ME2BE CAMPUS Herbst/Winter 2018

me2be

SPECIAL

CAMPUS

STUDIUM IN SCHLESWIG-HOLSTEIN UND HAMBURG

AUF IN DIE ZUKUNFT

5 Megatrends, die unsere Welt verändern

www.me2be.de Heft 02 Herbst/Winter 2018 € 2,90


EDITORIAL

Yes Future!

Mit dem Begriff „No Future“ (frei übersetzt: „Keine

Zukunft“) wandte sich die englische Punk-Bewegung

Ende der 1970er Jahre gegen das ‚Establishment’ und

schockierte Eltern, Lehrer und Arbeitgeber mit einer

radikalen Verweigerungshaltung. 40 Jahre später ‚boomt‘

das Thema Zukunft! Ausgehend von einer positiven

Arbeitsmarktsituation und sich rasant entwickelnder

Technologien stehen wir der Zukunft heute optimistischer

gegenüber. 2018 heißt unser Slogan deshalb: „Yes Future!“

(frei übersetzt: „Wir wollen die Zukunft mitgestalten!“)

Wie schnell vor allem die Fachhochschulen Hamburgs

und Schleswig-Holsteins, aber auch viele Arbeitgeber

auf Megatrends wie „Künstliche Intelligenz“ und „Bio

Engineering“ reagieren, beschreiben wir euch in dieser

CAMPUS-Ausgabe. Wir schauen durch die Hörsaalfenster

der FH Westküste, der Hochschule Flensburg, der FH

Kiel, der HAW, der Technischen Hochschule Lübeck,

der Muthesius Kunsthochschule und besuchen zum

ersten Mal die „hochschule 21“ in Buxtehude sowie die

Syddansk Universitet (SDU) in Sønderborg. Interessante

Einblicke erhaltet ihr in die Stadtverwaltung Elmshorn,

die International Design Factory und die GMSH.

Dass unsere Begeisterung für das Thema Zukunft

unzertrennlich mit dem Fokus auf Umweltschutz und

Nachhaltigkeit verbunden ist, präsentieren wir euch

unter anderem in der Rubrik NØRDTIMES. Dort berichtet

Marie Delapièrre, wie sie mit ihrem „Unverpackt“-

Laden sich gegen den Verpackungsmüll stemmt, und

von Till Dietsche erfahren wir, warum das Cinemare-

Filmfestival in Kiel mehr bietet als nur ein Meeresthema!

Wer sich lieber online bewegt, kann dieses

Magazin auf me2be.de als e-Paper durchblättern

und jeden Artikel einzeln als Web-Beitrag finden.

Ebenfalls auf unserer Webseite: weitere regionale

Ausbildungsangebote, Adressen und Bewerbungstipps

sowie mehr als 500 Portraits und Stories von

zukunftsorientierten Studis aus dem Norden!

Happy Wintertime!

Eure ME2BEs

www.me2be.de

3


INHALT

42

„HOCHSCHULE 21“: GENIAL DUAL.

Im Trend: Duale Technik-Studiengänge an der „hochschule 21“ in

Buxtehude

42

CAMPUS

06

08

14

33

84

„hochschule 21“:

Genial dual.

NACHGEFRAGT

Studentin Elena Kruse befragt die Bildungsministerin Karin Prien

ZUKUNFT GESTALTEN –

ABER HEUTE SCHON!

Fünf Megatrends, die unsere Welt verändern

STUDIS ON AIR

Warum Studieren im Norden glücklich macht

STUDIUM ODER AUSBILDUNG?

Welcher Typ bist du?

WIE WOHNST DU?

Diesmal zwei Männer-WGs

46

48

50

52

56

58

60

64

68

STUDIEREN BEI DER STADT ELMSHORN!

Neue duale Studienangebote der Elmshorner Stadtverwaltung

VOM HÖRSAAL AUFS HAUSBOOT!

Kreative Lehrmethoden an der TH Lübeck

„ICH MÖCHTE ETWAS GUTES TUN!“

Im Gespräch mit Prof. Dr. Dirk Jacob, Studiengangsleiter

„Energie- und Gebäudeingenieurwesen“ an der TH Lübeck.

„HOCHSCHULE IM ELFENBEINTURM

FINDE ICH FATAL!“

CAMPUS-Redakteur Chris im Gespräch mit Dr. Christoph Jansen,

Präsident der Hochschule Flensburg.

NAH AN ALLEM - DEM STUDIUM,

DEM WASSER UND DER FAMILIE!

Sophie Hansen über ihr Studium in Dänemark

NEUE FORSCHUNGSEINRICHTUNG

FÜR DIE NACHHALTIGKEIT

Die HAW Hamburg koordiniert „European School of Sustainability

Sciences and Research“

DIE WELT SCHÖNER MACHEN!

An der Berufsfachschule Design Factory International in Hamburg-

Altona studieren Schülerinnen und Schüler „Kommunikationsdesign“

„DESIGN TRÄGT EINE VERANTWORTUNG!“

Im Gespräch mit Jesta Brouns, Schulleiterin der Hamburger Design

Factory International

STUDIUM DER ÄSTHETIK

Mit ihrem Umzug nach Kiel tauchte Juniper Horn (23) in die Welt

der Medien ein. Heute studiert sie Kommunikationsdesign an der

Muthesius Kunsthochschule.

76

79

79

80

81

82

82

STUDENTEN-PORTRAITS

INTERNATIONAL TOURISM MANAGEMENT

(M.A.), WIRTSCHAFTSPSYCHOLOGIE (B.A.),

TRIALES MODELL BETRIEBSWIRTSCHAFT,

WIRTSCHAFTSRECHT (LL.B.)

FH Westküste

DUALES STUDIUM BAUINGENIEURWESEN

Stadt Elmshorn und „hochschule 21“

DUALES STUDIUM GEBÄUDETECHNIK

UND -AUTOMATION (B.ENG.)

„hochschule 21“

MEDIENINFORMATIK

Hochschule Flensburg

ENERGIE- UND

GEBÄUDEINGENIEURWESEN (B.ENG.)

TH Lübeck

BAUINGENIEURWESEN (B.ENG.)

FH Kiel

DUALES STUDIUM

BAUINGENIEURWESEN (B.ENG.)

FH Kiel und GMSH

76

94

95

20

34

DAS REZEPT EINER MÄNNER-WG

Pasta mit Gemüse-Tomatensoße

TIPPS UND TRENDS

App, Buch, Musik & Film

STUDIUM

38

HIER KOMMT DIE WIRTSCHAFT!

Beliebte Wirtschaftsstudiengänge an der FH Westküste

„DIGITALES BAUEN“ AN DER FH KIEL

Modernes „Bauingenieurwesen“ (B.Eng.) an der Fachhochschule

Kiel

FRISCHER INGENIEURGEIST FÜR DIE GMSH

Die GMSH erweitert ihr duales Studienangebot an der FH Kiel

72

FUTUR 3

Das Kieler Kunstfestival zur Zukunft künstlerischer Arbeit

Die Welt schöner

machen!

03

75

60

EDITORIAL

IMPRESSUM

100

102

104

106

Hartes Metall. Weicher Kern

Thomas Jensen (52), Miterfinder des Wacken Open Air,

über frühe Versuche in einer Punk-Band und eine

überraschende Erfolgsstory

Von der Video-AG auf den roten

Teppich

Der Weg des Kult-Regisseurs Lars Jessen.

Unverpackt

Interview mit Marie Delaperrière, Gründerin des Kieler

Zero-Waste-Ladens „Unverpackt“.

Mehr als Meer

Interview mit Till Dietsche, Leiter des Internationalen

Meeresfilmfestivals CINEMARE Kiel.

108

Wo

&

112

sind

Wo Wind und Wellen sind

Vom Hobby zum Beruf – Interview mit dem Kieler

Windsurfer Leon Jamaer

4

5


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Text Joachim Welding

Foto Frank Peter,

Jana Limbers

fragt

ge-

Nach-

„Digitale Medien

verändern unser Leben“

Die Digitalisierung ist ein Mega-Thema für die Schulen. Mehr als 3.000

Lehrerinnen und Lehrer aus Schleswig-Holstein kamen Ende September

nach Kiel, um am bundesweit größten Kongress „Digitale Bildung und

Fachunterricht“ teilzunehmen. Dies war der Startschuss für eine Lehrerfortbildungsoffensive

bis 2020. Im Interview erklärt Bildungsministerin

Karin Prien, warum digitales Lernen an Schulen so wichtig ist.

In der Reihe ME2BE-Reihe „Nachgefragt“ können Schülerinnen und Schüler,

Azubis und Studierende verantwortliche Politikerinnen und Politiker aus

Schleswig-Holstein und Hamburg direkt befragen. Elena Kruse (27) studiert

Medienwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Ihre Fragen

über die digitale Schule und die Weiterbildungsoffensive der Lehrkräfte richtet

sie an die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU).

ME2BE: Wie verlief dieser so wichtige Kongress

für die digitale Weiterbildung der

Lehrkräfte?

PRIEN: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

konnten aus 250 Workshops zu allen Schulfächern

auswählen, Podiumsdiskussionen und

Fachvorträgen von Experten lauschen und sich

an den Ständen der digitalen Modellschulen

informieren. Doch das war erst der Anfang:

Der Impulskongress findet eine Fortsetzung

in einem großen Programm der fachlichen

Fortbildung. Lehrerinnen können außerdem

an den digitalen Modellschulen hospitieren,

also von versierten Kolleginnen und Kollegen

lernen. Das Ziel ist klar: Es geht darum, digitale

Medien im Unterricht sinnvoll einzusetzen.

Warum investiert das Land jetzt so intensiv

in die „digitale Schule“?

Alle Lebensbereiche werden von digitalen

Umwälzungen, sich ständig wandelnden Möglichkeiten

durch das Internet und sozialen

Medien grundlegend verändert. Das ist eine

der größten Herausforderungen für unsere

ganze Gesellschaft, für die Wirtschaft und die

Demokratie. Digitale Bildung und Demokratiebildung

gehören unmittelbar zusammen.

Der Ort, an dem beides zusammenläuft, ist

die Schule. Hier müssen wir den Schülerinnen

und Schülern frühzeitig einen souveränen

Umgang mit digitalen Medien und eine kritische

Reflexion vermitteln. Und deshalb müssen

wir auch die Fortbildung der Lehrkräfte

zu diesem Thema intensivieren.

Was haben die Schülerinnen und Schüler

davon?

Ich wünsche mir, dass jedes Kind, das in

Schleswig-Holstein die Schule verlässt, gut

zurechtkommt in der digitalen Welt – mit

allen ihren Chancen und Risiken, so dass es

diese Welt auch aktiv mitgestalten kann.

Viele Lehrkräfte haben noch Nachholbedarf,

was den Unterricht mit den digitalen

Medien angeht. Wie schätzen Sie das ein?

Ich habe mich gefreut, dass allein zum

Impulskongress so viele Lehrerinnen und

Lehrer gekommen sind. Das zeigt mir, mit

wie viel Interesse und Engagement sich die

Lehrkräfte an ihren Schulen für die digitale

Bildung in ihren jeweiligen Fächern einsetzen

und wie groß der Informationsbedarf

ist. Wir werden in den nächsten zwei

Jahren den Schwerpunkt auf eine intensive

Fortbildung zum Einsatz digitaler Medien

im Fachunterricht legen und die guten

Konzepte aus den 130 Modellschulen im

Land an alle Schulen herantragen.

Führt die digitale Schule in jedem Fall zu

besseren Leistungen und Ergebnissen?

Digitale Medien in Schule und Unterricht

sollen in Zukunft selbstverständlich werden.

Dieser große Umbauprozess ist nicht einfach,

aber unsere Lehrkräfte sind dabei auch Vorbilder

für die Schülerinnen und Schüler. Wir

wissen auch: Der intensive Einsatz digitaler

Medien führt nicht automatisch zu besserem

Unterricht. Unsere Lehrkräfte setzen sich deshalb

damit auseinander, wie digitale Medien,

die technischen Geräte und die (Lern-)Software

im Fachunterricht sinnvoll eingesetzt

werden können.

Wie schätzen Sie die technischen Voraussetzungen

ein?

Schleswig-Holstein ist auf einem guten Weg.

Die Anbindung der Schulen an Breitband und

schnelles Internet wollen wir bis Ende 2020

abgeschlossen haben.

6

7


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Text Joachim Welding

Illustration Ibou Gueye

Zukunft gestalten –

aber heute schon!

Fünf Megatrends, die unsere Welt verändern

Jeder spürt es. Wir leben in einer spannenden Zeit der Umbrüche:

Elektroautos, Roboter, Klimaschutz, der Wandel der Arbeitswelt.

Die Megatrends, die bereits begonnen haben, werden unser

Leben künftig gehörig umkrempeln. Junge Leute können

schon heute die neue Welt mitgestalten: Die Hochschulen im

Norden haben die Zukunft längst im Studienangebot.

Sie haben schon begonnen und reichen mehrere

Jahrzehnte in die Zukunft: Megatrends

beeinflussen uns bereits heute und sie werden

es künftig immer stärker tun. Sie entwickeln

sich unaufhaltsam, manchmal dynamischer,

manchmal langsamer. Aber sie verändern die

Welt immer grundlegend und langfristig. Das

war beim Siegeszug des Autos Anfang des 20.

Jahrhunderts so und es war so, als der Computer

ab den 1970-ern Jahren das digitale Zeitalter

eingeläutet hat. Die fünf maßgeblichen

Megatrends spielen künftig eine entscheidende

Rolle: Sie bestimmen, wie sich unsere

Welt, unsere Gesellschaft und unser persönliches

Leben verändern wird.

Soziale Medien und das Internet scheinen

die Trendwechsel noch anzutreiben. Doch

Forscher sagen: Dies gilt nur für kurzfris-

tige Trends – etwa was gerade in der Mode

oder beim Design angesagt ist. Auf wirklich

gesellschaftsverändernde Trends der nächsten

Jahrzehnte hat das World Wide Web keine

direkte Auswirkung. Trendforscher haben die

Zeichen der Zeit längst erkannt, und nicht nur

die Unternehmen reagieren darauf. Auch die

Hochschulen führen mit innovativen Studiengängen

in die Zukunft hinein.

Wenn es um den Megatrend Künstliche Intelligenz

und Robotik geht, weist „Roberta“, schon

in den Schulen den Weg. Die charmante, programmierbare

Dame ohne Berührungsängste

ist der ‚Star‘ der Kurse, die Schülerinnen und

Schüler ab 10 Jahren für Technik, Informatik

und Naturwissenschaften begeistern. Seit

2012 bietet das Roberta-Regio-Zentrum an der

Fachhochschule Kiel ihren didaktischen Service

allen Schulen in Schleswig-Holstein an. Natürlich

nicht ohne Hintergedanken: Die FH hat das

Wissen für die angewandten Technologien der

Zukunft bereits im Studienangebot.

Im Fachbereich Informatik und Elektrotechnik

mit den Studiengängen Maschinenbau,

Informationstechnologie, Mechatronik, Elektrotechnik

und Industrial Engineering gestalten

die Kieler FH-Absolventen kreativ neue

technische Systeme. Dazu gehören auch die

Vereinbarkeit von Ökonomie und Technik, der

Ausbau weltweiter Kommunikation und der

Einsatz von Mikrosystemen in allen Lebensbereichen.

Künstliche Intelligenz ist auch

ein wichtiger Baustein im Informatikstudium

an der Christian-Albrechts-Universität Kiel

(CAU). Forscher des Lehrstuhls für Regelungstechnik

arbeiten hier an autonomen Robotersystemen.

Die Universität Lübeck betreibt

8


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Die fünf Megatrends

1: Künstliche Intelligenz 2: Neue Mobilität

„Trendforscher haben die Zeichen der

Zeit längst erkannt, und nicht nur die

Unternehmen reagieren darauf.“

Technologien wachsen durch ein digitales Netzwerk intelligent

zusammen - dank kommunizierender Systeme. Dazu werden auch

Roboter gehören, die zuhause lästige Dinge erledigen oder Kranke

und pflegebedürftige Menschen im Alltag unterstützen.

Auch die Unternehmen und die Arbeitswelt werden durch Innovationen

in Informations technik, Sensorik und Robotik deutlich anders

aussehen als heute.

Erste Entwicklungen – Stichwort „Industrie 4.0“ – sind schon angelaufen:

mit Fabriken, die fast ohne Menschenhand von alleine laufen. Den

Fortschritt antreiben werden außerdem miniaturisierte Bauteile und

intelligente Algorithmen, die das „Web 3.0“ möglich machen.

Das Auto wird in Zukunft nicht mehr die Mobilität bestimmen: Eine

zunehmende Vielfalt an Mobilitätsformen wird geprägt von Individualisierung,

Konnektivität, Urbanisierung und Neo-Ökologie. Technische

Erfindungen und veränderte Bedürfnisse der Menschen werden neue

Formen der Fortbewegung hervorbringen: elektrisch, vernetzt, digital.

E-Autos und E-Busse würden autonom ohne Fahrer unterwegs sein und

miteinander ‚kommunizieren‘, um Unfälle möglichst vollständig zu vermeiden.

Wir stehen am Beginn eines neuen, multimobilen Zeitalters, in dem

auch E-Bikes, Öffentlicher grüner Nahverkehr, Hochleistungsdrohnen

für den Warentransport den Alltag enorm beeinflussen.

sogar ein eigenes Institut für Robotik und

Kognitive Systeme - die Studierenden in diesem

Bachelor- und Master-Fach profitieren

direkt von den neusten Entwicklungen der

Wissenschaft.

Wenn es sich um E-Autos und den Megatrend

Mobilität dreht, wissen die Studierenden der

FH Kiel, wo es lang geht: Sie konstruieren im

Team jedes Jahr einen neuen, pfeilschnellen

elektrischen Rennwagen für die Formula

Student. Sie sind auch in die Forschungsarbeiten

im Kompetenzzentrum Elektromobilität

Schleswig-Holstein direkt eingebunden

– dort werden etwa neue Regelsysteme an

E-Autos erforscht. Auch bei dem bundesweiten

Großprojekt „E-Highway“, in dem Elektro-Lastwagen

auf der A1 bei Lübeck ein neues Oberleitungssystem

testen, ist die FH Kiel an Bord.

Wie E-Autos entwickelt werden, lernen Studierende

unter anderem im Bachelorstudiengang

Mechatronik/Schwerpunkt Elektromobilität.

Lübeck ist die erste Adresse für ganz neue

Ideen zum Megatrend Gesundheit: Die Universität

und auch die Fachhochschule haben sich

auf dem Campus neben dem Universitätsklinikum

ganz dem Zukunftsthema „Life Science“

verschrieben. Dazu gehören nicht nur Fächer

wie Medizin, Logopädie oder das neue Angebot

Hebammenwissenschaft an der Uni. Fächerübergreifende

und sehr spezielle Studiengänge

weisen hier direkt in die Zukunft: Medizinische

Informatik, Biomedical Engineering oder Molecular

Life Science ebenso wie Medizinische

Ernährungswissenschaft oder Mathematik in

Medizin und Lebenswissenschaft.

Die Fachhochschule Lübeck hat ebenfalls technisch

orientierte Spezialfächer im Angebot,

die letztlich die Gesundheit des Menschen im

Focus haben: Biomedizintechnik, Biomedical

Engineering, Hörakustik und Audiologische

Technik. Medizinische Spitzenforschung betreiben

die Unis Kiel und Lübeck gemeinsam mit

dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

im Forschungscluster Entzündungsforschung.

Darin entwickeln die Wissenschaftler ganz

neue Therapien gegen Krankheiten wie Morbus

Crohn oder Neurodermitis. Davon profitieren

nicht nur die Patienten, sondern auch die Studenten

in ihrer Ausbildung.

Unsere Erde und ihre natürlichen Ressourcen

gelten den meisten Menschen als höchstes Gut:

Entsprechend nimmt derzeit der Megatrend

Neo-Ökologie mächtig Fahrt auf. Es geht zum

Beispiel darum, die Klimaerwärmung zu stoppen,

indem die Energiewende vorangetrieben

wird. Hier kann Flensburg punkten: Die Hochschule

bietet mit dem Bachelorstudiengang

Energiewissenschaft ein hochkarätiges Ingenieurstudium

an. Um alternative Energieformen

wie Windkraft oder Sonnenenergie geht es in

den Angeboten Regenerative Energietechnik

und Wind Engineering. Über den Tellerrand

blicken Studierende an der Europa-Universität

Flensburg mit den spannenden Studiengängen

Energie- und Umweltmanagement in Industrieländern/Entwicklungsländern.

Wer das Meer

schützen will – die Verschmutzung der Ozeane

ist derzeit ja ein ganz großes Thema – der

sollte nach Kiel schauen. Hier ist nicht nur das

weltweit anerkannte Meeresforschungsinstitut

Geomar zuhause. An der CAU kann der Nachwuchs

außerdem Fächer wie Physik des Erdsystems

(Meteorologie, Ozeanographie, Geophysik)

oder Marine Geosciences studieren.

Um den Energieverbrauch in Gebäuden zu senken

und damit den Klimawandel zu bekämpfen,

punktet die Fachhochschule Westküste mit

einem einzigartigen Studienangebot: Umweltgerechte

Gebäudesystemtechnik heißt dort die

Antwort auf die Anforderungen der Zukunft.

Und die junge „hochschule 21“ in Buxtehude

bietet eine außergewöhnliche Kombination:

„Gebäudetechnik und Gebäudeautomation“

lauten die starken Zukunftsthemen mit interessanten

Karrierechancen. Absolventen können

im Zuge der Megatrends mit dazu beitragen,

dass die Welt ein kleines bisschen besser wird

– wenn das nicht trendy ist!

10

11


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

3: Gesundheit & Fitness

Ein Lebensstil, der Körper, Geist und Seele gesund erhält, wird schon

heute von Millionen Menschen gepflegt. Gesundheit bedeutet ihnen

ein gutes Leben. Als zentrales Lebensziel hat sich dieser Trend tief in

die Kultur und das Selbstverständnis der westlichen Welt eingeprägt

und beeinflusst so sämtliche Lebensbereiche. Die Menschen erwarten

vom Gesundheitssystem, aber auch von Arbeitgebern, dass sie auf dieses

neue Bewusstsein reagieren. Work-Life-Balance gehört dazu, aber

auch das Thema Lebensverlängerung durch personalisierte Medizin und

Lebensmittel, die auf jeden Menschen abgestimmt werden, um ihn möglichst

lange gesund zu erhalten. Auch „Fitness total“ und die Kontrolle

der Leistungsfähigkeit etwa mit intelligenten Messarmbändern gehören

zu diesem Megatrend.

4: Neo-Ökologie 5: New Work

Energiewende, Artensterben, ökologische Landwirtschaft, Null-Energie-Häuser,

Elektroautos, Meeresverschmutzung durch Plastik. Schon an

diesen aktuellen Schlagworten sieht man, dass der Megatrend Neo-Ökologie

in jeden Alltagsbereich hineinreicht. Ob gesellschaftliche Werte,

persönliche Kaufentscheidungen oder Unternehmensphilosophie – Fragen

der Umwelt werden auch dank technologischer Innovationen mehr und

mehr unseren Alltag verändern. Letztlich geht es darum, die Erde und ihre

Ressourcen für kommende Generationen zu erhalten.

Dieser Megatrend sorgt nicht nur für eine weltweite Neuausrichtung der

Werte, der Politik und der Kultur. Er dürfte auch unternehmerisches Denken

und Handeln von Grund auf verändern.

Der Wandel der Arbeitswelt hat begonnen: Kreativökonomie, die frei

bestimmte Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten und Work-Life-Balance

werden im 21. Jahrhundert selbstverständlich. Der Grund für diese Revolution

in Büros und Fabriken ist die Digitalisierung: Sie wird die menschliche

Arbeit immer mehr von lästigen, monotonen Tätigkeiten befreien

und gleichzeitig neue Aufgaben und Berufe kreieren. New Work wird die

Arbeitswelt von Grund auf umformen. Das Zeitalter der Kreativökonomie

ist bereits angebrochen: Jeder Mensch soll sich nach seinem eigenen

Potenzial entfalten können, lautet das Credo. Arbeit steht im Dienst des

Menschen und nicht umgekehrt, wie es bisher üblich ist. Künftig sollen

Arbeit und Leben harmonisieren.

12

13


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Text Christian Dorbandt

Foto Sebastian Weimar

STUDIS ON AIR

Warum Studieren im Norden glücklich macht

Lisa Krüger

aus Hörnum auf Sylt,

absolviert im 1. Semester

das duale Studium

Bauingenieurwesen (B.Eng.)

an der FH Kiel sowie beim

Kooperationspartner GMSH.

„Die ersten Wochen des Studiums verliefen äußerst interessant. Ich

bin gespannt, was noch alles auf mich zukommen wird, glaube aber,

die richtige Studienwahl getroffen zu haben! Wie ich darauf gekommen

bin, kann ich leicht erklären: Nach dem Mittleren Schulabschluss

an der Regionalschule Westerland und der Fachhochschulreife an

der Beruflichen Schule in Niebüll habe ich eine Ausbildung zur

Immobilien kauffrau absolviert. Während dieser Zeit bin ich beruflich

oft auf Baustellen gewesen und habe an Gesprächen mit Bauspezialisten

teilgenommen. Frustrierend war, dass mein Aufgabengebiet

stets endete, wenn die Bauingenieure kamen und es spannend wurde.

Nach Abschluss des dualen Studiums möchte ich selbst Bauprojekte

leiten und zwar bei der GMSH. In welche Richtung ich mich spezialisieren

werde, steht noch nicht fest. Momentan interessiert mich das

Thema Hochbau, aber in den nächsten vier Jahren werde ich für diese

Entscheidung noch genügend Zeit haben!

Dass die Studienblöcke an der Fachhochschule Kiel stattfinden, gefällt

mir ausgesprochen gut. Unser Campus wirkt angenehm kuschlig, und

ich bin froh, dass in unseren Vorlesungen nicht hunderte Zuhörer

sitzen, sondern nur rund 60! Ich komme aus der Gemeinde Hörnum

auf Sylt und bin Menschenmassen nicht gewohnt. An Sylts Südspitze

genieße ich die meiste Zeit des Jahres menschenleere Strände und

kann meinem Hobby Wellenreiten nachgehen. Für Surfer ist die Insel

ein Topspot, allerdings sollte man sich vorher mit den Wind- und

Wassereigenschaften vertraut machen. Die Strömung der Nordsee

ist gefährlich und an manchen Stellen bis zu drei Knoten stark. Wo

die beste Welle bricht? Das werde ich nicht verraten, lässt sich aber

auch nicht genau voraussagen. Die Qualität der Wellen ist immer von

mehreren Faktoren abhängig, zum Beispiel von den Sandbänken, die

ständig in Bewegung sind. Ideale Bedingungen herrschen meistens,

wenn es windstill ist und die Wellen Druck haben! Auf der Kieler

Förde werde ich demnächst die optimalen Segelbedingungen nutzen.

Als Wassersportlerin bin ich in Kiel jedenfalls perfekt aufgehoben!“

15


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Text Christian Dorbandt

Foto Sebastian Weimar

Vanessa Skudlik

26 Jahre, aus Baden-

Baden, studiert im 1.

Semester Bauingenieurwesen

(B.Eng.) an der FH Kiel.

„Hallo, mein Name ist Vanessa. Ich gehöre zu den ersten Studierenden

des neuen Studiengangs Bauingenieurwesen an der FH Kiel und

bin momentan sehr glücklich mit dieser Entscheidung! Ich war schon

immer ein vielseitig interessierter Mensch. Vielleicht verlief deshalb

meine berufliche Orientierung etwas ungewöhnlich! Nach dem Abitur

studierte ich zunächst vier Semester Judaistik an der Universität

Tübingen, bis mich die philosophische Ausrichtung und die mangelnden

Berufsaussichten zu einem radikalen Kurswechsel bewegten.

Ich begann mich für Berufe im Gesundheitswesen zu interessieren,

absolvierte ein Freiwilliges Soziales Jahr in Kiel und startete eine

Ausbildung zur Medizinisch-technischen Radiologieassistentin. Leider

fühlte ich mich auch in diesem Beruf nicht wohl. Aber die Stadt Kiel

gefiel mir auf Anhieb! Obwohl ich ursprünglich aus Baden-Württemberg

stamme, mag ich keine Berge, sondern genieße die Weite und

das Meer. Da ich mich für Küstenschutz und Wasserbau interessiere,

ermutigte mich mein Onkel, der als Bauingenieur tätig ist, zu einem

Bauingenieur-Studium. Die Vorstellung erschien mir zunächst fremd,

doch nach und nach wuchs mein Interesse, so dass ich mich schließlich

für diesen Studiengang entschied. Idealerweise wird er erstmalig

an der FH Kiel angeboten. Und nach den ersten Wochen glaube ich,

tatsächlich das passende Studium gefunden zu haben. Mein Wunsch

ist es nun, industriebegleitet zu studieren. Das bedeutet, dass ich mir

innerhalb eines Jahres einen Kooperationsbetrieb als Partner suchen

muss. Daraus würden sich einige Vorteile ergeben, zum Beispiel eine

realitätsnahe Vorbereitung auf das Berufsleben, gute Übernahme- und

Aufstiegschancen in dem Partner-Unternehmen sowie eine monatliche

Vergütung während des Studiums. Ich gehe jedenfalls besonders

motiviert in dieses Studium und bin von der zukunftsorientierten

Ausrichtung der Kurse begeistert. Außerdem genieße ich jeden Tag

meinen Arbeitsweg. Erst fahre ich mit dem Fahrrad vom Blücherplatz

zur Reventloubrücke, dort wartet der Förde dampfer und bringt mich

quer über die Kieler Förde direkt zur FH nach Kiel-Dietrichsdorf.

Besser geht’s nicht!“

16


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Text Christian Dorbandt

Foto Sebastian Weimar

Julius Biermann

20 Jahre, aus Bocholt,

absolviert im 5. Semester

das duale Studium

Mechatronik (B.Eng.) an

der „hochschule 21“.

„Hallo, ich heiße Julius und studiere Mechatronik an der ‚hochschule

21‘. Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Ort bei Bocholt, einen

Steinwurf entfernt von den Niederlanden. Für mich stand früh fest,

dass ich mich beruflich in eine technische Richtung entwickeln

möchte. Seit dem Kindergarten spiele und tüftle ich gern; mit Lego

und einfacher Mechanik fing alles an, setzte sich fort im naturwissenschaftlichen

Profil der Schule, und heute beschäftige ich mich mit

elektronischen Steuerungen und technischer Mechanik. Besonders

Flugzeuge fand ich schon immer faszinierend! Ich erinnere mich

noch an den Erstflug des Airbus A380 im Jahre 2005. Damals war ich

acht Jahre alt und dachte mir: ‚Solche Maschinen zu bauen, muss

spannend sein!’ Heute, dreizehn Jahre später, stehe ich bei Airbus

tatsächlich im Rumpf des A380 und beschäftige mich unter anderem

mit der Kabinenausstattung!

Die Begeisterung für Technik war ausschlaggebend für die Wahl des

Studienfachs Mechatronik an der ‚hochschule 21‘ und meines Praxispartners

Airbus in Stade. Zwei Aspekte waren mir besonders wichtig:

Zum einen suchte ich eine gleichgewichtige Kombination von Theorie

und Praxis, die es meines Erachtens nur in einem dualen Studium

gibt. Zum anderen wollte ich vermeiden, mich frühzeitig auf eine

spezielle technische Richtung festlegen zu müssen. Das Mechatronik-

Studium ist deshalb so interessant, weil es drei Disziplinen umfasst:

Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik. Da diese Bereiche

in fast allen technischen Systemen zusammentreffen, bereitet das

Studium optimal auf den Ingenieurberuf vor.

Was mir außerdem an der Hochschule gut gefällt, ist die entspannte,

familiäre Atmosphäre. Durch die kleinen Klassen kommt man schnell

mit anderen Studierenden in Kontakt. Da ich in einem der vier

Studentenheime wohne, lerne ich nicht nur gemeinsam mit anderen,

sondern verbringe auch viel Freizeit mit ihnen, sodass sich echte

Freundschaften entwickelt haben. Auch die persönliche Nähe zu den

Professoren und Dozenten finde ich angenehm und motivierend. Ich

fühle mich nicht als eine Nummer, sondern als Person wertgeschätzt!

Jetzt im fünften Semester kristallisiert sich bei mir eine Tendenz

zum Maschinenbau heraus. Ich bin gespannt, wohin mich der duale

Studien weg führt. Aber klar ist, dass ich sowohl mit der ‚hochschule

21‘ als auch mit Airbus eine richtig gute Wahl getroffen habe!“

18


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Text Christian Dorbandt

Fotos Sebastian Weimar

Hier kommt die Wirtschaft!

Hier kommt die Wirtschaft!

Beliebte Wirtschaftsstudiengänge an der FH Westküste

Pisa hin oder her – Deutschland gehört zu den stärksten Bildungsnationen

der Welt. Auch Schleswig-Holstein hat exzellente Hochschulbildung zu

bieten, zum Beispiel an der Fachhochschule Westküste (FHW), die sich

in nur 25 Jahren einen hervorragenden Ruf in den Bereichen Wirtschaft

und Technik erarbeitet hat. Insbesondere der Fachbereich Wirtschaft

trumpft mit neun Studiengängen und 19 wählbaren Schwerpunkten

groß auf – mehr Auswahl an Wirtschaftsstudiengängen gibt es an

keiner anderen Hochschule im Norden. Von ihren insgesamt rund

2.000 Studierenden sind über 80 Prozent in den wirtschaftsbezogenen

Studiengängen eingeschrieben. Aus ihnen rekrutieren sich kommende

Manager-Generationen. Wie erleben Studierende die FH Westküste?

Was zeichnet den Fachbereich Wirtschaft an der FHW besonders

aus? ME2BE Campus hat den „Live-Check“ in Heide gemacht.

Wer studieren möchte, hat die Wahl zwischen

bundesweit knapp 19.000 Studiengängen an

rund 400 Hochschulen! Wie soll man da den

passenden Ort und das passende Studium

ermitteln? Beliebte Filterquellen sind Hochschulrankings

und Hochschulbewertungen,

obwohl deren statistische Grundlagen fragwürdig

sind. Auf dem Hochschulbewertungsportal

„Studycheck“ landet die FH Westküste

auf einem beachtlichen Platz 27 unter allen

240 deutschen Fachhochschulen und sogar

auf Platz 1 unter den staatlichen FHs in Hamburg

und Schleswig-Holstein! Unsere Frage:

Wie schafft es die FHW, bei Studierenden

beliebt zu sein und gleichzeitig Absolventen

zu entlassen, die bei Arbeitgebern sehr

begehrt sind? Unsere Interviewpartner: Malte,

Joran, Henrike, Tarek, Karam, Anja, Karina,

Omta, Timo, Leonie, Nathalie, Amir, Solveig,

Rebecca, Lisann, Cedric, Elisa, Armin, Liam,

Lukas, und Roman – Studierende aus allen

Studiengängen des Fachbereichs Wirtschaft.

21


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Omta Younan

Immobilienwirtschaft

Einzigartige STUDIENGÄNGE – die

Alleinstellungsmerkmale der FH Westküste

Studiengänge bilden das inhaltliche Rückgrat

jeder Hochschule. Vor allem in den Wirtschaftswissenschaften

ist die Auswahl riesig.

Die Betriebswirtschaftslehre präsentiert sich

bundesweit seit vielen Jahren als Fach mit den

höchsten Studierendenzahlen. Grund genug

für Hochschulen, sich von anderen abheben

zu wollen! Die FH Westküste besitzt mit ihren

sechs Bachelor- und zwei Masterstudiengängen

sowie mit einer besonders großen Anzahl

von Wahlmodulen ein über die Landesgrenzen

hinaus beachtetes Alleinstellungsmerkmal!

Studiengänge und Curricula erlauben den

Studierenden sowohl eine Spezialisierung als

auch die Aufstellung als „Allrounder“. Bezogen

auf öffentliche Studienangebote im Norden

bietet sie mit den Bachelorstudiengängen

„Immobilienwirtschaft“, „International Tourism

Management“ (B.A.) und „BWL / Triales

Modell“ gleich drei Fächer an, die in dieser

Ausrichtung nur in Heide zu finden sind.

Omta Younan studiert im 5. Semester Immobilienwirtschaft.

„Ich komme aus Elms horn,

habe eine Ausbildung zur Kaufmännischen

Assistentin absolviert und mich schon immer

sehr für das Thema Immobilien interessiert“,

berichtet die 27-jährige. Nach der Ausbildung

hielt ich Ausschau nach einem praxisorientierten

Studium in Schleswig-Holstein an

einer kleineren Hochschule mit überschaubaren

Studiengruppen. Als ich 2016 vom neuen

Fach ‚Immobilienwirtschaft’ an der FHW hörte,

passte alles zusammen. Das Einzigartige an

diesem Studium ist die Kombination aus familiärer

Atmosphäre, praxis orientierten Veranstaltungen

und praxiserfahrenen Professoren

und Dozenten. Ich profitiere davon, dass ich

exakt das lerne, was später in der Immobilienbranche

von mir erwartet wird. Dies konnte

ich zuletzt in meinem Praxissemester bei

einer namhaften schleswig-holsteinischen

Immobilienfirma unter Beweis stellen. Ob Vermittlung

oder Verwaltung von Wohnobjekten,

Sachbearbeitung, fachliche Gespräche oder

die Erstellung von Exposés – ich war darauf

top vorbereitet!

Ich profitiere davon,

dass ich exakt das lerne,

was später in der

Immobilienbranche von

mir erwartet wird.

Amir Lakaie hat sich bewusst für die FHW

entschieden und studiert im 5. Semester

Immobilienwirtschaft mit Schwerpunkt

„Management and Valuation“. Sein

Berufsziel: selbständiger Portfoliomanager.

23


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Ständige PRAXISNÄHE – das Wesen des FHW-Studiums

„Nach der Schule hatte ich die Nase voll von der

Theorie und wollte praktisch arbeiten“, erzählt

Joran aus Eggstedt. „Ich war froh über meinen

Ausbildungsplatz zum Industriekaufmann bei

der Dithmarscher Brauerei in Marne. Von dem

Betriebswirtschaftsstudium im Trialen Modell

an der FH Westküste erfuhr ich erst einige Zeit

später durch einen Vortrag von Professor Ruge.

Eine Kombination von Ausbildung, Berufsschule

und Studium, mit der Aussicht auf zwei

Abschlüsse in nur vier Jahren, das klang interessant.

Mittlerweile habe ich die Berufsausbildung

erfolgreich abgeschlossen, studiere im

5. Semester BWL an der FHW und genieße alle

Vorteile, die sich mir bieten: Durch die praktischen

Berufserfahrungen im kaufmännischen

Bereich fallen mir viele Inhalte leicht, sodass

sich mein Lernaufwand deutlich reduziert, die

große Anzahl von Wahlmodulen erlaubt es mir,

individuelle Schwerpunkte zu setzen, und die

ständige Nähe zur Praxis macht sich bei der

Suche nach einem Platz für das Praxissemester

positiv bemerkbar. Trial Studierende genießen

bei Arbeitgebern den Ruf, äußerst lernwillig

und zielstrebig zu sein!“

Einen starken Bezug zur Praxis erlebt auch Cedric

im Studiengang Wirtschaftsrecht. „Ein Beispiel

für praxisorientiertes Studieren ist unser

Projekt ‚Legal Clinic’, das ich seit mehreren

Semestern begleite und mit aufbauen konnte.

In diesem Wahlmodul bieten wir Beratungsgespräche

an – von Studierenden für Studierende.

Auf diesem Weg simulieren und üben wir Mandantengespräche

auf Grundlage realer Fälle.

Gleichzeitig unterstützen wir Studierende der

FHW durch eine kostenlosen Rechtsberatung,

beispielsweise bei Mietstreitigkeiten zwischen

Vermietern und WG-Bewohnern.“

Im Gegensatz zu Universitäten, die sich auf

das Studium theoretischer Grundlagen konzentrieren

und akademische Karrieren ermöglichen,

liegt das Wesen von Fachhochschulen

in der Nähe zur Praxis begründet. Ihre Ausrichtung

zielt besonders auf die Entwicklung von

Fach- und Führungskräften für den Arbeitsmarkt.

Um den nahtlosen Übergang von Studium

zur Berufswelt zu ermöglichen, bietet die

FH Westküste ihren Studierenden die besten

Voraussetzungen:

• Pflicht-Praxissemester (im 4. Semester),

optionales Auslandssemester

• Sprachmodule und vertiefende praktische

Kenntnisse und Übungen in den gewählten

Schwerpunkten Sozialkompetenz,

Persönlichkeitsentwicklung,

Kommunikation, Rhetorik, Präsentationstechniken

oder Projektmanagement

• Fallstudienprojekte in Lehrveranstaltungen

sowie Kooperationen mit regionalen

Arbeitgebern

Praxis, die gut ankommt. Im Projekt „Legal Clinic“

bieten Wirtschaftsrecht-Studierende, wie Cedric

(oben), eine kostenlose Rechtsberatung für andere

Studierende an.

• Möglichkeiten einer praxisnahen Bachelor-

Arbeit in Zusammenarbeit mit der

Wirtschaft

• hohe Praxisanteile in den Lehrveranstaltungen

durch eine moderne Ausstattungsumgebung

(Video-Labore, GreenScreen, Smartboards,

Eye-Tracking-Technology)

• Professoren und Dozenten, die auf eine

mindestens 5-jährige privatwirtschaftliche

berufliche Tätigkeit zurückblicken und ihre

Praxiserfahrungen und Netzwerke an die

Studierende weitergeben.

• praxisnahe Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

sowie die Erschließung wissenschaftlicher

Erkenntnisse für die Praxis

Joran Voß

BWL/Triales Modell

Mit ihrer Praxisnähe trifft die Hochschule den

Nerv vieler Studierender. Sie sind an theoretischen

Grundlagen interessiert, möchten

Wirtschaftswissenschaften aber auch handwerklich

erlernen, um bei zukünftigen Arbeitgebern

schnell Fuß fassen zu können. Dabei

helfen Fallstudienprojekte und ständige Vergleiche

mit realen Wirtschaftssituationen.

Ergebnis: Drei Viertel aller Absolventen zieht

es nach den Bachelor- Studiengängen direkt in

die Wirtschaft.

24


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Starke FAMILIE – das Wohlfühlrezept der FHW

Solveig Töwe

BWL

Im Fachhochschulstudium erleben Studierende

allgemein einen facettenreichen Mikrokosmos,

ähnlich wie in der Schule und doch

völlig anders. Ein wesentlicher Unterschied:

Schule ist Pflicht, Studium ist freiwillig! Was

gehört aber zu einem erfolgreichen Bacheloroder

Masterabschluss? Wichtige Bedingungen

sind eine moderne Ausstattung, angenehme

Räumlichkeiten, vor allem jedoch eine qualitativ

hochwertige Lehre durch erfahrene

und motivierende Professoren und Dozenten.

Idealerweise werden sachliche von emotionalen

Aspekten unterstützt. Dem Fachbereich

Wirtschaft der FH Westküste gelingt dies mit

einer hundertprozentigen Wohlfühl-Quote

innerhalb der Studentenschaft. Die häufigsten

Aussagen: „Ideale Lernbedingungen durch

kleine Studiengruppen bis zu 25 Personen“,

„Persönliche, familiäre Atmosphäre“, „Dozenten,

die ein offenes Ohr haben und immer

ansprechbar sind, „Professoren, die meinen

Namen kennen“, „Vorlesungen, in denen

wir Fragen stellen und diskutieren können“,

„Eine offene Hochschule und ein Campus, der

alle verbindet“, „Verständnis für persönliche

Angelegenheiten“, „Individuelle Unterstützung

bei Verständnisschwierigkeiten“, „Spürbares

Interesse der Dozenten, uns erfolgreich

in die Berufswelt zu führen“.

Für die BWL-Studierenden Solveig und Rebecca

ist die familiäre Atmosphäre im Fachbereich

Wirtschaft und generell an der FH Westküste

ein wichtiger, motivierender Faktor.

„Als Mutter eines vierjährigen Sohnes muss

Von Solveig Töwe (linke

Seite), Rebecca Elliott

(oben rechts, Henrike

Krühn (unten) und allen

anderen Studierenden

positiv hervorgehoben:

die familiäre

Studienatmosphäre an der

FHW und der persönliche

Kontakt untereinander

sowie zu den Professoren

und Dozenten.

ich flexibel sein und meinen Alltag sehr gut

organisieren. Die große Anzahl von Wahlmodulen

an der FHW erlaubt mir eine flexible

Studienplanung. Darüber hinaus erlebe ich

viel Verständnis für meine Situation, beispielsweise

wenn ich meinen Sohn unerwartet

früher aus dem Kindergarten abholen muss,

weil er sich nicht wohl fühlt.“

Auch Rebecca unterstreicht die Familienfreundlichkeit

an der FHW. „Ich durfte meinen

achtjährigen Sohn auch schon mit in eine

Vorlesung nehmen“, berichtet sie. „Außerdem

kann ich neben dem Studium in Teilzeit

arbeiten und habe die Möglichkeit, Veranstaltungen

flexibel zu besuchen und meinen

Stundenplan mit meinen familiären Verpflichtungen

abzustimmen!“

Dass auch „weiche Faktoren“ eine Rolle für

die Bewertung von Hochschulen spielen, also

nicht quantifizierbare Größen, die Einfluss auf

die Motivation und somit den Erfolg des Studiums

haben, ist bekannt. Beispiele: Wohnund

Kostensituation, Sport- und Freizeitangebot.

„Ein großer Vorteil des Studiums an

der FH Westküste“, meint die ITM-Studierende

Henrike, „ergibt sich aus der Tatsache, dass

in Heide nur knapp 2.000 und nicht 20.000

Leute studieren. Wir begegnen uns täglich auf

dem Campus, alles ist fußläufig oder per Fahrrad

erreichbar. Die Stadt Heide hat einiges zu

bieten: Es gibt viele kostenlose Sport- und

Freizeitangebote vom AStA und übrigens …

auch sehr gute Partys. Die familiäre Atmosphäre

an der FH Westküste ist für mich persönlich

das Wichtigste, um mich während des

Studiums wohl zu fühlen!“

27


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Moderne AUSSTATTUNG – Werkzeuge für Wirtschaftsstudierende

Keine Frage, wer sich für technische oder

naturwissenschaftliche Studiengänge entschieden

hat, benötigt den Zugang zu Laboren,

Messinstrumenten, Maschinen und Anlagen.

Eine zeitgemäße Hochschulausstattung

ist Standard. Was aber brauchen BWLer und

Wirtschaftspsychologen, außer einer Tafel und

viel Kreide? Der Fachbereich Wirtschaft der

FH Westküste bietet ihren Studierenden eine

außergewöhnliche Ausstattung. Ein Pluspunkt,

der bei allen Bewertungen Erwähnung findet!

Nathalie

Carstensen

International

Tourism Management

Ein Beispiel: Leonie und Nathalie studieren

im fünften Semester International Tourism

Management (ITM) und sind Hilfskräfte für

das e-Learning-Programm. „Wir finden an

der FH Westküste ideale Bedingungen für das

Management-Studium vor!“, erklärt Leonie.

„Neben Video-Labs mit professionellen Kameras,

modernen Computerarbeitsplätzen und

interaktiven Smartboards verfügt die Hochschule

auch über Green-Screen-Technologie.

Mithilfe der modernen Ausstattung haben

wir auf „Go Animate“, einer auf Cloud-Basis

arbeitenden Plattform zur Erstellung von

Animations- Videos, professionelle Lernvideos

für das e-Learning-Programm erstellt.“ „Aufgrund

dieser erfolgreichen Projektarbeit ergaben

sich auch unsere Hiwi-Stellen!“, ergänzt

Nathalie. „Egal welcher Schwerpunkt, ob

Destinations management oder Businessdevelopment,

von studierten Tourismus-Managern

wird heutzutage erwartet, dass sie sich in

der digitalen Welt auskennen.

talen Blickbewegungsmessung mit Hilfe von

„Eye-Tracking-Brillen“. Diese Hightech-Geräte

erfassen Augenbewegungen und spiegeln

die Gedanken und das Verhalten von

Menschen wider. Auf diese Weise erforschen

Wirtschaftspsychologen das menschliche

Konsumverhalten oder, wie bei einem Fallstudienprojekt

aus dem vergangenen Jahr,

die Blickbewegungen von Besuchern des

Wacken-Open-Air-Festivals auf der Suche

nach Notausgängen, um die Beschilderung

gegebenenfalls zu optimieren!

Auch Anja und Karina lernen im ersten Semester

ein faszinierendes Fachgebiet kennen. „Ich

hatte im Vorfeld über das Studium der Wirtschaftspsychologie

an der FH Westküste nur

Gutes gehört“, sagt Anja, „und freue mich auf

die gute Mischung aus theoretischen Grundlagen

und einem großen Angebot von Fallstudienprojekten,

in denen wir mit regionalen

Wirtschaftspartnern zusammenarbeiten.“ Der

erste Eindruck von Karina: „Nicht nur die Ausstattung,

sondern auch der Campus und die

Umgebung empfinde ich als inspirierend.“

Neben der technischen Ausstattung bietet das

Curriculum weitere Vorteile. Durch englischsprachige

Vorlesungen, obligatorische Sprachkurse

sowie einem Pflicht-Auslandssemester

erfahren wir ein internationales Studium, das

in Deutschland seinesgleichen sucht! In meinem

Praxissemester bei einem internationalen

Direktreiseveranstalter im österreichischen

Kitzbühel habe ich gemerkt, wie gut mich mein

Studium auf den späteren Berufsalltag vorbereitet.

Ich hatte von Anfang die Sicherheit,

selbständig arbeiten zu können!“

Beispiel Wirtschaftspsychologie: Studierende

dieses Fachs beschäftigen sich im Wesentlichen

mit dem subjektiven Empfinden und Verhalten

von Menschen in ökonomischen Systemen.

Auch dieser Studiengang bedient sich

modernster Techniken, zum Beispiel der digi-

Leonie Jasper studiert ITM und arbeitet

als ‚Hikra‘ unter anderem am

e-Learning-Programm der FHW.

28


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Chancen für Geflüchtete – das Propädeutikum

Karam al Naeb

Wirtschaftspsychologie

Mit einem zweisemestrigen Propädeutikum

öffnet sich die FH Westküste auch studiengeeigneten

Personen mit Flüchtlingshintergrund.

Das Propädeutikum enthält neben

einem Intensivkurs Deutsch und zwei Sprachprüfungen

auf den Niveaustufen B2 und C1

weitere, studienvorbereitende Blockveranstaltungen.

Neben rund 20 weiteren Personen

konnten die beiden 24-jährigen Syrer Tarek

Ghanem aus Aleppo und Karam al Naeb aus

as-Suwaida das in Vollzeit angebotene Propädeutikum

2018 erfolgreich abschließen und

anschließend aufgrund ihrer nachgewiesenen

Qualifikationen ihr Wirtschaftsstudium aufnehmen.

Wie erleben sie die FHW?

„Am Propädeutikum teilzunehmen, war die

wichtigste Entscheidung meines Lebens“, sagt

Tarek. „Ich habe täglich von 08.30 bis 15.30

Uhr an der FH Westküste Deutsch gelernt

und zuhause alles wiederholt. Deutsch ist

eine schwere Sprache, aber nun haben wir es

geschafft! Jetzt studiere ich ‚Wirtschaftsrecht’,

weil ich bereits in Syrien zwei Jahre Jura studiert

habe und mich auch für Wirtschaft interessiere.

Mein Ziel nach dem Studium ist es,

in einem Wirtschaftsunternehmen zu arbeiten.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Lehrern

der FHW bedanken, die uns unglaublich

gut unterstützt haben!“

Karam hat sich für den Studiengang „Wirtschaftspsychologie“

entschieden. „Das Propädeutikum

war sehr hilfreich! Die deutsche

Sprache ist mit Arabisch nicht zu vergleichen.

Die vielen verschiedenen Wortendungen sowie

bestimmten und unbestimmten Artikel gibt

es im Arabischen nicht. Jetzt geht’s mit dem

Studium los. In den zwei Semestern haben

wir die Fachhochschule gut kennengelernt.

Ich habe vor dem Krieg in Syrien in Damaskus

studiert. Doch meiner Meinung nach ist

das Studium an einer kleinen Hochschule viel

besser. Natürlich vermisse ich meine Familie

und Freunde in Syrien oder die Feste, die wir

dort zusammen gefeiert haben. Doch ich bin

sehr glücklich über den Neustart, den ich hier

in Heide vor drei Jahren begonnen habe. Viele

neue Freunde habe ich seither gewonnen und

fühle mich jetzt gut vorbereitet auf mein

neues Leben!“

Ich möchte mich bei

allen Lehrerinnen

und Lehrern der

FHW bedanken, die

uns unglaublich gut

unterstützt haben!

Gute Perspektiven mit den Wirtschaftsabschlüssen

der FHW

Studierende der Wirtschaftsstudiengänge an

der FHW blicken auf ein breites Spektrum an

beruflicher Möglichkeiten. Als Managerinnen

und Manager werden sie nach ihrem Studium

in den unterschiedlichsten Unternehmen und

Branchen tätig sein: in Krankenhäusern, bei

Reiseveranstaltern, in Personal-, Marketing-,

Vertriebs- oder Rechtsabteilungen von Industrie-,

Handels- sowie Immobilienfirmen. Sie werden

sich mit Zahlen und Diagrammen, Bilanzen

Auch für Tarek Ghanem

war das Propädeutikum

ein wichtiger Schritt.

Mit der anschließenden

Sprachprüfung erwarb

er den Nachweis über

das Sprachniveau

C1 und somit eine

Hochschulberechtigung.

Er studiert jetzt

Wirtschafsrecht an der

FH Westküste.

und Strategien beschäftigen und sich in ihren

Unternehmen um Buchhaltung, Steuern, Controlling,

Projektentwicklung, Strategien und

Personalentwicklung kümmern. Der Fachbereich

Wirtschaft der FH Westküste bietet

neun attraktive Wirtschaftsstudiengänge an,

die von Studierenden hervorragend bewertet

werden. Spaß am Studieren zu empfinden, ist

weder unwissenschaftlich noch unseriös, sondern

motivierend. Viele private und öffentliche

Unternehmen haben das längst erkannt

und bemühen sich um die Absolventen der

FHW. Auch das gleicht einer guten Bewertung.

31


Starten mit jungen Jahren ins

Wirtschaftspsychologie-Studium: Anja

Heinrich, 17 (links) und Karina Mader, 18.

Die Fachhochschule Westküste FHW

Die Fachhochschule Westküste (FHW) wurde 1993 gegründet und ist

die jüngste und modernste öffentliche Hochschule Schleswig-Holsteins.

Innerhalb kürzester Zeit hat sie sich als feste Größe in der schleswigholsteinischen

Hochschullandschaft etabliert. Das Studienangebot

umfasst insgesamt 9 Bachelor- und 6 Masterstudiengänge.

Fachbereich Wirtschaft

• Betriebswirtschaft (B.A.)

• Triales Modell Betriebswirtschaft (B.A.)

• Immobilienwirtschaft (B.A.)

• Wirtschaftspsychologie (B.A.)

• International Tourism Management (B.A.)

• International Tourism Management (M.A.)

• Wirtschaftsrecht (LL.B.)

• Wirtschaftspsychologie (M.Sc.)

• Wirtschaft, Medien und Psychologie (M.A.,

online)

Fachbereich Technik

• Management und Technik (B.A.)

• Elektrotechnik/Informationstechnik (B.A.)

• Umweltgerechte Gebäudesystemtechnik

(B.Eng.)

• Automatisierungstechnik (M.Sc.)

• Mikroelektronische Systeme (M.Sc.)

• Green Energy (M.Sc.)

Studienberatung

Die Studienberatung auf dem Campus der FH

Westküste ist die erste Anlaufstelle für Studieninteressierte

und Studierende. Das Team von

Sandra Klatte und Janin Damms bietet persönliche

und telefonische Beratung bezüglich

Studienangebot, Zulassung, Einschreibung,

Studienganswechsel etc. oder vermittelt an

zuständige Stellen, wie z.B. das Akademische

Auslandsamt, das Studentenwerk SH u.a.

Schnupperstudium

„Allen Studieninteressierten, die noch keine

Hochschulerfahrung haben und sich für ein

Studium interessieren, empfehlen wir, sich für

ein Schnupperstudium bei uns anzumelden“,

wirbt Studienberaterin Sandra Klatte. Dieses

findet jährlich während der Schul-Osterferien

statt. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer

erhalten von uns einen Studienplan und können

anschließend Vorlesungen und Veranstaltungen

des 2. und 6. Semesters besuchen. Auf

diesem Weg lernen sie sowohl Studierende

als auch den studentischen Alltag kennen –

erfahrungsgemäß eine gute Entscheidungshilfe

bei der Studienwahl!“ Nächste Termine:

09. bis 11. April 2019 / 15. bis 17. April 2019.

Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA)

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA)

besteht aus gewählten Studentinnen und Studenten

und vertritt die Interessen aller Studierenden

der FHW nach innen und außen.

Das AStA-Büro befindet sich direkt auf dem

Campus der FH Westküste, im BWL-Tower.

AStA-Angebote sind u.a.:

• Anlaufstelle für ausländische Studierende

• Ausgabestelle internationaler Studierendenausweise

• Organisation und Durchführung von Veranstaltungen

(Ausflüge, Partys, Konzerte)

• Organisation des kostenlosen Hochschulsports

(Fußball, Badminton, Handball,

Kraftzirkel, Schwimmen, Yoga, Tanzen

(Jazz/HipHop), Tennis, Basketball

• Herausgeber der Studierenden-Zeitung

• Betreiber der AStA-Webseite

• Vertrieb von Merchandising-Produkten

• Betreiber diverser Hochschulsport-

Facebookseiten

Fachhochschule Westküste FHW

Fritz-Thiedemann-Ring 20

25746 Heide

T: 0481/8555-141 / -133

E. beratung@fh-westkueste.de

W: www.fh-westkueste.de

F: facebook.com/FachhochschuleWestkueste

32


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

„Die Resonanz hat uns überwältigt!“, freut

sich Professor Lars Appel, Leiter des noch

jungen Instituts für Bauwesen an der FH Kiel.

„Auf vorsichtig geplante 40 Studienplätze

im Bachelorstudiengang Bauingenieurwesen

erhielten wir rund 220 Bewerbungen. Wir

haben deshalb 19 weitere Studierende außerhalb

der Kapazität aufgenommen. Ein starkes

Signal! Es beweist, dass ein großes Interesse

am Bauingenieurstudium in Kiel besteht.“

Zurecht, denn landesweit sind die beruflichen

Perspektiven für weibliche und männliche

Bauingenieure hervorragend. Bauspezialisten

sind gefragte Fachkräfte. Durch ihre Kompetenzen

im Verkehrs- und Wasserbau, Tunnel-

oder Brückenbau ergeben sich langfristig

vielfältige Einsatzgebiete. Vor der Ingenieururkunde

steht allerdings ein achtsemestriges,

anspruchsvolles Studium.

Studienort und -atmosphäre:

neu und funktional

Ingenieure wissen: Aller Anfang ist … Improvisation!

Das junge Institut für Bauwesen

hat seinen Platz auf dem Campus der FH Kiel

übergangsweise in zwei modern ausgestatteten

Funktionscontainern gefunden. Langfristig

ist ein Neubau mit allen erforderlichen

Laboren, fachspezifischen Unterrichtsräumen

und Büroräumen geplant. „Für mich stellen

die improvisierten Räume überhaupt kein Problem

dar“, meint die Studierende

Vanessa Skudlik.

„Im Gegenteil, wir profitieren

in mehrfacher Hinsicht.

Zum einen finden wir neue

Räume, Tische, Stühle und

Rechner vor, zum anderen

präsentieren sich die Professoren

und Dozenten sehr

motiviert, versuchen uns in

jeder Veranstaltung mitzureißen,

statten uns mit hervorragendem Lehrmaterial

aus und sind ständig ansprechbar.“

Curriculum und Kurse:

klassisch und modern

Professor Appel lehrt Verkehrswesen, Baubetriebslehre

und Bauprojektmanagement.

Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen

freut er sich auf die neue Herausforderung.

„Ich war von der Aussicht auf die Neugründung

eines bautechnischen Studiengangs

hellauf begeistert!“, schwärmt der gebürtige

Kasselaner. „Nach dem Studium und der

Promotion an der Universität Kassel konnte

Auf vorsichtig geplante

40 Studienplätze

erhielten wir rund 220

Bewerbungen. Wir haben

deshalb 19 weitere

Studierende außerhalb der

Kapazität aufgenommen.

Text Christian Dorbandt

Fotos Sebastian Weimar,

FH Kiel, Shutterstock

„Digitales Bauen“ an der FH Kiel

Modernes „Bauingenieurwesen“ (B.Eng.) an der Fachhochschule Kiel

Die Situation ist dramatisch! Während Politik und Wirtschaft kräftig

in die Sanierung maroder Brücken, Kanäle, Deiche, Schleusen und

Straßen investieren, fehlen landesweit hunderte Fachkräfte, die

solche Bauprojekte planen, leiten und umsetzen können. Einziger

Ausweg: eine schnelle, nachhaltige Ausbildung von Nachwuchs! Mit

dem neu gegründeten Institut für Bauwesen und dem Studiengang

„Bauingenieurwesen“ verstärkt die FH Kiel seit dem Wintersemester

2018/19 die Ausbildung angehender Bauingenieurinnen und –ingenieure

in Schleswig-Holstein und legt dabei einen Schwerpunkt auf digitale

Bautechnologien. Chris und Sebastian von ME2BE CAMPUS haben den

Studienalltag der „ersten Kohorte“ unter die Lupe genommen.

Freut sich über das große

Interesse am neuen Studiengang

„Bauingenieurwesen“: Prof.

Dr.-Ing. Lars Appel, Leiter des

Instituts für Bauwesen an der

FH Kiel.

34

35


CAMPUS STUDIUM

COMPANIES PORTRAITS

Die Fachhochschule Kiel

Virtuelle Bauplanung, reale

Lehrbetreuung! Bauingenieurin

Dr. Frauke Gerder-Rohkamm führt

Studierende in die digitale Welt

der Bausimulationen.

Mit rund 8.000 Studierenden und 180 Professoren und Dozenten ist die

FH Kiel die größte staatliche Fachhochschule Schleswig-Holsteins und liegt

direkt an der Kieler Förde im Stadtteil Dietrichsdorf. Wer hier studiert,

kann aus einem breiten Fächerspektrum wählen. In sechs Fachbereichen

(FB) werden insgesamt 21 Bachelor- und 16 Masterstudiengänge

angeboten. Die Fachhochschule genießt hohes Ansehen. Neben dem

breiten Studienangebot, einer modernen Ausstattung, praxisintensiver

Ausrichtung und guter Vernetzung profitieren Absolventinnen und

Absolventen von einer hohen Vermittlungsquote zu regionalen Arbeitgebern.

ich als Geschäftsführer eines schleswigholsteinischen

Bauunternehmens die dramatische

Nachwuchssituation jahrelang miterleben.

Aus Mangel an Ingenieuren sehen sich

momentan viele Unternehmen gezwungen,

Bauaufträge abzulehnen. Diesem Zustand entgegenwirken

zu können, hat mich besonders

motiviert. Darüber hinaus ist es eine reizvolle

Aufgabe, Lehrinhalte und Schwerpunkte neu

zu definieren und den Fokus auf digitale Bautechnologien

zu richten.“

Jan-Malte Hannebeck ist gespannt. „Das Studium

ist interessant strukturiert!“, erzählt der

gebürtige Kieler. „Mir gefällt, dass neben den

klassischen Grundlagenkursen Mathe, Baustatik,

Baustofftechnologie und Bauphysik von

Beginn an ein permanenter Praxisbezug vorgesehen

ist. Beispielsweise lernen wir schon

im ersten Semester den Umgang mit ‚Computer

Aided Design’, kurz CAD, für die digitale Bauplanung

am Bildschirm. Und im Rahmen des

studentischen ‚Bau-Ing-Projekts’ konstruieren

wir in Kleingruppen ein virtuelles Parkhaus

und haben in diesem Zusammenhang mehrere

auswärtige Bauwerke besichtigt. Allein vier

Stunden sind für das Projekt im Semesterwochenplan

vorgesehen! Das zeigt den hohen

Stellenwert praktischer Übungen und gestaltet

das Studium abwechslungsreich.“

Die Zukunft: Papierlose

Baustellen durch

„Bauen 4.0“

Die Themen „Digitales Bauen“ und „Building

Information Modeling (BIM)“ sollen gezielte

Schwerpunkte des Kieler Bau-Studiengangs

werden. Was genau steckt hinter diesem

Megatrend, der auch unter dem Begriff „Bauen

4.0“ kursiert? „Mithilfe digitaler Technologien

wie ‚BIM’ werden Bauplanungen zukünftig

nicht mehr gezeichnet, sondern modular

aus Datenbanken zusammengesetzt“, erklärt

Dr. Frauke Gerder-Rohkamm, Dozentin für CAD

und Bauphysik. „Bauprojekte werden am Bildschirm

virtuell simuliert, mit dem Effekt, dass

alle an der Bauplanung beteiligten Fachkräfte

ihre Elemente hinzufügen können. Probleme

können somit frühzeitig erkannt werden,

sodass sich sowohl die Kostentransparenz als

auch die Termintreue bei Bauvorhaben deutlich

erhöht!“

„Ziel des Studiums“, laut Prof. Dr.-Ing. Appel,

„ist die optimale Vorbereitung der Absolventen

auf ihre Aufgaben als Bauingenieure.

Zukünftig wird sich die ‚papierlose Baustelle’

etablieren, auf der Ingenieure ihre Bauprojekte

nicht mehr mit ausgerollten Bauplänen,

sondern auf dem Monitor verfolgen. Auch der

Einsatzbereich wird sich zunehmend vergrößern.

Neben den klassischen Positionen in

Bauunternehmen, Planungsbüros und Landesbehörden

werden Bauspezialisten in der

Energie- und Gebäudetechnik und in vielen

anderen Bereichen gesucht.“

Das Wort „Ingenieur“ entstammt übrigens dem

lateinischen Wort „ingenium“, was übersetzt

so viel wie „Begabung“ oder „Erfindungskraft“

bedeutet; eine treffende Bezeichnung, denn

nach wie vor benötigen Bauingenieure technisches

Talent, räumliches Denken und Kreativität.

Das theoretische Fachwissen, jede Menge

praktische Anwendungsbeispiele sowie die

Faszination des Bauens vermittelt ab sofort

der neue Bachelorstudiengang Bauingenieurwesen

an der Fachochschule Kiel.

FB Agrarwirtschaft

• Landwirtschaft (B.Sc.)

• Agrarmanagement (M.Sc.)

FB Informatik Elektrotechnik

• Elektrotechnik (B.Eng.)

• Informationstechnologie (B.Sc.)

• Medieningenieur (B.Eng.)

• Wirtschaftsingenieurwesen Elektrotechnik

(B.Eng.)

• Mechatronik (B.Eng.)

• Elektrische Technologien (M.Eng.)

• Information Engineering (M.Sc.)

FB Maschinenwesen

• Internationales Vertriebs- und

Einkaufsingenieurwesen (B.Eng.)

• Maschinenbau (B.Eng.)

• Offshore-Anlagentechnik (B.Eng.)

• Schiffbau und Maritime Technik (B.Eng.)

• Industrial Engineering (M.Sc.)

• Maschinenbau (M.Eng.)

• Schiffbau und Maritime Technik (M.Eng.)

FB Medien / Bauwesen

• Multimedia Production (B.A.)

• Öffentlichkeitsarbeit und

Unternehmenskommunikation (B.A.)

• Angewandte Kommunikationswissenschaften

(M.A.)

• Medienkonzeption (M.A.)

• Journalismus und Medienwirtschaft (M.A.)

• Public Relations (M.A.)

• Bauingenieurwesen (B.A.)

FB Soziale Arbeit und Gesundheit

• Erziehung und Bildung im Kindesalter (B.A.)

• Erziehung und Bildung (B.A.)

• Physiotherapie (B.A.)

• Soziale Arbeit (B.A.)

• Forschung, Entwicklung und Management

in Sozialer Arbeit, Rehabilitation /

Gesundheit oder Kindheitspädagogik (M.A.)

FB Wirtschaft

• Betriebswirtschaftslehre (B.A.)

• Betriebswirtschaftslehre online (B.A.)

• Wirtschaftsinformatik (B.A.)

• Wirtschaftsinformatik online (B.A.)

• Betriebswirtschaftslehre (M.A.)

• Financial Accounting, Controlling &

Taxation (M.A.)

• Wirtschaftsingenieurwesen (M.A.)

• Betriebswirtschaftslehre online (M.A.)

• Wirtschaftsinformatik online (M.A.)

Bewerbung

Studieninteressierte finden auf www.fh-kiel.de

ausführliche Informationen über Zulassungsvoraussetzungen,

Bewerbungsfristen, Einschreibung,

Numerus Clausus etc. sowie die

PDF-Broschüre „Lust auf ein Studium“ (steht

per Download zur Verfügung). Bewerbungen

auf alle Studiengänge werden über das

Online-Bewerbungsportal der Fachhochschule

Kiel eingereicht.

Studienberatung

Sokratesplatz 3 - (Gebäude 18)

T. 0431/210-1338 /- 1339

studieninformation@fh-kiel.de

Fachhochschule Kiel

University of Applied Sciences

Sokratesplatz 1

24149 Kiel

T. 0431/ 210-0

info@fh-kiel.de

www.fh-kiel.de

Foto: Matthias Pilch

36

37


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Text Christian Dorbandt

Fotos Sebastian Weimar

Frischer Ingenieurgeist für die GMSH

Die GMSH erweitert ihr duales Studienangebot an der FH Kiel

Um alle zukünftigen Bau- und Sanierungsprojekte des Landes und

des Bundes langfristig planen und umsetzen zu können, benötigt

die „Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR“ (GMSH)

junge Bauingenieurinnen und –ingenieure. Mit einem aktuellen

Durchschnittsalter von 48 Jahren muss die GMSH den Generationswechsel

vorantreiben, bevor es zu personellen Engpässen kommt. Mit einem

vergrößerten Angebot an dualen Studienplätzen verstärkt die GMSH

nun ihre Bemühungen um den Ingenieurnachwuchs. Neben rund 40

Auszubildenden in 7 Ausbildungsberufen gibt es aktuell 14 Studierende in

6 dualen Studiengängen. Neuestes ‚Kind‘ in der dualen Studienfamilie ist

der Bachelorstudiengang “Bauingenieurwesen“ an der Fachhochschule Kiel.

Die „Gebäudemanagement Schleswig-Holstein

AöR“ (GMSH) ist eine Anstalt des öffentlichen

Rechts und nimmt die staatlichen Bauherrenund

Planungsaufgaben für Land und Bund in

Schleswig-Holstein wahr. Außerdem ist sie

landesweit für die Bereiche Bau, Beschaffung

und Bewirtschaftung hinsichtlich aller öffentlichen

Liegenschaften zuständig. Im Klartext:

Die GMSH stellt die moderne Landesbauverwaltung

Schleswig-Holsteins dar und ist mit

rund 1.400 Beamten und Angestellten einer

der größten Arbeitgeber des Landes.

Lisa Krüger und Torge Dubau studieren industriebegleitet

Bauingenieurwesen an der FH

Kiel. Ihr Kooperationspartner ist die GMSH.

Warum haben sie sich für einen öffentlichen

Partner entschieden und was erwarten sie von

ihrem Arbeitgeber?

Auswahl und Absicherung

„Für die GMSH sprachen viele Faktoren“,

berichtet die gebürtige Sylterin Lisa. „Besonders

attraktiv ist die

gewaltige Bandbreite

der Bauobjekte. Die

GMSH übernimmt unter

anderem die Bauherrschaft

von Forschungslaboren

und Hör sälen

für Universitäten, Trainingszentren

für Polizei und Bundeswehr. Kein

privates Bauunternehmen führt so viele Bauprojekte

durch! Außerdem finden Ingenieurinnen

und Ingenieure im Öffentlichen Dienst

ihre Tätigkeitsfelder sowohl bei Ausschreibungen

und der Erstellung von Gutachten als

auch in der Bauplanung, Projektentwicklung

Mit dem Schwerpunkt

‚Arbeiten 4.0’ stellen

wir die Weichen für

unsere Arbeitsprozesse

der Zukunft!

oder Bauleitung. Im dualen Studium erhalte

ich während der Praxisphasen Einblicke in alle

unterschiedlichen Abteilungen der GMSH. Für

die Wahl eines Schwerpunktes bleibt mir ausreichend

Zeit.“

Für Torge aus Kronshagen

spielt auch die finanzielle

Absicherung eine Rolle.

„Natürlich ist es ein großer

Unterschied, ob man

ein Studium privat finanziert

oder, wie im dualen Modell mit der GMSH,

ein vergütetes Arbeitsverhältnis besteht. Da -

rüber hinaus verfüge ich nach erfolgreichem

Abschluss des Studiums über eine sichere

berufliche Perspektive bei einem öffentlichen

Arbeitgeber, der auf konjunkturelle Schwankungen

entspannter reagieren kann als eine

38


private Baufirma. So kann ich mich voll auf

das Studium konzentrieren!“

Wertschätzung und

Weiterbildung

Dass die GMSH den Ruf eines Top-Arbeitgebers

genießt, belegen zahlreiche Gütesiegel, unter

anderem die Auszeichnung „Bestes Ausbildungsunternehmen

2018“ von Focus Money.

„Wir bieten Studierenden hervorragende

Perspektiven“, betont Ausbilderin Sabine

Wilstermann, „achten auf Chancengleichheit,

Familienfreundlichkeit, Nachhaltigkeit sowie

Klimaschutz und legen großen Wert auf Weiterbildung

und Personalentwicklung. Auch mit

den Folgen des gesellschaftlichen und technologischen

Wandels beschäftigen wir uns

intensiv. Arbeiten wird zunehmend digitaler,

vernetzter und flexibler. Mit dem Schwerpunkt

‚Arbeiten 4.0’ stellen wir die Weichen

für unsere Arbeitsprozesse der Zukunft. Aktuell

sehen wir eine Entwicklung weg von festen

Arbeitszeiten, hin zu projektorientierten

Aufgaben und stellen uns der Frage, welche

Rolle die Arbeit im Leben unserer Mitarbeiter

einnimmt.“

Lisa und Torge sind gut in ihr Fachhochschulstudium

Bauingenieurwesen an der FH Kiel

gestartet. „Wir beginnen mit einem dreimonatigen

Studienblock, ehe wir im Januar dann

für drei Monate bei der GMSH arbeiten werden“,

erklärt Lisa. „Vorab wurden wir in einer

Einführungswoche umfassend über das Unternehmen

informiert, erfuhren eine Sicherheitsbelehrung,

wurden von den Mitarbeitern der

GMSH begrüßt und nahmen unsere technische

Ausrüstung entgegen. Viele Eindrücke,

viele Gesichter, viele Namen und eine angenehme

Atmosphäre!“ Auch Torge fand den

Start gelungen. „Die GMSH macht auf mich

den Eindruck eines modernen Arbeitgebers.

Als Studierender fühle ich mich von Anfang

an wertgeschätzt. Traditionell beschreibt man

das Bauwesen als konservativ. Unsere Generation

wird daran vielleicht etwas ändern!“

Duale Studienangebote bei der GMSH

FH Kiel

Bauingenieurwesen (B.Eng.)

Maschinenbau (B.Eng.)

Elektrotechnik (B.Eng.)

Hochschule 21

Architektur (B.Eng.)

Gebäudetechnik- und Automation (B.Eng.)

Technische Hochschule Lübeck / Hochschule

Wismar

Architektur (M.A.)

Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR

(GMSH)

Gartenstraße 6

24103 Kiel

T. 0431 / 599-0

mail@gmsh.de

www.gmsh.de

Traditionell beschreibt

man das Bauwesen

als konservativ.

Unsere Generation

wird daran vielleicht

etwas ändern!

Theorie und Praxis im dualen

Studium – eine Mischung,

die bei den Studierenden der

GMSH gut ankommt!

# berufsorientierung

ME2BE.DE

40


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Die „hochschule 21“

glänzt mit topmoderner

Ausstattung sowie

permanentem Zugang

zu Werkstätten und

Laboren.

„hochschule 21“: Genial dual.

Im Trend: Duale Technik-Studiengänge an

der „hochschule 21“ in Buxtehude

Viele denken, sie sei schon 21, dabei steht diese Zahl nur für die Postleitzahl

von Niedersachsen. In Wirklichkeit ist sie erst 14 Jahre alt, sieht blendend

aus, ist ziemlich beliebt und hochgebildet – die „hochschule 21“ in

Buxtehude! Seit 2004 bietet die staatlich anerkannte private Fachhochschule

an der Este attraktive Studienangebote in den Bereichen Ingenieurwesen

und Gesundheit an. Rund 1.100 Studierende, 80 Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter, davon 30 Professoren und Dozenten, lehren und lernen die

Fächer Architektur, Bauingenieurwesen, Mechatronik, Gebäudetechnik

und -automation, Wirtschaftsingenieurwesen Bau und Immobilien,

Physiotherapie, Hebamme und Pflege. Die Besonderheit: Alle Studiengänge

sind betont praxisorientiert und werden nur im dualen Modell angeboten.

Text Christian Dorbandt

Fotos Sebastian Weimar

Nominiert als

„Professor des Jahres

2017“: Thorsten

Hermes, Professor

für Technische

Informatik.

In der hochschuleigenen Werkhalle inspiziert

Mechatronik-Student Julius den mobilen

Roboter „Marwin“, der in einer mehrjährigen

Forschungskooperation mit dem Deutschen

Elektronen-Synchrotron DESY entwickelt

wurde. „Mein Traum ist es, mich als Entwicklungsingenieur

mit ‚autonomer Mobilität’ zu

beschäftigen“, erklärt der 20-Jährige. „Das

Thema ‚Drohnen-Taxis’ finde ich momentan

besonders spannend!“ Zwei Stockwerke höher

erlernt Alexandra die Grundlagen von „Computer

Aided Design“. Als angehende Ingenieurin

für Gebäudetechnik und –automation

wird sie unter anderem auf die Arbeit mit

CAD-Software vorbereitet, um gebäudetechnische

Simulationen digital zu erstellen. Die

Inhalte beider Studiengänge berücksichtigen

nicht nur die praktischen Erfordernisse ihrer

Arbeitgeber, sondern bedienen auch aktuelle

Forschungstrends; für Studierende eine

attraktive Kombination.

Mechatronik –

Technikstudium für

‚Allrounder’

„An der ‚hochschule 21‘ bilden wir die Ingenieurinnen

und Ingenieure der Zukunft aus“,

meint Professor Dr.-Ing. Thorsten Hermes.

Seit 2012 lehrt er technische Informatik an

der „hochschule 21“ und blickt, wie alle seine

Kolleginnen und Kollegen, neben einer akademischen

Ausbildung auch auf praktische

Berufserfahrung zurück. Seinen Studierenden

erklärt der promovierte Informatiker diese

These folgendermaßen: „Was passiert, wenn

in einer Firma eine hochkomplexe, technische

Anlage ausfällt? Bisher versammelte sich

ein ganzes Team, um das Problem zu lösen:

Mechaniker, Elektrotechniker, ein Maschinenbauingenieur

und eventuell noch ein Programmierer.

Diesen Fachkräfteaufwand werden sich

Unternehmen zukünftig nicht mehr leisten

können. Stattdessen werden Generalisten

begehrt sein oder besser gesagt, technische

Allrounder wie unsere Absolventinnen und

Absolventen der Mechatronik. Sie beschäftigen

sich in ihrem Studium

sowohl mit Elektrotechnik

als auch mit

Maschinenbau und Informatik,

jenen klassischen

Ingenieursdisziplinen,

die in fast allen modernen

technischen Systemen

aufeinandertreffen.“

Im Studium der

Mechatronik

bilden wir die

Ingenieurinnen

und Ingenieure

der Zukunft aus.

Mehrere Aspekte stoßen bei den Mechatronik-Studierenden

auf Begeisterung. „Der hohe

Praxisbezug und die persönliche, beinahe

familiäre Atmosphäre machen den Charme

dieses Studiums an der ‚hochschule 21‘ aus“,

meint Julius. „Die Hochschule besitzt eine

hervorragende Ausstattung, sodass wir uns

intensiv mit SPS- und μC-Programmierung,

Bildverarbeitung, Robotersteuerung, CA-Simulation,

LTSpice, Matlab, Simulink, SciLab

und anderen spannenden Themen beschäftigen

können. Zusätzlich haben wir jederzeit

die Möglichkeit, unsere Labore und Werkhallenplätze

zu nutzen, um zu üben oder an

Projekten zu arbeiten. Der enge Kontakt zu

den Dozenten hilft dabei und motiviert. Man

fühlt sich wahrgenommen und auch wertgeschätzt.“

Apropos Projekte. Die „hochschule 21“ ist

bekannt für aufsehenerregende Forschungsprojekte.

Drei Beispiele: 1.)

Im Rahmen des „SpaceBot-

Cup“ vom Deutschen Zentrum

für Luft- und Raumfahrt (DLR)

entwickelten Studierende

den Roboter „SpaceBot21“,

der in einem nachgestellten

Szenario auf der Oberfläche

eines fremden Planeten eine

Reihe von anspruchsvollen

Aufgaben bewältigen kann! 2.) Aus der

viel beachteten Teilnahme am „SpaceBot-

Cup“ ergab sich im Auftrag des Deutschen

42

43


CAMPUS STUDIUM

COMPANIES PORTRAITS

Alexandra studiert

Gebäudetechnik und

-automation. Die

Anzahl von Frauen

in technischen

Studiengängen steigt

kontinuierlich!

Die „hochschule 21“

Elektronen-Synchrotron DESY das Drittmittelprojekt

„Marwin“. Entwickelt wurde hier

der mobile Roboter „Marwin“, der autonome

Inspektionen im berühmten Hamburger „Teilchenbeschleuniger“

durchführen kann. 3.)

Das aktuelle studentische Projekt „Parkinson-

Brille“ bietet einen vielversprechenden

Ansatz für die Therapie von Parkinson-Patienten.

Mithilfe der von Mechatronik- und

Physiotherapie-Studierenden entwickelten

Brille helfen audiovisuelle Reize, die Blockade

des erkrankten Gehirns zu durchbrechen. Alle

Projekte werden interdisziplinär erarbeitet

und bilden eine wichtige Säule der dualen

Studienangebote.

Gebäudetechnik und

-automation: Studium mit

hohem Trendpotenzial

Gebäudetechnik und –automation ist der

jüngste Studiengang an der „hochschule 21“,

der erstmals im Wintersemester 2018/19

angeboten wird. Worum geht es? Das Studium

umfasst Grundlagen der Disziplinen „Bauwesen“

und „Mechatronik“ sowie die intensive

Beschäftigung mit dem Thema „Gebäudetechnik“.

Das Trendpotenzial ist groß! Die

Einsparmöglichkeiten in der Gebäudeautomation

durch Digitalisierung und intelligente

Systeme sind gewaltig. Inhaltlich begegnen

den aktuell fünfzehn Studierenden alle Themen,

mit denen sich Ingenieurinnen und

Ingenieure auskennen müssen: Konzept, Entwurf,

Bemessung und Konstruktion von Gas-,

Elektro- und Wasserinstallationen sowie Heizungs-,

Lüftungs- und Klimaanlagen. Absolventen

werden nach dem Studium dazu in der

Lage sein, sowohl bei der Planung als auch

bei der Ausführung und Unterhaltung gebäudetechnischer

Anlagen mitzuwirken.

Eine der studentischen Pioniere ist Alexandra

aus Brande-Hörnerkirchen. Ihre Neugier an

diesem zukunftsorientierten Fachgebiet entstand

aufgrund der Kombination von interessanten

Studieninhalten und vielversprechenden

Zukunftschancen. „Gebäudetechnik und

Gebäudeautomation sind starke Zukunftsthemen.

Durch das duale Studium an der

‚hochschule 21‘ erhoffe ich mir eine optimale

Vorbereitung auf die Arbeit als Ingenieurin.

Was mir an der Studienstruktur gut gefällt,

ist die Mischung aus theoretischen Grundlagen,

praktischen Übungen und Wahlmodulen.

Zusammen mit den Praxisphasen in meinem

Kooperationsbetrieb kann ich mir das Fachwissen

aneignen und mich darüber hinaus

spezialisieren.“

Neuland für die Studierenden des Fachs Gebäudetechnik

und –automation. Neuland auch für

die Hochschule. Man „sitzt im selben Boot“,

und diese Metapher passt gut. Auf ein enges

Miteinander von Studierenden und Dozenten

wird in Buxtehude großen Wert gelegt!

Die „hochschule 21“ in Buxtehude ist eine staatlich anerkannte

private Fachhochschule. Sie gilt als eine der innovativsten Fachund

Führungskräfteschmieden für den Elbe-Weser-Raum sowie für

die Metropolregion Hamburg. Mit rund 1.100 Studierenden, 80

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter davon 30 Professoren und Dozenten

bietet sie aktuell acht Bachelor-Studiengänge aus den Bereichen

Technik, Bauwesen und Gesundheit an. Zu ihren Besonderheiten

zählen: Enge Verzahnung zwischen Theorie und Praxis, sehr gute Jobund

Karrierechancen, hoher Grad an Interdisziplinarität, innovative

Forschungsprojekte, topmoderne Ausstattung, Unterstützung bei

Auslandsaufenthalten, persönliche Studienatmosphäre und –betreuung.

Studienangebot Technik

• Mechatronik (B.Eng.)

• Gebäudetechnik und-automation (B.Eng.)

Studienangebot Bauwesen

• Architektur (B.Eng.)

• Bauingenieurwesen (B.Eng.)

• Wirtschaftsingenieurwesen Bau und

Immobilien (B.Eng.)

Studienangebot Gesundheit

• Hebamme (B.Sc.)

• Physiotherapie (B.Sc.)

• Pflege (B.Sc.)

Bewerbung

Eine Bewerbung für die technischen und

bautechnischen Studiengänge ist jederzeit

möglich. Es gibt keine Bewerbungsfristen

und keinen Numerus Clausus. Studienbeginn

ist im Wintersemester. Sofern die Studienbewerber

und -bewerberinnen vor Beginn des

Bewerbungsverfahrens einen Platz bei einem

Praxisunternehmen nachweisen können, ist

die Teilnahme an einem Eignungstest nicht

erforderlich, und die Zulassung zum Studium

erfolgt, sofern die Hochschulzugangsberechtigung

vorliegt. Wer noch keinen Praxispartner

nachweisen kann, muss an einer schriftlichen

Eignungsprüfung teilnehmen. Die Bewerbung

für den Studiengang Pflege erfolgt direkt bei

den Kooperationspartnern. Für den Studiengang

Physiotherapie findet ein Aufnahmeverfahren

statt. Für alle Bewerbungen steht das

Online-Bewerbungsportal auf www.hs21.de

zur Verfügung. Bewerbungen für den Studiengang

Hebamme sind an das Bildungszentrum

für Gesundheitsberufe der Asklepios Kliniken

Hamburg GmbH (BZG) zu richten.

Informationsveranstaltungen

Dual Day am 25. und 26. Januar 2019: Professoren

stellen ihre Studiengänge vor, Unternehmen

präsentieren sich, Studierende stehen

Rede und Antwort. Mehr Infos unter www.

hs21.de/dualday.

Schnuppertage (mehrfach im Jahr): Studienberatung

in Kleingruppen, begleitet von

einem Rundgang durch die Hochschule und

nach Möglichkeit der Besuch einer Vorlesung.

Genauere Informationen unter www.hs21.de/

schnuppertag.

hochschule 21

Staatlich anerkannte private Fachhochschule

University of Applied Sciences

Harburger Straße 6

21614 Buxtehude

T. (04161) 648-0

www.hs21.de

44

45


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Text Christian Dorbandt

Fotos Jana Limbers

Wer den gehobenen Verwaltungsdienst anstrebt, absolviert das Studium

„Allgemeine Verwaltung / Public Administration“. Doch der öffentliche

Dienst benötigt auch studierte Fachkräfte in technischen und sozialen

Berufen. Mit ihren neuen dualen Studienangeboten „Bauingenieurwesen“

und „Soziale Arbeit“ stellt die Stadt Elmshorn personelle Weichen für

die Zukunft. Chris von ME2BE CAMPUS hat zwei Studierende der Stadt

Elmshorn unabhängig voneinander nach ihren ersten Eindrücken befragt.

Mich erwartet nach

dem Studium ein

sicherer

Arbeitsplatz mit

familienfreundlichen

Arbeitsbedingungen.

Studieren bei der Stadt Elmshorn!

Neue duale Studienangebote der Elmshorner Stadtverwaltung

Moin, moin. Wie heißt ihr, wie alt seid ihr

und wo kommt ihr her?

Jana Bestmann: Mein Name ist Jana Bestmann.

Ich komme aus Elmshorn und bin 20

Jahre alt.

Mark Pöhlmann: Ich heiße Mark Pöhlmann,

bin 38 Jahre alt und komme aus Horst.

Was studiert ihr und welchen Abschluss

werdet ihr erwerben?

Jana: Ich studiere im ersten Semester den

Bachelorstudiengang ‚Soziale Arbeit’. Das Studium

dauert 7 Semester und der Abschluss

lautet ‚Bachelor of Arts´.

Mark: Ich habe in diesem Wintersemester

das duale Studium ‚Bauingenieurwesen‘

begonnen. Der Abschluss heißt ‚Bachelor of

Engineering‘.

Wo findet das Studium statt?

Jana: Das Studium ‚Soziale Arbeit’ besteht

abwechselnd aus einwöchigen Theorieblöcken

an der IUBH in Hamburg Barmbek und einwöchigen

Praxisblöcken an verschiedenen Einsatzorten

in Elmshorn, zum Beispiel im Amt

für Soziales oder an staatlichen Schulen.

Mark: Mein Studium absolviere ich im vierteljährlichen

Wechsel. Die Studienblöcke finden

an der ‚hochschule 21’ in Buxtehude statt, die

Praxisblöcke in der Stadtverwaltung Elmshorn.

Warum habt ihr euch für ein duales Studium

bei der Stadt Elmshorn entschieden?

Jana: Ich habe 2017 das Abitur an der

Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule Elmshorn

gemacht und anschließend ein Freiwilliges

Soziales Jahr in einer Elmshorner Schule

absolviert. Während dieser Zeit habe ich unter

anderem eine Inklusionsklasse der Klassenstufe

6 begleitet, Hausaufgabenbetreuung

übernommen und eine Bastel-AG geleitet.

In meiner Freizeit engagiere ich mich außerdem

seit vielen Jahren für das ‚Internationale

Jugendprogramm’. Ich habe gemerkt, dass mir

soziale Arbeit Freude bereitet und fand deshalb

das neue Studienangebot der Stadt Elmshorn

sehr attraktiv. Super, dass es mit dem

Platz geklappt hat!

Mark: Ich habe nach dem Realschulabschluss

eine Ausbildung zum Straßenbauer

abgeschlossen, anschließend viele Jahre als

Geselle im Tiefbau gearbeitet und in diesem

Handwerk auch den Meistertitel erworben.

Für das Studium bei der Stadt Elmshorn habe

ich mich entschieden, weil ich mich zum

Bauingenieur weiterbilden möchte. Auf Baustellen

habe ich bereits viele Erfahrungen

gesammelt. Zukünftig möchte ich Bauprojekte

lieber im Büro planen.

Was lernt ihr in eurem Studium?

Jana: Zu Beginn des Studiums dreht sich alles

um Grundlagen der Sozialen Arbeit, unter

anderem um Sozialpolitik, Sozialrecht, Pädagogik

und Psychologie. Später folgen drei

Vertiefungen: Kindheitspädagogik,

Kinder- und

Jugendhilfe sowie Soziale

Dienste für Erwachsene. In

den Praxisphasen erhalte

ich unterschiedliche Einblicke

in die Sozialarbeit

der Stadt Elmshorn, zum

Beispiel im Amt für Soziales,

aber auch an Schulen

und in der Jugendhilfe.

Mark: Im Studium Bauingenieurwesen besuche

ich anfangs viele Grundlagenkurse, von

der Mathematik bis zur Baustofftechnologie.

Außerdem gibt es Schwerpunkte wie zum

Beispiel Planung, Entwurf, Konstruktion, Ausführung

und Erhaltung von Bauwerken. Später

kann ich Wahlpflichtfächer belegen, beispielsweise

in den Bereichen Stahlbetonbau,

Baubetriebslehre oder DV-gestützter Straßenbau.

In der Praxisphase werde ich Ingenieure

der Stadt Elmshorn bei ihrer täglichen Arbeit

begleiten und praktische Erfahrungen in der

Ausschreibung, Planung, Begutachtung oder

Bauleitung sammeln.

Worauf freut ihr euch? Welche Bedenken

habt ihr?

Jana: Ich freue mich auf jeden Studientag,

weil ich die Inhalte interessant finde

und sowohl die Atmosphäre in der Elmshorner

Stadtverwaltung als auch an der IUBH

genieße. Alles fängt langsam und entspannt

an. Von allen Seiten erhalte ich optimale

Unterstützung! Natürlich habe ich Respekt

vor dem Studium und vor den Klausuren.

Man weiß nie so genau, was alles auf einen

zukommt. Doch die Gewissheit, dass ich mich

beruflich mit sozialer Arbeit beschäftigen

werde, motiviert mich sehr!

Mark: Ich freue mich über die neue Herausforderung

und die Perspektive bei der Stadt Elms -

horn! Mich erwartet nach dem Studium ein

sicherer Arbeitsplatz mit familienfreundlichen

Arbeitsbedingungen. Als Ehemann und zweifacher

Vater sind das beruhigende Aussichten.

Große Bedenken habe ich nicht, obwohl

ich feststelle, dass den jungen Abitur ienten

in meiner Studiengruppe die Matheaufgaben

etwas leichter fallen als mir. Andererseits profitiere

ich von meinen praktischen Erfahrungen.

Für das Studium muss ich fleißig lernen!

Aber ich habe ein neues Ziel: als Bauingenieur

für die Stadt Elmshorn tätig zu sein!

Ich habe gemerkt,

dass mir soziale

Arbeit Freude bereitet

und fand deshalb das

neue Studienangebot

der Stadt Elmshorn

sehr attraktiv.

Die Stadt Elmshorn bietet folgende

Ausbildungen an:

Duale Ausbildung

Verwaltungsfachangestellte/-r

Erzieher/-in

Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice

Bauzeichner/-in

Fachinformatiker/-in

Vermessungstechniker/-in

Duales Studium

Allgemeine Verwaltung / Public Administration

Bauingenieurwesen

Wirtschaftsinformatik

Soziale Arbeit

Infos erhältst du bei:

Für die Verwaltungs- und sozialen Berufe:

Michael Dürr

Tel.: 04121 / 231-221

m.duerr@elmshorn.de

Für die technischen Berufe:

Svenja Piening

Tel.: 04121/ 231 -336,

s.piening@elmshorn.de

Stadt Elmshorn

Schulstraße 15-17

25335 Elmshorn

Weitere Informationen über die

Ausbildungsmöglichkeiten bei der Stadt Elmshorn

findest du unter: www.elmshorn.de

46

47


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Vom Hörsaal aufs Hausboot!

Kreative Lehrmethoden an der TH Lübeck

Begeistert seine

Studierenden mit

kreativen Übungen:

Prof. Dr. Dirk Jacob

Text Christian Dorbandt

Fotos Sebastian Weimar

Sie studieren „Energie- und

Gebäudeingenieurwesen“ an der TH

Lübeck und schätzen den hohen

Praxisbezug: Sarah und Lasse.

Studieren an der Technischen Hochschule (TH) Lübeck liegt im Trend.

Im Wintersemester 2017/18 meldete die renommierte Fachhochschule

mit 4.901 Studierenden die höchste Studierendenzahl ihrer fast

50-jährigen Geschichte. Für interessierte Schülerinnen und Schüler

bietet die TH zurzeit über 30 Studiengänge aus den Fachbereichen

Technik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Architektur und gilt –

gemessen am Drittmittelaufkommen – zu den stärksten Fachhochschulen

Deutschlands. Neben einer modernen Ausstattung, der innovativen

Ausrichtung und einem gezielten Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit

(vgl. ME2BE Campus-Beitrag 01/2018 – „Studieren, um die Welt zu retten“)

punktet die TH Lübeck vor allem mit ihren Dozentinnen und Dozenten

und deren außergewöhnlichen Lehrmethoden. ME2BE CAMPUS hat sich im

Fachbereich Bauwesen umgeschaut und kreative Momente recherchiert.

Jeder dritte Studierende in Schleswig-Holstein

entscheidet sich für eine akademische Ausbildung

an einer Fachhochschule, zum Beispiel

an der Technischen Hochschule Lübeck. Dass

die TH Lübeck mehr als ein Geheimtipp ist,

hat sich unter vielen Schülerinnen und Schülern

längst herumgesprochen. Die Gründe

dafür liegen auf der Hand: intensive Lehrbetreuung,

eine hervorragende Forschungsumgebung

sowie ein extrem hoher Praxisbezug.

Mal aufs Hausboot,

mal nach Marokko

Wir treffen Lasse Zapf auf dem Campus.

Er studiert im 5. Semester „Energie- und

Gebäudeingenieurwesen“ und erzählt uns,

was ihn neben dem Curriculum besonders

motiviert: „Mein Studium an der TH Lübeck ist

auch deshalb so interessant, weil sich unsere

Dozentinnen und Dozenten immer wieder

etwas Spannendes und Praxisbezogenes einfallen

lassen. Seminartage finden nicht nur im

Hörsaal statt, sondern oft an Orten, an denen

wir praxisbezogen unterrichtet werden. Ein

Beispiel: Unser Studiengangsleiter Professor

Jacob lebt in Hamburg auf einem Hausboot.

Im Rahmen einer Vorlesung berichtete er uns

vor Kurzem von seinem Hausboot-Nachbarn,

der über einen hohen Energieverbrauch klagte

und schlug vor, dass wir uns diesem Problem

als praktische Übung in einem Außentermin

annehmen könnten. Gesagt, getan. Mit einer

kleinen Gruppe untersuchten wir daraufhin

die Energieeffizienz des Hausbootes und …

was wir dort mit Hilfe einer Wärmebildkamera

über Thermografie, Abwärmenutzung

und viele andere energietechnische Aspekte

gelernt haben, war einfach fantastisch! Solche

Lerneffekte hätten wir im Hörsaal nicht

erzielt!“

Weitere Beispiele für außergewöhnliche Lehrveranstaltungen

liefert regelmäßig Heiner

Lippe, Professor für Architektur, mit den Lehrgebieten

Technische Gebäudediagnostik und

Energetische Gebäudesanierung. In seinen

Studienfächern ‚Entwerfen’ und ‚Baukonstruktion’

bietet der gebürtige Nürnberger seinen

Studierenden spektakuläre Exkursionen an:

von der baulichen Untersuchung einer ayurvedischen

Klinik im indischen Mankarai bis

zur ständigen interdisziplinären Zusammenarbeit

mit der Internationalen Universität in

Rabat, Marokko. Architekturstudierende in

Lübeck sind es gewohnt, weit über den Tellerrand

hinauszublicken. „Ich lege großen Wert

auf interkulturelle Kommunikation“, erklärt

Lippe im Gespräch. „Wir leben in einer Zeit

globaler Wirtschaftsstrukturen. Ich möchte

den Studierenden Werkzeuge vermitteln,

damit sie später in ihren Positionen erfolgreich

kommunizieren, andere Denkweisen

verstehen und auf Netzwerke zurückgreifen

können. Gleichzeitig wirken unsere internationalen

Projekte in Marokko und im Senegal

als Migrationspräventionsprogramme.

Praxisbezug, Interdisziplinarität und Wissenstransfer

sind starke Säulen, auf denen die

Technische Hochschule Lübeck ihre Studienangebote

präsentiert. Gleichzeitig lehren

und forschen engagierte Dozenten im engen

Dialog mit ihren Studierenden und begeistern

sie mit kreativen Studieninhalten. „Unsere

Dozentinnen und Dozenten sind absolute

Überzeugungstäter und brennen für ihre Themen!“,

meint die angehende Energie- und

Gebäudeingenieurin Sarah. „Das zu erleben,

ist unglaublich motivierend!“

48

49


CAMPUS STUDIUM

COMPANIES PORTRAITS

„Ich möchte etwas Gutes tun!“

Im Gespräch mit Prof. Dr. Dirk Jacob, Studiengangsleiter

„Energie- und Gebäudeingenieurwesen“ an der TH Lübeck.

Dass Professor Dr. Dirk Jacob als gebürtiger Würzburger auf einem

Hausboot lebt, ist vielleicht extravagant. Dass er bei seinen Studierenden

einen außergewöhnlich guten Ruf genießt, wundert hingegen kaum.

Nach einem Physikstudium, privatwirtschaftlicher Tätigkeit im

Bereich Gebäudeenergieoptimierung und einer Forschungstätigkeit

am Fraunhofer Institut verschlug es den Freiburger privat nach

Hamburg und beruflich an die TH Lübeck. Dort begeistert er seit

2016 angehende Ingenieure und Ingenieurinnen für die Themen

„Nachhaltige Energie- und Gebäudeplanung“ und „Energiesparen“.

ME2BE Campus: Hallo, Herr Professor

Jacob. 2016 wurde an der Fachhochschule

Lübeck der Bachelor-Studiengang „Energie-

und Gebäudeingenieurwesen“ ins

Leben gerufen, für den Sie berufen wurden.

Worum geht es in diesem Fach und warum ist

es besonders zukunfts-

orientiert?

Prof. Dr. Jacob: Im Basisstudium

vermitteln wir

Grundlagen des Bauwesens

und der Ingenieurtechnik.

Im Kernstudium

befassen wir uns

mit der gesamten Breite

Der Bedarf an

Fachkräften

in der Technischen

Gebäudeausrüstung

ist enorm.

der nachhaltigen Gebäudetechnik, d.h. des

Energie- und Gebäudeingenieurwesens und

beschäftigen uns sowohl theoretisch als auch

projektbezogen mit entsprechenden Aufgabengebieten.

Der Studiengang orientiert sich

an den Empfehlungen der Architekten- und

Ingenieurkammer Schleswig-Holstein. Der

Bedarf an Fachkräften in der Technischen

Gebäude ausrüstung ist enorm. Wir brauchen

Ingenieure und Ingenieurinnen für Energieund

Gebäudetechnik, damit sie die zukünftigen

Energieverbräuche von Gebäuden und

Anlagen planen und gestalten. Von ihnen

wird ein hohes Maß an Fachkompetenz erwartet

sowie Bereitschaft für neue Ideen.

Welche Kenntnisse und Fähigkeiten sollten

Studierende mitbringen?

Was man grundsätzlich mitbringen sollte, ist

eine Begeisterung für die Themen Technik,

Ökologie und Nachhaltigkeit. Da es sich um

ein Ingenieurstudium handelt, ist auch eine

Affinität zur Mathematik und Modellierung

notwendig sowie das Interesse, sich mit technischen

Dingen zu beschäftigen.

Viele Schulabgänger

zeigen großes Interesse

an Umwelt und Technik,

befürchten aber zu viel

Theorie im Studium.

Wie gestalten Sie Ihre

Veranstaltungen an der

TH Lübeck, damit die

Praxis nicht zu kurz kommt?

Die Beschäftigung mit theoretischen Inhalten

ist zwingend notwendig;

doch die Technische

Hochschule Lübeck legt

besonderen Wert auf

einen hohen Praxis bezug.

In zahlreichen Projekten

haben unsere Studierenden

die Gelegenheit,

die theoretischen

Grundlagen in der Praxis

anzuwenden. Als Überzeugungstäter

in Sachen

Energie und Umwelt präsentiere

ich mich den

Studierenden authentisch.

Ich möchte etwas

Gutes tun! Themen und

Ideen, die mich persönlich begeistern, diskutieren

wir und überlegen anschließend

gemeinsam, wie wir sie modellhaft umsetzen

können. Man merkt, wie motivierend, lehrreich

und inspirierend die praktischen Übungen

sind, ob bei der Analyse der Energieeffizienz

auf dem Hausboot meines Nachbarn,

bei der Planung einer schwimmenden Sauna,

beim Schrauben an Gasthermen im Labor der

Emil-Possehl-Stiftung oder auf der Suche

nach konkreten Energiesparmöglichkeiten auf

dem Campus.

Die Technische Hochschule Lübeck

Die Technische Hochschule Lübeck ist eine staatliche Fachhochschule

und ging 2018 aus der FH Lübeck hervor. Die fachlichen Schwerpunkte

der Hochschule liegen in den Bereichen Technik,

Naturwissenschaften, Wirtschaft und Architektur. Mit rund 130

Professorinnen und Professoren in vier Fachbereichen bietet sie

zurzeit 20 Bachelor- sowie 13 Masterstudiengänge an. Weitere

Besonderheiten: einzigartige Campus-Allianz mit Universität und

Universitätsklinikum, hoher Grad an Wissens- und Technologietransfer,

internationale Studienangebote, moderne Ausstattung.

Bachelorstudiengänge

• Angewandte Chemie

• Angewandte Informationstechnik

• Architektur

• Bauingenieurwesen

• Betriebswirtschaftslehre

• Biomedizintechnik

• Elektrotechnik, Energiesysteme und

Automation

• Elektrotechnik – Kommunikationssysteme

• Energie- und Gebäudeingenieurwesen

• Hörakustik

• Informatik / Softwaretechnik

• Informationstechnologie und Design

• Maschinenbau

• Medieninformatik (Online-Studium)

• Physikalische Technik

• Regenerative Energien (Online-Studium)

• Umweltingenieurwesen und -management

• Wirtschaftsingenieurwesen

• Wirtschaftsingenieurwesen Lebensmittelindustrie

• Wirtschaftsingenieurwesen (Online-Studium)

Masterstudiengänge

• Architektur

• Angewandte Informationstechnik

• Bauingenieurwesen

• Betriebswirtschaftslehre

• Biomedical Engineering

• Environmental Engineering

• Hörakustik und Audiologische Technik

• Mechanical Engineering

• Medieninformatik (Online-Studium)

• Regulatory Affairs

• Städtebau und Ortsplanung

• Technische Biochemie

• Wirtschaftsingenieurwesen

Spezielle Studienangebote

Studium mit integrierter Lehre – „StudiLe“

Das Studium mit integrierter Lehre verbindet

eine betriebliche Ausbildung mit einem Bachelorstudium

an der TH Lübeck. Die vollständige

Liste der möglichen Ausbildungsberufe ist auf

www.StudiLe.de veröffentlicht. Passend zum

Ausbildunsgberuf kann einer von sechs Bachelorstudiengängen

gewählt werden:

• Bauingenieurwesen

• Betriebswirtschaftslehre

• Elektrotechnik – Energiesysteme und

Automation

• Elektrotechnik – Kommunikationssysteme

• Informatik / Softwaretechnik

• Maschinenbau

Internationale Doppelabschlüsse

Im Double Degree Program führen die internationalen

Studiengänge Elektrotechnik (ISE),

Wirtschaftsingenieurwesen (ISW) und Maschinenbau

(ISM) zu zwei Abschlüssen: dem

Bachelor of Science der TH Lübeck sowie dem

Bachelor of Science der Partnerhochschule

Milwaukee School of Engineering (MSOE),

Wisconsin, USA.

Technische Hochschule Lübeck

Mönkhofer Weg 239

23562 Lübeck

T. +49 (0) 451-300 6

F. +49 (0) 451-300 5100

kontakt@th-luebeck.de

www.th-luebeck.de

50

51


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

„Hochschule im Elfenbeinturm

finde ich fatal!“

CAMPUS-Redakteur Chris im Gespräch mit Dr. Christoph Jansen,

Präsident der Hochschule Flensburg.

Text Christian Dorbandt

Fotos Laura Hasl, Michael Ruff

Die Hochschule Flensburg ist

die nördlichste Hochschule

Deutschlands mit zurzeit rund

4.000 Studierenden in jeweils zehn

Bachelor- und Masterstudiengängen

und eine renommierte Adresse für

die regionale Fachkräfteausbildung

im deutsch-dänischen Grenzgebiet.

Im Februar 2018 trat Christoph

Jansen offiziell die Präsidentschaft

der Hochschule Flensburg an. „Ich

möchte Räume für Innovationen

schaffen“, verkündete der

promovierte Physiker bei seiner

Antrittsrede, „Räume, die von

allen Mitgliedern der Hochschule

gefüllt werden sollen.“

52

53


CAMPUS STUDIUM

COMPANIES PORTRAITS

Dr. Christoph Jansen studierte Physik an der

Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule

Aachen (RWTH) und schloss dort 2003

seine Promotion im Fach Maschinenbau ab.

Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher

Mitarbeiter, als Leiter des EU-Büros

sowie als persönlicher Referent des Rektors.

2007 zog es Jansen in die Privatwirtschaft,

dort war er zuletzt als „Director Global Operations“

bei der Siemens AG in Erlangen tätig.

Hallo, Herr Dr. Jansen. Sechs Monate Ihrer

sechsjährigen Amtszeit sind vorbei. Gefällt

Ihnen die Arbeit als Hochschulpräsident?

Sind Sie in Flensburg angekommen?

Ja, meine Arbeit gefällt mir ausgezeichnet

und ich fühle mich in der Stadt Flensburg sehr

wohl. An die Hochschule Flensburg zu kommen,

war absolut die richtige Entscheidung.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihre Amtszeit

gesteckt?

Was ich mir vorgenommen habe, ist sehr stark

mit dem Projekt ‚Innovative Hochschule’ verbunden

und Bestandteil eines gemeinsamen

Strategieprozesses. Wir möchten zum Innovationsmotor

der Region werden und sowohl

für Schulen als auch für Unternehmen ein

aktiver Bildungspartner sein. Als Hochschule

ist es unser Ziel, studieninteressierten Schulabgängern

einen erfolgreichen Übergang von

der Schule zum Beruf zu ermöglichen und

unsere Absolventinnen und Absolventen auf

das Niveau zu führen, das Unternehmen langfristig

benötigen.

Zeitgleich mit Ihrer Antrittsrede auf dem

Sommerfest erhielt die Hochschule Flensburg

Fördermittel vom Bund in Höhe von

6,7 Millionen Euro, um die Innovationskraft

in der deutsch-dänischen Grenzregion

zu stärken. Was genau steckt hinter dem

Projekt „Grenzland Innovativ Schleswig-

Holstein“?

Die Hochschule Flensburg verfolgt mit diesem

Projekt eine stärkere Vernetzung und

Positionierung als Innovationsmotor in

der deutsch-dänischen Region. Der Ausbau

soll insbesondere die forschungsbasierten

Fachgebiete der Hochschule widerspiegeln:

Wind energietechnik, Regenerative Energien,

Maritime Technologien, Maschinenbau und

Lebensmitteltechnologien. Geplant ist unter

anderem die nachhaltige Einrichtung eines

sogenannten ‚didaktisierten FabLabs’ zur

MINT- Förderung von Kindern sowie eine engere

Zusammenarbeit von Unternehmen und Hochschule.

Ein weiteres Labor soll entstehen, das

es der Hochschule ermöglicht, Probleme zu

lösen, die sich aus der Energiewende und den

Klimaschutzanforderungen ergeben. Außerdem

verfolgt „Grenzland Innovativ“ das Ziel,

für die Bio- und Lebensmitteltechnologie ein

Zentrum für Analytik im Innovations- und

Technologietransfer (ZAIT) aufzubauen. Und

mit der „VentureWerft“ soll die grenzübergreifende

Entrepreneurship-Community und –kultur

ausgebaut werden.

Sprechen Sie schon Dänisch?

Leider ist das eine Herausforderung, der ich

mich bisher noch nicht gestellt habe.

Regenerative Energien, Industrie 4.0,

Künstliche Intelligenz – mit welchen Megatrends

werden Sie sich zukünftig an der

Hochschule Flensburg beschäftigen?

In meiner Tätigkeit bei der Siemens AG habe

ich mich Jahre lang mit innovativen Technologien

und unterschiedlichen Fragestellungen

beschäftigt, beispielsweise in den Bereichen

Umweltschutz, Informationstechnologie und

Energiemanagement. Wie gehen wir zukünftig

mit industriellen Abfällen um? Was müssen

Unternehmen tun, um ihre IT-Sicherheit

zu gewährleisten? Welche Prozesse digitalen

Engineerings können Produktentwicklung

optimieren? Genau diesen Themen begegne ich

auch an der Hochschule Flensburg und halte

sie nach wie vor für besonders förderwürdig.

Eine aktive Bildungspartnerschaft mit

Schülern, Studierenden sowie potenziellen

Arbeitgebern bedarf einer ausgeprägten

Kommunikationskultur. Kommen Sie persönlich

mit Studierenden und Unternehmern

in Kontakt? Wann waren Sie zuletzt

in der Mensa?

Kommunikation ist für mich ein immens wichtiger

Faktor! Als anwendungsbezogene Hochschule

zeichnen wir uns durch eine praxisnahe

Qualifizierung von Fachkräften aus, die sich

am unternehmerischen Bedarf ausrichtet.

Hochschule im Elfenbeinturm finde ich fatal!

Aus diesem Grund führe ich als Präsident permanent

Gespräche mit Vertretern aus Wirtschaft,

Politik und Wissenschaft und natürlich

auch mit Studierenden. Von AStA-Mitgliedern

erhielt ich bei meiner Antrittsrede eine Holzkiste,

um von dort aus regelmäßig mit Studierenden

und der gesamten Hochschule zu

diskutieren. Ich halte Wort. Alle zwei Wochen

springe ich im Foyer unseres H-Gebäudes

auf dieses selbstgebaute Podest und stelle

mich allen Fragen und Diskussionen. Zu Ihrer

zweiten Frage: Mein letzter Besuch in unserer

erstklassigen Mensa war gestern. Es gab

Putenschnitzel.

Herr Dr. Jansen, vielen Dank für das

Gespräch.

Die Hochschule Flensburg

Die Hochschule Flensburg ist die nördlichste Fachhochschule

Deutschlands und eine der renommiertesten Einrichtungen für regionale

Fachkräfteausbildung. Zurzeit studieren hier rund 4.000 Studierende,

der Anteil weiblicher Studenten liegt bei rund 25 Prozent. Das

Studienangebot umfasst 10 Bachelor- und 10 Masterstudiengänge:

Bachelor

• Angewandte Informatik

• Betriebswirtschaft

• Bio-, Lebensmittel- und

Verfahrenstechnologie

• Energiewissenschaften

• Internationale Fachkommunikation

• Maschinenbau

• Medieninformatik

• Schiffstechnik

• Seeverkehr, Nautik und Logistik

• Wirtschaftsinformatik

Master

• Angewandte Informatik

• Applied Bio and Food Sciences

• Automatisierungstechnik

• Business Management

• Business Management/Wirtschaftsinformatik

• eHealth

• Intermedia & Marketing

• Internationale Fachkommunikation

• Systemtechnik

• Wind Engineering

benötige ich pro Semester? Wie kann ich ein Studienfach

wechseln? Wie beantrage ich BAföG?

Und was soll ich eigentlich studieren? Wer

sich mit dem Thema Studium beschäftigt, hat

besonders am Anfang viele Fragen und möchte

dringend Antworten. Um alle Fragen von Studieninteressierten

und Studierenden schnell und

kompetent beantworten zu können, hat sich der

Studierendenservice der Hochschule Flensburg

besonders serviceorientiert aufgestellt:

• Studierendensekretariat (beantwortet alle

Fragen rund um das Studium)

• Info Point (offene Anlaufstelle, Info-

Material, Abgabe von Unterlagen)

• Studienberatung (termingebundene und

offene Studienberatung für Schüler/-innen,

Studierende und Studieninteressierte)

• Psychosoziale Studienberatung (unterstützt

bei Ängsten und Problemen)

• Stipendienberatung (informiert und

berät zu Stipendien)

• CampusCareer (informiert über Praktika,

Jobangebote und den Berufseinstieg)

lungen gut verzahnt und kommunizieren

offen und serviceorientiert. Wir bieten Studierenden

und Studieninteressierten eine

ausführliche Beratung und haben mit dem

Info Point auf dem Campus eine offene und

schnelle Empfangs- und Anlaufstelle. Das

Hochschulangebot präsentieren wir auf Bildungsmessen,

in Schulen und beraten auch

telefonisch. Zu Beginn des Studiums bieten

unsere Mentoring-Programme Orientierung

und Unterstützung."

Hochschule Flensburg

Kanzleistraße 91-93

24943 Flensburg

Telefon: +49(0)461 805 - 01

Telefax: +49(0)461 805 - 1300

E-Mail: studierendensekretariat@hs-flensburg.de,

studienberatung@hs-flensburg.de,

infopoint@hs-flensburg.de

Web: www.hs-flensburg.de

Facebook: www.facebook.com/hsflensburg/

Was sind die Zulassungsvoraussetzungen für

ein Studium an der Hochschule Flensburg? Was

ist ein Probestudium? Wie viel Credit Points

„Wir sind dicht an den Studierenden", sagt

Sylvia Rußbüldt, Abteilungsleiterin für den

Bereich Studierendenservice, „mit allen Abtei-

54

55


Syddansk Universitet (SDU)

CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Mehr als 32.000 Studierende lernen an den fünf Standorten der

University of Southern Denmark (Syddansk Universitet), kurz SDU. Auf

dem Hauptcampus in Odense und den Campussen in Slagelse, Kolding,

Esbjerg und Sønderborg arbeiten mehr als 4.000 Angestellte, um den

Studierenden ein reibungsloses und ansprechendes Studium zu ermöglichen.

Ungefähr 20% der Studierenden kommen aus anderen Ländern, was den

Studienalltag divers und interessant gestaltet. In den Fachbereichen

Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften,

Gesundheitswissenschaften und Ingenieurwissenschaften bietet

die Universität insgesamt rund 115 Studiengänge an.

Nah an allem - dem Studium,

dem Wasser und der Familie!

Sophie Hansen über ihr Studium in Dänemark

Die Ostsee direkt vor dem Campusgebäude der SDU Sønderborg. Das

ist für die Hamburgerin Sophie Hansen, die sich dafür entschieden

hat, ein Ingenieurstudium im Fachbereich „Mechatronics“ in

Dänemark zu absolvieren, wichtig. „Die spezielle Atmosphäre

am Wasser macht diesen Studienort zu etwas Besonderem.“

Während ihres Praktikums bei Danfoss in

Flensburg bekam sie die Empfehlung, sich

doch die SDU Sønderborg für ihr zukünftiges

Studium einmal genauer anzusehen.

Sønderborg liegt nur zwanzig Minuten von

der deutsch-dänischen Grenze entfernt. Ein

Besuch am Tag der offenen Tür hat sie dann

endgültig überzeugt und begeistert.

Und nach eineinhalb

Jahren hat sie ihre Entscheidung

für ein englischsprachiges

Ingenieurstudium

nicht eine

Sekunde bereut. „Ich

liebe es, hier zu leben.

Die Gemütlichkeit der

Dänen kombiniert mit

der Internationalität

einer Uni-Stadt ist einfach

unschlagbar. Man lernt Menschen aus

aller Herren Länder kennen und entwickelt ein

Ich liebe es, hier

zu leben. Die

Gemütlichkeit der

Dänen kombiniert mit

der Internationalität

einer Uni-Stadt ist

einfach unschlagbar.

Verständnis für andere Kulturen. Das finde ich

großartig. Und obwohl ich im Ausland lebe,

bin ich in nur zwei Stunden in Hamburg. So

kann ich alle mit einem Auslandsaufenthalt

verbundenen Vorteile genießen und bleibe

dennoch in der Nähe meiner Familie und

Freunde.“

Und Nähe ist für Sophie ein Schlüsselwort. „Es

ist ein gewaltiger Vorteil, dass die Kurse nicht

so groß und die Hörsäle

nicht überfüllt sind. So hat

jeder einen direkten Draht

zu seinen Lehrkräften,

kann Fragen loswerden und

Themen diskutieren. Man

kennt sich und ist nicht

nur eine Nummer.“

Das Zusammenspiel von

Industrie und Universität

empfindet Sophie in Dänemark ebenfalls als

großen Vorteil. „Es geht nicht NUR darum, so

Text & Fotos

Sune Holst, SDU

viel Theorie wie möglich zu vermitteln, sondern

auch darum, dafür zu sorgen, dass wir

das Wissen, das wir uns aneignen, anwenden

können. Die Semesterprojekte werden in

enger Zusammenarbeit mit den benachbarten

Unternehmen auf der Grundlage konkreter

Aufgabenstellungen durchgeführt. Das ist

eine hervorragende Vorbereitung, nicht nur

für die Praktika und das spätere Arbeitsleben,

sondern auch die Unternehmen profitieren

davon, ihre Fachkräfte gezielt und gut auszubilden.“

Diesen Sommer hat Sophie sich ein Stand-Up-

Paddle-Board zugelegt. „Eine Runde auf dem

Wasser zu verbringen, ist meine Methode,

nachmittags zu entspannen“. Die Balance

zwischen Studium und Freizeit findet sie einfach

klasse in Sønderborg – und so können die

noch vor ihr liegenden Semester entspannt

angegangen werden.

Geisteswissenschaften

• International Business Administration and

Modern Languages (B.Sc.)

• European Master Tourism Management (EMTM)

• American studies (M.A.)

• Business, Language and Culture (Chinese)

(M.A.)

• Business, Language and Culture (negot) (M.A.)

• English Studies (M.A.)

• International Tourism and Leisure Management

(M.A.)

• Maritime Archaeology (M.Sc)

• Middle East studies (M.A.)

• Business, Language and Culture (M.Sc.)

• IT - Product Design (M.Sc.)

• IT – Web Communication Design (M.Sc.)

Sozialwissenschaften

• Economics and Business Administration –

Business Management (B.Sc.)

• Economics and Business Administration

– International Economics and Business

Relationships (B.Sc.)

• Economics and Business Administration -

Special Programmes for AP Graduates (B.Sc.)

• European Studies(B.Sc.)

• Market and Management Anthropology (B.Sc.)

• Master of Social Sciences in International

Security and Law (M.Sc.)

• Cultural Sociology (M.Sc.)

• Economics (M.Sc.)

• Economics and Business Administration -

Accounting and Finance (M.Sc.)

• Economics and Business Administration -

Brand Management and Marketing Communication

(M.Sc.)

• Economics and Business Administration

- Global Logistics and Supply Chain

Management (M.Sc.)

• Economics and Business Administration - Global

Marketing and Consumer Culture (M.Sc.)

• Economics and Business Administration -

Human Resource Management (M.Sc.)

• Economics and Business Administration -

International Business and Management

(M.Sc.)

• Economics and Business Administration

- International Business and Marketing

(M.Sc.)

• Economics and Business Administration -

Management Accounting (M.Sc.)

• Economics and Business Administration

- Management of Innovation Processes

(M.Sc.)

• Economics and Business Administration -

Market Anthropology (M.Sc.)

• Economics and Business Administration -

Marketing and Innovation (M.Sc.)

• Economics and Business Administration -

Sports and Event Management (M.Sc.)

• Economics and Business Administration -

Strategy and Organization (M.Sc.)

• Economics – Finance (M.Sc.)

• Environmental and Resource Management

(M.Sc.)

• Social Sciences in Comparative Public

Policy and Welfare Studies (M.Sc.)

Gesundheitswissenschaften

• Public Health (M.Sc.)

Ingenieurswissenschaften

• Electronics (B.Eng.)

• Global Management and Manufacturing

(B.Eng.)

• Mechatronics (B.Eng.)

• Engineering (Electronics) (B.Sc.)

• Engineering (Innovation and Business) (B.Sc.)

• Engineering (Mechatronics) (B.Sc.)

• Engineering (Product Development and

Innovation) (B.Sc.)

• Engineering – Chemistry (M.Sc.)

• Engineering – Electronics (M.Sc.)

• Engineering - Innovation and Business

(M.Sc.)

• Engineering – Mechatronics (M.Sc.)

• Engineering - Operations Management

(M.Sc.)

• Engineering - Physics and Technology

(M.Sc.)

• Engineering - Product Development and

Innovation (M.Sc.)

• Engineering - Robot Systems (Advanced

Robotics Technology/Drone Technology)

(M.Sc.)

• Engineering - Software Engineering (M.Sc.)

• Environmental Engineering (M.Sc.)

Naturwissenschaften

• Applied Mathematics (M.Sc.)

• Biochemistry and Molecular Biology (M.Sc.)

• Biology (M.Sc.)

• Chemistry (M.Sc.)

• Computational Biomedicine (M.Sc.)

• Computer Science (M.Sc.)

• Mathematics (M.Sc.)

• Medical Chemistry (M.Sc.)

• Physics (M.Sc.)

Der Bewerbungszeitraum für internationale

Studierende ist in jedem Jahr vom 1. Februar

bis zum 15. März.

University of Southern Denmark

Alsion 2

6400 Sønderborg, Denmark

www.sdu.dk

56

57


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Neue Forschungseinrichtung

für die Nachhaltigkeit

Die HAW Hamburg koordiniert „European School of

Sustainability Sciences and Research“

Das Tema von ESSSR

an der HAW Hamburg:

v.l.n.r.: Dr. Anne

Marie Hoffmann und

Dr. Claudia Schultz

(Koordination), Prof.

Walter Walter Leal

(Leitung). Foto: FTZ-

NK/HAW Hamburg

Hochschulen sind weltweit aufgerufen, 17 Nachhaltigkeitsziele

(Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen umzusetzen.

In Europa braucht es dafür eine Einrichtung. Die European School of

Sustainability Sciences and Research, kurz ESSSR, wird ab Oktober durch

die HAW Hamburg koordiniert und von Prof. Dr. Walter Leal geleitet. Wir

sprachen mit einer der Koordinatorinnen, Dr. Anne Marie Hoffmann.

Warum ist das Thema Nachhaltigkeitsforschung

an Hochschulen wichtig, so dass es

jetzt sogar eine Behörde dafür gibt?

Dr. Anne Marie Hoffmann: Die European

School of Sustainability Science and Re search,

kurz ESSSR genannt, ist keine Behörde, sondern

vielmehr ein Netzwerk verschiedener

Hochschulen, die im Bereich Nachhaltigkeitsforschung

aktiv sind. Wir verstehen uns vielmehr

als koordinierende Einheit und kümmern

uns darum, dass das Netzwerk möglichst aktiv

und lebendig ist. Hier an der HAW Hamburg

haben wir die Initiative gestartet und sozusagen

die Steuerung der ESSSR übernommen.

Wie sind Sie und die HAW Hamburg an das

Mandat gekommen?

Die Initiative zur Gründung ging von der

HAW Hamburg aus. Die HAW fördert schon

lange die Forschung sowie den Transfer im

Nachhaltigkeitsbereich und bemüht sich, die

Erkenntnisse auch im eigenen Hochschulbetrieb

zu berücksichtigen. Mit dem Engagement

insbesondere des Forschungs- und

Transferzentrums für Nachhaltigkeit und Klimafolgenmanagement

fördert die Hochschule

die Forschung an Hochschulen und setzt sich

europa- und sogar weltweit für die Implemen-

tierung der Ziele für nachhaltige Entwicklung

an Hochschulen ein.

Was genau wird die Aufgabe der „European

School of Sustainability Sciences and Re ­

search“ sein, und wie

ist die Aufgabenteilung

in Ihrem Team geregelt?

Wir wollen das Thema

Nachhaltigkeit in der

Lehre, in der Forschung

und in der Nachwuchsförderung

– das heißt

auch in der Doktorandenausbildung

– vorantreiben.

Das Zentrum wird

von Professor Walter Leal geleitet. Dr. Claudia

Schulz und ich sind für die Koordination verantwortlich.

Bezieht sich die Fokussierung auf Nachhaltigkeitsforschung

auch auf die Infrastruktur

von Hochschulen und berührt sie den

Lehrplan der Studierenden?

Sowohl als auch. Wir wollen die Hochschulen

in ihren Bemühungen unterstützen, das

Thema Nachhaltigkeit in die bestehende

Infra struktur sowie in die Lehre und For-

Nachhaltigkeit ist

in allen Disziplinen

und Studiengängen

wichtig und muss

in Zukunft mehr

Berücksichtigung in

der Ausbildung finden.

schung zu integrieren. Ein Beispiel ist die

Seminarreihe zum Thema Nachhaltigkeit,

mit der wir drei zentrale Bereiche abdecken.

Geplant sind bisher die Seminare: „Nachhaltigkeit

in der Forschung“ in Italien im Juni

2019, „Nachhaltigkeit in

der Lehre“ in Schweden

im September 2019 und

„Nachhaltigkeit im Hochschulbetrieb“

in Spanien

im Dezember 2019.

Ist damit auch die Auflistung

von laufenden

Forschungsprojekten zu

Nachhaltigkeit an Hochschulen

gemeint? Im Sinne eines Netzwerkes,

bei dem jeder von dem anderen lernen

und mitmachen kann?

Die Vernetzung der Hochschulen und Forschungseinrichtungen

ist auf jeden Fall auch

ein zentraler Bestandteil der ESSSR. Gerade

in den verschiedenen Forschungsprojekten

werden innovative Ansätze zur Umsetzung

der SDGs an Hochschulen entwickelt. Darüber

hinaus werden nachhaltige Lösungen für

die Probleme entwickelt, mit denen wir heute

angesichts des sich verändernden Klimas kon-

frontiert sind. Wir sollten dabei nicht parallel

arbeiten, sondern auf die Ergebnisse unserer

Kolleginnen und Kollegen aufbauen. Wenn wir

voneinander lernen und uns über den aktuellen

Stand der Forschung austauschen, haben

wir die besten Chancen, die Nachhaltigkeitsforschung

weiter voranzutreiben.

Könnte Nachhaltigkeit auch zu einem Pflichtbestandteil

des Studiums werden, welches

jeder Studierende zu durchlaufen hat?

Auch das wäre wünschenswert und könnte

durchaus Realität an vielen europäischen

Hochschulen werden. Nachhaltigkeit ist in

allen Disziplinen und Studiengängen wichtig

und muss in Zukunft mehr Berücksichtigung

in der Ausbildung finden. Schließlich sollen

alle Lebensbereiche nachhaltig sein, und das

ist am besten über die Ausbildung an Hochschulen

zu gewährleisten. Momentan arbeiten

Hochschulen eher in konzentrierten Einheiten

Text Dr. Katharina

Jeorgakopulos

Foto HAW Hamburg /

FTZ-NK

an dem Thema. Wir sind sozusagen noch im

Anfangsstadium. Umso wichtiger ist die Vernetzung

über die ESSSR, die dazu beiträgt,

das hochschulweite und fächerübergreifende

Konzepte in Zukunft möglich werden.

Wie könnten die Synergien unter den Hochschulen

aussehen? Die ESSSR hat feste und

über 50 assoziierte Partnerhochschulen –

sogar Verbände und Unternehmen sollen

mitmachen.

Operativ werden wir das Netzwerk mit drei

Arten von Aktivitäten vorantreiben und

betreuen: Erstens, neue Forschungsprojekte

rund um das Thema Nachhaltigkeit werden aufgebaut,

bei denen auch Unternehmen und Verbände

mitwirken können. Zweitens, die Organisation

von Lehreinheiten für Studierende sowie

Fachveranstaltungen, die sowohl Hochschulen

als auch Unternehmen und Verbänden zugutekommen.

Und drittens, die angesprochenen

Promotionsvorhaben. Dazu werden wir ein

eigenes „professional doctorate“ mit unseren

Partnern ins Leben rufen. Im Rahmen des

Programms sollen nicht nur Hochschulangehörige,

sondern auch externe Berufstätige zu

Nachhaltigkeitsthemen promovieren können.

Durch die Aktivitäten des ESSSR erhoffen wir

uns, dass die HAW Hamburg sowohl qualitativ

als auch quantitativ präsenter im Europäischen

Forschungsraum wird.

Als zweitgrößte Hochschule der Metropolregion

Hamburg bietet die HAW Hamburg mit ihrer

vielseitigen und praxisnahen Ausbildung,

gefördert durch Forschung und Entwicklung,

vielen Studienwilligen eine attraktive Alternative

zu universitären Studiengängen. Gute Betreuung

und eine enge Verbindung zur Praxis sind die

Markenzeichen der HAW Hamburg.

Weitere Informationen über die Hochschule unter:

www.haw-hamburg.de.

58

59


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Text Christian Dorbandt

Fotos Christian Brandes

Die Welt schöner machen!

An der Berufsfachschule Design Factory International in Hamburg-

Altona studieren Schülerinnen und Schüler „Kommunikationsdesign“

Was glaubst du, erwartet dich, wenn du die Türen der Design Factory

International (DFI) in Hamburg-Altona öffnest? Wir verraten es dir: Du

stehst in einem langen Flur, erblickst zahlreiche Fotografien, Grafiken

und Illustrationen an den Wänden, schaust durch offenstehende Türen

in Werkstatt- und Aufenthaltsräume, beobachtest Studierende, die sich

mit Laptops auf den Knien über ihre Projekte austauschen, genießt

den fantastischen Ausblick auf den Hamburger Hafen und wirst von

Schulleiterin Jesta Brouns und ihrem Team herzlich willkommen geheißen.

Um es vorwegzunehmen: Die Design Factory

International ist weder Universität noch

Kunsthochschule, sondern eine private Berufsfachschule,

an der rund 200 Studierende den

Studiengang „Kommunikationsdesign“ absolvieren.

Voraussetzung für einen Studienplatz

ist kein bestimmter Schulabschluss, sondern

ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch.

Der erste Schritt – das

Kennenlernen

„Mich interessiert vor allem der Mensch, der

hinter einer Bewerbung steckt“, sagt Jesta

Brouns. „Deshalb erstellen wir keine langen

Listen mit Voraussetzungskriterien, sondern

sagen: ‚Hey, komm einfach mal zu uns, bring

ein paar Arbeitsproben mit, und dann setzen

wir uns gemeinsam hin und unterhalten uns.

Was sind deine Interessen? Welche Erwartungen

hast du an das Studium? Was sind deine

Ziele? Wo liegen deine Stärken?’ Für die Mappenbewerbung

erhalten Bewerberinnen und

Bewerber einen ‚Creative Brief’ mit verschiedenen

Aufgaben. Das Ergebnis liefert uns

einen konkreten Hinweis auf das individuelle,

kreative Potenzial. Und wenn es zusammenpasst,

sage ich den neuen Studierenden: ‚Willkommen

an der DFI. Seid darauf gefasst, dass

‚Design Thinking’ euer Leben verändern wird!

Ihr werdet die Welt mit anderen Augen sehen,

euch selbst besser kennenlernen, entdecken,

was ihr mögt oder nicht mögt und euch ins-

gesamt eine sehr gute Basis für die berufliche

Karriere schaffen´.“

„Kommunikationsdesign“

heißt: Gestaltung

und Konzeption

Wer Kommunikationsdesign an der Design

Factory studiert, lernt eine große Bandbreite

von Inhalten kennen: In den ersten beiden

Semestern werden Grundkenntnisse vermittelt,

zum Beispiel gestalterische Fähigkeiten

und Techniken, innovatives Denken und Experimentierfreudigkeit.

Im Hauptstudium können

Studierende individuelle Schwerpunkte

setzen und besondere Interessen vertiefen. In

jedem Semester kann aus fünf Ausbildungsschwerpunkten

ein „Primärkurs“ gewählt

werden: Art Direction / Werbung, Brands +

Branding, Editorial Design, Motion Design,

Webdesign / Digitale Kommunikation.

„Anders als die ‚Kunst’ beschäftigt sich Design

nicht nur mit Gestaltung, sondern auch mit

Konzeption und Beratung“, erklärt Dozent

Tim Koenecke. „Wenn ein Kunde für die Eröffnung

seines veganen Restaurants ein Design

bei mir anfragt, gestalte ich nicht nur seine

Speisekarte, sondern schlage ihm auch vor,

die Karten nicht zu laminieren! Designer denken

ganzheitlich und benötigen deshalb eine

breite und fundierte Ausbildung.“

Nach dem Studium –

viele kreative Optionen

„Eine der Stärken unserer Schule ist die hervorragende

Vernetzung mit Agenturen, Firmen

und Verlagen, die unsere Absolventen dringend

benötigen“, betont Jesta Brouns. Die

klassischen Beschäftigungsfelder für Kommunikationsdesigner

sind Werbeagenturen, Verlage,

Digitalagenturen, Corporate-Agenturen,

Medienunternehmen, die Filmwirtschaft sowie

Firmen und Start-ups aus allen Branchen.

Auch das Packaging Design hat sich als wichtiger

Zweig etabliert. Viele unserer Absolventen

wählen den Weg in die Selbständigkeit.

Wem sechs Semester Studium noch nicht

reichen, der kann an einer der Partnerhochschulen

der DFI weiter studieren, um seinen

Bachelor oder Master zu erlangen, beispielsweise

an der Brand Academy, an der Bucks

New University in der Nähe von London, an

der Hochschule für angewandte Wissenschaft

und Kunst in Hildesheim, dem Holon Institute

of Technology Israel sowie der Beijing Normal

University in Zhuhai. Egal in welche Richtung

es später gehen soll – mit allen Absolventen

führen wir während des Studiums intensive

Gespräche, vermitteln ihnen Zugang zu Praktika

und stellen ihnen unsere Netzwerke zur

Verfügung. Unser Ziel ist es, der Welt unsere

Talente zur Verfügung zu stellen, damit sie die

Welt schöner machen!“

60

61


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Philip Maaß, 24

aus Hamburg, 7. Semester.

Rebecca Wunsch, 22

aus Brande-Hörnerkirchen, 6. Semester.

„Kreativität und handwerkliches Arbeiten – das waren immer die beiden

Säulen, auf denen ich meine berufliche Karriere aufbauen wollte.

In meiner ersten Ausbildung zum Fluggerätemechaniker arbeitete ich

nur nach Handbuch. Mir fehlte die Kreativität. Ich entschied mich

daher anschließend für das Studium Kommunikationsdesign an der DFI

und kann nur sagen: Meine Erwartungen wurden übertroffen! Hier kann

ich scribbeln, illustrieren, entwerfen – von Covergestaltung bis Kunstgeschichte

– die Inhalte sind breit gefächert.

Spezialisiert habe ich mich auf den Bereich Werbung. Meinen Traum-

Arbeitsplatz habe ich bereits während des Studiums gefunden: Zurzeit

arbeite ich als Werksstudent für die Hamburger Agentur ‚Jung von Matt’

und hoffe, anschließend dort als Junior Art Director einen längerfristigen

Vertrag zu erhalten.“

„Ich stehe kurz vor dem Abschluss und habe hier eine großartige Zeit

erlebt! Die freundliche und familiäre Atmosphäre an der Design Factory

ist wirklich etwas Besonderes. Insgesamt gibt es hier nur rund

200 Studierende. Man kennt sich, trifft sich in den Aufenthaltsräumen,

arbeitet gemeinsam an Projekten und tauscht sich ständig untereinander

aus. Unsere Dozenten arbeiten hauptberuflich in Agenturen oder

Verlagen und wissen genau, welche Trends und Fähigkeiten in der Wirtschaft

gefragt sind. Der hohe Praxisbezug sowie die guten Kontakte zur

Wirtschaft sind für uns alle von großem Vorteil! Persönlich würde ich

mich am liebsten mit Magazingestaltung für einen Verlag, wie Hoffmann

& Campe, beschäftigen. In meiner Abschlussarbeit habe ich ein

Corporate Publishing für eine Fitnessstudio-Kette entwickelt und alle

Interviews, Texte sowie Fotos selbst gemacht.“

Hier kann jeder werden,

was er sein möchte!

Ida-Erika

Gencheva, 24

aus Bremen, 2. Semester.

„Als ich mich über das Studienangebot der Design Factory informierte,

war ich sofort neugierig und meldete mich für den ‚Schnuppertag’ an.

Beworben habe ich mich anschließend in Form einer eigens entwickelten

Webseite und war total happy, als ich die Zusage erhielt. Ich

pendle täglich von Bremen nach Hamburg zwei Stunden hin und zwei

Stunden zurück und kann es kaum erwarten, morgens aufzuwachen und

den nächsten Studientag zu erleben. Denn hier habe ich das Gefühl,

mich zu dem entwickeln zu können, was ich irgendwann sein möchte

… Art Director beim Film! Ich bin der totale Film-Freak, besitze über

400 DVDs und spüre den Wunsch, filmische Konzepte zu entwickeln. In

meinem Semester sind wir nur zwölf Studierende. Alle denken kreativ,

bewegen sich auf einer Wellenlänge, und ich empfinde uns schon jetzt

als ‚little family’.

Einen interessanten Kurs erlebe ich aktuell in der Veranstaltung ‚Kreativitätstechniken‘.

Wir wissen zunächst nicht, was auf uns zukommt.

Gemeinsam diskutieren und philosophieren wir dann so lange, bis ein

Thema und ein Konzept entstanden sind. Heraus kommt immer etwas

Spannendes!“

Designer lösen Probleme,

bevor sie entstehen!

Tim Koenecke, 28

aus Hamburg, selbständiger Designer und

Dozent.

Kris Alexander

Mehl, 18

aus Eckernförde, 3. Semester.

„Nach der Schule gab es für mich zwei berufliche Optionen: Schauspieler

oder Designer! Ich entschied mich für das Studium an der Design

Factory und habe diese Entscheidung nie bereut. Heute arbeite ich als

selbständiger Designer und unterrichte an der DFI die Kurse: User-Experience-Design,

User-Interface-Design, Photoshop und Illustrator.

Aus meiner Sicht bietet das Kommunikationsdesign-Studium an einer

privaten Schule, wie der Design Factory, einen enormen Vorteil: Wir

Dozenten arbeiten an vier von fünf Tagen genau in den Bereichen, die

wir unterrichten. Studierenden können wir also heute berichten, was

wir gestern gemacht haben. Somit vermitteln wir aktuelles Fachwissen

und Trends. Diese Erfahrungen schätzen viele Agenturen, Verlage und

Arbeitgeber später an unseren Absolventen!“

„Ich bin fasziniert von Kommunikations design und glaube, dass dessen

Einfluss auf Menschen stark unterschätzt wird. Außerdem halte ich das

Potenzial gegenwärtiger und zukünftiger Medien für riesengroß und

auch deren Einfluss ist sehr wichtig. Deshalb könnte ich mir gut vorstellen,

zukünftig daran mitzuwirken, das Image der ‚bösen Medien’ zu

verändern, um die Freude am Medienkonsum zu fördern. An der Design

Factory wird mir die Gelegenheit gegeben, mich kreativ zu entwickeln.

Um das Studium zu beginnen, braucht es nicht viel. Wichtig ist nur

der Wille, etwas zu gestalten und Spaß an kreativer Arbeit zu haben.

Alles andere lernen wir im Verlauf des Studiums. Was mir gut gefällt,

sind der persönliche Austausch und das Miteinander. Jeder hier hat

ein gewisses Talent, und es fühlt sich gut an, ein Teil dieser kreativen

Gemeinschaft zu sein.“

62

63


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

„Design trägt eine Verantwortung!“

Im Gespräch mit Jesta Brouns, Schulleiterin der

Hamburger Design Factory International

Jesta Brouns ist Schulleiterin der Design Factory International (DFI) im

Rainville-Campus in Hamburg- Altona. Zuvor führte sie unter anderem

als Art Director das Mode-Magazin „Grazia“ für den Klambt-Style Verlag

bei Gruner & Jahr auf dem deutschen Markt ein, verantwortete den

Look der „Petra“ für den Jahreszeitenverlag, war für die Münchener

Medienverlagsgesellschaft tätig sowie als Creative Director für die Berliner

Agentur „Kircherburkhardt“. Begonnen hat ihre Karriere 1992 … als

Studierende der neu gegründeten Design Factory International. Mit der

Übernahme der DFI-Schulleitung von ihrem Vorgänger und Mentor Gerrit

Ahnen im Jahre 2014 schloss sich für die Hamburgerin ein Kreis.

ME2BE: Hallo, Jesta. Danke für die Einladung.

Wow! Euer Ausblick auf den Hamburger

Hafen ist atemberaubend …!

Brouns: Absolut. Und er ist jeden Tag inspirierend.

Der Hafen wirkt angenehm unaufgeregt,

und das Sonnenlicht lässt ständig neue Bilder

entstehen.

Werden Schüler und Studierende heute

nicht eher auf YouTube, Instagram und Pinterest

inspiriert?

Überall dort, wo wir uns aufhalten, erfahren

wir Inspiration. Das können soziale Netzwerke

sein, aber auch kulturelle und natürliche

Räume. Unser Rat an Studierende lautet:

Kommt raus aus dem Keller, schaut euch um,

geht auf Reisen, besucht Theater- und Ballettvorstellungen

… und hört auf euer Bauchgefühl!

Wie bist du selbst zum Design gekommen?

Worauf hast du dich spezalisiert?

Ich war 1992 eine der ersten Studierenden an

der Design Factory. Damals hieß das Studium

noch ‚Graphikdesign’. Ich erinnere mich daran,

dass wir im dritten Semester mit den ersten

Apple-Macs ausgestattet wurden – ein Startschuss

in die Digitalisierung! Was hat mich

angetrieben? Mir ging es vor allem darum,

mich auszudrücken. Zeichnen, Typografie,

Konzeptionen – das Design studium ist dafür

ideal. Nach meinem Abschluss an der DFI

wechselte ich zu K.N.S.K. BBDO und entwickelte

dort Wahlkampagnen für die SPD zur

Schröder- Wahl mit und arbeitete an Pitches

u.a. für Volkswagen. Doch es fehlte irgendwie

die Leidenschaft. Deshalb verließ ich die

Branche nach kurzer Zeit und spezialisierte

mich auf den Bereich Editorial Design. Viele

Jahre konnte ich dann als Art Director im Jahreszeitenverlag

den Look der Zeitschrift ‚Petra’

entwickeln. Diese Aufgabe

hat mir großen

Spaß gemacht! Mein

beruflicher Weg führte

mich anschließend

auch nach München

und Berlin, bis ich 2014

das Angebot erhielt, die

Schulleitung der DFI zu

übernehmen. Das konnte ich nicht ablehnen!

Wichtig war mir immer, meinem Bauchgefühl

zu folgen, um dort tätig zu sein, wo ich mich

mit meinem Talent wohlfühle. Das ist mir,

glaube ich, bisher ganz gut gelungen.

Was zeichnet aus deiner Sicht die Design

Factory aus?

Wir haben hier ein besonderes Miteinander

kultiviert, legen Wert auf eine gewisse Lockerheit

und möchten für Studierende, Eltern und

Besucher nahbar sein. Im Gegensatz zu Kunst-

Desig nern wird

die große Aufgabe

zufallen, den

Menschen die digitale

Welt nahezubringen.

64

65


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Die Design Factory International (DFI)

Die Design Factory International in der Nähe des Altonaer

Fischmarktes besteht bereits seit 1992 und konzentriert sich

ausschließlich auf die Designstudiengänge Kommunikationsund

Grafikdesign. Als private Berufsfachschule ermöglicht sie

auch Schülerinnen und Schülern ohne Abitur diesen kreativen

Fachbereich zu studieren. Voraussetzungen sind das Mindestalter

von 16 Jahren und ein Schulabschluss – egal welcher.

hochschulen, die hohe künstlerische Ansprüche

stellen, möchten wir bei jedem Studierenden

dessen individuelles Talent freilegen. Ein

weiteres Merkmal der Design Factory ist, dass

wir frühe Möglichkeiten der Spezialisierung

bieten und ausgesprochen praxisbezogen

arbeiten. Bereits während des dreijährigen

Studiums besteht die Möglichkeit, Einblicke

in Agenturen zu bekommen, dort als Werksstudent

oder Praktikant mitzuarbeiten und

Kontakte zu knüpfen. Am Ende der Studienzeit

schauen wir uns die Portfolios jedes einzelnen

Absolventen an und bieten intensive Unterstützung

beim Übergang ins Berufsleben.

Viele Studierende der DFI haben sich nach

dem Studium erfolgreich weiterentwickelt.

Welche Personen fallen dir spontan ein?

Spontan fallen mir drei Beispiele ein: Erstens,

die „Agentur Sherpa“, bestehend aus

drei Designern, die sich heute erfolgreich auf

dem Markt etabliert haben. Zweitens, Fred

Falke, der unbedingt in Silicon Valley arbeiten

wollte und dessen Abschlussarbeit im

Game Design angesiedelt war. Anschließend

absolvierte er an unserer Partnerhochschule

in Hildesheim ein Masterstudium und schaffte

tatsächlich den Sprung zu Google nach Kalifornien.

Drittens, die „Adana Twins“, die

uns bereits während des Studiums mit einer

außergewöhnlichen Arbeit beeindruckten und

heute gefeierte DJs sind.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft. Welche

Aufgaben kommen auf Designer zu?

Schon jetzt werden technische Innovationen

nicht nur von Ingenieuren hergestellt, sondern

von Designern geplant. Design verändert

die Welt und bedeutet nicht nur Gestaltung,

sondern auch Beratung. Desig nern wird die

große Aufgabe zufallen, den Menschen die

digitale Welt nahezubringen. Wir werden

uns zukünftig mit der Frage beschäftigen:

Wo bleibt der Mensch, wenn Computer mehr

und mehr Aufgaben übernehmen? Es geht um

unsere Kultur. Deshalb trägt Design eine Verantwortung!

Hat dich ein Designer besonders geprägt?

Es gibt jemanden, den ich seit langer Zeit

beobachte, der sich immer wieder neu erfindet

und dessen konsequenter Stil mich fasziniert,

… das ist der Modedesigner Paul

Smith.

Studiengang

Kommunikationsdesign

• Corperate Designer

• Packaging Designer

• Interface Designer

• Art Director

• Editorial Designer

• Interactive Designer

• Screen Designer

• Illustrator

• Motion Designer

Das Studium

Das Studium gliedert sich in zwei Semester

Grundstudium und vier Semester Hauptstudium

(inkl. 1 Semester Abschluss). Die Kosten für das

Studium betragen monatlich 425 Euro. Dazu

kommen einmalig die Aufnahme- und Prüfungsgebühren

von jeweils 250 Euro.

Dank der Partnerschaften mit Universitäten in

Großbritannien, Dänemark, Israel und China ist

es möglich, während eines Auslandssemesters

weitere Studienerfahrungen zu sammeln.

Außerdem können nach der Ausbildung in

neun bis zwölf Monaten die internationalen

Abschlüsse Bachelor of Arts und Master of

Arts an Partner universitäten erworben werden.

Die Bewerbung

Die Design Factory International arbeitet ohne

Fristen. Das heißt, eine Bewerbung ist jederzeit

möglich. Die Semester beginnen immer

zum 01.04. und zum 01.10. jeden Jahres.

Voraussetzung für die Zulassung zum Studium

sind ein persönliches Gespräch sowie

Arbeitsproben bzw. eine Mappe und der

sogenannte Creative Brief – eine Art kreativer

Aufnahmetest, der in der Regel vier

unterschiedliche Aufgaben beinhaltet. Wer

Fragen zu der Mappenbewerbung hat oder

einfach einen Tag lang das Studium erleben

möchte, kann ganz unverbindlich per Mail

einen Termin vereinbaren.

Gut zu wissen

Die Ausbildung an der DFI ist förderungsberechtigt,

das heißt, die Studierenden können

unter bestimmten Voraussetzungen Schüler-

BaföG beantragen. Regelmässig finden Kreativ

Camps statt, und die Türen sind für Schnuppertage

jederzeit geöffnet.

DESIGN FACTORY International

College of Communication Arts and Interactive

Media GmbH

Rainvilleterrasse 4

22765 Hamburg

T. 040 - 317 15 88

info@design-factory.de

www.design-factory.de

facebook.com/DesignFactoryHamburg

66

67


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Text/Fotos Laura Hasl

Studium der Ästhetik

Mit ihrem Umzug nach Kiel tauchte Juniper Horn (23) in die Welt der Medien ein.

Heute studiert sie Kommunikationsdesign an der Muthesius Kunsthochschule.

Hattest du einen Plan für die Zeit nach dem

Abitur?

Nach der Schule hatte ich keinen Plan und das

war für mich eine schwierige Zeit. Die meisten

in meinem Umfeld hatten bereits einen Masterplan

fürs Leben, nur ich nicht. Ich bin zwar

ein spontaner Mensch, aber nach der Schule

fühlte ich mich unter Druck, schnell etwas

zu finden. So studierte ich an der Kieler Universität

Kunstgeschichte und Sprachwissenschaften.

Nach zwei Semestern brach ich das

Studium ab, da ich mich insgesamt unwohl

fühlte. Eine Kommilitonin machte mich auf

das Studienfach Kommunikationsdesign aufmerksam.

Dadurch erfuhr ich von der Kunsthochschule

in Kiel. Sie informierte mich auch

über das Bewerbungsverfahren und zeigte

mir ihre Fotos. Ich war sofort begeistert und

nahm die Herausforderung an. Vier Wochen

blieben mir nur Zeit, um meine Bewerbungsmappe

zu vervollständigen; leider klappte es

deshalb beim ersten Anlauf nicht. Man empfahl

mir aber, mich im nächsten Jahr nochmal

zu bewerben.

Was hast du in dem freien Jahr gemacht?

An der Freien Kunstschule in Kiel habe ich

ein ‚freies künstlerisches Jahr‘ gemacht, um

an meiner Bewerbungsmappe zu arbeiten.

Die Muthesius Kunsthochschule bietet eine

sogenannte Mappenberatung an. Empfohlen

wird, sich ein Jahr vor der Anmeldung mit

dem Team der Mappenberatung zu treffen,

um zu erfahren, worauf es bei der Bewerbung

ankommt. Ich habe dabei viele Anregungen

erhalten und es schließlich im zweiten Anlauf

geschafft.

Was muss die Bewerbungsmappe enthalten?

Mindestens zwanzig eigene Arbeiten muss

die Mappe enthalten. Hinzu kommen Zeugnisse

sowie ein tabellarischer Lebenslauf. Das

Wichtigste ist jedoch, dass man im Gespräch

seine Motivation verdeutlichen kann, kreativ

ist und ein Gefühl für Ästhetik besitzt.

„Projekte zur Selbstverwirklichung“, so beschreibt June nicht nur ihre Arbeiten,

sondern auch das Studieren und Arbeiten an der Muthesius Kunsthochschule.

Was muss man sich unter einem ‚freien

künstlerischen Jahr‘ vorstellen?

Das ‚freie künstlerische Jahr‘ dient dazu, sich

auszuprobieren und in dieser Zeit so viele

Arbeiten wie möglich zu sammeln. Ich arbeitete

mit ganz unterschiedlichen Materialien

und beschäftigte mich mit diversen Stilrichtungen,

um zu erfahren, wo meine Stärken und

Schwächen liegen. Im Laufe des Jahres waren

verschiedene Themen zu bearbeiten, beispielsweise

sollten wir Abdrücke für das Skizzenbuch

sammeln. Ich war daher viel draußen unterwegs

und lernte meine Umgebung neu kennen.

Vieles nahm ich bewusster wahr, was üblicherweise

im Alltag keine große Rolle spielt.

Was hat sich für dich im Laufe des Studiums

verändert?

Zu Beginn des Studiums hieß es, dass wir

im Laufe der Semester die Welt mit anderen

Augen wahrnehmen würden, und das trifft voll

und ganz zu. Mir war gar nicht bewusst, was

man eigentlich alles aus bereits vorhandenen

Dingen machen kann. Während des Studiums

hat man die Möglichkeit, verschiedene Kurse

zu belegen und dadurch die Studienrichtung

mitzubestimmen.

Warum hast du dich für Kommunikationsdesign

entschieden?

Ich interessiere mich sehr für visuelle Kommunikation

in der modernen Gesellschaft und

beschäftige mich gern mit klassischen Printmedien

sowie Ästhetik. Konzeption und Entwurf,

Schriftgestaltung oder auch Fotografie

sind ebenfalls Studienmodule, die ich spannend

finde. Mittlerweile kann ich sagen, dass

es die richtige Entscheidung war – das Studium

passt perfekt zu mir.

Was gefällt dir an der Muthesius Kunsthochschule

besonders gut?

Ich fühlte mich von Anfang an sehr wohl. Die

Kurse sind nicht zu groß und alles ist überschaubar.

Was für mich wichtig ist, sind die

Praxiserfahrungen, die wir hier sammeln können.

Beispielsweise gibt es Projekte, in denen

wir uns selbst verwirklichen sowie Ideen

und eigene Erfahrungen einbringen können.

Außerdem hilft jeder jedem. Wir haben aber

Studiert

Kommunikationsdesign

an der Muthesius

Kunsthochschule:

Juniper Horn

68


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Die Muthesius Kunsthochschule Kiel

Die Muthesius Kunsthochschule Kiel ist die einzige Kunsthochschule

in Schleswig-Holstein. 2005 gegründet, bietet die renommierte

Hochschule rund 600 Studienplätze in den Studiengängen „Freie

Kunst“ (auch für das Lehramt an Gymnasien), „Raumstrategien“,

„Kommunikationsdesign“ und „Industriedesign“.

auch die Möglichkeit, zu jeder Tages- und

Nachtzeit an die Uni zu gehen. Zu Beginn des

Studiums bekommen alle einen Schlüsselchip,

so dass wir immer Zugang zu den Fachräumen

haben. Das ist von Vorteil, wenn man mit speziellen

Softwares arbeiten möchte, die man zu

Hause nicht hat oder einen schnellen Rechner

für seine Projekte benötigt.

Was hast du innerhalb der fünf Semester

gelernt?

Von Fotografie über Technik bis hin zur Aktzeichnung

und Farblehre war alles dabei. Zu

Beginn des Studiums war alles noch sehr theoretisch,

aber mittlerweile gibt es viele Projekte.

Seit dem zweiten Semester besuche ich den

Kurs „Konzeption und Entwurf“ sowie „Typografie“.

Noch bin ich mir nicht ganz sicher, aber

zu einem der beiden Themenbereiche möchte

ich meine Bachelorarbeit schreiben.

Welche Möglichkeiten gibt es nach dem

Studium?

Es kommt darauf an, für welche Richtung

man sich entscheidet. Die Auswahl der Kurse

bestimmt letztlich die beruflichen Perspektiven.

Ich interessiere mich für den Bereich

„Verbale Kommunikation“ und würde eventuell

gern in einer Werbeagentur arbeiten. Erst

nach einem Praktikum kann ich allerdings

Genaueres sagen.

Vergrößerungsarbeiten

von Negativen,

Filmentwicklung und

Fotografie waren

einige Schwerpunkte

im Studiengang

Kommunikationsdesign.

Was wolltest du werden, als du klein warst?

Ich träumte davon, Meeresbiologin zu werden,

da ich gern schwimme, tauche und mich

für Meerestiere interessiere.

Was machst du, wenn du nicht an der Uni

bist? Hast du Hobbys?

Die meiste Zeit verbringe ich auf Konzerten,

denn die Musik bestimmt mein Leben. In jedem

Sommer besuche ich Festivals und arbeite

manchmal auch dort. Sport spielt ebenfalls

eine wichtige Rolle für mich – sowohl Pilates

als auch Schwimmen. Acht Jahre war ich bei

der DLRG tätig, allerdings schaffe ich das neben

dem Studium jetzt nicht mehr regelmäßig.

Wie finanzierst du deinen Lebensunterhalt?

Neben dem Studium arbeite ich bei

„WunschWimper“. Mit diesem Job finanziere ich

seit knapp eineinhalb Jahren mein Studium.

Wie bekommst du Studium und Nebenjob

unter einen Hut?

Das ist der entscheidende Vorteil an dem Job

– Ich habe einen festen Kundenstamm, mit

dem ich die Termine flexibel selbst festlegen

kann. So verpasse ich keine Vorlesungen und

habe immer noch genug Zeit zu lernen.

Studiensituation

Das Besondere an der Muthesius Kunsthochschule

sind ihre vielen Werkstätten, die den

Studierenden aller Bereiche zur Verfügung

stehen – und das rund um die Uhr. Das entspricht

dem Anspruch der Muthesius, ihren

Studierenden die größtmögliche Freiheit für

ihre künstlerischen Arbeiten zu gewähren.

„Es ist Freiraum nötig, um sich zu bewegen.

Deshalb ist die erste Bedingung für Kunst

und Design an unserer Hochschule Freiheit!“,

betont Präsident Dr. Arne Zerbst. Auch der

hohe Betreuungsschlüssel und die Möglichkeit,

an fächerübergreifenden Veranstaltungen

teilzunehmen, fördern das kreative

Potential der Studierenden.

Studieninformation

Allgemeine Informationen bietet jederzeit das

Studierendensekretariat. Empfehlenswert ist

der Besuch des Studieninfotags „Alles offen“,

an dem die Kunsthochschule ihre Türen öffnet.

Nächster Termin: 14. Februar 2019 von

10 bis 15 Uhr. Auch die Jahresausstellung

„Einblick – Ausblick“ im Juli ist einen Besuch

wert, dann stellen die Studierenden ihre

Semester- und Abschlussarbeiten vor.

Bewerbung

Wie für eine Kunsthochschule üblich, ist die

erfolgreiche Bewerbung an eine Mappeneinreichung

gebunden. Mit der Mappe sollen die

zukünftigen Studierenden ihr künstlerisches

Talent präsentieren.

Wer unsicher ist, wie eine Mappe auszusehen

hat, dem hilft die „Mappenberatung“ bei

der Orientierung. War die Mappenbewerbung

erfolgreich, steht noch ein Eignungstest an,

der für das Bachelor-Studium drei künstlerische

und gestalterische Aufgaben beinhaltet.

Die Termine zur Mappenberatung gibt es

online unter: https://muthesius-kunsthochschule.de/bewerben/die-mappe/.

Bewerbungsfristen:

Jedes Jahr am 15. Mai oder 15. November

Bewerbungsunterlagen

• eine Mappe mit ca. 20, maximal 30 eigenen

künstlerischen Arbeiten

• der Antrag auf Zulassung zur Eignungsprüfung

• ein tabellarischer Lebenslauf mit Foto

• Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife,

oder ein Zeugnis der fachgebundenen

Hochschulreife für Design/Kunst

• weitere Zeugnisse (Wehrdienst, Zivildienst,

Freiwilliges soziales Jahr)

Studiengänge

• Freie Kunst: 8 Semester (B.F.A.) / 4

Semester (M.F.A.)

• Kunst Lehramt an Gymnasien: 6 Semester

(B.F.A.) / 4 Semester. Das Zweitfach muss

an der Christian- Albrechts-Universität zu

Kiel belegt werden.

• Kommunikationsdesign: 6 Semester (B.A.)

/ 4 Semester (M.A.)

• Industriedesign: 6 Semester (B.A.) / 4

Semester (M.A.)

• Szenografie/ Interiordesign: 6 Semester

(B.A.) / 4 Semester (M.A.)

Muthesius Kunsthochschule

Legienstraße 35

24103 Kiel

T: 0431/5198-414 / -404

studieninfo@muthesius.de

www.muthesius-kunsthochschule.de

facebook.com/MuthesiusKunsthochschule

Foto: Christian Dorbandt

70

71


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Text Lina Kerzmann

Fotos Laura Hasl

FUTUR 3

Das Kieler Kunstfestival zur Zukunft künstlerischer Arbeit

Die alte Hauptpost mit ihrer unverwechselbaren, charakteristischen Glasfront

liegt zentral in der Innenstadt, nah am Bahnhof, nah am Wasser. Briefe

werden am Stresemannplatz nicht mehr sortiert - das Gebäude steht seit

Jahren leer. Ideale Voraussetzungen für das Kunstfestival FUTUR 3, das in

diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindet. Neben den Ausstellungen gibt es

Performances, Workshops sowie Lesungen, Konzerte und Hörspielabende.

Wer hinter FUTUR 3 steckt, wie die Ziele und die Zukunft des Festivals

aussehen, erfahre ich bei einem Besuch in der alten Hauptpost.

Studiert Szenografie

an der Muthesius

Kunsthochschule: Théo

Thoumine

Im typischen Kieler Nieselregen erreiche ich

die Zentrale von FUTUR 3. Der Maskentheater-

Workshop macht gerade Pause, sodass ich die

phantasievoll gestalteten Masken bewundern

kann.

Wer macht das FUTUR 3?

Offiziell steht dahinter das „Netzwerk für revolutionäre

Ungeduld“. Entwickelt und hauptsächlich

getragen wird das dreiwöchige Festival

von ehemaligen Studierenden der Muthesius

Kunsthochschule und freien Kunstschaffenden

der Stadt Kiel. Obwohl alle Organisatoren

bislang ehrenamtlich tätig sind, wäre FUTUR

3 ohne eine finanzielle Förderung durch die

Stadt und der Hochschule nicht möglich.

Bereits zum Festivalauftakt steht die Frage

nach dem Wert von Kunst im Mittelpunkt

einer Podiumsdiskussion. „Was ist Arbeit, was

ist Kunst, und muss Kunst immer vermarktbar

sein? Oder darf Kunst als freie Kunst nicht

auch in einem Raum existieren, wo es nicht

um Zahlen geht?“, fragt Lisa Dressler, die das

Festival letztes Jahr mitgegründet hat. „Es ist

teilweise sehr schwierig, die Stadt davon zu

überzeugen, dass etwas, das scheinbar keinen

Primärnutzen erzeugt, förderungswürdig ist.“

Eintrittspreise für Konzerte oder Theatervorstellungen

sind selbstverständlich, und auch

die Förderung von Theatern ist im Kulturleben

fest verankert. Das gilt für Ausstellungen

keinesfalls. „Es geht darum, klar zu machen,

dass alle künstlerischen Tätigkeiten gleichwertig

sind. Und dass auch die Ausstellung in

einer Galerie mit einem beträchtlichen finanziellen

Aufwand verbunden sein kann. Die

grundsätzliche Schwierigkeit besteht darin,

ein Bewusstsein für den besonderen Wert von

Kunst zu schaffen und gleichzeitig alle sozialen

Schichten anzusprechen“, so Lisa.

Was will das Futur 3?

„Das Festival trägt einen Namen, der von einer

Zukunft zeugt, die es gar nicht gibt“, erklärt

mir Mitorganisator Clemens Böckmann. Er

selbst ist Absolvent der Muthesius Kunsthochschule

und hat seinen Master „Sprache

und Gestalt“ in der Klasse von Oswald Egger

gemacht.

So gut ihm das Studium auch gefallen hat,

wie es für ihn weitergeht, ist ungewiss. Auch

deshalb gibt es das Festival. Um einen Raum

zu etablieren, wo sich Absolventen der Kunsthochschule

vernetzen können, so dass sich

ihnen auch berufliche Perspektiven eröffnen.

Denn die Studierenden nach dem Abschluss in

der Stadt zu halten, „das ist sowohl im Inter-

73


Wünscht sich ein besseres Verständnis für

Kunst, Künstlerinnen und Künstler in Kiel:

Clemens Böckmann.

esse der Menschen, die hier bleiben möchten,

als auch im Interesse der Stadt“, meint Lisa,

„man hat ja viel Geld, Mühe und Leidenschaft

in die Studierenden investiert.“

Das sehen auch die Teilnehmer des Maskentheater-Workshops

Théo Thoumine und

Malina Bigale ähnlich. Malina studiert im

ersten Mastersemester Kunst und Philosophie

auf Lehramt; sie bedauert sehr, dass so viele

nach dem Studium abwandern. Théo, der im

dritten Semester Szenografie studiert, lobt

hingegen die Ausbildung an seiner Hochschule.

„Die Werkstatt-Situation ist eine

der besten in Deutschland, weil wir einen

24-Stunden-Zugang zu den Werkstätten und

zu den Ateliers haben. Es gibt außerdem eine

sehr intensive Betreuung durch die Lehrenden.“

Dass die Ausbildungsqualität an der

Muthesius erstklassig ist, davon zeugt auch

die jährlich stattfindende Ausstellung „Einblick/Ausblick“,

in der die Studierenden ihre

aktuellen Projekte vorstellen. Nach dem Ende

des Kunststudiums fehlen dann aber berufliche

Anknüpfungspunkte in der Stadt.

Konkrete Lösungen?

Die Nutzung von leerstehenden Gebäuden

macht deutlich – es fehlt an öffentlich geförderten

Räumen für Künstler. Auch Ansprechpartner

auf Seiten der Stadt, die sich in der

Kunstszene gut auskennen oder selbst einen

kunstbezogenen Hintergrund haben, wären

hilfreich. Clemens betont, dass die freie Kunst

ganz anders funktioniert als eine städtische

Verwaltung: „Menschen ohne Existenzsicherung,

die darauf angewiesen sind, von Woche

zu Woche zu denken, stellen eine städtische

Bürokratie vor erhebliche Probleme.“ Lisa

ergänzt: „Manchmal wissen die städtischen

Förderer auch nicht unbedingt, was Künstlerinnen

und Künstler brauchen. Und da ist

es unsere Aufgabe, nicht einfach zu meckern,

dass etwas fehlt, sondern Gespräche mit den

Verantwortlichen zu führen.“ Denn nur eine

längerfristige Finanzierung sorgt für Planungssicherheit,

damit auch das Festival eine

Zukunft hat.

Wie sieht die Zukunft

von FUTUR 3 aus?

Lisa enthüllt mir große Pläne: „Eine Biennale

für den Ostseeraum, darüber denken

wir momentan nach. Im skandinavischen

Raum ein Kunstfestival zu etablieren, wo

Menschen, die sowieso mit der Fähre von

Schweden oder Norwegen kommen, in Kiel an

etwas teilhaben können.“ Kiel als Kulisse für

eine Kunstbiennale der Ostsee? Das klingt

für mich nach einer Zukunft, die es unbedingt

geben sollte!

Eine der Festivalorganisatorinnen Lisa Dressler

(rechts) fragt: „Was ist uns Kunst wert?“ Linkes

Foto: Lehramtsstudentin Malina Bigale.

Wir studieren genial DUAL an der hochschule 21!

Bauwesen Architektur DUAL | Bauingenieurwesen DUAL |

Gesundheit

Wirtschaftsingenieurwesen Bau und Immobilien DUAL

Hebamme DUAL | Pflege DUAL | Physiotherapie DUAL

Technik Gebäudetechnik und -automation DUAL |

Mechatronik DUAL

hochschule 21 | Harburger Straße 6 | 21614 Buxtehude | www.hs21.de | genial.dual.

IMPRESSUM

ME2BE CAMPUS SPECIAL

ist ein Produkt der

BRANDPUBLISHERS COMMUNICATION GmbH

Von-Kurtzrock-Ring 16

22391 Hamburg

Telefon 040 - 99 99 66 08

Geschäftsführer

Axel von Kortzfleisch

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Christian Dorbandt, Vanessa Strehlow

presse@me2be.de

Schul- und Messebetreuung

Mirja Wilde

schule@me2be.de

Chefredaktion (V.i.S.d.P.)

Katharina Grzeca

katharina.grzeca@me2be.de

Chefin vom Dienst

Katharina Grzeca

Textredaktion

Christian Dorbandt, Joachim Welding, Jana

Limbers, Laura Hasl, Lina Kerzmann, Mirja

Wilde

Texte

Sune Holst, SDU, Dr. Katharina Jeorgakopulos,

Teresa Meyer, randomhouse,

Langbein&Partner Media GmbH & Co KG,

Thorsten Kolsch & Tim Jonischkat, ARTE,

Sony Pictures Home Entertainment

(Für gelieferte Inhalte übernehmen wir keine

Haftung)

Lektorat

Erhard Mich

Onlineredaktion

Jana Limbers, Sabrina Meyn, Christian

Dorbandt, Elena Kruse, Lina Kerzmann

hello@me2b2.de

Social Media

Merle Jurzig, Vanessa Strehlow, Jana

Limbers, Elena Kruse

hello@me2be.de

Art Direction

Katharina Grzeca, Merle Jurzig

Foto

Sebastian Weimar, Christian Brandes,

Michael Ruff, Laura Hasl, Eric Genzken,

Fachhochschule Kiel, Shutterstock, Frank

Peter, Jana Limbers, Jan-Michael Böckmann,

Sune Holst / SDU, HAW Hamburg /

FTZ-NK, Thorsten Kolsch & Tim Jonischkat,

Blanvalet Verlag Cover © www.buerosued.

de, Verlag Kiepenheuer & Witsch Cover

Rothfos & Gabler, Carl Hanser Verlag Cover

© Peter-Andreas Hassiepen, Wilhelm Heyne

Verlag Cover das Illustrat, Rowohlt Verlag,

Codecheck, © 2014 OverSeaSolutions, C.

Roth, © Langbein & Partner Media, © Théo

Pinganaud & Alberto Bocos-Gil, Sony Pictures

Home Entertainment, Sonormed GmbH,

Aiva Technologies, Agentur Heppeler/Copyright

Rasmus Jessen, Jan-Michael Böckmann,

„Wonders of the sea“, Conquistador

Entertainment, Matthias Pilch, ICS Festival

Service GmbH

Illustration

Ibou Gueye, Sarah Matuszewski

Coverfoto

Ibou Gueye

2. Auflage

www.me2be.de

www.facebook.com/me2bemag

Druck

VDD AG

09603 Großschirma

ME2BE Bestellservice

Preis je Heft 2,90 EURO zzgl. Versandkosten

Telefon 040 - 99 99 66 08

hello@me2be.de

© 2018 für alle Beiträge der

BRANDPUBLISHERS COMMUNICATION GMBH

ME2BE CAMPUS SPECIAL wird

kostenlos an Schulen verteilt.

Nachdruck, Aufnahme in Onlinediensten und

Internet und Vervielfältigung auf Datenträgern

jeglicher Art – auch auszugsweise – nur

nach vorheriger schriftlicher Zustimmung des

Verlages. Der Verlag haftet nicht für unverlangt

eingesandte Manuskripte, Fotos und Videos, und

übernimmt keinerlei Haftung für die Richtigkeit

der jeweiligen Anbieter. Anzeigenpreise auf

Anfrage.

74

75


„MEIN AUSLANDSPRAKTIKUM

HABE ICH IN PAPUA-

NEUGUINEA ABSOLVIERT.

EIN UNVERGESSLICHES

STUDENTEN-PORTRAITS

„UNSERE

PROFESSOREN

VERDEUTLICHEN

THEORETISCHE

INHALTE AN

PRAKTISCHEN

BEISPIELEN!“

ABENTEUER!“

STUDENTEN-PORTRAITS

STUDENTEN-

PORTRAITS

Elisa Karstädt

Elisa Karstädt, 21

aus Berlin, studiert im 3. Semester Wirtschaftspsychologie

(B.A.) an der FH Westküste.

„Ich komme aus Berlin und wollte ursprünglich Psychologie

studieren. Leider reichte meine Abiturnote nicht, um den NC

zu erfüllen. Deshalb habe ich nach einem Auslandsjahr in

Island umdisponiert und nach einem Studium recherchiert, in

dem Psychologie eine wichtige Rolle spielt, zum Beispiel Wirtschaftspsychologie

oder kurz ‚WiPsy’. Meine Wahl fiel auf den

Fachbereich Wirtschaft der FH Westküste in Heide. Zum einen

fühle ich mich Norddeutschland besonders verbunden, zum

anderen scheue ich Massenveranstaltungen und bin an einer

kleineren Hochschule besser aufgehoben. Außerdem wollte ich

mal aus Berlin rauskommen und Nordseeluft schnuppern!

Ich studiere jetzt im dritten Semester und bin mit meiner Studienwahl

nach wie vor sehr zufrieden. In den ersten beiden

Semestern haben wir uns intensiv mit den Grundlagen der

Betriebswirtschaftslehre und der Psychologie beschäftigt. Zum

Glück studieren wir praxisnah. Weil unsere Professoren über

Berufserfahrung verfügen, verdeutlichen sie theoretische

Inhalte an praktischen Beispielen. Dadurch wird vieles schneller

verständlich.“

Armin Merkel, 24

aus Hof, studiert im 1. Semester International Tourism Management

(M.A.) an der FH Westküste.

„Hallo, ich bin Armin, komme aus Oberfranken und habe schon

früh eine Leidenschaft für das Reisen und das Tauchen entwickelt.

Vor dem Bachelorstudium ‚International Tourism Management’ in

Heide, Kurzform ‚ITM’, habe ich bereits drei Jahre im Ausland verbracht

und in der Tourismusbranche gearbeitet. Zurzeit absolviere

ich den aufbauenden Masterstudiengang. Das Bachelorstudium war

schon aufregend. Deshalb gab es für mich keinen Grund, die Hochschule

zu wechseln! Neben der Top-Ausstattung, die wir im Fachbereich

Wirtschaft vorfinden, ist der Aufbau des Studiums besonders

attraktiv. Es gibt englischsprachige Veranstaltungen, Sprachkurse,

jede Menge Fallstudienprojekte mit externen Wirtschaftspartnern

und ein Pflicht-Auslandspraktikum. Das habe ich in Papua-Neuguinea

in einem kleinen Tauchressort absolviert, direkt an einem

Korallenriff gelegen. Ein unvergessliches Abenteuer! Mein Tipp:

Wer sich für eine berufliche Tätigkeit in der Tourismusbranche interessiert

und studieren möchte, sollte sich unbedingt über ITM an

der FH Westküste informieren. Interessanter geht’s nicht!“

Text Christian Dorbandt | Foto Sebastian Weimar

Text Christian Dorbandt | Foto Sebastian Weimar

76

77


„ABSOLVENTEN DES TRIALEN

MODELLS GENIESSEN

BEI ARBEITGEBERN EINEN

HERVORRAGENDEN RUF!“

„DIE THEMEN SIND SEHR

INTERESSANT, ABER AUCH

DIE FAMILIÄRE ATMOSPHÄRE

AN DER FH WESTKÜSTE

GEFÄLLT MIR GUT.“

„MICH BEGEISTERT

DIE VORSTELLUNG,

ALS BAUINGENIEURIN

AN STÄDTISCHEN

PROJEKTEN BETEILIGT

ZU SEIN!“

„SELBSTVERANTWORTLICH ZU

STUDIEREN, FÜHLT SICH NOCH

UNGEWOHNT AN, ABER ES

MACHT DEFINITIV SPASS, VOR

ALLEM IN DIESER UMGEBUNG.“

STUDENTEN-PORTRAITS

Malte Bargfrede, 27

aus Zeven, studiert im 5. Semester Triales Modell Betriebswirtschaft,

Schwerpunkt Steuern an der FH Westküste.

„Hallo, ich bin Malte und studiere das Triale Modell Betriebswirtschaft

an der FH Westküste. Zuvor habe ich eine Ausbildung zum

Steuerfachangestellten in einem kleinen Steuerbüro absolviert.

Nach dem Studium strebe ich die Steuerberaterprüfung an und

würde gern bei einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, wie

der KPMG, arbeiten. Der Vorteil meines Studiums an der FHW ist

die Zeitersparnis. Eine duale Ausbildung und ein anschließendes

BWL-Studium dauern normalerweise mindestens sechs Jahre. Im

Trialen Modell habe ich eine auf zwei Jahre verkürzte Lehrzeit und

ein auf zwei Jahre verkürztes BWL-Studium, da ich gleich ins dritte

Semester einsteige. Am Ende erwerbe ich zwei Abschlüsse in nur

vier Jahren! Dieses Modell ist zwar lernintensiv, doch der Aufwand

lohnt sich! Absolventen des Trialen Modells genießen bei Arbeitgebern

einen hervorragenden Ruf und haben exzellente berufliche

Perspektiven. Damit man im Studium mitkommt, bietet die Fachhochschule

Westküste eine intensive Studienbetreuung. Studierende,

Professoren und Dozenten stehen in engem Kontakt zueinander.

Diese beinahe familiäre Nähe ist für mich sehr motivierend.“

Lisann Lettau, 24

aus Diekhusen-Fahrstedt, studiert im 1. Semester Wirtschaftsrecht

(LL.B.) an der FH Westküste.

„Mein Abitur habe ich 2014 am RBZ Itzehoe gemacht, bin anschließend

Mama geworden und habe im September 2018 einen

Studienplatz für Wirtschaftsrecht an der FHW bekommen. Der

Weg dorthin war nicht leicht. Lange war mir unklar, wie ich mich

beruflich orientieren soll. Arbeit und Familie unter einen Hut zu

bringen oder überhaupt eine gute Stelle als alleinerziehende Mutter

zu bekommen, ist nicht so einfach. Und sich als schwangere

Frau auf einen Ausbildungsplatz zu bewerben, erschien aussichtslos.

Auf meine Bewerbungen erhielt ich nur Absagen! Irgendwann

habe ich mich im Rathaus über regionale Studienmöglichkeiten

informiert und erfahren, dass für mich die Härtefallregelung gilt

und ich an der FH Westküste Wirtschaftsrecht oder BWL in Teilzeit

studieren könne. Für meinen zweijährigen Sohn Luka habe ich inzwischen

einen Kita-Platz gefunden. Jetzt kann es losgehen! Meine

Teilzeit-Studienwoche sieht folgendermaßen aus: An zwei bis drei

Tagen studiere ich in Heide, besuche insgesamt drei Vorlesungen

sowie Grundlagenkurse, muss aber am Ende des Semesters nur eine

Prüfung absolvieren und eine Hausarbeit schreiben. Luka ist an

den Studientagen ganztägig im Kindergarten. An den anderen Tagen

lerne ich abends, wenn ich ihn ins Bett gebracht habe. Das

klappt gerade richtig gut, zumal uns Lukas‘ Opa sehr unterstützt.

Die ersten Wochen des Studiums liegen hinter mir. Die Themen

sind sehr interessant, aber auch die familiäre Atmosphäre an der

FH Westküste gefällt mir gut. Ich kann die Dozenten jederzeit ansprechen,

und mir wird von allen Seiten Verständnis entgegengebracht.

Mein berufliches Ziel ist es, irgendwann als Steuerberaterin

zu arbeiten. Mit dem Studienplatz in Teilzeit habe ich jetzt eine

gute Perspektive!“

Kristin Jacobs, 21

absolviert im 1. Semester das duale Studium Bauingenieurwesen

bei der Stadt Elmshorn und an der „hochschule 21“ in Buxtehude.

„Hallo, ich bin Kristin und komme aus der Nähe von Hademarschen.

Schon während der Schulzeit war ich technikinteressiert und wählte

das technische Profil. Für das duale Studium Bauingenieurwesen

bei der Stadt Elmshorn habe ich mich entschieden, weil ich

das Thema ‚Gebäudeoptimierung’ besonders spannend finde. Mich

begeistert die Vorstellung, als Bauingenieurin an städtischen Projekten,

wie beispielsweise ‚Krückau-Vormstegen’ in Elmshorn, beteiligt

zu sein!

Momentan befinde ich mich im Studienblock an der ‚hochschule

21’ in Buxtehude, und die ersten Eindrücke sind sehr positiv.

Buxtehude ist ein hübscher Ort mit einer Altstadt, wunderschön

an der Este gelegen. Das Studium fing mit einer sehr interessanten

Einführungswoche an, und ich bin schnell mit netten Leuten

in Kontakt gekommen. Zum Glück sind die Seminargruppen klein,

sodass man in einer persönlichen Atmosphäre studiert. Bis jetzt

läuft alles gut.“

Alexandra Lau, 21

aus Brande-Hörnerkirchen, absolviert im 1. Semester das duale

Studium Gebäudetechnik und -automation (B.Eng.) an der „hochschule

21“.

„Ich habe nach der Fachhochschulreife eine Ausbildung zur Industriekauffrau

absolviert. Anschließend wollte ich studieren,

möglichst in einem technischen Studienfach. Den kaufmännischen

Bereich fand ich zwar interessant, eine dauerhafte Bürotätigkeit

konnte ich mir allerdings nicht vorstellen. Mit dem Ingenieurstudium

Gebäudetechnik und -automation betrete ich nun absolutes

Neuland! Das ist in mehrerer Hinsicht spannend, denn die ‚hochschule

21‘ bietet diesen Studiengang seit diesem Semester erstmalig

an. Wir gehören zu den ersten Studierenden dieses Faches und

leisten echte Pionierarbeit! Die ersten Wochen sind interessant

verlaufen. Wir beschäftigen uns unter anderem mit den Grundlagen

der Tragwerkslehre sowie Baukonstruktion und erhalten erste Einblicke

in die Arbeit mit CAD-Programmen. Selbstverantwortlich zu

studieren, fühlt sich noch ungewohnt an, aber es macht definitiv

Spaß, vor allem in dieser Umgebung. Die Hochschule ist nicht nur

gut ausgestattet, sondern es herrscht auch eine angenehme Atmosphäre

– außerdem gefällt mir Buxtehude sehr gut. Die Altstadt

liegt wunderschön an der Este; man kann gut einkaufen und shoppen,

es gibt gute Restaurants und, für mich als leidenschaftliche

Schwimmerin ideal, sowohl ein Freibad als auch ein Hallenbad.“

STUDENTEN-PORTRAITS

Text Christian Dorbandt | Foto Sebastian Weimar

Text Christian Dorbandt | Foto Sebastian Weimar

Text Christian Dorbandt | Foto Privat

Text Christian Dorbandt | Foto Sebastian Weimar

78

79


„WIR HABEN MIT

JIM LACY EINEN

ECHT LUSTIGEN

PROFESSOR!“

„MEIN TRAUM WÄRE ES,

NACH DEM STUDIUM ALS

NACHRICHTENSPRECHERIN

„DA ICH SPÄTER ALS

INGENIEURIN IN DER PLANUNG

ARBEITEN MÖCHTE, EMPFINDE

ICH DIE PRAXISNAHEN

ÜBUNGEN ALS ERSTKLASSIGE

VORBEREITUNG!“

„EIN GROSSES

PLUS SIND UNSERE

AUSSERGEWÖHNLICHEN

LEHRVERANSTALTUNGEN

UND FORSCHUNGS-

ODER SCHAUSPIELERIN ZU

PROJEKTE!“

ARBEITEN.“

STUDENTEN-PORTRAITS

Nik Behrendt, 20

aus Schleswig, studiert im 3. Semester Medieninformatik mit

Schwerpunkt Film an der Hochschule Flensburg.

„Moin, ich bin Nik, komme aus Schleswig und habe 2016 an der

A. P. Møller-Skolen mein Abitur gemacht. Wie ich auf das Studium

Medieninformatik gekommen bin, ist eine lustige Geschichte. Angefangen

hat alles mit der Teilnahme am ‚99Fire-Films-Award’. Das

ist ein Kurzfilm-Wettbewerb, der seit 2009 in Berlin stattfindet.

Aufgabe ist es, innerhalb von 99 Stunden einen 99-sekündigen

Kurzfilm zu einem vorgegebenen Thema zu produzieren. Mit meinem

Beitrag habe ich es unter die Top 99 geschafft und wurde nach

Berlin eingeladen. Einen Preis habe ich zwar nicht gewonnen, aber

interessante Leute kennengelernt, unter anderem Antonia, die mir

von ihrem Medieninformatikstudium in Flensburg vorschwärmte.

Bedingt durch das große Interesse an Medien und Film sowie meinen

Wohnort Schleswig und das Flensburger Studienangebot ergab

sich dann die logische Schlussfolgerung, mich hier an der Hochschule

um einen Studienplatz zu bewerben.

Jetzt bin ich im dritten Semester und muss sagen: Das Studium

gefällt mir ausgesprochen gut! Mein Lieblings-Fach ist ‚Filmdreh’.

Wir lernen, Filme zu drehen, zu produzieren und haben mit Jim

Lacy einen echt lustigen, humorvollen Professor! In den folgenden

Semestern werde ich weitere interessante Kurse belegen, zum Beispiel

Filmschnitt, Processing und Gamedesign.“

Antonia Ross, 22

aus Kiel, studiert im 5. Semester Medieninformatik an der Hochschule

Flensburg.

„Mein Interesse an Film und Medien entstand während der Schulzeit.

An der Max-Planck-Schule in Kiel sollten wir einmal einen

Film drehen. Das hat mir so einen großen Spaß gemacht, dass

ich mich darüber informiert habe, welche Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten

es in diesem Bereich gibt. Mein Vater gab mir

schließlich den entscheidenden Tipp, mich an der Hochschule

Flensburg zu bewerben.

Das Studium finde ich super! Ich bin mir sicher, dass ich mich in

keinem anderen Studium ähnlich wohl gefühlt hätte! Neben den

Studieninhalten gefallen mir vor allem die Zusammenarbeit mit

den Dozenten und der schöne, grüne Campus. Außerdem gibt es

viele interessante Freizeit-Veranstaltungen, zum Beispiel das Campus-Kino

oder auch Exkursionen. Mein Traum wäre es, nach dem

Studium als Nachrichtensprecherin oder Schauspielerin zu arbeiten,

also am liebsten vor der Kamera!“

Sarah Röse, 24

aus Glinde, 5. Semester im Bachelorstudiengang Energie- und

Gebäudeingenieurwesen (B.Eng.) an der Technischen Hochschule

Lübeck.

„Hallo, ich heiße Sarah und studiere Energie- und Gebäudeingenieurwesen

an der TH Lübeck. Mit der Wahl des Studiengangs habe

ich Glück gehabt, denn zum Zeitpunkt meiner Bewerbung wurde

dieser überhaupt zum ersten Mal in Lübeck angeboten. Ich gehöre

zur ersten Kohorte und habe diese Entscheidung noch nicht einen

Tag bereut. Besonders gut gefällt mir die Zusammenarbeit mit den

Dozentinnen und Dozenten. Mit Herrn Jacob haben wir einen engagierten

Professor, der uns gut unterstützt und immer ein offenes

Ohr hat! Auch die Veranstaltungen sind interessant. Ein Highlight

war der Besuch im Hansemuseum im Rahmen des Grundkurses ‚Bautechnik’.

Unsere Aufgabe bestand darin, sich mit der Gebäudetechnik

auseinanderzusetzen und die gewonnenen Erkenntnisse in ein

Modell zu übertragen. Da ich später als Ingenieurin in der Planung

arbeiten möchte, empfinde ich die praxisnahen Übungen als erstklassige

Vorbereitung. Übrigens: Meine Befürchtung, ich sei die

einzige Studentin unter lauter Männern, war unbegründet. Zurzeit

sind wir fünf Frauen und sieben Männer!“

Lasse Zapf, 22

aus Lübeck, 5. Semester im Bachelorstudiengang Energie- und

Gebäudeingenieurwesen (B.Eng.) an der Technischen Hochschule

Lübeck.

„Moin, ich bin Lasse, komme aus Lübeck und habe vor meinem

Studium eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-,

Heizungs- und Klimatechnik absolviert. Dieser Beruf hat mir Spaß

gemacht, doch irgendwann wollte ich mehr über Energie und Gebäudetechnik

wissen. Ich erwarb daraufhin an der Abendschule

die Fachhochschulreife und schrieb mich hier an der Technischen

Hochschule ein. Ich muss sagen: Alles passt sehr gut zusammen!

Vorteilhaft finde ich die kleinen Arbeitsgruppen. Es herrscht durchweg

eine persönliche Atmosphäre, und wir pflegen einen engen

Kontakt zu den Dozentinnen und Dozenten. Ein großes Plus sind

auch die außergewöhnlichen Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekte.

Demnächst startet unsere Teilnahme am ‚Solar Decathlon’.

In diesem Wettbewerb vom US-Energieministerium geht es um die

Entwicklung nachhaltiger Bauprojekte, die ihren Energiebedarf nur

über selbstproduzierten Solarstrom beziehen. An diesem Projekt,

das wir in Kooperation mit der Universität Rabat in Marokko umsetzen

werden, möchte ich mich gern beteiligen!“

STUDENTEN-PORTRAITS

Text Christian Dorbandt | Foto Laura Hasl

Text Christian Dorbandt | Foto Laura Hasl

Text Christian Dorbandt | Foto Sebastian Weimar

Text Christian Dorbandt | Foto Sebastian Weimar

80

81


„IM VERGLEICH ZUR

UNIVERSITÄT EMPFINDE ICH

DIE ATMOSPHÄRE IN DEN

KLEINEREN STUDIENGRUPPEN

ALS DEUTLICH ANGENEHMER,

INTENSIVER UND AUCH

PERSÖNLICHER.“

„WIR ERLEBEN IN ÜBUNGEN

EINEN PERMANENTEN

PRAXISBEZUG.“

STUDENTEN-PORTRAITS

82

Jan-Malte Hannebeck, 20

aus Kiel-Elmschenhagen, studiert im 1. Semester Bauingenieurwesen

(B.Eng.) an der FH Kiel.

„Moin, ich bin Jan-Malte. Für das Studium Bauingenieurwesen an

der Fachhochschule Kiel habe ich mich entschieden, nachdem mir

einige Semester Wirtschaftsingenieurwesen an der Christian-Albrechts-Universität

nicht genügend ‚handfestes’ beziehungsweise

technisches Wissen vermittelt haben. Die betriebs- und volkswirtschaftliche

Ausrichtung war mir zu einseitig. Im bautechnischen

FH-Studium fühle ich mich besser aufgehoben. Wir sind mit insgesamt

60 Studierenden gestartet. Die Vorlesungen erleben wir

gemeinsam, in den Seminaren sind wir in drei Gruppen aufgeteilt.

Jeder Kurs hat maximal 20 Teilnehmer. Im Vergleich zur Universität

empfinde ich die Atmosphäre in den kleineren Studiengruppen als

deutlich angenehmer, intensiver und auch persönlicher. Inhaltlich

beschäftigen wir uns im ersten Semester mit den Grundlagen, zum

Beispiel mit Mathematik und Baustatik. Das sind lernintensive Fächer,

aber dazwischen sorgen auch praktische Übungen für Auflockerung.

Was mich besonders interessiert? Spannend finde ich

aktuell unseren CAD-Kurs, in dem wir uns mit virtueller Bauplanung

beschäftigen sowie das Thema ‚Building Information Modeling’.“

Text Christian Dorbandt | Foto Sebastian Weimar

Torge Dubau, 22

aus Kronshagen, absolviert im 1. Semester das duale Studium

Bauingenieurwesen (B.Eng.) an der FH Kiel sowie beim Kooperationspartner

GMSH.

„Nach dem Abitur am Gymnasium Kronshagen habe ich ein Informatikstudium

an der Christian-Albrechts-Universität begonnen,

doch das konnte meine Erwartungen nicht erfüllen. Es erschien mir

zu theoretisch und anwendungsfern. Außerdem kam mir der Austausch

mit Studierenden und Dozenten zu kurz. Im dualen Studium

Bauingenieurwesen an der FH Kiel erlebe ich das Gegenteil. Zwar

beschäftigen wir uns auch mit theoretischen Grundlagen, doch

parallel erleben wir in Übungen einen permanenten Praxisbezug.

Beispielsweise erfahren wir in der Vorlesung Baustofftechnologie

etwas über Betonrezepturen. Begleitend dazu ist im zweiten Semester

eine Exkursion in ein Betonwerk geplant. Außerdem sind

Bauprojekte Paradebeispiele für Teamarbeit. Mich reizt dieser ständige

Austausch mit anderen Menschen. Deshalb freue ich mich

auch schon auf den ersten Praxisblock bei der GMSH: auf den Besuch

der unterschiedlichen Abteilungen und die Zusammenarbeit

mit den Ingenieuren, Architekten und anderen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern.“

Text Christian Dorbandt | Foto Sebastian Weimar

# wirverstehenunserhandwerk

ME2BE.DE


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Der deutsche Germanist

und Philosoph Carl Peter

Fröhling hat einmal gesagt:

„Zeige mir, wie du wohnst,

und ich sage dir, worauf

du Wert legst.“

In unserer neuen Strecke

besuchen wir verschiedene

WGs und zeigen, wie

norddeutsche Studenten

wohnen und leben.

Diesmal: Zwei Männer-WGs.

FOTOS

Eric Genzken,

Jan-Michael Böckmann

TEXT

Jana Limbers,

Lina Kerzmann

84

85


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Simons Wohnstil: Kunstvoll persönlich.

SIMON HÖLSCHER, SOZIALE ARBEIT AN DER FH KIEL.

Die Altbau-WG liegt im Kieler Stadtteil Gaarden. Deshalb auch das große Schild mit der Aufschrift „Garten“,

das aus dem Haus von Simons Großeltern stammt. Simons Einrichtung ist persönlich, kleine Kunstwerke

hängen an den Wänden, sein Hochbett hat er selbst gebaut, den Couchtisch ebenso. Den altbautypischen

Deckenstuck hat Simon mit einem filigranen Kronleuchter kombiniert. Mit dem Dielenboden und dem Holztisch

ergibt sich so ein Stilbruch: oben elegant, unten rustikal.

86

87


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Darios Wohnstil: Hell und gemütlich.

DARIO KRÄMER, MASCHINENBAU AN DER FH KIEL.

Darios Einrichtung ist hell und gemütlich. Die hohen Decken und der Balkonzugang lassen viel Licht ins

Zimmer. Apropos Balkon, hier hat Dario genug Platz, um sein Surfbrett zu verstauen. Was besonders ins

Auge fällt, sind die alten Kinosessel. Dario hat sie aus einem alten Hamburger Kino. Das große Bild an

seiner Wand hat er geschenkt bekommen, es war einmal eine Requisite in einem Film. Wie die Einzelstücke

verraten, gilt Darios Leidenschaft neben dem Surfen guten Filmen.

88

89


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Chenyes Wohnstil: Zusammengewürfelt.

CHENYE LIU, MANAGEMENT UND LOGISTIK AN DER KLU IN HAMBURG.

Chenye ist in China geboren, in Namibia aufgewachsen und hat in Kapstadt Deutsche Sprache und Literatur

studiert. Zusammen mit zwei Kommilitonen lebt er seit einigen Jahren in Hamburg. Seine Einrichtung

spiegelt die verschiedenen Einflüsse auf sein Leben wider - dabei legt er besonderen Wert auf Funktionalität

und ein minimalistisches Design. In der WG wird neben Deutsch hauptsächlich Englisch gesprochen,

und auch in der Küche geht es international zu.

90

91


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

Ob zum Teetrinken,

Essen oder

Quatschen, in der

Küche kommen alle

gern zusammen.

Was außerdem für

das gemeinsame

Kochen in der

WG spricht: Es

geht deutlich

schneller! Heute

gibt es Pasta,

morgen vielleicht

einen Auflauf oder

Pizza - Hauptsache

selbstgemacht!

International am Herd

Woran denkst du als Erstes, wenn du Männer-

WG hörst? An Tiefkühlpizza und Chips? In der

WG von Chenye, Mark und Sebastian sieht das

Ganze etwas anders aus, denn hier wird am

liebsten gemeinsam und frisch gekocht! Gern

international, denn Chenye bringt Rezepte aus

China, Namibia und Kapstadt mit in die Hamburger

WG-Küche.

Absoluter Standard und etwas worauf sich alle

immer einigen können: Nudeln mit Tomatensoße!

Ihr Rezept für Pasta mit Gemüse-Tomatensoße

verraten die Drei auf Seite 94.

Hunger ist zwar der beste Koch, aber eine Portion

Spaß darf natürlich auch nicht fehlen.

92

93


Das Rezept einer

TIPPS UND

CAMPUS STUDIUM

COMPANIES PORTRAITS

Männer-WG

Pasta mit

Gemüse-

Tomatensoße

Zutaten für 4 Personen:

• 500 g Spaghetti

• 2 Möhren

• 2 Zucchini

• 1 rote und 1 gelbe Paprikaschote

• 2 Knoblauchzehen

• 1 Zwiebel

• Öl

• 2 Dosen á 400 ml stückige Tomaten

• 1/4 l Gemüsebrühe

• 2 EL Tomatenmark

• 1 EL Balsamico-Essig

• 1/2 TL Zucker

• Salz

• Pfeffer

• 1 Prise Zimt

• getrockneter Oregano

• optional: 20 g geriebener Parmesankäse,

frische Kräuter (Basilikum, Thymian, Oregano)

Dauer: ca. 30 Minuten, Schwierigkeitsgrad: simpel

ZUBEREITUNG:

Zucchini, Paprika und Möhren putzen, waschen und in kleine Würfel schneiden.

Knoblauch und Zwiebel schälen und fein würfeln. Öl in einer Pfanne erhitzen.

Gemüse, Knoblauch und Zwiebel darin anbraten.

Stückige Tomaten aus der Dose, Tomatenmark und Brühe zugeben. Aufkochen und

5 – 10 Minuten leicht köcheln lassen. Nudeln in kochendem Salzwasser nach

Packungsanweisung zubereiten. Gemüse-Tomatensoße mit Salz, Pfeffer und

Oregano abschmecken.

Nudeln abgießen und abtropfen lassen. Spaghetti mit der Soße auf Tellern anrichten.

Optional Parmesan drüberstreuen und mit frischen Kräutern garnieren.

Text Lina Kerzmann

Illustration Sarah Matuszewski

TRENDS

Replika

Anbieter: Luka Inc.

Größe: 120.2 MB

Kostenlos

Künstliche Intelligenz

Selbstgespräche 2.0

Replika ist eine App, die durch den Input des

Besitzers einen menschlichen Gesprächspartner

simulieren möchte. Durch tägliche Chatverläufe

lernt die App dazu und baut quasi

eine Kopie der eigenen Persönlichkeit auf. Zur

Selbstreflektion kann Replika durchaus anregen;

vor dem Hintergrund der neuen Datenschutzverordnung

ist die App sicherlich auch

kritisch zu sehen und nicht nur als eine spielerische

Fürsorge-App.

Waze

Anbieter: Waze Inc.

Größe: 167 MB

Kostenlos

Für unterwegs

Text Mirja Wilde

Mobilität

Mit Waze kommst du auf bestem Wege nicht nur

an dein Ziel, du kannst dabei auch noch Geld

sparen. Als Verkehrs- und Navigations-App

arbeitet Waze in Echtzeit mit dem Input ihrer

Community. Es werden Infos wie Baustellen,

Blitzer, Polizeikontrollen, Unfälle und günstigste

Tankstellen geteilt. Bei gemeinsamen

Zielen kann man sich miteinander verbinden

und so Ankunftszeit und Treffpunkte perfekt

aufeinander abstimmen. Mit Waze bist du also

immer auf dem richtigen Weg.

Text Mirja Wilde

APP

Aqualert

Anbieter: Esteban Pintos

Größe: 37,2 MB

Kostenlos

Gegen den Durst

Gesundheit

Wasser ist lebensnotwendig! Doch die meisten

Menschen vergessen regelmäßig und

ausreichend zu trinken. Aqualert hilft bei der

Kontrolle deines täglichen Wasserbedarfs,

indem ihn die App nach Eingabe der wichtigsten

Daten wie Größe, Gewicht, Aktivität

etc. exakt berechnet. Durch Push-Nachrichten

wird der Nutzer immer wieder an das Trinken

erinnert, und per Klick kann er die getrunkene

Wassermenge dokumentieren. Diese App

bietet außerdem die Möglichkeit, individuelle

Faktoren wie Schwangerschaft oder Stillzeit

anzugeben, so dass die App den individuellen

Wasserbedarf ermittelt.

Text Mirja Wilde

Foto ©2014 OverSeaSolutions

CodeCheck

Anbieter: Codecheck

Größe: 71,4 MB

Kostenlos

Grüner Shoppen

Neo-Ökologie

CodeCheck hilft dabei, deine Einkäufe genau

unter die Lupe zu nehmen. Einfach den Barcode/

EAN-Nummer der Produkte einscannen,

und im Nu werden alle Inhaltsstoffe aufgelistet.

Bedenkliche Bestandteile wie Mikroplastik,

Parabene, Palmöl etc. werden gesondert

angezeigt. So ist auf einen Blick sofort zu

erkennen, ob das Produkt vegan, vegetarisch,

laktose- oder glutenfrei ist. Bei all den

Abkürzungen und unverständlichen Namen

der Inhaltsstoffe eine gute Hilfe, um umweltbewusster

einzukaufen.

Text Mirja Wilde

Foto Codecheck

94

95


CAMPUS STUDIUM COMPANIES PORTRAITS

HELIX –

Marc Elsberg (Thriller)

Blanvalet Verlag,

München 2016

ISBN: 9783764505646

Gebunden, 648 Seiten,

22,99 €

Sci-Fi

Für Fans von

BLACKOUT und ZERO

München. Der US-Außenminister stirbt. Während

der Obduktion wird auf seinem Herzen ein

seltsames Zeichen entdeckt. Die Mitarbeiter

eines internationalen Chemiekonzerns stoßen

auf Lebewesen, die so nicht existieren dürften.

Ein inoffizielles Forschungsprogramm manipuliert

die genetischen Anlagen von Kindern.

Als eines der hundert „perfekten“ Kinder verschwindet,

gerät alles außer Kontrolle.

Text Teresa Meyer

Foto Blanvalet Verlag

Cover ©www.buerosued.de

Planet Magnon –

Leif Randt (Roman)

Kiepenheuer und Witsch

Verlag, Köln 2015

ISBN 9783462047202

Gebunden,

304 Seiten, 19,99 €

Liebeskummer

in Zeiten von

Selbstoptimierung

Sci-Fi

Zwei Monde, sechs Planeten, regiert von

einem Computersystem. So sieht das Sonnensystem

in Leif Randts utopischem Roman

‚Planet Magnon‘ aus. Befreit von Krieg, Krankheit

und Armut leben die Menschen in verschiedenen

Kollektiven, die friedlich um den

besten Lebensstil konkurrieren. Besonders

das Kollektiv der Dolphins, das sich aller starken

Gefühle entledigt hat, ist populär. Bis das

Kollektiv Hank auftritt und sich den gebrochenen

Herzen verschreibt. Und dabei auch

vor Terror nicht zurückschreckt.

Text Lina Kerzmann

Foto Verlag Kiepenheuer & Witsch

Cover Rothfos & Gabler

BUCH

Nicht nur für

Youtuber

Serverland –

Josefine Rieks (Roman)

Carl Hanser Verlag,

München 2018

ISBN 9783446258983

Gebunden, 176 Seiten,

18,00 €

Digitalisierung

Das Internet wurde schon vor Jahrzehnten

abgeschaltet, die ehemals technologische

Infrastruktur liegt brach. Die beiden Nerds

Reiner, der alte Computerspiele sammelt, und

Meyer, der ein Auto hat, machen sich auf, um

in die alten Serverhallen von Google einzubrechen.

Sie wollen nichts weniger als das

Internet wiederfinden.

Text Lina Kerzmann

Foto Carl Hanser Verlag

Cover © Peter-Andreas Hassiepen

Ich bin viele –

Dennis E. Taylor (Roman)

Aus dem Amerikanischen

von Urban Hofstetter

Wilhelm Heyne Verlag,

München 2018

ISBN: 9783453319202,

Broschur, 464 Seiten,

14,99 €

Künstliche Intelligenz

Künstliche

Intelligenz

Bob kann es nicht fassen. Eben hat er noch

seine Software-Firma verkauft und einen

Vertrag über das Einfrieren seines Körpers

nach seinem Tod unterschrieben, da ist es

auch schon vorbei. Er wird beim Überqueren

der Straße überfahren. Hundert Jahre später

wacht Bob wieder auf, allerdings nicht als

Mensch, sondern als Künstliche Intelligenz,

die noch dazu Staatseigentum ist. Sein erster

Auftrag: Er soll neue bewohnbare Planeten

finden. Versagt er, wird er abgeschaltet.

Text randomhouse

Foto Wilhelm Heyne Verlag

Cover das Illustrat

Miakro –

Georg Klein (Roman)

Rowohlt Verlag,

Reinbek 2018

ISBN 9783498034108

Gebunden, 336 Seiten,

24,00 €

(als E-Book 19,99 €)

New Work

Büroarbeit

Die Grenzen von Büro und Leben sind in Georg

Kleins Roman ‚Miakro‘ aufgehoben.

Nettler ist Leiter des „Mittleren Büros“. Sein

Tag besteht aus der merkwürdigen Arbeit,

traumartige Sequenzen durch Glas zu betrachten,

sowie aus Essenspausen im Nährflur, in

dem Speisen aus einer Wand wachsen. Die

Nächte verbringen er und seine Kollegen in

Ruhenetzen im Büro. Bis Nettler irgendwann

in seiner Koje keinen Schlaf mehr findet und

beginnt, seine Existenz zu hinterfragen.

Gemeinsam mit drei Kollegen wagt er eine

Exkursion nach draußen in die „wilde Welt“.

Text Lina Kerzmann

Foto Rowohlt Verlag

Gegen das

Piepen im Ohr

Gesundheit

Musik hören macht Spaß, aber sie kann noch

viel mehr! Seit einiger Zeit wird in der Tinnitus-Behandlung

eine neue Therapieform eingesetzt.

Bei der Tinnitracks Neuro-Therapie

werden individuelle Problemtöne ermittelt und

daraufhin Musikstücke so gefiltert, dass sich

die Überaktivität im Hörzentrum des Gehirns

„‚beruhigt‘.

Studien bestätigten die Wirkung dieser Therapieform,

und die Tinnitracks Neuro-Therapie ist

in das Versorgungsangebot zahlreicher Krankenkassen

aufgenommen worden.

Mehr zum Thema auf www.tinnitracks.com

Text Jana Limbers

Foto Sonormed GmbH

New Work

Digitales Teamwork

Die Firma HITRECORD wurde im Jahr 2012 von

Joseph Gordon-Levitt (bekannt aus Christopher

Nolans Batman-Reihe, 500 Days of Summer

u.v.a.) ins Leben gerufen. Durch einzigartiges

digitales Teamwork entstehen Texte, Musik,

Filme, Bücher und andere Produkte, an denen

viele Personen aus aller Welt gemeinsam arbeiten.

Bei mehr als 660.000 Mitgliedern finden

sich für jedes Projekt Gleichgesinnte und jedes

Projekt ist einzigartig. Eine faszinierende Idee

für eine moderne digitale Arbeitsweise.

Mehr zum Thema auf www.hitrecord.org

Text Jana Limbers

MUSIK

Für eine grünere

Musikindustrie

Wie nachhaltig ist eigentlich die Musikindustrie?

Diese Frage stellt sich die Green Music

Initiative. Ihr Ziel: eine klimaverträgliche

Musik- und Entertainmentbranche. Ihre Strategie:

Lieber sagen, wie’s richtig geht, statt

Verbote auszusprechen. Auf vielen Festivals

gibt es bereits Aktionen, die Recycling fördern

und Festivalbesucher für das Thema Nachhaltigkeit

sensibilisieren sollen. Die Green Music

Initiative dient als Plattform für all diese Möglichkeiten,

die Musikindustrie nachhaltiger zu

machen.

Mehr zum Thema auf

www.greenmusicinitiative.de

Nachhaltigkeit

Text Jana Limbers

Künstliche Intelligenz

Elektronische

Musik mal anders

AIVA ist nicht die erste künstliche Intelligenz,

die Musik schreibt, aber sie ist die erste, deren

Musik seit dem Jahr 2016 unter Copyright

steht. Sie wurde mit über 30.000 Partituren

gefüttert, hat aber auch gelernt, wie sich verschiedene

Musikstile unterscheiden und wie

Musik Emotionen beeinflusst. AIVA kann sogar

für verschiedene Anlässe die passenden Stücke

schreiben.

AIVAs Musik findest du auf Soundcloud, Spotify,

Youtube und Apple Music – suche einfach

nach AIVA.

Text Jana Limbers

Foto Aiva Technologies

96

97


HERBST/WINTER 2018

No.2

Zeit für Utopien

AU 2018 | R: Kurt Langbein | Dokumentation

Erhältlich als Stream (vimeo)

Zusammen die

Zerstörung

aufhalten!

Neo-Ökologie

Als sich Alexandro freiwillig für eine Traumstudie

meldet, ahnt er nicht, dass die Wissenschaftlerin

Dr. March auf dem Gebiet der

künstlichen Intelligenz forscht und ein Programm

namens Elsa entwickelt. Alexandro

wird ungewollt zum Versuchskaninchen.

Sein Unterbewusstsein wird digitalisiert und

assimiliert, bis Elsa schließlich menschliche

Form annimmt. Eine poetische Reise in die

Zukunft.

Text Langbein&Partner Media GmbH & Co KG

Foto C. Roth, © Langbein & Partner Media

Digitale Nomaden –

Deutschland zieht aus

D 2014 | R: Tim Jonischkat |

Dokumentation | Erhältlich als Stream

(deutschland-zieht-aus.de)

New Work

Hinter den Kulissen

der Bloggerkultur

Digitale Nomaden sind ortsunabhängig,

lebende Freigeister, die ihre Arbeit an jedem

Ort der Welt ausüben können. Der Film erzählt

die mitreißenden Geschichten von fünf etablierten

digitalen Nomaden in Deutschland,

begleitet von Thorsten Kolsch (34), der herausfinden

möchte, ob dieses Lebensmodell

auch für ihn das richtige ist. Was muss man

eigentlich alles beachten, wenn man digitaler

Nomade werden möchte?

Text & Foto Thorsten Kolsch & Tim Jonischkat

FILM

Fremdkörper

F 2017 | R: Jérôme Blanquet |

Kurzfilm: Science Fiction, 360-Grad-Film

Erhältlich als Stream (ARTE 360°)

Künstliche Intelligenz

Ab hier übernimmt

Elsa – spannende

360°-Dystopie

Als sich Alexandro freiwillig für eine Traumstudie

meldet, ahnt er nicht, dass die Wissenschaftlerin

Dr. March auf dem Gebiet der

künstlichen Intelligenz forscht und ein Programm

namens Elsa entwickelt. Alexandro

wird ungewollt zum Versuchskaninchen. Sein

Unterbewusstsein wird digitalisiert und assimiliert,

bis Elsa schließlich menschliche Form

annimmt. Eine poetische Reise in die Zukunft.

Text ARTE

Foto © Théo Pinganaud & Alberto Bocos-Gil

Was essen wir morgen?

F, CDN 2017 | R: Jean Baptiste Erreca,

Guilhem Rondot | Dokumentation

Erhältlich auf DVD

Neo-Ökologie

Hat uns die Massentierhaltung

satt?

Die Zukunft des Essens beginnt jetzt. Im

Jahr 2050 leben 10 Milliarden Menschen auf

der Erde. Für die Ernährung von morgen sind

bereits heute neue Wege in Sicht. Neben Obst,

Gemüse, Getreide und Fleisch gibt es gezüchtete

Lebensmittel aus dem Labor, Pillen oder

Algenfarmen unter Wasser. Wie sieht unser

Essen von morgen aus? Wird es neuentdeckte

Lebensmittel, genveränderte Tierarten oder

eine ökologische Landwirtschaft geben?

Text & Foto Sony Pictures Home Entertainment

GATTACA

USA 1997 | R: Andrew Niccol |

Genre: Science Fiction, Thriller

Erhältlich auf BluRay, DVD, Stream

Gesundheit

Packende Story

– bald Realität?

Ein Gentest entscheidet gleich nach der Geburt

über das Schicksal der Kinder. Futuristische

Biochemie macht es möglich, dass fast alle

Eltern sportliche, hochintelligente Superbabys

zur Welt bringen. Wegen seiner körperlichen

Schwächen wird Vincent nie zur Elite gehören.

Doch er träumt davon, als Gattaca-Pilot die

Galaxis zu erforschen. Vincents Freund Jerome

hat beste Gene, ein Unfall hat ihn allerdings

an den Rollstuhl gefesselt. Beide tauschen ihre

Identität. Ein riskanter Plan, denn die strengen

Sicherheitskontrollen des perfekt organisierten

Polizeistaates sind kaum zu umgehen.

Text & Foto Sony Pictures Home Entertainment

Thomas Jensen (52), Miterfinder des Wacken Open Air, über

frühe Versuche in einer Punk-Band und eine überraschende

Erfolgsstory

Interview mit Marie Delaperrière, Gründerin des Kieler Zero-Waste-

Ladens „Unverpackt“.

Interview mit Till Dietsche,

Leiter des Internationalen Meeresfilmfestivals

CINEMARE Kiel

als

Meer

Von der auf den

Der Weg des

Kult-Regisseurs

Lars Jessen.

Wo

&

Vom Hobby zum Beruf – Interview

mit dem Kieler Windsurfer Leon

Jamaer

sind

98


Rubrik

100 THE NØRD TIMES

THE NØRD TIMES

101

Rubrik

ben und möglichst von den Festivaleinnahmen

leben können, mehr nicht. Nach einigen

Jahren haben wir dann erkannt: Wacken

ist DAS Heavy-Metal-Festival im Norden – es

war ja auch das einzige. Wir hatten den Anspruch:

Den Fans sollte es unbedingt gefallen.

Natürlich sollten Bands spielen, die wir

selbst mochten. Holger hat allerdings andere

Musik-Vorlieben als ich; das führt bis heute

immer wieder zu Diskussionen (lacht).

Thomas Jensen (52), Miterfinder des

Wacken Open Air, über frühe Versuche

in einer Punk-Band und eine überraschende

Erfolgsstory

Das W:O:A: geht 2019 zum 30. Mal über

die Mega-Bühne in Wacken. Wie wurdest

Du selbst von harter Rockmusik infiziert?

Als ich zehn war, habe ich Teeniebands wie

die Bay City Rollers gehört, bin dann aber

recht schnell beim härteren Sound von AC/

DC gelandet. Als ich zur Grund- und Hauptschule

in Wacken ging, bekam meine Schultasche

früh den Schriftzug von Judas Priest.

Die Scorpions fand ich gut, dann kamen

die Jungs von Saxon. Ich muss ungefähr

14 gewesen sein, als Motörhead das große

Ding war. Dann bin ich eine Zeitlang vom

Metal-Pfad der Tugend abgewichen und habe

viel Punk aus England gehört. Wir haben uns

damals wie die Ramones angezogen: Lederjacke,

zerrissene Jeans, hochgestylte Haare,

Hundehalsband, Nietengürtel.

Wie kam es, dass Du selbst zum E-Bass gegriffen

hast?

Das Punk-Motto war ja: drei Akkorde – läuft.

Du wolltest irgendwann selbst aktiv werden.

Das war ja gerade das Ding, du konntest

schnell zusammen spielen, ohne groß

üben zu müssen. Mit 500 Mark Konfirmationsgeld

bin ich mit den Jungs der ersten

Band in einen Musikladen gefahren. Dafür

bekam ich einen Rickenbacker-Bass als Kopie

in Sunburst-Lackierung – so einen, den

auch Lemmy von Motörhead spielte. Nur der

Schlagzeuger hatte Pech: Er bekam für seine

500 Mark gerade mal das Snare Drum und

ein Hihat-Becken (lacht). Damals hatten wir

schon die ersten Auftritte. Später bin ich bei

der Rock- und Coverband Skyline eingestiegen,

die brauchten einen Bassisten.

Wo hast Du damals gearbeitet?

Ich habe Groß- und Außenhandelskaufmann

gelernt. Als Helfer bei Konzerten und beim

Kellnern in der Gaststätte „Zur Post“ in Wacken

hatte ich immer mal wieder mit Veranstaltungen

zu tun. Dabei eignete ich mir

viel technisches Wissen an. Wir organisierten

dann mit Freunden erste Partys in Sälen

von Gaststätten hier im Umkreis – das gab

es vorher nicht. Dabei haben wir alles gemacht

– nicht nur Musik, sondern auch Catering,

Getränkeverkauf und Werbung, wie

später beim Wacken Open Air, nur im Kleinen.

Nach einem Fußballspiel haben Holger

Hübner und ich beim Bier rumgesponnen:

Wie wäre es, in der Kiesgrube hier bei uns

ein Open Air auf die Beine zu stellen. Dort

trafen sich bereits Motorradfahrer. 1989 war

das, und ein Jahr später ging’s los.

Beim ersten Open Air kamen gerade mal

800 Zuschauer. Heute sind es 85.000.

Kannst Du diese Erfolgsstory eigentlich

selbst fassen?

Diesen Erfolg haben wir uns nie träumen

lassen. Das wollten wir am Anfang auch gar

nicht. Wir wollten eigentlich nur Spaß ha-

Kannst Du eigentlich noch entspannen bei

dem großen Erwartungsdruck der Fans?

Mindestens eineinhalb Jahre brauchen wir

zur Vorbereitung für ein Open Air. Wir haben

immer neue Ideen, aber nicht alles lässt

sich allerdings verwirklichen. Das Festival

steht schon im Vordergrund. Aber seit sieben

Jahren bin ich Familienvater, und wenn

ich nach Hause komme, zu meiner Frau und

den Kindern (5 und 7 Jahre alt), dann ist

das schon ein Stück Entspannung. Für die

Kids hat das Festival natürlich nicht den

Stellenwert, ihnen sind andere Sachen wichtig.

Ich gehe mit meiner Frau gerne laufen,

treibe ein bisschen Sport. Zuhause höre ich

übrigens auch mal ganz etwas anderes: zum

Beispiel Country-Musik, Johnny Cash.

Was sagst Du den Fans, die für 2019 schon

wieder mal keine Karte ergattern konnten?

Das war nicht immer so, dass die Karten

so schnell weggehen. Wir mussten ja auch

schlechte Jahre verkraften. Aber in diesem

Jahr gab es ein so schönes Sommerwetter,

da griffen die Fans viel schneller zu: In fünf

Tagen waren alle Karten ausverkauft. Besser

geht es nicht! Das gibt uns Planungssicherheit

für das 30. W:O:A: 2019. Falls Fans

wieder leer ausgehen sollten, wäre das natürlich

schade.

„Wir hatten den

Anspruch: Den

Fans sollte es

unbedingt gefallen,

das muss richtig

geil werden.“

Könnt Ihr das W:O:A: nicht einfach erweitern,

damit alle das Wacken-Erlebnis genießen

können?

Das könnte man diskutieren. Ein Festival mit

100.000 Zuschauern zu planen, hätte aber

sehr weitreichende Konsequenzen. Wir haben

außerdem erlebt, wie andere Festivals,

die immer größer wurden, daran gescheitert

sind. Schließlich wollen wir ja dieses typische

Wacken-Feeling erhalten. Und so wie es

ist, lieben die Fans es nun mal.

Text Joachim Welding

Fotos Sebastian Weimar,

ICS Festival Service GmbH


Rubrik

102 THE NØRD TIMES

THE NØRD TIMES

103

Rubrik

Von der auf den

„Ich bin auf

diese Wurzeln

sehr stolz.“

Der Weg des Kult-Regisseurs

Lars Jessen.

Der Film „Dorfpunks“ gehört zu seinen

bekanntesten Kinoerfolgen,

aber auch bei Kultserien wie dem

„Tatort“ aus Münster oder „Großstadtrevier“

stand Lars Jessen hinter der Kamera. Seine

ersten Regie-Erfahrungen sammelte er bereits

als Schüler an der Meldorfer Gelehrtenschule.

Dort gründete er mit anderen eine Video-AG.

Es sollte ein wegweisender Schritt sein…

Dass er auch Sinn für Komik hat, beweist

Jessen aktuell mit der Comedy-Serie „Jennifer

– Sehnsucht nach was Besseres“. Zum

Start der TV-Serie gab es kürzlich in Meldorf

eine exklusive Preview und eine Art

„Klassentreffen“ im örtlichen Kino: Alte

Weggefährten aus der Zeit an der Meldorfer

Gelehrtenschule waren gekommen, ebenso

der Co-Autor des Films und Radio-Moderator

Andreas Altenburg („Frühstück bei

Stefanie“, NDR 2), der auch in Meldorf sein

Abi gemacht hat. Außerdem standen Katrin

Ingendoh, die die Titelrolle spielt, und ihre

Filmfreundin Laura Lo Zito dem Publikum

in lockerer Runde Rede und Antwort. 2018

gab’s für „Jennifer” den Deutschen Comedypreis

als beste Sitcom. Und die Goldene

Kamera 2018 durfte Jessen für seinen Streifen

„Jürgen – Heute wird gelebt” als besten

Fernsehfilm einheimsen!

Eins dürfte klar sein: Ohne die Schulzeit

am altehrwürdigen Traditionsgymnasium in

Dithmarschen hätte Lars Jessen wohl kaum

die Filmkarriere eingeschlagen: „Das hat meinen

Lebensweg sehr geprägt“, betonte er in

einem Interview. „Ich bin auf diese Wurzeln

sehr stolz.“ Momentan wohnt der 49-Jährige

mit seiner Familie in Hamburg; den Kontakt

zu seiner Heimat pflegt er jedoch, sei es,

um den Start der Comedy-Serie „Jennifer –

Sehnsucht nach was Besseres“ im Meldorfer

Kino mit den Schauspielerinnen und Fans zu

feiern. Oder um gleich einen ganzen Kinofilm

in Dithmarschen zu drehen. So geschehen

2008 für den Streifen „Die Schimmelreiter“.

Axel Prahl und Peter Jordan spielen

darin zwei Lebensmittelprüfer, die sich und

vor allem diversen Würstchenbudenbetreibern

ständig neue Probleme einbrocken. Als

Filmkulisse sei Dithmarschen unverbraucht

und noch weitgehend unentdeckt, erzählt

der Regisseur, warum es ihn immer wieder in

seine Heimat zum Drehen ziehe. Es sei dort

nicht alles superordentlich – kleine Brüche

seien für Filmemacher ideal. Richtiges Leben

statt Postkartenidylle.

Fasziniert vom Filmemachen begann Lars Jessen

nach dem Studium (Geschichte, Politik

und Philosophie) ein Volontariat – also eine

Berufsausbildung – bei der ARD-Serie „Lindenstraße“.

Anschließend hängte er noch ein

Studium Film/Fernsehen in Köln dran. Seitdem

reiht sich eine Produktion an die andere:

Er führte unter anderem Regie bei den TV-Serien

„Großstadtrevier“, „Tatort“, „Mord mit

Aussicht“, „SOKO Wismar“ und „Der Dicke“.

Bekannt wurde Jessen mit den Kino-Streifen

„Am Tag als Bobby Ewing starb“, „Fraktus“

„Hochzeitspolka“ und „Dorfpunks“. Dabei arbeitet

er stets mit der Crème de la Crème der

deutschen Schauspielerriege zusammen – mit

Devid Striesow, Caroline Peters, Jan Fedder,

Dieter Pfaff, Nina Petri, Fabian Hinrichs und

vielen anderen.

Ein Millionenpublikum lockte seine Inszenierung

des Kult-„Tatort“ aus Münster vor die

Mattscheibe: Die 30. Folge („Feierstunde“)

mit Boerne (Jan-Josef Liefers) und Thiel

(Axel Prahl) durfte der angesagte Regisseur

drehen. „Beim Münster-Tatort handelt es

sich ja im gewissen Sinne um die heilige Kuh

des deutschen Fernsehens. Die ganze Nation

schaut zu“, freut sich Jessen. Besonders herausfordernd

sei es, nicht nur die Spannung

hochzuhalten, sondern gleichzeitig auch die

humorvollen Akzente zu setzen. Übrigens:

Einen Kieler „Tatort“ hat der ehemalige Meldorfer

Gelehrtenschüler auch schon inszeniert:

„Borowski und die einsamen Herzen“.

2018 lässt Regisseur Jessen in der „Polizeiruf

110”-Folge „Kindeswohl” die Kommissarin

Katrin König (Anneke Kim Sarnau) in einem

kniffligen Mordfall ermitteln, in den auch der

Sohn ihres Kollegen Alexander Bukow (Charly

Hübner) verwickelt sein könnte.

Erlebnisse aus seiner Zeit in Brokdorf hat

Lars Jessen übrigens 2005 in seinem ersten

Spielfilm „Am Tag als Bobby Ewing starb“

verarbeitet: Hanne zieht mit Sohn Niels

in eine Landkommune, wo sie mit anderen

friedlich gegen das Atomkraftwerk protestiert.

Am Tag des Reaktorunglücks von

Tschernobyl gerät die Welt des jungen Niels

jedoch völlig durcheinander. Zufällig ist es

genau der Tag, an dem die US-Serienfigur

Bobby Ewing („Dallas“) das Zeitliche segnet.

Gut, dass Regisseur Lars Jessen unsere Welt

mit seinen bemerkenswerten Filmen immer

wieder in einem ganz besonderen Licht erscheinen

lässt.

Text Joachim Welding

Fotos Agentur Heppeler/Copyright Rasmus Jessen


Rubrik

104 THE NØRD TIMES

THE NØRD TIMES

105

Rubrik

Im Auftrag dieser Firma bin ich 2009 nach

Kiel gekommen. Es gefiel mir so gut, dass

ich hiergeblieben bin. Beruflich musste ich

mich dann neu orientieren. Dabei hatte ich

zwei Wünsche: Ich wollte selbständig sein

und etwas Sinnvolles tun!

Interview mit Marie Delaperrière,

Gründerin des Kieler Zero-Waste-Ladens

„Unverpackt“.

Hallo Marie. In deinem Geschäft „Unverpackt“

verkaufst du Lebensmittel und

andere Waren – verpackungsfrei – an

deine Kunden. Im Februar 2019 steht das

fünfjährige Firmenjubiläum an. Welche

Schlagzeile würdest du dann gern lesen?

„Marie hat sich nicht geirrt!“

Diese Überschrift scheint dir sicher. Seit

der Eröffnung im Jahr 2014 hat sich „Unverpackt“

in Kiel etabliert. Wie kamst du

zu dieser Geschäftsidee und mit welchen

Produkten hast du angefangen?

Die Idee entstand Ende 2012, nachdem ich

einen Bericht über eine Familie gelesen

hatte, die vier Jahre lang Müll vermeiden

wollte und daran gescheitert war. In einem

Selbstversuch stellte ich anschließend fest:

In Deutschland ist es nahezu unmöglich, Lebensmittel

unverpackt einzukaufen! Damit

wollte ich mich nicht abfinden, entwickelte

einen Businessplan für den Verkauf unverpackter

Waren, erhielt Unterstützung von

der Industrie- und Handelskammer Kiel und

gründete das erste Geschäft in der Waitz-

straße. Getreide, Müsli, Trockenfrüchte, Tee,

Gewürze und Süßigkeiten … mit 250 Produkten

und wenigen Lieferanten sind wir

gestartet. Heute umfasst unser Sortiment

über 800 Artikel!

Erläutere uns bitte kurz das „Unverpackt“-Konzept.

Wie kauft man bei dir ein?

Bei uns gibt es unverpackte Lebensmittel,

Kosmetika, Reinigungsmittel und Zubehörwaren

in loser Form. Um sie transportieren

zu können, bringen Kunden entweder ihre

Dosen, Schachteln und Gläser mit oder können

umweltgerechte Behälter bei uns erwerben.

Wir wiegen deren Leergewicht, sodass

am Ende nur die Netto-Ware berechnet wird.

Vorher sollte man sich überlegen, welche

Produkte man benötigt und in welchen Mengen.

Möchte ich beispielsweise einen Kuchen

backe, dann überlege ich mir, wie viel Mehl,

Eier und Nüsse ich brauche. Dies führt dazu,

dass weder Verpackungsmüll anfällt noch

Lebensmittel verschwendet werden. Und da

wir gleichzeitig großen Wert auf regionale

Lieferanten legen, bieten unsere Produkte

eine hohe Qualität.

Was sind die Bestseller in deinem Sortiment?

Das ist schwer zu sagen, denn alle Produkte

finden ihre Abnehmer. Feine Haferflocken

füllen wir ständig nach, Nüsse sind besonders

bei vegan lebenden Kunden beliebt,

im Trend liegen außerdem Zutaten für

Do-it-yourself-Rezepte, wie beispielsweise

Natron für Kosmetik und unsere Shampoo-

Blöcke.

Wie würdest du deine Kunden beschreiben?

Studierende? Doppelverdiener?

Öko-Freaks?

Es kommen etwas mehr Frauen als Männer,

aber vom Anzugträger bis zur barfüßigen

Studentin ist alles vertreten. Ich finde das

super! Manchmal fühle ich mich an die Gäste

in süddeutschen Biergärten erinnert. Dort

treffen sich auch Menschen aus allen Bevölkerungsschichten.

Du bist gebürtige Französin, lebst und arbeitest

aber schon lange in Deutschland.

Wie bist du nach Kiel gekommen?

Auf einem langen Marsch von Süden nach

Norden! Geboren und aufgewachsen bin ich

als Landkind, umgeben von Natur, in einem

kleinen Dorf in den französischen Pyrenäen.

Ursprünglich wollte ich nach der Schule

Dolmetscherin und Übersetzerin werden.

Tatsächlich habe ich aber Wirtschaft und

Projektmanagement in Paris studiert. Im

Anschluss arbeitete ich für ein medizintechnisches

Unternehmen in Süddeutschland.

Wir danken dir sehr für deine sinnvolle

Idee! Irgendwie müssen wir den Verpackungsirrsinn

stoppen: Mit fast 12 Millionen

Tonnen verbraucht Deutschland mehr

Plastik als jedes andere Land Europas!

35 Prozent sind allein auf Verpackungen

zurückzuführen. Wie gut gelingt es dir,

selbst auf Verpackungen zu verzichten?

Das gelingt mir sehr gut. Natürlich bin ich

auch Kundin im eigenen Geschäft und kaufe

die meisten Lebensmittel in loser Form.

Mein Mann und ich sowie unsere drei Kinder

achten auf Nachhaltigkeit und versuchen,

sinnvoll zu konsumieren. Bevor wir

etwas kaufen, fragen wir uns grundsätzlich:

Brauchen wir das wirklich? Wenn ja,

brauchen wir das als Neuware oder reicht

vielleicht ein Gebrauchtartikel? Wo und wie

ist das Produkt hergestellt? Welche Konsequenzen

hat der Erwerb dieses Produkts?

Auf diese Weise reduzieren wir ständig unseren

Müll. Früher haben wir zwei gelbe

Säcke pro Woche abgegeben, heute ist es

nur noch ein 10 Liter Sack alle vier bis fünf

Wochen. Wir betrachten Natur und Umwelt

ganzheitlich. Auf ein eigenes Auto verzichten

wir zum Beispiel schon seit Jahren und

nutzen stattdessen ein Car-Sharing-Modell.

Was denken deine Kinder? Sind sie von

„Unverpackt“ genervt? Immerhin sind

viele Süßigkeiten attraktiv verpackt und

durch Zusatzstoffe gesüßt.

Nein, sie verstehen das. Wir verbieten unseren

Kindern nichts. Sie sollen lernen, nachhaltige

Konsumentscheidungen zu treffen. Wenn sie

etwas kaufen, was weniger umweltgerecht ist,

erklären wir ihnen, welche Alternativen es

gibt. Mittlerweile merken sie schnell, ob sie

eine tiefgekühlte Fertigpizza oder eine selbstgemachte

Pizza essen und loben uns dafür,

dass unser Essen viel besser schmeckt!

Von deinen Kunden und den Medien erhältst

du viel Lob und Zuspruch. Ein Kritikpunkt

ist, dass die Produkte etwas teurer als im

Supermarkt sind. Was sagst du dazu?

Ich finde es schade, dass wir uns über Preise

von Lebensmitteln beschweren, die eine

hohe Qualität haben. Für einen Liter Motoröl

blättern wir 15 Euro hin. Da kaufen wir das

Teuerste, damit der Motor lange lebt! Bei

Olivenöl kann es hingegen ruhig das Billigste

sein. Wir müssen verstehen, dass es bei

Lebensmitteln um unsere eigene Gesundheit

geht! Außerdem sollten Preise vergleichbar

sein. Unsere Produkte sind überwiegend regional

und entsprechen einer Bio-Qualität.

Und auch die Psychologie spielt eine Rolle.

Warum empfinden wir eine 100-Gramm-

Packung Nüsse für 5 Euro als teuer, wenn

der Kilopreis bei 50 Euro liegt?

Zum Schluss noch ein paar persönliche

Fragen: Was ist dein Lieblingsgericht?

Ach, wie gemein! Ich mag so viel. Mein Lieblingsdessert

ist ‚Tarte au citron meringuée.’

Ansonsten liebe ich alle Formen von frischen

Salaten mit einer schönen Vinaigrette, aber

auch Topfgerichte, etwa Chili con Carne. Nur

in der deutschen Küche kenne ich mich leider

nicht so gut aus!

Was fehlt dir an Frankreich? Was schätzt

du an Kiel?

Was mir fehlt, sind die französische Patisserie

und die Käseläden. In Frankreich sind

auch die Märkte bunter, lebendiger und bieten

mehr Auswahl. An Kiel schätze ich die

Nähe zum Wasser und die freundliche Gelassenheit

der Menschen.

Marie, vielen Dank für das Gespräch und

weiterhin viel Erfolg für „Unverpackt“!

Text Christian Dorbandt

Fotos Jan-Michael Böckmann


Rubrik

106 THE NØRD TIMES

THE NØRD TIMES

107

Rubrik

als

Meer

Interview mit Till Dietsche, Leiter des

Internationalen Meeresfilmfestivals

CINEMARE Kiel.

Vom 24. Bis 28. Oktober 2018 fand

in der Landeshauptstadt zum dritten

Mal das Kieler Meeresfilmfestival

statt. Ergebnis: Mehr Filme, mehr Spielstätten,

mehr Preise, mehr Publikum und … viel

Meer! Im Gespräch mit Redakteur Chris von

NORDTIMES verrät Mitbegründer und Festivalleiter

Till Dietsche, wie das CINEMARE entstanden

ist, welches Ziel es verfolgt und was

Taiwanesen mit Norddeutschland verbinden.

Schülerinnen und Schüler das Tauchboot

‚Jago‘ vor Ort bewundern und Fragen an die

Tauchbootführer und die Expeditionsleiterin

stellen. Zweitens, stellvertretend für viele

nationale und internationale Gäste, der

Besuch des Delfinschutz-Aktivisten Richard

O’Barry, der uns nach dem japanischen Film

„A whale of a tale“ auf den neuesten Stand

der japanischen Delfin-Exportindustrie

brachte. Und drittens waren wir natürlich

unglaublich stolz, dass NDR und ARTE für

die Weltpremiere ihrer aufwendigen Produktion

„1918. Aufstand der Matrosen“ das CI-

NEMARE Meeresfilmfestival gewählt haben.

Als ‚Kieler Jung’ hast du dein Abitur an

der Humboldt-Schule absolviert und an

der Christian-Albrechts-Universität Sinologie

und Medienwissenschaften studiert.

Wie bist du zum Film gekommen, und wie

ist das CINEMARE entstanden?

Das Kino war für mich schon früh ein magischer

Ort, der mich an viele Orte entführt

hat. Auch Filmfestivals haben mich inspiriert.

Ich erinnere mich an unzählige Besuche

auf der Berlinale. Zum Filmschaffenden

bin ich in Südostasien geworden. Im Rahmen

meines Sinologie-Studiums absolvierte

ich in den 90er Jahren ein dreimonatiges

Praktikum in Taiwan. Aus drei Monaten wurden

schließlich drei Jahre, ehe ich in Kiel

mein Studium mit der Promotion abschloss.

Seitdem ist Taiwan zu meiner zweiten Heimat

geworden. Ich verbringe dort jedes Jahr

mehrere Monate und habe dort auch nebenbei

„Film“ studiert. Die Idee zu einem

Filmfestival entstand in Kiel, nachdem mein

erster eigener Film bei einem norddeutschen

Filmfestival abgelehnt wurde. Zusammen mit

meinem Schulfreund Jan Sellmer, dem heutigen

Geschäftsführer des „Cinemaxx Kiel“,

beschloss ich daraufhin, ein eigenes Film-

festival zu gründen. Mit dem „Kieler Kneipenkurzfilmfestival“

im „Hanging Gardens“

setzten wir 2004 ein erstes Ausrufezeichen.

Mitte der 2000er Jahre entstand die Idee,

ein thematisches Filmfestival zu gründen,

das zu der Stadt Kiel passt. Gemeinsam mit

dem Meeresfilmer Daniel Opitz und der Ocean

Mind Foundation war uns schnell klar, dass es

nur das Thema „Meer“ sein konnte. Das Meer

verbindet alle Kielerinnen und Kieler!

Die Themen Klimawandel, Überfischung

und Meeresverschmutzung sind brandaktuell.

Warum beschäftigt sich das CINEMA-

RE nicht ausschließlich mit wissenschaftlich

ausgerichteten Filmen?

Weil das Meer mehr als nur ein Thema verlangt.

Das Meer ist ein kultureller Lebensraum,

durch den sich unterschiedliche

Kulturen definieren. Gleichzeitig ist es ein

Sehnsuchtsort, ein Verkehrsweg, ein Nahrungsraum

und ein Ort, an dem wir Sport

treiben. Das CINEMARE möchte Menschen

zusammenbringen, die aus unterschiedlichen

Perspektiven auf das Meer blicken. Je

dringlicher die Problematik der Meeresverschmutzung

wird, desto wichtiger die Erkenntnis,

dass nur wir alle gemeinsam die

Probleme lösen können.

Vielen Dank Till, und weiterhin toi, toi, toi

für das CINEMARE Kiel.

Text Christian Dorbandt

Fotos Sebastian Weimar,

„Wonders of the sea“, Conquistador Entertainment

Moin, Till. Vor wenigen Wochen fand das

3. Internationale Meeresfilmfestival CINE-

MARE Kiel statt. Salopp gefragt: Wie ist

es gelaufen?

Moin, Chris. Das CINEMARE ist großartig verlaufen!

Noch sind wir dabei, alle Zahlen und

Rückmeldungen auszuwerten, aber es lässt

sich jetzt schon sagen, dass wir die Besucherzahlen

des Vorjahres steigern, Spielstätten

dazugewinnen und eine wachsende

Beachtung in den Medien verzeichnen konnten.

Auch die Unterstützung von Sponsoren

sowie der Stadt Kiel war und ist ein großer

Rückhalt. Kiel Sailing City hat uns hervor-

ragend unterstützt und zieht mit uns an

einem Strang, ebenso die Bingo Umweltlotterie,

die Lighthouse Foundation, und durch

die Mitwirkung von Sky Ocean Rescue konnten

wir den Meeresschutzfilmpreis erstmalig

mit 1.000 Euro dotieren.

Für alle, die das CINEMARE 2018 verpasst

haben … was waren die Highlights?

Mit der Eröffnungsfeier fing es an. Zum

ersten Mal wurde das CINEMARE im Kieler

Rathaus mit einem Festakt eröffnet – mit

wehenden CINEMARE-Flaggen auf dem Rathausplatz!

Gleichzeitig fand die Unterzeichnung

eines Partnerschaftsabkommens

mit dem Ocean Film Festival San Francisco

statt, auf das wir besonders stolz sind! Höhepunkte

eines Filmfestivals aufzuzählen,

ist schwierig. Für uns ist jeder Film ein

Highlight. Unser Programm bot 2018 rund

60 Filme: Dokumentationen und Langfilme,

Videokunst sowie eine Kurzfilmnacht. Drei

herausragende Festivalmomente möchte ich

dennoch hervorheben: Erstens, die Schulvorstellung

„Untergetaucht“. Das Forschungstauchboot

„Jago“ im Helmholtz-Zentrum

für Ozeanforschung GEOMAR. Neben dem

beeindruckenden Dokumentarfilm konnten

© „Wonders of the sea“, Conquistador Entertainment

© „Wonders of the sea“, Conquistador Entertainment


Rubrik

108 THE NØRD TIMES

THE NØRD TIMES

109

Wo

&

Rubrik

sind

Vom Hobby zum Beruf – Interview mit

dem Kieler Windsurfer Leon Jamaer

der ersten Erfolge erhielt ich Sponsorenverträge,

so dass ich das Windsurfen professionell

betreiben konnte.

Windsurfen – eine Trendsportart,

die vor 50 Jahren ihren Ursprung

in den Vereinigten Staaten von

Amerika hatte und inzwischen weltweit etabliert

ist. Die Mischung aus Wellenreiten und

Segeln begeisterte Mitte der achtziger Jahre

knapp 3 Millionen Surfer – und es werden

immer mehr. Wer selbst in der Szene der

Windsurfer unterwegs ist, kennt Leon Jamaer

bereits aus Social-Media-Kanälen oder

Magazinen. Der gebürtige Kieler ist Deutschlands

Windsurf-Ass in der Disziplin Wellenreiten

und konkurriert mit den besten Surfern

der ganzen Welt. Es gibt kaum Orte, wo der

28-Jährige noch nicht auf dem Brett stand,

doch eines ist sicher: Die Reise nach ganz

oben geht weiter.

Was hat dich dazu inspiriert, mit dem

Windsurfen anzufangen?

Mein ältester Bruder nahm mich mit nach

Laboe und zeigte mir die ersten Schritte des

Windsurfens, als ich zehn Jahre alt war. Ich

war so von der Sportart begeistert, dass ich

als Jugendlicher so oft wie möglich an den

Strand ging, um Wellen zu reiten.

Für deinen Bruder blieb es ein Hobby,

doch bei dir ging es dann schnell in Richtung

Profikarriere?

Wir haben uns gegenseitig gepusht und später

gemeinsam an kleineren Wettkämpfen

teilgenommen. Beide hatten wir unseren Fokus

auf den Sport gelegt; doch während des

Studiums hat sich mein Bruder mehr auf das

Studium konzentriert, und ich erzielte bessere

Wettkampfergebnisse. Ich war jünger

und hatte mehr Zeit zu trainieren. Aufgrund

Warum hast du Englisch und Sport auf

Lehramt studiert, wenn dir eine aussichtsreiche

Karriere als Windsurfer bevorstand?

Anderen etwas beizubringen, ist ein Job, der

mir Spaß macht. Er ist abwechslungsreich,

anspruchsvoll, herausfordernd und gibt mir

die Möglichkeit, in meiner Heimat zu bleiben.

Spaß am Sport hatte ich sowieso, und

durch das viele Reisen haben sich meine

Englischkenntnisse wesentlich verbessert.

Deshalb entschied ich mich für diese Kombination

des Lehramtsstudiums.

Wie hast du Studium und Windsurfen unter

einen Hut bekommen?

„Aktiv sein“ – lautet die Zauberformel.

Wichtig war, dass ich das Studium nicht aus

den Augen verliere. Parallel dazu musste ich

die Freiheiten nutzen, um aufs Wasser zu

kommen und zu üben – es ist nicht immer

einfach, aber große Probleme hatte ich bisher

nie. Meinen Bachelor habe ich nun in der

Tasche und strebe nun den Masterabschluss

in Sport und Englisch an.

Wo siehst du dich im Jahr 2030?

Es kann sein, dass ich noch als Profisportler

on Tour bin oder bereits als Lehrer arbeite;

noch gibt es keinen konkreten Plan und den

möchte ich jetzt auch noch nicht schmieden,

doch es könnte sein, dass es eine Kombination

aus Windsurfen und Lehrer sein wird.

Wie finanzierst du deinen Lebensunterhalt

und sämtliche Materialien?

Wenn man gute Ergebnisse erzielt, werden

Sponsoren aufmerksam und bieten eine Zusammenarbeit

an. So war es bei mir. Später

erhielt ich zusätzlich ein Reisebudget von

meinen Sponsoren, sodass ich an vielen

Wettkämpfen teilnehmen konnte. Dazu zählen

Neilpryde, JP Australia, GP Joule, K4 Fins

und Mercedes-Benz. Das Verhältnis zu den

Sponsoren ist ein wechselseitiges Geben und

Nehmen: Man selbst sorgt für das Marketing

und bekommt als Gegenleistung eine finanzielle

Unterstützung oder Materialien.

Gibt es Nachteile als Profi-Sportler?

Wind und Wetter lassen sich schwer planen,

so wie die Reisen zu den jeweiligen Wettkämpfen.

Ein Nachteil ist also, dass ich keinen

geregelten Alltag habe, was manchmal

stressig sein kann. Ein weiterer Nachteil sind

wichtige Termine, zum Beispiel Geburtstage,

die ich aufgrund einer Reise dann leider absagen

muss. Von Freunden und der Familie

bin ich oft getrennt, doch umso mehr freue

ich mich auf das Wiedersehen.

Was begeistert dich am meisten am Windsurfen?

Dieses Gefühl auf der Welle ist einfach unbeschreiblich,

wie sie einen mitreißt und man

über das Wasser gleitet. Bei dieser Sportart

darf ich Entscheidungen treffen, und niemand

sagt mir, wie bestimmte Tricks zu machen

sind. Außerdem bin ich viel unterwegs und

komme manchmal an Orte, die keine typischen

Reiseziele sind. Dafür bin ich sehr dankbar.

Du nimmst am „Red Bull Storm-Chase“

teil. Die zehn besten Windsurfer werden

erst dann aufs Wasser geschickt, wenn ein

Orkan-Sturm mit 100 km/h Wind auf eine

Küste der Nordhalbkugel trifft. Wie bist

du dazu gekommen?

Ich bin früher schon einige Male mit meinen

Brüdern in Irland während eines Sturms

gesurft. Bei solchen Bedingungen fühlte ich

mich von Anfang an wohl. Ich hatte einige

Bilder und kurze Videoaufnahmen, mit

denen ich mich für das „Storm Chase“ beworben

habe. Am Ende wurde ich auf Platz

13 gevotet, doch nur die besten zehn Windsurfer

gingen an den Start. Ich hatte großes

Glück, dass drei Leute nicht teilnehmen

konnten, weshalb ich die Zusage für das

Event bekam.


Rubrik

110

THE NØRD TIMES

# berufsorientierung

ME2BE.DE

Wie gefährlich ist das „Storm Chase“?

Zum Windsurf-Wettbewerb „Storm Chase“

gehören unter anderem zehn Meter hohe

Wellen, und das ist schon eine andere Hausnummer.

Gefährlich ist es in der Regel nicht,

es ist auch noch nie irgendwas Schlimmes

passiert; aber jeder muss sich im Klaren sein,

auf welches Risiko er sich einlässt. Im Allgemeinen

ist Windsurfen aber ein sicherer

Sport, auch bei extremen Wetterbedingungen.

Manchmal kann man das Segel nicht

mehr halten, aber dann taucht man ins Wasser

und versucht es erneut.

ten. Wichtig ist auch, dass man ein Gefühl

für Wind und dem Segel entwickelt. Im Großen

und Ganzen sollte man immer auf sein

Bauchgefühl hören.

Text Laura Hasl

Fotos Thomas Burplies, John Carter,

Red Bull Media House, Jerome Houyvet

„WENN ICH

NICHT WEITER

WEISS...

Nico Jäschen, 17 J.,

Schüler

ZEIG DIR, WAS IN DIR STECKT.

MIT EINEM DUALEN STUDIUM:

• Betriebswirtschaftslehre

(Bachelor of Arts)

• Wirtschaftsinformatik

(Bachelor of Science)

Hast du ein Ritual bevor ein Wettkampf

startet?

Ich surfe weit raus und tauche ins Meer ein,

so kann ich abschalten und die Ruhe vorm

Sturm genießen.

Welchen Tipp würdest du Windsurf-Anfängern

mit auf den Weg geben?

Niemals aufgeben! Windsurfen ist nicht einfach

zu erlernen, und da gilt es durchzuhal-

...LASSE ICH

DIE EXPERTEN IN

MEINEM TEAM RAN.“

Nico Jäschen, 29 J.,

Digital Director, Edding Vertrieb GmbH

www.dhsh.de

KIEL • LÜBECK • FLENSBURG


Nach dem Abitur die Welt retten? Die Energiewende mitgestalten?

Ein Unternehmen lenken oder das Gesundheitswesen voranbringen?

Bereit für die Zukunft? Ganz nah und weit voraus mit der

Hochschule Flensburg.

Informiere dich jetzt zu den vielfältigen Möglichkeiten:

www.hs-flensburg.de

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine