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E_1940_Zeitung_Nr.052

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ehandelnden Aerzte das erkannten; als er am erstklassig U. preiswert - Sonntags geöffnet chunf S feftke^nSuget lT"Z *»-. Weiteren*«. - lAta. - IMta Schwindsucht zwar erst ergriffen, der rechte aber schon völlig vereitert war. Man fragt unwillkürlich, wo seine Mutter in diesen Tagen war. Sie bert! AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 24 DEZEMBER 1940 — N° 52 WFITC III IM \ Der Herzog von Reichstadt Jedermann weiss, dass unter dem Namen eines Herzogs von Reichstadt dieselbe Persönlichkeit in der Geschichte fortlebt, die bei ihrer Geburt den so viel stolzeren Namen eines « Königs von Rom » empfing. Es ist der einzige Sohn, den das Schicksal dem französischen Kaiser Napoleon I. aus seiner zweiten Ehe mit der Erzherzogin Marie Luise, Tochter des Kaisers Franz I. von Oesterreich, am 20. März 1811 beschieden hat. Als der Sohn Napoleons I. zur Welt gekommen war, fiel — es war kurz nach zehn Uhr morgens — der erste Kanonenschuss in Paris. Atemlos lauschte alles in den Strassen, wie viel Schüsse folgen würden; als der zweiundzwanzigste ertönte, und es nun gewiss war, dass ein Prinz geboren sei, da erscholl aus dem Munde von Tausenden der Jubelschrei: « Es lebe der Kaiser! » Schon - * A w*• VK Der Sohn Napoleons als König yon Rom. beim ersten Schuss hatten Leute, die sich gerade stritten, ihre Händel eingestellt; jetzt Helen sie sich gar in die Arme. Alle Welt hoffte, dass der Kaiser, nun, da es galt, einem Erben den gewonnenen Besitz zu sichern, von Wagnissen abstehen, und dass eine Zeit des Friedens auf die unaufhörlichen Kriege folgen werde. Diese Hoffnung war freilich trügerisch; Napoleon hielt es 1812 für notwendig, auch Russland noch niederzuwerfen, das sich mehr und mehr auf die Seite seiner englischen Feinde schlug, und verlor in den daraus erwachsenden Kämpfen seine ganze Macht» 1814 wurde er auf die Insel Elba verbannt. Marie-Luise begab sich zu ihrem Vater, der unter den Siegern über Frankreich war, nach Rambouillet, und von. da nach dem Schloss Schönbrunn bei Wien. Es war noch nicht ihre Absicht, sich für immer von ihrem gestürzten Gemahl zu trennen; sie sprach es offen aus, dass sie Napoleon liebe und in vollster Eintracht mit ihm gelebt habe; so offen trug sie kaiserlichen Stolz und Vorliebe für französische Sitten zur Schau, dass die Wiener, die sie bei ihrer Rückkehr am 21. Mai mit brausendem Jubel begrüsst hatten, bald bitter über sie loszogen und sie keine Oesterreicherin, sondern eine Französin nannten. Napoleon hiess unter den Leuten damals allgemein ein Verbrecher, und man meinte, der Kaiserin etwas Angenehmes zu sagen, wenn man fand, dass ihr dreijähriges Söhnlein «zu unsrer Familie > gehörte. « Nein », sagte Marie-Luise, «er gleicht seinem Vater. Er hat sein Gesicht und seine ganze Art and Weise.» Aber die Politik setzte sich der Wiedervereinigung der Gatten entgegen: wenn die Tochter Franz I. fortfuhr, Gemahlin Napoleons zu sein, so war das eine Bedrohung der 1814 in Frankreich hergestellten früheren Dynastie, der Bourbonen, und das um so mehr, als im Heer und in einem Teil des Nordens und der Mitte von Frankreich der Wunsch bestand, zwar nicht Napoleon selbst, wohl aber seinen Sohn auf den Thron zu heben und bis zu seiner Volljährigkeit die Regentschaft seiner Mutter Marie-Luise zu übergeben. Die Grossmächte hatten deswegen am 11. April 1814 bestimmt, dass der junge Prinz statt seines Titels «König von Rom» künftig den Titel «Kaiserliche Hoheit Prinz von Parma » führen sollte; jeder Gedanke, dass er Frankreich gehörte, sollte ausgelöscht werden. Als Napoleon im März 1815 nach Paris zurückkehrte, wünschte er lebhaft, Gattin und Sohn bei «ich zu haben. Aufs bitterste beklagte er sich über die Unmenschlichkeit des Kaisers Franz, der ihm auch den Sohn entziehe, « wie man im Altertum den Besiegten die Kinder raubte, um den Triumph zu schmücken »; es wurden sogar Pläne geschmiedet, den Prinzen von Parma aus Wien zu entführen und ihn nach Paris zu schaffen. Wenn der Wunsch des Kaisers nach den Seinen nicht erfüllt wurde, so war aber die Politik nicht mehr das einzige Hindernis. Ein schlimmeres trat hinzu: Marie-Luise, ein im Kern haltloser Charakter, Hess sich, statt ihr grosses Unglück mit aufrechtem Stolz zu tragen und ganz ihrem Sohne zu leben, von ihrem Oberstkammerherrn, Grafen Adam von Neipperg, einem verführerischen Mann von grossen, geselligen Gaben, betören, so dass sie im Gegensatz zu ihrer früheren Stimmung, sich nunmehr von Napoleon völlig losriss und herzlich froh war, als die Schlacht von Waterloo ihn abermals zu Fall brachte und er nach St. Helena verbracht wurde, von wo aus er ihre Kreise nicht mehr stören konnte. Alles was sie tat, war, dass sie ihren Vater bat, dazu beizutragen, dass Napoleon mit Güte und Milde behandelt werde. «Dies ist die einzige Bitte, die ich für ihn wagen darf, und das letzte Mal, dass ich mich um sein Schicksal annehmen werde; denn — man lese diese Worte zweimal! — ich bin ihm Erkenntlichkeit schuldig für die ruhige Indifferenz, in welcher er mich hatte (nämlich von 1814 an) leben lassen, anstatt mich unglücklich zu machen. » Dafür allein ist ihm diese selbstsüchtige Frau dankbar, dass er von ihr 1814 nicht gebieterisch verlangt hatte, dass isie halte» was sie am Altar gelobt hatte: «Freud und Leid; mit ihm zu teilen t. Ihr Sohn hätte an sich kraft eines auf Betreiben des Zaren Alexander am 31. März 1815 zwischen^ Russland, Oesterreich und Preussen abgeschlossen nen Geheimvertrags das Eigentumsrecht an deäj Herzogtum Parma haben sollen, das Marie-Luis^ selbst durch den Vertrag vom 11. April 1814 über7; wiesen worden war; es wäre damit nicht nur ihr, sondern auch ihrem Sohn ein Thron gesichert gewesen. Aber der «Prinz »von Parma sollte nie «Herzog» von Parma werden; er erfuhr, was die «Ilias » nach Hektors Tod seinem Söhnlein Astyanax vorhersagt: « Der Tag der Verwaisung macht ganz unglücklich den Knaben, in allem muss er sich ducken, und vom Mahle stösst man ihn weg; dein Vater schmaust ja nicht, in unserer Mitte. » Damit die bonapartistische Par* tei in Frankreich nicht auf ihn Hoffnungen setzen: könnte, sollte er.kein regierender Herr werden; er sollte in einen Habsburger verwandelt werden; der durchaus innerhalb der einem österreichischeij Prinzen gezogenen Linien verblieb. Napoleon I. selbst hat einmal seinem Bruder Joseph geschrieben: «Ich wollte lieber, dass man meinen Sohn erwürgte, als ihn jemals in Wien als österreichischen Prinzen erzogen zu sehen.» Marie-Luise aber wich vor dem Drängen der Politiker zurück und opferte die Rechte ihres Sohnes, um ihn so von einer abenteuernden Laufbahn zurückzuhalten und in der Ruhe eines reichen Privatmannes sicher einzuschliessen. So erhob Kaiser Franz seinen Enkel am 22. Juli 1818 zum Herzog von Reichstadt, einem grossen und einträglichen Majorat, das aus den an Franz gefallenen pfalzbayrischen Gütern herausgeschnitten wurde. Als Erzieher wurde Graf Moritz von Dietrichstein aufgestellt, ein Mann von künstlerischen und wissenschaftlichen Neigungen, dessen Haus zum Sammelpunkt aller Geistesgrössen in Wien geworden war; auch Beethoven ging dort ein und aus. Neben ihm hatte der" Hauptmann Foresti die Leitung des Prinzen inne, ein ernster, charakterfester Mann, der Lateinisch, Deutsch, Französisch und Italienisch geläufig sprach und schrieb und auch gute Kenntnisse in der Mathematik besass. Zunächst wurden die Untergouvernante, Frau Soufflot, und ihre Tochter, zwei Französinnen, entfernt. Beide waren voll Begeisterung für Napoleon und hatten dem Kleinen unablässig von den Herrlichkeiten seines väterlichen Hofes erzählt. Aus diesem letztern Grunde kam es auch, dass er oft sagen konnte: «Als ich noch König von Rom War », « als ich noch Pagen hatte ». In jedem Nichtfranzosen witterte er einen Feind; ohnehin nicht zur Offenheit geneigt, wurde er nun, da man ihn ganz auf Deutsche anwies, misstrauisch, verschlossen, zurückhaltend; vor Deutschen sprach er gerade von dem nicht, was seine jugendliche Seele erfüllte. Das Bewusstsein erlittenen Unglücks, des Verlusts einstiger Grosse raubte ihm frühe die Unbefangenheit und die sorglose Heiterkeit, welche .Kindern seines Alters eigen zu sein pflegt. Im übrigen war die Erziehung des Herzogs vortrefflich. «Dietrichstein und der Heerbann der Lehrer, die ihm zur Seite standen, kannten kein höheres Ziel, als aus • dem Sohne Napoleons einen zweiten Prinz Eugen zu machen », und die grossen Talente des Prinzen schienen dieser Absicht entgegenzukommen, dass er einmal der erste Heerführer seines neuen Vaterlandes werde. Er selbst aber hat sich in diese Aufgabe nicht vollkommen finden können, trotz seines französischen Blutes ganz zum Deutschen zu werden und das Land seines Ursprungs zu vergessen, um lediglich dem Land seiner Mutter sich zu widmen. Die bonapartistische Partei hörte nicht au!, nach ihm auszuschauen und au! den Sturz der Bourbonen durch den Sohn Napoleons zu hoffen. Münzen, Taschentücher, Halsbänder, Mützen, Hosenträger, Trinkgläser, Messer, Pfeifen und Tabaksdosen wurden benützt, um das Bild des Sprossen des grossen Mannes unter das französische Volk zu bringen. Namentlich Joseph Bonaparte, der frühere König von Spanien, leitete diese Wühlarbeit, in der Hoffnung, dass mit dem König von Rom das ganze Haus sich wieder aufrichten werde. Der Herzog wusste, dass er trotz seiner Umhegung durch die habsburgische Hauspolitik eine politische Person für Frankreich und Europa war. Zwar war sein Grossvater so sehr gegen jede politische Intrigue, in der sein Enkel eine Rolle spielen könnte, eingenommen, dass er ihm beim leisesten Anzeichen wieder den eigenen Hofhalt nahm; aber er konnte doch nichts daran ändern, dass die bonapartistische Strömung in Frankreich beim Volke unausgesetzt zunahm. Das war natürlich dem neuen französischen König Louis-Philipp unangenehm; ebenso unerwünscht aber war es merkwürdigerweise dem österreichischen Staatskaftzler Metternich, der sah, dass es die revolutionäre Bewegung in Italien, wo Oesterreichs Einfluss nach seinem Willen herrschend sein sollte, vor allem nach dem Hause gelüstete, dessen Oberhaupt von 1805 bis 1814 den Titel König von Italien getragen hatte. Alle Italiener, die ihr Land einig und frei sehen wollten, hofften, dass Napoleon II. Italien dasselbe werde sein wollen, was ihm Napoleon I. gewesen war: der Erwecker zu nationalem Leben nach dreihundertjährigem Schlummer unter fremdem Joch. So stand des Herzogs augenblickliches äusseres Los in schneidendem Gegensatz zu der Rolle in der Welt, zu der seine Geburt ihn berief. Von seinem Grossvater hatte er schlechterdings keine Förderung bei ehrgeizigen Plänen ausserhalb Oesterreichs zu erwarten; eine geheime Weisung für den General Grafen Hartenau, den militärischen Berater des Herzogs, erklärt ganz direkt, dass mit dem Erlöschen der Rechte des Vaters auch die Rechte des Sohnes nicht mehr bestünden; gesetzlich von dem angeborenen Vaterland getrennt, habe der Herzog aufgehört, Franzose zu sein. Für Louis-Philipp hatte Kaiser Franz zwar gewiss keine. Sympathien; aber wenn dieser « Thronräuber » je gestürzt werden sollte, so sollte es doch zugunsten der vertriebenen legitimen Bourbonen geschehen; und solange Louis-Philipp Oesterreich nicht besonders lästig wurde und den europäischen Frieden nicht störte, waren Kaiser Franz und Metternich geneigt, ihn auch ihrerseits in Ruhe zu lassen. So lehnten beide das Angebot des Politikers und Abgeordneten Mauguin und des bonapartistischen Generals Montholon ab, die verhiessen, wenn Napoleon II. (im Herbst 1831) an der Grenze sich zeigte, so würden 100 000 Nationalgardisten aus Burgund und Lyon ihn empfangen und die Kammer ihm die Diktatur auf fünf Jahre übertragen. Aber wenn auch Oesterreichs Absicht nicht jedem Abenteuer entgegen gewesen wäre — der Herzog von Reichstadt würde auch so nicht imstande gewesen sein, eine grosse geschichtliche Rolle zu übernehmen. Der Sohn Napoleons als Herzog von Reichstädt Kaiserin Marie-Louise, die Mutter des Herzogs von Reichstadt. suchte ihn in den letzten Zeiten täglich mehrmals; aber davon, dass sie stets an seinem Sterbelager gewesen wäre, um ihr Kind zu pflegen, so lange sie es noch konnte, hört man nichts. Am Abend des 21. wünschte sie ihm gutenacht und Hess sich dann «durch bezahlte Tröster und galonnierte Pfleger » ersetzen. Unwillkürlich möchte man in dem Prinzen, der ein so tragisches Schicksal gehabt hat, eine jugendliche Idealfigur, möglichst ohne Schatten, sehen. Gewiss ist, dass Graf Prokesch, der ihn genau kannte, ein sehr günstiges Urteil über ihn gefällt hat; aber schliesslich hat man doch den Eindruck, dass verschiedene Strömungen in dem jugendlichen Herzen miteinander rangen, und dass sich nicht sicher sagen lässt, welche am Ende obgesiegt haben würde. Aeusserlich war der Herzog von Reichsstadt eine berückend schöne Erscheinung. Vom Vater hatte er den unbändigen Durst nach Taten geerbt, und da er, der nur Hauptmann bei den österreichischen Kaiserjägern war, diesen Durst nicht befriedigen konnte und die Schattenbilder eines Kaisers von Frankreich, eines Königs von Belgien, Polen und Griechenland wesenlos an ihm vorübergaukelten, ohne Gestalt anzunehmen, so versteht es sich wohl, dass er sich in nutzlosem Sehnen verzehrte und auch dadurch seine Lebenskraft vor der Zeit erschöpfte. Er hätte in den Dienst des Landes, das ihn zum Führer erkoren hätte, eine grosse geistige Begabung, kühnen Mut und eine unbesiegliche Willenskraft stellen können; aber auch einen gewaltigen Ehrgeiz hätte er mitgebracht. Er ertrug körperliche Schmerzen, ohne eine Miene zu verziehen, um nur nicht schwach zu erscheinen. Als er schwimmen lernen sollte, sprang er aufs erste Zeichen ohne Zaudern ins Wasser; vor nichts fürchtete er sich mehr, als furchtsam zu erscheinen. Alles Ausserordentliche bewunderte er; Hannibal, Cäsar, Napoleon und dessen tapferer Schwager Murat waren in seinen Augen gross. Von den Worten seines Vaters zeichnete er einige auf wie: « Reculer, c'est se perdre » (Zurückweichen heisst sich selbst verderben!), oder: « Je ne veut pas avoir tort! » (Ich will nicht unrecht haben, das heisst ich muss immer recht haben). So konnte es geschehen, dass manche Beurteiler ihn masslos eingebildet und auch zu Gemeinem geneigt finden wollten; man hörte ihn sagen, nicht die Ehre sei das höchste Gut, sondern das Selbstgefühl; « und ich habe so viel Verstand und solchen Ueberfluss an Ideen, dass ich leicht andern etwas davon ablassen könnte.» Die Religion hielt er für notwendig zum Bestehen der Staaten; aber das streng kirchliche Wesen der Hofburg mit den häufigen Beichten war ihm zuwider, und dass sein Beichtvater und Religionslehrer, der Hofprediger Wagner, einmal unangemeldet bei ihm eintrat, empörte ihn als ungehörige priesterliche Vertraulichkeit. Die grundsätzlich so verschiedenen Welten, die in dem Sohn Napoleons und der habsburgischen Erzherzogin sich verschmolzen, offenbaren sich darin, dass der Herzog Frankreich zu beherrschen wünschte, aber nicht als glückhafter Abenteurer, sondern als Sohn seines Vaters, vermöge eben der Legitimität, die am Hof seines Grossvaters oberster politischer Grundsatz war. Wohl jeder, der das Lebensbild des ehrgeizigen Sohnes des grossen Korsen näher betrachtet, wird es tief bedauern, dass ein so reich begabter Geist nicht die Möglichkeit erlangt hat, sich auszuleben, und dass Napoleon II. für immer wohl zu den anziehenden, aber auch zu den verschleierten Gestalten der Geschichte gehören wird. Längst war seine Gesundheit untergraben, wohl nicht durch jugendliche Ausschweifungen (wie behauptet worden ist, wogegen aber der ihm so nahestehende Graf Prokesch aufs bestimmteste sich erklärt), sondern durch ein Lungenleiden, wozu «seine schmale lothringische Brust » — ein Erbteil aller Glieder des Hauses Lothringen — ihn von Anfang an geneigt machte. Ohne Zweifel war « • ,. n u A1> |. ai „- Umnu««s»l94 7J,V!«li das Leiden tuberkulöser Art, ohne dass aber die SpeZialltätlS U. VONierg - I. Et«t - LVXXZXi

N°52 DIENSTAG, 24. DEZEMBER 1940 AUTOMOBIL-REVUE 15 AKTUELLES Verdunkelung und Strassenverkehr. Die Via Vita teilt mit: Von der Via Vita wurde vor kurzem in einem Schreiben an den Oberbefehlshaber der Armee um Prüfung der Frage ersucht, ob für fahrende Strassenfahrzeuge nicht während der Verdunkelung die Verwendung der normalen, jedoch abgeblendeten Beleuchtung zugelassen werden könnte. Die Verkehrsverbände sind zur Ueberzeugung gelangt, dass der gänzlich verdunkelte Strassenverkehr ausserordentlich schwierig und für sämtliche Strassenhenützer gefährlich ist Ausserdem dürften Fährzeuge, die mit normaler, abgeblendeter Beleuchtung fahren, für Flugzeuge keine Orientierungsmoglichkeiten bieten. Falls sich das Armeekommando mit dieser Abänderung der Verdunkelungsvorschriften einverstanden erklären könnte, müssten verschiedene damit.zusammenhängende Fragen noch näher abgeklärt, werden, wie beispielsweise die Beleuchtungsvorschriften für parkierende Wagen. Eine offizielle militärische Aeusserung zu dieser Anregung liegt noch nicht vor. TOURISTIK Um die Wahl des Präsidenten der Zentrale für Verkehrsförderung An der Gründungsversammlung der neuen Schweizerischen Zentrale für Verkehrsförderung in Zürich schlug, wie erinnerlich, der Vorstand dem Bundesrat Generaldirektor Hunziker von der P. T. T. als Präsidenten vor. Weil jedoch dieser Posten eine derartige Fülle von Aufgaben mit sich bringt, dass sie sich nicht im Nebenamt erledigen lassen hätte Herr Hunziker als Generaldirektor der P.T.T. seinen Rücktritt nehmen müssen. Eine solche Demission wiederum wäre dem Departement, in dessen Diensten er steht, ungelegen gekommen, weshalb es denn auch Anstrengungen unternahm, um sich diese hervorragend tüchtige Kraft zu erhalten. Selbstredend kann und darf indessen der Posten des Steuermanns nicht unbesetzt bleiben, wenn die Einheitsorganisation unserer 1 Verkehrswerbung am 1 Januar 1941 in Tätigkeit tritt. Angesichts dei" Situation, welche dadurch geschaffen worden war, dass Herr Hunziker sich, auf den Wunsch des Bundesrates hin entschloss, sein Amt als Generaldirektor der P. T. T. weiter zu versehen, trat der Vorstand der S. Z.V. kürzlich neuerdings zusammen. Ais Präsidenten schlägt er dem Bundesrat nunmehr Dr. A. Meili, den ehemaligen Direktor der Schweiz. Landesausstellung, vor, der an der Gründungsversammlung gegen Direktor Hunziker unterlegen war. Unbedingtes Erfordernis für die.Vorname einer Wahl wäre zwar eine zweite,:vom Vorstand der S. Z.V. ausgehende Nomination nicht gewesen; denn der Bundesrat kann den Vorsitzenden unserer zentralen Werbe-Organisation von sich aus ernennen, ohne an einen Vorschlag gebunden zu sein.. Neben den Vertretern des Bundes und seiner Verkehrsanstalten wählte der Vorstand in den Ausschuss: Regierungsrat Fazan (Lausanne); Hotelier L. Meissner (Klosters); Nationalrat von Allmen (Berner Oberland), und Direktor Volmar (JLötschbergbahn). Die Verbände der Strassenverkehrs-Interessenten hatten für diese Ergänzungswahlen keinen Vorschlag eingereicht, Hessen jedoch durch Dir. Primault (A.C.S.) erklären, der Tourismus besitze ein unbestreitbares Interesse daran, dass auch dem Strassen- und Luftverkehr ein Platz im Ausschuss eingeräumt werde. Es war jedoch, wie die nachfolgenden Wahlen bewiesen, dieser Anregung nicht beschieden, Gehör zu finden. Einmal mehr werden damit die Automobilisten, d. h. ein bedeutender Teil der Träger der Touristik, von der Leitung der Geschäfte ausgeschlossen. Das alte System lebt also ruhig weiter. Wozu man allerhand «zeitgemässe» Betrachtungen anstellen könnte. Im weiteren hörte der Ausschuss verschiedene Referate an. Kleine IT||«eilun^en Eine zweite Trolleybuslinie In Bern beschlossen. Dem Antrag des Gemeinderates zustimmend, hat der bernische Stadtrat die Einrichtung einer Trolleybuslmie Insel-Bümpliz beschlossen. Die Massnahme erfolgt mit Rücksicht auf die ständig sich verschärfende Benzinknappheit. «Opel gegen Sfudebakcr»: Der Automobilfahrer, der aus Versehen das Reserverad Studebaker eines Militärautos, statt dem seinigen Opel montierte, ist gebeten, sich unverzüglich, zwecks Umtausch, bei der Garage Central in Neuchätel zu melden. x SOLDATEN-WEIHNACHT 1940 BiidieffiHh ARTHUR HEYE: «In Freiheit dressiert» (Verlag Albert Müller, Zürich). Der Reiz Arthur Heyes liegt wohl zu gleichen Teilen in -der lebendigen und anschaulichen, dabei einfachen und klaren Sprache, wie in der Erlebnisfülle dieses abenteuerlichen Weltwanderers begründet. Sein neuestes Buch bildet den ersten Band der Reihe cWilde Lebensfahrt», worin der Schriftsteller sein buntbewegtes Leben und seine Reisen und Wanderungen durch drei Kontinente schildert. Hjährig brennt der Junge durch nach Hamburg, wo er Schweizervolk, nimm teil an der Weihnachtsfeier unserer Soldaten! Trotz Rationierung und wirtschaftlichen Schwierigkeiten konnte der Inhalt des Soldatenpäckleins bereitgestellt werden. Mit rührender Liebe und Sorgfalt verpackte die Basler Jugend innert zwei Tagen die vielen tausend Geschenke. Dank der spontanen Hilfs- und Opferbereitschaft des gesamten Schweizeryolkes, das auf die Aufrufe in Presse und Radio einmütig durch die Tat geantwortet hat, liegt nun der Gabentisch für unsere Feldgrauen bereit. Jetzt ist es an den Einheitskommandanten, das Weihnaehtsfest ihrer Einheit zu organisieren und den Soldaten den Dank des Hinterlandes zu überreichen. Wie mancher freut sich nicht heimlich auf diese schöne Feier inmitten seiner Kameraden? Wie mancher sieht nicht im Geiste schon die brennenden Kerzen des Tannenbaumes, die ihn an das «Daheim » erinnern? Die Mühen des Wachestehens bei schneidender Bise, des Schaufeins und Pickeln« in der hart gefrorenen Erde, des Tragens der schweren Lasten im unwegsamen Gebirge, werden durch die Vorfreude auf dieses Fest kaum noch verspürt. Die weihevolle Friedensstunde vereinigt Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten und festigt Korpsgeist und Zusammengehörigkeitsgefühl. Wie verhält sich da, wo Truppen sind, die Bevölkerung? Sollen die Spender der schönen Gaben dieser Feier fernbleiben? NeirJ mitmachen müssen sie! Gemeinsam mit unseren Soldaten' soll das Schweizervolk an dem Weihnachtsfest teilnehmen. Die geteilt empfundene Freude im Lichte des strahlenden Christbaumes bringt Volk und Heer einander näher, schafft jene enge Verbundenheit und jenen Kontakt, die zum standhaften Durchhalten vorhanden sein müssen. Einheitskommandanten, fordert die Bevölkerung Eurer Ortschaft auf, der Soldatenweihnacht beizuwohnen! Schweizerbürger, folgt zahlreich dieser Einladung! Schweizerkinder, helft den Kompagnien ihre Weihnachten vorbereiten! Verschönert die Feier Eurer getreuen Wächter durch Musikspiel, Gesang und Rezitationen! Lasset sie spüren, dass Ihr stets bereit seid, ihren strengen Dienst erträglicher zu gestalten! So und nicht anders wollen wir dieses Jahr die Soldatenweihnacht begehen. Eidgenossen, nur in der Verbundenheit und Einigkeit xon Volk und Heer liegt unsere Kraft! hauptsächlich in Amerika am Ende des 17. Jahrhunderts spielt, aber ohne alle Altertümelei. Nach Heuer als Schiffsjunge auf einem Walfischfänger findet, der schon auf der ersten Reise unters Wasser geht. Bereits nach kurzer Frist werden die einer bedrückten Kindheit, die er im Schatten eines tyrannischen Vaters heranwachsen sieht, sucht Schiffsbrüchigen von einem passierenden Dampfer Philipp Ollenshaw, der Held des Buches, eine neue aufgenommen und es entwickelt sich eine Abenteuerlaufbahn, die in vielen Situationen an den Heimat in dem damals noch kaum durchforschten Innern Nordamerikas. Wir folgen ihm auf einem vor einigen Jahren in der nordamerikanischen Arktis ums Leben gekommenen Weltfahrer und Schriftsteller Kurt Faber erinnert: Schatzsucher und Haifischjäger im karibischen Meer, Dämiederliegen am Gelben Fieber und Verlust des grössten Teils der Sehkraft, wieder ein Jahr lang in den Kesselräumen bei der christlichen Seefahrt, Tramp und Schwarzfahrer auf amerikanischen Bahnen, deswegen einmal 99 Tage «Erholungs-Aufenthalt», dann wieder Alligator-Jäger in Florida, Kehrricht- Fuhrmann in Texas, Schafhirt in New Mexiko, Raubtierfänger in Kolorado, Holzfäller in Alaska. TSTaeh sieben Jahren abenteuerlichsten Lebene kommt der Durchgänger gerade noch zurecht, um seiner betagten Mutter den Rest des Lebensabends u verschönern. Hierbei findet er durch einen Zufall den Weg zu seinem angeborenen Berufe als Schriftsteller. Väter und Söhne werden an dem Buch gleichermassen Freude finden und wenn durch Werke dieser Art eine gewisse Sorte von «Literatur» in ihre Schranken [gewiesen wird, die sich neuerdings wieder mehr als je auf den sattsam bekannten Wegen breit macht, so darf man auch das mit Genugtuung begrüssen. b-r. WENN DIE WILDNIS BLÜHT. Roman von Norah Lofts. In diesem grossen Ich-Roman treten= die erzählerischen Fähigkeiten der Verfasserin, die im Vorjahr mit «Herr seines Schicksals > debütierte, wiederum zutage. Kraftvoll und vielgestaltig ist der Ablauf der äusseren Handlung, die Segler über das grosse Wasser und dann auf einem langen, mühevollen Zug in noch unerschlossenes Siedlungslahd. Und nun erleben wir, wie diese völlig neue Gemeinschaft von Menschen verschiedenster Art wird und wächst, wie die Vorurteile der Alten Welt in den Kampf treten mit der Sehnsucht nach einem neuen Leben und einer neuen Freiheit. In gewaltiger Steigerung endet die äussere Handlung mit der endlichen Aussicht auf eine glückhafte Zukunft. Bietet der glänzend geschriebene Roman schon dem Freund einer spannenden Handlung alles, was er eich nur wünschen kann, so kommen auch jene Leser, denen es vor allem um seelisch interessante Probleme zu tun ist und die von einem Roman dichterische Erfüllung fordern, auf ihre Rechnung. (Verlag: Albert Müller. Zürich.) BRUN BRUN & Cie., Kettenfabrik, NEBIKON (Luzern) die beste Schweizer Schneekette für alle Pneuabmessungen stets sofort lieferbar Telegramm: BRUN NEBIKO N. Telephon-Nr. 851 12. Gegründet 1872 Buntfe Chronik Dank an eine Firma. Aus den Kreisen des Personals der Firma Junker & Ferber, vormals Nova-Werke AG. in Zürich, dieser bekannten Präzisonswerkstätte für die Autound Flugzeugindustrie, ist uns ein Brief zugegangen, worin Angestellte und Arbeiter dem Wunsche Ausdrück verleihen, ihrer Prinzipalschaft für die Gewährung eines Weihnachtszuschusses und die Ausrichtung einer namhaften einmaligen Teuerungszulage auch auf dem Wege über die « Automobil-Revue > den Dank abstatten zu dürfen. « Es zeugt von Verständnis für die heutige Zeit und wahrer Opferbereitschaft, wenn im Zeichen der steten Teuerung sowie der bevorstehenden Weihnachtstage der Arbeitgeber auch an seine Angestellten und Arbeiter denkt... Eine solche Tat trägt wohl mehr zur Festigung des Durchhaltewillens bei als grosse Worte, weshalb zu hoffen steht, dass auch andere Firmen, soweit sie heute noch dazu in •der Lage sind, diesem Beispiel folgen, um damit in der gegenwärtigen schweren Zeit die Verbundenheit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu bekunden ». heisst es da. Alus" den Verbanden CHAUFFEUR-VEREIN ZÜRICH ZÜRICH Weihnachtsfeier im Du Pont. Unsere diesjährige Weihnachtsfeier vom 15. Dezember im «Du Pont» wurde mit einem Potpourri des Züha Orchesters eröffnet. Darauf begrüsste unser Präsident Ernst Griesser die Anwesenden, nicht ohne auch der Kollegen zu gedenken, die im Felde stehen. Der Weihnachtsmann wird auch sie nicht vergessen. Dem Ohrenschmaus,, dargeboten mit Jodelvorträgen der Geschwister Hadorn, folgte ein bescheidenes Zvieri, gespendet von der Clubkasse. Also gestärkt, genoss männiglich die Filmvorträge unseres Mitgliedes Ernst Daub, «Tischlein deck dich », « Im Silberlicht der Blümlisalp > und Vereinsfilme, die wohlverdienten Applaus fanden. Um 6 Uhr,schlug die Stunde der grossen Ueberraschung für unsere Kleinen: die Augen strahlten und leuchteten, als der Klaus mit seinem Sack hereintrat. Begeistert und freudig erregt, empfingen ihn die Kinder mit ihren Versen und Sprüchen, wobei sich namentlich Ruthli Koch auszeichnete. Den Jubel hätten Sie hören sollen, der ausbrach, als der Klaus seinen Sack auspackte. Aber auch die ständig 1 im Dienst stehenden, anwesenden Mitglieder wprden nicht übergangen: eine Flasche Wein als Weihnachtsgeschenk, das Hess sich ein jeder gefallen. Einmal' mehr offenbarte sich damit der prächtige familiäre Geist, der im Ch.V.Z. herrscht. Schriftliche Antworten : Frage 1657. Magnusol. Ich bitte um Bekanntgabe äe| Lieferantenadresse des Reinigungsmittels « Magnusol >. Z. in L. Frage 1658. Dampfwagen. Auch ich interessiere mich für die Frage 1542 betreffend Dampfwagen. S. in E. Frage 1659. Gleichrichter. Können Sie mir die Bezugsquelle von Gleichrichtern und Akkumulatoren in Taschenbatteriegrösse bekanntgeben? N. in Z. Frage 1660. Carbonia. Ich bitte Sie mir mitzuteilen, durch wen der Holzgas-Generator «Carbonia» montiert wird. A. in G. Frage 1661. Auch ich möchte wissen... Wir bitten. Sie, uns ebenfalls die Antwort auf diese Frage bekanntzugeben. G. in B. Frage 1662. Mercedes-Diesel. Lässt sich ein Mercedes-Diesel, Typ LO 2000 auf Holzgas umbauen? Wir ersuchen Sie, auch uns eine Firma anzugeben, welche Konstruktionspläne für Gasgeneratoren liefert. M. in B. Frage 1663. Fachliteratur. Ich ersuche Sie, mir Bucher oder Zeitschriften anzugeben, worin das Problem des Gasgenerators behandelt wird. P. in C. Frage 1664. Neue, deutsche Vollgummireifen. Können Sie mir über die neuen, deutschen Vollgummireifen etwas Näheres mitteilen? A. in G. Frage 1665. Fachliteratur und Lieferant von Karbidentwickler. Ich ersuche Sie um folgende Angaben:- a) Fachliteratur über Gasgeneratoren und Karbidentwickler, b) Schweizer-Lieferanten von Karbidentwicklern für Automobile. D. in G. Frage 1666. Fachliteratur. Gibt es ein Werk, das die Trage des Gasgenerators für. Personenund Lastwagen behandelt? M. in P. Frage 1667. Fachliteratur. Ich ersuche Sie um Angabe von Fachliteratur über Gasgeneratoren. V. in S. Frage 1668. Holzgas. Können Sie mir die Adressen von Fabrikanten angeben, die sich mit der Herstellung von Holzgasgeneratoren befassen? T. in C. 64 SEITEN 4O RAPPEN An jedem Zeilungskiosk. BERN 2.82.22 UQVOR A BASE DE FINE CHAMPAGNE ZÜRICH 3.97.43 TEUFEN im Säntisgebiet Prof. BUSER's voralpines TÖCHTERINSTITUT HÖHENSCHULE mit Eigenheim für Jüngere. Nur Kleinklassen. Int. Prüfungsrechte: Gymnasialu. Kandelsmatura. Handelsdiplom. Examenrechte ausländischer Universitäten. Mod. Haushaltungsabt. 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