Gazette Schöneberg & Friedenau Nr. 8/2017

gazette

Gazette für Schöneberg und Friedenau - August 2017

GAZETTE VERBRAUCHERMAGAZIN

August 2017

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2 | Gazette Schöneberg & Friedenau | August 2017

Ein Leben für die Mathematik

August Crelle gründete das Journal für die reine und

angewandte Mathematik

Auch ohne Universitätsabschluss

zum Wissenschaftler – das schaffte

August Leopold Crelle (1780

– 1855), der als Sohn eines Deichinspektors

im Oderbruch zur

Welt kam. Die finanziellen Möglichkeiten

der Familie ließen kein

Studium zu. So begann August

Crelle, seinem Interesse an der

Mathematik und technischer

Anwendungen als Autodidakt

nachzugehen.

Er begann eine Ausbildung zum

Zivilingenieur und bekam eine

Stelle beim preußischen Staat.

Zwischen 1803 und 1804 reiste

er als Begleiter des Baumeisters

David Gilly für drei Monat nach

Paris und widmete sich anschließend

dem Straßenbau. An dem

Bau der meisten „Kunststraßen“

in Preußen, die zwischen 1816

und 1826 gebaut wurden, hatte

er mitgearbeitet. Doch Crelle

widmete sich auch anderen Verkehrswegen

– von ihm stammt

der Entwurf für die Berlin-Potsdamer

Eisenbahn. Zwischenzeitlich

war er die Karriereleiter bis zum

Geheimen Oberbaurat und Mitglieder

der Oberbaudirektion hinaufgeklettert.

Seine Leidenschaft

gehörte jedoch nach wie vor der

Mathematik und es gelang ihm,

mit einer eingereichten Arbeit

„Über den Gebrauch des Variablenkalküls

in der Geometrie und

Mechanik“ an der Universität Heidelberg

zu promovieren.

1826 gründete er das „Journal

für die reine und angewandte

Mathematik“, kurz Crelles Journal

genannt, das bis heute erscheint.

Nach ihm wurde die Crellestraße

in Schöneberg benannt. Eine

Berliner Gedenktafel an seinem

früheren Wohnhaus in der Potsdamer

Straße 172 erinnert an der

Mathematiker.

Neue BSR-

Verwaltung

Die Berliner Stadtreinigung (BSR)

plant eine neue Hauptverwaltung

auf dem Gelände des bisherigen

Recyclinghofs am Bahnhof Südkreuz.

Die Planung wurde dem

Ausschuss für Stadtentwicklung

am 12. Juli vorgestellt, so die

SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg.

Dabei sollen rund 900

Arbeitsplätze an dem Standort

gebündelt werden. Geplant ist ein

verdichteter Verwaltungskomplex

mit Einzelhandelsflächen in den

Erdgeschosszonen. Teil des Projektes

ist auch ein 60 Meter hohes Hotel-Hochhaus

an der markanten

Ecke zum Hildegard-Knef-Platz.

Die Pläne wurden durch den Ausschuss

positiv aufgenommen,

sodass nun ein entsprechendes

Bebauungsplanverfahren auf den

Weg gebracht werden kann.

Im kommenden Herbst plant

das Bezirksamt auf Initiative der

SPD-Fraktion eine öffentliche Informationsveranstaltung

mit einer

Gesamtschau über die zahlreichen

Projekte auf der „Schöneberger

Linse“.

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WORT DER BEZIRKSBÜRGERMEISTERIN

Liebe Leser_innen,

ich möchte Ihnen von zwei besonderen

Veranstaltungen berichten,

die einmal mehr zeigen,

was für engagierte Menschen in

unserem Bezirk leben.

Verdienstmedaillen

und Förderpreis

Am 30. Juni haben wir im Goldenen

Saal des Rathauses Schöneberg

an acht verdiente Bürger_innen

die Verdienstmedaille

des

Bezirkes Tempelhof-Schöneberg

überreicht.

Angelika Schöttler Geehrt wurden

Menschen,

die sich in vielerlei Hinsicht

für unseren Bezirk stark machen.

Auch wenn ich nicht über alle

ihre Aktivitäten berichten kann,

möchte ich doch alle Verdienstmedaillenträger_innen

nennen:

Foto: Joachim Gern

Anita Carstens, Henry Dinter, Corinna

Ehrhardt, Renate Friedrichs,

Klaus Jürgen Geisler, Hans Menzler,

Christel Müller-Güntner und

Beate Strey.

Ihr Engagement ging von zum

Teil jahrzehntelanger Arbeit im

Kleingartenwesen, Sportverein,

in Nachbarschaftscafés bis hin

zur Schaffung neuer Informationsstätten

und des persönlichen

Einsatzes in einer Kinderklinik.

Für dieses außerordentliche Engagement

kann ich nur Danke

sagen. Im Namen des Bezirksamtes,

aber natürlich auch von all

jenen, denen geholfen wurde.

Der persönliche Einsatz und die

Kraft, sich kontinuierlich zu engagieren,

manchmal auch über

Widerstände hinweg, sind für gesellschaftliches

Zusammenleben

von enormer Bedeutung.

Neben den Verdienstmedaillen

wurde auch der Förderpreis des

Bezirkes Tempelhof-Schöneberg

vergeben. Dieser mit 1.000 Euro

dotierte Preis wurde seitens der

Jury geteilt und kommt zwei sehr

großartigen Projekten zugute.

500 Euro Fördergeld ging an den

Spatz e. V., der mit seiner Arbeit

das Josephinchen im St. Joseph

Krankenhaus unterstützt. Der

Gazette Schöneberg & Friedenau | August 2017 | 3

Verein erfüllt den kleinen Patienten

unbürokratisch Wünsche

und zaubert mit den Krankenhausclowns

ROTE NASEN so manches

Lächeln in die Gesichter der

kranken Kinder. Geehrt wurde zudem

der Arbeitskreis, der sich für

den „Lern- und Gedenkort Annedore

und Julius Leber“ einsetzt.

Mit viel Ausdauer konnte er es

verhindern, dass der Ort des Wirkens

dieser beiden Widerstandskämpfer_innen

gegen den Nationalsozialismus

abgerissen wurde.

Mit dem 500 Euro dotierten Förderpreis

soll hier ein Zeichen gesetzt

werden. Ich bin gespannt,

wie schnell sich das von mir seit

Jahren unterstützte Projekt weiterentwickeln

wird.

Die Mauer des Gedenkens

Es war ein zentraler Satz bei der

Denksteinlegung der 6. Klassen

der Löcknitz-Grundschule: „Menschen,

die man vergisst, sterben

ein zweites Mal“.

Seit 1995 entsteht auf dem

Schulhof der Grundschule durch

die Initiative der Schüler_innen

der 6. Klassen ein „Denk-mal“

für die Bürger_innen jüdischen

Glaubens, die während des Nationalsozialismus

deportiert und

ermordet worden sind. Dieses

Jahr hat auch der Botschafter des

Staates Israel, Yakov Hadas-Handelsman,

an der feierlichen Denksteinlegung

teilgenommen. Es

waren bewegende Worte, die er

zu den Kindern gesprochen hat.

Er hat ihnen gesagt, sie seien die

Zukunft und dass ihr Projekt ganz

wichtig für Deutschland ist.

Sechs Millionen Menschen sind

ermordet worden und dies nur

aus dem Grund, dass sie Juden

gewesen seien. Sechs Millionen

Kinder, Frauen und Männer, die

einen Namen, Freunde und Familie

hatten. Viele von ihnen hätten

noch nicht einmal ein Grab.

Es waren Menschen, die nicht

vergessen werden dürfen. Wenn

er nach seiner Botschafterzeit

nach Israel zurückkehrt, kann er

durch Projekte wie das der Löcknitz-Schule

sagen, ja – die Deutschen

wollen sich erinnern.

Die von den Kindern beschrifteten

Steine für die Gedenkmauer

nennen die Namen der Ermordeten,

ihr Geburtsdatum sowie den

Tag und Ort der Ermordung.

Die Kinder haben sich mit diesen

individuellen Schicksalen

beschäftigt, weil sie selbst oder

ein Familienmitglied denselben

Namen trägt, sie im selben Haus

oder Straße gelebt haben. Hier

wurde durch die individuelle

Verbindung, Geschichte fassbarer

gemacht. Ich wünsche den Kindern,

die nun auf die Oberschulen

wechseln, alles Gute für ihren

weiteren Lebensweg. Ich hoffe,

sie werden sich weiterhin engagieren,

für ein friedliches und

demokratisches Deutschland,

frei von Rassismus und falschem

Nationalismus. So hat es auch die

Rektorin der Schule, Sabine Staron,

gesagt, der ich auf diesem

Wege für die Weiterführung des

Projektes danke.

In diesem Sinne wünsche ich

auch Ihnen alles Gute.

Herzlichst Ihre

Angelika Schöttler,

Bezirksbürgermeisterin

Tempelhof-Schöneberg

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Jahre

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– Menschen, die mich kennen. Meine

Persönlichkeit wird geachtet, geliebt und

gefördert. Ich finde eine Umgebung vor,

die Rücksicht nimmt auf mich und meine

Bedürfnisse. Dies entspricht unserem

christlichen Selbstverständnis.

Das persönliche Gespräch ist ein

unersetzliches Gut. Gerne vereinbaren

wir mit Ihnen einen Termin zur

Hausbesichtigung.


4 | Gazette Schöneberg & Friedenau | August 2017

Zum Tag des Denkmals am Perelsplatz

Kleine Vorabführung mit dem Schulleiter der Friedrich-Bergius-Schule

Wenn wir zu Fuß vom Varziner

Platz durch die Isoldestraße zum

Perelsplatz spazieren, sehen wir

schon von weitem ein großes Gebäude

mit mächtigem Turm. Wir

überqueren die Handjerystraße,

in der nach dem 2. Weltkrieg für

mehrere Jahre die Trümmerbahn

ihre Loren vom Prager Platz zum

Insulaner zog. Nach wenigen

Schritten stehen wir vor dem

Gebäude des ehemaligen Friedenauer

Gymnasiums. Über 100 Jahre

steht es nun schon an seinem

Platz. Schade, dass seine Steine

nicht reden können!

Historie

Die Friedrich-Bergius-Schule am Perelsplatz.

Sie könnten uns erzählen, wie der

junge, gerade 28 Jahre alte Architekt

Erich Blunck zusammen mit

seinem Partner Paul Engelmann

das Schulgebäude für die damals

ungeheure Summe von 435.000

Goldmark in den Jahren 1901 –

1902 errichtete. Sie könnten vom

Abschieds-Kommers einschließlich

Festsalamander zu Ehren des

Direktors und Geheimrats Dr. Wilhelm

Busch nach über 25-jähriger

Amtsführung berichten; vom

Reichskanzler Wilhelm Marx, der

1924 eine Theateraufführung in

der Schulaula besuchte, von den

Bombennächten des 2. Weltkrieges,

denen die Schulturnhalle und

die Aula zum Opfer fielen, vom

mühsamen Wiederaufbau des

Schulgebäudes und vom Einzug

der Friedrich-Bergius-Realschule

in den Jahren 1958 – 1959.

Das alte Friedenauer Wappen im

Mauerelement.

Bekannte und weniger bekannte

Schüler sind im Laufe der Jahrzehnte

durch das Schulportal

geschritten. Darunter die Politiker

Egon Bahr und Peter Lorenz,

der Theaterkritiker Friedrich Luft,

die Widerstandskämpfer gegen

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Gazette Schöneberg & Friedenau | August 2017 | 5

Kriegerdenkmal am Perelsplatz.

das Hitlerregime Friedrich Justus

Perels und Günther Smend, aber

auch der DDR-Chefpropagandist

Karl Eduard von Schnitzler.

Allein 397 Schüler sind in den beiden

Weltkriegen gefallen. Eine Gedenktafel

vor der Aula mahnt die

heutigen Schüler, sich für die Erhaltung

des Friedens einzusetzen.

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Schauen wir uns das damals so

kostspielige Schulhaus einmal

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ist der Turm an der Ecke Handjerystraße/Perelsplatz.

In seiner

Kammer befindet sich das mechanische

Uhrwerk mit unzähligen,

goldglänzenden Zahnrädern,

das seit 1903 zuverlässig

die Zeiger der beiden Zifferblätter

bewegt und die Glocken zum

Leben erweckt. Die Zifferblätter

sind mit Blumenornamenten aus

Sandstein geschmückt und tragen

die Inschriften „Begonnen

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1901“ und „Beendet 1902“. Unterhalb

des Zifferblattes sehen

wir das alte Friedenauer Wappen,

gearbeitet als großes Sandsteinrelief.

Ein Friedensengel

mit einem Palmenzweig in der

Hand wandelt auf einer blühenden

Aue; darüber als Schutz die

preußische Königskrone. Dieses

Wappen besaß die Gemeinde

Friedenau bis zur Eingliederung

in Groß-Berlin im Jahre 1920.

Aus der Turmecke ragt der Torso

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eines lesenden Mönches hervor.

Auf den Buchdeckeln erkennen

wir die griechischen Buchstaben

„Alpha“ und „Omega“, die uns an

Anfang und Ende unseres irdischen

Daseins erinnern.

Darunter erkennen wir eine

Sandsteinmaske mit den Zügen

Richard Wagners, ein Hinweis auf

das seinerzeit erst im Planungsstadium

befindliche Wagnerviertel

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6 | Gazette Schöneberg & Friedenau | August 2017

Ebenfalls in Sandstein gearbeitet

finden wir „Handjerystraße“ und

„Maybachplatz“. Während die

Handjerystraße, benannt nach einem

Landrat des Kreises Teltow,

ihren Namen bis heute behalten

hat, wurde der „Maybachplatz“

(nach einem preußischen Minister)

im Jahre 1960 nach einem

ehemaligen Schüler des Friedenauer

Gymnasiums in Perelsplatz

umbenannt. Eine bronzene

Gedenktafel rechts neben dem

Haupteingang erinnert an seinen

mutigen Einsatz gegen das Naziregime

und an seine Ermordung

in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges.

Vorausschauend bestimmten die

Friedenauer Stadtväter für ihr

Gymnasium einen Bauplatz mit

Bahnanschluss. Der Güterbahnhof

Wilmersdorf-Friedenau grenzte

dicht an das Schulgrundstück, so

dass Baumaterialien problemlos

angeliefert werden konnten.

Für den Sockel in Bossenquaderung

wurde rötlicher Granit aus

dem Harz herangeschafft.

Die gliedernden Fassadenteile an

der Gebäudevorderseite sind aus

gelblichem Nesselburger Sandstein

aus dem Allgäu gefertigt, auf

Auch im Schul-Innenbereich gibt es Interessantes zu entdecken – wie

die Säule mit Bezug zur Chemie.


Fotos: Schul- und Stadtteilmuseum Friedenau

der Hofseite aus Cottaer Sandstein

aus Sachsen.

Die Mauersteine kamen aus den

Hoffmannschen Ringöfen der

großen Ziegeleien des Berliner

Umlandes.

Besonders aufwändig gestaltet

ist der Haupteingang zum Perelsplatz,

den ein Portikus, getragen

von zwei toskanischen Säulen,

ziert. Zahlreiche, sorgfältig ausgeführte

Bildhauerarbeiten ergeben

Leitmotive für den künftigen

Lebensweg der Schüler.

Die Säulen werden gekrönt durch

zwei Skulpturen arbeitender

Schüler – einer liest, der andere

denkt nach. Auf Kartuschen erkennen

wir die Buchstaben „A-B-C“

oder Zirkel und Dreieck als Symbole

für das Erlernen der Sprachen

und Naturwissenschaften.

Oberhalb eines gotisierenden

Bündelpfeilers auf Postament

steht der heilige St. Michael als

Drachentöter. Rechts und links

davon deuten ein Hahn vor aufgehender

Sonne, ein Hase, ein

Helm und ein Pflanzenzweig den

Lebensweg der Zöglinge an.

Die Glockenschläge der Turmuhr

klingen weit über die Friedenauer

Dächer hin und führen uns zu

mehreren Inschriften, die auch

heute noch als Leitbild der täglichen

schulischen Arbeit dienen.

Die Brüstung eines Altans besteht

aus gotischen Buchstaben, die das

Zitat „Es fällt kein Meister vom

Himmel“ ergeben.

Den Türsturz schmückt die Inschrift

„Wie die Saat – so die Ernte“.

Gusseiserne, mit Blattranken

verzierte Rundbögen tragen die

lateinischen Inschriften „salus

scholae – salus civitatis“ (Das Wohl

der Schule ist das Wohl der Bürgerschaft)

und „ultra posse nemo

obligatur“ (Niemand ist verpflichtet,

ihm Unmögliches zu leisten).

Je länger wir vor dem Schulhaus

verweilen desto mehr Details entdecken

wir.

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Gazette Schöneberg & Friedenau | August 2017 | 7

Fotografien der Aula gesucht

Dipl.-Restauratorin Diana Walter bittet die Leser um Mithilfe

Im Rahmen der postgradualen

Masterarbeit mit

dem Thema „Der Umgang

mit teilzerstörten historischen

Wandgemälden

in der Aula der Friedrich-Bergius-Oberschule

in Berlin-Friedenau

werden Musterflächen zur

Ergänzung der fehlenden

Materialien angelegt.

Die Wandgemälde an

den beiden Stirnseiten

der Aula sind mit

bekannten Persönlichkeiten

der deutschen und

römisch-griechischen

Links vom Eingang zeigen die Bögen

von drei Fenstern die Symbole

„Schlüssel“, „Glocke“ und „Besen“.

Der Kundige erkennt die Wohnung

des Hausmeisters, früher auch Pedell

genannt. Nach wie vor ist er

eine der wichtigsten Personen

jeder Schule.

Oberhalb der großen Fenster in

der dritten Etage, hinter denen

sich die Aula verbirgt, lesen wir

Geschichte sowie der

Naturwissenschaften

ausgestattet. Die 1903

von E. Vital Schmitt auf

Putz gemalten Öltempera-Wandbilder

erfuhren

1960 durch den Einbau

einer niedrigeren Decke

erhebliche Schäden, und

der gesamte historistische

Saal wurde umgestaltet.

Zu diesem Zeitpunkt

entstanden Fotografien,

welche Eindrücke über

den Zustand des Saales

und der Wandmalereien

wiedergeben. Etliche

öffentliche Veranstaltungen

wie Theater-,

Musikaufführungen und

Lesungen fanden bereits

damals in der Aula statt.

Für die geplante Ergänzung

der Wandbilder sind

die Restauratorinnen sehr

an historischen Fotografien

aus der Zeit vor 1960

interessiert und würden

sich freuen, wenn Aufnahmen

zur Verfügung

gestellt werden könnten.

„Gymnasium Friedenau“ und „Posteritati“

(Dem Wohle der Nachfolgenden).

Nach einem Blick auf die ehemalige

Direktorenvilla, die seit 1950

als Kindergarten genutzt wird, und

noch ganz benommen von den

vielen Eindrücken gehen wir die

Handjerystraße Richtung S-Bahnbrücke

entlang.

Im nördlichen Vorgarten des alten

Über den Maler E. Vital

Schmitt, der lange in Friedenau

gelebt hat, konnte

neben seiner Tätigkeit als

Professor an der Königlichen

Kunstgewerbeschule

von Berlin nicht mehr

als nur ein Leinwandgemälde

ermittelt werden.

Weitere Arbeiten oder gar

Ausmalungen von ihm

sind nicht bekannt, so

dass Hinweise dazu aus

dem Leserkreis ebenfalls

willkommen sind.

Informationen an Diana

Walter über Mobil 0175

89 69 918 oder E-Mail

dianawalter@web.de

Schulhauses finden wir als Besonderheit

eine aus Sandstein gearbeitete

Stele mit germanisierendem

Flechtwerk und Porträtmedaillons

von Bismarck und Luther.

Wenn die Sonne günstig steht,

können wir von hier aus in Höhe

des dritten Stockwerkes eine vorspringende

Sandsteinstele mit der

Inschrift „Ohne Fleiß kein Preis“ erkennen.

– Auch nach über 100 Jahren und

unzähligen Schulreformen ist

das Fundament für schulisches

Lernen unverändert erhalten geblieben

ist.

Wer sich auch für das Innere des

prachtvollen Schulhauses interessiert,

kann es am „Tag des offenen

Denkmals“ besichtigen oder

einfach unter der Telefonnummer

90277 – 7910 einen Besichtigungstermin

vereinbaren.

Bei dieser Gelegenheit lohnt auch

ein Blick in das neue „Schul- und

Stadtteilmuseum Friedenau“, welches

von der Schulgemeinschaft

der Friedrich-Bergius-Schule

betrieben wird. Das Schulhaus

ist in diesem Jahr zum „Tag des

offenen Denkmals“ am Sonntag,

dem 10. September 2017, von

14.00-16.00 Uhr geöffnet.

Um 14.00 Uhr beginnt vor dem

Schulportal eine Führung durch

den Schulleiter.


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8 | Gazette Schöneberg & Friedenau | August 2017

Kunstverein Südwestpassage e. V.

Die besondere Marke, die Kultur zum Erlebnis werden lässt

Der Ortsteil Friedenau ist als

kulturelles Sahnehäubchen des

Bezirks Tempelhof-Schöneberg

bekannt. Hier lebten und leben

für die Kulturszene unverzichtbare

Persönlichkeiten wie Max

Frisch, Günter Grass oder Marie-Luise

Schwarz-Schilling. Dass

sein künstlerisches Netzwerk und

Bekanntheitsgrad stetig über die

Bezirksgrenzen hinaus zunehmen,

ist dem gemeinnützigen

Südwestpassage e. V. zu verdanken,

der zum außergewöhnlichen

Identifikationsort für den Bezirk

geworden ist. Bildlich verdeutlicht

dies das Vereins-Logo: Ein

ins Wasser geworfener Stein, der

weite Kreise zieht…

Vielfältig wie der Bezirk

Fest mit dem Ortsteil Friedenau

und seinem kulturellen Hintergrund

verbunden fühlt sich auch

der weibliche Vorstand, der mit

reichlich Frauen-Power sowie

Kunst- und Kulturwissen die

Vereinsfäden gemeinsam in den

Händen hält: Die Fotografin und

Fotojournalistin Sabine Würich,

Kunsthistorikerin und –Vermittlerin

Andrea-Katharina Schraepler

und Fotokünstlerin Sabine Wild

organisieren bereits Wochen vor

dem eigentlichen Veranstaltungstermin

vom Atelier Kunstwild in

der Eschenstraße aus professionelle

Friedenauer Kulturereignisse.

Verschiedene Kunstsparten

– u. a. Lesung, Musik, Kurzfilm,

Malerei, Skulptur, Fotografie und

Atelierbesuch – stehen dabei im

Mittelpunkt. In der Zukunft könnten

noch die Bereiche Design

Im Einsatz für Friedenau (v.h.l.n.v.l.): A. Schraepler, D. Walther, S. Wild

und S. Würich.

Lesenacht – auch im Freien, wenn das Wetter mitspielt.

und Architektur hinzukommen.

An Vorstands-Seite unterstützt

als Fachfrau für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

im Bereich

Kultur und Wissenschaft Dorothea

Walther den Verein in seiner

Außendarstellung.

Foto Südw.e.V.

Seit seiner Gründung durch Friedenauer

Künstler im Jahr 2011

ist es dem Verein dank seiner

zwar relativ kleinen, aber umso

aktiveren Mitgliederzahl gelungen,

Beachtliches auf die Beine

zu stellen, was das Friedenauer

Kulturleben bereichert. Rund 70

engagierte Sponsoren und Fördermitgliedern

weiß der Verein

dabei hinter sich, darunter die

PSD-Bank mit ihrem Info-Punkt.

Sie ermöglichen die Realisierung

der Vereinsideen finanziell

und lassen sie zu einem beeindruckenden

Erlebnis für Alt und

Jung werden. Kontinuierlich wird

darüber die vielfältige kulturelle

Bezirks-Tradition gepflegt, weiterentwickelt

und werden Kooperationen

geknüpft. Nicht

nur Besucher, Künstler und Vereinsmitglieder,

auch die Förderer

sind über die Jahre zusammengewachsen,

haben eine besondere

Art der nachbarschaftlichen

Identität entwickelt. Den Kontakt

vertiefen sie beim jährlichen Neujahrsempfang

und bei den ausgewählten

Kulturangeboten, die

der Verein für sie bereithält.

„Für jeden ist etwas dabei“, betont

Andrea Schraepler und

meint damit auch das reiche Kulturangebot

des Vereins.

Zum bereits fünften Mal stellte

dieser im Juni an eher ungewöhnlichen

Orten in seiner

diesjährigen, von der Stiftung

Deutsche Klassenlotterie Berlin

geförderten Lesenacht besonderen

Formats unter dem Motto

„Viele Welten, eine Sprache“ 20 in

Berlin lebende Autorinnen und

Autoren mit internationalen Wur-


Gazette Schöneberg & Friedenau | August 2017 | 9

Bereichernder Austausch mit den Künstlern.

Foto Südw.e.V.

Die Treppenhauskonzerte in der Friedrich-Bergius-Schule sind bei

Künstlern und Publikum gleichermaßen gefragt. Foto Michael Rudolph

zeln vor. Präsentiert wurden ihre

ins Deutsche übersetzten Werke

an Friedenauer Leseorten wie der

Galerie „Unser“ und dem neuen

Verlagssitz der Edition Rugerup

in der Handjerystraße, wo Margit

Lebert ihre Übersetzungen

russischer und skandinavischer

Literatur vorstellte. Der Lesestoff

steht immer in Verbindung mit

dem jeweiligen Vortragsort, und

die Besucher können zu zivilem

Ticketpreis entspannt und am

Programmheft orientiert von Ort

zu Ort ziehen.

Demnächst feiert die inzwischen

schon traditionelle „Kultour“ des

Südwestpassage e. V., mit der

2008 einmal alles begann, ihren

10. Geburtstag. Am 7. Oktober

von 15 -21 Uhr und am 8. Oktober

von 13-19 Uhr öffnen Künstler

ihre Ateliers. Beim Rundgang erwarten

die Besucher Führungen

der Kunsthistorikerin Andrea

Schraepler, und auch in diesem

Jahr rechnen die Veranstalter mit

einem Besucher-Ansturm. Entstanden

ist die Kultour indirekt

durch Sabine Wild: Passanten

öffneten im Jahr 2007 neugierig

die Tür zu ihrem damaligen

kleine Atelier am Südwestkorso

und fragten, ob sie sich umsehen

dürften. Heute strömen die Besucher

auch aus Kreuzberg nach

Friedenau. Längst ist die Tour zum

unverzichtbaren Highlight in der

Kulturszene geworden, bei dem

Kunstinteressierte und -Neulinge

sowie Künstler zueinander finden

und sich austauschen. Sabine

Würich vom Vorstand erklärt:

„Nicht nur die Besucher, auch die

Künstler sind zufrieden, weil an

diesen Tagen erfahrungsgemäß

der Verkauf ihrer Arbeiten steigt.

Kurzfilme von der Antarktis bis Zypern. Auch sie finden auf der

Friedenale ihr Publikum.

Foto Südw.e.V.

Es kommen immer neue Künstler

hinzu, die im Bezirk zugezogen

sind und Interesse an einer Teilnahme

haben.“ Und Sabine Wild

ergänzt: „Nicht zu unterschätzen

ist für alle auch der Synergie-Effekt

derartiger Veranstaltungen:

Er öffnet durch Diskussionen und

Gespräche neue Horizonte.“

Das erreichen auch immer wieder

die vom Verein organisierten

und beim Publikum besonders

beliebten „Treppenhauskonzerte“,

für die Privatleute ihre Treppenhäuser

als Konzertsaal zur

Verfügung stellen. Nachbarn

und Besucher lauschen da in

ungezwungener Atmosphäre

der Musikvielfalt von Klassik bis

Jazz, nebeneinander auf mitgebrachtem

Klappstuhl oder Kissen,

andächtig gefesselt von oftmals

erstaunlicher Akustik, wie sie die

Flure der Friedrich-Bergius-Schule

bereithalten.

Bei der „Friedenale“, dem angesagten

Kurzfilmfestival des

Vereins, treffen Freunde des

besonderen Films aufeinander,

und alle erinnern sich auch gerne

an die vergangenen von der

Südwestpassage organisierten

„Hock“-Veranstaltungen, bei denen

an langen Tischen Nachbarn

und Besucher zusammenkamen

und Straßen extra gesperrt worden

waren.

Immer wieder liefern die Aktivitäten

des Südwestpassage e. V.

also ein authentisches Abbild

des vielfältigen Bezirks. – Und so

mancher ist dann stolz, ein Friedenauer

zu sein.

Weitere Informationen und Veranstaltungstermine

unter www.

suedwestpassage.com


Jacqueline Lorenz

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10 | Gazette Schöneberg & Friedenau | August 2017

AKTIV IM ALTER

Angehörige brauchen Urlaub von der Pflege

Pflegekassen bieten finanzielle Unterstützung für alternative Betreuung


In Deutschland ist gerade Hochsaison

– viele Menschen verreisen

in diesen Wochen in den Urlaub.

Doch wer zu Hause eine zu

pflegende Person betreut, kann

nicht ohne weiteres in die Ferien

fahren. Mehr als zwei Millionen

Menschen werden laut Statistischem

Bundesamt in Deutschland

zu Hause gepflegt, das sind

73 Prozent aller Pflegebedürftigen.

„Für die Angehörigen, die

in den meisten Fällen die Pflege

ganz oder zumindest teilweise

übernehmen, bedeutet dies einen

enormeren zeitlichen und

körperlichen Aufwand. Deshalb

ist es umso wichtiger, auch mal

aus dem häuslichen Umfeld raus

zu kommen und abschalten zu

können“, sagt Michael Gärtner

vom Serviceteam der KKH Kaufmännische

Krankenkasse.

Damit dies möglich ist, gibt es

von den Pflegekassen finanzielle

Unterstützung für die Versorgung

und Betreuung der pflegebedürftigen

Person. Zum einen besteht

der Anspruch auf die sogenannte

Verhinderungspflege, bei der jemand

anderes – ein Nachbar, ein

Freund oder der ambulante Pflegedienst

– die Pflege übernimmt.

Hier zahlt die Pflegekasse für bis

zu sechs Wochen pro Kalenderjahr

maximal 1.612 Euro, wenn

der Pflegebedürftige mindestens

Pflegegrad zwei erreicht hat.

„Vorteil dieser Variante ist, dass

Foto: Photographee.eu / Fotolia

die zu pflegende Person in ihren

gewohnten vier Wänden bleiben

kann. Dadurch ist auch die Akzeptanz

bei den Pflegebedürftigen

häufig höher“, erklärt Gärtner.

Anders verhält es sich, wenn Angehörige

die zu pflegende Person

im Rahmen der Kurzzeitpflege in

einem Pflegeheim unterbringen

möchten. „Hier ist oft im Vorfeld

viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

Viele Pflegebedürftige haben

erstmal Vorbehalte gegenüber

den stationären Einrichtungen

und hegen die Befürchtung, abgeschoben

zu werden“, sagt Gärtner.

Dass so ein zeitlich befristeter

Aufenthalt aber auch Freude und

Erholung bringen kann, stellen

viele fest, wenn sie eine angenehme

Zeit in einem Heim verbracht

haben.

„Bingo-Nachmittage, nette Gespräche

beim Kaffeetrinken

oder Spaziergänge mit dem

Rollstuhl oder Rollator auf dem

Heimgelände – je nach körperlicher

Einschränkung haben die

Pflegebedürftigen die Möglichkeit,

einmal rauszukommen und

Abwechslung zu finden“, sagt

Gärtner. Die Kurzzeitpflege wird

von der Pflegekasse mit maximal

1.612 Euro ab Pflegegrad zwei, für

bis zu acht Wochen pro Kalenderjahr,

bezahlt. Wichtig: Zur Prüfung

der Ansprüche sollte der Antrag

auf Kostenübernahme vorher bei

der Kasse gestellt werden.

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AKTIV IM ALTER

Gazette Schöneberg & Friedenau | August 2017 | 11

Trotz Pflegereform privat vorsorgen

Versorgungslücke durch steigende Pflegebedürftigkeit schließen

Die Bevölkerung altert und mit

dem hohen Alter steigt das Risiko,

pflegebedürftig zu werden. Die

Statistischen Ämter des Bundes

und der Länder prognostizieren

einen gewaltigen Anstieg

der Pflegebedürftigkeit: Im Jahr

2050 wird die Anzahl der Pflegebedürftigen

doppelt so hoch sein

wie heute. „Das Gesundheitsministerium

hat auf diese Entwicklung

zum Jahreswechsel mit einer

Reform der Pflegeversicherung

reagiert – die staatliche Vorsorge

ist jedoch immer noch nicht

ausreichend, um den Bedarf an

Leistungen decken zu können“,

erklären die Experten der Deutschen

Vermögensberatung AG

(DVAG).„Eine private Vorsorge ist

deshalb weiterhin dringend notwendig“,

empfehlen sie.

Pflege-Reform 2017: Eine

erste Zwischenbilanz

Millionen Bedürftige erhalten

seit 2017 durch die Einstufung in

einen der fünf neuen Pflegegrade

veränderte Hilfeleistungen.

Die Bedürfnisse von Menschen

mit sogenannter eingeschränkter

Alltagskompetenz, wie etwa

Demenzkranke, werden nun

beispielsweise stärker berücksichtigt.

Im ersten Quartal 2017

wurden nach aktuellen Studien

des Medizinischen Dienstes der

Krankenversicherung (MDK)

31 Prozent mehr Anträge eingereicht

als im Vorjahr – bisher

erhalten rund 80.000 Menschen

Leistungen, die vorher leer ausgegangen

wären.

Pflege wird teurer

Stockfotos-MG / Fotolia

Doch birgt die Reform nicht

nur Verbesserungen: Die staatlichen

Leistungen decken noch

immer nur einen Teil der Kosten

ab – eine Versorgungslücke von

mehreren hundert bis tausend

Euro pro Monat kann entstehen.

Im höchsten Pflegegrad zahlen

die Pflegekassen beispielsweise

2.005 Euro für die vollstationäre

Pflege, das sind fast 400 Euro

mehr als vor der Reform in Pflegestufe

3. Viele Pflegeheime haben

ihre Unterbringungskosten

jedoch im Zuge der Reform zum

Jahreswechsel erhöht. Ein Platz

im Pflegeheim kostet laut Angaben

des Versicherungsjournals,

je nach Region, durchschnittlich

zwischen 2.640 und 4.590 Euro im

Monat – Tendenz steigend.

Frühzeitig privat absichern

„Viele rechnen nicht damit, irgendwann

einmal pflegebedürftig

zu werden“, sagen die Vermögensberater

der DVAG. „Es jedoch

wichtig, schon frühzeitig privat

mit einer Pflegetagegeldversicherung

oder Pflegerentenversicherung

vorzusorgen. Je später

die Versicherung abgeschlossen

wird, desto höher fallen die Beiträge

aus“, erklären sie. Welche

der beiden Varianten in Betracht

kommt, hängt von der individuellen

Lebenssituation und den

Möglichkeiten einer staatlichen

Förderung ab.

◾ Ambulante Krankenpflege

◾ Dienstleistungen und Hilfe

im Haushalt

◾ Wohngemeinschaften für

Menschen mit Demenz

◾ Zusätzliche Betreuungsleistungen

für Menschen mit Demenz

◾ Soziale Beratung und

Kostenklärung zusätzlich

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12 | Gazette Schöneberg & Friedenau | August 2017

Kombinations zahn ersatz

Auf vorhanden Zähnen wird ein verankerter Teil

mit herausnehmbarem Zahn ersatz kombiniert

Zahn ersatz sitzt entweder fest

im Mund oder kann herausgenommen

werden. Doch neben

Brücken, Implantaten oder mit

Klammern befestigte Prothesen

gibt es eine hochwertige weitere

Lösung: der Kombinations zahnersatz.

Hier wird ein fest – auf vorhandenen

Zähnen – verankerter Teil mit

herausnehmbarem Zahn ersatz

kombiniert. Zahnärzte empfehlen

Kombinations zahn ersatz, wenn

größere Lücken im Gebiss vorhanden

sind, die mit Hilfe einer

Brücke nicht mehr zu schließen

sind. Die Patienten können dann

zwischen Lösungen wie Teleskop-Kronen,

Geschiebe- oder

Stegprothesen wählen.

Teleskop- oder

Doppelkronen-Prothese

Bei der Teleskop- oder Doppelkronen-Prothese

wird der Zahnersatz

an einem oder mehreren

Pfeilern befestigt. Der Pfeiler kann

ein natürlicher Zahn oder ein Implantat

sein. Je nach Größe des

Zahn ersatzes können auch mehrere

Pfeiler nötig sein. Die Pfeiler

– ob auf einem präparierten Zahn

oder einem Implantat befestigt

– funktionieren wie die Noppen

der Legosteine. Dieser Noppen

wird von Fachleuten als Kronenkäppchen

oder Innenteleskop

bezeichnet. Der Zahntechniker

fertigt beim herausnehmbaren

Zahn ersatz dazu exakte Gegenstücke.

Diese Außenteleskope

verbinden den Zahn ersatz mit

Gregor Römhild

Andrea Kuhr

Dr. Axel von Stein-Lausnitz

Bundesallee 55

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AKTIV IM ALTER

Neben Brücken, Implantaten oder mit Klammern befestigte Prothesen

gibt es eine hochwertige weitere Lösung: der Kombinations zahn ersatz.


Foto: proDente

dem Kiefer wie bei einem Legostein.

Der feste Sitz wird durch die

Reibungshaftung – auch Friktion

genannt – befördert.

Der Kombinationszahnersatz sitzt

nicht nur fest, er sieht auch gut

aus. Die abnehmbaren Teile lassen

sich zudem gut reinigen und

reparieren. Falls nötig kann der

Zahn ersatz auch erweitert werden.

Darunter liegende mögliche

Entzündungen können schneller

entdeckt und behandelt werden.

Diedrichs: „Selbst bei Patienten,

die nur noch wenige eigene

Zähne besitzen, können diese

Verbindungselemente sehr gut

eingesetzt werden“.

Derart gefertigter Kombinationszahn

ersatz kann manchmal etwas

Das Märchen vom Nulltarif

Zahn ersatz zum Nulltarif: Immer häufiger stolpern Patienten über Werbung mit

derartigem Inhalt. Mit Hilfe des Einkaufs von billigem Zahn ersatz aus China soll

das Portemonnaie des Patienten nicht belastet werden. Doch kann das funktionieren?

Was erwartet die Patienten wirklich?

Klare Frage, klare Antwort: Die absolute Aussage des Begriffs „Zahn ersatz zum

Nulltarif“ ist falsch. Nur Regelleistungen werden für Patienten kostenlos angeboten.

Was heißt das? Die Regelleistung ist in Deutschland durch den Gesetzgeber

definiert. Sie ist eine medizinisch sinnvolle und zweckmäßige Basisversorgung.

Wünscht aber der Patient beispielsweise statt einer herausnehmbaren Prothese

mit Klammerverankerung einen festsitzenden Zahn ersatz oder hat er Interesse

beim Zahn ersatz möglichst viel von seinen natürlichen Zähnen zu erhalten, sind

das höherwertige Leistungen. Im Klartext: Schon der Wunsch nach einer kleinen

ästhetischen Verbesserung in Bezug auf Materialauswahl und Behandlung ist

auch bei den vermeintlichen Schnäppchenanbietern kostenpflichtig.

Wir

bieten Ihnen in

allen Bereichen

der Zahnmedizin

eine kompetente

und moderne

Behandlung.

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dicker als der natürlichen Zahn

erscheinen. Einige Patienten

stören sich auch daran, dass bei

einigen Lösungen der Gaumen

teilweise bedeckt ist.

Noch mehr Halt: Stege,

Druckknopfanker und Riegel

Zähne sind beim Kauen hohen

Zug-, Druck- und Schubkräften

ausgesetzt. Auch Zahn ersatz

muss solche Kräfte aushalten.

Besitzen Patienten nur noch wenige

eigene Zähne können Stege

den Zahn ersatz stabilisieren. Die

starren Metallstäbe verbinden die

Pfeiler miteinander und „verblocken“

diese. Auch Druckknöpfe,

Kugelköpfe, Magnete oder Riegel

kommen zum Einsatz. Manchmal

werden zusätzlich federnde Elemente

eingearbeitet, damit die

Pfeilerzähne beim Einsetzen und

Herausnehmen des Zahn ersatzes

nicht belastet werden.

Für die Patienten bedeutet das:

• Die vorhandenen Zähne werden

präpariert und präzise abgeformt.

• Der Zahnarzt führt funktionsanalytische

Messungen durch,

die dem Zahntechniker präzise

Werte über den Kiefer und das

Gebiss liefern, so dass der Zahnersatz

funktionsoptimiert hergestellt

wird.

• Außerdem wird die genaue

Zahnfarbe des Patienten bestimmt,

damit der fertige Zahnersatz

auch farblich zu den vorhandenen

Zähnen passt.

• Die im zahntechnischen Labor

angefertigten Gerüste werden

in der Zahnarztpraxis anprobiert.

Dort erfolgt die Überabformung

über Gerüst und festsitzendem

Zahn ersatz.

• Hat der Zahntechniker den

Kombinations zahn ersatz im

zahntechnischen Labor fertig

gestellt, kann der Zahnarzt die

Arbeit in den Mund des Patienten

eingliedern.

Der fertige Kombinations zahnersatz

kann eventuell eine Zeitlang

„ausprobiert“ werden. In

der Zeit wird er kontrolliert und

möglicherweise weiter angepasst,

bevor die Kronen oder

Teleskope fest verankert werden

und die Teilprothese endgültig

eingebracht wird.

Wichtig ist außerdem, dass Patienten

zunächst unter Anleitung

des Zahnarztes lernen, den Zahnersatz

selbständig zu lösen. Denn:

Zu fest sitzen darf er nämlich

nicht. Auch die Nachsorge ist ein

wichtiges Thema: Der eingegliederte

Kombinations zahn ersatz

und das angrenzende Gewebe

sollten regelmäßig kontrolliert

werden.


Senioren-WG – gemeinsam statt einsam

Eigene vier Wände und doch nicht allein


Sabine, Hannelore, Christian und

Oliver teilen sich eine Wohnung.

Jede/r hat sein eigenes Reich.

Küche, Bad und Wohnzimmer

sind Gemeinschaftsräume. Doch

abends muss niemand allein sitzen

und so kommen angeregte

Gespräche zustande und gemeinsame

Unternehmungen werden

geplant. Was früher vor allem bei

Studenten beliebt war, ist längst

bei den Senioren angekommen.

Die Gründe sind vielfältig – mal ist

die Wohnung, die früher gemeinsam

mit der Familie bewohnt wurde,

viel zu groß. Die Miete wird

nach der Verrentung zu teuer und

es liegt nahe, sich Mitbewohner

zu suchen. Auch der angespannte

Wohnungsmarkt ist ein wichtiger

Grund, denn insbesondere in den

gefragten Bezirken ist Wohnraum

sehr knapp.

Beliebt und knapp

Foto: Oneinchpunch / Fotolia

So verbuchen Wohngemeinschaften

einen großen Zulauf.

Bieten sie doch eine gesunde

Mischung als privatem Rückzugsraum,

gemeinschaftlichem Leben

und vor allem ein hohes Maß an

Selbstbestimmung. Doch die

steigende Nachfrage nach Senioren-Wohngemeinschaften

führt

dazu, dass die Plätze immer knapper

werden. Die Alternative ist,

selbst über die Gründung einer

WG nachzudenken, die von einer

Privatperson oder einer gleichgesinnten

Gemeinschaft relativ einfach

zu bewerkstelligen ist.

Detailliert planen

Wer sich zu dieser Gemeinschaftsform

des Wohnens entscheidet,

sollte eine längere Vorlaufzeit einkalkulieren,

denn für das Gelingen

so einer WG ist es besser, im

Vorfeld viele Aspekte zu klären.

Zum Beispiel die Frage, welche

Mietform gewählt wird, ob es einen

Hauptmieter gibt oder jeder

Mieter einen Einzelvertrag mit

dem Vermieter abschließt. Was

soll passieren, wenn einer der

Bewohner pflegebedürftig wird?

Um Streitigkeiten zu vermeiden,

sollten alle Rechte und Pflichten

AKTIV IM ALTER Gazette Schöneberg & Friedenau | August 2017 | 13

der künftigen Bewohner schriftlich

festgehalten werden, von

der Kühlschrankaufteilung bis

zu der Frage, wer wann den Müll

rausträgt. So können mögliche

Konflikte im Vorfeld entschärft

werden.

Verkehrsgünstig wohnen

Potentielle WG-Bewohner findet

man meistens im weiteren

Bekanntenkreis oder über Kleinanzeigen.

Der Barrierefreiheit

kommt bei der Auswahl der

Räume eine hohe Bedeutung zu,

denn bei abnehmender Mobilität

muss dennoch alles problemlos

erreichbar sein. Auch die Lage

der Immobilie spielt eine wichtige

Rolle, die Entfernung zu Ärzten

und Einkaufsmöglichkeiten sollte

nicht zu weit – und auch ohne

Auto erreichbar sein.

Zuschüsse sind möglich

Die Kosten der WG variieren je

nach Ausstattung, Größe und

Lage. Zumeist ist das Leben in

der WG preisgünstiger als in der

eigenen Wohnung. Das Wohnen

in einer Senioren-WG kann durch

staatliche Gelder gefördert werden.

Vor der Gründung lohnt es

sich also, sich darüber zu informieren,

welche Zuschüsse der

künftigen WG zustehen. Über

Vor- und Nachteile einer Senioren-WG

informiert zum Beispiel

die Internetseite www.wohnportal-plus.de.

Wohngemeinschaft mit Pflege

Eine andere Wohnform ist die

Pflegewohngemeinschaft. Aufgrund

des hohen Aufwands

wird sie jedoch überwiegend

von Trägern angeboten. Sie

spricht Menschen mit Pflegebedarf

an, die je nach Vereinbarung

ambulant oder ständig betreut

werden. Viele Angehörige wählen

diesen Weg für ihre pflegebedürftigen

Verwandten, weil

die Individualität gewahrt wird,

trotzdem jedoch eine Betreuung

gewährleistet ist, die man

zu Hause möglicherweise nicht

erbringen kann. Die Mitarbeiter

der Träger sind in der Regel im

medizinisch-pflegerischen Bereich

ausgebildet. Außerdem ist

der Pflegebedürftige auch hier

in eine Gemeinschaft mit gemeinsamen

Unternehmungen

eingebunden, was gegen die

Langeweile hilft und Einsamkeit

erspart. Auch für Menschen mit

Demenz werden spezielle Wohngemeinschaften

angeboten, in

denen Fachkräfte die Bewohner

betreuen und anleiten. Den Menschen

kann hier Orientierung

und Aufmerksamkeit gegeben

werden, da die Mitarbeiter mit

Desorientierung und Verwirrung

Erfahrung haben und die Signale

frühzeitig erkennen.

Auch wenn es nicht immer konfliktfrei

abläuft, haben es Hannelore,

Sabine, Christian und Oliver

nicht bereut, sich für die Wohnfom

Senioren-WG entschieden

zu haben. Das gemeinsame

abendliche Spielen ist genauso

möglich wie das Zurückziehen

mit einem guten Buch und das

wollen die vier noch lange gemeinsam

genießen.

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14 | Gazette Schöneberg & Friedenau | August 2017

Kleine Fluchten aus

dem Alltag

Die besten Kurztrips ab Berlin

Passend zum Sommeranfang ist

der neue Reiseplaner Ab ins Wochenende

– Die besten Kurztrips

ab Berlin erschienen, herausgegeben

vom via reise verlag.

Auf 168 Seiten präsentiert der

handliche Guide 38 Ziele für

Kurztrips ab Berlin.

Mal schnell

zum Baden an

die Ostsee?

Zum Wandern

in die Berge?

Oder lieber ein

Städtetrip mit

Shopping und

Kultur? Das Buch

bietet eine Fülle

an kleinen, teils

überraschenden

Fluchten aus

dem Alltag.

So geht es hoch

hinauf auf den

„Balkon“ des Elbsandsteingebirges,

mit dem Kahn durch die

verträumte Fließlandschaft des

Spreewalds, zum Naturerlebnis

im faszinierenden Müritz-Nationalpark

und auf den Spuren

von Goethe und Schiller durch

Weimars bezaubernde Altstadt.

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Auch ein besinnlicher Rundgang

durch das mittelalterliche Kloster

Chorin und eine Expedition

ins elegante Gartenreich von

Dessau-Wörlitz versprechen Abwechslung

von der Hauptstadt.

Fast alle Ziele sind in ein bis zwei

Stunden bequem

mit der Bahn erreichbar

und

damit ideal für

Tagesausflüge

und Kurzurlaube.

Für jeden Ausflug

präsentieren die

Autoren ausgewählte

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Zahlreiche Tourenkarten

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Ortspläne ergänzen

das Buch

und erleichtern

die Orientierung.

Der Ausflugsführer Ab ins Wochenende

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ist für 14,95 Euro im Buchhandel

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Impressum Gazette Schöneberg & Friedenau ∙ August Nr. 8/2017 · 22. Jahrgang

Das Gazette Verbrauchermagazin erscheint monatlich in Schöneberg & Friedenau

sowie Steglitz, Zehlendorf, Charlottenburg und Wilmersdorf.

Verlag

Gazette Verbrauchermagazin GmbH · Badensche Str. 44 · 10715 Berlin

☎ (030) 844 933-0 · www.gazette-berlin.de

Redaktion

Karl-Heinz Christ · redaktion@gazette-berlin.de

Anzeigen

Daniel Gottschalk · ☎ (030) 323 38 54 · anzeigen@gazette-berlin.de

Druck

Druckhaus Humburg · 28325 Bremen

Nächste Ausgabe September Nr. 9/2017 · Anzeigen-/Redaktionsschluss: 21.08.2017 · Erscheinung: 07.09.2017

Tierische Geschichten

Bis zum 29. September 2017 haben

Kinder von 7 bis 11 Jahren die

Möglichkeit, in allen Bibliotheken

des Bezirks Tempelhof-Schöneberg

Tierische Geschichten zu

erleben. Die Spuren führen direkt

ins Abenteuer. Können Tiere

wirklich sprechen? Bekommen

Eisbären wirklich kalte Füße? Und

singen Löwenväter oder lügen

Füchse manchmal? Dies alles gilt

Ihr Schlüssel zur Kultur

Der KulturLeben Berlin e. V. ermöglicht

Menschen mit geringem Einkommen

kostenfrei den Zugang zu

Kultur- und Freizeiteinrichtungen

der Stadt Berlin. Am 28. August

Sprechzeiten fallen aus

Die Sprechtage der Straßenverkehrsbehörde

Tempelhof-Schöneberg

fallen bis 22. August 2017

aus.

Grund ist die Abarbeitung bestehender

Rückstände. Davon betroffen

sind insbesondere Genehmigungen

für die Nutzung von

Schankvorgärten (Tische + Stühle

im Gehweg), für das Aufstellen

von Waren und Gegenständen,

Infoständen und Wesselmanntafeln

für die Bundestagswahl,

für die Durchführung von Veranstaltungen

(Straßenfeste,

Straßenhandel, Werbeaktionen,

Ein Helfer in der Not

Neuen Lebensmut zu schenken

und denen zu helfen, die schon

ganz unten angekommen sind:

Das hat sich Ernst Kurz zu seiner

Aufgabe gemacht. Seit vielen

Jahren engagiert er sich mit

ganzem Herzen für den Verein

BSTW e. V. (Betreuung, Soziales

Training und Wohnen). Für dieses

Engagement wurde Ernst

Kurz mit dem Bundesverdienstkreuz

ausgezeichnet. Der Verein

hilft wohnungslosen Menschen

in betreuten Wohngemeinschaften

den Weg zurück in die Gesellschaft

sowie Arbeitswelt zu

finden und eine erneute Teilhabe

zu ermöglichen. Viele von ihnen

sind alkohol abhängig – ihnen

werden Therapie- und Trainingsmaßnahmen

vermittelt. Ein weiteres

Angebot beim BSTW e. V. ist

eine reine Wohngemeinschaft für

Frauen und eine für Frauen mit

es herauszufinden.

Unter den 52 angebotenen Buchtiteln

ist bestimmt für jeden Geschmack

eine Tier-Geschichte

dabei.

Auch in diesem Jahr werden die

fleißigsten Teilnehmenden mit einer

Einladung zum Abschlussfest

im Herbst belohnt und können

gewinnen. Weitere Informationen

unter ☎ 90277-2298.

ist der Verein von 16 bis 18 Uhr zu

Gast in der Mittelpunktbibliothek

Schöneberg, „Theodor-Heuss-Bibliothek“,

Hauptstr. 40, 10827 Berlin,

☎ 90277-4574.

sonstige Events); die Ausstellung

von Parkausweisen für Schwerbehinderte,

Betriebsvignetten und

Handwerkerparkausweisen für

die Parkraumzonen; sowie Ersuchen

und Anträge zur Erteilung

verkehrsrechtlicher Anordnungen

(Verkehrszeichen).

Neue Anträge etc. sind in diesem

Zeitraum nur auf schriftlichem

Wege möglich:

Per Post an das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg

von Berlin,

Ordnungsamt – Straßenverkehrsbehörde,

John.-F.-Kennedy-

Platz, 10820 Berlin.

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Kindern. Kontakt zum BSTW e. V.

und Ernst Kurz bekommen Sie

über das Galerie-Café

Bundesplatz 8,

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☎ 0172-3071307


Ferien in Berlin

Mit dem neuen Super-Ferien-Pass 2017/18 kommt keine Langeweile auf

Gazette Schöneberg & Friedenau | August 2017 | 15

Der neue Super-Ferien-Pass bietet

hunderte von

Ideen und Tipps

für aufregende und

abwechslungsreiche

Ferien in Berlin. Insgesamt

rund 370 Preisvorteile

und Verlosungen

aus den Bereichen

Sport, Freizeit, Kultur

und Sehenswürdigkeiten

sind in dem Taschenbuch

vereint. Mit dem Beginn der

Sommerferien ist der neue

Pass für die kommenden 100

Ferientage gültig. Denn er gilt

nicht nur in den Sommerferien

2017, sondern in allen folgenden

Ferien einschließlich der Osterferien

2018. Der Pass gilt für Berliner

Kinder und Jugendliche bis

einschließlich 18 Jahre.

Um auf die unterschiedlichen

Wünsche und Interessen von

Kindern und Jugendlichen einzugehen,

ist der Pass in einen

Kinderteil bis elf Jahre und einen

Jugendteil

von 12 bis einschließlich

18 Jahren unterteilt. Komplettiert

wird das Gesamtangebot

durch altersunabhängige Preisvorteile

im Mittelteil.

Im Mittelteil befindet sich auch

die Badekarte, die an allen Ferientagen

kostenloses Baden

in den Bädern der Berliner Bäder-Betriebe

ermöglicht. Darüber

hinaus können die Kinder und

Jugendlichen von weiteren 180

Preisvorteilen aus

den Bereichen

Sport, Spiel,

Sehenswürdigkeiten,

Kultur

und Kreatives

profitieren und

20 %, 30 %, 50 %

und mehr sparen.

Zusätzlich werden

bei insgesamt sieben

Verlosungsaktionen

zahlreiche Plätze und

Freikarten zu rund 190

Ausflügen, Tagesfahrten,

Workshops sowie

Sport- und Kulturevents

verlost.

Auch in diesem Jahr kostet der

Super-Ferien-Pass wieder 9 Euro.

Für Familien mit geringem Einkommen

ist eine Erstattung des

Preises über das Bildungs- und

Teilhabepaket möglich.

Auf der Webseite vom Jugend-

KulturService können sich Interessierte

einen genauen Überblick

über die Preisvorteile und

Verlosungen verschaffen. Dort

werden Musterseiten in Form

von PDF-Dateien zum Download

angeboten.

Seit dem 26. Juni gibt es den Super-Ferien-Pass

in allen Berliner

REWE-Märkten. Weitere Verkaufsstellen

sind u. a. die Bäder

der Berliner Bäder-Betriebe, viele

Berliner Bürgerämter, Karstadt

sports, das FEZ und ausgewählte

Kinder- und Jugendtheater. Auch

über den Online-Shop sowie direkt

im Büro des JugendKultur-

Service (Kreuzberg) ist der Pass

erhältlich.

Erstmals ist in diesem Jahr der

„Berliner Sommerferienkalender“

online. Unter www.

sommerferienkalender-berlin.de

sind rund 120 Aktionen und Projekte

weiterer Akteure der Kinderund

Jugendarbeit aufgelistet.

Seit über 30 Jahren

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Eingetragen in der

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16 | Gazette Schöneberg & Friedenau | August 2017

„Minis“ mit großer Wirkung

United Buddy Bears auf dem Wittenbergplatz

Bezirksbürgermeisterin Angelika

Schöttler freute sich sehr über die

Einladung der beiden Initiatoren

Eva Herlitz und Dr. Klaus Herlitz.

Gemeinsam eröffneten sie am

4. Juli die Ausstellung der „Minis“

im Beisein vieler internationaler

Künstlerinnen und Künstler auf

dem Wittenbergplatz. Die „Minis“

gelten als Botschafter für Toleranz

und friedliches Miteinander und

sorgen weltweit für Begeisterung.

„Die Buddy Bären sind DIE Berliner

Marke. Es gibt wohl kaum

Regionen dieser Welt, in denen

man sie nicht kennt, die wohl

sympathischsten Repräsentanten

unserer Stadt. Besonders schön

und erwähnenswert ist, dass es

sich hierbei um ein nicht kommerzielles

Projekt handelt. Es lebt

durch Menschen, die konsequent

für ihre politische und soziale

Überzeugung stehen. Auch wir

im Bezirk sind von den Buddy Bären

und ihrer Strahlkraft zutiefst

überzeugt, denn seit mittlerweile

sieben Jahren verleihen wir

gemeinsam mit der Buddy Bear

Berlin GmbH und unseren Kooperationspartnern

den bezirklichen

Umweltpreis, den Green Buddy

Award. Auch in dieser Funktion ist

er ein Botschafter, hier steht er für

Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.

Er hat eben ein gutes

Image“, so Angelika Schöttler.

Mittlerweile waren die „Minis“

nicht nur in Berlin und deutschlandweit

zu sehen, sondern haben

mit ihrer Botschaft von Toleranz

und friedlichem Miteinander

auch Städte wie Calais, Bratislava,

Boras und Kazan besucht.

Seit 2002 ist die Ausstellung der

zwei Meter großen United Buddy

Bears auf Welttournee. Bis zu

140 künstlerisch gestaltete Bären

stehen bei diesen Ausstellungen

Hand in Hand. Sie gelten weltweit

als Sinnbild für Vielfalt in der Einheit,

für Völkerverständigung und

Toleranz. Jeder Bär repräsentiert

ein von den Vereinten Nationen

Von links: Eva Herlitz, Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler,

Dr. Klaus Herlitz.

Foto: Wirtschaftsförderung

anerkanntes Land und wurde

individuell von einem/r Künstler

des jeweiligen Landes gestaltet.

So ist ein einzigartiges Gesamtkunstwerk

entstanden, an dem

sich weltweit bereits Millionen

von Menschen erfreuten.

Noch bis 14. August 2017 werden

die einen Meter großen United

Buddy Bears – The Minis auf dem

Berliner Wittenbergplatz zu sehen

sein. Der Besuch der Ausstellung

ist kostenlos. Der Ausstellungsfläche

entsprechend können leider

nicht alle 114 Bären auf dem Wittenbergplatz

ihr Land vertreten.

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