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E_1939_Zeitung_Nr.081

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dfc Sektion Bern des A-C& beim Reeierungsrat ein« ähnliehe Demarche unternommen. In einer Eingabe, worin sie die Gründe darlegt, welche eine Neuordnung der Steuern im gegenwärtigen Zeitpunkt als gerechtfertigt erscheinen lassen — wir haben sie im Leitartikel in Nr. 79 der A.R. ausführlich beleuchtet — schlägt sie den kantonalen Behörden die Gewährung einer Reihe fiskalischer Erleichterungen vor, wobei sie dem Wunsch Ausdruck verleiht, dass diese Massnahmen auf Anfang 1940 in Kraft gesetzt werden, und zwar deshalb, •weil die infolge der veränderten Verhältnisse nunmehr auf unbestimmte Zeit verschobene Neuordnung der bernischen Verkehrssteuern auf den gleichen Zeitpunkt Wirksamkeit erlangen sollte. Die in der Eingabe formulierten Vorschläge erstrecken sich auf die Einführung der monatlichen Steuerberechnung (nicht in dem Sinne, dass die Steuer monatlich neu gelöst werden muss, sondern lediglich, dass der Automobilist nur noch für soviele Monate besteuert werden kann, als er seinen Wagen im Betrieb hat), die ratenweise Bezahlung der Steuer, die monatliche Rückvergütung bei Ausserbetriebsetzung eines versteuerten Wagens (wobei die Rückvergütung pro rata temporis für nicht angebrochene Monate zu berechnen wäre) und die Einführung von Wechselnummern. «Wir sind überzeugt» — : schliesst die Eingabe — «dass diese Begehren, die unseres Wissens grösstenteils im neuen Steuerprojekt der Polizeidirektion bereits enthalten sind, auf dem Dekretswege noch in diesem Jahr beschlossen werden können, so dass sie bereits auf 1. Januar 1940 in Kraft gesetzt werden könnten... Unsere Ansicht geht dahin, dass es falsch wäre, die Ausserbetriebsetzungen als eine unvermeidliche Folge des Krieges zu beurteilen und sich einfach mit der unerfreulichen Tatsache eines verminderten Steuereinganes abzufinden.» Auch in Zürich wehrt man sich. Letzte Woche fand eine erste Besprechung einer Delegation der Kantonalen Strassenverkehrs- Hga mit dem Chef der Polizeidirektion des Kantons Zürich wegen der Senkung der Verkehrssteuern statt. Nachdem bis anfangs Oktober von 13.500 Personenautokontrollschilder rund 4600 'zurückgegeben worden sind, muss auch der Kanton Massnahmen treffen, um dieser rapiden Schrumpfung zu begegnen. Eine taugliche Löpung wird nur durch Senkung der Steuern möglich sein. Da diese im Kanton Zürich im 1923er-Gesetz niedergelegt sind, bedarf eine Aenderung derselben einer Gesetzesrevision. Es wurde nun dem Regierungsrat angeregt, sich durch ein vor Jahresende zur Abstimmung zu bringendes Gesetz die nötigen Vollmachten geben zu lassen, um eine Anpassung der Steueransätze an die Benzinrationierung und — Preise vornehmen zu können., V DIE AKTION OBERST VALLOTTONS EIN BRIEF DES GENERALS General Guisan hat an Oberst Vaflotton folgenden Brief gerichtet: «Ich danke Ihnen für die Zustellung des Exposes über das schweizerische Automobilgewerbe. Ich habe es mit grossem Interesse studiert, namentlich das Kapitel «Militärische Mittel», das ich sofort durch den Generalstab prüfen lassen werde. Ihre Anregungen halte ich für sehr zweckmässig. Eine Kommission, bestehend aus den Chefs der Motorwagendienste der drei Armeekorps und einigen Spezialisten sollte genügen. Ich schreibe in diesem Sinne an den Generalstabschef. Können Sie mir noch einige Exemplare Ihres Exposes senden?» Der General: Nichts könnte uns in der Ueberzeuguog, dass die Sache zum guten Ende geführt wird, besser bestärken als der Inhalt dieses Schreibens. F E U I L L E T O N Der Siedler. Roman von Heinrich Lämmlin. 14. Fortsetzung « So sprich doch ! Siehst du nicht, dass ich vor Neugierde nahezu platze ? » «Ich dachte daran, dass so viese Frauen über ihren Kindern den Mann vergessen. Es wäre doch schlimm, wenn es auch bei uns so werden würde ! » Lisbeth lacht hell heraus. « Du armer Narr! Ich möchte wirklich nicht in deiner Haut stecken. Jetzt wird es mir angst und bange. In Zukunft werde ich zwei Jungen betreuen müssen. Wenn das nur nicht zu viel Arbeit für mich ist ! > « Ach, Gott, man wird doch davon reden dürfen! » tut der Sepp beleidigt, aber Lisbeth lacht nur noch lauter. Zu Hause erwartet sie Fürst. < Ich dachte mir, dass Sie nicht weit sein können und habe hier gewartet», sagt er und reicht ihnen die Hand. «Die Zeit ist mir lange geworden. Ich neckte die Ziege und sah mir den Garten an. Jetzt haben Sie bald einen richtigen Bauernhof. > < Ja, es geht vorwärts ! » Der Sepp ist stolz. Er muss auch die Blösse überwinden, die er sich vor seiner Frau gab und sagt: < Bald wird es hier an nichts mehr fehlen. Noch ein oder zwei Jahre, und wir sind gemachte Leute ! » « Das wird so sein, daran habe ich nicht eine Augenblick gezweifelt >, nickt Fürst. « Ich habe auch noch eine angenehme Nachricht für Sie: Eine junge Dame, die nicht Vermehrte Teerperwendung im schweizerischen Strassenbau Am 34. Oktober 1939 erliess der Bundesrat an die Kantonsregierungen ein Kreisschreiben bezüglich der Verwendung von normiertem Strassenteer im schweizerischen Strassenbau. Dieses Schreiben stützt sich auf das am 8. Juni 1938 seitens des Departementes des Innern an die kantonalen Baudirektionen gestellte Ersuchen, im Interesse der Beschaffung kriegswirtschaftlich notwendiger Stoffe in vermehrtem Masse Strassenteer als Bindemittel für die Beläge der Kantonsstrassen zu verwenden. Trotz der damaligen Ermahnung war keine merkliche Steigerung der Verwendung von Strassenteer festzustellen. Diese Tatsache einerseits, die ernste Lage, die auch für die Schweiz aus den gegenwärtigen internationalen Verwickhingen entstanden ist, sowie die Bedürfnisse unserer Landesverteidigung anderseits, veranlassten die Bundesbehörden, auf die Angelegenheit zurückzukommen, wobei die nachstehend skizzierten Verhältnisse dringender Beachtung empfohlen werden: Eine Reihe kriegswirtschaftlich wichtiger Ausgangsstoffe, deren ausreichende Beschaffung auf dem Wege des Importes sich zufolge der europäischen Entwicklung immer schwieriger gestaltete, lässt sich im Lande selbst nur im Prozess der Aufarbeitung des Rohteeres der schweizerischen Gaswerke auf kriegswirtschaftlich wichtige Produkte und normierten Strassenteer gewinnen. Mit Rücksicht auf diese Bedürfnisse unserer Landesverteidigung erklärte sich der Verband schweizerischer Gaswerke bereit, die Gewinnung dieser Produkte zu organisieren, sofern für den aus dieser Umstellung sich ergebenden Strassenteer der erforderliche Absatz geschaffen werden kann. Durch Konzentration dieses ganzen Fabrikationsprozesses bei der schweizerischen Teerindustrie A.-G. in Pratteln wird es möglich sein, vom 1. Januar 1940 an den gesamten jährlichen Rohteeranfall der bedeutendsten schweizerischen Gaswerke daselbst auf Strassenteer zu verarbeiten. Vom genannten Zeitpunkt an werden nämlich auch die Destillationsanlagen des Gaswerkes Zürich stillgelegt, wobei dessen Rohteer ebenfalls in Pratteln verarbeitet wird. Von den bisher jährlich für Schwarzbeläge verbrauchten rund 42 000 t Bindemittel entfallen 15 000 bis 18 000 t auf Strassenteer, der Rest auf Asphalt. Um den Erfordernissen der Kriegswirtschaft genügen zu können, ist eine Steigerung des Strassenteerabsatzes auf jährlich 25 000 t erforderlich. Als wichtige Zwischenprodukte werden bei der Rohteeraufarbeitung u. a. gewonnen: Toluol (Sprengstoffherstellung), Benzol, Naphthalin, Phenol, Kresol und verschiedene Teeröle. Benzol ist als Aufbesserungsprodukt für Kraftstoffe sowie als bedeutsames Ausgangsmaterial für die Farbstoffindustrie und für die Herstellung pharmazeutischer Produkte von grösster Bedeutung. Napkr. thalin bildet ebenfalls ein wichtiges Ausgängsmät'erial der Teerfarbenindustrie. Phenol und Kresol sind u. a. für die Herstellung von Kunstharzen und Desinfektionsmitteln unentbehrlich. Die verschiedenen Teeröle kommen als Treibstoffe für Dieselmotoren sowie als Heizöle in Frage. Ist die Versorgung unserer chemischen Industrie und unserer Armee mit wichtigen Hilfsstoffen wesentlich von der Aufarbeitung des Rohteeres abhängig, so liefert diese anderseits Strassenteere von anerkannt guter Qualität. Zudem erscheinen gegenwärtig die Teernormen der Vereinigung Schweize- weiss, was sie mit ihrem Gelde anfangen soll und obendrein den Wahn hat, dass eine grosse Künstlerin aus ihr werden könnte, will von Ihnen Unterricht haben. Sie werden Mühe haben mit ihr, aber Sie können sich dafür bezahlen lassen. Seien Sie nur nicht zu bescheiden ! > «Ich bin froh, dass es vorwärts geht! » freut sich der Sepp. « Nein, zu bescheiden werde ich schon nicht sein. Wo kann ich die Dame treffen ? » « In Ascona ! Leider geht es nicht anders. Hier ist die Adresse ! » Fürst bleibt an diesem Abend noch lange in der Hütte bei den Siedlern. Als er aufbricht, sagt er : < Ich möchte mich einmal im Leben so wohl fühlen wie Sie.» Langsam geht er den Pfad durch den Garten zur Strasse hinab. Lisbeth blickt ihm nach: «Manchmal tut er mir leid. Geld macht doch nicht glücklich ! > «Das nicht, aber es hilft vielen Menschen, sich die Illusion des Glückes schaffen! > antwortet der Sepp. Und dann : « Wo das Geld fehlt, da zerbricht mit der Zeit jedes Glück; es erstickt in den Kümmernissen des Alltags. Es ist die grösste Lüge, dass ein. Mensch — und sei er noch so bescheiden — auf die Dauer glücklich werden kann, wenn es ihm am Nötigsten fehlt. Wäre es anders,, so müsste es weit mehr glückliche als unglückliche Menschen geben.» < Ich wusste nicht, dass du ein solcher Materialist bist! > spöttelt Lisbeth, aber der Sepp verteidigt sich : «Nimm einem glücklichen Menschen die materielle Grundlage, und sein Glück, so tief es auch in ihm verwurzelt sein mag, wird AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 7 NUVUMBER 1939 rischer Strassenfachmänner Die weitere Fabrikation wird gemäss den in diesen Normen verlangten Teertypen erfolgen. Die gegenüber der vermehrten Verwendung von Teer im Strassenbau da und dort noch vorhandenen Bedenken, die auf Misserfolgen aus der frühern Verwendung von Rohteer, resp. von ungeeignetem Strassenteer beruhen, haben ihre Berechtigung verloren. Ueberdies stehen die schweizerischen Materialprüfungsanstalten dem Strassenbauer zur raschen Kontrolle der gelieferten Teerqualitäten zur Verfügung. Das Departement des Innern hat Gewicht darauf gelegt, dass gegenüber der grössern Rücksichtnahme auf die Witterungsverhältnisse, die beim Einbau von Teer- und Teerasphaltbelägen erforderlich ist, ein gewisser Preisausgleich geschaffen werde. Dies*- bezüglich unternommene Schritte haben den Verband Schweizerischer Gaswerke veranlasst, den Preis für Strassenteer um Fr. 1.20 pro 100 kg Strassenteer zu senken. Nunmehr kostet der Strassenteer Fr. 9.35 pro 100 kg ab Automobiltanklager, bzw. Fr. 8.85 im Eisenbahn-Kesselwagen ah Pratteln. Der Nachweis, dass mit Verwendung eines hohen Anteiles von genormtem Strassenteer am Gesamtbindemittelbedarf qualitativ vollwertige Beläge preiswürdig erstellt werden können, ist heute durch die Praxis erbracht, die Förderung vermehrter Verwendung von Strassenteer also auch technisch berechtigt. In Würdigung dieser Tatsache, insbesondere in Berücksichtigung der unbedingten Notwendigkeit, die Versorgung des Landes mit kriegswirtschaftlich notwendigen Ausgangsstoffen zu sichern, wie auch gestützt auf den Bundesbeschluss vom 4. April 1935 betreffend den Ausbau der Strassen und des Strassennetzes im Alpengebiet und des Bundesgesetzes vom 1. April 1938 über die Sicherstellung der Landesversorgung mit lebenswichtigen Gütern hat der Bundesrat folgenden Beschluss gefasst: 1. Die Ausrichtung der Bundesbeiträge: an Alpenstrassen auf Grund des obenerwähnten Bundesbeschlusses vom 4. April 1935, an dem Automobilverkehr dienende öffentliche Strassen auf Grund des Bundesbeschlusses vom 21. September 1928 betreffend die Ausrichtung von Bundesbeiträgen an die Kantone für die Automobilstrassen, an Strassenbauten auf Grund der mit Bundesbeschluss vom 6. April 1939 betreffend den weitern Ausbau der Landesverteidigung und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bewilligten Kredite wird an die Bedingung geknüpft, dass in allen vom Zeitpunkt dieses Beschlusses an zur Ausführung gelangenden Schwarzbelägen mindestens fünfzig Gewichtsprozente des gesamten Bindemittelbedarfes aus normiertem Strassenteer bestehen. 2. Die Anrechenbarkeit von Kantonsbeiträgen an Bezirks-, Gemeinde-, Korporations- und ähnliche dem Automobilverkehr dienende Strassen zugunsten des Benzinzollanteiles der Kantone wird davon abhängig gemacht, dass die Kantone die Bauherren der fraglichen Strassen verpflichten, die in Ziffer 1 gegebene Richtlinie für die Teerverwendung bei Erstellung von Schwarzbelägen auf ihren Strassen zu beachten. 3. Die Kantone haben die Erfüllung der Bedintgungan 1 und 2 nachzuweisen. Falls die Erfahrung ergibt, dass zweckmässig Wegleitungen erteilt werden sollen, so ist das Departement des Innern im Einvernehmen mit dem Volkswirtschaftsdepartement hierfür zuständig. 4. Im Zeitpunkt dieses Beschlusses bereits abgeschlossene Bauverträge für demnächst auszuführende Beläge sind, sofern die Prüfung der kantonalen Behörde zur Feststellung führte, dass die Belagserstellung nachträglich nicht mehr den Ziffern 1 und 2 hiervor angepasst werden kann, vor der Belagsausführung den zuständigen eidgenössischen Fachabteilungen mit dem motivierten Gesuche anzumelden, es möchte für diese Verträge eine Ausnahme zugelassen werden. 5. Eine Abänderung des in Ziffer 1 festgesetzten Minimalanteiles der Strassenteerverwendung am Gesamtbindemittelgehalt bleibt unter veränderten Verhältnissen vorbehalten. Das eidgenössische Departement des Innern ist hiefür zuständig. zerbrechen. Ich denke, wir beide sind dafür das beste Beispiel. » « Das stimmt! » gibt Lisbeth zu. Der Mann könnte nach Ascona gehen und Unterricht geben, so wie er es sich gewünscht hat. Fürst gab ihm die Adresse; er hat auch Zeit, denn die Arbeit, die er in diesem Jahre noch zu verrichten hat, eilt nicht besonders. Aber er geht noch nicht. Nein, er beginnt' die Erde auszuheben auf dem Platze, auf dem einst das Haus stehen soll. Er arbeitet mit Schaufel, Pickel, Brecheisen und Hammer, als müsse er das Haus in diesem Jahr noch fertig machen. Lisbeth steht unter der Tür der Hütte und sieht ihm zu : « Warum geht er nicht nach Ascona ? — Er hat doch Fürst versprochen, dass er heute gehen will! Die Arbeit, die hier noch zu tun ist, eilt doch nicht. » Sie ist verwundert, aber dann denkt sie : Er will sicher erst am Nachmittag gehen. Am Ende ist er auch besser so. Am Nachmittag kann man mit vielen Leuten besser reden. Der vergangene Abend wirkt nicht mehr nach und sie haben den Kopf frei für das Gegenwärtige. Aber der Nachmittag kommt und vergeht, und der Sepp hebt immer noch Erde aus. Er geht nicht zum Wasser, um sich zu waschen. Nein, er hebt Erde aus, als sei das die einzige Aufgabe, die er zu erfüllen hat. Am Abend sagt Lisbeth : «Du solltest doch heute nach Ascona gehen ? > « Ja, das hätte ich tun sollen ! » nickt er. Lisbeth schaut ihn erstaunt an, und da nickt er noch einmal: « Ja, das hätte ich tun sollen! > < Du gehst nicht gerne ? > WAS KOMMEN MÜSSTE: Verminderung der Antosteuer- nnd Benzinzolleinnahmen der Kantone. Thurgau rechnet mit einer Einbusse von 430.000 Fr. Es bedurfte keiner prophetischer Gaben, um vorauszusehen, dass sich die Kantone infolge der Einschränkung des Fahrverkehrs, worin der Zweck der Treibstoffrationierunc 1*8. < Das habe ich und muss darum auch gehen. Wir müssen unsere Schulden bezahlen. Ich werde also gehen, aber es eilt mir nicht besonders.» Am folgenden Tag hebt der Sepp wieder Erde aus. Er schindet sich wie ein Tier, blickt nicht rechts noch links, sondern sagt höchstens, wenn er einen Felsen herauswuchtet, der ihm Mühe macht: « Verdammt noch einmal I » Oder : « Du musst, das wäre ja zum Lachen, wenn ich dich nicht zwingen könnte !> Lisbeth geht zu ihm, schaut ihm zu und sagt: « Heute solltest du aber doch nach Ascona ! > « Meinst du ? — Ach, ja, ich sollte es wohl. Aber schau dir diesen Steki, diesen Brocken an. Ich schinde mich an ihm ab, aber er wankt und weicht nicht. Es ist gerade, als wollte er mich verspotten. Ich kann ihn doch nicht liegen lassen. Vielleicht geht es besser, wenn ich die Erde ringsherum noch aufgrabe. Einmal muss ich ihn doch herausheben können.» Es kommt und vergeht noch em Tag, bis er sich endlich bereit macht, um nach Ascona zu gehen. Er tut es zögernd und findet dazwischen immer wieder etwas zu tun. Mit der Seife im Gesicht läuft er in den Garten und sucht die Schaufel, die er vergessen hat. « Das hätte auch ich machen können ! > sagt Lisbeth. «Es ist nicht nötig, dass du mir nachläufst. Ich hätte vorhin daran denken kön- nen-> (Fortsetzung folgt.) WO 81

81 — DIENSTAG, 7. NOVEMBER 1939 AUTOMOBIL-REVUE AKTUELLES Die Verdunkelungsübungen kommen Nach einer Mitteilung des Anneestabee finden auf Befehl des Generals im November Verdunkelungsüibungen statt, die ebenso für die allgemeine Vorbereitung wie für die Bedürfnisse der Truppen bestimmt sind. Selbstverständlich gelten dabei die in der Verfügung des Eidg. Militärdepartementes vom 5. Oktober 1937 enthaltenen Vorschriften allgemeiner Art wie auch die besonderen Regeln für den Strassenverkehr. Wir haben sie in Nr. 73 unseres Blattes veröffentlicht und sehen deshalb heute von einer nochmaligen Wiederholung ab. Immerhin sei neuerdings darauf verwiesen, dass Motorfahrzeuge ihre Beleuchtung derart abzuschirmen haben, dass direkte Sicht der Lichtquelle oberhalb der Horizontalen unmöglich wird. Die zweckmässigste Vorrichtung dazu bildet die Verdunkelungshaube. Freilich schützt auch sie nur dann vor Verzeigung, •wenn sie den amtlichen Vorschriften entspricht Im grössten Teil des Landes gelangt die Uebung einheitlich während einer einzigen Nacht um Mitte November zur Durchführung. Die Erteilung des VerdunkeJungsbefebJs erfolgt am betreffenden Tage durch die drei Landessender. Für eine mittlere Zone, die sich südlich des Jura vom Gebiet der drei Seen bis in die Gegend von MeMingen erstreckt, ist dde Verdunkelung während dreier aufeinanderfolgender Nächte geplant. Nur keine regionale Verdunkelungsübungen finden in einer Grenzzone statt, die vom westlichen Wallis der Landesgrenie West, Nord und Ost entlang verläuft. Einzelne Gegenden, wie zum Beispiel Basel und der Kanton Sohaffhausen, bleiben von der Verdunkelung überhaupt ausgenommen. An die Bevölkerung des ganzen Landes ergeht das Ersuchen, die Vorbereitungen nachzuprüfen •und zu vervollständigen. Die Bereitschaft — so betont der Armeebefehl — muss so weit hergestellt werden, dass die Verdunkelung am Abend des Tages, an welchem sie befohlen wird, vorschriftsgemäss (besteht. Natürlich beziehen sich diese Anweisungen auch auf die Bereithaltung des Abschirmungsmaterials für die zivilen Motorfahrzeuge, soweit sie während der Verdunkelung verkehren Führerbewilligung nach vollendetem 17. Attersäahr. Seit dem Erlass des Bundesratefoeschlusses über die Herabsetzung des Mindestalters zur Erlangung der Fahrbewilligung auf 17 Jahre sind beim Strassenverkehrsamt des Kantons Bern ungefähr 70 derartige Gesuche eingegangen, von denen einzelne näherer Prüfung bedürfen. Im Kanton Neuenburg präsentierten sich bis Mitte letzter Woche etwa 15 solcher Lernfahrkandidaten. Eine Frage erhebt sich, datbei: ob jene unter diesen jungen Leuten, die ihre Bekrutenschule als Motorfahrer zu absolvieren beabsichtigen, aber trotz anscheinender Eignung zum Dienst als untauglich erklärt werden, nicht einen erklecklichen Vorteil gegenüber jenen gemessen, die mit irgendeinem unbedeutenden körperlichen Mangel (Plattfüssen oder einem kleinen Buckel z. B.) behaftet sind, der sie c ipso facto > als dienstuntauglich erkennen lässt, ihre Eignung als Fahrer jedoch keineswegs beeinträchtigt ? Man verrät wohl kaum ein militärisches Geheimnis mit dem Hinweis darauf, dass hier eine gewises Ungerechtigkeit vorliegt, weil diese augenscheinlich « Untauglichen » unverrichteter Dinge abziehen müssen und sich erst ein Jahr später wieder melden können, sofern ihnen der Nachweis nicht gelingt, dass in ihrem Fall eine Ausnahme zufolge Mangels an Motorfahrzeugführern als wirtschaftliche Notwendigkeit erscheint. Vermehrung der armeetauglichen Motorlastwagen. Durch Bundesbeschluss über die Vermehrung der armeetauglichen Motorlastwagen sind den Haltern von Motorlastwagen schweizerischer Herkunft, welche den vom Bundesrat festgesetzten Bedingungen entsprechen, während 5 Jahren, vom Ankauf fabrikneuer Wagen an gerechnet, jährliche Beiträge gewährt Für das laufende Jahr ist ein Kredit von 1,4 Mill Fr. bewilligt worden. Die Ausgaben für das Jahr 1940 werden auf 1,7 Mill. Fr. berechnet und sind ins Militärbudget aufgenommen worden. Landesverteidigung und Chauffeurausblldung. Der Autofahrlehrerverband der Schweiz teilt mit: Der Bundesrat besohloss bekanntlich am 13. September, dass von nun an Rekruten und im Bedarfsfalle auch Zivilpersonen, die das 17. Altersjahr erreicht haben, die Autolernfahrbewilligung erhalten können. Diese Verfügung deckt sich mit einer der Propositionen, die jüngst vom Autofahrlehrerverband der Schweiz aufgestellt wurden. Noch nicht genügend abgeklärt ist dagegen die Benzinzuschussration für das Privatautofahrschulgewerbe, sowie die Frage der Zulassung interimistischer Fahrlehrer für die Zeit, während welcher die staatlich konzessionierten Autofahrlehrer sich im Militärdienst befinden. Vermutlich wird diese Kompetenz den kantonalen Polizeidirektionen überwiesen. Eine baldige nähere Abklärung tut not, da der infolge Mobilisation und Treibstof'frationierung ziemlich lahmgelegte Autofahrunterricht einer Wiederbelebung bedarf. Ana Einführung des Trolleybus in Öern. Die bisherige Berner Tramlinie vom Bahnhof tiach dem Bärengraben soll aufgehoben und durch den Trolleybus-Verkehr ersetzt werden. Zur Ausführung des Projektes- verlangt der Gemeinderat vom Stadtrat einen Kredit von 700.000 Franken, da acht TTolleybusse angeschafft werden sollen. Man rechnet beim Uebergang zu dieser Betriebsart mit einer jährlichen Einsparung von 78.000 Fr. (im ersten Jahr 60.000 Fr.). Waadt gewährt Steuererleichterungen. Einer Eingabe der Sektion Waadt des AOS entsprechend, hat die Waadtländer Regierung die bisherigen Bestimmungen über die Verkehrssteuern in dem Sinne abgeändert, dass vom 1. JanuaT 1940 an Bruchteile von Steuer-PS nur noch dann als volle PS angerechnet werden, wenn sie 5/10 übersteigen. Mit Rückwirkung auf 1. Oktober 1Ö31 tritt sodann eine Erleichterung in der Besteuerung von Fahrzeugen ein, für welche eine Wechselnummer gelöst worden ist; von diesem Datum an braucht der Halter nur noch für das Fahrzeug mit der höheren PiS-Zahl die volle Steuer zu entrichten. Eine Korrektur, die fällig war. Die Taubenlochschlucht bildete in letzter Zeit den Schauplatz zweier schwerer Verkehrsunfälle, deren Ursachen darin lagen, dass die Brücke bei- Tlocfunuh: In Nr. 79 der «Automobil-Revue» veröffentlichten wir einen Artikel aus der Feder von Herrn Ingenieur Beusch, betitelt