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E_1934_Zeitung_Nr.077

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12 AUTOMOBIL-REVUE

12 AUTOMOBIL-REVUE 1934 — JXe 77 Frage 9195. Schwankende Ladestromstärke. Das Amperem-eter der elektrischen Anlage an meinem Wagen zeigt seit einiger Zeit auch bei gleichbleibender Motortourenzahl immer starke Schwankungen in der Stromstärke an. Ich habe nun herausgefunden, dass sich die Schwankungen vermeiden lassen, "wenn ich den Kollektor der Dynamo mit einem Lappen sauber wische und darauf mit etwas Petrol befeuchte. Nach wenigen Fahrkilometern tritt dann der Uebelstand von neuem ein. Wie könnte da eine endgültige Abhilfe geschaffen werden? A. H. in G. Antwort: Allem Anschein nach rühren die Schwankungen in der Stromabgabe der Dynamo von verschmutzten oder abgenützten Stromabnehmer- Kohlen her. Lassen Sie 'diese Kohlen von einem Autoelektriker kontrollieren und eventuell auswechseln. Möglicherweise muss auch der Kollektor der Dynamo durch Abdrehen aufgefrischt werden, da sich, hier mit der Zeit Unebenheiten bilden können, welche den Stromübergang von den Kollektor-Segmenten auf die Bürste erschweren. -at- Frage 9196. Oeldruckmesser. Wenn ich mit meinem deutschen Wagen (Modell 1934) die Geschwindigkeit von 70 km/St, erreiche, fällt plötzlich das Oelmanometer von der normalen Zahl 2K auf 1 zu- Tück. Können Sie mir vielleicht mitteilen, auf -was dieser Umstand zurückzuführen ist und ob demselben, um Schaden zu verhüten, Abhilfe geleistet werden muss? E. S. in B. Antwot.t: Das beobachtete Verhalten des Oeliiruckmessers lässt eine Anormalität im Schmiersystem vermuten. Möglicherweise vermag die Oelpumpe von einer gewissen Motortourenzahl an das Oel nicht mehr genügend rasch anzusaugen, so dass sie dann nur noch leer arbeitet. Als nächstliegende Ursache dafür käme eine Verstopfung des der Pumpe vorgeschalteten Oelfiltens in Frage. Anderseits besteht die Möglichkeit, dass das Ueberdruckventil der Oeldruckleitung zeitweise unrichtig funktoniert. Da Sie uns nicht angeben, um welche Wagenmarke es sich handelt und wir Ihnen über die Kontrollmöglichkeiten keine Auskunft geben können, raten wir Ihnen, den Motor bei der Vertretung der betreffenden Marke kontrollieren zu lassen. Eine Vernachlässigung- der Sache ist jedenfalls nicht angezeigt, da sie schwere Motorschäden nach sich ziehen könnte. -at- Frage 9197. Abdichtung eines Zylinderkopfes. Wie wird der Zylinderkopf eines in dieser Beziehung anscheinend besonders heiklen Motors (Lancia-Lambda) am besten abgedichtet, damit weder Kühlwasser in die Zylinder eintritt oder nach auseen austritt, noch Explosionsgase mit der Zeit die Dichtungsplatte durchschlagen? Soll die Kupfer- Asbest-Dichtungsplatte vor dem Aufsetzen des Zylinderkopfes mit irgend einem Präparat bestrichen oder sonst irgendwie behandelt werden oder nicht? Die Flächen des Zylinderkopfes und -blockes sind anscheinend plan, und die Zylinderkopf-Muttern werden sorgfältig gleichmässig so stark wie möglich angezogen. Trotzdem treten immer wieder an verschiedenen Stellen Undichtigkeiten auf. Wäre es eventuell ratsam, zwei Dichtungsplatten miteinander zu verwenden? F. G. in Z. Antwort: Bei den meisten Typen Lancia- Motoren befinden sich im Zylinderkopfe neben den Bohrungen längliche Wasserdurchlass-Oeffnungen, •während ihnen gegenüber im Zylinderblock keine Oeffnungen vorgesehen sind oder dann nur ein kleines Loch von- ca. 6 mm Durchmesser. Diese länglichen Oeffnungen werden am besten mit Fiber oder einem ähnlichen Stoff, eventuell Kupfer, verstopft. Im Zylinderblock befinden sich zudem gegenüber und anliegend 3 Löcher von ca. 6 mm Durchmesser. Diese Löcher sollten ebenfalls verschlossen werden. Die kritische Stelle liegt bei den Lancia-Motoren um die Kerze herum. Hie und da sind noch die Aluminiumwandungen zwischen den Kerzenhül&en und der Dichtung gesprungen. Auseerdem findet man öfters Zylinder, bei denen die ganze Oberfläche des Zylinders um die Befestigungsschrauben herum sternartig gerissen ist, so dass die Schrauben beim Anziehen die Oberfläche uneben ziehen. Beim Montieren tet nur eine Dichtung anzuwenden. Alle Schrauben sind leichtgängig zu machen, damit man fühlt, wieviel man anzieht. Zylinder und Zylinderkopffläohe mit Hermetique oder Cohiz bestreichen. Alle Teile sauber abwischen und montieren. Schrauben gleiehmässig und über die Diagonale anziehen. Kein Wasser einfüllen. Motor laufen lassen ohne Wasser bis alles ca. handwarm ist Dann Schrauben nochmals gleichmässig anziehen, weil sie sich durch die. Wärme verlängert haben; erkalten lassen und Wasser einfüllen. Das Verstopfen der Schlitze hat absolut keine nachteilige Folgen. Ein Lancia-Motor ist so gut gekühlt, dass man ihn überhaupt nicht recht heiss bringt. R f uvfxt. Spvedisaal Anfrage 449. Unsachgemässe Reparatur. Bei meinem Garagier liess ich an meinem' Wagen die Zylinder ausschleifen, sowie neue Kolben einsetzen. Nach einigen Tagen zeigte es sich, dass die Zylinderko-pfpackung nicht mehr dicht war; diese Hess nach der Aussenseite Wasser durchsickern. Der Garagier hatte wieder die alte Zylinderkopfpackung eingesetzt. Wieder nach einigen Tagen wurde unter meiner Mithilfe eine neue Zylinderkopfpackung einmontiert. Als ich nach Fertigstellung der Montage den Motor anlassen wollte, vermochte der Anlasser diesen nicht anzudrehen. Der Garagier hierauf aufmerksam gemacht, nahm die Kurbel und drehte mit einigen Anstrengungen durch, worauf dann der Motor ansprang und ich gut 30 Kilometer mit zwei Personen, teils Bergstrecke (im zweiten Gang) fuhr. Plötzlich konstatierte ich, dass das Thermometer des Kühlers auf € Gefahr > stand, was mich veranlasste, sofort anzuhalten, um Nachschau zu halten. Zu meinem Erstaunen war kein Wasser mehr im Kühler, letzterer aber sehr heiss. Ich füllte Wasser nach. Der Wagen sprang nicht mehr an. Nach einigen Minuten musste ich neuerdings konstatieren, dass das Wasser im Kühler verschwunden war. Sogleich zog ich den Oelstandsmesser heraus; es zeigte sich, dass eich das Wasser im Kurbelgehäuse befand. Davon machte ich dem Garagier Mitteilung. Wieder in meiner Anwesenheit wurde der Zylinderkopf abgenommen. Es zeigte sich, dass eine unrichtige Packung montiert worden war, eine zu grosee, die die Wasserdurchlauflöcher nicht decken konnte. Nach Montage einer richtigen Packung musste ich konstatieren, dass der Wagen, der noch hätte eingefahren werden müssen, schlechter zog, als mit den alten Kolben. Eine Prüfung er-, gab, dass der zweite Zylinder gar keine K sion mehr hatte. Es erfolgte wieder eine Demontage und Prüfung. Die Spezialfirma, die den Motor ausgeschliffen hatte und die Kolben einsetzte, begnügte sich damit, die Kolbennuten etwas auszufräsen, um dann einen breitern Kolbenring mit Bajonettversehluss einzulegen. Die Kompression war etwas besser, jedoch nicht viel. Es schien mir, dass auch die übrigen Kolben zu viel Spiel aufwiesen. Ich versuchte sie, als der Zylinderkopf noch nicht aufmontiert war, zu bewegen. Dies war sehr deutlich sichtbar möglich. Den Garagier habe ich erneut aufmerksam gemacht, dass der Wagen nicht Techt ziehe. Er glaubte, es fehle an der Zündung und am Vergaser, dies waT aher nicht der Fall. Ich bestand stets auf meiner Ansicht, dass die Zylinder und die neuen Kolben durch das Fahren mit Wasser bedeutenden Schaden gelitten hätten. Schliesslich ereignete sich noch, daes ich den Garagier ersuchte, ein Radlager nachzustellen. Er tat dies derart, däss das Rad nur mehr behindert sich drehte. Ich machte ihn auch hierauf aufmerksam, worauf er mitteilte, dass die Sache schon in Ordnung eei. Als ich dann einige Kilometer fuhr, konstatierte ich am vordem Rade ein Geräusch, und beim Abheben des Radnabendeekels musste ich sehen, dass das Lager heiss war. Eine Demontage ergab natürlich, dass das Lager ausgebrannt war. Der fragliche Garagier wurde wieder aufmerksam gemacht, bestritt aber, dass er das Rad zu stark angezogen hatte und wollte geltend machen, dass es an der Achse fehle. Er glaubte, dass es auch das innere Lager ausgebrannt haben würde, wenn er das Rad zu stark angezogen hätte. Meine Ansicht ging dahin, dass dies nicht der Fall sei, da es sich um ein sog. < Demka >-Lager handle und dasselbe vorsichtig angezogen, und wieder ein bisschen losgelassen werden müsse. Nun stellte ich dem fraglichen Garagier den Wagen 4 Tage zur Verfügung mit der Aufforderung, die geltend gemachten Mängel zu beheben. Nach Ablauf dieser Frist ging ich hin; der Wagen war nicht instand gestellt worden. Der Garagier verweigerte mir dann durch einen Anwalt die Herausnahme des Wagens durch Geltendmachumg des Retentionsrechtes, da ich natürlich die Rechnung für das Einschreiten der Zylinder und. Einsetzen der neuen Kolben nicht bezahlte. Durch einen andern Mechaniker, Spezialist der betr. Marke, liess ich dann in der Garage des fehlbaren Garagiers ein neues Lager einsetzen. Der Mechaniker konstatierte auch; dass das Lager ausgebrannt war, und äusserte sich, dass ihm noch kein Fall bekannt sei, dass ein solches Lager ohne weiteres ausbrannte. Es sei nicht zutreffend, wenn der fehlbare Garagier behaupte, daas auch das innere Radinger hätte Schaden leiden müssen, durch das zustarke Anziehen. Da der Garagier den Wagen nicht herausgab, deponierte ich den Betrag >der Rechnung beim hiesigen Amtsgerichtspräsidenten, Wagen zurückerhielt. Ich teilte dem Garagier mit, dass ich eine Expertise verlange. ET kam mir zuvor und verlangte dieselbe durch seinen Anwalt. Die Expertise fiel zu meinen Gunsten aus. Der Experte erklärt, daes die Kolben zu viel Spiel hätten, die Ventile müssten eingeschliffen werden; es sei zutreffend, dass der Wagen nicht recht ziehe. Bezüglich des ausgebrannten Lagere äussert er eich nicht definitiv, sondern erklärt, dass der Schaden kein grosser sei, er sollte ohne Schwierigkeiten geregelt werden können. Die Kosten, die aus dem Einsetzen der neuen Kalben lesultieren, schätzt der Experte aul 150 Franken. Auf verschiedene Vorstellungen hin teilte mir dann der Anwalt des Garagiers mit, dass der letztere gewillt sei, die im Gutachten erwähnten Mängel zu beheben, mit Ausnahme des Lagers. Gestützt auf diese Unannehmlichkeiten und des begreiflicherweise eingetretenen Schwundes meines Vertrauens habe ich dem Garagier einen Vergleichsvorschlag unterbreitet, welcher auf Bezahlung von 180 Franken ging. Während der Zeit, da ich den Wagen nicht gebrauchen konnte, habe ich lediglich 30 Fr. in Anrechnung gebracht, welche auch jederzeit belegt werden können. Es ist dies ein Minimum, dessen was ich ausgelegt habe. Sicher- Hch würde ich billiger abgemacht haben, wenn sich der Garagier zuvorkommender gezeigt hätte, v«r Einleitung rechtlicher Schritte. Der Garagier will nicht auf diesen Vorschlag eintreten. Er glaubt, dass ich den Wagen zur Verfügung stellen müsse. Ich weigere mich, dies zu tun, da ich mich mangelnder Kenntnisse nicht überzeugen kann, ob tatsächlich neue Kolben eingesetzt werden, oder nur wieder grössere Kolbenringnuten gefräst werden. Der Wagen fängt schon an zu klopfen, nachdem ich erst 10.000 km seit dem Einsetzen der vorliegenden Kolben gefahren. Ich hege die Absicht, die Zylinder neu einschleifen und neue Kolben einsetzen zu lassen. 1. Können Sie mir raten, was ich weiter zu tun habe? Soll ich einen Anwalt zu Rate ziehen? 2. Ist mir ein event. Nachteil entstanden, dass die Reparatur bis heute noch nicht ausgeführt wurde? Es liegt ja das Gutachten über den damaligen Zustand vor. 3. Bin ich verpflichtet, den Wagen dem Garagier nochmals zur Verfügung zu stellen, nachdem ich dasselbe schon vor der Bestellung der Expertise tat? Der Garagier liess mir durch seinen Anwalt mitteilen, dass er Wert darauf lege, die Streitsache gütlich beizulegen, nachdem er einsehen musste, dass die Expertise zu seinen Ungunsten ausgefallen ist, F. K. in L. Antwort: iWÜr glauben, dass es am zweckmässigsten wäre, wenn Sie zu Ihrer Beratung 1 einen technischen Sachverständigen beiziehen würden, indem es sich vorliegend weniger um eine juristische als um eine rein technische Angelegenheit handelt. Wir halten nicht dafür, dass Ihnen deshalb ein Nachteil entstanden ist, dass Sie die Reparatur bis heute noch nicht ausgeführt haben. Wenn der fehlbare Garagier bereit ist, die vorhandenen Mängel zu beheben, so sollten Sie ihnj| unserer Auffassung nach, Gelegenheit geben, di * zu tun, indem, wenn Sie die Mängel andgrswu worauf ich denbeheben lassen, dem fehlbaren Garagier erhöhte Kosten entstehen würden. Dies ist nach Möglichkeit zu vermeiden. Dagegen können Sie die Vornahme der Arbeiten durch den fehlbaren Garagier nur unter der Bedingung vornehmen lassen, das« derselbe bei Beendigung seiner Arbeit jedenfalls aber vor Zusammensetzung des Motors den von Ihnen ernannten Sachverständigen beizieht, der dann zu entscheiden hätte, ob die ausgeführten Arbeiten richtig sind oder nichts. — * ist führend Leichtmetall-Ausführung: Eigengewicht 1000 kg Nutzlast 4000 kg Verlangen Sie Offerte und Referenzen Joh. Knupp, St. Gallen-W KONSTRUKTIONS - WERKSTÄTTE Telephon 626 Haben Sie beobachtet, wie die Berna- Schnell- Lieferungswagen in immer wachsender Zahl auf der Strasse zu sehen sind und wie manche Firmen nach Anschaffung des ersten Wagens bald einen zweiten und oft gar einen dritten in Dienst nehmen? — Wäre dies möglich, wenn sich die Anschaffung des ersten nicht gelohnt hätte? MOTORWAGENFABRIK BERNA A.-G. - ÖLTEN ZÜRICH 28.122 oder 25.492 verlangen, um den raschesten Abschleppwagen herbeizurufen. - In meiner Werkstätte stehen die neuesten Maschinen und Prüfstände, Spezialisten bedienen sich Ihrer und sorgen für peinlich genaue Instandstellung 1 Ihres Wagens. H. Kessler-Maag, Zürich 8 F El D E G G 5 TU AS SE tl 4/5plätzlge LIMOUSINE 6 Zyl., 13 PS, wie neu, erste Marke, zu sehr reduz. Preise, event. Tausch an kl. Wagen. 11416 •Offerten unter Chiffre 14529 an die Automobil-Revue, Bern. REO 4 PL, Sedan, 16,6 St.-HP, gut. Zustand, Fr. 2000.—. Werner Risch, Zürich. 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N° 77 — 1934 AUTOMOBIL-REVUE 13 Das Verkehrstellungsgesetz vor dem Nationalrat Der Nationalrat begann letzten Dienstag anlässlich der diesjährigen Herbstsession der Bundesversammlung mit der Behandlung des sog. Verkehrsteilungsgesetzes, nachdem der Ständerat seine Abänderungen hierzu bereits angebracht hat. Als Kommissionsreferenten beantragten Regierungsrat Pfister (soz., Winterthur), Dr. Rochat (freis., Lausanne) Eintreten auf die Vorlage. Sie begründeten ihren Antrag eingehend und wiesen u. a. auch darauf hin, dass das vorliegende Gesetz sowohl für die Bahn wie für das Auto grosse Vorteile bringt, Am' Mittwoch wurde dann mit der Eintretensdebatte begonnen. Als erster Redner äusserte sich Dr. Stampfü (freis.). In seinen Ausführungen befasste er sich hauptsächlich mit der Tarifpolitik der Bahnen, die, wenn sie günstig gestaltet werden soll, eine weitere Abwanderung des Güterverkehrs auf die Strasse nicht mehr ertrage. Gorgerat (liberal) äusserte vor allem verfassungsrechtliche Bedenken, die ihn zur Ablehnung der Vorlage bestimmen. Dennoch stellte er den Antrag, die untere Grenze für den Güterfernverkehr auf 50 km festzulegen, entgegen 30 km, wie es in der Vorlage gemäss dem Entwurf des Bundesrates steht, wobei er mit Recht darauf hinwies, dass in Grenzstädten wie Basel und Genf, welche besondere Verkehrsverhältnisse aufweisen, die Begrenzung des Aktionsradiusses auf 30 km zu unwirtschaftlichen Zuständen führen müsse. In der Einzelberatung wurde dieser Antrag dann aber mit grossem Mehr abgelehnt. Dr. Gafner (B.G.B.) beantragte Eintreten auf die Vorlage, obwohl er ebenfalls der Meinung ist, dass dem verschiedene Bedenken verfassungsrechtlicher, politischer und wirtschaftlicher Natur entgegenstehen. Aber der heutige Zustand ist unhaltbar, und es muss eine Verständigung Zustandekommen; sie ist für beide Teile nützlich. Die rechtlichen Bedenken sollen in diesem Falle nicht massgebend sein, da eine Regelung zur gebieterischen Notwendigkeit geworden ist. Der Generalsekretär des Schweiz. Eisenbahnerverbandes, Bratschi (soz.), betonte, dass man auf seiner Seite von der Vorlage nicht befriedigt sein kann. Es mute doch merkwürdig an, dass man seinerzeit durch die Elektrifizierung der Bundesbahnen sich vom Ausland unabhängig zu machen suchte und man sich jetzt in ein Abhängigkeitsver- Mit den altbewährten englischen BREMSBELAG- MARKEN „THAK" und „TENOID" werden auch Sie nur gute Erfahrungen machen. Generalvertreter für die Schweiz: Telephon 54 . Vertretung für Kt. Bern und West- Schweiz ist noch zu vergeben. Ein hochmoderner, wenig gefahrener Vorführungswag^n S-Zylinder- Limousine 20 PS, hochwertige Marke, sehr geräumig und komfortabel, in absolut einwandfreiem Zustande, wie neu, wird wegen vorgerückter Saison zur Hälfte des Katalogpreises abgegeben, mit voller Fabrikgarantie. Postfach 15, Zürich 20. hältnis zum ausländischen Benzm begeben wolle. Nach seiner Ansicht sollten die Bahnen den Automobildienst ganz von sich aus organisieren. Die Bahnen zögen Nachteile aus der vorliegenden Regelung, da sie nicht mit den gleichen Rechten wie die Privatbetriebe ausgestattet würden. Die sozialdemokratische Gruppe wird sich deshalb im allgemeinen der Stimme enthalten. Der Delegierte des Vorortes des Schweiz. und 2. Art. 1 umschreibt den gewerbsmässigen Verkehr, wonach Transportunternehmer, die gegen Entgelt arbeiten, dem Konzessionszwang unterstellt sind. Die Eisenbahnervertreter Kägi und Bratschi stellten den Antrag, den Passus «gegen Entgelt» zu streichen und somit alle Güterbeförderer der Strasse dem Konzessionszwang zu unterstellen. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Art. 2 enthält die Bestimmungen über den sog. Werkverkehr, welche lauten. «Die Beförderung von Gütern und Tieren mit eigenen Motorfahrzeugen für eigene Bedürfnisse und mit eigenem Personal, genannt Werkverkehr, ist frei. Unternehmungen Handels- und Industrievereins, Dr. Wetter oder Personen, die Transporte im Werkverkehr (freis.), ist der Ansicht, dass man vor dem ausführen, ist die Beförderung von Gütern untf Abschluss des Verkehrsteilungsgesetzes das Tieren für andere gegen Entgelt über 10 km Strassenlänge hinaus nur auf Verkehrsstrecken gestattet, Reformprojekt für die Schweiz. Bundesbahnen behandeln sollte. Die Vorwegnahme des für die entweder keine Eisenbahnverbindung besteht oder keine Konzession für die regelnlässige Verkehrsteilungsgesetzes erschwere dem Güterbeförderung im Sinne dieses Gesetzes erteilt Schweiz. Handels- und Industrieverein seine Mitwirkung. Bundespräsident' Pilet unterstrich das gemeinsame Interesse, das Bahn und Auto an dieser Vorlage haben. Der private Autobetrieb habe nicht mit so grossen Pflichten wie die Bahnen in bezug auf Verkehrssicherheit usw. zu rechnen. Deshalb kann die Bahn unter der heutigen Ordnung mit dem Auto gar nicht in wirksame Konkurrenz treten. Anderseits darf man aber, um hier Abhilfe zu schaffen, den privaten Autobetrieb auch nicht unterdrükken. Mit der Auto-Stückgüter-Organisation (« Asto ») habe man bisher ganz gute Erfahrungen gemacht. Der Redner befasste sich dann eingehend mit der Zerstreuung der verfassungsmässigen Bedenken gegen den Erlass dieser Vorlage. Das Reformproiekt für die Bundesbahnen habe man leider nicht, wie zuerst vorgesehen, schon dieser Session zur Behandlung vorlegen können. Die Allgemeininteressen verlangen nun, dass man die Eintretensfrage zum Verkehrsteilungsgesetz bejaht. Dr. Walther (k.-k.), der Verwaltungsratspräsident der S. B. B., erklärte, dass der Zweck des Verkehrsteälungsgesetzes in erster ist.» Die obigen Redner beantragten Streichung dieses Artikels, was vom Rate abgelehnt wurde. Abschnitt 2 enthält die Artikel 3 bis 5, welche über die Konzessionsarten Auskunft geben. Er wurde genehmigt. Ebenso wurden Abschnitt 3: Konzessionserteilung (umfassend die Art. 6 bis 9) und Abschnitt 4. Besondere Konzessionsauflagen und zudem über zehn km hinaus regelmäsßig Strassentransporte mit Motorfahrzeugen gegen Entgelt (Art. 10 bis 13), einschliesslich den Aenderungen für andere ausgeführt hat, jedoch auf Grund der des Ständerates genehmigt. Verkehrsteilung zwischen Eisenbahn und Motorfahrzeug keine seinen bisher für diesen Zweck ge- In der Abendsitzung vom Mittwoch wurde dann die Einzelberatung beim 5. Abschnitt: Verkehrsteilung und Zusammenarbeit von sprechende Konzession N erhält oder auf eine Konbrauchten Betriebseinrichtungen und Wagen ent- Eisenbahn und Motorfahizeug (Art. 14 zession N verzichtet, obwohl er die erforderlichen und 15) wieder aufgenommen. Voraussetzungen erfüllen wü/de, wird aus Billigkeitsgründen von der Konzessionsbehörde eine In der vom Ständerat genehmigten Passung des Bundesrates lautet Art. 14: teilweise Entschädigung erhalten, wenn 1. Dae Post- und Eisenbahndepartement wird die Eisenbahnverwaltungen, die Automobilinteressenten und die Post veranlassen, unter Berücksichtigung der Richtlinien in Art. 15 sich über eine zweckmässige Zusammenarbeit und Verkehrsteilung im Güter- und Tierverkehr zu verständigen. 2. Die Verständigung über die Verkehrsteilung und Zusammenarbeit kann eich auch darauf erstrecken, dass die Konzessionäre N einen Teil ihrer Rechte und Pflichten auf eine Genossenschaft übertragen, in der die Interessen von Eisenbahn, Automobil und Verfrachtern angemessen vertreten sein müssen. 3. Die vorstehend erwähnte Verkehrsteilung und Zusammenarbeit soll spätestens drei Jahre nach Inkrafttreten deß Gesetzes durchgeführt sein. Linie eine Anpassung der S. B. B. an die, 4. Das allgemeine Verständigungsabkommen zwischen den Eisenbahnverwaltungen und Automobilinteressenten bedarf der Genehmigung durch den neuen Verkehrsverhältnisse sei. Die leitenden Organe der Bundesbahnen sähen darin die Bundesrat. zweckmässigste Lösung. Hierzu beantragt B o s s i fk. k., Graubünden), Im weiteren empfahlen noch Dr. Seiler beim ersten Punkt, den Passus < unter Berücksichtigung der Richtlinien in Art. 15» zu streichen, was (freis.), sowie Nationalrat Schmutz (B. G. B.), von Bundespräsident Pilet und dem Eisenbahnervertreter Kägi (soz.) abgelehnt und vom Rate ver- der Vorlage zuzustimmen. Ratspräsident Huber (soz.) erklärte Schluss worfen wird. Der Artikel ist damit genehmigt. der Debatte und stellte fest, dass Eintreten Bei Art. 15, Iit. d, lautet der Beschluss des Ständerates entgegen dem bundesrätlichen Antrag unbestritten und somit stillschweigend beschlossen sei. « Der Güterfernverkehr (in der Regel über dreis- wie folgt: Hierauf wurde sofort zur sig Kilometer, gesamte Transportlängo des Gutes) soll unter den in Art. 2 genannten Einschränkungen und unter Vorbehalt der Konzessionen S so- Einzelberatung übergegangen. Der erste Abschnitt: Umfang 1 der wie der unter Iit. c fallenden Transporte grundsätzlich den Eisenbahnen überlassen Konzessionspflicht, erstreckt sich über die Artikel 1 werden Original- Chevrolet-Ertatzteile sind jetzt nicht mehr teurer! 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Für Konzessionen N kann er nur in Betracht fallen: auf Verkehrsstrecken, für die keine Eisenbahnverbindung besteht, oder auf Verkehrsstrecken, für die eine Abtretung an das Motorfahrzeug aus betriebswirtschaftlichen Gründen der Eisenbahn angezeigt ist, oder wo sich dies im Interesse einer zweckmässigen Verkehrsteilung als notwendig erweist. » Der Rat nimmt diese Fassung an unter Verwerfung des eingangs erwähnten Antrags Gorgerat (lib., Waadt) auf Festsetzung der unteren Grenze für den Güter-Fernverkehr auE 50 km; sie bleibt also auf 30 km. Der 6. Abschnitt (umfassend die Art. 16 und 17): Mitwirkende Kommissionen wird unter Einbe/ug der Aenderungen des Ständerates genehmigt; ebenso der 7 Abschnitt (Art. 18 und 19) über die Strafbestimmungen und den K o n - zeseionsentzug sowie der 8. Abschnitt (Artikel 20) über das Beschwerdeverfahren. Der 9. Abschnitt (Art. 21 bis 23) enthält die Uebergangsbestimmungen. Art. 21 über die Entschädigung nicht berücksichtigter Unternehmer lautet in Iit. 1 : «Wer vor dem 1. Januar 1933 ausschliesslich er durch die Neuordnung unmittelbar und empfindlich geschädigt wird. » Dr. Gafner (B. G. B., Bern) begründet hierzu ausführlich einen Minderheitsantrag, der die Fassung des Bundesrates wiederum aufgreift, die folgenden Wortlaut hat: « Wer vor dem 1. Januar 1933 ausschliesslich und zudem über zehn km hinaus regelmässig Strassentransporte mit Motorfahrzeugen gegen Entgelt für andere ausgeführt hat, jedoch auf Grund der Verkehrsteilung «wischen Eisenbahn und Motorfahrzeug keine Konzession N erhält oder auf eine solche verzichtet, obwohl er die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen würde, ist für den erlittenen Schaden angemessen zu entschädigen.» Dazu sollte nach dem Antrag Gafner der Satz kommen: « In besonders drückenden Fällen ist volle Schadloshaltung zu gewähren ». Dieser Antrag wird von Schirmer (freis., St. Gallen), dem Präsidenten des Schweiz. Gewerbeverbandes, unterstützt. Die Kommissionsreferenten erklären sich damit einverstanden, dass die Fassung des Bundesrates wieder in den Vordergrund gestellt wird, lehnen in diesem Falle aber den Nachsatz von Gafner ab. Dieser ist damit einverstanden und zieht seinen Zusatzantrag zurück, worauf der Rat der bundesrätlichen Fassung zustimmt. Die Art. 22 und 23 werden diskussionslos genehmigt. Der 10. Abschnitt enthält die Schlussbestimmungen (Art. 24 bis 27). Er wird stillschweigend genehmigt. In der Schlussabstimmung wird die ganze Vorlage mit grosser Mehrheit angenommen. Sie gaht nun zur Differenz-Bereinigung an den Ständsrat zurück. S. A. Polsterüberzüge srfiooen die Origtaal-Polstenmg und sind waschbar. Wir haben ans auf die Anfertigung der» selben spezialisiert und liefern sie deshalb ras* and gegen massige Berechnung. In drin' genden Fällen brauchen wir den Wagen nicht mehr ab einen halben Tag. DJ ili- MÜLLER