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E_1934_Zeitung_Nr.029

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N°2ft ten Motorenöl die Schlammbildung mit Wasser verursachen, ist zu antworten: organischer Staub, vielleicht auch Russ, vor allem aber die aus dem Oel durch Verschleiss selbst ausgebildeten Teer- und Kokstoffe. In der chemischen Natur der Alterungsprodukte liegt ihre Wirkungsweise als Emulsionsträger, als echte Emulgatoren, begründet, und es bestehen gute Analogien zwischen der Menge dieser Alterungsstoffe und der Verschlammbarkeit, der Wasseraufnahme- und Bindefähigkeit des Oeles. Es unterliegt keinem Zweifel, dass fette Oele zufolge rascheren und tiefgreifenderen Innenverschleisses auch weitgehender verschlammen, doch spielen Nuancen im Verschlammungsgrad lange nicht die Rolle, die ihnen bisher leichthin zugesprochen wurden. Es ist auch abwegig, die Oele einer naturgewollten und naturbegründeten Eigenschaft wegen verantwortlich zu machen, und es sei zum guten Schlüsse der Meinung Ausdruck gegeben, dass man der Oelverschlammung nicht nur durch Auswahl der Oele, sondern auch durch richtige motorische Bedingungen steuern kann. Wo man diese Bedingungen nicht oder nicht im richtigen Masse herstellen kann, hilft dann nur eines : häufigerer Oelwechsel. Verminderung der Brandgefahr bei Automobilen. Die meisten Automobilbrände entstehen durch Rückschläge in den Vergaser und darauffolgendes unzweckmässiges, sinnloses oder unbeholfenes Verhalten des Fahrers. Als Brandursache kann aber unter Umständen auch ein Kurzschluss in der elektrischen Anlage in Frage kommen. Bildet sich ein solcher Kurzschluss in einem noch vor den Sicherungen liegenden Teil der Anlage aus oder wurden, was ziemlich häufig vorkommt, die Sicherungen durch Ausstopfen mit Stanniol, Ueberbrücken mit Kupferdraht und dergl unwirksam gemacht, dann treten leicht so grosse Stromstärken auf, dass die Drähte oder Kabel zu glühen anfangen und ihre Isolation in Brand setzen. Liegt der kurzgeschlossene Leitungszweig unter dem Wagenboden oder irgendeiner Verkleidung und kann sich so der Brand Längere Zeit unbemerkt entwickeln, dann ist die Situation durchaus nicht mehr ganz harmlos. Die einzige und erste Massnahme in einem solchen Fall muss darin bestehen, sofort den Batterieanschluss eines der Hauptkabel zu lösen. In dringenden Fällen soll man sich nicht scheuen, mit dem Hammer die Anschlussklemme an der Batterie mit Gewalt abzuschlagen, auch auf die Gefahr hin, dass dadurch die dazugehörigen Platten zerstört werden. Bis man sonst ordnungsgemäss die Anschlussklemme mit dem Schlüssel gelöst hat, kann der Brand schon einen kritischen Umfang angenommen haben. Um bei Kurzschlüssen die Batterie sofort abschalten zu können, sollte jeder Wagen in der Leitung zwischen dem Massen-Pol der Batterie und der Masse einen fest eingebauten Unterbrecher aufweisen, der mit einem einzigen Handgriff ein Abschalten des Kurzschlussstromes gestattet. Dass zur weiteren Bekämpfung von Kurzschlussbränden ein Feuerlöscher das beste Mittel ist, versteht sich von selbst. Wie wir schon oft dargelegt haben, gehört ein Feuerlöscher überhaupt zum selbstverständlichen Ausrüstungsmaterial jedes bessern Wagens. Der Knall im Auspuff. Es gehörte einmal fast zum guten Ton, das Motorfahrzeug mit recht viel Lärm durch die Strassen zu fahren. Je geräuschvoller man zu fahren verstand, desto höher wurde der Wagen eingeschätzt. Inzwischen haben sich die Ansichten glücklicherweise gewandelt: die Qualität des Wagens wird heute nach seiner Geräuschlosigkeit beurteilt und für die kleinen Störenfriede, die «viel Lärm um nichts » für notwendig halten, um die Aufmerksamkeit der Strassenbemitzer auf sich zu lenken, hat höchstens die Polizei noch grösseres Interesse. Recht oft lässt indessen auch heute noch der moderne Wagen Detonationen vernehmen, die so laut sind, dass sie

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