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E_1934_Zeitung_Nr.071

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16 AUTOMOBIL-REVUE

16 AUTOMOBIL-REVUE 1934 -N° 71 Qual jede andere — schwerere — Aufmachung demgegenüber bedeutet. Unter anderen Geweben, die wir schon früher anführten, ist auch naturfarbenes Rohleinen für diese Art des Strandkleides hervorragend gut geeignet; natürlich darf man nicht versäumen, dem Kleide durch grellfarbige Akzente eine lebhafte Note zu geben, so dass beispielsweise für das Hochsommerkleid gestreifte Träger vorzusehen wären, die sich sehr nett ausnehmen. Der vorne schürzenartige, rückwärts stärker ausgeschnittene Oberteil macht einen sehr günstigen Eindruck; die tief eingelegte Qeh-Falte des Rockes ist gerade bei einem solchen Kleide, das ja volle Bewegungsfreiheit bieten muss, ungemein wichtig. Die Umhülle, die das Sonnenbrandkleid in ein Strassen-Komplet verwandeln soll, hat die neuartige, sehr beifällig aufgenommene Form des Cape-Jäckchens. ' * Strahlende Sommerfreude verkörpert das Kreten-Sonnenbrandkleid. Es ist im Rücken ausgeschnitten und erhält durch eine (an das bis zum Halse reichende Vorderblatt angearbeitete) Binde-Blende den entsprechenden Halt. Ein buntes Glockenblumen- oder ein anderes Blüten-Motiv wäre hier sehr nett. Edith Frisch f Der internationale Automobilsport hat in den letzten zwei Wochen neue schwere Verluste erlitten. Zuerst schien es, als stände diese Saison unter einem günstigeren Stern als das Unglücksjahr 1933. Die neuesten Todesstürze überschatten jedoch den Automobilsport wieder stark, und man kann nur hoffen, dass die Liste der bedauerlichen Opfer dieses Jahres keine weitere Vergrößerung mehr erfährt. Wie wir schon in einer letzten Nummer meldeten, ist die junge deutsche Fahrerin Frl. Edith Frisch am vorletzten Freitag vormittag bei der Schwarzwaldhöhenfahrt tötlich verunglückt. Mit ihr verliert der deutsche und darüber hinaus auch der internationale Automobilsport eine überaus gewinnende Persönlichkeit, die als Frau diesem schnellen Sport aus reiner Passion ergeben war. Ihre Freude dafür holte sie schon vor Jahren auf den Rennbahnen, wo sie immer eine stille, aufmerksame Zuschauerin war und mit Begeisterung die wechselnden Kämpfe verfolgte. Vor 3 Jahren fasste dann die hübsche junge Dame mit ihrem blonden Haar und den blauen Gretchenaugen den schwerwiegenden Entschluss, sich selber an den Rennveranstaltungen aktiv zu beteiligen. Ihre zahlreichen sportlichen Freunde sahen nur mit Bangnis der Zukunft entgegen. Für dieses zierliche, liebenswürdige Wesen wollte im Grunde genommen der harte, nervenzerrende Beruf eines Rennfahrers wenig passen. Die Leidenschaft für den Autosport packte jedoch auch diesen Menschen, und die Verbindung mit dem Sporte wurde zu seinem Schicksal. Edith Frisch begann ihre Rennkarriere auf einem Bugatti, 1500 ccm, mit dem man sie voll erstaunlicher Kühnheit über die Bahnen dahinjagen sah. Sie errang sich denn auch in der Folge eine ganze Reihe achtunggebietender Erfolge. Das Schicksal schien sich für sie zum Guten zu wenden, als dieses Jahr in Deutschland das Verbot der Beteiligung von Frauen an Rennen kam. Nun sah Edith Frisch keine andere Möglichkeit mehr, als sich an Zuverlässigkeitsfahrten touristischer Art zu beteiligen. Diese sportlichen Konkurrenzen entsprachen in jeder Beziehung ihrem Wesen bedeutend besser. Auf Opel nahm sie dieses Jahr an zahlreichen Prüfungen teil, wo sie überall mit erstaunlichem Erfolge abschloss und nun erst recht die Aufmerksamkeit der Sportkreise auf sich zog. Bei der diesjährigen 3-Tage-Harzfahrt, dieser überaus schweren Geländeprüfung, wurde sie mit der silbernen Medaille belohnt, und die 2000-km-Fahrt konnte sie, allerdings mit Verspätung, bis zum Ziele durchhalten. Bezeichnend für Edith Frisch ist der Grund dieser Verspätung: Sie hielt, ungeachtet aller Zeitverluste, mitten auf der Strecke an, um einem verunglückten Kameraden die erste notwendige Hilfe angedeihen zu lassen. Sie wurde für diese edle menschliche Haltung dann auch von der offiziellen Führung im deutschen Autosporte mit einer schönen Anerkennung belohnt Auch die diesjährige internationale Alpenfahrt ist von Frl. Frisch noch bestritten worden, und sie krönte ihre kurze sportliche Laufbahn mit einem strafpunktfreien Sieg. In der gleichen Woche, in der sie den ehrenden Gletscherpokal entgegennehmen konnte, vollendete sich ihr frühes Leben. Von München begab sie sich sofort nach Freiburg i. Br., um dort vorletzten Freitagmorgen mit frischem Mut und voller Zuversicht zur Schwarzwaldhöhenfahrt zu starten. Ein unglückliches Schicksal Hess sie in einer schwierigen Kurve so schwer stürzen, dass sie nach wenigen Stunden schon verschied. Der internationale Automobilsport verliert in Edith Frisch eine Frau von bescheidenem, natürlichem Wesen, eine tüchtige Fahrerin und einen aufrichtigen, lieben, tapfern Sportkameraden, bo. Bux. (Fortsetzung von Seite 1 des A. F.) die unangenehme Stunde in rreilassing. Jetzt fehlte nur noch, dass im letzten Augenblick vor Verlassen des deutschen Bodens etwas passierte! Aber er bekam, wie alle andern, anstandslos seinen Ausreisestempel. Endlich war man zur Abfahrt fertig. Die Lokomotive pfiff und zog langsam an. Aber dann hörte man aufgeregte Rufe. Es gab einen Ruck. Der Zug stand von neuem. Bux öffnete ein wenig das Fenster seines Wohnwagen's und schaute hinaus. Direkt vor seinem Waggon sah er zwei Zivilisten in erregtem Gespräch mit dem Fahrdienstleiter stehen. «Ich kann Ihnen nicht helfen», sagte der eine. «Wir haben den Haftbefehl erst vor zwei Minuten telegraphisch bekommen. Der Zug muss warten, bis wir festgestellt haben, ob der Mann dabei ist.» 4. Fast fünf Monate waren vergangen, seit Zirkus Kreno Deutschland wieder verlassen hatte. Jene unangenehmen Minuten, die Bux an der Grenze in Kehl durchgemacht, waren längst vergessen: Der Haftbefehl hatte sich keineswegs auf Willibald Buchsbaum bezogen, sondern auf einen neuengagierten Arbeiter der Ladekolonne, der schon längst steckbrieflich verfolgt wurde und sich in M. wohl nur beim Zirkus hatte anwerben lassen, um mit der übrigen Masse des Personals leichter über die Grenze zu kommen*. Eine ganze Reihe von spanischen Städten — Barcelona, Tarragona, Valencia, Granada, Malaga, Sevilla und andere mehr — waren schon abgegrast; aber noch längst war Spanien nicht erledigt. Die Prophezeiung von Herrn Direktor Buchsbaum, die Spanier würden kopfstehen, wenn sie das Riesenprogramm des Zirkus Kreno sähen, hatte sich — zwar nicht wörtlich, aber dem Sinne nach — tatsächlich erfüllt. Die Begeisterung und die Schaulust des spanischen Publikums übertrafen alle Erwartungen. Drei Kassenwagen mussten von morgens bis abends ununterbrochen geöffnet bleiben. Auch die teuersten Plätze waren von der Aristokratie und dem wohlhabenden Bürgertum allabendlich voll besetzt. Die Bauern kamen — auch aus den abgelegensten Dörfern und in tagelangen Reisen — mit Kind und Kegel auf ihren Eseln herbeigeritten, um das Wunder dieser phantastischen Schaustellung mitzuerleben. Und in Madrid, wo der Zirkus seit fünf Tagen weilte, hatte sogar das Königspaar mit einem grossen Gefolge die Vorstellung besucht und sich mit Direktor Kreno und dessen Gattin lange Zeit hindurch angeregt unterhalten. Der König hatte sich den ganzen Riesenbetrieb eingehend erklären lassen. Für alles hatte er Interesse gezeigt: für die Transportund Verpflegungsfragen, für die Zusammensetzung des kaufmännischen, technischen und artistischen Personals, für -die Gagen der Künstler und die Unkosten des Unternehmens. Er war nicht wenig erstaunt gewesen, zu hören, dass Zirkus Kreno seine eigene Presseabteilung, Buchhalterei, Sanitätswache und Feuerwehr, sein eigenes fahrbares Elektrizitätswerk, sein Versicherungsbureau, seine Tischlerei, Schlosserei, Schneiderei und Schmiede besitze —und vor allem, dass man mit einem täglichen Spesenetat von annähernd 20,000 Pesetas zu rechnen hatte. Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CHTouring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. Pontresm•na Parkhotel & Hotel Weisses Kreuz Pension von Fr .14.— und Fr. 10.— Tel. 62.31 Tel. 63.06 Bestens empfohlen für längeren und kürzeren Aufenthalt. Grosser Naturpark. Feine Verpflegung. Golf, Tennis, Orchester. Garage. Bes. Familie EnderlSn, Fritz Vogel, Dir. A. C. 8. T. C. S. Gleiches Hans: HOTEL DES TEMPLES, AQRIQENTO (Sizilien). Pontresina Das gutbürgerüohe Haus in zentralster Lage. Zeitgemässe Preise. Fliessendes Wasser. Privatbäder. Restaurant. Bündnerstube. 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Am andern Tage wurde Bux in den Marstall gerufen, um die Behandlung eines der Lieblingspferde des Königs zu übernehmen, das seit einiger Zeit krank war und immer mehr abmagerte, ohne dass die spanischen Tierärzte eine Erklärung, geschweige denn ein erfolgreiches Mittel für die rätselhafte Erkrankung wussten. In Dr. Buchsbaums Behandlung genas das Tier schon nach wenigen Tagen vollkommen. Der König dankte ihm persönlich und überreichte ihm auch eine Auszeichnung. Da sich bei dieser Gelegenheit zeigte, dass Willibald Buchsbaum sehr gut Spanisch sprach, veranlasste der König die "tierärztliche Hochschule, den gelehrten Clown zu einer Reihe von Vorlesungen einzuladen, die Bux noch eine Medaille und einen akademischen Titel der Madrider Universität eintrugen. Ueber Cillys artistisches Spezialfach war noch immer keine Entscheidung getroffen. Sie wirkte jetzt im ersten Teil des Programms, bei. dem zugleich in drei Manegen gearbeitet wurde, in zwei Nummern mit: einmal als Panneaureiterin und dann bei einem Pas de deux. Doch das befriedigte ihren artistischen Ehrgeiz keineswegs. Am 3. April 1925, dem Tage vor- Cillys vierzehntem Geburtstage, gab es im Stallzelt von Bux ein grosses Ereignis: Judith bekam Junge — drei reizende kleine Tigerchen. Da Bux seine Tigerin von einem dem Zirkus gehörigen Tiger hatte.decken lassen, war abgemacht worden, dass eines von den Neugeborenen, falls sie am Leben blieben, dem Zirkus als Eigentum zufallen sollte. Als Bux im Bureau bei Direktor Kreno erschienen war und ihm das freudige Familienereignis mitgeteilt hatte, sagte der Direktor: «Hören Sie mal, Bux, hat Cilly nicht morgen Geburtstag?» «Jawohl.» «Wie alt wird sie eigentlich? Dreizehn, nicht wahr?» «Nein, schon vierzehn, Herr Direktor.» «So? Aber dann kann sie doch eigentlich nicht mehr gut bei Ihnen im Wohnwagen wohnen. • «Aber, Herr Direktor, Cilly ist doch noch ein richtiges Kind! Wo sollen wir sie denn auch hintun?» «Na, wenn Sie meinen, Bux... Lassen wir's also noch ein Jahr wie bisher. — Aber was ich noch fragen wollte: Würden Sie mir die beiden andern kleinen Tigerchen nicht auch überlassen — gegen einen angemessenen Preis? Ich habe nämlich etwas Besonderes damit vor.» ' «Das -tut mir furchtbar leid, Herr Direktor. Ich würde gern Ihren Wunsch erfüllen, wenn ich nicht auch was Besonderes damit vorhätte.» (Fortsetzung folgt.) Tourismus Schönes — unbekanntes Frankreich Von Th. B. Strasser. (Siehe auch «A.-F.» Nr. 65. 66 und 68.) Eines der schönsten Pyrenäentäler ist das von Gavarnin. 30 km zieht es sich — fahrbar — hinauf, um in einem grandiosen «Cirque» zu enden, in einem Talschloss, gebildet aus einer im Halbkreis die letzten Alpen umarmenden 500 m hohen Felswand, aus der in mächtigen Fällen die Wasser des jungen Gave de Pau stürzen. Am Eingang dieses prächtigen Alpentales, 270 km von Carcassonne, den Abstecher nach Gavarnin nicht gerechnet, liegt — das Appenzellerland! Fast könnte man es glauben, so anheimelnd, wie eine Erinnerung aus dem Urnäscher oder Wasserauen-Gebiet windet sich hier das voralpine Gelände. Doch wir sind im Herzen der Pyrenäen; nur noch eine Biegung des Weges um einen Hügel saftigen Weidlandes, und Lourdes muss sich unsern Blicken erschliessen, Lourdes, der weltberühmte Wallfahrts- und Wunderort. Es ist an den Windungen des Gave de Pau entzückend unübersichtlich gelegen. Wenn man nicht mit der Drahtseilbahn auf den Pic du Ger hinauffährt, kann man sich höchstens noch auf der Karte einen Begriff von

N» 71 -1934 AUTOMOBIL-REVUE 17 der Lage der Siedlung machen. Sonst muss man sich mit einer Bekanntschaft in Bruchstücken begnügen. Ein Bahnhof-, Hotel-, Villen, Rummel- und Kirchenquartier liegen hier dicht nebeneinander und doch durch Böschungen, den Flusslauf, einen Schlossfelsen wieder in fast unabhängige, abgeschlossene Gebiete getrennt. Nichts Groteskeres als der unvermittelte Wechsel zwischen der feierlichen Ruhe des weitgespannten Parks vor dem in neugotischem Stil über der Wundergrotte in drei übereinander liegende Kirchen sich erhebenden Monumentalbau, in und um den nur Ernst und weltentrückte Andacht ist, und dem unglaublich lärmigen Getriebe einer kitschigen Budenstadt, in der weder Reliquien, noch geweihte Andenken, wohl aber alle erdenklichen irdischen Genüsse in billigster Aufmachung erstanden werden können. Wir haben uns gern in die Weltabgeschiedenheit des Berges geflüchtet, dessen Quellen einst eine unterirdische Welt erstehen Hessen, in deren Wänden sich's mehrere Kilometer weit wandern lässt. Ein liebliches weiden- und wälderreiches Tal führt über Betharam (wo sich wiederum prächtige Grotten erschliessen) 40 km weit nach Pau, der alten Hauptstadt des Bearn. Die Alee des Pyrenees leitet zum Schlosse hinauf, das etwa wie unser Bundeshaus in Bern (bitte, diesmal wirklich Bern, nicht Bearn!) auf einem Steilufer über dem Flusse thront und von dem aus man die entzückendste Fernsicht über die Kette der westlichen und der Basses-Pyrenees geniesst. Scheuen Sie nicht den Rundgang durch die Gemächer des Schlosses. Der Führer wird ZU r i c a_ •*_• u I. .K.M 7tnH.i»n III Gottschalkenberg, 1150 m Ü. M. Ihnen mit unglaublicher Zungenfertigkeit die ganze Historie des Baus und seinem königlichen Besitzer herunterhaspeln; aber das darf Sie nicht stören; vertiefen Sie sich vielmehr in den Anblick der unzähligen, zum zum Teil erstaunlich grossen Gobelins. In Pau, 865 km seit Genf, haben Sie die Wahl: Gelüstet es Sie und haben Sie Zeit, dann machen Sie einen Abstecher nach Bayonne und dem klippenreichen, mondänen Seebad Biarritz und weiter — in diesem Falle Fuenterrabbia nicht vergessen! — bis San Sebastian, oder aber Sie durchfahren in einer Ausdehnung von 200 km die Föhrenwälder des « Landes ». Millionen von Bäumen stehen hier Stamm an Stamm, und jeder trägt auf Manneshöhe ein Tiegelchen, in das aus einer Rindenkerbe das Harz der Föhre träufelt. Von Zeit zu Zeit entdecken Sie Bottiche, und wenn Sie Glück haben, können Sie sehen, wie der Inhalt der vollen Tiegel unter sorgsamer Entfernung einer allfälligen Wasserschicht in die Bottiche geleert — wobei es immer mächtig « harzt» — und diese zur Spedition in die Destillerie verladen werden. Notabene, es wird daraus nicht etwa Schnaps gebrannt, sondern Terpentin! Weit zerstreut in diesen immensen Wäldern liegen Gehöfte, Dörfer, aber auch ein reizender Flecken, Mont-de- Marsan, in dem sich bei billigstem Preis fürstlich wohnen und tafeln lässt. In Labouheyre erreicht man die Strasse, die von Biarritz nach Bordeaux führt. Vorher, bei der Kreuzung von Beliet, lohnt es sich, einen Ausflug nach Arcachon mit seinen Austernbänken zu machen, die neuen Villenquartiere Le Moulleau und Pyla zu besuchen. Wundervoll, wie hier gepflegte Parkanlagen, herrliche Gärten dicht neben einem wahrhaft tropischen Urwald liegen. Draussen, wo die Bucht sich ins offene Meer weitet, steigen aus den satten Farben der Fluten und Wälder phantastisch kahl und weiss die Dünen auf, deren höchste sich fast 100 Meter über den Wasserspiegel schwingt! Die höchste in Europa. Die Wohltat eines Bades wird sich keiner Autostrasse von Aegeri und Biberbrücke. Mit seinem prachtvollen Panorama auf Alpen u. Seen wird Ihnen ~ ~~ ~ t^J " "—"- """ —• •••" unvergesslich bleiben. Zimmer ab Fr. 3.—. Mittagessen ab Fr. 3.50. tl. Weine. Weekend-Arrangements. Tel. 624. Die Direktion. entgehen lassen, dann aber, auf breiter, ebener Chaussee Bordeaux mit seinen schönen gotischen Kirchen, seinen ausgedehnten Hafenanlagen und seinem unübertrefflichen Weine entgegeneilen. Sie haben hier bereits ein Fahrpensum von 1150 km hinter sich. Sehr lohnend ist ein Abstecher nach dem 130 km nördlich von Bordeaux, am Ausfluss der Gironde ins Meer liegenden Seebad Royan und seiner Umgebung. Das Ufer stürzt hier auf lange Strecken 50 Meter tief senkrecht ins Wasser, und in diesen unzugänglichen Felswänden, bei Meschers, finden sich Gucklöcher, aus denen neugierige Menschen bei Wein und Kaffee dem Spiel der Wellen und — Grammophonplatten lauschen. Wie man hinkommt? Genau so, wie die Piraten hingelangten, die die Höhlen seinerzeit bauten, um aus diesen Schlupfwinkeln heraus die ein- und auslaufenden Schiffe zu beobachten und zu berauben: Gut verdeckte Einstiege führen von oben durch ein Gewirr von unterirdischen Treppen und Gängen zu diesen eigenartigen « Wohnungen». Wer Lust hat, hann sich von hier aus dann noch mit Hilfe eines währschaften Gletscherseils den Rekord eines « Schwebebades » sichern! (Für Ihre Fahrten durch Frankreich empfehlen wir Ihnen den im Verlag Hallwag, Bern, erschienenen «Automobilführer von Frankreich».) (Fortsetzung folgt.) Saison Notizen Thun. Thun, die alte, vielbesungene Fremdenstadt an der Aare und am See, steht im Zeichen der Hochsaison. In voller Sommerschönheit lacht die Landschaft. Der schauende Mensch empfindet hier die reinsten Gefühle im Genüsse der wundervollen Natur, aus der die altertümliche Stadt mit ihren hochragenden Türmen heraustritt, wie ein gefasster Edelstein im goldenen Ring. In den malerischen Gassen ist viel Leben; unter dem werktätigen Volk sieht man viele Fremde, Kurgäste aus Thun und den Nachbarkurorten und Passanten, reisende Schulen und Gesellschaften. Wo einst Johannes Brahm, Heinrich von Kleist Erholung suchten, will man Umschau halten, einmal das grosse, stille Leuchten sehen, das die Berge verklärt und den Sinn beglückt. Man will in Thun das Napoleon- Haus sehen, das Klose-Haus, das Joseph Viktor Von Scheffel mit Sinnsprüchen bemalt hat. Paradiesische Schönheit erschliesst der Stadtpark Schadau am schönsten Punkt des Sees, wo er in die Aare mündet. Ein grosses Saisonereignis, das die Besucher aus nah und fern nach Thun bringen wird, ist das grosse Seenachtfest am Samstag, den 18. August, das wiederum auf dem Aarebassin zwischen den Inseln und dem Brahmsquai abgehalten wird, wo die prächtige nautische Veranstaltung im Rahmen des märchenhaften Uferbildes einen wundervollen Eindruck macht. Veransta hangen Die 6. diesjährige Altdorfer Tellauffiihrung am vorletzten Sonntag fand wiederum vor ausverkauftem Haus statt. Die Gesamtbesucherziffer beträgt bis jetzt rund 7000 Personen. Sie reicht damit nahe an die bestbesuchten früheren Spielperioden heran und stellt die unverändert starke Anziehungskraft der Altdorfer Teilspiele erneut unter Beweis. Am 3. September erfolgt eine zweite Radio-Uebertragung der Rütli- und der Apfelschuss-Szene, die sowohl über den Deuts.chlandsender, wie auch über sämtliche grossen deutsehen Sender geht und somit in ganz Deutschland verbreitet wird. Kleine Notizen Rasieren im Wandel der Zeit. Nichts ist beständig, alles ist relativ. Seit Jahrhunderten gehört das Rasieren zur wichtigsten Pflege des Mannes. Das Rasiermesser, der Pinsel, das Seifenpulver und die dazu gehörige Schale waren hochwichtige Mensilien Ės kam dann" der findige Amerikaner, der dem Messer den Sicherheits-Apparat gegenüberstellte. Noch immer bleibt das traditionelle Schlagen des Seifenschaums mit dem Pinsel, und noch immer bedurfte es seine 10. bis 15 Minuten bis der Seifenschaum das Haar soweit bearbeitet hatte, dass es dem Messer ausgeliefert werden durfte. Erst dem Chemiker der neuern Zeit war es vorbehalten, das Rasieren von der althergebrachten Methode unabhängig zu machen. Es galt, den Pinsel und den Seifenschaum zu ersetzen. Die Lösung erschien in der Form von RAZ VITE, einer Creme, der es gelingt, das Haar unmittelbar nach dem Einreiben so weich und geschmeidig vorzubereiten, dass das scharfe Messer oder die Klinge des Sicherheits-Apparates nur so über die Haut gleiten. Das mit der Raz Vite-Creme vorbereitete Haar stellt sich dem Messer vertikal und so weich entgegen, dass die Klinge fast keinen Widerstand mehr findet; Raz Vite erübrigt also den Pinsel, ersetzt die Seife und verkürzt die Prozedur des Schaumreibens. Autler-Ausf lugsziele aus derffiftelschweiz Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CHTouring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. 5. A.C.S. Hotel Reber am See T.C.S. Idealer Ferienaufenthalt. Grosser Park. Moderner Komfort. Weekend-Arrangements. Zeitgemässe Preise. Strandbad. Garage, Boxen, Service. Tel. 623. C. A. REBER. Vom Simplon oder Qotthard besuchen Sie A.C.S. Grand Hotel Brissago T.C.S. in gr. Park, mit eig. Strand, Tennis, Golf. Garage. Zimmer Pauschal- u. Weekendarrangements. Prospekte in allen beim Bahnhot. Zimmer mit fliessendem kaltem und warmem Wasser Fr. 3.50. — Mittag- und Abendessen Fr. 2.80—3.50. Grosse Garaee ä Fr. 1.50. Telephon 21. 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