SeeMagazin 2019

storyboard.de

„Perspektivenwechsel” ist das Motto des SeeMagazins 2019. Dafür erkunden wir die Seen aus einem anderen Blickwinkel: Ob aus der Luft, auf dem Board oder an Land – mit unseren Bildstrecken, Geschichten, Ideen und Tipps möchten wir die Leser einladen, die Region neu zu entdecken.

Jahresausgabe 2019 | №15

15

€ 7,50

4 197540 507505

Lieblingsplätze

Insider verraten ihre besten Tipps.

Plus: SUP-Touren für Entdecker

für

Einheimische

& Gäste

Tierisch gute

Freunde

Warum uns Alpakas begeistern

Schöne Aussichten & Inspiration

– ein Heft voller Perspektivenwechsel


KRAMERFEICHT, BERG


Editorial

Seervus,

liebe Leserinnen

und Leser!

Einer meiner Lieblingsplätze am Starnberger See ist

der Schlosspark Berg mit seiner Votivkapelle. Jedes

Mal, wenn ich dort spazieren gehe, berührt mich die

Schönheit dieses Orts: die mächtigen Bäume, der fantastische

Blick auf den See, die geradezu mystische

Stimmung, vor allem früh am Morgen. Eigentlich

dachte ich, diese Stelle gut zu kennen. Aber als ich die

Luftaufnahmen von Fotograf Peter von Felbert sah, war

ich verblüfft, wie spektakulär anders die Dinge und

Landschaften von oben betrachtet wirken. Seine Fotoserie

(Seite 6) bildet nicht nur den Auftakt dieses See-

Magazins, der Perspektivenwechsel wurde auch zum

Leitmotiv der Ausgabe. Dazu anregen, die Dinge aus

einem neuen Blickwinkel zu betrachten – genau das

möchten wir mit den Geschichten, für die wir wieder

viele interessante und kreative Persönlichkeiten rund

um die Seen getroffen haben.

Einen Blick hinter Klostermauern hat etwa unsere

Autorin Karin Lochner geworfen und dabei eine

Unternehmerin getroffen, die Tradition und Moderne

so beherzt wie erfolgreich verbindet (Seite 76). Und

wie ist es, in seiner eigenen Skulptur zu wohnen? Das

zeigt ein Besuch im neuen, ungewöhnlichen Haus des

Künstlers Hans Panschar (Seite 104).

Es wird immer dringender, unser Leben nachhaltig

zu gestalten, und einige Menschen aus der Region

tun dies mit vorbildlichem Engagement

und Ideenreichtum. Ihre

Porträts finden Sie ab Seite 56.

Fünfseenland neu entdecken,

wenn man hier lebt? Das

klappt zum Beispiel beim Winterschwimmen

– man spürt den See

mit allen Sinnen. Zugegeben: Das

weiß ich nicht aus eigener Erfahrung,

aber uns wurde so davon vorgeschwärmt,

dass ich es vielleicht

einmal versuche (Seite 122).

Was ich auf jeden Fall ausprobiere, sind alle

25 Tipps, die uns Insider für einen perfekten Samstag

verraten haben (Seite 92). Und natürlich die sechs

Stand-Up-Paddling-Touren ab Seite 18. Auf dem

Board nimmt man den See, die Natur und ihre Geräusche

viel intensiver wahr als an Land, ich liebe es!

Lassen Sie sich von unseren Geschichten inspirieren.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen

und Genießen!

Liebe Grüße vom See

Cover: Peter von Felbert / Fotos: Elina Gathof (1); privat

Kuchenschlacht: Die Rahmenbedingungen für das Interview mit Bestsellerautorin Hanni Münzer waren denkbar gut (S. 98).

Konferenzrunde: Die SeeMagazin-Redaktion diskutiert, welche Geschichte wo ihren Platz findet. Knutschkugel: Fotografin Elina Gathof

war hingerissen von den Alpakas – und umgekehrt (S.32). Übrigens: Wir freuen uns über Ihre Meinung zum Heft. Klicken Sie auf

www.seemagazin.de. Dort finden Sie den direkten Kontakt zur Redaktion und ständig neue Tipps rund um die Seen.

3


Inhalt

32

So friedfertig wie

entspannend:

Die Ausgeglichenheit

von Alpakas

ist ansteckend

18

Lust, den See neu zu entdecken? Auf dem

SUP-Board klappt das einfach wunderbar

SeeLeben

SeeMensch SeeHaus SeeKultur

6

Himmlisch schön

Ganz neue Perspektiven:

die Seen von oben

18

Stop and flow

Stand Up Paddling ist im Trend.

Wir zeigen die schönsten

Touren im Fünfseenland

32

Tierisch gut drauf

Sechs Anworten auf die Frage,

was Alpakas so besonders macht

38

Hallo Sterne, wie

schön, euch zu sehen!

Warum wir unseren Blick öfter

mal nach oben richten sollten

42

SeeTipps:

Aktiv sein

. . . und Neues ausprobieren, zum

Beispiel in der Kräuterküche

oder Schmiedewerkstatt

46

„Wir fühlen uns

hier grandios wohl“

Schauspieler Adnan Maral und

seine Frau Franziska erzählen,

warum es sie ins ländliche

Oberbayern verschlug

56

Vordenker in Sachen

Nachhaltigkeit

Drei Jungunternehmer, die

mit ihren Ideen die Welt ein

Stück besser machen wollen

62

Seefrauengarn

Nüchtern betrachtet, ist das

Fünfseenland viel zu schön,

um wahr zu sein. Findet der

Norddeutsche. Hat der

eine Ahnung!

64

SeeTipps:

Schmucke Stücke

Besondere Sachen und

Accessoires zum Verschenken

– oder zum Selbstbehalten

68

Einfach

konsequent

Ein architektonisches Juwel in

Herrsching zeigt, mit wie viel

Respekt moderne Baukunst

der Seen-Natur begegnet

76

Heilige Hallen in

heutigen Zeiten

Ruhende Pole im Wandel der

Zeit: Auch Klöster müssen sich

neu orientieren

88

Auf dem Boden

geblieben

Eine gute Idee: Luis Weber

aus Utting vermietet Gondeln

im Retro-Look

90

SeeTipps:

Mit Mehrwert

Teilen, wiederverwenden,

Freude bereiten: So bringen

wir mehr Nachhaltigkeit

ins Leben

92

25 Ideen für

einen perfekten

Samstag-Moment

Wir haben Insider nach

ihren besten Tipps fürs

Fünfseenland gefragt

98

„Kein Mensch

schreibt ein Buch, wie

ich ein Buch schreibe“

Eine köstliche Begegnung

mit Bestsellerautorin

Hanni Münzer

102

SeeTipps: Bücher

Lektüre für den Badekorb

104

Hans Panschar: In

der Kunst zu Hause

Der Künstler hat sich auf

das Abenteuer „Einfaches

Bauen“ eingelassen –

ein Hausbesuch

110

SeeTipps:

Kulturgut

Musik, Kunst und Kultur

im Fünfseenland

Fotos: Elina Gathof; Jan Greune; Peter von Felbert; Conny Mirbach / Illustrationen: Lia-Charleen Royla

4


76

Martina Gebhardt

öffnet die Türen zu

ihrem Firmensitz: dem

Kloster Wessobrunn

SeeGenuss

112

Kennen Sie

diesen Vogel?

Ein Gespräch über unser

allgemeines, mitunter (leider)

fehlendes Naturwissen

116

Erfrischung für

die Seele

Kioskbesitzer berichten über

ihr kleines Glück am See

46

Das Schauspieler-Paar

Franziska und Adnan Maral

lebt seit elf Jahren in der

Nähe des Ammersees

120

SeeTipps:

Für Leib und Seele

Lauter Empfehlungen,

die Genuss pur bedeuten

122

Wen lockt der See

bei fünf Grad?

Über die Faszination

des Winterschwimmens

126

Große kleine Welt

Ganz weit weg und doch

so nah

134

Zum guten Schluss

132

Impressum


Nichts geht über das Gefühl von Weite, wenn man

den Blick über den Starnberger See schweifen

lässt und – an der Roseninsel vorbei – die Berge

erblickt, die sich langsam aus dem Dunst schälen.

Man empfindet Ruhe, Erhabenheit, vielleicht sogar

ein bisschen Ehrfurcht – denn ja: Die Natur hat es

wirklich gut gemeint mit diesem Fleckchen Erde.


SeeLeben

Himmlisch

schön!

Aus der Vogelperspektive sieht man das Fünfseenland nicht oft.

Wir finden: Es versetzt augenblicklich in Hochstimmung

FOTOS

PETER VON FELBERT

7


SeeLeben

Von oben betrachtet, folgt das Treiben auf

dem See einer ganz eigenen, reizvollen

Choreografie. Und das Wasser? Schillert

in allen nur erdenklichen Grün- und

Blaunuancen. Es werden in Zukunft wohl

immer mehr Elektroboote auftauchen,

man braucht für sie weder eine Zulassung

noch einen Führerschein. Allerdings:

Die Zahl der Liegeplätze ist begrenzt!

8


SeeLeben

Was für ein Blick! Die Abendsonne taucht

den Starnberger See und den Bismarckturm

in Assenhausen in ein goldenes Licht. Dass

das 30 Meter hohe Denkmal mit dem bronzenen

Reichsadler hier steht, ist kein Zufall:

Zur Bauzeit des Turms, der 1899 fertiggestellt

wurde, konnte man von der Rottmannshöhe

aus ringsum über das Voralpenland schauen.

Auch wenn heute Bäume die Fernsicht

versperren: Es bleibt magisch.

10


SeeLeben

Ein Sonnentag auf dem Steg (auch auf dem

Cover): das Knarzen der Holzplanken, das

sanfte Plätschern der Wellen gegen die Pfosten,

das strahlende Türkis des Sees – es fühlt sich fast

wie Urlaub an. Sein karibisch-klares Wasser hat

der Wörthsee übrigens unterirdischen Quellen

zu verdanken, die ihn zu einem der saubersten

Badeseen Bayerns machen.

13


SeeLeben

Wenn die Abenddämmerung sich

über die Seen legt, kehrt selbst in den

geschäftigen Sommermonaten Ruhe

ein: der perfekte Zeitpunkt, um sich

im Boot Richtung Sonnenuntergang

treiben zu lassen – und dem Alltag

gedanklich davonzusegeln.

14


Zum Abschluss:ein

geradezu mystischer Ort

SeeLeben

An der wohl berühmtesten Stelle im Starnberger

See steht ein Kreuz im seichten Wasser, das an

den Tod Ludwigs II. 1886 erinnert. Um seiner zu

gedenken, weihte man darüber hinaus im Jahr

1900 die im byzantinisch- neoromanischen Stil

gebaute Votivkapelle ein. Auch von oben beeindruckt

der achteckige, 32 Meter hohe Kuppelbau,

der von mächtigen Bäumen eingerahmt wird.

16


Advertorial

SCHLOSSGUT OBERAMBACH

Von Gemüsegärten,

grünen Meetings und

exklusiven Hochzeiten

Es tut sich was im Schlossgut Oberambach: Neben

einem neuen Food-Konzept konzentriert man sich in

dem Biohotel oberhalb des Starnberger Sees verstärkt auf

Tagungen, Green Meetings, (Firmen-)Feiern und exklusive

Hochzeiten. Natürlich sind auch Urlaubs- und Gourmetgäste

weiterhin herzlich willkommen. Der Philosophie, achtsam

und wertschätzend der Umwelt gegenüber zu handeln, bleibt

man dabei treu.

„Bio“ ist in dem herrschaftlichen Landsitz nämlich seit

mehr als 20 Jahren selbstverständlich. Ab sofort geht man

noch einen Schritt weiter. „Farm to Table“ heißt das neue

Motto, das neben Saisonalität und absoluter Frische auch

den örtlichen Bauern, Metzgern und Fischern Respekt zollt.

So kooperiert der Küchenchef künftig noch enger mit den

örtlichen Erzeugern und scheut sich nicht davor, direkt bei

ihnen Rat zu suchen: „Der Berufsangler weiß einfach, wann

die Renke aus dem Starnberger See am besten schmeckt.“

Im Schlossgut Oberambach erfährt der Gast, woher die

Zutaten kommen, die später auf dem Teller landen.

Dabei soll er stets positiv überrascht werden – sei es

beim Hof-BBQ, beim Salatteller mit Antipasti vom Feld

oder einem raffiniert verarbeiteten Fisch aus dem oberbayerischen

Fünf-Seen-Land.

Auch beim Konferenzangebot steht ein nachhaltiges

Konzept im Vordergrund. „Green“ sind die Meetings sogar

im doppelten Sinne: Bei schönem Wetter können Incentives

auch im weitläufigen Anwesen abgehalten werden.

Gruppenübungen unter freiem Himmel wie Waldbaden,

Stand-up-Paddeln oder eine Kräuterwanderung sowie ge -

sunde Biokost in den Pausen runden die Green Meetings ab.

Auch für Ja-Sager erfüllen die Mitarbeiter des Schlossguts

Oberambach fast jeden Hochzeitswunsch: Sei es

Ballon-, Schiff- oder Kutschfahrt. Nach einer freien

Trauung im Schlossgarten des Biohotels folgt ein Dinner im

Bankettsaal oder auf der großen Terrasse mit regionalen

und saisonalen Gerichten. Anschließend wird im romantischen

Schlossgarten mit Blick auf den Starnberger See

oder im ehemaligen Herrenhaus gefeiert.

Ab 2020 steht der Hochzeitsgesellschaft das gesamte

Anwesen ausschließlich exklusiv zur Verfügung.

Schlossgut Oberambach

Oberambach 1, 82541 Münsing

Tel. 08177 93 23

info@schlossgut.de

www.schlossgut.de


SeeLeben

STOP AND FLOW

Stand Up Paddling bietet mehr als nur Bewegung: Auf dem Board wird das

Gemüt gelassen und die Natur deutlich intensiver wahrgenommen als an Land.

Noch nie probiert? Dann aber los! Hier sind sechs Expeditionen ins Seereich

TEXT

FOTOS

THOMAS PFANNKUCH

JAN GREUNE

18


Frühmorgens oder am

späten Nachmittag hat man

den See fast für sich allein

– was für ein Erlebnis!


Ganzkörpertraining, Entschleunigung,

Erlebnis – Stand Up Paddling ist alles in

einem. Mehr noch: Jeder kann es ausprobieren, un abhängig

von Alter und Fitnessgrad. Die Grundtechnik zum Paddeln

ist schnell erlernt. Einsteigerkurse oder kurze Einweisungen

bieten die zahlreichen SUP-Stationen an den Seen. Nicht nur

Anfänger sollten sich die Zeit unbedingt nehmen, um sich

sowohl über die Vorfahrts- als auch über die Naturschutzregelungen

zu informieren. Thomas Pfannkuch ist SUP-

Trainer beim SUP Club Starnberger See und bloggt als

SUPmatrose über das Stehpaddeln (www.supmatrose.de).

Für das SeeMagazin hat er die schönsten Stand-Up-Paddling-

Touren im Fünfseenland zusammengefasst. Bevor es losgeht:

Prüfen Sie die Windvorhersage! Passt die Windrichtung

zur geplanten SUP-Tour? Wenn ja, auf die Bretter,

fertig, los. Es gibt viel zu entdecken!

Illustration: Lia-Charleen Royla


SeeLeben

Unfassbar, wie viele Farben der

frühe Abend haben kann – selbst

Romantik-Verweigerer bekommen

hier weiche Knie

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SeeLeben

BIERGARTEN

WÜRM

Fluss-Idyll mit Alpenblick

STRANDBAD

SEESTUB’N

Tourlänge:

8 Kilometer (hin und zurück)

Gut zu wissen:

Die Befahrung der Würm vom Starnberger See

(Rambeck-Werft) bis Leutstetten ist vom 1. März

bis 30. Juni aufgrund der Brutzeit nicht erlaubt.

Übrigens: Tragen Sie wegen Mücken und Bremsen

sicherheitshalber Insektenschutz auf, bevor

Sie lospaddeln.

Die Würm ist auf dem Abschnitt zwischen Starnberg und

Leutstetten ein wahres Paddler-Idyll. Mal abgesehen von der

traumhaften Landschaft (zwischendurch fühlt man sich wie

in der Wildnis): Die Fließgeschwindigkeit ist gering, und es

gibt keine gefährlichen Stellen, sodass auch SUP-Anfänger

hier Spaß haben. Mit einem eigenen Board empfiehlt sich

der Start der Tour in Leutstetten. Der Einstieg befindet sich

direkt neben der Brücke der Staatsstraße. Da es nur wenige

Parkmöglichkeiten gibt, sollte man früh dort sein. Es geht

auf dem schmalen Fluss zunächst kurz durch ein Waldgebiet.

Nach dem ersten kleinen See verändert sich die Landschaft

hin zu einem ausgedehnten Schilf- und Torfgebiet.

Bei kaum merklicher Gegenströmung wird weiter stromaufwärts

gepaddelt. Dabei werden der Goldsee und der Truhensee

durchquert (die Bezeichnung „See“ ist etwas größenwahnsinnig).

Nach rund drei Kilometern tauchen rechter

Hand die ersten Häuser auf. Dort gibt es einen gut 100 Meter

langen Bereich mit mehr Strömung. Wer gegen die Strömung

nicht anpaddeln kann, steigt einfach ins knietiefe Wasser,

läuft das Stück und zieht dabei sein Board hinter sich her.

Zwei Kurven später kommt man zu vier Röhren, die die

B2 unterqueren. Nur die Röhre ganz links kann – im Knien –

durchfahren werden. Danach ändert sich die Kulisse

schlagartig. Um einen herum nur Segelschiffe und Motorboote

– die Rambeck-Werft ist erreicht. Am Ende des malerischen

Hafens muss man noch unter der Holzklappbrücke

hindurchpaddeln, dann liegt vor einem der Starnberger

See. Genießen Sie den atemberaubenden Blick über den

ganzen See – bei guter Fernsicht bis zu den Bergen.

Wer noch Power hat, dreht erst eine Runde über den

Starnberger See, bevor er zur Badestelle vor der „Seestub’n“

in Percha paddelt und dort eine wohlverdiente Pause einlegt.

Von dort geht es zurück – durch den Hafen, durch die

dann folgende rechte Röhre hindurch weiter nach Leutstetten.

Natürlich können Sie die Tour auch in Percha oder

beim SUP-Verleih im Strandbad des Seebads in Starnberg

beginnen. In diesem Fall sollte man eine Brotzeit mit aufs

Board nehmen, um auf der kleinen Wiese am Leutstettener

Ein-/Ausstieg Rast machen zu können.

Illustration: Lia-Charleen Royla

22


SeeLeben

AMMERSEE

Herrlicher Sommertrubel

Quirlig geht es im Sommer in Herrsching auf der Uferpromenade

zu. Auch auf dem Wasser ist ordentlich was los, aber

das ist ja das Schöne. Alle Welt scheint in Urlaubslaune zu

sein! Sie können mit dem eigenen Board nahe dem Parkplatz

an der Straße Richtung Breitbrunn starten oder Equipment

an der Station beim Strandbad ausleihen. Halten Sie unbedingt

Abstand zum Dampfersteg – zu viel Verkehr. Entlang

der großzügigen Grundstücke Wartaweils mit den imposanten

Villen geht es Richtung Süden raus auf den großen See.

Anschließend Richtung Norden drehen. Jetzt können

Sie den Blick hoch zum „Heiligen Berg Bayerns“ mit dem

dem Kloster Andechs in vollen Zügen genießen. Dann erreicht

man das nächste Ziel: das Herrschinger Kreuz. Benannt

ist diese Stelle an der sich öffnenden Uferlinie nach

einem im See stehenden Kreuz, Kiesel schimmern und glitzern

durch die Oberfläche, es ist hier ganz flach. Bei Wind

sind zahlreiche Kiter und Windsurfer unterwegs und gleiten

flott übers Wasser. Vom Herrschinger Kreuz aus paddeln Sie

entlang der Uferlinie zurück, am Segelhafen sowie am Einlauf

des Fischbachs vorbei, um nach zehn Kilometern wieder

an der Uferpromenade anzulanden.

Wer eine längere Tour paddeln möchte, kann vom

Herrschinger Kreuz weiter Richtung Norden nach Breitbrunn

am Ammersee paddeln. Dort bietet sich eine Pause

auf der Liegewiese direkt neben dem Dampfersteg an. Im

Sommer hat auch ein kleiner Kiosk geöffnet. Wer noch Energie

hat, quert den Ammersee nach Utting. Nach einer kleinen

Stärkung (Kuchen, Mittagessen oder Eis) im „Lenas am See“

oder im „Strandbad Utting“ geht’s zurück nach Herrsching.

KIOSK

STRANDBAD

LENAS

STRANDBAD

Tourlänge:

10 Kilometer (Tour durch die Herrschinger Bucht)

20 Kilometer (Tour durch die Herrschinger Bucht

mit Verlängerung nach Breitbrunn und Utting)

Gut zu wissen:

Zum Schutz der Wasservögel am Ammersee

gilt vom 1. November bis 31. März die winterliche

Ruhezonenregelung mit einem freiwilligen

Paddelverzicht.

Foto: Peter von Felbert / Illustration: Lia-Charleen Royla


STARNBERGER

SEE (NORD)

Mit der „MS Seeshaupt“ um die Wette paddeln?

Besser nicht! Das 60 Meter lange Schiff kann eine

Geschwindigkeit von 23 Stundenkilometern erreichen

Von majestätischer Schönheit

Zu den Top-Sehenswürdigkeiten am Starnberger See gehören

die Votivkapelle und Schloss Possenhofen, aber wem

erzählen wir das. Und doch: Sich diesen Orten auf dem SUP

zu nähern, übt einen ganz besonderen Zauber aus, selbst auf

diejenigen, die nicht viel Wind um Könige & Co. machen.

Als Tourstart bietet sich die Badestelle an der

„Seestub’n“ in Percha oder die SUP-Station im Seebad

Starnberg an. Zunächst geht es am Ostufer in Richtung

Süden – bei gutem Wetter mit direktem Blick auf die Alpen.

Nach rund drei Kilometern wird Schloss Berg erreicht, die

Sommerresidenz Ludwigs II. In Sichtweite taucht im Wald

bereits die Votivkapelle auf, davor das berühmte Kreuz, das

die Stelle kennzeichnet, an der der König 1886 ertrunken

ist. Die Bäume ragen weit ins Wasser hinein, man kann

den Blick kaum vom Ufer lassen. Es folgt eine längere

Paddeldistanz von rund 2,5 Kilometern quer über den See

zum Schloss Possenhofen. Man kann sich gut vorstellen,

wie die junge Sisi im Sommer über die Wiese fegte. Sportlich,

wie sie war, wäre SUP sicher ihr Ding gewesen. Vorbei

an der Villenkolonie Pöcking mit Blick auf die großzügigen

Gärten geht es zurück zum Startpunkt (Karte auf S. 26).

Tourlänge:

12 Kilometer

(Starnberg – Berg – Possenhofen – Starnberg)

Gut zu wissen:

Zum Schutz der Wasservögel am Starnberger

See gilt vom 1. November bis 31. März die

winterliche Ruhezonenregelung mit einem

freiwilligen Paddelverzicht. Die Winterruhezonen

umfassen die Nordbucht, die Südbucht,

den Karpfenwinkel und die Bereiche rund um

die Roseninsel. Winterpaddeln ist in diesem

Zeitraum nur zwischen den Ruhezonen

(Seemitte) möglich.

25


SeeLeben

STRANDBAD

STARNBERGER

SEE (SÜD)

Den Alpen so nah

TOUR

NORD

SEESTUB’N

Auf dem südlichen Teil des Starnberger Sees geht es

entspannt zu. Es sind weniger Segel- und Motorboote auf

dem Wasser, die Landschaft ist ebenso traumhaft wie im

nördlichen Teil. Wer hier eine Tour starten möchte, findet

in Münsing einen SUP-Verleih oder kann sein eigenes

Board am Seeufer südlich von Ambach ins Wasser lassen,

Parkplätze gibt es genügend. Je nach Windvorhersage sollte

man entscheiden, in welche Richtung man zuerst paddelt,

um auf der zweiten Hälfte bestenfalls Rückenwind zu haben.

Das Ostufer ist belebter – durch Spaziergänger in

Ambach oder Badegäste im angrenzenden Erholungsgebiet.

Vom SUP aus entdeckt man die Seevillen mit ihren großen

Gärten und Bootshäusern – eine prächtiger als die andere.

Nach rund vier Kilometern entlang des Ufers nach Norden

wird der Kurs geändert – auf zum nächsten Ziel: Bernried.

Bei der Seequerung hat man bei guter Fernsicht einen

sagenhaften Blick auf die Alpen. Es scheint, als stiegen sie

direkt am Südufer in den Himmel empor. Am Westufer ist

bereits von Weitem das Buchheim Museum mit seiner eindrucksvollen

Architektur auszumachen. Vorbei am Yachthafen

und am Kloster Bernried sollten Sie jetzt Richtung

Süden paddeln. Die Seepromenade von Seeshaupt lädt zu

einer kurzen Pause ein, bevor die letzten Kilometer zum

Ausgangspunkt in Angriff genommen werden.

HUBL KIOSK

BUCHSCHARNER

SEEWIRT

TOUR

SÜD

Tourlänge:

15 Kilometer

Ganz wichtig:

Man kleidet sich immer nach

der Wasser-, nicht nach der

Lufttemperatur. Im Frühling

etwa ist das Tragen eines

Trocken- oder Neoprenanzugs

ratsam. Und immer eine Leash

(Sicherheitsleine) verwenden,

um eine Verbindung zum Board

zu haben. Ein weiteres Sicherheitsfeature

ist eine Schwimmweste

oder ein Auftriebskörper.

Und nicht zu vergessen: Bei

wolkenlosem Himmel schützt

eine Kopfbedeckung vor

Sonnenbrand.

Illustration: Lia-Charleen Royla

26


Advertorial

LA VILLA AM STARNBERGER SEE

Das Leben ist ein Fest!

raumhaft liegt LA VILLA am Starnberger See auf der Anhöhe

T des Westufers. Das herrschaftliche Gebäude mit seinem

Wahrzeichen, dem markanten, eckigen Turm, ist ein unverwechsel -

barer Blickfang – vom Park aus und vom See. Bekannt ist LA VILLA für

rauschende Hochzeiten, feierliche Geburtstage, geschäftliche Tagungen

– oder als Hotel-Hideaway für Verliebte. Der LA VILLA-Zauber liegt im

Detail. Das historische Gondelboot „Betty“ steht für romantische

Verlobungsfahrten oder fröhliche Mädelsnachmittage mit English Tea,

Törtchen und Champagner bereit. Auf einer Fahrt zur Roseninsel mit

einer original alten Plätte lässt es sich mit bis zu 20 Gästen trefflich

Geburtstag feiern – alles unabhängig davon, ob in LA VILLA gerade

mit großer Entourage getagt, gehochzeitet oder jubiliert wird. So wie

auch das jährliche Sommerfest mit der Seeüberquerung „Cross’n Chill“

(21. Juli) und der traditionelle LA VILLA-Weihnachtsmarkt (29. November

bis 01. Dezember) viele Menschen aus der Umgebung anziehen,

laden weitere Veranstaltungen dazu ein, LA VILLA einmal näher

kennenzulernen: Sei es bei Kinderevents, Kochveranstaltungen oder

der bezaubernden Vollmondserenade am 16. Juni. Denn das Leben

ist ein Fest – und LA VILLA ein zauberhaftes Haus am See.

LA VILLA am Starnberger See

Tagungen – Festlichkeiten – Hotel

Ferdinand-von-Miller-Straße 39–41

82343 Niederpöcking

Tel. 08151 770 60

info@lavilla.de

www.lavilla.de

Ticketvorverkauf

für die Events unter

Tel. 08151 770 60

info@lavilla.de


SeeLeben

Fortgeschrittene SUPler, die sich in der Dämmerung aufs Wasser wagen,

bringen gerne eine spezielle Unterwasserbeleuchtung unterm Board an

KIOSK

IL KIOSKO

WÖRTHSEE

Reines Privatvergnügen

Seit April gilt im Gemeindegebiet Wörthsee (nördlicher

Seeteil) eine neue Verordnung: SUPs dürfen nur noch an

der „Rossschwemme“ und am „Il Kiosko“ ins Wasser gelassen

werden. Mit oder gegen den Uhrzeigersinn den See umrunden?

Abgesehen vom Wind eigentlich egal. Ein Großteil

des Wörthsee-Ufers ist in Privatbesitz. Große Seegrundstücke,

schmucke Ferienhäuser und kleine Bootshäuser

wechseln sich ab. Das Faszinierende am Wörthsee ist das

Wasser: Es leuchtet grün, weich, mystisch und großartig

zugleich. Wenn man von der „Rossschwemme“ nach Süden

paddelt, bewegt man sich geradewegs auf das Naturschutzgebiet

„Bacherner Moos und Mausinsel“ zu. Das gesamte

Gebiet darf nicht befahren, die Insel nicht betreten werden.

Die Durchfahrt zwischen Insel und Festland ist verboten –

und letztlich durch den Steg ja auch nicht möglich.

Die Mausinsel erhielt ihren Namen übrigens durch

eine Sage: Ein Schlossherr flüchtete dorthin vor einer Mäuse-

und Rattenplage. Die Tiere folgten dem Grafen allerdings

und – jetzt wird’s noch gruseliger – fraßen ihn bei lebendigem

Leib auf. Doch zurück zu den schönen Dingen:

Ein Abstecher in die Bucht hinter die Insel lohnt, um dort

über den kleinen, malerischen Inninger Bach in den Hafen

von Bachern zu gelangen.

Tourlänge:

10 Kilometer

ADRIA GRILL

PARADIESWINKEL

Gut zu wissen:

Die Durchfahrt zwischen Mausinsel und Festland

darf nicht befahren werden. Von der anderen Seite

verhindert ein Steg die Einfahrt in das Gebiet.

Am Südufer mit der Rastmöglichkeit „Adria Grill“ (mit

einer hübschen kleinen Liegewiese) führt die Tour wieder

gen Norden. Wer erst dort eine Pause einlegen möchte oder

abends auf dem Wörthsee unterwegs ist, dem empfiehlt sich

ein Zwischenstopp im „Il Kiosko“. Genießen Sie bei einer

Pizza das italienische Flair am Wörthsee, dazu einen sagenhaften

Blick über den See. Vor allem zum Sonnenuntergang

ein wunderbarer Schlusspunkt der SUP-Tour.

Illustrationen: Lia-Charleen Royla

28


STRANDBAD

PILSENSEE

SEEHAUS

PILSENSEE

Kleinod zum Wohlfühlen

Malerisch liegt der Pilsensee, der zweitkleinste See

im Fünfseenland, zwischen Starnberger See und Ammersee,

er ist wahrlich ein Freizeitparadies zum Wohlfühlen.

Perfekter Ausgangspunkt für eine SUP-Tour ist

der Campingplatz Pilsensee. Auch ohne Übernachtung

ist der Zutritt (gegen eine geringe Gebühr) möglich. Am

Rand der großzügigen Liegewiese hält die SUP-Station

zahlreiche Boards zum Verleih bereit. Von dort geht es im

Uhrzeigersinn auf die kleine Runde um den See. Also

zunächst am Campingplatz vorbei hin zur Straße. Am

Westufer nach rechts abdrehen, um Kurs auf Hechendorf

zu nehmen. Mit hausgemachten Kuchen und Torten bietet

sich das nette Strandbad Pilsensee für einen Genussstopp

an.

Am nördlichen Seeende an der Mündung des Aubachs

vorbeipaddeln, bevor hinter dem kleinen Segelhafen der

Startpunkt erreicht ist. Zum Abschluss der Tour lohnt die

Einkehr im „Seehaus“, das auf dem Campingplatzgelände

direkt am Wasser mit einer schönen Terrasse wartet.

Tourlänge:

6 Kilometer

Gut zu wissen:

Am Südufer des Pilsensees, wo auch der

Fischbach den Pilsensee in Richtung

Ammersee verlässt, weisen Bojen auf

das Befahrungsverbot des Naturschutzgebiets

„Herrschinger Moos“ hin.


In der Werfthalle: Andrea Friedrich, Stefan Fischer, Josef Breitenmoser, Adelheid zu Castell, Tanja Holzbrecher und Jan Hartmann (v.l.n.r.)


Advertorial

MARINA RESORT BERNRIED

Eine für alle

– alle für eine

Es sind die Menschen, die einem

Ort seine Seele geben. Auch die

Marina Bernried machen sie zu dem,

was sie heute ist: ein traditionsbewusster

und zugleich innovativer Betrieb

mit Hotel, Seerestaurant, Yachthafen

und Landgut.

Andrea Friedrich zum Beispiel ist

die personifizierte universelle Hotelkompetenz

und kümmert sich seit über

20 Jahren um die Belange der Kunden

und Geschäftspartner. Ihre ersten

Aufgaben erledigte sie in der Hotelrezeption,

heute ist sie Assistentin der

Geschäftsführung und somit der

direkte Draht zu Eigentümer Lorenz

Mayr, der zugleich eine Münchner

Anwaltskanzlei führt.

Schon fast zum Inventar zählt Josef

Breitenmoser. Seit 40 Jahren steht er

an den Kochtöpfen. Auch wenn er den

Posten als langjähriger Küchenchef

der Marina-Gastronomie bereits an

seine jüngeren Kollegen weitergab,

bleibt er die graue beziehungsweise

weiße Eminenz der Küche. Der Einsatz

im 2017 komplett umgebauten und

erweiterten Küchenkosmos der Marina

freut ihn nämlich besonders.

Mit Jan Hartmann und Tanja Holzbrecher

ergänzen im Veranstaltungsbereich

zwei junge Profis die langjährigen

und erfahrenen Marina-

Mitarbeiter. Gleich im Anschluss an

die dreijährige Ausbildung zum

Hotelfachmann stieg Jan in den Veranstaltungsbereich

der Marina ein.

Er verantwortet das Geschäft

mit Seminar- und Tagungskunden,

die Firmenevents und privaten

Feierlichkeiten.

Tanja unterstützt als Hochzeitsplanerin

und Programm gestalterin:

Kasperltheater, Feuerwerk oder

Schiffscharter stammen meist aus

ihrer kreativen Hand. Nicht selten

verwandelt sie auch die Werfthalle

in eine passende Eventlocation.

Vorrangig dient diese allerdings

als Werkstatt und Arbeitsraum von

Hafenmeister Stefan Fischer. Seit fast

zwei Jahrzehnten kümmert sich der

Handwerker, Künstler und Seemann

um die Hafenanlage, mit der der

eigentliche Gästebetrieb in der Marina

begann. Neben der Halle sind außerdem

300 Bootsliegeplätze sein Revier.

Nicht Wasser und Wind, sondern

Wiesen und Wälder sind das Spezialgebiet

von Adelheid zu Castell:

Die passionierte Landwirtin führt

das betriebseigene Hofgut. Ihrer

Obhut obliegt nicht nur die Pflege der

90 Milchkühe und ihrer Kälber sowie

der zu bewirtschaftenden Grundstücke,

sondern auch die Instandhaltung

der Stallungen und des

Maschinenparks.

So unterschiedlich die Tätigkeitsbereiche

und Persönlichkeiten auch

sind, eines haben alle gemeinsam:

die Leidenschaft für ihren Beruf

und die Marina.

Marina Bernried

Am Yachthafen 1–15

82347 Bernried am Starnberger See

Tel. 08158 9320

info@marina-bernried.de

www.marina-bernried.de


SeeLeben

32


SeeLeben

Tierisch

gut drauf

Dieser Blick! Dieses Fell! Und erst diese Frisur! Alpakas faszinieren,

keine Frage. Aber sie können weit mehr als nur lustig aussehen.

Hier sind: sechs Eigenschaften, die sie besonders machen

TEXT

FOTOS

RAMONA NICKL

ELINA GATHOF

33


»Mit Alpakas nimmt

man die Welt

ganz anders wahr«

Veronika Darchinger

Auf dem Hof „Isartal Alpakas“ züchtet Veronika Darchinger

seit 15 Jahren Alpakas. Neben Wanderungen bietet sie auch

Schur- und Einsteigerkurse an

Die 200.000-Follower-Marke haben

die „Alpacas of Instagram“ kürzlich

geknackt: Das ist ein Instagram-Account, der Bilder der

flauschigen Paarhufer zeigt – und zwar ausschließlich.

Alpakas erobern die sozialen Netze, ihr Anblick entzückt

ebenso wie ihre Wolle (die so nicht heißt, aber dazu später).

Eigentlich sind Alpakas in den Hochebenen Südamerikas

beheimatet, aber sie kommen prima mit dem Klima hierzulande

zurecht. Deshalb entscheiden sich immer mehr

Menschen in Deutschland für die Haltung von Alpakas.

Familie Darchinger in Berg-Mörlbach hat bereits 2004

damit begonnen, auf ihrem Hof „Isartal Alpakas“ leben

mittlerweile 34 Tiere. Was haben Alpakas, was andere

Tiere nicht haben? Was macht sie so besonders?

1. Ihre Anpassungsfähigkeit

Tagsüber milde Temperaturen, Minusgrade bei Nacht: In

den südamerikanischen, bis knapp 7000 Meter hohen Anden

sind extreme Temperaturschwankungen an der Tagesordnung.

Seit Jahrtausenden züchtet man Alpakas in Peru, Bolivien

und Chile als Nutztiere. Unter den harten Bedingungen

werden die Tiere, die zur Familie der Kamele gehören, meist

8 Jahre alt, ihre deutschen Kollegen hingegen bis zu 20 Jahre.

Dank ihres robusten Immunsystems und ihrer widerstandsfähigen

Faser können Alpakas bei uns problemlos ganzjährig

im Freien gehalten werden. Wichtig ist, dass die Tiere einen

trockenen Rückzugsort haben, eine offene Stallhaltung

ist daher ratsam. Und: Alpakas sind gesellige Tiere, sie leben

gerne in Herden. Ihre wild lebenden Verwandten heißen

übrigens Vikunjas: Sie wiegen etwas weniger und erinnern

optisch an besonders flauschige Rehe.

2. Ihre Faser

Bei Alpakas spricht man von Faser, nicht von Wolle.

Und die hat es in sich: „Sie ist sehr leicht, extrem wärmend

und temperaturausgleichend“, erklärt Veronika Darchinger.

Denn: Das Fell der peruanischen Alpakas muss extremen

Temperaturschwankungen von bis zu 40 Grad innerhalb

von nur 24 Stunden standhalten. Neben Seide und

Kaschmir zählt die Alpakafaser zu den wertvollsten Geweben

der Welt. Einmal jährlich (in der Regel Ende Mai,

wenn es schon etwas wärmer ist) werden die Tiere bei den

Darchingers geschoren und aus ihrer Faser anschließend

Garne gefertigt. Es gibt mittlerweile in Deutschland Naturfasermühlen,

die sich auf die Ver arbeitung von kleinen

Mengen spezialisiert haben. Da die Fasern der älteren Tiere

nicht mehr ganz so weich sind, dienen sie als Füllung für

Bettdecken: Aufgrund ihrer temperaturregulierenden

Eigenschaft kann man diese gut ganzjährig verwenden.

Außerdem eignet sich Alpakafaser für Allergiker, da sie

kaum Wollfett aufweist.

3. Ihr Gemüt

Neugierig recken sie die Hälse nach oben und wollen

ganz genau wissen, was vor sich geht: Alpakas sind äußerst

aufmerksame Tiere, schließlich hängt in der Wildnis ihr

Überleben davon ab. Zu ihren natürlichen Feinden gehört

der Puma, den die vielen Augenpaare einer Herde schneller

bemerken müssen, damit die Tiere rechtzeitig flüchten können.

Ihr meist sanftes, ruhiges Wesen überträgt sich auf

Menschen. Das stellt Veronika Darchinger immer wieder

bei den Wanderungen fest, die man bei ihr buchen kann:

„Die Leute gehen zufriedener nach Hause. Selbst wild-

34


Auch wenn die Versuchung groß (und das Fell schön weich) ist:

Alpakas mögen es überhaupt nicht, wenn man in ihre Frisur fasst

SeeLeben


fremde Menschen, denen wir auf den Spaziergängen begegnen,

freuen sich, uns zu sehen. Das macht auch uns glücklich!“

Kuscheltiere sind Alpakas jedoch nicht: Entgegen

dem ersten Eindruck sind sie sogenannte Distanztiere, sie

werden nicht gerne angefasst. Lässt sich ein Alpaka doch

streicheln, darf man sich wahrlich glücklich schätzen: „Ein

Tier, das nicht weggeht, zeigt, dass es Vertrauen zum Menschen

gefasst hat, dass ihm nichts passiert“, so Darchinger.

4. Ihre Unkompliziertheit

Im Gegensatz zu anderen Nutztieren sind Alpakas erstaunlich

pflegeleicht. Sie benötigen kaum mehr als Futter,

eine Schur pro Jahr und eine ausreichend große Fläche,

um sich frei bewegen zu können. In Zahlen: Im Sommer

fressen sie pro Tag zwischen zwei und 3,5 Kilogramm

Gras, im Winter ein bis zwei Kilogramm Heu. Für die ersten

beiden Tiere muss eine Weidefläche von 1000 Quadratmetern

zur Verfügung stehen, für jedes weitere Tier dann

100 Quadratmeter mehr. Veronika Darchinger rät allerdings

zu mehr Platz, denn Alpakas leben nicht gerne aneinandergedrängt.

Außerdem ist eine Wechselbeweidung

sinnvoll, zum Beispiel mit Pferden: Denn diese fressen

dort, wo Alpakas nicht fressen, und umgekehrt.

Laien können mit etwas Recherche und Vorbereitung

gut in die Alpakazucht einsteigen. Die Tiere sind lernfähig

und können beispielsweise schnell auf das Gehen am Halfter

trainiert werden. Freizeittiere, etwa für Wanderungen,

erhält man bereits für 1200 Euro. Eine Zuchtstute kostet je

Alpakas brauchen einen trockenen Stall, in den sie sich

zurück ziehen können – und die Gesellschaft anderer Alpakas

nach Rasse 2500 bis 3000 Euro. Für Spitzentiere, in der

Regel Zuchthengste, muss man 8000 bis 20.000 Euro aufbringen.

Die zwei teuersten Alpakas, die je in Deutschland

gekauft wurden, waren den Züchtern 250.000 Dollar wert:

Sie stammten aus einer Zucht in den USA. Die Tragzeit

von Alpakas beträgt übrigens bis zu 345 Tage. Die Fohlen

werden immer am Morgen geboren. Weil die Zungen der

Alpakastuten zu kurz sind, lecken sie ihre Fohlen nicht ab.

Deshalb müssen diese an der Luft trocknen, bevor es

nachts wieder kälter wird.

5. Ihre Heilkräfte

Die entspannte, gutmütige Grundhaltung der Alpakas

eignet sich bestens für Therapiezwecke, wie Darchinger

erklärt: „Man kann sie beispielsweise bei verhaltensauffälligen

Kindern einsetzen. Die Tiere gehen erst mal einen

Schritt zurück und halten Abstand, sodass die Kinder sich

aus eigenem Antrieb Strategien überlegen müssen, wie sie

ihnen näherkommen können.“ Die nonverbale Kommunikation

wird immer häufiger auch bei Autismus, Demenz,

geistiger Behinderung oder schweren Hirnschäden, beispielsweise

nach Unfällen, genutzt.

6. Ihr Blick

In der Gegenwart von Alpakas schlechte Laune haben?

Unmöglich. Ein Blick in diese Kulleraugen, und jeder Funken

Missmut verpufft. Was nur wenige wissen: Alpakas

verfügen über ein sensationell gutes Sehvermögen. Selbst

kleinste Bewegungen, etwa von einem Radfahrer oder

Vogel am Horizont, können sie problemlos ausmachen.

Das wirkt sich auch auf ihre Begleiter aus, wie Darchinger

findet: „Mit einem Alpaka nimmt man die Welt selbst

plötzlich ganz anders wahr.“

36


illen & kontaktlinsen

a l l e s

a u f

einen

Blick

08151 970590


SeeLeben

HALLO STERNE,

WIE SCHÖN,

EUCH ZU SEHEN!

Während es in Städten immer schwieriger wird, Sterne am

Himmel auszumachen, findet man im Fünfseenland noch viele

geeignete Plätze. Wo diese sind und warum wir den Blick

jetzt häufiger nach oben richten sollten, lesen Sie hier

TEXT

RAMONA NICKL

Foto: Mignon Berger-Oswald

38


Es ist eine Zahl mit 22 Nullen, 70 Trilliarden

– kaum vorstellbar. So viele Sterne

gibt es im Universum. Auf der Erde sehen wir jedoch nur einen

Bruchteil dessen, was sich nachts am Himmel bewegt.

„Mit bloßem Auge können wir etwa 6000 Sterne wahrnehmen“,

erklärt Stefan Schmid, Leiter der Christan-Jutz-

Volkssternwarte in Berg. Vor allem ab Juni lohnt sich der

Blick nach oben, gerade im Fünfseenland: „Neben einzelnen

Sternen unserer Galaxie können wir dann sogar die

Milchstraße erkennen. In den Sommermonaten ist sie als

weißes, nebliges Band am Firmament zu sehen“, erläutert

Schmid. Der Nachthimmel über der Seenregion lockt noch

mit einer weiteren Besonderheit: „Wenn es ganz dunkel ist,

kann man mit bloßem Auge die Andromedagalaxie

erkennen. Das sind mehrere Milliarden Sonnen

mit einer Distanz von 2,4 Millionen Lichtjahren zu uns.“

Wo sollte man das Nachtlager zum Sternegucken am

besten aufschlagen? Da, wohin sich sonst kaum ein

Mensch verirrt und wo kein Wasser Licht reflektiert, beispielsweise

auf freiem Feld in Münsing oder der Ilkahöhe:

„Wählen Sie einen möglichst dunklen Ort, fernab von störenden

Lichtquellen.“ Martin Gutekunst, der in Eberfing

bei Weilheim eine private Sternwarte führt, ergänzt: „Der

Hohe Peißenberg bietet eine gute Sicht nach Süden. Geeignet

sind Standorte, bei denen Bäume das Licht der nächsten

Ortschaft abschirmen.“

Straßenlaternen & Co. behindern die Himmelsbeobachtung.

Denn: „In der Luft befinden sich Wassermoleküle.

Wenn diese von der Seite angestrahlt werden, erhellt das

den Himmel. Auch Wolken werden so sichtbar und erzeugen

zusätzlich Helligkeit“, erklärt Schmid. Der Standort

der Sternwarte in Berg ist übrigens kein Zufall: Ihr Gründer

Christian Jutz wanderte einst mit seinem mobilen Teleskop

auf die 650 Meter hohe Anhöhe, um zum privaten

Vergnügen den Sternenhimmel zu beobachten.

EINE GUTE ORIENTIERUNGSHILFE

Sind alle Ortskriterien erfüllt, fällt es ungeübten Himmelsbeobachtern

oft schwer, sich „da oben“ überhaupt

zurechtzufinden. Stefan Schmid hat deshalb einen Trick:

den Großen Wagen zur Orientierung anvisieren. Ausgehend

von den zwei hinteren Sternen des Kastens, wird die

Entfernung der Sterne um ein Fünffaches nach oben verlängert.

Siehe da: der Polarstern. Seefahrer nutzten ihn

einst, um im Dunkel der Nacht auf See den Weg zu finden.

Heutzutage orientieren sich Astronomen am Polarstern,

um Teleskope auszurichten.

Beim ersten Sternenspaziergang gibt es Weiteres zu

entdecken: „Das Himmels-W, auch Kassiopeia genannt, ist

im Norden fast immer zu sehen. Je nach Jahres- oder Uhrzeit

als M oder als W“, erklärt Schmid. Wer Hilfsmittel wie


SeeLeben

eine Sternenkarte zurate zieht, kann auf Erkundungstour gehen.

Auch Apps und Computerprogramme geben Auskunft,

was am jeweiligen Tag zu sehen ist (s. unten).

Angehenden Hobbyastronomen empfiehlt Sternwartenleiter

Stefan Schmid einen Feldstecher. „Besser einen kleineren,

maximal mit zehnfacher Vergrößerung wählen. Dann

abends in einen Liegestuhl setzen, schon kann man erste

Streifzüge am Himmel machen.“ Bei Teleskopen rät er Anfängern

zur Zurückhaltung: „Sonst kämpft man mehr mit

der Technik, als man tatsächlich nach oben schaut.“ Sogenannte

Dobson-Teleskope eignen sich dank einfachem Aufbau

für Einsteiger, computergesteuerte Varianten verwirren

eher. Auch zum Profi-Fotoapparat sollten ungeübte Sternenbeobachter

nicht vorschnell greifen. „Das sollte man wirklich

nur tun, wenn man bereits eine gute Orientierung am Himmel

hat. Denn sonst wird es sehr komplex und kostspielig.“

SHOWTIME! Am 16. Juli

ist am Himmel eine partielle

Mondfinsternis zu beobachten, und in der

Nacht vom 12. auf den 13. August sollten

Sie ein paar Wünsche parat haben: Es wird

die Nacht der Sternschnuppen

HIMMELSSPEKTAKEL IM SOMMER 2019

Ganz verzichten müssen Fotofreudige trotzdem nicht darauf,

ihre Himmelsfunde festzuhalten: „Man kann eine handelsübliche

Digitalkamera auf einem festen Stativ zur Hand

nehmen“, sagt Schmid. Weil sich die Erde unter dem Sternenhimmel

weiterbewegt, werden Sterne bei Langzeitbelichtung

nicht als Punkte abgebildet, sondern als Streifspuren.

Auch seltenere Fotomotive hält der Sommer 2019 bereit:

Nach dem Blutmond 2018 kommt es dieses Jahr am

16. Juli zu einer partiellen Mondfinsternis. Die Erde steht

dann zwischen Mond und Sonne. Und jedes Jahr in der

Nacht vom 12. auf den 13. August gibt es die Perseiden zu

bewundern, den bekanntesten Sternschnuppenstrom.

Wahrnehmen sollte man derartige Chancen unbedingt,

denn leider ist die Nacht oft nicht Nacht genug.

LICHTVERSCHMUTZUNG VERSCHLUCKT STERNE

Nur 20 Prozent der Weltbevölkerung können überhaupt

noch den natürlichen Sternenhimmel sehen. Der exzessive

Einsatz von Kunstlicht verhindert vielerorts, dass wir die

Vielfalt des Universums mit all seinen Planeten, Galaxien

und Himmelsobjekten wahrnehmen können. Das bringt

den menschlichen Biorhythmus durcheinander, wie Martin

Gutekunst erklärt: „In der Dunkelheit produziert der Körper

Melatonin und versetzt sich so in einen Ruhezustand. Das

Immunsystem wird aktiv, der Körper erholt sich. Wenn

der Lichtunterschied zwischen Tag und Nacht verloren

geht, bleiben diese Prozesse aus. Die biologische Uhr

bleibt stehen. Menschen schlafen schlechter und werden

häufiger krank.“

Auch für Tiere ist der exzessive Einsatz von Licht fatal,

da sie auf die Dunkelheit als Schutz vor Feinden angewiesen

sind und ihr Tag-Nacht-Rhythmus gestört wird.

Wer denkt, selbst nichts gegen das Problem unternehmen

zu können, irrt. Martin Gutekunst kennt Lösungsansätze:

„Lieber Bewegungsmelder als dauerhafte Außenbeleuchtung.

Lieber zielgerichtetes Licht als Kugelleuchten, die in

alle Richtungen strahlen. Die Straßenlampen sollten so abgeblendet

werden, dass sie nur nach unten strahlen.“ Daher

sollten wir im Sommer häufiger beherzigen: Licht aus und

nach oben blicken. Es lohnt sich garantiert.

GALAKTISCH GUT

Mit Hilfe von Astronomie-Apps wie SkySafari (nur auf Englisch), SkyView oder Star Walk kann man

Sternenbilder ganz einfach bestimmen. Wer zum Teleskop greifen möchte: Für Anfänger eignen sich

Dobson- Modelle, die eine große Öffnung haben (idealerweise zwischen 10 und 25 Zentimetern), z. B. das

GSO Dobson Teleskop 150C (6 Zoll) für ca. 249 Euro (über www.teleskop-express.de). Übrigens: Die

Sternwarte Berg und die Sternwarte Eberfing bei Weilheim bieten regelmäßig Führungen an.

Infos unter www.sternwarte-berg.de und www.sternwarte-eberfing.de

Foto: PR / Illustration: Lia-Charleen Royla

40


Advertorial

BARBARA DORSCH-AUMILLER

Schönes mit

Seltenheitswert

Große, dekorative Ohrgehänge und Ringe sind ihr

Markenzeichen. Am liebsten verarbeitet sie dafür

Edelkorallen, die sie seit Langem sammelt und für ihre ungewöhnlichen

Kreationen auch mit kostbaren Edelsteinen

kombiniert. „Mich interessieren vor allem Materialien, die

Seltenheitswert haben“, sagt Barbara Dorsch-Aumiller. Deshalb

liebt sie auch Grüntürkise, die eine Laune der Natur

sind, oder die Türkise aus der berühmten und mittlerweile

geschlossenen „Sleeping Beauty Mine“ in Arizona.

Die Goldschmiedemeisterin fertigt exklusive Schmuckstücke

auf handwerklich höchstem Niveau. Jedes ist ein

Unikat und optimal auf die jeweilige Trägerin abgestimmt.

Ihr oberstes Ziel sei es, eine Frau mit einem besonderen

Schmuckstück noch schöner zu machen und ihren Typ zu

betonen, sagt Barbara Dorsch-Aumiller. Auch die perfekte

Passform und der Tragekomfort spielen dabei eine große

Rolle. Beste Beratung und gegenseitiges Vertrauen sind

ihr sehr wichtig. Deshalb besucht sie ihre Kundinnen auf

Wunsch auch zu Hause, etwa um den Schmuck mit der jeweiligen

Garderobe abzustimmen. Manche betreut sie seit über

zwanzig Jahren, nicht nur mit Neuanfertigungen, sondern

auch mit Umarbeitungen und Reparaturen von besonderen

Erbstücken. „Meine Kundinnen werden für den Schmuck,

den sie von mir bekommen, sehr bewundert“, erzählt sie,

„meistens verraten sie aber niemandem, woher sie ihn

haben.“ Sie sei deshalb immer noch so etwas wie ein Geheimtipp,

den man eigentlich nicht einmal an die beste

Freundin weitergeben will.

Seit Anfang Februar hat Barbara Dorsch-Aumiller ein

neues Werkstattatelier in Berg. Feste Öffnungszeiten oder

gar ein Schaufenster wird es allerdings nicht geben. „Ich

möchte auch hier meine Kundinnen in ruhiger und diskreter

Atmosphäre beraten können“, sagt sie. Das Gebäude

der ehemaligen Schlossbrauerei hat sich in jüngster Zeit zu

einer feinen Adresse für die schönen Dinge des Lebens entwickelt

– und das wird nicht lange ein Geheimtipp bleiben.

WERKSTATTATELIER

Perchastraße 7

82335 Berg

Tel. 0163 777 68 77

info@korallen-schmuck.de

www.korallen-schmuck.de

Termine nach Vereinbarung


SeeTipps

Aktiv sein

Mal was Neues ausprobieren,

auf andere Gedanken kommen,

entspannt genießen: Lassen

Sie sich inspirieren!

KRÄUTER-

KÜCHE

Wie man die Kraft der Pflanzen bewusst und

wohlschmeckend einsetzt, weiß Kräuterpädagogin

Gisela Hafemeyer ganz genau. Und: Ihr

Wissen gibt sie gerne weiter! In Kursen auf

ihrem kleinen Bauernhof in Frieding bereitet

man gemeinsam Gerichte zu – und lernt eine

Menge über Schätze am Wegesrand.

www. kraeuterstadl.de

FEUER

UND

FLAMME

Für Tom Carstens ist Schmieden mehr

als ein Beruf, es ist eine Berufung. In

seiner Werkstatt in Degerndorf gestaltet

er nicht nur Schönes und Nützliches aus

Metall, sondern bietet auch Schmiede-

Seminare für Erwachsene und

Jugendliche an. Hammergut!

www.tomcarstens.de

MIT WEITBLICK

Coachings für Führungskräfte und diejenigen,

die mehr können und wollen, gibt es an Bord

des Seminarschiffs „Sir Shackleton“. Im neuen

Intensiv-Programm „Leadership Perspective

Journey“ geht es um Perspektivenwechsel. Die

Fernsicht über den See auf die Alpen schafft

den nötigen Freiraum dafür.

www.ammersee-seminarschiff.de

SEE-ERLEBNIS

RÄTSELN

MIT DER

MAUS

Spielerisch lernen an der frischen Luft:

Wie wunderbar das funktioniert, beweist

der Wörthsee-Rätselpfad für Kinder.

Vom Birkenweg bis zur Rossschwemme

stellt die Wörthsee-Maus Vieps

spannende Fragen für jedes Alter.

Ein Paradies für Naturfreunde ist

der Maisinger See. Nach der etwa

einstündigen Wanderung rundherum

empfiehlt sich ein Sprung ins

kühle Nass. Und ein Besuch im

Biergarten des „Maisinger Seehofs“.

Hier kommt alles frisch zubereitet

auf den Teller – das ist den Wirten

Rupert Wachter und Michael

Smolka besonders wichtig.

www.maisingerseehof.de

Fotos: Jan Greune (1); PR; Maren Martell (1)

42


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LUG, GERETSRIED UND MÜNCHEN

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Wer sehnt ihn nicht herbei – den Sommer im 5-Seen

Land? Mit seinen satten Farben inspiriert er uns

immer wieder aufs Neue, macht Lust auf Planungen

im ganz persönlichen Refugium. Schattenoasen geben Raum

für Musestunden im Garten und auf der Terrasse. Wo eventuell

Bäume ihren Dienst nicht anbieten können, ist innovative Technik

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Seit über 60 Jahren beschäftigt sich die Firma Lug mit den

vielfältigsten Themen im Bereich Terrassenbeschattung oder

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Bahnhofstr. 40 | 82340 Feldafing

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Tel.: 08157 9 333-0


In Percha sorgt die sehr gelungene Installation,

die sogar während der Untersuchung den Blick auf

das großflächige Panorama des Starnberger Sees

ermöglicht, für zusätzliche Entspannung

DIE RADIOLOGIE STARNBERG

Bestens versorgt im hochmodernen

Diagnostikzentrum in Percha

Als eine der führenden radiologischen Praxen

im Münchner Raum hat DIE RADIOLOGIE ein

umfassendes Versorgungskonzept erschaffen, das höchste

individuelle Befundungs- und Beratungskompetenz mit

menschlicher Nähe und Fürsorge vereint. Dieses Konzept

setzt auch DIE RADIOLOGIE Starnberg seit 2017 konsequent

um und erfährt sehr viel positive Resonanz von Patienten aus

dem gesamten Münchner Süden und Starnberger Raum.

Erfahrenes Expertenteam vor Ort

Prof. Dr. med. Mike Notohamiprodjo erklärt: „Gemeinsam

mit Prof. Dr. med. Bernhard Mayr (ehem. Schön Klinik in

Berg) bilden wir mit einem erfahrenen Team aus hochqualifizierten,

fachlich spezialisierten Ärzten ein hochkarätiges

medizinisches Netzwerk vor Ort. Unglaublich wertvoll ist

auch der interdisziplinäre Austausch unserer Ärzte untereinander.

Das bedeutet für die Kompetenz, die wir hier zur Verfügung

stellen können, nochmal einen Quantensprung.

Der Einsatz neuester 3 Tesla-MRT-Technik ermöglicht

das gesamte Spektrum der MRT-Diagnostik: Von der orthopädischen

Bildgebung über die inneren Organe, zur Diagnostik

der Brust und der Prostata (bei erhöhtem PSA-Wert), für

die Abklärung neurologischer Fragestellungen bis hin zur

Prävention, zum Beispiel mittels Ganzkörper-MRT. Aber auch

seltenere Untersuchungen wie die Kernspintomographie des

Herzens sind optimal möglich.

Seit der Erweiterung um einen Computertomographen in

2018 sind nun auch beste Voraussetzungen für detaillierte

internistisch-onkologische, neurologische und orthopädische

Bildgebung sowie kardiologische Koronarkalkmessungen

gegeben. Selbstverständlich verfügt das CT über integrierte

moderne dosissparende Technologien, um die Strahlenexposition

für Patienten möglichst gering zu halten.“

Individuelle Diagnostik -

weit mehr als nur medizinische Versorgung

Er erklärt weiter: „Die bestmögliche, präzise auf die Fragestellung

abgestimmte Untersuchung mit schonenden

Methoden und das persönliche Wohlergehen unserer Patienten

sind uns ebenso wichtig wie die enge, vertrauensvolle

Zusammenarbeit mit unseren Kollegen aus Klinik und Praxis.

Mit der exakten Diagnose liefern wir die Grundlage für optimal

angepasste Behandlungsmöglichkeiten. Und nicht zuletzt

können so oftmals unnötige Therapien vermieden werden.“


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Privatdozent Dr. med. Gerwin Schmidt, Spezialist für

Ganzkörper-Untersuchungen und Vorsorge, ergänzt: „Unser

Konzept vereint Erfahrung und Kompetenz mit der für

uns so wichtigen menschlichen Komponente. Für

die Patienten ist eine einfühlsame, angenehme

Atmosphäre äußerst wichtig. Neben sehr

zeitnahen Terminen und verlängerten Öffnungszeiten

erleben unsere Patienten bei

ihrem gesamten Praxisbesuch ein

freundliches, kompetentes Ärzte- und

Mitarbeiterteam in einem ansprechenden

Ambiente.

Im Patientengespräch verstehen wir

uns als beratende Partner auf Augenhöhe und

nehmen uns die Zeit, mögliche Hintergründe

von Beschwerden zu erklären, Fragen vertrauensvoll

zu beantworten und unseren Patienten so mehr Klarheit

über Ihre Diagnose zu verschaffen. Das ist heute oft nicht

mehr selbstverständlich, auch wenn es so sein sollte.

Neben der Diagnostik akuter Verletzungen oder Erkrankungen

erstellen wir gemeinsam mit unseren Patienten maß-

geschneiderte Vorsorgekonzepte zur Erhaltung ihrer

Gesundheit. Auch diese Untersuchungen sind

dank modernster Technik einfach, schonend

und schnell durchführbar und ermöglichen

eine frühzeitige Therapie und damit optimale

Heilungschancen.“

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DIE RADIOLOGIE Starnberg ist mit

den 13 weiteren Kompetenzzentren und

einem Team von über 40 erfahrenen Exper-

ten von DIE RADIOLOGIE in München vernetzt

und bietet dort das gesamte Spektrum der radiologischen

Diagnostik. Der weitere Ausbau des Starnberger

Diagnostikzentrums ist in Planung, um auch vor Ort eine noch

umfassendere Versorgung zu ermöglichen.

»Unser Anspruch ist es,

fachlich, technisch und

persönlich eine exzellente

Behandlung zu ermöglichen.«

Prof. Dr. med. Mike Notohamiprodjo

DIE RADIOLOGIE bietet Ihnen in Starnberg

3T-Hightech Kernspintomographie (halboffen)

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82319 Starnberg

T 08151 650 660

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46


SeeMensch

»Wir fühlen uns

hier grandios wohl«

Manchmal findet man sein Zuhause an einem Ort, den man zuvor

nie auf dem Schirm hatte. Schauspieler Adnan Maral und seiner Frau

Franziska ist es so mit dem Ammersee gegangen. Ein Gespräch

über Zufall, Spontaneität und die Fähigkeit, zupacken zu können

INTERVIEW

FOTOS

SANDRA DJAJADISASTRA, SILKE HEUSCHMANN

CONNY MIRBACH

47


SeeMensch

Franziska Maral, 40,

ist sowohl ausgebildete

Schauspielerin und

Yoga-Lehrerin als

auch Produzentin in

der gemeinsamen

Produktionsfirma

Es ist immer wieder spannend, ein Ehepaar

gemeinsam zum Interview zu treffen. Wird

einer das Reden übernehmen? Wie viel Raum lassen die

Partner einander? Die Lounge des „Ammersee Hotel“ in

Herrsching betreten die Marals einige Minuten verspätet

– eigentlich nicht der Rede wert. Trotzdem hat Franziska

Maral vorab entschuldigend eine SMS geschickt. Auf den

ersten Blick ist Adnan Maral der Lebhaftere: Der Schauspieler

(„Türkisch für Anfänger“, „Tatort“) plaudert

drauflos, lacht gern und viel. Franziska Maral wirkt zunächst

zurückhaltender, dabei strahlt sie einfach eine

große Ruhe aus. Auffällig ist im Laufe des Gesprächs, wie

respekt- und liebevoll die beiden miteinander umgehen

– selbst unser Fotograf lauscht den beiden fasziniert,

obwohl er nicht die ganze Zeit dabeibleiben müsste. Seit

16 Jahren sind Franziska und Adnan Maral zusammen,

seit elf Jahren leben sie mit ihren drei Kindern in der

Nähe des Ammersees.

Franziska, Sie sind in der Nähe von Zürich aufgewachsen

und Sie, Adnan, in Frankfurt am Main. Sie haben

sich in Berlin kennen gelernt, Ihre zwei Söhne sind

dort geboren. Was verschlägt zwei Großstadtpflanzen

ins ländliche Oberbayern?

Franziska Maral: Berlin wirkte unverbindlich, es war

für mich keine warme Stadt. Es leben so viele Menschen

dort, und dennoch fand ich es auf den Straßen immer seltsam

leer. Außerdem: mit Kindern? Bis man mal in der

Natur draußen war, musste man sich richtig anstrengen.

Adnan Maral: Ich habe Berlin in den 80er-Jahren erlebt,

das war eine verrückte Zeit. Man konnte von jetzt auf

gleich hinfahren, es hat sich immer ergeben, dass man irgendwo

schlafen durfte, bei Bekannten, bei Freunden von

Freunden. Man hat zusammen gegessen, gefeiert, man

wurde einfach aufgenommen. Es gab eine Form von Gastfreundschaft,

die ich sehr an Berlin schätzen gelernt habe.

Franziska Maral: So habe ich mir Berlin auch vorgestellt.

Aber als ich 2001 dorthin kam, war es nicht mehr so.

Dennoch: Adnan wäre nicht aus Berlin weggegangen.

Adnan Maral: Als klar wurde, dass Franziska sich

nicht zu Hause fühlt, fand ich es wichtig, einen Kompromiss

zu finden. Wir wollten auch nicht mehr so weit

weg von unseren Eltern leben. Zufälligerweise war ich

kurze Zeit später bei einem Dreh in München, der Regieassistent

erzählte von einem Haus am Stadtrand, das

vermietet werden sollte. Wir haben spontan gedacht:

Wir probieren das. Wenn es ganz doof ist, können wir

immer noch zurück.

Stattdessen zog es Sie noch weiter aufs Land.

Franziska Maral: Irgendwann war der Wunsch da, etwas

Eigenes zu besitzen. Wir sind über die Dörfer gefahren,

48


SeeMensch

haben uns umgeschaut, wo es uns gefallen könnte. Und

wurden dann im Internet fündig.

Adnan Maral: Da poppte plötzlich ein einfaches Bauernhaus

in der Nähe des Ammersees auf. Wir kannten den

Ort gar nicht. Also haben wir uns das Haus angeguckt –

und eine Woche später gekauft. Sehr schnell hatten wir

eine Vision, wie es aussehen sollte. Wir waren sicher naiv.

Franziska Maral: Es gab nur zwei Räume, keine Heizung,

unter dem Bodenbelag stieß man unmittelbar auf

Erde. Damals machten wir eine Party – Adnan wurde 40,

ich 30 Jahre alt. Ganz stolz sind wir mit unseren Familien

und Freunden zum Haus gefahren. Ihre Reaktion? Extrem

verhalten. (lacht)

»Wir haben tolle

Nachbarn. Wir tragen

Verantwortung füreinander.

Für diese

Gemeinschaft bin

ich sehr dankbar«

Adnan Maral

In einem „Lebenslinien“-Beitrag des BR aus dem Jahr

2015 sieht man, wie Sie beide Fliesen im Bad verlegen.

Adnan Maral: Franziska und ich haben den Ehrgeiz,

uns da reinzufuchsen, zum Glück auch keine zwei linken

Hände. Einen Architekten zu engagieren, kam nicht infrage.

Wir haben viel selbst gemacht und gebrauchte Materialien

verwertet, Dielen und Fliesen aus anderen Häusern.

Die Leute aus dem Ort haben uns unfassbar unterstützt.

Ich glaube, sie mochten, dass wir etwas Altes erhalten und

selbst daran gearbeitet haben. Einmal habe ich nachts den

Boden abgeschliffen. Plötzlich stand mein Nachbar Andi

hinter mir: „Servus! Das sieht nicht gut aus, was du da

machst. Ich helf dir mal.“ Mitten in der Nacht!

Franziska Maral: Kurz bevor der Umzugswagen eintraf,

tauchten – unabgesprochen – drei Nachbarn auf und

packten mit an. Sie holten von zu Hause Bodenvlies und

legten das ganze Haus aus. Wir hatten noch kein Treppengeländer.

Ein vierter Nachbar brachte ein Provisorium mit:

„Das ist sicherer, ihr habt doch kleine Kinder . . .“

Adnan Maral: Wir haben tolle Nachbarn. Es ist nicht

zu eng, aber man trägt Verantwortung füreinander. Für

diese Gemeinschaft bin ich dankbar. Franziska hatte ja

den großen Wunsch nach einem Leben auf dem Land.

Ich hätte nie gedacht, dass es mir so gefällt. Ich finde es

grandios erholsam.

Schauspieler Adnan Maral, 50, hat 2015 die

Produktionsfirma „Yalla Productions“ gegründet,

um mehr Cross-Culture-Geschichten ins

Fernsehen und Kino zu bringen

Sie sind ziemlich umtriebig. Auf Instagram kann man

sehen, wie oft Sie wegen Lesungen und Dreharbeiten

unterwegs sind. Wann war Ihnen eigentlich klar, dass

Sie das Zeug zum Schauspieler haben?

Adnan Maral: Im Alter von 14 Jahren war ich wild und

orientierungslos. Der Typus mit Bomberjacke und der Einstellung:

„Ey, Digga, fass mich nicht an.“ (lacht) Selbst für

Sport konnte ich mich nicht mehr begeistern. Mit der Klasse

hatte ich eine Vorstellung im Frankfurter Kinder- und

Jugendtheater „Grüne Soße“ besucht und meinem ältesten

Bruder davon erzählt. Er hatte damals in seiner Schule eine

Theater-AG gegründet und fragte: Willst du mitmachen?

So bin ich in deren Gruppe gelandet, unter lauter Freaks,

49


SeeMensch

Das Paar hat zwei Söhne

und eine Tochter. Man spricht

zu Hause: Türkisch, Deutsch

und Schweizerdeutsch

die viel älter waren als ich. Aber sie haben mich ganz toll

aufgenommen, ich habe da meinen Platz gefunden. Und

meinen Spaß an der Schauspielerei entdeckt.

Was genau hat Ihnen daran gefallen?

Adnan Maral: Ich musste mich mit Theaterstücken auseinandersetzen.

Und mit mir. Dazu kam, dass wir das Theater

selbst aufgebaut haben – wortwörtlich. Es war in einer

kleinen Brotfabrik untergebracht, die der Lehrer geerbt hatte.

In einem loftartigen Raum haben wir die Bühne errichtet, regelmäßig

Aufführungen und Lesungen veranstaltet. Wir

mussten alles selbst und in der Gruppe stemmen. Es war toll!

Sie haben dann nicht mehr von der Schauspielerei

gelassen.

Adnan Maral: Plötzlich kamen Leute vom „Schülerclub

Frankfurt“ auf mich zu: das Jugendtheater des Schauspielhauses.

Wir wurden mit der Truppe nach Berlin zum Theatertreffen

der Jugend eingeladen. Ich war damals 16 und

fand das großartig: zehn Tage Berlin im Hotel. Wir haben an

Workshops teilgenommen und sind im jetzigen HAU aufgetreten.

Mir war überhaupt nicht bewusst, welche Bedeutung

dieses Theater hatte. Später, als erste Angebote von Berliner

Theatern kamen, habe ich trotzdem lange gezögert. Ich hatte

Angst, dass man in Berlin furchtbar hängen bleibt, wenn

man keine Engagements bekommt. Meine Eltern haben damals

gesagt: „Wie? Wir sind aus Ostanatolien nach Frankfurt

gekommen, und du schaffst es nicht mal nach Berlin?“

Ihr Vater zählt zur ersten Generation türkischer

Gastarbeiter in Deutschland. Er holte Sie 1970 mit

Ihrer Mutter und Ihren beiden Brüdern nach, Sie

waren damals zwei Jahre alt. Wie haben Ihre Eltern auf

Ihren Wunsch reagiert, als Schauspieler zu arbeiten?

Adnan Maral: Ihre Haltung zu den Dingen war immer:

Geh hin, schau es dir an, probiere es aus. Vielleicht aus

Naivität, aber sie haben meine Brüder und mich immer

machen lassen.

50


SeeMensch

Ihrem Buch „Adnan für Anfänger. Mein Deutschland

heißt Almanya“ haben Sie das Lebensmotto Ihrer

Mutter vorangestellt.

Adnan Maral: Genau. „Gehe immer auf andere

Menschen zu, Adnan“, pflegt meine Mutter zu sagen. „Egal,

wer es ist. Und erwarte nicht, dass du etwas bekommst. Sei

trotzdem offen. Wer weiß, mit welchen Erfahrungen dich

dein Gegenüber schon im nächsten Moment bereichert.

Jede Begegnung kann ein Geschenk sein. Schlag

es nicht aus. Niemals.“

Sie erzählen in dem Buch von Ihrem Leben, verstehen

es aber vor allem als Geschichte über deutsch-türkische

Integration. Interessant auch der Part, in dem Sie

davon berichten, dass viele Bayern, auch hier am

Ammersee, türkische Vorfahren haben.

Adnan Maral: Ich habe anfangs in München oft gedacht:

Der Typ da drüben sieht aus wie mein Onkel Mehmet.

Erst dachte ich, das läge an der Nähe zu Italien. Aber

dann habe ich für den Bayerischen Rundfunk mal eine

Sendung gelesen, in der es um die sogenannten Beutetürken

ging. Das waren Kriegsgefangene, die man während

der osmanischen Kriege nach Deutschland verschleppt

hatte. Im 17. Jahrhundert etwa gab es den sehr kriegerischen

Kurfürsten Max Emanuel, der Beutetürken nach

Bayern brachte. Sie wurden zunächst versklavt, waren

Sänftenträger, Stallknechte, Lakaien etc. Nach ein paar

Jahren hat man wohl gedacht: „Was machen wir jetzt mit

ihnen? Das sind ja Muselmanen. Die müssen wir taufen.“

Und so wurde aus Mehmet ein Mehnert, man hat ihre

Namen eingedeutscht. Viele Menschen wissen gar nicht,

dass sie osmanische Wurzeln haben. Aber man kann das

anhand der Namen gut zurückverfolgen.

In einem Interview haben Sie, Franziska, mal gesagt:

„Ich habe von Adnan gelernt, Träume zu haben.“

Franziska Maral: Ich komme aus einer klassischen

Mittelschichtsfamilie. Adnan hat durch seine Geschichte

einen ganz anderen Antrieb. Als ich jung war, habe ich nicht

ganz verstanden, wofür ich kämpfe. Adnan hat sich mit

dem Träumen, irgendwohin zu wollen, früh auseinandergesetzt.

Träume zu haben, zu überlegen, was mache ich, um

dahin zu kommen – das habe ich schon von ihm.

Adnan Maral: Franziska und ich bilden eine Gemeinschaft.

Wir haben zwei Söhne und eine Tochter, 14, 12 und

acht Jahre alt, und wir arbeiten viel zusammen. Ich bin auf

der beruflichen Ebene vielleicht schon die treibendere

Kraft, aber immer im Austausch mit ihr.

Adnan wirkt wie ein Tausendsassa, er stürzt sich in die

Dinge. Sind Sie auch so furchtlos, Franziska?

Franziska Maral: Nein. Aber der Tod unseres Kindes

hat mir gezeigt: Es bleibt mir nichts anderes übrig, als nach

»Träume zu haben, zu

überlegen, wohin man

möchte und was man

dafür tun muss – das

habe ich von Adnan«

Franziska Maral

vorne zu gehen. Ich würde sagen: Das Kinderkriegen

macht Mut. Ich werde immer mutiger.

In Ihrem Buch schreiben Sie über diesen schweren

Verlust. Ihr erstes Kind kam im Herbst 2003 13 Wochen

zu früh auf die Welt und starb kurz nach der Geburt. Es

ist sehr bewegend, wie Sie damals Abschied nahmen.

Was hat Ihnen geholfen, das Erlebte zu überwinden?

Adnan Maral: Trauer ist nichts, wofür man sich schämen

muss. Trauer muss man teilen. Deshalb muss man

Trauer auch leben.

Franziska Maral: Es war daher auch eine bewusste

Entscheidung, dass du den Tod im Buch schilderst.

Adnan Maral: Wir haben getrauert, wir haben nichts

verheimlicht, auch voreinander nicht. Ich glaube, das ist

einer der Gründe, warum wir über den Tod unseres Sohnes

hinwegkommen konnten.

Vor vier Jahren haben Sie gemeinsam die Produktionsfirma

„Yalla Productions“ gegründet. Eines Ihrer

Projekte ist der Film „Servus, Schwiegersohn“ für die

ARD Degeto. Sie spielen beide mit. Sie, Adnan, sind der

„überintegrierte Türke Toni Freitag“, wie es in der

Ankündigung heißt. Was genau meint „überintegriert“?

Adnan Maral: Toni Freitag will dazugehören, für seine

Frau und seinen Schwiegervater ein Bayer sein, weil dieser

erwartet hat, dass seine Tochter einen Bayern heiratet. So wie

ein Türke einen türkischen Mann für seine Tochter erwartet.

Wir wollten zeigen, dass es die Haltung auf beiden Seiten

gibt. Toni hat also alles Türkische abgelegt. Plötzlich kommt

seine Tochter aus dem Urlaub zurück und hat einen Osman

dabei. Der redet Türkisch mit ihm und wundert sich, dass

Toni den Namen seiner Frau angenommen hat. Da denkt

Toni: „Der muss weg, der bringt alles durcheinander.“

51


SeeMensch

Cross-Culture-Komödien sind tatsächlich so etwas

wie Ihr Markenzeichen geworden.

Adnan Maral: Wir haben die Produktionsfirma gegründet,

weil ich den Eindruck hatte, in der Filmwelt kriegen

wir noch zu wenig Cross-Culture-Geschichten erzählt.

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat einen Bildungsauftrag:

Es soll die Gesellschaft abbilden. Macht es aber

noch viel zu wenig. Eigentlich würde ich gerne noch weitergehen,

Geschichten zum Beispiel viel extremer besetzen.

Für eines Ihrer neuen Projekte haben Sie Ihre Mutter

Nezaket Maral eingespannt.

Adnan Maral: Genau, für Tele 5. Der Auftrag lautete,

dass ich mit jemandem über Spielfilme diskutiere, die sich

um Themen drehen wie „Heimat“, „Wo ist mein Zuhause?“,

„Wo komme ich her?“. Diese Gespräche werden dann kleine

Clips, die vor den Filmen im Fernsehen und online zu

sehen sind. Vorgabe war, dass mein Gegenüber eine Frau

ist, die mir nahesteht.

Franziska Maral: Uns war sofort klar: seine Mutter. Die

beiden lachen viel zusammen, sie haben einen ähnlichen

Humor, aber ihr Blickwinkel ist ein anderer – schon allein,

weil sie einer anderen Generation angehört.

Was glauben Sie, was Heimat für Ihre Mutter bedeutet?

Adnan Maral: Das hat sich in der Zeit, die sie hier lebt,

geändert. Sie gehört zur Generation, die davon träumte, in

die Türkei zurückzukehren, aber jetzt leben ihre drei Söhne

und Enkelkinder in Deutschland, meine Eltern haben

hier ihre sozialen Kontakte – und Wurzeln geschlagen.

Franziska Maral: Adnans Eltern haben sich vor einiger

Zeit einen lang ersehnten Wunsch erfüllt, ein Haus mit

Garten, in dem sie ihr eigenes Gemüse ziehen. Hinter der

Garage hat sich Adnans Mutter einen Platz eingerichtet

mit Diwan, Orientteppich und einem Holzofen, auf dem

sie kocht. Dieser Platz ist ihr Zuhause, diese Mischung

aus beiden Welten, die sie sich selbst erschaffen hat.

Ist der Ammersee Heimat für Sie?

Adnan Maral: Ich fühle mich hier so was von wohl, das

ist unfassbar. Das heißt aber nicht, dass ich mir nicht vorstellen

könnte, woandershin zu gehen. Wer weiß, was

in zehn Jahren ist.

Franziska Maral: Ich fühle mich sehr zu Hause, unser

Haus bedeutet mir viel. Heimat ist jedoch ein Gefühl, das

ich nicht an einem Ort festmachen kann. Ich wüsste zum

Beispiel nicht, wo ich begraben werden möchte.

Darüber haben Sie bereits nachgedacht?

Adnan Maral: Absolut. Meine Eltern sind mit Anfang,

Mitte 20 nach Deutschland gekommen. Sie leben heute

dort, wo sie nicht aufgewachsen sind. Mein Vater möchte

eines Tages in der Türkei beigesetzt werden. Der Gedanke,

dass sein Grab sehr weit weg wäre, dass ich es nicht jederzeit

besuchen kann, macht mir schon zu schaffen.

Können Sie problemlos miteinander arbeiten?

Franziska Maral: Wenn man ein Haus baut, weiß man,

wie der andere tickt. Wir mussten vor 15 Jahren schauen,

wie wir beim Arbeiten zusammenfinden. Man lernt, dass

es am besten geht, je direkter man miteinander spricht.

Unser Rezept ist: Wir haben eine gemeinsame Welt, jeder

verfolgt aber auch eigene Projekte.

Adnan Maral: Du hast zum Beispiel „FrauenEssen-

Kultur“ ins Leben gerufen. Darauf bin ich ganz neidisch.

Was verbirgt sich dahinter?

Franziska Maral: Seit sechs Jahren bringe ich Frauen

aus verschiedenen Kulturen zusammen, wir kochen gemeinsam

nach Rezepten der Gastgeberin. Sie steht im Mittelpunkt,

erzählt von ihren Wurzeln. Die Gäste bringen die

Kultur mit. Sei es eine Tracht, Lieder, Gedichte oder Kunst

jeglicher Art. Ich habe mittlerweile eine Gruppe in der

Schweiz, eine um Landsberg, aber auch hier am Ammersee.

Es entsteht immer eine wunderbare Stimmung, in der sehr

offen geredet wird.

Wie kann man mitmachen?

Franziska Maral: Man kann sich einfach auf der

Website www.frauenessenkultur.de anmelden.

Adnan Maral: Ich hätte so etwas auch gerne unter

Männern. Das wär doch vielleicht ein neues Projekt . . .

Die mehrfach ausgezeichnete TV-Serie „Türkisch für Anfänger“ brachte dem Schauspieler Adnan Maral den

großen Durchbruch, er spielt Theater, TV- und Kinorollen, z. B. „Tatort“, „Großstadtrevier“, „Die wilden Kerle“ –

Ende 2019 wird er in der Kinoverfilmung von „Die Känguru-Chroniken“ zu sehen sein. 2015 gründete Adnan Maral

in München die Produktionsfirma „Yalla Productions“: Sie produzierte u.a. die Komödie „Servus,

Schwiegersohn“, die im Herbst 2019 in der ARD ausgestrahlt wird und Franziska und Adnan Maral zusammen

als Schauspieler zeigt. Adnan Maral arbeitet darüber hinaus als Buchautor: Im März erschien sein Roman

„Süperopa“ (Blanvalet Verlag), ein urkomisches Superheldenabenteuer über drei Generationen türkischer

Einwanderer. Bis Ende Oktober ist er damit auf Lesereise. Termine: www.randomhouse.de

Illustration: Lia-Charleen Royla

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Herrliche Nachmittagssonne auf

dem Steg des „Ammersee Hotel“

in Herrsching. Adnan Maral radelt

regelmäßig um den See: „Da kriege

ich Glücksgefühle und denke:

Wahnsinn, hier leben wir!“


Wir suchen uns den besten Friseur, die beste Kosmetikerin, den besten Zahnarzt. Sind wir unzufrieden,

wird eben gewechselt. Bei einer ästhetisch-medizinischen Korrektur, ganz besonders bei einem Facelift,

haben wir nur einmal die Wahl. Umso höher ist das Anforderungsprofil des Operateurs. Mit Recht

erwarten wir: vollendete Kunstfertigkeit, präzise Technik, Respekt für unsere Individualität, einen

untrüglichen Sinn für Ästhetik und die Expertise größtmöglicher Erfahrung. Schließlich geht es um

unser höchstes Gut – unseren gesunden Körper.

DR. LEVY, DR. SCHRANK, SCHINDLBECK-KLINIK HERRSCHING

Teamwork für die Schönheit

Genau dafür stehen Dr. Yoram Levy und Dr. Christian

Schrank seit Jahrzehnten: Talent, Streben

nach Perfektion, Leidenschaft, Können. Das Team, das seit

einer Dekade wissenschaftlich und praktisch kongenial

zusammenarbeitet, hat einzigartig positive Zahlen und

Ergebnisse vorzuweisen.

Mit Tausenden zufriedenen Facelift-Patienten und

konkurrenzloser Erfahrung gehört der international

renommierte Arzt Dr. Yoram Levy zu den Stars seines

Fachs. Der Facharzt für Chirurgie und Plastische Chirurgie

hat die hoch entwickelte Technik des Face-Neck-Lifts

mit dynamischem SMAS (Superficial Musculoaponeurotic

System) nach Deutschland gebracht und hier zur Vollendung

geführt. Er ist Deutschlands einziges „Master Member“

der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie.

Sein Partner Dr. Christian Schrank, seit 20 Jahren in

der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie tätig, leitet

dort die Sektion Facelift und Gesichts chirurgie.

Auch für ihn ist sein Beruf seit seinen Assistenz jahren

im Krankenhaus München Bogenhausen uneingeschränkte

Berufung: „Mich begeistern das ungeheuer

breite Spektrum, das die Plastische Chirurgie bietet, und

die Möglichkeit, in der Ästhetischen Chirurgie kreativ sein

zu können. Gleichzeitig besteht die besondere

Herausforde rung darin, dass unsere Ergebnisse funktional

und ästhetisch perfekt sein sollten.“

Seit 2011 praktizieren Dr. Levy und Dr. Schrank in der

renommierten Schindlbeck-Klinik in Herrsching am

Ammersee. Zuvor leitete Dr. Levy 24 Jahre lang die

berühmte Partnach-Klinik für Plastisch-Ästhetische

Chirurgie in Garmisch-Partenkirchen, wo auch die Zusammenarbeit

mit Dr. Schrank ihren Anfang nahm.

In ihrer Praxisklinik am Ammersee erleben Patienten

modernste Medizin in einem stilvoll funktionalen Ambiente.

Die Behandlung verläuft nach höchsten professionellen

Maßstäben, die Atmosphäre ist geprägt von menschlicher

Wärme, fürsorglichem Service und absoluter

Diskretion. Die Praxisklinik bietet das gesamte Spektrum

der gesichts- und körperformenden Maßnahmen an. Dazu

gehören: Stirn-Brauen-Lift oder Face-Neck-Lift, Augenlid-,

Nasen-, Kinn- und Ohrenkorrekturen sowie die sogenannten

nichtinvasiven Techniken mit Botulinum toxin A

(Botox), Eigenfett und Fillern. Weiter Brust vergrößerung,

-verkleinerung und -straffung, Bauch-, Oberschenkel-,

Oberarm- und Gesäßstraffung, Fett absaugung (Liposuktion)

und Hautoberflächenkorrektur.

Dr. Levys und Dr. Schranks ausgewiesener Schwerpunkt

ist das Face-Neck-Lift mit dynamischem SMAS. „Es ist State

of the Art, die Methode, die von den führenden Plastischen

Chirurgen der westlichen Welt angewandt wird“, sagt Dr.

Levy. „Und für mich die beste Operationstechnik. Es ist ein

Irrglaube, dass es bei einem Facelift darum geht, die Haut zu


Anzeige

Dr. Levy:

Dr. Schrank:

straffen. Die Spannung von der Oberfläche auf die Tiefe zu

übertragen, das ist die Kunst. Wir heben die abgesunkenen

und erschlafften Areale des Gesichts. Die Haut wird nur angepasst.“

Ein gelungenes Facelift verändert also nicht die Textur

und Spannkraft der Haut, sondern korrigiert die erschlafften

Strukturen darunter. Ziel ist das frisch, erholt, natürlich schön

– und vor allem unoperiert – aussehende Gesicht. „Wir wollen

Frauen hübscher und Männer attraktiver machen, ohne sie zu

verändern. Es geht darum, die Individualität eines Menschen

zu bewahren, die Harmonie wiederherzustellen, die Natur

möglichst ideal zu imitieren“, sagt Dr. Schrank.

Das betrifft zum Beispiel auch die brustformenden

Opera tionen. Denn eine ‚leer‘ gewordene Brust nach Schwangerschaften

oder im zunehmenden Alter (Involution) sollte

so ver größert bzw. wiederaufgebaut werden, dass sie zu den

übrigen Körperproportionen passt und natürlich aussieht.“

Daran, dass nichtinvasive Techniken ein Facelift ersetzen

können, glauben beide nicht. „Selbstverständlich arbeiten wir

auch mit Botox, Hyaluronsäure-Fillern und Eigenfett-In jektionen.

Wir setzen diese Techniken aber insbesondere für die

Verfeinerung unserer OP-Ergebnisse ein“, erklärt Dr. Schrank.

Die Facelift-Operation ist dank modernster Anästhesiemethoden

weitgehend schmerzfrei und wird in Dämmerschlafnarkose

ausgeführt. Die Ausfallzeiten sind überraschend

kurz. Ein bis zwei Tage Klinikaufenthalt genügen,

danach sollte man noch drei bis sechs Wochen auf Sport und

Sonne verzichten.

Die Gespräche vor einem Eingriff verlaufen entspannt

und sind so ausführlich, wie es dem Thema angemessen ist.

„Wir versuchen, objektiv, individuell, aber auch auf der Basis

unseres Schönheitssinns zu beraten. Den muss ein Plas-

tisch-Ästhetischer Chirurg einfach haben“, sagt Dr. Schrank.

Wann und ob der richtige Zeitpunkt für ein Facelift oder

eine andere ästhetische Korrektur gekommen ist, sollte

jeder Mensch für sich selbst und in Einklang mit dem

behandelnden Plastischen Chirurgen entscheiden. „Meist

spürt der Patient die größer werdende Diskrepanz zwischen

dem gefühlten Alter und dem äußeren Erscheinungsbild“,

so Dr. Levy.

Die meisten Patienten fangen ab der fünften Lebensdekade

an, diese Diskrepanz zu spüren. Da das Gesicht durch

das Face-Neck-Lift mit dynamischem SMAS ein inneres

Stütz korsett erhält, ist die optische Verjüngung in der Regel

haltbar. Dr. Levy und Dr. Schrank sind sich wie immer einig:

„Wir können die Uhr schon um einige Jahre zurückdrehen.“

DR. LEVY, DR. SCHRANK, SCHINDLBECK-KLINIK HERRSCHING

Seestraße 43, 82211 Herrsching

Tel. 08152 291 50

info@levy-schrank.com

www.levy-schrank.com / www.dr-schrank.de


SeeMensch

Der Baum-Meister

Nachhaltigkeit

gestalten

Können Kinder die Welt verändern? Felix Finkbeiner ist der beste

Beweis dafür: Aus seiner Idee, mit Bäumen den Klimawandel zu

stoppen, entwickelte sich eine weltweite Umweltorganisation

TEXT ANNA-LENA WOLFARTH

Nie war die Dringlichkeit,

etwas für

unsere Umwelt zu tun, präsenter als

heute. Und mit den „Fridays for

Future“- Demonstrationen wird der

Kampf gegen den Klimawandel von denen

angeführt, die am meisten darunter

leiden: den Kindern. Einer, der bereits

2007 angefangen hat zu handeln,

ist Felix Finkbeiner aus Uffing. Im Alter

von neun Jahren gründete er die

Umweltorganisation Plant-for-the-

Planet, hielt mit 13 Jahren eine viel

beachtete Rede vor der UN-Vollversammlung,

bekam 2018 das Bundesverdienstkreuz

verliehen und hat gerade

sein zweites Buch veröffentlicht:

„Wunderpflanze gegen Klima-Krise

entdeckt: der Baum“ . Dem 21-Jährigen

geht es vor allem um eines: andere zu

motivieren, die Welt ein Stück besser

zu machen.

Wie kamen Sie auf die Idee, mit Bäumen die Welt

zu retten?

Ich bereitete damals ein Referat vor, es ging um die

Klimakrise. Da las ich im Internet von Wangari Maathai,

Professorin in Kenia und Friedensnobelpreisträgerin. Sie

hat in 30 Jahren mit vielen Frauen afrikanischer Länder

30 Millionen Bäume gepflanzt. Da dachte ich: Das ist etwas,

was auch wir Kinder tun können, statt nur zuzuhören. Und

so lautet heute unser Motto: Stop talking, start planting.

Klimakrise um nicht weniger als

unser Überleben geht.

Was war der wichtigste Meilenstein

für Plant-for-the-Planet?

Der allerwichtigste war sicher,

als die UNEP, die Umweltorganisation

der Vereinten Nationen, uns die traditionsreiche

Billion Tree Campaign

übergab. Wangari Maathai, unser

großes Vorbild, war gestorben und

wir erbten die Kampagne von ihr.

Besteht im Kampf um den Klimawandel

ein Generationskonflikt?

Wir Kinder und Jugendlichen werden

die großen Katastrophen noch erleben.

Wer heute 60 Jahre alt ist, nicht. Aber

wir sehen, wie Unternehmer und Privatleute

sich mit großem Einsatz für unsere

Zukunft engagieren, auch wenn sie die

Folgen nicht mehr mitbekommen. Nur gemeinsam

können wir etwas erreichen.

Mit den Schulstreiks um Greta Thunberg und den

„Fridays for Future“-Demos steht der Klimawandel

im Fokus wie seit Langem nicht mehr. Verfolgen Sie

die Aktionen?

Natürlich! Viele unserer Botschafter sind wahnsinnig

aktiv, von Kiel über Berlin und München bis ins Allgäu.

Was gerade passiert, ist großartig, und wir finden, dass

die Schülerinnen und Schüler das genau richtig machen.

Mit neun Jahren wurden Sie politisch aktiv. Hatten Sie

das Gefühl, immer ernst genommen zu werden?

Ja, hatte ich. Auch heute erleben wir das mit den Kindern unseres

Netzwerks, die Reden halten. Zum Beispiel Jana, sie ist

zwölf, und nach ihrer Rede titelte eine Zeitung: „Zwölfjährige

stiehlt Polit- und Wirtschaftsprominenz die Show.“ Einer ihrer

Zuhörer, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, lud sie

danach zum Gespräch ein. Warum? Weil die Erwachsenen

uns ernst nehmen müssen. Wir sprechen aus, dass es bei der

Sie sind am Staffelsee aufgewachsen, haben in London

studiert. Sind Sie noch regelmäßig in der Heimat?

Ich bin wieder an unserem Stiftungssitz, dem blauen

Bahnhof in Uffing. Es ist der erste Plus-Energie-Bahnhof

in Deutschland, weil wir ihn energetisch saniert haben und

er mehr Strom erzeugt, als er verbraucht. In Possenhofen

bin ich auch fast jedes Jahr, in der Jugendherberge findet

unsere Kinderkonferenz statt. Da schmieden wir Pläne

fürs folgende Jahr. Und natürlich pflanzen wir Bäume!

Fotos: Plant-for-the-Planet

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Pflanzaktion in Starnberg: In der Plant-for-the-Planet-

Akademie beschäftigen sich Neun- bis Zwölfjährige mit

den Folgen des Klimawandels. Termine zum Mitmachen

finden sich auf www.plant-for-the-planet.org


Nachhaltigkeit

gestalten

Der Wellen-Bereiter

Start-up-Gründer Philipp Sinn ist es gelungen, Meereswellen

für die kommerzielle Stromerzeugung nutzbar zu machen –

mit schwimmenden, leicht zu installierenden Kraftwerken

TEXT STEFANIE LINDNER

Dem Wasser immer verbunden: Start-up-Gründer

Philipp Sinn ist privat leidenschaftlicher Segler

Auf die Idee, mit Wellen grünen

Strom zu erzeugen, kam Philipp

Sinn bereits Jahre bevor er SINN Power gründete: „Als

leidenschaftlicher Segler wusste ich schon früh die Kraft

der Wellen zu schätzen. Deshalb habe ich mich lange gefragt,

wieso daraus bisher noch keine Energie geschöpft

wurde.“ Für seine Dissertation befasste sich der gebürtige

Mannheimer mit verschiedenen Methoden zur Stromgenerierung

aus Meereswellen und stellte fest, dass es zwar

Ansätze für Wellenkraftwerke gab, diese für den kommerziellen

Markt aber viel zu teuer und unflexibel waren.

Im Zuge seiner Promotion 2014 hob Sinn das Unternehmen

SINN Power aus der Taufe und arbeitet mit seinem

Team seither an der erneuerbaren Energieversorgung

der Zukunft: „Unser Ziel ist es, Standorte mit Energie zu

versorgen, die bisher von teuren und klimaschädlichen

Dieselgeneratoren abhängig waren.“

Fotos: SINN Power

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SeeMensch

»Wir hoffen, dass in

fünf Jahren jeder

Wellenenergie kennt«

Philipp Sinn

Gelingen soll das mit massenproduzierbaren Wellenkraftwerken,

die leicht zu transportieren, einfach zu warten

und aus beliebig vielen Modulen zusammenzustellen

sind. Jedes Einzelmodul besteht aus einem flachen

Schwimmkörper mit einem Durchmesser von etwa drei

Metern, an dem eine Hubstange mit acht kleinen Generatoren

angebracht ist. Durch die Wellenbewegung wird der

auf dem Wasser aufliegende Schwimmkörper nach oben

gedrückt und sinkt danach wieder ab. Dabei bewegt die

Hubstange sich durch die Generatoren und treibt sie an,

sodass Strom entsteht.

Dieses System bietet gleich mehrere Vorteile: Im Gegensatz

zu Solar- oder Windenergie ist Wellenenergie

kontinuierlich verfügbar und gefährdet anders als Flusswasserkraft

weder Pflanzen noch Tiere: „Unsere Anlagen

schreddern keine Fische“, betont Sinn. Dafür lassen sie

sich an fast allen Küsten, an denen der Wellengang stark

genug ist, einsetzen. Das macht die Schwimmkraftwerke

interessant für Projektentwickler oder lokale Stromanbieter,

die so grünen Strom einspeisen und verkaufen können.

Erfolgreich eingesetzt wird die Technologie bereits in

Griechenland: „Im Dezember 2015 haben wir unseren

allerersten Prototyp in Form eines Einzelmoduls an der

Hafenmauer in Heraklion angebracht“, erzählt Sinn. Nach

Langzeittests soll das erste schwimmende Kraftwerk dort

2020 installiert werden. Und obwohl die Wellenkraftwerke

noch nicht im großen Stil hergestellt werden, steht SINN

Power bereits im Austausch mit ersten potenziellen Kunden.

Seit 2018 unterstützt darüber hinaus der Schweizer

Kapital Global Impact Fund das Start-up mit 4,7 Millionen

Euro – eine Finanzspritze, mit der die Technologie bis 2022

zur Marktreife gebracht werden soll. Philipp Sinns Vision:

„Wir hoffen, dass in fünf Jahren jeder Wellenenergie kennt

– so wie bereits heute jeder Solar- oder Windenergie kennt.“

Dem Standort Gauting will er trotz dieser ambitionierten

Pläne treu bleiben: „Die Umgebung bietet eine sehr gut

etablierte Infrastruktur mit vielen hochkarätigen Universitäten

und Forschungseinrichtungen, mit denen wir seit

mehreren Jahren eng zusammenarbeiten“, so der CEO.

Auch privat ist Philipp Sinn fest im Fünfseenland

verwurzelt: „Ich lebe seit meinem sechsten Lebensjahr

mit Unterbrechungen in Gauting. Ich bin hier zu Hause.“

Einer seiner persönlichen Lieblingsplätze? „Zum Schwimmen

im Sommer und Eishockey im Winter ist der kleine

Weßlinger See der beste – der wird am schnellsten warm

und wieder kalt.“

Die schwimmenden Kraftwerke gewähren

Küstenregionen mehr Unabhängigkeit bei

der Energieversorgung


SeeMensch

Die Energie-

Bündlerin

Nachhaltigkeit

gestalten

Sie sorgt für Durchblick im Tarifdschungel: Mit ihrem

Start-up 4hundred brachte Ilona Ludewig den ersten

volldigitalen Energieanbieter für Ökostrom auf den Markt

TEXT ANNA KAROLINA STOCK

Ilona Ludewig ist das Gründen gewohnt:

Das Starnberger Unternehmen 4hundred

ist bereits ihr viertes Start-up

Spätestens seit der Hambacher Forst

dem Braunkohleabbau zum Opfer

gefallen und zum Symbol für eine vermeintlich sinnlose

Umweltzerstörung geworden ist, steht das Thema nachhaltige

Energieversorgung wieder stärker im öffentlichen

Fokus. Ein Energiewandel sei auch längst überfällig,

findet Ilona Ludewig, Gründerin des Energie-Start-ups

4hundred. Statt auf starre und teure Standardtarife, wie

sie die meisten Energieversorger anbieten, setzt das volldigitale

Unternehmen neben Ökostrom auf ein flexibles

Vertragsmodell und tarifliche Transparenz. Mit Erfolg:

Seit der Gründung im Januar 2017 wächst 4hundreds

Kundenstamm stetig, allein seit vergangenem Sommer

hat er sich verfünffacht.

„Dass wir bereits in der Anfangsphase so schnell gewachsen

sind, zeigt, dass der Wunsch nach einer nachhaltigen

und vor allem einfachen Energieversorgung durchaus

vorhanden ist“, so die Firmengründerin, die viele Jahre als

Strategieberaterin in London tätig war. Das Problem sei der

undurchsichtige Tarifdschungel mit zu vielen zu ähnlichen

Angeboten und Stolperfallen. Anstatt immerfort nach dem

besten Deal zu suchen und dabei kostbare Lebenszeit zu

verlieren, seien die meisten Verbraucher froh, dass Strom

aus der Steckdose kommt. Nur wenn Preis und Service tatsächlich

überzeugten, seien sie bereit, den Stromanbieter zu

wechseln. „Genau hier kommt 4hundred ins Spiel“, verkündet

Ludewig. „Wir erfüllen diese beiden Wünsche.“ Die Verträge

sind jederzeit kündbar, und niemand zahlt mehr als

die direkten Energiekosten plus acht Euro Grundgebühr

im Monat. Verbraucht der Kunde in einem Monat weniger

Energie als gedacht, erhält er eine Zinsbelohnung, die einem

effektiven Jahreszins von vier Prozent entspricht –

daher der Firmenname „4hundred“.

Das Start-up deckt all seine Kosten allein mit der monatlichen

Grundgebühr ab. Dank schlanker Unternehmensstrukturen

und einer vollständigen Digitalisierung

Foto: 4hundred

60


SeeMensch

können die eigenen Kosten gering gehalten und die Kunden

entlastet werden. Es gehe nicht um Abzocke oder Gewinnmaximierung,

sondern um den langfristigen Nutzen

für die Gesellschaft, das heißt darum, saubere Energie

und eine positive Customer Experience anzubieten. „Wir

haben unser Geschäftsmodell von Anfang an auf den Kunden

abgestimmt“, so Ludewig. Dazu gehören nicht nur faire

Tarife, sondern auch ein Produkt, das sich mit Hilfe der

»Dass wir bereits in der

Anfangsphase so schnell

gewachsen sind, zeigt, dass

der Wunsch nach einer

nachhaltigen und vor allem

einfachen Energieversorgung

vorhanden ist«

Ilona Ludewig

Verbraucher ständig weiterentwickelt. „Wir nutzen das

Feedback der Kunden, um unser Angebot ihren Bedürfnissen

anzupassen“, erklärt die Gründerin. „Zum Beispiel

hörten wir von ihnen, dass eine tabellarische Preisdarstellung

übersichtlicher sei – keine 24 Stunden später hatten

wir die Übersicht auf 4hundred.com geändert.“

Schlanke digitale Lösungen und ein positives Kundenerlebnis

stehen bei 4hundred im Mittelpunkt und verschaffen

dem Start-up einen Vorteil gegenüber großen Konzernen

mit oft eingefahrenen Strukturen. „Wer heutzutage

wettbewerbsfähig sein will, muss kein Großkonzern sein.

Innovationsbereitschaft und Flexibilität sind ausschlaggebend.“

Nichtsdestotrotz hat sich das Start-up finanzielle

Unterstützung geholt. Großbritanniens größter unabhängiger

Energieversorger Ovo Energy hat Ende 2018 in 4hundred

investiert. Mit der Finanzspritze will das Unternehmen

weiter wachsen und sein Portfolio erweitern, zum Beispiel

durch intelligente Energiemanagement-Lösungen. Das

können Ladestrukturen für Elektrofahrzeuge sein, Smart

Home Devices oder Solarzellen für das Hausdach. „Die

Hauptsache sind ein transparentes, faires Angebot und eine

einfache digitale Handhabung“, betont Ludewig. Alles andere

habe keine Zukunft.

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Einrichten seit 1929

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Ausreichend Parkplätze vorhanden


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Fünfseen

– Land der

Lieblingsplätze

Nüchtern betrachtet, ist es hier viel zu schön, um wahr zu sein. Denkt das

Nordlicht auf Besuch. Und das Nordlicht, das hier lebt? Ist einfach nur se(e)lig

Aus der Sicht eines Hamburgers sollte es

so etwas wie das Fünfseenland eigentlich

gar nicht geben. Oder höchstens im Miniaturformat im

Land der Modelleisenbahnen. Doch, da würde es sich nett machen.

Ein bisschen kitschig, diese perfekt platzierten kleinen

Hügel und gewundenen Wege zwischen den Seen, dann noch

ein hingetupftes Wäldchen und als Kulisse: die Alpen, tadaaa!

Spätestens bei den barocken

Kirchen würde der Norddeutsche

anmerken, hier

habe man doch ein wenig

übertrieben. So viel Idylle

gehört sich irgendwie nicht.

Und ganz ehrlich, denkt sich

das Nordlicht, möchte es

die auch gar nicht um sich

haben. Hier mal eine graue

Industriehalle, dort mal ein

verfallenes Fachwerkhaus

– die machen den Mix doch

viel cooler.

Das erklärt vielleicht, warum

ich als Hamburgerin (die

mittlerweile genauso lange

am Ammersee lebt, wie sie

im Norden gelebt hat) den Atem anhalte, wenn ich auf den

See schaue und nur jubeln könnte. Es scheint mir unwirklich.

Da ist auch ein bisschen Scham, als hätte ich meine Wurzeln

verraten. Denn an der Elbe zu sitzen, fühlt sich auch an den

schönsten Plätzchen fair und ruhig an, dem Schweröl- und

Industriemief sei Dank. Eine Radtour durch den Hafen macht

ebenfalls glücklich, es gibt jede Menge spannende Bauten und

Schiffe zu entdecken, und das Licht ist viel klarer als im Süden.

Alles ist weit und groß, alles ist möglich. Doch an fast jeder

Ecke wird man daran erinnert, dass das Leben eben nicht

nur Idylle ist.

Zurück ins Fünfseenland: Sowie ich also meine Scham

abgeschüttelt habe, nehme ich mir vor, den Münchnern

(= natürliches Feindbild) NIEMALS zu verraten, wie toll

diese meine Lieblingswiese

mit der alten Weide darauf

ist. Ich wähne mich geradezu

von den Göttern erwählt,

dass ich sie gefunden habe.

Bis ich mit meiner Freundin

auf dem Steg ihres Ruderclubs

sitze und feststelle: Sie

wurde offenbar auch von den

Göttern erwählt. Ebenso wie

die Freunde in Tutzing und

die in Bachern – hier könnte

ich ewig weiterschreiben,

denn es gibt in diesem Eck

tatsächlich so viel Schönheit

wie Sand am Meer, um

mal wieder im Norden anzudocken.

Meine Hamburger Verwandtschaft macht sich gern lustig

über diese „Heidi-Idylle“ (Bayern und Schweiz sind für sie

quasi eins), kritisiert die hohe Dichte an teuren Sportwagen

und die Abwesenheit von Filterkaffee – und liebt es dennoch,

mich zu besuchen. Was mir dann wieder klarmacht: Man

muss sich gar nicht entscheiden zwischen Norden und Süden,

der See und den Seen. Im Gegensatz liegt der Zauber.

Silke Heuschmann hat in Hamburg und Berlin

gelebt, bevor die Liebe sie in den Süden lockte.

Seit 20 Jahren wohnt sie nur 200 Meter vom

Ammerseeufer entfernt. Die Glückliche!

Foto: Maren Martell

62


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SeeTipps

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Außergewöhnliche Ideen und

individuelles Design: Wir zeigen

besondere Sachen und Accessoires

zum Verschenken – oder doch

lieber selbst behalten?

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Sissi Tauberts große Leidenschaft ist

das Arbeiten mit Leder und ausgewählten

Materialien. In ihrer traditionellen Werkstatt

in Breitbrunn am Ammersee bietet

sie eine vielfältige Auswahl an Taschen,

Jägerrucksäcken, Hosenträgern, Kissen

und noch einigem mehr.

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Den „Seewilli“ – Williams-Schnaps,

ver feinert mit Birnensaft, Honig und

Zimt – serviert man am besten eiskalt

im Stamperl. Der legendäre Shot der

„Flimmi’s“-Bar in Tutzing ist jetzt auch

als Mitbringsel erhältlich.

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Magisch sind die Lampen der

Manufaktur TraVani am Starnberger

See: Ariane Vollmar fertigt

stilvolle Leuchten aus Draht

und LEDs. Ein einzigartiges

Spiel aus Licht und Design,

das in 1001 Nacht entführt.

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PAPIER-

ZAUBER

Konservatorin und Buchbinderin

Alexandra von

Schönberg widmet ihrem

Handwerk viel Ruhe und Zeit.

In einem idyllischen Gutshof

nahe dem Kloster Andechs

zaubert sie mit Fantasie

und Geschick Schachteln, Alben, Pinboards

und Mappen aus feinen Stoffen und Papier.

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REGIONAL & GUT

Das „SainerZeit“ liegt mitten im Zentrum von

Seeshaupt. Im Café mit Vintage-Einrichtung und

Garten gibt es nicht nur leckeres Frühstück und

selbst gebackenen Kuchen, sondern auch eine

feine Auswahl an Erzeugnissen aus der Region.

www.touristinfo-seeshaupt.de

Fotos: PR; Nadine Obermeier (1)

64


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LUPACO CONCEPTSTORE SEESHAUPT

Ein Ort zum Stöbern

und Verweilen

Im idyllischen Seeshaupt am südlichen Ende des Starnberger

Sees gibt es viele Schätze zu entdecken. Nicht nur

an der Hauptstraße zwischen den schönen Cafés und Shops,

sondern auch im Gewerbegebiet finden sich spannende

Unternehmen. Zum Beispiel der LUPACO Munich Conceptstore.

In lässiger Loft-Atmosphäre präsentiert dort das

Münchner Label LUPACO Munich auf 200 Quadratmetern

die eigene Kollektion sowie eine exklusive Auswahl von Living,

Accessoires, Schuhen, Fashion und Spielwaren. Seit

Neuestem gibt es dort auch die schönen Porzellanprodukte

von Räder zu kaufen. Ein kleines, feines Repertoire an

besonderen Kinderbüchern, Karten und Geschenkaccessoires

hält der Store ebenfalls für seine Kunden bereit, die sich

an der Café-Bar immer ein heißes Getränk zubereiten lassen

können. LUPACO Munich steht für „Spaß beim Rausgehen

haben“ – bei jedem Wetter. Die atmungsaktive Regen- und

Outdoor-Bekleidung für Klein und Groß ist nicht nur bequem

und funktionell, sondern auch modern und raffiniert. Eine

coole Klamotte für Leute, die gerne draußen sind und dabei

gut aussehen wollen. Im Conceptstore in Seeshaupt sind die

Mode und Philosophie von LUPACO direkt erlebbar. Es ist

das Headoffice des Labels – hier wird designt, besprochen,

gelagert und versendet. Nur fünf Gehminuten vom Bahnhof

entfernt, ist der Store schnell erreichbar. Er liegt direkt

neben dem Naturschutzgebiet um den Frechensee.

Wer stöbern, wechselnde Ausstellungen lokaler Künstler

bewundern oder einfach nur ein nettes Gespräch führen

möchte, ist immer herzlich willkommen!

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82402 Seeshaupt

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SeeTipps

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Ein handwerklich arbeitender

Buchbinder hat für sämtliche

Auf gaben mindestens eine Lösung

parat. So auch Olaf Nie. In seinem

Atelier in Weßling entstehen

individuelle Bucheinbände für

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Zeigen, von welchem

See man kommt, mit

den kreativ bedruckten

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Beanies und Taschen

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Munich Store in Seeshaupt

und online:

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66


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Einfach ankommen

Das Rauschen des Wassers, eine belebende Seebrise

und ein Ausblick, der ein Lächeln ins Gesicht zaubert:

Direkt am Starnberger See gelegen, ist das Seehotel Leoni

schon seit jeher ein Platz zum Glücklichsein. Es ist ein Ort mit

Geschichte und unzähligen Geschichten – von Ferientagen

am See, ausgelassenen Festen und geselligem Beisammensein.

Für frischen Wind im Haus sorgen Hoteldirektorin Elisa

Kiem und ihr Team. Das Hotel soll Treffpunkt sein, für Gäste

genauso wie für Einheimische und Ausflügler. Jeder ist

willkommen. Freunde können sich auf der gemütlichen

Sonnenterrasse entspannt zurücklehnen, einen schnellen

Lunch genießen oder den Abend bei einem Drink ausklingen

lassen. Spielt das Wetter nicht mit, bietet der lichtdurchflutete

Wintergarten genügend Platz und denselben schönen

Seeblick. Die Nähe zum Schlosspark und zum Rathaus in

Berg machen das Leoni außerdem zur idealen Location

fürs Hochzeitsfest.

Verliebte können auf den schönsten Tag im Leben anstoßen,

ganz klassisch mit einem mehrgängigen Menü oder ungezwungen

mit einem Flying Buffet. Alles ist möglich. Und nach

der Feier? Entspannt es sich wunderbar im angeschlossenen

Spa. Ausgewählte Behandlungen, Sauna und Indoor-Pool

helfen, die Batterien wieder aufzuladen.

Seehotel Leoni

Assenbucher Straße 44

82335 Berg am Starnberger See

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Glückliche Kinder sind unsere Mission.

Wir kennen über 200 Internate in England

persönlich und finden gemeinsam mit

Ihnen und Ihrem Kind die richtige Schule

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Im Sommer öffnen viele britische

Internate übrigens ihre Türen für

Sprachkurse für 12- bis 17-jährige

Schüler. Vormittags findet in kleinen

Gruppen Englischunterricht statt, gefolgt

von Sport, Spiel und spannenden

Ausflügen am Nachmittag.

Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gern.

Theresa und Barbara Glasmacher

Tel: 089 - 384 054 - 0

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SeeHaus

EINFACH

KONSEQUENT

Ein Grundstück am See zu finden, ist wie ein Sechser im Lotto.

In der Nähe von Herrsching hatte ein Ehepaar aus München

das Glück. Ihr neu gebautes Haus zeigt, mit wie viel

Respekt moderne See-Architektur der Natur begegnet

TEXT

FOTOS

MARTIN FRAAS

REGINA RECHT

Niemals langweilig, immer anders: Vom Blick auf den Ammersee

kann Hausherr Peter W. Hartmann nicht genug kriegen

69


SeeHaus

Oben: Das überstehende Flachdach am Eingang dient als eleganter Wetterschutz – und obendrein als Hingucker.

Rechts: Einen Kontrast zur strengen Linienführung setzen der „Swan“- und der „Egg“-Sessel von Arne Jacobsen

Es sei immer sein Traum gewesen, wieder

an einem See zu leben, verrät uns der

62-Jährige, der einige Jahre am Bodensee verbrachte. Doch

es sollte Jahrzehnte dauern, bis Peter W. Hartmann sich seinen

Traum erfüllte. Als Unternehmensberater war er viel

unterwegs, führte ein Metropolendasein, mit Hauptstandort

München – bis die „Seensucht“ stärker wurde und der

Wunsch wuchs, die Perspektiven zu ändern. Zusammen mit

seiner Frau Maria sah er sich auf der Westseite des Ammersees

nach einem Haus oder Grundstück um. Dort waren die

Preise noch moderater als am Ostufer. Irgendwann erwähnte

ein Makler ein Seegrundstück auf der anderen Seite bei

Herrsching, es sei allerdings ungewöhnlich geschnitten.

„Er hat nicht übertrieben“, erzählt Hartmann mit einem

Schmunzeln, „der Grundriss war wirklich eine Herausforderung.“

Wir stehen am Panoramafenster seines

Hauses und blicken über das großzügige Grundstück.

Vorne ist es 30 Meter breit, doch nach hinten hin verjüngt

es sich auf nur 15 Meter. „Dazu kommt die problematische

Hanglage“, erklärt der Hausherr. Nahe des Seeufers gab es

zudem einen Altbestand, keine verwunschene Schönheit,

sondern ein Häuschen in desolatem Zustand. Zunächst

wollten die Hartmanns daran festhalten, es dornröschengleich

wachküssen und renovieren. Doch nach erfolglosen

Verhandlungen mit der Gemeinde kamen sie zur Erkenntnis,

dass ein Abriss und Neubau die wohl einfacher zu verwirklichende

Alternative sei.

So entstand 2016 ein Haus, das sicher zu den raffiniertesten

am Ammersee gehört und beim Wettbewerb „Häuser

des Jahres“ von der Fachjury des Münchner Callwey

Verlags als eines der „50 besten Einfamilienhäuser 2018“

deutschlandweit prämiert wurde. Ein Kubus mit Flachdach,

strengen geometrischen Formen, großen Fensterflächen

und dunkler Holzfassade. „Eine moderne

70


»Ein Haus muss

die Gegend

wahrnehmen

und mit ihr

korrespondieren«

Peter W. Hartmann


SeeHaus

Links: Die moderne Interpretation eines Kronleuchters

im Badezimmer stammt vom Designer Gino Sarfatti.

Rechts: Die mit Filz belegten Trennelemente sind Sideboard und

Sitzbank zugleich. Das Bett hat der Hausherr selbst entworfen

Interpretation der für den Ammersee typischen Bootshäuser“,

so skizziert es Hartmann. Und ergänzt: „Wir wollten

einen ganz klaren Stil.“ Den das Paar gemeinsam mit dem

Münchner Architekten Stephan Rauch verwirklichte.

Der schmale Bau folgt dem Hang. Es gibt drei Ebenen, von

denen zwei jeweils 50 Zentimeter tiefer liegen, während die

Deckenhöhe gleich bleibt. So wächst der Innenraum von

2,50 Metern oben bis auf 3,50 Meter zum See hin. Unterteilt

werden die mit drei Stufen verbundenen Bereiche jeweils

von Sideboards. Sie sind mit Filz belegt und dienen auch als

Sitzmöbel. Die Bank am Fenster, neben dem Kamin, ist der

Lieblingsplatz der Hausherrin. Hier liest sie, lässt sich aber

auch gerne vom spektakulären Blick auf den See ablenken.

Dass Architekt und Bauherr einen so radikalen Bau

realisieren konnten, ist am Ammersee eher die Ausnahme.

In den meisten Gemeinden gibt es strikte Vorgaben, die

vom Satteldach bis zur Fenstergröße und Fassadenfarbe

reichen. Aber Peter W. Hartmann wollte mit dem modernen

Bau keinen Fremdkörper in diese gewachsene Kulturlandschaft

setzen. „Ein Haus muss die Gegend wahrnehmen

und mit ihr korrespondieren“, sagt er. Da in der Nähe ein

Spazierweg verläuft, konnte sich von Beginn des Bauprojekts

an jeder einen Eindruck davon verschaffen, ob diese

Maßgabe auch erfüllt wurde.

Selbst kritische Beobachter mussten eingestehen, dass

sich die anthrazitfarben lasierte Lärchenholzfassade erstaunlich

harmonisch ins traditionelle Umfeld einfügt.

Nein, das Haus protzt nicht. Es ist präsent, aber nicht aufdringlich.

Nicht traditionell, aber doch auf eine ganz eigene

Art klassisch. Den Hausbesitzern ist dieses positive Urteil

wichtig. Denn das Grundstück hat, obgleich am See gelegen,

keinen direkten Zugang dazu. Das Ufer ist idyllisch verwachsen.

Wenn der ehemalige Leistungsschwimmer und

Wasserballer schwimmen gehen möchte, tut er das am

500 Meter entfernten Badesteg. Und trifft dort oft auf andere

Anwohner, die inzwischen sogar ein bisschen stolz auf

die Attraktion in der Nachbarschaft sind. Der moderne

Bau hat sich schnell etabliert.

Auch im Inneren des Hauses ist Konsequenz das zentrale

Leitmotiv. Eine durchgehende Holzwand aus geweißter

Eiche entlang der Längsachse teilt den Wohnbereich mit

Südausrichtung vom Funktionsbereich ab, der dem Norden

zugewandt ist. Der Wohnbereich besteht aus Schlaf-, Essund

Wohnzimmer. Eine Besonderheit ist die Verglasung des

Schlafzimmers, die über den gesamten Innenraum hinweg

den Blick auf den See ermöglicht. Nichts stört diese Blickachse,

selbst der Dunstabzug im Kochbereich ist in eine

schmale Lampe integriert. Der Funktionsbereich auf der

73


SeeHaus

Links: Der malerischen Aussicht durch das Panoramafenster darf nichts im Weg stehen.

Rechts: Es gibt keinen direkten Zugang vom Grundstück zum Wasser, dafür einen zauberhaften Garten

rechten Seite ist dagegen durch Wände unterteilt. Er umfasst

einen Technikraum mit Werkstatt, das großzügige

Bad und einen Familienraum, den im Moment der elfjährige

Sohn für sich erobert hat.

Integriert in die durchgehende Trennwand, auch Funktionswand

genannt, sind jede Menge Stauflächen, die Bibliothek

sowie Spülmaschine, Kühlschrank und Backofen.

Die grifflosen Schranktüren öffnen sich durch Antippen.

Es ist auch hier die Liebe zum Detail, die das Haus so besonders

macht: „Ich habe mich erfolgreich gegen Lichtschalter

an dieser Funktionswand gewehrt“, sagt Peter W. Hartmann.

„Und die Zimmertüren schließen auf einer Linie mit der

Funktionswand. Es war mein Anliegen, die Ästhetik konsequent

umzusetzen.“

Übrigens auch im Garten. Den gestaltete der neue Besitzer

ebenfalls selbst, mit der Unterstützung eines befreundeten

Gartenbauingenieurs. Gemäß der Grundidee: Welche

Pflanze passt in die Gegend? Alle bestehenden Bäume –

eine große Eiche, eine Linde, zwei Walnussbäume sowie

ein Apfel- und ein Pflaumenbaum – wurden erhalten.

Dazu kamen Rhododendren, eine früh blühende Zaubernuss,

ein Eisenholzstrauch und die immergrüne Magnolia

grandi flora, die sich in Europa bisher vor allem am Comer

See wohlfühlt. Ein Teil der Fläche wurde in einen pflegeleichten

Präriegarten verwandelt. Das leidenschaftliche

Hobby gärtner-Ehepaar liebt Stauden und Gräser.

„Der Aufenthalt hier ist für uns immer wie Urlaub“, sagt

Hartmann. „Ich merke, wie sich unsere Stimmung sofort

positiv verändert.“ Was auffällt: Ein TV-Gerät sucht man in

dem mit Designermöbeln ausgestatteten Hightech-Refugium

vergebens. „Das brauche ich auch nicht“, erklärt Hartmann.

„Auf den See zu schauen, ist für mich spannender als jedes

Fernsehprogramm. Seine Farbe verändert sich manchmal

innerhalb weniger Minuten von einem karibischen Blau in

Blutrot oder in ein milchiges Weiß, das an die Stimmung

am Meer erinnert. Was gibt es Schöneres?“

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SeeHaus

Fotos: PR (2)

76


SeeHaus

Heilige Hallen

in heutigen Zeiten

Schon immer waren Kirchen und Konvente ruhende Pole im

rastlosen Wandel der Zeit. Doch heute müssen sich Klöster neu

orientieren, auch im Fünfseenland. Wir haben uns umgesehen:

Unser erster Besuch führt uns zum Kloster Wessobrunn

TEXT

FOTOS

KARIN LOCHNER

PETER VON FELBERT

Das Benediktinerkloster

Wessobrunn wurde im Jahr

753 gegründet. 2014 kaufte

es Martina Gebhardt, um sich

hier mit ihrer Naturkosmetikfirma

niederzulassen

77


Der alte Herd steht noch, er wird für die

Rohstoffvorbereitung verwendet. Auch

der Backofen wird noch genutzt, zum Kräuter trocknen. Und

im ehemaligen Speisesaal, in dem früher 80 Schwestern

verköstigt wurden, ist der Versand unter gebracht. Von hier

aus gehen sie in die Welt: die „Sieben-Kräuter-Maske“, die

„Rosencreme“, das „Ginseng Tonic“. Im Kloster Wessobrunn

mit seiner 1200-jährigen Geschichte wird heute Naturkosmetik

verkauft, verpackt – und bald auch produziert. Fünf

Jahre ist es her, dass Äbtissin Hildegard Jansing und Bio-

Kosmetik-Pionierin Martina Gebhardt die Verträge zum

Verkauf des Klosters unterzeichneten. Über den Kaufpreis

wurde Stillschweigen vereinbart. Nur so viel ist bekannt:

Allein die Gebäude nebenkosten inkl. aller Nebengebäude

liegen im Jahr bei etwa 50.000 bis 60.000 Euro.

Das Wessobrunner Kloster steht im Pfaffenwinkel, wie

ein Gegenstück zum Kloster Andechs, das weithin sichtbar

auf seinem Hügel thront. Wessobrunn dagegen duckt sich

bescheiden hinter eine Anhöhe. Das Kloster ist berühmt für

das „Wessobrunner Gebet“, ein Schöpfungsgedicht, das zu

den ältesten poetischen Zeugnissen altdeutscher Sprache

zählt. Ebenso für die „Wessobrunner Schule“, die seit dem

17. Jahrhundert bedeutende Stuckateure hervorgebracht

hat, etwa die Brüder Johann Baptist und Dominikus

Zimmermann. Meisterhafte Stuckverzierungen zeugen

auch heute noch von der Blütezeit des Klosters im 17. und

18. Jahrhundert. Wessobrunn war das bedeutendste

Stuck atorenzentrum Europas – und lockte viele Besucher

in den kleinen Ort. Auch wer heute ins Wessobrunner

Kloster kommt, hat ein lohnenswertes Ziel.

Die Besitzerin finanzierte sich ihr Architekturstudium

mit der Herstellung von Cremes. Heute verkauft sie

ihre Naturkosmetik in rund 30 Länder

Das verspricht Martina Gebhardt, Chefin und kreativer

Kopf des gleichnamigen Naturkosmetikunternehmens.

Die 59-Jährige mit dem festen Händedruck ist zusätzlich

eine gefragte Architektin. Schließlich dienten Herstellung

und Verkauf ihrer ersten Cremes dazu, sich das Studium zu

finanzieren. „Architektur, das passt auf den ersten Blick

gar nicht zur Kosmetik, oder?“, fragt sie amüsiert mit tiefen

Grübchen in ihren Wangen. „Auf beiden Gebieten bin ich

für die Haut zuständig, in der Kosmetik und bei einem

Haus.“ Dass das Kloster zum Verkauf stand, erfuhr die

Selfmade-Frau durch Zufall. Dabei liegt es nur wenige

Kilometer von der bisherigen Firmenadresse entfernt,

ganz in der Nähe des Ammersees.

„Was mich besonders freut, sind die drei Quellen“, sagt

die neue Besitzerin. Sie waren vor über 1200 Jahren der Anlass

für die Klostergründung. Natürlich wird das berühmte

Quellwasser künftig in den Produkten verwendet, ebenso

die Heilpflanzen aus dem Klostergarten. Frisch verarbeitet

und aus biologisch-dynamischem Anbau. Schon seit einigen

Jahren hatte die Unternehmerin nach einem neuen

Gebäude für ihre Naturkosmetikfirma gesucht. Ein Zweckbau

kam für die Liebhaberin alter Bauten nicht in Frage:

Sie suchte ein Haus mit historischem Charme, ähnlich

der alten Firmenheimat – einem Bauernhof im sieben

Kilometer entfernten Pessenhausen bei Rott. „Dank der

Möglichkeit der Übernahme des Klosters erfüllt sich für

mich ein Traum“, schwärmt die Unternehmerin.

Martina Gebhardt hatte schon immer eine Vorliebe für

alte Gebäude. „Es stimmen für mich einfach die Proportionen

und diese unglaubliche Hingabe zum Detail.“ Der reich

verzierte Fürstentrakt beispielsweise. Oder die Stuckarbeiten,

mal auffällig, mal filigran. Linker Hand zweigt der berühmte

Prälatentrakt ab. Martina Gebhardts Blick schweift

die Gänge entlang. Sie ist überzeugt, dass sich die Gedanken

und Gebete der Klosterbewohner über Jahrhunderte

in den Mauern eingebettet haben und zur friedvollen

Ausstrahlung beitragen.

78


Nicht nur die Decken sind eine Pracht.

Die Natursteinböden aus Solnhofener

Kalkstein sind präzise von Hand verlegt

Das Durchschnittsalter der letzten zwölf Ordensfrauen,

die in Wessobrunn lebten, lag bei 77 Jahren

Seit 1913 bewohnten die Missions-Benediktinerinnen

das Klosterareal, 1929 kauften sie es sogar. Bis 2012 lebte

die Gemeinschaft nach der Regel des heiligen Benedikt:

ora et labora – bete und arbeite. Geplant war zunächst,

das Kloster als Erholungsstätte für kranke und alte Mitschwestern

zu nutzen. Schon bald übernahmen Schwestern

Aufgaben in der Gemeinde, errichteten einen Kindergarten

und pflegten Kranke im Dorf. 80 Jahre lang wurden Wessobrunner

Kinder im Kindergarten von den Schwestern

erzogen. Und 40 Jahre lang leisteten die Ordensfrauen zusätzlich

als Krankenschwestern Dienst in der ambulanten

Krankenpflege. Während der Kriegsjahre wurde das Haus

für Umsiedler genutzt, zehn Jahre lang war es nach dem

Zweiten Weltkrieg Ausweichkrankenhaus der Stadt München

für altersschwache Dauerpatienten. Von 1954 bis 2001

boten die Schwestern sogar kranken Kindern aus ganz

Deutschland im Kinder- und Jugendkurheim eine Oase

für Genesung und Erholung.

Die Gesundheitsreform vor zwei Jahrzehnten brachte für

die Kinderkuren das endgültige Aus. Nun war klar, dass die

Klostergemeinschaft irgendwann würde verkaufen müssen.

Nach zwölf Jahrhunderten des Arbeitens und des Betens,

nach vielen Umbrüchen und Wendungen war dem Kloster

irgendwann die Zeit davongelaufen: Die letzten zwölf Missions-Benediktinerinnen

von Tutzing, die das Kloster mit seinen

10.000 Quadratmetern Nutzfläche am Laufen hielten,

hatten am Ende ein Durchschnittsalter von 77 Jahren. Sie

verließen schweren Herzens das U-förmige Gemäuer Ende

2012 – es war wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Weder der

Staat noch die zuständige Diözese Augsburg wollte Wessobrunn

kaufen. Eine Akademie für Stuckateure und Kirchenmaler

sowie eine Klinik für psychosomatische Krankheiten

waren als Interessenten im Gespräch – und wollten das

79


SeeHaus

Ihre Kosmetik ließ Martina Gebhardt Demeter-zertifizieren. Creme-

Ingredienzen sollen künftig auch aus dem Klostergarten kommen

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Foto: Daniel Grund


SeeHaus

ganze Terrain. Ein Teil der Klosteranlage gehört aber der

Pfarrgemeinde: Die sträubte sich, es kam zu keiner Einigung.

Die Sorge der Schwestern, dass sich ein ausländischer Investor

oder gar eine Sekte des Klosters bemächtigen könnte,

wurde von Martina Gebhardt ausgeräumt.

Das Kloster sollte ein Ort bleiben, wo Menschen

gerne arbeiten, leben und Erholung finden

Wessobrunn ist ein Beispiel dafür, was aus alten Klöstern

wird, die aufgegeben werden. Etwa, weil die verbliebenen

Brüder oder Schwestern zu alt und zu wenige geworden

sind. So war es auch bei den Missions-Benediktinerinnen

von Tutzing. „Es hätte uns nicht gefallen, wenn ein Nobelhotel

draus gemacht worden wäre“, sagen die Schwestern.

„Oder ein russischer Oligarch eingezogen wäre. Es gab sogar

mal Interessenten für Rotlichtzwecke.“ Mit dem Verkauf

an Gebhardt sind die Benediktinerinnen zufrieden:

„Das ist in unserem Sinne. Wir sind sehr, sehr dankbar.“

Das Landesamt für Denkmalpflege hatte Bedingungen.

Kein Problem! Martina Gebhardt garantierte, dass die historische

Substanz bewahrt werde, indem sie nicht nur ein

vielseitiges Nutzungskonzept aufweisen konnte, sondern

als Architektin auch die nötige Sachkenntnis für den Erhalt

der denkmalgeschützten Räume mitbringt. Die Ordensfrauen

leben mittlerweile im Tutzinger Mutterhaus des

Ordens und kommen öfter zu Besuch, um sich mit

Gebhardt über Heilkräuter auszutauschen. Ihr großer

Wunsch: Das Kloster soll ein Ort bleiben, wo nach ihren

Worten „Menschen gerne arbeiten, leben und weiterhin

das finden, was Leben lebenswert macht: Stärkung und

Erholung für Leib und Seele“.

Darüber freuen sich die Nonnen: Die „spirituelle

Kraft des Ortes“ wollten sie genutzt sehen, ein Punkt, der

Martina Gebhardt besonders am Herzen liegt. Sie öffnet

ihr Kloster jetzt mitunter für Konzerte. Auch Workshops

und Seminare mit Übernachtungen sollen bald angeboten

werden. Die neue Hausherrin hat eine historische Apotheke

eingerichtet. „Die Sicherung des Kulturgutes ist meine

Verantwortung. Dafür geben wir das meiste Geld aus.“

Dabei räumt die Architektin ein: „Nicht in meinen wildesten

Träumen habe ich mir vorgestellt, dass ich diese Verantwortung

übernehme.“ Martina Gebhardt sieht sich

mit ihrer Naturkosmetik, den neu angelegten Gärten,

der Verwendung der Kräuter dennoch in einer Tradition:

„Die Heilkunde und auch die Kos metik, wie ich sie verstehe

und verwirkliche, kam letztlich aus den Klöstern.“ In

Kloster Wessobrunn finden regelmäßig Workshops statt,

z. B. „Kalligraphie“ oder „Historische Klosterkräuter

sammeln und daraus Naturkosmetik erstellen“.

Infos und Anmeldungen:

www.klosterwessobrunn.de

Born to be

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81


SeeHaus

Es gibt noch mehr Klöster zu entdecken!

Kloster Beuerberg

Das Kloster Beuerberg im Landkreis Bad Tölz-

Wolfratshausen blickt auf eine bewegte Geschichte zurück:

Gegründet 1121, stürzt 1628 die dreischiffige Basilika

ein – als man versucht, das Bauwerk umzugestalten, was

gründlich schiefgeht. Nur der Hochaltar bleibt unversehrt.

1630 beginnt der Wiederaufbau, bei dem die Kirche nach

dem Vorbild der Münchner Michaelskirche neu entsteht.

1803 dann der große Schock: Im Zuge der Säkularisation

wird das Kloster aufgelöst und die Kirche zur einfachen

Pfarrkirche „degradiert“. Sämtliche Schriften und Bücher

gehen an die Bayerische Staatsbibliothek und die Universitätsbibliothek

München. Erst 1835 kehrt das klösterliche

Leben zurück: Die Salesianerinnen kommen nach Beuerberg

und gründen eine Mädchenschule,

ein Müttergenesungsheim

und ein Erholungsheim für Senioren.

Im Dezember 2013 stirbt mit Schwester

M. Innocentia Donius die letzte

Oberin des Klosters, was erneut das

Aus des geistlichen Lebens bedeutet.

Die übrigen 14 Schwestern ziehen in

Altenheime der Franziskanerinnen

und der Barmherzigen Schwestern.

Im Oktober 2014 übernimmt das

Erzbistum München-Freising die

Anlage, um sie zu erhalten und für die

Gemeinde und kirchliche Organisationen

zur Verfügung zu stellen. So fanden

in den vergangenen Jahren viel

beachtete Ausstellungen statt, die den

Besuchern das Leben im Kloster nahebrachten.

Wahrlich niemand hätte jemals mit solch einem

Besucherstrom gerechnet: Rund 45.000 Menschen besuchten

die erste Ausstellung „Klausur – vom Leben im Kloster“.

Auch dieses Jahr gibt es vom 1. Mai bis zum 3. November wieder

eine Ausstellung: „Heimat. Gesucht. Geliebt. Verloren“ in

Kooperation mit dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege.

Gäste können während der Ausstellung im Kloster

frühstücken, zu Abend essen oder gleich selbst in der Backstube

bei der Zubereitung heimatlicher Leckereien mithelfen.

Das Klosteratelier bietet zudem Führungen und kreative

Workshops für jede Altersstufe.

Das Refektorium und die Veranda im beschaulichen

Kreuzhof sind während der „Heimat“-Ausstellung wieder

beliebte Orte zum Verweilen. Darüber hinaus bleiben die

historischen Räumlichkeiten für einen Blick in die Klausur

geöffnet. Wer eine Pause braucht, ist im Restaurant „Die

Klosterküche“ im Refektorium und im blühenden Klostergarten

gut aufgehoben. In neuem Licht präsentiert sich

auch die Klosterkirche. Sie dient zudem als Konzertsaal

für die „Beuerberger Klosterkonzerte“.

Kloster Beuerberg, Königsdorfer Straße 7,

82547 Eurasburg-Beuerberg

Erzabtei St. Ottilien

Die Erzabtei St. Ottilien ist mit der Gründung 1887 ein

vergleichsweise junges Kloster. Trotzdem reicht ihre Tradition

deutlich weiter zurück: Schon für das Jahr 1365 ist

eine Wallfahrt zur Heiligen Ottilia in Emming nachgewiesen,

im 16. Jahrhundert entsteht dort ein Herrensitz samt

Kapelle und kleinem Schloss. Doch erst nach mehreren

Besitzerwechseln entdeckt der Schweizer Benediktiner

Andreas Amrhein den mittlerweile verwaisten Weiler –

und kauft ihn. Er benennt das Kloster nach dem bekannten

Wallfahrtsort und findet, die Benediktinermönche sollten

ihre Botschaft auch in die Welt hinaustragen. Deshalb

gilt St. Ottilien heute als Mutterkloster der sogenannten

Missionsbenediktiner – schon 1887 entsendet es die ersten

Mönche als Missionare nach Afrika, Korea und China.

1941 werden alle Ordensbrüder aus der Abtei vertrieben

– die Nazis verwandeln das Anwesen in ein Kriegslazarett.

Nach Kriegsende entsteht ein Lager für Vertriebene, in

dem auch ehemalige Häftlinge aus Konzentrationslagern

versorgt werden. Heute leben wieder rund 110 Mönche

in St. Ottilien: Sie betreuen einen eigenen Verlag, das

Rhabanus-Maurus-Gymnasium, das seit den 70er-Jahren

auch Mädchen aufnimmt, mehrere Handwerks betriebe

sowie eine vorbildliche Landwirtschaft, zu der auch eine

Foto: PR (1)

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SeeHaus

Hackschnitzelheizung und eine Biogasanlage gehören,

die den größten Teil des Wärmebedarfs von St. Ottilien

abdecken. Das Jungeninternat wurde zwar 2016 geschlossen,

dafür erfreut sich das gemischte Tagesheim großer

Beliebtheit. Zusätzlich hat St. Ottilien ein deutschlandweites

Allein stel lungsmerkmal: den einzigen Bahnhof,

der seit der Eröffnung 1898 der Anbindung und Versorgung

eines Klosters dient! Den dafür nötigen Grund trat das

Kloster damals selbst ab, um das Eisenbahnbau komitee

von der Streckenführung zu überzeugen. So kann man bis

heute komfortabel mit dem Zug nach St. Ottilien reisen,

um beispielsweise die Klostergalerie mit ihren wechselnden

Ausstellungen, eines der beiden Museen, den Hofladen

oder das Klostercafé zu besuchen. Höhepunkt des Jahres

für Besucher ist das alljährliche Benediktusfest (heuer am

14. Juli) mit dem Festgottesdienst unter freiem Himmel,

Klosterbrotzeit und Musik der Brüderblaskapelle.

Erzabtei 1, 86941 Eresing, Telefon: 08193 710,

www.erzabtei.de

Das Missionsmuseum zeigt u. a. Objekte aus den

afrikanischen und koreanischen Missionsgebieten

der Benediktiner von St. Ottilien

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84


SeeHaus

Das Kloster Bernried, vom Himmel aus

betrachtet: Die Anlage mit großzügigem

Garten liegt am Westufer des Starnberger

Sees, es gibt einen hauseigenen Badeplatz

mit Liegewiese sowie einen Holzsteg

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SeeHaus

Rückzugsmöglichkeit: 50 Einzel- und 25 Doppelbzw.

Familienzimmer kann man buchen (alle mit

Bad). Auch viele nicht religiöse Menschen finden

hier den idealen Ort, um zur Ruhe zu kommen

Kloster Bernried

Das Kloster Bernried ist heute vor allem als „Bildungshaus

St. Martin Bernried“ bekannt – obwohl dort immer

noch 17 Missions-Benediktinerinnen zu Hause sind. Gegründet

wird es bereits 1121, der erste große Aufschwung

kommt im 18. Jahrhundert unter Propst Mansuetus

Resch: Er lässt alle Stiftsgebäude renovieren und fördert

Kunst, Kultur und Wissenschaft. Ab 1941 sind das Schloss

und der dazugehörige große Park in Staatsbesitz; von 1942

bis 1948 wird es sogar zum Krankenhaus. Kriegsbedingt

verlegt man die Orthopädische Klinik aus München an

den Starnberger See.

Erst 1949 wird das säkularisierte Anwesen wieder

zum Kloster: Die Missions-Benediktinerinnen aus Tutzing

kaufen es und betreiben bis 1972 eine Haushaltsschule

mit Internat, in der Frauen auf soziale Berufe vorbereitet

werden. Seitdem fungiert das Kloster als

Bildungshaus – eine Einrichtung für die kirchliche Erwachsenenbildung.

Es ist eines der ältesten Häuser dieser

Art in Deutschland. Mittlerweile steht das Kloster Tagungsund

Seminargästen jeder Altersgruppe offen, die sich in

zwölf Sälen,die zwischen 20 und 110 Quadratmeter groß

sind weiter bilden können. Geschlafen wird in 75 einfach

ausgestatteten Zimmern mit insgesamt 95 Betten – nur

auf Fernseher und Telefon haben die Schwestern beim

Einrichten bewusst verzichtet: Der zwischenmenschliche

Dialog soll im Zentrum stehen. Regen Zulauf finden spirituelle

Angebote, etwa Schweigeexerzi tien, Bibelarbeit und

Besinnungs tage, die von Schwester Hedwig, Schwester

Beate und Schwester Mechthild geleitet werden. Aber

auch Dozenten von auswärts bieten beispiels weise mit

Yoga und Qigong asiatische Heilpraktiken an. Ob Kräuterkunde,

Wandern oder Familienferien: Das Seminarprogramm

spricht viele Menschen von nah und fern an. Wer

nicht gleich an einem Seminar teilnehmen will, kann

auch im Kloster Urlaub machen. Sowohl die Seminarals

auch die Urlaubsgäste sind zu Gottesdiensten und

Gesprächen mit den Schwestern willkommen.

Bei Badewetter ist die klostereigene Uferwiese am

Starnberger See sehr beliebt. Sogar ein historisches

Holzhaus zum stilvollen Umkleiden steht bereit.

Klosterhof 8, 82347 Bernried, Telefon: 08158 255-0

www.bildungshaus-bernried.de

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SeeHaus

Schwester Beate Grupp ist eine

von 17 Missions-Benedikterinnen,

die heute in Kloster Bernried

leben und arbeiten

»Unsere Gäste

sagen oft: Dieses

Haus ist ein

Kraftort für Seele

und Leib«

Schwester Beate Grupp


SeeHaus

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SeeHaus

Auf dem Boden

geblieben

Ideen muss man haben! Luis Weber, 21,

aus Utting am Ammersee sammelt

und vermietet alte Berggondeln – und

ist damit ziemlich erfolgreich

INTERVIEW

FOTOS

ALISSA SELGE

NILA THIEL

Wie kam es zu Ihrer Begeisterung für Berggondeln?

Seit ich denken kann, faszinieren mich die Berge, Ski fahren

und alles, was dazugehört. 2015 habe ich zufällig mitbekommen,

dass das Skigebiet Spieljoch im Zillertal eine Zweier-

Sesselbahn abbaut. Da war ich 17, hatte noch keinen Führerschein

und bin deswegen mit meinem Vater und unserem

Anhänger die 2000 Meter hochgefahren. Dort habe ich

meine ersten drei Liftsessel gekauft. Heute besitze ich 120

Gondeln, für die ich extra eine Lagerfläche angemietete habe.

Wie sieht ein normaler Tag bei Ihnen aus?

Berggondel.com ist seit Kurzem mein Vollzeitjob. Ich

kümmere mich um Vermietung und Transport – am aufwendigsten

ist es allerdings, die Gondeln zu kaufen. Ich

recherchiere fast täglich im Internet, wo Kabinen zum

Verkauf angeboten werden und wie alt diese sind. Gondeln

im Retro-Look sind voll im Trend: Mittlerweile gibt es Wartelisten.

Deshalb muss man früh dran sein. Ich reise, so oft

es geht, in Skigebiete, um mein Projekt vorzustellen und

hoffentlich mehrere Gondeln mit nach Hause zu nehmen.

Wer mietet Ihre Berggondeln?

Hotels setzen sie als besondere Dinner-Location für ihre Gäste

ein, Modehäuser und Geschäfte stellen sie als Hingucker

ins Schaufenster. Für Hochzeiten und Geburtstage habe ich

eine Gondel im Angebot, die ich zur Fotobox umgebaut habe.

Meine Idee kommt gut an: Zehn meiner Kabinen stehen im

Englischen Garten, und ich habe auch schon nach Holland,

Hamburg und Rumänien geliefert.

Ein Ausflugsdampfer vom Ammersee hat in München eine

neue Bestimmung gefunden: Die „Alte Utting“ ist jetzt ein

Hotspot, von dem sogar die „New York Times“ schwärmte.

Wie finden Sie das?

Einen normalen Gegenstand mit einer individuellen Idee

in etwas Außergewöhnliches zu verwandeln, ist genau

mein Ding. Ehrlich gesagt habe ich damals, als die „MS

Utting“ zum Verkauf stand, ebenfalls Interesse angemeldet.

So etwas würde mich schon auch reizen.

Ihr Lieblingsplatz im Fünfseenland?

Auf unserem alten Kutter, in der Sonne und auf dem

Rücken liegend, mitten auf dem Ammersee.

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SeeTipps

Dein Sportsclub

Ein modernes Trainingskonzept passt sich deinem Leben

an und nicht umgekehrt. Laborgenaue Screenings,

Diagnostik, persönliches Coaching und maßgeschneiderte

Lösungen sorgen dafür, dass dein Training komplett auf

deine Möglichkeiten und Bedürfnisse abgestimmt ist.

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Unsere Trainingskonzepte – zugeschnitten

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Leben in der Business-Welt.

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Die Trainerschmiede für eine

professionelle Ausbildung.

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Das Small Group Personal

Training für deinen Erfolg.

Mit

Mehrwert

Wir wollen mehr Nachhaltigkeit in

unser Leben bringen. Das muss

nicht immer nur Verzicht bedeuten,

wie diese Projekte zeigen

FREILUFT-

BIBLIOTHEK

Bücherschränke sind eine originelle

Idee, um alten Schmökern

ein zweites Leben und

Mitmenschen „neue“ (Lese-)

Inspiration zu schenken. Einfach

ein Buch hineinstellen

und sich ein anderes dafür

nehmen. Zu finden in den Gemeinden

Wörthsee, Gauting,

Icking, Inning und Tutzing.

TO-GO-

REVOLUTION

Kaffee trinken und Gutes

tun: Cappuccino & Co. im

RECUP bestellen, unterwegs

genießen und bei

Partnern deutschlandweit zurückgeben. Unter

anderem in der ehemaligen Bäckerei Wagner in

Münsing, die jetzt Krümel & Korn heißt.

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TRAINING

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GEMEINSAM

STARK

Selbstverantwortliches Handeln als kollektiver

Weg in eine nachhaltigere und gerechtere Welt. Die

Bewegung der Transition Towns will Leute dazu ermutigen,

da aktiv zu werden, wo sie leben, und durch

Projektgruppen und Aktionen die Gemeinschaft und

den regionalen Wirtschaftskreislauf zu stärken.

www.transition-region-ammersee.de

www.r1-sportsclub.de

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90


GARTENFREUNDE

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keinen Garten? Gegen eine geringe Pacht vermieten

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auf ihren Äckern und beraten bei Anbau

und Pflege von Gemüse, Kräutern und Blumen.

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GEBEN &

NEHMEN

Die Organisation

„Brot am Haken“ bietet Gelegenheit, bewusst

Freude zu teilen – mit einem Geschenk am Haken.

Bezahlen Sie einen Kaffee oder eine Breze

extra und hinterlegen sie diese für jemand

anderen. Zum Beispiel im „Café Frühtau“ in

Berg. Aber auch in Eisdielen, Bäckereien oder

Friseursalons.

www.brot-am-haken.org

Fotos: Maren Martell (1); Café Frühtau (1); PR

FREIKARTE

Veranstaltungen entführen in eine andere

Welt und bescheren unvergessliche Momente.

Die Starnberger Kulturtafel möchte, dass auch

Menschen mit kleinem Budget daran teilhaben

können. Deshalb vermittelt sie gespendete

Eintrittskarten aus den Bereichen Kultur und

Freizeit kostenlos an Erwachsene und Kinder.

www.starnberger-kulturtafel.de


SeeKultur

25

Tipps für den perfekten

Samstag-Moment

Das Fünfseenland ist reich an hübschen Orten, magischen Plätzen und

Hotspots für Genießer. Aber wo genau geht man hin, wenn man hier lebt?

Wir haben Insider gefragt!

ILLUSTRATIONEN LIA-CHARLEEN ROYLA

N o 1

Der Pähler Höhenweg ist eine

meiner Lieblings-Joggingstrecken,

Startpunkt ist der Wanderparkplatz

Erlinger Höhe. Am schönsten ist

es bei Sonnenuntergang: Wenn die

Sonne auf der anderen Seeseite

hinter Dießen in leuchtendem

Pink versinkt. Grandios!

Die Künstlerin Stefanie Pietsch lebt mit ihrer Familie in

Andechs und hat ihr Atelier in Starnberg (Josef-Fischhaber-Straße 27).

Bereits zweimal wurde ihr der Starnberger Kunstpreis verliehen.

N o 2

Für mich gibt es nichts Schöneres

als einen Spaziergang in der Natur.

Zum Beispiel von Utting aus am See

entlang Richtung Holzhausen: Dort befindet

sich das Künstlerhaus Gasteiger

in einem wunderbaren Park – ein geradezu

magischer Ort, der einen die Zeit

völlig vergessen lässt. Am Sonntagnachmittag

ist das kleine Museum

geöffnet, und für wenig Geld kann man

in die Geschichte des Künstlerpaars

Gasteiger eintauchen.

Lena Mielke trägt das Gastronomen-Gen in sich: Mit viel

Charme und Herzblut führt sie in Utting ihr Lokal „Lenas am See“.

www.lenasamsee.de


SeeKultur

N o 3

MEIN TIPP: AUF EINEM DER BUNT ZUSAMMEN-

GEWÜRFELTEN STÜHLE VOR DEM KIOSK

„DIE SEEMADAMES“ SITZEN UND WINDBEUTEL-

TORTE ESSEN. ANNELIE BACKT NACH GEFÜHL

UND VORRAT, DESHALB SCHMECKT DIE TORTE

IMMER ANDERS –JE NACHDEM, OB SIE DEN BODEN

AUS HAFERKEKSEN ODER CANTUCCINI MACHT.

JEDES MAL EINE SAHNIGE SÜNDE!

Die Journalistin und Autorin Angelika Dietrich lebt in Starnberg.

Gerade ist von ihr und Angelika Röder das Buch erschienen „Cafés und

Ateliers im Fünfseenland: Besondere Menschen und Orte laden ein“

(J.Berg Verlag).

N o 4

Dieser Spaziergang ist wirklich

noch ein Geheimtipp: Man läuft

nordwestlich des Buchheim

Museums am weitgehend unbekannten

Ortsteil Alt-Höhenried

vorbei quer durch den Höhenrieder

Park bis hin zum Schloss Höhenried,

wo es am Wochenende auch Kaffee

und Kuchen gibt. Auf dem Weg zum

Schloss kann man viele Attraktionen

bewundern, zum Beispiel ein Gehege

voller weißer Damhirsche.

Stefanie Knittl hat eine lange Liste mit guten Tipps geliefert.

Zum Glück finden sich diese (und noch viele mehr) auch in ihrem

Buch „Häuser erzählen Geschichten. Die Baumeisterfamilie

Knittl am Starnberger See 1872–1987“ (Apelles Verlag).

N o 5

Ein perfekter Samstagnachmittag sieht so aus:

Zuerst gibt es eine vogelkundliche Führung am

Ammersee-Südende. Auf der Bank am sogenannten

Binnensee am westlichen Damm der neuen Ammer lasse

ich mich anschließend nieder, um Vögel zu beobachten,

und gehe später in den Biergarten in Stillern. Dort hatte

ich schon das Glück, einen Wespenbussard und einen

Schwarzstorch zu entdecken.

Seit mehr als 20 Jahren arbeitet Christian Niederbichler beim

Landesbund für Vogelschutz als Gebietsbetreuer Ramsar-Gebiet

Ammersee (s. S. 112). Infos: www.gebietsbetreuer.bayern

N o 6

Das muss jetzt aber bitte unter uns bleiben: die

schönste, wirklich allerschönste Sonnenuntergangsterrasse

am Ostufer des Starnberger Sees. Moderne

Architektur und Zimmer mit Seeblick. Morgens dann

ein Bad am Privatstrand. Ein unbezahlbar teures

Luxushotel? Keineswegs. Das alles gibt es im Haus

Buchenried der Münchner Volkshochschule in Leoni.

Das Beste daran: Tagsüber besucht man ein Seminar

zu spannenden Themen rund um Gesundheit und

Sport, Politik und Gesellschaft oder Kunst und Kultur.

Kunsthistorikerin, Kuratorin und Übersetzerin Katja Sebald sieht

sich als Begleiterin für Entdeckungsreisende in Sachen Geschichte.

Als Kulturjournalistin schreibt sie seit vielen Jahren im und über

das Fünfseenland.

N o 7

Kuchen essen im Hotel „Kaiserin Elisabeth“

in Feldafing geht immer. Anschließend

spaziert man bis zur Einmündung der

Trendel- in die Tutzinger Straße. Dort führt

die sogenannte Himmelsleiter mit 182 Stufen

etwa 240 Höhenmeter den Berg hinauf.

Wer hochläuft, sieht nicht nur geschichtsträchtige

Villen, sondern verbrennt nebenbei

auch noch die Kalorien vom Kuchen. Oben

nach rechts wenden und der Straße folgen:

den Berg hinab vorbei an der Villa Waldberta

bis zur „Kaiserin Elisabeth“ zurück.

Fitnessprofi Nina Winkler veranstaltet regelmäßig Bootcamps am

Starnberger See: Das Intervalltraining (für Erwachsene!) findet

abends auf dem Spielplatz im Paradies in Possenhofen statt.

Infos: info@ninawinkler.de

93


SeeKultur

N o 8

Für Familien mit Kindern ist

Baden in Aidenried ideal. Es gibt

einen flachen Strand (die Liegewiese

kostet nichts), einen Kiosk

und am Abend einen wunderschönen

Sonnenuntergang.

Sylvia Haslauer führt den Biomarkt „La Vida“ in Utting, der zu den

ältesten Biogeschäften Deutschlands zählt. www.biomarkt-lavida.de

N o 9

Bei einer leichten Brise mit

dem Segelboot über den

karibisch-grünen Pilsensee

fahren und den Blick über

den See in Richtung Kloster

Andechs schweifen lassen –

einfach herrlich.

Stefan Eder ist 1. Vorsitzender des Segel-Clubs Pilsensee. Weil der See

überschaubar und der Wellenschlag nicht hoch ist, ist er perfekt, um

erste Segelerfahrungen zu sammeln. Infos unter www.pilsensee.de

N o 10

EINER MEINER LIEBLINGSPLÄTZE IST IN HERR-

SCHING DER STRAND ZWISCHEN WASSERWACHT

UND ALTER MÜHLE. DORT SITZE ICH AM LIEBSTEN

GANZ IN DER FRÜH, WENN DIE SONNE ÜBER DEN

BERG KOMMT UND DEN SEE IN EIN ZARTES PAS-

TELL TAUCHT. EIN MOMENT DER STILLE, BEVOR

DER TAG MIT ALL SEINEN AUFGABEN RUFT.

N o 11

Am frühen Morgen setze ich mich gerne mit einem

Cappuccino auf die Bank, an der früher ein Jugendstil-

Pavillon stand. Den hatte vor dem Ersten Weltkrieg der

„Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Berg und

Umgebung“ als Aussichtsplatz errichtet. Vorsitzender des

Vereins war Oskar Maria Grafs jüngerer Bruder Max. Von

hier aus kann ich fast über den kompletten See schauen.

Besonders mystisch ist es, wenn Nebel über dem See liegt

und in Berg schon die Sonne scheint.

Bettina Hofmann gehört das „Café Frühtau“ in Berg. Dort gibt es köstliche,

hausgemachte Kuchen sowie Mode- und Living-Accessoires.

Übrigens auch Katja Sebalds Buch: „Mein bester Spezi ist der Kramerfeichtmartl

gewesen“ (Allitera Verlag), wo man man eine Menge über

die Geschichte dieses Lieblingsplatzes lesen kann. www.cafefrühtau.de

N o 12

ICH LIEBE DEN AUWEIHER. ER

LIEGT GANZ VERSTECKT NAHE

BERNRIED UND IST MIT DEM RAD

AUF EINEM WALDWEG, DER KURZ

NACH UNTERZEISMERING ABGEHT,

ZU ERREICHEN. GERADE IM

SOMMER BIETET DIESER

NATURBELASSENE SEE EINE

ANGENEHME ABKÜHLUNG.

Theresa Feldhütter war 2017 die Braut bei der Tutzinger

Fischerhochzeit: Die historische Liebesgeschichte wird

alle fünf Jahre in Starnberg nachgespielt.

Die diplomierte Kaffeesommelière Stephanie Leonhardt

eröffnete 2017 in Herrsching ihre Rösterei.

www.kaffeeroesterei-am-ammersee.de

94


SeeKultur

N o 13

DAS STRANDBAD GARATSHAUSEN IST EINER

MEINER FAVORITEN. ES KOSTET NICHTS, UND DER

KIOSK IST KULT: DENN DORT GIBT ES SCHLÜMPFE

UND POMMES IN DER TÜTE.

Die Lifestyle-Bloggerin Eva Grossert ist am Starnberger See

aufgewachsen. Auf www.hiddengem.de verrät sie

Travel-Tipps von ihren Reisen um die Welt.

N o 14

Mein Vorschlag ist der Besuch des

Sisi-Museums im Bahnhof Possenhofen, es hat

nur Freitag, Samstag, Sonntag und feiertags geöffnet.

Danach läuft man bis zur Ablegestelle der Roseninsel-

Fähre, setzt über, genießt das Flair der Insel und

macht eine Führung im Casino: In der Inselvilla finden

zwischen 12.15 Uhr und 17 Uhr regelmäßig 30-minütige

Führungen statt. Nach der Rückfahrt wandert man

zirka vier Kilometer an einem idyllischen Weg am Ufer

des Starnberger Sees Richtung Tutzing. Dort hat man

mehrere schöne Einkehrmöglichkeiten direkt am See:

z. B. das Nordbad, den Biergarten „Häring“

oder den Kiosk Eisele.

Seit 2016 bringt Fährmann Bernhard Zillner Gäste in einer zwölf

Meter langen Zille (so nennt man die flachen Holzboote) vom

Glockensteg in Feldafing bis zur Roseninsel.

N o 15

Meine Definition von einem perfekten Tag am See:

Ich radele zum Dampfersteg und fahre mit dem Schiff

zur Arbeit. Es ist super Wetter, trotz schlechter

Vorhersage. Mittags kommt mein Haus- und Hofangler

und tauscht einen Hecht gegen ein paar Bier. Ich

bereite den Fisch in meinem Pannini-Eisen zu und

lade Stammgäste zum Essen ein: Hecht mit Mandelbutter

und Salzkartoffeln. Am Nachmittag kommt der

Wind auf, der vorhergesagt war, der Regen allerdings

nicht. Mein Mitarbeiter übernimmt den Betrieb, die

Sturmliebhaber kann er allein bewirten. Ich baue

eines meiner Surfsegel auf, springe in den Shorty und

rase für zwei Stunden über die Herrschinger Bucht.

Der Kiosk „Bayrische Brandung“, den Miene Gruber in Herrsching

führt, ist Treffpunkt, Surfspot, ach was: ein Gesamtkunstwerk.

Was dort sonst noch so los ist, lesen Sie auf Seite 116.

N o 16

Vergangenen September hatte ich das

Glück, einige Spätsommertage am

Ammersee zu verbringen. Dießen mit seinem

Hafen fand ich besonders reizvoll. Natürlich

entdeckte ich dort die harmonisch angelegte

Kneipp-Anlage – und ich konnte loslegen: mit

dem Klassiker aller Abhärtungsanwendungen

nach Kneipp, dem Wassertreten. Auch bei der

Wasseranlage im Zentrum fehlt eigentlich

nur noch der Handlauf.

Lucia Dreier ist Kneipp-Gesundheitstrainerin in Babenhausen

und hat uns ihren Tipp in einem Leserbrief geschickt.


SeeKultur

N o 17

Es ist echt immer schön, in Aidenried den

Sonnenuntergang anzuschauen. Oder auf dem See

zu segeln. Meine Heimat ist der schönste Platz in

ganz Deutschland. Ich kann mir nicht vorstellen,

von hier wegzuziehen.

Luis Weber hat eine raumgreifende Leidenschaft:

Er sammelt alte Gondeln – die er dann vermietet (s. S. 88).

N o 18

Meine Empfehlung:

Das Kloster der Missions-Benediktinerinnen in Bernried,

wo ich mich oft für ein paar Tage einmiete, wenn ich einen

Text fertigstellen will. Die geistlichen Damen sind sehr

gastfreundlich, die Vollpension schmeckt ausgezeichnet,

und man kann in Ruhe arbeiten. Wenn man Glück hat,

regnet es, dann bekommt der See einen bleigrauen Farbton,

und man geht spazieren, ohne allzu viele Leute zu treffen.

Ich mag den Wirtsgarten beim Sebald in Ammerland:

Es stehen Tische, Bänke und ein paar alte Obstbäume in der

Wiese. Wie früher, als man noch kein solches G´schiss mit

der Ausstattung gemacht hat. Außerdem ist die Fischsemmel

beim Sebald die beste, die ich kenne.

Georg Unterholzner ist von Beruf Tierarzt und schreibt in seiner

Freizeit Krimis („Der Schnitter“, Rosenheimer Krimi Verlag). Seine

Hauptfigur, Privatermittler Max, stammt aus Wolfratshausen.

N o 19

Ich paddle oft mit einer Freundin auf dem

SUP ab Ambach Richtung Norden, wir lassen

uns dann gemütlich von der Strömung nach

Süden vor die Haustür treiben. In einem

wasserdichten Beutel, den wir unter den

Gummibändern des Boards festzurren,

ist Weißwein verstaut, ebenso richtige

Gläser und eine Tüte Chips oder Oliven.

N o 20

ICH LIEBE ES, DEN TAG MIT EINER RADTOUR

AUSKLINGEN ZU LASSEN. ES GIBT HIER SO VIELE

SCHÖNE TRAILS, DASS ES DEN RAHMEN SPREN-

GEN WÜRDE, ALLE AUFZUZÄHLEN. EINEN MEINER

LIEBLINGSPLÄTZE VERRATE ICH TROTZDEM:

DEN HÜGEL HINTER DER „SCHLOSSGASTSTÄTTE

LEUTSTETTEN“. DIE AUSSICHT IST, VOR ALLEM

BEI FÖHN, ATEMBERAUBEND.

Peter Dechant führt mit seiner Frau Daniela

„Dechants Fischladen und Restaurant“ in Starnberg und Aufkirchen.

Infos: dechants-fischladen.de

N o 21

Der „Buchscharner Seewirt“

ist mit seiner Lage am Ostufer des

Starnberger Sees bestens dafür

geeignet, den Sonnenuntergang

bei einem Glas Wein zu genießen.

Die Lage erlaubt einen weitgehend

ungehinderten Blick auf den südlichen

Bereich des Starnberger

Sees und das Westufer. Bei stürmischem

Wetter ist der Steg perfekt,

um den Kitesurfern zuzuschauen.

Katrin Biebach ist Kinderärztin und lebt seit 2005

in Tutzing am Starnberger See.

Barbara Bonisolli ist Foodfotografin und -autorin mit eigenem

Cateringservice (s. S. 120). Sie lebt mit Mann, Kindern und einem

großen Gemüsegarten am Starnberger See.


SeeKultur

N o 22

Einer meiner Lieblingsplätze

am Starnberger See ist das kleine

Seehaus bei St. Heinrich. Hier

kann man nicht nur richtig gut

essen, sondern auch in der Beachbar

im Liegestuhl abhängen und

mit den Füßen im Sand auf den

See schauen. Das Tolle ist: Je

länger man sitzen bleibt, umso

schöner wird es am Ostufer.

Das Licht der Abendsonne

ist ein Traum.

Britta Drummer von der Lampenmanufaktur lumbono zaubert

aus alten Segeln, Post- und Kaffeesäcken wunderschöne Leuchten.

www.lumbono.com

N o 23

Da ich immer für Neues zu haben bin,

werde ich diesen Sommer ein einziges Mal dem

Ammersee untreu, denn am Starnberger See in Leoni

beim SUP-Verleih von Peter Gastl gibt es die Teststation

für das E-Surfboard Waterwolf. Die Bretter

gleiten mit Elektromotor über das Wasser – wie von

Geisterhand, fast geräuschlos, eine Art E-Bike für

den See. Auf meiner Heimfahrt über Starnberg

gönne ich mir noch schnell ein Eis im GelatOK oder

der Eiswerkstatt am Kirchplatz, z. B. gebranntes

Mandel- oder gesalzenes Karamelleis.

N o 24

IN MEINEM LIEBLINGSORT, IN BERNRIED,

BIN ICH AM GLÜCKLICHSTEN BEI EINEM

SPAZIERGANG DURCH DEN BERNRIEDER

PARK, VON WO AUS ICH DEN WUNDER-

BARSTEN BLICK AUF DEN SEE UND DIE

ALPENKETTE GENIESSEN, AN DER UFER-

PROMENADE SPAZIEREN UND DIE WEIT-

LÄUFIGEN WIESEN UND PRÄCHTIGEN

ALTEN EICHEN BEWUNDERN KANN. ZUR

STÄRKUNG KEHRE ICH SEHR GERNE IN

DEN „BERNRIEDER HOFLADEN“ EIN, DER

SICH IN EINEM GEWÖLBE IM SCHLOSS-

GUT BERNRIED BEFINDET.

Anne Geuting liebt schöne Dinge. In ihrem Concept-Store in

St. Heinrich entdeckt man tolle Wohnaccessoires, Bücher und Einzelstücke,

die man sonst nirgends findet. www.anne-geuting.de

N o 25

Es gibt einen geheimen In-Treff für die

Ambacher Kreativszene: der kleine Kiosk direkt neben dem

„Fischmeister“. Man sitzt an der Straße, schaut abwechselnd

auf Spaziergänger und auf den See. Als wäre die Zeit

irgendwann in den 50er-Jahren stehen geblieben. Herr

und Frau Hoffmann verkaufen wunderbaren Cappuccino,

selbst gebackenen Kuchen und mein Lieblingsessen:

„Vinschgauer mit Käse belegt“.

Patricia Riekel war 20 Jahre Chefredakteurin des People-Magazins

„BUNTE“. Die Journalistin und Autorin hat sich direkt am Ufer des

Starnberger Sees ein zauberhaftes Cottage als Rückzugsort eingerichtet.

Morningman Mike Thiel ist Münchens bekannteste Radio-Stimme:

Er moderiert auf Radio Gong 96,3 die meistgehörte Morning Show

Münchens. Zusammen mit seiner Frau und seinen vier Kindern

lebt er am Ammersee.

97


Hanni Münzer und ihre „kleine Muse“, wie sie sagt:

Puppi ist ein Shih Tzu, ein tibetanischer Tempelhund


SeeKultur

»Kein Mensch schreibt

ein Buch, wie ich ein

Buch schreibe«

Sie hat Millionen Fans, ein Faible für historische Stoffe und eine

Fantasie, die noch für eine Fülle von Romanen reicht. Ein köstlicher

Besuch bei der Bestsellerautorin Hanni Münzer in Ascholding

INTERVIEW

FOTOS

SANDRA DJAJADISASTRA, SABINE SCHÖNMANN

MICHELA MOROSINI

D

ie erste Reaktion ist von offenherziger

Frische. „Ich bin begeistert!“, antwortet

Hanni Münzer gleich selbst, nachdem man bei ihrer

Agentin wegen eines Interviews angeklopft hat. „Sie sagen

mir, wann und wo, und ich bin da. Oder wollen Sie mich bei

mir zu Hause besuchen? Ich wohne sehr idyllisch in einem

kleinen Dorf.“ Es folgt ein launiger E-Mail-Austausch – fast

hat man den Eindruck, man würde dabei mit ihr plaudern.

Kurz vor dem Treffen schreibt die 53-Jährige: „Ich freue

mich, Sie bei mir begrüßen zu dürfen! Vielleicht gibt es

Kuchen, oder machen Sie Diät? Alle machen sie jetzt Diät.“

Hanni Münzer gilt als eine der erfolgreichsten Autorinnen

Deutschlands, ihre historischen Thriller und Saga-Reihen

landen regelmäßig auf den Bestsellerlisten, in 15 Sprachen

werden sie übersetzt, die Fangemeinde ist grenzüberschreitend

groß. Vor sechs Jahren startete Hanni Münzer

als Selbstverlegerin: Anfang 2013 stellte sie ihren Roman

„Seelenfischer“ beim Amazon-Dienst Kindle Direct Publishing

ins Netz. Der Erfolg war so durchschlagend, dass

etablierte Verlage sich um sie bemühten. Mittlerweile

erscheinen acht ihrer Bücher im Piper Verlag , das neunte

kommt diesen Oktober heraus.

Was ist Ihre erste Tat, wenn Sie einen Roman abgeschlossen

haben?

Nach dem Buch ist vor dem Buch. Ich habe so viele

Ideen im Kopf, dass ich immer an zwei, drei Büchern

gleichzeitig arbeite. Neu ist, dass ich mich dabei wie eine

Hochstaplerin fühle.

Wieso das?

Als Selbstverlegerin war ich mein eigener Chef. Wenn

jemand ein Buch gekauft hat, habe ich mein Geld bekommen.

Jetzt gibt mir der Verlag vorab Geld. Ich habe noch

kein Wort geschrieben und bekomme schon Geld! Daran

musste ich mich erst gewöhnen. Ich bin ja nach dem

Leistungsprinzip erzogen.

Wie gehen Sie beim Arbeiten und der Recherche vor?

Meine wichtigsten Quellen sind Bücher, ich lese wahnsinnig

viel, am liebsten Biografien. Am Anfang, ungefähr

einen Tag lang, fühlt sich alles toll an. Danach herrscht nur

noch Chaos. Ich habe zum Beispiel einen Dialog im Kopf,

den finde ich klasse – ob er es ist, ist erst mal wurscht. Ich

schreibe ihn auf, ohne zu wissen, wo er hingehört. Dann

kommt die nächste Idee, ich notiere sie auf Zetteln, im

Rechner und so weiter. Irgendwann sortiere ich alles.

Klingt wild.

Meist habe ich Anfang und Ende eines Romans im

Kopf. Erst dann fülle ich die Mitte mit Ideen. Ein bisschen

nach dem Puzzle-Prinzip. Ich glaube, kein Mensch schreibt

ein Buch, wie ich ein Buch schreibe. Meine disziplinarische

Maßnahme: Ich arbeite immer vormittags bis zwei Uhr.

Dann schreit mein Mann nach einer warmen Mahlzeit.

Hat jemand Ihr Schreiben geprägt?

Sicher meine Stiefoma: Sie hat Krieg und Flucht erlebt.

Untypisch für ihre Generation, hat sie viel von dieser Zeit

erzählt. Ich sehe sie vor mir mit ihrer Kaffeemühle: Sie war

trotz allem immer fröhlich, hat viel gesungen.

Wer ist Ihr erster Leser?

Tilo, mein Mann. Er ist gnadenlos ehrlich. Wenn ihm

etwas nicht passt, sagt er es auch. Gut so: Kritik macht ein

Buch besser. Möchten Sie noch einen Cappuccino?

Hanni Münzer ist eine aufmerksame Gastgeberin.

Nach dem Rezept ihrer schlesischen Großmutter hat sie

einen Sandkuchen gebacken sowie einen spanischen

Feigen-Crumble, dazu reicht sie Sahne und Crème fraîche,

keine halben Sachen. Sie ist ein Genussmensch, backt und

kocht leidenschaftlich gerne, isst seit Jahren kein Fleisch.

Einzige Ausnahme: die Fleischpflanzerl ihrer Mutter. Das

Fleisch kommt vom Hofladen im Ort, der einer Freundin

99


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SeeKultur

gehört und die nur einmal im Jahr schlachtet und sich „vorher

beim Tier entschuldigt“. Vor zehn Jahren zogen Hanni

Münzer und ihr Mann, mit dem sie seit 21 Jahren zusammen

ist, nach Ascholding – die beiden Kinder, 30 und 34

Jahre alt, brachte er mit in die Beziehung. „Die habe ich

stubenrein übernommen“, lacht Hanni Münzer.

Sonniges Gemüt: „Ich fühle

mich, als hätte ich das große

Los gezogen“, sagt Hanni

Münzer, „und danach lebe

ich auch.“

Ihr beruflicher Werdegang enthält einige Kurven:

Sie haben sich zehn Jahre bei Siemens-Nixdorf mit

multi lingualen Systemen beschäftigt, waren Mitarbeiterin

eines EU-Koordinators und Inhaberin eines kleinen

Deko- und Trödelladens in München und zuletzt zwölf

Jahre lang Vorstandsassistentin bei Erich Sixt, bevor Sie

ein Sabbatical nahmen. Sind Sie ein mutiger Mensch?

Ich finde, nein. Wenn man vor etwas Angst hat und

diese überwindet, dann beweist man Mut. Aber ich war in

den meisten Fällen einfach angstfrei. Zu vielen Jobs kam

ich wie die Jungfrau zum Kind. Ich bin kein Kopfmensch,

ich grübele nicht lange über etwas. Das ist ja das Spannende,

dass man sich ausprobieren kann. Nach einem

Jahr Sabbatical wollte ich an meine alte Stelle zurückkehren,

ich war da sehr, sehr gerne. Dann ergab sich ein

neuer Lebensabschnitt durch die Bücher – ungeplant.

Warum sind Sie nach Ascholding zurückgekehrt?

Das Haus, in dem ich heute lebe, haben meine Eltern in

den Siebzigern gebaut. Nach dem Tod meines Vaters wollte

meine Mutter es nicht behalten, sie ist zu ihrem neuen

Lebensgefährten gezogen. Tilo und ich haben entschieden,

das Haus zu kaufen, damit es in der Familie bleibt. Außerdem

wollte ich in der Nähe meiner Mutter sein.

Sehen Sie sich oft?

Ja, sie wohnt nur 500 Meter von uns entfernt. Ich

genieße es, jetzt viel Zeit mit ihr verbringen zu können.

Schließlich bin ich früh von zu Hause ausgezogen: Im Alter

von 16 Jahren bin ich für ein Jahr nach Seattle gegangen.

Mit 18 dann zu meinem ersten Mann nach Stuttgart gezogen,

das heißt, wir haben ein Jahr später geheiratet.

Ziemlich rasant.

Es war eine große Liebe, Romeo-und-Julia-mäßig, sie

hielt nur ein paar Jahre. Letztlich hat sich bewahrheitet,

was meine Eltern befürchtet hatten: Wir waren zu jung.

Ich habe nichts aus dieser Zeit behalten außer dem Namen.

Wie sind Sie mit der Trennung umgegangen?

Ich bin mit Mitte zwanzig nach Rom geflohen. Ich

dachte: Wenn ich mir ein neues Problem zulege, zum

Beispiel in ein Land gehe, dessen Sprache ich nicht beherrsche,

dann bin ich abgelenkt. Meine Eltern waren alles

andere als begeistert. Aber sie haben mich runtergefahren.

Vier Jahre bin ich in Italien geblieben. In Rom war ich

regelrecht schockverliebt. Ich hatte das Glück, schnell ein

Zimmer zu finden: in einem uralten Palazzo in der Via dei

Coronari , wo dann übrigens der „Seelenfischer“ spielt.

Vieles von dem, was ich in meinen Büchern beschreibe, hat

mit meinem Umfeld und mit meinen Erfahrungen zu tun.

Auch in Ihrem nächsten Buch „Heimat ist ein Sehnsuchtsort“,

das im Oktober erscheint?

Darin habe ich die Geschichte meiner Familie mütterlicherseits

und väterlicherseits eingearbeitet. Es wird mein

erstes Hardcover, ich bin in die Königsklasse aufgestiegen:

vom Digitalen ins Hardcover! (lacht)

Der Romantik-Thriller „Die Seelenfischer“ wurde erst als

E-Book erfolgreich, später auch als Taschenbuch. Lust,

Hanni Münzer persönlich zu treffen? Am 31. Mai findet bei

Hugendubel am Stachus in München ein Meet & Greet

statt (17 Uhr). Am 3. Juni liest sie aus „Honigtot“ in der

Bücherei Wolfratshausenn (19 Uhr). Infos: www.piper.de

Sie sind ungeheuer produktiv. Was machen Sie, um zu

entspannen?

Lesen und Sport treiben. Jeden Morgen 20 Minuten

Gymnastik, anschließend springe ich in den Bach hinter

meinem Haus – bei jedem Wetter.

„Es war ein schöner Nachmittag“, schreibt sie ein paar

Tage nach dem Interview. „Kommen Sie öfter! Es gibt

Kuchen!“ Liebe Hanni Münzer, immer wieder gerne!

101


SeeTipps

Sommerzeit

ist Lesezeit!

Sich an unbekannte und inspirierende Orte

träumen, während man den Alltag hinter sich

lässt – zu einem entspannten Tag am See

gehört die passende Lektüre. Geschichten,

die in keinem Badekorb fehlen sollten

IMMER WIEDER

RUFT DER BERG

„Wiederaufstieg“ – das ist nicht nur

der Titel des Bildbandes , sondern

trifft auch auf das Leben seines

Autors Stefan Nimmesgern zu.

Nach schwerer Krankheit und

einer Herztransplantation wollte

er unbedingt wieder auf den Berg.

Nur zwei Jahre nach seiner Operation

durchquerte er das Dolgo-

Gebiet in Nepal und bestieg mehrere

Fünftausender in Afrika. Mit

seinen eindrucksvollen Bergfotografien

zeigt der Fotograf, dass

das Leben immer wieder neue

Abenteuer bereithält – wenn man

den Mut hat, es zu leben.

KRIMIFIEBER AM SEE

Wer bei einer Auszeit am See nicht auf

Spannung verzichten möchte, der kann

sich mit diesen Kriminalromanen wie

mitten im Geschehen fühlen: In „Unbarmherzig“

von Inge Löhnig wird das Rätsel um

einen Doppelmord im idyllischen Altbruck

gelöst (Ullstein Verlag), während in „Rache

am Ammersee“ von Inga Persson erst einmal

die Frage: „Unfall oder Mord?“ geklärt

wird (Emons Verlag).

HEREIN-

SPAZIERT

Lust auf ein paar Kunstund

Kulturtipps, die Sie

garantiert noch nicht

kennen? Angelika Dietrich besucht

Künstler und Cafébetreiber im ganzen

Fünfseenland und erzählt liebevoll

ihre Geschichten. Persönliche Lieblingsrezepte

und Geheimtipps für

die besten Ausflüge inklusive!

J. Berg Verlag

teNeues Verlag

ERINNERUNGEN

AN DIE KINDHEIT

Viele Gebäude in Berg haben schon

wahrlich Unglaubliches erlebt. Einige

dieser Geschichten schrieb Oskar Maria

Graf als Erinnerungen an seine Kindheit

am Starnberger See auf. Zum Beispiel

von der alten Resl, die mit Ludwig II.

Kaffee getrunken haben soll, und dem Schmalzerhans,

der im Bett des Königs geschlafen hat. Katja Sebald erzählt

diese Erinnerungen in „Mein bester Spezi ist der

Kramerfeichtmartl gewesen“ anhand von Originaltexten

und historischem Bildmaterial nun neu.

Allitera Verlag

WO KUNST ENTSTEHT

Atelier ist nicht gleich Atelier! Es können

Räume mit großen Fenstern sein, aber auch

Scheunen und alte Schulen, wie ein Ausflug

zum Ammersee zeigt. In „Im Atelier”

(Bauer-Verlag) nimmt uns Maren Martell

mit in die Werkstätten zeitgenössischer

Künstler – und erklärt außerdem in dem

Kunstband „Lebensspuren: Menschen am

See“ (Allitera Verlag) , wann ein Porträt

erst wirklich gelungen ist.

Fotos: PR

102


Klar in der Sache – echt in der menschlichen Begegnung

Unsere südlich von München gelegene Kanzlei am Starnberger See ist auf familienrechtliche

Angelegenheiten spezialisiert.

Sie befinden sich in einer emotional und rechtlich herausfordernden Situation. Sie

suchen umfassende Unterstützung, sei es in der konsequenten Durchsetzung Ihrer Rechte

oder der Erarbeitung von sinnvollen Kompromissen im Rahmen einer

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Mit außergewöhnlichem Engagement begleiten wir drei Anwältinnen Sie fachlich

fundiert und respektvoll im Umgang mit allen Beteiligten zu dem von Ihnen angestrebten Ziel.

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SeeKultur

HANS

PANSCHAR

– IN DER KUNST

ZU HAUSE

Wie ist es, in seiner eigenen Skulptur zu

wohnen? Unser Besuch in Berg zeigt,

wie „Einfaches Bauen“ die künstlerische

Perspektive bereichern kann

Leitmotiv der neuen Sesshaftigkeit:

In Zaun, Vorgarten und Fenster

entdeckt man Stuhl-Skulpturen

des Künstlers

TEXT

FOTOS

KATJA SEBALD

STEFAN NIMMESGERN

Das Haus, das Hans Panschar mit seiner

Familie seit knapp zwei Jahren bewohnt,

steht am Ortsrand von Berg. Auf den allerersten Blick

könnte man es für eine Scheune halten und auch auf den

zweiten Blick immer noch für einen schnöden Nutzbau. Seine

zurückhaltende Schönheit offenbart es erst bei genauerem

Hinschauen, und seine ebenso kluge wie ungewöhnliche

Architektur erschließt sich eigentlich nur von innen.

Vorbild für das eigenwillige Äußere des Hauses war eine

kleine Hausskulptur, die beim ersten Besuch des Architekten

in der Werkstatt von Hans Panschar zufällig auf dem

Tisch stand: Ein asymmetrischer weißer Unterbau ist mit

einem hölzernen Aufbau so verschränkt, dass sich dazwischen

ein hohes, schmales Fenster über beide Stockwerke

ergibt. Objekte aus einer geschnitzten Holzform und einer

ergänzenden Betongussform sind typisch für Panschars

künstlerische Arbeit, es gibt sie als Schiffe, Stühle, Häuser

oder Städte. Der Kontrast zwischen dem kühlen, abweisenden

Beton und der meist sorgfältig bearbeiteten Holzoberfläche

ist höchst reizvoll.

Der Münchner Architekt Florian Nagler, ausgezeichnet

unter anderem für die innovative Wohnbebauung am Dantebad,

ließ sich von einem solchen Objekt zu seinem Entwurf

für ein Atelierhaus inspirieren, das er dem Künstler sozusagen

auf den Leib geschneidert hat: Er vereinte Beton, Ziegel

und Holz zu einem unprätentiösen Gebäude, in dem Platz

zum Wohnen und Arbeiten ist. Das Haus folgt den von Nagler

propagierten Prinzipien des „Einfachen Bauens“: Es ist beispielsweise

nicht unterkellert und verzichtet auf aufwendige

Ausstattungsdetails. Die Ziegelwände im Erdgeschoss wurden

lediglich mit weißer Kalkmilch geschlämmt, sodass

sich der Charakter einer weitläufigen Werkstatt ergibt.

104


SeeKultur

Diese Seite: Warmes Holz trifft kühlen Beton. Die Kombination spiegelt sich in Panschars Werken und in

seinem Zuhause. Rechts: Die Wohnküche und der Arbeitsraum sind bewusst nur durch eine Glaswand

getrennt – so verbindet sich Privates und Berufliches, aber gleichzeitig bleiben Rückzugsräume bestehen

106


SeeKultur

Hans Panschar wurde 1962 in München geboren. Nach

einer Ausbildung zum Bootsbauer und Schreiner bereiste er

mehrere Jahre lang auf einem selbst gebauten Segelboot die

Welt, bevor er „in den Hafen der Ehe einlief“ und sich bald

darauf am Starnberger See niederließ. Seither verarbeitet er

Treibholz und Strandgut zu erzählerischen, manchmal aber

auch äußerst sperrigen Objekten voller Sehnsucht nach dem

Meer. Mit seinem „Transatlantischen Flaschenpostprojekt“

wurde er weit über die Region hinaus bekannt: Mehrmals

reiste er auf der „Queen Mary“ nach New York und ließ unterwegs

die Passagiere Flaschen mit Miniaturkunstwerken über

Bord werfen. Im vergangenen Herbst zeigte er seine Arbeiten,

vor allem Buchskulpturen, unter dem Titel „J’aime le parfum

des livres“ in einer kleinen Galerie am Montmartre in Paris.

Boote, Häuser, Stühle und Bücher sind seit Langem wiederkehrende

Themen in seinem bildhauerischen Werk: Die Dinge,

die der Mensch macht, stehen dabei für den Menschen selbst.

Die Gründung von Familie, Schreinerwerkstatt und Bildhaueratelier

im Jahr 1995 bezeichnet Hans Panschar als

Beginn seiner Sesshaftigkeit. Die drei mittlerweile erwachsenen

Töchter verbrachten auf dem idyllisch gelegenen

Bauern hof in Allmannshausen ihre Kindheit, im ehemaligen

Stall hatte er sich seine Werkstatt eingerichtet. Als Jenny

und Hans Panschar dann 2015 das Angebot bekamen, ein

zwischen zwei Straßen eingeklemmtes Eckgrundstück in

Berg zu bebauen, zögerten die beiden lange: Sollten sie wirklich

den Bergblick der alten Wohnung gegen die Lage an einer

viel befahrenen Straße tauschen? „Ich hätte nicht gedacht,

dass es so viele Autos sind und dass sie so schnell fahren“,

wundert sich Hans Panschar noch heute. Bereut hat er den

Umzug dennoch nicht: Die kühne Öffnung des neuen Domizils

zur Straßenseite dient dem Künstler als Schaufenster,

»Ich habe das Gefühl,

dass ich jetzt mehr auf

den Punkt komme«

Hans Panschar

107


SeeKultur

in dem er sich mit seinen jeweils neuesten Arbeiten präsentieren

kann. Auf dem kleinen Vorplatz ist eine ganze Stadt

aus einem mächtigen Eichenblock gewachsen und ein hoher

weißer Stuhl reckt sich in den Himmel.

Mit ein bisschen Glück kann man beim Vorbeigehen den

Künstler an seinem Zeichentisch oder an der Werkbank

sehen. Zur Straße ausgerichtet ist auch das große Atelier, in

dem er jetzt arbeitet. Wenn er für große Skulpturen die Kettensäge

oder andere Maschinen braucht, fährt er in seine

Werkstatt nach Allmannshausen. Aber nicht nur der neue

Arbeitsraum, der ganz bewusst von der Wohnküche lediglich

durch eine Glaswand getrennt ist, hat sein Leben verändert:

„Ich habe von Florian Nagler gelernt“, sagt er. Überflüssiges

weglassen und Klarheit schaffen, das war der Weg, auf den

der Architekt die Bauherren geführt hat. Nach dem ersten

Gespräch in der Werkstatt besuchten sie ihn in seinem Büro.

Dort zeigte er ihnen, dass ihr neues Zuhause durch die Ausrichtung

nach Südwesten sonnendurchflutet sein würde.

Dass es einfach und spektakulär zugleich sein würde. Dass

es Privates und Berufliches verbinden, aber auch Rückzugsmöglichkeiten

bieten würde. Und dass es sich im Lauf der

Jahre mit den Bedürfnissen seiner Bewohner verändern

könnte. Man sei sich sofort sympathisch gewesen, sagt Nagler

rückblickend. Die Bauherren hätten am Anfang versprochen,

sich auf das Abenteuer „Einfaches Bauen“ einzulassen

– und dieses Versprechen auch gehalten.

Auch in seiner künstlerischen Arbeit sei in jüngster Zeit

vieles klarer geworden, sagt Hans Panschar: „Ich habe das

Gefühl, dass ich jetzt mehr auf den Punkt komme.“ Es könnte

durchaus sein, dass es an der neuen Umgebung liegt. Er malt

und zeichnet gerne in der Ruhe des schlichten Raums. Und

es entstehen wieder vermehrt Objekte aus Fundstücken. Aus

dem Müllcontainer einer Bootswerft fischte er kürzlich bei

einem Spaziergang ein paar rostige Schiffsschrauben und

vereinte sie mit einem alten Spazierstock zu der wundersam

poetischen Plastik „Le Fleur de Leoni“. Die minimalistischen

Zeichnungen von Scheunen und kleinen Häusern auf den

morbiden Brettern eines abgerissenen Stadels sind eine

respektvolle Hommage an das ursprüngliche Gebäude.

Vor einigen Jahren baute Hans Panschar ein begehbares

Objekt mit dem Titel „Heimat“: Es war ein sachte schaukelndes

Zwitterwesen aus Schiff und Haus, in dem sich ein Seemann

an einem kleinen Tischlein niederlassen konnte, wenn

er Sehnsucht nach dem Wellengang hatte. Jetzt, so schien es,

war die Zeit reif für ein richtiges Haus: ein originelles Künstlerhaus,

das schon von außen auf seinen Bewohner hinweist

und eine Geschichte erzählt. Aber auch ein Haus, das sich mit

seinem verbretterten Obergeschoss, dem laubenartigen Balkon

und den „Maulaufreißer“ genannten Vorsprüngen an der

Giebelseite vor dem alpenländischen Bauernhaus verneigt.

Ein fest verwurzeltes Haus, vor dem der Bauherr bereits einen

Baum gepflanzt und Beete angelegt hat.

108


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FESTIVAL

3. AUGUST

AB 17:00 UHR

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SeeTipps

Kulturgut

Das Fünfseenland fasziniert

nicht nur mit unglaublich

schöner Natur, sondern auch

mit ebenso großartiger Musik,

Kunst und Kultur

LITERATURCAFÉ

Ein Raum zum Lesen und Austauschen:

Das „Café Waschhäusl“ in Pöcking ist ein

Verein zur Förderung von Kunst und Kultur.

Hier finden Literaturkreise, Erzählabende,

Musikveranstaltungen und Ausstellungen

statt. Herrlichen Kaffee und Kuchen gibt es

natürlich auch.

www.literaturcafe-waschhaeusl.de

GASTSPIEL AUF DER INSEL

Mit „KunstRäume am See“ gestaltet Elisabeth

Carr Kunst und Kultur in ungewöhnlichen

Räumen. Diesen Sommer lockt sie ihr Publikum

erneut auf die Roseninsel. Unter anderem

mit einer musikalischen Lesung im Gartensaal

des königlichen Casinos.

www.kunstraeume-am-see.de

GOOD VIBES

Im Zeichen von Klassik und Jazz

steht das Bernrieder Musikfestival:

Kammermusik, Bigband-Sound

und ein Fusion-Konzert, das beide

Stile vereint. Von 12. bis 14. Juli

2019 im Hofgut des Marina

Resorts am See.

www.diogenes-quartett.de/

bernrieder-musikfestival

Beim Sammersee-Festival am

26. und 27. Juli 2019 gibt es jede

Menge Musik und Spaß ums „Café

Forster“ in Schondorf. Tolle Idee:

Die ambitionierte, junge Crew

spendet den Gewinn für einen

guten Zweck.

www.sammersee-festival.de

Von 4. bis 12. September 2019

sind die Seen wieder Treffpunkt

der internationalen Filmszene: Das

13. Fünf Seen Filmfestival präsentiert

Filme zum Motto „Raum“.

www.fsff.de

ZWISCHEN HIMMEL UND SEE

Rund um den Ammersee erwartet die Gäste am

25. August 2019 ein musikalisches Potpourri.

Musiziert wird in 25 Kapellen von Bauernhöfen,

Landgütern und sogar einem Schloss. Auf vier

Routen – Nord, Süd, West und Ost – lassen sich verschiedene

Konzert-Stationen am „Tag der offenen

Haus- und Hofkapellen“ abfahren und -gehen.

www.ammerseerenade.de

Fotos: diogenes-quartett.de (1); PR; Ulrike Merz (1); Maren Martell (1)

110


Advertorial

BERGFREI

Auf der

Überholspur

E-Bikes sind nur was für Senioren? Von

wegen! Elektrisch unterstützte Fahrräder

sind im Alltag angekommen und haben den Ruf

als sonntägliches Freizeitrad hinter sich gelassen.

Immer mehr flotte und sportliche Modelle sieht man

auf dem Weg in die Arbeit oder bei Touren um den See und

in die Berge. Nicht ohne Grund: Mit dem E-Bike sind längere

Distanzen leicht zu bewältigen – auch für Radsport-Einsteiger.

Welches Bike das richtige für die eigenen Anforderungen ist, wissen

die Zweirad-Spezialisten im Bergfrei Store in Schäftlarn, in

den Partner-Geschäften in München und Umgebung und jetzt

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rund um E-Mobilität und Fahrrad. Bei der großen Auswahl an

E-Mountainbikes und E-Scootern, elektrischen City-, Trekkingund

Lastenrädern sowie hochwertigem Zubehör findet jeder,

was er sucht. Mit Freude und Expertise wird hier beraten, verkauft,

repariert und auch verliehen. Die Sicherheit im Straßenverkehr

steht dabei immer an erster Stelle. Kunden profitieren

von der umfangreichen Erfahrung und einer guten Vernetzung

in der E-Bike-

Szene. Bergfrei

arbeitet unter

ande rem eng mit

dem Fahrradhersteller

Corratec zusammen.

Ein bayerisches Traditionsunternehmen,

das erst kürzlich

für sein „E-Power C29“-City bike

den „Focus E-Bike Design & Innovation Award 2019“ gewann.

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Das Foto zeigt ein

Blaukehlchen auf dem

Durchzug. Im Fünfseenland

besiedeln sie nur

Feuchtgebiete mit Schilf

und Weidenbüschen


SeeGenuss

Kennen Sie diesen Vogel?

Immer mehr Arten, die früher durchs Fünfseenland flogen, haben

Seltenheitswert. Selbst Allerweltsvögel sind mittlerweile stark dezimiert. Ein Gespräch

mit Christian Niederbichler, hauptamtlicher Gebietsbetreuer des Landesbundes für

Vogelschutz (LBV) am Ammersee, über Ursachen und Folgen

INTERVIEW KARIN LOCHNER

Herr Niederbichler, welche Vögel sind für

das Fünfseenland typisch?

Flussseeschwalbe, Haubentaucher, Grauspecht, Bekassine,

Wasseramsel und Kolbenente. Das Fünfseenland

ist als Winterquartier für Zehntausende Wasservögel

von großer Bedeutung. Ebenso als Rast- und Mauserplatz

während des Vogelzugs.

Welches Gebiet bietet Raum für die meisten Brutvögel?

Die Umgebung von Dießen ist eines der artenreichsten

Vogelgebiete Bayerns. Dort befinden sich Brutstätten von

knapp 150 verschiedenen Arten: vom Seeufer über die

Feuchtgebiete bis hinauf zu den Moränenwäldern oberhalb

des Orts. Sogar Bergwaldarten fühlen sich dort wohl –

zum Beispiel der Tannenhäher oder der Raufußkauz.

In den vergangenen Jahren sind die Vogelbestände

dramatisch zurückgegangen. Warum trifft es die eine

Art stärker als die andere?

Das hängt von Lebensraum und Nahrungsspektrum

ab. Ob es sich um Zugvögel handelt oder um Arten, die bei

uns überwintern. Letztere haben es tendenziell leichter,

sind aber dennoch gefährdet. Insgesamt gibt es ein ganzes

Bündel an Ursachen, die, abhängig von der Vogelart,

mehr oder weniger zutreffen.

Foto: iStock

113


Wer Drosselrohrsänger (oben links) und Bekassine (rechts)

erspäht, kann sich glücklich schätzen. Aber auch Kiebitze

(unten links) kommen im Fünfseenland nur noch selten vor

Hinzu kommt der Futtermangel.

Das stimmt, Vögel finden nicht mehr genug zu fressen.

Bei uns im Fünfseenland spielt die Umwandlung von Blumen-

und Heuwiesen in Gülle-Silage-Grünland die größte

Rolle. Das blieb nicht folgenlos. Bei den Bienen ist uns

dieser Zusammenhang schon bewusst.

Können Sie Beispiele nennen?

Die Hauptursachen sind Nahrungsmangel sowie der

Verlust von Rückzugsräumen und Brutgebieten. In den

letzten Jahrzehnten wurden zahlreiche Feuchtgebiete und

Moore trockengelegt, Kleingewässer, Streuobstwiesen, Hecken

und freistehende Bäume entfernt. Uferschnepfen sind

zum Beispiel ausgerottet worden, weil ihre Brutgebiete im

Ampermoos trockengelegt wurden. Und die Rotschenkel

sind ebenfalls ausgestorben, nachdem bei dieser Trockenlegung

die Streuwiesen nicht mehr gemäht wurden. Rauchund

Mehlschwalben wiederum finden in modernen Ställen

keine Brutmöglichkeiten mehr. Dem Mauersegler geht es

ebenfalls schlecht.

Warum?

Er leidet genauso wie die Schwalben unter dem Mangel

an Brutplätzen. In sanierten und wärmegedämmten Gebäuden

gibt es keine Nischen mehr, in die die Tiere ihre

Eier legen können. Früher gehörten Vogelnester zu Bauernhöfen

dazu. In den heutigen modernen Ställen werden

Vögel teilweise sogar durch Fliegennetze ausgesperrt.

Wie hängen Bienensterben und Vogelwelt zusammen?

Mehr als die Hälfte aller Wildbienenarten sind bedroht

oder schon ausgestorben. Das Bienensterben steht stellvertretend

für das Insektensterben. Von den Vogelarten, die

im Fünfseenland brüten, ernähren sich 80 Prozent von tierischer

Kost. Die Hälfte von ihnen bevorzugt Insekten.

Aber es gibt doch auch Vogelarten, die Körner fressen.

Viele Vögel, die als Erwachsene Samen und Körner fressen,

füttern ihre Jungen mit Insekten. Wenn die verschwinden,

muss ein Teil der Brut verhungern, weil die Eltern nicht

genügend Futter finden, um alle durchzubringen. Deshalb

leben bei uns nur noch rund halb so viele Vögel wie Ende

der 80er-Jahre. Hinzu kommt, dass auch pflanzliche Nahrung

immer knapper wird. Früher herrschten Blumen- und

Heuwiesen vor, die waren insektenreich und wurden erst

gemäht, wenn Gräser- und Blumensamen reif waren. Wo

statt Blumenwiesen Mais wächst oder das Grünland mindestens

fünfmal im Jahr geschnitten wird, kommt nichts

zum Aussamen, und Insekten gibt es nur ganz wenige.

Gibt es auch Vogelarten, die nicht betroffen sind?

Ja, der Kleiber oder der Buntspecht. Waldvögel, die

nicht ziehen – oder nur kurze Strecken –, sind weniger betroffen

als insektenfressende Langstreckenzieher. Vögel,

die im Siedlungsraum des Menschen oder in Wäldern

leben, mussten nur geringe Verluste verkraften.

Fotos: iStock

114


SeeGenuss

Garten: Viel mehr draußen sein

Welche Arten haben Seltenheitswert?

Da müssen wir unterscheiden. Blaukehlchen, Bekassine,

Schwarzstorch, Trauerschnäpper, Rohrweihe und

Drosselrohrsänger waren schon immer rar. Neu ist, dass

selbst frühere Allerweltsarten nur noch selten zu sehen

oder ganz verschwunden sind. Seltenheitswert haben mittlerweile

Kiebitz, Feldlerche, Braunkehlchen, Wiesenpieper

und der Große Brachvogel – alles insektenfressende

Bodenbrüter. Ja sogar der Haussperling ist gefährdet.

Mit DEDON gestalten wir das

Wohnzimmer im Garten – und

liefern auch die entsprechend

feine musikalische Untermalung

dazu...

Tatsächlich – der Spatz ist eine bedrohte Art?

Spatzen brauchen zur Aufzucht ihrer Jungen erst Insekten,

später Körner und Samen. Beides finden sie kaum noch.

Welche Vogelarten sind noch stark zurückgegangen?

Ziemlich viele. Unter anderem Langstreckenzieher

wie Wendehals, Grauschnäpper und Gartenrotschwanz.

Wie hat sich unser Verständnis von Natur verändert?

Paradox ist, dass die Sehnsucht nach intakter Natur

zunimmt, während die Artenkenntnis immer mehr abnimmt.

Neulich hatte ich mit jungen Menschen zu tun –

gerade volljährig und sehr engagiert im Umweltschutz –,

die kannten keinen Wiesensalbei. Sie kannten Salbei nur

als Teebeutel. Oder Landwirtschaftslehrlinge, die bei mir

eine Fortbildung gemacht haben und bereit waren, auf den

Kiebitz Rücksicht zu nehmen. Sein Bestand ist seit 1990

um drei Viertel eingebrochen. Leider wussten sie nicht,

wie der Kiebitz aussieht. Früher wusste das jeder Bauer.

Gibt es auch Positiv-Beispiele im Fünfseenland?

Ja! Und zwar die Bestandsentwicklungen, die auf unsere

Artenschutzprojekte zurückgehen. Im Ampermoos

etwa ist es uns gelungen, den Brutbestand der Bekassine zu

verdoppeln. Auch der Brachvogel hat das Gebiet wieder besiedelt,

nachdem er dort schon ausgerottet war. Beides sind

Rote-Liste-1-Arten, also vom Aussterben bedroht.

Was können wir konkret tun, um Vogelarten zu retten?

Rücksicht nehmen und Brutgebiete respektieren – wie

auf der Amper zwischen dem 1. März und dem 15. Juli. Ebenso

die winterliche Wassersportruhe. Einen insektenfreundlichen

Garten gestalten, der auch im Winter Beeren und

Körner bietet. Und durch unser Konsumverhalten eine naturschonende

Landwirtschaft unterstützen, indem wir regionale

und Bio-Produkte in Hofläden kaufen. Helfen Sie bei Vogelzählungen

mit: Das Lernen in der Natur macht Spaß!

Zwei Filme legt Christian Niederbichler jedem ans Herz: den

Dokumentarfilm „Die Wiese – Ein Paradies nebenan“ von Jan Haft

(kam April 2019 in die Kinos) und „Zuflucht Ampermoos“ von

Florian Guthknecht – bis Ende Juni kann diese Dokumentation in

der Mediathek des BR abgerufen werden. Viele Infos und Angebote

für Vogelführungen gibt es von der Arbeitsgemeinschaft

Starn berger Ornithologen (ASO) beim LBV (www.starnberg.lbv.de)

und bei den Gebietsbetreuern (www.gebietsbetreuer.bayern),

einem Projekt des Bayerischen Naturschutzfonds.

MYSOUND GmbH

Würmstraße 4 · 82319 Starnberg

Tel 08151-9982261 · www.my-sound.net


SeeGenuss

Erfrischung

für die Seele

Kioske sind mehr als schnelle Anlaufstellen für kühle

Getränke, Pommes oder Eis. Im besten Sinne bedeuten

sie Heimat und Hotspot in einem. Sechs Kioskbesitzer

aus dem Fünfseenland über ihr kleines Glück am See

PROTOKOLL

ILLUSTRATIONEN

MARLENE IRAUSEK

LIA-CHARLEEN ROYLA

WO Herrsching am Ammersee, Summerstraße 18

WER Seit 2013 betreibt Miene Gruber, ehemaliger Musiker

und Wirt der „Kuba“ in Schondorf, den alten Kiosk an der

Herrschinger Promenade. WARUM Mienes Kiosk bietet

Platz für jedermann und soll die Menschen des West- und

des Ostufers zusammenbringen. Nicht umsonst trägt die

gemütliche Strandbar den Zusatz „Generalkonsulat des

Ammerseewestufers“.

Drei Dinge, die Ihren Kiosk ausmachen?

In die „Brandung“ geht man, ohne sich zu verabreden.

No Stress, jeder ist entspannt, der Blick in die untergehende

Sonne macht alle zufrieden. Und wir haben den wohl saubersten

Strand in ganz Bayern: Die Kinder, die am Strand

Abfall sammeln, bekommen dafür Brauseperlenketten.

Die gibt es wirklich nur im Tausch gegen Müll, man kann

sie nicht kaufen.

Was ist das meistdiskutierte Thema der Kundschaft?

„Wie lange wird der Sommer noch dauern?“ belegt auf

jeden Fall Platz eins. Die Frage, ob das jetzt der schönste

Sonnenuntergang auf dem See ist oder ob es noch

schöner geht, kommt auf Platz zwei.

Eine Besonderheit, die es nur bei Ihnen gibt?

Bei Vorlage eines nassen Neoprenanzugs gibt es

20 Prozent Rabatt auf alle Drinks.

Sie werden auf ein Getränk und ein Essen in Ihrem Kiosk

eingeladen, was bestellen Sie?

Bio-Wiener vom Pichler und dazu ein schönes Unertl

Weißbier. Dazu bitte noch drei weitere Gäste, die Lust

haben, mit mir Schafkopf zu spielen.

Was macht ein Kioskbesitzer in seiner Freizeit?

Bei starkem Westwind verschließt sich die Klappe wie

von Zauberhand und der Konsul geht zum Surfen. Im

Winter, wenn der Laden geschlossen ist, bin ich, so oft

es geht, bei der Familie, die im Sommer viel zu kurz

kommt. Ansonsten versuche ich, möglichst wenig

Powder-Tage in den Bergen zu verpassen. Ich habe

erst Skifahren gelernt, dann Laufen.

Einen Kiosk zu führen, bedeutet für mich …

... das Glück, einen unkomplizierten Platz zu betreiben,

unprätentiös die einfachen Dinge im Leben zu den

wichtigsten zu machen und ohne viel Schnickschnack

absolute Qualität anzubieten.

Fotos: PR

116


WO Gemeinde Wörthsee, Vordere Seestraße 61

WER Moritz Naumann, ausgebildeter Betriebswirt,

bewirtschaftet seit zwei Jahren den Kiosk direkt am

Wörthsee. WARUM Der Kiosk ermöglicht dem Gas -

tronomen, genau das zu tun, was er liebt, und das an

einem paradiesischen Ort mit entspannten Menschen.

WO Seefeld-Hechendorf am Pilsensee, Seestraße 68

WER Saskia Römer zeigt mit ihrem Bio-Kiosk, wie lecker

eine vegetarisch-vegane Bistro-Küche sein kann. Mutter

Gundi steht ihr dabei tatkräftig zur Seite. WARUM Für

die überzeugte Tierschützerin bedeutet die Arbeit im

Kiosk, ihren Traum zu leben.

Wer sind Ihre Kunden?

Bei uns kehren Jugendliche aus der Region,

Familien, Wanderer und Tagesausflügler ein.

Was mögen Sie am Kioskleben?

Den Umgang mit den Menschen, die Entspanntheit,

wenn mal etwas nicht so klappt wie geplant. Zu sehen,

dass auch die Gäste die Fläche pflegen und der Müll in

den Mülleimern landet. Oder die Gläser ohne Pfand

zurückkommen – das macht mich glücklich, und

man weiß, wofür man das alles macht.

Welche Klassiker verkaufen sich besonders gut?

Neben Burgern, Pommes, Eis und Flammkuchen

natürlich unser Dinzler Kaffee.

Was gibt es nur bei Ihnen?

Unsere hausgemachte Burgersauce.

Wann kommt der erste Kunde?

Unsere Frühschwimmer kommen schon ab 7.30 Uhr,

aber aufgrund unserer Vorbereitungszeit bedienen

wir erst ab neun Uhr.

Was macht Ihren Kiosk aus?

700 Quadratmeter kostenlose Liegewiese, Parkplätze

und das netteste Team der Welt.

Ihre Definition von einem perfekten Tag am See?

Sonnenschein und zufriedene Gäste.

Was ist das Schöne daran, einen Kiosk zu führen?

Unsere Kunden. Sie kommen als Fremde und

gehen als Freunde.

Haben sich die Gäste von früher zu heute verändert?

Deutlich. Wir haben aufgeschlosseneres Bio-Publikum

und viele Gäste, die das Veggie-Angebot bevorzugen.

Was macht eine Kioskbesitzerin in ihrer Freizeit?

Sich intensiv um den Tierschutz und „Irinas Tierhilfe“

kümmern, Hunde aus Rumänien retten und dafür

auch Mandala-Steine bemalen, um sie zugunsten

der Tiere im Kiosk zu verkaufen.

Eine Besonderheit, die es nur bei

Ihnen gibt?

Selbst gebackene Kuchen,

bio logisch und auch vegan.

Welches ist das meist diskutierte

Thema bei den Stamm kunden?

Unsere vegane Speisenauswahl.

Was wird oft und gerne bestellt?

Die Flammkuchen, der Veggieburger

oder auch die Süßkartoffel-Pommes

mit Avocadodip

sind sehr beliebt.

117


SeeGenuss

WO Ammersee, Badeplatz Aidenried WER Luciana

Mazzilli und ihr Mann Antonio kümmern sich seit Juli 2018

um das leibliche Wohl der Badegäste. WARUM An diesem

Fleckchen waren die zwei Süditaliener schon glücklich,

bevor es auf dem Gelände einen Kiosk gab. Ihr Kiosk ist

alles in einem: Freizeit, Hobby, Arbeit und Zuhause.

Wann kommt der erste Kunde?

Kurz vor sechs Uhr, obwohl ich erst um sieben Uhr öffne.

Aber die Kaffeemaschine ist schon lange warm und

natürlich bekommt er trotzdem einen leckeren italienischen

Espresso.

Haben sich die Gäste von früher zu heute verändert?

Immer mehr Kunden achten auf Qualität. Sie möchten

sich etwas Gutes gönnen und auftanken. Diesen Wunsch

erfüllen wir. Der Besuch bei uns soll ein kleiner Kurz urlaub

in „Bella Italia” sein.

Was mögen Sie am Kioskleben?

Die Freiheit, so bedienen zu dürfen, wie man ist. Wir

müssen uns nicht verstellen. Deshalb lieben uns

unsere Gäste.

Eine Besonderheit, die es nur bei Ihnen gibt?

Wir kochen so, wie unsere Omas gekocht haben:

Lasagne oder Cannelloni nach italienischem Rezept.

Auch unsere Schnitzelsandwiches sind besonders.

Die Brötchen dafür werden von einer kleinen Bäckerei

extra nur für uns gebacken.

Ihre Definition von einem perfekten Tag am See?

Mit der Familie an einem sonnigen Plätzchen sitzen. Der

Duft nach ofenfrischer Lasagne, dazu ein Gläschen Wein.

Und im Hintergrund leise italienische Musik, die meine

Seele bezaubert. Wie in Italien, nur am Ammersee.

WO Weßling, Obere See feld straße 20 WER Restaurantfachmann

Claudius Brudnjak ist seit Anfang 2017 für den

Kiosk am Weßlinger See verantwortlich. WARUM Der

32-Jährige sammelte bereits viel Erfahrung in renommierten

Restaurants und Bars. Als der Kiosk in seiner Heimatgemeinde

neu vergeben wurde, bewarb er sich. Sein Konzept

setzte sich durch.

Sie werden auf ein Getränk und ein Essen in Ihrem

Kiosk eingeladen, was nehmen Sie?

Morgens ein Croissant und einen JB Cappuccino,

abends eine gut gekühlte Flasche steirischen Weiß -

bur gunder und die Tagesempfehlung der Küche.

Wer kommt zu Ihnen?

Unter der Woche größtenteils Einwohner der Gemeinde

Weßling. An den Wochenenden und Feiertagen kommen

Tagesausflügler dazu.

Etwas, das es nur bei Ihnen gibt?

Weißwurschtfrühstück auf dem See im Ruderboot.

Was verkauft sich besonders gut?

Unser JB Kaffee, die hausgemachten Limonaden, Bier,

Wein und Aperitif-Getränke zum Sonnenuntergang.

In der kalten Jahreszeit der frisch gewürzte Glühwein.

Was macht ein Kioskbesitzer in seiner Freizeit?

Er nutzt freie Wintertage unter der Woche, um

vereinsamte Skigebiete zu genießen, und regeneriert

an verregneten Sommertagen bei gemütlichen

Radltouren im Fünfseenland.

Einen Kiosk zu führen

bedeutet für mich …

... die Gemeinde, in der

ich aufgewachsen bin,

mit meinen beruflichen

Erfahrungen zu bereichern

und einen Ort mit angenehmer

Atmosphäre zu

schaffen.

Fotos: PR; Flo Hagena (2)

118


WO Possenhofen, Ferdinand-von-Miller-Straße

WER Im Sommer 2015 übernahm Cathrin Dierks als

Pächterin den Kiosk am Starnberger See. WARUM Mit

dem „Steg 1“ kann die Hamburgerin ihre Leidenschaft

fürs Wasser mit ihrem Beruf verbinden.

Was wird ein Gast in zehn Jahren bei Ihnen bestellen?

Essen, welches regional, bewusst und nachhaltig

hergestellt wurde. Gute Tierhaltung wird dabei eine

große Rolle spielen.

Was mögen Sie am Kioskleben?

Die Nähe zum Wasser, den Kontakt zu den Kunden

und die Möglichkeit, ihre Freizeit zu verschönern.

Drei Dinge, die Ihren Kiosk ausmachen?

Neben unserer Lage und der Aussicht die Bademög lichkeit

und unser SUP-Verleih.

Was verkauft sich besonders gut?

Steckerlfisch, frisch gebackener Kuchen, Salate,

Suppen, Sandwiches, Fischsemmeln und Pommes.

Haben Sie Unterstützung in betriebsamen Zeiten?

Natürlich. Die Mithilfe meiner Familie, meines fest -

an gestellten Personals und der Aushilfen macht

das alles hier erst möglich.

Eine Besonderheit, die es nur bei Ihnen gibt?

Norddeutsche Freundlichkeit mit einem großen

Herz für Kinder, Jugendliche und Senioren.

Ihr perfekter Tag am See?

Mit Freunden die Aussicht bei Föhnlage genießen.

Was Sie auch vorhaben ‒ wir sind da.

Sie haben in Ihrem Leben schon viel erreicht und noch viel vor, beruflich oder privat.

Gut, wenn sich ein starker Partner um das nötige Stück Sicherheit kümmert.

Mooseder

Versicherungsvermittlungs KG

Bahnhofplatz 8 · 82319 Starnberg

Telefon (0 81 51) 82 06 · Telefax (0 81 51) 80 27

E-Mail info@mooseder.vkb.de · www.mooseder.vkb.de


SeeTipps

Für Leib

und Seele

Frische Ideen, kulinarische

Entdeckungen und schöne Plätze

am See: Unsere Empfehlungen

sind eine Kostprobe wert

GAUMENFREUDEN

Barbara Bonisolli ist Foodfotografin,

Kochbuchautorin

und leidenschaftliche

Gastgeberin. Ihre leckeren

Gerichte kocht sie jetzt

auch auswärts: Mit „barbara

kocht.“ bietet sie ihren

eigenen, besonderen

Cateringservice an.

Einblicke bei Instagram @bbarbarakocht

Anfragen unter mail@barbarakocht.com

EINFACH GUT

Ob im bäuerlichen Wirtsgarten oder in der

rustikalen Stube: Urig geht es beim „Wangerbaur“

in Painhofen am Ammersee zu. Hier kocht der

Wirt noch selbst – mit frischen, lokalen Zutaten.

DIE DRÜBERSTREUER

Inspiriert vom vielen Reisen, haben die

Schwestern Nadine und Nicole van der Mey

Salzmischungen kreiert, die ein Gericht sowohl

geschmacklich als auch optisch krönen.

Außergewöhnliche Sorten, hochwertige, biologische

Zutaten, nachhaltiges Design – eine klasse Kombi.

Erhältlich ab Juni unter www.nn-rockyourfood.com

LOKAL-

TRAUM

www.wangerbaur.de

Am Dampfersteg

Utting eröffneten

die Urgroßeltern von Lena Mielke 1959

das „Café am See“. Schon zu Schulzeiten war es

Lenas Traum, das Haus einmal fortzuführen.

Heute betreibt sie dort ihr eigenes Restaurant –

und hat einen Platz geschaffen, der dem

Paradies ziemlich nahekommt.

www.lenasamsee.de

VIER GEWINNT

Valentin, Amelie, Lucas

und Vuong kennen sich

aus der Berufsschule.

Seitdem kochen sie als die

VALVs. 2018 eröffneten sie

den ehemaligen Büffelstall

auf dem Hof von Valentins Vater als Restaurant

und Veranstaltungslocation neu. Dort servieren

sie Spezialitäten vom Wasserbüffel, aber auch

andere feine Gerichte mit den Zutaten regionaler

Produzenten.

www.bueffelhof-beuerbach.de

www.thevalvs.com

HERZENSPROJEKT

Seit vergangenem Herbst sind Pamela und Till Weiß die

neuen Wirte des „Augustiner am Wörthsee“. Stolz, die traditionsreiche

Gaststätte weiterzuführen, bieten sie bayerische

Küche und saisonale Schmankerl mit dem gewissen Extra.

www.augustineramwoerthsee.de

Fotos: Barbara Bonisolli (1); PR; Cordula de Bloeme (1)

120


Metzger, Fachmann, Berater und

Fleischsommelier

Metzger, Fachmann, Berater und

Fleischsommelier

Mit dem richtigen Fachwissen lässt sich der Genuss von Fleisch

deutlich steigern. Grund genug für Oliver Lutz, Inhaber der gleichnamigen

Mit dem

Metzgereien,

richtigen Fachwissen

die Zusatzqualifikation

lässt sich der Genuss

Fleischsommelier

von Fleisch

deutlich steigern. Grund genug für Oliver Lutz, Inhaber der gleichnamigen

Metzgereien, die Zusatzqualifikation Fleischsommelier

zu erwerben – und mit uns darüber zu sprechen.

zu erwerben – und mit uns darüber zu sprechen.

Herr Lutz, was genau ist ein Fleischsommelier?

Oliver

Herr

Lutz:

Lutz,

Ein

was

Fachmann

genau ist

für

ein

Fleisch,

Fleischsommelier?

der weit über den Tellerrand hinausschaut.

Oliver Der Lutz: zweiwöchige Ein Fachmann Lehrgang, für Fleisch, den ich der an weit der über Fleischakademie den Tellerrand in hinausschaut.

besucht Der zweiwöchige habe, hat Lehrgang, sich gelohnt. den Die ich Ausbildung an der Fleischakademie toppt das Know-

in

Augsburg

how Augsburg eines Metzgermeisters besucht habe, hat und sich bringt gelohnt. das Wissen Die Ausbildung auf den toppt neuesten das Knowhow

beim eines Fleischkonsum Metzgermeisters hat und sich bringt den das letzten Wissen Jahren auf den viel neuesten geändert. Stand.

Stand.

Gerade

Die Kunden Gerade beim fragen Fleischkonsum gezielt nach, hat ein sich Thema in den wie letzten „Dry Jahren Age“ liegt viel geändert. im Trend.

Und

Die

was

Kunden

haben

fragen

Sie gelernt?

gezielt nach, ein Thema wie „Dry Age“ liegt im Trend.

O. L.: Und Über was die haben Kulturgeschichte Sie gelernt? des Fleisches, also die Tierhaltung und

-fütterung, O. L.: Über aber die auch Kulturgeschichte Wissen über Rassen des Fleisches, und Gattungen, also die Tierhaltung über das und ideale

Schlachtalter -fütterung, und aber die auch beste Wissen Reifezeit über des Rassen Fleisches. und Gattungen, Außerdem über geht das es ideale um

die Bedeutung Schlachtalter der und verschiedenen die beste Reifezeit Fleischcuts. des Fleisches. Was ist Außerdem möglich, wie geht handhaben

die zum Bedeutung Beispiel der die verschiedenen Franzosen ihre Fleischcuts. Fleischzuschnitte Was ist möglich, und warum. wie hand-

es um

haben zum Beispiel die Franzosen ihre Fleischzuschnitte und warum.

Gab es denn auch Testessen?

Gab es denn auch Testessen?

O. L.: Es gab Querverkostungen mit Fleisch verschiedener Rassen und

O. L.: Es gab Querverkostungen mit Fleisch verschiedener Rassen und

unterschiedlicher Reifezeit. Auch Fleisch vom Discounter wurde verkostet.

unterschiedlicher Reifezeit. Auch Fleisch vom Discounter wurde verkostet.

Seitdem weiß ich mehr denn je, wie wichtig unser heimisches traditionelles

Seitdem weiß ich mehr denn je, wie wichtig unser heimisches traditionelles

Metzgerhandwerk und eine bäuerliche Landwirtschaft sind.

Metzgerhandwerk und eine bäuerliche Landwirtschaft sind.

Und was war Ihr Beweggrund für die Zusatzausbildung?

Und was war Ihr Beweggrund für die Zusatzausbildung?

O. L.:

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Ich

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wollte

Ich wollte

mehr

mehr

aktuelles

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Hintergrundwissen.

Hintergrundwissen.

Je

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mehr

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25


Wen lockt der

See bei fünf Grad?

Kann sein, dass es Sie auf den nächsten Seiten leicht fröstelt.

Aber Sie werden den See auch mit anderen Augen sehen –

vor allem: mit allen Sinnen erleben. Versprochen!

PROTOKOLLE SARAH KRAMMER

FOTOS LUANA FREITAG


SeeGenuss

Diese Hartgesottenen hier!

Sie haben den See jetzt praktisch für sich allein: Denn Dennis Becker,

Uwe-Carsten Fiebig, Nicolas Schneckenburger, Stephan Rahm und Daniel Mielke

(v. links n. rechts) lassen sich von kalten Temperaturen nicht abschrecken

123


SeeGenuss

An einem Donnerstag im Februar

treffen wir Winterschwimmen-Fan

Uwe-Carsten Fiebig und seine Kollegen am Wörthsee. Das

Wetter: bombastisch gut. Auf dem Wasser eine Eisschicht,

die nur langsam wegtaut. Da jetzt rein? Unbedingt! Drei

Stimmen, die erklären, warum.

Bitte nicht nachmachen: Das Reinspringen ist nur

etwas für fortgeschrittene Winterschwimmer

(und eine Ausnahme fürs Foto)

Nicolas Schneckenburger

„Ich bin schon früher gelegentlich in kalten Bergseen geschwommen,

aber regelmäßig zum Winterschwimmen

gehe ich seit drei Jahren. Am liebsten in der Gruppe. Gemeinsam

macht es mehr Spaß, außerdem ist es sicherer.

Vor allem als Anfänger sollte man nicht alleine losziehen.

Wichtig ist, sich vorher warm zu machen, etwa ein paar

Minuten zu joggen, und warme Kleidung bereitzulegen.

Suchen Sie sich eine Stelle aus, an der es nicht zu flach ins

Wasser geht – das dauert zu lange. Wie sich der erste Moment

im Wasser anfühlt? Jedes Mal kälter als erwartet!

Aber das Gefühl danach ist einfach super. Ich bin immer

wieder stolz, dass ich mich überwunden habe.“

Uwe-Carsten Fiebig

„Das Winterschwimmen ist eine wertvolle Körpererfahrung.

Für mich ist es auch deshalb herausfordernd, weil ich eigentlich

jemand bin, der schnell friert. Idealerweise dehnt man

das sommerliche Schwimmen in den Herbst aus – und

Illustrationen: Lia-Charleen Royla

124


macht dann kontinuierlich weiter. Das Winterschwimmen

bedeutet für mich, Grenzen zu verschieben – es sind ja nur

mentale Grenzen. Am besten steigt man über eine Treppe

bzw. einen Steg zügig ins Wasser. Man sollte nicht gegen die

Kälte ankämpfen, sondern versuchen, locker zu bleiben. Und

in Ufernähe bleiben. Danach prickelt die Haut, und für den

Rest des Tages fühle ich mich super durchblutet, mir ist total

warm. Vor dem Schwimmen lege ich mir meine Kleider so

zurecht, dass ich nach dem Abtrocknen sofort reinschlüpfen

kann und nicht unnötig lange in der Kälte stehe.

Durch das Winterschwimmen erlebe ich die Seen von einer

unerwarteten Seite, ich lerne neue Stimmungen kennen.

Zum Beispiel, wenn sich bei fünf Grad eine kleine Dampfschicht

auf dem See bildet. Bei Windstille, wenn die Oberfläche

ganz glatt ist. Bei feinem Regen, Graupelschauer oder

Schneefall: Mit dem Gesicht nahe da zu sein, wo Regentropfen

oder Schneeflocken auf den See treffen ... das ist magisch.

Ich bin gerne am Starnberger See, er begeistert mit einem

schönen Blick auf die Berge. Vor allem im Herbst und im

Winter liegt Possenhofen bei Westwind sehr gut geschützt.

Überhaupt ist es wichtig, sich einen windgeschützten Platz

und hölzernen Boden für danach zu suchen. Bei Schnee benutzen

wir oft eine beschichtete Decke, auf der wir uns dann

umziehen. Bemerkenswert ist auch der positive Effekt auf

mein Immunsystem: Seit ich winterschwimme, bekomme

ich keine Erkältung mehr, keinen Schnupfen, keine Halsschmerzen.

Allen, die Lust bekommen: Täglich kalt duschen

hilft, den Körper an die Temperaturen zu gewöhnen.“

Stephan Rahm

„Als ich erfahren habe, dass Uwe-Carsten einmal die

Woche mit Kollegen in der Mittagspause schwimmen geht,

habe ich mich angeschlossen. Seitdem bin ich begeisterter

Winterschwimmer. Sobald ich drinnen bin, stellt sich eine

Hochstimmung ein, die danach mehrere Stunden anhält.

Auch Momente wie bei Sonnenuntergang, wenn der Dunst

auf dem Wasser liegt, prägen sich ein. Das Wasser ist im

Winter viel klarer und sauberer als im Sommer. Allerdings

friert bei Kälte der Tastsinn sehr schnell ein, auch das

Schmerzempfinden lässt rapide nach, weshalb man nicht

merkt, wenn man sich an einer Eisscholle oder einem

spitzen Stein schneidet. Deshalb bin ich sehr vorsichtig,

schwimme nie zu weit raus und bleibe nicht länger als

zwei bis drei Minuten im Wasser.“

Oben: Uwe-Carsten Fiebig geht zweimal pro Woche

schwimmen – und zwar das ganze Jahr. Unten: Man bleibt im

Winter nur zwei, drei Minuten im Wasser und legt die Kleider so

hin, dass man schnell reinschlüpfen kann. Profis haben eine

Wärmflasche dabei, auf die sie sich beim Anziehen stellen

125


Große kleine Welt

Wie oft träumen wir uns ganz weit weg. Opfern dann viel

Zeit, Geld und Nerven, um am anderen Ende des Globus

etwas zu finden, das uns irgendwie bekannt vorkommt.

Wir hätten da eine besser Idee ...

TEXT SILKE HEUSCHMANN

Lust auf Kanada?

Der Indian Summer mit seinen bunten Laubwäldern ist schön, hat aber vor allem

gute Marketing-Strategen – und ist nur mit einem langen Flug zu erreichen. Wie

wär’s mit Kanada-Feeling im Fünfseenland? Kurze Anreise, wenig Menschen,

großartige Laubfarben, herrliche Sonne. Gut, Kanada ist einen Hauch größer

und hat ein paar mehr Seen. Aber wer einmal einen dieser herrlichen bayerischen

Herbsttage erwischt und am Ostufer seines Lieblingssees (hier ein Blick auf den

Ammersee) entlangspaziert, wird Glück pur erleben: ein wirklich goldener Blätter-

Augenschmaus samt perfekter Spiegelung im Wasser, man selbst so intensiv

durchwärmt von der Sonne, dass der Herbst sich wie Sommer anfühlt. Woher

kam bloß diese Idee mit der Fernreise?.

Fotos: Luana Freitag, Sarah Stiller (2)


SeeGenuss

Mal wieder

nach England?

Auch erklärte Fans des Cottage Gardens tun

sich in Brexit-Zeiten nicht ganz so leicht, mal

schnell nach Good Old England zu reisen.

Wie gut, dass es auch bei uns immer mehr

Fans der nachlässig-kunstvollen Gartengestaltung

gibt. In den Rosenmonaten Mai und

Juni lohnt sich ein Blick über den Gartenzaun

ganz besonders. So hat zum Beispiel Bloggerin

Sarah Stiller (mycottagegarden.de) in

ihrem Garten in Breitbrunn am Ammersee

über 60 Rosensorten gepflanzt. Ihre besondere

Zuneigung gehört historischen und

Wildrosen – oft mit verführerischem Duft. Die

Offenheit, mit der sie ihren Garten präsentiert,

ist ganz nebenbei eine schöne Inspiration,

hohe Hecken ab- und Kontakt aufzubauen.

Schließlich lieben GärtnerInnen nichts mehr,

als über Pflanzen zu plaudern.

127


SeeGenuss

Foto: Luana Freitag


SeeGenuss

Ist das Schweden?

Nicht ganz. Wenngleich vieles ähnlich aussieht. Vor allem die netten Holzhäuschen

am Ufer … Nein, sie sind nicht im typischen Schwedenrot gestrichen, sondern bestechen

im Fünfseenland meist mit warmen Holztönen (etwa am Ammersee?). Das

Konzept des Bootshauses kennt man hier wie dort: Es steht auf Stelzen halb oder

ganz im Wasser, sodass man von der Seeseite mit dem Boot hineinfahren kann.

Dort steht das Boot dann geschützt, bis man es wieder braucht. Außerdem bietet

das Holzhaus oft eine Terrasse und einen kleinen Raum – alles, was man zum

Sommerglück braucht. Ein solches zu besitzen, kommt einem Lottogewinn gleich.

Aber wer nur als Betrachter per Ruderboot, SUP oder Kajak an den reizenden

Bauten vorbeifährt, kann das Ensemble genießen, ohne einen Gedanken an nötige

Reparaturen verschwenden zu müssen. Das Glück liegt schließlich im Moment.

129


SeeGenuss

Einmal nach Island?

Zugegeben, das Meer hoch im Norden kann sich stürmischer aufwerfen als die bayerischen Seen, und der Wind

tost wilder. Aber wer Starnberger See & Co. nur aus lauen Sommertagen kennt, wundert sich über die Wellen, den

Wind und die Schaumkämme, die sie ebenfalls im Programm haben. Wenn dann noch am Horizont das Alpenpanorama

samt Wolkenbergen dazukommt, sind auch Nordlichter restlos begeistert. Kundige Segler bleiben dann lieber

an Land. Wer durch diese tausend Blautöne rast, sind die Kitesurfer, die sich per Spezialwetterbericht (zebrafell.de)

ihre Chancen ausgerechnet haben, richtig abzuheben. Dass an ihren Neoprenanzügen später kein Salzwasser klebt,

ist nur ein kleiner, netter Nebeneffekt. Nichts für ungut, Island. Aber wir wollten doch CO 2

sparen, oder?

Foto: Luana Freitag

130


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Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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SeeMagazin

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SeeMagazin, Jahresausgabe 2019

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für den redaktionellen Inhalt

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DESIGN & LAYOUT

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strand-gut.com, Nicole Royla (Art Direction)

royla@strand-gut.com, www.strand-gut.com

REDAKTION

Marlene Irausek, Katharina Jenaro, Sarah Krammer,

Stefanie Lindner, Ramona Nickl, Anna Karolina Stock,

Anna-Lena Wolfarth

BILDREDAKTION

Elina Gathof, Alissa Selge, Céline Tirpan

SCHLUSSREDAKTION

Lektorat Süd, Gisela Haberer-Faye/Marion Riecke,

www.lektorat-sued.de

OFFICE SEEMAGAZIN

Heidi Hacker, hacker@seemagazin.de

FREIE MITARBEITER DIESER AUSGABE

AUTOREN

Martin Fraas, Silke Heuschmann, Karin Lochner,

Thomas Pfannkuch, Katja Sebald

FOTOGRAFEN

Luana Freitag, Elina Gathof, Jan Greune, Maren Martell,

Conny Mirbach, Michela Morosini, Stefan Nimmesgern,

Regina Recht, Nila Thiel, Peter von Felbert

ILLUSTRATORIN

Lia-Charleen Royla

BILDBEARBEITUNG UND HERSTELLUNG

Claudia Homer

DRUCK

F&W Druck- und Mediencenter GmbH

www.the-art-of-print.com

Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.

Für unverlangt eingesandte Bilder, Manuskripte, Waren keine

Haftung. Nachdruck, Aufnahmen in Online-Dienste und Internet,

Vervielfältigung auf Datenträger nur nach schriftlicher

Zustimmung des Verlages.

DAS SEEMAGAZIN WIRD HERAUSGEGEBEN VON

storyboard GmbH

Wiltrudenstraße 5, 80805 München,

Tel. 089 901097610, Fax 089 901097668, info@storyboard.de

Geschäftsführer: Dr. Markus Schönmann

Amtsgericht: München, HRB 192756, Sitz der Gesellschaft:

München

PAPIER

Das Papier dieser Ausgabe stammt aus nachhaltig, ökologisch

und sozial verantwortungsbewusst bewirtschafteten Wäldern.

SEEMAGAZIN BESTELLEN

Das SeeMagazin 2019 ist bereits die 15. Ausgabe.

Wer eine Ausgabe verpasst hat, kann sie zum Sonderpreis

von 3 Euro pro Heft bestellen. Die gesammelte Kollektion gibt

es für 35 Euro. Jeweils zzgl. Versandkosten. Übrigens auch

ein wunderbares Geschenk, ob für Einheimische oder Gäste.

Mit dem Druck unseres Magazins unterstützen wir das Gold Standard Klimaschutzprojekt

„Godawari Power und Ispat Limited (GPIL)“ der Klimaschutzagentur Fokus Zukunft. Die

Aktion ermöglicht den Betrieb einer Biomasseanlage in Siltara, Raipur, Indien, und damit eine

bessere Stromversorgung der Bevölkerung aus nicht fossilen Brennstoffen. Als erneuerbare

Energiequelle werden dort biogene Reststoffe auf Basis von Reishülsen verwendet.

www.facebook.com/seemagazin

@seemagazin auf Instagram

Foto: Peter von Felbert

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SeeMagazin

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Zum guten Schluss

Wer genau hinschaut, entdeckt, dass die Bilder auf den ersten Seiten dieses

SeeMagazins vom selben Fotografen stammen wie diese. „Wasser“ nennt Peter

von Felbert seine neue Serie, die die Seen aus überirdisch schöner Perspektive

zeigt. Mehr davon gibt es auf www.felbert.de zu bewundern!

Für die Auszeit zwischendurch finden Sie jederzeit noch mehr traumhafte See-Momente, Geschichten über ungewöhnliche

Menschen und wunderbare Fotos aus der Region um den Starnberger See, Ammersee, Wörthsee, Pilsensee und Weßlinger See

auch online auf: www.seemagazin.de, facebook.de/seemagazin und neu auf Instagram

Fotos: Peter von Felbert

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Wer nichts tut, sägt am Ast,

auf dem wir alle sitzen.

Dass wir in Sachen Klimaschutz nicht so weitermachen können wie bisher,

machen Hunderttausende streikende Schüler jeden Freitag weltweit zu Recht

lautstark deutlich. Denn wozu noch lernen für eine Zukunft, die es bald nicht mehr

gibt, weil viel zu wenig getan wird gegen Dürreperioden, Überschwemmungen,

Stürme, ansteigende Meeresspiegel und in der Folge Millionen Klimafl üchtlinge.

Wir tun was!

Auf die Politik zu warten, bringt nichts. Das Ruder rumreißen

können nur noch Unternehmen und Privatpersonen

durch freiwilliges Engagement. Dafür empfehlen wir auch

Ihnen die Klimainitiative StarnbergAmmersee.

Ziel ist es, die Klimabelastung (CO 2

-Emissionen) von

Unternehmen und Personen zu berechnen, Maßnahmen

zur Reduktion zu realisieren und die verbleibende Menge

durch Engagement in Klimaschutzprojekten vor Ort und

in Entwicklungs- und Schwellenländern auszugleichen.

Dann leben und arbeiten auch Sie hochoffi ziell klimaneutral.

Machen Sie es wie schon mehr als 70 Unternehmen und

Privatpersonen und schließen Sie sich uns an. Auch für das

Seemagazin ist die klimaneutrale Produktion bereits eine

Selbstverständlichkeit. Die bei der Papierherstellung, dem

Druck und der Auslieferung entstehenden CO 2

-Emissionen

wurden durch die Unterstützung der Kinderorganisation

PLANT FOR THE PLANET und eines Gold Standard Biomasseprojekts

in Indien ausgeglichen.

Wann, wenn nicht jetzt?

Mehr Infos:

www.fokus-zukunft.com

info@fokus-zukunft.com

www.klimainitiative-starnbergammersee.de

info@klimainitiative-starnbergammersee.de


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