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E_1936_Zeitung_Nr.050

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Automobil-Revue — N°

Automobil-Revue — N° 50 Vorteilhafte Absteigequartiere Albulapass Rendez-vous der Automobilisten. Zimmer zu Fr. 3 . Bündner Spezialitäten. Forellen. Gartenrestaurant. Garage. Tel. 546. Fam. Pf ister. Gutbürgerhches Haus am Marktplatz. - Zimmer zu Fr. 2.50. Bekannt für gute Küche und Keller. Garage. Tel. 43. F. Ineichen, Bes. Komfortables Haus. Zimmer mit Iliessend. "Wasser von Fr. 3.50 an. Pension von Fr. 8.— bis 9.-. Lebende Forellen. Schattiger Garten. Garage. Tel. 518. L. Flury. Gutbürgerl. Hotel. 70 Betten. Alle Zimmer mit f Hess. Wasser. Privatbäder. Butterküche. Garage. Zimmer ab Fr. 4.—, Pension ab Fr. 10.50. Telephon 683 Davos-Platz Ostschweiz Eden-Sport-Hotel A. C. S. Lärmfreie, erhöhte Lage im Garten oberhalb Hauptpost. Gute Zufahrt. Parkplatz. Zimmer mit f Hess. Wasser von Fr. 3.50 an. Grosses, gedecktes Terrassen- Restaurant. Tel. 76. H. E. Saxer, Bes. r R !ma"s S hor„ GaStl^S $MÜ\ Altbek. Landgasthof. Gutgeführte Butterküche. Fischspezialitäten. Zimmer v. Fr. 2.— an. 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Imposant ist der Anblick der Aarefälle bei dem Hochwasser während der Schneeschmelze. Dankbare Spaziergänge führen in die mannigfaltige Umgebung der Stadt. Wer war schon auf der Rabenfluh, in der Kohlernschlucht, in den Tropfsteinhöhlen? Die gesunden Wanderungen sind leider etwas unmodern geworden. Wer das Reisen vorzieht, findet in Thun die Anschlüsse nach jedem Ziel, mit Bahn und Schiff und Auto; der Genfersee, der ganze Süden, aber auch sein Gegenstück, das Jungfraujoch sind in seine nächste Nähe gerückt. Der Nationale Concours hipplque Thun findet am 27. und 28. Juni nächsthin auf dem Areal der eidg. Pferderegieanstalt statt. Die Propositionen sind bereits im Druck erschienen und weisen eine mittlere Dressurprüfung und 5 Springkonkurrenzen auf. Unter anderm werden die Besucher der Veranstaltung sämtliche Reiter und Pferde, welche sich im Trainingskurs für die diesjährige Olympiade in Berlin befinden, zu Gesicht bekommen. Benz sprach in seiner Anfangszeit über die Möglichkeiten des selbstlaufenden Wagens. Er sn'ess z. T. auf härtesten Widerspruch. Einer seiner Gegner sagte zu ihm: «Wenn wir diesen Ideengängen folgen, dann steht eines Tages irgendein Narr auf und erklärt uns, dass wir fliegen könnten wie die Vögel, und, meine Herren, eine Maschine in der Luft ist doch vollkommen undenkbar!» Daunler hatte das Patent des ersten Motorrades angemeldet. Ein reicher Mann sollte die Erfindung finanzieren, aber im letzten Augenblick trat er mit einer sehr merkwürdigen Begründung von seinem Vorhaben zurück. «Ich habe es mir überlegt», sagte er: « Mir ist vorläufig das Wiehern der Pferde vor meinem Kutschwagen noch angenehmer als der Radau, den Ihre Maschine macht!» Nimmer sollst Du starten Redaktion des Auto-Magazins: Dr. Hans Rud. Schmld. ohne Hallwag-Karten 6 GUMMI Fr. 2.50 Beste Qualität. Sicherster Schutz. Diskreter Versand. 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in. Blatt Automobil-Revue Nr. 50 BERN, 19. Juni 1936 Zürich als INodeplafiz gen den Kleiderluxus einzuschreiten. Schon damals wendeten die Zürcherinnen zum Leidwesen der Landesväter ihre Blicke nach Paris, um zu erspähen, was etwa an betörenden Erfindungen in den Dienst der eigenen Schönheit gestellt werden könnte. Und wenn nicht alles trügt, werden die Zürcherinnen sich auch die Mode von Paris weiterhin verschreiben lassen. Allerdings streuen die hiesigen Fabrikanten und Modesachverständigen ihre kleinen Pointen dann und wann in das Modebild. Dinge, die hier erfunden wurden, wie beispielsweise gewisse Druckmuster, manche Strohsorten, wandern vorerst nach Paris und kommen von dort sanktioniert wieder zu uns zurück. -nn Angenommen, Sie kehren aus dem Ausland nach Zürich zurück. Sie haben ein paar Tage in Rom verlebt, waren vielleicht schnell auf Besuch in Wien oder verbrachten ein verlängertes Wochenende in Paris und nun sind Sie wieder in unserer Limmatstadt angelangt. Ist es Ihnen nach solchen Abstechern in ausländische Großstädte nicht dann und wann schon bewusst geworden, wie viel elegante, mit feinem Geschmack oder mit schmissiger Originalität gekleidete Frauen in den Strassen unserer Stadt flanieren oder im Eilschritt vorüberflitzen? Sicher beherbergen die'Metropolen der umliegenden Staaten viel sehr elegante Frauen, aber sie leben in bestimmten Zirkeln, sind selten auf den Strassen zu sehen und nur in wenigen, exklusiven Restaurants anzutreffen, während die allgemein demokratische Einstellung hierzulande der Entfaltung eines gepflegten, schönen Kleidstils in der breiten Oeffentlichkeit sehr förderlich ist. Man wirft uns Zürcherinnen allerlei vor, wovon wir lieber schweigen. Vielleicht geschieht es mit Recht, vielleicht auch bloss, um uns ein wenig in Harnisch zu bringen. Aber niemand kann im Ernst behaupten, es mangle uns an modischem Flair, wir besässen nicht das notwendige Fingerspitzengefühl, um aus den sehr verschiedenartigen Strömungen der Modekunst jene herauszugreifen, die es wirklich verdienen, als Zeitstil gewertet zu werden. Unsere Verbindungen mit Paris, wo ununterbrochen neue Moden kreiert werden, sind die denkbar besten. Hat einer der grossen Schneider irgend eine Erfindung gemacht und hütet sie wie seinen Augapfel, weil er sie erst bei einer bestimmten Gelegenheit lancieren will, sicher dringt das Geflüster davon durch die Türritzen. Irgendwer kabelt die sensationelle Nachricht flugs nach Zürich und schon machen sich geschickte Hände dahinter, diesen Typ auszuwerten und ihn den Zürcherinnen möglichst frisch und knusperig zu servieren. Handelt es sich hierbei mehr um Kleinigkeiten, um die « petits riens », die zwar oft in der Toilette eine so bedeutungsvolle Rolle spielen, so setzt es jeweilen lange vor Saisonwechsel ganze Wallfahrten nach den berühmten Modeplätzen ab. Ende März, wenn sich die Frühjahrssaison erst schüchtern zu entfalten beginnt, eilen Fabrikanten und Stoffeinkäufer in die Fabrikzentren unserer Nachbarländer, die einen, um nach Typs für die übernächste Saison zu fahnden, die andern, um an Hand von Mustern und Zeichnungen die Novitäten der Wintersaison zu bestellen, die bereits Ende Juni schon eintreffen. Später dann strömen Schneider und Konfektionäre für den Einkauf der Modelle in die Haute-Couture-Häuser von Paris. Wahl und Einkauf der Stoffe und Modelle war noch nie eine simple Angelegenheit. Heute kompliziert sich dieses Geschäft für den Einkäufer ganz erheblich, weil die Frauen nicht mehr stillschweigend und kritiklos kaufen und bezahlen, was ihnen die Verkäufer vorlegen. Eingehendes Studium der Mode, die Flut ausgezeichneter Journale, von allen Seiten regnende Typs in Tageszeitungen, persönlicher Augenschein an Modeplätzen schärfen die Urteilskraft der Konsumentin. Etwas, das ihrem Geschmack nicht entspricht, oder von dem abweicht, was sie selbst als Richtlinie erkennt, lässt sie links liegen, und keine noch so geschickt aufgezogene Reklame kann sie zum Kauf bewegen. Wenn irgend etwas nicht vorrätig ist, was sie wünscht, wird sie der Geschäftsleitung nicht verzeihen, gerade diese oder jene Qualität, dieses oder jenes Modell oder Muster nicht auf Vorrat genommen zu haben. So mussten sich unsere Stoffgeschäfte heuer unbedingt mit allen möglichen- Sorten von Pique eindecken; sie waren genötigt, ihn gerippt, gewaffelt, gefältelt, matelassiert, gestreift und bedruckt zu führen, denn die Modestrategen haben Pique als grosse Nouveaute erklärt und sehr verführerische Dinge daraus hergestellt, wie lange Redingoten, pikante, kleine Jacken, Abendkleider, Hufe, Handschuhe, Taschen und Schuhe. Aber wie steht es mit diesem Pique heute? Nachdem der ganze Frühsommer in einer ewigen Regenflut ertrunken ist, liegen die Piqueballen noch schier unberührt auf den Gestellen und warten. Worauf? Vielleicht, dass ihnen nächstes Jahr mehr Wetterchancen und noch etwas nachträgliche Modegunst erblühe? Eine kleine Umstellung hinsichtlich des Einkaufes ist allerdings durch die wirtschaftlichen Verhältnisse eingetreten. Früher deckten viele Stoffgeschäfte einen Teil ihres Bedarfes im Ausland, wo auch reichlich Konfektion bezogen wurde. Heute liefern die schweizerischen Industrien die Hauptmenge des Bedarfes; aus diesem Grunde sind Fabrikanten und Konfektionäre in starkem Masse auf ihren modischen Spürsinn angewiesen. Wie ausgezeichnet es ihnen mitunter gelingt, die modischen Inspirationen auszuwerten, beweist augenblicklich die St. Galler Stickerei-Industrie, die nicht nur Pariser Ideen kopiert, sondern selbst wieder dazu übergegangen ist, den dortigen grossen Schneiderhäusern Vorschläge für Muster zu unterbreiten, wodurch sie einen bemerkenswerten Erfolg einheimsen durfte. Von den vielen modischen Dingen, die in Zürich zusammenströmen, sind weit mehr als die Hälfte schweizerische Erzeugnisse, sowohl hinsichtlich des Materials als auch der Herstellung. Zürich selbst beherbergt eine auffallend kleine Zahl von Modeindustrien mit Ausnahme bedeutender Konfektionsfabriken, Dafür haben sich alle möglichen der Mode verpflichteten Industrien längs des Sees eingebürgert. Hier werden wollene, seidene und gemischte Gewebe sowie Samte fabriziert. Aus Winterthur kommen viele der hübsch bedruckten Baumwollgewebe. St. Gallen liefert neben Organdi, bestickten Stoffen und konfektionierten Weisswaren die aktuellen PiquSs. Bernerleinen hat in Zürich einen guten Namen. Auch Wirkwaren werden häufig aus dem Bernbiet bezogen. Basel sendet uns Bänder, Regenschirme und Schirmseiden, sowie alle möglichen Strickgarne. Die Fabrikation von Lederhandschuhen, Taschen und Reiseartikeln wird in Zürich selbst betrieben. Synthetisches und Naturstroh und die daraus geflochtenen Hutstumpen liefern die aargauischen Strohfabrikanten. Eine Knopffabrik in der Nähe von Zürich versorgt Konfektion und Schneidergewerbe mit Knöpfen, Schnallen und Schliessen. Schon immer galten die Zürcherinnen als modefreundlich. Sie waren ..bekannt für ihren guten Geschmack — und ein bisschen auch für ihre Hoffart. Ansonst hätten sich ja die Behörden im 17. und 18. Jahrhundert nicht genötigt gesehen, mit Mandaten und Bussen ge- Kürze Befrachtung Wie oft hört man den Ausspruch: ist die Devise. Wir brauchen alle nur Sonnenschein, damit Pläne und Wünsche sich erfüllen mögen. Weg mit den alten Hüten. Der neue Autohut ist so praktisch und kleidsam, er kann sowohl in Stoff, Leinen oder Filz ausgeführt werden. Bei Sonnenschein trägt man den Hut mit Rand zum Schutz gegen die Sonne, will man dagegen hübsch aussehen, trägt man den Aufschlag des Hutes aus dem Gesicht. Ein Schleier, mit Gummi befestigt, sieht an der Trägerin sehr hübsch und kleidsam aus. Eine weitere Neuheit ist das neue Lido-Kopftuch aus Seide, mit Schild. Es lässt sich auf verschiedene Arten binden, ganz individuell nach dem Geschmack der Trägerin. Auch Matrosen-Mützen aus Seide, Filz und Stroh sind beliebt. Dieselben sind oft mit grossen Seidenpompons garniert. Lustig flattern oft zwei schmale Seidenbänder, seitwärts oder hinten angebracht. Lederhüte mit dazu passenden Lederwesten sind fürs grosse Portemonnaie bestimmt, aber da es in der momentanöri: Zeit viel mehr kleine Portemonnaies gibt, begnügen wir uns mit einem praktischen Hut, der für alle erschwinglich ist. Die Verkleinerungsform wird nicht nur um der Kleinheit willen gegeben. Sie ist vielmehr eine grammatische Zärtlichkeit und gibt als solche Aufschluss über den Grad der Zuneigung, die der Mensch zu Tieren von einer gewissen Grosse abwärts hat. Die obere Grenze liegt bei Reh und Hase, obwohl Rehlein und Hasche» schon Zukkertiere auf den Wiesen einer allzu empfindsamen Vergangenheit sind, die untere Grenze ist unter jenen Tieren zu suchen, die ohne Vergrösserungsglas sozusagen noch als Wesen empfunden werden. 'Dazu gehören biespielsweise nicht mehr Insekten vom Umfang einer Nähnadelspitze. Sie sind zwar noch sichtbar, aber doch gleichsam ausser Hörweite, wie Menschen winzig in der Ferne. Innerhalb dieser Grenzen entscheidet die Sympathie. Kaum ein Tier trägt die Kosesilbe so mit Recht und Anstand wie das Marienkäferchen. Es Es vereint fast alles in sich, was unser Wohlwollen, unsere bescheidenste Zärtlichkeit, unsere fingerspitzigste Behutsamkeit erregt. Es ist zu gross, um uns gleichgültig zu sein, und zu klein, um selbst die zartesten Nerven auf die Probe zu stellen. Es .ist angenehm rundlich und kugelig, ohne sich dabei wie ein Affe verräterisch aufzurollen, es ist lustig gemustert und säuberlich lackiert; es hat überdies etwas durchaus Putziges im Wesen und fliegt, ungefähr wie ein Spielflugzeug, nur so weit und so gut als hinreichend ist, darüber zu lachen. Was ihm aber den ganz besonderen Platz in unserem Herzen einräumt, liegt noch tiefer als im Zusammenwirken einer Gestalt, die in ihrer punktierten, polierten Niedlichkeit beinahe alles Insektenhafte verloren hat, mit stillvergnügten harmlosen Manieren: die Stubenfliege ist häuslich aber lästig, Sportliches Deux-Pieces aus Jersey ray6. Modell Telmoli. Man sieht in der Regel bei uns so viel- schöne, herrliche Autos — warum so wenig schöne Autohüte? Zu wenig Angebot? Wir sagen zu wenig Nachfrage — es isch ja alles guet gnuegl J.-P. Der Hund und das Hlarienhäferclien Das Marienkäferchen. der Floh ist zutraulich, er weiss jedoch warum, und ein Tagfalter kommt selten und wie ein kleines, wunderbares Ereignis in das Zimmer, aber er fühlt sich unglücklich. Das Marienkäferchen ist häuslich und zutraulich und wunderhaft zugleich. Das Wunder der Hundenase. Was es für einen Hund heissen mag, aus der gleichartigen Witterung von Schuhwerk, Wichse und allgemeinem «Menschgeruch» den Eigengeruch eines ganz bestimmten Menschen herauszuspüren, ist für uns Geruchsstümper nahezu unvorstellbar. Wenn wir aber weiter annehmen, dass nicht nur jeder Mensch, sondern auch jedes einzelne Tier innerhalb seiner Art wieder einen verschiedenen Geruch aussendet, wenn es also min-' destens soviel, wenn nicht mehr Gerüche gibt als Form- und Farbgestaltungen für uns Sehende, dann möchten wir an ein Wunder glauben, wenn es Hunden möglich sein sollte, all diese Gerüchte auseinander zu halten. Und es ist möglich! Der Münchner Professor Bastian Schmid hat neuerdings mit Hilfe ausgezeichneter Spürhunde nachweisen können, dass der Hund nicht nur seine Art oder wenigstens das Geschlecht, sondern auch einen ganz bestimmten Hund am Geruch unterscheiden kann. Aber auch Pferdeindividuen konnte der Hund einwandfrei auseinanderhalten. Nach Bastian Schmids Untersuchungen '* muss' sich die Geruchswelt für den Hund als eine Art Geruchsmosaikbild darstellen, denn beim geruchlichen Erfassen irgend eines Menschen oder Tieres pflegt der Hund die'Einzelregionen des Körpers «abzuschnüffeln», wie wenn ein Kurzsichtiger Bildteil für Bildteil mustert, ohne das Ganze erfassen zu können. Bület-Vorverkauf: Regie Thun, Tel. 2076. — Gedeckte Tribüne — Äutopark. Samstag, 27. Juni: Sonntag, 28. Juni: Mittlere Dressurprüfung Armeepreis Eröffnungspreis Preis vom St. Georg Tagdspringen Preis von Thun Verschiedene Schaunummern.