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E_1940_Zeitung_Nr.007

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Oeber die

Oeber die Treibstoffzuteilung während der nächsten Rationierungsperiode lässt such zur Zeit noch nichts Bestimmtes sagen. Die Litertaieln werden erst im letzten Drittel des Monats herauskommen. In dessen erscheint es, wie man an zuständige] Stelle zu verstehen gibt, nicht als ausge schlössen, dass die bisher zugestandenen Mengen während def nächsten Rationierungsperiode keine Erhöhung erfahren, ja es is sogar die Möglichkeit angetönt worden, man werde sich, je nach der Wendung, welche die internationalen Ereignisse nehmen, eventuell zu einer kleinen Kürzung der heutigen Rationen genötigt sehen. Bei der spannungsgeladenen politischen Atmosphäre, die jeden Augenblick zur Explosion führen kann, erwachse den für unsere Treibstoffversorgung verantwortlichen Amtsstellen die Pflicht, in allererster Linie für die Anlage von Vorräten besorgt zu sein und ihr Augenmerk vorab auf die Füllung der vollendeten oder in Entstehung begriffenen Reservoirs zu richten. Was sich, kriegswirtschaftlich gesehen, darüber hinaus an TreibstoffzuteiluTigen für den zivilen Motorfahrzeugverkehr verantworten lässt, das wird, wie man von behördlicher Seite versichert, selbstverständlich bewilligt. Zahlungserleichterungen, die keine sind Mit Rundschreiben vom 29. Dezember 1939 hat der Bundesrat den Kantonen anempfohlen, durch Gewährung von Ratenzahlungen für Verkehrssteuern, wobei in Anpassung an die Benzinrationierüngsperiode zweimonatliche Raten vorgeschlagen wurden, mitzuhelfen, den Motorfahrzeughaltern die Entrichtung der Steuern zu erleichtern. Der Gedanke war sicher nicht schlecht, nur fehlten leider genaue Instruktionen, wie man sich die Durchführung dieser ratenweisen Bezahlung eigentlich denke. Man hätte gleichzeitig damit das Verlangen verbinden sollen, dass bei dieser Erleichterung keinerlei Steuerzuschläge für die" zweite, dritte, vierte und folgenden Raten erhoben werden dürfe, weil sonst die Massnahme ihren praktischen Wert verliert. . Es ist so gekommen, wie es kommen musste ! Die meisten Kantone erklärten sich bereit, dem Kreisschreiben des Bundesrates Folge zu leisten und die zwei- oder dreimonatliche Ratenzahlung einzuführen, aber der Fall steht keineswegs vereinzelt da, dass nunmehr das Total der Raten mehr als die 100 % der Jahresverkehrssteuer ausmacht. Was die eine Hand gab, nahm die andere mit Zinsen wieder. Gewiss, die Ratenzahlungen bringen dem Staatspersonal etwas mehr Arbeit, aber die hätte doch, nachdem nicht wenige Fahrzeuge stillgelegt sind und das Arbeitspensum damit abgenommen hat, gratis geleistet werden können. Denn um Erle ich te run gen für den Motorfahrzeughalter sollte es sich ja handeln und nicht darum, dem kantonalen Fiskus eine Mehreinnahme auf Kosten des geplagte Verkehrssteuerzahiers zuzuführen. Es scheint uns an der Zeit, dass der Bundesrat diese fragwürdigen Praktiken mit einem neuen Kreisschreiben energisch abstellt. Oder was ist es anderes, wenn — um nur ein Beispiel herauszugreifen — ein Kanton für 2 Monate 20 %, für 4 Monate 40 %, für 6 Monate 60 %, für 8 Monate 75 %, für 10 Monate 90 % und für das ganze Jahr 105 % (!) der Jafiressteuer bei Ratenzahlungen verlangt. Höher kann's kaum mehr gehen, aber die Bezeichnung « Ja, was denn nun, Herr Doktor ? », fraigt er ratlos den Fabrikarzt. « Tja, mein lieber Fehling... Nervenzusammentoruch ! — und warum ? Weil er den AKTUELLES c Zahlungserleichterung » verdient ein solches Vorgehen sicher nicht! V Steuerrückvergütung für requirierte Fahrzeug! Wo steht heute die Angelegenheit? Man braucht keineswegs zu einer extensiven Interpretation *u greifen, um das Kreisschreiben, welches das eidg. Justiz- und Polizeidepartement zur Frage der- Steuerrückvergütung für requirierte Fahrzeuge an die Kantone richtete, in dem Sinne auszulegen, dass besagte Rückvergütung genau im Verhältnis der nach Tagen berechneten Requisitionsdauer zu erfolgen habe, nicht etwa nach halben oder ganzen Monaten oder gar Vierteljahren. Daran sollte es beim Wortlaut von Art. 165 der Militärorganisation von 1907, wonach die Automobile, solange sie für militärische Zwecke Verwendung finden, nicht mit kantonalen Steuern oder Gebühren belegt werden dürfen, nichts zu tüfteln geben. Weitaus die überwiegende Mehrzahl der Kantone fand jedoch diese Regelung keineswegs nach ihrem Geschmack. Den Automobilverbänden blieb deshalb nichts anderes übrig, als das Bundesgericbt anzurufen, um einen Entscheid, darüber herbeizuführen, ob eine andere als die pro Tag berechnete Rückvergütung rechtlich zulässig sei. Unsere Leser wissen, dass es die Aspa übernommen hat, einen konkreten Fall herauszugreifen und ihn vor unseren obersten Gerichtehof zu Sind unsere Benzinimportr zurückgegangen? Die in unserer Nr. 4 veröffentlichten Zahlen für die Treibstoffimporte im Dezember 1939 — sie entstammen der Statistik der Oberzolldirektion — sind um ungefähr die Hälfte geringer als im gleichen Monat 1938 und liegen um 30% unter den Ziffern des Novembers 1939. Man hat in der Presse diese Differenz der Tatsache zugeschrieben, dass die verzollten Mengen bloss in der Statistik figurieren. Ja und nein, oder besser nein und j«. Nein, weil die Aufstellung für den vergangenen Dezember auf den genau gleichen Grundlagen beruhte wie für die vorhergehenden Monate,- von jeher haben die Zollbehörden darauf verzichtet, in ihren Publikationen die in den Zollfreilagern, also beim Benzin in den Lagertanks liegenden Quantitäten zu erwähnen. Erst wenn dieser Treibstoff seinem Verwendungszweck zugeführt wird, erscheint er in der Statistik. Und ja, weil im Dezember ein besonders grosser Teil des c sichtbaren » Importes in die während der letzten Zeit errichteten Reservoirs abwanderte. Man wird «ich somit auf einige scheinbar abnormal schwache Monate gefasst machen müssen, bis diese Tanke gefüllt sind. Aus EkW&nz den Autobus, eventuell Trolleybus In St. Gallen? Die Trambahnverwaltung der Stadt St. Galten prüft gegenwärtig die Frage der Ersetzung des Strassenbahnbetriebes durch Autobusse oder durch den Trolleybus. Eine Expertenkommission soll sich mit dem Studium der Angelegenheit noch näher befassen. ' Die Zürcher Verkehrssteuervorlage. Als am 5. Februar der Zürcher Kantonerat seine Traktandenliste bereinigte, wurde von Kaufmann (Zürich) der Antrag gestellt, die Behandlung der Abänderung des Motorfaferzeuggesetzes vom Jahre 1923 noch zurückzustellen, da sich in der Staatsrechnungsprüfungekommission Meinungsverschiedenheiten ergeben haben. Worin diese bestanden, wurde nicht gesagt, hinter den Rateiulisoen konnte man dann aber vernehmen, dass zwischen den Vertretern des Kantons einerseits und der Städte Zürich und Winterthur anderseits die Auffassung über die Besteuerung der Trolleybusse auseinandergingen. Die Stadtväter von Zürich und Winterthur wehrten sich energisch gegen jede Besteuerung der Trolleybusee, indem sie damit argumentierten, dass es eich nicht um mit flüssigen Brennstoffen betriebene Fahrzeuge handle. < Umgekehrt verfochten die Vertreter den Kantons die Ansicht, die Verkehrssteuer stelle sich als Entgelt der betreffenden Fahrzeughalter für die Benützung der Strasse, d. h. als Beitrag an deren Schuldkomplex hat! Helfen kann da nur, was wohl sowieso geschehen wird und üblich ist in solchen Fällen: polizeiliche Untersuchung !... Begreife nicht, dass das nicht längst geschehen ist! » Fehling schüttelt verzweifelt den Kopf: « Weil's nicht geschehen soll! Der Chef hat's im letzten Augenblick untersagt! Wenn ich jetzt trotzdem Anzeige erstatte und Untersuchung beantrage... Sie kennen ihn, Doktor, wenn man seinem Willen zuwiderhandelt — der Mann ist aus Stein, ach, was sage ich, aus Erz !... Der ist imstande und schliesst die Fabrik von einer Stunde zur andern, nur um zu beweisen, dass er der Herr hier ist! > « Tja...», sagt der Arzt, c schwer zu helfen ! An Ihrer Stelle würde ich ihm sofort telegraphieren, nochmalige Order von ihm verlangen.» Fehling lacht auf, obwohl ihm weiss Qott, nicht zum Lachen zumute ist: « Ihm telegraphieren ? Wohin denn ? Auf den Mars ? » « Es wird ihm doch vermutlich die wichtigste Korrespondenz sowieso immer nachgeschickt ...» «Gar nichts wird ihm oachgesdiiokt I Wird alles vom Prokuristen erledigt» « Aber zum Donnerwetter, das geht doch diesmal nicht! Ich habe Ihnen doch gesagt, Stössel ist unzurechnungsfähig jetzt Auf wie lange, weis« "ich nicht einmal. Wer hat denn sonst noch Prokura ? » «Der Betriebsingenieur», saigt Fehling. « Wie immer in solchen Werken !... Aber db der zunächst einmal fähig ist, vierzig- bis fünfzigtausend Franken, die jetzt zur Lohnzahlung fehlen, aus der Bank herauszuquetschen, weiss ich auch nicht! » Der Arzt wird ungeduldig. Eine grosse Leuchte scheint der Personalchef der Maschinenfabrik auch nicht zu sein ! « Aber, Fehling, das ist doch ganz einfach ! Rufen Sie Frau Direktor Römer an. Sie wird Ihnen unter den gegebenen Umständen die Adresse ihres Mannes nicht verweigern !» Fehling stöhnt auf: «Sie gibt sie mir nicht l Vorigen Sommer, während der Römersdien Reise, hatten wir eine kleine Kesselexplosion — Sie wissen doch noch, dem einen Arbeiter wurde der Arm abgerissen — der Direktor AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 13. FEBRUAR 1940 — N° 7 bringen. Bevor jedoch dieser Weg beschritten werden kann, bedarf eine Reihe von Fragen formaler Natur der Abklärung, nämlich zum ersten, ob gesamthaft gegen die Kantone vorgegangen werden könne oder ob jeder einzelne einzuklagen sei, «um andern, ob man direkt ans Bundesgericht gelangen oder den Gang über die kantonalen Gerichtsinstanzen antreten müsse und drittens, ob der Aepa als Verband die Legitimation zur Klageeinreichung zu stehe oder ob diese vom einzelnen betroffenen Fahrzeughalter auszugehen habe. Und diese prozessua- Jen Aspekte der Angelegenheit befinden sich tegenwärtit in Prüfung. Erst wenn darüber Klarheit besteht, ist die Brücke zur Fällung eines bundesgerichtlichen Entscheides über die materielle Seite, d. h. über den Streitpunkt geschlagen, ob die Kantone verpflichtet sind, die die Steuerrückvergütung nach Requisitions tagen zu gewähren. Ein schweizerisches Verkehrsmuseum in Zürich Die Bestrebungen für die Schaltung eines schweizerischen Verkehrsmuseums nehmen, wie es den Anschein hat, nunmehr konkrete Form an. Wie wir hören, soll nämlich dieser Tage der Beschluss zur Gründung eines Vereins «Schweizerisches Verkehrsmuseum > gefasst worden sein, wofür namentlich in zürcherischen Kreisen besonderes Interesse besteht, denn das künftige Museum käme wie es heisst, auf das Areal des linken Ufers der Landesausstellung zu liegen. Die Initianten erwarten, dass sich sämtliche Verkehrsinteressenten dem Verein anschliessen werden, wofür neben den Bahnen und der PTT vor allem das Automobilwesen mit Einechluss der Auto-Industrie, der Schiffahrt, die Aviatik, die Tramunternehmungen usw. in Betracht fallen. Bau und Unterhalt dar. Während die Strassenbahn für ihr Geleise selbst aufzukommen habe, benütze der Trolleybus keine Schienen, sondern, wie ein Automobil, die Fahrbahn, so das« eine Beitragsleistung in Form einer Verkehrssteuer nur gerechtfertigt sei. Immerhin ist der Regierungerat in der Gesetzesvorlage, die ihm die Ermächtigung geben soll, eine Steueranpassung für Motorfahrzeuge an die Benzinrationierung vorzunehmen, soweit gegangen, dass er auch eine Steuerermäseigung für Holzgasfährzeuge und Trolleybusse vorgesehen hat. Wie hoch die Reduktion für letztere ausfällt, darüber weiss man allerdings noch nicht« Bestimmtes. Eine zweite Aenderung der Geeetzesvorlage gegenüber dem Wshrigen Zustand besteht darin, dass Aerzte und Tierärzte inskünftig das Privileg der um 50% reduzierten Verkehresteuer nicht mehr besitzen sollen. Der Bericht de« Regierungsrates betont, dass heute eine besondere Rücksichtnahme auf diese zwei Berufsarten nicht mehr gerechtfertigt sei, da das Auto heute auch bei anderen Berufstätigen eine efoenso wichtige Rolle als unentbehrliche© Verkehrsmittel spiele. So wurde die Beratung der wichtigen Gesetzesvorlage vom Kantonsrat auf den 12. Februar vertaxi An der Kantonsratesitzung vom 12. Februar referierte Kantonsrat Zuppinger über die Vorlagfe des Ermächtigungsgesetzes. Er betonte, dass die in der Weisung des Regierungsrates enthaltenen Argumente in überzeugender Weise die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer Anpassung der Verkehrssteuern an die Benzinrationierung dartun. Die Lage im Autogewerbe sei heute derart, dass es sich um eine Existenzfrage handle. Die Kommission beantragt daher einstimmig die Genehmigung von Art. 1 der Regierungsvorlage, wonach der Regierungsrat ermächtigt wird, während der Dauer der Rationierung der flüssigen Brennstoffe und nach deren Aufhebung längstens bis zum Beginn des folgenden Kalenderjahres die bisherigen Fahrzeugsteuern zu ermässigen. Wenn so Art. 1 des Ermächtigungsgesetzes in der nachfolgenden Diskussion überhaupt keinen Anlass zu einer Aussprache oder gar Kritik gab, so gingen zwischen der Staatsrechnungsprüfungskommission und dem Plenum des Rates die Meinungen über spezielle Steuerermässigungen für Trolleybusse stark auseinander. Während der Regierungsrat und die Mehrheit der Kommission sich in letzter Stunde noch auf einen Eventualantrag verständigt hatten, edr eine Steuerormässigung für diese Fahrzeuge, unter Umständen sogar den vollständigen Erlass der Steuer vorsah, hatte die Minderheit einen Antrag eingereicht, welcher die Entrichtung von Verkehrsgebühren für Trolleybusse vollständig negierte. In der Diskussion brachte Dr. Gnhl noch einen Vermittlungsantrag ein. Die Diskussion über die Besteuerungsfrage der Trolleybusse dauerte über zwei Stunden und rief vor allem die Vertreter der kantonalen Finanzen einerseits und der Städte Zürich und Winterthur anderseits auf den Plan. In der Abstimmung wurde Art. 1, der dem Regierungsrat die Kompetenz er- i doch sonst vom kleinsten Unfall benachrichtigt werden. Wenn er in seinem Büro sitzt — Sie haben ja noch darüber gelacht — müssen ihm sogar Ohnmachtsanifälle augenblicklich gemeldet werden ! Weil er dann selbst immer sofort mit eingreift, die sanitären Massnahmen überwacht und privat — Ihnen kann ich's ja sagen — noch Geld dazu gibt, wenn's mal ernst ist... Aber auch damals, bei der Explosion, rückte die Frau Direktor die Adresse nicht heraus ! • • • Schliesslich hat sie am Telephon zu weinen angefangen und gesagt: Quälen Sie mich doch nicht so, Herr Fehling! Ich kann Ihnen die Adresse meines Mannes nicht geben.» Der Arzt steht auf. «Ja, lieber Fehimg, da kann ich Ihnen auch nicht helfen. Nehmen Sie Brom, gehen Sie heute zeitig schlafen und sehen Sie zu, wie Sie sich durch die nächsten Tage durchwursteln. » Im selben Augenblick schrillt die Telephonglocke auf dem Tisch. Fehling zuckt zusammen. Donnerwetter, war er nervös! «Hier Fehling!» Die Stimme der Telephonistin, ein wenig zitterig, ein wenig freudig und aus dem I Gteichgewicbt Eine Tagung der AIACR in der Schweiz. Unter dem Vorsitz von Herrn F. Devaud, Vizepräsident des ACS, trat kürzlich in Paris die Finanzkommission der AIACR (Int Verband anerkannter Automobil - Clubs) zu einer Sitzung zusammen. Dabei zeigte es sich, dass die Auffassung besteht, die AIACR könnte in einem der neutralen Länder, wie z. B. die Schweiz, eine Tagung abhalten. Auf diese Nachricht hin richtete der ACS telegraphisch eine Einladung an den internationalen Verband, worin er als Datum der Sitzung die Tage um Pfingsten herum in Vorschlag brachte. Handelt es sich dabei auch um eine Kriegstagung, die sich ohne das übliche Dekor der Empfänge usw. abwickeln wird, so fehlt es nicht an Arbeit, denn sowohl die Plenarsitzungen der AIACR als auch die Kommissionen werden eine schwer befrachtete Traktandenliste vorfinden. Zu hoffen bleibt dabei, dass sich die Beteiligung nicht bloss auf die Neutralen beschränke, sondern dass auch die kriegführenden Länder ihre Delegierten nach Bern entsenden werden, denn die Bundesstadt ist es, welche der ACS als Tagungsort vorgesehen hat. teilt, die bestehenden Verkehrssteuern für Motorfahrzeuge in Anpassung an die Benzinrationierung zu reduzieren, vom Kantonsrat einstimmig und unbestritten angenommen. Art. 2 erhielt folgende neue Fassung: c Für Holzgas- und Klärgasfahrzeuge setzt der Regierungsrat besonders ermässigte Gebühren fest. Trolleybuss« sind von der Entrichtung von Verkehrsgebühren befreit. Die zuständige Direktion des Regierungsrates kann ferner für Motorfahrzeuge, die gemeinnützigen Zwecken dienen, die Verkehrsgebühren ennässigen oder erlassen. > Ein Antrag von Stadtrat Hefti (Zürich), den Steuererlass nur für solche Trolleybusse zu bewilligen, die von öffentlichen Gemeinwesen und ohne Gewinnabsichten betrieben werden, blieb in grosser Minderheit, ebenso ein Antrag Dr. Guhl, den Aerzten und Tierärzten auch weiterhin eine 50°/cige Steuerermässigung zuzubilligen. Das vom Kantonsrat derart gutgeheissene Ermächtigungsgesetz hat nun noch die Volksabstimmung im kommenden Monat zu passieren. Nachdem sich Regierungsrat und Kantonsrat einstimmig für die Ermä . feung der Motorfahrzeugsteuern ausgesprochen haben, ist zu erwarten, dass das fortschrittliche Zürchervolk der Gesetzesvorlage seine Zustimmung nicht versaegn wird. Dieses erfreuliche Resultat, welches der 12. Februar den Zürcher Motorfahrzeugbesitzern gebracht hat, darf als ein besonderer Erfolg der verdienstvollen- Bemühungen des Arbeitsausschusses der Kantonalen Strassenverkehrs-Liga Zürich gebucht •werden. Es ist damit erwiesen, dass die Kantonale Strassenverkehrs-Liga den einzig gangbaren und erfolgversprechenden Weg für die dringend nötige Verkehrssteuerreduktion gewiesen hat. V Keine weiteren Vergünstigungen für Landwirtschaftstraktoren. Im zürcherischen Kantonsrat begründete kürzlich der Baueravertreter Peter seine Interpellation, worin er die Regierung anfragte, ob sie bereit sei, die Tagesgebühren für Extrabewilligungen, welche der Kanton für entgeltliche Traktorenfahrten erhebt, fallen zu lassen. Regierungsrat Henggeler legte in seiner Antwort dar, dass die Landwirtechaftstraktoren von jeher eine Vorzugsstellung gemessen, gemessen an den Steuern und Gebühren für andere Traktoren und Motorfahrzeuge. Für Aushilfsfahrten, bei denen ein Landwirt seinen Traktor einem andern zur Verfügung stelle oder die erforderlichen Arbeiten selbst vornehme, werde keine zusätzliche Gebühr verlangt, vielmehr beschränke sich deren Erhebung lediglich auf Falle, da der ?raktor nicht ausschliesslich in Zusammenhang mit der Bewirtschaftung eines landwirtschaftlichen Betriebs, sondern auch für andere Fahrten (Milehtransporte für Sennereien, Genossenschaften usw.) Verwendung finde. Hier halte der Regierungsrat eine Beseitigung der Gebühren nicht für angebracht, weil ein Verzicht auf sie einer Konkurrenzierung des Transportgewerbes Vorschub leistete, die nicht zu verantworten sei. « Herr Fehling... Herr Römer möchte Sie sprechen... Herr Römer selbst... ich verbinde. » Fehling springt auf: « Was... Der Direktor ?... Doktor, hören Sie, der Direktor ! Nun ist alles gut! » Und aufgeregt in den Apparat: « Gott sei Dank, Herr Direktor... Gott sei Dank — es ist ja rein die Hölle hier. Ich weiss mir keinen Rat mehr! Gott sei Dank! » Und aus dem Apparat, blank, hell: « Sie irren sich, Herr Fehling. Hier ist Römer junior. In zehn Minuten bin ich bei Ihnen.» — Eine Viertelstunde später hält der allen Arbeitern wohlbekannte blaue Wagen vor dem Eingang zum Fabrikhof. Hans Römer springt heraus, in seinem weissen Tennisanzug, ohne Hut — ein blonder, frischer Junge. Doch schon während er den weiten Hof überquert, den das fünfstöckige Fabriksgebäude umschliesst legt sich nachdenklicher Ernst auf sein Gesicht. Als er das Sekretariatszimmer durchschreitet und das Büro seines Vaters betritt, würde niemand mehr wagen, ihm die auch seinem Vater gebotene Achtung zu versagen. (Fortsetzung folgt)

N°7 - DEBKOTAG, t«. FEBRUAR AUTOMOBIL-REVUE Unsere Reportage: Holland im „Krieg" unserem hollßriMschen Mitarbeiter.) Wer Hofland vor dem Krieg kannte und heute diesem Land erneut einen Besuch abstattet, wird im Autoinobilw.esen keine Veränderung feststelle» iönnen. Städte und I«ndstrassen zeigen annähernd die gleiche Frequenz "wie früher, Benzin ist überall erMltlieo und vom Auto -wird wie früher *u Geschäftszweeken and sonstigen dringlichen Besorgungen ebenso wie zum Shopping reger Gebrauch gemacht. Das einzige einigermassen auffallige Zeichen einer veränderten Situation ist die grosse 'Zahl von dunkelgrün gestrichenen Personen- und Lastwagen, die wn Soldaten und Offizieren gefahren werden- Währenddem diese Wagen aber in den ersten Wochen nach Ausbruch fler 'Feindseligkeiten in atemberaubender Fahrt hin und her rasten wnd ohne .Kennzeichen fahren, haben sie jetzt eine orangefarbiges Nummernschild erhalten und benehmen sich ebenso gesittet und bedächtig wie ihre Kollegen «on der anderen Fakultät. Bas gesamte automöbllisttsche Lebe» hat sich Oberhaupt .sehr schnell an die neuen Verhältnisse ange- I passt. .Aarfangs war die Regierung offenbar doch recht besorgt um eine ausreichende Belieferung mit Brennstoff, sie forderte Stillegung der nicht unfoedingt benötigten Fahrzeuge, drohte mit Zwangsa?eguliening, faü* diesem Gesichtspunkt nicht Ge- -nßge petas» würde, führte da« Sonntagsfabjrerbot ein und erhob ijmmer wieder den Warnfinger, falls sich der Automobilist nicht äusserste «Massigkeit» dm Fahren auferlegte. Eine Statistik über das AusiWH*ss der StiHfieungen ist in Holland nicht veröffentlicht worden, indessen gewähren die Steueraingäoge,, die hier zum erheblichen Teil vom Brennstoff herrühren, einigermassen ein Bild von den •tatsä-cMidheo Ansserbetriebtetzungen in den abgerufenen J> Monate». Waren die Steuereinnahmen im Juli 1©39, also kur« vor Ausbruch der Feindseligkeiten um 22% höher als im Vergleichsmonat •des VorfaWe», so fielen sie im September 1939 auf •7«% der Einnahmen vom September 1838 ab, eum Teil infolge .der Steuerfreiheit geniessenden requirierten Wagen der Militärverwaltung, dann aber auch ^weif-elos auf Grund der vielen, wenn auch :zafcilenniä#«fi?r kaum erfaßbaren Stillegungen. Aber ,acho,w im .Oktober war der Steuerrückgang auf die Hälfte seines ursprünglichen Ausmasses zusanwnengeschrumipft und, nachdem das drohende Gespenst der Brenn.stoffbewirtgch*ftung einigermassen verflogen war, erreichten die Eingänge au« den Fahr- Steugsteuern jm Dezember 1939 wiederum den 'Stand des Verjähre«. Damit ist allerdings der Friedensstand noch nicht erreicht, was auch niebt im Be- Teich des Möglichen liegt, d* eine immerhin recht erhebliche Zahl Ton Militärwagen «- meist Ford I oder Chevrolet — für die Dauer des Krieges als Steuerquelle ausscheidet und da Stillegungen im Umfang von vielleicht 10% des Fahrzeufbestandes tatsächlich erfolgt sind. Der Holländer Jässt sich, wie bekannt aus seiner ungewöhnlichen Bedächtigkeit nur schwer heranbringen und nach der ersten Nervosität hat sich auch das WirUchaftsleben. wieder eingerenkt Der latente Krieg Jet zur Dau»rer«cneinußf geworden und man hat sich in gewjssem Sinne damit abgefunden. Eine bei verschiedenen Garagisten vorgenommene Rückfrage nach dem Ausmas? der Stilliegungen, nach der Einstellung der Automobilisten gegenüber der Notwendigkeit von Reparaturen, sowie überhaupt nach der Mentalität und dem Wunsch zu weitergehenden Ersparnissen bat nirgend« nennenswerte Ergebnisse gezeitigt. Die Garageninhaber äusserten übereinstimmend, dag» die wenigen Ausfälle durch neue Kunden wettgemacht -worden seien und dass der etwas zurückgegangene Benzinverkauf durch Erhöhung des Literpreises von 13,5 auf 16,5 Cent (Sfr. 0,40) einen Ausgleich gefunden httte. Da Brennstoff noch allenthalben frei erhältlich ist, existiert in Holland im Gegensatz zu den kriegführenden Staaten auch keine Hochkonjunktur für Sparventile, Zusatzzerstäuber, Sjp«rtabletten und dergleichen Dinge. Spartendirazen traten nnr da in einem gewissen Umfanir zutage, -wo die verschlechterte Wirtschaftslage des Wageninhaber» dies primär bedingte. In dieser Beziehung bat der Krieg unverkennbar eine recht einschneidende Umschichtung her- 1 vorgerufen. Die Motorfahrzeugeinfuhr liefert hierzu einen sprechenden Kommentar. So betrug der Import & n Personenwagen im letzten Vierteljahr 1939 nur 626 Stück gegen 1773 im vorausgegangenen Vergleichsabschnitt. Dem gegenüber stieg die Anzahl eingeführter Lastwagen von 63S im letzten Viertel 1938 auf 1462 in den letzten drei Monaten von 1989 an- Aber auch diese Zahlen lassen einen Sehluss auf eine verminderte Wirtschaftstätigkeit nicht zu, da dem Minussaldo auf der einen, «in PJussaldo auf der anderen Seite gegenübersteht. Im gewerblichen Güterverkehr ist die Fahrzeitenverordnung, die eine Gefährdung der Fahrsicherhejt durch überraässig ausgedehnte Inanspruchnahme des Fahrers ausschliessen sollte, bis zum 8. Februar aufgehoben worden. Zu diesem BescbJusg hat aber wahrscheinlich der überaus strenge Winter, der auch in Holland die Verkehrsabwicklung einigermassen in Verwirrung brachte, mehr beigetragen als die Notwendigkeiten der Kriegswirtschaft. Da Schnee hi«r Seltenheitiwert besitzt, sind auch Schneeketten und Stollenrelfen unbekannt und fast nirgends anzutreffen. An stekkengebliebenen Fahrzeugen und Unfällen war denn auch in den vergangenen Wochen kein Mangel und, so besehen, hat der Winter in diesem Jahre mit seinen ungewöhnlichen Schneeroengen dem Automobilisten mehr Sorge und Unannehmlichkeiten bereitet als der Krieg. Gespensterhaft wirkten in diesen dunklen Wintertagen die an der Innenseite der Windschutzscheibe angesteckten Kerzen, die viele Berufs- und Privaifabrer zur Klarhaltung der Windschutzscheibe verwenden. Andere, denen diese Methode zu roh und gefahrvoll vorkam, hoben die \ Haube vor der Windschutzscheibe etwas an und Hessen die warme Motorluft an 4er Scheibe ennporstreieben, Trotz der vielfach an den Tag gelegten Erfindungsgabe und der sportlichen Einstellung des Hollfinders atmete alles auf, all endlich Tauwetter eintrat. (San >&usl«an«l Was bat die Auto-Union für 1940 vor? Ein 1%-LJter Im Bau, aber noch nicht reif Jür Probejahrten. — Vertrag mit Nuvolari noch nicht perfekt. Was die auBliandische Fachpresse in letzter Zeit ühtr die Pläne der Auto-Union an Meldungen herumbot, war derart voll von Widersprüchen, dass niemand mehr daraus klug BU werden vermochte, ütn dieses Tohuwabohu zu entwirren, hielten wir «s deshalb für angebracht, uns direkt an der QjaeUe, d h. bei der Auto-Union »elbst, zu informieren. Und -was sie ans schraubt, ist dies: « Es ist richtig, dass wir uns in Monza erkundigt haben, wann die im Umbau befindliche Rennbahn fertig sei. weil wir auf dieser Probefahrten durchführen wollen. Dagegen ist die Vermutung, "wir beabsichtigen, unseren 1%-Iater auszuprobieren, ein reines Gerücht der italienischen Prasse, das den Tatsachen nicht entspricht. Da die Möglichkeit besteht, dass ab 1941 doch eine 1 Yt -Liter- Formel eingeführt wird, beschäftigen auch wir uns mit diesem Problem, doch ist die Sache noch lange •nicht soweit gediehen, dass wir mit einem 1%- Liter Probefahrten unternehmen würden. Die beateichtirten Versuchsfahrten wollten wir lediglich «it unserem weiter verbesserten Dreiliterwagen mit Kompressor durchführen. Auch das Gerücht, dass Tazio Nuvolari für 1940 von UM bereits «chon wieder fest verpflichtet sei, ist «ine reine Erfindung der italienischen Sportpresse. Bis jetzt haben wir für 1940 noch keinen einzigen Rennfahrervertrag — weder für Wagen noch für Motorräder — erneuert, da die deutsche Rennbetei- Jjguag im einzelnen und die allfällige Duchführung von Rennen in Deutschland auch noch nicht festgelegt sind. Dagegen können wir Ihnen offen sagen, dass wir uns. sofern wir uns 1940 mit stärkerem Aufgebot an mehreren grösseren Rennen beteiligen, mit dem Gedanken tragen, auch Nuvolari, neben «ineeren bekannten deutschen Spitzenfahrern, wieder m engagieren. Ob jedoch etwas daraus wird, wissen wir noch nicht, um so weniger, als eich auch die italienischen Finnen bemühen, Großbritannien bat in Trinidad und Burma kleinere Reserven, die Niederlande besitzen grosse Vorräte ia Sumatra und ßorneo. Die grossen Mengen für den Welthandel liefern jedoch die U S A, Venezuela, Perslen, Rumänien, Mexiko. Für die an den Atiantik grenzenden Staaten «ind die USA, Venezuela und Mexiko die Hauptbezugsländer sowohl von Rohöl wie von dessen Derivaten. Frankreich freilich erhielt nach dem Krieg den Hauptteil seines Erdöls erst aus Rumänien, dann vor allem über Tripoli* aus Irak (Mesopotamien). Pa auch das iranische (südpersische) Erdöl in normalen Zeiten durch den Suezkanäl und das Mittelmeer nach Westeuropa gebracht wird, spielt das Mittelmeer in der Erdölversorgung Generalvertreter: Henri Bachmann Bied Spitalstrasse 12b, Telephon 48.42 Genf, Rue de Fribourg 3, Telephon 26.343 Zürich, Löwenstrasse 31, Telephon 58.824 Nuvolari wieder für sich zu gewinnen. Wenn wir also Probefahrten machen, so würden ausser unsern Fahrern Müller und Hasse sowie einem Nacbwuchsfahrer möglicherweise auch Tazio Nuvolari daran teilnehmen. » Burggaller gefallen. Als Major der Luftwaffe und Kommandant einer Jagdstaffel hat der frühere deutsche Automobjlrennfahrer Ernst Günther Burggaller den Fliegertod gefunden. Burggaler, der im 44. Altersjahr stand, war viele Jahre einer der erfolgreichsten Privatfahrer im Motorrad- und Automobilrennsport und gehörte auch kurze Zeit der Auto-Union-Rennmannschaft an. Auch in der Schweiz gehörte Burggaller keineswegs zu d