte der Fahrer etwas zu massigen, da WELTREKORDE») C. u. L. Marchand, Citroen Le Roy de Presale, „ Raph. Fortin, „ Marc. Combette, „ Rob. Bodecot, „ Alph. Vaillant, „ Edm. Berteaux „ 99 99 99 9* 99 99 99 99 9* 9f 99 99 9» >» 9> W » 99 5t )» 59 »« 99 99 1» 99 99 99 Klasse D, 2000 bis 3000 cc. Tat Hartmann Bugatti 1.544 h. 57'09"87 1.715 h. 46'53"13 1.599 h. 15'22"25 2.152 h. 55'10"10 3.209 h. 37'38"64 123.696 km 790 135.084.km 723 157.681 km 619 168.548 km 391 179.822 km 835 190.111 km 445 200.697 km 560 211.676 km 109 223.372 km 207 235.114 km 660 246.717 km 428 256.744 km 834 267.981 km 787 279.709 km 348 291.172 km 632 298.298 km 902 27"45 39"28 93.751 93.796 93.794 92.897 93.469 93.710 93.809 93.858 93.638 93.658 93.192 92.916 92.840 93.072 93.299 93.454 93.023 93.049 93.236 93.325 93.432 1 h. 42'02"93 189.244 131.148 147.496 Klasse E, von 1500 bis 2000 cc 10 Meil. lance I 1/9/33 Montlhery Mrs. G. M. Stewart Derby- 4'20"22 222.643 I I Special Klasse F, 1100 bis 1500 cc.**) Alle unter den „Weltrekorden,, veröffentlichten Bestzeiten des Citroen-Wagens von 90,000 Meilen bis 133 Tagen, plus: 10.000 Meil. arrete 15/3-27/7/33 Montlhery C. et L. Marchand, Citroen171 h. 47'38"74 93.678 15.000 km „ „ „ L e Roy de P r e s a l e , „ 1 5 8 h. 06'23"37 94.873 20,000 km „ „ „ R . F o r t i n , „ 2 1 2 h. 38'49"77 94.053 50,000 km „ „ „ M . C o m b e t t e , „ 5 3 0 h. 36'06"13 94.233 100.000 km „ „ „ R . Bodecot,„1.063 h. 50'04"89 94.000 130.000 km „ „ „ A . V a i l l a n t , „ 1 . 3 8 6 h. 23'07"39 93.769 6 Ta