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E_1935_Zeitung_Nr.002

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14 MJTOMOBIL-REVUE

14 MJTOMOBIL-REVUE 1935 - N« 2 Rasseln, das stets dem Menschen Grauen einflösst. — Das Bild war grossartig, einzig in seiner dämonischen Gewalt. Auf einer kleinen Lichtung, umgeben von hohen Baumfarnen, beglänzt vom Monde, liegt ein unheimlicher Knäuel der Diamantklapperschlangen, eine sieghafte Demonstration des allgewaltigen, vielgestaltigen Lebens! Unzählbare Schlangenleiber, im Schmucke neuer, farbenbunter Haut, winden sich im Gras, alle die zwanzig oder fünfundzwanzig, die es sein mögen, zu einer Einheit verbunden, die breiten Köpfe nach aussen gekehrt, einem Fabeltiere von vielen Häuptern gleich, das zischt und tausendfach klappert. Hoch sind die Klappern erhoben, schwingen maschinenmässig hin und her, erfüllen das Ufer mit dem schaurigen Echo. Lässt sich etwas Grossartigeres, Romantischeres vorstellen, als diese Hochzeitsnacht am Rio Palo, als diese vielfache, endlos scheinende Umarmung glatter, kühler Schlangenleiber? Wo ist der Maler, der die Lichtschlieren auf dem trägen Flusse, das Glänzen des Hartlaubes der Uferbäume, die hohen Baumfarne mit den kurzen, scharfen Schlagschatten auf der Lichtung und als Mittelpunkt dieser einzigartigen Umrahmung das Fest der Diamantenklapperschlangen, das Aufblitzen und Verlöschen der tausendfältigen Lichtblitze auf den unzähligen Schildern, das Züngeln und Aufsperren der Todesrachen, die schwingenden Klappern festzuhalten vermöchte? Grauen und Ekel schwinden, Bewunderung vor der Natur bleibt. Nur Guaca denkt anders. Sie bleibt in respektvoller Entfernung, aber ihr Knurren tönt nicht gut und dauert noch lange an. Die Dolche und das Gut. Die Indios töten die Klapperschlangen 'mit der Machete, die sie so wunderbar zu führen und schwingen vermögen, mit der sie das ^Zuckerrohr schneiden und Bäumchen fällen, mit der sie auch gegen den Stammesgenossen vorgehen, wenn allzu viel Zuckerrohrfusel durch die harten Kehlen geronnen ist. So ist es nicht schwer, zu schönen Klappern zu gelangen, so erhält man Köpfe und kann sich die Todeswaffen herauspräparieren. Beiderseits im Oberkiefer sitzen die furchtbaren, glasharten Gebilde in Zahnfleischwülsten, in Taschen, die den Zahn ausser Dienst schützend beherbergen. Kommt es zum Biss, dann richten sich die zwei Dolche auf, dann schlagen sie in das Opfer, dringen durch dünne und dicke Kleidung, einmal, zweimal, mehrmals, wenn die Schlange besonders gereizt wird und in Wut kommt. Nicht selten bricht ein Zahn. Doch fast sofort ist der Ersatzmann da. War der gebrochene im Zahnfache rechts, so stellt sich der Ersatzzahn in die linke Zahnfachabteilung, also unmittelbar daneben. Ebenso ist es in der anderen Kieferhälfte. Eine winzige Oeffnung an der Vorderseite (nicht an der Spitze) des Zahnes bedeutet das Ende des Kanals, der durch die unweit des Auges gelegene Giftdrüse gespeist wird und jenes Gift in den Körper des Opfers gelangen lässt, dass in 60 vielen Fällen rettungslos zum Tode Sührt. Nur ganz -wenige Tröpfchen Gift sind in der Giftdrüse vorhanden, und doch, sind sie Herren über Leben und Tod! Ist das Gift verbraucht, schafft die Drüse in Kürze neues herbei. Die Tropenglut kocht es aus. Als funkelndes, zinnoberrotes Keptu liegt sie im Walde, blauschwarz ist ihr Kopf, schwarz die vielen Querringe, die, überdies noch gelb gesäumt, den Leib in viele rote Felder teilen. Gelb ist die Querbinde über dem Kopf. Sie passt so recht zu den Blumenwundern des feucht-stickigen Urwaldes, zu den klimmenden Philodendren, zu den brennenden Orchideen auf unheimlich grossen Bäumen, zu den leise nickenden Farnen und all dem Seltsamen, Niegesehauten, das der tropische Regenwald verbirgt. Auch im Bereiche der Kulturen ist die Harlekinschlange zu finden. Gerade die weiten Zuckerrohrdickichte, die ein bis zwei Jahre von Menschen nicht berührt werden, sind ja ein Paradies, ein Dorado für die Schlangenfamilie. Von den Kulturen ist es nicht immer weit zu dem Verwaltungsgebäude der Finca, der Plantage. Die Tropenhäuser sind nicht in unserem Stil und nicht aus Steinen erbaut. Holz spielt eine grosse Rolle, zu ebener Erde liegt das Untergeschoss. Jeder Käfer kann, wenn er will, hereinspazieren. Im Lichte der Blendlaternen. Das Schlafengehen geschieht etwas umständlicher als bei uns. Fussdecke und Leintücher werden abgehoben, die lange amerikanische Taschenlampe sendet ihren grellen Lichtstrahl unters Bett, geht die Wände entlang, denn böses Getier kann sich als 'Schlafgenosse aufdrängen und die Gastfreundschaft mit Krankheit, Siechtum. Tod lohnen. EinmaJ wohnte ich in einem elenden Rancho, hatte Lehm als Fussboden, Palmblätter zum Dache, eine Matte als Tür. Was nützte es, dass ich jeden Abend die Wände mit Flit parfümierte! Durch die Mattentür kam immer reichlicher Nachschub. Als ich eines Abends wie gewöhnlich den Rancho durchleuchtete, traf der Lichtkegel etwas Rotes, blieb daran haften, enthüllt die trügerische, gefährliche Pracht einer Harlekinschlange, die es «ich bequem gemacht hatte. Sie lag nicht unter der Bettdecke, sondern unter dem Bett. Doch behagte sie mir begreiflicherweise auch dort nicht, und so wanderte sie denn in eine «Gasolinlata», in eines jener Blechgefässe, das ursprünglich Autobenzin enthielt und von mir zum wissenschaftlichen Aufbewahrungsgerät erhoben worden war. Rätsel der Tropen. Klapperschlangen verschiedener Art und Harlekinschlangen, Korallenschlangen und viele andere Angehörige der grossen Schlangenfamilie begegneten mir auf weiten Wegen in Latainamerika. Im Ananasgebüsch, unweit des Stillen Weltmeeres auf Sand, so heiss, dass die Stiefelnägel unerträglich zu brennen begannen; im Mimosendickicht der endlosen Weiden zusammen mit der Garapatosplage; im Urwald unter grossen Fächerpalmen und Baumfarnen; im Rancho zu Püssen der Bettstatt; im rauschenden Zuckerrohrfeld und in der duftenden Kaffeeplantage; im wuchernden Lianengewirr der heiligen Bäume; am Boden der tief schattenden Bananenpflanzungen. Doch nichts hat mir so gefallen, nichts mich so gefesselt, mich in einen Zauberkreis gebannt, mir die Rätsel der Tropen, den Zauber des Südens so vor Augen geführt, mir den Ekel genommen und Der prachtvolle Dämon. Zu den schönsten 'Schlangen des heissen Amerikas gehört die Harlekinschlange. Sie ist ein Wun- sich als Urnatur vorgestellt, wie das Diamantenschlangenknäuel auf mondbeschienener Urwaldder, ein Glanzstück der Schöpfung, das an Farbenpracht kaum überboten werden kann. Hchtungl ? - i ..*. ... „. .. :..lt ... . Hypotheken Ablösungs & Baukredit Sie Land kaufen Sie ein Haus kaufen Sie ein Haus bauen Sie Ihre Hypothek ablösen müssen Sie sich bei uns Ober die bOrgenlosen, unkündbaren Habal-Tilgungs-Hypotheken erkundigen. Kostenlose Auskunft erteilt: I. P. BISCHOF, Generalagent B A S E L . Adlentraue 44. Tel. 49.644 Kreisdirektion Bern: P.Mauderll, Marktgasse50, Bern,Tel.27.801. Kreisdirektion Zürich: A. v. Blarer, Bahnhofstrasse 31, Zürich (Orell FOssli-Hof), Tel. 35.941. Kreisdirektion Sehaffhausen: Fritz Burg, Unterstadt 60 (Skalahaus), Schaffhausen, Tel. 25.88 Kreisdirektion Solothurn: . A. Bühler, Klarastrasse 37, Ölten, Tel.35.92. zuverlässig, angenehm, unschädlich 4« Packung Fr. 2.-, 10 er Packung Fr. 4.50. Verkauf in allen Apotheken. Prospekt-Versand gratis und diskret durch die Generalvertretung für die Schweiz: Hempel — Zürich 25 — Tel. 72.527 Berücksichtigt die Inserenten dieses Blattes! StadttheatCr Abends 8 Uhr, Sonntag nachmittags 3 Uhr. Di. abend 8. Jan. Grüezi. Mi. nachm. 9. Jan. 3 Uhr: Peterchens Mondfahrt. Mi. abend 9. Jan. Die Fledermaus (A-Ab. 9). DO. abend 10. Jan. Volksvorstellg.: Manon Lescaut. Fr. abend 11. Jan. Rigoietto (A-Ab. g). Sa. nachm. 12. Jan. 3 Uhr: Peferchens Mondfahrt. Sa. abend 12. Jan. Die tanzende Stadt. So. nachm. 13. Jan. GrQezi. So. abend 13. Jan. Fledermaus. Schauspielhaus Abends ** tJ ££, s ? T n v n - r Di. abend 8. Jan. Prof. Mannheim. tag nachm. 3% Uhr. Mi. abend 9. Jan. Schwarz auf Weiss, Revue in 22 Bildern von Marianne Rieser, Bry und Kasics. DO. abend 10. Jan. Deutsche Uraufführung in Gegenr wart des Autors: Sein Testament, Schauspiel von Sacha Guitry. Fr. abend 11. Jan. Schwarz auf Weiss, Revue. Sa. abend 12. Jan. Sein Testament, Schauspiel von Sacha Guitry, So. nachm. 13. Jan. Prof. Mannheim. So. abend 13. Jan. Schwarz auf Weiss, Revue. b. Bellevueplatz Die drei Stimmungskanonen: Burian — Maiersky. Bekanntes Familienhaus geg. d. Theater am See. Massige Preise bei bester Verpflegung. Tfin7fn• Automobil-Revue» des Jahres 1906 fort: Ein 4-_Zyl.-"Wagen zu dem obigen Preise kann, wenn auch in grossen Serien erzeugt, kaum etwas anderes sein als ein Weihnaohtsspielzeug, dessen Me- « Ueber die Konstruktion des modernen chanismus schon die ersten Stösse zerrütten. > c Während man in der Schweiz den Automobilfahrer von der Landstrasse durch altvaterische Verbote verdrängen will und dadurch einen guten Teil Schildbürgerweisheit an den Tag legt, sinnt der Mann des rollenden Dollars oder der smarte Sohn Albions darüber nach, wie er das Automobil mit seinen geschäftlichen Interessen in Einklang bringen könne. Lassen Sie sich daher von einer Einrichtung berichten, welche seit kurzem in London durch den Unternehmungsgeist einiger weitsichtiger Finanzleute eine greifbare Gestalt angenommen hat. Es handelt sich um nichts mehr oder weniger als um die Schaffung einer Strasse, ausschliesslich dem Verkehr der Motorfahrzeuge zwischen London und Brightcn dienend. Die Gesellschaft ist mit einem Kapital von ca. 60 Mill. Fr. organisiert und wird binnen einigen Jahren eine Automobilfahrstrasse erstellen, welche für die Welt der Technik und des Verkehrs die gleiche Bedeutung haben wird wie Stephensons erster Schienenstrang... Wir gehen nicht fehl, wenn wir heute schon dem Unternehmen eine glänzende Zukunft voraussagen. » : « New Yorker Ausstellungen. » € New York besass in dem vergangenen Monat zwei Automobil-Salons, von denen der eine, der zu Madison-Square, nur bestimmten Firmen offen war, während der andere in der Armory-Halle von allen Fabrikanten beschickt werden konnte. Im < Salon » von Madison-Square gab es als Kuriosum ein von E. R. Old gebautes, mit einem 2-Zyl.- Motor ausgestattetes Luxus-Wägelchen zu sehen, das Zürcher-Wochenprogramm Cinema Apollo Petersbürger Nächte, nach Dostoiewsky. Odeon Pension Seequai Dicker Wiener-Cafe Bristol Peiikanstrasse fi Diätrestaurant A. 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An jedem Ende ist eine Zahnstange vorgesehen, in welche ein kleines Zahnrad eingreift, das Bremsband an beiden Enden anziehend. > « Trotz vieler Versuche scheinen die Bienenkorb- Kühler doch immer noch Mängel zu haben in bezug auf Dichtigkeit Röhrenkühler mit Kühlrippen haben sich bis heute stets als zuverlässig erwiesen, machen aber mit ihren verbogenen Kühlrippen, wenn sie mit den sauber aussehenden Bienenkorbkühlern verglichen werden, einen armen Eindruck. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, ist nun ein einfacher Rippen-Röhrenkühler gebaut worden, der in seiner äusseren Erscheinung wie ein Bienenwebkühler aussieht Zu diesem Zweck sind die Kühlrippen vorne umgebogen und mit einer Reihe von Einschnitten versehen, in welche in einfacher Weise horizontal noch Kühlblechstreifen eingelegt werden, so dass genau das Aussehen der Bienenwebkühler imitiert wird. » Aus Inseraten: c Welche Fabrik kann mir einen Zweisitzer, mit abnehmbarem Tonneau, 10—12 PS, 4, Zyl., liefern? Bedingung: Prima Fabrikat, Radstand möglichst kurz und Spurweite nur 110 cm.» « Suche zu kaufen zwei- oder viersiteigen schnellen, kleinen Wagen mit Wasserkühlung, mit Motor von nicht unter 6 PS. Verkäufer derartiger guterhaltener Wagen, die vor allem jedo Steigung fahren, sind um Offerte gebeten. > Restaurant Roxy-Bar Rebgasse-M ül lerstrasse Zürich 4 Das gediegene Restaurant Weinspezialitaten, Grill-Küche DieBAR mit bescheidenen Preisen Schweizer Jugendschriften Eine reiche Sammlung von Reisebeschreibungen, Schilderungen von Völkersitten, Erzählungen aus Gegenwart und Vergangenheit und aus dem Märchenland. Die besten Schätze der Weltliteratur für die Jugend Mit ihren bis jetzt erschienenen 60 Nummern wollen sie unserm erlebnisfreudigen Nachwuchs Ersatz für Frank Allan-Lektüre bieten. In allen Buchhandlungen, Papeterien und Kiosken erhältlich. Preis jedes 32-48 Seiten starken Heftchens in 4farbigem Umschlag und mehreren Schwarzzeichnungen nur 20 Rp. 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N«> 2 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE 15 JCidtwc den, ^CaasMeidung^ wendung eines gut waschbaren, farbechten Materials (Flanell oder Waschsamt). Mit der Erörterung des Schlafrockes erscheint aber das Thema « Hauskleidung » kei- Eine Frau von Geschmack wird gewiss che, denen helle Garnituren eine ganz entzückende Note geben, und schliesslich auch Wert, darauf legen, sich nicht nur in der Oeffentlichkeit, sondern auch im Rahmen mit Stickereien garnierte Entwürfe, die allen ihres eigenen Heimes vorteilhaft zu kleiden, willkommen sein werden, die gelegentlich so dass die Aufmachung für « Zuhause » ein eine schöne Handarbeit gerne vornehmen. Kapitel ist, das nicht übergangen werden Der Schnitt eines zeitgemässen Hauskleides darf. soll niemals kompliziert sein, weil die einfache, beim An- und Auskleiden keine Schwie- Früher einmal gehörten reich garnierte Schlafröcke sozusagen zum «eisernen Bestand » jeder Ausstattung. Heute aber ist man menste- ist. rigkeiten bereitende Grundform die willkom- insofern anderer Auffassung, als man dem Ein mantelartig gegürteter Schnitt kann Schlafrock eine betont einfache Form gibt, indem man jeden Aufputz geflissentlich vermeidet, damit das betreffende Stück wirklich leicht zu reinigen und gut strapazfähig ist. Dieser Auffassung entspricht auch die Ver- nach wie vor als richtunggebend betrachtet werden. Diese Form und ein paar andere Schnitte, die die neueste Mode anregt, wollen wir herausgreifen und damit sowohl die allereinfachsten Modelle, die für die Hausarbeit in Frage kommen, als auch dekorativere Hauskleider, die für die Abendstunden bestimmt sind, erfassen: Der heuer sehr beliebte, gerippte Samt neswegs erschöpft, da man sich in dieser Hinsicht während der letzten Jahre vollkommen neu orientieren musste. Die Frau erkannte nämlich, dass es ein gewaltiger Fehler ist, die für die Strasse und für den Beruf bestimmte Strapazaufmachung auch als Hauskleidung zu verwenden und dass es bedeutend vorteilhafter wäre, daheim ein ausgesprochenes Hauskleid anzulegen, das sich nicht nur viel vorteilhafter in den Rahmen der Wohnung fügt, sondern auch zweckentsprechender und angenehmer im Tragen ist, ganz abgesehen davon, dass unter diesen Umständen die Ausgehkleidung, die bei der häuslichen Arbeit oft viel zu sehr in Anspruch genommen würde, geschont bleibt. Das moderne Hauskleid soll derart gearbeitet sein, dass es sowohl untertags als auch abends, wenn die Hausfrau ein paar Bekannte zu Gast bittet, getragen werden kann. Im übrigen lässt sich in diesem Falle der persönliche Stil vorzüglich zum Ausdruck bringen, weil hier nicht die Tagesmode, sondern der Geschmack der Trägerin entscheidet. Es gibt Hauskleider, die aus der eigenartigen Zusammenstellung verschiedenartigen, oft in der Farbe kontrastierenden Materials ihre nette Wirkung holen, dann wieder solmuss natürlich in schlichter Art verarbeitet werden. Wir führen als ersten Entwurf (zweine Figur von links) ein sehr vorteilhaftes Modell vor Augen, für welches Samt in schöner Modefarbe, wie Mittelbraun; Flaschengrün und Weinrot, zu empfehlen wäre. Es handelt sich im Grunde genommen um eine ganz primitive Mantelform mit seitlich aufgelegter Tasche (für die der Samt in anderer Streifenrichtung zu verwenden wäre), mit dreiviertellangen, für die Hausarbeit sehr praktischen Aermeln, mit einem glatten Ledergürtel und mit zwei aus schmalen Samtstreifen gebildeten Maschenverschlüssen. Eine sympathische Grundform hat auch das als dritte Skizze (Mittelfigur) dargestellte Hauskleid, das schräge überkreuzt ist und einen etwa handbreiten Einschnitt bringt, durch den die schalähnliche Kragenpartie durchgezogen werden kann, so dass dieses Modell sowohl offen als auch geschlossen zu tragen ist. Der halblange Kelchärmel scheint sich für Hauskleider grösster Beliebtheit zu erfreuen; er kann des Kontrastes wegen farbig abgefüttert, an der Oberseite aber in stilisierter Manier mit Wolle oder Garn bestickt sein. Dunkle Hauskleider mit heller Garnitur sind immer wirkungsvoll; im nächsten Bilde (zweite Figur von rechts) zeigen wir ein mit «Klips-Knöpfen» und mit einem schmalen Gürtel verschlossenes Kittelkleid mit neuartigem Bäffchen, das zur beliebtesten Kragenpartie zu werden verspricht. Auf welche Weise selbst dem an sich belanglosesten, ganz einfachen Hängekleid (gleichviel, ob es aus Samt, Flanell oder Stoff verfertigt sei) mit Leichtigkeit eine sehr 'ansprechende Note zu geben ist, zeigen wir im Bilde rechts aussen, indem wir eine breitgegürtete Kasacke ins Treffen führen, die mit ihrer Wollstickerei und ihrer Auflagearbeit in chinesischer Manier ganz besonders schön aussieht. Oft ist die Aufmachung für die Mussestunden im eigenen Heim von einem nachmittäglichen Kleid kaum mehr zu unterscheiden, weil man sich bemüht, «den Uebergang» fast völlig zu verwischen. Eine einfache und doch wirkungsvolle Aufmachung, die jede Frau gerne wählen wird, wenn sie Gäste erwartet, stellen wir in der letzten Skizze (ganz links aussen) dar. Dieser Entwurf, der in jed\v*edem dunklen Material wiedergegeben werden könnte, hat den üblichen Mantelkleidschnitt und erhält durch eine Spitzengarnierung, die einerseits für die schönen « Trompetenärmel », anderseits als Abschluss des Ausschnittes verwendet wird, jene antikisierte Note, für die eine kultivierte Frau immer Verständnis hat. W. U. Qcei Zeiten Mode Zum Spazierengehen im Schnee, wenn man keinen Sport treibt, kann man einen weissen Sportmantel mit Gürtel über einer Norwegerhose tragen. Dazu Mütze und Weste aus Ocelot. Skikostüme sind häufig zweifarbig, mit hellerer, manchmal sehr kurzer Jacke. Wasserdichte Sportjacken können mit Schafpelz gefüttert sein. Es gibt immer mehr Corselets, welche so gearbeitet sind, dass die Achselbänder entfallen können. Die Aermel haben wieder mehr Bedeutung als je. Viele setzen sehr hoch, fast am Halse an. Sehr weite, oben und unten eingezogene Aermel gefallen. Mönchsärmel, manchmal in anderer Farbe als das Kleid, haben für den Nachmittag viel Chic. Sehr breite, andersfarbige Gürtel zu einfachen Stoffkleidern. Zu kurzen Stoffjacken gibt es Eton-Kragen aus Pelz. Abendkleider sind manchmal zweiteilig — r langer Rock und Jacke mit abstechendem Schösschen. Helle Stoffmäntel werden mit dunklerem ; Pelz — Seal oder Ocelot — gefüttert. Säumchen und vor allem eingereihte Decolletes und Aermel sind für den Frühling typisch. Ein anliegendes Satinabendkleid kann durch Tüll voiliert werden. Für den Frühling und schon jetzt gibt es häufig Mäntel ohne Pelzkragen. (Manche sind im Russenstil, mit Gürtel und breiten Aermeln. Der Kragen ist klein. Neben sehr engen, geraden Röcken sieht man Kleider, die vorn ziemlich viel Weite haben. Die Röcke mancher Abendkleider aus Taft sind durch Säumchen, Rüschen oder matelassierte Teile versteift. ZeiteiateiCuug-