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E_1939_Zeitung_Nr.016

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 24. FEBRUAR 1939 >- N° 16 Berliner Automobil-Ausstellung im Bild Die neue 2,5-Liter-Sportlimousine von Adler von oben gesehen. Sie ist gut für 160 kmASl. (!) Auch der Mercedes-2,3-Liter hat nun einen X-Rahmen aus Ovalrohr erhalten. Hier sein Hinterende nebst der Abstützung der Hinterräder. Ein neues Steyr-Gesicht Vertierende eines Tatra-3-Tonnen-Lastwagens. Man beachte die Zentralrahmen-Konstruktion sowie die Abfederung durch hochliegende Querfeder. Polstcrüberzüge Ausgeruht, zuversichtlich, stet? gut gelaunt, überall willkommen — das ist der typische öuick-Fahrer! Fragen Sie ihn, warum es heiBt;i «honen die Original-Polsterung and sind wasthbar. Wir haben uns auf die Anfertigung der» selben spezialisiert und liefern sie deshalb nudi und gegen massige Berechnung. In drin« genden Fällen braudien wir den Wagen nicht mehr als einen halben Tag. MÜLLER «8DM ART! BERN Sr*V-- b^Po»' W^ - 1 «Bps ssrsrert m MBB^L^JL. • i •'•f'idWsMl , |f p zu verkaufen B H Ü £"*-- •«— ^ ^ [ V U Mod. 34/35, 2 1. Bestens Q P K f. EBHKP In ihrer stets wodisendenZah! g- __: r~7fsm \ u*..».»**. w. v.,i.n 9 „ s. J» Ad.»» d« .öd»... I erhaltene, 4pl. Limousine, "~:ill?g~\j sind sie sprediende Zeugen sgaaasssssas I I IKm »" V ~•^SVrJSÄITral ||| •"J*^;^*^ OLYMPIA 111111111 för den Ruf. den siesichse* ^ ^ H P ||ss||=|^ • '. :• • • ""•' '""Vr'.'Bi Z 6470'an die Autoniöbil- 7 PS, Modell 1937, mit ^ ^ ^ überdreissigJohrenerworben ±^-—--—^2 • ' • Revue, Bureau Zürich. Schiebedach, 4-Plätzer, "• ' ij^ ^"^^^^ haben: ~~= —' " — absolut einwandfreiem Zu- ^—-—•// J^Pj&jBl!B3B»W Am besten verlasst ZZZZ ~ Alltfl- Äe^LweT 116 - PieiS R H V «na« sich doch auf BUBÜ Swr^s S*'HÄC lastwagen Occasionen naL.» MP^^ÜeniaL pedo, 13 PS, 6/7-PL, Oel- « UO VCI CD 7n LaSlWagBil OPEL-KADETT, Cabrio f ^Jt^^T-y «mä WMl-4 ^ — • • • *• fl druckbremsen, gut erhal- Isrlrl I OI-IZri #U «-^ let, 4-Plätzer, 16000 km g^« _ ^ ^g^ NgaEBB^^SjPl—-I I|BIBHWVP^^^*V ^m^^^^^^^^^^^ v v ten. Sehr gut geeignet für 6 Zyl., 18 PS, 1032/33, C fl D II gefahren, Znstand wie »^ • •• ^T IjitlffijM|y • - - . Brückli, da langes Chassis. Sedan de luxe, 5 PL, I" U II U neu, Fr. 2500.— • • • • • • WBfflfißMßmrSZr*" tffflfl "- 1 Mit oder ohne Steuern u. Preis Fr. 600.— lg31 18 Tonnen 17 PS CITROEN, Cabriolet, Mo- • • U • [ Ü W » « ^»- ">^ PHIH ^•sHHBiiiU.J-'. Versich. — Offerten an Anfragen unter Chiffre 15M1 ' i* 1 «""» 1 » rö > deU 10 Uichu ^jp\Uz., • • JTm • ftfa^T-JL^ j{L ^V '^F'Hl^ i H. Jakob, Kaufdorf. (14 16734 an die lange Brücke. 9 pg) Erstellungsjahr ^«^1^^111,^^ ^k^l ••'^•••••••H OllJlllllllllllllllllllllllllllllllllllllltllllllillülllllHI) Automobil-Revue, Bern. M|^PQ^|}^§ 1° 33 in sehr . 8 utem BALILLA Y^^^^^^^MB /f\ » IHf fl^p_—J • B _ A A < n i | a a A 7I.-.I.-.-J 2 Tonnen. ' H1LLMAN. Modell 1933, 4- und 6-Plätzer. fabrik- mimBWmwpfl^WW(i^M %. 4 ^^it^gdf^/gMBKBSBt^ Lincoln -2epnyr CHEVROLET ^.''M'^:2 : ---••'• 'PEEEEE^ *

BERN, Freitig, 24. Febrnar 1939 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 16 Fasnachf' Betrieb und sind infolge dessen in und Siebnen zwecks rascher Bedienung fräuleins zur Aushilfe verwendet wo Nummern 1259, 2525 und 2121 spielte der Kirchenbaulotterie Siebnen, ab Etterlischen Erfolg, da er den erste nicht abgeholt. Der Preis dieser Nummer kann, wenn alle übrigen verloren gehen, bei Lumpensammlern eine ungeahnte Höhe erreichen, die nur einzig vom jetzigen Verkaufspreis übertroffen wird. In Altendorf sinds froh, dass sie eine Seestadt haben; in Lachen, dass es Bettstatten gibt; in Galgenen habens auf Wunsch .nachmittags unentgeltliche Kremation; in Wangen um 5 Uhr morgens stinkende Tagwacht, in Tuggen sinds elektrisch benebelt; in Reichenburg nüd gscheit; in Schübelbach Werdens je länger je dümmer; im Wäggital stohts nüd schlimmer! Als Beilagen zu dieser Nummer werden Schwinis mit Krut, Oberländer oder noch mehr Bock •genössen. Garantie für die Zuverlässigkeit der mitgeteilten Nachrichten wird nicht übernommen. Wetter unbestimmt. Wenn es nicht kälter wird als jetzt, ziemlich warm ohne Schlittweg, Referenzen über die Vorzüglichkeit dieses Blattes erteilen, sämtliche Parteileitungen. D a s verwendete Holzpapier ist lumpenfrei und die Druckfarbe wird an Schwärze nicht einmal vom Demokrat übertröffen. Ans «Faschings-Nuirimer des Berirlcps Marcb» 1913. Nun tauchen sie wieder auf, diese Blätter auf gelbem, rotem, grünem Papier. Da und dort an den Strässeneeken sind sie zu haben und werden gekauft wie warme Weggli. Sogar noch begehrter als warme Weggli sind sie; denn diesen hat man ja die Zuträglichkeit abgesprochen. Eine Fasnacht-Zeitung, wenn sie gut gemacht ist, ist ein Kunstwerk des Humors. Voller Beziehungen, die in jedem Buchstaben lauern, in allen Verdrehungen ist Sinn und in jedem Sinn eine Verdrehung. Wie sie aiie heissen, diese Eintagsblätter, deren Redaktion entweder unverantwortlich, nicht zu Hause oder sonst unauffindbar ist! Dorfrätsch, Narrenspiegel und Kohlbruder sind noch harmlose Namen, auch Kabis-Bruder, Gigampfi, Latschari, geht noch an. Aber wenn sie Lausbub, Schnudernase, Giftspritze, Byss-Zange, Platz-Patrone oder Zündschnur heissen, wird die Sache schon etwas gefährlicher. Auch Säubueb, Fadezeinli, Krokodil, Narrenseil, Wanze, Horä- und Chlöue-Zytig kommen vor (Horä bedeutet Hörn, und zwar das Geweih einer Kuh). schwimmt man beinahe in den witzigen Papierchen, den langen Zetteln, auf denen die Schnitzelbänke gedruckt sind und zum Mitsingen auffordern. Die Sammlung gehört zu der grössten privaten Zeitungssammlung der Schweiz, die im Besitz von Herrn Johannes O e t i k e r in Altsteften bei Zürich ist und einen riesigen Umfang hat. Der Sammler gehört zu den Vertretern der schwarzen Kunst; er ist Setzer am «Limmattaler Tagblatt» und unterhält Beziehungen mit der ganzen Welt, besitzt chinesische, griechische, Schützengraben- und Festzeitungen, Eskimoblätter, Negerzeitungen — und, wie gesagt, eine schöne Sammlung von Fastnachtzeirungen, aus denen wir einiges wiedergeben. Die Fasnacht-Zeitung hat in der Hauptsache lokale Bedeutung.. Wer sie liest, muss die Ortschaft kennen, auf die sie gemünzt ist. Er muss mit den einzelnen Bewohnern und ihren Verhältnissen Der Redaktor hat kürzlich in eine Sammlung von vertraut sein, um die Anspielungen zu be- Fasnachtzeitungen Einblick nehmen können. Sie merken und den Witz gemessen zu können. Darum stammen aus verschiedenen Ländern und Jahren. darf sich unsere Blütenlese nicht zu sehr in die Besonders zahlreich sind die aus dem Schaffhausischen, Lokal-Komödien und Lokal-Tragödien einlassen. dem Zürcher Limmattal und der March vertreten. Es wird auch anderswo solche Presse- Erzeugnisse geben, nimmt er an, doch sind sie besonders in einigen Gegenden unseres Landes verbreitet. In Basel gibt's selbstverständlich am meisten Wir bringen ein paar Ausschnitte, die allgemeines' Interesse haben, Zeugnisse des Witzes und der 5 Satire, wie sie den verborgenen Talenten des Schriftstellerns mitunter gelingen. Daran, dass wir die Namen der Autoren und Kunstzeichner ver- Gedrucktes über die Fasnachtszeit. Da schweigen müssen sind wir nicht schuld. Philister Von Josephine Pflüdersack. Jqhrus und -i tüends fromm und süess, Hand weich! Hand und schweissig Füess; S! redet Hung und schribed Sämf Und warned vor Paris und Gämf. Sie hassed d' Bei von junge Fraue Und chönd sich doch chum satt dra gschaue. Si hassed d'Mode, hassed d"Welt — Am beste gfallt ene na 's Gelt! Inwendig sinds voll Rost und Schimmel; 's macht nüt, si chömed glich in Himmel. 9er Jftäcchlcr Jftensch Aus «Narrenseil», Altstetten 1937. Vortrag ohne Ausverkauf, gehalten von Sanitätsprofessor med. et vet. an der Hochschule Siebnen, 1912 vergriffen, neu bearbeitet und konfisziert.. Vorwort der unverantwortlichen Aus der Narren-Zeitung Schaffhausen 1908. ^ec/aktion Jeder Käufer dieser Nummer kann zweimal «Helvetiä» rufen, dann ist er mit 50 000 Fr. versichert,, nach seiner Wahl gegen Leben, Feuer, Unfall, Weisheit, unerlaubtes Maskengehen, verbotenes Tanzen, und falls er ledig ist! alleiniges Heimgehen und unangenehmes Hängenbleiben. Diese Zeitung erscheint alle Tage, mit Ausnahme von 365 staatlich anerkannten Feiertagen im Kanton Schwyz. Inserate haben in dieser Zeitung kolossalen Lächerfolg, daher kostet die einspaltige Zeile oder deren Raum gar nichts. Bei Wiederholungen wird aber bedeutender Rabatt gewährt. Die verantwortliche Redaktion hat unverantwortlich viel Blödsinn aufgenommen, um die Zeitung zu füllen, nach berühmten Mustern. Am vernünftigsten sind die Eheverkündigungen, da man nicht mehr weiss, ob der Bräutigam oder die Braut überhaupt beidseitig Vater und Mutter gehabt haben. Die Politik ist noch unsinniger als die, die wirklich gemacht wird, und im Feuilleton kommen Sachen vor. die fast so töricht sind, wie die in der leibhaftigem Literatur. An Vernüäft- 16sigkeit grenzt der Händelsteil '±- er fehlt bis an einige Aktien ganz, weil jetzt doch niemand keiti Geld hat. Der Drück der Zeitung ist manchmal etwas stärk auf die Mägengegend, und daher Schimpfen und Erbrechen nicht ausgeschlossen. Das Telephon des Redakteurs war in letzter Zeit unausgesetzt in Der Märchler-Mensch ist das vollendetste und vorzüglichste, aber zugleich auch das unvollendentste Geschöpf der Schöpfung. Ein Beweis, dass unser Herrgott an den 5 Schöpfungstagen sich überaus-angestrengt hat, etwas Gutes zu schaffen, am 6. Tage aber, gemäss altem Usus, etwas früher Feierabend machte. Der Mensch kann übrigens aufrecht stehen, wenn er keinen Rausch hat, liegen, wenn er nicht steht, sich bücken, wenn er nicht tot ist, sich auf dem Absatz drehen, wenn er einen hat, kurz, er kann viel, aber nicht alles, nicht einmal aus der Haut fähren kann er, wenn er es schon hie und da möchte, noch viel weniger aber kann er sich schämen, wenn er kein Schamgefühl hat oder sich sonst nicht zu schämen braucht. Der Mensch besteht in der Hauptsache aus vier Teilen, nämlich Kopf, Rumpf, Armen und Beinen. Jeder Mensch hat einen Kopf, solange er ihn nicht verliert oder er ihm nicht gebrochen wird. Der Kopf dient ferner dazu, den Hut zu tragen, die Ohren üjjd die Nase daran zu befestigen, welche sonst frei in der Luft schweben würden. Auf dem Kopf haben auch die Haare ihren Platz, wenn nicht andere Bewohner dbrt sind, oder die Haare sich in das Innere zurückgezogen haben, was man dann Quittung nennt für geleistete Dienste. Vorn am Kopf ist das Gesicht, das erröten kann, immer aber schön sein sollte, auch wenn kein Zwicker auf der Nase sitzt, die mit Tabak gut tamponiert sein soll, damit sie nichts polizeiwidriges riecht. Links, und rechts stehen die Ohren, je nach Grosse des Esels verschieden, im Winter oftmals kalt, im Sommer warm, dienen sie, um Brillenstangen und Ohrgehänge zu tragen. Sie sind in der Jugend oftmals etwas unrein und in diesem Zustande ungeniessbar, im Alter ist die Gegekd hinter dein Ohre nicht immer trocken und bezweckt dies bei vielen Stummheit. Der Kopf steht unter dem Einfluss des Magens. Hat einer Hunger, so tut ihm der Köpf weh, hat .einer zu viel getrunken — ebenfalls. Der Köpf kann t&Snn- Zur Narrenzeit l Wo was Lustiges vorgekommen, Wo was Dummes Wird gemacht, Alles haben wir Vernommen Und in dieses Blatt gebracht Doch darum soll 'sich keiner kränken, Oder ärgern sieh gar sehr, Sondern bei sich denken: Nächst Jahr halten andere her.