WALLIS Magazin - November 2018

valais

AUSGABE 7 4. MAI 2018

WALLIS

INS HERZ GEMEISSELT

Ein Hawaiianer surft auf Bergseen Barrhorn –

höchster Wandergipfel Sport-Ikonen für Olympia

im Wallis Die Rebschule Sommer-Specials


Glauben versetzt Berge

Das Wallis ist die grösste Weinregion der Schweiz. Es ist

ein Ferienort und unsere Heimat. Ein Wirtschaftsstandort

mit bemerkenswerter Innovationskraft. Ein Boden für köstliche

Regionalprodukte und Ort der Kultur. Wir sind von der

Einzigartigkeit dieser Vielfalt überzeugt und tragen sie unter

anderem durch spannende Geschichten über passionierte

Walliserinnen und Walliser in die Welt hinaus. Unser

Wirken verändert die Wahrnehmung des Wallis. Stück für

Stück. Daran glauben wir.

Die Realisierung einer Vision erfordert feste Überzeugung,

Mut, neue Wege zu gehen, und Beständigkeit. So hat Martin

Engstroem das Verbier Festival innert 25 Jahren zu einem

renommierten Treffpunkt für klassische Musik und

Sprungbrett für junge Musiktalente aus der ganzen Welt

gemacht. Die junge Gastgeberfamilie des ältesten Lötschentaler

Hotels hat sich neu organisiert und wirtschaftet

innovativ, um nachhaltig zu wirken. Unsere Spitzensportler

haben bewiesen, dass sie Berge versetzen können durch ihren

Glauben an den Erfolg. Eine Herzensangelegenheit von

Einzelnen kann eine Bewegung unter vielen auslösen. Die

Walliserinnen und Walliser sind leidenschaftliche Menschen

und setzen sich für ihre Heimat ein. Eine Heimat, die sich

in ihrer Vielfalt und Fortschrittlichkeit weiterentwickelt. Die

Olympischen und Paralympischen Winterspiele Sion 2026

vermögen den Wirtschaftsstandort und Lebensraum Wallis

langfristig zu beflügeln und öffnen dem Wallis ein riesiges

Fenster zur Welt. Seien Sie neugierig auf diese Vielfalt.

Haben Sie eine besonders

schöne Erinnerung an den

Sommer im Wallis? Teilen

Sie diese auf Facebook,

Twitter oder Instagram mit

dem Hashtag

#MeinSommerimWallis

EDITO

Damian Constantin, Direktor Valais/Wallis Promotion

impressum

Titel Sedrik Nemeth

«Wallis» erscheint als Beilage der Schweizer

Illustrierten am 4. Mai 2018

Redaktion | «Wallis», Schweizer Illustrierte,

Flurstrasse 55, Postfach, 8021 Zürich,

Tel. 058 269 26 26, Fax 058 269 26 40,

info@schweizer-illustrierte.ch Leitung Wallis /

Leiter Zeitschriften | Urs Heller Chefredaktor |

Stefan Regez Redaktionsleitung | Monique Ryser

Bildchefin | Nicole Spiess Textchef | Jan Morgenthaler

Layout / Produktion | Simona Guarino,

Dominic Koch Mitar beiter dieser Ausgabe | Manuela

Enggist, Manuela Lavanchy, Anita Lehmeier,

Thomas Kutschera Fotografen | David Carlier,

Pascal Gertschen, Sedrik Nemeth, Kurt Reichenbach,

Marco Schnyder Bildredaktion | Regula

Revellado, Martin Müller, Fabienne Hubler Designkonzept

| Beling Thoenen Design Korrektorat |

Barbara Siegrist Bildbearbeitung | Ringier Redaktions-Services

Leiter Content- & Marketing-

Partnerschaften | Thomas Passen Vermarktung |

Admeira SA, Flurstrasse 55, Postfach, 8021 Zürich,

Tel. +41 58 909 99 62, E-Mail: salesservices@admeira.ch

Anzeigenpreise und AGB | www.admeira.ch

Chief Executive Officer | Bertrand

Jungo Business Unit Director Print & Digital |

Beniamino Esposito Sales Director | Roger

Knabenhans Media Service Print | Esther Staub

Verlag | Flurstrasse 55, Postfach, 8021 Zürich,

Tel. 058 269 20 00 Produktionsleiter | Michael

Passen Druck | Swissprinters AG, 4800 Zofingen


46

Peter Gschwendtner

vom «Castle» in

Blitzingen zaubert

die Natur auf den

Teller.

18

Das Hotel Nest- und

Bietschhorn ist das

älteste Hotel des

Lötschentals. Und

ganz modern.

INHALT

36

66

Dani Albrecht und

viele andere

Sportler wollen die

Olympischen Spiele

ins Wallis holen.

Sion mit den Wahrzeichen

Valère und

Tourbillon hat

urbanen Charme.

Fotos Sedrik Nemeth (3), Kurt Reichenbach, Rob Lewis, Pascal Gertschen

6

FOTOWETTBEWERB

#MeinSommerimWallis

Das Gewinnerbild des Wettbewerbs.

12

BIKEN

Stoneman Glaciara

Der Stoneman-Trail der Schweiz liegt

im Oberwallis. Er führt durch karge

Berglandschaft und pittoreske Dörfer.

18

LÖTSCHENTAL

Hotel Nest- und Bietschhorn

Das älteste Hotel des Lötschentals

wurde geschickt umgebaut und

überzeugt durch Herzlichkeit.

22

ALOHA FROM HAWAII

Kai Lenny

Der Surfer aus Hawaii glitt über

Bergseen und schwärmt vom Wallis.

26

PORTFOLIO

So entstehen Reben

Fotograf Sedrik Nemeth dokumentiert

die Aufzucht von Jungreben.

36

SION 2026

Olympia-Ja

Spitzensportler aus dem Wallis und

der Schweiz finden: «Packen wir

die Chance.»

42

APROZ

Mineralwasser aus dem Wallis

Aproz ist das beliebteste

Mineralwasser der Schweiz.

46

«CASTLE»

Natur auf dem Tisch

Peter Gschwendtner liebt die Natur,

besteigt die höchsten Berge und

bringt die Natur auf den Teller.

52

WANDERN

Der höchste Wandergipfel Europas

Das Barrhorn ist mit 3610 Metern der

höchste erwanderbare Gipfel.

4


07

Inhalt

12 26

Der Stoneman

Glaciara ist ein

Biketrail, der gleich

an zwei Gletschern

vorbeiführt.

Schon mal überlegt,

woher junge Reben

kommen? Besuch in

der Rebschule.

55

SO NAH

Schneller, als man denkt …

… reist man aus allen Landesteilen

der Schweiz ins Wallis.

56

VERBIER FESTIVAL

Martin Engstroem

Der Gründer des Verbier Festivals

blickt auf eine 25-jährige Erfolgsgeschichte

zurück.

60

KULTURERBE

Trockenmauern

Sie prägen das Landschaftsbild des

Wallis und sind kunstvolle Bauwerke.

65

UNTERNEHMEN

Walliser Wirtschaft

Direktstrom aus Wasser, Innovation

im Berggebiet.

66

DESTINATION

Sion – die Stadt hat viel zu bieten

Der Hauptort des Wallis liegt zwischen

Berg und Tal und verbindet historisches

Erbe mit urbanem Lifestyle.

72

ROADTRIP

Angebot

Mazda offeriert das Auto für eine

Wallis-Tour und eine Übernachtung.

5

74

SOMMER-SPECIALS

Schatzsuche, Radtouren und mehr

Das Wallis ist reich an Erlebnissen für

Familien, Sportliche und Geniesser.

Diese Angebote begeistern.

82

AGENDA

Für alle etwas

Bergläufe, Velorennen, Feste und

Ausstellungen.


13 STERNE

#MeinSommerimWallis

Elise Rabaey hat mit dem Bild vom Lac de Taney den

Fotowettbewerb #MeinSommerimWallis 2017 gewonnen.

Fotos akg-images, HO (3)

Lac de Taney | Elise Rabaey war zusammen

mit ihrem Ehemann unterwegs mit

einem Elektro-Mountainbike auf den

Gipfel des Grammont, als ihr dieses

wunderschöne Bild des Lac de Taney gelang.

Der Bergsee liegt auf 1408 Metern

und scheint keinen Abfluss zu haben. Sie

habe frühmorgens beim Aufstieg die

Stimmung eingefangen, beim Abstieg

gabs ein erfrischendes Bad, erzählt Elise.

Das Wallis hat einen grossen Platz in

ihrem Herzen, hat ihr doch ihr Ehemann

auf dem Matterhorn den Heiratsantrag

gemacht! Der Bergsee Lac de Taney liegt

oberhalb von Vouvry, etwa auf halbem

Weg zum Gipfel des Grammont, von

dem aus man eine überwältigende Aussicht

über den Genfersee hat. Am Lac

de Taney befindet sich die Auberge-Refuge

La Vouivre, der ideale Punkt zum

Rasten und sich verpflegen zu lassen.

Machen auch Sie mit beim grossen Fotowettbewerb

#MeinSommerimWallis

und posten Ihre Wallis-Bilder auf Twitter,

Instagram und Facebook. Zu gewinnen

gibt es einen Aufenthalt im Wallis.

#MeinSommerimWallis

6


Musizieren mit

Aussicht

Ritz, der Bauernbub aus dem Goms,

revolutionierte die Hotellerie.

Der grosse

Cäsar Ritz

Grächen | Der Kulturverein Grächen organisiert

in Zusammenarbeit mit Grächen

Tourismus vom 8. bis 21. Juli 2018

die «Grächen Musikferien», ein kulturelles

Angebot, das sich an musikbegeisterte

Gäste richtet. Ferien und aktives Musizieren

werden miteinander verbunden,

wobei vor allem erwachsene Hobbymusiker

angesprochen sind, die im Alltag zu

gefordert sind, um sich dem Musizieren

zu widmen. Angeboten werden sechs

Kurse mit professionellen Musikern wie

zum Beispiel die Chorwoche oder die

Panflötenwoche.

www.graechen.ch/musikferien

Retter in

Rot-Weiss

Die Air Zermatt feiert 2018 ihr

50-Jahr-Jubiläum und lädt zu

den Tagen der offenen Tür ein.

Niederwald | «Aus dem Ziegenhirten

wurde ein König. Aus dem Bauernjungen

ein Weltenbummler», sagte Cäsar Ritz

von sich. Er, der 1864 als 14-Jähriger seine

Heimat Niederwald im Goms verliess

und die Welt mit seinen Ritz-Hotels eroberte.

Anlässlich des 100. Todestages

feiert sein Heimatdorf den grossen Sohn

mit einem Freilichttheater: Rund 50 Mitwirkende

vor und hinter den Kulissen erzählen

sein Leben voller Emotionen und

Schaffenskraft. Vor idyllischer und authentischer

Kulisse erwartet die Gäste

ein Theaterspektakel mit Licht, Musik

und einheimischen Theaterleuten. Neben

dem Freilichtspiel sind den ganzen

Sommer und Herbst 2018 diverse Aktivitäten

rund um das 100-Jahr-Jubiläum

geplant. So gibt es kulturell-kulinarische

Parkwanderungen im Landschaftspark

Binntal von seinem Geburtsort Niederwald

auf einem Rundweg nach Blitzingen

und wieder zurück nach Niederwald.

Spezielle Übernachtungspauschalen,

Dampfbahnfahrten mit Abendessen und

ein Fest auf dem Gommer Höhenweg erinnern

alle an den grossen Hotelier.

www.caesar-ritz.ch/jubilaeum-2018

Angesprochen sind vor allem

erwachsene Hobbymusiker.

Grächen

verbindet

Ferien und

Musizieren

7

Raron | Sie haben sich in den letzten

Jahrzehnten den Ruf erflogen, die

schwierigsten Bergrettungen der Welt

durchzuführen, sorgten in den Siebzigerjahren

mit der ersten Direktrettung aus

der berüchtigten Eigernordwand für

Schlagzeilen. In diesem Jahr feiern die

Helikopter mit den roten und weissen

Sternen nun ihr 50-Jahr-Jubiläum. Ziel

der Gründung von Air Zermatt 1968 war

es, die rasche Hilfeleistung für erkrankte

und verunfallte Menschen im Zermatter

Hochgebirge zu gewährleisten. Es

kam vor, dass die Rettungshelikopter von

Sion aufgrund des Wetters nicht starten

konnten. So kauften sich einige Zermatter

einen Helikopter, und die Dinge nahmen

ihren Lauf. Heute beschäftigt das

Unternehmen auf den Basen in Gampel,

Raron und Zermatt 65 Mitarbeiter, führt

neben Rettungsaktionen auch Transportund

Touristenflüge durch. Zum Jubiläum

lädt Air Zermatt am 19. und 20. Mai 2018

auf der Basis in Raron zu den Tagen der

offenen Tür ein: Neben einem Rahmenprogramm

kommen die Besucher in den

Genuss von Flugdemos und Rundflügen.

www.air-zermatt.ch


Brücke für

Mutige

Alte Sorten,

neue Wege

13 STERNE

Fotos Photovf.com / Valentin Flauraud, Jürg Waldmeier, HO (2)

Randa | Die Hängebrücke Charles Kuonen

wurde im Juli 2017 eröffnet und ist

mit 494 Metern die längste der Welt. Ab

Sommer 2018 wird sie über einen neuen

Wanderweg erreichbar sein. Die Überquerung

dauert knapp zehn Minuten,

und am höchsten Punkt schweben Fussgänger

85 Meter über der Erde. Der

Rundweg eignet sich für die ganze Familie,

sofern alle schwindelfrei sind und

auch Kinder und Hunde kein Problem

mit dem Trittgitter haben. Er beginnt

beim Bahnhof Randa und führt durch

Lärchenwälder, vorbei an Aussichtspunkten

mit Panoramablick auf die Berge,

über die eindrückliche Hängebrücke

und schliesslich zurück nach Randa. Optional

kann nach der Brücke ein Abstecher

zur Europahütte gemacht werden.

Die Hängebrücke ist Teil des Europaweges

von Grächen nach Zermatt und

musste neu gebaut werden, da das Gelände

2010 instabil wurde. Wer seine Höhentauglichkeit

prüfen will, macht eine

Probetour über die kürzere Hängebrücke

bei Furi oberhalb von Zermatt. Sie

ist hundert Meter lang und an der höchsten

Stelle neunzig Meter hoch.

www.zermatt.ch

Mit 494 Metern ist die Hängebrücke

bei Randa die längste der Welt.

Bergläufe im

Wallis begeistern

Profis

und Amateure

Bergläufe der

Superlative

Wallis | Ein 360 Kilometer langer Trail

von Oberwald im Goms bis nach Le Bouveret

am Genfersee! Mit diesem Lauf

vom 2. bis am 9. September 2018 kommt

ein weiterer Höhepunkt zur Serie der

mythischen Swiss-Peaks-Läufe im Wallis

dazu. Auch bei den Golden Series ist das

Wallis am 12. August mit dem Lauf Sierre-

Zinal präsent. Er steht Profis und Amateuren

offen. Ebenfalls beliebt der Ultra-Trail

Verbier St-Bernard, der dieses

Jahr am 7. und 8. Juli stattfindet.

www.swisspeaks.ch

www.sierre-zinal.com

www.trailvsb.com

Les Evouettes | Sie sind Bio-Pioniere:

Bereits Anfang der Achtzigerjahre widmeten

sich Christine und Robert Zollinger

der Erhaltung traditioneller Sorten

und der biologischen Saatgutzüchtung.

Sie begannen – damals noch im Thurgau

und von Beginn an in biologischer Qualität

– mit der Zucht und Vermehrung

verschiedener Gemüse-, Kräuter-, und

Blumenarten. 1991 konnten sie in Les

Evouettes einen 25 Hektar grossen Betrieb

erwerben und zogen ins Wallis. Da

sie somit mehr Platz zur Verfügung hatten,

konnten sie ihr Sortiment aufstocken,

sodass jetzt jeden Sommer über

400 verschiedene Pflanzenarten und

-sorten im Samengarten wachsen, blühen

und fruchten. Seit 2016 führen die

Söhne Til, Tizian und Tulipan den Betrieb.

Mit einer simplen Strategie, wie Tulipan

Zollinger erklärt. «Die Philosophie

unseres Familienunternehmens ist einfach:

Wir züchten robuste, ertragreiche

Pflanzen mit viel Geschmack.» So achten

sie auch darauf, möglichst viel selber

zu machen: Das Dreschen, Reinigen und

Abpacken der Samen passiert alles auf

dem Hof.

www.zollinger.bio

Die Sorten finden in der ganzen

Schweiz und auch im Ausland

Verbreitung.

8


Walliser

Whisky-Wunder

Ardon | Zwei Dinge hätte der Whisky-

Produzent Alex Delaloye nicht erwartet,

als er im Jahr 2000 begann, Whisky zu

brennen. Zum einen, dass sein Whisky

2005 an der Eurowhisky zum besten

Whisky des Jahres gewählt wird. Zum

anderen, dass ihm seine schottischen

Konkurrenten danach die Polizei nach

Hause schicken würden, um zu überprüfen,

ob das auch wirklich Whisky war,

was er da herstellte. «Ich war zugleich

schockiert als auch geschmeichelt», sagt

Delaloye. Sein Whisky bestand die Prüfung,

und noch heute überzeugt der

60-Jährige mit seinem sogenannten

«Swhisky» (Swiss Whisky). Er, der hauptberuflich

als Physiotherapeut arbeitet,

ist keinem so grossen Druck ausgesetzt

wie andere Produzenten. Delaloye kann

seinen Whisky so lange lagern, wie er

möchte. Zudem glaubt er, dass die fruchtige

Note in seinem Whisky ankommt –

besonders bei Frauen. Neben Whisky

produziert Delaloye Gin, Wodka und seit

35 Jahren auch Wein. Wie bringt man

das alles unter einen Hut? «Mit sehr viel

Passion!»

www.maisonlesvignettes.ch

Ein Fluss wehrt sich

Der Dok-Film «Dans le lit du Rhône» erzählt die

Geschichte eines Flusses, der neue Wege geht.

Seit 18 Jahren braut Alex Delaloye

seinen eigenen Whisky.

9

Wallis | Es war im kanadischen Montreal,

als die Walliser Filmemacherin Mélanie

Pitteloud von der 3. Rhonekorrektion

erfuhr und ihr Interesse für den Fluss

geweckt wurde. Sie, die die Rhone früher

keines Blickes würdigte, begann

nach ihrer Rückkehr ins Wallis zu recherchieren

– und war betroffen vom eingezwängten

Leben, das die Rhone fristen

muss. Mit der Rhonekorrektion laufen

infolge schlimmer Überschwemmungen

derzeit riesige Bauarbeiten, um das

Flussbett zu vergrössern und zu revitalisieren.

Pitteloud wollte die bewegte Geschichte

der Rhone nacherzählen. Entstanden

ist dabei der Dokumentarfilm

«Dans le lit du Rhône», in dem sie verschiedene

Akteure zu Wort kommen

lässt: Bauern, die dadurch mit der Enteignung

von fruchtbarem Land rechnen

müssen, sowie eine Biologin, die sich

eine revitalisierte Rhone wünscht. Trotz

verschiedener Perspektiven müssen

sich alle der Frage stellen: Wie steht es

um unser Verhältnis zur Natur? Der Film

läuft in verschiedenen Kinos der Schweiz.

www.goldeneggproduction.ch/portfolio-item/rhone-fr


13 STERNE

Fotos Christian Pfammatter, Kenny Carrillo / EyeEm, HO

Die Marke Wallis garantiert

beste Aprikosen-Qualität.

Geschichte

eines Tals

Die Route

d’Anniviers versetzte

frühere

Besucher in

Schrecken.

Neue Energiequellen erfordern

auch intelligente Netze – The

Ark will dabei unterstützen.

Aprikosen essen

– und feiern

Dörfer ein, die mit ihrem baulichen Erbe

Energie intelligent

nutzen

Saxon | Gibt es eine süssere, sanftere,

samtigere Frucht als die Aprikose? Sie

ist der Inbegriff des Sommers, der Wärme

und des Geniessens. Sie braucht ein

Übermass an Sonne, und deshalb stammen

96 Prozent der Schweizer Aprikosen

aus dem Wallis. Der warme, sandige

Boden des Rhonetals, das reine Gletscherwasser

zur Bewässerung und das

ideale Mikroklima sorgen seit jeher für

eine wunderschöne Färbung und die intensiven

Aromen der Aprikosen. Die

Marke Wallis garantiert eine Mindestfruchtgrösse

und einen Mindestzuckergehalt

sowie die Einhaltung strikter

Sozial- und Umweltnormen. Da die zahlreichen

Sorten unterschiedliche Reifezeitpunkte

aufweisen, sind Walliser

Aprikosen den ganzen Sommer über erhältlich!

Die ersten auf dem Markt sind

Orangered und Vick Royal, dann folgen

Goldrich/Jumbo Cot und Luizet und

schliesslich die spät reifenden Sorten

wie Bergarouge, Kioto, Bergeron oder

Tardif de Tain. Vom 20. bis 22. Juli findet

in Saxon das Aprikosenfest statt – hingehen

und geniessen.

www.saxontourisme.ch

Val d’Anniviers | Der Rundgang Parcours

Anniviard im Val d’Anniviers präsentiert

Themen aus der Geschichte des Tals

entlang von Posten, die mit einmaligen

Sehenswürdigkeiten verbunden sind.

Der historische Rundgang von Anniviers

lädt zu einer Entdeckungsreise durch die

und dem Leben der Einwohner beeindrucken.

Der Weg beginnt mit der Besichtigung

der Quartiere der Anniviarden

in Sierre und endet mit einem Posten

zur Religionsausübung in Chandolin.

Für die vorgeschlagene Strecke im Val

d’Anniviers benötigt man etwa drei Stunden:

neunzig Minuten für die Autofahrt

und neunzig Minuten für die Besichtigung

der verschiedenen Posten. Das

Buch zum Rundgang ist für zwanzig Franken

in den Verkehrsbüros erhältlich.

www.valdanniviers.ch

Sion | The Ark – die Stiftung für Innovation

im Wallis will Digitalisierung und

Energie näher zusammenbringen: Mit

dem Smart Energy Portal wird eine neue

Informations- und Datenaustauschplattform

für die Digitalisierung im Energiemarkt

realisiert. Das Ziel ist, Informationen

für Fachleute und für interessierte

Personen zur Verfügung zu stellen. Die

Smart-Energy-Thematik wird auch an einer

jährlichen Veranstaltung aufbereitet,

dem nationalen Thementag Smart Energy,

der 2018 am 31. August in Sion stattfindet.

Das Wallis ist ein wichtiger Erzeuger

für Wasserkraft, verfügt über ein

Freiluftlabor (BlueArk Entremont) sowie

zahlreiche akademische Kompetenzzentren

(eEnergy Center, EPFL Valais Wallis,

HES-SO Valais Wallis) und positioniert

sich deutlich bei der Digitalisierung

von Energie. Der Energiemarkt befindet

sich in ständigem Wandel, erneuerbare

Energien werden wichtiger. Gerade damit

steigert sich der Bedarf an neuen, digitalen

Lösungen, um die Energie sinnvoll

und effizient zu nutzen und sie dorthin

zu bringen, wo sie gebraucht wird.

www.smartenergyportal.ch

10


Der Chronist der

Freiheitsliebenden

Wilfried Meichtry hat einen erfolgreichen Film über Katharina von Arx

und Freddy Drilhon gedreht.

Wallis | Der Walliser Wilfried Meichtry

glaubte zuerst, er sei einer «Lügenbaronin»

begegnet, als er Katharina von Arx

das erste Mal traf: «Die 83-jährige Frau

zeigte uns ihr eindrückliches Haus und

erzählte unglaubliche Geschichten. Sie

habe als junge Frau mit Auto-, Schiff- und

Flugzeugstopp die Welt umrundet, sei in

Indien in den Harem eines Maharadschas

geraten, habe in Japan am Radio gesungen

und in Neuguinea Kannibalenstämme

besucht.» Nach zwei Gesprächen und einem

längeren Augenschein in ihrem Archiv

konnte Meichtry sein Glück kaum

fassen: «Vor mir lag ein überaus spannender

Stoff mit einer eindrücklichen Protagonistin.

Bei unserem dritten Besuch

stellten wir die Kamera auf, ich begann

die alte Dame zu interviewen, und wir

begannen von einem Kinofilm über das

Leben der Katharina von Arx zu träumen.»

Der Traum wurde 2017 wahr, doch

statt eines reinen Abenteuerfilms wurde

daraus die Doku-Fiktion «Bis ans

Ende der Träume» über die Beziehung

von Katharina von Arx mit ihrem Ehemann

Freddy Drilhon. Bereits zwei Jahre

vorher hatte der Historiker, Schriftsteller,

Drehbuchautor und Filmemacher

11

das Buch «Die Welt ist verkehrt, nicht

wir» über die beiden Filmprotagonisten

veröffentlicht. Leider erlebte Katharina

von Arx den Film nicht mehr, ist sie doch

2013 gestorben.

Bekannt wurde Meichtry bereits 2007

mit dem Buch «Verliebte Feinde», welches

das Leben von Iris und Peter von

Roten nachzeichnet, die beide für Frauenrechte

einstanden. Das Buch wurde

ebenfalls verfilmt. Auch als Biograf von

Mani Matter machte sich Meichtry einen

Namen, und er kuratierte verschiedene

Ausstellungen.

www.bis-ans-ende-der-traeume.ch


BIKE

GLETSCHER-

ROUTE

Entlang zweier Gletscher, heimeliger Dörfer

und mächtiger Viertausender –

der Rundkurs Stoneman Glaciara bietet

keine Erholung, aber sehr viel Vergnügen.

Text: Monique Ryser Fotos: Pascal Gertschen

12


13

Stoneman-Biker auf der Moosfluh,

hoch über dem Aletschgletscher.


1 2

3

BIKE

14


4

1 Hochalpine

Landschaft auf dem

Trail. 2 Rast am Aletschgletscher.

Der Stoneman

Glaciara führt auch am Fieschergletscher

vorbei. 3 Durchfahrt durch

den alten Dorfkern von Bellwald.

4 Wer einen Pokal gewinnen

will, muss gut trainiert

sein – doch der Trail

macht allen

Spass.

Manchmal muss man schnell sein

und gleich handeln: Es dauerte

nur wenige Stunden, bis Romeo

Volken eine ungefähre Streckenführung

beisammenhatte, um seine Region

ins Stoneman-Netz aufnehmen zu lassen.

Nach einem Vortrag an einem Bike-

Kongress über das Konzept der Stoneman-Biketrails

war ihm klar, dass das

Wallis mitmachen musste. Nach dem

Kongress verfeinerten Romeo Volken

und Robert und René Diezig den Streckenplan

und schickten die Bewerbung

ab. Der Zuschlag kam kurz vor Weihnachten

2016, die beteiligten Gebiete

Landschaftspark Binntal, Goms, Aletsch

Arena und Bellwald machten es möglich,

dass ein halbes Jahr später der 127 Kilometer

lange Stoneman Glaciara eingeweiht

werden konnte. Er hatte sich gegen

andere Kandidaten in der Schweiz

durchgesetzt.

Die Idee ist einfach und hat Erfolg: Die

Stoneman-Rundstrecken sind nicht nur

für einen Event geöffnet, sondern sollen

den Fans des Mountainbikens die ganze

Sommersaison zur Verfügung stehen.

«Wichtig war mir, dass dies ein neues

Angebot für den sanften Tourismus ist.

Die meisten werden für mehrere Tage

kommen, hier auch übernachten und

das Wallis in all seinen Schönheiten geniessen»,

so der umtriebige Bellwalder.

Stoneman-Trails gibt es bereits in den

Dolomiten und im Erzgebirge, sie führen

alle durch landschaftlich spektakuläre

Gebiete, und pro Land gibt es nur einen.

«Wir sind wirklich stolz, dass wir die

Schweiz in diesem Netz vertreten dürfen»,

freut sich Romeo Volken. Und fügt

an, dass es auch der Einzige sei, der

gleich an zwei Gletschern vorbeiführe –

weshalb ihm auch der Zusatz Glaciara

gegeben wurde.

Der 38-Jährige ist ein begnadeter Biker,

war Mitglied des Swiss National Teams

und vertrat an einer Welt- und einer

Europameisterschaft die Farben der

Schweiz. Er initiierte nicht nur den

Stoneman Glaciara, sondern auch das

Bellwalder Downhill-Rennen, an dem bis

zu 400 Leute teilnehmen. Dieses Jahr

findet es bereits zum zwölften Mal statt,

wie immer in der ersten Oktober-Woche.

Romeo Volken betreibt in Bellwald die

Bike-Unternehmung Rodeo Bike mit

Shop und Guiding Service, selber ist er

ausgebildeter Swiss Cycling Guide. «Das

Wallis hat 8000 Kilometer Singletrails –

da gibt es viel zu entdecken», verspricht

er. Der Stoneman Glaciara hat aber natürlich

einen besonderen Platz in seiner

persönlichen Bestenliste: Die Stoneman-

Glaciara-Route führt über drei ausgewogene

Etappen hinauf zum Eismeer des

Grossen Aletschgletschers und zurück

nach Mörel. Mit knapp 1600 Höhenmetern

folgt der Königsanstieg: Eine alte Militärstrasse

führt steil rauf zum 2451 Meter

hohen Breithornpass. Es folgt die

Abfahrt ins Binntal, der Schatzkammer

für Bergkristalle und über 200 andere

Mineralien. Immer der Rhone entlang

geht es danach in Richtung Obergoms –

entlang uralter, mystischer Dorfkerne,

geschichtsträchtiger Denkmäler und einladender

Cafés. Dass das Wallis nicht

nur mit hohen und schönen Bergen

glänzt, sondern auch durch die einmalige

Holzarchitektur und Stimmung in

den typischen Walliser Dörfern mit den

braun gebrannten Chalets, war ein

Grund, dass diese Region ins Netz aufgenommen

wurde.

15


1 Die Römerbrücke

in Binn.

2 Roland Stauder, Gründer

des Stoneman, auf dem

Trail. Um das Wild zu schützen, starten

die Biker erst nach Sonnenaufgang.

3 Die alten Dorfkerne des Goms sind

kulturelle Höhepunkte auf der

Strecke. 4 Das Matterhorn,

einmal aus anderer

Perspektive.

BIKE

Wie man den Rundkurs absolviert, ist jedem

selber überlassen. «Die Teilnehmer

starten, wo sie wollen, und sie nehmen

sich die Zeit, die ihnen entspricht. Die

Route des Stoneman Glaciara ist vollständig

beschildert.» Wer als Stoneman

«geadelt» werden und gar einen Pokal

gewinnen will, besorgt sich das Starterpaket

mit Stempelkarte, um die Absolvierung

des Rundkurses zu bestätigen.

Er muss ihn in maximal drei Tagen absolvieren.

«Die Strecke in einem Tag zurückzulegen,

ist nur für Athleten», warnt Volken.

In drei Tagen schaffen es aber auch

routinierte Biker mit Trail-Erfahrung.

Volkens Höhepunkte der Route sind die

Abschnitte von Bellwald ins Fieschertal:

«Ein richtiger Singletrail mit Wurzeln und

Steinen.» Auch vom Märjelen zurück

auf die Fiescheralp sei spektakulär, wer

es schnell und rassig möge, werde beim

Abstieg Moosfluh nach Mörel glücklich.

Damit auch die Ruhezeit genossen werden

kann, sind über die Website die verschiedenen

Übernachtungsmöglichkeiten

aufgelistet. Insgesamt 18 Übernachtungs-

sowie 12 Servicepartner befinden

sich direkt an der Strecke.

Ziel der Stoneman-Strecken sei, die Biker

zu motivieren, an ihre Grenzen zu gehen

und andere Regionen kennenzulernen.

«Der Pokal ist so ausgestaltet, dass

ihm ein zweiter oder dritter gewonnener

obenauf gesetzt werden kann.» Romeo

Volken ist überzeugt, dass die einzelnen

Gebiete voneinander profitieren. «Ich

erhoffe mir auch, dass die Fahrer des

Stoneman Glaciara erkennen, welche

Schönheiten und welche Möglichkeiten

das Wallis Bikern bietet.» Denn: Das Wallis

ist das perfekte Abenteuerland, eine

unermessliche Spielwiese an Trails. Hier

führen bestens markierte Mountainbike-

Strecken vorbei an sprudelnden Bergbächen

und Alpseen oder schlängeln

sich über Bergflanken und durch dichte

Wälder. Dank den öffentlichen Verkehrsmitteln

und Bergbahnen stehen unzählige

Möglichkeiten offen, um Touren für

jedes Niveau zu planen.

Es gibt leichte Touren wie Courtavey

Bike, eine 12,4 Kilometer lange Tour zwischen

Crans-Montana und den Alpweiden

etwas ausserhalb. Oder die 12,7 Kilometer

lange Biketour Schwarzsee–Zermatt,

die sich fürs gemütliche Fahren

eignet, ideal auch für Familien. Mittlere

Touren hat es übers ganze Wallis verteilt,

so etwa die Alpentour Route du Lait –

eine angenehme Tour, die von der Bergstation

der Seilbahn Champéry-Croixde-Culet

über Lapisa nach Champéry

zurückführt und wunderschöne Sicht auf

die Dents Blanches bietet. Die legendäre

Schweizer Mauer (Chavanette) kann

für einmal ohne Schnee und Buckel bezwungen

werden! Wer sehr gut trainiert

ist und sich den Viertausendern nähern

will, wählt die Strecke Valais Alpine Bike

– keine andere Route kommt so nahe

an die imposanten Viertausender heran.

143 Kilometer von Verbier nach Chandolin,

einige Teile der Strecke sind identisch

mit dem legendären Bike-Rennen

Grand Raid von Verbier nach Grimentz.

Dieser Bike-Marathon ist nicht nur der

älteste und einer der eindrücklichsten

der Alpen, sondern auch einer der prestigeträchtigsten

überhaupt.

Die beste Zeit, sich auf einen alpinen Trail

zu machen, beginnt im Juni. Auch der

Stoneman Glaciara öffnet am 15. Juni.

Infos: www.stoneman-glaciara.com

www.valais.ch/bike

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B L A T T E N

Revolutionäre

im Lötschental

Frischer Wind im abgelegenen Weiler:

Trotz seinem 150-Jahr-Jubiläum ist im Hotel Nestund

Bietschhorn vieles neu. Die Gastgeber holen

mit innovativen Methoden mehr Gäste ins Tal.

Text: Manuela Enggist Fotos: Kurt Reichenbach

HOTEL

Die Tür geht auf. Ein Junge stürzt

– dicht gefolgt von seinem Bruder

– grinsend in die Gaststube

herein. Er hält ein Flugzeug aus Lego in

der linken, einige Servietten in der anderen

Hand. Der vierjährige Noé und

der eineinhalbjährige Luc sind die Söhne

von Esther Bellwald und Laurent

Hubert – dem Hotelierpaar vom «Nestund

Bietschhorn» – und die heimlichen

Stars im elterlichen Betrieb. Die beiden

toben durch das Hotel, helfen beim

Getränkeauffüllen, verlegen die Kassenbons

und bringen mit ihren Spässen

die Gäste zum Lachen – genau wie

einst ihre Mutter. Das Genusshotel Nestund

Bietschhorn, am Dorfeingang von

Blatten gelegen, eingebettet zwischen

Berner und Walliser Alpen, feiert in diesem

Jahr sein 150-Jahr-Jubiläum. 1868

erbaut, um den zu Berge gehenden Engländern

und der wachsenden Zahl an

Touristen Unterkunft zu bieten, ist es

heute das älteste Hotel im Lötschental.

Esther Bellwald ist zwei Jahre alt, als

ihre Eltern das Hotel übernehmen. Sie

wächst im Betrieb auf, lebt und liebt die

Gastronomie schon früh. Ihren Mann

lernt sie vor 21 Jahren am Herd in einer

Lausanner Hotelküche kennen: Sie arbeitet

am Fleischposten, er ist für den

Fisch zuständig. Der gebürtige Franzose

und die Walliserin werden ein Paar,

arbeiten in renommierten Betrieben,

bereisen die Welt und kehren 2011 zu

Bellwalds Wurzeln ins Lötschental zurück.

Während sechs Jahren pachten

sie den Betrieb, bevor sie sich für den

Kauf entscheiden. «Wir mussten erst

herausfinden, ob wir hier eine Zukunft

haben. Uns war klar, dass wir viel investieren

müssen, um mit einem Traditionsbetrieb

wie diesem konkurrenzfähig zu

bleiben», sagt Bellwald am späten Nachmittag

in der Gaststube, während die

Kinder beim Vater in der Küche spielen.

Für die ausgebildete Köchin und Absolventin

der Hotelfachschule Thun

war klar, dass sie zu unüblichen Mitteln

greifen müssen, um hier zu überleben.

Sie gründen 2011 zusammen mit den

Partnerhotels Edelweiss und Breithorn

in Blatten die Hotel- und Tourismuskooperation

Die Lötschentaler, zu der

3

1 Die Gastgeberfamilie in ihrer

Gaststube: Hotelière Esther Bellwald

mit Sohn Luc auf dem Arm,

Küchenchef Laurent Hubert mit

Noé. 2 Überbleibsel erinnern an die

Bergsteiger von früher. 3 Tschäggättä

im Kleinformat: Die für das

Lötschental typischen Masken aus

Arvenholz, Ziegen- oder Schafspelz

baumeln als Anhänger an den

Zimmerschlüsseln.

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1

2

HOTEL

3

4

1 Die jahrhundertealten Holzwände

kamen bei Renovationsarbeiten zum

Vorschein. 2 Die Uniform trug früher

ein Herrgottsgrenadier. 3 Das Paar

lernte sich bei der Arbeit kennen.

4 Kreation von Laurent Hubert:

Rumpsteak-Medaillon vom Limousin-

Natura-Beef aus Raron mit Portwein-Jus,

Bäckerinnen-Kartoffeln

und Gemüse.

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Die Gastgeber

greifen zu

unüblichen

Mitteln, um

mehr Gäste ins

Lötschental zu

locken

heute auch der Campingplatz auf der

Fafleralp gehört. Mit gemeinsamen Investitionen

und Marketingstrategien

wollen die Betriebe die Kosten senken,

gemeinsam mehr Gäste ins Lötschental

holen und somit neue Investitionsmöglichkeiten

schaffen. «Wir sind eine kleine

Tourismusdestination. Alleingänge

sind hier schwierig», erklärt die 40-Jährige

die enge Zusammenarbeit im Tal.

Die Kooperation wirkt sich positiv aus.

Seit dem Sommer 2017 können alle drei

Hotels komplett renovierte Zimmer anbieten.

Im Hotel Nest- und Bietschhorn

brachten diese Umbauarbeiten gut

gehütete Geheimnisse zutage: Unter

Schichten von Gips und Täfer kamen

dunkle Holzwände zum Vorschein. Diese

gehörten wohl zum «Egguhuis», einem

alten Bauernhaus, das von einer Lawine

teilweise zerstört und danach abgerissen

worden war, um Platz für das Hotel

zu machen. Die verwertbaren Holzteile

wurden beim Hotelbau wiederverwendet

und können heute in zwei Schlafzimmern

bewundert werden.

Es sind überraschende Funde wie diese,

welche die Hoteliers antreiben. Und

die Leidenschaft für ihr Handwerk. Der

gelernte Koch Hubert hat über die Jahre

seinen ganz persönlichen Stil entwickelt:

Der 46-Jährige vereinigt lokale,

frische Produkte aus dem Lötschental

mit ein wenig nordfranzösischer Tradi-

tion aus seiner Heimat zu aussergewöhnlichen

Kreationen, die ankommen. 2018

wurde Hubert mit 15 GaultMillau-Punkten

ausgezeichnet. Auch die konsequente

Ausrichtung auf Walliser Weine wurde

von GaultMillau mit einem Platz unter

den zehn besten regionalen Weinkarten

der Schweiz gewürdigt.

Das weit gereiste Paar ist überzeugt,

dass ein kleiner Betrieb, wie sie ihn

führen, auch in einem abgelegenen Tal

funktionieren kann. «Gutes Essen und

ehrliche Gastronomie kann man überall

machen. Wenn man die Gäste überzeugt,

nehmen sie auch eine längere

Anreise auf sich», so Hubert. Und die

Gastgeber setzen dem i-Tüpfelchen gerne

noch eins obendrauf: Im Sommer findet

regelmässig das Frühstück am Bach

statt, und in jedem Zimmer wartet ein

Rucksack mit Proviant auf die Gäste, der

sie auf den Wanderungen begleitet.

Zudem bietet die Ruhe und intakte

Landschaft im Tal die richtige Auszeit für

jemanden, der sich in familiärer Atmosphäre

erholen will. Das ist Bellwald

besonders wichtig: «Wir wollen, dass sich

unsere Gäste genauso wohlfühlen wie

unsere Kinder, die hier frei herumspringen

können.» Ihr Blick folgt ihrem Sohn

Noé, der wieder in der Gaststube am

Herumwuseln ist und dem Kellner beim

Abräumen hilft. Das Gastgeber-Gen

scheint ihm gewiss.

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DAS MANA

DER BERGE

Er kam, sah und befand, das sei

der schönste Trip des Jahres

gewesen. Der hawaiianische Surfstar

Kai Lenny auf Besuch im Wallis.

Text: Monique Ryser Fotos: David Carlier

REISE

Kai Lenny mit dem Segel fürs

Kiteboard am Riffelsee mit Blick auf

das Matterhorn. «Hier zu surfen –

amazing.»

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23


REISE

Kai Lenny ist ein Star: Der 24-jährige

Hawaiianer von Maui ist

Wellenreiter, Stand-up-Paddling-

Weltmeister, Kite- und Foilsurfer. Und

hat er ein passendes Brett, schafft er

auch problemlos jeden Schneehang. Auf

Einladung seines Sponsors TAG Heuer

hat er das Wallis besucht und dabei

nichts ausgelassen. Obwohl er mit dem

Vulkan Haleakala einen 3000er gleich

vor der Haustür hat, war er tief beeindruckt

von den Bergen und der Landschaft.

Und: Die Bilder, die er von seinem

Trip auf Facebook postete, gehören zu

den am meisten gelikten seiner Posts.

Deshalb möchte er bald wieder Inseln

gegen Berge tauschen.

Von Hawaii ins Wallis: Was war

das überraschendste, als Sie hier eintrafen?

KAI LENNY: Ich war das erste Mal im

Wallis und in Zermatt. Alles war irgendwie

anders: verkehrsfreie Strassen,

durchs Dorf laufende Ziegen. Und doch

war es auch vertraut: Auf Maui laufen

die Hühner und Gockel frei durch die

Städte. Die Temperatur hingegen war

eine Herausforderung, bei uns auf Hawaii

ist es halt immer warm. Für immer

in meiner Erinnerung eingebrannt bleibt

aber der erste Blick aufs Matterhorn!

Ozean und Berge – gibt es da eine Verbindung?

KL: Wenn ich mit dem Foilboard weit

draussen auf dem Meer in hohen Wellen

surfe, dann gibt mir das ein bisschen

das Gefühl, ich sei von Bergen umgeben.

Als ich im Wallis aber vor diesen imposanten

Alpen stand, fühlte ich das Mana

– die Kraft, die von ihnen ausgeht.

Sie sind auf einem Bergsee aufs Brett

gestiegen. Wie war das?

KL: Das Wasser ist das verbindende Element.

Sogar auf dem Snowboard fühle

ich mich zu Hause – Schnee ist ja nichts

anderes als gefrorenes Wasser. Auf Hawaii

haben wir viel Wind, der uns erlaubt,

auf den Wellen zu surfen. Mit dem richtigen

Equipment habe ich aber auch auf

einem wellenlosen Bergsee sehr viel Fun.

Auf Hawaii gibt es eindrückliche Vulkane,

zum Beispiel den 3055 Meter

hohen Haleakala auf Maui, der ebenfalls

manchmal mit Schnee bedeckt

ist. Der Unterschied zu den Alpen?

KL: Wir sind mit dem Helikopter durch

die Wolken und über die Berge geflogen,

und ich war überwältigt von dieser Kraft,

von den extremen Formen, die die Natur

hier gestaltet hat. Es war einfach fantastisch.

Das Wallis, Zermatt und die

Schweiz gehören zu den schönsten Plätzen,

die ich auf meinen Reisen je gesehen

habe. Ich wäre begeistert, wenn ich

bald zurückkehren könnte.

Wie haben Sie Ihren Freunden zu

Hause das Wallis beschrieben?

KL: Ich habe zu ihnen gesagt, stellt euch

vor, auf ein Gemälde zu schauen. Das

Grün ist so lebendig, der Himmel ist superblau,

und die Seen haben ganz eigene

Farben.

Was hat Ihnen am meisten gefallen?

KL: Wir wanderten auf schmalen Berggraten,

dann gings mit dem Snowboard

über Gletscher, gefolgt von einem

Sprung mit dem Paraglider, Kitesurfing

am Fuss des Matterhorns und Foilsurfing

auf dem Genfersee. Wow – ich müsste

nochmals zurückkommen, um sagen zu

können, was das Schönste von allem war!

«Sogar auf

dem Snowboard

fühle ich

mich zu

Hause», so der

Hawaiianer.

24


1

2

3

1 Kai Lenny

wurde von Geissen

auf der Dorfstrasse in Zermatt

empfangen. 2 Wasser ist

sein Element – in welcher Form auch

immer. 3 Lenny ist ein Star in der Surfszene

und bereist die ganze Welt – die ein

Dorf ist: Fotograf David Carlier

fand heraus, dass er vor

20 Jahren auf Hawaii

sein Nachbar

war.

25


Marco da Silva von der Rebschule

Germanier in Conthey präpariert

die neuen Setzlinge, um sie aufs

Feld zu pflanzen.

PORTFOLIO

26


W E I N B A U

Rebschule

24 Arbeitsschritte sind nötig, bis aus

alten Reben ein neuer Setzling

entsteht. Einmal im Weinberg

eingepflanzt, trägt der Rebstock

jahrzehntelang Trauben.

Fotos: Sedrik Nemeth

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1

PORTFOLIO

2

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3

4

1 Die Triebe

werden mit Paraffin

vor Austrocknung geschützt.

2 Angela Teixeira Pica

schneidet die Zweige – Edelreiser genannt

– auf ein Auge zurück. 3 Jeder Zweig

wird im 14-monatigen Prozess mehrfach

in die Hand genommen. 4 Nach

dem Pfropfen werden die

Stecklinge in Sägemehl

gelagert.

29


PORTFOLIO

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31

Die Veredelungsstellen der Stecklinge

werden im Treibhaus zum Zusammenwachsen

angeregt. Filipe Caeiro

Fialho beim Verladen der Kisten.


Eric Germanier auf einem seiner

Felder im Weiler Erden in der

Gemeinde Conthey im Unterwallis.

PORTFOLIO

32


33

In der Rebschule wird eine Fruchtfolge

eingehalten. Dazu tauscht

Germanier auch Land mit einem

Bauern aus der Nachbarschaft ab.


PORTFOLIO

Rückschnitt der Reben Anfang Jahr.

Dabei werden auch die Edelreiser

entnommen, aus denen es neue

Pflanzen gibt.

34


Text: Monique Ryser

Das Wallis ist mit 4 825 kultivierten

Hektaren der wichtigste Schweizer

Weinbaukanton. Rund drei

Prozent der Fläche werden jährlich ersetzt.

Eric Germanier ist einer von fünf

Walliser Spezialisten, die in ihren Rebschulen

Jungpflanzen heranziehen. Es ist

eine harte Arbeit, Germaniers schwieligen

Hände zeugen davon. Es erfordert

ein immenses Fachwissen, grosse Exaktheit

und Sauberkeit. «24 Einzelschritte

sind nötig, bis die Jungpflanzen in den

Verkauf kommen», erklärt Germanier.

Die Arbeit beginnt im Spätherbst: Dann

nämlich kommen Spezialisten des Bundes

und kontrollieren sowohl das geplante

Anbaufeld als auch die bestehenden

Reben, deren Triebe für die Jungpflanzen

verwendet werden. Die Kontrolle

dient der Sortenechtheit und

-reinheit, aber auch dem Ausschluss von

Viruserkrankungen. Beim Rückschnitt

der Reben im Januar/Februar werden

dann die Triebe, im Fachjargon Edelreiser

genannt, entnommen. Germanier

und seine zehn Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter schneiden diese auf ein

Auge pro Zweig zurecht und sammeln

sie nach Sorten. «Fällt ein Teil auf den

Boden, lassen wir es liegen. Die Gefahr,

dass wir Sorten verwechseln und etwas

in eine falsche Kiste kommt, ist zu gross»,

erklärt Germanier. «Bei uns ist alles etikettiert.

Wirklich alles! Wir sind die Spezialisten

der Etiketten, alle haben immer

welche in den Taschen.»

Um eine gesunde Pflanze zu erhalten,

wird die beste Wurzelsorte mit der besten

Fruchtsorte verbunden. Die Wurzelsorte

dient also als Unterlage für die

Edelreiser, die mit einer Maschine aufgepfropft

werden. Bei Germanier sind die

Unterlagsstängel eine robuste amerikanische

Sorte, die er aus Frankreich bezieht.

Das Pfropfen erfolgt mittels zweier

Einschnitte, um die beiden Teile ineinanderzustecken.

Sofort wird die Veredelungsstelle

in Paraffin getaucht.

Denn: «Die grösste Gefahr ist die Austrocknung.»

Die Stecklinge lagern dann

in Kisten mit gewässertem Sägemehl in

einem auf dreissig Grad aufgeheizten

Raum. Damit wird das Zusammenwachsen

forciert. Ab ungefähr Mitte Mai

kommen sie dann aufs Feld, wo sie den

Sommer über gut zusammenwachsen

können. Die Bewässerung erfolgt mit einem

unterirdischen System, der Boden

ist mit Plastik abgedeckt. Im November

ziehen Germanier und seine Leute die

Jungpflanzen sorgfältig aus dem Boden.

Noch einmal wird jede Einzelne in die

Hand genommen und mit Druck des Daumens

überprüft, ob die Veredelungsstelle

auch gut verwachsen ist. Zudem brauchen

die Wurzeln einen Rückschnitt.

«Meist gibt es zwanzig bis dreissig Prozent

Ausschuss», so der Spezialist. In den

Verkauf kommen rund 300 000 Stück.

Und wie viel kostet eine Jungpflanze?

«3.40 Franken», so Germanier.

Die am meisten verkauften Sorten sind

Pinot Noir und Chasselas, gefolgt von

Sylvaner und Heida. Pinot Noir und

Chasselas sind auch die am häufigsten

angebauten Sorten, wachsend ist aber

seit Jahren der Anteil der einheimischen

Varietäten Petite Arvine, Cornalin, Heida

und Humagne Rouge. Die Walliser

Rebschulen tragen zusammen mit dem

kantonalen Amt für Weinbau und Agroscope

Changins und Wädenswil ihrem

Erbe Sorge und haben bei Eric Germanier

die Sélection Valais angebaut, Hunderte

von Reben der einheimischen Sorten,

die den Fortbestand des eigenen

Erbes sichern sollen und gemeinsam gehegt

und gepflegt werden.

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Eric Germanier hat die Rebschule vom

Vater übernommen. «Die zehn langjährigen

Angestellten sind unser Kapital, sie haben

grosses Fachwissen.»


OLYMPIA

ramon zenhäusern

Skirennfahrer | «Unser Land eignet sich

hervorragend, um Olympische Winterspiele

durchzuführen, da das Herz des Wintersports

in der Schweiz und im Wallis liegt. Sion 2026

ist ein Top-Dossier, das auf Einfachheit und

Nachhaltigkeit beruht. Der Grossteil der

Infrastrukturen steht schon. Die Stimmung bei

meinen Wettkämpfen an den Olympischen

Spielen in Pyeongchang war leider gleich null.

Ich habe mich wie bei einem Europacup-Rennen

gefühlt. Im Wallis gäbe es ein Volksfest

für die ganze Schweiz. Auch für mich persönlich

wäre es fantastisch, wenn die Spiele

direkt vor meiner Haustür stattfinden würden.

Das würde mich riesig freuen und könnte zu

meinem Karrierehöhepunkt werden.»

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Fotos Keystone / Gian Ehrenzeller, Keystone / Anthony Anex,

Valeriano Di Domenico, Remo Naegeli


«Packen wir die

Chance»

Olympiasieger, Sport-Ikonen und der

Sportnachwuchs aus dem Wallis und der

Schweiz sind sich einig: Sion 2026 muss Realität

werden, damit die Olympischen Winterspiele

endlich in die Schweiz zurückkehren.

pat burgener

Snowboarder / Halfpipe | «Wir Spitzenathleten

träumen alle von Olympia, und Pyeongchang

war das Grösste für mich. Die Schweiz

hat die Schneesporttradition, das Know-how

und die Fähigkeit, die Spiele zu veranstalten.

Ich wäre dann über 30, aber ich würde bis

2026 weitermachen! Und schon mal 2022 in

China für unser Land eine Medaille holen.»

Mélanie Meillard

Skirennfahrerin | «Die Walliserinnen und

Walliser sind leidenschaftliche Menschen und

würden die Olympischen Spiele zu einem

grandiosen Fest machen, da bin ich absolut

überzeugt. Ich denke, dass es eine wunderbare

Ambiance wäre. Schon nur an Weltcuprennen

sieht man ja, wie viele Menschen uns

unterstützen.»

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Daniel yule

Skirennfahrer | «Ich glaube, es wäre eine

gute Möglichkeit zu zeigen, dass das Wallis

so einen Grossevent nachhaltig durch -

führen kann. Wir haben hier auch sonst viel

zu bieten: Das Panorama ist wunderschön,

der Wein ausgezeichnet, und ein richtiges

Raclette gibt es nur im Wallis.»


Théo Gmür

Luca Aerni

Didier Cuche

OLYMPIA

Skirennfahrer | «Die Olympischen und Paralympischen

Winterspiele im Wallis wären

grossartig. Vor allem jetzt, wo ich das erste

Mal dabei war und weiss, wie es ist, ist es

noch viel mehr mein Wunsch. Acht Jahre sind

zwar noch eine lange Zeit, doch die Spiele

in der Heimat wären ein Grund für mich,

bis dann weiter Ski zu fahren. Es wäre der

perfekte Schlusspunkt für meine Karriere.»

Skirennfahrer | «Ich hoffe, dass sich das

Wallis oder die Schweiz für die Olympischen

Spiele entscheidet. Die Schweizer mögen

Sport und machen gute Stimmung, man sieht

dies in Adelboden, Wengen, aber auch in

Basel beim Tennisturnier. Für uns Sportler

wäre es toll! Familie, Freunde und Fans

würden zu den Wettkämpfen kommen und

sie für uns unvergesslich machen.»

Ehemaliger Skirennfahrer | «Wir haben das

Know-how, um solche Spiele durchzuführen.

Das IOC hat die Richtlinien angepasst,

die Spiele sollen zurück zu einer normalen

Grösse finden, und dies ist unsere Chance.

Es ist an der Zeit, dass wieder mal ein alpines

Land die Spiele durchführt. Ich denke da an

Lillehammer 1994 – diese Spiele waren sehr

gut besucht. Das können wir auch!»

Foto Remo Naegeli, Mickey Ross, Kurt Reichenbach, Sedrik Nemeth,

Rob Lewis, Johann Groder/freshfocus, Sébastien Agnetti / 13 Photo

Roland Collombin

Ehemaliger Skirennfahrer | «Das Wallis ist

der ideale Ort für Olympische Winterspiele!

Sind wir ehrlich – viel besser als China oder

Korea. Für uns bietet sich die Chance, unser

Land und im Speziellen das Wallis der Welt

zu zeigen. Das ist für den Tourismus Gold

wert. Olympische Spiele sind einmalig –

für die Athletinnen und Athleten und die

Zuschauer. Packen wir die Chance!»

daniel albrecht

Ehemaliger Skirennfahrer | «Uns geht es um

den Sport. Für Bestleistungen braucht es

ideale Wettkampfbedingungen, nicht Protz

und Prunk. Wir wollen Pioniere sein und das

Olympische Komitee wieder auf den richtigen

Weg führen – einen sportlichen. Nachhaltig

wird nicht nur die Infrastruktur sein, sondern

auch die Emotionen – die bleiben ewig

in Erinnerung.»

Benjamin weger

Biathlet | «Die Olympischen Spiele wären

eine Chance für das Wallis, die Schweiz und

unsere Athleten. Als Sportler ist es eine einmalige

Gelegenheit, im eigenen Land an

Olympischen Spielen teilzunehmen – dies

würde eine grosse Euphorie auslösen. Zudem

ist das Wallis der optimale Standort, hat es

bei uns doch die Infrastruktur, die Erfahrung

und nicht zuletzt sehr gute Athleten.»

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patrizia kummer

Snowboarderin | «Die Schweiz hat einmalige

Voraussetzungen, um die Olympischen Winterspiele

zu einem unvergesslichen, aber

gleichzeitig nachhaltigen Event zu machen.

Wir rühmen uns einerseits als Sportland und

andererseits als Hochburg für Innovationen

und Umweltschutz. Mit Sion 2026 können wir

der Welt beweisen, dass wir diesen Ruf zu

Recht haben.»

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Bernhard Russi

pirmin zurbriggen

vreni Schneider

OLYMPIA

Ehemaliger Skirennfahrer | «Die Olympischen

Spiele sind bestes Marketing für den

Schweizer Tourismus. Die verschneiten Berge

kommen weltweit nirgends besser zur Geltung.

Zudem befindet sich auch das IOC in

einem gesunden Wandel. In der Schweiz

haben wir schon viel an Infrastruktur, und wir

könnten zeigen, dass sensationelle Spiele

auch in humanen Dimensionen möglich sind.»

Ehemaliger Skirennfahrer | «Wer soll denn

sonst die Olympischen Spiele durchführen,

wenn nicht wir? Wir können in der Schweiz

echte Spiele mit Begeisterung, Ursprung und

Vernunft ins Leben rufen.»

Ehemalige Skirennfahrerin | «Dies ist unsere

letzte Chance auf Olympische Spiele. Ich

durfte in Lillehammer schöne Olympische

Spiele miterleben. Sie waren klein, sympathisch

und perfekt organisiert. Selbst Athleten,

die keine Medaille mit nach Hause nahmen,

sagten, es sei ein wunderbares Erlebnis

gewesen. Das können wir in der Schweiz Athleten

aus der ganzen Welt ebenfalls bieten.»

Fotos Lukas Maeder / 13 Photo, Sébastien Agnetti / 13 Photo,

Fabienne Bühler, Sedrik Nemeth, Rémy Steiner, David Carlier

Philippe Varone

Stadtpräsident von Sion | «Sion möchte Austragungsort

der Olympischen Spiele 2026

werden – als Synonym für menschliche, verantwortungsvolle

und nachhaltige Spiele. Die

Kandidatur ist finanziell vernünftig, aber

gross in den Ambitionen. Für unsere Jugend

wäre es ein grosses Abenteuer. Olympische

Spiele zu organisieren ist eine Gelegenheit

und ein Projekt für eine ganze Generation.»

Didier Défago

Ehemaliger Skirennfahrer | «Sion 2026 ist

eine Chance für unsere Jugend – damit können

wir ihnen den Wintersport wieder näherbringen,

zeigen, dass er zu unserer Kultur

gehört! Das Mitfiebern mit den Idolen ist das,

was Kinder motiviert. Die Schweiz kann ökologisch,

ökonomisch und verkehrstechnisch

zum Vorbild werden. Dafür brauchen wir

Menschen, die andere begeistern.»

Amélie REymond

Telemarkerin | «Nicht nur die Walliser, sondern

viele Schweizer Kantone würden Gastgeber

der Olympischen Spiele sein. Wir könnten

unser organisatorisches Know-how sowie

unseren festlichen Spirit unter Beweis stellen.

Zudem werden unsere wunderschönen

Berge, der Schnee und andere Landschaften

den Olympischen Winterspielen Authentizität

verleihen.»

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Die Karte der Sportstätten

zeigt, dass die ganze Schweiz

ins Konzept Sion 2026

einbezogen werden soll.

BRUXELLES

FRANKFURT

Bienne

BASEL

Berne

MÜNCHEN

ZÜRICH

SALZBURG

PARIS

Engelberg

Fribourg

Grand tramplin

Eiger-Mönch-Jungfrau

4158 M

Kandersteg

Ulrichen

Tramplin normal

Fiesch

Lausanne

Montreux

Leysin

Crans-Montana

Viège

PARIS

Aigle

Les Diablerets

Saint-Moritz

/Celerina

Sion

Thyon/Veysonnaz

Genève

Mont-Blanc

4809 M

Martigny

Cervin

4478 M

MILANO

LYON

BARCELONA

MARSEILLE

Liaisons internationales

Olympic Ring rail

Olympic Ring rail + autoroute

Infrastruktur der Schweiz nutzen

19/02/18

Text: Manuela Enggist

Pirmin Zurbriggen stellt die Frage

rhetorisch: «Wer, wenn nicht wir,

soll denn die Olympischen Winterspiele

ausrichten?» Der Walliser findet

deutliche Worte, wenn es um die

Walliser Olympia-Kandidatur Sion 2026

geht. Wie viele andere Sportler aus dem

Wallis und der ganzen Schweiz findet er:

Es ist Zeit, die Spiele zurückzuholen. Die

letzten Spiele in der Schweiz fanden

1948 in St. Moritz statt.

Im März hat das Walliser Kantonsparlament

einem Kredit von hundert Millionen

für die Olympischen Spiele zugestimmt.

Der Entscheid fiel mit 101 gegen

22 Stimmen bei 5 Enthaltung klar aus.

Am 10. Juni kann sich die Walliser Bevölkerung

an der Urne zur Kandidatur äussern.

Auch auf Bundesebene war Sion

2026 bereits traktandiert: Der Bundesrat

unterstützt die Kandidatur und will

eine Defizitgarantie von einer Milliarde

sprechen, der Nationalrat möchte, dass

dieser Beschluss vors Volk kommt. Der

Ständerat wird das Dossier voraussichtlich

nach dem Walliser Urnengang behandeln.

Das Bewerbungsdossier muss

im Januar 2019 eingereicht werden, der

Entscheid des Olympischen Komitees

erfolgt im September 2019.

Der Präsident der Walliser Hauptstadt

Sion, die der Kandidatur den Namen

gibt, ist überzeugt, das Sion zum Synonym

für vernünftige Spiele würde. Und:

«Wir wollen der Welt unsere Willkommenskultur

aufzeigen und typisch

schweizerische Werte teilen: Frieden,

Demokratie, Respekt vor Minderheiten.»

41

Für den Walliser Daniel Albrecht, der

2006 an den Olympischen Spielen die

Bronzemedaille in der Kombination um

nur sechs Hundertstel verpasste, ist klar:

«Wir wollen Pioniere sein: Der Gigantismus,

der entstanden ist, passt nicht zu

den Wallisern, und er passt nicht zur

Schweiz: Genau deshalb sind wir die

Richtigen, Spiele zu veranstalten, bei denen

die Nachhaltigkeit an oberster Stelle

steht.» Das zeigt auch die Wahl der

Sportstätten, welche die Infrastruktur

der ganzen Schweiz einbezieht. Das Komitee

Sion 2026 betont aber auch, dass

die Durchführung der Spiele zu einem

Impuls für den Tourismus werden und

den Destinationen helfen könnte, ihre

Infrastrukturen auf den Ganzjahrestourismus

umzustellen.


Aproz ist eines der beliebtesten

Mineralwasser der Schweiz. Seit

1947 wird in Aproz in der Gemeinde

Nendaz Mineralwasser abgefüllt.

INDUSTRIE

42


A P R O Z

Durstlöscher

der Schweiz

Mineralwasser aus dem Wallis sind

die beliebtesten Durstlöscher der Schweiz. Allein

die Aproz Sources Minérales SA hat mit ihren

Marken Aproz, M-Budget, Aquella, Nendaz und

Valais den höchsten Marktanteil.

Text: Monique Ryser Fotos: Sedrik Nemeth

Es rattert und schnauft, schleift und

saugt – in der Abfüllanlage der

Aproz ziehen die 1,5-Liter-PET-

Flaschen ihre Runden durch ein Labyrinth

von Fliessbändern, Aufhängeeinrichtungen,

Etikettier- und Verpackungsmaschinen.

Mehr als 120 Millionen Liter

Mineralwasser aus Quellen der Region

werden hier pro Jahr in die ganze

Schweiz verschickt. Jede Quelle ist einer

der Marken Aproz, M-Budget, Aquella

und Valais zugeordnet. Der vom

Kantons labor zertifizierte und überprüfte

Mineralgehalt – das Kennzeichen eines

Mineralwassers im Unterschied zum

Trink wasser – ist dabei unterschiedlich

hoch. Aproz hat die höchste Mineralisation,

Valais die geringste. «Der Mineralgehalt

wird durch das Gestein auf dem

Weg zur Quelle bestimmt. Die Durchflussdauer

im Fels spielt eine kleinere

Rolle», erklärt Direktor Michel Charbonnet.

Besonders stolz ist er darauf, dass

seit 2006 in einem angegliederten Neubau

auch die Flaschenherstellung in den

Prozess integriert ist. Die Firma Resilux

bläst dort die kleinen PET-Rohlinge auf,

die dann direkt in die Abfüllanlage geführt

werden. 80 000 Stück pro Stunde

können aufgeblasen werden, computergesteuert

wird so bei jedem Arbeitsschritt

immer so viel produziert wie nötig.

Insgesamt können vier Linien gleichzeitig

laufen. Mit der Zusammenarbeit

mit Resilux werden unnötige Transportwege

verhindert, und es ist sichergestellt,

dass ein Drittel des verwendeten

PET aus Recyclingmaterial stammt. «Zudem

haben wir durch eine Verkürzung

des Drehverschlusses seit 2012 beim

Verpackungsmaterial 218 Tonnen PET

und 46 Tonnen Plastik eingespart.»

Umweltschutz ist Charbonnet wichtig:

«Bereits 1961 wurde unsere Fabrik mit einem

Gleis erschlossen.» Heute werden

drei Gleise direkt in eine Halle geführt,

wo die Waggons beladen werden. «Das

ist unsere in die Schweiz.

43


In Aproz wird

auch der

Migros-Sirup

entwickelt und

hergestellt.

Neu gibts

Aprikosensirup

INDUSTRIE

Mehr als 90 Prozent unserer Produk tion

reist per Bahn, pro Jahr beladen wir

rund 6000 Waggons», sagt Charbonnet.

Nach einem Blick auf einen am Waggon

angeklebten Lieferschein meint er mit

Kennermiene: «Offenbar ist gerade eine

Migros-Aktion geplant.»

Die Migros ist seit 1958 Besitzerin der

Aproz AG. Damals hat der Grossverteiler

die Firma den zwei Walliser Gründern

abgekauft, die seit 1947 Mineralwasser

verkauft haben. Zu dieser Zeit war

Mineralwasser ein gesundheitsförderndes

Präparat und noch weit davon entfernt,

zum riesigen Markt zu werden. Gerade

mal 8000 Liter setzten die beiden

Gründer ab. Nach Einstieg der Migros

wuchs die Produktion stetig, die Fabrik

musste ausgebaut und vergrössert werden,

Glas wurde durch PET ersetzt.

«Wir sind das Wasserschloss Europas

und haben hochwertiges Mineralwasser,

aber trotzdem drangen ausländische

Produzenten auf den Schweizer Markt,

und heute sind das unsere grössten Konkurrenten»,

erklärt Charbonnet. Der

Preis ist dadurch zusammengebrochen:

1997 kostete eine 1,5-Liter-Flasche im

Verkauf noch 65 Rappen, heute kostet

das Sechserpack 1,5-Liter-Flaschen des

M-Budget-Mineralwassers 1.45 Franken.

«Das heisst für uns, dass ich und die

135 Mitarbeitenden äusserst produktiv

sein müssen.»

Doch Aproz hat sich auch neue Geschäftsfelder

erschlossen. So werden

unter anderem die Süssgetränke Pepsi,

7up und Orangina hier abgefüllt, die Migros-Bio-Limonaden,

die Jarimba-Linie

und Apéro getränke hergestellt. Durch

den Einbau einer Pasteurisierungsanlage

können nun auch Schorle und Apfelsaft

hergestellt werden. Und nicht zu vergessen:

Die Migros-Sirups werden in Aproz

von einer eigenen Abteilung entwickelt

und hergestellt. Am beliebtesten sei der

Himbeersirup, so Michel Charbonnet.

«Pro Liter verwenden wir mehr als 400

Gramm Himbeeren aus Konzentrat.»

Auch damit ist Aproz Marktführer. Doch

auch Neues wird ausprobiert wie der

Mojito-Sirup vor ein paar Jahren oder

ganz neu Aprikosensirup.

Und wie es sich für eine Walliser Firma

mit einem Walliser Chef gehört, gibt es

auch eine Valais-Linie. «Sie ist eine Herzensangelegenheit»,

gibt Charbonnet zu.

Mit der PET-Firma Resilux hat er eine

spezielle Flasche mit integriertem Matterhorn

im Boden entwickelt. Zudem

werden Sondereditionen von Glasflaschen

gestaltet, die vor allem in der

High-End-Gastronomie zum Einsatz

kommen. In den Walliser Migros-Filialen

sind die Matterhorn-PET-Flaschen überall

erhältlich. Die Marke Valais stammt

aus einer eigenen Quelle und ist für

Charbonnet, neben dem Namensgeber

Aproz, natürlich das allerbeste seiner

vielen Produkte. Leicht, frisch und trotzdem

charakterstark – ganz so wie das

Wallis eben.

Die Marke Valais gibt es als PET-Flasche

mit Matterhorn und als Glasflasche im

Wallis zu kaufen.

44


1

2

3

1 PET-Rohlinge

aus einem Drittel

Recycling-Material vor

dem Aufblasen. 2 Die Etikettiermaschine.

3 Aproz ist die älteste Mineralwassermarke

der Migros. 4 Pro Stunde

können 100 000 Flaschen abgefüllt

werden. 5 Farbcode für viel, wenig

oder keine Kohlensäure.

6 Drei Geleise führen

direkt in die

Fabrik.

4

5

6

45


GUT

VERWURZELT

Am Herd zaubert er die Natur auf

den Teller: Peter Gschwendtner vom

«Castle» im Goms ist ein Naturbursche

durch und durch.

KULINARIK

Text: Anita Lehmeier Fotos: Sedrik Nemeth

46


47

Der Lötschentaler Lammrücken in

Kräuterkruste (Rezept folgende Seite)

aus der mit 16 GaultMillau-Punkten

gekürten «Castle»-Küche.


KULINARIK

1

2

3

1 Das Chalet

hat Peter

Gschwendtner in zehn

Jahren während seiner freien

Stunden renoviert. Gelernt hat er

einst Schreiner. 2 Der Lötschentaler

Lammrücken mit Kräuterkruste.

3 Ein seltener Moment

der Musse mit einem Glas

einheimischem

Tropfen.

48


Kräuterkruste

Zutaten für 4 Personen

50 g Butter

50 g Brotmehl/Semmelbrösel

30 g frische Kräuter mit Hauptanteil

Schnittlauch und Petersilie, wenig Rosmarin

und Thymian. Kein Dill oder Basilikum,

da sich die Masse sonst grau verfärbt

Salz und Pfeffer

Butter bei Zimmertemperatur weich werden

lassen, in kleinen Küchencutter mit Brotmehl

bzw. Semmelbröseln geben.

Die frischen Kräuter grob hacken, bei

Thymian und Rosmarin die groben Stängel

entfernen und hacken, alle gehackten

Kräuter in die Butter-Brotmehl-Masse geben.

Salzen und pfeffern, alles cuttern, bis sich

die Masse grün färbt und gut verbindet,

abschmecken.

Klarsichtfolie auslegen, die Butterbrösel-

Kräuter-Masse kompakt zu einer Wurst

aufrollen, gut verschliessen. 2 bis 3 Stunden

in den Kühlschrank stellen. Für den Lammrücken

2 bis 3 cm dicke Scheiben schneiden.

Wenn Peter Gschwendtner von

Natur redet, dann weiss er,

wovon er spricht. Davon hats

hier in seiner Heimat viel, eigentlich nur.

Ein einziger Blick vom Hotel Castle in

Blitzingen auf 1350 Meter über das

Goms, dieses weite, grüne Hochtal, auf

die umliegenden himmelhohen Gipfel

genügt: Natur, wohin man schaut. Ein

einzelner Blick genügt aber nicht, sich

an dieser Aussicht sattzusehen. Grünblauer

Balsam für Städteraugen.

Ein idealer Flecken also für den Naturmenschen

Gschwendtner? Für den ausgebildeten

Skilehrer, Bergführer und

Everest-Ersteiger ganz sicher. Doch es

wohnen zwei Seelen in seiner Brust: Für

den Spitzenkoch machts die idyllische

Lage nicht immer einfach. Zwar sitzt der

Chef für die Rohstoffbeschaffung hier im

Paradies: Lamm aus dem Lötschental,

Rind aus dem Fieschertal, Forellen aus

Raron, Gemüse, Pilze, Beeren aus dem

Goms, Kräuter aus seinem Garten. Aus

dem Füllhorn guter, regionaler Produkte

schöpft der «Castle»-Koch nicht als

Einziger. Einzigartig aber sind der Aufwand

und die Hingabe, mit denen er diese

zubereitet. Der einstige Autodidakt

hats an den Töpfen zum Meister gebracht.

Der GaultMillau lobt die «raffinierten

Genüsse» und hebt Gschwendtner

mit 16 Punkten in die kulinarische

Oberliga. In Zürich, Bern oder Basel

dürfte er dank seiner Kreativität und

Kochkunst mit stets gut gebuchter Beiz

rechnen. Im Goms aber, weit abseits der

Pfade, auf denen die urbane Gourmet-

49

Gemeinde gerne lustwandelt, ist

Gschwendtners Art zu kochen ein Willensakt.

«Das stimmt», relativiert der

Mittfünfziger bescheiden, «aber erstens

kann ich gar nicht anders. Was immer ich

mache, versuche ich gut zu machen. So

gut wie möglich. Ob am Herd oder am

Berg. Und zweitens möchte ich nirgendwo

anders arbeiten oder leben. Ich

schöpfe meine Kraft aus der Natur. Aus

meiner Heimat.»

Die hat der aus dem tirolischen Going

am Wilden Kaiser stammende gelernte

Schreiner, Skilehrer und Bergführer

schon vor langer Zeit im Goms gefunden.

Zwei Naturschönheiten haben ihn hier

Wurzeln schlagen lassen: das Tal und

eine Einheimische. Die Brigitte, wie

Gschwendtner in akzentfreiem Gommer

Dialekt erzählt. Mit der schönen Brigitte

hat er längst erwachsene Kinder, das

Paar ist stolze Grosseltern, seit 22 Jahren

führt es gemeinsam das «Castle». Aus

dem einst maroden Appartement-Hotel,

das in fünf Jahren drei Konkurse erlebt

hat, schufen sie ein Bijou: eine Rundumwohlfühl-Oase

für Gäste von nah und

fern, ein Dutzend Arbeitsstellen fürs Tal

und einen kulinarischen Hotspot für die

Region. Und weil die ausgebildete Physiotherapeutin

selber kaum Fleisch isst,

werden auch Vegetarier im «Castle»

glücklich. «Ein vegetarisches Fünfgangmenü

auf Topniveau ist je nach Saison

eine echte Herausforderung», weiss der

Chef.

Herausforderungen aber sind genau

Gschwendtners Ding. Die grösste: ne-


1 Regionale

Produkte bilden die

Basis von Peter

Gschwendtners Küche. 2 Ein

Happen für Nachbars Kühe. 3 Rund

ums «Castle» hat Brigitte Gschwendtner

einen Kneipp-Pfad erbaut. Sie führt

Gäste auf ihrem Kneipp-Pfad

rund ums Haus, Peter geht

mit ihnen in die

Berge.

KULINARIK

ben dem Knochenjob als Spitzenkoch

seine zweite Passion zu pflegen – die

Berge. Auch hier gilt – wenn schon, dann

richtig. Er kennt nicht nur die heimischen

Berge bestens, er nahm auch an mehreren

Expeditionen in Nepal teil und stand

bereits auf einigen Achttausendern im

Himalaja. Am 16. Mai 2004 sogar auf

dem Gipfel der Gipfel, dem Mount Everest.

Ein datiertes Foto, gemacht auf

8848 Meter Höhe, hängt in der Lobby

des Hotels. Darauf strahlen Gschwendtners

gletscherblauen Augen heller als

der wolkenlose Himmel dort oben, ganz

zuoberst auf der Welt. «Ein bewegender

Moment, sicher. Die Herausforderung

liegt aber im Raufkommen ebenso wie

im Runterkommen», betont er. Und

meint damit nicht nur den physischen

Abstieg nach einer solchen Grenzerfahrung,

sondern vor allem den Wiedereinstieg

in den Alltag.

Die Glücksgefühle, die er auf all den Gipfeln

empfunden habe, seien aber noch

getoppt worden. Letzten November in

Nepal, im wirklich abgelegenen Bergdorf

Patale im Gebiet Solo Khumbu. Er war

in das von den Erdbeben 2015 schwer

getroffene Dorf gereist, um eine Schule

zu eröffnen. Aus Geldern, die die

Gschwendtners selber gesammelt hatten.

Das kam so: Peter hatte mit seiner

Seilschaft die Erdbeben am eigenen Leib

erlebt, beim Aufstieg zum 8163 Meter

hohen Manaslu, «als plötzlich der ganze

Berg vibrierte» und die Männer mit viel

Glück mehreren Lawinen entkamen. Das

ganze Ausmass der Beben, der tödlichsten

Katastrophe in der Geschichte Nepals

mit tausenden Todesopfern und zigtausenden

Verletzten, erahnten sie erstmals

auf dem Rückweg. So richtig erst zu

Hause. Für Peter, dem Nepal und die Nepalesen

über die Jahre ans Herz gewachsen

sind, war es deshalb eine Selbstverständlichkeit,

beim Wiederaufbau mitzuhelfen.

Von Brigitte kam die Idee, statt

eines Jubelfestes zum 20-Jahr-Jubiläum

im «Castle» eine Benefizveranstaltung

zu machen. Der Anlass wurde ein durchschlagender

Erfolg, auch finanziell. «Wir

wollten aber nicht nur Geld zur Verfügung

stellen», so Gschwendtner, «sondern

in etwas Nachhaltiges investieren.»

Mit Sherpa Mingmar, seinem langjährigen

Weggefährten am Berg und Freund,

habe er einen integren Mittelsmann vor

Ort gehabt. So kam es, dass letzten November

160 Kinder die neue Schule von

Patale betreten konnten, die zur Hälfte

dank dem Engagement der Gschwendtners

steht. Natürlich gibts noch immer

viel zu tun. Die Planung, die dieses

Hilfsprojekt in Nepal erfordert, hat

Gschwendtner fest im Griff: Als Extrembergsteiger

und Spitzenkoch ist er geübt

in Präzision und Ausdauer. Und die Kraft,

auch diesen Job gut zu machen, die holt

er sich täglich – im Goms.

Bis zum Start der Sommersaison am

8. Juni im «Castle», wenn sie wieder jeden

Tag für ihre Gäste da sind, gönnen sich die

Gschwendtners eine Extraportion Natur.

Brigitte ziehts südwärts, in die Wärme.

Und den Peter ziehts wieder himmelwärts.

Auf einen Berg. Einen Achttausender.

50


1

2

3

Lammrücken auf Ratatouille

Für 4 Personen

2 Lammracks, ca. 12 Rippen, 300 bis 500 g

1 dl Lammjus

1 Knoblauchzehe

200 g Peperoni, Zucchetti, Auberginen und

Tomaten

10 g Tomatenpüree

Das Lammrack von Fett und Sehnen befreien.

Wichtig: Zwischen den einzelnen Rippenknochen

die Sehnen herauslösen, dann halbieren,

gut mit Knoblauch einschmieren, mit Salz

und Pfeffer würzen, mit Erdnussöl heiss

anbraten.

Die vorbereitete Kräuterkruste (vorherige

Seite) abschneiden und auf die Racks legen,

im Backofen bei 220 Grad ca. 3 Minuten

überbacken und vorgaren.

Die Lammracks aus dem Ofen nehmen,

das Fleisch ruhen lassen.

Die Gemüse zu kleinen Würfeln schneiden,

mit wenig geschnittenen Zwiebeln, Knoblauch

und Olivenöl heiss anziehen, Tomatenpüree

dazugeben und abschmecken.

Den Lammrücken nochmals in den Ofen

schieben und ca. 3 Minuten rosa garen.

Währenddessen den Lammjus erwärmen,

das Ratatouille auf die Teller anrichten,

mit dem Lammjus umgeben und

den Lammrücken daraufsetzen. Beste

Beilage: Kartoffelgratin.

51


T U R T M A N N T A L

Im Eilschritt

aufs Barrhorn

Der höchste Wanderberg der Alpen auf 3610 Metern.

Der Aufstieg aufs Äussere Barrhorn zehrt an

den Kräften. Doch der Ausblick ist überwältigend.

Vielwanderer Pascal Bourquin hat den Gipfel bestiegen.

Text: Thomas Kutschera Fotos: Pascal Bourquin

WANDERN

Pascal Bourquin lacht. «Doch, ein

bisschen verrückt bin ich schon»,

sagt der 52-jährige Fernsehjournalist

aus Moutier BE, «mindestens an zwei

Tagen in der Woche.» Denn er ist jedes

Wochenende am Wandern, seine Freundin

und seine Tochter müssen dann auf

ihn verzichten. Und das seit Dezember

2013. Damals startete der ehemalige Marathonläufer

sein ambitioniertes Projekt.

Es heisst «La Vie en jaune», «Das Leben

in Gelb» – so gelb wie die Wanderwegweiser

in den Alpen. Bis 2041, also innerhalb

28 Jahren, will er das gesamte Wanderwegnetz

der Schweiz abmarschieren.

65 000 Kilometer!

Über 12 000 Kilometer hat Bourquin

schon zurückgelegt, fast 20 Prozent der

Gesamtstrecke. 50 Kilometer jede Woche.

Schon 4000 von 8000 in den Walliser

Alpen. «Die Schweiz ist ein ideales

Wanderland. Schade, dass 90 Prozent

der Wanderer nur auf 10 Prozent aller

Wanderwege unterwegs sind.»

An eine Wanderung erinnert sich Bourquin

besonders gern: an das Äussere

Barrhorn! Zuhinterst im Walliser Turtmanntal

gelegen, ist es mit 3610 Metern

der höchste Wanderberg der Alpen,

der ohne Seil und Steigeisen bestiegen

werden kann. Doch trittfest und schwindelfrei

sollte man sein. Und konditionell

in Form. Der Schwierigkeitsgrad der

Route wird mit T3+ angegeben: anspruchsvolles

Bergwandern. Fredy

Tscherrig, 52, seit 1997 Hüttenwart der

Turtmannhütte: «Die Route ist nicht

einfach!»

Das Barrhorn nimmt Vielwanderer Bourquin

am 31. August 2016 in Angriff. Es

ist seine Wanderung Nummer 317. Er

hat in Gruben im Turtmanntal im Hotel

Schwarzhorn übernachtet. Um acht Uhr

morgens startet er in oranger Windjacke

und mit gutem Schuhwerk.

Der Weg führt über satte Alpweiden

dem Bach Turtmänna entlang. Bourquin

joggt. Nach dem Turtmannsee gehts

dann richtig embrüf! Zur Turtmannhütte

auf 2519 Meter über Meer, sie gehört der

jurassischen SAC-Sektion Prévôtoise.

Die Wiesen um die Hütte beglücken

durch ihre Blütenpracht: Edelweiss, Enzian

und Männertreu wachsen hier. In

3

1 Unterwegs zu den Barrhörnern: der

Turtmann-Stausee auf 2191 m ü. M.,

im Hintergrund die Berner Alpen.

2 Sicht vom Schöllijoch: das Äussere

Barrhorn vom Dunst umspielt.

3 Pascal Bourquin auf dem Gipfel

des Äusseren Barrhorns. An klaren

Tagen ist die Aussicht grandios: Dom,

Montblanc und weitere Viertausender,

Berner und Waadtländer Alpen.

52


1

2

53


Blick von der Turtmannhütte

auf den Turtmanngletscher.

WANDERN

der Gegend hat Hüttenwart Tscherrig

Klettergärten eingerichtet.

Doch Bourquin drängts weiter, über

Geröll- und Felshänge, an Drahtseilen

hangelt er sich das Gässi empor, ein

brutal stotziges Felscouloir. Dann auf der

Moräne dem Brunegggletscher entlang

in steilen Kehren zum Schöllijoch. Weiter

zum Inneren Barrhorn, dann nochmals

richtig steil rauf aufs Äussere Barrhorn.

Die Luft ist dünn, Bourquin schreibt

sich ins Gipfelbuch ein, stürmt los auf

den Rückweg. In der Turtmannhütte isst

er eine Rösti.

Im Eilschritt weiter embri! Gegen 14 Uhr

ist der Turbo-Wanderer zurück in Gruben,

wo er die Füsse mit Nok-Salbe pflegt.

Die 30 Kilometer und 3600 Höhenmeter

hat er in fünf Stunden geschafft. «Für die

meisten Wanderungen brauche ich die

Hälfte der angegebenen Zeit.» Normalsterblichen

wird empfohlen, die Barrhorn-Tour

in zwei Tagen zu machen – mit

Übernachtung in der Turtmannhütte.

Auch 2018 ist der Kilometerfresser

viel im Wallis unterwegs: Er nimmt sich

das Val de Bagnes und das Mattertal

vor. Das Mittelland steht gegen Ende

seines Projekts auf dem Programm.

«Mit 70 Jahren werde ich ja nicht mehr

so fit sein.»

2041 wird die Schweiz 750 Jahre alt,

beim Geburtstagsfest will Bourquin auf

dem Bundesplatz in Bern einlaufen und

rufen: «Ich habe es geschafft!»

www.lavieenjaune.ch

Auf gehts!

Bourquins Wandertipps im Wallis

Für Familien: vom Sanetschpass bis

zur Quille du Diable: 13 Kilometer,

5 Stunden (ohne Pausen).

Für Ambitionierte: von Visp in

die Baltschiederklause: 16 km, 7 h 30.

Übernachten in der SAC-Hütte.

Für Sportliche: von La Sage im

Val d’Hérens über den Col du

Tsaté (2868 m ü. M.) runter zum Lac

de Moiry. Über den Col de Torrent

retour nach La Sage (22 km, 9 h 30).

www.wallis.ch/wandern

«Im Wallis

gibt es viele

einzigartig

schöne Landschaften

und

Wanderwege»

54


SO NAH!

Näher, als man denkt: Die Walliser Berge sind von einem grossen Teil

der Schweiz aus in nur wenig mehr als drei Stunden erreichbar.

Besonders schnell gehts von der Deutschschweiz aus mit der Bahn durch

den Lötschberg-Basistunnel oder mit dem Autoverlad am Lötschberg.

Wer auf Genuss setzt, nimmt den «Lötschberger» der BLS und fährt

über die alte, landschaftlich spektakuläre Strecke.

Ovronnaz

Zürich 3:45 h 3:10 h

Bern 2:40 h 2:00 h

Luzern 3:50 h 3:00 h

Basel 3:50 h 3:00 h

Genf 2:40 h 2:10 h

Lausanne 2:00 h 1:30 h

Neuchâtel 2:45 h 2:10 h

Crans-

Montana

Zürich 3:10 h 3:15 h

Bern 2:05 h 2:05 h

Luzern 3:10 h 3:10 h

Basel 3:10 h 3:05 h

Genf 2:40 h 2:15 h

Lausanne 1:50 h 1:35 h

Neuchâtel 2:40 h 2:20 h

Leukerbad

Zürich 3:05 h 3:30 h

Bern 2:00 h 2:20 h

Luzern 3:10 h 3:10 h

Basel 3:10 h 3:20 h

Genf 3:05 h 2:20 h

Lausanne 2:20 h 1:40 h

Neuchâtel 3:05 h 2:25 h

Champéry

Zürich 3:50 h 2:40 h

Bern 2:45 h 1:30 h

Luzern 4:20 h 2:30 h

Basel 3:50 h 2:30 h

Genf 2:20 h 1:35 h

Lausanne 1:30 h 1:15 h

Neuchâtel 2:45 h 1:30 h

Riederalp

Zürich 2:50 h 2:40 h

Bern 1:40 h 2:20 h

Luzern 2:50 h 2:25 h

Basel 2:50 h 3:20 h

Genf 3:10 h 2:40 h

Lausanne 2:30 h 2:00 h

Neuchâtel 2:50 h 2:45 h

Infografik Laura Bendixen, Simona Guarino

Verbier Zermatt Saas-Fee

Zürich 3:30 h 3:15 h

Bern 2:30 h 2:05 h

Luzern 4:05 h 3:10 h

Basel 3:35 h 3:05 h

Genf 2:30 h 2:15 h

Lausanne 1:45 h 1:35 h

Neuchâtel 2:25 h 2:20 h

Zürich 3:10 h 3:45 h

Bern 2:05 h 2:30 h

Luzern 3:10 h 3:15 h

Basel 3:15 h 3:30 h

Genf 3:40 h 2:55 h

Lausanne 2:50 h 2:15 h

Neuchâtel 3:10 h 3:00 h

Zürich 2:50 h 3:45 h

Bern 1:50 h 2:30 h

Luzern 3:05 h 3:15 h

Basel 3:05 h 3:30 h

Genf 3:30 h 2:55 h

Lausanne 2:45 h 2:15 h

Neuchâtel 3:05 h 3:00 h

55


Grosse Künstler und junge Artisten treffen sich

seit 25 Jahren zur gemeinsamen Sommerfrische

in Verbier. Zur Freude der Freunde klassischer

Musik, die zu Zehntausenden für die Konzerte ins

Val de Bagnes pilgern. Martin Engstroem, Gründer

und Direktor des Verbier Festivals, hat damit

seinen Traum wahr gemacht: Künstlern und Zuhörern

eine unvergessliche Zeit in Verbier zu bieten.

INTERVIEW

Martin

Engstroem

Interview: Monique Ryser Foto: Sedrik Nemeth

56


57


1

2

INTERVIEW

3

4

1 Das Verbier Festival findet im ganzen

Dorf statt! 2 Der Violinist und

Dirigent Roberto Gonzales Monjas

trat letztes Jahr auf. 3 Stanislav

Kochanovsky dirigiert das Junior

Orchestra. Nach dem letztjährigen

Erfolg von Eugen Onegin gibts am

5. August Rigoletto. 4 «The Terrace»

ist beliebter Treffpunkt.

Das Verbier Festival Orchestra gibt

talentierten jungen Musikern zwischen

18 und 28 Jahren Gelegenheit zu

lernen und sich weiterzuentwickeln. Das

Junior Orchestra setzt sich aus 15- bis

18-Jährigen zusammen und wurde von

Daniel Harding gegründet. Für drei

Wochen können sie sich in Verbier ausund

weiterbilden. Die Academy fördert

aussergewöhnliche Solisten, Kammermusiker

und Sängerinnen und Sänger.

Fotos Aline Paley, Nicolas Brodard, HO/Verbier Festival

58


Seine Begeisterung ist noch immer

so gross wie am ersten Tag. Auf

der Terrasse des Chalet d’Adrien

in Verbier schaut Martin Engstroem auf

das vergletscherte Bergmassiv des

Grand Combin. «Die Berge, die Luft,

die Landschaft – hier oben, auf über

1500 Metern, ist man ein anderer

Mensch.» Genau dieses Gefühl wollte

der gebürtige Schwede auch denen fassbar

machen, die ihm besonders am Herzen

liegen: den Profi-Musikerinnen und

-Musikern, die er während seiner langen

Jahre als Künstleragent vertreten hat.

Also gründete er vor 25 Jahren das Verbier

Festival, das letzten Sommer über

50 000 Besucherinnen und Besucher

angezogen hat.

Wieso Verbier?

ME: Ich bin 1986 mit meiner Familie von

Paris an den Genfersee gezogen. Durch

Freunde kam ich das erste Mal nach Verbier

in die Sommerferien und war begeistert.

Am Morgen konnte ich mit den

Kindern wandern gehen, am Nachmittag

konnten sie spielen, und meine Frau

konnte den ganzen Tag in schönster

Landschaft und umwerfender Aussicht

lesen. Nur etwas fehlte: das kulturelle

Angebot, das wie die Natur Seele und

Herz nährt.

Sie entschieden sich für ein Sommerfestival

in einer Winterdestination?

ME: Im Winter ist es toll hier, aber glauben

Sie mir, im Sommer gibt es viel mehr

Freizeitmöglichkeiten. Als Künstleragent

kannte ich viele Konzertreihen und Festivals

– die sind aber alle in Städten.

Vorbild für mich war Aspen in Colorado,

ebenfalls eine Skidestination: Dort fin-

GEWINNEN SIE

5 x 2 Billette für

Al McKay’s Earth Wind & Fire

Experience, 28. Juli 2018.

5 x 2 Billette für Verbier Festival

Academy, 5. August 2018.

Teilnahme bis Ende Juli auf:

wallis.ch/wettbewerbmagazin

59

den seit 1949 Sommerkonzerte statt. Mir

ging es darum, einen Ort der Begegnung

mit einer ganz speziellen Atmosphäre zu

schaffen – wo sich Musiker untereinander,

aber auch Musiker und Freunde der

Kunst ungezwungen treffen können. Verbier

ist eine Sackgasse – viel weiter geht

es nicht mehr, und das ist gut so: So

konzentriert sich alles, man taucht völlig

ein – nicht wie in einer Stadt mit tausend

anderen Einflüssen.

Eine Art musikalische Version der

Ursprünge des WEF in Davos?

ME: Ja, genau. Klaus Schwab ist ein

Freund und hat mich immer bekräftigt.

Ich erhielt in unseren Anfängen auch

einen Förderpreis vom WEF als bestes

kulturelles Start-up, dazu gabs einen

Check von 50 000 Franken. Wir waren

sehr froh darüber, denn im ersten Jahr

machte ich ein Defizit von 400 000 Franken,

im zweiten Jahr stand ich mit

800 000 Franken in der Kreide. Und das

war mein Glück!

Das müssen Sie genauer erklären!

ME: Nun, plötzlich wollten alle mit mir

sprechen: der Gemeindepräsident, die

Bank. So erhielt ich die Gelegenheit,

meine Vision darzulegen. Aus diesen Gesprächen

entstand dann das UBS Verbier

Festival Orchestra mit Musikern

zwischen 18 und 28 Jahren. Diese Art

Sponsoring war wegweisend und wurde

in der Folge oft kopiert. Die Zusammenarbeit

endete leider, als die UBS in

Schwierigkeiten kam. Die Sponsorensuche

ist eben nie beendet. Mein Ziel ist,

das Budget bei zehn Millionen einzumitten.

Das haben wir dieses Jahr erreicht.

Und das Verbier Festival Orchestra

hat einen neuen Dirigenten!

ME: Ja, Waleri Gergijew übernimmt. Er

ist ein langjähriger Freund und war oft

in Verbier. Einmal hat er mir gesagt, er

komme nur, wenn ich ihm eine Herausforderung

stelle. Also liess ich ihn als

Pianisten auftreten und mit zwei Künstlern

das 7. Klavierkonzert für drei Stimmen

von Wolfgang Amadeus Mozart aufführen.

So funktioniert das bei uns – alle

Beteiligten sollen Freude und Ansporn

haben. Ich wollte nie nur Konzerte organisieren,

ich wollte Talente fördern und

ausserhalb gewohnter Pfade sein.

Was freut Sie nach 25 Jahren am

meisten?

ME: Die Begeisterung der Musiker ist

immer noch da. Und wir sind ein Wirtschaftsfaktor,

durchs Jahr ein KMU mit

elf Angestellten und vier Lehrlingen.

Während des Festivals arbeiten rund

270 Leute für uns. Die ganze Region

profitiert, und Verbier ist attraktive Sommerdestination

– eine Win-win-Situation!

Verbier Festival

19. Juli bis 5. August 2018

88 Künstlerinnen und Künstler aus der

ganzen Welt und mehr als 270 junge

Musikerinnen und Musiker zelebrieren

mit den Gästen das 25-Jahr-Jubiläum

des Verbier Festivals. Während 18 Tagen

finden insgesamt 59 Konzerte statt.

www.verbierfestival.com


T R O C K E N M A U E R N

Kulturerbe

des Wallis

Ohne Trockenmauern gäbs im Wallis keinen Wein.

So einfach ist das – und so faszinierend zugleich.

Die Trockenmauern werden nämlich durch

nichts mehr als die richtige Anordnung der Steine

zusammengehalten.

Text: Monique Ryser Fotos: Marco Schnyder

KULTURERBE

Die höchsten türmen sich bis zu

fast zwanzig Meter hoch dem

Himmel entgegen. Sie stehen bei

Sion und prägen die rechte Seite des

Rhonetals. Den mächtigen Brüdern stehen

im Oberwallis etwas tiefere Bauwerke

entgegen. Sie sind kürzer und weniger

hoch, und viele von ihnen wurden

im Januar dieses Jahres von ihrem ärgsten

Feind angegriffen: dem Regen und

der Nässe. Durch die sintflutartigen

Regenfälle wurden über 200 Mauern

unterspült, weggerissen, zerstört. Am

schlimmsten traf es die Region Stundhüüs

bei Visperterminen, wo ein Murgang

sieben Terrassen mitsamt Mauern

und Reben verwüstete. Auf über vier

Millionen Franken schätzt die Gemeinde

den Schaden, den die Naturgewalt

Wasser angerichtet hat. Dabei wurden

auch Bauwerke beschädigt, die erst vor

Kurzem saniert worden sind. Denn 2011

stellten Bund und Kanton 7,6 Millionen

Franken zur Verfügung, um den Erhalt

dieses Walliser Erbes zu sichern.

Uralt ist die Technik, eine Trockenmauer

zu bauen. Bereits 800 bis 700 Jahre

v. Chr. sind Terrassierungen rund um Jerusalem

belegt. Im Wallis sind die Trockenmauern

unterschiedlich alt. Teilweise

stehen sie seit dem 17. Jahrhundert,

ein Grossteil ist rund 150 bis 100 Jahre

alt. Grund für die imposanten Bauwerke:

Wollte man das Land an den sonnigen,

aber steil abfallenden Südhängen

des Rhonetals nutzen, mussten diese

terrassiert werden. Mauern stützen dabei

das geschaffene Gelände ab und verhindern,

dass die Erde abrutscht. Trockenmauern,

wie sie im Wallis stehen, erhalten

ihre Stabilität dabei alleine durch

die richtige Anordnung der Steine. Auf

Verbundstoffe wie Mörtel wird völlig verzichtet.

Während die höchste Trockenmauer

Europas, die Cotzette bei Sion,

an den Fels angebaut und statisch anders

dimensioniert ist, sind alle anderen

Walliser Mauern auf konventionelle Art

gebaut. Sie sind grundsolide und halten

mehr aus als starre Betonmauern. Tro­

60


61

Trockenmauern prägen das Landschaftsbild

des Rhonetals. Ohne

Mauern gäbe es keinen Weinanbau.


«Die Mauern

zeugen vom

Überlebenskampf

um

jedes Stück

Land»

KULTURERBE

1

1 Die Terrassierungen

durch die

Trockenmauern schaffen

nicht nur Anbaufläche, sie

dienen auch als Verbindungswege.

2 Beat Locher bei der Arbeit. Er ist ausgewiesener

Spezialist für Trockenmauern.

Mit seinem Geschäftspartner hat

er sich darauf spezialisiert.

www.schteimüüri.ch

ckenmauern sind Mauern fast für die

Ewigkeit – ausser eben, es kommt der

schlimmste Feind, das Wasser.

Und sie brauchen Pflege und Reparatur.

Einer, der alles über die Bauweise der

Trockenmauern weiss, ist Beat Locher.

«Die Kunst besteht im geschickten

Zusammenpassen und Auswählen der

vorhandenen Steine», erklärt er. Wichtig

seien ein geübtes Auge, kreatives Vorstellungsvermögen

und vor allem die Erfahrung.

Als Werkzeuge benützen die

Mauerbauer Richthammer und Fäustel,

Setzer und Preller. «Erfahrene Trockenmaurer

verbinden die Techniken des

62

Trockenmauerbaus und des Steinmetzes»,

so Locher. Wurden die Mauern

von Profis erstellt, sehe man das sofort

– auch Jahrhunderte danach. Ihn faszinieren

die Bauwerke, «sie zeugen vom

Überlebenskampf um jedes Stückchen

Land». Deshalb sei es schlimm wie im Januar

zu sehen, wenn Mauern zerstört

werden. «Viele werden wir wohl nicht

retten können.»

Die Walliser Terrassenlandschaften

gehören zu den eindrucksvollsten

Kulturlandschaften der Schweiz. Rund

1500 Hektar Rebland mit geschätzten

3000 Mauern sind terrassiert.

2


Buchen Sie jetzt eine wunderbare Auszeit im Wallis.

Geführte Gletschertour im

Herzen des Unesco-Welterbes

Aletsch Arena

Runden Sie Ihren Aufenthalt in der Aletsch Arena mit

einer Gletschertour in Begleitung eines Bergführers ab, um die

Faszination des längsten Gletschers der Alpen zu entdecken.

www.aletscharena.ch / gletschertouren

CHF 70.– für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre /

CHF 90.– für Erwachsene – inklusive Ausrüstung

ab CHF

50.–

pro

Person

Tour durchs Val d'Hérens,

zwischen Natur und Authentizität

Eintauchen ins Wanderparadies Val d’Hérens

Starten Sie mit diesem Pauschalangebot in ein Abenteuer,

das drei, vier oder sechs Übernachtungen mit Frühstück,

Picknick, Abendessen und Gepäcktransport beinhaltet.

www.valdherens.ch / wandertour

ab CHF

302.–

pro

Person

ab CHF

70.–

pro

Person

In fachkundiger Begleitung

die Suonen entdecken

Spaziergang entlang des Wassers in Nendaz / Veysonnaz

Auf den Spuren eines Suonen-Wächters

erkunden Sie einen wichtigen Teil der Walliser

Geschichte in idyllischer Umgebung.

www.veysonnaz.ch / spaziergangeaufdenSuonen

www.nendaz.ch / spaziergangaufdenSuonen

ab CHF

336.–

pro

Person

Wandern & Baden

inmitten der Gipfel

Drei Tage Berg und Entspannung in Ovronnaz

Entfliehen Sie der Hektik des Alltags und

geniessen Sie einen Aufenthalt in Ovronnaz

mit Übernachtung, Frühstück, Sessellift

und Thermalbad.

www.bains-ovronnaz.ch/ovronnaz_rando_baeder


Der Klub der Unternehmen Wallis fördert die intersektorielle Promotion eines innovativen und leistungsstarken

Wallis. Die Mitgliederunternehmen leisten mit ihrem Engagement einen Beitrag zur Entwicklung

des positiven Images des Wallis und dessen Positionierung als bedeutender Wirtschaftsstandort.

Mitglieder des Klubs der Unternehmen Wallis


In Zusammenarbeit mit dem Klub der Unternehmen

Das Wasserkraftwerk Ernen ist neben

dem von Mörel e-can-Produzent.

Die Videos von Recto Verso zeigen

aussergewöhnliche Projekte.

Innovative

Bergregion

WIRTSCHAFT

Foto HO

Sion | Die Walliser Bergwirtschaft entwickelt

sich dank dem Tourismus und

verschiedener Bautätigkeiten stetig.

Um diese Schlüsselbereiche der lokalen

Industrie zu stärken, hat das Wallis sein

Denken auf die Zukunft ausgerichtet und

sein Wirtschaftsmodell erneuert. In den

Bergen werden viele neue Projekte umgesetzt.

Vor allem im Sinne ökologischer

Nachhaltigkeit, sanfter Mobilität und

ganzheitlicher Erlebnisse. Jedes Einzelne

trägt zur Modernisierung und Innovation

der Walliser Bergregionen bei. Ein

Beispiel ist die Green Mobility, ein Netzwerk

von Elektroautos, die den Gästen

im Val d’Hérens zur Verfügung stehen.

Es basiert auf dem Prinzip des «Pay what

you want», der Gast bestimmt den finanziellen

Beitrag, den er als Gegenleistung

geben möchte. Oder da sind die Berghütten

Monte Rosa, die von der ETH geplant

wurden, oder die Cabane des Dix,

die völlig autonom funktioniert. Aber

auch die 3S-Bahn der Zermatter Bergbahnen,

die bis Herbst 2018 realisiert

sein soll. Videos zum innovativen Wallis:

www.wallis.ch/rectoverso

Wasserstrom direkt beziehen

Sion | e-can suisse lancierte im Oktober

2017 ein Crowdfunding, mit dem die Teilnehmer

sich ihren Stromverbrauch aus

Schweizer Wasserkraft langfristig und

zu einem fixen Preis sichern. Damit das

Crowdfunding zustande kommt, braucht

es bis zum 30. Juni 2018 eine Bestellmenge

von 40 GWh, was rund 10 000

Schweizer Haushalten entspricht. Die

Idee: Die Genossenschaft e-can entwickelte

ein Modell, das es den Produzenten

von Wasserkraftstrom erlaubt, diesen

nicht wie bisher über Stromverteiler

zu vermarkten, sondern direkt den Endkunden

anzubieten. Diese unterstützen

damit die Entwicklung von einheimischer,

erneuerbarer Energie. Der Strom wird

dann von den beiden Wasserkraftwerken

65

Ernen und Mörel geliefert. Zurzeit sind

51 Prozent des Ziels erreicht. Die Genossenschaft

e-can suisse garantiert ihren

Mitgliedern eine ganzjährige Stromversorgung

aus 100 Prozent Schweizer Wasserkraft.

Dafür wird der Stromverbrauch

der Endkunden alle 15 Minuten gemessen

und an eines der beiden Wasserkraftwerke

im Wallis geschickt. Hier wird

der benötigte Strom während des Verbrauchszeitpunkts

simultan produziert

und ins Stromnetz eingespeist. So können

Endkunden sicher sein, dass ihr

Stromverbrauch über das ganze Jahr hinweg

mit einheimischer und nachhaltiger

Energie gedeckt ist. Anmelden und mitmachen

unter:

www.e-can.ch


DESTINATION

Die Basilique de Valère thront als

Wahrzeichen der Stadt auf dem

Hügel neben dem Schloss Tourbillon

und beherbergt eine der ältesten

Orgeln der Welt.

66


LEBENSFROH

UND URBAN

Sion – die Stadt im Herzen

der Alpen – reicht vom Tal bis auf den

Berg. Der Hauptort des Wallis ist

Genuss- und Innovationsstadt.

Text: Manuela Lavanchy Fotos: Sedrik Nemeth

Autonome Elektrobusse zirkulieren

zwischen Bahnhof und historischem

Stadtkern. Auf dem

Campus Energypolis forschen über

200 Menschen aus 40 Ländern an revolutionären

Methoden zur Förderung der

Energieeffizienz und Reduktion des

CO2-Ausstosses. Der ehemalige Militärflughafen

öffnet sich der zivilen Luftfahrt

und könnte sich zu einem Kompetenzzentrum

für Aeronautik entwickeln. Die

Verbindung «plaine-montagne» soll direkt

ab Bahnhof Sion auf die Skipisten

von Veysonnaz führen. Das sind nur einige

der Grossprojekte, die Stadtpräsident

Philippe Varone anspricht – nebst

dem olympischen Projekt Sion 2026.

Sion hat sich vom administrativen Mauerblümchen

zur lebhaften Vorzeigestadt

entfaltet. 2013 vom Schweizer Heimatschutz

mit dem Wakker-Preis ausgezeichnet,

ist das Stadtzentrum wahrlich

aufgeblüht. Bistros und Cafés reihen

sich aneinander, ihre Terrassen laden

67

zum Geniessen der heimischen Weine

bei Raclette und Trockenfleisch ein. Die

acht GaultMillau-Restaurants bestätigen

Sion als Gourmetstadt. «Am Wochenmarkt

freitags kann man das Zusammenleben

richtig spüren», so Varone.

Auch wer sich für Geschichte interessiert,

hat in Sion einiges zu entdecken –

angefangen bei den Wahrzeichen der

Stadt, den Schlössern Tourbillon und

Valère. Ein Besuch lohnt sich zu jeder

Jahreszeit.


Essens- und andere Kultur

DESTINATION

BESICHTIGEN

Kantonsmuseum Wallis (3)

Das Walliser Kantonsmuseum vereint drei

Standorte: das Kunstmuseum, das Geschichtsmuseum

und das Naturmuseum.

www.museen-wallis.ch

Galerie Grande Fontaine

Seit über dreissig Jahren mit Werken

von Walliser Künstlerinnen und Künstlern,

aber auch auswärtigen Artisten.

www.galerie-grande-fontaine.ch

Les Celliers de Sion (6)

Der erste Önopark der Schweiz ist gleich

am Fuss der Weinberge von Sion ge legen.

Mit Lounge, Vinothek und Ausstellungskozept.

Geführte Touren in die Weinberge.

www.celliers.ch

ESSEN &

TRINKEN

Walliser Teller. Spezialität des Hauses ist

das Fondue Glareyarde.

www.vieuxvalais.ch

«Le Verre à pied» (4, 5)

Die Vinothek vereint die Weinkellereien

von Sion. Eines der Lieblingslokale des

Stadtpräsidenten Philippe Varone.

www.sioncapitaledesvins.com

AUSGEHEN

Ferme Asile

Kunst- und Kulturzentrum mit Ausstellungen

von Künstlern aus der ganzen Welt,

Musikbühne sowie Restaurant mit grossem

Garten.

www.ferme-asile.ch

Le Port Franc

Der Konzertsaal für aktuelle Musik in

einer alten Lagerhalle des Container-Terminals.

Gratis-Shuttles verbinden das

Stadtzentrum mit dem Port Franc.

www.leportfranc.ch

1

«Damien Germanier»

Damien Germanier (17 GaultMillau-

Punkte, 1 Michelin-Stern) lässt die Menükarte

weg und überrascht die Gäste.

Grafisch elegant inszenierte Kreationen.

www.damiengermanier.ch

«La Sitterie» (1)

Jacques Bovier (15 GaultMillau-Punkte)

veredelt, was die Alpen zu bieten haben,

und setzt auf lokale Produkte im Restaurant

mit Garten im Herzen von Sion.

www.lasitterie.ch

«Le Coq en Pâte»

Im historisch bedeutenden Haus Supersaxo

mit Terrasse und Loggia bekocht

Jean-Marie Théler (13 GaultMillau-Punkte)

neugierige Feinschmecker.

www.coqenpate.ch

«Au vieux Valais»

Mitten in der Altstadt das richtige Restaurant

für Raclette, Fondue oder einen

ÜBERNACHTEN

B&B La Grande Maison (2)

Bed & Breakfast über der Stadt in Chandolin-près-Savièse.

Die Suiten und Gästezimmer

strahlen den Charme vergangener

Jahrhunderte aus.

www.authentic-switzerland.com

Hôtel des Vignes ****

Eingebettet in eine grosse Parkanlage ist

das 4-Sterne-Hotel ausserhalb der Stadt

gelegen. Es grenzt direkt an die Weinberge.

www.hoteldesvignes.ch

Hôtel Elite ***

In nächster Nähe des belebten Espace

des Remparts und Place du Midi ist dieses

familiäre 3-Sterne-Hotel nur fünf

Minuten vom Bahnhof entfernt gelegen.

www.hotelelitesion.ch

3

5

68


2

4

6

69


1

2

DESTINATION

3

4

5

70

6


SHOPPEN

Wochenmarkt (2)

Jeden Freitag findet der grosse Wochenmarkt

in der Rue du Grand-Pont statt mit

Walliser Käse- und Wurstspezialitäten,

Früchten und Gemüse und vielem mehr.

«David, L’Instant Chocolat»

Die poetischen Kreationen von Chocolatier

David Pasquier (Swiss Chocolate

Master 2013) sind in seiner Boutique in

Sion erhältlich.

www.instant-chocolat.ch

«Hasta Glaces»

Diese hausgemachten Glaces und Sorbets

werden aus hundert Prozent natürlichen

Zutaten hergestellt. Von Himbeeren

aus Nendaz bis zum indischen Kulfi.

www.hastaglaces.ch

UNTERNEHMEN

Sion & Wine Tour (3)

Begleitete Stadtführung mit Besichtigung

von drei historischen Gebäuden der Altstadt

und Degustation eines Walliser Tellers

und fünf Weinen.

www.siontourisme.ch/sionwinetour

Entdeckungs- und Gourmetspaziergang

(1)

Den historischen Stadtkern aus dem

Mittelalter entdecken mit seinen Wahrzeichen

wie den Schlössern Tourbillon

und Valère. Vier Degustations-Stopps unterwegs.

www.siontourisme.ch

Domaine des Iles (6)

An heissen Sommertagen finden Einheimische

und Gäste im türkisblau leuchtenden

Baggersee Abkühlung. Aktivitäten

wie Minigolf, Seilpark und Kletterwände

ergänzen den Badespass.

www.les-iles-bourgeoisiedesion.ch

Stadtrundfahrt (5)

Unternehmen Sie eine Stadtrundfahrt

mit einem der autonomen Elektrobusse,

die zwischen Bahnhof und Stadtkern

zirkulieren. Die Fahrt ist kostenlos.

Montorge

Das Naturschutzgebiet mit seinem kleinen

See und einer Schlossruine aus dem

13. Jahrhundert befindet sich oberhalb

der Stadt. Unbedingt vor Ort das Maison

de la nature besuchen.

www.maisondelanature.ch

Suone von Clavau (4)

Wunderschöner Spaziergang entlang

der Suone von Clavau durch die Weinberge

mit ihren Trockenmauern. Bis nach

St-Léonard dauert die einfache Wanderung

etwa zwei Stunden.

www.valais.ch/de/aktivitaeten/wandern/suonen/suone-von-clavau

EVENTS

Nationales Finale der Eringerrasse

Das Nationale Finale der traditionellen

Kuhkämpfe der Eringerrasse findet am

5. und 6. Mai 2018 in Aproz statt.

www.finale-cantonale.ch

Festival Arcades

Im Juli tagsüber und/oder abends Live-

Konzerte an der Rue du Grand-Pont und

weiteren Standorten in Sion.

www.festivalarcades.ch

Sion Festival

Internationale Stars der klassischen Musik

begeistern mit gewagten, aber erstklassigen

Vorstellungen. Vom 15. August

bis 2. September 2018.

www.sion-festival.ch

Fête du Goût

Im Rahmen der Schweizer Genusswoche

bieten an die zwanzig Restaurationsstände

im Stadtzentrum Spezialitäten von

nah und fern an. Am 15. September 2018.

www.wallis.ch/events

71


Roadtrip

im Wallis

Wieder mal so richtig in die Kurven liegen –

Mazda und das Wallis verlosen vier Roadtrips mit

Übernachtungen im Binntal oder am Lac de Moiry

in einem Cube mitten in der Natur.

ANGEBOT

Auf der Fahrt zum Lac de Moiry.

72


Der Cube am Lac de Moiry. Von

hier aus kann man wunderschöne

Wanderungen unternehmen.

Um ins Binntal zu gelangen, geht es

durch spektakuläre Naturtunnels.

Der Cube ist vollständig ausgestattet,

fürs Essen ist gesorgt.

Ein zweitägiger Roadtrip durch die

Walliser Alpen und eine exklusive

Übernachtung im Mazda-Cube –

darauf können sich die Gewinner dieses

Kampagnen-Wettbewerbs My Magic

Roadtrip freuen. Der neue Mazda CX-5

wird für den Trip gratis zur Verfügung gestellt.

Eingelöst werden kann der Gewinn

bis im Oktober 2018 mit Übernachtung im

Cube an den Standorten Fäld im Oberwalliser

Landschaftspark Binntal und am

Stausee Lac de Moiry im Val d’Anniviers.

Dazu gibts volles Fahrvergnügen und Natur,

so weit das Auge reicht!

Wer in Fiesch seine Reise zum Cube im

Binntal startet, landet nach kurzer Zeit in

Ernen mit seinen dunklen, blumengeschmückten

Holzchalets und dem Tellenhaus,

das die ältesten datierten Tellfresken

der Schweiz trägt (1578). Nach diesem

Zwischenstopp führt die Reise weiter

durch den Landschaftspark Binntal, berühmt

für seine Mineralien. Aber nicht nur.

Hier lohnt es sich, auszusteigen und eine

Wanderung zu machen. Vielleicht sogar

ein Picknick, mitten in prächtiger Natur.

Nach dem Dorf Fäld folgt urwüchsige Na-

tur, satte Farben, Holz, Stein und Erde.

Dort steht auch der Cube.

Der Roadtrip zum Lac de Moiry beginnt

bei Siders, das zwischen Rebbergen eingebettet

ist. Die Fahrt führt durch das wilde

Val d’Anniviers vorbei an St-Luc, wo die

Aussicht über das Seitental spektakulär

ist. Wer den Adrenalinkick sucht, kann im

Bungy Niouc Adventure Park einen der

höchsten Bungee-Sprünge Europas wagen.

Das malerische Bergdorf Grimentz ist

ein weiterer Halt auf der Strecke zum Lac

de Moiry wert. Danach folgt Natur pur:

Aus dem Cube geniesst man freie Sicht

auf den türkisfarben leuchtenden Stausee.

GEWINNEN SIE

einen von vier zweitägigen

Magic Roadtrips mit

dem Mazda CX-5 und einer exklusiven

Übernachtung im Cube in Fäld

oder am Lac de Moiry. Teilnahme

bis Ende Juli 2018 auf

wallis.mymagicroadtrip.ch

Mazda CX-5

Mazda stellt für den zweitägigen

Walliser Roadtrip ins Binntal oder

zum Lac de Moiry den neuen CX-5

zur Verfügung. Innen und aussen

vollständig überarbeitet bietet der

Kompakt-SUV Mazda CX-5 den

Mitfahrern genauso viel Fahrspass

und Komfort wie dem Fahrer. Die

Sicherheitssysteme machen auch

lange Fahrten zu entspannten

Reisen. Sein i-ACTIV AWD Allradantrieb

gibt ihm perfekten Halt.

Die Karos serie präsentiert sich in der

neuen Farbe Soul Red Crystal.


ANGEBOTE

Foto Pascal Gertschen

74


SOMMER-

SPECIALS

Der Sommer im Wallis vereint

Familienzeit, Genuss, Sport und Natur pur.

Erleben Sie es selbst!

75


SCHATZSUCHE

MIT DER FAMILIE

wallis.ch/schatzsuche

ANGEBOTE

Fotos Valais / Wallis Promotion / Pascal Gertschen

Begeben Sie sich auf Schatzsuche

mit der ganzen Familie. Die Walliser

Familiendestinationen bieten ihren

Gästen adaptierte Routen mit

spannenden Posten und Aufgaben.

Im Tourismusbüro vor Ort können

Sie die nötigen Unterlagen für diese

kostenlose Familienaktivität erhalten.

Jede der sieben Schatzsuchen

ist anders und originell. Mithilfe

einer Schatzkarte werden Sie

gelotst. Sie suchen nach Hinweisen

und rätseln gemeinsam. Ein aktives

Erlebnis draussen in der Natur,

das bei den Kindern das Wandern

auf spielerische Art beliebter macht

und gemeinsame Erinnerungen

schafft.

wallis.ch/schatzsuche

BLS-Erlebniszug

Von Juni bis Oktober sind historische

Fahrzeuge als fahrplanmässige

RegioExpress-Züge unterwegs.

Jeweils am zweiten Sonntag im

Monat fährt ein historischer Zug

von Burgdorf via Bern–Lötschberg

über die Bergstrecke nach Brig. In

Hohtenn wird ein kurzer Fotohalt

eingelegt. Die Züge sind mit dem

normalen Fahrausweissortiment

benutzbar. Möglich macht diese

aussergewöhnlichen Fahrten die

BLS-Stiftung. Geniessen Sie die

Anreise zu Ihrem Ausflug im Lötschberger-Land,

zu Ihrer Wanderung

an der Lötschberg Südrampe oder

Ihrem Aufenthalt im Wallis!

Weitere Infos: bls.ch/erlebniszug

Auf den Spuren der Gogwärgini

Aletsch Arena

Sie sollen einst im Oberwallis gelebt haben

– die Gogwärgini – die kleinen, arbeitsamen

Zwerge. Ihre Geschichten werden

noch heute erzählt und sind auf der

Schatzsuche entlang dem Gogwärgi-Themenweg

an zehn Stationen zu entdecken.

Unser Tipp: Abstecher mit der Bergbahn

von Fiesch zum Viewpoint Eggishorn.

Die Sicht auf den Grossen Aletschgletscher

ist überwältigend.

Auf Zeitreise durchs Dorfleben

Bellwald

Bereit für eine kleine Zeitreise? Die

Schatzsuche in Bellwald führt durch den

alten Dorfkern an zehn Stationen vorbei,

die so einiges über das frühere Leben in

diesem Gommer Bergdorf preisgeben.

Unser Tipp: Auf der gegenüberliegenden

Talseite lässt sich der Landschaftspark

Binntal erkunden. Ab Fürgangen

führt die «Goms Bridge», eine 280 Meter

lange Hängebrücke, über den Rotten

direkt nach Mühlebach.

Rätseln mit der kleinen Hexe Vero

Blatten-Belalp

Rätsel über Rätsel stellt die kleine Hexe

Vero den Schatzsuchenden in Blatten-

Belalp. Nur wer ihre Anweisungen minutiös

befolgt, wird erfolgreich sein und die

Schatztruhe knacken können.

Unser Tipp: Machen Sie Halt beim historischen

Hotel Belalp am Aletschbord.

Von dort geniessen Sie eine besonders

schöne Aussicht auf den Grossen

Aletschgletscher.

Der Detektiv-Trail für Spürnasen

Grächen

In Grächen helfen die Teilnehmenden

Detektiv Dachs beim Lösen der Rätsel

an den 16 Stationen des Detektiv-Trails,

um damit den Code der Schatztruhe zu

knacken. Der Rundparcours führt vom

Dorfplatz auf die Alpe Äpnet und zum

Grächner See hinauf.

Unser Tipp: Besuchen Sie den Kneipp-

Garten zwischen dem Waldrand und

dem Grächner See, und gönnen Sie sich

eine erfrischende Pause.

Schatzsuche mit allen Sinnen

Nendaz

Die Schatzsuche beginnt im Herzen von

Nendaz und führt die Teilnehmenden an

den Dorfrand zur grossen Antenne,

durch ein Stück Wald und über den

Skulpturenweg wieder zurück.

Unser Tipp: Unternehmen Sie zudem

einen Spaziergang entlang den Suonen

von Nendaz. Diese jahrhundertealten

Bewässerungskanäle führen das

Schmelzwasser der Gletscher in die

Täler und auf das Kulturland.

76


GEWINNEN SIE

Schatzsuche-Wettbewerb:

Machen Sie ein Foto von Ihrer

Familie auf einer der Schatzsuchen

im Wallis, und teilen Sie es in den sozialen

Medien mit dem Hashtag

#SchatzsucheWallis

Weitere Informationen:

wallis.ch/schatzsuchewettbewerb

Fährte der Alpentiere aufnehmen

Saas-Fee

Die Schatzsuche in Saas-Fee widmet

sich den heimischen Tieren. Jede der

acht Stationen ist einem Alpentier gewidmet,

über das man allerlei Interessantes

auf spielerische Art und Weise

erfährt.

Unser Tipp: Die Grillstellen in unmittelbarer

Nähe laden zum Picknicken ein,

und die Kneipp-Anlage im Gebiet Bifig

garantiert erfrischende Erholung und

Planschspass.

Der Piratenschatz am Matterhorn

Zermatt

Die Piraten haben einst in Zermatt einen

Schatz versteckt, und nur Wolli, das süsse

Schwarznasenschaf und Maskottchen

von Zermatt, weiss, wo er sich befindet.

Mit einer Schatzkarte und den Hinweisen

von Wolli lernt Jung und Alt

spielerisch Neues und Spannendes

über Zermatt.

Unser Tipp: In nur 15 Gehminuten vom

Dorfzentrum entfernt ist die Gornerschlucht

zu entdecken. Wer auf den

Holzstegen durch die Schlucht geht,

taucht tief in die Welt von Wassergewalt

und Felswänden ein.

Auf Schatzsuche mit der Familie im

Wallis können Sie mit etwas Glück

Familienferien und vieles mehr

gewinnen.

77


RENNVELO-

UND RADTOUREN

wallis.ch/velo-bike-angebote

Die Walliser Berglandschaft ist ein

wahres Paradies für Aktivferien und

der perfekte Rahmen, um Ihre sportlichen

Leistungen unter Beweis zu

stellen – oder einfach die fantastischen

Bedingungen zu geniessen –

auf spektakulären Mountainbike-

Trails oder legendären Radtouren.

wallis.ch/velo-bike-angebote

ANGEBOTE

Fotos Valais / Wallis Promotion / David Carlier

Verborgene Schätze des Oberwallis

Auf dieser sechstägigen Radtour mit

440 Radkilometern erklimmen Sie beeindruckende

Staudämme, atemberaubende

Passstrassen und fahren durch

idyllische Walserdörfer – umgeben von

den schönsten und höchsten Berggipfeln

der Schweizer Alpen. Ausgehend

von Leuk entdecken Sie den Naturpark

Pfyn-Finges und die wunderbare Moosalp.

Weiter führt die Tour ins Goms, hoch

zu funkelnden Stauseen und alpinen

Welten aus Fels und Eis. Die Fahrt über

die Alpenpässe zählt zu den schönsten

Rennvelotouren in der Schweiz.

Angebot: 6 Übernachtungen laut

Programm (3-Sterne-Hotels) inkl. Frühstück,

Gepäcktransfer, ausführliche

Routenplanung.

Gültig: 3. Juni bis 15. Oktober 2018.

Keine Mindestteilnehmerzahl. Sondertermine

auf Anfrage möglich.

Preis: ab CHF 759.– pro Person.

Entlang der Wallis Velo Tour von Sion

bis ins Goms

Von den Burgen von Sion steigen Sie

auf dieser 540 Kilometer starken Radtour

hoch ins weltbekannte Crans-Montana.

Ein Badestopp in Leukerbad und

eine rauschende Fahrt vorbei am

Stockalperschloss in Brig führen Sie anschliessend

zu den Walserdörfern im

Goms. Nun sind die höchsten Pässe der

Alpen zum Greifen nah. Sie erklimmen

Gotthard, Nufenen und Grimselpass und

besuchen dann die verträumten Seitentäler

des Rhonetals. Eine Rennveloreise

wie aus dem Bilderbuch.

Angebot: 7 Übernachtungen laut Programm

(3-Sterne-Hotels) inkl. Frühstück,

Gepäcktransfer, ausführliche

Routenplanung.

Gültig: 3. Juni bis 15. Oktober 2018.

Keine Mindestteilnehmerzahl.

Sonderter mine auf Anfrage möglich.

Preis: ab CHF 1015.– pro Person.

Radtour entlang des Chemin du

Vignoble

Diese rund neunzig Kilometer lange Radtour

führt Sie entlang des Chemin du Vignoble

ab Martigny auf der Sonnenseite

des Rhonetals mitten durch die romantische

Szenerie der Weinberge. Hier

reifen einige der besten Weine der

Schweiz. Die Reben säumen den Weg

auf Ihrer Fahrt Richtung Osten, vorbei

an den Kirchen und Schlössern von Sion

bis hin zum Marktplatz von Leuk. Unterwegs

bieten sich Ihnen der atemberaubende

Ausblick auf die Walliser Berge

und eine Vielzahl an kulinarischen Leckerbissen.

Angebot: 2 Übernachtungen laut

Programm (3-Sterne-Hotels) inkl. Früh-

78


stück, Gepäcktransfer, Weindegustation,

Walliser Picknickkorb, ausführliche

Routenplanung etc.

Gültig: täglich von 4. Mai bis 26. Oktober

2018. Keine Mindestteilnehmerzahl.

Sondertermine auf Anfrage möglich.

Preis: ab CHF 335.– pro Person.

Velotouren

Das Wallis bietet

Velofans alles, was sie

wollen: gemütlich durchs

Rhonetal und die Weinberge gondeln

oder sich mit Kraft und viel Lungenkapazität

die Berge raufkämpfen.

Schöne Aussichten und feine

Kraftnahrung in Form

eines Walliser Plättlis

inklusive.

79


WEIN- & GASTRONOMIE-

AUSFLÜGE

wallis.ch/weinreisen

ANGEBOTE

Fotos Valais / Wallis Promotion / Christian Pfammatter /

Sedrik Nehmet (2) / David Carlier

Mit einer Rebfläche von 5000 Hektaren

ist das Wallis die grösste

Weinbauregion der Schweiz. Grossartige

Landschaften mit aussergewöhnlich

sonnigen Hanglagen, über

fünfzig AOC-Rebsorten, aus denen

eine Vielzahl grosser Weine hervorgeht,

und Traditionen, die ihnen

Charakter und Identität verleihen.

Feine Aromen, intensiv schmeckende

Früchte, seltene Gewürze

und goldenes Getreide sind das

Ergebnis Tausender Sonnenstunden,

die das Wallis in einen Garten voller

Köstlichkeiten verwandeln und zur

Quelle der Inspiration für Gourmetköche

im ganzen Land machen.

wallis.ch/weinreisen > Wein- &

Gastronomieausflüge

Wanderdegustation in Plan-Cerisier

Begeben Sie sich bei dieser geführten

Wanderung auf eine Zeitreise, und folgen

Sie den Spuren der Wanderwinzer und

ihren Speichern in der Region Martigny.

Wein- und Geschichtsinteressierte erkunden

in diesem Weiler mit seinen authentischen

Bauten die Wurzeln der Walliser

Crus, bevor sie diese im Schatten

eines der charmanten Winzerhäuschen

zum Apéro geniessen. Start bei der Kirche

in Martigny-Croix neben der Fromathèque.

Die Zeit am Treffpunkt wird in

Absprache mit dem Wanderbegleiter getroffen.

Rückkehr an den Ausgangspunkt.

Angebot: Führung, Degustation von

drei Weinen, Roggenbrot und Käse.

Dauer: 2,5 Stunden.

Gültig: bei schönem Wetter von Mai

bis Oktober, ab 10 Personen.

Preis: ab CHF 30.– pro Person.

Rallye der 5 Sinne

Geniessen Sie ein unterhaltsames Essen

in einem Schloss oder im Weinberg mit

der passionierten Wein-Alchimistin und

Event-Veranstalterin Christelle Besse.

Erleben Sie zu zweit oder in der Gruppe

mit Kollegen, Freunden, Geschwistern

und anderen ein Themenessen in

fünf verschiedenen Atmosphären. Fünf

schmackhafte Gänge, begleitet von fünf

äusserst lebendigen Weinen. Wecken

Sie Ihre 5 Sinne.

Angebot: Dauer ca. 3,5 Std.

Gültig: ganzjährig auf Reservation,

mindestens 4, maximal 12 Personen.

Preis: ab CHF 149.– pro Person.

Von der Saat bis in den Teller

Der Erfolg der TV-Sendung «Landfrauenküche»

beweist, Traditionen erleben

ein Revival. Einheimische Produkte und

die regionale Küche sind im Trend. Reisende

von heute suchen das Echte und

Einfache. Vor allem aber den persönlichen

Kontakt zu lokalen Produzenten. In

diesem Sinn laden Véronique Zen Ruffinen

und ihr Gatte Yves auf dem Weinbaubetrieb

Turriljigut in Susten zur Tavolata.

Die Dame des Hauses kocht und

serviert mit ihrem Ehemann Yves saisonale

Menüs bei sich zu Hause. Ob im Esszimmer,

Garten oder Weinkeller – der

Gast ist König. Geniessen Sie Gerichte

aus einheimischen Produkten vom eigenen

Betrieb oder aus der Region sowie

überlieferte und neue Familienrezepte.

Selbst produzierte Walliser Weine bereichern

die Tavolata.

Angebot: Tavolata mit saisonalem

Menü mit oder ohne Wein.

Preis: ab CHF 76.– pro Person ohne

Wein, CHF 96.– pro Person mit Wein.

Wein- und Raclette-Ausflug in Siders

Entdecken Sie die kulinarischen Geheimnisse

des Wallis im «Château de Villa» in

80


Genuss Das

Wallis ist reich an

kulinarischen Köstlichkeiten:

Roggenbrot AOP aus hier

angebautem Roggen, Weine aus

den Weinbergen an den sonnigsten

Hängen der Schweiz, Aprikosen, so

saftig und süss wie nirgends

sonst, Trockenfleisch IGP

und Käse, vor allem

Raclette-AOP-

Käse.

Siders, einem wahren Degustationsparadies.

Das Restaurant wird Ihnen für ein

einzigartiges Gourmeterlebnis exquisite

regionale Produkte von ausgewählten

Walliser Herstellern servieren: Walliser

Raclette AOP, Walliser Trockenfleisch

IGP und andere regionale Spezialitäten

werden Ihren Gaumen entzücken! Weinliebhaber

werden ihr Glück in der Vinothek

finden: Der Keller birgt ungefähr

650 Weine von rund 100 Walliser Weinkellereien.

Angebot: Weindegustation und

typische Walliser Mahlzeit.

Gültig: ganzjährig.

Preis: CHF 70.– pro Person.

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Kultur, Sport & Brauchtum

Im Wallis ist immer etwas los. Eine Übersicht über

die vielfältigen Veranstaltungen und Events.

www.wallis.ch/event

AGENDA

Juni

Fondation Pierre Gianadda –

Ausstellung Pierre Soulages

15. Juni bis 25. November 2018,

Martigny. Spezialbillette der SBB.

www.gianadda.ch

Jubiläum Cäsar Ritz – der

Hotelpionier

3. Juni bis 25. Oktober 2018, Obergoms.

Events zum Todestag.

www.caesar-ritz.ch

Juli

Trail Verbier St-Bernard

7. und 8. Juli 2018, Verbier. Bergläufe

von 29 bis 11 Kilometer Länge.

www.trailvsb.ch

«Der letzte Sander von Oberried»

11. Juli bis 18. August 2018, Riederalp.

Freilichtspiel über das Leben in den

Alpen in früheren Zeiten.

www.derletztesander.ch

Verbier Festival

19. Juli bis 5. August 2018, Verbier.

25-Jahr-Jubiläum des Verbier Festivals

mit Stars der Klassik.

www.verbierfestival.com

Aprikosenfest

20. bis 22. Juli 2018, Saxon. Die beliebteste

Walliser Frucht in all ihren

Varianten.

www.fetedelabricot.ch

Valais Drink Pure Alphornfestival

20. bis 22. Juli 2018, Nendaz. Einmalige

Alphornkonzerte mit dem grössten

Alphornchor der Welt.

www.nendazcordesalpes.ch

August

Cyclosportive der Walliser Weine

1. August 2018, Sion. Eines der beliebtesten

Velorennen der Schweiz am

Nationalfeiertag.

www.lacyclosportivevalaisanne.ch

Tour des Stations

11. August 2018, Verbier. Velo-Bergrennen

der Extraklasse vom Tal auf den

Berg.

www.tourdesstations.ch

Open Air Gampel

16. bis 19. August 2018, Gampel. Rock,

Rap, Elektro und Schweizer Acts.

www.openairgampel.ch

Swiss Food Festival

17. August 2018, Zermatt. Durchs Dorf

flanieren und kulinarisch geniessen.

www.swissfoodfestival.ch

Grand Raid BCVS

17. und 18. August 2018, Verbier. Der

Rennmarathon für Mountainbiker.

www.grand-raid-bcvs.ch

Vision Art Festival

17. bis 26. August 2018, Crans-Montana.

Ein Dorf voller Kunst!

www.visionartfestival.com

Ultra-Trail Mont-Blanc

27. August bis 2. September 2018,

Orsière. Ein Must für alle sehr fitten

Bergläufer.

www.utmbmontblanc.com

Vinea

31. August und 15. September 2018,

Sierre. Degustationen und der Grand

Prix der Schweizer Weine.

www.vinea.ch

September

Swiss Peaks Trail

2. bis 9. September 2018, ganzes Wallis.

Bergläufe aller Schwierigkeitsgrade.

www.swisspeaks.ch

Omega European Masters

6. bis 9. September 2018, Crans-Montana.

Das Golfturnier mit Weltstars.

www.omegaeuropeanmasters.com

Perskindol Swiss Epic

11. bis 15. September, Zermatt, Grächen,

Bettmeralp. Episches Mountainbike-

Etappenrennen.

www.swiss-epic.com

Genusswoche

13. bis 23. September 2018, ganzes Wallis.

Degustieren, geniessen, einkaufen.

www.gout.ch

TRAILLOVE Festival

14. bis 18. September 2018, Zermatt.

Wer Biketrails liebt, geht nach Zermatt.

www.traillove.bike

Oktober

Fest der Kastanie

13. und 14. Oktober 2018, Fully.

Mythen, Geschichte, Kastanienwälder

und natürlich Brisolée.

www.fetedelachataigne.ch

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Schneller ins

Wallis

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wallis.ch

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