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E_1938_Zeitung_Nr.029

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den Seiten fortschreitend, die übrigen Muttern nnd Sicherungsringe wieder aufzuschrauben und vorerst ebenfalls lediglich leicht anzuspannen. Dieselbe Reihenfolge ist danach auch beim endgültigen Festziehen der Muttern zu beobachten. In ähnlicher Weise wird vorgegangen, wenn es gilt, allein den Deckel des Oelsiebes abzunehmen oder festzumachen. EUt^ach eckiäet: Nachdem die Ablaßschraube wieder geschlossen sowie frisches Oel eingefüllt ist, drehen wir den Motor mit dem Anlasser bei abgestellter Zündung ein paar Sekunden lang durch, um die Schmierleitungen vor dem eigentlichen Anlassen mit Oel zu füllen. Jetzt ist der Motor betriebsbereit. Nach Zurücklegung einer Fahrstrecke von etwa 100 km kontrollieren wir nochmals auf Oeldichtheit -fw- Ist der Kolben unten angelangt, so muss sich das Ventil schliessen, damit das Gemisch nicht beim nachfolgenden Aufwärtsgang des Kolbens wieder zum « Tempel » hinausgejagt wird. Das Gas ist also nur im Zylinder eingeschlossen und wird durch den aufwärtsgleitenden Kolben zusammengedrückt. (Fig. 6.) Bei der Ankunft des Kolbens im obersten Punkt seines Weges (oberer «Totpunkt» entzünden wir das Gemisch, worauf seine Verbrennung den Kolben nach unten treibt. (Fig. 7). Da wir die Luft zuvor noch komprimiert (verdichtet) haben, erfolgt die Ver- Nehmen wir an, der Motor befinde sich zunächst im Stillstand und seine Kurbelwelle rem Wirkungsgrade brennung mit besonderer. Wucht und besse- sei mit einer Handkurbel versehen, um ein Sobald der Kolben sich seiner untersten Durchdrehen von Hand zu erlauben. Drehen Lage nähert, öffnet sich das andere Ventil wir an der Kurbel, so bewegt sich in einem bestimmten Moment der Kolben nach unten. Wenn wir es nun so einrichten, dass das Einlassventil gerade während dieser Zeit offen bleibt, so saugt der Kolben wie ein Blasbalg, der sich dehnt und dadurch den Innenraum vergrössert, Luft von aussen an, der auf irgendeine «geheimnisvolle» Weise Benzin schon vor dem Eintritt beigemischt wurde. (Fig. 5.) Fig. 5. Der Motor Fig. 6. und die Abgase strömen ab. Beim nächsten Aufwärtsgang fegt der Kolben den noch verbleibenden Rest zum Auspuff hinaus, um Platz zu machen für das frische Gemisch (Fig. 8). Ein neues Arbeitsspiel beginnt, der Motor ist in Gang gebracht. Zusammenfassend lässt sich also sagen: es kommen auf jedes Arbeitsspiel (jede «Explosion») je zwei Aufund Abwärtsgänge des Kolbens, was zwei Umdrehungen der Kurbelwelle entspricht. Bei Fig. 7. AUTOMOBIL-REVUE Für. 8. jedem Kolbenhub obliegt dem Kolben eine andere Aufgabe: Erst ansaugen, dann komprimieren, darauf Arbeit leisten und schliesslich die restlichen Abgase herausfegen. Man nennt diese einzelnen Aufgaben auch Takte und spricht — weil's insgesamt.deren vier sind — von einem Viertaktmotor. Nächstes Mal werden wir uns damit befassen, wie das Benzin der Luft beigemischt wird. (Fortsetzung folgt.) Frage 13.311. Darf ich Oel ins Kühlsystem füllen? Vor einem halben Jahr wurden an unserem Motor neue Kolbenringe eingebaut. Etwa zwei Monate nach der Montage entdeckten wir einen Riss von ca. 25 cm Länge im Motorbloek unter den Ventilschaftführungen. Das Wasser tropft nun unter der Ventilverschalung in die Oelwanne. Eine Reparatur kommt infolge zu hoher Kosten nicht mehr in Frage. Dichtungsmittel im Kühlwasser hatten keinen Erfolg. Ist es möglich, dass der Riss durch zu grosse Spannung der Ringe und dadurch bedingte Ueberhitzung des Motors entstand? Der Motor Hess eich anfänglich von Hand nicht mehr durchdrehen. Würde eine Füllung mit Oel, statt Kühlwasser, eine genügende Kühlung ergeben? H. B. in R. Antwort: Wir halten es durchaus nicht für ausgeschlossen, dass dieser Riss auf eine übermässige lokale Erhitzung durch zu stramm eingepasste Motorteile entstanden ist. Eine Kühlung durch Oel kommt nicht in Frage. Sie eignet sich nur für Motoren, die speziell im Hinblick hierauf gebaut wurden. Der Wärmeübergang sowie die Wärmekapazität sind bei Oel geringer. Zudem fliesst es bei gleicher Pumpendrehzahl schwerer als Wasser. Sie würden also eine noch stärkere lokale Erhitzung erhalten, und das Experiment dürfte kein gutes Ende nehmen. -b- DIENSTAG, 5. APRIL 1038 — N° 29 |w»B»

N° '29 — DIENSTAG, S. APRIL 1935 AUTOMÖBIL-REVÜC Tourismus Fremdenverkehrs - Propaganda muss auch Werbung für Autotourismus In sich schliessen. Auf den Beschluss des Bundesrates hin, der Einladung zur Beteiligung der Schweiz an der Internationalen New Yorker Ausstellung 1939 Folge zu leisten, hat die schweizerische Zentrale für Handelsförderung ihre Bereitwilligkeit bekundet, die dabei erforderlichen organisatorischen Arbeiten zu übernehmen. Geplant sind einheitliche Branchenausstellungen im offiziellen Staatenhaus, wobei besonders auch für den Fremdenverkehr geworben werden soll. Wir nehmen als selbstverständlich an, dass im Rahmen dieser Propaganda auch der Autotourismus jenen Raum zugeteilt erhält, auf den er entsprechend seiner Bedeutung Anspruch erheben darf. Für unsern automobilen Fremdenverkehr verkörpern die USA eine Quelle, die sich bei geschickter und mit dem nötigen psychologischen Einfühlungsvermögen durchgeführter Propaganda noch besser als bisher «ausschöpfen» lässt. Hat der Zug nach Europa drüben wieder stärker eingesetzt — was aus der Tatsache erhellt, dass letztes Jahr 3002 Wagen aus Nord- und Südamerika bei uns zu Gaste weilten, gegen 1971 im Jahr 1936 — so hilft der grösste amerikanische Automobilverband wacker mit, das wiedererwaehende Interesse an « Continental trips » zu schüren und seinen Mitgliedern den Mund ob der Erlebnisse wässerig zu machen, die sie dabei erwarten. Die Sache ist nämlich die, dass die American Automobile Association (AAA) just in den letzten Wochen ihre dickleibige, illustrierte Broschüre « Motoring abrabd» wieder herausgebracht hat, eine zusammenfassende Darstellung und «anmächelige > Schilderung der autotouristischen Möglichkeiten, welche Europa bietet. Für die, Schweiz fällt dabei ein besonderes Lob ab, wird sie doch als das Mekka des Automobilisten, als eine paradiesische Köstlichkeit und als ein Ferienmagnet gepriesen, dessen Anziehungskraft niemand zu widerstehen vermöge.^Wenn aber schon die weitaus bedeutendste Automobilorganisation der USA in einer offiziellen Veröffentlichung den Wundern der Schweiz eine derart enthusiastische Beschreibung widmet und bei ihren Mitgliedern Stimmung für unser kleines Land macht, dann wäre es, so will uns scheinen, eine Unterlassungssünde, wollten wir nicht auf dem also vorbereiteten Boden die Saat unserer Werbung für das Autoland Schweiz ausstreuen. Dazu bietet uns die New Yorker Ausstellung eine ausgezeichnete Chance, die wir um so eher nützen sollten, als die AAA nächstes Jahr mit einer Neuauflage ihres Buches über den Autotourismus im Ausland aufwartet Das < A» verschwindet. Das internationale Erkennungszeichen der österreichischen Automobile, das «A » (Austria), ist durch Verordnung des Reichsstatthalters beseitigt worden, indem bis zum 10. April 1938 alle österreichischen Automobile bei Äuslandsfahrten das Erkennungszeichen « D > (Deutschland) zu tragen haben. Slrassen Neues Postulat über den Ausbau der Alpenstrassen. Im Nationalrat begründete ein Vertreter des Kantons Freiburg, Müller, folgendes in der Folge unbestrittene und vom Bundesrat Etter angenommene Postulat: « Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, ob es nicht angezeigt wäre, zur Ermögliohung der Beschäftigung einer grössern Anzahl von Arbeitern sowie rur Förderung der Zementindustrie •und in Erfüllung eines Wunsches des Tourismus bei der Subventionierung von Alpenstrassen dahin zu wirken, dass wenigstens bei Kehren und grossen Steigungen statt bituminöser Beläge, wofür zrösstenteüs Material ausländischer Provenienz benutzt "wird, einheimische Materialien (Pflastersteins und Beton) verwendet werden. > Uri und,die Sustenstrasse. Im Ständerat referierte der Präsident der Finanzkommission Suter (Schwyz) über die im Zusammenhang mit dem Bau der Sustenstrasse verbundene Vorlage betr. Zins und Zahlungserleichterungen für den Kanton Uri. Obschon der Bund bei der Subventionierung der Sustenstrasse mit 90% an die äusserste Grenze gegangen sei, stellte dnr Referent fest, würden die verbleibenden 10% für den kleinen, schwer belasteten Kanton allzu sehr ins Gewicht fallen. Die einstimmige Kommission beantragte daher Genehmigung der vom Kanton Uri gewünschten Erleichterungen für die Rückzahlung des Bundesanleihens von 1015, d. h. Unterbruch der Tilgung für 8 Jahre, Herabsetzung des Zinsfnsses von 3 auf 2%. Der Ständerat stimmte ohne Gegenmehr dieser Vorlage zu. Auch der Nationalrat befürwortete den Bundesbeschluss, wie er vom Ständerat wurde. angenommen Oeffnung des Lukmaniers vor Ostern ? In der tessinischen Presse wird auf die Möglichkeit einer Oeffnung des Lukmanierpasses für den durchgehenden Verkehr vor Ostern hingewiesen. Diese Möglichkeit befstehe, sofern der Kanton Graubünden für die Durchführung der Schneeräumungsarbeiten auf der Strecke St-Gion-Passhöhe besorgt sei. eine Massnahme, die der Kanton Tessin auf der Südseite des Passes ebenfalls su treffen bereit wäre. Ungleiche Elle und mangelndes Rechtsempfinden unserer Behörde. Dass den Bundesbahnen aus ihrem finanziellen Sumpfe geholfen werden muss, dagegen wird im Grunde niemand etwas einzuwenden haben, obschon dieser Zauber die horrende Summe von 2 Milliarden Franken, das heisst per Einwohner ungefähr 480 Franken, verschlingt, um die Bahn in finanzieller Beziehung wieder auf eigene Beine zu stellen. Der Bundesbahnbeamte wird auch künftig seinen verhältnismässig gut bezahlten Lohn erhalten und bleibt pensionsberechtigt. Wir gönnen ihm in seiner verantwortungsvollen Stellung diese günstige Lebensbedingungen. Allerdings wollen wir gerne hoffen, dass diese durchgreifende Sanierung endgültig und das Geschehene sich nicht wiederholen werde. Wie anders steht es dagegen mit dem andern Verkehrsgewerbe und seinen Angestellten, welches heute ebenso lebensnotwendig geworden ist und einen ebenso wichtigen und umfangreichen Verkehr zu bewältigen hat. Leider bekundet unsere oberste Behörde für diese in Notlage geratene Kategorie von Mitbürgern nicht das geringste Verständnis, oder noch besser gesagt, Erbarmen. Im Gegenteil, weil es auf diesem Gebiet bis jetzt am meisten zu fischen gab und die Angehörigen dieses Gewerbes lange Zeit stillschweigend alles über eich ergehen Hessen, was von Bern diktiert und angeordnet worden ist haben sich hier mit der Zeit Zustände herausgebildet, welche einfach unerträglich geworden sind. Heute bedarf der Grossteil des Autogewerbes gerade so notwendig einer Sanierung und Unterstützung wie die Nebenbahnen, für welche man eine solche als selbstverständlich erachtet, ebenfalls einzutreten. Wir verlangen allerdings keinen Milliardenaufwand, aher die dringend notwendige Herabsetzung des zudem -verfassungswidrig hohen Benzinzolles. Ist denn dem Eidg. Finanz- und Volkswirtschaftsdepartement nicht bekannt, dass schon seit Jahren das Autogewerbe mit seinen 40.000 Angestellten und Arbeitern schwer im Argen liegt, und finden sie es trotzdem recht und in Ordnung, diese Zustände bestehen zu lassen und es weiterhin mit unvernünftig hohen Abgaben und Steuern zu belasten? Diesem Unrecht ist einmal Halt zu gebieten. Wir verlangen gleich behandelt zu werden, wie jeder andere Schweizerbürger. Wir nahen das gleiche Lebensrecht und lassen uns nicht zu Bürgern zweiter Klasse degradieren. Wenn den Herren in Bern jedes Rechtsempfinden abgeht, so gibt es schliesslich nur noch einen Weg, um Remedur zu schaffen, uns an dae Volks^ewissen zu werden. Vielleicht wird ihnen dann klar, wie ungerecht sie bis jetzt ein grösses Gewerbe behandelt haben, ganz abgesehen davon, dass auch die Landesverteidigung darunter schon selitten hat und auch ohne dass es der Behörde gelungen wäre, mittelst der Zollprhöhung auf dem Brennstoff das finanzielle Resultat, wie erwartet, merklich zu steigern. J. K. in B. Pariser Salon findet statt. Der Pariser Automobil-Salon 1938, dessen Durchführung, wie in Nr. 19 der «Automobil- Revue« zu lesen stand, infolge organisatorischer Schwierüigkeiten eine Zeitlang in Frage gestellt war, findet nun endgültig vom 6. bis 16. Oktober im Grand Palais statt. Aus Anlass der am Sonntag in Lausanne tagenden schweizerischen Gesellschaft der Motorfahrer-Offiziere wurde vorgängig am Samstagnachmittag eine militärische Zuverläsaigkeitsfahrt ausgetragen, welche sowohl von Seiten der Motorfahrer-Offiziere, als auch von Seiten der Militär- Chauffeure stark beschickt war. Die Teilnehmer heeammelten sich am Samstagmittag in Moudon, von wo aus die erste, genau vorgeschriebene Etappe mit Ziel Chalet-ä-Gobet via Rossenges, E(ermanches, Ropraz in Angriff genommen werden musste. Die Strecke führte grösstenteils über Strossen zweiter und dritter Klasse und war mit einem Stundenmittel von 31 Kilometer abzufahren. Sodann hiess es auf der zweiten Etappe in Minimalzeit einen am Chalet Boverat versteckten Kommandoposten ausfindig machen, wobei naturgemäss jene Konkurrenten, denen diese Gegend Neuland bedeutete, etwas handicapiert waren. Der dritte Teil des Wettbewerbes in Form einer Orientierungs-Prüfung (39 km/St.) brachte die Automobilisten über Chesbres - La Corniche - Cully nach Ouchy, wo die Zielkontrolle installiert war. Resultate. S«ktions-Wsnderprei