Aufrufe
vor 5 Monaten

Erste Schritte im neuen Leben

Gut dann einfach mal

Gut dann einfach mal probieren. Ich kaufe also eine Tüte, von der ich nicht sagen kann, was drin ist. Zuhause angekommen stelle ich fest, die Farbe stimmt, aber die Konsistenz nicht. Ich habe Mehl gekauft. Ok macht auch nix, brauch ich ja auch. Nun wieder zurück in den Supermarkt. Ich suche und suche und dann denke ich, ja das könnte Zucker sein. Es hat geklappt, ich habe ZuckerHH.Das sind Erfolgserlebnisse. Zur Feier des Tages belohne ich mich mit einem Spaziergang am Meer. Neugierig wie ich nun mal bin biege ich einfach irgendwo ab und siehe da ich habe den längsten Strand von Varna entdeckt. Wunderschön, die Möwen sitzen am Rande des Wassers, einige wenige Spaziergänger sind unterwegs und füttern sie. Es ist herrlich hier lang zu schlendern und vor meinem inneren Auge läuft der Film, wie es hier wohl im Sommer ist. In der Hafeneinfahrt liegen die großen Kähne und warten auf die Abfertigung. Ich laufe ein Stück und komme doch tatsächlich an einer Palmenplantage vorbei. Bei näherem Hinschauen stelle ich fest, das sind künstliche Palmen. Irgendwie ein totaler Stilbruch. Na ja, wers schön findet. Ich muss dazu auch sagen, hier wachsen keine Palmen warum auch immer. So nun bin ich lange genug Unterwegs, mache mich auf den Nachhauseweg. Will ja noch Kartoffelsalat machen, es ist schließlich der 24.12. und da gibt es das bei mir immer. Ich wünsche Euch eine schöne Feier und bis bald 25. Dezember 2013 Heute möchte ich kurz auf eine Frage ein gehen. Heute morgen hat Bernd mit mir gechattet und wollte wissen, wie meine Kinder und davon habe ich ich ja genug, reagiert haben. Nun ich habe es ganz einfach gemacht. Zuerst hatte ich ja mal Angst zu sagen, was ich so vor habe. Auf der anderen Seite hatte ich auch Angst meinen Kindern zu sagen, daß ich früher oder später in ernste Schwierigkeiten kommen würde. Ja und was machste dann als Mutter??? Ich bilde mir ein mich im Schreiben ganz gut ausdrücken zu können. Nun ich setzte mich hin und verfasste einen Brief. Mit meinem jüngsten Sohn hatte ich schon gesprochen, als ich noch den Gedanken hatte, mir ein Häuschen zu suchen. Er hat mich damals für komplett verrückt erklärt und meine wörtlich, ich zitiere: Das ist ja wohl das Blödeste was ich je von Dir gehört habe. Du kannst die Sprache nicht, brauchst nur mal stürzen, kannst keinen Notruf machen, und dann kommt auch keiner. Damals war ich schon ein wenig beleidigt, aber heute muss ich ihm recht geben. Damals hatte ich das alles noch nicht gesehen, hatte keine Ahnung was da auf mich zukommen könnte. Nachdem ich die Häuschen dann gesehen hatte, auch die sterbenden Dörfer, hier muss man viel Wissen von den Lebensgewohnheiten und Schwierigkeiten der Bulgaren haben, wusste ich, mein Sohn hat recht. Er war ja schließlich damals in Bosnien stationiert und hat dort diese Verhältnisse erlebt. Ich stand zum Beispiel an so einem Haus, es war nicht gut, aber auch nicht schlecht, ohne Toilette und Bad, als auf der Straße, was man da so Straße nennt, ein Eselfuhrwerk vorbei gezogen ist. Die Straße war eigentlich nur ein

sagen wir mal unkrautfreier Weg. Holprig, nicht geteert oder so. Nein einfach so wie wir es vor 40 bis 50 Jahren in den neu angelegten Wohngebieten hatten. Die Straße kam zum Schluß. Hier nun wird es keine Straße geben, denn die Leute flüchten aus der Gegend. Eigentlich schade, aber wenn keine Arbeit da ist, was sollen sie denn machen. Das sind dann die Orte die als sterbend bezeichnet werden. Und wenn man dort ein Haus kauft, dann hat man bald seine Ruhe, denn es wird dann bald keine Nachbarn mehr geben. Und dann????? Biste alleine, verkaufen kannste das dann auch nicht mehr, weil wer will schon in der Einsamkeit leben??? Keine Geschäfte, keine Ärzte, keine Versorgung weit und breit nichts??? Ich war mit einem Makler an einem Tag unterwegs. Ja er hat mir erst mal ein altes Haus gezeigt. Genau gegenüber stand ein „renoviertes‘“ Haus. Ja das hätte ich wollen, war toll, innen und außen gemacht. Aber dann habe ich den Ort durchfahren und stellte fest, jedes zweite Haus ist verlassen. Der Ort war auf dem Weg zur Geisterstadt und die Fremden sind ja so doof und merken das nicht. Da bin ich auch wieder dankbar, dass ich Hilfe in Form von Auswanderern hatte, die das alles schon kannten und wussten und mir Tipps gegeben haben. Aber zurück zum Anfang. Ich verfasste also an meine Kinder einen Brief, dann hätte ich mich gerne versteckt, weil ich Angst vor den Reaktionen hatte. Aber weit gefehlt. Nachdem sie gelesen haben, dass ich mich in einem Hotel eingekauft habe, waren sie alle zufrieden und versprachen mir auch, mich besuchen zu kommen. 26. Dezember 2013 Zweiter Weihnachtsfeiertag, ich bin heute nur faul. Habe eigentlich noch nichts nennenswertes getan. Oder doch??? Ja ich war einkaufen. Heute koche ich für das Haus, wir sind im Moment 4 Personen hier. Nun brauchte ich noch ein paar Gewürze, für mein Rotkraut. Ja Ihr lest richtig, ich war einkaufen, denn hier sind die Geschäfte immer auch Sonntags und Feiertags geöffnet. Ist irgendwie unwirklich, aber so kannst auch am So mal eben in den Baumarkt und Dir Tapeten holen. Ist gewöhnungsbedürftig. Zumal ich meine, es gibt keine Unterscheidung zu einem normalen Werktag. Also bin ich losgefahren. Hatte einen Zettel dabei, auf dem in kyrillisch stand was ich brauchte. Hat dann auch wunderbar funktioniert. Nun ist also mein Rotkraut vorbereitet und zur Zeit mache ich in meiner Campingküche noch ein Hähnchen. Man wird unwahrscheinlich erfinderisch, wenn man nix anderes hat. Gestern durfte ich ja auch schon den Kartoffelsalat machen und ich bin ehrlich, ich war ganz stolz, daß er so gut geschmeckt hatte. Jedes Land hat so seine Spezialitäten. Leider geht es dem Wirt im Moment nicht gut und deshalb ist es auch gut, daß ich koche. Margarita muß sich um Krassi kümmern. Kurze Beschreibung meiner Küche: habe einen Kühlschrank, eine Waschmaschine, einen Tisch, vier Stühle. Dann besitze ich einen kleinen Grill und eine Kochplatte. Alle Gewürze und was man so braucht stehen auf dem Kühlschrank rum und was man braucht findet man garantiert nicht. Spülen muß ich noch in meiner Dusche. Könnte aber schlimmer sein, wenn ich die Möglichkeit nicht hätte. Ich freue mich ganz arg drauf, wenn meine bestellte Küche kommt.