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E_1939_Zeitung_Nr.021

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 7. MÄRZ 1939 — N° 21 Schnee-Sternfahrt-Epilog Wenn eine automobilsportliche Veranstaltung «um xten Male durchgeführt wird, fühlt man sich i stets versucht, Vergleiche mit ihren Auflagen früheren Datums anzustellen. Was nun das zweite - Schnee-Rallye anbetrifft, das als würdiger Auftakt zu unserer diesjährigen einheimischen Sportsaison soeben in die Geschichte eingegangen ist, so wäre vorab zu sagen, dass es unter Begleitumständen abgewickelt wurde, die von denen, welche im Februar 1938 seine «Uraufführung» ganz wesentlich verschieden sind. kennzeichneten, Hatte die letztjährige Schnee-Sternfahrt ihrem Namen alle Ehre gemacht, gestaltete sie sich -zu einer betont winterlichen Angelegenheit, so fehlte dieses inassgebende Moment heuer fast vollständig. Damals steckten das Freiburger Land und auch die Waadt nietertief im Schnee und bei der Bezwingung des Col des Mosses sah man sich links und rechts von hohen Schneemauern eingeschlossen. Stellenweise spürte man sogar blankes Eis unter den Rädern, während diesmal ein erklecklicher Abschnitt der gemessenen, 4 Kilometer langen Bergstrecke von Schnee und Eis befreit war. Diese wenig winterlichen Verhältnisse übten denn auch auf die gefahrenen Zeiten einen bedeutenden Einfluss aus, indem die. Vorjabrs-«Rekorde» in jeder Gruppe last ohne Ausnahme bis zu 1^ Minuten und mehr unterboten wurden, wie folgende Zusammenstellung zeigt: Gruppen 1939 1938 Bis 1100 com 5:07,3 6:27,0 1100 bis 1500 cem 5:17,8 7:25,0 1500 bis 2000 cem 5:30,1 6:59,0 Ueber 2000 cem 5:17,1 6:31,8 Hie frühlingshafte Witterung, der Mangel an. Schnee — und diesen völlig unprogrammässigen Faktoren stehen die besten und gerissensten Organisatoren machtlos gegenüber — brachten es mit sich, dass die vorgeschriebenen Durchschnittsgeschwindigkeiten in allen Gruppen etwas zu niedrig lagen. Aber es ist ja in diesem Zusammenhang nicht zu vergessen, dass diese Mittel für eine Schnee- Sternfahrt berechnet waren und es kann.kein Zweifel darüber bestehen, dass es selbst die Routiniers der alten Garde allerhand Anstrengungen gekostet hätte, die verlangten Durchschnitte unter winterlichen Witterungsbedingungen innezuhalten. Von den zahlreichen Konirollen, die, «üeberfallsposten» gleich, fast durchwegs sehr unübersichtlich placiert waren, zählten nur ungefähr die Hälfte für die Klassementsermittlung, und zwar, wie wir von den Organisatoren erfahren: Kiesen (auf dem Abschnitt Bern-Thun), S c h ö n r i e d (auf dem Abschnitt • Zweisimmen—Les Moulins), L e s M o u - lins (als Endpunkt der ersten Etappe der Zuverlässigkeitsfahrt), Bossonnens (auf dem Abschnitt Vevey—Vaulruz), Prevonloup (auf dem Teilstück Vaulruz—Lucens), AU am an (zwischen Lausanne und Chambesy) und Chambesy (als Endpunkt der zweiten Etappe der Zuverlässigkeitsfahrt). Weitere Kontrollen, wie Gwatt, Weissenburg, Ciarens, Semsales. Sottens, Chalet-ä-Gobet und Lausanne dienten nur der Feststellung, ob die ••Konkürrenten die vorgeschriebene Fahrtroute auch wirklich befolgt hatten. strafpunktefrei die Kontrolle zu passieren. In Lausanne wurde nun diesmal (siehe oben) allerdings nur die Durchfahrt und nicht die Zeit registriert, was aber für den Konkurrenten selbstverständlich ein Geheimnis blieb. Die Absicht der Organisatoren, heuer auch die Mitfahrer, lies Zeitmesser und Kartenleser, im Klassement zu veröffentlichen und den besten unter ihnen einen Sonderpreis au stiften, ist äusserst lobenswert, hängt doch Erfolg oder Misserfolg der Konkurrenten in hohem Masse von einer erspriesslichen Zusammenarbeit mit diesen Goequipiers ab. Sie sind es, die den Piloten von einem Punkt zum andern dirigieren, die ihn in Sicht einer Kontrolle wie ein Lotse sicher — vor allem weder zu früh noch zu spät — in den « Hafen» geleiten. Auf den Mitfahrer muss eich der Steuermann durch dick und dünn verlassen können. Er muss nicht nur genau abzuschätzen in der Lage sein, ob sein Pilot ihm — dem Motor nämlich — « noch etwas geben muss » oder ob er sich weitgehende Zurückhaltung aufzuerlegen hat, wenn er nicht in eine Kontrolle hineinplumpsen will, sondern er muss sich auch auf das Kartenlesen verstehen, Dass man sjch nach allen Regeln der Kunst verhauen kann, hat beispielsweise ein Konkurrent erfahren, der fahrplanmässig stets zwei Minuten vor uns hätte liegen sollen, jedoch mehrmals munter an uns vorüberzischte: kein Wunder, dass sein Punktguthaben (1000 P.), das ihm der Starter am Morgen zur Verwaltung nach bestem Wissen und Gewissen mit auf den Weg gegeben hatte, bis Genf um einen guten Zehntel kleiner geworden war. Noch bleibt uns zur Bergprüfungsfahrt am Col des Mosses eine Kleinigkeit nachzutragen. P Sie wird nämlich insofern ein Nachspiel haben, als einige Konkurrenten bei der Rennleitung wegen erfolgter Behinderung am Berg einen Protest einreichten, der zur Behandlung durch die am kommenden Samstag in Genf tagende nationale Spprtkommission weitergeleitet worden ist. Im übrigen hat die Organisation dieses Bergrennens insofern besser geklappt als 1938, als sich nun die"' Fahrer nicht mehr behinderten, indem- sie in;J!HminütJfcen Abständen auf:, die Strecke «losgelasgen »\^ür|£nf wobei dieser Abstand zwischen jeder Gruppe lauf •4 Minuten vergrössert wurde. Die Fahrt von A^tomobilmeister Scheibler, dieses erfahrenen und jxratinierten Kämpen, war leider eine etwas «abverheite » Angelegenheit, stellte sich ihm doch unweit des Zieles ein Sportkommissärwagen in dip Quere, so dass das Tempo wesentlich verlangsamt wercfen musste und die chronometrierte Zeit schätzungsweise 15—20 Sekunden höher ausfiel. Ein solcher Regiefehler wird ein anderes Jahr ohne Zweifel auch noch auszumerzen sein. Das Rechnungsbureau hat diesem Handicap dadurch Rechnung getragen, dass es im Klassement zwar die effektiv registrierte Zeit einsetzte, für die Meisterschaft jedoch gleichwohl 100 Punkte als Maximum in Anrechnung Die Sieger in der Schnee-Sternfahrt: Hans Portmann, Basel (links), der schweizerische Automobilmeister des Jahres 1937, in welchem er das Salon-Rallye ebenfalls gewann, und ssin Mitfahrer, Theo Rodemeyer (rechts). Die Mitglieder der siegreichen Berner Equipe, aufgenommen kurz bevor sie den Dr.-Mende-Wanderpreis nach Bern entführten. Von links nach rechts: Karl Schäfer jun. (Mitfahrer im Wagen seines Bruders E. Schäfer); Roland Hämiker, Sekretär der Berner Sektion des A.C.S., wirkte als Zeitmesser des mehrfachen Schweizer Meisters August Scheibler; der Berichterstatter der «Automobil-Revue», der als Passagier mit Konkurrent Haldimann nach Genf «reiste»; August Scheibler, Laupen, klassierte sich bei den Experten im 2. Rang; Hans Portmann, Basel, der absolute Sieger des Tages; Ernst Hurni, der Mitfahrer Ernst Haldimanns; E. Schäfer jun., figuriert bei den Amateuren im 4. Rang; Ernst Haldimann, der dritte Mann der Equipe, mit dem begehrten Wanderpreis. brachte. Urteil. Also gewissermassen ein salomonisches •» Was wir schon gestern aussprachen, kann heute ,nur bestätigt werden: die Sektion Genf des ACS Sf»o*< £am ^usl«and IN FRANKREICH Mercedes-Benz mit 3 Wagen In Pau. Auf der Meldeliste für den am 2. April stattfindenden Grossen Preis von Pau (100 Runden = 277 km) figurieren drei Fahrzeuge der Untertürkheimer Firma, die von Caracciola, v. Brauchitsch und Lang gesteuert werden, während Seaman als Ersatzmann zur Verfügung steht Auch die hat mit der wirklich guten Organisation der zweiten Nationalen Schnee-Sternfahrt neue Lorbeeren geerntet und darf sicher sein, dass unsere sportfreudigen Automobilisten ihrem Rufe auch nächstes Jahr wieder mit Vergnügen Folge leisten werden. Auto-Union beabsichtigt ihre sportliche Tätigkeit in Pau zu beginnen. Mit wieviel Wagen und welchen Fahrern der Kampf aufgenommen wird, steht jedoch noch nicht fest. Weiterhin verzeichnet die Teilnehmerlist von Pau vorläufig noch je zwei Delahaye und Talbot, einen Sefac sowie die Wagen einiger Privatfahrer. IN ITALIEN. Auto-Union und Mercedes-Benz in Monza. Im Laufe des Montags hat die Auto-Union ihr Training in Monza mit Bigalke und Meier wieder aufgenommen. Nuvolari wird auf Mittwoch erwartet, und am gleichen Tage trifft vermutlich auch die Rennmannschaft von Mercedes-Benz auf der oberitalienischen Rennbahn ein. Wie schon im Reglement zu lesen stand, waren diese Kontrollen erst im letzten Augenblick durch Fahnen in den Genfer Farben als solche gekennzeichnet. Sie erfüllten somit ihre Aufgabe, die Konkurrenten zu überraschen und sie zur genauen Beobachtung ihrer Durchschnittsgeschwindigkeit zu zwingen, auf beste. Wenn wir eines anregen möchten — und dies in Uebereinstimmung mit mehreren Teilnehmern an der Fahrt vom letzten Samstag, — so wäre dies beim nächsten Schnee-Rallye eine Wegverlegung der Lausanner Kontrolle von der Place Chauderon an die Peripherie der Stadt, sei es nun bei der Einfahrt von La Sallaz her oder bei der Ausfahrt nach Morges. Am Samstagnachmittag herrscht nieht nur auf der Zufahrt von La Sallaz nach Lausanne, sondern auch in der Stadt selber ein äusserst reger Verkehr. Die Marschtabelle liess auch in La Sallaz eine Kontrolle vermuten. Es war aber Essig damit, und so hatten wir beispielsweise in der Gruppe IV für die 3 km lange Strecke bis zur Place Chauderon einen 46er-Durchschnitt innezuhalten, was in Anbetracht des intensiven nachmittäglichen Verkehrs selbst für einen alten Fuchs keine einfache Angelegenheit war, abgesehen davon, dass er unter Umständen nicht nur über die Strassenzüge, über die er die Place Chauderon erreichen kann, mangelhaft orientiert ist, sondern darüber hinaus laut Sternfahrts-Reglement die geltenden Verkehrsvorschriften zu achten hat. Man wird ihm aber kaum zumuten dürfen, dass er mitten im gedrängtesten Stadtverkehr auf tutti reist, nur um Bundesrat Pilet-Golaz stattete auf seinem Rundgang durch den Genfer Salon auch dem Stand der «Automobil-Revue» einen Besuch ab. IN DEUTSCHLAND Avus bleibt schnellste Rennstrecke der Welt Im Laufe des letzten Jahres wurde berichtet, dass mit der Einbeziehung der Avus in das Netz der Reichsautobahn das Ende der Avus-Rennen gekommen sei. Das ist nun aber nicht der Fall, wie die « B. Z. am Mittag» meldet. Im Hinblick auf die sportliche Bedeutung dieser Rennen sollen diese beibehalten werden, was natürlich besondere bauliche Einrichtungen erfordert. Einmal baut man bei Kilometer 7 eine neue Kurve, diie so konstruiert werden soll, dass sie ein Befahren mit 250 km/St, zulässt. Man würde damit auf der Gesamtstrecke von 14 km Länge mit den modernen Rennwagen auf einen Stundendurch-" schnitt von schätzungsweise über 300 km kommen. Die neue Südschleife musste ähnlich wie die jetzige Nordkurve nach der Seite bin aus der eigentlichen Linie hinausgebaut werden, um den regelmässigen Verkehr nicht zu behindern. Sie liest südlich des sogenannten Grossen Sterns, zwischen der Havel-Chausse und dem Fischerhüttenweg. Mit Rücksicht auf die gesteigerte Geschwindigkeit der Rennwagen ist weiter beschlossen worden, die für die Rennstrecke in Betracht kommenden beiden Strassenarme zu verbreitern. Die gegenwärtig 8,3 Meter betragende Breite soll auf 10 Meter erhöht werden. Die Bauten dürften bis Ende des Jahres beendet 6ein, so dass schon 1940 wieder Rennen auf der Avus abgehalten werden können.

21 — DIENSTAG, 7. MÄRZ 1939 AUTOMOBIL-REVUE 11 Chfon^k Salons Am Samstagmorgen hielt, wie seinerzeit an dieser Stelle angekündigt, das • Bureau Permanent International des Constructeurs d'Automobiles», unter dem Vorsitz von Baron Petiet, eine wichtige Tagung ab, der die Delegierten Aoutis (Italien), Lang (Holland), McLagan und Waite (Grossbritannien), Schippert (Deutschland) und Dechevrens (Schweiz) beiwohnten. Dabei erfolgte die Neuwahl des Vorstandes, der sich wie folgt zusammensetzt: Präsident Herr Acutis, Vizepräsidenten die Herren Oberst A. Waite und Dechevrens. Der Einzug Herrn Dechevrens in den Vorstand des Bureati Permanent macht unserem Land alle Ehre. ' Verschiedene Persönlichkeiten der Automobilindustrie haben dem Salon" ihren* Besuch abgestattet, so z. B.' Herr Wood, Generaldirektor der Ford Motor Company für Europa.. Im weiteren steht auch die Visite der Herren Martel, Generalsekretär der Pariser Mustermesse, .und Conza, Präsident der Luganeser Messe, in Aussicht. Die westschweizerische' Vereinigung der Motorfahreroffiziere hat im Konferenzsaal des Salons eine wichtige Versammlung abgehalten. Am Montag trat die Konferenz der Sekretäre des ACS zusammen. Sie befasste sich in der Hauptsache mit internen Angelegenheiten. Nach der Sitzung unternahmen die Teilnehmer eine Rundfahrt durch den Kanton Genf, wobei sie den verschiedenen Zoll- und Grenzservicestellen einen Besuch abstatteten. Aufokuvse Alpenposten. Zum erstenmal seit geraumer Zeit haben die Saisonkurse der Alpenposten in, der Woche vom 27. Februar bis 5. März wieder, verglichen mit den Ergebnissen des entsprechenden Vorjahres-Abschnittes, eine Fregjienzsteigerung zu. verzeichnen. Sie beziffert sich bei. einem Total von 23.459 Reisenden auf 2757 Und' entfällt fast ausschliesslich auf das Konto der .'Linie Nesslau - Buchs, deren Saldo sich um 4497 Personen höher stellt als in der Parallelwoche 1938. Woher -diese starke Steigerung rührt? Einzig und allein vom schweizerischen Skirennen, das vom 3.-5. März in Unterwasser stattfand. Daneben ist noch auf weiteren sieben Linien eine Zunahme eingetreten, doch hält sie sich hier in bescheidenem Rahmen. Dass, absolut betrachtet, der Kurs Nesslau - Buchs bei weitem obenaus schwingt, kann nach dem oben Gesagten nicht überraschen. Tatsächlich nimmt er mit insgesamt 9210 Passagieren die erste Stelle ein, gefolgt von Chur - Julier - St. Moritz mit 3242 (—874), St. Moritz - Maloja - Chiavenna mit 2191 (+27), Bern - Gurnigel - Selibühl mit 1978 (—139) und Schwarzenburg - Hirschhorn mit 1331 (—161), um nur jener Routen Erwähnung zu tun, deren Besucherzahl die Tausendergrenze überschritt. Rechnet man poch die während des Winters 1938/ 1939 erstmals in Betrieb genommenen Verbindungen Schüpfheim - Sörenberg" Und' Samen"- Stöckalp mit ein, dann erhöht sich das Fazit der Berichtswoche auf 24.437 Personen. . TOURISTIK Benzingutscheine in Frankreich. Automobilisten, die sich zu einem längeren Aufenthalte nach Frankreich begeben, können auf Grund der beim TCS erhältlichen «Carte de voyage touristique en France» (Preis: franz. Fr.: 40.—) unentgeltliche Benzingutscheine im Werte von bis zu franz. Fr. 300.— beziehen. Um Missbräuchen vorzubeugen, hat nun die französische Zollverwaltung vor einigen Wochen angeordnet, dass die ausländischen Automobillisten, die auf diese Benzingutscheine Anspruch erheben wollen, ihr Zolldokument an der Grenze deponieren müssen, wenn sie vom Visumszwang befreit sind oder ahnen die Erleichterung gewährt wurde, die einzelnen Ein- und Ausreiseabschnitte ihres Acquit-ä-jCaution nicht bei jedem Grenzübertritt ausfüllen zu müssen. Für die betreffenden Automobilisten hatte dies nun zur Folge, dass sie gezwungen waren, an der französischen Grenze auf die Ausstellung eines neuen Zolldokumentes warten zu müssen. Der Touring Club der Schweiz (TCS) hat eich daraufhin sofort mit der französischen Generalzolldirektion in Verbindung gesetzt und bei dieser Behörde erreicht, dass er ermächtigt-wurde, die mit solchen Befreiungen versehenen ZoHdokumente selbst in Depot zu nehmen und an deren Stelle einen Acquit-ä-Caution für die betreffende Reise auszustellen, in deren Verlaufe Benzingutßcheine bezogen werden sollen. ' Verschiedene! Verkehrsunterricht an den Bernischen Schulen. In einem Kreisschreiben macht die kantonale EMiehungsdirektion die Primär- und Sekundarschulkommissionen des Kantons Bern im Hinweis auf die sich von Jäher zu Jahr mehrenden Verkehrsunfälle auf die dringende Notwendigkeit aufmerksam, an Wen bernischen Primär- und Sekundärschulen Verkehrsunterricht zu erteilen. Dieser Unterricht müsse ? sich den örtlichen Verkehrsverhältnissen anpassen und nicht nur theoretisch, sondern soweit möglich auch in praktischer Ausführung gegeben werden. Dabei sei für eine Wiederholung in nicht zu giossen Zeitabständen zu sorgen. Die Schulkommissionen, werden ersucht, • die Frage der Erteilung des Verkehrsunterrichtes- erneut mit der Lehrerschaft zu besprechen und zweckdienliche Beschlüsse zu fassen. Dazu ergeht an die Schulinspektoren der .Auftrag;- der Angelegenheit ihre ganze Aufmerksamkeit zu schenken und sich bei ihren Schulbesuchen zu erkundigen, in welcher Weise und in welchem Umfang der Aufforderung der kantonalen Erziehungsdirektion Folge gegeben •werde. HL 2Jec SaCcn jdwuh xlie des Jzctuükccs Das Zahnrad bleibt. — Verbesserung der SchongSnge. — Nützliches Planetengetriebe. — Wie man die Kardanwelle senkte Das Zahnradgetriebe stellt immer noch die wirtschaftlichste Form des Drehmomentwandlers dar. Daran hat sich auch im vergangenen Jahr gar nichts geändert, obwohl von allen möglichen Seiten mit Hochdruck an der Schaffung einer stufenlosen Kraftübertragung gearbeitet wird. Das Zahnrad mit all seinen Vor- und Nachteilen ist geblieben. Was sich weiter gewandelt hat, das sind vor allem die Schaltorgane. Man verlegt den Schalthebel auch bei normalen, synchronisierten Betrieben in steigendem Masse an Stellen, wo sie beim Ein- und Ausstelgen weniger behindern, das heisst an den Lenkstock unterhalb des Lenkrades sowie ans alle oder doch (bei Vierganggetrieben) die drei obern Gänge synchronisiert, und wo eine Synchronisierung bisher fehlte, hat man ihren Einbau in den meisten Fällen nachgeholt Interessante Verbesserungen sind an verschiedenen amerikanischen Schongängen zu finden. Sobald die Fahrgeschwindigkeit auf über 50 km/St steigt, schaltet sich automatisch der Spargang ein, vorausgesetzt, dass das Gaspedal nicht ganz durchgetreten wird. Gibt man dagegen Vollgas, so kommt umgekehrt an Stelle des Schongangs der direkte Gang zum Eingriff. Diese Xonstruktions- Fig. 1. Schaltgetriebe und Schnellgang des Horch-3,8-Liter-Wagens. Der Schnellgang wird durch einen eigenen kleinen Hebel geschaltet. Eine ganz ähnliche Ausführung wird auch von Mercedes verwendet Armaturenbrett.. Den ersten Anstoss hiezu gaben die europäischen Konstrukteure, die notwendigerweise mit dem Platz meist sparsamer umgehen müssen als ihre mehr aus dem Vollen schöpfenden amerikanischen Kollegen. Nun hat sich diese Neuerung ganz plötzlich auch in USA eingeführt, offenbar mit dem Ziel, die Unterbringung von drei Personen auf der vordem Sitzbank zu erleichtern. Daneben gehen ein© Reihe äusserlich weniger drastischer, im Endeffekt aber genau so wichtiger Neuerungen einher. So werden zur Erleichterung des Schaltens immer öfter änderung zeigt erst so recht, wie unlogisch es wäre, hier von einem Schnellgang zu sprechen, da er doch bei voller Leistung ausgeschaltet bleibt, also offensichtlich nur der Reduktion der Motordrehzahl und damit der Verringerung von Verschleiss und Brennstoffverbrauch bei mittleren Fahrgeschwindigkeiten dienen kann. Im übrigen steht dem Schongang zweifellos noch eine grosse Zukunft bevor, seit durch den Bau von Autofernverkehrsstrassen der Begriff der Autobahnfestigkeit eine wichtige Rolle zu spielen beginnt. Man wird längere Strecken stets im Fernganj? mit hoher Fahrgeschwindigkeit, jedoch bei reduzierter Motordrehzahl zurücklegen. Uehrigens — ein Getriebesystem taucht heute Fig; 2. Schematische Darstellung eines einfachen Fig. 4. Ein vlelbcschrittener Weg zur Tieferlegung Planetengetriebes. A = «Sonnenrad». B = Plane- der Kardanwelle; Hinterachsantrieb mit Hypoidtenräder; X = Aussenring mit Innenverzahnung. Verzahnung (links) statt spiralverzahnter Kegel- Soll zwischen den Wellen links und rechts eine räder (rechts). Kraftübertragung zustande kommen, so hremst man tien Aussenring ab. Fig. 3. Das Räderwerk der Hinterachse schematisch dargestellt. 1 = spiralverzahntes Kegelritzel. 2 = spiralverzahntes Tellerrad des Hinterachsantriebs. 3 = Hinterachswelle. 4 = Kegelrad der Hinterachs- »fiia. & s JPlanetenxad. des Differentiala, Fig. 5. Eine besonders tieft Lage der Kardanwelle ergibt sich bei Hinterachsen mit Schneckenantrieb. A = Lager der Schnecke. B = Schneckenrad. G = Schnecke. D =. Oelbad des Schneckenantriebe. Jkaqcammdes Salons von Mittwoch. 8. bis Freitag. 10. MXrz MITTWOCH. DEN 8. MÄRZ: 9 Uhr: Oeffnung (Eintritt Fr. 1.50), 10 Uhr: Vorstandssitzung und 11 Uhr: Generalversammlung der «Schweiz. Syndikalkammer des Automobilhandels und der Garaqenindustrie» (Konferenzsaal des Salons). 12.30 Uhr: Mittagessen Im Restaurant des Salons. 19 Uhr: Schliessuna der Ausstellung. Konzert von 11.30 bis 12.30 Uhr und von 16.00 bis 18.30 Uhr. DONNERSTAG, DEN 9. MÄRZ: 9 Uhr: Oeffnunn (Eintritt Fr. 1.50). 10 Uhr: Jahres-Generalversammlung der «Chambr* Syndicale Sulsse de I'Industrie de l'Automobilt» etc. (Konferenzsaal des Salons). 12.30 Uhrs Mittanessen im Restaurant des Salons. : Ab 13 Uhr: Verbilligter Eintritt fO* Kinder. 60 Rp. Ab 19 Uhr: A--be n d zu verbilligtem Eintritt, 80 Rp. • ' 23 Uhr: Schliessung der Ausstellung. Konzert von 11.30 bis 12.30. 16.00 bis 18.30 und von 20.00 bis 23.00 Uhr. - FREITAG. DEN 10. MÄRZ: 9 Uhr: Oeffnung (Eintritt Fr. 1.50). 11 Uhr: Sitzung des Organisationskomitees dts XVI. Automobil-Salons (Konferenzsaal dts Salons). 19 Uhr: Schliessung der Ausstellung. Konzert von 11.30 bis 12.30 Uhr und von. 16.00 bis 18.30 Uhr. bei automatischen Schongängen ebenso wie in- halb* automatischen Getrieben immer wieder auf: Das Planetengetriebe. Seine Wirkungsweise prädestiniert es eigentlich geradezu für diesen Zweck, denn : es lässt sich durch Kupplungen oder Bremsbänder absolut weich und stossfrei schalten, so dass man fast vergisst. das« auch hier Zahnräder die Kraftübertragung besorgen. Die ursprünglich beim Planetengetriebe auftretenden Geräusche konnten seither durch konstruktive Massnahmen beseitigt werden. Gegenwärtig haben sich zwei Ausführungen von Planetengetrieben erfolgreich durchgesetzt: Das englische Wilson-Getriebe, das vott verschiedenen englischen und französischen Marken verwendet wird, sowie das französische Gotal-Getriebe, -das in Frankreich zusehends an Verbreitung gewinnt und jetzt auch in der Schweiz hergestellt wird. Bei ihm besorgen Elektromagnetkupplungen die Schaltung der einzelnen Gänge, sobald der zu einem einfachen elektrischen Schalter verkümmerte « Schalthebel» auf den einen öder andern Gang eingestellt wird, -•:.•" > • Die ans Getriebe anschliessenden Organe der Kraftübertragung, d. h. bei Wagen mit Hinterradantrieb die Kardanwelle nebst ihren Gelenken, sowie die Hinterachse, haben in den verflossenen zwei, drei Jahren allerhand Wandlungen erlebt. Vor allem ging das Bestreben darauf aus. die Kardanwelle tieferzulegen, um gleichzeitig auch den Wagenboden und die Gesamthöhe der Fahrzeuge hinabdrücken zu können. Freilich, ganz ohne .Kardantunnel ging's trotzdem bei den mittleren und kleinen Wagen (abgesehen natürlich von den Modellen mit Vorderradantrieb oder Heckmotor) nur selten ab. Mit dem Ziel einer Senkung der Kardanwelle ' im Auge, ist der lange Zeit fast ausschliesslich. bönützte spiralverzahnte Hinterachsantrieb von -vielen Firmen-verlassen worden. An seine Stelle trat beinahe bei allen amerikanischen Wagen der Hy-> poid-Hinterachsantrieb, dessen Zahnritzel im Gegensatz zum Kegelradantrieb unterhalb! der Hinterachsmitte liegt. Dadurch rückt auch das Hinterende der Kardanwelle einige Zentimeter tie-; fer, womit schon viel gewonnen ist. Wenn möglich' noch günstiger verhält sich diesbezüglich der Schneckenantrieb, wie ihn u. a. Peugeot verwendet. Die Schnecke greift dabei von unten in das Schneckenrad ein und liegt daher ganz besonders tief. Weitere kostbare Zentimeter lassen sich durch eine Senkung des Wellenvorderendes gewinnen, indem man die Motorachse leicht nach hiritea neigt, bis sie die genaue Verlängerung der Kardanwelle bildet. So wird mit allen erdenklichen. Mitteln Zentimeter um Zentimeter an Bauhöhe eingespart — bis schliesslich wieder einmal eine Revolution im Automobilbau einsetzt, (etwa zugunsten des Heckmotors) und - dann die Zentimeterschinderei erneut einsetzt» bis man nicht mehr weiter kann und abermals... nein, das würde zu-; weit führen. Wir wollen keine Horoskope stellen. -fwkux den nden GESELLSCHAFT DER MILITÄR- MOTORFAHRER DES KANTONS ZÜRICH Samstag, den 11. März 1939, abends 8 Uhr, findet im Rest. Urania, Zürich (1. Stock) und am Donnerstag, den 30. März 1939, abends 8 Uhr, im Rest. National, Winterthur (1, Stock), ein .technischer Vortrag mit Lichtbildern über folgendes Thema statt: «Bremssysteme und Bremswegberechnungen». Air Referenten könnten' folgende Herren gewonnen werden: Motf. Gefr. J. Studer (Chef- Experte MFK), Präs. der GMMZ; Motf, Gefr. A. Laemmel (Techniker); Herr Ing. Schwegler, Zürich. Kameraden, reserviert Euch den 11. März in Zürich und den 30. März in Winterthur, nta daa sehr lehrreiche Referat- anzuhören» •— • Zur Orientierung möchten wir nochmals f.uf unsere- Stammtiech-Abende aufmerksam machen: In Zürich jeden 1. Donnerstag im Monat, Rest. Du Nord (Part, links); in Winterthur jeden letzten Donnerstag im Monat, Rest. National. Zahlreichen Besuch erwartet; den Sbntaad»