Arabische Pferde IN THE FOCUS Nr. 3/2018 (Vol. 15) - public

gudiwaidi

Arabian Horses

Arabische Pferde

3/2018 (Vol. 15) • 6,50 €

in the focus

50 Jahre

Katharinenhof

Araberzucht in Europa-Championat

Zahlen

www.in-the-focus.com/magazine

www.in-the-focus.com

für Sport-Araber


Glücksbringer.

Said ox *1999 v. Pamir ox

HLP 70-TT: D 95 / S 117 / G 106

Frischsamenversand | EU-Besamungsstation Offenhausen

Weil-Marbacher Vollblutaraber

seit 1817

Haupt- und Landgestüt Marbach mit Landesreit- und Landesfahrschule – das älteste staatliche Gestüt Deutschlands –

72532 Gomadingen-Marbach | Tel. (073 85) 96 95-0 | www.gestuet-marbach.de


Editorial

Money makes

Geld regiert

die Welt

the World

go round

Ich erinnere mich noch gut an die erste FEI-Weltmeisterschaft im Distanzreiten

1998 in Dubai. Damals war sozusagen die Welt noch in

Ordnung, der Ritt führte durch malerische Wüstenlandschaften, die

US-Amerikanerin Valery Kanavy siegte auf High Winds Jedi mit einer

Durchschnittsgeschwindigkeit von 17,7 km/h, Amateure hatten noch

eine echte Chance und der Einstand für den Distanzsport als neue

Disziplin im Reigen der FEI-Sportarten war erfolgreich bestanden.

Heute, 20 Jahre später, hat sich die Geschwindigkeit bei Wüstenrennen

auf ca. 25 km/h gesteigert, wird der Distanzsport durch Skandale

und tote Pferde definiert und die FEI überlegt sich, ob sie nach dem

Debakel bei den World Equestrian Games in Tryon (siehe Seite 60)

den Distanzsport aus dem Reigen der WEG wieder herausnehmen

soll. Das viele Geld, das in diese Disziplin gepumpt wurde, die Professionalisierung,

die dadurch möglich wurde, hat den Sport zugrunde

gerichtet.

Die Parallelen zu anderen Bereichen des Pferdesports sind unübersehbar.

Auch der Galopprennsport mit arabischen Pferden wurde

durch viel Geld erst salonfähig gemacht, und dann - als eine Steigerung

der Geschwindigkeit und damit ein Sieg immer schwieriger wurden

- dies mit Pferden zweifelhafter Abstammung erreicht. Das viele

Preisgeld, Ruhm und Ehre im Falle eines Sieges, ließ einen über so

manchen Zweifel im Pedigree hinwegsehen. Wer diesen Trend nicht

mitmachen wollte, hatte schon verloren. Heute hat ein großer Teil der

Araberliebhaber diesem Sport den Rücken gekehrt, sie können sich

mit dem "modernen Rennaraber" nicht anfreunden und verzichten

dann lieber ganz.

Und natürlich sind auch die Schauen betroffen, auch hier geht es

um Geld, Ruhm und Ehre. Viel wird derzeit über Interessenskonflikte

geredet, über Sponsoren, die Einfluß auf Organisation und Offizielle

nehmen, aber wirklich lebensrettende Maßnahmen für die Schauen

werden nicht ergriffen. Das "Top-End" hat sich längst von den "Grassroots"

abgekoppelt und vielfach bestehende Strukturen zerstört.

Vielleicht sind wir Deutschen ja die neuen Trendsetter: Weniger als 10

% der deutschen Züchter geht auf Schauen, kaum einer, der an einer

der großen Schauen noch teilnimmt. Der Rennsport mit arabischen

Pferden existiert nicht mehr, und im Distanzsport sind es auch nur

eine Handvoll Reiter, die diesen Sport professionell betreiben. Vielleicht

müssen wir uns in allen Bereiche wieder mehr auf den "Breitensport",

auf die Amateure konzentrieren - das heißt ja keineswegs,

dass die Qualität der Pferde und des Sports deshalb schlechter sein

muß, im Gegenteil! Ich sehe hier Vorteile für die Zucht, die sich dann

wieder auf andere Kriterien konzentrieren kann, als nur dem "Typ" zu

huldigen und der Distanzsport könnte sich auf seine alten Werte "angekommen

ist gewonnen" konzentrieren - eine Entwicklung, die allen

Bereichen der Araberszene gut tun würde.

I still remember the first FEI World Endurance Championship 1998

in Dubai. At that time, so to speak, the world was still in order, the

ride led through picturesque desert landscapes, the US-American

Valery Kanavy won on High Winds Jedi with an average speed of

17.7 km / h, amateurs still had a real chance and the start for the

endurance sport as a new discipline of the FEI sports was successfully

passed. Today, 20 years later, the speed at desert races has increased

to about 25 km / h, endurance is defined by scandals and

dead horses, and the FEI - after the debacle at the World Equestrian

Games in Tryon (see Page 60) - is considering whether or not to take

endurance out of the World Equestrian Games. All that money that

was pumped into this discipline, the professionalization that was

possible with it, has finally ruined the sport.

The parallels to other areas of equestrian sport are obvious. Flatracing

with Arabian horses was first made acceptable for the Jockey

Clubs by a lot of money, and then - as an increase in speed

and thus a victory became more difficult - speed was achieved

with horses of dubious descent. The prize money, glory and honor

in the event of a victory, made certain breeders to overlook some

doubts in the pedigree. Those who did not want to join this trend

had already lost. Today, a large part of the Arabian horse lovers

have turned their backs on this sport, they can not make friends

with the "modern racing Arabian" and so they rather abandon this

sport completely.

And, of course, the shows are affected, too, also here it's about money,

fame and honor. Much is currently being talked about conflicts

of interest, about sponsors having influence over organization and

officials, but really lifesaving measures for the shows are not being

taken. The "top-end" has long since decoupled from the grassroots

and destroyed many existing structures.

Maybe we Germans are the new trendsetters: Less than 10% of German

breeders go to shows, hardly anyone who still participates in

one of the big shows. Racing with Arabian horses no longer exists,

and in endurance there are only a handful of riders who practice this

sport professionally. Maybe we have to concentrate more on "mass

sports", on the amateurs in all areas - that does not mean that the

quality of the horses and the sport has to be worse, on the contrary!

Here I see advantages for the breed, which can then focus on other

criteria, rather than paying homage to the "type" and in endurance

one could focus on its old values "arriving is winning" - this would

be a development that could be beneficial to all areas of the world

of Arabian horses.

Editorial

3/2018 - www.in-the-focus.com

Gudrun Waiditschka

Chefredakteurin / Chief Editor

3


Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Training des Distanzpferdes (IV) - Krafttraining 46

Artikel

50 Jahre Nagels Katharinenhof -

Das Zuchtexperiment 6

Gedanken zum Pferdemarkt - Zucht in Zahlen 18

HLP des ZSAA & VZAP in Marbach -

Durchwegs gute Leistungen 22

Malvern - Die Schau der Superlative 32

SZAP-Beständeschau und Sporttag -

Klein aber fein 37

Schauen im Vergleich - Kaub und Ströhen 38

Amateurschau - Spaß, Sport, Spannung! 42

Noble Festival - Die Schau, die keine ist 44

Inhaltsverzeichnis

Europa-Meisterschaft der Sport-Araber -

Jeder gab sein Bestes 50

Distanzreiten - Meisterschaftliches Allerlei 58

WEG Endurance - Vom Traum zum Albtraum 60

Kommentar zu den WEG - Verraten und verkauft? 61

Geschichte - Die Gestüt der Paschas 62

Rubriken

Zucht-News 26

Aus den Verbänden 30

Über die Regenbogenbrücke 64

Termine & Impressum 65

Vorschau 66

Bei seiner 50-Jahr-Feier zog Dr. Nagel Bilanz seines Zucht-Experiments:

Seine Pferde sind stark ingezüchtet, bilden eine homogene

Zuchtgruppe und haben diesen unverwechselbaren "Nagel-Look",

an dem man sie zweifelsfrei erkennt - das Ziel ist erreicht. – At his

50-year-jubilee Dr. Nagel presented the result of his breeding experiment:

His horses are heavily inbred, form a homogeneous breeding

group and have this unmistakable "Nagel look", of which they are

unequivocally recognized - the goal has been achieved.

Das Stimmungsbarometer in der Araberzucht zeigt schon seit

längerem nach unten: Weniger Mitglieder, weniger Bedeckungen,

weniger Fohlengeburten. Der Versuch einer Ursachenforschung. -

The mood barometer in Arabian horse breeding has been pointing

downwards for some time now: fewer members, fewer coverings, fewer

foals. The attempt of a cause research.

Unser Titelbild

Hengstleistungsprüfungssieger

IS Con Air (Altis

/ Castella), Züchter und

Besitzer: Gestüt Ismer. -

Winner of the stallion performance

test IS Con Air (Altis /

Castella), breeder and owner:

Ismer Stud.

Foto: G. Waiditschka

4

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


Content

Artikel

Table of Content

50 Years Nagels Katharinenhof -

The Breeding Experiment 12

The Horse Market - The Breed in Numbers 18

Malvern - A Show of Superlatives 32

Training of the Endurance Horse (IV) -

Power Training 46

European Championships for Sports Arabians -

Everyone gave their Best 54

Rubriken

Over the Rainbowbridge 64

Shows and Events 2018/2019 65

Preview 66

Die 'Arab Horse Society of Great Britain‘ (AHS) feiert in diesem

Jahr ihr hundertjähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß haben wir

uns das Britische National-Championat in Malvern angeschaut,

das einige interessante Unterschiede zu kontinentalen Schauen

aufweist. - The Arab Horse Society of Great Britain (AHS) celebrates

its centenary this year. On this occasion, we looked at their British

National Championships in Malvern, which offer some interesting

differences to continental shows.

Table of Content

Das Europa-Championats soll einerseits die verschiedenen

Disziplinen aufzeigen, die arabische Pferde gehen können, andererseits

Reiter und Pferde auf unterschiedlichem Ausbildungsstand

zusammenbringen, damit die Könner Ansporn für künftige

sportliche Ziele der Einsteiger geben. - The European Championship

shall on the one hand showcase the different disciplines for which the

Arabian horse is suitable, and on the other hand bring together riders

and horses at different levels of training, so that the top level riders give

some incentives for future goals for the beginners.

Auch wenn das Araber-Sommerfestival in Stadl Paura eine Amateurschau

ist, so war die Organisation ausgesprochen professionell!

Man fühlte sich sofort herzlich willkommen, die herrliche Anlage von

Stadl Paura schaffte eine heimelige Atmosphäre, na, und die Sonne

schien diesen Sommer sowieso immer und überall.

3/2018 - www.in-the-focus.com

5


50 Jahre Nagels Katharinenhof

Zucht

Das Zuchtexperiment

Es war die Geschichte des Arabischen

Pferdes, die in Dr. Nagels Kopf eine Idee

reifen ließ: Er schloß den Genpool seines

Gestüts, um zu sehen, ob das Arabische

Pferd tatsächlich inzuchtresistent ist.

30 Jahre später hat er sein Ziel erreicht: Seine

Pferde sind stark ingezüchtet, bilden eine

homogene Zuchtgruppe und haben diesen

unverwechselbaren "Nagel-Look", an dem

man sie zweifelsfrei erkennt.

6

NK Nabhan (NK Nadeer / NK Nerham

(v. Jamal El Dine)). *2013, junger Beschäler

im Gestüt Katharinenhof von Dr. Nagel.

Foto: Nicole Sachs

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


Selten habe ich einen Araberzüchter

kennengelernt, der sich so intensiv mit

der wissenschaftlichen Seite der Zucht

beschäftigt hat wie Dr. Hans Nagel. Und so

war es ein Vergnügen, Mitte Juli auf seinem

Gestüt Katharinenhof bei Bremen an der

50-Jahr-Feier teilzunehmen. Der Tag war gefüllt

mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen,

tiefen Einsichten in ein weltbekanntes,

rein ägyptisches Zuchtprogramm und

– nicht zuletzt – schöne Pferde.

Pferde aus El Zahraa

Es begann alles vor 50 Jahren, als Hans-Joachim

Nagel das Gestüt El Zahraa in Ägypten

besuchte. Zusammen mit Dr. Burgert, dem

Direktor des ungarischen Gestüts Bábolna,

mit dem er Geschäftsbeziehungen auf dem

Gebiet der Landwirtschaft unterhielt, begründete

er ein rein ägyptisches Zuchtprogramm.

Von den aus Ägypten nach Bábolna

importierten Stuten kaufte Dr. Nagel Mahiba

(Alaa El Din / Mouna) *1966, Hanan (Alaa

El Din / Mona) *1967 und Jahre später Lutfeia

(Alaa El Din / Bint Kamla) *1967 die die

Gründerstuten des Gestüts Katharinenhof

wurden. Er hatte in den ersten Jahren keine

eigenen Hengste und verwendete daher die

wenigen rein ägyptischen Vererber, die es

gab – Ghazal (von Nazeer), Mahomed (von

Hadban Enzahi) und Madkour I (von Hadban

Enzahi) –, bis Mohafez (Ibn Moniet El Nefous

/ Aroufa) *1976 aus den USA kam und durch

seinen Babson-Mutter etwas anderes Blut

mitbrachte.

Zuchtziel Homozygotie

Dr. Nagel war schon immer ein unabhängiger

Geist und folgte in seinem Zuchtprogramm

nicht irgendwelchen Modeströmungen.

Aber nach mehreren Jahren, die

er als "Versuch und Irrtum" beschreibt, war

es die Geschichte des arabischen Pferdes,

die eine Idee in ihm entfachte: In historischen

Zeiten, als die Beduinen diese Pferde

züchteten, waren die Entfernungen

weit und das Futter knapp – daher war der

Zuchtbestand eher klein. Diese drei Faktoren

müssen zwangsläufig zu mäßiger oder

gar enger Inzucht geführt haben. Wer jedoch

Tierzucht studiert hat, hat gelernt,

Dr. Hans-Joachim Nagel, hier mit seiner Frau Nawal, war Zeit seines Lebens Züchter mit Leidenschaft

und einer klaren VIsion. – Dr. Hans Nagel, here pictured with his wife Nawal, was all his life

a breeder with lots of passion and a clear vision.

Foto: Monika Savier

dass Inzuchtpopulationen in der Regel weniger

vital, fruchtbar und kleiner in Bezug

auf die Körpergröße werden. Da die Umweltbedingungen

in der Wüste jedoch sehr

hart waren, war die natürliche Selektion

sehr streng und ließ nur die stärksten Tiere

übrig, die überleben konnten – selbst wenn

diese ingezogen waren. Dies muss laut Dr.

Nagel zu einer inzuchtresistenten Population

mit einem hohen Grad an Homozygotie

geführt haben.

Die Selektionkriterien

Und so begann er 1985 ein "neues" Zuchtprogramm

mit einer Gruppe von vier Stuten

und vier Hengsten, die aus seinem früheren

Zuchtprogramm stammten, und züchtete

mit diesen innerhalb dieser Linien weiter.

Sein Ziel war es, ein hohes Maß an Homozygotie

zu erreichen, und dadurch eine vorhersehbare

Qualität bei den Fohlen zu bekommen,

Fohlen nach seinem Ideal. Zu diesem

Zweck wählte er seinen (zweiten) Gründungsbestand

sehr sorgfältig aus, und alle

Pferde mußten folgende Kriterien erfüllen:

1. Sie mußten frei von den Erbkrankheiten

SCID, CA und LFS sein und aus Familien

stammen, die frei von größeren Gebäudemängeln

und hinsichtlich ihres Äußeren so

korrekt wie möglich sind.

2. Sie mußten einer der vier Stammstuten /

Familien angehören: Hanan / Obayan, Mahiba

/ Seglavi Jedran, Lotfeia / Hadban Enzahi,

Ansata Ken Ranya / Dahman Shahwan. Diese

Stuten waren sich ähnlich, aber jede von

ihnen hatte mehrere Höhepunkte, die in der

Araberzucht sehr geschätzt werden. Dasselbe

galt auch für die Hengste.

3. Alle positiven Punkte, die in der Araberzucht

geschätzt werden, sollten in diesen

vier Familien in ihrer Gesamtheit, d. h. innerhalb

dieses ausgewählten Genpools, verfügbar

sein.

4. Sollte unerwartet ein Pferd mit schweren

Mängeln oder untypischen Merkmalen auftreten,

muss es von der Zucht ausgeschlossen

werden.

5. Die zur Zucht verwendeten Hengste müssen

mindestens drei Höhepunkte aufweisen,

die geschätzt werden und den Zuchtbestand

Zucht

Gründerhengste des Gestüts Katharinenhof

Fotos: G. Waiditschka (2), Archiv Entress (1)

Mohafez (Ibn Moniet El Nefous / Ahroufa)

*1976

3/2018 - www.in-the-focus.com

Jamil (Madkour I / Hanan )

*1975

7

Salaa El Dine (Ansata Halim Shah / Hanan)

*1985


Zucht

positiv beeinflussen. Es kann sein, dass auch

einige weniger geschätzte Eigenschaften

am Anfang akzeptiert werden müssen.

6. Das wichtigste Auswahlverfahren bleibt

die Beurteilung der Nachkommen.

7. Es ist erforderlich, dass jede Stute mindestens

drei gute Fohlen produziert, um langfristig

der Zuchtstutenherde hinzugefügt

zu werden. Jeder Hengst muss mindestens

sechs gute Nachkommen hervorbringen,

um als zukünftiger Beschäler ausgewählt zu

werden.

Seit mehr als 30 Jahren wird Dr. Nagels Herde,

die auf etwa 30 Pferde (Hengste, Stuten

und Jungtiere) beschränkt ist, nach dem

Prinzip des geschlossenen Genpools gezüchtet

und wurde damit zu einem wertvollen

Studienobjekt. Diese Studien wurden

von Samantha Brooks von der University of

Florida durchgeführt, einer der bekanntesten

Forscherinnen auf dem Gebiet der Pferdezucht

und -genetik. Mit großem Interesse

für die Wissenschaft ermöglichte Dr. Nagel

ihr, Proben all seiner Pferde zu nehmen, um

ihr Genom zu analysieren. Und in ihrem Vortrag

am Tag der offenen Tür während des

Jubiläums enthüllte sie einige der Befunde,

von denen einige direkt mit dem Gestüt zu

tun hatten, andere von allgemeinem Interesse

sind. (Siehe "Ein Blick hinter das Pedigree",

Seite 9)

Pedigree als Informationsquelle

Für jeden Züchter ist das Fünf-Generationen-Pedigree

seines Pferdes eines der wichtigsten

Werkzeuge in der Zucht – vorausgesetzt,

er kann es richtig lesen. Wenn die

Namen nur Namen für ihn sind und er das

"richtige" Pferd hinter dem Namen nicht

kennt, hilft das Pedigree nicht viel. In Nagels

Fall züchtet er nun in der sechsten Generation

Pferde und kennt somit alle Pferde in den

Stammbäumen selbst aus erster Hand. Dies

ist ein unschätzbarer Fundus an Information.

Fünf Generationen sind jedoch nicht viel –

verglichen mit der Geschichte der Rasse.

Schriftliche Aufzeichnungen gibt es seit

ca. 150 Jahren (oder 200 im Falle der Weil-

Marbach-Zucht), was etwa 10–15 Generationen

entspricht! Aber eine neue Technik

der DNA-Analyse ist jetzt in der Lage, tiefer

in die Geschichte unserer Rasse zu blicken,

was manchem Angst machen könnte, weil

wir das Ergebnis noch nicht kennen und weil

möglicherweise von unseren romantisierten

Geschichten nur noch wenig übrig bleiben

wird.

Die verschiedenen Stämme

Neben der Genomanalyse wurden alle Pferde

mit 35 Messpunkten vermessen. Es zeigte

sich, dass die Pferde über die Generationen

hinweg im Wesentlichen gleich blieben und

nicht an Größe zunahmen, wie es in anderen

Blutlinien häufig zu beobachten ist. Auch

wurden sie nicht, wie man erwarten könnte,

aufgrund von Inzuchtdepression kleiner. Es

ist auch interessant festzuhalten, dass alle

Stämme ihre stammestypischen Eigenschaften

beibehalten haben, wie z.B. die Größe:

Die Hadbans messen 152–153 cm und sind

4–5 cm höher als die anderen. Die Saklawis

sind die kleinsten mit 149–151, die Obayans

in der Mitte. Auch die Fruchtbarkeit sei von

Stamm zu Stamm verschieden, sagt Nagel.

Seine Dahman Shahwan-Stuten haben die

geringste Fruchtbarkeit und sind am schwierigsten

zu züchten (daher gibt es momentan

nur eine Stute), während die Hadbans am

leichtesten zu züchten sind (daher die größte

Stutengruppe im Gestüt).

Dr. Nagel ist sich bewusst, dass es schwierig

ist, Fehler innerhalb eines geschlossenen

Genpools zu korrigieren – deshalb ist die

sorgfältige Auswahl des Grundstocks so

wichtig. Jeder im Zuchtprogramm verwendete

Hengst war "für einen Job" zuständig.

Zum Beispiel hat NK Jamal El Dine die Hälse

etwas länger gemacht. Auch der junge NK

Nabhan, der stark auf Salaa El Dine und Hanan

ingezogen ist, hat ihn überrascht, wie

stark er seinen Nachwuchs gestempelt hat.

Andere Hengste werden für andere Aufgaben

benötigt. Bis jetzt, so sagt er, gibt es keine

Inzuchtdepression in seiner Zuchtherde,

und mit Hilfe der Genomanalyse ist er zuversichtlich,

dass dies auch in Zukunft nicht

passieren wird.

Von Gestern bis Heute

Von den über Bábolna aus Ägypten importierten

Stammstuten erwies sich Hanan,

eine Obayan-Stute, als die beste; sie brachte

eine Reihe von erstklassigen Hengsten hervor:

1. Ibn Galal I (von Ibn Galal) *1972 kam in

utero mit seiner Mutter aus Ungarn und ist

wieder nach Bábolna zurückgekehrt, wo er

viele Jahre lang Hauptbeschäler war.

2. Abdallah (von Ghalion) *1974, erfolgreiches

Distanzpferd und Deckhengst zu seiner

Zeit.

3. Jamil (von Madkour I) *1975, wahrscheinlich

das beste Pferd aus Nagels Zucht; er

starb zu früh im Alter von nur 11 Jahren

durch einen Beinbruch. Jamil hinterließ viele

wundervolle Töchter, bevor er mit Ansata

Halim Shah vom Gestüt Ansata Arabian Stud

in den USA für ein paar Jahre getauscht wurde,

von wo er seinen Einfluss noch weiter

ausbreitete.

4. Asfour (von Malik) *1984, verkauft an Simeon

Stud in Australien und einer der bedeutendsten

Hengste des Gestüts.

Und schließlich

5. Salaa El Dine (von Ansata Halim Shah)

*1985, Jamils würdiger Nachfolger im Gestüt

Katharinenhof.

Nicht nur ihre Hengste, sondern auch Hanans

Stutfohlen waren von außergewöhnlicher

Qualität. Am wichtigsten ist ihre

Tochter Ghazala vom "Typvererber" Ghazal

(von Nazeer). Es war sein erstes und einziges

Fohlen für Dr. Nagel, da er leider nur

wenige Wochen nach Hanans Bedeckung

starb. Ghazala fiel die Aufgabe zu, die Linie

fortzusetzen, und sie tat dies mit Amarilla

(von Jamil), die ihrerseits vier Töchter von

Salaa El Dine für das Gestüt hervorbrachte.

Zwei von ihnen, NK Asila und NK Nariman,

wurden behalten und sind die Verbindung

zu den heutigen Zuchttieren, die auf Hanan

zurückgehen. Derzeit gibt es vier Stuten der

Hanan-Familie im Gestüt: NK Ninnifee (von

Jamal El Dine) und ihre Tochter NK Aroussa

(von NK Nadeer) sowie NK Abla (von Jamal

El Dine) und ihr einjähriges Stutfohlen NK

Amsha (NK Nabhan). (Siehe Familientabelle

Seite 10–11)

Die zahlenmäßig stärkste Stutenlinie ist

der Hadban-Stamm, der mit Lotfeia in das

Gestüt kam, eine der Stuten, die von Bá-

Fortsetzung auf Seite 11

Bedeutende Hengste aus der Zucht des Gestüts Katharinenhof

Asfour (Malik / Hanan) *1984 – wirkte in

Australien.

Assad (Ansata halim Shah / Arussa) *1985 –

wirkte in Ungarn

8

Safir (Salaa El Dine / Aisha) *1991 – wirkte

in Qatar.

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018

Fotos: G. Waiditschka (2), B. Finke (1)


Während des "Open Days" auf dem

Katharinenhof hat Samantha Brooks

von der Universität in Florida einen

Vortrag zur modernen Genanalyse gehalten.

Um diese neuen Möglichkeiten, die der Züchter

in Zukunft haben wird, zu verstehen, muß

man sich zuerst die Grundlagen der Genetik

anschauen: Das Genom eines Lebewesens

enthält die Gesamtheit der vererbbaren Informationen.

Die Mehrheit davon wird benötigt,

um die verschiedenen Abläufe in einer Zelle

zu ermöglichen, die schließlich zur Bildung

von Geweben und damit zur Bildung eines Organismus

führen. Dieser "Text" eines Genoms

enthält 2,7 Milliarden einzelne Bausteine des

genetischen Codes, die in 20.000 Gene transkribieren,

von denen bisher nur etwa 3 %

entschlüsselt und verstanden wurden. Diese

Gene bestimmen z.B. die Größe, Fellfarbe, Leistung,

oder auch genetisch bedingte Krankheiten,

etc. 97 % des "Textes" sind bislang noch

unbekannt, aber er enthält Informationen darüber,

wie, wo und wann ein Gen funktioniert.

Jedes Gen kann Variationen enthalten, die zu

Merkmalen wie Schimmel oder Nicht-Schimmel

usw. führen. Gegenwärtig ist es möglich,

auf 16 verschiedene Fellfarben, 35 Fellmuster,

14 Merkmale von "Qualitäten" wie Bewegung

und Leistung, 30 Bereiche, die mit Krankheiten

(z.B. SCID, CA, LFS) verbunden sind und 13

Bereiche, die mit komplexen Krankheiten (z.B.

OCD) assoziiert sind, zu testen. Leider können

bislang nur wenige dieser Tests von Züchtern

genutzt werden, da sie noch nicht marktfähig

sind.

3/2018 - www.in-the-focus.com

Ein Blick hinter das Pedigree

Tradition vs. Genomik

Die traditionelle Art, Stammbauminformationen

und Leistungsnachweise zu verwenden,

um den Wert der Abstammung eines Pferdes

zu bewerten, ist sehr ungenau in Bezug auf

das Zuchtpotential dieses Pferdes. Dies liegt

nicht daran, dass diese Aufzeichnungen falsch

sind, sondern daran, dass ein Pedigree nur

eine theoretische Option beschreibt, während

die Natur neues Leben auf der Grundlage von

Wahrscheinlichkeiten schafft. Wir alle wissen,

dass Vollgeschwister nicht unbedingt gleich

aussehen. Dies liegt an der Wahrscheinlichkeit,

dass jedes Gen entweder vom Vater oder vom

Muttertier kommen kann. Es ist nur eine Frage

des Zufalls, welches Gen von wem kommt.

Mittels Genomik kann man nun analysieren,

wieviel genetisches Material von welchem

Elternteil stammt. Wenn Sie zum Beispiel daran

denken, für eine Stute eine Nachfolgerin

zu finden, und Sie zwei Jungstuten, Vollgeschwister,

von ihr haben, haben sie beide dasselbe

Pedigree. Aber mit der Genomik können

Sie feststellen, welche der beiden Töchter in

ihrem genetischen Potenzial am ehesten ihrer

Mutter ähnelt.

Ein anderes Beispiel ist die Inzucht. Seit vielen

Jahren haben Züchter und Forscher den

Grad der Inzucht nach dem Pedigree bewertet

und als "Inzuchtkoeffizient" ausgewiesen. Der

Inzuchtkoeffizient beschreibt den Inzuchtgrad

eines Individuums. Jetzt haben Untersuchungen

gezeigt, dass diese Methode sehr

ungenau ist: Samantha Brooks analysierte die

Nagel'sche Zuchtherde mittels Genomik, berechnete

aber auch den Inzuchtkoeffizienten

auf traditionelle Weise. Die Korrelation zwischen

dem Pedigree-basierten Inzuchtgrad

und dem DNA-berechneten Inzuchtwert war

sehr niedrig, was bedeutet, dass der traditionelle

Inzuchtkoeffizient eher ungenau ist.

Die Forschungsgruppe maß auch die tatsächliche

Homozygotie von vier Vollgeschwistern

(d. h. den Prozentsatz an homozygoten Allelen

im Gesamtgenom). Die vier Vollgeschwister

lagen zwischen 61,6 % und 66,5 %, d. h. unterschieden

sich um fast 5 %, obwohl der Homozygotiegrad

gemäß dem Pedigree genau

gleich sein sollte. Solch ein Unterschied mag

in einer Generation möglicherweise nicht entscheidend

sein, kann aber für ein langfristiges

Zuchtprogramm sehr wichtig werden. Wenn

Sie einen geschlossenen Genpool haben wie

die Straight Egyptians, spielt die Diversität

eine Rolle. Im Fall der vier Vollgeschwister,

von denen Sie eines in Ihr Zuchtprogramm

aufnehmen wollen, und unter der Annahme,

dass sie alle gleich sind in Bezug auf Exterieur-,

Leistungs- und andere Eigenschaften, sollten

Sie diejenige mit der größten Diversität wählen

(niedrigster Homozygotiegrad), da sie

aufgrund ihrer höheren Diversität für die allgemeine

Gesundheit eines Zuchtprogramms

von Vorteil ist. Diese Stute wird fruchtbarer

sein und ein stärkeres Immunsystem haben.

Ursprung der Blutlinien

Nachdem viele Pferde als Referenzpopulation

analysiert wurden, ist es möglich, die DNA eines

Pferdes zu untersuchen, mit dieser Referenzpopulation

zu vergleichen und dann die

Anteile in seiner Abstammung zu bestimmen.

Dazu wurde der Computer zuerst gefragt, die

Referenzgruppe basierend auf ihrem Genom

in die wahrscheinlichsten Gruppen zu gruppieren

und nicht basierend auf ihren Stammbäumen

oder ihrer Geografie! Dieses statistische

Verfahren, bei dem die Pferde aufgrund ihres

Genom gruppiert werden, funktioniert ohne

irgendwelche Vorkenntnisse der Geschichte

oder des Pedigrees – und das ist wichtig! Erst

nachdem diese Cluster definiert waren, wurden

die Pferde in diesen Clustern betrachtet

und mit "Etiketten" wie "Polnische Blutlinien"

(gelb), "Ägyptische Blutlinien" (rot), "American

Domestic" (blau) ect. aufgrund ihres Pedigrees

bezeichnet. Es stellte sich heraus, dass die

meisten Pferde eines jeden Clusters die gleiche

Farbe (d. h. Blutlinie) hatten, nicht ohne der einen

oder anderen merkwürdigen Ausnahme.

Das Ergebnis für ein "Musterpferd" kann nun

wie folgt aussehen: 50 % seiner Vorfahren

können der blauen Gruppe, 25 % der gelben

Gruppe und 25 % der roten Gruppe zugeordnet

werden.

Die Gruppe von Samantha Brooks verwendete

den gleichen Ansatz, um die Nagel'sche Herde

zu untersuchen: Die Mehrheit der Genome

9

war rot (d. h. Straight Egyptians), wie sie es sein

sollten. Aber selbst nach 50 Jahren sorgfältiger

"Straight Egyptian"-Zucht kamen einige

Farben anderer Vorfahren zutage, z. B. gelb,

was man zuvor als polnisch identifiziert hatte.

Wie kommt das? Haben diese Rein-Ägypter

polnisches Blut? Nein! Das Problem ist, dass es

nicht möglich ist, den gemeinsamen Vorfahren

zu datieren. Es ist daher sehr wahrscheinlich,

dass dieses gelbe Stückchen Genom bei

den Straight Egyptians einen gemeinsamen

Vorfahren mit den Gründerpferden des polnischen

Zuchtprogramms darstellt, zum Beispiel

die Desertbred-Importe, die im Laufe der

Zeit nach Polen kamen. Wenn ein Verwandter

dieser Wüstenimporte damals nach Ägypten

kam, haben beide Populationen eine gemeinsame

Abstammung. Diese zeigt sich in der

Grafik als gelb, da dieser Vorfahr der polnischen

Population zugeteilt wurde. Die "gelbe

Gruppe" sind eigentlich DNA-Stücke, die man

heute in modernen polnischen Arabern findet,

aber vor 200 Jahren hat man sie wahrscheinlich

im Nahen Osten und in Mesopotamien

gefunden. Mit der gleichen Methode war es

auch möglich, die Nagel'sche Herde als einen

Cluster innerhalb des ägyptischen Clusters zu

finden und sie als eine einzigartige Untergruppe

der Straight Egyptians zu definieren.

Fazit

Mit der Genomik ist es nun möglich, den Genotyp

zu analysieren und so den Phänotyp

eines Fohlens in Bezug auf Größe, Farbe, einzelne

Leistungsmerkmale und genetische Erkrankungen

vorherzusagen. Zukünftig wird

es möglich sein, Genotyp-Aufzeichnungen

für Gefriersamen zu haben, so dass Züchter

basierend auf den Genotypen entscheiden

können und sich nicht auf Stammbäume und

Leistungsnachweise verlassen müssen. Wenn

dann auch die Stute genotypisiert ist, kann

man gezielt nach einem passenden Partner

suchen. Man kann auch einzelne Zellen von

Embryonen testen, bevor sie in eine Trägerstute

eingepflanzt werden, um ihren Genotyp

zu bestimmen und den gewünschten Embryo

auszuwählen. Dies ist weltweit Standard in der

Milch- und Rindfleischproduktion und wird

häufig verwendet. "Züchtungsentscheidungen,

die aufgrund des Phänotyps oder Stammbaums

getroffen werden, sind sehr ungenau

und wurden vor 10–20 Jahren in der modernen

landwirtschaftlichen Züchtungstechnik

verworfen. Alles wird jetzt durch Genetik gemacht.

Es hat die Genauigkeit um ein enormes

Ausmaß erhöht", sagt Samantha Brooks.

Bis jetzt werden nur wenige dieser Techniken

angewendet, und keine wird entsprechend ihres

Potenzials oder ihrer Kapazität verwendet.

Aber auch wenn die Genomik eine faszinierende

Technik ist, kann sie wie jede moderne

wissenschaftliche Entwicklung oder Erfindung

gebraucht oder missbraucht werden. Denn

technisch ist alles machbar, aber nicht alles,

was technisch machbar ist, ist auch vernünftig

oder moralisch zulässig. Gudrun Waiditschka

Zucht


IBN GALAL I *1972

v. Ibn Galal

AISHA *1985

v. Ansata Halim Shah

Zucht Breeding

HANAN

GHAZALA *1973

v. Ghazal

ABDALLAH *1974

v. Ghalion

JAMIL *1975

v. Madkour I

AMARILLA 1987

v. Jamil

FARIDA *1988

v. Assad

AMER *1981

v. Mohafez

HANAN *1967

(Alaa El Dine / Mona)

ARUSSA *1977

v. Madkour I

ASSAD *1985

v. Ansata Halim Shah

AMEERA *1978

v. Madkour I

AMAR *1986

v. Ansata Halim Shah

Das Erbe von

The Legacy of

KEN AMAL *1979

v. Mohafez

ASHRAFF *1980

v. Mohafez

ALIA *1983

v. Jamil

ASFOUR *1984

v. Malik

SALAA EL DINE *1985

v. Ansata Halim Shah

ASFOURA *1985

v. Ansata Halim Shah

Erläuterungen:

Hengste

Stuten

Zuchtpferde mit Verwendung

im Gestüt Katharinenhof

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018

10

Fotos: G. Waiditschka (3), B. Finke (2), R. van Lent (1)


SAFIR *1991

v. Salaa El Dine

NADEEMA *1991

v. Salaa El Dine

NESSMA *1992

v. Salaa El Dine

NK NARIMAN *1995

v. Salaa El Dine

NK NINNIFEE *2007

v. Jamal El Dine

NK AROUSSA *2014

v. NK Nadeer

Zucht Breeding

NK ASILA *1997

v. Salaa El Dine

NK AZIZA *2001

v. NK Hafid Jamil

NK ABLA *2008

v. Jamal El Dine

KAMAR EL ZAMAN

*1992, v. Salaa El Dine

NK NEFISA *2009

v. NK Nadeer

Fortsetzung von Seite 9

Die dritte Familie ist die der Mahiba vom

bolna erworben wurden, aber erst nachdem

Seglawi Jedrani-Stamm, die auf Moniet El

sie eine erfolgreiche Zuchtkarriere in Nefous zurückgeht, deren Blut sehr geschätzt

Ungarn hatte. Sie wurde 1986 als 19-jährige

wird. Mahibas Tochter Sabah hinterließ einiließ

Stute an Dr. Nagel verkauft, aber hinterge

wichtige Hengste für die Rasse, z.B. Sherif

mit Nejdy und dessen Sohn Ibn Nejdy Pasha (von Ansata Abbas Pascha), Welt-Champion

einige wertvolle Vererber für das Gestüt.

in Paris, Sameer (von Mohafez), wichtiger

Lotfeias Tochter Nashua war dazu bestimmt,

Beschäler im Gestüt Birkhof, und Sindibad

die Linie mit ihren Töchtern, den (von Ansata Halim Shah), der in die Schweiz

Vollschwestern NK Nasrin und NK Nadirah, verkauft wurde. Die Vertreterinnen der weiblichen

fortzusetzen, beide von Adnan. Heute stellen

Linie gehen heute auf Muneera Al Ariba

ihre Nachkommen die größte Gruppe (Ken Asam / Ken Mufaji) *2001 via Kis Mahiba

im Gestüt dar, mit insgesamt etwa 14 Stuten

zurück. Muneera wurde zwei Generationen

und Jungtieren, worunter NK Nawal lang "außerhalb" des Gestüts gezüchtet, ent-

(NK Kamal El Dine / NK Nadirah) *2013 sprach aber in allen Linien Nagels Zuchtprogramm.

mein klarer Favorit ist. Zu dieser Gruppe

Muneeras Tochter NK Lateefa (von

gehören auch einige der heute angesehensten

Kamar El Dine) und ihre Enkelin NK Larissa (NK

Hengste, wie die Vollbrüder NK Hafid Jamil) repräsentieren heute die Seglavi

Nadeer *2005 und NK Nizam *2014, beide Jedran-Linie. Eine weitere Stute, die über Malaka

von NK Hafid Jamil aus der NK Nadirah, sowie

zu Kis Mahiba zurückführt, ist NK Lubna

NK Nabhan (NK Nadeer / NK Nerham) (von Jamal El Dine) und ihr Sohn NK Nourouddin

*2013, und der kleine Hoffnungsträger,

(von NK Nabhan).

der schwarze Jährlingshengst NK Ibn Nizam

Der letzte der vier im Katharinenhof vertre-

(NK Nizam / NK Nerham) *2017.

tenen Stämme ist der Dahman Shahwan-

3/2018 - www.in-the-focus.com

11

Stamm. Dieser wurde mit Ansata Ken Ranya

von Salaa El Dine aus Ansata Prima Rose

eingeführt, Letztere ein Produkt von Jamils

Besuch im Ansata Arabian Stud Mitte der

1980er Jahre. Von dieser Stute wurde NK

Habiba (von NK Nadeer) für das Gestüt zurückbehalten.

Die Kunst des Züchtens

Es besteht kein Zweifel, die meisten Pferde

haben diesen speziellen "Nagel-Look" mit

großen schwarzen Augen, großen, weiten

Nüstern, breiter Stirn, quadratischem Maul,

dunkler Haut und nur kleinen Abzeichen,

gut geformtem Hals, fließenden Bewegungen

und hohem Schweifansatz – NK Nadeer

ist ein gutes Beispiel. Und während am Anfang

diese Merkmale zwar alle irgendwo im

Genpool vorkamen, aber nicht alle in einem

Individuum, so sehen sich heute die meisten

Pferde sehr ähnlich und vereinen viele der

erwünschten Eigenschaften in sich.

Das ist die Kunst des Züchtens.

Gudrun Waiditschka


50 years Nagels Katharinenhof

Zucht Breeding

It was the very history of the

Arabian horse, that sparked

an idea in Dr. Nagels mind:

To close the genepool of his

stud and to see, if the Arabian

horse is indeed inbreeding

resistant. 30 years later

he has achieved his goal:

His horses are highly inbred

and homogene, and have

that distinct "Nagel Look" by

which they can be unmistakenly

recognized.

The Breeding

Experiment

12

NK Nazli (NK Nadeer / NK Nasrin

(v. Adnan)). *2015, a filly that exemplifies

the "Nagel Look".

Foto: Gudrun Waiditschka

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


Rarely have I met an Arabian horse breeder,

who got involved with the scientific

side of breeding as much as Dr. Hans

Nagel. And so it was a pleasure to join the

50-years-celebration in Mid-July at his Katharinenhof

Stud near Bremen - and to no regret!

The day was filled with new scientific findings,

deep insights into a world-known Straight

Egyptian breeding program and - last but not

least - beautiful horses.

Horses from El Zahraa

It all started 50 years ago, when Hans-Joachim

Nagel visited El Zahraa Stud in Egypt. Together

with Dr. Burgert, the director of Hungarian

National Stud Bábolna, with whom he had

business relations in the field of agriculture,

he set up an Egyptian breeding program. Of

the mares imported from Egypt to Bábolna,

Dr. Nagel purchased Mahiba (Alaa El Din /

Mouna) *1966, Hanan (Alaa El Din / Mona)

*1967, and years later, Lutfeia (Alaa El Din /

Bint Kamla) *1967 who became the foundation

mares of Katharinenhof stud. He did not

have any stallions of his own in the early years,

therefore using the few Straight Egyptian sires

that were around: Ghazal (by Nazeer), Mahomed

(by Hadban Enzahi) and Madkour I (by

Hadban Enzahi), until Mohafez (Ibn Moniet

El Nefous / Aroufa) *1976 arrived from the US,

and introduced some different blood through

his Babson-bred dam.

Homozygosity as Breeding Goal

Dr. Nagel has always been an independent

mind and did not follow fads or fashion in his

breeding program. But after several years, of

what he calls "trial and error", it was the very

history of the Arabian horse, that sparked an

idea in him: In historic times, when the Bedouins

bred these horses, distances were far

and food was scarce - hence the breeding

stock was rather small. These three factors

must have inevitably led to moderate or close

inbreeding. However, if you study animal breeding,

you learn that inbred populations are

usually regarded as less vital, fertile and smaller

in body size. But as the environment was

very harsh at the same time, natural selection

was very severe, leaving only the strongest

animals to survive - even if they were inbred.

This must have led, according to Dr. Nagel, to

an inbreeding resistant population with a high

degree of homozygosity. He regards homozygosity

as the reason why Arabian stallions are

prepotent when crossing with other breeds.

The Selection Criteria

And so, in 1985, he set up a "new" breeding

program with a group of four mares and four

stallions originating from his previous breeding

program and continued to breed within

these lines. His goal was to reach a high level

of homozygosity and by this get more predictable

foal crops which fulfil his ideal. For that

purpose, he chose his (second) foundation

stock very carefully, as all individuals had to

fulfil the following criteria:

1. to be free of the hereditary diseases SCID, CA

and LFS, and to originate from families that

are free of major conformational deficiencies

and are as correct as possible with regards to

their conformation.

2. to be of one of the four foundation mares

/ families (Hanan / Obayan, Mahiba / Seglavi

Jedran, Lotfeia / Hadban Enzahi, Ansata Ken

Ranya / Dahman Shahwan). These mares were

similar to each other but each of them has several

highlights, which are highly appreciated

in Arabian horse breeding. The same should be

true for the stallions as well.

3. All positive points, which are appreciated in

Arabian horse breeding, should be available in

these four families in their totality, i.e. within

this selected genepool.

4. If, unexpectedly, any horse with major deficiencies

or untypical characteristics should

appear, it must be excluded from breeding.

5. The stallions which are used for breeding

have to show at least three highlights which

are appreciated and will improve the breeding

stock positively. It might be, that also some

less appreciated characteristics have to be accepted

in the beginning.

6. The most important selection procedure remains

the evaluation and further tests of the

offspring.

7. It is required that each mare has to produce

at least three good foals in order to be added on

a long-term basis to the broodmare band, and

each stallion has to produce at least six good

offspring in order to be chosen as future sire.

The black colt NK Ibn NIzam (NK Nizam / NK

Nerham) *2017 is the hope of the stud. - Der

Rappe NK Ibn Nizam (NK Nizam / NK Nerham)

*2017 ist der Hoffnungsträger des Gestüts.

Pedigree as Source of Information

For any breeder, the five-generation-pedigree

of his horse is one of the most important tools

in breeding - provided he can read it correctly.

If the names are just names to him, and he

cannot see the real horse behind the name, it is

of not much help. In Nagel's case, he has bred

horses now in sixth generation, thus, he knows

all of the horses in the pedigrees himself, by

first-hand experience. This is an invaluable

treasure of information.

However, five generations are not much compared

to the breed's history. Written records

exist since about 150 years (or 200 in Weil-Marbach

breeding), which equals something like

10-15 generations! But new DNA-analysis is

now able to look deeper into the history of our

breed, which may frighten some, because we

don't know yet the outcome, and what will remain

of our romanticised stories.

For more than 30 years, Dr. Nagel's herd, which

is limited to about 30 horses (stallions, mares

and youngstock), has been bred to these principles

and has become a precious object for

Zucht Breeding

Foundation mares of Katharinenhof

Fotos: R. v. Lent (1), B. Finke (1), R. Straub (1)

Hanan (Alaa El Din / Mona)

*1967

Lutfeia (Alaa El Din / Bint Kamla)

*1967

3/2018 - www.in-the-focus.com

13

Ansata Ken Ranya (Salaa El Dine / Ansata

Prima Rose) *1992


Zucht

studies conducted by Samantha Brooks of the

University of Florida, one of the best-known

researches in the field of horse breeding and

genetics. With a keen interest in science, Dr.

Nagel enabled her to take samples of all his

horses to analyse their genome. And in her

presentation at the open day at Dr. Nagel's

Anniversary, she revealed some of the findings

some of which were directly related to the

stud, others of general interest. (see genomics

by Samantha Brooks)

The different Strains

Apart from the genome analysis, all horses

were measured with 35 measuring points. It

revealed that the horses remained basically

the same across the generations, and did not

increase in size, as is seen in other bloodlines

quite often, nor did they get smaller due to

inbreeding depression. Also, it is interesting to

note that all the strains have maintained their

characteristics, e.g. the height: The Hadbans

measure 152-153 cm and are 4-5 cm higher

than the others. The Saklawis are the smallest

with 149-151, the Obayans range in the middle.

Also fertility differs from strain to strain,

says Nagel. His Dahman Shahwan mares have

the lowest fertility and are the most difficult to

breed (hence there is only one mare at the moment),

while the Hadbans are the most easy to

breed (hence the biggest group of mares at the

stud).

Dr. Nagel is aware that it is difficult to correct

any faults from within a closed genepool -

that's why the careful selection of the foundation

stock is so very important. Each stallion

used in the breeding program was there "for a

job". For example NK Jamal El Dine did a very

good job in getting the necks a little longer.

Also the young NK Nabhan, who is heavily inbred

to Salaa El Dine and Hanan, has surprised

him by stamping his offspring. Other stallions

are needed for other tasks. So far, he says, inbreeding

depression does not exist in his breeding

herd, and with the help of genome analysis,

he is confident that it will not happen.

From the Past to the Present

Of the foundation mares imported from Egypt

via Bábolna, Hanan, an Obayan mare, proved

to be the best one, producing a string of

first-class stallions: 1. Ibn Galal I (by Ibn Galal)

*1972, he came in utero with his dam from

Hungary and consequently went back to Bábolna

where he became chief-sire for many

years to come. 2. Abdallah (by Ghalion) *1974,

successful endurance horses and sire in his

time. 3. Jamil (by Madkour I) *1975, probably

the best horse of Nagel's breeding who died far

too early at only 11 years of age. He left many

wonderful daughters before he was exchanged

for Ansata Halim Shah to stand at Ansata

Stud in USA for a couple of years, from where

he expanded his influence even further. 4. Asfour

(by Malik) *1984, sold to Simeon Stud in

Australia and one of the foundation stallions

there. And finally 5. Salaa El Dine (by Ansata

Halim Shah) *1985, Jamil's worthy successor

at Nagel's Katharinenhof Stud.

Not only her colts, but also Hanan's fillies

were of unusual quality. Most importantly

her daughter Ghazala by the 'inheritor of

type', Ghazal (by Nazeer). It was his one and

only foal for Dr. Nagel, as he sadly died only

a few weeks after Hanan was covered. It was

Ghazala's turn, to continue her line and she

did so with Amarilla (by Jamil), who in turn

produced four daughters by Salaa El Dine for

the stud. Two of them, NK Asila and NK Nariman

were retained and are the link to today's

breeding stock tailing back to Hanan. There

are four mares of the Hanan family presently

at stud: NK Ninnifee (by Jamal El Dine) and her

daughter NK Aroussa (by NK Nadeer), as well

as NK Abla (by Jamal El Dine) and her yearling

filly NK Amsha (NK Nabhan). (See family chart

page xx)

The strongest strain in numbers is the Hadban-strain,

which came with Lotfeia into the

stud, one of the mares who was acquired from

Bábolna, but only after she had a successful

breeding career in Hungary. She was sold in

1986 as a 19-year-old mare, but left with Nejdy

and his son Ibn Nejdy some valuable sires for

Dr. Nagel. Her daughter Nashua was destined

to continue her line with her daughters, the

full-sisters NK Nasrin and NK Nadirah, both by

Adnan. Today, their descendants present the

largest group in the stud, altogether about 14

mares and fillies, with NK Nawal (NK Kamal El

Dine / NK Nadirah) *2013 my clear favourite.

Also, some of the most distinguished stallions

active today belong to this group, such as the

full-brothers NK Nadeer *2005 and NK Nizam

*2014, both by NK Hafid Jamil out of NK Nadirah,

as well as NK Nabhan (NK Nadeer / NK

Nerham) *2013, and the hopeful black colt NK

Ibn Nizam (NK Nizam / NK Nerham) *2017.

The third family is that of Mahiba of the Seglawi

Jedrani strain, tailing back to Moniet El Nefous,

and her blood is highly valued. Mahiba's

daughter Sabah left some important stallions

for the breed, such as Sherif Pasha (by Ansata

Abbas Pasha), World Champion in Paris, Sameer

(by Mohafez) who became a foundation

sire at Birkhof Stud, and Sindibad (by Ansata

Halim Shah), who was sold to Switzerland.

However, the representatives of her female

line present today in the stud tail back to Kis

Mahiba via Muneera Al Ariba (Ken Asam / Ken

Mufaji) *2001. Muneera was bred for two generations

"outside" the stud, but tracing in all

lines to Nagel's breeding program. Muneera's

daughter NK Lateefa (by Kamar El Dine) and

granddaughter NK Larissa (NK Hafid Jamil) represent

the Seglavi Jedran strain today. Another

mare tailing back to Kis Mahiba via Malaka

is NK Lubna (by Jamal El Dine) and her son

NK Nourouddin (by NK Nabhan).

The last of the four strains represented at Katharinenhof

is the Dahman Shahwan strain.

This strain was introduced with Ansata Ken

Ranya by Salaa El Dine out of Ansata Prima

Rose, the latter a product of Jamil's visit to Ansata

Arabian Stud in the mid-1980s. From this

mare, NK Habiba (by NK Nadeer) was retained

for the stud.

The Art of Breeding

There is no doubt, that most of the horses

bear this special "Nagel Look" with big black

eyes, big flaring nostrils, wide forehead, square

muzzle, dark skin with little markings, well

shaped neck, flowing movements and high

tail carriage - of which NK Nadeer is a good

example. And while in the beginning, these

characteristics were all present somewhere

in the genepool, but not necessarily all in one

individual, today most of the horses look very

similar, expressing all the wanted characteristics.

That is the art of breeding.

Gudrun Waiditschka

Sires of Significance of Katharinenhof breeding

Sherif Pasha (Ansata Abbas Pasha / Sabah)

*1982 - at stud in Germany

Sameer (Mohafez / Sabah)

*1983 - at stud in Germany

14

Nejdy (Salaa El Dine / Lotfeia)

*1988 - at stud in Germany

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018

Fotos: G. Waiditschka (2), B. Finke (1)


A Look Behind the Pedigrees

During the "Open Day" at Katharinenhof

Stud, Samatha Brooks of the University

of Florida gave a very interesting presentation

on modern genetics. To understand

the novel options breeders may have in the future,

one has to look at the basics of genetics

first: The genome of a horse - or any other organism

- contains the code of life. The majority of

it is needed to support all the various functions

of a cell, with many cells combining into tissue

and ultimately building an organism. This

"text" of a genome contains 2,7 billion individual

pieces of genetic code, that transcribe into

20.000 genes, of which only about 3% have so

far been decoded and understood. These genes

determine, for example, height, coat color or

genetic diseases, performance, etc. 97% of the

"text" is not yet known, but it contains information

on how, where, when a gene will function.

Any gene can contain variations, resulting in

traits like grey or non-grey, etc. It is presently

possible to scientifically test for 16 different

coat colors, 35 coat patterns, 14 traits of "qualities"

such as movement and performance, 30

areas that are connected to diseases (e.g. SCID,

CA, LFS), and 13 areas associated with complex

diseases (OCD). Unfortunately, only few can so

far be utilized by breeders, as they are not yet

marketable.

Tradition vs. Genomics

The traditional way of using pedigree information

and performance records to assess the

value of the ancestry of a specific horse is a very

inaccurate tool with regards to the breeding

potential of that horse. This is not because these

records may be wrong, but a pedigree describes

only one theoretical option, while nature

creates new life on the basis of probabilities. We

all know, for example, that full siblings don't

necessarily look the same. This is due to the probability

for each gene to have been contributed

either from the sire or the dam. It is just a matter

of chance, which gene is was contributed by

whom. With genomics, you can analyze and

then visualize just how much genetic material

originated with which parent. If, for example,

you think about replacing the dam due to her

age, and you have two fillies, full siblings, out of

her, they look all the same by pedigree. But with

genomics, you can determine which of the two

daughters is more like her mother in her genetic

make-up.

Another example is inbreeding. For many years,

breeders and researchers have assessed

the amount of inbreeding according to the

pedigree and calculated a figure from that,

the "inbreeding coefficient". So the inbreeding

coefficient is a term used to describe the degree

of inbreeding in an individual. Now research

has revealed that this is highly inaccurate: Samantha

Brooks analyzed the Nagel herd with

genomic measures but also calculated the inbreeding

coefficients in the traditional way. The

correlation between the pedigree-based degree

of inbreeding and the actual DNA-calculated

value of inbreeding was very low, which means

3/2018 - www.in-the-focus.com

that the traditional inbreeding coefficient is

quite inaccurate.

The research group also measured the actual

homozygosity of four full siblings (i.e. the

percentage of homozygous alleles in the overall

genome). Their homozygosity ranged between

61,6 % and 66,5%, i.e. they differed by

almost 5%, although from the pedigree you

would think they should be exactly the same.

Although such a difference may not be crucial

in one generation, it may well be important for

a long-term breeding program. If you have a

closed gene pool, such as the Straight Egyptians,

diversity should be important. So, in case

of these four full siblings, for which you need to

decide which one to include in your breeding

program, and assuming they are all equal in

conformation, performance and other traits,

you should choose the one with the higher diversity

(lower homozygosity), as a higher diversity

is beneficial for the overall health of your

breeding program. This filly is going to be more

reproductively healthy and to have a stronger

immune system. .

Origin of Bloodlines

After having analyzed many horses as a refeAfter

having analyzed many horses as a reference

population, it is possible to examine the DNA of

a horse and compare it to this reference population,

and then determine the proportion of

his ancestry. At first, the computer was asked to

cluster the reference group into the most probable

sub-groups based on their genome and

not based on their pedigrees or their geographic

origin! These clusters were then colored,

to make them easier to differentiate. So this

statistical procedure of clustering the horses

based on their genome works without any prior

knowledge derived from human history or pedigree

- and that's important! Only after these

clusters were defined, the horses in these clusters

were being looked at and allocated "labels"

such as "Polish bloodlines" (yellow), "Egyptian

bloodlines" (red), "American domestic" (blue),

etc., according to their respective pedigree information.

It turned out that most of the horses

of each cluster had the same color (i.e. bloodline),

with the one or the other odd exception.

Now, the result for a sample horse may be that

50 % of his ancestors can be attributed to the

blue group, 25% to the yellow group and 25%

to the red group. The result can be displayed

in colorful bars for the breeder to easier understand.

The group of Samantha Brooks also used the

same approach to examine four founder individuals

of the Nagel herd. And the majority of

the genomes were red (i.e. Straight Egyptians),

as they should be. But even after 50 years of

careful "Straight Egyptian" breeding, some

colors of other ancestors were included, e.g.

yellow, which was earlier identified as Polish.

How come? Do these Straight Egyptians have

some Polish blood? No. The problem is that it

is not possible to date the common ancestor.

It is therefore quite likely that this yellow bit in

15

the Straight Egyptians, has a common ancestor

with the foundation horses of the Polish breeding

program, for example, the desert-bred

imports that came to Poland in the course of

time. If a relative of these desert imports went

to Egypt, they both share common ancestry,

hence it shows in the graph as yellow, as this

ancestor was allocated to the Polish population.

The "yellow group" is actually pieces of DNA

that you find commonly in modern-day Polish

Arabians, but 200 years ago, you probably

found them in the Middle East and the Fertile

Crescent. However, with the same method, it

was possible to classify the Nagel herd as a

cluster within the Egyptian cluster, defining it

as a unique subgroup of the Straight Egyptians.

Conclusion

With genomics, it is now possible to analyze the

genotype and thus predict the phenotype of a

foal with regards to height, color, some individual

performance traits, and genetic diseases.

It will be possible in the future to have genotype

records for frozen semen so that breeders can

go shopping based on genotypes, rather than

on pedigrees and performance records. If the

mare is genotyped, too, you can search specifically

for a suitable mating partner. You can test

embryos by testing single cells before transfer,

to determine their genotype and select the embryo

that you want. This is the standard procedure

world-wide in dairy and beef production,

and commonly used. "Making breeding decisions

based visually on phenotype or pedigree is

very imprecise and was discarded 10-20 years

ago in modern agricultural practices. Everything

now is done by genetics. It has increased

the accuracy by an enormous magnitude", says

Samantha Brooks.

So far, not many of these measures are used,

and none anywhere near their potential or capacity.

And although genomics is an intriguing

science, it can be used and misused, just like any

modern scientific advancements or inventions.

Technically, everything is feasible, but not everything

that is technically feasible is also reasonable

to do, or morally permissible.

Gudrun Waiditschka

Zucht


Zucht



"Open Day" auf dem

Katharinenhof

Linke Seite:

1. NK Kamar El Dine (NK Hafid Jamil / Ansata Ken Ranya) *2005

2. NK Lateefa (NK Kamar El Dine / Muneera Al Ariba) *2012

3. NK Bint Bint Nashua (NK Kamar El Dine / NK Nasrin) *2008

4. NK Habiba (NK Nadeer / Ansata Ken Ranya) *2011

5. NK Nourouddin (NK Nabhan / NK Lubna) *2016

Rechte Seite:

1. NK Nizam (NK Hafid Jamil / NK Nadirah) *2014

2. NK Nadeer (NK Hafid Jamil / NK Nadirah) *2005

3. NK Nachita (NK Nadeer / NK Bint BInt Nashua) *2013

4. NK Nawal (NK Kamar El Dine / NK Nadirah) *2013

5. NK Lubna (Jamal El Dine / NK Layla) *2005

6. NK Amal (Jamal El Dine / NK Nabeelah) *2007


16


© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


Zucht



Alle Fotos: G. Waiditschka


3/2018 - www.in-the-focus.com

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Gedanken zum Pferdemarkt (I)

Zucht in

Zahlen

Zucht

Das Stimmungsbarometer in

der Araberzucht zeigt schon

seit längerem nach unten:

Weniger Mitglieder, weniger

Bedeckungen, weniger

Fohlengeburten. Gerne wird

darauf verwiesen, dass dieser

Trend insgesamt in der

Pferdezucht zu beobachten

ist. Das stimmt, aber nicht in

dem Ausmaß. Der Versuch

einer Ursachenforschung.

Die Legende will es, dass Allah eine

Handvoll Südwind nahm und daraus

das arabische Pferd schuf. Näher an der

Realität scheint, dass es die Beduinen waren,

die aus dem Pferd, das in den Vorderen Orient

einwanderte, das machten, was wir heute

gemeinhin als "Vollblutaraber" kennen: Ein

extrem menschenzugewandtes Pferd, funktional,

hart und anspruchslos – und als "i-Tüpfelchen"

ist es auch noch schön.

Blick aufs Ganze

Die Älteren unter uns erinnern sich noch an

die "guten alten Zeiten", als der Araber etwas

"Besonderes" war, etwas Rares, Exotisches. Es

war in den 1970er Jahren, als die Araberzucht

in Europa so langsam in die Gänge kam.

Um eine gegenseitige Anerkennung der Pedigrees

zu gewährleisten, wurde 1973 die

World Arabian Horse Organisation (WAHO)

gegründet. In den 80er Jahren etablierten

sich in Europa die Schauen als Maßstab aller

Dinge und 1985 wurde die European Conference

of Arab Horse Organisations (ECAHO)

gegründet. Gleichzeitig brach aufgrund einer

Steuerreform die Araberzucht in den USA

drastisch ein (von rund 30.000 (!) Fohlengeburten

1985 auf 12.000–13.000 in den 1990er

Jahren; heute sind es noch rund 3000) und

etliche US-Pferde landeten für relativ billiges

Geld in Europa.

Mitte der 1990er Jahre erlebte die Araberzucht

in Europa ihren zahlenmäßigen Höhepunkt.

Die Anzahl der Schauen und die

Bedeutung von Schauerfolgen nahm zu und

damit bildeten Schauen in der Außenwahrnehmung

das einzige "Betätigungsfeld" für

diese Pferde.

Ab der Jahrtausendwende fand dann eine

Renaissance des arabischen Pferdes in den

Ländern des Mittleren Ostens statt. Man besann

sich auf sein kulturelles Erbe, die reichen

Scheichs importierten arabische Pferde aus

Europa und USA in großem Stil und fanden

Gefallen an den "Schönheitswettbewerben".

Der Erfolg der großen Shoppingtouren blieb

nicht aus: Heute gehen die meisten Siege am

Weltchampionat in die arabischen Länder.

Dass die Entwicklung der Araberzucht nicht

in jedem Land gleich verlief, liegt auf der

Hand. Dies hat historische, gesellschaftliche

und/oder wirtschaftliche Gründe. Und so gibt

es eine Gruppe von Ländern, die den Höhepunkt

der Fohlengeburten Mitte der 1990er

Jahre hatte, andere hatten diesen erst 2010.

Zur ersten Gruppe zählen die großen "Arabernationen"

Deutschland und Großbritannien,

aber auch die Niederlande, Schweden und

die Schweiz; Spanien und Dänemark folgten

mit etwas Verzögerung. Einen zweiten Höhepunkt

finden wir um das Jahr 2010. Die

Länder, die hier in erster Linie beteiligt waren,

sind Belgien, Italien, Polen und Frankreich.

Insgesamt aber sind die Zahlen deutlich: Die

europäische Araberzucht hat zwischen den

Jahren 1995 und 2015 (d. h. innerhalb von 20

Jahren) etwa 25 % an Fohlengeburten eingebüßt.

Weltweit jedoch steigt die Zahl der Foh-

The Breed

in Numbers

The mood barometer in

Arabian horse breeding has

been pointing downwards

for some time now: fewer

members, fewer coverings,

fewer foals. It is often pointed

out that this trend can

be observed overall in horse

breeding. That's true, but

not to the same extent. The

attempt of a cause research.

18

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


Tabelle 1

Fohlengeburten beim Vollblutaraber / Purebred Arabian foals born

1985–2015

1985 1995 2000 2003 * 2010 2015

Veränderung / changes

(in % )1995-2015

Veränderung / changes

(in % ) 2010-2015

Belgien

Belgium

165 295 267 246 377 359 21,69 -4,77

Dänemark

Denmark

40 ** 120 155 162 148 114 -5,00 -22,97

Deutschland

Germany

746 1950 1347 1211 975 667 -65,79 -31,58

Frankreich

France

249 900 1358 1332 1724 1372 52,44 -20,41

Großbritannien

Great Britain

949 978 639 574 547 388 -60,33 -29,06

Italien

Italy

247 600 549 515 820 707 17,83 -13,78

Niederlande

Netherlands

360 478 278 237 160 136 -71,55 -15,00

Österreich

Austria

36 36 118 107 126 93 158,33 -26,19

Polen

Poland

149 206 343 465 598 505 145,15 -15,55

Schweden

Sweden

388 410 278 260 ** 241 114 -72,20 -52,69

Schweiz

Switzerland

70 104 82 76 54 33 -68,27 -38,88

Spanien

Spain

319 389 539 520 550 403 3,60 -26,72

Summe ***

Total ***

3718 6466 5953 5705 6216 4891 -24,36 -21,31

* Da für 2005 kein durchgehendes Datenmaterial vorlag, wurde das Jahr 2003 gewählt. / No data for 2005 available, therefore 2003 was chosen.

** Kein Datenmaterial, daher wurde der Durchschnitt aus 2000 und 2010 genommen. / No data available, the figure shows the average of

the years 2000 and 2010.

*** Es fehlen in dieser Summe etliche Länder, für die kein durchgängiges Datenmaterial zur Verfügung stand. Um die Vergleichbarkeit der

Länder zu gewähren, wurde auf diese Länder, die etwa 10 % ausmachen, verzichtet. / There are several countries missing, as no data was

available. To guarantee the comparability, those countries, which total in aoubt 10%, have been skipped.

Zucht

lengeburten seit 2010 geringfügig an. Dieser

Anstieg ist in erster Linie den arabischen Ländern

zuzurechnen, denn hier gibt es astronomische

Wachstumsraten: In Saudi Arabien gab

es von 2010–2016 einen Zuwachs um 348 %,

und mit 3137 Fohlengeburten im Jahr 2016

waren dies rund 130 Fohlen mehr als in den

USA im gleichen Zeitraum geboren wurden!

Blick ins Detail

Wie bereits angedeutet, haben die verschiedenen

Länder verschiedene Entwicklungen

durchgemacht. So ist der späte Aufschwung

Polens mit der Zunahme an Privatzüchtern

erklärbar, die erst ab Mitte der 1990er Jahre

zahlenmäßig in Erscheinung traten. Bei Italien

und Belgien sind es vermutlich die großen

"outlets" der Ställe aus dem Mittleren Osten,

die hier für Zuwachs sorgen.

Eine interessante Ausnahme bietet Frankreich,

weshalb wir uns dieses Land im Vergleich

mit Deutschland etwas genauer anschauen

wollen, denn beide Länder haben

eine recht konträre Entwicklung genommen.

Während Frankreichs Zahl an Fohlengeburten

im Jahr 1985 nur rund die Hälfte von

Deutschland betrug, war der Ausgleich gegen

1997 geschafft. In dieser Zeit hatte Deutschland

seinen Höhenflug schon hinter sich und

war auf dem "absteigenden Ast", während

Frankreich noch im Aufwind war. Von nun an

ging es für Frankreich bergauf, bis ca. 2010,

während in Deutschland alle Zeichen nach

unten deuteten. Von 2010 bis heute haben

3/2018 - www.in-the-focus.com

Legend has it that Allah took a handful

of South Wind, and created from it

the Arabian horse. Closer to reality, it

seems, that it was the Bedouins who made

Arabia's horse into what we commonly

know today as the "Arabian purebred": an

extremely human-oriented horse, functional,

hard and undemanding - and the icing

on the cake: it's also beautiful.

A Look at the whole

The older ones of us still remember the

"good old days", when the Arab was something

"special", something rare and

exotic. It was in the 1970s when Arabian

breeding in Europe started so slowly. To ensure

mutual recognition of the pedigrees,

the World Arabian Horse Organization

(WAHO) was founded in 1973. In the 80s,

the shows established themselves as the

benchmark of all things in Europe and in

1985 the European Conference of Arabian

Horse Organizations (ECAHO) was founded.

At the same time, due to a tax reform,

Arabian horse breeding in the USA collapsed

drastically (from around 30,000 (!) foals

per year in 1985 to 12,000-13,000 in the

1990s, today there are around 3,000 foals

born) and a number of US horses landed in

Europe for relatively cheap money.

In the mid-1990s, Arabian horse breeding

in Europe reached its numerical peak. The

number of shows and the importance of

show results increased, and thus shows in

19

the external perception formed the only

"field of activity" for these horses.

From the turn of the millennium, a renaissance

of the Arabian horse took place in the

countries of the Middle East. It was remembered

for its cultural heritage, the rich sheiks

imported Arabian horses from Europe and

the United States on a large scale and took a

liking in the "beauty contests". The success of

the big shopping trips has not been lacking:

today most of the victories at the World

Championships to the Arab countries.

It is obvious that the development of Arab

breeding was not the same in every country.

This has historical, social and/or economic

reasons. And so there is a group of countries

that had the peak of the foal births in the

mid-1990s, others had this only in 2010. The

first group includes the great "Arab nations"

Germany and Britain, but also the Netherlands,

Sweden, and Switzerland; Spain and

Denmark followed with some delay. The second

highlight around the year 2010 involved

mainly countries such as Belgium, Italy,

Poland, and France.

Overall, however, the numbers are clear: European

Arab horse breeding has lost about

25% of foal births between 1995 and 2015

(that is, within 20 years). Worldwide, however,

the number of foal births has increased

slightly since 2010. This increase is primarily

attributable to the Arab countries, where

there are astronomical growth rates: In Saudi

Arabia, there was an increase of 348%


Tabelle 2

Vollblutaraber

purebred Arab

Deutschland

Germany

Europa

Europe

Welt

Worldwide

Dt. Reitpferd

Germ. Warmbl.

Vergleich Fohlengeburten / Comparing the number of foals born

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016

Veränderung / changes

(in %) 2010-2015

Veränderung / changes

(in %) 2010-2016

975 818 719* 839 680 667 528 -31,6 -45,8

6.803 7.234 7.067 5.758 5.315 5.340 k. Ang. -21,5 k. Ang.

22.545 23.641 25.950 21.965 21.986 23.408 k. Ang. +3,8 k. Ang.

32.158 29.532 27.503 25.071 23.097 24.269 25.255 -24,5 -21,5

Zucht

sich die Fohlengeburten in Frankreich auf ca.

1400 Fohlen (+/- 300) eingependelt, während

in Deutschland der Abwärtstrend noch nicht

gestoppt ist und bei weniger als der Hälfte

von Frankreich liegt. Deutschland rutschte

von Platz 1 der europäischen Züchternationen

auf Platz 3 ab.

Nun lassen sich die beiden Länder in puncto

Größe, Wirtschaft etc. durchaus vergleichen.

Worin sie sich unterscheiden, ist dies: Frankreich

hat eine aktive Renn- und Distanzszene,

während Deutschland auf die Schauszene

gesetzt hat. Die Rennszene ist in Frankreich

traditionell gut entwickelt und im Jahr 2016

(dem letzten Jahr in unserer Statistik) hatten

43 Rennen stattgefunden mit einem Preisgeld

von fast 2,5 Mio Euro. Oftmals wechseln

(weniger erfolgreiche) Rennpferde ins Distanzlager

bzw. bietet der Distanzsport eine

zweite Karriere für ein Rennpferd.

Rassen im Vergleich

Weiter wird gerne argumentiert, dass der

Rückgang in der deutschen Araberzucht

dem allgemeinen Trend in der Pferdezucht

Deutschlands folgt. Der Rückgang in der

Reitpferdezucht (hierzu zählen Warmblut,

Anglo-Araber, Englisches Vollblut und Arabisches

Vollblut) liegt aber lt. FN-Statistik

für den Zeitraum 2010–2016 bei ca. -24,5

% – und damit in etwa im Trend mit der europäischen

Araberzucht. Der Rückgang der

züchterischen Aktivitäten von -31,6 % (bzw.

-45,8 %, wenn man den Zeitraum bis 2017

betrachtet) beim Araber in Deutschland muß

daher andere Ursachen haben, die wohl eher

"hausgemacht" sind.

Nun ist aber auch eine Zucht marktwirtschaftlichen

Gesetzen unterworfen. D. h. es

gibt einen Produzenten und einen Verbraucher.

Der Produzent ist der Züchter, und der

Verbraucher ...?

Hier genau liegt das Problem! Was nämlich

viele Araberzüchter und Verbände übersehen

haben: Jede Zucht braucht einen Markt,

der die Pferde abnimmt und aus dem "Vermehrungszyklus"

herausholt. Bei allen Warmblutrassen

ist das Zuchtziel ein Sportpferd,

das an einen Reiter (Verbraucher) verkauft

wird, der damit in aller Regel nicht züchtet,

sondern sein Können im Sport beweist. Nur

die besten Pferde gehen gelegentlich (auch)

in die Zucht. Beim Araber ist das Zuchtziel

häufig ein Zuchtpferd, es züchten also Züchter

"Zuchtpferde" für andere Züchter. Das gilt

insbesondere für Schaupferdezüchter, denn

einen Markt für das "reine Schaupferd" – das

nicht in die Zucht geht – gibt es nicht. Aber

nicht nur, dass man sich damit ja die Konkurrenz

selbst "züchtet", nein, man baut auf

diese Art und Weise ein Schneeballsystem

auf, das irgendwann kollabieren muß, weil

diese Pferde eben nicht aus dem Vermehrungszyklus

herausgeholt werden – oder, um

es marktwirtschaftlich auszudrücken, nicht

"verbraucht" werden. Für viele Züchter gilt

es ja geradezu als ein Makel, wenn ein Pferd

an einen (Freizeit-)Reiter, und nicht als Zuchtpferd

verkauft wird.

Diesen Kollaps des Schneeballsystems erleben

wir derzeit: Durch Überproduktion kam

es zum Preisverfall, Züchter geben auf, weil

sie ihre Fohlen nicht einmal mehr kostende-

between 2010 and 2016, and with 3137

foal births in 2016, this was about 130 more

foals then were born in the US during the

same period!

A Look into the detail

As already indicated, the various countries

have undergone various developments.

Thus, Poland's late upswing can be explained

by the increase in private breeders,

which did not appear until the mid-1990s.

In Italy and Belgium, it is probably the large

outlets of the stables from the Middle East

that are providing growth here.

France offers an interesting exception,

which is why we want to take a closer look

at this country and compare it to Germany

because both countries have undergone

a very contrary development. While France's

number of foal births in 1985 was only

about half of Germany, the compensation

was made in 1997. During this time, Germany

had already made its high flying and

was on the "descending branch", while France

was still on the upswing. From now on

it went uphill for France, until about 2010,

while in Germany all signs pointed downwards.

From 2010 to the present, foal births

in France have settled at around 1400 foals

(+/- 300), while in Germany the downward

trend is not yet stopped and is less than half

of France. Germany slipped from 1st place

of the European breeders' nations to 3rd

place.

Now the two countries can be compared

quite well in terms of size, economy, etc.

Das Schneeballsystem

Unsere heutigen Shows – auch wenn man

es ihnen kaum mehr anmerkt – haben ihren

Ursprung in den Zuchtschauen, also in der

Beurteilung von Zuchtpferden und im züchterischen

Vergleich. Daher ist es auch nur logisch

und historisch betrachtet verständlich,

dass die Zuchtverbände diese Schauen von

Anfang an unterstützten, sie häufig selbst

ausrichten und sich in diesem Bereich besonders

engagieren.

Entwicklung der Fohlengeburten in den Ländern

Deutschland und Frankreich. – Development

of the number of foal born in Germany

and France.

20

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


ckend verkaufen können. Rückläufige Geburtenzahlen

und rückläufige Mitgliederzahlen

stellen nun die Araberzuchtverbände vor

gravierende Probleme, insbesondere in den

Ländern, die in erster Linie auf dieses Schneeballsystem

"Züchter züchten für Züchter" gesetzt

hatten.

Und hier sind wir wieder bei Frankreich,

denn dort lief die Entwicklung ganz anders.

In Frankreich gibt es die "Verbraucher", die

Distanzreiter oder auch Rennpferdebesitzer,

die das Pferd aus dem Vermehrungszyklus

herausnehmen. Zum Vergleich: Die Distanzszene

ist in Frankreich etwa 10x so groß wie

in Deutschland, d. h. es sind bei der FEI derzeit

1478 international aktive Distanzpferde

aus Frankreich registriert, aber nur 121 aus

Deutschland (alle Rassen); selbstredend ist

die Zahl der nur national startenden Pferde

entsprechend höher. Da es Distanzritte von

25 (Einführungsritt) bis 160 km (Championate)

gibt, ist auch für jedes Pferd etwas dabei,

solange es zumindest die Mindestanforderungen

an ein Reitpferd erfüllt. Und natürlich

erfüllen alle anderen reiterlichen Disziplinen

bis hin zum Freizeitreiten denselben Zweck:

Wenigstens 90 % der fertigen "Produkte"

(Fohlen) müssen an einen "Verbraucher" (Reiter)

verkauft werden, der sie dem "Produktionszyklus"

(Zucht) entzieht.

Ausblick

Womit wir beim potentiellen Markt sind –

und da wurde früh verpasst die Weichen zu

stellen. Statt den Araber als Reitpferd zu "promoten",

wurde er als Schaupferd dargestellt.

Das war ausgesprochen kurzsichtig, denn

es gibt wesentlich mehr Reiter als Züchter.

Es war sogar insofern kontraproduktiv, weil

die Schauen heutzutage eine Selektion auf

"Nicht-Reitpferdepoints" darstellen, so dass

sie dem Zuchtziel Reitpferd entgegenwirken

statt es zu fördern. Daher ist es nun schwierig,

den Araber insgesamt unter das Reitervolk

– das heißt Freizeitreiter mit gehobenen Ansprüchen

bis hin zum wenig ambitionierten

Turnierreiter – zu bringen. Mittlerweile ist die

Nische der "Exoten" im Freizeitreiterbereich

durch andere Spezialrassen besetzt, die hier

cleverer vorgegangen sind. Wie kann man da

also noch Fuß fassen?

Eine interessante Entwicklung ist derzeit im

Bereich der Freizeitreiter zu beobachten,

denn hier scheint ein Paradigmenwechsel

stattzufinden, vom FreitzeitpferdeREITER hin

zum FreizeitpferdeHALTER. Das Reiten steht

für viele gar nicht mehr im Vordergrund, diese

Menschen schätzen vielmehr einfach den

Umgang mit dem Pferd. Hier könnte der Araber

als Freizeitpartner punkten! Dazu müssen

aber die Eigenschaften hervorgehoben werden,

die den Freizeitpferdehalter ansprechen:

Er sucht ein extrem menschenzugewandtes,

funktionales, hartes (d. h. gesundes) und anspruchsloses

Pferd – das als "i-Tüpfelchen"

auch noch schön ist. Und damit wären wir

wieder am Anfang unserer Geschichte, denn

eigentlich haben uns die Beduinen genau

dieses Pferd hinterlassen. G. Waiditschka

3/2018 - www.in-the-focus.com

What they differ is: France has an active racing

and endurance scene, while Germany

has put its main emphasis on the show scene.

In France, the racing scene is traditionally

well developed and in 2016 (the last year

in our statistics) 43 races took place, with a

prize money of almost 2.5 million euros. Often,

(less successful) racehorses change to

the endurance camp, or the endurance sport

offers a second career for a racehorse.

Breeds in comparison

Furthermore, it is often argued that the

decline in German Arabian horse breeding

follows the general trend in horse breeding

in Germany. But according to FN statistics

for the period 2010-2016, the decline in

riding horses (this includes warmbloods,

Anglo-Arabs, English thoroughbred, and

Arabian purebreds) is at about -24.5% - and

thus in about the trend with the European

Arabian horse breed. The decline in breeding

activities of -36.5% (or -45.8%, if one looks

at the period until 2017) among the Arabs in

Germany must, therefore, have other causes

that are more likely to be "home-made".

The snowball system

Our present shows - even if you barely notice

it today - have their origin in the breed

shows, which means in the assessment of

breeding horses and in the comparison with

other breeders. Therefore, it is understandable

and logically, as well as historically

grown that the breed societies supported

these shows from the beginning, they often

organize shows themselves and are particularly

involved in this area.

Now, however, even horse breeding is subject

to market laws, which means that there

are a producer and a consumer. The producer

is the breeder and the consumer ...?

Here is exactly the problem! What many Arab

breeders and associations have overlooked:

Each breed needs a market that takes the horses

and gets them out of the "multiplication

cycle". In all warmblood breeds, the breeding

goal is a sports horse, which is sold to a rider

(consumer), who usually do not breed with it

but proves his skills in the sport. Only the best

horses are occasionally (also) used in breeding.

In the Arabian horse, the breeding goal

is often a mare or stallion for breeding, so it

breeders are breeding stallions and mares

for other breeders. This is especially true for

show horse breeders because any buyer for a "

show horse" is usually also a breeder; keeping

a show horse just for showing it, is extremely

rare. But not only that one "breeds" his own

competition, no, one builds up a pyramid

scheme in this way, which has to collapse at

some point, because these horses just are not

taken out of the propagation cycle - or to express

it in the market economy terms, they are

not "consumed".

This collapse of the snowball system we are

currently experiencing: Through overproduction,

it came to a fall in prices, breeders

give up because they can not sell their foals

21

or cover their costs. Declining birth rates and

declining numbers of members now pose

serious problems for the Arabian breed societies,

especially in those countries that primarily

used this pyramid scheme to "breed

breeding horses for breeders". .

And here we are again with France because

there the development was very different. In

France, there are "consumers", the endurance

riders or even racehorse owners who take

the horse out of the breeding cycle. For comparison,

the endurance scene in France is

about 10 times as large as in Germany, and

there are currently 1478 internationally active

endurance horses from France registered

with the FEI, but only 121 from Germany (all

breeds); Of course, the number of only nationally

starting horses is correspondingly

higher. Since there are endurance rides from

25 (introductory step) to 160 km (championships),

there is something for every horse,

as long as it meets at least the minimum requirements

of a riding horse. And of course,

all other equestrian disciplines, including

recreational riding, have the same purpose:

at least 90% of the "products" (foals) must be

sold to a "consumer" (rider) who takes them

out of the "production cycle" (breeding), so

that there is new demand.

Outlook

This leads us to the potential market - and

here, breeders missed to set the course. Instead

of "promoting" the Arab as a riding

horse, he was showcased as a showhorse.

This was extremely short-sighted because

there are many more riders than breeders.

It was even counterproductive because the

shows today actually promote selection on

"non-riding points", so they do not promote

the breeding goal "riding horse". Therefore, it

is now difficult to bring the Arabian horse in

general among the rider folk - that is, from

recreational riders with high standards to

the less ambitious dressage (or other sport)

rider. Meanwhile, the niche of the "exotics"

in the recreational rider area is occupied

by other special breeds, which have been

smarter. So how can you still gain a foothold

there?

An interesting development is currently to

be observed in the field of recreational riders

because there seems to be a change of paradigm,

from the recreational horse rider to

recreational horse keeper. For many, riding

is no longer in the foreground, these people

simply appreciate the handling of and

caring for the horse. Here the Arab could

score as a leisure partner! To be considered

for that market, however, emphasis must be

given to those characteristics that appeal

to these people: They are looking for an extremely

human-oriented, functional, hard

(that is, healthy) and undemanding horse -

with the "icing on the cake" to be beautiful.

And so we are back to the beginning of our

story because actually, the Bedouins have

left us exactly this horse.

Gudrun Waiditschka

Zucht


HLP des ZSAA & VZAP

in Marbach

Durchwegs gute

Leistungen

Zucht

IS Con Air (Altis /

Castella) aus dem

Gestüt Ismer wurde

Siegerhengst

der HLP des VZAP.

Alle Fotos:

G. Waiditschka

Bei optimalen Bedingungen fand am zweiten Septemberwochenende die gemeinsame

Hengstleistungsprüfung der beiden Araber-Zuchtverbände ZSAA und VZAP statt. Es nahmen

vier Vollblutaraber (VZAP) und sieben ZSAA-Hengste teil, leider waren dieses Jahr

weder Shagya- noch Anglo-Araberhengste angetreten.

Nach der Spezialisierung der HLP für

Warmblüter in Dressur- und Springpferde

ist es dringend geboten, für

die "Allrounder" eine eigene HLP anzubieten,

da diese ansonsten chancenlos sind.

Unter die "Allrounder" fallen in erster Linie

die "Blutpferde", also Vollblutaraber, Anglound

Shagya-Araber, aber auch Partbred bzw.

seit neuestem Edelblutpferde. Die beiden

Zuchtverbände ZSAA und VZAP haben nun

eine HLP entwickelt, die diesen "Allroundern"

entgegenkommt und die Tatsache,

dass beide Verbände hier an einem Strang

ziehen, ist sehr positiv zu bewerten. Trotzdem

wäre eine weitere Angleichung der beiden

Reglemente wünschenswert.

Die Unterschiede

Die Reglemente der beiden Zuchtverbände

unterscheiden sich zum einen in der

Gewichtung der Einzelnoten, zum anderen

enthält die ZSAA-Version einen Wesenstest

und einen 39-km-Konditionstest ("Distanzritt").

"Den Wesenstest halte ich für

eine sinnvolle Ergänzung der HLP, denn der

Charakter der Pferde ist bei dem derzeiti-

Verband ZSAA

Hengst

geboren Rasse

Schritt

(x5)

Grundgangarten

Trab

(x5)

Galopp

(x5)

Amadei-Geli 2014 Achal-Teke 7,5 8,0 8,0

Herzensbrecher 2013 Trakehner 9,0 8,0 8,0

Quabil 2014 Dt. Reitpferd 7,0 6,5 7,0

Räuberfürst 2013 Trakehner 8,5 8,0 8,0

Polartanz 2011 Trakehner 6,5 7,0 7,0

Alasdair GF 2010 Dt. Reitpf. 7,5 6,5 6,5

Rasso's Rock'n Roll 2012 Dt. Edelblut 6,5 7,0 7,0

Verband VZAP

Hengst

geboren

Rasse

Schritt

(x5)

Grundgangarten

Trab

(x5)

Galopp

(x5)

IS Con Air 2013 Vollblutaraber 7,0 7,0 8,5

WM Nafis 2013 Vollblutaraber 7,5 7,0 7,5

GH Basim 2013 Vollblutaraber 7,5 7,0 7,5

22

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


gen Käuferkreis – den Freizeitreitern – für

den Vollblutaraber besonders wichtig. Außerdem

ist die Prüfung schnell und effizient

durchzuführen", meint auch Frank Dill,

der sich den Wesenstest anschaute, obwohl

er mit seinem Vollblutaraberhengst die

VZAP-Prüfung ablegte. Der Konditionstest

besteht bei den ZSAA-Hengsten in

einem 39-km-Ritt im Tempo 12 km/h, bei

den VZAP-Pferden in einer Jagdstrecke

über 900–1000 m im Anschluß an die Geländestrecke

(über 1500–2000 m). Sowohl

nach der Geländestrecke als auch nach der

Jagdstrecke wird die Kondition mittels Puls

überprüft, wobei der Puls spätestens 10 Minuten

nach Zieldruchritt wieder 64 Schläge/min.

erreicht haben muß. Ein Probant

fiel dieses Jahr aufgrund zu hoher Pulswerte

aus der Wertung.

Der Rapphengst WM Nafis (Al Lahab / Napirai) aus dem Haupt- und

Landgestüt Marbach schloß die Geländeprüfung inklusive Jagdgalopp

mit der Bestnote 10 für seine Kondition ab.

Die VZAP-Hengste

Vier Vollblutaraberhengste traten an, um die

VZAP-Prüfung zu absolvieren, einer konnte

die Prüfung nicht erfolgreich beenden. Unter

den verbliebenen drei stellten die Richter

IS Con Air (Altis / Castella) aus dem Gestüt

Ismer an die Spitze, der von der Marbacher

Bereiterin Ann-Kathrin Rupp vorgestellt

wurde. Der schicke Braune besticht durch

seinen Ausdruck und Halsung, konnte aber

auch in den Grundgangarten überzeugen

– hier insbesondere im Galopp, der mit 8,5

am höchsten von allen Prüfungshengsten

bewertet wurde. Eine weitere 8,5 wurde ihm

von den Richtern für seine Springveranlagung

bescheinigt. Im Gelände gefiel er sehr

gut, und wenngleich er vor der Prüfung die

Hindernisse zögerlich und eher aufgeregt in

Augenschein nahm, war er in der Prüfung

voll bei der Sache und nahm alle Sprünge

ohne Probleme. Gerade hier fiel seine ausgezeichnete

Galoppade auf. Mit 7,76 wurde

er Siegerhengst der HLP und erhielt die goldene

Siegerschleife.

Mit nur 0,125 Punkten Abstand folgte ihm

WM Nafis (Al Lahab / Napirai) aus dem

Haupt- und Landgestüt Marbach mit Eva

Maria Lühr im Sattel. Auch er verfügt über

solide Grundgangarten und wurde von

den Testreitern mit einer 8,0 in der Rittigkeit

bewertet. Er nahm die Geländestrecke

sehr "cool" in Angriff und schloß diese mit

der besten Konditionsnote des gesamten

Prüfungslots ab. Bedenkt man, dass dieser

Hengst beim Anreiten Probleme machte

und daraufhin erst ein Jahr später in Beritt

genommen wurde, so zeigt dieses Beispiel,

dass das Warten sich gelohnt hat.

Ebenfalls ein Rapphengst, GH Basim (Black Diamond LDA / GH Abadiya),

wurde vom Gestüt Hägerhof vorgestellt. Er hatte seine Höhenpunkte im

Geländespringen.

Zucht

Springanlage

Freispringen

Parcours

(x10) (x10)

Rittigkeitsprüfung

(x 20)

Temperament

(x5)

Interieur

Leistungsbereitschaft

(x5)

FR. 1 FR. 2 FR. 1 FR. 2 FR. 1 FR 2.

Charakter

(x5)

Konstitution

(x5)

Gelände

Leistungsvermögen

(x15)

Geländegalopp

(x15)

Gesamtnote

nach

Altersabzug

8,5 8,0 8,0 8,0 9,0 8,5 8,5 8,5 9,0 9,0 9,0 8,5 8,40

7,0 8,5 9,0 7,5 8,25 8,5 9,0 8,0 8,5 7,5 7,5 8,0 8,01

8,0 8,0 7,5 7,0 7,75 8,25 8,5 8,0 9,0 9,5 8,5 8,0 7,88

6,0 7,0 8,0 8,0 9,0 8,5 8,5 8,5 9,0 9,0 7,5 8,5 7,88

8,0 7,5 8,0 9,0 9,25 9,25 9,0 9,5 8,0 8,0 7,5 8,0 7,93 7,53

8,0 8,0 8,0 8,0 7,75 8,5 8,5 8,5 10,0 7,5 7,5 6,5 7,69 7,30

6,0 6,0 7,5 7,0 7,5 8,0 8,0 8,0 8,5 7,0 8,0 8,0 7,14

Springprüfung

Richter

(x15)

Testreiter

(x15)

Rittigkeitsprüfung

Richter

(x15)

3/2018 - www.in-the-focus.com

Testreiter

(x15)

23

Kondition

(x5)

Geländeprüfung

Spring-

Manier

(x10)

Galopp

(x10)

Gesamt--

note

8,5 7,5 7,0 7,75 6,5 9,0 8,0 7,76

7,25 7,5 7,5 8,0 10,0 8,0 7,0 7,64

7,5 7,25 6,0 5,75 6,5 9,0 8,5 7,15


Zucht

Der Achal-Teke-Hengst Amadei-Geli (Dagat-Geli

/ Aynisa-Geli) war Bester

im ZSAA-Lot.

An dritter Stelle stand letztendlich der Rapphengst

GH Basim (Black Diamond LDA

/ GH Abadiya) aus dem Gestüt Hägerhof,

der von Anna Wüstefeld vorgestellt wurde.

Er hatte leider die Rittigkeitsprüfung etwas

"verpatzt", da er sich gegen die Reiterhand

wehrte und keine konstante Anlehnung

möglich war. In der Springprüfung und im

Gelände war dieses Problem "behoben", und

insbesondere im Gelände zeigte er, was in

ihm steckt, denn er nahm die Strecke sehr

energisch und mit Vorwärtsdrang in Angriff,

was ihm für Springmanier und Galoppade

die höchsten Noten unter den Vollblutarabern

einbrachte.

Die ZSAA-Hengste

Überragender Siegerhengst der ZSAA-Prüfung

wurde der Achal-Teke Hengst

Amadei-Geli (Dagat-Geli / Aynisa-Geli), in

Russland gezüchtet und im Besitz von Herbert

Blatt, Roggenburg. Er erhielt (mit Ausnahme

im Trab) durchweg Noten von 8 bis 9

und zeigte Höhepunkte im der Geländeprüfung,

wo er energisch und mit gespitzten Ohren

die Hindernisse anging. Auch in puncto

Temperament und Charakter erhielt er eine

9, was bei Achal-Teken nicht immer der Fall

ist. Zu seiner äußerst postitiven Gesamterscheinung

trug nicht zuletzt seine schicke

goldglänzende "dark buckskin"-Farbe bei.

Mit knapp über 8 Punkten konnte sich

Herzensbrecher (Ruffian Reef xx / Her-

Herzensbrecher (Ruffian Reef xx / Herzensglück), aus der Zucht und im

Besitz von Stefanie Herken-Wendt, überzeugte durch seine Grundgangarten

sowie seine Leistungsbereitschaft und seinen Charakter.

Der Reitpferdehengst Quabil (Quite Easy I / Cantilena) entstammt einer

Vollblutaraberstute und erhielt mit 9,5 die höchste Konstitutionsnote

aller ZSAA-HEngste.

24

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


Der Trakehner Rapphengst Räuberfürst (Lossow / Räuberliebe) hatte

seine Leistungsschwerpunkte in den Grundgangarten und der Rittigkeit

und absolvierte er den Geländeparcours mit Bravour.

Polartanz (Konvoi / Polarfreude II), ebenfalls ein Trakehner-Hengst, überzeugte

durch seine Rittigkeit, landete aber aufgrund des Altersabzugs

auf Platz 5.

Zucht

zensglück) aus der Zucht von Stefanie

Herken-Wendt, Majenfelde, auf Rang 2

platzieren. Dieser Trakehnerhengst ist sowohl

beim ZSAA als auch beim Trakehner

Verband gekört und hat die Verbandsprämie.

Hervorzuheben sind seine ausgesprochen

guten Grundgangarten sowie seine

Leistungsbereitschaft und sein Charakter.

Herzensbrecher ist der beste gekörte und

leistungsgeprüfte ZSAA-Hengst in diesem

Lot, wofür Stefanie Herken-Wendt die Silberne

Medaille der FN für besondere Leistung

in der Zucht überreicht wurde.

Punktgleich auf Platz 3 lagen Quabil und

Räuberfürst. Quabil (Quite Easy I / Cantilena

ox) ist ein Deutscher Reitpferdehengst

von Jürgen Wolf und Eva-Maria

Lühr, die ihn auch ritt. Er ist zwar kein Riese,

ist aber sehr harmonisch in der Gesamterscheinung.

Seine Mutter, die Vollblutaraber-Stute

Cantilena, ist eine Vollschwester

zu Canila, der Europa-Championesse der

Sportaraber im Springen. Auch Quabil hat

in diesem Bereich seine Stärke und erhielt

sowohl im Frei- als auch im Parcourspringen

eine 8,0, im Gelände wurde er sogar

noch besser benotet. Mit 9,5 hatte er außerdem

die beste Konstitutionsnote aller

ZSAA-Hengste.

Punktgleich lag Räuberfürst (Lossow /

Räuberliebe), im Besitz von Maria Lehnhardt,

Walsrode. Dieser Trakehner-Rapphengst

hatte seine Leistungsschwerpunkte

in den Grundgangarten und der

Rittigkeit, das Springen liegt ihm nicht so

sehr. Dennoch absolvierte er den Geländeparcours

mit Bravour und konnte im Bereich

Charakter und Konstitution punkten.

Der bereits 7-jährige Polartanz (Konvoi /

Polarfreude II) konnte aufgrund von Verletzungspech

erst dieses Jahr zur Prüfung

antreten, erhielt folgerichtig auch einen

Altersabzug. Der Trakehnerhengst, gezogen

und im Besitz von Ulrike Malter, zeigte

sehr gute Rittigkeit, schnitt jedoch in den

Grundgangarten und im Springen deutlich

schlechter ab. Vor Altersabzug wäre er

auf dem dritten Platz gelandet.

Auch der nachfolgend platzierte Alasdair GF

(RFF The Alchimist xx / Senata) ist bereits

8-jährig, Züchter und Besitzer ist Gwendolyn

Gregorio. Er bestach durch seine auffallende

Cremello-Farbe und seine blauen Augen. Er

erhielt als einziger die 10 für Charakter, bewegte

sich jedoch in den Grundgangarten

und im Geländeparcours zwischen 6,5 und

7,5.

Letzter im Bunde war dann Rasso's Rock'n

Roll (Rasso Royal / Königin der Kraft xx)

von Sebastian Gonzalvo. Er hatte deutliche

Schwächen in den Grundgangarten, überraschte

dann aber positiv im Gelände und in

seiner Umgänglichkeit.

Insgesamt war die Veranstaltung sehr vom

"Miteinander" geprägt und das Haupt- und

Landgestüt Marbach bot als Austragungsort

ideale Voraussetzungen sowie eine wunderschöne

Kulisse.

Gudrun Waiditschka

Alasdair GF (RFF The Alchimist xx / Senata) bestach sowohl durch seine

auffällige Cremello-Farbe als auch durch seinen Charakter, der mit der

Wertnote 10 belohnt wurde.

Rasso's Rock'n Roll (Rasso Royal / Königin der Kraft xx) machte seine

Schwächen in den Grundgangarten in der Geländeprüfung und durch

seine Umgänglichkeit wieder wett.

3/2018 - www.in-the-focus.com

25


Shagya-Araber

Zucht News

Gallardo J als Staatsgeschenk nach China

Der Kronprinz von Abu Dhabi, Sheikh Mohammed

Bin Zayed Al Nahyan, übergab den 5-jährigen

Vollblutaraberhengst Gallardo J (Emerald

J / Gomera J) aus der Zucht von Christine

Jamar, Belgien, als Staatsgeschenk an den

chinesischen Präsidenten Xi Jinping. China ist

ein wachsender Markt für Arabische Pferde

und vom 4.–5. August fand in Bejing die erste

Araberschau statt, wofür 40 Pferde gemeldet

wurden.

Gallardo J war jedoch nicht der erste Araber,

den Xi Jinping erhielt. Bereits 2017 schenkte

der Präsident von Kirgisistan den Hengst Czar

Dam (Poganin / Contra), gezogen in Polen.

Insgesamt leben etwa 200 Arabische Pferde

in China, alle sind entweder Importe aus WA-

HO-anerkannten Stutbüchern oder deren direkte

Nachkommen. China hat Mitgliedschaft

in der WAHO beantragt.

Insgesamt schätzt man die Zahl der Pferde in

China auf rund 6 Millionen. Es gibt mehr als

1000 Reitvereine, Gestüte und Rennbahnen

mit schätzungsweise etwa 10 Millionen Pferdefans

bei einer Gesamtbevölkerung von 1,4

Milliarden.

Gudrun Waiditschka

Neues aus Michalow

Am 23. August 2018 hat die Hauptversammlung

der Aktionäre des Gestüts Michalow

Herrn Maciej Grzechnik von der Position des

Vorstandsvorsitzenden (Direktor) abberufen

und ihm gleichzeitig für seine Zusammenarbeit

gedankt.

Seine Aufgaben wird Monika Slowik übernehmen,

Absolventin der Zootechnischen

Abteilung der Landwirtschaftlichen Universität

in Wroclaw mit Aufbaustudium im

Bereich Management. Nach Abschluß des

Tierzuchtstudiums arbeitete sie ein Jahr im

Gestüt Golejewko. Bis 2013 war sie auf der

Rennbahn in Wroclaw beschäftigt, dort war

sie für die Auswahl der Rennen zuständig,

als Bahnmanager und dann als Direktor

tätig. Ab Oktober 2013 war sie Leiterin des

Hengstdepots Książ – Zuchtzentrum in Kamieniec

Ząbkowicki.

Nach Meldung des Nachrichtenportals

„MSN-Polska“ möchte der derzeitige Landwirtschaftsminister

Jan Krzysztof Ardanowski,

daß der frühere Gestütsdirektor von

Michalow, Jerzy Bialobok, einem Beratergremium

beitritt. Bialobok wurde im Februar

2016 vom damaligen Landwirtschaftsminister

Krzysztof Jurgiel zusammen mit dem

Direktor von Janow Podlaski, Marek Trela,

und der Zuchtinspektorin Anna Stojanowska

entlassen. Laut ZET Radio hatte Bialobk

bereits eine Besprechung mit dem Minister.

Diesselbe Quelle besagt auch, daß Anna

Stojanowska eine Besprechung mit dem Minister

hatte.

-gw-

Auktion in Janow Podlaski

An der diejährigen Auktion in Janow

Podlaski wurden von 12 angebotenen

Pferden in der Haupt-Auktion sechs für

einen Gesamterlös von 501.000 € verkauft.

Damit lag der Gesamterlös etwa 18 % über

dem katastrophalen Ergebnis der letztjährigen

Auktion. Die Auktion fand jedoch weitestgehend

unter "Ausschluß der Öffentlichkeit"

statt, da die (kritische) Presse nicht zugelassen

wurde und auch die Besucher eine Einladung

vorweisen mußten.

Die folgenden Pferde wurden verkauft:

• Parmana (Al Maraam / Palmira) *2008 in

Michalow – verkauft für 180.000 €

• Pilarosa (Al Adeed Al Shaqab / Pilar) *2009

in Janow Podlaski – verkauft für 133.000 €

• Esima (Altis / Emanda) *2010 in Falborek

Arabians – verkauft für 65.000 €

• Foggita (El Omari / Foggia) *2014 in Michalow

– verkauft für 56.000 €

• Elbera (QR Marc / El Elmeera) *2012 in

Michalow - verkauft für 52.000 €

• Perika (Esparto / Permilla) *2011 in Bialka –

verkauft für 15.000 €

Das Ergebnis ist insbesondere für Janow Podlaski

verheerend, da das Management dieses

Gestüts für ein Defizit von rund 1,5 Mio Zloty

(ca. 350.000 €) im Jahr 2017 sorgte. Zum Vergleich:

In den Jahren 2001–2016 lag die Bilanz

immer in den schwarzen Zahlen, im Jahr

2015 – dem letzten Jahr, für das Marek Trela

verantwortlich war – sogar bei +3,1 Mio Zloty

(ca. 720.000 €), u.a. weil 2015 die bislang teuerste

Stute, Pepita, für 1,4 Mio € anläßlich der

"Pride of Poland"-Auktion nach Saudi Arabien

verkauft wurde.

-gw-

Jahr

Anzahl Anzahl Prozentsatz Gesamtumsatz

(€) preis (€) Preis (€) Preis (€) nach

Durchschnitts-

Höchster Niedrigster Teuerstes

angebotener verkaufter verkaufter

Pferd ging

Pferde Pferde Pferde

2008 37 26 70,27 2.992.000 115.076 1.125.000 10.000 UAE

2009 37 29 78,38 2.409.000 83,068 500.000 8.000 GB

2010 36 26 72,22 1.019.000 39.192 240.000 10.000 QAT

2011 31 24 77,42 1.843.000 76.791 475.000 8.000 USA

2012 28 19 67,86 1.325.000 69.736 440.000 7.000 UAE

2013 27 21 77,77 2.039.000 75.518 500.000 12.000 UAE

2014 28 24 85,71 2.089.000 83.041 305.000 11.000 KSA

2015 28 24 85,71 3.995.000 166.458 1.400.000 16.000 KSA

2016 31 16 51,61 1.271.000 79.437 300.000 12.000 QAT

2017 25 6 24,00 410.000 68,333 150.000 25.000 CZ

2018 12 6 50,00 501.000 83.500 180.000 15.000 ??

26

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


Der Stammvater der Weil-Marbacher

Araberzucht, der Hengst Bairaktar,

kehrte in Form einer Gedenktafel an

seine alte Wirkungsstätte in Scharnhausen

zurück. Hier hat er in den Jahren 1825–1838

die Araberstuten des Königlichen Privatgestüts

Weil-Scharnhausen von König Wilhelm

beglückt und damit den Weltruf dieser

Zuchtstätte begründet.

Der Künstler Wolfgang Schaller mit seinem

Werk.

Fotos: G. Waiditschka

Die Gedenktafel wurde von Wolfgang Schaller,

Bildhauer aus Dietenheim, geschaffen

und vom Fördervein Marbach in Auftrag

gegeben. In einem kleinen Festakt, bei dem

der Künstler, aber auch der Gemeinderat

Bairaktar kehrt zurück

von Scharnhausen und andere Honoratioren

anwesend waren, wurde die Bronzetafel

von Manfred Raichle, Vorsitzender

des Fördervereins, und Dr. Astrid von Velsen-Zerweck,

Landoberstallmeisterin von

Marbach, enthüllt. Mit dabei war auch der

Wallach WM Saradan (Said / Shafali), der in

direkter Linie auf Bairaktar zurückgeht und

den lebenden Beweis darstellte, dass diese

Zucht auch nach 200 Jahren nichts von ihren

Qualitäten verloren hat. Er lebt seit Kurzem

im Therapiezentrum, das im Schloß Scharnhausen

untergebracht ist, womit wieder ein

Weil-Marbacher Araber die Weiden bevölkert.

Die Bronzetafel, von der eine Zweitausgabe

am Hauptbeschälerstall in Marbach angebracht

ist, wurde nach einer Lithographie

von Albrecht Adam geschaffen. Die Kunst

bestand nun vor allem darin, aus der zweidimensionalen

Vorlage ein dreidimensionales

Halbrelief zu schaffen, und diesem zusätzlich

eine gewissen Plastizität einzuhauchen.

„Das gelang beispielsweise durch den angedeuteten

Schatten. Aber bei einem Arabischen

Pferd sind die feinen Linien im Gesicht

von besonderer Bedeutung, beispielsweise

das Jochbein, oder daß die Sehnen an den

Beinen deutlich zum Ausdruck kommen.“

Auf Feinheiten dieser Art achtet der Reiter

Die in Scharnhausen aufgestellte Gedenktafel

erinnert an das Kgl. Prüvatgestüt Weil.

Schaller besonders. „Wichtig bei einem solchen

Bronzerelief ist auch die Patinierung,

denn dadurch gewinnt eine Skulptur an

Plastizität, die Oberfläche wirkt lebendiger“,

erklärte der Künstler.

In den 1970er Jahren studierte Wolfgang

Schaller Bildhauerei an der Staatlichen Akademie

der Bildenden Künste in Stuttgart. Seit

1979 lebt und arbeitet er, der sein künstlerisches

Talent vom Vater geerbt hat, als Bildhauer.

Seit einigen Jahren ist er eng mit dem

Haupt- und Landgestüt Marbach verbunden

und hat bereits einige Hengste verewigt, so

den Araberhengst Dschehim. G. Waiditschka

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27

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Shagya-Araber

Zucht News

Am 1. Juli fand in Ploiesti auf einer

brandneuen, sehr schönen und effizienten

Rennbahn das erste internationale

Araberrennen in Rumänien statt. Zum

ersten Mal konnten über 2000 Zuschauer

den Rennen von Shagya-Arabern, Shetlandponys,

Trabern, Englischen Vollblütern – und

natürlich arabischen Vollblütern folgen.

Das 1. Internationale Araberrennen in Rumänien

Überlegenheit über ihre Stallgenossen demonstrierte.

Die Rennbahn in Ploiesti. Fotos: Roger Lothaire Siegerehrung vom "Al Wathba Stallions Cup".

Die Rennbahn von Ploiesti ist nicht allzuweit

von Bukarest entfernt, und es werden hier

regelmäßig Trabrennen geboten. Die Anlage

hat aber auch eine sehr schöne Turfbahn,

die jedoch noch nie genutzt wurde - bis

jetzt!

"Miracle Worker" an der Arbeit

Aber bevor das erste internationale Vollblutaraber-Rennen

in Rumänien abgehalten

werden konnte, hatte Guillaume Fillet, Präsident

der ARAC (des Rumänischen Verbands

für Vollblutaraber-Rennpferde) einen langen

und mühevollen Weg vor sich. Er mußte das

Ministerium für Forstwirtschaft und Umwelt

von diesem Projekt überzeugen, den Jockey-Club,

die Verantwortlichen der Rennbahn

und nicht zuletzt einige Besitzer von

Vollblutarabern.

Der Renntag für den ersten "Wathba Stallions

Cup" sollte festlich gestaltet werden,

und so hatte Guillaume Fillet den rumänischen

Shagya-Verband, den Traber-Verband,

die Shetlandponys und nicht zuletzt den

rumänischen Jockey Club überzeugt, dass

jeder von ihnen ein oder zwei Rennen an

diesem Renntag beisteuert.

Für den "Wathba Stallions Cup" gab es genügend

Teilnehmer allein aus Rumänien, um

das Rennen zu füllen, aber es gab nicht genügend

Jockeys, alle Pferde zu reiten! Daher

entschied man sich, auch Pferde aus Bulgarien

zuzulassen, und teilte die Pferde in zwei

Gruppen: Die jüngeren (3- bis 4-jährig) und

die älteren, die am "Wathba Stallions Cup"

teilnahmen. Daher war es nur aus Mangel

an Jockeys in Rumänien, daß es zwei Araberrennen

gab, und der ganze Renntag international

wurde! Man will nun in Zukunft auf

internationale Rennen für die Balkan-Länder

hinarbeiten: Ungarn hat finanzielle Möglichkeiten,

aber es fehlt an Pferden. Bulgarien

hat Rennpferde, aber keine geeigneten

Rennbahn, und in Rumänien fehlt es an Jockeys.

Die Anwerbung und Ausbildung von

Jockeys ist das nächste Projekt in Rumänien.

Heftige Regenfälle während der vorangegangenen

vier Tage stellten die Durchführung

des Renntags in Frage, bis der Rennbahndirektor

die Lösung brachte, indem er

einige der Galopprennen auf die Trabrennbahn

verlegte, die durch den andauernden

Regen weich genug war.

Der Renntag begann, noch bevor alle Zuschauer

eine Chance hatten, das Gelände

zu betreten. Die Anzahl der Zuschauer war

beeindruckend: Wenn normalerweise für

die Trabrennen 800 Eintrittstickets verkauft

wurden, waren diese bald verkauft und

letztendlich zählte man über 2000 Zuschauer.

Soviel Publikum hatte man hier in Ploiesti

noch nie gezählt!

HARC-Rennen dringend nötig

Es folgten zwei Rennen für Englische Vollblüter,

eines für Shetlandponys über 250

m, sowie ein Trabrennen. Endlich war der

"Wathba Stallions Cup" an der Reihe, gesponsert

vom Global Flat Racing Festival des

HH Sh Mansoor Al Nahyan, mit einem Preisgeld

von ungefähr dem Fünffachen dessen,

was bei den Englischen Vollblütern gab. Sieben

Starter, darunter vier aus Bulgarien aus

französischen Linien. Die drei rumänischen

Starter waren alle aus Heritage-Blutlinien,

darunter ein in Polen gezüchtetes Pferd

(von Pedagog). Leider hatte das Nationalgestüt

von Mangalia keine älteren Pferde im

Training.

Es war keine Überraschung, dass die vier

Pferde mit französischer Abstammung sofort

die Führung übernahmen und unter

den Heritage Arabians konnten nur Demona

von Pacific aus Desdemona (gezüchtet,

im Besitz und trainiert von Guillaume Fillet)

mehr oder weniger so tun, als ob sie unter

den Spezialisten mithalten könnte. Der sehr

schöne Equario (von Pedagog) konnte die

Pferde aus französischen Blutlinien nicht herausfordern,

was noch einmal die Notwendigkeit

von "Heritage-only-Rennen" zeigte,

um die Rennoption für das alte, klassische

arabische Pferd beizubehalten.

Das schnellste unter den vier bulgarischen

Pferden und damit Sieger war Ameer Al

Arab (FR) (Nizam / Al Basheq), der die 1800

m in 1'58 "98 durchlief.

Nächstes Jahr wird das jährliche World Arabian

Horse Racing Forum in Bukarest stattfinden,

mit einem abschließenden Höhepunkt,

einem weiteren Renntag in Ploiesti!

Glückwunsch an Lara Sawaya und das HH

SH Mansour Festival für ihre Unterstützung

und an Guillaume Fillet für all seine Bemühungen.

Das Forum (voraussichtlich vom 8.

bis 14. Juli 2019) wird sicherlich ein weiterer

großer Erfolg!

Nelly Philippot

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018

28

Rennen für Shagya-Araber

Das erste Rennen war ein Shagya-Rennen

über 950 m, mit fünf Startern. Das Rennen

wurde in 1'23''6/100 von dem 14-jährigen

Odin (v. El Iman aus einer Mersuch-Tochter)

gewonnen, im Besitz und trainiert von Ion

Maldea.

Das zweite Rennen war für 3- und 4-jährige

Vollblutaraber und zählte sechs Teilnehmer.

Alles waren "Heritage-Pferde" (aus

alten Blutlinien, ohne franz. Blut), gezogen

in Rumänien, vier davon gehörten dem rumänischen

Staat, also dem Nationalgestüt

Mangalia. Es war Haris, geritten von Hamil

Nurhay, der die Ziellinie nach 950 m als

Sieger in 1'08''47/100 überquerte. Haris ist

ein Dreijähriger von Hilal Al Haneef aus der

Yooma, im Besitz von Hristo Hristov und trainiert

von Levent Nezirov. Zweite war Zuhara

und dritte Zafira, beides Heritage-Pferde

aus Mangalia, die mit drei bzw. vier Längen

folgten. In Mangalia sind Rennen ein Teil des

Selektionsprozesses und ich hatte das Vergnügen

später den Rennen für die jungen

Pferde beizuwohnen, wo Zuhara wieder ihre


Bronze an den WEG für

Regine Mispelkamp

Nach den Skandal-Meldungen vom Distanzreiten

in Tryon gibt es auch gute Neuigkeiten

von den Weltreiterspielen zu vermelden:

Regine Mispelkamp gewann die Bronze-Medaille

in der Para Dressage mit ihrem Rheinländer-Wallach

Look At Me Now.

Regine Mispelkamp startet im Regelsport

bis Grand Prix und ist in Araberkreisen als

Berufsreiterin bekannt. Sie hat beispielsweise

Asra Mahra an der Europa-Meisterschaft

der Sportpferde in Stadl Paura vorgestellt

und war auch schon in Aachen mit dabei. Im

Frühjahr dieses Jahres hat sie nun bekanntgegeben,

dass sie schon seit längerem an

Multipler Sklerose erkrankt ist. Sie hat sich

daher entschlossen, dies öffentlich zu machen,

um dann auch im Para Bereich starten

zu können. Sie wird jedoch auch weiterhin im

Regelsport starten und ihren Beruf ausführen

wie bisher.

Nach ihrem ersten Start im Para-Sport auf

dem Mannheimer Maimarktturnier gelang

der 47-jährigen Regine Mispelkamp dann im

Juni der Sieg in der Deutschen Meisterschaft

Para Dressage (Grade V) im Gestüt Bonhomme

bei Berlin. Die Para Dressage wird in

fünf Behinderten-Graden ausgetragen.

-gw-

Mister Deutschland und Blue Velvet

Am 1. Juli wurde in Bremen Oliver Seitz‘ „Supermodel“

Raphael Merkt, den er hier mit

seiner Stute Blue Velvet abgelichtet hat, zum

Mister Deutschland 2018 gewählt!

Aber Schönheit allein genügt nicht, um diesen

Titel zu erringen. Die Vorentscheidungen beinhalten

ein Kurzinterview, bei dem Beruf, Hobbies,

Zukunftswünsche usw. das Thema sind.

Dann werden Gang und die Figur bewertet.

Teilnehmen können nur deutsche Staatsangehörige

die zwischen 18–35 Jahre alt sind.

Wie im Boxsport gibt es auch bei der „Schönheit“

verschiedene Organisationen, die verschiedene

Titel vergeben. So darf der Titel

„Mister Deutschland (MGO)“ nicht mit „Mister

Germany“ verwechselt werden … -gw-

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3/2018 - www.in-the-focus.com

29


Shagya-Araber

Zucht aus den Verbänden

VZAP mit neuer

Zuchtleiterin

Ab dem 1. Oktober 2018 wird Linda Kwabek

die Position der hauptamtlichen

Zuchtleiterin des VZAP übernehmen.

Seit ihrer Kindheit dem Pferd als Reiterin,

Züchterin und Ausbilderin verbunden, vertiefte

sie nach einem Bachelor in Biologie ihr

Interesse an Pferden mit dem Masterstudiengang

Pferdewissenschaften in Göttingen.

Die 27-jährige Linda Kwabek hat als Werkstudentin

im Gestüt Graditz (Englische Vollblutzucht)

gearbeitet, beim Hannoveraner

Verband absolvierte sie ein Praktikum und

erhielt Einblick in die Abläufe in einem Zuchtverband.

Aktuell hilft sie bei der Organisation

des „Pferdeland-Niedersachsen-Tages“. Linda

Kwabek ist außerdem „Trainer C Reiten Leistungssport“.

-gw-

SLP in Marbach

In einem Feld von 12 Pferden belegten die

beiden Araberstuten Kameeha AS und WM

Nasmat anläßlich der Stutenleistungsprüfung

im Haupt- und Landgestüt Marbach

den vierten und elften Platz gegen zehn

Warmblutstuten.

Kameeha AS (El Mariachi / Amurath Koheila)

*2014 aus der Zucht und im Besitz von Anette

Schnaufer konnte die Stationsprüfung mit

einer Gesamtnote 7,67 abschließen und brillierte

als Einzige mit einer Charakter-Teilnote

von 10 Punkten. Temperament, Leistungsbereitschaft

und Härte wurden durchweg mit 9

Punkten beurteilt. Ihre Rittigkeit wurde vom

Fremdreiter mit einer 8 bewertet. Wie es

sich für einen Allrounder gehört, wurde ihre

Dressur- und Springveranlagung gleich gut

beurteilt (7,43).

WM Nasmat (SI Sidi Rayyan / Napirai) *2014

aus der Zucht und im Besitz vom Haupt- und

Landgestüt Marbach erhielt durchwegs 9,0

für Charakter, Temperament, Leistungsbereitschaft

und Härte, die Endnote lag bei

7,15.

-gw-

VZAP-Fohlen- und Stutenprämienschau

Am Samstag, den 8. September, fand

im Gestüt Ismer, Ströhen, eine Verbandsprämienschau

statt, zu der neben

den zehn gestütseigenen Fohlen und

fünf Ismer'schen Stuten auch einige Stuten

mit ihrem Nachwuchs von außerhalb angereist

waren.

Siegerin der Prämienstuten wurde MAI Nanesha

(DG Maksus / DA Nizana) *2015, Z:

Mertin Andrej, B: Günter Theunissen

Des Weiteren wurden prämiert:

Hafid Amenah Al Aqaba (Al Ayal AA / Aisha

Al Aqaba), Hengstfohlen, Z. + B: W. Hobein

MAI Fanessa (DG Maksus / Focus Filigree)

*2015, Z. + B: Andrej Mertin

CJS Karanjino (BS Karanji / Miras Psynissima),

APb-Hengstfohlen, Z. + B: Sandra Nicolaus

IS Elasca (Ascot DD x IS Elanda), Stutfohlen,

Z. + B: Gestüt Ismer

IS Ella Nora (El Mariachi x IS Exentrica)

*2014, Z. + B: Gestüt Ismer

IS Emini (Ascot DD x IS Emina), Stutfohlen,

Z. + B: Gestüt Ismer

IS Epalla (Pallaton K x IS Elanda) *2014, Z. +

B: Gestüt Ismer

IS Eyes Only (Ascot DD x Eylali), Stutfohlen,

Z. + B: Gestüt Ismer

IS Felicia (Pallaton K x IS Fahsa), Stutfohlen,

Z. + B: Gestüt Ismer

IS Mashara (Saphir III x Mashama) *2014, Z.

+ B: Gestüt Ismer

IS Pamina (RFI Farid x IS Papilla), Stutfohlen,

Z. + B: Gestüt Ismer

IS Pomoria (Morion x IS Puerta), Stutfohlen,

Z. + B: Gestüt Ismer

im Gestüt Ismer

IS Sheydon (Poseidon OS x IS Sheyka),

Hengstfohlen, Z. + B: Gestüt Ismer

IS Spina (Gharyan x Simeon Sefirot) *2009,

Z. + B: Gestüt Ismer

IS Waldana (SI Sidi Rayyan x IS Wielka),

*2013, Z. + B: Gestüt Ismer

IS Wendetta (Poseidon OS x IS Wadesaa),

Stutfohlen, Z. + B: Gestüt Ismer

MAI Nanesha von DG Maksus, Siegerin der

Prämienstuten

Foto: I. Mertin

IS Wendolyna (Ascot DD x IS Warga), Stutfohlen,

Z. + B: Gestüt Ismer

IS Wino Rosso (Poseidon OS x IS Waldana),

Hengstfohlen, Z. + B: Gestüt Ismer

Marzuuq Al Zahrada (El Thay Mahfouz / IS

Mahmadia) VA-Hengstfohlen, Z. + B: Luca

Siever, und seine Mutter IS Mahmadia

(Madkours Impuls / Mariszka) *2008

Samara x (Papellito xx / DG Shalima),

AA-Stutfohlen, Z. + B: Wiebke Szepokat

-gw-

ZSAA-Stutenleistungsprüfung im Gestüt Rhön

Ein bunt gemischtes Feld kam am ersten jährige Gamil Salaam-Tochter GS Dhiala Bint

September-Wochenende zur Stutenleistungsprüfung

(SLP) auf das Gestüt Rhön. liche Gelassenheit und der erkennbare Wille,

Gamil aus der polnischen Dialista. Ihre freund-

Von den acht waren drei arabische Stuten, die Anforderungen bestmöglich zu meistern,

welche im gemischten Feld gemeinsam mit bestachen bei dieser Teilnehmerin.

den Stuten aus den Landeszuchtverbänden In der Rittigkeitsprüfung incl. Fremdreitertest,

der deutschen Sportpferdezucht starteten. bewegte sich Bashra unter Jonathan Marquardt

Freispringen, die Bewertung der Grundgangarten

und auch unter der Fremdreiterin klar

und die Überprüfung der Rittigkeit im Takt, geregelt, besonders im Galopp mit

werden in dieser Prüfung verlangt. Die durch viel Raumgriff und in schöner Dehnungshaltung.

ihre Gelassenheit mit gleichzeitiger Präsenz

Sie erhielt für ihren vorbildlichen Schritt

imponierende Bashra ShA (Puschkin / Bagiera) sowie für den Galopp eine 7,5; ebenso von der

zeigte sich im Freispringen souverän und mit Fremdreiterin. Der sympathischen Maxime

guter Bascule, was die Richter mit einer 7,0 (AA) war deutlich anzumerken, dass sie sich

würdigten. Nach der überragenden Leistung noch im Wachstum befindet. Sie war unter

der rahmigen 7-jährigen Mecklenburgerin dem Reiter in den Übergängen nicht immer

Livienne, die mit einer 9 im Springen bewertet ausbalanciert und wirkte so stellenweise etwas

wurde, hatte es die Anglo-Araberin Maxime

verhalten. Ihre Leistungsbereitschaft war

(Hamid / Monique v. Kallistos) nicht leicht. Sie jedoch durchgängig zu erkennen, was von der

überzeugte jedoch durch ihre Gelassenheit Fremdreiterin mit einer 7,5 belohnt wurde. GS

und die schöne Manier. Sie erreichte für das Dhiala nahm die Anwesenden durch ihren Willen,

Freispringen mit 7,5 die höchste Teilnote in

es dem Reiter recht zu machen gefangen.

der gesamten Bewertung, was für ihre gute Im Einsatz unter der Fremdreiterin wirkte sie

Springveranlagung spricht. Als dritte arabische

merklich gelöster und besser im Takt.

Stute präsentierte sich die bereits zehn-

Fenicio B. Kettel-Symann

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018

30


Das Gestüt Camelot hatte Ende Juli wie

jedes Jahr zur zentralen Fohlen- und

Stutenschau mit Stutenleistungsprüfung

geladen. Dieses Jahr gab es außerdem

das 30-jährige Gestüts-Jubiläum zu feiern,

denn auf Gestüt Camelot werden seit 1988

Arabische Vollblüter gezüchtet.

Mit der äußerst erfreulichen Bilanz vom 22

VZAP-Veranstaltung „arabischer Adel im Norden“

auf Gestüt Camelot

ZL Rhodora Bint Bukra, (Bashir al Gaug / AA

Rhashah), Stutf., Z. + B: Lilly Franke, Göttingen

Camar Sansa, APd (Gabun / Camar Saahara),

Stutf., Z: Isa Lindemann, Bad Oldesloe, B: Karin

Wollenweber, Tarp

Geysir Ibn Arian (Arian Shah / Camar Gani

Nadra), Hengstf., Z. + B: Anja Schwarze,

Ebersbach

Cassiana (Holsteiner) (Cassiano / Andorra)

*2008, B: Luisa Ruhe, Flensburg

Waikiki AA (Bakhira / Wenja), *2013, Z. + B:

Annika Lüthje, Neumünster

Die Anglo-Araberstute Waikiki konnte damit

nach ihrem Sieg in der Stutenleistungsprüfung

auch den Titel „Gesamtsiegerstute“ mit

nach Hause nehmen.

Sportliche aus den Verbänden

Araber

AA Rhashah ox (Simeon Sharav / Rhahila)

*2011, Bettina v. Kameke, B: Lilly Franke

Nennungen startete diese mittlerweile renommierte

Veranstaltung in die 7. Runde.

Die Stutenleistungsprüfung wurde klar gewonnen

von der 5-jährigen AA-Stute Waikiki

(Bakhira / Wenja), Züchter, Besitzer und Reiter:

Annika Lüthje aus Neumünster.

Von den gesamt neun genannten Fohlen

konnten vier die begehrte Fohlenprämie erreichen:

Camar Qarazi ox (Arian Shah / Camar Qapuera),

Stutf., Z. + B: ZG Knaack-Lindemann/

Lindemann, Bad Oldesloe

Gesamtsiegerfohlen Geysir Ibn Arian (Arian

Shah / Camar Gani Nadra), Z. + B. Anja

Schwarze

Geysir wurde zugleich und unangefochten

Gesamtsiegerfohlen

Insgesamt fünf Stuten wurden prämiert. Diese

waren im Einzelnen:

Camar Qinea ox (Arian Shah / Camar Qalifa )

*2015, Z+B: Camelot Arabians, Bad Oldesloe

AA Rhashah ox (Simeon Sharav / Rhahila)

*2011, Z: Bettina v. Kameke, B: Lilly Franke,

Göttingen

Coudeville xx (Air Chief Marshal / Artana),

*2013, Z: Franklin Finance, Frankreich, B: Camelot

Arabians, Bad Oldesloe

Gesamtsiegerstute Waikiki AA (Bakhira / Wenja),

*2013, Z. + B: Annika Lüthje, Neumünster

alle Fotos: M. Groger

Der zur Verlosung freigegebene Decksprung

des Gestütes Camelot Arabians wurde von

Annett Schulz gewonnen, die bereits 2016

ein Siegerfohlen von Arian Shah gezogen

hatte.

Die Veranstaltung verlief bei bester Stimmung

und wurde abgerundet von einer gelungenen

Vorstellung des Prämienhengstes

Gabun unter dem Sattel von Isa Lindemann

sowie einem Fachvortrag von Burchard

Schröder zum Thema „Bedeutung des arabischen

Vollblutes in der Warmblutzucht“. CKL

Klein aber fein, so lautete die treffende

Zusammenfassung des Tages durch

Zuchtleiter Burchard Schröder. Anita

Scheele und ihr Mann Ulf Intermann boten

am 5. August auf dem Gestüt Amal in Zusammenarbeit

mit Svenja Stelse-Heine einen

ganz wunderbaren, familiären Rahmen

für eine kleine Fohlenschau. Leider konnten

zwei Fohlen verletzungs- bzw. krankheitsbedingt

nicht anreisen, aber immerhin

sechs traten zur Fohlenschau an. Bei

der diesjährigen Sommerhitze waren alle

Teilnehmer dankbar, dass der Vorführplatz

im Schatten lag – gute Bedingungen für die

Teilnehmer, welche diese optimal nutzten,

denn alle sechs Fohlen konnten die begehrte

Prämie mit nach Hause nehmen.

Für die erfreulich hohe Anzahl der Zuschauer

boten die Worte des Zuchtleiters interessante

Hinweise. Burchard Schröder kommentierte

in gewohnter Manier jedes Fohlen und stellte

fest, dass das Fohlenlot von außergewöhnlicher

Qualität war, weshalb er gemeinsam mit

Richterin Barbara Julius nicht anders konnte,

als alle Fohlen zu prämieren.

3/2018 - www.in-the-focus.com

VZAP-Fohlenschau in Visselhövede

Boris AS (v. By Stival Kossack) und seine Mutter

ZER Nabilah AS, Z. + B: Anita Scheele

Foto: Andrea Zachrau

Als bestes Fohlen des Tages wurde Boris

AS (By Stival Kossack / ZER Nabilah AS)

auserkoren, gezogen und im Besitz von

Anita Scheele. Dessen Mutter wurde im

Rahmen der Stutenmusterung am selben

Tag ebenfalls prämiert. Weiterhin wurden

aus dem Gestüt Coloured Arabians der Familie

Stucki die Fohlen Coloured Indira

31

(Painted Dragon / Coloured Windy Hill´s

Sulanaya) und Coloured Bailey (Painted

Dragon / Coloured Queen of Windy Hill´s)

prämiert.

Aus dem Gestüt Al Ghaliya Vollblutaraber

der Familie Stelse-Heine erhielten die Dreiviertelbrüder

Maysan Al Ghaliya (Meinfelds

Maxim / Ismah Al Ghaliya) und Makim

Al Ghaliya (Meinfelds Maxim / Israa Al Ghaliya)

einen Prämientitel, damit hat deren

junger Deckhengst mit seinen beiden ersten

Fohlen einen guten Einstand gegeben.

Auch Gisela Wegener konnte für ihr Stütchen

Naya GW (Smaragd GW / Nelly Bint

Gharb) eine Prämienschleife mit nach Hause

nehmen.

Im Anschluss genossen nahezu alle Gäste

das liebevoll hergerichtete Angebot an Kaffee,

Kuchen und Bockwurst. Dabei wurden

noch viele nette und interessante Gespräche

geführt.

Es war ein wunderbarer Tag in familiärer

Atmosphäre, Nachahmung und Wiederholung

empfohlen.

Svenja Stelse-Heine


Eine Schau

Das Britische National-Championat

A Show

der Superlative

of Superlatives

Schauen

Die 'Arab Horse Society of Great Britain‘ (AHS) feiert in diesem Jahr ihr hundertjähriges

Bestehen und ist damit der älteste Araberzuchtverband der Welt. Aus diesem Anlaß haben

wir uns das Britische National-Championat in Malvern angeschaut, das einige interessante

Unterschiede zu kontinentalen Schauen aufweist.

Die 'Arab Horse Society of Great Britain

(AHS)', der älteste Araberzuchtverband

der Welt, blickt dieses Jahr auf eine

100jährige Geschichte zurück. Zuvor wurden

die arabischen Pferde des Königreichs zusammen

mit den Vollblütern im ‚General Stud Book‘

registriert, das 1791 erstmals erschienen ist.

Ende der 40er Jahre begann die AHS dann mit

nationalen Schauen und seit 1953 findet jährlich

das britische Nationalchampionat statt.

Die grösste Schau Europas

Seit 1990 findet das britische Nationalchampionat

jedes Jahr Ende Juli jeweils von

donnerstags bis samstags in Malvern statt.

Der Veranstaltungsort, der ‚Three Counties

Showground‘, ist ein riesiges Schaugelände,

auf dem jährlich unzählige Veranstaltungen

und Ausstellungen aller Art stattfinden. Er

liegt landschaftlich reizvoll am Fuße der Malvern

Hills in den Midlands, etwa 1,5 Stunden

von Birmingham entfernt, in der englischen

Grafschaft Worcestershire.

Die AHS-Schau in Malvern ist inzwischen die

größte Schau Europas. In diesem Jahr wurden

innerhalb von 3 Tagen über 160 Klassen – davon

19 nach den ECAHO-Richtlinien – zuzüglich

der Championate in den verschiedensten

Disziplinen gerichtet! Nicht vergessen darf

man dabei allerdings, dass traditionsgemäß

in England Reitklassen einen breiten Rahmen

bei Schauen einnehmen. Zudem werden für

Angloaraber, Partbred, Crabbet, Palomino

und noch einige andere arabischen Rassegruppen

eigene Schauklassen angeboten.

Die ca. 450 gemeldeten Pferde verteilten sich

mit rund 1.000 Starts in den 3 Tagen auf bis

zu 6 Ringen gleichzeitig. Eine Mammutveranstaltung,

die ihresgleichen sucht im europäischen

Raum und dieses Jahr mit Wetterextremen

zu kämpfen hatte. Von den bis dahin

heißesten Tagen in England mit 30 Grad am

Donnerstag und Freitag bis zum Temperatursturz

auf 15 Grad mit sehr stürmischen Winden

und heftigen Regenfällen am Samstag

war alles geboten.

Die AHS feiert

Das Jubiläumsjahr wird mit zahlreichen

Sonderveranstaltungen gebührend gefeiert.

So haben einige Gestüte ‚Open Days‘

angeboten und es hat eine Sonderausstellung

‚From the desert to the World‘ im National

Horse Racing Museum in Newmarket

gegeben. Auf der ‘Centenary Parade of

Arabian Performance Horses‘ wurden über

20 Stuten, Hengste und Wallache in ihren

jeweiligen Disziplinen – Rennen, Vielseitigkeit,

Distanz, Dressur, Springen, Western

und Schau – vorgestellt. Außerdem hatte

die AHS zu einem Fotowettbewerb aufgerufen

und last but not least ein Jubiläumsbuch

herausgegeben, das einen Streifzug

durch die Geschichte und Gegenwart der

AHS darstellt, in dem die Crabbet-Araber

nicht fehlen dürfen.

The Arab Horse Society of

Great Britain (AHS) celebrates

its centenary this

year, making it the oldest

Arabian breed society in

the world. On this occasion,

we looked at their British

National Championships in

Malvern, which offer some

interesting differences to

continental shows.

The Arab Horse Society of Great Britain

(AHS), the oldest Arabian breed society

in the world, looks back on a 100-year

history this year. Previously, the Arabian

horses of the kingdom, along with the thoroughbreds,

were registered in the General

Stud Book, which was first published in

1791. At the end of the 1940s, the AHS began

with national shows and since 1953 the

British National Championships take place

annually.

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


Zusammen über 60 Jahre alt: Der 25jährige

Aurab El Kheil (Dakshah x Benitah) und sein

Besitzer. - Together 60+: 25-years-old Aurab El

Kheil and his owner.

Alle Fotos: Betty Finke

The biggest show in Europe

Since 1990, the British National Championships

take place every year at the end of July

from Thursday to Saturday in Malvern. The

venue, the 'Three Counties Showground', is

a huge exhibition ground hosting countless

events and exhibitions every year. It lies in

a scenic location, at the foot of the Malvern

Hills in the Midlands, about 1.5 hours from

Birmingham, in the English county of Worcestershire.

The AHS show in Malvern is now the largest

show in Europe. This year, more than 160

classes - including 19 according to the ECAHO

rules - were judged within three days plus the

championships in various disciplines! However,

one should not forget that traditionally

in England riding classes take up a lot of space.

In addition, Anglo-Arabians, Partbreds,

Crabbet, Palomino and a few other Arabian

breeds are offered their own show classes.

The approximately 450 registered horses participated

with about 1,000 starts during the

three days in up to 6 rings at the same time.

A mammoth event that is unparalleled in Europe

and had to contend with weather extremes

this year. From the hitherto hottest days

in England with 30 degrees on Thursday and

Friday to the temperature drop to 15 degrees

with very stormy winds and heavy rains on

Saturday everything was commanded.

As varied as the weather, so varied were the

advertised disciplines and there are so many

differences to the continental shows. These

begin with the riding classes and stop when

judging the in-hand classes. The biggest difference

is the judging system.

In England, the comparative judging system

is used. No points are awarded by a group of

judges, but a single judge decides alone and

ranks the horses without giving points.

Schauen

So unterschiedlich wie das Wetter, so unterschiedlich

waren auch die ausgeschriebenen

Disziplinen und so viel Unterschiede gibt es

zu den kontinentalen Schauen. Diese beginnen

bei den Reitklassen und hören beim

Richten der Schau auf. Der größte Unterschied

ist das Richtsystem.

In England wird das vergleichende Richtsystem

verwendet. Dabei werden keine Punkte

von einer Gruppe von Richtern vergeben,

sondern ein Richter entscheidet alleine und

rangiert die Pferde, ohne Punkte zu vergeben.

Grossbritannien, die Reiternation

Bei den gerittenen Klassen wird zwischen

Dressur, Springen und Reitklassen (berittene

Schauklassen) unterschieden. Die Dressurklassen

kann man in etwa mit denen in

Deutschland vergleichen. Beim Springen

müssen die Teilnehmer den Parcours fehlerfrei

überwinden, um dann sofort in einen

neuen Parcours zu gehen, der nach Fehlerpunkten

und Zeit gewertet wird. Wer im

ersten Parcours Fehler hat, für den ist die

Prüfung beendet. Die Starterfelder fallen

auch hier sehr unterschiedlich aus. In der

Dressur waren deutlich mehr Teilnehmer zu

verzeichnen als beim Springen.

Bei den Reitklassen befinden sich alle Teilnehmer

im Ring. Der Richter gibt die Kommandos.

Geritten wird in der Abteilung,

dabei macht sich der Richter ein erstes Bild

von den Pferden. Anschließend stellen sich

die Teilnehmer in einer Reihe auf und der

Richter reitet danach jedes Pferd selbst, ein

'Fremdreitertest' sozusagen! Nach dem Ritt

werden die Pferde abgesattelt und das Helferteam

tritt in Aktion, um die Pferde für die

erneute Präsentation an der Hand vor dem

Richter fein zu machen. Danach rangiert

der Richter die Pferde, um den Sieger und

3/2018 - www.in-the-focus.com

The AHS celebrates

The jubilee year was celebrated with numerous

special events. For example, some

studs offered 'Open Days' and there was a

special 'From the Desert to the World' exhibition

at the National Horse Racing Museum

in Newmarket. The 'Centenary Parade

of Arabian Performance Horses' featured

over 20 mares, stallions and geldings in

their respective disciplines - race, eventing,

endurance, dressage, jumping, Western

and in-hand show. In addition, the AHS

had called for a photo contest and last but

not least issued a jubilee book, which includes

a journey through the history and

the present of the AHS, in which the Crabbet

Arabs can not be missed.

33

Britain, The Equestrian Nation

In the ridden classes, a distinction is made

between dressage, jumping and ridden show

classes. The dressage classes can be compared

with those in Germany. If the participants

in show jumping have a clear round, they immediately

go into a new course, which is scored

for faults and time. If you get penalties in

the first course, then the competition is over.

The starter fields are also very different here.

In dressage, significantly more participants

were registered than in jumping.

In the ridden show classes, all participants are

in the ring together. The judge gives the commands.

At first, all riders ride together in a

group, the judge gets a first impression of the

horses. Then the participants line up in a row

and the judge rides every horse himself! After

the ride, the horses are unsaddled and the

team of helpers comes into action to make

the horses looking nice again for the re-presentation.

Then the judge ranks the horses to

determine the winner and the placed ones. He

then checks the routing again and can make

changes in the sequence again, if necessary,

before distributing the ribbons.

A special feature in the riding classes is the

pair riding. Here, it is usually optically fitting

horses that perform in pairs on the instructions

of the judge and give a short presentation.

The pair with the most accurate performance

wins.

This year there was a funny incident, when

two riders could not participate in the competition

because they had injured themselves

- one rider the left and the other the right leg.

At the award ceremony, the two came in with

correct attire and offered for the amusement

of all a little presentation on crutches. In general,

participants of all riding classes gave

the impression to simply enjoy riding their

horses and presenting them in a calm and

relaxed atmosphere.


Schauen

Man nimmt's mit britischer Gelassenheit: Das Wetter machte allerlei Kapriolen, von 30 Grad bis Regen war alles dabei. Aber das stört einen

echten Engländer nicht, er stellt trotzdem mit Stil vor! – They take it with British serenity: The weather made all sorts of escapades, from 30 degrees

to rain, everything was possible. But that does not bother a real Englishman, he still shows in style!

die Platzierten festzulegen. Er überprüft die

Rangierung dann nochmals und kann ggf.

wieder Änderungen in der Reihenfolge vornehmen,

bevor die Verteilung der Schleifen

erfolgt.

Eine Besonderheit in den Reitklassen ist das

Paarreiten. Hier wird mit optisch passenden

Pferden paarweise auf Anweisung des Richters

eine eigene kurze Vorstellung geritten.

Das Paar mit der korrektesten Vorstellung

gewinnt.

In diesem Jahr gab es dazu eine lustige Einlage,

denn zwei Reiterinnen konnten leider

nicht am Wettbewerb teilnehmen, weil sie

sich verletzt hatten – eine Reiterin das linke

und die andere das rechte Bein. Bei der Siegerehrung

haben die beiden dann in korrekter

Kleidung mit Aufstellung genommen und

zur Erheiterung aller eine kleine Vorstellung

an Krücken geboten. Überhaupt hat man den

Teilnehmern aller Reitklassen angesehen,

dass es ihnen einfach Spaß macht, ihre Pferde

zu reiten und in ruhiger und gelöster Atmosphäre

zu präsentieren.

Auffallend waren die zahlreichen weißen Abzeichen

der Pferde, deren größte Gruppe die

Füchse stellten, was auf den großen Einfluss

der Crabbet-Araber zurückzuführen ist. Ein

Kreidegemisch verhilft den Abzeichen zu einem

strahlenden Weiß!

Schauklassen der anderen Art

In den Schauklassen kommen die Pferde alle

gemeinsam zur Schrittrunde in den Ring. Danach

bleiben alle Pferde zusammen im Ring.

Jedes Pferd wird anschließend einzeln vor

dem Richter aufgestellt und trabt danach an

der Hand des Vorführers an den Seiten des

Rings entlang. Dadurch ist jedem Pferd die

Möglichkeit gegeben, seinen Trab auf längere

Zeit und ruhig zu zeigen, was eine reelle Beurteilung

der Gänge wirklich möglich macht.

Für die Vorführer bedeutet dies natürlich eine

Menge Laufarbeit in jeder Klasse. Anschließend

ziehen sich Vorführer und Pferd in den

hinteren Teil des Rings zurück und können

dort ihr Pferd nochmals aufstellen. Der Sieger

wird vom Richter durch Rangieren ermittelt,

genau wie in den Reitklassen.

In den Schauklassen der Crabbet, Old English,

Partbred usw. ging alles in einer ruhigeren und

gelösteren Atmosphäre zu als im Hauptring, in

dem die ECAHO-Klassen stattfanden.

Interessant waren auch die Wallachklassen,

die auf keiner Veranstaltung fehlen

dürfen. Sowohl in den Reit-, als auch in den

Schauklassen findet man große Starterzahlen.

Manch einer der zahlreichen Teilnehmer

dieser Klassen war von hoher Qualität und

hätte einen guten Hengst abgegeben. Etliche

von den Wallachen waren früher Zuchthengste,

auch mit Nachzucht. Ganz interessant ist,

dass zwei Wallache in früheren Schauen bereits

nationale Reservechampions bei den

Hengsten waren.

Mit der Durchführung von Veteranenklassen

findet eine ganz besondere Art der Würdigung

statt. Die Klassen werden in Reit- und

Schaudisziplinen durchgeführt und dürfen

ebenfalls auf keiner Veranstaltung fehlen. Die

hier startenden Pferde sind 17 Jahre und älter.

Der älteste Teilnehmer dieses Jahr war der

25-jährige Aurab el Kheil, der in der Wallachklasse

den 2. Platz belegte.

Nachzuchtsammlungen

Etwas Einmaliges stellt die Klasse 'Princess

Muna Saddle of Honour' für rein arabische

Pferde dar. Hier ist die Mutterstute mit Töchtern

und deren Nachzucht vorzustellen. Die

Gruppe muss aus mindestens drei, aber nicht

mehr als fünf Pferden bestehen. Die Stute mit

der besten Nachzucht erhält einen wunderschönen

orientalischen Sattel als Leihgabe für

ein Jahr. Diese Klasse gibt es bereits seit 1967

und sie geht auf Prinzessin Muna Al Hussein,

eine gebürtige Engländerin und Mutter des

jordanischen Königs Abdullah II., zurück.

Gerichtet wurde diese Nachzuchtklasse in

diesem Jahr von Prinzessin Alia von Jordanien,

die auch den Ehrenpreis überreichte. Aus

Anlass des 100-jährigen AHS-Jubiläums hat

in diesem Jahr der bekannte Araberkenner,

34

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


Der Prinzessin Muna-Sattel geht an die Stute

mit der besten Nachzuchtsammlung. - The

Princess Muna Saddle is awarded to the dam

with the best collection of offspring.

Schaurichter, Künstler und diesjährige Ehrenpräsident

der AHS, Peter Upton, ein noch anzufertigendes

Porträt von der Siegerstute als

weiteren Preis gestiftet.

Für Jung und Alt

Die ‚Golden Oldies‘ sind Reit- und Schauklassen,

die ebenfalls nicht unerwähnt bleiben

dürfen. Die großen Starterzahlen zeigen, dass

dies in England sehr beliebte Klassen sind.

Um was es dabei geht? Vorführer und Pferd

müssen zusammen mindestens 60 Jahre alt

sein! Wieder eine Klasse, die zeigt, wie schön

es sein kann, einfach zusammen mit seinem

Pferd Spaß zu haben.

Die 'Young Handler' und 'Intermediate Handler'

Klassen sollen dazu dienen, die jüngere

Generation an das Schauwesen heranzuführen.

In unterschiedlichen Altersklassen

(8–12, 13–16 und 17–21 Jahren) wird nur der

Vorführer und nicht das vorgestellte Pferd

bewertet. Oftmals wird in diesen Klassen der

Grundstein für die Arbeit als Vorführer gelegt.

Crabbet-Araber

Nicht vergessen darf man die Gruppe der

Crabbet-Araber. Diese gehen mindestens

zu 75 Prozent auf das Gestüt ‚Crabbet Arabian

Stud‘ von Wilfrid und Lady Anne Blunt

zurück. Eine Interessengemeinschaft ‚The

Crabbet Organisation‘ veranstaltet u.a. das

jährliche Crabbet Championat in Malvern. Für

das Championat müssen sich die Pferde über

die AHS-Schauen der einzelnen Regionalverbände

qualifizieren. Leider werden die reinen

Crabbet-Araber immer weniger, der Genpool

immer enger und viele alte Blutlinien sind

fast oder nicht mehr vorhanden. Dabei sind

die Crabbet-Araber für ihre hervorragenden

Reiteigenschaften bekannt.

3/2018 - www.in-the-focus.com

Striking were the numerous white markings

of the horses, whose largest group were the

chestnuts, which is due to the great influence

of the Crabbet Arabians. A chalk mixture helps

the markings to shine bright white!

Show Classes of a different Kind

In the show classes, the horses all come together

in the ring for the walk around. Thereafter,

all horses stay in the ring. Each horse is

then presented individually in front of the judge

and then trots along the sides of the show

ring. This gives each horse the opportunity

to show his trot for a long time and quietly,

which makes a proper assessment of the movements

possible. Of course, for the handlers,

this means a lot of running in each class. Afterward,

the handler and his horse retreat to

the back of the ring where they can stand-up

their horse again. The winner is determined

by the judge by ranking, just like in the riding

classes.

In the classes for Crabbet, Old English, Partbreds

and so on, everything was in a quieter

and more relaxed atmosphere than in the

main ring where the ECAHO classes took place.

Also interesting were the gelding classes,

which may not be missing at any event. Both

in the riding classes and in the show classes

you can find big starter numbers. Many of the

numerous participants in these classes were

of high quality and would have made a good

stallion. Some of the geldings used to be stallions,

also with offspring. It is interesting that

two geldings in earlier shows were already

national reserve champions in the stallion

category.

With the veteran classes, a very special kind

of appreciation takes place. The classes are

offered ridden and in-hand and may also

not be missing at any event. The horses

starting here are 17 years old and older. The

oldest participant this year was the 25-year-old

Aurab el Kheil, who took 2nd place in

the gelding class.

35

Offspring Collections

Something unique is the class "Princess Muna

Saddle of Honor" for pure Arabian horses.

Here a dam is shown with daughters and

their offspring. The group must consist of at

least three, but not more than five horses. The

mare with the best offspring receives a beautiful

oriental saddle on loan for one year. This

class has been around since 1967 and goes

back to Princess Muna Al Hussein, a native

Englishwoman, and mother of the Jordanian

King Abdullah II. This offspring class was judged

this year by Princess Alia of Jordan, who

also presented the honorary prize. On the occasion

of the 100th anniversary of the AHS,

the well-known Arabian horse expert, show

judge, artist and honorary president of the

AHS, Peter Upton, donated a portrait of the

champion mare, which is still to be prepared,

as a further prize this year.

For Young and Old

The 'Golden Oldies' are riding and show classes,

which may also be mentioned. The big

starter numbers show that these are very

popular classes in England. What is it about?

Handler and horse must be together at least

60 years old! Again a class that shows how

nice it can be to just have fun with his horse.

The 'Young Handler' and 'Intermediate

Handler' classes should serve to introduce

the younger generation to the shows. In different

age groups (8 - 12, 13 - 16 and 17 - 21

years) only the handlers and not the presented

horse is evaluated. Often these classes

are the foundation for a future handler is

laid.

Crabbet-Arabians

Crabbet Arabians are not to be forgotten. These

have to have at least 75 percent of Crabbet

blood, tracing to the Crabbet Arabian Stud of

Wilfrid and Lady Anne Blunt. A community of

interest, The Crabbet Organization organizes

among other events. the annual Crabbet

Championship in Malvern. For the championship,

the horses have to qualify via the AHS

shows of the individual regional federations.

Unfortunately, the pure Crabbet Arabians are

getting less and less, the gene pool is getting

smaller and many old bloodlines are almost

lost or no longer available. The Crabbet Arabians

are known for their outstanding riding

qualities.

Supportive Measures

With the 'Performance Horse Awards', the AHS

supports and promotes equestrian sports

with Arabian horses, which plays a major role

in England. Participants must register for the

annual awards and earn points during the

season according to a defined system. The

winners of the previous year are honored annually

in the Malvern show in disciplines such

as ridden show classes, dressage, eventing,

jumping, racing, and endurance riding. These

awards correspond approximately to the

system of the sport horse plaques of the VZAP.

For the first time, an 'Aljassimya Amateur

Schauen


Schauen

Berittene Schauklassen sind sehr beliebt in

England. – Ridden Show Classes are much

liked in England.

Fördermassnahmen

Mit den ‚Performance Horse Awards‘ unterstützt

und fördert die AHS den Reitsport mit

arabischen Pferden, der in England eine große

Rolle spielt. Die Teilnehmer müssen sich

für die jährlichen Prämierungen anmelden

und im Laufe der Saison Punkte nach einem

festgelegten System sammeln. Die Sieger des

Vorjahres werden jährlich im Rahmen der

Schau in Malvern in Disziplinen wie berittene

Schauklassen, Dressur, Vielseitigkeit, Springen,

Rennen und Distanzreiten geehrt. Diese

Auszeichnungen entsprechen in etwa dem

System der Sportpferdeplaketten des VZAP.

Erstmals wurde auch eine ‚Aljassimya Amateur

Challenge' (siehe Ausgabe 2/2018) in

Malvern ausgetragen. Die Challenge steht

noch am Anfang ihrer Entwicklung und ist

auf jeden Fall auf dem richtigen Weg, um das

Interieur – und damit einen wesentlichen Teil

des arabischen Pferdes – wieder stärker in

den Vordergrund zu rücken.

Die AHS hat sich in ihrem Jubiläumsjahr etwas

Besonderes für die Schau einfallen lassen.

Für die ECAHO-Klassen wurde ein Harmoniepreis

ausgelobt. In jeder Klasse wurde

durch den Richter ein Vorführer ausgewählt,

welcher sein Pferd mit Respekt und in Harmonie

vorgestellt hat, und mit einer Rosette

ausgezeichnet. Der Vorführer mit den meisten

Rosetten wurde zum Gesamtsieger des

‚Harmony Award‘ gekürt.

Die Verleihung der diesjährigen WAHO-Trophy

an Mukhtar Ibn Eternity war ein weiterer Höhepunkt

der Schau. Der 14-jährige Schimmelhengst

ist ein würdiger Vertreter seiner Rasse.

Egal ob Springen, Dressur oder Vielseitigkeit,

Mukhtar ist in vielerlei Disziplinen unterwegs

und auch Vater erfolgreicher Nachzucht.

Gedanken zum Abschluss

Was könnten die Veranstalter und Teilnehmer

auf dem Kontinent von den Engländern lernen?

Zum Beispiel: Veteranenklassen – warum

nicht ältere Pferde auf Schauen und in

Reitklassen zeigen? Es gibt bestimmt genug

'Schätze in Deutschlands Ställen'. Oder die

‚Golden Oldies‘? Bestimmt gibt es viele Besitzer,

die zusammen mit ihrem Pferd auf über 60

Jahre kommen. Eine Klasse, die vor allen Dingen

auf Spaß mit seinem Pferd ausgelegt ist.

Wallache – sie sind auch schöne Pferde und

es gibt sie in großer Anzahl. Lassen wir sie

uns zeigen. Sie sind auch Produkte der Zucht,

doch leider werden Wallachklassen hierzulande

kaum angenommen.

Nachzuchtfamilien – mehrere Generationen

auf einmal zu sehen, ist eine sehr gute Informationsquelle

für Züchter und Zuschauer,

daher sollten diese auf unseren Schauen

dringend reaktiviert werden.

Wettbewerbe für Vorführer – ob 'Aljassimya

Challenge' oder 'Harmoniepreis', der pferdegerechte

Umgang muß belohnt werden.

Geschicklichkeitsreiten o.ä. – Prüfungen, in

denen man einfach Spaß mit seinem Pferd

haben kann und mit denen auch Freizeitreitern

und dem Nachwuchs eine Plattform geboten

wird.

Ideen und neue Konzepte sind gefragt, um

Schauen für die große Anzahl der Araberfreunde

wieder interessanter zu machen.

Zeigen, dass man auch den einzelnen Pferdebesitzer

und Araberfreund schätzt und alle

willkommen sind. Wir müssen wieder weg

von den immer noch exklusiver und immer

noch aufwändiger, immer lauter werdenden

Schauen. Besucher-, besitzer- und pferdegerechter,

das wäre das erstrebenswerte Ziel. Es

wird ein langer und beschwerlicher Weg werden,

aber wenn wir nicht endlich anfangen,

kommen wir auch nicht ans Ziel. Der Wille

zur Rückbesinnung – zurück zu den Wurzeln,

der Pferde willen – muss bei allen Beteiligten

umgehend einsetzen, egal ob Verband, Funktionär,

Richter, Vorführer, Pferdebesitzer oder

Schaubesucher. Unserem geliebten und bewunderten

arabischen Pferd zuliebe sollten

wir uns endlich alle auf den – beschwerlichen

– Weg machen.

Birgitta Frosch

Challenge' (see issue 2/2018) was held in

Malvern. The Challenge is still at the beginning

of its development and is definitely on

the right path to bring the character - and

thus an essential part of the Arabian horse -,

back into the foreground.

The AHS has come up with something special

for the show in its anniversary year. For

the ECAHO classes, a Harmony Prize was

awarded. In each class, a handler, selected

by the judge for presenting his horse with

respect and in harmony, was awarded a

rosette. The handler with the most rosettes

was named the overall winner of the 'Harmony

Award'.

The presentation of this year's WAHO Trophy

to Mukhtar Ibn Eternity was another

highlight of the show. The 14-year-old grey

stallion is a worthy representative of his

breed. Whether jumping, dressage or eventing,

Mukhtar is in many disciplines at home

and also the sire of successful offspring.

Some Thoughts at the End

What could organizers and participants on

the continent learn from the English? For example

Veteran classes - why not show older

horses on shows and riding classes? There

are certainly enough 'treasures in Germany's

stables'. Or the Golden Oldies? Surely

there are many owners

Geldings - they are also beautiful horses

and they are available in large numbers.

Let us show them. They are also products of

breeding, but unfortunately, gelding classes

are hardly accepted on the continent.

Offspring families - to see several generations

at once is a very good source of information

for breeders and spectators, so

these should urgently be reactivated at our

shows.

Competitions for handlers - whether 'Aljassimya

Challenge' or 'Harmony Prize', the

horse-friendly handling must be rewarded.

Skill riding or similar - competition in which

you can have fun with his horse and with

which even recreational riders and the

young ones are offered a platform.

Ideas and new concepts are needed to make

shows interesting again for a large number

of Arabian horse lovers. We need to show

that one appreciates the individual horse

owner and Arabian horse lover and all

arewelcome. We have to get away from the

more and more exclusive and still more elaborate,

ever louder shows. An event, suitable

for visitors, owners and riders alike, that

would be the desired goal. It will be a long

and arduous journey, but if we do not start,

we will not be able to reach our destination.

The will to turn back to the roots, for the

sake of horses must start immediately with

all involved, regardless of position, may it

be the associations as such, their officials,

judges, the handlers, horse owners or show

visitors. For the sake of our beloved and admired

Arabian horse, we should finally all

set out on the - arduous way.

Birgitta Frosch

36

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


SZAP-Beständeschau und Sporttag

Klein aber fein

Am zweiten Septemberwochenende trafen

sich die Züchter und Freunde des arabischen

Pferdes in Dielsdorf bei Zürich zur jährlichen

Beständeschau, Hengstkategorisierung und

einem Sporttag. Es war ein volles Programm,

das sich das Organisationskomitee um Präsidentin

Renata Schibler auferladen hat. Aber

auch wenn es hier und da etwas holperte, so

waren insgesamt die Teilnehmer doch zufrieden.

Das konnten sie auch sein, denn neben

den üblichen Schleifen und Stallplaketten

gab es viele Sachpreise zu gewinnen, von einem

Wochenende im 5-Sterne-Hotel über ein

Fernsehgerät bis hin zu Decksprüngen namhafter

Hengste!

Züchterisch der wichtigste Teil war die

Hengstkategorisierung. Diese besteht aus

vier Schritten, wobei 1. das Exterieur und die

Gänge beurteilt werden, 2. die Gesundheit,

3. die Eigenleistung und 4. die Nachzuchtleistung.

Jede der vier Kategorien wird mit

A, B oder C bewertet (wobei A die höchste

Note ist).

Die drei Kandidaten, die vor die Richter traten,

hatten ihren ersten Schritt zu absolvieren,

d. h. die Beurteilung von Exterieur und

Bewegung. Angetreten waren der bereits

16-jährige Rapphengst HS Piranesi (Simeon

Sadik / HS Pipistrella), gezogen von Halsdon

Arabians/GB und im Besitz von Anita Steiner;

der vierjährige dunkelbraune Saphir Guna (El

Marees / Willa Rosa), gezogen von Dr. Hasler

und im Besitz von Sarah Bühlmann, sowie der

erst dreijährige MN Shajazzo (Bafran Shalabur

/ Bafran Baja), Züchter und Besitzer Mirjam

Neiger.

Die besten Noten vergaben die Richter an

den Jüngsten, MN Shajazzo, der besonders

im Geschlechtstyp und Körperbau gefiel. Er

ist ein "typischer Bafran" und kann seinen

Großvater Bafran Ibn El Shaklan nicht verleugnen.

Er erhielt gesamt 3,25 Punkte (von

maximal 5) und wurde mit "C" kategorisiert.

An zweiter Stelle kam Saphir Guna – auch er

gefiel im Geschlechtstyp und Körperbau am

besten, hatte aber deutliche Schwächen im

Fundament und den Gängen, Gesamtnote

3,0, ebenfalls mit "C" bewertet. Auch HS Piranesi,

der als Westernpferd ausgebildet ist,

bestach durch seinen Geschlechtstyp, zeigte

jedoch ungenügenden Trab und Galopp, so

dass er mit 2,81 Punkten (Kat. "C") abschloß.

In der eigentlichen Beständeschau waren

rund 20 Pferde angetreten, aber auch wenn

die Anzahl klein war, so kamen doch über 60

% in den sog. "Rappel", d. h. sie hatten 7,0 und

mehr Punkte erreicht. Erfolgreichste Züchterin

war Emanuela Lucini, Gestüt Harem, die

aus dem Tessin angereist war. Im "Gepäck"

– ganz der Vater – konnte dennoch "nur" den

zweiten Platz hinter H Goghleine erreichen.

In der Stutenklasse kam es leider zu einer

Verwechslung der Richterblätter, weil die

Pferde nicht in der vorgesehenen Reihenfolge

vorgestellt wurden. Um sicherzustellen,

dass die Noten den richtigen Pferden

zugeordnet werden, wurde die gesamte

Klasse ein zweites Mal vor die Richter gebracht.

Schlußendlich stand LA California als

Siegerstute mit 7,4 Punkten fest, eine kräftige

Stute, die ganz nach ihrem Vater Shaklan

Ibn Bengali kommt. Ihr folgten mit 7,0

Punkten Rasheeda und Al Alida, wobei die

Bajkal-Tochter Rasheeda den zweiten Platz

zugesprochen bekam.

Die Reitklassen fanden etwas entfernt auf

dem Dressurviereck statt und waren somit

Schauen

Sieger der Hengstkategorisierung: MN Shajazzo

(Bafran Shalabur / Bafran Baja) *2015

Höchste Punktzahl der Schau: Patina (Atlas /

Peshawa) *2004

Mit 7,5 Punkten die zweithöchste Punktzahl:

H Shaolin (H Glamours / H Shador) *2017

3/2018 - www.in-the-focus.com

hatte sie ihre beiden selbstgezogenen Pferde

H Goghleine (v. Van Gogh AM) und H Shaolin

(v. H Glamours). Diese erhielten dann auch

prompt Höchstnoten von 7,6 bzw. 7,5 Punkten

und den Titel "Best in Show" wofür ihre

Züchterin das Hotelwochenende gewann.

Auch die 14jährige, rein russisch gezogene

Patina (v. Aromat) erreichte 7,6 Punke. Sie

nahm durch ihr ruhiges, ausgeglichenes Wesen

alle in Bann, doch konnte sie auch "aufdrehen"

und ihre hervorragenden Gänge zeigen.

Aus dem gleichen Stall kam der bereits

22-jährige Hengst Bajkal (v. Balaton) mit 7,5

Punkten; beide Pferde wurden von Familie

Thievent vorgestellt. Bajkal trat nochmals mit

seinen Töchtern und Enkeln zur "Hengstfamilie"

an. Die Richter bescheinigten ihm eine

überdurchschnittlich gute Nachzuchtsammlung,

die mit Gold ausgezeichnet wurde.

Mit 7,4 Punkten fuhr Aaliyanas Alihandra (EKS

Alihandro / Aaliyana Psy), in Österreich gezogen

und im Besitz von Madeleine Fischer,

nach Hause. Die Stute mit hoher Aufrichtung

37

leider etwas abseits. Hierzu waren auch Shagya-,

Anglo- und Partbred-Araber eingeladen.

Besonders erfreulich war, dass hier Pferde

am Start waren, die auch in der Beständeschau

zu sehen waren, unter ihnen z. B. Al

Alida (2. Platz), Abalisha Du Silence (3. Platz),

und LA California (5. Platz). Eine "Familienangelegenheit"

wurde die L-Dressur: Gewonnen

wurde diese von der 21-jährigen Asari Bint

Grand (Grand / Shareefah), auf dem zweiten

Platz landete ihre 17-jährige Tochter Ahira

Bint Narym (v. Narym), beide mit 63 bzw.

62,6 % und beide geritten von Mitgliedern

der Familie Vögtlin. Mit 15 Startern am besten

besetzt war die Geschicklichkeitsprüfung

für Erwachsene, auch die Bodenarbeit mit 10

Startern fand regen Zuspruch. Als Preise gab

es auch hier Naturalpreise wie ein Reitjacket,

Schabracken und vieles mehr. Insgesamt war

die Stimmung sehr gut und kameradschaftlich

– und der Spaßfaktor hoch. Und das ist

die Hauptsache!

Gudrun Waiditschka


Schauen

Die altbewährten Schauen in

Ströhen und in Kaub gehen

unterschiedliche Wege, um mit

dem Rückgang der Schaupferde

zurechtzukommen.

Während die "Internationalen

Tage des Arabischen Pferdes"

auf Internationalität und hohe

Pferdequalität setzen, will

Kaub mit seinem Nationalen

Breeders Cup und der Amateurschau

die "Grasswurzeln"

reaktivieren.

Welches Konzept ist besser?

Schauen

im Vergleich

Die beiden Schauen in Ströhen und

Kaub haben im Großen und Ganzen

die gleichen Voraussetzungen, da

sie auf "gestütseigenem" Grund und Boden

stattfinden und von den Besitzern/Pächtern

organisiert werden. Bei beiden Schauen liegen

langjährige Erfahrungswerte zugrunde,

werden in puncto Organisation professionell

gehandhabt, und haben jeweils ihr eigenes

Flair und ihre besonderen Attraktionen

– in Ströhen ist es der Tierpark, in Kaub

die "Pferdenacht", womit man dem Besucher

oder Teilnehmer noch das gewisse "Extra"

bietet.

Der Unterschied

Um zu verstehen, worin die Unterschiede

in der Ausrichtung und im "Zielpublikum"

liegen, muß man sich die unterschiedlichen

Kategorien, die angeboten werden, anschauen:

In Ströhen ist es eine "European-Show",

für die Pferde zugelassen sind, deren Züchter

und Besitzer (diese können unterschiedliche

Personen sein) eine europäische Nationalität

besitzt. Damit will man Pferde aus dem

Mittleren Osten ausschließen, die entweder

hierher gebracht werden oder hier in Europa

registriert sind und in einem der Filialgestüte

stehen. Bei einer "B-international-Show" sind

im Grunde alle WAHO-anerkannten Pferde

zugelassen, unabhängig davon, wo sie registriert

sind oder wem sie gehören. Dies

sind im Grunde genommen ähnliche Bedingungen

wie für den All Nations Cup oder das

Welt-Championat.

In Kaub wird unter dem Namen "National

Breeders Cup" eine "C national-Show" angeboten,

die Pferden vorbehalten ist, die in

Deutschland registriert sind; die Nationalität

des Besitzers ist egal. Im "Internationalen

Amateur-Cup" werden explizit die Vorführer

angesprochen, die keine Profis sein dürfen.

Es darf hier natürlich der Züchter oder Besitzer

sein Pferd selbst vorführen (wenn er

nicht gerade Frank Spönle, o.ä. heißt) oder

jemand, der nur aus Freude am Vorführen in

den Ring geht. Kernstück ist, dass hier gutes

Horsemanship belohnt werden soll und

man die Pferdebesitzer wieder motivieren

will, selbst Hand anzulegen.

Der Vergleich

Die tatsächlichen Starterzahlen in den verschiedenen

Kategorien geben einen Eindruck

von der Attraktivität der jeweiligen

Schauen, insbesondere auch in Hinblick auf

die deutschen Züchter (s. Tabelle).

Anzahl Starts im Vergleich Ströhen / Kaub

Schaukategorie Amateur-Show C national-Show European Show Intern. B-Show Gesamt Total

Nationalität DE andere DE andere DE andere DE andere DE andere

Ströhen - - - - 4 56 1 53 5 109 114

Kaub 17 15 34 0 - - 11 43 62 58 120

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


Internationale Tage des Arabischen Pferdes

european Schau – Ströhen / DE

Foal Championship

Gold: CYPSELA (RFI Farid / Virginia Apal), B: Sys Swaenepoel / BE

Silber: ROSANNA EL JYAR (Jyar Meia Lua / Romina El Lawrence), B: La Movida Arabians / AT

Bronze: ASE FARHAN (RFI Farid / ASE Bisirya Hlayyil), B: Arabian Stud Europe / NL

Junior Female Championship

Gold: BASILEA EL JUSTICE (WH Justice / Bali El Marwan), B: La Movida Arabians / AT

Silber: PURE MAGIC KA (SMA Magic One / Phirouettes), B: Knocke Arabians / BE

Bronze: DA ARIYANA (EKS Alihandro / DA Miss Justice), B: Diamond Arabians / AT

Junior Male Championship

Gold: SUPREME MARC KA (QR Marc / L Serenella), B: Knocke Arabians / BE

Silber: ALI KHAN (Cavalli / Althea), B: P.A.M. Bohmer / NL

Bronze: LUIZ JOY (Marajj / La Fortunata), B: Joy Horses / BE

Senior Female Championship

Gold: SADUNGA EL MARWTEYN (ZT Marwteyn / DG Sunhari), B: La Movida Arabians / AT

Silber: FM DOHAA (Ajman Moniscione / FM Gloriaa), B: S. Mieke & B. Vandamme / BE

Bronze: WANTASIA (Jewel OS / Wanila), B: Husted Arabians / DK

Senior Male Championship

Gold: JAYAN DE NAUTIAC (Shael Desert Dream / Joumalia Nautiac), B: Knocke Arabians / BE

Silber: MB MIANO (WH Justice / MB Miana), B: Alexandra Ege Siana / DK

Bronze: BS KARANJI (AJ Mardan / Kadira), B: Brigitte Sprave / DE

Gold Junioren-Champion (EU):

SUPREME MARC KA (QR Marc / L Serenella)

Gold Senioren-Championesse (EU):

SADUNGA EL MARWTEYN (ZT Marwteyn /

DG Sunhari

Shows Schauen

Internationale Tage des Arabischen Pferdes

B-Schau – Ströhen / DE

Junior Female Championship

Gold: SULTANAH AL ARJA (A Jericho / PA Perdita), B: Ajman Stud / UAE

Silber: DANA J (Excalibur EA / Dalia J), B: Jadem Arabians / BE

Bronze: DAVIDA (Excalibur EA / SW Da Vidica), B: Abdullah Zayed Saeed F. Alqubaisi / UAE

Junior Male Championship

Gold: AJ RADMAN (AJ Mardan / AJ Rahifa), B: Ajman Stud / UAE

Silber: EMAR AVI (Empire / El Medisa), B: Czeslaw Golaszewski / PL

Bronze: AJ EAZM (AJ Mardan / Ysadora), B: Ajman Stud / UAE

Senior Female Championship

Gold: AGMAL JAHIDDAH (WH Justice / Erabea), B: Agmal Arabians / RSA

Silber: ALFABIA AKIABARA (ZT Marwteyn / ZT Ludbectra), B: Halsdon Arabians / GB

Bronze: AAIDA AL SHAQAB (Fadi Al Shaqab / Aabir Al Shaqab), B: Al Shaqab M.o.Q.F. / QAT

Senior Male Championship

Gold: PSE AL RAKHAN (Royal Colours / PSE Mistrez), B: Asayel Stud / KUW

Silber: MOHARIB AL KHAZNA (AB Jamil La Piana / Catharina FM), B: Bin Hamila Stud / UAE

Bronze ATIUS O (Shahim Al Nakeeb / Atiaa Oone), B: Czeslaw Golaszewski / PL

Bronze Junioren-Championesse (EU):

DA ARIYANA (EKS Alihandro / DA Miss

Justice)

Bronze Senioren-Champion (EU):

BS KARANJI (AJ Mardan / Kadira)

Gold Fohlen-Champion (EU):

CYPSELA (RFI Farid / Virginia Apal)

3/2018 - www.in-the-focus.com

Gold Junioren-Championesse (EU):

BASILEA EL JUSTICE (WH Justice / Bali El

Marwan)

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Gold Senioren-Champion (EU):

JAYAN DE NAUTIAC (Shael Desert Dream /

Joumalia Nautiac)


Schauen

Man sieht deutlich, dass die deutschen

Aussteller in Ströhen mittlerweile stark ins

Hintertreffen geraten sind. Schuld daran

ist die internationale Ausrichtung beider

angebotener Schauen und der mangelnde

Wunsch der deutschen Züchter, sich auf

internationaler Ebene zu messen. In Kaub

hat man durch die nationale Schau bereits

34 deutsche Pferde auf dem Platz, von denen

dann immerhin 11 auch international

starten. Wobei man fairerweise sagen muß,

dass die Pferdequalität (besser "Schaupferde-Qualität")

in Ströhen höher ist, und dort

die namhafteren Gestüte vertreten sind, insbesondere

auch aus dem Mittleren Osten.

Der Vergleich "Ströhen / Kaub" fällt also in

Bezug auf die Schauszene allgemein ziemlich

gleich aus (ähnliche Anzahl der Pferde

am Start). In Bezug auf die Förderung der

deutschen Zucht bzw. Aktivitäten schneidet

Kaub eindeutig besser ab, weil es von den

deutschen Züchtern / Pferdebesitzern besser

angenommen wird.

Hier wäre u. a. auch ein Aufgabengebiet

des Verbandes zu sehen, Schauen, die dem

deutschen Aussteller eine Plattform bieten,

die auch angenommen wird, mit einem

Sponsoring (z. B. festgemacht an der Zahl

der deutschen Pferde) zu unterstützen.

Die Mutigen

Zu den Mutigen, die sich trotz der internationalen

Übermacht in den (Schau-)Ring

wagten, gehörte in Ströhen Brigitte Sprave,

die mit ihrem Hengst BS Karanji (AJ Mardan

/ Kadira) startete sowie seinem Sohn BS Kadjar

(a.d. Waditta) und der Stute EK Nathice

(WH Justice / Donna Nathy HRT). Während

BS Karanji das Bronze-Championat errang,

erreichte EK Nathice einen dritten Platz in ihrer

Klasse und BS Kadjar ging leer aus. Auch

Barbara Schwarz, Cafra Arabians, schickte

ihre Stute CF Medina (Stival / Metallica) ins

Rennen, aber auch hier reichte es nicht für

einen vorderen Platz.

Ganz anders beim Nationalen Breeders

Cup in Kaub, wo man "unter sich" war. Hier

stachen besonders ins Auge die hübsche

Ägypterin NDA Saida Jamil (v. DF Malik Jamil)

aus der Zucht und im Besitz von Gabriele

Schweiher, mit Freude und viel positiver

Ausstrahlung vorgestellt von Antonia Helfrich,

die sie bis zur Silbermedaille führte.

Siri MA (Maserati / Bel Samina) hatte zuvor

an der Hand von Brigitte Mader beim Amateur-Cup

geübt und wurde Best in Show bei

der Novice-Klasse, und prompt hat es mit

dem Bronze-Championat an der nationalen

Schau geklappt. Gold-Championesse der

Junioren wurde Anais Nin UMM (Borsalino

K / MM Ayla) von Naphis Arabians in der

Schweiz, die Stute ist jedoch in Deutschland

registriert.

EOS Szallenger (EA Arjen El Marwteyn /

Szanta) aus dem Hause EOS Arabians hatte

bereits im letzten Jahr am Nationalen Championat

Schauerfahrung gesammelt und

nun, etwas reifer, klappte es mit dem ersten

Gold-Titel seiner Karriere. Silber ging an Saif

Al Majid (Ansata Nile Echo / KP Aleena), der

zwar auf der Kauber Platte geboren wurde,

Züchter und Besitzer jedoch lebt in Kuwait.

ASE Bellagio (Safeer / Brasilia Chariklia), ein

Neuzugang bei Tender Arabians, konnte seinen

Erfolg von der Amateurschau in Stadl

Paura wiederholen und erhielt das Bronze-Championat

zugesprochen.

GE Maysoun (GR Amaretto / GR Maimun)

vom Gestüt Eulenthal kannte man bereits

von ihrem Auftritt beim "Tag des Arabischen

Pferdes in Bayern". Damals noch ohne Bewertung

durch die Richter, konnte man bei

dieser Gelegenheit sehen, was für Schätze

in Deutschlands Ställen stehen, denn sie

wurde auf Anhieb Gold-Championesse.

Auch Dieter Gerbaulet schickte eine seiner

Stuten nach Kaub und konnte mit Silber für

DG Mahiba Bint Sahib (Sahib / Mesuta), einer

bislang ungezeigten Schönheit, nach Hause

fahren. Bronze ging an Atheyyah S (Abraxir /

Saabirah) aus dem Gestüt Ahlborn Arabians

von Juliane Willsch, die ihr Glück auch am

Nationalen Championat in Aachen versuchen

wird.

AS Rayan (Mujahid El Naarah / Hamasa

Rumah) von Ellen Meurer mußte leider

ohne Konkurrenz antreten und erhielt die

Gold-Schleife des Hengst-Champions zugesprochen.

Bei der internationalen B-Schau waren die

deutschen Aussteller dann wieder nicht

mehr in den Spitzenrängen vertreten, die

Übermacht aus Polen und Belgien war zu

groß. Dennoch, ein Pferd aus deutscher

Zucht, F Jannah (F Sahhar Ibn Shamaal / F

Jalajil Bint Al Lahab), konnte im Besitz von

Nayla Hayek / CH die Goldmedaille bei den

Stuten erringen. F Jannah stammt aus dem

Gestüt Lunzenhof der Familie Friedmann.

Mit ihrem selbstgezogenen Hanaya Habib

El Ezz (Ezz Ezzain / HF Imtoxicating), konnte

Nayla Hayek das Junioren-Hengst-Championat

gewinnen, mit Nader Al Roeya AA (Nader

Al Jamaal / The Vision HG) das Bronze-Championat

bei den Hengsten.

Die Amateure

Besonders erfreulich war bei den Amateuren,

dass zum ersten Mal, seit in Kaub die

Aljassimyia Challenge (Amateur Cup) ausgeschrieben

wurde, die Sportklassen durchgeführt

werden konnten, wenn auch – leider

– etwas im Abseits. Unter den Sportklassen

hat insbesondere der "Trail in Hand" mit 6

Teilnehmern einen hoffnungsvollen Anfang

genommen. Bei dieser Übung müssen

Trail-Hindernisse, wie wir sie aus dem Western

Trail kennen, an der Hand überwunden

werden. Der Vorteil jedoch ist, dass man

hier bereits mit einem jungen Pferd starten

kann. Die Bewertung der Westernklassen

führte kein Geringerer als George Maschalani

durch, der selbst mehrfacher Europa- und

Deutscher Meister in verschiedenen Disziplinen

des Westernreitens war – von Reining

bis Trail –, und sehr angetan von den gezeigten

Leistungen und der gesamten Veranstaltung

war.

G. Waiditschka

Gold Junioren-Championesse (C):

NDA SAIDA JAMIL (DF Malik Jamil / NDA Sabah

El Dahma)

Foto: Elke Theobald

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018

40


Kauber Platte Championat

Nationaler Breeders Cup (C) – Kaub / DE

Foal Championship

Gold: NDA SAYAL IBN SABAH (Al Ayal AA / NDA Sabah El Dahma), B: G. Schweiher

Junior Female Championship

Gold: ANAIS NIN UMM (Borsalino K / MM Ayla), B: Naphis Arabians

Silber: NDA SAIDA JAMIL (DF Malik Jamil / NDA Sabah El Dahma), B: G. Schweiher

Bronze: SIRI MA (Maserati / Bel Samina), B: Heinz Mader

Junior Male Championship

Gold: EOS SZALLENGER (EA Arjen El Marwteyn / Szanta), B: Kathrin Hampe

Silber: SAIF AL MAJID (Ansata Nile Echo / KP Aleena), B: Rashed Al Majdeli

Bronze: ASE BELLAGIO (Safeer / Brasilia Chariklia), B: Jenny Pohl

Senior Female Championship

Gold: GE MAYSOUN (GR Amaretto / GR Maimun), B: Gestüt Eulenthal

Silber: DG MAHIBA BINT SAHIB (Sahib / Mesuta), B: Dieter Gerbaulet

Bronze: ATHEYYAAH S (Abraxir / Saabirah), B: Juliane Willsch

Senior Male Championship

Gold: AS RAYAN (Mujahid El Naarah / Hamasa Rumah), B: Ellen Meuer

Amateur-Cup – Kaub / DE

Gold Junioren-Championesse (C):

ANAIS NIN UMM (Borsalino K / MM Ayla)

Bronze Junioren-Champion (C):

ASE BELLAGIO (Safeer / Brasilia Chariklia)

Shows Schauen

Best in Show

Novice:

Amateur:

Experienced:

SIRI MA (Maserati / Bel Samina), Vorführer: Brigitte Mader

PERLINA (Vivaldi Rach / Persenkowka), Vorführer: Lore Beckers/BE

FA EMERALD (Kar Tiburen / Krystal C), Vorführer: Pr. de la Ruelle/BE

Internationale B-Schau – Kaub / DE

Junior Female Championship

Gold: EXCALIBRIA (Excalibur EA / Etnida), B: Katarzyna Dolinska-Witkowska/PL

Silber: GINEVRA (AJ Mardan / HA Justice), B: A. Ochmann/PL

Bronze: WAN DAMIENA (Ascot DD / Warejka), B: Jerzy Chrapkowski/PL

Bronze Senioren-Championesse (C):

ATHEYYAAH S (Abraxir / Saabirah)

Junior Male Championship

Gold: HANAYA HABIB EL EZZ (Ezz Ezzain / HF Imtoxicating), B: Nayla Hayek/CH

Silber: SMA PRINCE (Psytadel / Majidah Bint Pacha), B: Criel & Van Vooren/BE

Bronze: KP NOORIN JOOSEPPI (Magic Magnifique / Najibs Naomi), B: Pavel Kanka/PL

Senior Female Championship

Gold: F JANNAH (F Sahhar Ibn Shamaal / F Jalajil Bint Al Lahab), B: Nayla Hayek/CH

Silber: ELNAYA (Alert / Emocja), B: Urszula Leczycka/PL

Bronze: ARMANDA (Om El Shahmaan / Alantina), B: Flaxman Arabians/BE

Senior Male Championship

Gold: MM ESPERADO (RFI Far id / MM Eluise), B: Flaxman Arabians/BE

Silber: ESFAHAN (Ekstern / El Fatah), B: Flaxman Arabians/BE

Bronze: NADER AL ROEYA AA (Nader Al Jamaal / The Vision HG), B: Nayla Hayek/CH

Gold Senioren-Champion (C):

AS RAYAN (Mujahid El Naarah / Hamasa

Rumah)

Best In Show - Novice (Amateure):

SIRI MA (Maserati / Bel Samina)

3/2018 - www.in-the-focus.com

Gold Senioren-Championesse (B):

F JANNAH (F Sahhar Ibn Shamaal / F Jalajil

Bint Al Lahab)

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Gold Senioren Champion (B):

MM ESPERADO (RFI Far id / MM Eluise)

Alle Fotos: Juliane Willsch


Amateurschau Sommerfestival

Amateure

Spass,

Sport,

Spannung!

Gold-Champion der Hengste und perfekt

aufgestellt: DA El Patron (v. MS El Tamano),

Z.+ B: Birgit Bichler

Alle Fotos: G. Waiditschka

Eines muß man dem Organisationsteam

um Franz

und Maria Hagmeier lassen

– auch wenn das Sommerfestival

in Stadl Paura eine

Amateurschau ist, so war

die Organisation ausgesprochen

professionell! Man

fühlte sich sofort herzlich

willkommen, die herrliche

Anlage von Stadl Paura

schaffte eine heimelige Atmosphäre,

na, und die Sonne

schien diesen Sommer

sowieso immer und überall.

Insgesamt traten in den internationalen

Schauklassen rund 40 Pferde an, darunter

auch Teilnehmer aus dem benachbarten

Bayern, für die diese Veranstaltung bei Wels

wesentlich näher liegt als Kaub oder gar Ströhen.

Bezeichnenderweise hatten insbesondere

die Wallach-Klassen großen Zulauf, sei

es in den Schauklassen (9 Starter) oder in der

Liberty (10 Starter). Wallache sind halt doch

eher bei den kleinen Hobbyzüchtern oder

"Nur-Besitzern" von Vollblutarabern zuhause

als in den großen Gestüten. Aber ob dieser

Wallache brauchte man sich auch als deren

Züchter nicht zu schämen und so hatte beispielsweise

Touch of Gold (MCA Magnum

Gold / SA Donna Karan) im Besitz von Sabrina

Joiser die höchste Punktzahl der Schau, zusammen

mit dem Wallach Bagdad W (Khidar

/ Batistah) von Christian Wieser. Außerdem

war Touch of Gold auch in den Reitklassen

gestartet und holte sich damit den "Stadl-

Paura-Cup" für das beste Kombi-Ergebnis in

Schau- und Reitklassen.

Aber die Schau begann wie meist mit den

Jüngsten und so traten fünf Fohlen an, die

vergleichend gerichtet wurden. Die Nase vorne

hatte Gracia Mon Amie von Gilly J aus der

Zucht von Christine Steindler; das Stütchen

hat viel vom Typ ihres Vaters mitbekommen.

Zweitplaziert wurde Aurilia Gold AB von Aurilla

Gold, ein kleines Zuchtexperiment, das

Angelika Bruckner hier unternommen hat, in

42

dem sie einen 93%igen Crabbet Hengst einsetzte.

Die Junioren

Bei den Jungstuten hatte die Jährlingsstute

Julietta Adjuvense (Lotos / KIM Grazija) aus

dem Gestüt Adjuvense Arabians der Familie

Lampersberger mit deutlichem Vorsprung

die Nase vorn und erhielt die Gold-Champion-Schleife

zugesprochen – nicht zuletzt aufgrund

ihrer sehr guten Trabnoten. Sie wurde –

wie alle Pferde aus dem Gestüt Adjuvense und

noch viele mehr – von Tochter Hannah Lampersberger

vorgestellt, die ihre Sache wirklich

gut machte, immer lachend, immer pferdegerecht

und mit Spaß und Freude dabei! Silber-Champion

wurde Ann Margret Umm (v.

Borsalino K) aus dem Gestüt Epulari Arabians,

die die Klasse der Zweijährigen gewann. Eine

sehr schöne, langlinige Stute mit hübschem

Gesicht, auf deren weitere Entwicklung man

gespannt sein darf. Ihr folgte – sowohl in der

Klasse, als auch im Championat – Junah (v.

Kanz Albidayer) aus derselben Zuchtstätte,

aber nicht so solide im Körper wie ihre Stallgenossin.

Beide Stuten haben über WH Justice

bewährte Schau-Abstammungen.

Bei den Junghengsten siegte der zweijährige

Aahir Ibn Essteema (Baahir El Marwan / Essteema),

wiederum vorgestellt vom Gestüt

Adjuvense. Einen Sohn der Triple-Crown-Siegerin

Essteema kaufen zu können, ist schon

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


ein besonderes Glück – wenngleich er in Typ und Linie eher nach

der Vaterlinie kommt. Die Silber-Schärpe erhielt PNE Leandro umgehängt.

Er stammt von TM Lancelot und ist noch in der typischen Jährlingsentwicklung,

aber mit einem hübschen Gesicht. Bronze-Champion

wurde ASE Bellagio (Safeer / Brasilia Chariklia), vorgestellt von

Tender Arabians in Deutschland.

Die Senioren

In der Klasse der Senioren-Stuten lag Psyches Sahira vorn, eine Padrons

Psyche-Tochter aus dem Besitz von Christine Steindler. Sie war etwas

nervös und nicht leicht zu "bändigen", und es war daher sicher vorteilhaft,

dass sie anstatt im Trab an der Hand im Freilauf vorgestellt wurde.

Eine Option, die das Reglement explizit erlaubt, denn vielfach haben

die Amateure bzw. Besitzer ja Bedenken, ob sie mit ihrem Pferd im Trab

mithalten können und bleiben deshalb einer Veranstaltung fern.

In der Klasse und im Championat auf dem zweiten Platz landete

Bescara (v. Hamra Alimaar) im Besitz von Elisabeth Großschartner,

eine Stute mit einem ausgesprochen großen, schönen, dunklen

Auge. Das Bronze-Championat gewann PNE Befana (v. DA Justify), die

alleine in ihrer Klasse angetreten war. Auch dieses Championat ging

ins Gestüt Adjuvense!

Der Gold-Champion bei den Hengsten zeigte dann wieder einmal,

was für Schätze in den Ställen von kleinen Züchtern stehen! Es war der

rein-spanische DA El Patron (MS El Tamano / MS La Luna) aus der Zucht

und im Besitz von Birgit Bichler, der bereits häufiger Gast auf dem Sommerfestival

war. Dem einen oder anderen mag er zu "herb" sein, nicht

"edel" genug, aber er stellt einen typischen Spanier dar. Und das ist genau,

was man auf den großen Schauen seit etlichen Jahren vermißt:

Die Individualität und die typischen Vertreter bestimmter Blutlinien.

Ihm folgte GF Maschuk (Gips / Mirvana), ein reiner Russe aus dem Besitz

von Petra Hutterer, die aus Deutschland angereist war. Eigentlich ein

Distanzpferd, blieb Maschuk hier leider weit hinter seinem tatsächlich

vorhandenen Bewegungspotential zurück.

Besonders großen Zulauf hatte die Liberty, die dem arabischen Pferd

sehr entgegenkommt, kann es sich doch hier in aller Schönheit und

Lauffreude entfalten. Hier gab es drei Klassen mit Stuten, Hengsten

und Wallachen - wobei, wie bereits erwähnt, der Wallach Bagdad W

die höchste Punktzahl erreichte!

Gold-Junioren-Championesse: Giuliette Adjuvense (v. Lotos)

Gold-Junioren-Champion: Aahir Ibn Essteema (v. Baahir El Marwan)

Amateure

Die Reitklassen

Beide Vormittage des Wochenendes waren den Reitklassen gewidmet

und es ist erfreulich, dass sich hier an der Basis etwas tut, nicht

zuletzt dank der Initiative von Susanne Werth, die für die Dressurreiter

diverse A- und L-Prüfungen nur für Araber an vorhandene Turniere

"angehängt" und daraus den VVÖ-Cup geschmiedet hat. Dabei muß

man von 6 Veranstaltungen mindestens 4 Ergebnisse vorweisen und

am Finale teilnehmen. Außerdem gibt es Trainingskurse über das Jahr

verteilt, vom VVÖ gesponsort, die neben dem Lerneffekt auch das

Gemeinschaftsgefühl unter den Reitern ungemein stärken. Und so

hatte man auch hier das Gefühl, dass die Reiter untereinander zwar

sportlich konkurrieren, aber ansonsten ein sehr kameradschaftliches

2. Platz Liberty / Wallache: AClass Kossack (v. Pristice Kossack)

Verhältnis haben.

Besonders gefallen haben Simone Auinger mit FE's Princess (v. Lamar),

eine sehr elegante dunkelbraune Stute, die jeweils eine A- und

L-Dressur gewannen, sowie Marisa Reiner mit Asira Farache (v. MS

El Tamano), einer Halbschwester des Gold-Champion-Hengstes, die

eine weitere A-Dressur gewann, und Pia Paula mit ihrem GH Kagan,

die gleich zweimal eine A-Dressur gewann.

Bei den Westernreitern wurden Pleasure, Horsemanship, Ranchriding

und Trail angeboten und bei Klassen mit teils 10 Teilnehmern auch

gut angenommen. Für den einen oder anderen diente dieses Turnier

auch als Probelauf für die Teilnahme am Europa-Championat zwei

Wochen später. Erwartungsgemäß gewannen die Cracks wie Leona

Dries mit Baikals Shangrila dann die Advanced-Prüfungen in Horsemanship

und Trail, Andre Reitermeyer mit MM Sandrine gewann das

Ranchriding, Antonia Wimmer mit TM Legolas die Pleasure.

Alles in allem stellt sich diese Amateurschau als ein Konzept vor, von

dem sich hoffentlich in Zukunft noch ein paar weitere Pferdebesitzer

überzeugen lassen.

Gudrun Waiditschka

Stadl-Paura-Cup: Touch of Gold (v. MCA Magnum Gold)

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Amateure


Auf Einladung von Mahmoud Anzarouti

trafen sich die Ägypter-Züchter Mitte

Juli zum Noble Festival in Lochem.

Die Veranstaltung geht neue Wege, denn

hier werden Pferde ohne Bewertung, nur aus

"Spaß an der Freud" gezeigt. Und in diesem

Sinne war es eine Veranstaltung für Liebhaber

und Amateure - denn wo sonst stellen Züchter

ihre Pferde dem Publikum noch selbst vor?

Die Schau,

Noble Festival

die keine ist



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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018

Fotos: Nicole Sachs (7), Arlette Studer (1)


1. Nashua Halima (Al Adeed Al Shaqab / Moufisa

Al Kidir) *2005 mit Züchter und Besitzer Michael

Ponnath

2. Nader Halim (Maydan-Madheen / Moufisa Al

Kidir) *2012 mit Claudia Scheidel

3. NK Bint Bint Nashua (NK Kamar El Dine / NK

Nasrin) mit Dr. Katharina Nagel-Ossendorf

4. Al Muntaha Aziz (Jamal El Dine / Lutfiyah Ma

Absha) *2015 mit Züchter und Besitzer Christian

Kesseböhmer.

5. Har Mahy Nour (NK Ibn Leyl / Blue Badiah)*2006

mit Züchter und Besitzer Raimund

Wöhr

6. NK Nouna (NK Kamar El Dine / NK Nasrin)

*2009 mit Dr. Nagels Tochter Karin

7. Hatem II Al Safi (Sahib / Hayat) *2010 mit

Züchter und Besitzer Geerd Oben

Amateure


8. Rua El Bediya (Safeen / Marqueesa), *2009

mit Züchter und Besitzer Dr. Matthias Oster.



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Wissenschaft

Training des Distanzpferdes (IV)

Kraft-

Training

Wenn wir an Krafttraining

denken, stellen wir uns einen

Body-Builder vor. Pferde

benötigen das Muskelvolumen,

um Treibstoff für ihre

anaerobe Energieproduktion

zu speichern, die für

einen Sprint benötigt wird.

Training of the endurance horse (IV)

Power

Training

When we think of

power training, we

think of a body-builder.

Horses need the muscle

volume to store fuel for

their anaerobic energy

production which is needed

for a sprint.

Da wir nun bereits einige Zeit am Basis-Training unseres Sportpferdes

gearbeitet haben, um das "weiße Gewebe" (Skelett,

Bänder, Sehnen etc.) zu stärken, können wir nun davon ausgehen,

dass diese "widerstandsfähig" sind und wir zur zweiten Stufe des

Trainings übergehen können: Das Krafttraining.

Wie der Name schon sagt, hat dies weder mit Bewegung noch mit

Geschwindigkeit zu tun, sondern mit dem Aufbau von Muskelmasse.

Muskeln als Kraftstoffspeicher

Wie im Kapitel über die Energieproduktion zu lesen war, benötigt

die anaerobe Energieproduktion (d.h. ohne Sauerstoff) Brennstoff,

der in den Muskeln gespeichert ist. Dieser ist dann schnell verfügbar,

wenn die aerobe Energieproduktion (mit Hilfe von Sauerstoff) nicht

oder noch nicht ausreichend ist. Je mehr Muskelmasse vorhanden ist,

desto mehr Treibstoff für die anaerobe Energieproduktion steht zur

Verfügung.

Wenn wir Sprinter trainieren (d.h. große Kraftanstrengung über kurze

Zeit), stellt dieses Training ein Extrem dar, da diese Kraftanstrengung

im Wesentlichen mit Hilfe der anaeroben Energieproduktion

gemacht wird.

Im Distanzsport muß die überwiegende Ausdauerleistung mit Hilfe

der anaeroben Energieproduktion erfolgen, um eine Vergiftung

durch die Anhäufung von Milchsäure zu vermeiden. Wenn jedoch

ein guter Vorrat an Treibstoff für die anaerobe Energieproduktion zur

Verfügung steht, wird uns dies zu Spitzenleistungen verhelfen. Dennoch

ist es nicht notwendig, eine Muskelentwicklung wie bei einem

Rennpferd zu erreichen, da wir Körperfett für die aerobe Energieproduktion

benötigen!

Der Muskelaufbau

A. Die Entwicklung des Muskelvolumens erfolgt durch langsame,

aber intensive Arbeit, wie das Klettern an einem steilen Hang, gefolgt

von einer Phase weniger intensiver Anstrengung.

As we have been working on the basic training of our athlete

for a quite some time, to strengthen the "white parts" (

skeleton, ligaments, tendons etc ) we can now assume that

everything is “wear and tear” resistant and we can go on to the second

stage of training: The Power Training.

As the name suggests, this has not yet to do with either movement

or speed, but with the development of the muscle mass.

Muscles to store Fuel

As seen in the chapter about energy-production, the anaerobic energy

production ( without the help of oxygen) is dependent of fuel

stored within the muscles for quick conversion when aerobic energy

production (with the help of oxygen) is not or not yet sufficient. The

more muscle mass is available, the more fuel for anaerobic energy

production will be available.

When we train sprinters (efforts over a short timer span) we go to an

extreme for this training, as this effort will essentially be done with

the help of anaerobic energy production.

In endurance, to avoid poisoning by the accumulation of lactic acid,

the essential efforts are to be done in aerobic energy production,

but if a good store of fuel for anaerobic energy-production is available,

it will help us for the peak efforts. Nevertheless, it is not necessary

to reach a level of exclusive training for muscle development

as shown in a race-horse, as we will need body-fat available for the

aerobic energy production!

Building Muscles

A. Developing muscle volume is done by slow but intensive work, like

climbing a steep slope, followed by a period of less intensive effort.

The speed at which this effort is done can be increased, but high

speed is not yet desirable. Before switching to high speed we need

to develop the capacity to store enough fuel to help us when we will

need the input of anaerobic energy.

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


Rennpferde über kurze Distanzen brauchen ein anderes Muskeltraining

als ein Distanzpferd. - Racehorses running over short distances (Sprinter)

need to have a different power training than endurance horses.

Die Geschwindigkeit, während derer diese Anstrengung erreicht wird,

kann erhöht werden, aber hohe Geschwindigkeit ist noch nicht wünschenswert.

Bevor wir auf hohe Geschwindigkeit umsteigen, müssen

wir die Fähigkeit entwickeln, genug Treibstoff zu speichern, den wir

beim Einsatz von anaerober Energie benötigen.

Der Verlauf dieser Phase des Outdoor-Trainings ist beispielsweise:

1) langsam + flach + lang (was wir in der Anfangsphase getan haben)

2) langsam + Steigung

3) langsam + Steigung + lang

4) Trab + flach + lang

5) Trab + Steigung

6) Trab + Steigung + lang

7) langsamer Galopp + flach

Zu diesem Outdoor-Training kann (abhängig ob verfügbar oder

nicht) nach und nach hinzugefügt werden:

• Training (Laufen) im Wasser (Meer oder Fluss): immer tiefer und /

oder gegen den Strom gehen

• Training (Laufen) in tiefen Sand (Dünen oder trockener Strand) zunehmend

länger und bergauf

Das Training spezifischer Muskeln

B. Das Training spezifischer Muskeln entsprechend den Bedürfnissen

jedes Pferdes (hier muß man sich den Schwächen des Pferdes

bewusst sein!) kann im Freilauf, an der Longe oder unter dem Sattel

erfolgen (letzteres mit Vorsicht!).

Ein paar Beispiele:

1) Cavaletti: Indem man das Pferd über etwas erhöhte Cavalettis

traben läßt, kann man es ermutigen, seine Beine höher zu heben

und so die Muskeln der Schulter, Ober- und Unterarme sowie die

Muskeln der Kruppe und der Hinterbeine zu stärken. Die Cavalettis

können zu Beginn im Abstand von drei Schritten sein, um bald darauf

zwei Schritte auseinander und schließlich nur einen Schritt auseinander

zu stehen. Die Höhe kann auch progressiv erhöht werden

(auch asymmetrisch), indem man die Stange in den verschiedenen

Winkeln des Kreuzes setzt, womit man drei verschiedene Höhen erreicht.

2) Durch das Longieren mit einem "Chambon" können Sie dem

Pferd im langsamen Trab den Weg mit Kopf und Hals in die Tiefe zeigen.

Diese Vorwärts-Abwärts-Dehnung des Halses erhöht das Gewicht

auf der Vorhand und das Pferd wird seine Hinterbeine nach

vorne bringen, um mit dieser Veränderung des Gleichgewichts fertig

zu werden. Also - und das ist es, wonach wir streben - wird dabei der

Rücken bemuskelt und richtet es den Hals neu aus.

3) auch an der Longe (oder im Freilauf, aber das erfordert mehr Fähigkeiten):

"Schulter nach innen" wird die Oberschenkel des inneren

Hinterbeins trainieren, damit das Pferd dieses unter den Schwerpunkt

bringen kann.

4) gut verstandene Dressurarbeit unter dem Sattel hilft ebenfalls, Ungleichgewicht

oder Diskrepanz der Exterieurform des Pferdes auszugleichen.

3/2018 - www.in-the-focus.com

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The progression of this phase of outdoor training will be:

1) slow + flat + long ( what we did in the initial phase)

2) slow + slope

3) slow + slope + long

4) trot + flat + long

5) trot + slope

6) trot + slope + long

7) slow canter + flat

To this outdoor training, can progressively be added (depending on

accessibility):

• Training (walking) in water (sea or river): walking deeper and

deeper and/or against the current

• Training (walking) in deep sand (dunes or dry beach) progressively

longer and uphill

Training of specific muscles

B. Training of specific muscles according to the needs of each horse

(be conscious of the weak points of your horse!!) can be done in freedom,

at the lunge or under saddle (more delicate!)

A few examples:

1) with the help of some slightly elevated “cavalettis” , when taken

at a trot, they will encourage the horse to lift its legs higher and

thus develop the muscles of the shoulder, upper- and forearms,

as well as the muscles of the croup and hind-legs. The “cavalettis”

can be spaced in the beginning to correspond to three steps apart,

to switch over shortly to two steps apart and finally just one step

apart. The height can also be progressively increased (make them

dissymmetrical, by putting the log in one of the angles of the cross

(does it need a little drawing ? ), giving you three different heights

to work over.

2) by lunging with a “Chambon” you can teach a horse to drop

his head and neck while trotting slowly. This forward-downward

stretching of the neck increases the weight in the front and the horse

will bring his hind-legs forward to cope with this change of balance.

Thus - and that is what we are looking for - muscling his back and

re-orienting the neck.

3) also at the lunge (or in freedom, but that requires more skills):

“shoulder inward” will muscle the gaskin of the inner hind-leg for the

horse has to bring it under the mass.

4) well-understood dressage work under the saddle will help you

compensate for any imbalance or discrepancy of the conformation

of the horse.

All previous exercises are rather intensive efforts, but done over

short periods and are thus part of the “power-training” phase.

C. Exercising the amplitude of the trot can at this stage also be done

with the help of “cavalettis”. It is not that a horse needs an extremely

extended trot during an endurance-ride, but if his trot is exercised he

will be all the more at ease in a normally strong trot.

Several “cavalettis” (with the pole in the lowest position or even

poles on the ground) spread over equal distances over the ground

is a good exercise. Start with a small number of poles and increase

the number as the horses understand the exercise. The distance between

them is progressively increased when the horse lengthens its

stride (exercise for the shoulder mechanism and the muscles of the

hindquarters).

Exercises B. and C. can be done indoors in a round-pen and are

therefore ideal activities for the winter or for those days when the

rider has little time available.

D. Working the balance and the suppleness of the horse at this

stage is paramount for the survival of the rider … and his horse!

When it comes to longer distances, the fatigue of the rider due to

lack of comfort while riding, will, in turn, affect the way the rider

weighs on the horse, which in turn causes extra fatigue of the

horse.

Improving the balance can be done by:

a) exercising the transition to canter by control of balance (i.e. by

bringing the hind legs under the point of gravity), rather than by increasing

the speed until the lack of balance makes the horse “fall

into a canter”.

Science


Wissenschaft

Alle vorherigen Übungen sind eher intensiv, werden aber nur für kurze

Zeit ausgeführt und sind somit Teil der Krafttrainings-Phase.

C. Das Training der "Trabhöhe" kann in diesem Stadium auch mit Hilfe

von Cavalettis erfolgen. Das Pferd braucht zwar auf einem Distanzritt

keinen extrem ganggewaltigen Trab, aber wenn der Trab geübt

wird, wird es in einem normalen starken Trab umso entspannter sein.

Mehrere Cavalettis (mit der Stange in der untersten Position oder

sogar Stangen auf dem Boden), die in gleichen Abständen auf dem

Boden liegen, sind eine gute Übung. Beginnen Sie mit einer kleinen

Anzahl von Stangen und erhöhen Sie die Anzahl, wenn das Pferd die

Übung verstanden hat. Der Abstand zwischen den Stangen wird progressiv

erhöht, wenn das Pferd seinen Schritt verlängert (Übung für

den Schultermechanismus und die Muskeln der Hinterhand).

Die Übungen B und C können auch in einem round-pen durchgeführt

werden und sind daher ideale Aktivitäten für den Winter oder für die

Tage, an denen der Reiter wenig Zeit hat.

b) trotting and cantering downhill on a moderate slope, without

putting too much weight on the front legs, which means again

bringing the hind-legs under the mass!

Again, to start these exercises are done over short periods, because

very demanding!

Frequency of training

For the training of the “white parts” we had to be very careful as

the blood circulation in these parts is low, so the rehabilitation is

slow and the inflicted damage had to be minimal, not to go over the

point of no return. Now we are dealing with muscles, which are far

more circulated and therefore the rehabilitation is faster.

Cavalettis können in unterschiedlichen Höhen verwendet werden. -

Cavaletti may be used in different heights.

D. Das Training von Gleichgewicht und Durchlässigkeit des Pferdes

in dieser Phase, ist sowohl für den Reiter als auch für sein Pferd

überlebensnotwendig! Wenn es um längere Strecken geht, wird die

Ermüdung des Reiters aufgrund von mangelndem Komfort während

des Rittes wiederum die Art und Weise beeinflussen, wie der Reiter

das Pferd belastet, was wiederum eine zusätzliche Ermüdung des

Pferdes verursacht.

Die Verbesserung des Gleichgewichts kann erfolgen:

a) indem der Übergangs zum Galopp durch die Kontrolle des Gleichgewichts

erfolgt (d. h. indem die Hinterbeine unter den Schwerpunkt

gebracht werden), anstatt die Geschwindigkeit zu erhöhen, bis durch

einen Mangel an Gleichgewicht das Pferd "in den Galopp fällt".

b) in dem man Trab und Galopp auf einem mäßigen Abhang übt,

ohne die Vorderbeine zu stark zu belasten, was wiederum bedeutet,

dass die Hinterbeine unter den Schwerpunkt gebracht werden!

Auch diese Übungen sollten zu Beginn nur über kurze Zeiträume geübt

werden, da sie sehr anspruchsvoll sind!

Häufigkeit des Trainings

Für das Training des "weißen Gewebes" mussten wir sehr vorsichtig

sein, da die Durchblutung in diesem Gewebe gering ist, so dass die

Rehabilitation langsam ist und die Reizung nur minimal sein darf, um

nicht über den Punkt hinauszugehen, wo echter Schaden auftritt.

Jetzt haben wir es mit Muskeln zu tun, die sehr viel besser durchblutet

sind und daher ist die Rehabilitation schneller. Der ideale Abstand

für aufeinanderfolgende Trainingseinheiten ist somit kürzer als

für die vorherige Art der Arbeit (Grundausbildung). Wir alle kennen

dies: Wenn wir untrainiert sind und im tiefen Sand (z.B. einer Dünen)

spazieren gehen, bedeutet dies eine große Kraftanstrengungen der

Beinmuskeln. Wir werden am Tag danach und noch mehr "am Tag

nach dem Tag danach" an Muskelkater leiden. Es macht keinen Sinn,

während dieser ersten zwei Tage wieder zu trainieren. Der dritte Tag

wäre okay, aber wahrscheinlich werden Sie sich erst am vierten Tag

wirklich bereit für einen neuen Spaziergang im tiefen Sand fühlen.

Die Wahl zwischen dem dritten oder vierten Tag hängt davon ab, wie

Sie sich fühlen. Wahrscheinlich ist es der vierte Tag zu Beginn des

Trainingsabschnitts, oder wann immer Sie die Anforderung deutlich

gesteigert haben, und der dritte Tag, wenn Sie in der Steigerung sehr

vernünftig waren.

Zweimal pro Woche zu trainieren scheint zu diesem Zeitpunkt das

richtige Maß. Natürlich können Sie dazwischen, wenn Sie sich für ein

viertägiges Intervall entschieden haben (es sei denn, Sie erwarten,

dass Ihr Pferd von der vorherigen Arbeit noch steif ist), eine lange,

Ein Chambon zeigt dem Pferd den Weg zur Vorwärts-Abwärts-Bewegung,

um die Rückenmuskulatur zu stärken. - The chambon reaches the

horse to stretch forward-downward to strengthen the back muscles.

The ideal delay for consecutive training sessions will thus be shorter

than for the previous type of work (basic training). We all experience

that when untrained, we go for a walk in deep sand (dunes), thus requiring

power-efforts of the muscles of our legs. We will suffer the

day after and even more “the day after the day after”. It makes no

sense to train again during these first two days. The third day might

be all right, but probably the fourth day, you will feel really ready

for a new deep-sand-walk.

The choice between the third or fourth day will depend on how

you feel. Probably the fourth day at the beginning of the period, or

whenever you have made a bigger step in the progression, and the

third day if you have been very reasonable in the progression.

Working twice a week seems a good attitude at this stage. Of

course, you can in between, when you have opted for a four-day

interval (unless you expect your horse to be still stiff from the previous

work) include a long slow, difficult terrain work to continue the

training of the white parts.

It is important to adapt the frequency of training to the type of work

one is doing. Remember the previous issue: minimum one week for

example between white-parts-training, whereas here we come

closer to twice a week.

Feeding during the Power Training Phase

In this stage, the horse will essentially need an increased input of

proteins to be able to produce the increase in muscle mass!

Also, the total input of food can be increased progressively. As we

increase the work-load as well as the training-frequency, the horse

needs more energy, thus carbohydrates are also to be increased.

Also, the quantity of fibers (good-quality hay) needs to be increased

as the sugars extracted from the fibers in the caecum will allow

building body-fat which is needed to provide fuel for aerobic energy

production (also needed during this part of the training).

Minerals and vitamins are needed as usual, not in overdose, and

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


langsame, schwierige Geländearbeit einschieben, um das Training

des "weißen Gewebes" fortzusetzen.

Es ist wichtig, die Häufigkeit des Trainings an die Art der Arbeit anzupassen,

die man gerade macht. Erinnern Sie sich an die vorherige Ausgabe:

Mindestens eine Woche sollte z.B. zwischen den Trainingseinheiten

für das "weiße Gewebe" liegen, während beim Krafttraining

näher an zweimal pro Woche sind.

Fütterung in der Krafttrainings-Phase

Während des Krafttrainings benötigt das Pferd im Wesentlichen einen

erhöhten Proteineinsatz, um die Muskelmasse erhöhen zu können!

Außerdem kann der Gesamteinsatz an Nahrungsmitteln progressiv

erhöht werden. Da wir sowohl die Arbeitsbelastung als auch die Trainingsfrequenz

erhöhen, benötigt das Pferd mehr Energie, also sollten

auch mehr Kohlenhydrate gefüttert werden.

Auch die Menge an Rauhfutter (Heu von guter Qualität) muss erhöht

werden, da der Zucker, der aus dem Rauhfutter im Blinddarm extrahiert

wird, den Aufbau von Körperfett ermöglicht, das für die aerobe

Energieproduktion benötigt wird (auch in diesem Teil der Ausbildung).

Mineralien und Vitamine werden wie immer benötigt, nicht in Überdosis

und jetzt im Verhältnis für erwachsene Pferde (die knöchernen

Strukturen erreichen das Ende ihres Wachstums!)

Die Gesamtdauer dieser Trainingsphase sollte ein paar Monate betragen,

bevor wir zum metabolischen Training wechseln. Während des

metabolischen Trainings benötigen wir die Energie, die in den Muskeln

als Treibstoff gespeichert ist.

Nelly Philippot-Hermanne

In der nächsten Ausgabe beginnen wir die heikelste und ebenso

wichtige Trainingsphase: Das Training des Stoffwechselsystems,

das unser Pferd auf lange und schnelle Arbeit vorbereiten muss,

ohne daß es zu Typing-up oder anderen Schäden kommt!

now in the proportion for adult horses ( the bony structures reaching

the end of their growing!

The total duration of this trainings phase should be around a couple

of months, before we switch to metabolic training, as we will need

fuel stored in the muscles for the anaerobic energy production during

metabolic training.

Nelly Philippot-Hermanne

In the next issue, we will start the most delicate and equally important

training-phase: of the metabolic system, which has to

prepare our horse for long and fast work, without tying-up or

other damage!!

Science

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Königliche Pferde

Die arabische Pferdezucht

der württembergischen Könige

Das Königliche Privatgestüt Weil-Scharnhausen

Band I - König Wilhelm I. (1817-1864)

Gudrun Waiditschka

3/2018 - www.in-the-focus.com

“Königliche Pferde

Die arabische Pferdezucht

der württembergischen Könige

Das Buch zum Jubiläumsjahr 1817-2017

„200 Jahre Weil-Marbacher Araberzucht“

Zum 200. Jahrestag der Gründung des Könglichen Privatgestüts

Weil-Scharnhausen liegt nun ein Buch vor, das umfassend die

Anfänge der ältesten Araberzucht in Europa beschreibt.

Berühmte Pferde, wie Bairaktar und Murana I, haben in Weil die ältesten

Hengst- und Stutenlinien begründet - aber sie waren nur zwei von

über 100 Original-Arabern, die im 19. Jahrhundert aus dem Orient

nach Württemberg importiert wurden. Ihren Ursprung, ihre teils

abenteuerlichen Reisen aus der Wüste nach Württemberg und ihr

züchterischer Einfluß wurden anhand von Archiv-Akten

nachgezeichnet.

Gudrun Waiditschka: „Königliche Pferde

Band I, König Wilhelm I. (1817-1864),

260 S. mit ca. 250 zeitgenössischen Abbildungen, 59,- €

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www.in-the-focus.com

49


Europa-Meisterschaft der Sport-Araber

Jeder

gab sein

Sport

Bestes

Nach dem vielversprechenden

Wiederauferstehen der

Springwettbewerbe am

letztjährigen Europa-

Championat, lagen dieses

Jahr leider nicht genügend

Nennungen vor, um diese

Prüfungen durchzuführen.

Daher waren die klassischen

Bewerbe mit Dressur,

Classic Pleasure und Ladies

Sidesaddle etwas "unterbesetzt".

Aber der Westernsport

boomt!

Baikals Shangrila (Baikal / Desert Safanad)

*2006 unter Leona Dries auf dem

Weg zur Gold-Medaille in der Reining. –

Baikals Shangrila and Leona Dries on their

way to win the Gold Medal in Reining.

Alle Fotos: Gudrun Waiditschka

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2018 3/2018

50


Die Idee des Europa-Championats ist einerseits

die verschiedenen Disziplinen

an einem Ort zu bündeln, andererseits

Reiter und Pferde auf unterschiedlichem Ausbildungsstand

zusammenzubringen, damit

diese von einander lernen und die Könner Ansporn

für künftige sportliche Ziele der Einsteiger

geben. Insbesondere die Tatsache, dass

auch Novice (Einsteiger) und Advanced (Fortgeschritenen)

Prüfungen angeboten werden,

sowie drei verschiedene Meisterschaften

auf unterschiedlichem Niveau abgehalten

werden, verzerrt nach außen den Qualitätsstandard,

weil alles unter dem "Label" Europa-Championat

läuft. Leider wird bei vielen

Livestream-Beobachern nicht entsprechend

differenziert, was zu einem Negativ-Image

führt, das diese Veranstaltung und insbesondere

die Leistungen der teilnehmenden Reiter

und Pferde nicht verdient! Denn eines ist

für jeden, der diese Veranstaltung seit ihrer

Einführung 2002 miterlebt hat, klar: Das reiterliche

Niveau, die Pferde und deren Ausbildungsstand

haben sich über die Jahre hinweg

deutlich verbessert!

Die Silber-Medaille in der Dressur ging nach Deutschland: MS Madrass (Kamerton / Marenah)

unter Susanne Giese wiederholten ihren Erfolg vom letzten Jahr. – The Silver Medal in Dressage

went to Germany: MS Madrass and Susanne Giese they repeated their success of last year.

Sport

Die diesjährigen Stars

Jedes Europa-Championat - und es sind mittlerweile

14 an der Zahl - hat seinen "Star", und

dieses Jahr war keine Ausnahme. Zum ersten

Mal kam solch ein Star aus Schweden, und es

war auch seine erste Teilnahme an dieser Veranstaltung:

Elysion – der Name ist Programm,

denn in das Elysion werden jene Helden

entrückt, denen die Götter Unsterblichkeit

schenken. Nun, zumindest in der Gemeinschaft

der Reiter arabischer Sportpferde hat

sich der Fuchshengst Elysion (Premier / Emancypacja)

*2006 mit seinem Auftritt einen Namen

gemacht und somit auch ein wenig "Unsterblichkeit"

erlangt. In Skandinavien kein

Unbekannter, traf Elysion hier zum ersten Mal

auf die mitteleuropäische Konkurrenz. Elysion,

ein rein polnisch gezogener Hengst aus

dem Gestüt Kullatorp, wird seit 2011 von Hanna

Persson geritten und die beiden werden

seit etlichen Jahren von Eva Karin Oscarsson,

eine ehemalige schwedische Olympia-Reiterin,

trainiert. Das Ergebnis dieser harten Arbeit

konnten sie nun feiern: Das Paar gewann

gleich zwei Titel, und wurde Österreichischer

und Europa-Meister in der Dressur.

Die Titelverteidigerin vom letzten Jahr, Tove

Roj mit Padrons Must aus Dänemark, war

dieses Jahr nicht angetreten. So lag es an

Susanne Giese und MS Madrass die Schwedin

herauszufordern, oder wenigstens die

Silber-Medaille vom letzten Jahr zu verteidigen.

Zumindest Letzteres gelang, aber gegen

ein Pferd wie Elysion zu verlieren, kann man

verschmerzen. In der Niederösterreichischen

Meisterschaft (Kl. LM), die gerne als Übungsritt

für das Europa-Championat genommen

wird, lag MS Madrass an der Spitze, bei der Europa-Meisterschaft

konnten sich beide dann

noch ein wenig steigern, und lieferten eine

solide Prüfung ab, die mit der Silber-Medaille

belohnt wurde.

Die Bronze-Medaille ging dieses Jahr an Haifi

El Sorrento mit Reiterin Susanne Hoyler, die

"für Edith" ritt, denn die Besitzerin von "Sori",

Edith Lipp, hatte im Mai einen schweren Unfall

erlitten und lag viele Wochen im Koma.

Das erste, woran sie dachte, als sie aus dem

Koma erwachte, war, dass Haifi El Sorrento

trotz allem in Wiener Neustadt antreten müsse.

Gesagt, getan, und so verfolgte sie jetzt

gespannt das Turnier am Livestream von zuhause

und alle Ritte von "Sori" waren ihr gewidmet.

Und es hat sich gelohnt, denn Haifi El

Sorrento und Susanne Hoyler kamen mit nicht

weniger als drei Gold-Medaillen (Classic Pleasure,

Mounted Native Costume und AllRound)

und einer Bronze-Medaille in der Dressur nach

Hause, und waren damit das erfolgreichste

Paar dieser Europa-Meisterschaft. Außerdem

gab es auch noch zwei Gold-Medaillen und

eine Silberne bei den Österreichischen Meisterschaften.

Der einzige Wermutstropfen war,

dass es (noch) zu keiner Gold-Medaille in der

Dressur langte - aber man muß ja auch noch

Ziele für die kommenden Jahre haben!

Die Silber-Medaille in der Classic Pleasure

ging dann an Valerie (Dormane / OSO Valentino)

*2005 mit ihrer Reiterin Isabel Bartlechner

aus Österreich. Diese Stute liegt zwischen

Genie und Wahnsinn - sie kann einerseits sehr

gut gehen und dann wieder die Nerven verlieren.

Während sie in den Vorläufen etliche

Male "austickte", klappte es dann am Sonntag,

als es drauf ankam, sowohl in der Pleasure als

auch in der Ladys Side Saddle-Klasse, wo die

beiden sich Gold holten. Silber im Damensat-

3/2018 - www.in-the-focus.com

51

GFH Sandhya (Baikal / Desert Safanad) unter

Andre Reitermayr holte sich Bronze im Trail.

– GFH Sandhya with Andre Reitermayr in the

saddle got the Bronze Medal in Trail.


Sport

Sie waren die einzigen Starter aus der Schweiz und holten sich die Bronze-Medaille in der

Reining: MR Malagant (Emfatyk / Kismet) mit Tamara Scheck. – They were the only starters from

Switzerland and got the bronze medal in the reining: MR Malagant with Tamara Scheck.

telreiten ging an El Trocadero (Psyrasic / Kashida)

unter Karin Lenhard, die zum zweiten Mal

an diesen Meisterschaften teilnahmen.

Zweimal Bronze in Classic Pleasure und Mounted

Native Costume erreichte Mosri Al Dahab

(Dahab / Mosila) *2004 unter Katharina Dorn,

ein Paar, das auch aus Aachen bekannt ist. Sie

halfen mit, dass Deutschland die erfolgreichste

Nation dieser Europa-Meisterschaft wurde.

Erfolgreichste Nation

Zur Kürung Deutschlands als Siegernation

dieses Europa-Championats fehlen aber

noch die Medaillen der Westernreiter, und

das waren nochmals vier! Und alle gingen

sie auf das Konto von WAS Zahims Zarina

(Zid Ibn El Zahim / WAS Tarisha Bint Taraszena)

*2009 mit Sabrina Pauli im Sattel. Diese

beiden sind einfach genial, behalten im richtigen

Augenblick die Nerven – wo sie bei

Vater Martin und Schwester Natalie auch mal

versagt haben – und sie sind Allrounder wie

es im Buche steht: Gold im Trail und beim

Allround, Silber in der Reining und Bronze in

der Pleasure war dann das Ergebnis dieses

Wochenendes - das ist kaum zu überbieten.

Das erfolgreichste teilnehmende Gestüt war

zweifellos der Gut Fronleitenhof der Familie

Dries, die sich seit rund 20 Jahren dem

westerngerittenen Vollblutaraber widmet.

Angefangen haben die internationalen Erfolge

mit dem Hengst Baikal, heute sind es

seine Nachkommen, die die Medaillen gewinnen.

Dazu gehört Baikals Shangrila (Baikal

/ Desert Safanad) *2006, die mit Tochter

Leona am Start war und mit einem sehr rasanten

Ritt die Gold-Medaille in der Reining

für sich entschied. Außerdem holten sich die

beiden die Bronze-Medaille im Western Allround.

Allein sechs der zehn für den Endlauf

qualifizierten Reiningpferde waren entweder

aus der Zucht oder aus dem Besitz des

Fronleitenhofs - oder beides! Aber es kommt

noch besser, denn Shangrila hatte noch zwei

Vollschwestern, GFH Sajala *2010 unter Susanne

Schuh und GFH Sandhya *2012 unter

Andre Reitermayr, die Silber und Bronze im

Trail holten.

Der Sieg und damit die Gold-Medaille in der

Western Pleasure ging an die Niederlande

für Fabanco (Dinar / Passionata) *2001 unter

Paulette Zorn. Dieses Paar ist in ihrem Heimatland

mehrfacher Meister in Western Pleasure,

Trail, Western Horsemanship und Hunter

und war auch schon mehrfach erfolgreich

am Europa-Championat am Start. Im Gegensatz

zur "Newcomerin" MM Sandrine aus

der Zucht und im Besitz von Mario Matt. Sie

wurde vorgestellt von Andre Reitermayr und

holte sich die Silber-Medaille - und es war

dies ihr erster Start an einem Europa-Championat!

Aus Polen kam Eforos (Balon / Efuzja)

*2006 mit Besitzerin und Reiterin Jagoda Kowalska,

die ebenfallsl zum ersten Mal dabei

waren und in Mounted Native Costume die

Silber- und im Classic Allround die Bronze-Medaille

errangen. Die Silber-Medaille im

Classic Allround blieb in Österreich und ging

an Wizard (Gwizd / Wiza) *1999 unter Sandra

Wagner. Leider hat der Classic Allround

etwas an Aussagekraft verloren, da alle Disziplinen

aus dem Bereich Dressur bzw. diversen

Pleasure-Bewerben bestehen, weil das

Springen dieses Jahr aufgrand mangelnder

Nennungen nicht zustande kam.

Insgesamt wurden neun Europa-Championats-Titel

vergeben, daneben gab es aber

auch noch einige andere Preise, wie beispielsweise

der Preis für das älteste teilnehmende

Pferd: Dieser ging an den 24-jährige

Penthor aus den Niederlanden, der bereits

bei der ersten Europa-Meisterschaft 2002

in Deurne am Start war! Den Preis für den

jüngsten Reiter ging an Antonia Wimmer aus

Züchter und Reiter -

zwei Welten begegnen sich

Es ist wichtig, dass es Gestüte gibt, die sich

dem sportlichen Wettstreit stellen und die

die Brücke schlagen zwischen den Züchtern

und den Reitern. Die außerdem ihre

Zuchtpferde auch im Sport einsetzen, um

dabei deren innere Eigenschaften wie Kooperationsbereitschaft,

Leistungswillen,

Temperament und Charakter zu überprüfen,

neben den Exterieureigenschaften

und Gängen. Zu dieser Reihe von Züchtern

gehörten hier in Wiener Neustadt

das Gestüt Kullatorp aus Schweden, denn

Elysion ist dort auch als Deckhengst im

Einsatz. Ebenfalls gennant werden müssen

hier die MP Stables aus Deutschland,

die den früheren Europa-Meister Zid Ibn

El Zahim auf Deckstation haben, und mit

WAS Zahims Zarina, WAS Tajshan Ibn Taraszena

und Zahims Navi drei seiner Kinder

hier in den Wettbewerben zeigten.

Hierher gehört selbstredend der Fronleitenhof

der Familie Dries, die den früheren

mehrfachen Europa-Meister Baikal auf

Deckstation haben und aus deren Zucht

fünf teilnehmende Pferde stammten, insgesamt

sechs der Pferde stehen in ihrem

Besitz. Außerdem gehört Mario Matt in

dieser Reihe genannt, der hier zum ersten

Mal mit zwei selbstgezogenen Pferden

dabei war, und zwar mit zwei Pferden, die

auch in der Schau bereits recht erfolgreich

waren: MM Sandrine und MM Nevio, letzterer

war als Jährling Bronze-Champion

am Europa-Championat der Schaupferde.

Und es gab noch weitere Pferde, die aus

namhaften Zuchten stammten. Die Kluft

zwischen Reitern und Züchtern scheint

sich langsam zu schließen. Es wäre schön,

wenn weitere Züchter erkennen würden,

dass auch hier ein Markt besteht. Es ist

jedoch ein langer Weg, um im Reiterlager

Fuß zu fassen, und Erfolg ohne vorhergehende

Investition in die Ausbildung der

Pferde wird nicht möglich sein.

-gw-

Österreich, den weitesten Weg hatte Kullatorp

Arabians mit Elysion, und die Schnellsten

beim Nennen war Familie Lipp mit Haifi

El Sorrento.

Die strahlenden Gesichter bei der Siegerehrung,

die wieder meisterlich mit dem Einritt

der Nationen zur jeweiligen Nationalhymne

zelebriert wurde, entschädigten hoffentlich

das rund 40-köpfige Organisationsteam um

Sissi Chat für all die Arbeit, die sie in diese

Veranstaltung stecken. Und das nächste Europa-Championat

kommt bestimmt – selber

Platz, anderes Datum!

Gudrun Waiditschka

Europa Championat 2019

in Wiener Neustadt, Österreich

vom 25.-28. Juli 2019

52

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


History

Sport



1. Haifi El Sorrento mit Susanne Hoyler - Gold in Classic Pleasure,

Mounted Native Costume, Classic Allround, Bronze in der Dressur.

2. WAS Zahims Zarina mit Sabrina Pauli - Gold in Trail und Western

Allround, Silber in Reining, Bronze in Western Pleasure.

3. GFH Sajala mit Susanne Schuh - Silber im Trail, Bronze im Damensattel

4. Valerie mit Isabel Bartlechner - Gold im Damensattel, Silber in Classic

Pleasure

5. MM Sandrine mit Andre Reitermayr - Silber in Western Pleasure


3/2018 - www.in-the-focus.com

53


European Championships for Sports-Arabians

Everyone

gave their

Sport

Best

After the promising resurgence

of the show jumping

competitions at the European

Championships, unfortunately

there were not

enough entries this year to

take these exams. Therefore,

the classic dressage, classic

pleasure and ladies sidesaddle

competitions were

somewhat "understaffed".

But the western sport is

booming!

Der Star des Europa-Championats 2018:

Goldmedaillengewinner Elysion

unter Hanna Persson. –

The star of the European Championships

2018: Gold medallist Elysion

with Hanna Persson.

Alle Fotos: Gudrun Waiditschka

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2018 3/2018

54


The idea of the European Championship

is on the one hand to combine the different

disciplines in one place, on the other

hand to bring together riders and horses at

different levels of training, so that they learn

from each other and give some incentives for

future goals for the beginners. In particular,

the fact that also Novice (beginners) and Advanced

(advanced) tests are offered, as well

as three different championships held at

different levels, distorted outwardly the quality

standard, because the whole event runs

under the "Label" European Championship.

Unfortunately, many livestream observers

do not differentiate accordingly, resulting in

a negative image that this event - and especially

the performances of the participating

riders and horses - do not deserve! For one

thing is clear to anyone who has experienced

this event since its introduction in 2002:

The level of riding, the horses and their level

of training have improved significantly over

the years!

This year's stars

Every European Championship - and there

are now 14 in number - has its "star",

and this year was no exception. For the first

time, such a star came from Sweden, and it

was also his first participation in this event:

Elysion - the name is program, because the

Elysion was a place for those chosen by the

gods, where they would remain after death,

to live a blessed and happy life. Well, at least

in the community of riders of Arabian sport

horses, the chestnut stallion Elysion (Premier

/ Emancypacja) *2006 made a name for himself

with his appearance and thus achieved a

little "immortality". In Scandinavia no stranger,

Elysion met here for the first time horses

of Central Europe in a competition. Elysion,

a purely Polish-bred stallion from Kullatorp

Arabian Stud, has been ridden by Hanna

Persson since 2011 and has been trained for

several years by Eva Karin Oscarsson, a former

Swedish Olympic rider. The result of this

hard work they could now celebrate: The pair

won two titles, and was Austrian and European

Champion in Dressage.

Fabanco and Pauletta Zorn won the Silver Medal in Western Allround as well as the Gold medal

in Western Pleasure at this year's European Championship. – Fabanco und Pauletta Zorn

gewannen die Silbermedaille im Western Allround sowie die Goldmedaille in Western

Pleasure am diesjährigen Europa-Championat.

The defending champion from last year, Tove

Roy with Padrons Must from Denmark, did

not compete this year. So it was up to Susanne

Giese and MS Madrass to challenge the Swede,

or at least to defend the silver medal from

last year. At least they succeeded in the latter,

but to lose against a horse like Elysion, you can

get over. In the Lower Austrian championship

(LM), which is often taken as a practice stage

for the European Championships, MS Madrass

was at the top, at the European Championships

they delivered a solid test, which was

rewarded with the silver medal.

The bronze medal this year went to Haifi

El Sorrento with rider Susanne Hoyler, who

rode "for Edith", because the owner of "Sori",

Edith Lipp, had suffered a serious accident

in May and spent many weeks in a coma.

The first thing she thought about when she

awoke from the coma was that, despite everything,

Haifi El Sorrento had to compete in

Wiener Neustadt. Said, done, and so she was

watching the tournament on the livestream

from home and all rides of "Sori" were dedicated

to her. And it was well worth it because

Haifi El Sorrento and Susanne Hoyler came

home with no less than three gold medals

(Classic Pleasure, Mounted Native Costume

and AllRound) and a bronze medal in dressage,

making them the most successful pair

of them European Championship. There were

also two gold medals and a silver medal at

the Austrian Championships. The only downside

was that it was not (yet) a gold medal in

dressage - but you have to have goals for the

years to come!

The silver medal in the Classic Pleasure went

to Valerie (Dormane / OSO Valentino) * 2005

with her rider Isabel Bartlechner from Austria.

This mare is between genius and madness

- on the one hand she can perform very

well and then lose her nerve again. While

Sport

Medal

Dressage

European Championships for Sport Arabians 2018

Classic

Pleasure

Mounted

Native

Costume

Ladies Side

Saddle

Western

Pleasure

Reining

Trail

Classic

Allround

Western

Allround

Gold

Elysion

Haifi El

Sorrento

Haifi El

Sorrento

Valerie

Fabanco

Baikal's

Shangrila

WAS Zahims

Zarina

Haifi El

Sorrento

WAS Zahims

Zarina

Sweden Germany Germany Austria Netherlands Austria Germany Germany Germany

Silver

MS Madrass Valerie Eforos El Trocadero

MM Sandrine

WAS Zahims

Zarina

GFH Sajala Wizard Fabanco

Germany Austria Poland Austria Austria Germany Austria Austria Netherlands

Bronze

Haifi El

Sorrento

Mosri Al

Dahahb

Mosri Al

Dahab

GFH Sajala

WAS Zahims

Zarina

MR Malagant

GFH

Sandhya

Eforos

Baikal's

Shangrila

Germany Germany Germany Austria Germany Switzerland Austria Poland Austria

3/2018 - www.in-the-focus.com

55


Sport

she "punched" quite a few times in the preruns,

on Sunday when it mattered, it worked

out in both the Pleasure and the Ladies Side

Saddle class, where the pair took gold. Silver

in Ladies Side Saddle went to El Trocadero

(Psyrasic / Kashida) under Karin Lenhard,

who participated for the second time in these

championships.

Two times bronze in Classic Pleasure and

Mounted Native Costume reached Mosri Al

Dahab (Dahab / Mosila) *2004 under Katharina

Dorn, a couple also known from Aachen.

They helped Germany to become the most successful

nation in this European Championship.

Most successful nation

However, to mark Germany as the winner of

this European championship is not possible

without the medals of the Western riders, and

that was another four! And they all went to

WAS Zahim's Zarina (Zid Ibn El Zahim / WAS

Tarisha Bint Taraszena) * 2009 with Sabrina

Pauli in the saddle. These two are just awesome,

they keep their nerves at the right

moment - where they have sometimes failed

with father Martin and sister Natalie - and

they are alrounders as it is in the book: gold

in the trail and the alround, silver in reining

and bronze in pleasure was then the result of

this weekend - that's hard to beat.

The most successful participating stud farm

was undoubtedly the Fronleitenhof farm of

the Dries family, which has been dedicated

to the Western-ridden purebred Arabian for

around 20 years. The international successes

started with the stallion Baikal, today it is his

descendants who win the medals. These include

Baikals Shangrila (Baikal / Desert Safanad)

* 2006, which was with daughter Leona

at the start and with a very fast ride they decided

the gold medal in the reining for themselves.

In addition, the two took the bronze

medal in the Western Allround. Six of the ten

qualifying Reining horses were either bred or

owned by the Fronleitenhof - or both! But it

gets even better, because Shangrila had two

full sisters, GFH Sajala *2010 under Susanne

Schuh and GFH Sandhya *2012 under Andre

Reitermayr, who took silver and bronze in the

trail.

The victory and thus the gold medal in the

Western Pleasure went to the Netherlands

for Fabanco (Dinar / Passionata) *2001 under

Paulette Zorn. This couple is a multiple

champion in Western Pleasure, Trail, Western

Horsemanship and Hunter in their home

country and has been successful at the European

Championships on several occasions. In

contrast, the "newcomer" MM Sandrine bred

and owned by Mario Matt: She was presented

by Andre Reitermayr and won the silver

medal - and this was her first start at a European

Championship! Eforos (Balon / Efuzja)

*2006 came from Poland with owner and

rider Jagoda Kowalska, who also competed

for the first time and won the Silver Medal

in Mounted Native Costume and the Bronze

medal in Classic Allround. The silver medal in

the Classic Allround remained in Austria and

went to Wizard (Gwizd / Wiza) *1999 under

Sandra Wagner. Unfortunately, the Classic

Allround has lost some of its meaning, as all

disciplines were from the field of dressage

and various pleasure competitions, as jumping

this year due to lack of nominations did

not materialize.

The Silver Medal in Mounted Native Costume and the Bronze Medal in Classic Allround went to

Eforos under Jagoda Kowalska from Poland. – Die Silbermedaille in Mounted Native Costume

und die Bronzemedaille im Classic Allround gingen an Eforos unter Jagoda Kowalska aus

Polen.

Breeder and rider -

two worlds meet

It is important that there are studs that participate

in sports competition and that bridge

the gap between the breeders and the riders.

They also use their breeding horses in sports,

to check their inner qualities such as willingness

to cooperate, motivation, temperament

and character, in addition to the exterior

characteristics and movements. To this kind

of breeders belonged here in Wiener Neustadt

Kullatorp Arabian stud from Sweden,

because Elysion is used there also as a breeding

stallion. The MP Stables from Germany

are another one. They have former European

Champion Zid Ibn El Zahim in their breeding

barn, and WAS Zahim's Zarina, WAS Tajshan

Ibn Taraszena and Zahim's Navi - three of his

get - were shown here in the competition. Of

course, the Fronleitenhof belonging to the

Dries family belongs to this group, who have

the former multiple European champion

Baikal as breeding stallion and who are the

breeder of five participating horses, a total of

six of the horses are in their possession. In addition,

Mario Matt is mentioned in this series,

who was here for the first time with two selfbred

horses, which were also quite successful

in the show: MM Sandrine and MM Nevio,

the latter was a yearling bronze champion at

the European Championship of Show Horses.

And there were other horses that came

from well-known studs. The gap between riders

and breeders seems to be closing slowly.

It would be nice if more breeders realized

that there is a market here as well. However,

it is a long way to gain a foothold in the rider

camp, and success without prior investment

in horse training will not be possible.

A total of nine European Championship titles

were awarded, but there were also some

other prizes, such as the prize for the oldest

participating horse: This went to the 24-year-old

Penthor from the Netherlands, who

alreadyparticipated in the first European

Championship 2002 in Deurne! The prize for

the youngest rider went to Antonia Wimmer

from Austria, the longest route had Kullatorp

Arabians with Elysion, and the fastest at the

nomination was the family Lipp with Haifi El

Sorrento.

The bright faces at the award ceremony, which

was again celebrated masterfully with the

entry of the nations to the respective national

anthem, hopefully compensated the approximately

40-member organizing team around

Sissi Chat for all the work they put into this

event. And the next European Championship

will come - same place, different date!

Gudrun Waiditschka

European Championships 2019

at Wiener Neustadt, Austria

25-28 July 2018

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2016


History

Sport




1. El Trocadero mit Karin Lenhard im Damensattel

gewann die Silbermedaille in Ladies

Side Saddle.

2. Wizard errang mit Sandra Wagner die Silbermedaille

im Classic Allround.

3. Das älteste Pferd des Turniers war der

24-jährige Penthor, der bereits am ersten Europa-Championat

2002 in Deurne am Start

war.

4. Zweimal Bronze für Mosri Al Dahab mit Katharina

Dorn (im Bild mit Tochter Emma) in der

Classic Pleasure und der Kostümklasse

5. Neu ins Programm aufgenommen wurde

Ranch Riding, die sofort großen Anklang

fand. Die starke Klasse mit 15 Startern

gewann Dr. Martin Pauli mit WAS Tajshan Ibn

Taraszena.


3/2018 - www.in-the-focus.com

57


Meisterschaften im Distanzreiten und -Fahren

Meisterschaftliches

Distanzsport

Allerlei

Neue Deutsche Meisterin im Distanzreiten wurde Clara Haug mit ihrer 16-jährigen Vollblutaraber-Stute

Shakiraah (Najiy / Shabnahm).

Foto: Jan Krischnick / horse-endurance.de

Auch wenn die Distanzreitsaison

letztendlich von den

Vorkommnissen rund um

die WEG in Tryon/USA überschattet

wurde, sollten wir

die tollen Meisterschaften

im eigenen Land nicht vergessen.

Hier eine kurze Übersicht,

wer die Nase vorne

hatte.

Mitte Juni trafen sich die Distanzreiter

in Babenhausen zur Deutschen Meisterschaft

über 160 km. Ausgeschrieben

im Rahmen eines CEI***, waren auch internationale

Teilnehmer am Start. Nach neun

Stunden, 17 Minuten und 52 Sekunden Reitzeit

stand die neue Deutsche Meisterin fest:

Die 23-jährige Clara Haug aus Lübeck siegte

mir ihrer 16-jährigen Vollblutaraberstute Shakiraah

(Najiy / Shabnahm (v. Drakon)) *2002,

die derzeit auf Platz 85 der 'FEI Endurance

Open Horse World Ranking' rangiert. Nachdem

sie schon zwei Mal Deutsche Jugendmeisterin

war – einmal auch mit Stute Shakiraah

–, ist das der erste Titel für Clara Haug

im „Seniorenlager“. „Shakiraah hat so für mich

gekämpft, besonders auf der letzten Runde

hat sie noch einmal alles gegeben“, sagte Clara

Haug begeistert. Gemeinsam mit Bernhard

Dornsiepen führte Clara Haug schon früh das

Feld an. Vor der letzten Runde hatte sie einen

Vorsprung von zwei Minuten vor Bernhard

Dornsiepen. „Da hat Shakiraah dann noch

einmal alles gegeben und wir haben den

Vorsprung sogar auf vier Minuten vergrößern

können“, berichtet die neue Deutsche Meisterin.

„Vor zwei Jahren hatte sie noch einen

Sehnenschaden, letztes Jahr sind wir bei der

DM ausgeschieden und dieses Jahr dann zu

gewinnen, ist schon super.“

Der Vize-Titel ging wie schon in den vergangenen

zwei Jahren an Bernhard Dornsiepen

aus Balve im Sauerland mit Rio (Reitzeit:

09:22:18). Für den 49-jährigen Bernhard Dornsiepen

ist es bereits die 10. Deutsche Meisterschaft,

die er in der Wertung beenden konnte,

insgesamt hat er drei Silber- und eine Bronzemedaille

gewonnen. Für seinen 15-jährigen

Wallach Rio ist es die fünfte Deutsche Meisterschaft

und derzeit belegt er Rang 419 der

besagten Weltrangliste. Den Lohn für taktisch

gutes und pferdegerechtes Reiten erhielt der

Pferdewirt und Hufschmiedmeister dann eine

Stunde nach dem Zieleinlauf: Er gewann erneut

die „Best-Condition“-Wertung.

Bronze ging an Dina Seipp mit ihrem 9-jährigen

Vollblutaraber-Wallach Al Najma Apoll

(Hamra Ali Shamal / AR Mokhara (v. AR Ddoll

Ddoll)), in einer Zeit von 09:46:07.

Die DM wurde im Rahmen eines internationalen

Rittes ausgetragen. Der Sieg in der internationalen

Wertung ging an den Argenti-

Deutscher Jugendmeister wurde der 20-jährige

Nico Helta mit dem 12-jährigen Wallach White

Pablo.

Foto: Jan Krischnick / horse-endurance.de

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


Die neue Baden-Württembergische Meisterin

Steffi Kolpin mit Mefisto nach einem spannenden

Finish (Archiv-Bild).

Foto: G. Waiditschka

nier Franco Cuzzani mit Tiouk (09:12:25) vor

Clara Haug und Bernhard Dornsiepen, die die

Plätze zwei und drei belegten.

Titelverteidigerin Anne Wegner war mit ihrem

Vollblutaraber Salamah ibn bint Khazzan

Adjawad nicht dabei, da sie kurz zuvor in Castelsagrat

am Start war, was als Qualifikationsritt

für die WEG in Tryon galt.

Deutsche Jugendmeisterschaft

Auch die Jugendmeisterschaft wurde in Babenhausen

ausgetragen, wobei dieser Ritt

"nur" über 122 km ging. Hier siegte ein "neues

Gesicht": Nico Helta gewann an seinem

20. Geburtstag die DJM mit dem 12-jährigen

Wallach White Pablo (Proszek / Wioletta). Der

nur 1,42 m große Wallach ist bei Nico Helta

schon, seit er drei Jahre alt ist. Nico hat ihn

alleine ausgebildet und konnte dieses Jahr

bereits auf einen Sieg beim internationalen

120-km-Ritt in Babenhausen zurückblicken,

der sozusagen als Trainingslauf für die DJM

galt.

Silber ging an die 19-jährige Moira Al Samarraie

aus Rotenburg, die in den letzten Jahren

bereits dreimal die DJM-Goldmedaille holen

konnte. Auch Moira hatte ihr Meisterschaftspferd,

die achtjährige Anglo-Araber-Stute

Olympia al Samarra, selbst ausgebildet. Gezogen

im elterlichen Gestüt, war Olympia ein

Geschenk ihrer Eltern zum Abitur. Olympias

Vater ist der dreifach leistungsgeprüfte Shagya-Araber-Hengst

Olymp, mit dem Mutter

Klaudia schon vielfach erfolgreich unterwegs

war. Mit Bronze mußte sich Schwester Nayla

Al Samarraie mit Saiide al Samarra zufriedengeben.

Auch sie war mit einem von Familie

Samarraie selbstgezogenen Pferd am Start.

Saiide (Komet / Shagyra) ist eine zehnjährige

Shagya-Araber Stute, die von Nayla selbst

ausgebildet wurde.

Jugend-Europameisterschaften

Die beiden Al Samarraie-Schwestern konnten

sich mit ihren beiden Top-Pferden Zarah

(Okeano / Zahira) *2002 und Warsana

(Komet / Witka) *2007 für die Jugend-Europameisterschaften

vom 26. bis 29. Juli in

Pisa in Italien qualifizieren. Letztendlich

ging aber nur Moira an den Start. Ihr Pferd

Zarah schied leider bereits am Ende der

ersten Runde aus metabolischen Gründen

aus. Insgesamt gingen 49 Starter auf die

120-km-Runde, 22 blieben in der Wertung.

Es siegte Raquel Costa Codina/ESP mit Tunez

Cost, Silber ging an Michaela Superkova/CZ

mit Girola Quercus und Bronze errang Tomas

Arnauld Lilou/FR mit Scherazade Larzac.

Deutsche Fahrermeisterschaft

Vom 31. August bis 1. September fand die

Deutsche Distanz-Fahrermeisterschaft in Ziemendorf/Arendsee

in Sachsen-Anhalt statt.

Der Meisterschaftswettbewerb führte über

3/2018- www.in-the-focus.com

eine Strecke von rund 100 km im Gebiet des

historischen "Grünen Bandes" im Sperrgebiet

der ehemals innerdeutschen Grenze. Die

neue Deutsche Meisterin im Distanzfahren

2018 heißt Katrin Bachmann mit ihrem Pferd

Conchita Carmelita, die die Strecke mit einer

Durchschnittsgeschwindigkeit von 17,03

km/h bewältigte.

Ba-Wü Meisterschaften

Bereits zum 3. Mal wurden am 8. September

in Bitz die Baden-Württembergischen Meisterschaften

für Junioren über 90 km und Senioren

über 120 km ausgetragen. Es siegte die 14-jährige

Finnja Röhm mit der 9-jährigen VA-Stute

Saida Hilal (Vergil / Tiquara Shaklan) über die

"Juniorendistanz". Den 2. Platz belegte die

12-jährige Liliana Ruml mit ihrem 18-jährigen

VA-Wallach Samal (El Sahir / Sheila) – ein wunderbares

Beispiel, wie ein älterer Araber der ideale

Lehrmeister für seine junge Reiterin ist.

Bei den Senioren wurde es dann richtig spannend,

denn die beiden Spitzenreiter Steffi

Kolpin auf Mefisto (Marwan I / Isy) *2004

und Charline Liskow auf dem Achal Tekkiner

Sheytan lieferten sich ein Finish, wie es im

Buche steht. Am Ende siegte Steffi Kolpin mit

Mefisto mit einer halben Nasenlänge!

59

Hessissche Meisterschaften

Nachdem die Hessenmeisterschaft in Südhessen

wegen zu geringer Teilnehmerzahl

abgesagt wurde, waren alle froh, dass die

"Trendelburger" in Nordhessen einsprangen.

Hier gab es dann für die Senioren dreimal 23

Kilometer um den Deiselberg und zweimal

18 Kilometer Richtung Sababurg zu bewältigen.

Die Junioren hatten eine verkürzte Strecke

von 81 km vor sich. Hessenmeisterin im

Distanzreiten über 104 Kilometer (Senioren)

wurde Klaudia Al Samarraie mit ihrem Shagya-Araber-Hengst

Tolstoj Al Samarra (Zoltan

Ibn Zela / Tamunis) *2009; Tochter Joana

mußte mit ihrer Trakehner-Stute Famosa (v.

Kosmonaut) leider wegen Lahmheit am 2.

Vetgate ausscheiden. Alexa Weiz gewann die

Hessische Jugendmeisterschaft auf Oktavia

Al Samarra (v. Komet) über 81 Kilometer. Beide

Siegerpferde gewannen außerdem den

"Best Condition"-Preis – so soll es sein!

Gudrun Waiditschka

Die Deutsche Meisterschaften und

Jugendmeisterschaften 2019 finden vom

31. Mai bis 2. Juni in Ahlheim statt.

Distanzsport


WEG Endurance

Vom Traum

zum Albtraum

Distanzsport

Für viele Distanzreiter ist es ein ewiger

Traum, einmal an den Weltreiterspielen

(WEG) mit dabei zu sein. Jetzt sind die

WEG Endurance vorüber, aber Sieger gibt es

keinen. Es gibt nur Verlierer, und der Distanzsport

steht dabei an erster Stelle.

Der Fehlstart

Nachfolgend der Versuch einer Rekonstruktion

der Ereignisse rund um den Distanzritt

der Weltreiterspiele:

Schon bei der Ankunft herrscht Chaos, das

Gelände ist noch immer eine Baustelle, die

Pferde können nicht ausreichend und in gewohnter

Form bewegt werden, die Rittstrecke

darf nicht begangen werden.

126 Teilnehmer haben die Vet-Kontrolle am

Vortag bestanden und machten sich am frühen

Morgen des 12. September an den Start.

Hier kommt es zum ersten ernsthaften Problem,

als gegen 6:30 h der Ritt gestartet wird

und es sich herausstellt, dass zwei verschiedene

Gruppen an zwei verschiedenen Orten

in unterschiedliche Richtungen gestartet

sind. Anscheinend waren die Angaben, wo

und wann der Start genau stattfinden sollte,

unpräzise. Zu allem Übel werden einige der

Reiter dann auch noch von Helfern in die falsche

Richtung geschickt.

Der erste Loop ist 37 Kilometer lang und

während die Reiter noch auf der Strecke

sind, wird von den FEI-Offiziellen beschlossen,

den Ritt wegen des "Fehlstarts" abzubrechen

und neu zu starten. Dazu muß man

allerdings warten, bis alle Reiter nach dem

ersten Loop im Vetgate angekommen und

untersucht wurden. Das Problem: Nicht alle

Reiter haben die gleiche Rittlänge absolviert

(weil auf verschiedene Loops geschickt) und

jeder Reiter hat unterschiedlich lange Ruhepausen

im Vetgate. Die UAE bringt eine Petition

vor, dass der Ritt abgebrochen werden

soll und zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt

wird, auf Einladung der UAE. Dieser

Vorschlag wird abgelehnt.

Der Neustart

Der Neustart des Rittes wird auf 11:15 h festgelegt,

94 Reiter erhalten die Starterlaubnis.

und es wird beschlossen, dass der "neue"

Ritt über nur 120 km führen wird, die bereits

absolvierten etwa 40 km werden aus den

Ergebnissen gestrichen. Vor dem Start, in Erwartung

ungünstiger Bedingungen, haben

die Tierärzte die Rittparameter geändert, um

das Wohlergehen der Pferde zu wahren: Es

wurde die Mindestgeschwindigkeit von 14

auf 12 km/h reduziert, ein zusätzlicher Tierarzt-Check

wurde eingeführt und die Erholungszeit

von 20 auf 15 Minuten verkürzt.

Der Versuch der Tierärzte, den Puls auf 60 zu

reduzieren, wurde von den Teams (über eine

Petition) entschieden abgelehnt – und von

der Ground Jury auf 64 zurückgesetzt.

Während die Pferde auf dem ersten Loop

(des 120-km-Rittes) sind, beginnt es zu regnen,

der Boden wird stellenweise rutschig,

wodurch die Pferde mehr Muskelarbeit leisten

müssen und schneller überhitzen. Die

Pferde haben Schwierigkeiten, mit dem Puls

runterzukommen und müssen länger im Vetgate

bleiben. Sheikh Rashids Pferd wird im

Vetgate aus dem Rennen genommen. Auch

das deutsche Team hat Pech: Für Rebecca

Arnold mit Serpa kommt am 1. Vetgate das

"Aus", Bernard Dornsiepen mit Bekele E Djem

und Ursula Klingbeil mit Aid du Florival sind

noch im Rennen.

Der zweite Loop ist anstrengend, da topographisch

anspruchsvoll und hügelig. Normalerweise

stellt dies zwar keine Schwierigkeit

dar, aber die Kombination von Topographie

und Witterung ist kräftezehrend. Am

zweiten Vetgate ist für die restliche Mannschaft

aus UAE Schluß. Die Spitzengruppe

um Jaume Puntí Dachs auf Echo Falls, Alex

Luque Moral und Calandria PH, Jean-Philippe

Francès mit Tarzibus und Maria Alvarez

Ponton auf Tonik de Becherel ist noch im

Rennen, die Stimmung bei den Spitzenreitern

ist gut, denn der schwierigste Teil

scheint bestanden.

Das "Aus"

Währenddessen füllt sich das Behandlungszelt

am zentralen Vetgate und um 17:45 h

wird über Lautsprecher verkündigt, dass

das Rennen abgebrochen wird. Als Grund

werden die Kombination aus Hitze und Luftfeuchtigkeit

sowie die Bodenbedingungen

nach dem Regen genannt. Die Gesundheit

der Pferde sei das Wichtigste, denn zu viele

Pferde haben bereits metabolische Probleme

aufgrund des Wetters. Als die Sonne herauskam,

entwickelte sich eine schwüle Hitze,

und da es vollkommen windstill war, war es

den Pferden kaum möglich, abzukühlen. Die

Nachricht wird mit Protesten und regelrechten

Tumulten der Teilnehmern quittiert, die

Offiziellen müssen von der Polizei geschützt

werden.

Die offizielle Verlautbarung zum Abbruch

des Rittes lautet: "Es war dies eine schwierige

Entscheidung, aber es wurde im Hinblick

auf das Wohlergehen der Pferde und Sportler

gemacht, da die Bedingungen an diesem

Nachmittag nach dem Regen zu extrem hoher

Luftfeuchtigkeit führten und in Verbindung

mit steigender Hitze wurde es als nicht

mehr sicher erachtet, den Ritt fortzusetzen",

sagte der Präsident der Veterinärkommission

Thomas Timmons.

Der britische Wissenschaftler Dr. David Marlin,

der seit den Olympischen Spielen 1996 in

Atlanta an Hitze- und Feuchtigkeitsstudien

für die FEI arbeitet, lieferte der Ground Jury

Daten aus dem Wet Bulb Globe Temperature

(WBGT) Index, der einen Wert von 31 ergab.

Alles was über 25 liegt, muß sehr genau beobachtet

werden, und die Offiziellen waren

sich einig, dass 31 ein unakzeptables Risiko

für das Wohlergehen der Pferde darstellte.

Darüber hinaus hat die FEI nach dem Fehlstart

am Morgen die unabhängige Equestrian

Community Integrity Unit (ECIU), die

hier in Tryon vor Ort ist, beauftragt, eine

umfassende Untersuchung der Umstände

durchzuführen, die dazu führten, dass einige

Pferde-Reiter-Kombinationen fehlgeleitet

wurden. Die Untersuchung wird Interviews

mit den Offiziellen, Freiwilligen, dem Organisationskomitee

und allen anderen relevanten

Mitarbeitern beinhalten, um ein vollständiges

Bild von dem zu erhalten, was passiert

ist. Die Ergebnisse werden dem FEI-Büro vorgelegt

und die Schlussfolgerungen werden

veröffentlicht.

Der Tag danach

Auf einer Pressekonferenz am Tag danach

wurde bekannt gegeben, dass 53 Pferde in

der Klinik behandelt werden mußten, die

meisten wegen metabolischer Probleme. 32

Pferde erhielten Infusionen. Ein Pferd mußte

wegen Nierenversagens eingeschläfert werden,

dabei handelte es sich um den 20-jährige

Wallach Barack Obama der Neuseeländischen

Reiterin Jenny Champion.

Die Spanier hatten unterdessen eine Beschwerde

eingelegt und verlangten, dass die

Medaillen entsprechend der Position zum

Zeitpunkt der Absage des Rittes vergeben

werden. Diese Beschwerde wurde von der

FEI zurückgewiesen, denn kein Reiter hat das

Rennen tatsächlich beendet.

Die WEG Endurance sind zu Ende, aber die

Angelegenheit ist noch nicht beendet. Vielleicht

mußte es tatsächlich zu so einem Tiefpunkt

kommen, bevor sich etwas ändert.

Hoffen wir, dass es sich zum Besten für die

Pferde ändert.

Gudrun Waiditschka

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


Kommentar zu den WEG

Verraten

und verkauft?

Eine Geste sagt mehr als 1000 Worte ...

Fassungslosigkeit, Wut, Proteste, Rücktritte,

ziviler Ungehorsam. Die WEG 2018

hat alle Befürchtungen der Distanzsportler

übertroffen. Veranstalter, Offizielle und die

FEI haben sich an Inkompetenz selbst übertroffen.

Hilfsangebot aus UAE

Wäre es nicht zum Heulen, könnte man drüber

lachen. Spanien und Frankreich trennten

noch rund 20 km von einem Medaillenregen

(wie viele Kilometer weiß keiner aufgrund

der Irrungen und Wirrungen so genau). Die

dem Hauptsponsor Meydan nahestehenden

Reiter den UAE hingegen alle ausgeschieden.

Die FEI brach das Rennen kurzerhand ab. Die

Begründung: Das Wetter wäre aufgrund eines

berechneten Index für die vierbeinigen

Athleten zu gefährlich.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Natürlich

bot sich Meydan sogleich großzügig als

Sponsor einer Ersatz-WM an – in Dubai oder

Europa, wo man sich längst eingekauft hat in

Veranstaltungen, die durch ihr flaches Geläuf

hohe Geschwindigkeiten erwarten lassen und

damit besser ins eigene Konzept passen. In

den Netzwerken wurde der Verdacht geäußert:

Wenn sie die Spitzenpferde schon nicht

kaufen können, stellt man sie einfach kalt.

Denn die haben nun etwa 140 km (100 gewertete

Kilometer) unter äußerst schwierigen

Bedingungen in den Knochen und sind nicht

so schnell wieder einsetzbar. Die arabischen

Länder hingegen verfügen über weitaus mehr

relativ schnell einsetzbare Spitzenpferde.

Der skandalöse Fehlstart, bei dem die Reiter

auf verschiedene Runden geschickt wurden

und das Rennen nach 40 km angehalten und

neu gestartet wurde, war nur der Beginn

eines Versagens auf ganzer Linie. Ein fairer

Wettbewerb war so nicht mehr möglich, das

Rennen hätte genau zu diesem Zeitpunkt abgebrochen

gehört oder es hätte nach anderen

Lösungen gesucht werden müssen. Die

Pferde hatten unterschiedlich viele Kilometer

und verschiedene Pausenzeiten in den Knochen.

Darüber hinaus verlor das Championat

seine Sterne und konnte somit kein richtiges

Championat mehr sein.

Schon im Vorfeld gab es reichlich Kritik. Das

Veranstaltungsgelände war immer noch

3/2018 - www.in-the-focus.com

Baustelle, der Boden für Vetgate, Grooming

Aerea und Pause gänzlich ungeeignet, eine

Streckenbesichtigung verboten – (man stelle

sich das zum Beispiel bei den Spring- oder

Vielseitigkeitsreitern vor), die Streckenposten

nicht ausreichend geschult und informiert, so

dass sie den Reitern unterwegs vor laufenden

Kameras nicht die richtige Richtung zeigen

konnten, sowie die Informationspolitik desolat.

Es folgte nach den sich widersprechenden

Informationen über das Ausscheiden des arabischen

Favoriten das Abschalten der öffentlichen

Zeitnahme (mal eliminiert, mal nicht),

so dass Ritt, Zeiten und Werte nicht mehr

online verfolgt werden konnten. Stattdessen

der Hinweis, dass die Ergebnisse am Ende

des Rittes veröffentlicht werden würden. Die

Firma, die für die Zeitnahme verantwortlich

zeichnete, ist ein Unternehmen der UAE ...

61

Das Wetter war schuld ...

Ja, das Wetter war sicher sehr schwierig und

die Pferde brauchten deutlich länger als

sonst, um den erforderlichen Puls zu erreichen.

Das war offensichtlich. Doch während

man im tropischen Malaysia das Rennen im

Regen trotz gefährlicher Blitzeinschläge auf

dem unter Wasser stehenden Gelände weiterlaufen

ließ, wurde dieses nun gestoppt.

Bei der Liveübertragung waren indessen vorwiegend

munter wirkende Pferde in gutem

Zustand zu sehen. Alternativ wäre vielleicht

ein erneutes Hochsetzen der Höchstzeit und

eine Verschärfung der Untersuchungen möglich

gewesen? Eine Verlängerung der Pausenzeiten?

Oder eine Wertung in der jetzigen

Reihenfolge? Noch sinnvoller hingegen wäre

gewesen, die WEG erst gar nicht an einen

solchen Ort zu vergeben! Dort, wo zu dieser

Jahreszeit schwül-heißes Wetter nichts Ungewöhnliches

ist? Der Verdacht liegt zumindest

nahe, dass der FEI das Wetter gerade recht

kam, um eine ausreichende Begründung für

den Abbruch zu haben. Und angeblich setzten

sich die UAE schon nach dem Ausscheiden

ihres Favoritens für eine Petition ein, das

Rennen abzubrechen und zu verschieben.

Wie dem auch sein. In den Netzwerken wird

die Vermutung geäußert, dass diese Entscheidung

sicherlich reich entlohnt wurde.

Der Frust der Reiter und Teams, die nicht

nur einen hohen zeitlichen, sondern auch

finanziellen Aufwand betrieben haben, ist

verständlich. Für die Profis unter ihnen beläuft

sich der Schaden sicher auf noch höhere

Summen, werden doch erfolgreiche Pferde

hoch gehandelt. Es dauert Jahre, Pferde

solide auf solche Events vorzubereiten. Der

französische Starreiter Jean-Philippe Frances,

der hier um den Titel ritt, verkündete

das Ende seiner aktiven Karriere mit den

Worten, „dass der Sport am Boden angekommen

wäre“.

Der internationale Distanzsport steht nun

endgültig an einem Scheidepunkt. Viele

sprechen schon von einer Zeit vor und einer

nach Tryon. Will sich der Sport das alles

wirklich gefallen lassen und einfach kapitulieren?

Oder kommt er endlich runter von

dem Ast, den er sich gerade selbst absägt?

Die internationalen Akteure müssen sich

entscheiden, ob sie gemeinsam etwas bewegen

und zu einem sauberen, fairen Sport

zurückkehren wollen. Vielleicht ohne Glanz

und Glamour und ohne hohe Preisgelder,

dafür aber ein Sport, der diesen Namen auch

noch als solchen verdient.

Zurück zu fairem Sport

Dass empörte Reiter nach der Entscheidung

via Pferd das Vet-Gate enterten und mit

Stinkefinger unter dem Jubel der Crews und

Reiter im Galopp ihre Runden drehten, wird

sicher Konsequenzen haben. Im Zweifel wird

ihnen das egal sein. Denn wer will noch unter

solch unfairen Bedingungen an den Start

gehen?

Es dreht sich nicht darum, ob es richtig oder

falsch war, den Ritt abzubrechen. Von außen

ist das schwer zu beurteilen. Es wird wie immer

viele Wahrheiten geben und viele Fragen,

die nie geklärt werden. Die FEI wird den

Abbruch später mit den vielen, behandelten

Pferden begründen. Dazu sollte man wissen,

dass ausgeschiedene Pferde auf internationalen

Ritten generell dem behandelnden

Veterinär vorgestellt werden muss und dieser

natürlich in Anbetracht des anstehenden

Rückfluges viel früher zu Infusionen greifen

als sonst.

Es dreht sich vielmehr darum, dass wir ein

schärferes Reglement benötigen, das auch

eingehalten wird, kompetentere Entscheidungsträger,

viel höhere Sperren bei Missbrauch

und Doping. Eine FEI, die sich für die

Belange des Sports einsetzt ihm den nötigen

Respekt entgegen bringt und einen fairen

Rahmen bietet für Pferd und Reiter. Mit Baulärm,

wechselnden, zu kalten Ställen und

mangelnden Bewegungsmöglichkeiten der

Pferde war Tryon das neben dem Fiasko am

Ritttag selbst sicherlich nicht.

Es regt sich Widerstand in der Szene. Hoffen

wir, dass er nicht im Frust verebbt, sondern zu

konstruktiven Lösungen beiträgt.

Ist’s a shame. Es ist Zeit, etwas zu ändern.

Cornelia Koller

Distanzsport


Die Gestüte

Pierre-Nicolas Hamont

Geschichte

Der französische Tierarzt Pierre-Nicolas Hamont lebte von 1828 bis 1842 in Ägypten

und avancierte zum Leiter des Gestüts von Mehmed Ali. Er kannte daher auch

die Gestüte von dessen Söhnen und einige andere Gestüte aus erster Hand.

Die Zustände, die dort herrschten, beschrieb er in zahlreichen Zeitschriftenartikeln

und in seinem Buch “L’Égypte sous Mehmed Ali” (1843).

Das Gestüt Shoubra von Mehmed Ali

Bereits Ende der 1820er-Jahre hielt der Pascha von Ägypten in

Nayè, einem Dorf in Unterägypten, eine Anzahl von Stuten und

einige Hengste zur Zucht. Das Land zum Anbau von Gerste, der

Hauptnahrung in diesem Land, wurde bewilligt und ein Türke namens

Osman Aga zum Direktor ernannt.

Viele Jahre wurden mit Versuchen zu Pferdezucht und -haltung

verschwendet, die letztlich keine befriedigenden Ergebnisse erzielten.

Tödliche Krankheiten grassierten jedes Jahr unter den

Pferden, und so starben in einem Jahr zwei Drittel aller Fohlen, da

auch die Tiermedizin in Ägypten unbekannt war.

Um günstigere Bedingungen zu haben, wurde das Gestüt in die

Nähe von Mehmed Alis Sommerresidenz nach Shoubra verlegt,

Osman Aga wurde in den Ruhestand geschickt und durch seinen

Adoptivsohn ersetzt. Für alle Tiere wurden neue Ställe gebaut.

Aber auch hier grassierten Krankheiten und hohe Verluste. Daher

wurde Hamont beauftragt, nach der Ursache dieser Krankheiten

zu suchen. Nichts, was die Gesundheiterhaltung, Züchtung oder

Kräftigung der Pferde sicherstellte, wurde in diesen Ställen praktiziert.

Die Stuten standen dicht beeinander, an allen vier Beinen

gefesselt, unbeweglich, in einem niedrigen Stall, ohne Trennwände

und mit schlechtem Stallklima. Die Fohlen waren mickrig und

häufig erkältet; räudig und von Fliegen belästigt standen sie auf

feuchtem Mist neben ihren Müttern. Die Hengste waren heruntergekommen,

alt, mit Fehlern behaftet und gefesselt wie die Stuten.

Diese Pferde bildeten den Bestand, mit dem Mehmed Ali hoffte,

gute Pferde zu züchten.

Während der Vegetationsperiode wurden die Pferde nicht geritten,

sie standen nur im Klee. Hamont empörte sich: „Diese schönen

Nedjdis, die besten ihrer Art, die man hier züchten wollte,

sind nach einem Jahr Aufenthalt in Ägypten nicht mehr wiederzuerkennen;

sie gehen aus dem Leim, ihre Bewegungen verlangsamen

sich, sie verlieren ihre urpsrüngliche Kraft und ihren Charakter.

Zuhause im Nedjd läßt man sie – statt fünf Monaten im Klee

ohne jegliche Bewegung – 40 Tage auf die Weide, aber frei oder

nur am Hals mit einem langen Seil angebunden. Das Jahr über

werden sie mit Milch, Datteln und Fleisch gefüttert. Die so gehaltenen

Pferde haben nur wenige Krankheiten, sind unermüdlich

und die schönsten der Welt.“

Was die Zucht anbelangte, so wurde ohne Überlegung gedeckt.

Man ließ den erstbesten Hengst auf eine Stute, ohne danach zu

schauen, ob die Mängel des einen vom anderen kompensiert

würden. Daher kamen auch jede Menge deformierter Fohlen zur

Welt. Wenn eine Stute gedeckt wurde, deckte man erst nach sechs

Wochen wieder nach und oftmals war sie nicht mehr rossig, wenn

man ihr einen neuen Hengst zuführte. Wenn das Fohlen geboren

wurde, wußte man oftmals nicht seinen Vater. Viele der Stuten

abortierten regelmäßig aus den verschiedensten Gründen. Die

unzweckmäßige Fütterung, die keine Rücksicht auf Geschlecht,

Nutzung oder Alter nahm, stellte ebenfalls eine Ursache für allerlei

Krankheiten dar. Den laktierenden Stuten gab man im Sommer

nur Gerste und Stroh, so daß sie nicht genügend Milch gaben. Der

Fohlenjahrgang in dem Jahr, als Hamont ins Gestüt kam, war größtenteils

gestorben, das, was überlebte, war klein und verkümmert

und würde nie ein gutes Pferd ergeben.

Im ersten Jahr seines Lebens muß man beim Pferd den Grundstock

für die weitere Entwicklung legen, aber das ist es genau, was

in Shoubra vernachlässigt wurde. Die gewöhnliche trockene Nahrung

reichte nicht aus, und nach einem Jahr des Leidens und des

Elends in diesem Gestüt wurden die Pferde in einen anderen Stall

nach Kairo geschickt. Dort ging es genauso weiter: keine Bewegung,

trockene Nahrung, keine Abwechslung. Die armen Fohlen,

die gerade Shoubra überlebt hatten, waren nun auf ihrem nächsten

Weg, wo sie elendig zugrunde gingen.

Unter diesen Umständen den Ausbruch von Krankheiten zu bekämpfen,

war keine leichte Aufgabe. Diese Einrichtung verdiente

es nicht, den Namen Gestüt zu tragen, vielmehr mußte man alles

von Grund auf erneuern.

Hamont unterbreitete Mehmed Ali den Plan, neue Stallungen in

der Ebene von Shoubra zu bauen. Diese bildeten ein Parallelogramm

mit 280 m Länge und 183 m Breite. In der Mitte waren

verschiedene Höfe durch Eisengitter abgezäunt. In den Ställen

bewegten sich die Stuten frei, die Koppeln waren mit Hecken eingezäunt.

Mehmed Ali hatte aus Mekka blau blühende Luzerne mitgebracht,

die mehrere Jahre gedeiht, wenn sie richtig bewässert wird, und

man kann drei Schnitte pro Monat machen. Dadurch erhalten die

Stuten mit ihren Fohlen das ganze Jahr hindurch Grünfutter, abwechselnd

mit Gerste und Häcksel.

Unter Hamonts Direktive wurde kein Tier mehr angebunden. Jede

Stute, jeder Hengst hatte eine Nummer auf dem linken Huf und

diese Nummer korrespondierte mit der Nummer im Register, wo

das Datum von Bedeckung und Geburt notiert wurden. Ab dem

Alter von zwei Monaten erhielten die Fohlen geschrotete Gerste,

mit vier Monaten wurden sie abgesetzt – aber langsam, nicht so

abrupt wie früher. Man gab successive mehr Futter, immer mit Luzerne,

Gerste und Stroh. Sie waren den ganzen Tag auf der Koppel

und kamen erst am Abend zurück. Zwei Drittel der Geburten

fanden im Frühjahr statt; mit drei Jahren verließen die Jungpferde

das Gestüt. Um den Futterplan etwas abwechslungsreicher zu

62

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


der Paschas

gestalten, schickte man von Frankreich Hafer-, Esparsette- und

Karottensamen, die hier angebaut werden sollten. Wenn diese

Pflanzen sich akklimatisierten, wäre das ein großer Gewinn für

Ägypten. Mit einer reichhaltigeren, vielfältigeren Nahrung gab es

weniger Krankheiten und bessere Nachzucht. Das Personal wurde

militärisch durchorganisiert, die Pfleger erhielten Uniformen und

zusätzlich zu ihrem Lohn Kleidung und Brotrationen.

Früher war eine mangelnde Größe der Pferde ein Problem. Mit

dem besseren, abwechslungsreicheren Futter und mehr Bewegung

erreichten die Pferde mehr Höhe: Die Zweijährigen waren

bald schon so groß wie früher die vierjährigen Pferde. Rotz, Krätze,

Verwurmung und Erkältungen hatten stark abgenommen. Es

wurden mehr Fohlen geboren, und sie waren schöner, was auch

Mehmed Ali schon nach kurzer Zeit auffiel.

Nach der Reform zählte das Gestüt 1838 rund 400 ägyptische Stuten,

30 Araberhengste aus dem Nedjd und aus Syrien sowie einen

Engländer und einen Russen; 120 zweieinhalbjährige Jungpferde,

80 eineinhalbjährige, 180 von 6 Monaten bis zu einem Jahr. Die

Stuten wurden jedes Jahr gemustert, die ausgemusterten wurden

zur Maultierzucht verwendet. Sie wurden mit selbst gezogenen

Jungstuten ersetzt. Die Junghengste verließen das Gestüt dreijährig

und gingen in den Reitdienst; der Vize-König wählte für sich

selbst die Schönsten zur weiteren Verwendung in seinen Ställen

aus. Die Stuten aus der Umgegend wurden von den Nedjd-Hengsten

gedeckt, deren Produkte sehr beliebt waren.

Das Gestüt von Ibrahim Pascha

Das Management und die Abläufe waren wie die im alten Gestüt

von Shoubra und wie es überall in Ägypten gehandhabt wurde.

Die Stallungen des Fürsten waren in der Nähe von Kasserling gelegen,

bei seinem Schloß, am Ufer des Nils und nicht weit von Kairo.

Die Stuten und Hengste waren aus dem Nedjd, wo Ibrahim Pascha

sie sich genommen hatte, als er das Land eroberte. Es gab einige

ägyptische Stuten, ägyptische Hengste, mehrere Esel; insgesamt

vierhundert Stück. Der Standort war nicht geeignet, da es im Winter

sehr feucht war, aber es gab weit weniger Krankheiten als in

Shoubra, weil die Pferde des Prinzen von besserer Rasse waren. Es

gab keinen Rotz oder Druse, lediglich Durchfälle häuften sich während

der kälteren Jahreszeit.

Es gab nur wenig Geburten, etwa 50 % der Stuten. Mit 6 Monaten

oder einem Jahr wurden die Fohlen an allen vier Beinen angebunden.

Sie erhielten wenig abwechslungsreiche Nahrung während all

der Jahre, nur Gerste und Stroh. Sehr wenig Nahrung wurde den

Fohlen bis zum Alter von zwei Jahren gegeben. Die Fohlen blieben

verkümmert und wurden wenig geschätzt, obwohl sie sehr gute

Mütter und Väter hatten.

Die Neuerungen im Gestüt von Mehmed Ali hatten auch das Interesse

von Ibrahim Pascha erregt. Hamont hatte ihm Bericht erstattet,

welche Reformen notwendig wären. Mit Hilfe des Franzosen

Bonfort, der schon seit langen Jahren in Diensten von Ibrahim Pascha

war, konnten diese umgesetzt werden. Es wurden Änderungen

in der Fütterung eingeführt, die Ställe verbessert und Koppeln

eingerichtet. Die Fütterung mit Luzerne, das reichliche Futter für

die Fohlen und die Bedeckungen wurden nach dem Muster von

Shoubra organisiert. Doch Hamont konnte seine Reformen nicht

3/2018 - www.in-the-focus.com

63

vollständig umsetzen, da er auf den Widerstand der bediensteten

Türken stieß.

Ibrahim Pascha verkaufte seine dreijährigen Pferde in einer öffentlichen

Auktion, die besten behielt er für sich selbst.

Das Gestüt von Abbas Pascha

Das Gestüt von Abbas Pasha lag in einer sandigen Ebene in der

Nähe von Heliopolis. Die Anlage war eine Kopie von Shoubra. Lange

Zeit hatte Abbas Pasha seine Pferde im Freien gehalten, in der

Sonne, im Regen, ohne Probleme.

Die Stuten und Hengste waren aus dem Nedjd und von der schönsten

Rasse. Die Leitung des Gestüts wurde einem Mann aus dem

Hedschaz anvertraut. Es gab weder Hunger noch Krankheiten wie

Rotz oder Druse. Die Geburtenrate war hoch, aber geringer als in

Shoubra. Die Fohlen wurden mit Datteln und Kamelmilch ernährt.

Abbas Pascha überwachte die Aufzucht der Fohlen.

Geschrotete Gerste, Luzerne, Häcksel und einige andere Neuerungen

wurden übernommen. Die Ställe waren wie in Shoubra, die

Fohlen konnten sich frei bewegen, es gab keine Barrieren. Es war

das reichste Gestüt in Ägypten und zeichnete sich durch die sehr

hohe Qualität der Hengste, Stuten und deren Nachzucht aus. Es

zählte 150–200 Köpfe. Abbas Pasha liebte seine Pferde sehr, von allen

Kindern Mehmed Alis war er es, der sich am besten auskannte.

Es war für Ausländer fast unmöglich, sein Gestüt besuchen zu

dürfen. Die Produkte aus dem Gestüt dienten Abbas Pascha und

seinen Mamelucken als Reitpferde. Sein Großvater wollte ihm die

Leitung seines Gestüts in Shoubra übertragen. Nach Hamonts Ansicht

hätte Mehmed Ali nichts Besseres tun können, denn diese Ernennung

wäre ein Segen für das ganze Land gewesen.

Das Gestüt von Kurschid Pascha

Das Gestüt lag in Embabé, gegenüber Boulac. Die Stuten und

Hengste stammten aus dem Nedjd, wo Kurschid Pascha mehrere

Jahre lang Gouverneur war.

Es waren sehr schöne Pferde; einige prächtige Hengste; hervorragende

Nachzucht, etwa 150 Köpfe. Kurschid Pascha hatte ein Gestüt,

das gut durchdacht war. Die Nahrung der Pferde war vielfältig

und reichlich; ein Europäer leitete das Gestüt. Wenn Kurschid

Pascha sich voll und ganz auf sein Gestüt konzentrieren könnte,

so Hamont, könnte er die besten Pferde in Ägypten züchten, und

wenn er seine Hengste und Stuten aufgeben würde, so wäre dies

ein großer Verlust für ganz Ägypten.

Mehmed Ali hatte seinem ehemaligen Mamelucken verboten, seine

Stuten oder Hengste zu verkaufen, er durfte jedoch die Fohlen

verkaufen. Neben diesen Gestüten züchteten auch einige hochrangige

Regierungsbeamte in Ägypten arabische Pferde: Achmet

Pascha, Kriegsminister und Neffe des Vize-Königs, hatte mehrere

Nedjd-Hengste von großer Schönheit und zwanzig oder dreißig

arabische Stuten von der schönsten Rasse. Sein Gestüt wurde in

der Art und Weise, wie es für Ägypten typisch ist, geführt.

Aus dem Buch "Königliche Pferde – die arabische Pferdezucht

der württembergischen Könige" von G. Waiditschka, erschienen

bei IN THE FOCUS, 260 Seiten, ca. 300 Abb., 59,00 €

Geschichte


Über die Regenbogenbrücke

Über die Regenbogenbrücke...

Over the Rainbowbridge...

Foto: Javan

Im Alter von 28 Jahren mußte Menina im Gestüt

Cafra Arabians nach einem Weideunfall

eingeschläfert werden.

Gezogen im Gestüt Alemich von Sylvia Garde-Ehlert,

kam die Menes-Tochter Menina mit

14 Jahren in den Besitz von Barbara Schwarz,

nachdem sie sich zuvor bei Reinhard Sax als

Zuchtstute bewährt hatte. Bei Barbara Schwarz

wurde 2005 die Stute Metallica (v. Khidar) geboren,

die später vom VZAP mit dem Prämientitel

ausgezeichnet wurde. Metallica hatte vier

Fohlen, darunter die beiden Prämienstuten Al

Janina CF (v. Jenisseij) *2009 und Medina CF (v.

Stival) *2012 . Unter anderem aufgrund dieser

beiden Titel wurde Metallica mit dem Elite-Titel

ausgezeichnet. 2007 wurde Meninas Tochter

Marielle CF (v. Navodchik) geboren, die eine

Karriere als Renn- und Distanzpferd einschlug.

Foto: G. Waiditschka

The Vision HG 1994-2018

Sie geht in die Geschichte des Arabischen

Pferdes als die Hengstmutter par excellence

ein: The Vision HG (Thee Desperado / Belle

Staar).

Gezogen in den USA, kam sie als Jährling

nach Israel zu Ariely Arabians, wo sie zu einem

Grundpfeiler der Zucht wurde. Sie war

selbst erfolgreich im Schauring und dreimal

Israelische National-Championesse. Insbesondere

ihre Söhne Al Lahab (v. Laheeb)

*1999, Al Maraam (v. Imperial Imdal) *1998,

Al Hakim (v. Muhajjal), Al Hadiyah AA (v.

Laheeb) *2005, und Al Ayal AA (v. Al Ayad)

*2008 sind auch in Deutschland bekannt.

Während Al Lahab zu Familie Friedmann kam

und als Weltchampion Furore machte, stand

Al Hakim bei Thomas Mayer, wo er ausgiebig

eingesetzt wurde.

Menina 1990-2018

At the age of 28 Menina had to be put down

at her home at Cafra Arabians after a severe

accident.

Born at Alemich Stud of Sylvia Garde-Ehlert,

the Menes daughter Menina came into the

possession of Barbara Schwarz at the age of

14, after she had proven to be a broodmare

with Reinhard Sax. Her daughter Metallica (by

Khidar), who was later awarded the premium

title by the VZAP, was born at Barbara Schwarz

in 2005. Metallica had four foals, including the

two premium mares Al Janina CF (v. Yeniseij)

* 2009 and Medina CF (v. Stival) * 2012. Due

to these two titles, among other things, Metallica

was awarded the 'Elite title' of the VZAP.

In 2007, Menina's daughter Marielle CF (by

Navodchik) was born, who made a career as a

racing and endurance horse.

Exquisites Fantasy 2002 - 2018

Er hat das Aachener Turnier gerockt - und so

wird er in Erinnerung bleiben: Die Dressurbegabung

Equisites Fantasy starb viel zu jung

im Alter von nur 16 Jahren.

Der selbstgezogene Hengst aus spanisch/

ägpytischen Linien war Susanne Werth-Hofbauers

ganzer Stolz. Ausgebildet bis Klasse S

bewährte er sich unter seinem Reiter Stefan

Hirnböck auch gegen Warmblüter und war

ein wahrer Botschafter seiner Rasse.

Im Alter von vier Jahren wurde er Österreichischer

National Champion, 2014 wurde er

für Trakehner und die Warmblutzucht in Österreich

gekört, und startete in der S-Dressur.

Mit einer tollen Reitvorführung anläßlich der

Schau in Wels trabte er sich in die Herzen der

Österreicher, die Krönung des Jahres war das

Aachener Turnier, das er klar dominierte.

64

She goes down in the history of the Arabian

horse as the dam of stallions par excellence:

The Vision HG (Thee Desperado / Belle

Staar).

Bred in the USA, she came as a yearling to

Ariely Arabians in Israel, where she became

a cornerstone of the breed. She was successful

in the show ring and three times Israeli

National Champion. In particular her sons

Al Lahab (by Laheeb) *1999, Al Maraam (by

Imperial Imdal) *1998, Al Hakim (by Muhajjal),

Al Hadiyah AA (by Laheeb) *2005,

and Al Ayal AA (v. Al Ayad) *2008 are also

known in Germany. While Al Lahab joined

the Friedmann family and became a World

Champion, the black stallion Al Hakim was

with Thomas Mayer at Black Smoke Arabians,

where he was used extensively.

Foto: privat

He rocked the tournament in Aachen - and he

will be remembered for that: The talented dressage

horse Equisites Fantasy died too young at

the age of just 16.

The self-bred stallion from Spanish / Egyptian

lines was Susanne Werth-Hofbauer's pride and

joy. Trained to level S, he proved himself under

his rider Stefan Hirnböck against Warmblood

horses and was a true ambassador of his breed.

At the age of four, he was Austrian National

Champion. In 2014 he was licensed for Trakehner

and warmblood breeding in Austria,

and started at S-dressage level. With a great

demonstration of his skills on the occasion of

the show in Wels he trotted into the hearts of

the Austrians, the highlight of the year was the

Aachen tournament, which he clearly dominated.

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


Termine 2018 / Shows & Events 2018

6.-7. Oktober Deauville Arabian Cup Deauville / FR www.ecaho.org

12.-14. Oktober

Verbandshengstschau und

Körung des VZAP

Alsfeld / DE

www.vzap.org

17.-18. Oktober "Salon du Cheval" de El Jadida El Jadida / MOR www.ecaho.org

19.-27. Oktober US Nationals Tampa, OK / USA www.arabianhorses.org

27.-28.Oktober European Championships Azelhof - Lier / BE www.ecaho.org

17.-18. November Intern. Championship El Zahraa El Zahraa, Cairo / EGY www.ecaho.org

23.-25. November

1.-17. Februar

World Arabian Horse

Championships

Paris / FR

www.ecaho.org

Termine 2019 / Shows & Events 2019

WAHO-Konferenz mit Züchterreisen

in Australien

Sydney / AUS

www.waho.org

Impressum

31. Mai - 2. Juni DM / DJM Distanzreiten Alheimer Challenge www.vdd-aktuell.de

25.-28. Juli

Europa-Meisterschaft der Sport-

Araber

WTC, Wiener Neustadt/AT

Araber-Trophy Termine 2018

www.friends-of-arabiansporthorses.at/

6. Oktober El Naarah Cup Mannheim-Blumenau 38 km / 61 km / 76 km

20. Oktober Pyramid Society Cup Kronau b. Karlsruhe 35 km / 50 km

Nov. / Dez. Nikolaus-Distanz Weiterstadt/Lautertal Staffel 50 km Kartenritt

weitere Termine und Info: Ina Baader, Edelsteinstr. 2, 69198 Schriesheim, Tel.: 0177-8989891

Impressum - Mast Head

Redaktion / Editor:

Gudrun Waiditschka (v.i.S.d.P.)

Entenstrasse 20

D-73765 Neuhausen a.d.F.

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Verlag & Vertrieb / Publisher & Distribution:

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Übersetzungen / Translations:

Gudrun Waiditschka, Alexandra Dietl

Mitarbeiter dieser Ausgabe /

Contributors to this issue:

Birgitta Frosch, Fenicio B. Kettel-Symann,

Corinna Knaack-Lindemann, Nelly Phillipot,

Svenja Stelse-Heine

Fotografen / Photographers:

Betty Finke, Jan Krischnick, Roger Lothaire,

Nicole, Sachs, Oliver Seitz, Rosi Straub, Arlette

Studer

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der Redaktion wieder.

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3/2018 - www.in-the-focus.com

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Vorschau - Preview

Vorschau - Preview

Ausgabe 4/2018 - erhältlich Ende Dezember 2018

Issue 4/2018 - available at the end of December 2018

Die drei großen Schauen geben den Trend an, in welche

Richtung die Zucht geht. Wir analysieren wie gewohnt die Sieger

und Platzierten. – The three big shows give the trend, in which direction

the breed will go. As usual, we have analysed the winners

and placed horses.

Die Verbandshengstschau des VZAP ist dieses Jahr so klein wie nie.

Wir berichten über die neuen Hengste und machen uns Gedanken

zur weiteren Zuchtentwicklung.

Ist Ihre Urlaubsplanung für 2019 schon fertig? Wenn nicht, wir zeigen

Ihnen, wo man Urlaub mit arabischen Pferden machen kann!

Das Turnier in Aachen ist jedes Jahr ein Highlight im Turnierkalender

der Reiter von arabischen Sportpferden. Wir berichten über die

Höhepunkte und stellen die Sieger vor.

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2018


ZÜCHTERREISE IN DAS

RUSSISCHE GESTÜT TERSK

2019

Jetzt schon vormerken -

der vorraussichtliche Reisetermin

ist Mitte-Ende August 2019

Interessenten wenden sich bitte an

Frau Ali Selzer von “Reit-Safari”: info@reit-safari.de

oder Tel. +49-(0)89-890699-66

www.in-the-focus.com/2018/10/zuechterreise-in-das-russische-gestuet-tersk/

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