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E_1938_Zeitung_Nr.077

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Ui Automobil-Revue No 77

Ui Automobil-Revue No 77 Pioniere der Strasse 1878 Mit der Sfrasseiilokoniolive nach Paris Es sind nun 60 Jahre her, dass an der Weltausstellung 1878 in Paris der älteste Vorläufer des Automobils in die Geschichte eintrat. Zwei Schweizer haben sich damals berühmt gemacht, indem sie zu ihrer Reise an die Weltausstellung eine Strassenlokomotive benützten, die sie selbst erbauten und an die Weltausstellung brachten: Albert Schmid aus Zürich, Maschineningenieur, und Paul Huber, Kupferschmied, aus Wattwil. Schmid war lange Zeit Leiter einer Maschinenfabrik in Zürich und führte den Uebernamen «Motoren- Schmid». Was unsere Automobilisten an diesem Vorläufer des heutigen Strassenfahrzeuges interessiert, ist vor allem der damals von vielen Technikern gehegte Gedanke, die Zukunft der Strasse gehöre der Dampfmaschine. Geschwindigkeit: 6—15 km/St. Wie unsere Strassenlokomotive ausgesehen hat, davon kann man sich von der beigegebenen Abbildung einen Begriff machen. «Der Kessel ist so konstruiert», heisst es in der Beschreibung, «dass die Maschine 30 Minuten nach dem Anfeuern in Betrieb gesetzt werden kann. Der gewöhnliche Druck während des Ganges ist 10, der Stempel 12 Atmosphären. Die Heizfläche ist 10 Quadratmeter. Der Kohlenverbrauch beträgt 40 bis 60 kg per Stunde, je nach dem Zustand der Strassen; der Wasserverbrauch ist zirka 400 Liter in der gleichen Zeit... Die im Gange befindliche Maschine macht kein aussergewöhnliches Geräusch, und bei allen Versuchen wurde konstatiert, dass die Tiere bei der Begegnung mit der Lokomotive nicht in Schrecken kamen, insofern sie nicht führerlos waren. Diese Maschine kann auf annähernd ebener Strasse eine Last von 15 Tonnen mit einer mittleren Geschwindigkeit von 6 km/St, fortbewegen. Wird die Last verhältnismässig vermindert, so kann eine Schnelligkeit bis auf 15 km/St, erreicht werden, wenn die Strasse gerade und horizontal ist. Man kann ganz gut in regelmässigem Gang Steigungen von 10 Prozent überwinden.» Diese Maschine bestand ihre Probe auf der Fahrt von Zürich nach Paris gut. Die Reise führte über Basel, Beifort, Langres, Troyes, eine Strecke von etwa 600 Kilometer, die in 82 Stunden bewältigt wurde. Die Lokomotive führte einen Anhängewagen mit. Sie diente auch als Feuerspritze... Bevor wir uns mit der Reise nach Paris beschäftigen, sei noch nachgetragen, dass diese Strassenlokomotive zugleich als Feuerspritze diente. In dieser Anwendung lieferte sie 1500 Minutenliter, hatte eine Saughöhe von 6 und eine Wurfweite in horizontaler Richtung von 55 Meter. Die Reise Zürich-Paris. Ueber die Reise von Zürich an die Weltausstellung in Paris berichtet uns der Kupferschmied Paul Huber in seinem Tagebuch allerlei Bemerkenswertes, was für die Verkehrsverhältnisse der damaligen Zeit charakteristisch ist. Wir folgen seinen Aufzeichnungen, in denen auch die üblichen Bedürfnisse eines Schweizers hinsichtlich Hunger, Durst und Quartier gebührend hervorgehoben sind. Am 27. Juli, morgens 2% Uhr, wurde die Reise angetreten. Aber kaum einige Minuten von der Werkstätte entfernt, musste die Maschine arge Hindernisse überwinden, indem, wie es sich herausstellte, einige Hundert kopfgrosse Kugelsteine auf die Strasse gelegt worden waren und welche wir unter ganz unliebsamen Erschütterungen überfahren mussten. Eine Folge davon war, dass die beiden Tenderkastendeckel verloren gingen. Von Zürcher Herren sollen Wetten gemacht worden sein, dass Herr Schmid mit seinem Dampfross nicht nach Paris kommen werde. Darum wurde die Strasse, wie erwähnt, mit den grossen Steinen belegt. Wir kamen aber dennoch glücklich durch, so dass wir schon nach 3 % stündiger Fahrt in Brugg ankamen, nachdem in Baden beim Engelbrunnen das erstemal Wasser gefasst wurde. In Brugg wurde Halt gemacht und daselbst offerierte uns Herr Oberst Locher von Zürich einen guten Znüni, unter der Voraussetzung, dass wir mit unserer Maschine zwischen den von ihm befehligten zwei Park- Kompagnien durchfahren würden, was wir dann auch flott ausführten. Ohne Wissen des Herrn Schmid gab uns dann Herr Locher zehn Flaschen besten Veltliner mit auf den Weg nach Frankreich; diese Flaschen wurden im Wasserkasten in einen Korb gelegt und zur Sicherung mit einem Schraubstock beschwert. Von Brugg aus ging es in Begleitung des aargauischen Kantons-Ingenieurs, Herrn Fröhlich, flott den Bözberg hinauf, wo dieser erklärte, noch nie so schnell und doch so ruhig auf diese Höhe gefahren zu sein; in nur Ji Stunden legten wir diese steile, lange Strecke zurück und glaubten, unserer Höhendifferenz nach das Schwierigste unserer Reise schon gemacht zu haben. Aber es sollte noch anders kommen. Nachmittags ging's das schöne Fricktal hinab, jedoch langsamer als den Bözberg hinauf, da man eben mit diesem schweren Fuhrwerk nicht riskieren wollte, über ein Bord oder in einen Graben zu rutschen. In Basel In allen Dörfern erwarteten uns die Leute, und überall spendete man den schon geschwärzten Gesellen vom guten Fricktaler Wein; die Rheinfelder kredenzten uns Bier. Nachdem Herr Fröhlich von uns Abschied genommen, ging's auf arg beschotterter Strasse Basel zu; aber die Kohlen schienen uns auszugehen. Diesem Uebelstand konnte bei Schweizerhall dadurch abgeholfen werden, dass uns die Leitung der Saline mit Ersatz zu Hilfe kam, und zwar ohne dafür etwas zu verlangen. Endlich 9 Uhr abends kamen wir vor Basel an, wo uns ein weniger freundlicher Empfang zuteil wurde. Auf polizeilichen Befehl mussten wir auf dem Aeschenplatz kampieren, d. h. nur Maschine und Waggon. Herr Schmid und ich logierten im ersten Gasthof (3 Könige) Basels und die beiden andern Begleiter im schwarzen Bären. Wir hatten im Sinne, in Basel eine Wett- Spritzenprobe auf dem Kasernenplatz mit einer englischen Dampf-Feuerspritze abzuhalten, die ein reicher Seidenfärber für Basel kurz vor unserer Ankunft angeschafft hatte. Aus Missgunst empfahl jener Herr der Basler Polizei, uns nicht über die Rheinbrücke fahren zu lassen, denn unsere Lokomotive sei viel zu schwer usw. Seine Bemühungen blieben indessen erfolglos. Rasch über die Grenze ! So ging's dann Montag morgen weiter der deutschen Grenze zu. Hier hiess es Halt und Pässe vorweisen oder zahlen! — Ich gab Herrn Schmid auf französisch einen Wink, auf der Maschine zu pfeifen und Dampf auszulassen, um mit diesem Manöver dem Grenzwächter Furcht einzujagen. Ich erklärte ihm, wenn ich nicht sofort auf den Karren steige, müsse alles in die Luft fliegen. Der Kniff gelang; der Mann des Gesetzes war froh, uns möglichst schnell aus seiner Nähe zu haben. Bei ganz schlechtem Wege fuhren wir nun Altkirch zu. Nur auf dieser kurzen Strecke mussten wir den Wagen fünfmal abhängen und mit der leeren Maschine auf die steilen Hügel fahren. Glücklicherweise hatten wir ein ziska 200 Meter langes Seil bei uns, daran wurde der Wagen gehängt und mit der bergwärts fahrenden Lokomotive auch wieder nachgezogen, Abends 4 Uhr kamen wir endlich in Altkirch an, um nach kurzer Ruhepause nach Beifort weiterzufahren. Auch auf dieser Strecke hatten wir Pech, indem eine Federstütze defekt wurde und durch eine andere ersetzt werden musste. Von der französischen Grenze an (das Elsass war damals deutsch, Anm, d. Red.) begleitete uns ein berittener Douanier und führte uns irrtümlich auf die Festung von Beifort, statt auf der schonen Strasse direkt in die Stadt. Diese Fahrt, nachts 12 Uhr, durch die Festungswerke hinab, über hölzerne Fallbrücken, bei teilweise so starker Senkung, dass durch Bremsen die Felgen der Wagenräder zu brennen anfingen, vergesse ich nie; bei Tag hätten wir sie schwerlich ausgeführt 1 Doch kamen wir morgens 1 Uhr mit heiler Haut beim Bahnhof an. Niemand in der Nähe des Bahnhofes wollte die schwarzen Gesellen, die mit ihren grossen Binsenhüten wie Räuber aussahen, beherbergen, und so waren wir gezwungen, teilweise Mit dieser Strassenlokomotive legten die beiden Pioniere den Weg von Zürich nach Paris zurück. im Wagen auf leeren Kohlensäcken oder auf Gartenbänken auszuruhen. Drei Uhr morgens weckte uns der einsetzende Regen, und so machte ich mich auf den Weg in die Stadt, wo ich bald ein Licht entdeckte und die Hausglocke zog. Der bald herausschauenden Frau klagte ich unser Leid, und diese erbarmte sich unser, worauf ich die drei andern müden Seelen auch holte. Die gute «Madame Litot» bereitete uns Kaffee, und nachdem sie einige ihrer Pensionäre, die zufällig Schweizer waren, aus ihren Betten gelockt hatte, schliefen wir alle vier bis Mittags den Schlaf der Gerechten. Feurige Kohlen auf einem Strohdach. Dann ging's auf ziemlich ebener und guter Strasse nach dem schönen Städtchen Lure, weiter gegen Vesoul, wo wir abends 8 Uhr anlangten. Auf die Place Neuve gewiesen, mussten wir 4 Sous Platzgeld entrichten. Im Hotel St-Pierre hatten yrir gutes Logis, so dass wir am 1. August erst nachmittags 3 Uhr wieder wegfuhren gegen Porte de Saöne. Hier hatten wir eine Steigung von mindestens 19 Prozent zu überwinden und setzten deshalb die Maschine auf Volldampf. Dabei hätten wir beinahe ein Haus angezündet, denn das Kamin unserer Lokomotive hatte einige feurige Kohlen auf das Strohdach geworfen. In La Combe übernachteten wir gut und billig. Die Wirtin erzählte uns vom 70er Kriege und sagte, jene Zeit der Officiers Prussiens wäre ihre beste gewesen, denn diese Herren hätten Champagner getrunken, gut gegessen und fürstlich bezahlt. Champagner ist da, aber das Wasser ceht aus. Am 5. August kamen wir gegen Abend in Troyes en Champagne an, nachdem wir von der uns empfangenden Polizei irrtümlich durch die Stadt geführt worden waren. Im Hotel du Mulet erhielten wir gutes Quartier, und nachdem wir nach verschiedenen Richtungen geschrieben und telegraphiert hatten, erlaubten wir uns auch, die erste Flasche Champagner echter Sorte, im Lande, wo er gedeiht, zu Gemüte zu führen. Anderntags machten wir uns erst nachmittags 3 Uhr wieder auf den Weg und wurden, kaum fort, von einem argen Gewitterregen überrascht. Trotz diesem Regen hatten wir bald Wassermangel und mussten Wasser aus einem ganz'tiefen Brunnen mit Kübeln heraufziehen, da sonst keines erhältlich war. Etwa 6 bis 7 Kilometer von Troyes schwenkte von der uns vorgeschriebenen Strasse Nr. 19, die eben eine sog. Militärstrasse nach Paris ist, eine schönere Strasse ab. Nachdem wir an diesem Kreuzweg von einem Baum, der einem alten Manne gehörte, Pflaumen geschüttelt und wacker gegessen hatten, fuhren wir auf der schöneren Strasse weiter. In verschiedenen kleineren Dörfern bekreuzten sich die Weiber und liefen davon, als sie unsere Höllenmaschine und die von Rauch und Russ geschwärzten Gestalten sahen. Auf dieser Strasse, die bis auf einige kleine, aber steile Hügel, bei denen das Seil zur Anwendung kam, ziemlich eben und gut gebaut war, legten wir etwa 15 und mehr Kilometer per Stunde zurück. In einer Ortschaft wollte man uns um gutes Geld weder Brot noch Wasser geben und waren wir sehr froh um einige Flaschen aus dem Wasserkasten, die wir unseren vorsorglichen Massnahmen in Brugg verdankten. (Schluss folot.) Die bunte Welt Kommt das Stehpult wieder? Der amerikanische Schriftsteller AI Barker hat auf Grund sorgfältiger Beobachtungen festgestellt, dass seine Arbeitsleistung um 21% höher ist, wenn er stehend maschinenschreibt, als wenn er dazu sitzt. Er behauptet, dass das Sitzen nicht nur die Inspiration behindere, sondern dass auch die Intervalle beim Schreiben unzweifelhaft kürzer seien, wenn man währenddessen im Zimmer umherlaufen könne, ohne jedesmal gezwungen zu sein, aufzustehen und sich wieder niederzusetzen. AI Barker hat sich infolgedessen einen neuartigen Schreibmaschinentisch konstruiert, bei dem die Maschine etwa in Gürtelhöhe steht, und behauptet, es werde keine lange Zeit vergehen, bis ieder geistige Arbeiter sich einen solchen Tisch angeschafft haben würde. Ausharrende Liebe Im Alter von 50 Jahren heiratete dieser Tage irt einer Ortschaft in der Nähe von St. Louis ein gewisser Harold Norwich die um 1 Jahr jüngere Ellen Hatfield. Das wahrscheinlich Einzigartige an dieser Hochzeit war die Tatsache, dass sie im Laufe von 34 Jahren 35mal verschoben werden musste. Meist war ein Todesfall in der engsten Familie des Bräutigams oder der Braut daran schuld, 1918 musste Norwich plötzlich als Soldat nach Frankreich abrücken, ohne in einer Nottrauung Zeit zu finden, und 1920 erkrankte unmittelbar vor der Hochzeit die Braut lebensgefährlich. Aber die beiden treuen Liebenden Hessen sich durch all diese fZwischenfälle» nicht abschrecken, und jetzt endlich sind sie tatsächlich glücklich vereint, nachdem ihre beiderseitigen Familien restlos ausgestorben sind. „Nur" 284 Millionen Radiohörer Entgegen einer vor kurzem durch die Presse gegangenen Nachricht, in der die Zahl der Radiohörer der Erde wesentlich höher angegeben wurde, betrug nach den neuesten Feststellungen der Genfer cllnion Internationale de Radiodiffusion» die Zahl sämtlicher Radio-Empfangsapparate auf der Erde Ende 1937 schätzungsweise 71 000000. Da man üblicherweise mit je 4 Hörern pro Apparat rechnet, muss die Zahl der Radiohörer demnach mit 284 Millionen angenommen werden. Krähe als dreifache Mörderin Bei der oberpfälzischen Stadt Weiden setzte sich eine Krähe auf den Leitungsträger einer Hochspannungsleitung und verursachte dadurch einen Kurzschluss, der den Draht zum Schmelzen brachte. Das eine Drahtende fiel herab und kam auf den Drahtzaun einer Viehweide zu liegen, der so unter Strom gesetzt wurde. Beinahe zu gleicher Zeit kamen drei Frauen, eine Bäuerin mit ihrer Tochter und ihrer Haustochter, an den Zaun, unter dem sie gewohnheitsmässig durchkriechen wollten. Kaum hatten die Frauen den Draht berührt, als sie vom Starkstrom getroffen und auf der Stelle getötet wurden. Die furchtbar verbrannten Leichen konnten erst nach Abstellung des Stromes entfernt werden. Kommende Ereignisse 1 Arosei 27. Sept.: Beginn der Niederlage!. Basel! 28. Sept.: Matinee von Prof. Adolf Busch mit einem Kanunerorchester im Stadttheater. 28. Sept.: Schlussregatta de« Basler Ruder-Clubs auf dem Stausee Äugst, unter Mitwirkung d. Rhenania St. Johann und R. C. Rhelnfelden. IS. Sept.: Mannschaftsfahren um die Basler Meisterschaft 183S. 28. Sept.: Violinabend Duci von Kerekjarto (Hans Hube» Saal). Berni 26. Sept.-9. Okt.: Gewerbemuseum: Chachelimfait. 24./2S. Sept.: Golfwettspiel: The Donald Harradine Cup. Sept.: Kammerspiela «Reigen» der Bemer Schauspielgesellschaft. Beroxnttnsteri 29. Sept.: Et. Mlchaelatag-ChilbL Bnumem 26. Sept.: Eröffnung der Herbstjagd. DaTos: 24. Sept.: Golfgrymkhana. 26. Sept.: Beginn der Niederjagd. Semachi 27., 30. Sept.: Eurythmie (Goetheanum). 28. Sept.: Auffuhrung von «Der HUter der Schwelle»VOM Rud. Steiner (Goetheanum). Genf! 28. Sept.: GolfWettspiel: Coupe challenge Montgoznery. Lausannel 28. Sept.: Schluss-Segelregatta. Lugano: 24./23. Sept.: Nationales Querfeldeinreiten für Offizier«, Unteroffiziere, Herrenreiter und Amazonen. Neuehatell 2S.Sept.: Golfwettapiel Lausanne-Neuehltel. Bad Ragali 25. Sept.: Golfmeisterschaft von St. Gallen. Slezxe: 24. Sept.-lO. Okt.: Walliser Herbstwochen. 27. Sept.: Gx. Fahrrad-Rallye.

Aufomobfl-Bevae — N° 77 Das Geheimnis Wie das tragische Ende 'des aus seinem Flugzeug über dem Kanal abgestürzten belgischen Finanzmanns Alfred Löwenstein oder Ivar Kreugers sensationeller Selbstmord, erregte auch das rätselhafte Verschwinden Rudolf Diesels seinerzeit in ganz Europa und Amerika ungeheures Aufsehen. Ein Ereignis, das zu den widersprechendsten Gerüchten um so mehr Anlass gab, als die Familie Diesels am nächsten Tage das folgende Telegramm, dessen Absender nie ermittelt werden konnte, aus London erhalten hatte: « Gerüchte ungerechtfertigt. Diesel befindet sich in London. Dieselkompagnie. > Als sodann Rudolf Diesels Leiche von holländischen Schiffern bei Vlissingen gelandet worden war, erhielt die unterdessen etwas beruhigte öffentliche Erregung neue Nahrung durch den tatsächlich befremdenden Umstand, dass man die auf ihr gefundenen Personalausweise zwar zurückbehalten, die Leiche selbst jedoch, wider allen Brauch, wieder dem Meere übergeben hatte. Im Verlauf der sich einander jagenden Sensationen erregte begreiflicherweise auch die amtliche Feststellung, dass Rudolf Diesel durch den verfehlten Ankauf galizischer Petrolfelder verursachte Passiven von über 1 Million Mark hinterlassen habe, ungeheures Aufsehen. Hatte er sich den Pflichten gegenüber seiner nun völlig verarmten Familie durch Selbstmord entziehen wollen, wie jetzt die Rede ging? Wie aus dem der biographischen Forschung unterdessen zugänglich gemachten Briefwechsel Rudolf Diesels mit seiner Frau hervorgeht, eine völlig ungerechtfertigte Annahme. So schrieb er noch in einem seiner letzten Briefe: « Das Familienleben geht mir über alles. Daneben gilt mir mein Motor nichts. > War Rudolf Diesel etwa ein modemer Money-Maker, wie manche vermuteten? Keinesfalls. « Es scheint, dass ich zum Finanzmann nicht geschaffen bin. Ich träume nur davon, wie ich all den Mammon für einen edlen Zweck hinauswerfe!» heisst es in einem andern Brief. Oder: «Lasst uns, wenn wir reich werden, nie Geldmenschen bleiben! Das ist mein Sehnsuchtsruf in all dem ruhelosen Treiben. > Und an seinen Sohn schrieb er gelegentlich: « Du darfst nicht damit rechnen, einst sehr viel Geld zu bekommen. Wenn wir wirklich noch einmal zu viel Geld kommen sollten, werdet nicht etwa ihr Kinder das Geld erhalten, sondern es wird für soziale Stiftungen verwendet.» Tatsächlich träumte Diesel nur von seiner sozialen Mission: als Wohltäter grossen Stils vorab die Lage der Arbeiterklasse verbessern zu helfen! In ihren ersten Anfängen bis in die in Not und Armut verlebte früheste Jugend Diesels zurückreichend, steigerten sich die ständigen materiellen Sorgen durch die ihm aufgezwungenen Kämpfe um seine Erfindung zuletzt bis zur Unerträglichkeit. < Die Einführung ist eine Zeit des Kampfes mit Dummheit und Neid, Trägheit und Bosheit, heimlichem Widerstand und offenem Kampf der Interessen — ein Zuverlässig angenehm unschädlich 10 er Packg. Fr. 4.S0 4 er Packg. 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Immerhin waren die ersten Briefe seiner letzten Reise, auf welcher er sich, wider alle Gewohnheit, von seiner Frau nicht begleiten Hess, sehr zuversichtlich; weder von den seiner wartenden geschäftlichen Schwierigkeiten in London, noch von Selbstmordabsichten war darin die Rede, f Sende wichtige Korrespondenz an de Keysers Hotel, London, wo ich wohnen werde. Es ist sommerlich warm, nicht ein Lüftchen regt sich. Die Ueberfahrt scheint schön zu werden », schrieb er in einem der gleichzeitig unterm 28. September an seine besuchsweise in Frankfurt a. M. weilende Frau gerichteten drei Briefe. Seltsamerweise — und hier setzte die Sonde der Psychoanalytiker an — erreichte der schon am 25. September in Gent aufgegebene verhängnisvolle Brief, in welchem er seiner Frau von seinen « Herzbeklemmungen und Gemütsdepressionen der letzten Tage» Mitteilung machte, diese, die ihm auf Grund solcher Warnungszeichen sicher sofort nachgereist wäre, erst einige Tage nach der Katastrophe. Ein postalisches Versehen? Eine Beförderungsverzögerung? Keineswegs. Rudolf Diesel hatte den nach Frankfurt geschickten Brief irrtümlicherweise mit seiner Münchner Wohnadresse: Maria-Theresia-Strasse versehen. Ein Irrtum, den die Frankfurter Postbehörde erst nach einigen Tagen aufzuklären vermochte. In der Tat eine seltsame Verkettung der Umstände, verursacht durch eine sogenannte « Fehlleistung », die nach psychoanalytischer Lehre keinesfalls auf unwesentliches Zerstreutsein zurückzuführen ist, sondern als f klarer Ausdruck unterbewussten Willens » anzusehen wäre. Zum Freitod fest entschlossen, habe Rudolf Diesel bis zuletzt doch noch geschwankt, in jenem Briefe vom 26. September indirekt seine Frau um Hilfe anrufend. Ein verspäteter Versuch, dessen Ausführung das wahre Unterbewusstsein, indem es ihn eine unrichtige Adresse schreiben hiess, verhindert habe. Unfall, Verbrechen, Selbstmord? Restlos geklärt ist das Geheimnis um Rudolf Diesel bis heute nicht! H. Matfern. Ein Menschenkenner. «Es ist unbegreiflich», sagte der Vertreter zu seinem Kollegen, «wie du so phantastisch viel verkaufen kannst!» «Ja, mein Lieber», antwortete der erfolgreiche Mann, «das verdanke ich nur fünf Worten 1» «Das klingt höchst sonderbar 1 Was sind denn das für Worte?» «Jedesmal, wenn ich an einer Wohnungstür klingle und eine Hausfrau öffnet, sage ich: Fräulein, ist Ihre Mutter zu Hause?» * * * Internationale Küche. «Herr Ober, was ist Croquette ä la Cambaceres?» fragte der Gast. «Ja, mein Herr», erklärte der Kellner, «das ist eigentlich dasselbe wie Valencienne ä la creme, etwas AehrJiches wie Tournedos pochee ä la Boulognaise mit Sauce ragout fin!» «So, so», sagte der Gast, «dann bringen Sie mir ein Eisbein!» * * Ein junger Mann, der mit seinem Bruder zu einer Abendgesellschaft eingeladen war, entschuldigte sich bei der Hausfrau: «Mein Bruder kann leider nicht kommen, denn wir haben so viel im Geschäft zu tun, dass sich nur einer frei machen konnte. Da haben wir eben gewürfelt.» «Wie originell,» meinte da die Hausfrau, «und Sie haben gewonnen?» «Nein, verloren!» EWN. WIRKT n.nii iZtiRiCN'lflFWHIISTIKi WAFFBBf Munition für Jagd, Sport und Verteidigung W. Glaser Löwenstr. 42, Zürich 1 Gr. Spezial-GeschMt der Schweiz. Beste Referenzen. (Jublliumikatalog Nr. 59 von 200 Seiten mit 1200 Abbildungen). (Nachdruck verboten.) fäildunq, im SCumatf Junge Dame «Bitte, was machen Sie da am Wagen rum?» fragte die junge Dame, die vor einer Woche einen kleinen Wagen gekauft hatte, den jungen Mann, der gerade seine Finger davon zurückzog. Sie hatte diesen Beschauer vom Fenster ihres Coiffeurs aus beobachtet und gesehen, wie er lange Zeit um den Wagen herumgestanden war. Unter die Trockenhaube gefesselt, musste sie dann voll Aerger zusehen, wie der junge Mann auch mit den Fingern den kleinen Wagen zu bestaunen begann. Noch mit nass schimmernden Löckchen eilte sie hinaus. Der Jüngling errötete, als er die fragende junge Dame vor sich sah. Schweigend trat er zurück, kehrte sich still um und ging von dannen. Erst viel später zog er schnell den Hut. Seit einer Woche hatte die junge Dame keine Ruhe, wenn sie auf der Strasse nicht bei ihrem Wagen stand. Die Leute durften ihn nicht berühren, kaum ansehen, wenn sie nicht dabei war. Sie hasste Fingerabdrücke und fürchtete Kratzer auf dem neuen blauen Lack. Nur wenn sie selbst im Wagen sass, dann natürlich durften die Leute schauen und bewundern — und stehen bleiben und nachfahren?? Wenn sie ihren Wagen auf Touren fuhr, durfte am Anfang der Fahrt nicht mit ihr gesprochen werden — (sie hatte auch gleich eine Tafel: «Mitfahrer halt's Maul!» neben dem Sitz des Mitfahrers angeschraubt), denn sie musste die Geräusche des Motors belauschen. Ging alles regelmässig ? War genug Oel und Wasser eingefüllt? Die zitternden Zeiger am Schaltbrett mussten antworten. Wenn aber etwas klapperte, dann war sie unglücklieh. «Sei doch still und horche lieber, woher das Geräusch kommt. Es muss auf deiner Seite sein», sagte sie, alle Geräusche übertönend, «häng' den Kopf raus und schau nach»; und leise fügte sie schlecht gelaunt bei, «mir gleich, wenn du den Hut verlierst, warum hast du einen an!» Hingegen wenn alles in Ordnung war, drückte sie aufs Gas, überholte was sie konnte, jagte ihren eigenen Schatten und Hess den Wagen um, die Kurven rutschen. Sie und der Wagen schienen dann beide überglückliche, beschwingte Wesen. Zu ihrer beiden Freude trug viel bei, wenn der Mitfahrer klein •— Willst Du heute abend bei mir essen? — Nein, ich gehe zu cHamlet». • — Na, bring ihn doch mit! («Marc* Aurelio», Rom.) Knaben-Institut „Les Daillettes" La Rosiaz - Lausanne n wundervo.er Lage über Stadt und See, großer Park. Rasche und gründi ehe Erlernung des Französischen, Englischen und Italienischen, sowie der Handclsfächer. 3-, 6- und 9 - Monatikuxse. Vorzug« Verpf egung. Sommer- und Wjitersport. Beste Referenzen. fäftet iheen -eiqenen lüagen^ und kleiner wurde vor Angst, sich überall anzustemmen versuchte, um nicht hin- und herzufliegen und mit zugekniffenen Augen laut schnaufte. Abends stand sie oft in der Garage, nebe» dem blauen Motorkinde, staubte sorgfältig jedes Teilchen und putzte, — auch die schwarzen Zahlen des Nummernschildes vergass sie nicht, im Gegensatz zu andern, von denen sie wusste, dass sie die Zahlen mit Oel beschmierten. — Bevor ihre Hände nicht schwarz und fettig waren, hörte sie nicht auf mit dem Putzen. Und manchmal pumpte sie Reifen auf. Zum Schluss waren die Reifen zu dick, und sie hatte zu wenig Atmosphären. Dann merkte sie sich: Linie behalte ich durch Pumpen, — und war getröstet. mll. Neuenburg, ein Mittelpunkt für französische Sprachschulung. Dfe viersprachige Schweiz geniesst als Land der Schule und Bildung einen ausgezeichneten Ruf. Einzelne Gebiete sind im Ausland vor allem für die einzigartige Gelegenheit fremdsprachlicher Schulung bekannt. Dazu gehört in erster Linie Neuenburg, die Stadt feinster französischer Kultur, die so nah an der deutschen Sprachgrenze liegt. Zahllose junge Mädchen haben in neuenburgischen Pensionaten gesellschaftlichen Schliff erworben, Französisch gelernt und eine sorgfältige Einführung erhalten in die klassischen Werke der französischen Literatur. Neuenburg besitzt auch eine eigene Universität, der ein im Jahr 1892 gegründetes französisches Sprachseminar für Ausländer angeschlossen ist. Die Kurse werden abgeschlossen mit einem «Certificat d'e'tudes francaises» (französisches Sprachzeugnis) oder mit einem «Diplome pour l'enseig ment du francais ä l'etranger» (Diplom zur Erteilung gnefranzösischen Sprachunterrichtes im Ausland). Ausser den sommerlichen Ferienkursen finden auch Kurse während des Wintersemesters statt, für die neben den Studien-, Versicherungs- und Examensgebühren ein bescheidenes Kollegiengeld bezahlt wird. Programme für das Wintersemester 1938/39, das am 15. Oktober beginnt und bis Ende März dauert, sind erhältlich beim Universitätssekretariat Neuenburg. Interlaken T. 0. t. Beim Hauptbhf. Das ganze Jahr ollen. Zimmer mit messend. Wasser v. Fr. 3.50 an. Grosses Restaurant. Günstiger Parkplatz. Garage. Tel. 105. Fun. Biuuar, Bes. T. G. 3. Nähe Strandbäder Biel u. Nidau. Bestbekannt für Küche u. Keller. Stets leb. Hechte u. Forellen. Schatt. .Garten. Auto-Garage. Tel. 45.26. W. Portmann, Bes. oberhalb „Mittlere Brücke." Ruhig schlafen (Zimmer ab Fr. 4.50). - Gut essen. Garage. Tel. 43.968. F. Lutz. T. 0.8. A. C. t. Die führenden Häuser am Platz. Grosse Restaurationsterrasse. Bekannt für gute Küche. Fliess. Wasser. Garage. Tel. 37. Ch. Sigrlst, Bes., K'chef. T.0.1. Schöne Lage a. See. N»he Schiflstat. Garten- u. Seeterr. Sorgf. gepfl. Küche u. Keller. Zimmer v. Fr. 2.50 an. Pens.v.Fr.7.-an. Garage. Tel.60.520. Q«ichw.Amm»nn,Bes. Weggisgasse 10. Ein gemütliches Stündchen bei einem guten Tropfen und vorzügl. Bissen zu bescheidenen Preisen. 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