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E_1938_Zeitung_Nr.026

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Motorfahrzeugbestand

Motorfahrzeugbestand nach Kantonen und Städten 1 ) am 30. September 1937. Inbegriffen die Motorfahrzeuge der Postverwaltung. Motorwagen Motorräder Per- Auto- »11s- Last- I.ielcrungs- Spe- Gesonra- busse wech* wagen wagen 4 ) zial- werbl. Total Sei- Sei- Total ohne mit Kantone, Städte wagen sei- »j 4-ßad 3-ßad wagen Trakbare 2 ) toren wagen wagen fen- A La Chaux-de-Fonds 609 5 735 .122 156 891 *) Gemeinden mit 30 000 Einwohnern und mehr am 1. Dezember 1930. *) Als Autobus oder Lastwagen verwendbar. s ) Mit 1000 kg und mehr Nutzlast. *) Bis 999 kg Nutzlast. B ) Erweitertes Stadtgebiet vom 1. Jan. 1934. Mehr als ein Drittel aller Motorfahrzeuge steht in den Städten mit über 30 000 Einwohnern. Zwei Fünftel aller Personenwagen, dagegen nicht einmal ein Viertel der Motorräder, gehören der Stadtbevölkerung. Die Iflusste a«* absolut Die SBB haben wieder für einen kurzen Moment ihr autofreundliches Herz gezeigt. Was man auch an dieser Stelle schon vor Jahresfrist und seither .wiederholt verlangt hat, wurde endlich bewilligt : Die' für die Gotthard- und Simiplöntranspörte eingeräumte Reduktion von 40 % für Autotransporte, der bis anhin nur lOtägige Gültigkeit zukam, wurde endlich auf 30 Tage verlängert. Es wäre nun aber verfehlt, anzunehmen, die SBB hätten diese Erleichterung gewährt, um damit eine möglichst rasche und intensive Propaganda zu entfalten. Es hat da wohl ein allzu eifriger Bahnbürokrat herausgefunden, dass man mit dieser Erleichterung insofern eventuelle «Mindereinnahmen» vermeiden könne, wenn man sie möglichst spät in Kraft treten lässt, Also beschloss man, diese Vergünstigung erst mit dem 1. April einzuführen, ohne zu beachten, dass mit Anfang März die Gotthardtransporte von Autos wesentlich zunehmen. Auch die Propaganda kann noch nicht einsetzen und so geht ein voller Monat verloren von der kurzen Zeitspanne, die bis zur Oeffnung der Gotthardstrasse noch zur Verfügung steht. Es ist bedauerlich, dass den Verkehrserleichterungen der SBB stets ein Hemmschuh angesetzt wird, damit sie sich ja nicht vollständig auswirken können. Dabei wundert man sich dann, wenn diesen Vergünstigungen nicht der gewünschte Erfolg beschieden ist und man nur halbe Arbeit geleistet hat. stärksten Zunahmen an Personenautos meldeten Lausanne, Luzern und La Chaux-de- Fonds; einen aussergewöhnlichen Ruckgang der Motorräder verzeichnen Basel, St. Gallen, Luzern und Biel. S^B nnf Zu diesen kritischen Bemerkungen nehmen die SBB wie folgt Stellung : « Die SBB. haben die Verlängerung der Frist, innerhalb der auf den ALpentunnelstfecken des Gotthard, Simploii und Lqtsch'S^ berg für die Rückbeförderung von Personenautomobilen bis zu 8 Sitzplätzen auf der gleichen Strecke wie der Hinfahrt die um 40 % ermässigte Fracht gewährt wird, von 10 Tagen auf 30 Tage auf einen früheren Zeitpunkt als den 1. April d, J. in Aussicht genommen. Sie können aber hierüber nicht allein entscheiden, da die BLS und die Italienischen Staatsbahnen (FS) an der wichtigen mter-_ nationalen Simplonroute auch beteiligt sind. Die FS stimmten unserem Antrage, die erwähnte Fristverlängerung schon früher einzuführen, nicht zu, sondern verlangten ausdrücklich, dass sie erst auf den 1. April nächsthin in Kraft gesetzt werde. Die Pflicht der Gleichbehandlung aller Bahnbenützer, wie auch andere naheliegende Gründe gestatten nicht, die Erleichterung zunächst nur für den Gotthard und den Lötschberg einzuführen; für die Inkraftsetzung konnte somit nur der von den FS angenommene Termin gewählt werden. Gewiss hätte die Frist von 30 Tagen an sich von Anfang an eingeführt werden können. Mit Rücksicht darauf aber, dass in den letzten Jahren die Fracht für Personenautomobile bis zu 8 Sitzplätzen als Gepäck auf der Strecke Göschenen-Airolo pro Stück von AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 25. MÄRZ 1938 — N° 26 Fr. 41.60 auf Fr. 25 und dann auf Fr. 20 herabgesetzt wurde, war es angezeigt, die weiter ermässigte Fracht für die Rückbeförderung zuerst nur für die kurzfristigen Reisen zu gewähren. Gerade für diese Reisen, wie sie besonders über die Oster- und Pfiilgstfeiertage ausgeführt werden, erwiesen sich die doppelten Tiinnelfrachten in vielen Fällen als stark belastend. Ein Entgegen- Im Monat Februar 1938 ereigneten sich in der Stadt Bern 43 (56) Verkehrsunfälle, wovon 21 (38) Zusammenstösse zwischen Fahrzeugen und 8 (10), bei denen Fussgänger angefahren oder überfahren wurden. An den Verkehrsunfällen beteiligte Fahrzeuge : 32 (55) Automobile, 1 (1) Motorrad, 21 (34) Fahrräder, 2 (5) Strassenbahnzüge, 2 (1) andere Fahrzeuge. Getötet wurden 2 (0) Personen, wovon 1 (0) Kind unter 15 Jahren; verletzt wurden 31 (37) Personen, wovon ,5 (2) Kinder unter 15 Jahren. Ausschliesslich Sachschaden entstand in 16 (23) Fällen. Die 43 (56) Verkehrsunfälle lassen sich auf Grund der UnfaMberichte auf insgesamt 83 (94) Ursachen zurückführen : in % a) Heim Fahrzeugführer 1. Unvorsichtigkeit, un- 75 (87) 89,2 (92,5) beherrschtes und zu schnelles Fahren 35 (48) 42,2 (51,1) .,„.% Unvorsichtiges., _,und ._, , \..^ unzulässiges' .< Vor/ah- ' '•••••' fahren, Kreuzen und Einbiegen 14 (8) 16,9 (8.5) 3. Nicht Vortrittlassen 2 (12) 2,4 (12,8) 4. Betrunkenheit 9 (2) 10,9 (2,1) 5. Unvorsichtiges Rückwärtsfahren — (2) — (2,1) 6. Zu nahes Aufschliessen - (_•) - (_) 7. Fahren auf falscher Strassenseite ( 8 (7) 8,6 (7,4) 8. Keine Abgabe von Verkehrszeichen 2 (2). 2,4 (2,1) 9. Nichtbeachten von Verkehrszeichen — (1) — (1,1) 10. Anderes Verschulden 4 (5). 4,8 (5,3) b) Beim Mitfahrer —- •(—)• — (—) e) Beim Fussgänger 3 (4) 3,6 (4,3) d) Andere und unbestimmte Gründe 6 (3) 7,2 (3.2) Zusammen 83 (94) 100,0(100.0) (Mitg. vom Statistischen Amt der Stadt Bern.) Humorgewürzte Warnungen: Der holländische AutomoMIverband veröffentlicht in regelmässigen Abständen in allen Tageszeitungen kleine Rechtecke mit oft recht launigen Worten über Rechte und Pflichten der Strassenbenützer, wie untenstehendes Beispiel illustriert: « Menschen, die soviel Eile haben, dass ihnen die Zeit fehlt, um ruhig zu fahren, bekommen häufig einen Monat Spitaloder Gefängnisruhe geschenkt.'» istischer Strassenniarkierung in Dänemark. 2400 km von 18 dänischen Hauptverkehrswegen sind im Laufe von 6 Monaten für 250 000 Kronen markiert worden. 12 000 (dreieckige) Gefahrsignale und 4000 (viereckige) Orientierungssignale samt den 2400 km-Nummernschildern wurden erstellt, die in ihrer Auswirkung erheblich zur Verminderung der Verkehrsuni alle im dänischen Ueberlandverkehr und zur Orientierung vor. allem der fremden Fahrer-beitragen. Kilometer in England ? Für den vom Kontinent kommenden Automobilisten war es bisher eine durchaus nicht immer willkommene denksportliche Aulgabe, die in Meilen angegebenen Distanzen auf den englischen Wegweisern in Kilometer umzurechnen (was umgekehrt auch für britische Autogäste auf dem Kontinent galt). Nunmehr wird sich die «Decimal Association» mit der Angelegenheit befassen. Kommt sie bei ihrer Untersuchung zu einem bejahenden Schluss, so bedari es lediglich eines Erlasses des englischen Verkehrsministers, um die Sache in Butter zu bringen. Sfiuawxien Urnerische Abstimmung über den Sustenstrassenbau. Der Regierungsrat des Kantons Uri hat den Termin für die nächste kantonale Abstimmung auf Sonntag, den 1. Mai angesetzt. Das Urner- Volk wird an diesem Tag über das Susten-Strassenprojekt. sowie über die Erstellung einer Guterstrasse von Seedorf nach Bauen mit einem Kreditbegehren von 1,5 Mill. Fr. abstimmen. Um die Panixerstrasse. Die Vereinigung Glarnerland-Blenio, welche bekanntlich im Anschluss an die Lukmanierstrasse eine Verbindung mit dem Kanton Glarus via Panixer anstrebt, wird am 15. Mai in Bellinzona ihre diesjährige Generalversammlung abhalten. An Stelle des verstorbenen Staatsrates Martignoli wird Ständerat Dr. Boüa das Präsidium der Vereinigung übernehmen. Im Hinblick auf die veränderten Territorial-Verhältnisse an unserer Ostgrenze ist es höchste Zeit, wenn der Kanton Graubünden für eine Verbindung Glarnerland—Bündner Oberland Hand bietet. Die Inangriffnahmö einer Strasse von Elm durch das Vorabmassiv drängt sich heute geradezu auf. penfieber. Der lange, hagere Schiffsarzt nahm es nicht wichtig, obwohl er zweimal täglich in der Kabine erschien. Er sass neben dem Bett und erzählte Cary, wie schön England sei. Er hasste die Araber, die Inder, die Chinesen. Seit sieben Jahren machte er die Ostasien-Fahrt. Aber nur auf der ersten Reise war er an Land gegangen, dann nie mehr, er nicht, oh nein;. Zu viel Schmutz in Aegypten, zu viel Gestank in Indien. Zu viel spuckende und urinierende Chinesen auf den Strassen. Und Japan? Zu viel Tücke, zu viel Speichelgeschlürfe, zu -viel Opium. « Ja», sagte Cary. «Ich weiss: hinter dem Suezkanal ist die Welt zu Ende. > Der Schiffsarzt meinte; «Sehr richtig! Vollkommen richtig!» Vor Hongkong bekamen sie einen Streifen Motjsun ab, nasser, warmer Nebel zog sich zusammen, immer dichter. Die Rawalpindi begann zu schaukeln und zu stampfen. Der Türriegel klirrte leise und unablässig, und die Wasserkaraffen in den runden Metallringen klirrten mit. Auch das Holz war lebendig geworden, die Wände seufzten und knarrten bei jeder Bewegung, die das Schiff inachte. Eine Nacht und einen Tag lang fuhr die Rawalpindi durch den Monsun, durchgeschüttelt, mit zitternden Flanken, ein riesiges, keuchendes Tier. Dann schmolz plötzlich der Nebel. Das Meer war glatt und hell und stumm. Cary lag in dem schmalen Holzbett, sie war glücklich und betrunken von Chinin, sie sagte zu Hubert: « Kennen Sie mich? Und vielleicht die Hotelzimmer in Barcelona? Und meinen Mund? Und meine Haut? Und vielleicht Piccadillystreet? » «Wenn du nur schon gesund wärst! In drei Tagen sind wir in Shanghai, du musst schnell gesund werden, Cary.» «Ich bin gesund», sagte sie. «Ich fühl mich ganz frisch. Zum Tee steht ich auf. Aber dann schlief sie ein, und wurde erst wach, als es dunkel war. Cary stand auf, sie ging mit blossen Füssen auf das runde Fenster zu. Die Rawalpindi lag an einem breiten, dunklen Pier. Ueber den Asphalt und schmalspurigen Schienen glänzten runde Lampen. Der Geruch von Land und Teer und Rauch schlug ihr entgegen. Aus der Dunkelheit stieg aer grosse Schatten eines andern Dampfers auf, klobig und schwarz, nur die Gangway war mit unzähligen flimmernden Lämpchen beleuchtet. Hongkong. Cary drehte sich wieder um, sie jnachte Licht und suchte im Schrank nach einem Kleid. Es war doch nicht so einfach, nach diesen Fiebertagen, aber schliesslich war alles in Ordnung, sie stand vor dem Spiegel und bürstete langsam das Haar glatt Ein Tropfen Verbenenparfum, im Fortgehn warf sie noch einen Blick zurück, weissblondes Haar im blinkenden Spiegelglas, braune Stirn, braune Hand, die sich zum Lichtschalter hob. Dann war es dunkel. In der Bar sass ein einzelner Herr und sah stumm in die Luft. Sehr korrekt, in weissem Jackett, allein mit sich und seinem Whisky und der Welt. « Hallo, Hubert», sagte Cary. « Sind wir in Hongkong? » Er sprang auf, er war nicht mehr allein mit der Welt, sein Gesicht war eine einzige Besorgnis. « Was ist denn, Cary, wo kommst du her? » « Aus Wien », sagte sie. « Aus der Kabine. Aus Europa. Aus dem Bett. » Sie nahm einen Schluck von seinem Whisky. Gutes Getränk, klar, scharf, sauber. Sie war masslos durstig. Hubert blickte sie an, als sie das Glas zurückstellte. « Ja? » sagte sie. « Warum schaust du mich an? » « Weil du Whisky trinkst», sagte er. « Du hast doch früher nichts getrunken.» «Früher! > sagte Cary. Eine Sekunde dachte sie an dieses Früher, wann war das nur gewesen, vor einer Ewigkeit vielleicht. « Wollen wir an Land gehen?» sagte sie. Aber sie gingen nur aufs Deck. Alles war leer und verlassen. Die Nacht schwieg. Eine lautlose Nacht, warm, undurchdringlich, totenstill. Vom Ufer her, weit entfernt, glänzten die Lichter von Viktoria, ungezählte, aus der Schwärze heraus, flimmernde Punkte, rechts, links, überall. Flimmernde Lichter in einer schwarzen stummen Nacht. Unsichtbare Stadt, Lichter und Sterne. « Gut, endlich wieder nach Haus zu kommen! » sagte Hubert. «Jetzt sind wir daheim. » Fremde Lichter, fremder Glanz, fremde Nacht, fremde Erde. Zwischen grünen runden Hügeln fuhr die Rawalpindi am nächsten Morgen in die offene See hinaus. Noch drei Tage bis Shanghai. (Fortsetzung folgt.}

N° 26 — FREITAG, 25. MÄRZ AUTOMOBTL-T?EVUE ' i Schweizerische Rundschau Die Motortransportordnung vor dem Ständerat. Die Behandlung der Vorlage über den Gütertransport mit Motorfahrzeugen nahm in der Eintretensdebatte einen ordentlich bewegten Verlauf, indem sich speziell die verschiedenen Votanten mi der Dringlichkeitsklausel auseinandersetzten. Im Hinblictk auf die kürzlich eingereichte Initiative zur Abschaffung der Dringlichkeitsklausel musste di< Behandlung der Verkehrsteilungsvorlage insbesondere an diesem Eckpfeiler die verschiedenen Auffassungen aufeinanderstossen. Der Referent Amstalden (Ohwalden) erinnert in 6einem aufschlussreichen Referat an die Verwerfung des Verkehrsteilungsgesetzes, insbesondere an die in den letzten Jahren sich entwickelten chaotischen Zustände im Automobiltransportwesen, di eine baldige Regelung nicht mehr länger aufschieben lassen. Auf die Grundlagen des bundesrätlichen Entwurfes eingehend, hebt der Referent insbesondere auch die militärischen Gesichtspunkte hervor, die mit der Regelung des Gütertransport- •wesens auf der Strasse verbunden sind. Ausnahmen zur Einschränkung des Automobilverkehrs, die eine Verminderung des Bestandes oder eine Verlangsamung seiner Erneuerung nach sich ziehen würden, wären gefährlich. Ausdrücklich hätten die Militärbehörden auf diesen Faktor aufmerksam gemacht und dargelegt, dass nicht nur eine qualitative Verbesserung des Autoparkes Begünstigt, sondern auch seine Verjüngung und normale Entwicklung nicht beeinträchtigt werden sollte. Aus diesen Ueberlegungen hätte der Werkverkehr freizubleiben, und darum berühre auch der vorliegende Entwurf diese Verkehrsart keineswegs. Bezüglich der Fiskalbelastungen erinnert der Referent an den Wunsch des Bundesrates, die kantonalen Automobi (steuern aufzuheben und durch eine entsprechende Pauschalerhöhung des Treibstoffzolles zu ersetzen, in dem Sinne, dass jeder Kanton vom Bund eine seinem Steuerausfall entsprechende Rückvergütn"" erhalten würde. Im Hinblick auf den Widerstand vieler Kantone hätte dieses Projekt aufgegeben •werden müssen; haben doch mehrere Kantone wissen lassen, dass sie sich einer Einschränkung ihrer Finanzhoheit mit äusserster Energie widersetzen würden. Die vorgesehene Regelung des motorisierten Strassen-Güterverkehrs soll für die künftige Ordnung eine Ausgangsgrundlage bilden. Würde man demgegenüber das Autotransportwesen und seine Beziehungen zur Schiene auf gesetzlichem Wege sofort regeln wollen, so würde dies der Entwicklung in gefährlicher Weise vorgreifen. Um uns die notwendige Freiheit zu wahren, d. h. um an Hand der gemachten und zu machenden Erfahrungen uns den Erfordernissen der Zeit anpassen zu können, würde sich, die Form des dringlichen Bundesbeschlusses mit 5jähriger Gültigkeit besser eignen als ein Gesetz. Angesichts der chaotischen Zustände im Autotransportgewerbe befürwortete der Referent die vorgeschlagene Dringlichkeitslösung, wobei eine solche auch aus militärischen Erwägungen begrüsst werden müsse. In der Diskussion kämpften namentlich Standesherren welscher Zunge, der Tessiner Bolla sowie der Basler Wenk gegen die Dringlichlcfiitslclausel, •wobei darauf hingewiesen werden konnte, dass diese Klausel in der Kommission mit bloss 8 gegen 7 Stimmen angenommen wurde und der Bundesrat seinerzeit selbst erklärt habe, dass wir so rasch ?wie möglich aus dem Regime der DringlichkeitsbeschlDsse •wieder zur Verfassungsmässigkeit zurückkehren müssen. Demgegenüber vertrat Käser (Schaffhausen) die Auffassung, dass man im Hinblick auf die unhaltbaren Verhältnisse im Autotransportgewerbe wie auch bezüglich der gewaltigen Schuldenlast der SBB die Vorlage auf dem Wege der Dringlichkeit zu erledigen habe. Ihre Gültigkeitsdauer sollte jedoch von 5 auf 3 Jahre reduziert werden. Hierbei kam der Redner auf die Gütertransport-Initiative der Litra zu sprechen, die bereits 385 000 Unterschriften auf sich vereinige und zweifellos die 400 000er Grenze überschreiten werde. Der Aargauer Keller hält mit gutem Recht die Vorlage aus juristischen Gründen als unannehmbar, denn es gehe nicht an, auf dem Wege des dringlichen Bundesbeschlusses eine Materie für eine Probezeit regeln zu wollen, um sie alsdann in die Form eines Gesetzes zu bringen. Die Motortransportordnung gehöre auf den Gesetzesweg und sei dem Referendum unterstellt. Eingehend schildert alsdann Bundesrat Pilet die Verhältnisse auf dem Gebiete des gewerblichen Strassen-Güterverkehrs, insbesondere die einzelnen Gesichtspunkte der bundesrätlichen Vorlage. Sowohl Generaldirektion der Schweiz. Bundesbahnen wie Generalstabs-Abteilung seien mit dem Entwurf einverstanden. Bezüglich Dringlichkeit betonte der Vorsteher des Eisenbahndepartementes, dass der Bundesrat sich keineswegs vor einem Volksentscheid fürchte, das Volk werde sowieso im Laufe der nächsten Jahre Gelegenheit erhalten, zum Problem der Koordination unserer Transportunternehmungen Stellung zu beziehen. Die Vorlage will jedoch den Uebeln der Gegenwart begegnen, in Erwartung einer künftigen gesetzlichen Regelung. In der Abstimmung erklärt die Kommissionsminderheit ihren Antrag, d. h. Eintreten ohne Dringlichkeit zu Gunsten des Antrages Keller (Nichteintreten und Rückweisung an den Bundesrat mit dem Auftrag zur Ausarbeitung eines Gesetzes) zurückziehen. Eventuell wird in der Abstimmung der Antrag Keller mit 14 gegen. 10 Stimmen dem Antrag Klöti, der den Minderheitsantrag •wieder aufnahm, vorgezogen. In definitiver Abetimmung siegt der Mehrheitsantrag, d. h. Eintreten mit Dringlichkeit, im Verhältnis 25 zu 14 Stimmen über den Antrag Keller. In der Gesamtabstimmung nahm der Ständerat die Vorlage über die Motortransnrkrfrhf»Hnfifi