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E_1938_Zeitung_Nr.035

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Eine Volksinitiative zur

Eine Volksinitiative zur Benzinpreissenkung ? Der Ausschuss der Via Vita, des Spitzenverbandes der am Strassenverkehr interessierten Kreise, prüfte in seiner jüngsten Sitzung an Hand eines eingehenden Rechtsgutachtens erneut die heute gegebenen gesetzlichen Möglichkeiten, die für die Wirtschaft untragbare und für das'ganze Land sich immer offensichtlicher schädlich auswirkende Treibstoffbelastung durch den Bund zu verringern und diese Verringerung auch für die Zukunft sicherzustellen. Als wirksamstes Mittel, unmittelbaren Einfluss auf die Benzinpreispolitik des Bundes auszuüben, wurde die Volksiniriative in Betracht gezogen. Die diesbezüglichen juristischen Vorarbeiten sind durchgeführt. Der Entscheid über das weitere Vorgehen soll nun vom Beratungsergebnis einer auf breite Basis gestellten Expertenkommission abhängig gemacht werden. (Mitg.) Ganzjährige Offenhaltung der Simplonstrasse? In Gegenwart von Vertretern der Walliser und der Italienischen Regierung, sowie der Spitzen der Verkehrsverbände beider Länder, fand kürzlich auf der Simplonpasshöhe die traditionelle Feier der Eröffnung der Simplonstrasse statt. Der Präfekt der Provinz Novara gab die Erklärung ab. dass die italienische Regierung bereit sei, an der ganzjährigen Offenhaltung der Simplonstrasse tatkräftig mitzuhelfen. Von seiten der Walliser Regierung gab Staatsrat Anthamatten ähnliche Zusicherungen. Zweifellos würde die ganzjährige Offenhaltung der Simplonstrasse einen neuen touristischen Anziehungspunkt verkörpern. Für das Wallis im speziellen müsste sich eine ununterbrochene Strassenverbindung vorteilhaft auswirken, nachdem es um die Strassen- •tiinneJprojekte im allgemeinen und um den Ausbau eines der Simplonbahntunnels zu einer Autostrasse wieder recht ruhig geworden ist. Der von Napoleon, dem ersten grossen Strassenbauer nach den Römern, erstellte Simplon liesse sich voraussichtlich als breiteste Alpenstrasse, «o gut wie der Juüer, während den Wintermonaten offenhalten. Besondere Schutzanlagen wären einzig in der Gondoschlucht und event. auf der nördlichen, unmittelbar unterhalb der Passhöhe gelegenen Strecke (bei den Kaltwassergalerien) zu erstellen. In der Gondoschlucht selbst müsste die Strasse durchgehend durch Galerien geschützt werden. Eine Offenhaltung dieser internationalen Automobilverkehrsstrasse während den Wintermonaten wäre auch vom landesverteidigungspolitischen .Standpunkt aus sehr zu begrüssen, war doch schon während der Qfenzbesetzungszeit die Besatzung des Fortkommandos während Tagen, ja Wochen von der Aussenwelt restlos abgeschnitten. Im Zusammenhang mit unserer Landesverteidigung spricht man heute so viel von guten Taten und initiativem Unternehmungsgeist. Die durchgehende Oeffnung der Simplonstrasse würde sich zweifellos in diesem Rahmen sehr gut als produktive Arbeit repräsentieren. Die Verbände stellen geschlossen, auf einer gemeinschaftlichen, zirka 100 m messenden Wand aus, über deren ganze Länge eine Brüstung verläuft. Sie dient zur Aufnahme einer verkleinerten Modellstrasse', der die Bestimmung zufällt, im Abschnitt der einzelnen Verbände oder Clubs deren Tätigkeit in Form von Modellen (Grenz-Service-Häuschen, SOS- Stationen, Campingplatz usw.) dem Besucher sozusagen ad orulos zu demonstrieren Eine weitere Wandfläche, welche den Besucher gleich beim Eingang empfängt, bleibt dem Kapitel gewidmet. Was bis heute auf diesem Gebiete getan worden ist und was weiter für die Sicherheit der Strasse vorgekehrt werden soll, davon erzählen im untern Teil der Wand Schilderungen des Verkehrsunterrichts in der Schule und auf der Strasse, Hinweise auf Filme und Vorträge über dieses Thema, eine Sammlung der bisherigen'Publikationen darüber u«w Den oberen Teil der 2.50 m hohen Wand schmückt ein Fries, der sämtliche Verkehrszeichen (selbstredend mit Erklärungen) nebenoinandprreiht and wozu drastische Slogans über die Gefahren der Strasse den Cnterton abgeben. Dicht daran srhli°sst iich. in eine ganze Serie von Unterabteilungen gegliedert und überleitend zum Rondell in der Mitte, der Am 18. Juni 1937 reichte der der bernischen Bauern- und Bürgerpartei angehörende Nationalrat Dr. Feldmann das nachfolgende, mit 30 Unterschriften versehene Postulat ein: «Nach den am 5. Juni 1937 veröffentlichten Erhebungen de.« Eidgenössischen Statistischen Amtes ist der Bestand an Motorfahrzeugen in der Schweiz von 124371 auf 118319 Stück, d. b. um mehr als 6000 Einheiten zurückgegangen. Von dieser Abnahme wurde neben den Motorrädern namentlich auch die Kategorie der Motorlastwagen mit einer Tonne und mehr Tragkraft betroffen. Im Interesse der Landesverteidigung, die im Mobilisationsfalle eines ausreichenden und auch im Ersatz gesicherten Motorfahrzeusparkes bedarf, wird der Bundesrat ersucht. Bericht und Antrag darüber einzureichon, in welcher Weise die Produktion und die Verbreitung der einheimischen Motorfahrzeugtypen, deren Anteil am gesamten Motorfjihrzeugbestand in den letzten Jahren erheb- AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 29. APRIL 1038 — N° 35 Der Strassenverkehr an der Schweiz. Landesausstellung Schluss von Seite 1. Uniallverhütung %xstuiat Weidmann: Postautodienst. Fahrtleistungen, Zuverlässigkeit, Frequenzentwicklung, statistische Uebersichten etc., natürlich in packender, munterer, aller Trockenheit abholden Darstellung, liefern die Sujets dieses Sektors, während das erwähnte Rondell Aufschluss über den Strassenzustand und, anhand eines Modells, die Mitgliedstärke dei einzelnen Verbände in den Kantonen sowie deren Motorfahrzeugdichte erteilt. Einen weiten Raum nimmt schliesslich die Darstellung ein, wekhc den organisatorischen Aufbau und die Ziele der Via Vita aufzeigen und wobei das Interesse des Besuchers durch das Mittel der Kontrastwirkung ?eweckt werden soll geknebelte, darniederlieeende. Automobilwirtschaft unter dem heutigen Fiskalregime von Bund und Kantonen einerseits — und als Gegenstück dazu die Forderungen der Via Vita nach vernünftiger Steuerpolitik. Arbeitsbeschaffung, Ankurbelung des Fremdenverkehrs anderseits. Dass diese Postulate keine Utopien sind, wird durch Vergleiche mit den Massnahmen des Auslandes im Gebiete der Besteuerung, der Zollbelastung, Bestandesentwicklung etc dareotan. Als Quintessenz soll sich aus dieser Vergleichsstatistik das Begehren nach einer einsichtsvollen Fiskalpolitik ergeben. Im übrigen gewähren unsere Bilder eine ungefähre Idee davon wie sich einzelne Ausschnitte der Gruppe «Straßenverkehr dem Ausstellungsgast darbieten werden Motorisierung und Landesverteidigung lich abgenommen hat. gefördert werden kann. •»- Die zu prgrei f pnden Massnahmen hätten im wesentlichen von dpr Tatsache auszugehen, dass für die Erreichung des in der npupn Truppenordnung umschriebenen Zieles der Motorisierung vor allem die den bpsondem schweizerischen Geländeverhältnissen angepassten Fahrzeuge der einheimischen Produktion in Betracht fallen.» Gestern endlich, d. h. aan 28. April 1938. hatte Dr. Feldmann Gelegenheit zur Begründung seines Postulates. Er führte dabei, in grossen Zügen wiedergegeben, ungefähr folgendes aus: Die Feststellung, dass die Schweiz nur über eine ungenügende Zahl armeetauglicher Motorfahrzeuge verfüge, müsse auf ersten Anhieb überraschen. Der Sprecher skizzierte deshalb an Hand der unsern Lesern bekannten statistischen Angaben über die Entwicklung des schweizerischen Automobilbestandes vorerst kurz den Aufstieg des schweizerischen Motorfahrzeugverkehrs bis zum Jahre 1934 und den in der Folgezeit einsetzenden Schrumpfungsprozess. Er wies darauf hin, dass vor allem die rückläufige Entwicklung des Lastwagenbestandes Befürchtungen militärischer Natur aufkommen liess. Zudem sei, vom landesverteidigungspolitischen Standpunkt aus betrachtet, nicht allein dieser Rückgang unerwünscht, sondern auch der damit parallel gehende Mangel an militärtauglichen Fahrzeugen, sowie der hohe Ueberalterungsgrad der vorhandenen Bestände mahnten zum Aufsehen. Zu konstatieren sei dieser Rückgang des Lastwagenbestandes bedauerlicherweise vor allem bei den militärtauglichen Typen, d. h. den Kategorien mit mehr als 1,5 Tonnen Nutzlast. Werde infolge der erheblichen Ueberalterung und auf Grund des normalen Erneuerungsbedarfes eine Reserve von auch nur 10 % eingerechnet, dann vermöge der gegenwärtige Bestand an einheimischen Lastwagen die Forderungen der Landesverteidigung keineswegs mehr zu erfüllen. Bedenklich mute überdies die Tatsache an. dass der Anteil der schweizerischen Produktion an unserem Last- und Lieferungswagenbestand von 47,5 % im Jahre 1925 auf 23,1 % im Jahre 1936 sank, während die entsprechenden Ouoten 1936 in der Tsechochoslowakei beispielsweise 80,6%, in Deutschland 91.5%. in Frankreich 94,8 %, in Oesterreich 96,9 % und in Italien sogar 99,9 % betrugen. Im Hinbück auf die Ersatzteilbeschaffung im Kriegsfalle sei diese Situation nachgerade mehr als nur beunruhigend geworden. Sie entspreche den Bedürfnissen unserer Armee in keiner Weise, denn aus verschiedenen, der Jüngern und jüngsten Kriegsgeschichte entnommenen Beispielen ergebe sich die Notwendigkeit und Unersetzlichkeit der Motorisierung im neuzeitlichen Kampfverfahren mit aller Deutlichkeit. In diesem Zusammenhange wies Dr. Feldmann sodann auf die Motorisierungsmassnahmen in unsern Nachbarstaaten hin. Nachdem also feststehe, fuhr Dr. Feldmann weiter, dass die heutigen Bestände an felddiensttauglichen Lastwagen nicht zur Befriedigung der Armeebedürfnisse ausreichen, sei unverzüglich nach Mitteln und Wegen zu suchen, die ein Schliessen dieser Lücken gestatten und gewährleisten. Wohl sehe sich unser Land in bezug auf die Förderung der Motorisierung gewissen Schwierigkeiten verkehrspolitischer Natur gegenüber. Im Interesse der Armee und der Landesverteidigung überhaupt müsse die gegenwärtige Situation — wohl am besten nach dem Rezepte: Das eine tun und das andere nicht lassen — gemeistert und möglichst rasch verbessert werden. Unsere künftige Verkehrspolitik sei nicht zuletzt entsprechend den Erfordernissen unserer Landesverteidigung zu orientieren und habe sich wehrwirtschaftlichen Massnahmen unterzuordnen. Dagegen warne er ausdrücklich vor einer Austragung der wirtschaftlichen Interessengegensätze zwischen Schiene und Strasse auf dem Rücken der Armee. Vom Standpunkte der Landesverteidigung aus betrachtet, referierte Dr. Feldmann weiter, hätten jedenfalls beide Transportmittel — Bahn und Motorfahrzeug — Vor- und Nachteile. Nationale Pflicht sei die Dienstbarmachung der Vorzüge beider Verkehrsapparate im Interesse der Armee. Bei Interessenkollision müsse in jedem Falle die militärische Betrachtungsweise den Ausschlag geben, denn Verkehrswirtschaft bedeute unter den heutigen Umständen Wehrwirtschaft Aus diesem Grunde dürften weder Mittel noch Wege gescheut werden, um unserer Armee den geeignetsten und leistungsfähigsten Transportanparat zur Verfügung zu stellen. Zu den diesbezüglichen Massnahmen gehöre aber u. a. vor allem die Steigerung des Anteiles der schweizrischen Produktion am Lastwagenbestand. Bei der Skizzierung der verschiedenen Lösungsvorschläge stellte der Sprecher der Schaffung eines armee-eigenen Fahrzeugparkes das Requisitionssystem gegenüber. Allein schon aus finanziellen Erwägungen heraus könne die erstere Möglichkeit gar nicht in Betracht gezogen werden, denn schon die Anschaffung des hiefür notwendigen Korpsmaterials würde die Investition einer Summe von 200 Millionen Schweizerfranken erfordern, nicht zu reden von den infolge Materialüberalterung äusserst kostspielig werdenden Ersatzlieferungen, oder von der Schaffung neuer Fahrzeugtypen. Somit bleibe nur der Ausbau des Requisitionssystems übrig. Der Redner streifte kurz die verschiedenen Möglichkeiten, wie Sicherstellung (Schluss Seite 7.) F E U I L L E T O N Blatt im Wind. Von Joe Lederer. 32 r'ortsetzunc. Vertrauter Körper, vertrauter Atem. Sogar an seinem Atem spürte sie. wie müd er war. « Widerlich gewesen im Büro ? » Er richtete sich auf und schüttelte den Kopf. « Nein, nur anstrengend. Und dabei werden zum Tee diese ganzen Leute angerannt kommen. » < Und wenn wir nicht zuhaus sind ? » Unter den Vorhängen, die nicht ganz bis zum Boden reichten, fiel die Sonne herein, zog grelle Lichtquadrate über das Parkett. « Wir müssen schon daheim sein. Also du willst in die Stadt ? Wenn es dir recht ist, fahren wir um vier hinein, dann sind wir rechtzeitig zurück.» Cary nickte. Sie blickte in sein Oesicht und blickte ihn an. Die Luft glühte vor Hitze. 4. Kapitel. Am Montag hatten alle Zeitungen fettgedruckte Ueberschriften, der politische Rat in Nanking hatte den gleitenden Exportzoll beschlossen. Der chinesische Silberdollar war stabilisiert. Meyer rief bei Hubert im Büro an, er schrie aufgeregt ins Telephon : « Lucky dog you are ! Jetzt steht es wirklich in der Zeitung. » < Ich glaub nicht, dass das für die Chinesen gut geht», sagte Hubert, t Ich denke, ich kauf jedenfalls jetzt mein Silber wieder.» « So ? » rief Meyer. < Denk nicht zu viel.» Er schnaufte ins Telephon, weil er keine Luft bekam. c Vielleicht bin ich kein tüchtiger Kaufmann ? > c Nein », sagte Meyer. « Aber nein. Weil du vierzehnhundert Pfund verdient hast ? Du wirst immer verdienen. Aber du bist kein tüchtiger Kaufmann.» « Danke. » « Bitte », sagte Meyer. « Ihr jungen Männer, seid alle keine Kaufleute. Ihr lebt vom Zufall. Qrüss deine Frau. Unbekannterweise. Meine^ Mississee hat sich über sie beklagt. » € Warum ? » « Sie war so eisig gewesen. Ich weiss nicht. Ich misch mich nicht in diese Frauengeschichten. » « Ich auch nicht», sagte Hubert. « Auf Wiedersehn », sagte Meyer. « Schlaf gut. Liebling. » Es war zehn Uhr vormittag. Hubert sah nochmals das Telegramm an, das aus Hankow eingegangen war. hundertfünfzig Tonnen Holzöl verschiffungsbereit. Er ärgerte sich. Wieso war Mrs. Meyer beleidigt ? Egal, nicht so wichtig. Er zeichnete das Telegramm mit einem Schnörkel ab und warf es in den Korb für das General-Office. Der Agent aus Foochow schrieb, dass bei der letzten Ladung Bohnenkuchen ex «Whangpoo City» fünfzig Stück gefehlt hatten. Ewig die Diebereien, das müsste an der Werft in Dairen sein, diese Kulibande dort war nicht zu erwischen. Aber diesmal kriegte der Kapitän die Hälfte vom Bonus abgezogen. Hubert las, notierte, griff nach neuen Briefen, ohne aufzusehen. Das Telephon summte, Hubert hob ab, die Börsenkurse, er griff mit der freien Hand nach dem Notizblock. Golddollar. Pfund. Settlement-Dollar, er notierte und legte den Hörer zurück. Und weiter die Post, was war das wieder, Brandschaden in Amoy. ein Schadenersatzanspruch von dreitausend Dollar. Eine kleine Chinesenbude, keine tausend Dollar wert, und für zweitausend Dollar Privateffekten zerstört. Seide! Zweitausend Dollar in Seide verbrennen nicht, ohne eine Spur zu hinterlassen. Er griff nach dem Bleistift und vermerkte wütend auf dem Brief: Inspektor nach Amoy senden, drahtlich Instruktion geben. Brandort darf keinesfalls vor Inspektion geräumt werden. Der Boy brachte einen Stoss Briefe zum Unterschreiben herein. Als er die letzte Post fertig hatte, war es zwölf. Einen Sprung in den Club gehn ? Er lief noch einmal zu Ross hinüber, um ihm von den fünfzig Bohnenkuchen, die aus der Whangpoo-Ladung fehlten, zu erzählen, wusch sich hastig, warf die himbeerrote Karbolseife zurück, der scharfe Krankenhausgeruch stieg ihm in die Nase. Während er sich die Hände abtrocknete, fiel ihm das Verbenenparfum von Cary ein. Er stand da. das zerknitterte, halbfeuchte Handtuch zwischen den Händ°n, und ^dielte vor sich hin. Das Leben war freundlich. Gebürstet, gewaschen und durstig trat er endlich aus dem Haus. Der Bund war voll von Menschen. Autos und Rikshaws. Liu, der mit zwei andern Chauffeuren dastand, unterbrach die Unterhaltung und rannte zum Wagen. « Puh yao», sagte Hubert. « Will nicht. In einer Stunde beim Club. » Er blieb trag stehn, mitten auf dem Trottoir, an ihm vorbei ging die Menge, wich aus, floss vorüber. Es war heisser. als er gedacht hatte. t Hubert ! •» sagte Florence. Er sah auf, er hatte sie nicht kommen sehen, sie war plötzlich da. Hinter seinem eigenen Wagen hielt der graue Buick von Meyer, scharf an den Strassenrand angefahren, der Wagenschlag war offen und stand übers Trottoir hinaus. « Türen zumachen kannst du nicht ? » fragte er. « Nein », sagte sie. c Und wie geht's dir ? Ich hab euch besuchen wollen, am Sonnabend, am Sonntag, aber es ist nicht gegangen. Ich hab einen grossen Weekend-Flirt gehabt.» Sie war hübsch geworden, braun wie eine Haselnuss. Er hatte sie und ihr Gesicht vollkommen vergessen gehabt, jetzt erkannte er es wieder, und fand es ganz verändert. Dunkle Augen, eingebettet zwischen Stirn und geschwungenen Wangen. Aber ihre Wangen waren weicher geworden, lebendiger. Das Haar legte sich in nussbraunen Ringeln um ihre runden Schlafen. Eigentlich beinah eine Fnv< Den Mund hatte sie auch schon geschminkt. (Fortsetzung folgt")

N° 35 — FREITAG, 39. APRIL 1938 AUTOMOBIL-REVUE Ein amerikanischer Grand-Prix-Wagen nach der neuen Formel, der in Indianapolis an den Start gehen wird: der neue 4-Liter-4-Zylinder-