Aufrufe
vor 1 Woche

Binnenschifffahrt April 2018

Binnenschifffahrt April 2018

Wasserstraßen | Häfen

Wasserstraßen | Häfen Würzburg rüstet auf Die unterfränkische Stadt am Main erfreut sich großer Beliebtheit bei Flusskreuzfahrern. Mit einer weiteren Anlegestelle für Personenschiffe – das wäre dann Nummer neun – wird die Kapazität noch einmal ausgebaut Seit dem Jahr 2000 verzeichnet der Würzburger Hafen einen beinahe ununterbrochenen Zuwachs bei den Anläufen von Fahrgastkabinenschiffen. Allerdings: Seit 2016 scheint mit rund 1.070 Anläufen nach einem explosiven Wachstum zwischen 2013 und 2015 erst einmal die Spitze erreicht zu sein. Nach den Immobilien als größte Erlösgruppe der Hafengesellschaft folgt bereits seit Jahren die Personenschifffahrt an zweiter Stelle. An der Mainlände bei der Löwenbrücke gibt es derzeit zwei Anlegestellen für Flusskreuzfahrtschiffe, die 2005 und 2012 in Betrieb genommen wurden. Nach dem Umbau sollen hier drei Schiffe Platz finden, derzeit ist hier noch Baustelle. Die neue Anlegestelle »Lände 2« soll, wenn alles nach Plan läuft, Mitte Juli dieses Jahres in Betrieb genommen werden. An den beiden Anlegestellen im Alten Hafen gibt es ebenfalls Liegeplätze für drei Flusskreuzfahrschiffe, die in den Jahren 2000 und 2015 in Betrieb genommen worden waren. Im Flusshafen gibt es drei Plätze für Flusskreuzfahrtschiffe. In Betrieb genommen in den Jahren 2000, 2014 und 2017, zeigt die Staffelung, wie der Würzburger Hafen dem 1,600,000 t 1,400,000 t 1,200,000 t 1,000,000 t 800,000 t 600,000 t 400,000 t 200,000 t 0 t 1,498,930 t 1,330,070 t 1,326,902 t 1,263,331 t 1,262,087 t 1,245,515 t 1,220,224 t 1,184,279 t 1,206,848 t 1,123,573 t 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Bahn Schiff Gesamt Kreuzfahrtboom Rechnung trägt. Rund 150.000 Schiffstouristen besuchen den Standort im Jahr, durchschnittlich bringt jedes Schiff 140 Gäste nach Würzburg. Die Schiffe liegen meist von früh bis abends. Nur vereinzelt legen manche erst mittags an oder fahren mittags schon ab. Seit 2010 bietet Würzburg den Schiffen eine Versorgung mit Landstrom und Trinkwasser sowie eine Müllentsorgung. Beim Güterumschlag musste der Hafen 2017 einen Tonnagerückgang hinnehmen. Der Gesamtumschlag ging gegenüber 2016 von 1,206.848 t auf 1.123.573 t zurück. Über die Bahn wurden etwas weniger abgefertigt, der wasserseitige Umschlag legte dagegen deutlich zu. Zu den im Hafen verladenen Gütern zählen insbesondere land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse, Nahrungs- und Futtermittel, Kohle, Steine, Baustoffe und Düngemittel, aber auch Gefahrengüter wie Mineralölerzeugnisse, Öl und technische Gase.fs In Würzburg werden neue Anlegestellen gebaut Foto und Grafik: Würzburger Hafen 64 Binnenschifffahrt – ZfB – 2018 – Nr. 4

Wasserstraßen | Häfen Hafen Duisburg auf Wachstumskurs Die Duisburger Hafen AG hat 2017 einen Umsatz in Höhe von 250 Mio. € erzielt. Das ist eine Steigerung um 9 % gegenüber dem Vorjahr. China rückt immer mehr in den Fokus Das operative Ergebnis (EBIT- DA) verbesserte sich um 2 % auf 41 Mio. €. Das Ergebnis vor Steuern wurde um 16 % auf 22 Mio. € gesteigert (2016: 19 Mio. €). »Die nun bereits seit 20 Jahren kontinuierlichen Steigerungen sind maßgeblich auf unser erfolgreiches nationales und internationales Netzwerkmanagement und die Etablierung als wichtigste Logistikdrehscheibe Zentraleuropas zurückzuführen«, so Erich Staake, Vorstandschef der Duisburger Hafen AG. Unter den drei Geschäftsbereichen erzielte das Segment »Infra- und Suprastruktur« einen Umsatz von 50,7 Mio. €. Das ist eine Steigerung um 4 % gegenüber dem Vorjahr (48,6 Mio. €). Bei »Logistische Dienstleistungen« gab es einen Rückgang auf 75,8 Mio. € (–4%). Dagegen legte der Umsatz bei der »Verpackungslogistik« um 19 % von 73 auf 87 Mio. € zu. Der Gesamtumschlag in Duisburg einschließlich der privaten Werkshäfen lag bei 130,6 Mio. t (2016: 133,1 Mio. t) – ein Minus von 1,9 %. Davon entfielen auf die Häfen der duisport-Gruppe 68,3 Mio. t (2016: 66,8 Mio. t), was wiederum einer Steigerung um 2,1 % entspricht. Der Güterumschlag per Schiff ging aufgrund des rückläufigen Kohleumschlages von 16,2 auf 15,7 Mio. t zurück. Der Eisenbahnverkehr erzielte vor allem durch die Chinazüge gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 ein Plus von 6,8 % auf 18,8 Mio. t. Wachstum bringen weiter die Container: In den Häfen der duisport-Gruppe wurden 4,1 Mio. TEU umgeschlagen. Das ist eine Steigerung um 11 % (2016: 3,7 Mio. TEU). Das Hafenunternehmen weitet seine Aktivitäten entlang der Korridore der Seidenstraßen-Initiative »One belt, one road« aus. Mit dem größten italienischen Adriahafen Triest intensiviert duisport den Schienengüter- und Trailerverkehr. Der Hafen Triest ist durch die maritime Seidenstraße von Südchina über den Suezkanal bis ins Mittelmeer über den Seeweg eingebunden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden mehr als 100.000 TEU mit China-Zügen transportiert. Der Duisburger Hafen hat sich außerdem zu einem bedeutenden Automotive Cluster entwickelt. Nach VW und Audi wickelt nun auch die Daimler AG ihr SKD- bzw. CKD-Geschäft für das weltweite Produktionsnetzwerk des Geschäftsfelds Mercedes-Benz Vans vom Duisburger Hafen aus ab. In Duisburg-Walsum entsteht auf der 40 ha großen Fläche einer ehemaligen Papierfabrik logport VI. Duisport errichtet dort ein trimodal angebundenen Containerterminal. Spätestens ab Ende 2019 soll das Gelände für die Neubebauung zur Verfügung stehen. M RheinCargo kann leicht zulegen Der Logistikdienstleister RheinCargo hat den Umschlag in den Rheinhäfen Neuss, Düsseldorf und Köln 2017 um 1 % auf 47,3 Mio. t steigern können In den sieben Häfen von RheinCargo wurden 2017 etwa 28,3 Mio. t umgeschlagen (Vorjahr 28 Mio. t / +1,0 %). Dabei legte der wasserseitige Umschlag um 2,2 % auf 18,5 Mio. t zu (Vorjahr 18,1 Mio. t), das zweitbeste Ergebnis in der RheinCargo-Geschichte. Erhebliche Zuwächse gab es bei Massengütern, insbesondere bei Agrarprodukten, Metallen und Erz. Der Umschlag von Kohle habe sich aufgrund der Auswirkungen der Energiewende im Vergleich zum Vorjahr weiter verringert, so das Unternehmen. Der Container-Umschlag blieb stabil, die Häfen erreichten erneut das Vorjahres-Niveau von 1,3 Mio. TEU. Für das Jahr 2018 gibt es laut RheinCargo »sehr positive Signale«: Insbesondere am Standort Neuss werde der Containerumschlag weiter zunehmen. »Besonders unser Wachstum von über 2 % im wasserseitigen Umschlag bestätigt uns in der strategischen Ausrichtung, weiterhin die konventionelle Ladung nicht zu vernachlässigen. In diesen Marktsegmenten ist die RheinCargo gegen den Trend gewachsen, obwohl nicht unerhebliche Mengenrückgänge im Kohlebereich zu verkraften waren«, bilanziert RheinCargo-Geschäftsführer Jan Sönke Eckel das Ergebnis. Aufgrund der schwierigen Wettbewerbsbedingungen für die Schiene und wegen scharfer Konkurrenz durch den Lkw bewertet es RheinCargo-Geschäftsführer Wolfgang Birlin positiv, dass der Umsatz und die Transportmenge bei der Bahn im vergangenen Jahr mit 19 Mio. t über dem Plan lagen. »Das Jahr 2017 war für die Eisenbahn wieder kein leichtes. Angesichts der zunehmenden Diskussionen um Umweltbelastungen und dem drohenden Verkehrsinfarkt auf der Straße gehen wir davon aus, dass sich die Situation für den Verkehrsträger Schiene verbessert«, so Birlin. Positive Impulse kamen 2017 unter anderem aus dem Bereich Erze / Baustoffe, Maschinen / Ausrüstung sowie aus dem Bereich der Konsumgüter. M Binnenschifffahrt – ZfB – 2018 – Nr. 4 65