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E_1938_Zeitung_Nr.096

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 29. NOVEMBER 1938 — N 96 Jederzeit staxt&txeU. (Fortsetzung von Seite 3.) 2. Wie man „zünftige" Zündfunken erhält. In zweiter Linie bezeichneten wir den Ladezustand der Batterie als mitbestimmend für die Startfähigkeit. Ein entladener Akkumulator wird niemals in der tage sein, den Motor bei sehr kaltem Wetter mit ausreichender Tourenzahl durchzudrehen. Zudem sinkt die Batteriespannung infolge der starken Stromentnahme so tief (zum Beispiel von 6 auf zirka 4 Volt) dass kein kräftiger Zündfunke mehr entsteht. Selbst bei geladener Batterie kann die Spannung im Moment des Anlassens von 6 auf zirka 4,5 Volt abfallen (Fig. 5). Es ist daher ausserordentlich wichtig, die Batterie im Winter stets in bestmöglichem Zustand sowie gut geladen zu erhalten. Manchmal reicht die Ladung durch die normale Dynamo schon deswegen nicht aus, weil sehr häufig nachts gefahren wird. Für derartige Spezialfälle hat die Technik eine ganze Anzahl von Abhilfsmitteln geschaffen. Durch Einbau einer mit eigenem Kühlgebläse versehenen Hochleistungs-Lichtmaschine gleicher Abmessungen wie die bisherige Dynamo oder aber durch Nachladung der Batterie, wozu praktische, kleine Trokkengleichrichter erhältlich sind, lässt sich die Startbereitschaft des Wagens auch hier jederzeit gewährleisten. 3. Wie man das Optimum an Startbereitschaft erreicht Wer Wert auf möglichste Schonung des Waens legt und auf absolute Startbereitschaft auch Eei Temperaturen von —20 oder —30 Grad angewiesen ist, wie sie in gewissen, hochgelegenen Teilen der Schweiz öfter vorkommen, begnügt sich nicht allein damit, den Wagen selbst und alle seine Teile in startbereitem Zustand zu erhalten, sondern er wird noch ein übriges tun, um das Kaltstart-Vermögen seines Motors nicht bei jeder Gelegenheit auf Biegen oder Brechen erproben zu müssen: Er wird in irgendeiner Weise Fijr. 9. Fig. 8. Fig. 6—9. Verschiedene HeizsysJeme zur Warmhaltung des Motors. Fig. 6; Wünscht man das Kühlwasser allein zu erwärmen, so kann man sich einen elektrischen Heizer ins Kühleystem einbauen lassen, der für ausreichende Temperierung sorgt Anschluss am Lichtnetz. Fig. 7: Zur Erwärmung der ganzen Motorhaube, die in diesem Falle natürlich geschlossen und mit einer Decke verhüllt wird, eignen sich die nach dem System einer Grubenlampe gebauten Benzin- oder Petrolöfchen. Fig. 8: Eine ähnliche Wirkung erzielt man mit Hilfe der Katalytöfen, die sich speziell zum Aufstellen unter dem Motor eignen. Sie arbeiten mir «flammenloser Verbrennung» von Spezialbenzin und erwärmen besonders auch de Oelwanne. Fig. 9: Wünscht man die ganze Garage zu heizen, so kann man entweder einen Zentralheizungsanschluss vorsehen (speziell geeignet für im Haus untergebrachte Garagen) oder auch einen Garageofen mit Feuerung durch flüssige oder feste Brennstoffe einbauen. dafür sorgen, dass sich der Motor nicht allzu stark unterkühlen kann. Mittel dazu sind in den verschiedensten Ausführungen erhältlich. Vom einfachen, elektrischen Fig. 5. "Wenn sich der Motor beim Kaltstart nur schwer durchdrehen lässt, eo nimmt der Anlasser leicht Ströme von 300 und mehr Amperes auf. Dabei sinkt die Batteriespannung' um ca. anderthalb Volt, weshalb der Zündstrom etwas mager ausfällt. Ist der Akkumulator dazu noch schlecht geladen, so reicht der erzielte Zündfunke nicht aus und der Motor springt nicht an. Daher Batterie .stets gut geladen halten! Kühlwasser-Heizgerät bis zum elektrischen oder mit flüssigen Brennstoffen geheizten Motorhauben- Ofen, vom Katalyt-Ofen zum Anwärmen der Oelwanne, sowie des ganzen Motors bis zum Garageofen (Fig. 6—9). Unter den elektrischen Kühlwasser-Heizgeräten sind besonders jene Konstruktionen zu empfehlen, welche in den untern Verbindungsschlauch des Kühlsystems eingebaut werden und also vom Kühlwasser umspült sind. Strahlwärmer kommen wegen Feuersgefahr zur Erwärmung des Kühlsystems nicht in Frage, da sich erstens vorhandene Benzindämpfe an ihrer Glühspirale entzünden könnten und weil zweitens ihr Wärmestrahlenbündel so konzentriert ist, dass es zu einem Brand führen kann, wenn es auf einen entzündlichen Teil gerichtet ist. Die mit flüssigen Brennstoffen betriebenen Kleinöfen zum Heizen des Motorhauben-Kaumts, die entweder unter den Wagen auf den Boden gestellt oder unter der Motorhaube aufgehängt werden, sind entweder als sogennannte Katalyt-Oefen gebaut, worin der Brennstoff durch Katalysatorwirkung bei ungefährlichen Temperaturen und ohne Flammenbildung «verbrennt», oder dann ist der Brenner, ähnlich wie bei Grubenlampen, von fein- maschigen Drahtnetzen umgeben, welche verhindern, dass die im Innern brennende Flamme Benzindämpfe in der Umgebung der Lampe zur Explosion bringt. Zur Heizung der ganzen Garage können entweder Zentralheizungs-Radiatoren oder aber SpezialÖfen mit Petrol-, Koks- oder Gasfeuerung dienen, die den besonderen feuerpolizeilichen Vorschriften entsprechen. Sie dürfen gegen den Innenraum hin keine Oeffnungen besitzen, durch welche die Innenluft der Garage mit dem Feuer in Berührung kommen kann, ja, sie müssen sogar so konstruiert sein, dass sich kein Teil der Strahlfläche des Ofens auf mehr als 200 Grad C erhitzt. Bei Koksfeuerung geschieht die Beheizung daher von aussen. Um die Motorwärme auch im Freien zusammenzuhalten, das heisst Batterie und Motor nach Möglichkeit zu schonen, werden beim Parkieren immer noch häufig Wagendecken verwendet. Daneben sind solche auf dem Markt erhältlich, die sich Innen an der Motorhaube befestigen lassen. Zur Drosselung des Kühllufteintritts in die Motorhaube trifft man an Stelle der bekannten Kühlerhauben häufig Kühlerrouleaux an, die direkt vor dem Kühlerblock montiert werden und sich manchmal praktischerweise vermittels einer Handkurbel vom Instrumentenbrett aus bedienen lassen. So gerüstet und gehegt, genügt der moderne Wagen auch den höchsten Ansprüchen an jeden zeitige Startbereitschaft. -b- Ende gut —- alles gut Nume nit gsprängt, Herr Bünzli. Gutes Startvermögen ist kein Freibrief, um gleich so «loszuzischeml Jüggi+Wülhrlch 2)e* Oelwechsd ist für Sie kein Problem, denn Sie verwenden als Winteröl natürlich das altbekannte, vorzügliche Unsere Oele bieten Ihnen wirkliche Vorteile: erhöhte Schmierfähigkeit, lange Gebrauchsdauer — daher höchste Wirtschaftlichkeit Auch bei tiefsten Temperaturen springt der Motor mit VALVOLINE- OEL mühelos an Valvoline - fahren heisst sparen ! ! 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— DIENSTAG. 29. NOVEMBER 1938 AUTOMOBIL-REVUE Bei jedem Wetter GUTE SICHT «Blind fahren» gehört nicht umsonst zu einer der Attraktionen dieser und jener Geschicklichkeitsprüfung für Automobilisten. Mag es für Unbeteiligte auch noch so einfach aussehen, wie die Teilnehmer die. kurze Strecke mit einem über den Kopf gestülpten Kübel zurücklegen, so ist die Uebung doch gar «nicht so ohne» und Abweichungen von einigen Metern von der normalen Fahrtrichtung können wohl unterlaufen. Würde eine derart «totale Sonnenfinsternis» uns unvermittelt im Verkehr überfallen, so wären die Folgen nicht abzusehen* Schon eine geringe Hinderung der Sicht wird als recht lästig empfunden, weshalb das Streben eines wichtigen Teils der Zubehörindustrie seit jeher darauf ausging, die Sichtverhätnisse dem erreichbaren Optimum immer näher zu bringen. Dies setzt einerseits eine tadellose Freihaltung der Stirnseite und möglichst auch der Seitenfenster von Reif, Wasserkondensaten, Schnee und Eis voraus. Nachts aber verlangt es zudem eine ausreichende Beleuchtung unter allen Witterungsverhältnissen. Fast all diese Probleme dürfen heute als vollkommen befriedigend gelöst betrachtet werden. Ein wenig Sorgenkind ist eigentlich einzig noch die Nebelbeleuchtung, doch sind auch hier recht schöne Fortschritte zu verzeichnen. Am wichtigsten ist naturgemäss die freie Aussicht durch die Windschutzscheibe. wozu heute die verschiedenartigsten Hilfsmittel zur Verfügung stehen, die bei jedem Wetter eine ausreichende Sicht garantieren. Grosser Verbreitung erfreuen sich und iv/e man sie erhält die Frostschutzschelben, die man von innen auf das Glas der Windschutzscheibe aufsetzt und entweder mittels Gummisaugern oder durch Kemmhalter befestigt, welche zwischen Fenster und Gummieinfassung eingeschoben werden und die solide Fixierung selbst grosser Heizscheiben zulassen. Neben den bisher üblichen kleinen Frostschutzfenstern sind für grosse Wagen heute solche erhältlich, welche die ganze Breite der Windschutzscheibe bedecken und daher das Blickfeld auch für den Mitfahrer freihalten. Um den erheblichen Stromverbrauch derartiger Heizscheiben nur bei wirklichem Bedarf voll in Anspruch nehmen zu müssen, verfügen solch grosse Modelle gwöhnlich über mehrstufige Schalter, welche die Heizwirkung auf die Hälfte oder ein Drittel der Maximalleistung herabzusetzen gestatten. Bei gewissen grossen Scheiben geschieht dies durch Unterteilung in der Mitte, wobei nach Belieben nur die eine oder beide Scheibenhälften geheizt werden können. Damit die Heizdrähte wirklich nur die Luft zwischen Frostschutz- und Windschutzfenster zu erwärmen haben und nicht etwa mithelfen müssen das Wageninnere zu heizen, lässt man sie vermittels eines Gummirandes Neben den so beliebten Frostschutzscheiben wird die Erwärmung des Windschutzfensters heute öfter durch Warmluft besorgt, welche aus Düsen gegen sie angeblasen wird. Hier eine Scheibenheizung durch den Wagen-Heizkörper, dessen Ventilator einen warmen Luftstrom durch die Düsen gegen das Fenster bläst. auf dem Fenster rundum anliegen, so dass die Luft zwischendrin eingeschlossen ist. Da mit der Luft auch Feuchtigkeit zwischen die Scheiben gelangen kann, bildet sich vor dem Anheizen mitunter im Innern ein Kondensatbelag, der erst nach einiger Zeit beim Anwärmen verschwindet. Um die Feuchtigkeit schneller austreiben zu können, besitzen gewisse neue Frostschutzscheiben eine Entlüftungsschraube, die zu diesem Zweck während einiger Zeit geöffnet wird. Damit die in fast allen automobilproduzierenden Ländern vorgeschriebene Montage von Sicherheitsglas nicht illusorisch gemacht Neuerdings wird in Deutschland ein kleiner Apparat auf den Markt gebracht, der auf dem Prinzip der elektrischen Warmluftdusche beruht Er enthält also im Innern einen kleinen Elektro-Ventilator sowie ein Heizelement. wird, sollte auch die Frostschutzscheibe aus splitterfreiem Glas bestehen. Sämtliche Hersteller von Heizscheiben liefern deshalb gegen Aufpreis solche mit Sicherheitsglas. An Stelle der Erwärmung durch Heizscheiben wird die Windschutzscheibe öfter durch einen gegen sie angeblasenen warmen Luftstrom geheizt, was den Einbau einer Kühlwasserheizung mit Ventilator voraussetzt. Die notwendigen Luftdüsen sind bei vielen modernen Wagen bereits serienmässig vorgesehen. Daneben sind auf dem Markt Apparate erhältlich, die im Prinzip einem elektrischen Haartrockner ähneln. Sie enthalten, ein Heizelement nebst elektrischem Ventilator zum Ausstossen der warmen Luft gegen die Oberfläche des Windschutzfensters hin. Zum Schutz der Seitenfenster und eventuell auch des nicht geheizten Teils der Stirnscheibe gegen das Beschlagen sind jetzt durchsichtige Blätter im Handel, die sich mit Hilfe einer Speziaipaste auf die Scheiben kleben lassen und nach unserer eigenen Feststellung eine in ihren tieferen Ursachen nicht ohne weiteres erklärliche, ausgezeichnete Schutzwirkung ergeben. Neuerdings wird weiter eine Spezialflüssigkeit auf den Markt gebracht, womit die gegen Beschlagen zu schützenden Scheiben eingerieben werden. Sie ist im Gebrauch recht sparsam und wird daher ebenfalls vielen Wünschen nach einem von Fall zu Fall anzuwendenden Schutzmittel gerecht. Zur Erleichterung der Fahrt im Nebel sind Speziallampen gebräuchlich, die möglichst tief unten am Wagen montiert werden, und deren Lichtkegel die Fahrbahn direkt vor dem Wagen sowie den Wegrand erleuchtet. Durch die tiefe Lage versucht man zu vermeiden, dass sich vor dem Fahrzeug eine blendend hellerleuchtete Nebelschicht bildet, welche die Sicht auf die Strassenoberfläche verunmöglicht. Neben gelbem wird hiefür häufig weisses Licht verwendet. Dass im übrigen auch die Hauptscheinwerfer und ihre Einstellung für die gute Sicht von ausserordentlicher Wichtigkeit sind, braucht wohl hier angesichts der so instruktiven und bereits erörterten Ergebnisse der Scheinwerferkontrollaktion des A.C.S. nicht näher begründet zu werden. Dank der gerade bei Anlass dieser Scheinwerfereinstellaktion praktisch bewährten Einstellapparate ist heute jeder Wagenbesitzer in der Lage, aus seiner Beleuchtung das Maximum herauszuholen, ohne deswegen andere Verkehrsteilnehmer zu benachteiligen. Lässt sich das Licht durch einfache Einstellung und kleinere Korrekturen, wie Einsetzen passender Birnen, nicht soweit verbessern wie gewünscht, so steht heute immer noch der Weg offen, durch Einbau kompletter Scheinwerfereinsätze eine auch den schärfsten Anforderungen und höchsten Wünschen entsprechende Beleuchtung zu schaffen. fw- Geheizte Soheibenwischsr. In Amerika wird in diesem Winter zum erstenmal in grösserem Umfang ein geheizter Scheibenwischer verkauft, von dem man sich grosse Stücke verspricht. Der Gummistreifen des Wischers ist in eine U-förmig gebogene Röhre eingeklemmt, durch welche ein Heizdraht läuft; der Anschluss an die Wagenbatterie erfolgt durch einen Draht über den Antriebsmotor des Wischers. 1 GRIPGLACE CPF7IAI. SERVICE Tel. Nr. BERN Ritzi & Wagner, Garage Kasinoplatz 37.777 HUTTWIL Graedel & Co., Central-Garage 65.333 (Patent angemeldet) Das Problem des Verkehrs bei verschneiten, vereisten oder aufgeweichten Strassen wird praktisch durch die rasche Montage von GRIPGLACE gelöst. Gripglace, eine neue schweizerische Erfindung, ist ein Gleitschutzband, das in zehn Sekunden - selbst durch ein Kind - befestigt oder weggenommen werden kann. Lässt sich sowohl auf Speichen- wie auf Scheibenräder montieren. LUZERN Erwin Hahn, Moosstraße 2 a 22.141 25.580 Verlangen Sie Gripglace bei Ihrem Garagisten oder direkt beim Fabrikanten: A.Saracchi Garage du Petit-Lancy, GENF, Telephon 42.122 SOLOTHURN Werkhof-Garage AG., Werfchofstr. 15 21.848 SCHAFFHAUSEN E. Rampinelli 100 Grosses Spezialhaus für Pneus J.STDCKLLBERN MDhlemamtr. 33. Talsphon 31.318 Cliches Hallwag sind erstklassig Automat. Wagenheber spez. für tiefgebaute Wagen Fr. 54.- Verwendung: 1. Für Wagen ohne Trittbrett seitlicher Ansatz. 2. FurWagenmitTrittbrett.woelneVerstäfkung angebracht werden muss. 3. Ansetzen an Stoßstange, wenn genügend solid. Dieser Heber ist das Vollkommenste, was bis heute auf dem Markte erschienen Ist. Spielend leicht, den Wagen zu heben, ohne schmutzige Kleider oder Hände zu machen. E. Steiner, Autozubehör en gros, Bern In Leichtmetall oder Stahl: Eigengewicht 1000 kg, Nutzlast 4000 kg Mobelkasten, kombiniert mit Stahl und Leiöhtmetal! Lastwagen brücken in Leichtmetall verkörpern Qualität, Fortschritt und Wirtschaftlichkeit. Joh. Knupp, St.Gallen-W KONSTRUKTIONS-WERKSTÄTTE ( Telephon 26.276