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E_1940_Zeitung_Nr.025

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6 AUTOMOBIL-REVUE

6 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 18. Juni 1940 — N° 25 Dass eine italienische Dienststelle mit der Suche nach neuen Fundstellen für Kupfer, Antimon, Chrom und andere Metalle beauftragt wurde, was durchaus im Zuge einer immer vollständigeren Autarkie liegt. Dass nach einem Bericht von M. Marder in einer deutschen Fachzeitschrift die durch Tieftemperatur-Destillation erhaltenen Holzteeröle hauptsächlich zu Brennstoffen für Otto- und Dieselmotoren verarbeitet werden. Die daraus bisher hergestellten Schmieröle kamen wegen ihres grossen Gehalts an Säuren, Stickstoff und Schwefel nur in sehr beschränktem Masse zur Verwendung. Nun soll es jedoch, dank einem neuen Raffinationsverfahren, gelungen sein, auf Holzteeröl-Bäsis bedeutend bessere Schmieröle zu gewinnen. Von amerikanischen Patenten über die Herstellung von gümmiähnlichen Kunstprodukten. Ausgangsmaterialien sind bei einem dieser neuen Verfahren Petrolrückstände sowie Nebenprodukte des Krackverfarhens. Das erhaltene Endprodukt ähnelt dem Naturgummi und ist vulkanisierbar. Ein anderes Patent betrifft die Herstellung eines solchen Kunstprodukts aus Milchsäure und ein drittes schliesslich basiert auf der Verwendung von gewöhnlichem Zucker und Terpentin. Von einer 'neuen Farbe, die durch Eintauchen oder Aufspritzen auf billige, schwarze Preßstoffteile aufgetragen werden kann und diesen ein besonders anziehendes Aussehen verleiht. Es können alle möglichen Farbtöne geliefert werden. Die Farbe soll gegen Abnützung recht widerstandsfähig sein. Tech Pressstoffe aus Holz. Die weitgehende Verwendung von Preßstoffen !m Automobilbau setzt voraus, dass sich diese Rohmaterialien in grossen Quantitäten und zu vernünftigen Preisen gewinnen lassen. In den Laboratorien des amerikanischen Forst-Amtes ist nun ein Verfahren zur Gewinnung billiger Preßstoffe aus Holz entwickelt worden. Die Fabrikationskosten sollen sich dabei je nach dem chemischen Prozess, womit das Holz in eine plastische Masse verwandelt wird, auf 15—30 Rappen pro Pfund belaufen. Holz hat zwar für sich allein auch ohne Vorbehandlung eine gewisse Plastizität und lässt sich durch Anwendung hoher Temperaturen sowie beträchtlicher Drücke wenigstens zu kleinen Teilen verpressen. Diese besitzen jedoch gar keine Wasserfestigkeit und zerfallen, wenn sie nass werden. Das Holz enthält aber im Lignin einen Bestandteil, der sich bei hohen Temperaturen leicht zu Pressteilen von hoher Wasserbeständigkeit verarbeiten lässt. Allerdings liegt die Temperatur, bei der das Lignin zur Erzielung eines guten Resultats verpresst werden muss, allzu nahe beim Punkt, wo die Wärmezersetzung beginnt. Man hat darum versucht, auch bei niedrigeren Temperaturen durch Beimischung von andern Preßstoffen eine ausreichende Plastizität und Wasserfestigkeit zu erhalten. Ein Nachteil derartiger Pressteile liegt jedoch in ihrer hohen Sprödigkeit. Sie lässt sich dadurch vermeiden, dass man das Holz nur teilweise zu Lignin verarbeitet, so dass noch ein gewisser Prozentsatz von Zellulose darin verbleibt. Je nach den gewünschten Eigenschaften kann eine plastische Masse mit mehr oder weniger Lignin bezw. Zellulose erhalten werden. Zur Aufschliessung des Holzes bedient man sich der Säure- oder Anilin-Hydrolyse. Beim erstgenannten Verfahren lässt sich die Zusammensetzung des erhaltenen Endprodukts besonders leicht durch die Konzentration der Säure sowie die Temperatur und Dauer ihrer Einwirkung in weiten Grenzen verändern. Anderseits ergibt die ungefähr 50 Prozent teurere Anilin-Methode eine besonders hohe Wasserfestigkeit und gute Plastizität. Die nach dem einen oder anderen Verfahren erzeugte Rohmasse wird mit einem Stoff vermischt, der die Plastizität erhöht, und dann verpresst. Zur Beimischung eignen sich gewisse Ketone, Aldehyde, Amine, Amide, Ester, Aether, sowie auch Gemische verschiedener Substanzen, wie sie das Holzteeröl darstellt. Die erhaltenen Pressteile besitzen — abgesehen von jenen mit sehr hohem Ligningehalt — eine betrachtliche Schlagfestigkeit und werden praktisch durch die Einwirkung des Lichts überhaupt nicht oder dann nur in günstigem Sinn beeinflusst. Stücke, die während 144 Stunden einer Ultraviolettbestrahlung ausgesetzt waren, zeigten nachher ein noch tieferes und glänzenderes Schwarz als vor dieser Behandlung. -fw- Prakflsdie Neuartige Auto-Handschuhe. nke Die praktischen Amerikaner sind auf eine naheliegende Idee verfallen: Autohandschuhe werden seit einiger Zeit so hergestellt, dass man sie gleichmässig an b ei den Händen tragen kann. Das bedeutet nicht nur eine Verminderung des «Verschleisses» während des Gebrauchs, sondern hat den weiteren Vorteil, dass man bei Verlust eines Handschuhs nur einen einzigen dazu zu kaufen braucht. Techn. Frage 13 790. Leistung von Diesel- und Benzinmotor. Warum liefert ein Dieselautomotor fast 50% weniger Leistung als ein Benzinmotor gleicher Grosse? Sind hiefür einzig die unterschiedlichen Motordrehzahlen verantwortlich? Ich sehe nämlich in der Illustrierten A.-R. vom vergangenen Jahr, dass ein Benzinmotor bestimmter Marke von 2,8 1 Hubraum bei 3800 U/Min. 85 PS leistet, ein ungefähr gleich grosser Dieselmotor anderer Marke es jedoch nur auf 50 PS bei 2500 U/Min, bringt. H. W in E. Antwort* In den vorliegenden Beispielen verhalten sich die Leistungen der Motoren ungefähr gleich wie die Drehzahlen. Nun ist es ja klar, dass ein Motor, der sekundlich eine grössere Zahl von Arbeitsspielen auszuführen vermag eben auch mehr PS entwickelt. Beim Dieselmotor stehen der Drehzahlsteigerung verschiedene Gründe hindernd im Weg. Geht man über eine gewisse Grenze, so werden die Verbrennungen mangelhaft und der Auspuff raucht, weil nicht mehr alle Brennstoffteilchen Zeit haben, das zu ihrer Verbrennung notwendige Sauerstoffteilchen zu finden. Beim Benzinmotor vermischen si'h Luft und Brennstoff, im Gegensatz dazu, schon vor dem Eintritt in den Zylinder innig miteinander, weshalb die Verbrennung auch bei hohen Drehzahlen eine vollständige ist. Beim Dieselmotor muss man anderseits auf Grund des erwähnten Uebelstands stets mit einem gewissen Luftüberschuss arbeiten, d. h. man darf nicht ganz soviel Brennstoff einspritzen, wie theoretisch in der eingesaugten Luftmenge verbrannt werden könnte. Hierin liegt ein weiterer Grund für die geringere Leistung des Diesels gegenüber dem Benzinmotor. «•» echs -fw- Anfrage 769. Erledigung von Haftpflichtansprüchen. Ich hatte auf der Strasse Giubiasco- Cadenazzo einen Autounfall, bei welchem aber nur Materialschaden entstand, und zwar an meinem Wagen. Die tessinische Kantonspolizei traf am Ort ein und nahm das Protokoll auf. Auf meine mündliche Frage betreffend die Schuld an der Kollision gaben mir beide anwesenden Polizeibeamten die Auskunft, dass hierüber eigentlich sar nicht zu diskutieren sei in Anbetracht der Fehler des Tessiner Wagens, Auf meine •Schadenersatzforderung an die Versicherungsgesellschaft, bei welcher der Tessiner Wagen versichert war, erhielt ich die lakonische Antwort, dass nach den amtlichen Akten ein Verschulden des Versicherungsnehmers nicht vorliege. Ist nun weder die tessinisrhe Kantonspolizei noch die Versichprungssesellschaft verpflichtet, mir in diese Akten Einsicht zu gewähren ? Oder was könnte sonst noch getan werden ? A. A. in B. Antwort- Offenbar ist der Angelegenheit durch die Tessinerbehörden keine weitere Folse gegeben, d. h. die Strafuntersuchung ist ohne Ueberweisung des Tessiner Motorfahrzeugführers an den Strafrichter aufgehoben wordpn. In solchen Fällen stellt die Polizei — oder die Untersuchungsbehörde — die Akten in der Regel nicht zur Einsichtnahme zur Verfügung. Immerhin empfehlen wir Ihnen, an die Polizeibehörde Lugano zuhanden des kompetenten Untersuchungsrichters ein diesbezügliches Begehren zu stellen. Aber auch abgesehen davon können Sie die in Frage stehende Haftpfliehtversicherungsgesellschaft direkt belangen, und zwar am Wohnsitz des Halters oder am Unfallort. Da der Halter im Tessin wohnt und der Unfall im Kanton Tessin erfolgt ist, müsste also im Tessin geklagt werden. Ob sich dies tatsächlich lohnt, ist eine Sache für sich, speziell wenn man bedenkt, dass dieser Kanton noch ein ausserordentlich umständliches Prozeseverfabren hat. Die Tatsache, dass kein strafbares Verschulden vorliegt, schliesst eine Schadenersatzpflicht nicht aus. Sofern Sie in der Lage sind, dem Führer des Tessiner Automobils ein Verschulden nachzuweisen, hat dieser, resp. dessen Haftpflichtversicherung für die Folgen zu haften und aufzukommen. Wenn sie dies nicht freiwillig tun will, bleibt aber nur der Weg der gerichtlichen Klage übrig, es sei denn, man wolle auf die Geltendmachung seines Anspruchs verzichten. w« aifil dies Der Einfluss der Zölle auf die Motorisierung findet wieder einmal eine drastische Illustration in den entgegengesetzten Beispielen Ungarns und Argentiniens. Ungarn reduzierte saine Einfuhrzölle für Motorfahrzeuge im März 1939 auf die Hälfte der früheren Ansätze und vermochte als Frucht dieser Politik seinen Fahrzeugbestand seither um das Anderthalbfache zu steigern. Mit Rücksicht auf die Notwendigkeiten der Landesverteidigung sollen nunmehr überdies 6000 Lastwagen zollfrei und ohne spätere steuerliche Belastung eingeführt werden. , Genau die gegenteilige Entwicklung nahmen die Dinge in Argentinien unter dem Einfluss einer wachsenden Zollbelastung. Im Zeitraum 1930 bis 1939 wurde sie von 484 auf 1411 Pesos für einen amerikanischen Wagen von 1400 kg Gewicht emporgeschraubt. Mit dem Erfolg, dass die Wageneinfuhr, die 1929 noch 90 363 Stück betragen hatte, 1930 auf 47 429 und 1932 sogar auf 5926 Stück sank. Erst nachher erholte sie sich wieder langsam und erreichte 1938 55 111 Einheiten. Trotzdem bleibt als Fazit für den Zeitabschnitt 1930—1939 eine Verminderung des Gesamtbestandes um 50 000 Wagen, nämlich von 450 000 auf 400 000. Intensivierung des Gummianbaus in Amerika. Der Kongress der Vereinigten Staaten hat auf Antrag Präsident Roosevelts einen zusätzlichen Budgetposten in Höhe von 1 Million Dollar bewilligt, die dem Landwirtschaftsdepartement zur Verfügung gestellt werden sollen. Der Betrag soll zu einer sich über drei Jahre erstreckenden Untersuchung verwendet werden, die dem Zweck dient, « einen soliden wissenschaftlichen Untergrund für die Entwicklung der Gummiproduktion auf der westlichen Halbkugel zu beschaffen > Die Intensivierung des Gummianbaus wird im Hinblick auf die gewaltige Steigerung der Automobil- und Flugzeugindustrie als unerlässlich betrachtet, da die amerikanischen Fabrikanten die Verwendung von Naturgummi derjenigen von Kunstgummi bei weitem vorziehen. CORDS RING heute mehr denn jel Der ideale Oelsparring Industrie Keine Ünterlao-Federn. kein Verrussen O.KNITTEL, LENZBURG Telephon 500 leichter Lastwagen von 1 bis,3 t Nutzlast we i t s i c h t i g s e i n Motorwagenfabrik Berna AG., Ölten Wegen Aufgabe des Geschäftes günstig zu verkaufen 1 Aufowaschpumpe Maag, Typ MHP-60W, mit 10 m Schlauch, 1 Pistole, kompl. Gruppe mit MFO-Motor, 380 Volt, und Sicherheitsanlassschalter. 1 vollautomatische Kompressoranlage, 1,5 PS, 220/ 380 Volt, Serva-Technik, Typ SHE, kpl. Gruppe mit Motorschutzschalter. 1 kompl. elektr. Prüfstand, komb. mit Batterieladestation Ferrier, Güdel & Co., Typ BZ-GLS 106. 1 Altölreinigungsanlage, vollautomatisch/elektrisch, Stream Line, 220 Volt. 1 Auspuffanalisator, fahrbar, Marke LP American. 1 elektr. Pannensucher, Marke TS American. 1 Universalradabzieher, Marke Reinhold. 2 vollautomatische, fahrbare Pneurillmaschinen, 220 Volt. Div. Werkbänke, Schraubstöcke, elektr. 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N° 25. — DIENSTAG, 18. Juni 1940 AUTOMOBIL-REVUE F E U I L L E T O N Ein Mann entlaufen! Roman von Vera Bern. 27. Fortsetzung Als Ausgangspunkt nehmen Sie Marienbad ... da war diese Manon Luchon nachts im Hotel auf dem Zimmer eines Herrn... so wie sie von der Arbeit kam, in ihrem Zirkustrikot. Es gab dann daraufhin am nächsten Morgen einen Skandal im Hotel. Teilen Sie mir alles, was Sie über die Dame erfahren, sofort mit und forschen Sie gleichzeitig nach, ob Sie seit damals noch denselben Gönner hat. Haben Sie verstanden ?... Anzahlung? ... So, Sie haben Agenten im Ausland ? Das ist ja sehr schön ! Ja.... ich bestätige den Auftrag... Nein, warten Sie, ich komme lieber gleich bei Ihnen vorbei. » Und dann ist Karsten draussen. Ohne sich von Else verabschiedet zu haben. Else sitzt da und starrt auf die Hortensien. Sie hatte sich schon allerlei zurechtphantasiert über den Vater... aber das ... so ... so krass... so peinlich schamlos... und ein Hotelskandal um den Vater... das war ja so unfassbar! Ein Skandal um Vater, für den es das Aergste ist, Aufsehen zu erregen!... Ach Gott, ach Gott... und jetzt noch die Angst um die Mutter!... Dazu die Furcht vor Hans! Was würde er zu Karstens eigenmächtiger Handlung sagen? ... Bis zum Abend sitzt Else auf dem gleichen Platz. Längst hat der Diener ihr gemeldet, dass der Abendbrottisch gedeckt ist. Sie rührt sich nicht. Sie lässt den Tee erkalten. Sie sitzt und wartet. Endlich kommt Hans. Frisch, ein bisschen angeheitert. Hat mit Freunden im « Schweizerhof » gesessen. « Na ? Der Karsten lange geblieben?... Hast was rausgequetscht aus ihm ? » Else — die lange Stunden überlegt hat, wie sie es dem Bruder vorsichtig beibringen soll, stösst heraus : « Eine Frau, Hans ! Eine Künstlerin... Manon Luchon, oder so... mit der ist der Vater jeden Sommer zusammen... sie ist im Trikot bei ihm... Karsten hat schon ein Detektivbüro mit den Nachforschungen betraut, wo die... die Person jetzt herumzieht ! » «Ist der Kerl verrückt? > Hans sieht aus, als würde er Karsten an die Gurgel springen, wenn er jetzt da wäre. « Er soll mir sagen, was' er weiss, und mir das übrige überlassen!! » « Das geht nicht, Hans, das geht nicht! Mutter soll morgen operiert werden, und der Professor...» « Morgen... ? Ich fahre sofort in die Klinik ! > «Jetzt? Nachts?... Aber Hans, du wirst doch nicht vorgelassen ! » « Und wenn ich den Professor aus dem Bett hole ! Ich muss ihn selber sprechen. Muss sein Gesicht sehn ! Das Telephongequatsche hat keinen Zweck. Geh' schlafen... bleib' auf... mach', was du willst... ich fahre in die Klinik ! » Wieder sitzt Else allein auf der Terrasse. Da — sie war wohl gerade eingenickt, hört sie das Knarren des Gartentors. Und gleich darauf Schritte. Sie springt auf, mit ins Dunkel : « Hans ! Bist du's... Ja ? Bist du's ? » Es ist der Bruder. Er ist blass und ernst. Nimmt den Kopf seiner Schwester in beide Hände und küsst sie auf die Stirn. Eine Liebkosung, die sie nicht von ihm kennt und die sie erschüttert « Es steht... es steht also schlimm mit Mama ? » «Wenn sie sich morgen der Operation nicht unterzieht, erlebt sie den nächsten Tag nicht. Sonst ist sie — -vielleicht — zu rettea!» «Dann muss es eben geschehen, Hans... muss ! » - . Hans läuft erregt im Zimmer auf und ab : « Wenn Vater nicht bei ihr ist, will sie nicht! » «Da gibt's kein Wollen, Hans, wenn's auf Leben und Tod geht! > «Das hab' ich dem Professor auch gesagt. Aber gegen den Willen des Patienten selbst darf kein Kranker operiert werden. Und sie will nicht. » «Dann müssen wir sie betteln, beschwören ! » « Nutzt nichts, Else. Du kennst Mutter. Wenn es sich um Vater handelt, wenn irgend etwas mit ihm zusammenhängt, ist sie keinem Zuspruch zugänglich. Alle Schwestern der Klinik haben sich heute mit ihr abgegeben... alle miteinander sind an ihr Bett gekommen und jede einzeln! Sie haben in sie hineingeredet, haben ihr vorgestellt, was sie ihrem Mann antut, wenn sie sich weigert, was. sie ihren Kindern antut... sie hätte Pflichten... nichts half. Nichts! Schiliesslich sagte sie : « Wenn mein Mann bei mir ist, wenn er selbst es haben will, ja... dann ja. Sonst lass' ich kein Messer .an mich 'ran, dann geh' ich eben drauf... das ist kein Leben so für mich.» Es soll so entsetzlich gewesen sein, Else, dass die Schwestern alle geweint haben, bis der Professor mit einem Donnerwetter dazwischenfuhr.» Else ringt die Hände : « Ach, Hans, das ist schrecklich!... » Hans lässt sich in einen Korbstuhl fallen: « Der Professor war furchtbar nett, Else. Er führte mich selbst zu Mutters Zimmer, machte die Tür ganz leise auf. Da lag sie, den Kopf zur Wand, wimmerte vor Schmerzen und weinte dabei: Mein Mann... mein Mann... entlaufen ... entlaufen ! » Else streichelt den Arm des Bruders, sagt leise * « Lass Karsten machen, Hans. Der schafft Vater her. Lass ihn nur machen.» < Das dauert Tage, Else, bis Vater ermittelt ist. Und morgen muss Mutter...» Hans Römer steht auf, sieht auf die Uhr, gähnt. Er knüpft den Kragen ab. Fragt gleichzeitig: « Sonst was losgewesen ? » Else zieht die Spangen aus ihrem Haar, sagt gleichmütig: « Deine kleine Freundin... die Telephonistin, ist von Fehling gekündigt worden ... sie soll sich unmöglich benommen haben.» Hans knöpft das Hemd über der Brust auf: «...dafür hab ich jetzt keinen Kopf... kann mir schon denken, warum... liebes Mädel, aber zu wild ... wenn wir erst durch sind mit Mutter, dann kümmerst du dich mal um die Kleine.» Jetzt hat Else ihre kleinen hochstöckeligen Schuhe ausgezogen, die sie schmerzen, nimmt sie in die Hand : «Ich kann nicht mehr, Hans. Ich geh schlafen. Kommst du mit rauf ? » Hans legt der Schwester Schlips und Kragen über die Schulter. « Nein, Elsekind. Ich bleibe noch unten.» « Jetzt so spät? Du bist wohl verrückt? » « Ich habe noch zu tun. Geh, Else... Ist das Telephon nach hier umgestellt ? » < Ja, warum ? » «Na Else, dann schieb ab. Schlaf so gut es geht.» — Else liegt schon seit Stunden in tiefem ,Schlaf, als lange an der Gartentür geklingelt wird. Da nicht geöffnet wird, läutet's ein zweitesmal, noch anhaltender. Else fährt aus dem Bett, springt zum Fenster, steckt den Kopf hinaus. Sie sieht, wie die Köchin aus ihrer im Erdgeschoss liegenden Kammer kommt und langsam, verschlafen, über den Kies zum Gartentor schlurrt. « Nacht-Telegramm!» hört Else eine Männerstimme. Telegramm — jetzt — ? Else wirft ein Tuch um ihr Nachthemd, rast die Treppe hinunter, reisst der Köchin die Depesche aus der Hand: «Geben Sie her. Danke. Schon gut.» P.ann steht sie auf den Treppenstufen, knipst das Licht an der Wand an, dreht das Telegramm in der Hand herum, reisst es auf. Liest. Schreit. Jubelt auf. Rast die Treppe hinauf. Stürzt zum Bruder ins Schlafzimmer. Rüttelt ihn aus dem Schlaf. Weint. Lacht. « Hans! Hans!... Vater kommt! Er kömmt! Lies doch, lies...» Und liest ihm selbst vor: Bin morgen bei Euch. In grosser Sorge um Mutter. Verlange, dass Operation nicht hinausgezögert wird. Vater. « Na, dann ist's ja gut», sagt Hans Römer schlaftrunken und legt sich auf die andere Seite. Fassungslos starrt Eis« auf den Bruder. Jeder Platz ist besetzt im grossen Zelt des Cirque d'ete, auf der Wiese hinter dem letzten Häuschen von Cagnes. Die Nummer «Balance •auf dem höchsten, Rad der Welt > ist beendet. Die kleine Signorina mit dem gekräuselten schwarzen Puppenhaar ist gerade, Kusshändchen werfend, ohne sich an der Lenkstange ihres drei Meter hohen Einrades festzuhalten und nur durch die Kraft ihrer Schenkel das Gleichgewicht herstellend, von Beifall umbraust aus der Manege geradelt, als Frau directeur Juliette Molignon, den Blechkasten mit der Abendeinnahme unter dem Arm, ins Zelt trat. Beim Auftritt der grossen Nummer ist sie immer gern dabei. Herr Molignon stürzt ihr entgegen, ein aufgerissenes Telegramm in der Hand : «Juliette! Eine Depesche von Monsieur Römer ! Er erwartet mich bei unserm Gastspiel in Grasse, im Hotel Moderne ! Er will mich sprechen! Mich!... Nachdem er sich jahrelang geweigert hat, mich •persönlich kennenzulernen !... Kannst du das verstehn?» fPnrtcotvirMt tnlttt ) vorteilhaften Speziaipreisen in Wasch-Schwämmen etwas kaufen wollen, auch auf spätere Lieferung, dann tun Sie es jetzt. Hch. 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