Melange No2

AgenturMelange

Melange No2- Das Magazin im Süden Bayerns

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Titel: PAULINE SCHÄGGER

Foto: Florian Werner

NEWCOMER

Viktoria von Heinz

Stefanie Fischer

d a s m a g a z i n

M U R N A U

BLAUES LAND

DIE ZEITZEUGEN

Höre nicht auf, bevor

du angefangen hast

SOCCER

CAMP17

STAND UP

PADDLING

am Staffelsee


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„Energiekosten;

kein Thema

für Sie?“

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E D I T O R I A L

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

g’schafft

Foto: Florian Werner

nik

Dank unserem starken Team erscheint Eure zweite Melange vom

Blauen Land. Warum Eure? Die Einzelhändler, die Anzeigenkunden

von Murnau und Umgebung, machen es möglich, das zeitlose

Sammlermagazin pünktlich neu aufzulegen.

Auf dem Titelbild ist diesmal die Pauline, ein pfiffiges Madl aus

Murnau. Sie war Teil unseres Fotostreifzugs für das Biergarten-

Thema durch unsere Heimat. Es war ein Riesenspaß, einen Tag mit

unserem engagierten Fotografen Florian Werner und den feschen

Damen zu verbringen. Danke für die vielen Anregungen und das

positive Feedback. Wir werden weiterhin die „Melange“ mit unserer

Qualität, mit viel Freude am Machen und vor allem mit Lockerheit

und Leichtigkeit durchziehen.

Viel Spaß beim Lesen wünschen

Das Team Melange und Franz Windirsch

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I N H A L T

6 IMPRESSIONEN Vision

von Florian Werner

8 NEWCOMER I Viktoria von Heinz

Eine Frau mit japanischen Wurzeln

14 Die BG Unfallklinik Murnau

Interview mit Frau Dr. Maier, leitende Ärztin im Zentrum

für Rückenmarkverletzte

22

Soccer

Camp

18 MINDCRAFT Dufte Zeiten

Jakob und der Kaffeeröster

22 SPORT I STS Soccer Camp 17

Eine treffsichere Idee von Torsten Kurz und Roland Öller

26 MUSIK Die Zeitzeugen

Höre nicht auf, bevor du angefangen hast

30 I hob an Traum

eine bayerisch-poetische Biergartentour

mit Franz Windirsch und Freunden

18

mindcraft

36 BLAUES LAND - GRÜNE OASE Der Stieglitz

auffällig, bunt und Vogel des Jahres 2016

38 PORTRAIT Wie der Ochs es übern Berg schaffte

Die Geschichte vom Gratzhof zum Riegseer Weideochs

42 MURNAUER KAFFEEHAUSGESCHICHTEN

Heimatlos mit Goldi und Poldi

44 LIVE I Wicklungen

Max Ottenwälder und der Duft von Eisen

38

Der Ochs

46 LIVE II Was steckt dahinter?

Vom Papiertheater zur Zusammenkunst

48 SPORT SUP

Mit dem Stand Up Paddleboard durch’s Paradies

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I N H A L T

58 NEWCOMER II Stefanie Fischer

Tradition und Moderne im Herzen von Murnau

64 POTRAIT Von Frau zu Frau

Der Murnauer Zonta Club - kein Sonntagsclub

68 Melli & Franzi on Fitness-Tour

Schwitzen mit Wohlfühlfaktor, fast wie dahoam

70 WIRTSCHAFT & FINANZEN Finanztipps

von Dr. Ralf Erich Schauer

72 MARKTPLATZ

von Cafés, Restaurants über Shopping, Tourismus und

Gesundheit bis zu Kunst, Handwerk, Immobilien und

Dienstleistungen

58

Stefanie

Fischer

64

von Frau

zu Frau

IMPRESSUM

Herausgeber: Agentur Melange, Obermarkt 8, 82418 Murnau

Redaktion: Team Melange, redaktion@agentur-melange.de

Autoren: Heribert Riesenhuber, nil, Anna Marguerita Schön, Goldi & Poldi

Artdirektion: Claudia Becker

Grafik + Gestaltung: Claudia Becker, Katrin Oppenrieder

Fotografen: Florian Werner, Heribert Riesenhuber, Claudia Becker,

Alfons Schön, Christian Kolb, Franz Windirsch, Christian Podolski,

Kirsten Sonnemann

Lektorat: Anna Marguerita Schön

VERTEILUNG

ESV Staffelsee,

Franz Xaver Windirsch jun.

Blaues Land, Loisach Tal,

Ammergauer Alpen

8

Die Freundin

des Postboten

ANZEIGEN

Franz Windirsch,

Franz Xaver Windirsch jun.

anzeigen@agentur-melange.de

0151.12050911 und 0176.20142892

48

stand up

paddling

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Vision


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I M P R E S S I O N E N

Sommerzeit

Weiter Blick und langer Atem

Sich gehen lassen

bis ans Ende der Welt

Und dann zurückkommen und

NEUANFANGENVONGRUNDAUF

Sommerzeit

Großer Traum und weiter Blick

Florian Werner, Fotograf

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N E W C O M E R

Viktoria von Heinz

In der GOLDSCHMIEDE VON HEINZ funkelt es.

Umgeben von wunderschönen Schmuckstücken sitze

ich mit Viktoria von Heinz, der Tochter des Hauses,

an einem der Tischchen in der Mitte des Verkaufsraumes.

Hier werden normalerweise die Kunden beraten,

und ich fühle mich, als würde ich gleich einen Ring

anprobieren.

Zusammen mit ihrem zukünftigen Mann Ben tritt Viktoria

in die Fußstapfen ihrer Eltern und führt die Goldschmiede

im Murnauer Untermarkt in die nächste

Generation. Und die hübsche 30-Jährige strahlt eine

derart sympathische Entschlossenheit aus, dass ich

bereits erahne, dass mich eine spannende Geschichte

erwartet.

„Wolltest Du in Deiner Kindheit und Jugend Goldschmiedin

werden?“, frage ich, und Viktoria schüttelt den

Kopf. „In meiner Jugend wollte ich - wie die meisten in

diesem Alter - am liebsten raus und die ganze Welt entdecken.

Schon immer war ich fasziniert von fremden

Ländern. Einen konkreten Berufswunsch hat es da noch

nicht gegeben. Meine Mutter schlug damals vor, ich

könne ja zur Lufthansa gehen“, erzählt sie lachend.

In der Welt herumgekommen ist Viktoria dann tatsächlich

- wenn auch weniger in der Freizeit, sondern

mehr im Rahmen von Studien- und Geschäftsreisen.

So konnte sie während ihrer Schulzeit ein Jahr in Japan

verbringen, wo sie nicht nur die Möglichkeit hatte,

das Land und dessen Kultur kennenzulernen, sondern

auch ihre eigenen familiären Wurzeln, die dort begründet

liegen. Ihnen verdankt sie nämlich – neben

einer spannenden Familiengeschichte - auch einen

schönen, wenn auch in Deutschland eher ungewöhnlichen,

zweiten Vornamen:

VIKTORIA FUMI. EINE FRAU MIT

JAPANISCHEN WURZELN

Es war Viktorias japanischer Ururgroßvater, der damals

nach Deutschland gekommen war und sich dort

in ihre Ururgroßmutter verliebt hatte. Diese wiederum

reiste mit ihm nach Japan, wo sie heirateten. Tatsächlich

war dies die erste international geschlossene Ehe

zwischen einem Japaner und einer Ausländerin. Und

während Viktorias Ururgroßvater eine tragende Rolle

in der japanischen Forstwirtschaft einnahm, gründete

ihre Ururgroßmutter den allerersten japanischen Kindergarten.

Doch nicht nur die Familiengeschichte von Viktorias

Ahnen ist exotisch. Auch Viktoria selbst weiß, dass die

große Liebe ihren Weg über die ganze Welt finden

kann.

Der sympathische Ben, Viktorias zukünftiger Ehemann,

sitzt mittlerweile ebenfalls mit uns am Tisch.

Seit 11 Jahren lebt er in Deutschland. „Aufgewachsen

bin ich in Kenia“, erzählt er. Kennengelernt haben sich

Viktoria und Ben 2007, als sie beide „Internationales

Management“ in Deggendorf studiert hatten.

In dieser Zeit kristallisierte sich auch immer mehr heraus,

welchen beruflichen Weg Viktoria einschlagen

wollte. Und obwohl Schmuck, wie sie mir verrät, schon

immer die große Leidenschaft ihres Lebens war und

ist, trat sie keine Ausbildung zur Goldschmiedin an.

Denn: Ihre große Stärke liegt im Kundenkontakt. Die

persönliche Beratung, die Organisation, ja, auch das

Designen individueller Schmuckstücke sind ihr Metier,

in dem sie aufblüht.

Dass Viktoria ihren Ben bald ebenfalls mit ihrer Liebe

zum Schmuck anstecken würde, hatte anfänglich keiner

so recht vermutet.

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Foto: Claudia Becker


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N E W C O M E R

Als das Studium dann zu Ende war, fand sich Ben allerdings

immer öfter in der Goldschmiedewerkstatt ein, wo er stundenlang

Viktorias Vater beim Entstehen kleiner Kunstwerke

zuschaute. 40 Jahre Meisterwissen waren es, die ihn dort in

ihren Bann zogen. Der Funke war auf Ben übergesprungen.

Das ging so lange, bis Herr von Heinz ihn schließlich aufforderte,

das Schmieden einfach einmal auszuprobieren. Und

Wie es der Zufall so will, war es ausgerechnet eine Reise, die

schließlich den letzten Ausschlag dazu gab…

MIT WILSON DURCH DIE USA

Der jungen Viktoria war damals angeboten worden, als

Schmuckrepräsentantin zweier renommierter Schmuckmanufakturen

für einige Wochen die USA zu bereisen.

Foto: Claudia Becker

„Ben und ich

sind sozusagen

die Version 2.0“,

strahlt Viktoria.

tatsächlich: Ben erwies sich als äußerst talentierter Goldschmiedeschüler.

Ein Blütenring mit Perle ist nur eines der

Schmuckstücke, die er für seine Viktoria bisher angefertigt hat.

Derzeit macht Ben seine Ausbildung zum Goldschmied und

steckt mitten in der Gesellenprüfung. Während Viktrias Vater

all sein Wissen an Ben weitergibt, tritt Viktoria selbst in die

Fußstapfen ihrer Mutter. „Ben und ich sind sozusagen die Version

2.0“, strahlt sie.

Doch wann genau war ihnen klar geworden, dass sie gemeinsam

den gleichen Weg einschlagen würden, den auch ihre Eltern

gegangen sind?

Sie überlegte nicht lange und zog los - im Handgepäck einen

Koffer mit einer echten, sehr kostbaren Kollektion. Drei Reisen

waren es insgesamt, allein die erste davon dauerte bereits 6

Wochen.

„Einmal in der Woche habe ich mich im Supermarkt mit Wasser

und Tütensuppen eingedeckt“, erinnert sich Viktoria. Ausflüge

oder abends Essen gehen waren nicht drin, denn ihren Koffer,

den sie WILSON getauft hatte, durfte sie keine Sekunde aus

den Augen lassen. Er war zu ihrem ständigen Begleiter geworden.

Mit ihm ist sie viele Tausend Meilen durch die USA

gefahren.

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WAS WIE EIN ROADMOVIE ANMUTET,

FÜHRTE SCHLIEßLICH ZUM ENTSCHEI-

DENDEN WENDEPUNKT

QUALITÄT

HAT BEI UNS

TRADITION.

„Es war ein gefährlicher Job. In den Schmuckgeschäften,

die ich besuchte, berichtete man mir von unzähligen Fällen,

in denen andere Schmuckrepräsentanten angegriffen und

überfallen worden waren.“ Als ihr die große Gefahr bewusst

wurde, der sie dort ausgesetzt war, kündigte sie und war

froh, heil aus der Sache herausgekommen zu sein.

Zurück in Bayern traf sie schließlich gemeinsam mit Ben

die große Entscheidung. Sie sahen nun ihren Weg ganz

deutlich vor sich und waren sich auch der großen Verantwortung

bewusst.

Den Einstieg in das elterliche Geschäft beschreibt Viktoria

als wundervoll und fordernd zugleich. „Es ist ein unheimlicher

Druck. Die Eltern haben etwas Großartiges aufgebaut.

Viele denken, man setzt sich ins gemachte Nest. Das stimmt

so aber nicht. Es steckt harte Arbeit dahinter.“

Ihre Eltern, so erzählt sie, haben sie immer bei all ihren

Vorhaben unterstützt. „Man diskutiert gemeinsam in der

Familie: Wohin möchte man gehen, was möchte man machen?

Gemeinsam begeistern wir uns für neue Impulse und

bewahren gleichzeitig alte Werte.“

Belohnt sieht Viktoria ihre Arbeit durch die Rückmeldung

der Kunden. Weil sie ihre ehrliche Art, sie zu bedienen

und sie auf das richtige Schmuckstück zu bringen, schätzen.

DIE GOLDSCHMIEDE VON HEINZ

Klassisch und schön, jetzt etwas moderner. So beschreibt

Viktoria den Stil der Goldschmiede von Heinz. Ein

Schmuckstück soll so zeitlos sein, dass es über Generationen

hinweg weitergegeben werden kann. Ein Qualitätsmerkmal,

das in der Schmiede hochgehalten wird.

Die zusätzliche Zusammenarbeit mit verschiedenen hochwertigen

Manufakturen trägt zudem dazu bei, dass sie

stets im Trend bleiben. „Wir verstehen uns als Familienjuwelier.

Am Ende ist nur eines wichtig: Dass das Schmuckstück

zum Kunden passt. Egal wie groß oder klein der Geldbeutel

ist: Man findet/macht/schmiedet, was zum Kunden

gehört.“

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LF DIE VERSUCHUNG, ONLINE EINZUKAUFEN, UND WARUM ES

SICH LOHNT, SICH BEWUSST DAGEGEN ZU ENTSCHEIDEN

„Das Internet ist natürlich eine tolle große Welt“, sinniert Viktoria. „Dennoch

tragen meiner Meinung nach nicht nur die Geschäfte eine große Verantwortung,

was Regionalität betrifft, sondern die gleiche Verantwortung trifft auch den Kunden

selbst. Jeder muss sich bewusst werden, wem man sein Geld gibt: Großen Konzernen

oder regionalen Betrieben. Im Internet erhält man zudem keine individuelle Beratung,

ganz zu schweigen von der Möglichkeit einer Anprobe. Der persönliche

Kontakt lässt sich nicht ersetzen. Ich habe aber auch das Gefühl, unser Werteempfinden

geht wieder mehr in Richtung Verantwortungsbewusstsein und Loyalität.

Und nicht zuletzt lenkt der Kunde mit seinem regionalen Einkauf auch die Steuergelder,

mit denen die Gemeinde zum Beispiel Kindergärten und Schulen finanziert.“

Wer im Geschäft vor Ort und nicht im Internet einkauft, macht übrigens auch

andere erfreuliche Bekanntschaften. Wie mit der Hündin Sica, dem heimlichen

Star der Goldschmiede von Heinz.

HÜNDIN SICA HAT GEBURTSTAG

Familienhündin Sica ist heute ein waschechtes Geburtstagskind, denn sie wird

heute, am Tag unseres Interviews, vier Jahre alt. „Alle lieben diesen Hund. Sie ist

aber auch etwas ganz Besonderes. Manche Leute kommen zunächst nur rein, um

den Hund zu streicheln.“ Der Hund wiederum liebt den Postboten. Denn wenn

der kommt, darf Sica kurz in den Laden nach vorne kommen. Dann nimmt sie

dem Postboten die Briefe ab und trägt sie nach hinten ins Büro.

Auch ich komme nicht umhin, Sica durch das seidige Fell zu kraulen.

Eine allerletzte Frage habe ich noch an Viktoria:

Was ist Dein Motto? Was motiviert Dich, wenn mal etwas nicht so richtig klappen

möchte?

„Alles klappt gut, alles ist machbar, wenn man gemeinsam an einem Strang zieht.

Und wenn es mal nicht so klappt, dann muss man halt einfach noch ein bisserl

härter arbeiten…“

Viktoria und Ben, die ziemlich genau zum Erscheinungstermin unserer zweiten

Melange-Ausgabe heiraten werden, haben das Papier für ihre Hochzeitseinladungen

übrigens auch regional eingekauft. Eine internationale Melange entstand

derweilen in ihrer Gästeliste, denn viele ihrer Freundschaften stammen aus

ihrer Studienzeit. Und so werden Hochzeitsgäste aus den USA, aus Mexiko,

Deutschland, Österreich, Ungarn, Neuseeland, Australien, Japan, Polen, Tschechien,

Holland, Kenia, Türkei, Panama und Schottland zugegen sein.

Liebe Viktoria, lieber Ben, vielen Dank für dieses Gespräch.

Das Team Melange wünscht Euch von Herzen alles Gute für Eure Hochzeit

und für Euren gemeinsamen Lebensweg.

Anna Marguerita Schön


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TIERGESUNDHEIT IM KEMMELPARK

NEUERÖFFNUNG AB AUGUST 2016!

Wir begrüßen Sie herzlich in unserer neuen Praxis für Klein- und Heimtiere in Murnau am Staffelsee.

Wir bieten Ihnen eine hochmoderne, gut ausgerüstete Praxis für Klein- und Heimtiere

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Tierärztliche Praxis für Klein- und Heimtiere

Praktische Tierärztin Christina Meinert

(GP CERT Diagnostic Imaging)

VORSORGEPROGRAMME

INNERE MEDIZIN

CHIRURGIE

BILDGEBENDE DIAGNOSTIK (ULTRASCHALL,

DIGITALES RÖNTGEN, DIGITALES ZAHNRÖNTGEN)

IN-HOUSE LABOR

DERMATOLOGIE

GYNÄKOLOGIE

AUGENHEILKUNDE

NEUROLOGIE

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Sehr geehrte Frau Dr. Maier, Sie sind seit 1988 an der BG Unfallklinik

Murnau tätig. War es immer ihr Wunsch nach Murnau zu gehen und

dort als Ärztin zu arbeiten?

Nein, primär hatte ich es nicht geplant an die BG Unfallklinik Murnau

zu gehen. Nach meinem Examen 1988 wollte ich unbedingt Neurochirurgin

werden und hätte an der Uniklinik Würzburg sofort eine

Stelle bekommen. Allerdings hat es sich bei uns familiär anders ergeben.

Deshalb beschränkte ich meine Bewerbungen auf den Münchener

Raum. Mein Mentor hat sich zur selben Zeit auch an der

BG Unfallklinik Murnau für eine Chefarzt-Position in der damals neu

etablierten neurochirurgischen Abteilung beworben. Er wollte mich

gerne mitnehmen und sah meine beruflichen Perspektiven in einer

wurde das Thema in der Neurologie nur kurz angesprochen und

mehr nicht. Aber im Laufe der Zeit hat sich mir hier ein sehr breites

Feld eröffnet. Meine ersten zwei Jahre in Murnau verbrachte ich

auf der Querschnitt-Station und als Privatassistentin, später kamen

die Unfallchirurgischen Stationen dazu. Meine Facharztausbildung

setzte ich in Starnberg und Berlin fort und kam mit dem fertigen

Facharzt wieder nach Murnau zurück. Seitdem wohne ich in Westried

und fühle mich hier sehr wohl.

Sind Sie denn dann noch in der Neurochirurgie tätig geworden?

Nein, irgendwie hat sich das dann nicht mehr ergeben. Ich hätte

immer wieder die Möglichkeit gehabt, dorthin zu wechseln. Mir ist

BG Unfallklinik

Murnau

INTERVIEW:

neuen kleinen Abteilung als sehr gut an. In kleinen Teams kann

man schnell mehr Verantwortung übernehmen und Operationen

werden auch von Assistenten durchgeführt, was einer jungen Ärztin

wie mir natürlich viel praktische Erfahrung eingebracht hätte. Somit

war für mich klar, dass dies eine Klinik für die engere Auswahl ist.

In meinem Vorstellungsgespräch an der BG Unfallklinik Murnau

wurde mir mitgeteilt, dass die neue Abteilung für Neurochirurgie

noch in der Planung sei und somit aktuell noch nicht als Fachabteilung

zur Verfügung stünde, aber in der Chirurgie eine Stelle für

mich frei wäre. Da mich die Chirurgie an sich interessiert hat, habe

ich dann im September 1988 in der Unfallchirurgie auf der damaligen

Station 44 angefangen. Auf den 40er Stationen waren zu

diesem Zeitpunkt die Patienten mit Rückenmarkverletzungen untergebracht.

So bin ich in der Abteilung für Rückenmarkverletzte gelandet.

Viele Assistenten in der Unfallchirurgie haben dort angefangen,

da das Querschnittgelähmten-Zentrum ein guter Einstieg

war mit Schwerpunkt im interdisziplinären Arbeiten. Die „Besonderheit

Querschnittlähmung“ war und ist allerdings auch heute noch

eine besondere Herausforderung für einen Anfänger und bedarf

der extrem guten Führung und Anleitung.

Wie waren Ihre Anfänge im Zentrum für Rückenmarkverletzte?

Ich war am Anfang etwas überfordert und wusste zu dem damaligen

Zeitpunkt nur, dass es Querschnittlähmungen gibt. Im Studium

aber im Laufe meiner Tätigkeit bewusst geworden, dass die Neurochirurgie

gar nicht dem entsprach, was ich mir vorgestellt hatte.

An der BG Unfallklinik Murnau beinhaltet die Neurochirurgie vor

allem die Versorgung von schwerstverletzten Patienten mit massiven

Schädel-Hirn-Traumata, also oft sehr schwere Krankheitsverläufe.

Da fühlte ich mich nach meinen Erfahrungen, die ich im Laufe der

Zeit in der Unfallchirurgie, im Querschnittbereich und in der Chirurgie

des Stütz- und Bewegungsapparates gesammelt hatte, viel besser

aufgehoben. Damals kam natürlich auch begünstigend hinzu, dass

die Wissenschaft auf dem Gebiet der Neuroregeneration plötzlich

ganz neue Möglichkeiten eröffnete. So konnten wir Menschen mit

einer Querschnittlähmung nicht nur eine gute Rehabilitation als

Rollstuhlfahrer bieten, sondern auch eine mögliche Veränderung

der Querschnittlähmung, die sogar funktionelle Verbesserungen mit

sich brachte. Das waren zum Beispiel eine Verbesserung in der Stabilisierung

der Wirbelsäule und die damit verbundene viel frühere

Rehabilitation, denn ganz früher lagen die Leute 12 und 16 Wochen

im Bett. Ich kam in eine völlig neue Ära, in eine Revolution der Behandlung

von Querschnittgelähmten. Das hat mir ein ganz großes

Feld eröffnet sowohl operativ als auch in der Forschung und ich

habe mich im Laufe der Zeit hier gefunden und wollte auch nicht

mehr in ein anderes Fach wechseln. So bin ich zunächst Oberärztin

und später Leitende Ärztin der Abteilung für Rückenmarkverletzte

geworden.

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„Es funktioniert

nur im Team!“

DR. DORIS MAIER

Leitende Ärztin

NAME

POSITION

FAMILIENSTAND

ALTER

GEBOREN IN

WOHNHAFT IN

DR. MED. DORIS MAIER

LEITENDE ÄRZTIN IM ZENTRUM

FÜR RÜCKENMARKVERLETZTE

VERHEIRATET, 1 KIND

56 JAHRE

STRAUBING

MURNAU, WESTRIED

AN DER BG UNFALLKLINIK MURNAU SEIT

01. SEPT. 1988


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Eine Frau in der Chirurgie war ja zur damaligen Zeit doch noch

etwas Besonderes, wie haben Sie das empfunden?

In der BG Unfallklinik Murnau bin ich als Frau nie benachteiligt

worden, damals nicht und heute auch nicht. Wir waren alle in

einem Boot, wir haben uns gegenseitig geholfen, wir wurden

aber auch alle gleich gefördert. „Die Chirurgie lebt in der Nacht“,

das war der Wahlspruch; das hieß, wenn man etwas werden

wollte, musste man einfach präsent sein und musste auch daran

Gefallen finden, das man auch mal über den Tellerrand schaut

und das eine oder andere Mal dann mehr anwesend war -

ohne Freizeitausgleich und ohne mehr Bezahlung.

und wir konnten vieles bewegen, vieles etablieren. Wir haben

es geschafft eine wirklich interdisziplinäre Teamaufstellung zu

erwirken. Und wir haben im Zentrum für Rückenmarkverletzte

einen Ort, wo Menschen mit einer Schädigung am Rückenmark

nicht nur in ihrem Akutstadium, sondern auch in der Rehabilitation

das Beste was an Therapie möglich ist zu erhalten.

Dabei können wir immer die neuesten wissenschaftlichen Errungenschaften

mit einbeziehen, weil es uns möglich gemacht

wird, an der Wissenschaft teilzunehmen, selber wissenschaftlich

zu arbeiten und damit diese Ergebnisse auch unseren Patienten

zugutekommen zu lassen.

BG Unfallklinik

Murnau

INTERVIEW: DR. DORIS MAIER

Wie ging Ihr beruflicher Werdegang dann weiter?

2008 wurde ich Nachfolgerin des damaligen Leitenden Arztes

Dr. Potulski. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keine weiterführenden

Karrieregedanken gehegt. Als mir das Angebot der leitenden

Position gemacht wurde, habe ich mir das sehr reiflich überlegt.

Für mich war immer klar, dass eine Leitungsaufgabe nicht nur

ein „Türschild“ bedeutet oder dass man dabei dem einen oder

anderen zu sagen hat, was zu tun ist, sondern es hängt auch

und vor allem damit zusammen, Verantwortung für diese Mitarbeiter

zu übernehmen, für deren Wohlbefinden, für deren Arbeitsqualität.

Und auch Verantwortung für die Ausrichtung der

Klinik oder der Abteilung, der ich vorstehe. Es muss ja auch eine

Zielsetzung geben. Also man muss eine Vision mitbringen und

ich war mir am Anfang nicht so ganz klar darüber, ob ich das

bin, die das machen kann. Und zweitens muss man ja, wenn

man eine Führungsrolle übernimmt, Zeit dafür haben, also präsent

sein für die Mitarbeiter, für die Dinge die gemacht werden

müssen.

Ich hatte und habe immer noch Visionen und auch das Gefühl,

dass man diese Visionen mit Leben füllen und etwas für die Patienten

bewegen kann. Deswegen habe ich mich letztlich auch

für die Leitungsposition entschieden.

Haben Sie denn das erreicht, was Sie sich mit der Übernahme

der Leitungsposition vorgenommen hatten?

Ja, ich bin sehr zufrieden wie sich alles bisher entwickelt hat.

Ich wurde all die Jahre in meinen Vorhaben immer unterstützt

Wie sieht die Zukunft in der Behandlung von Querschnittlähmungen

aus?

D a s Medikament, d i e Operation oder d i e Stammzelle, die

eine Querschnittlähmung heilbar machen würden, sind bis

dato nicht gefunden. Das hängt aber auch damit zusammen,

dass das Nervensystem einfach sehr komplex aufgebaut ist.

Man ist in vielem schon sehr nahe dran, zum Beispiel können

wir den Patienten viel besser helfen als früher, sie sind heute

viel selbständiger und erreichen damit eine weitaus höhere

Lebensqualität – auch die Patienten mit hohen Lähmungen.

Das ist besonders der Forschung und dem Engagement der

Mitarbeiter zu verdanken, aber auch der technologischen Entwicklung,

dem Hilfsmittelsektor und dem Sektor der Rehabilitationstherapiegeräte.

Unser Vorteil ist dabei, dass wir an der

BGU durch die Einbindung in eines der größten und modernsten

traumatologischen Zentren alle Möglichkeiten haben interdisziplinär

sowohl chirurgisch als auch rehabilitativ und forschend

tätig zu sein.

Die Möglichkeit, eine Querschnittlähmung zu

heilen, wird sicherlich noch einige Zeit brauchen.

Ich hoffe aber, dass ich das noch erleben werde.

DORIS MAIER

Das Gespräch führte Stefanie Seyringer

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BG Unfallklinik

Murnau

INFOBOX

Das Zentrum für Rückenmarkverletzte an der BG Unfallklinik Murnau ist eines der größten

Behandlungszentren für Querschnittgelähmte in Deutschland mit internationalem Rang

besonders im Bereich der Forschung. Es ist in den 50er Jahren von Sir Ludwig Guttmann,

dem Begründer der modernen Querschnitttherapie, etabliert worden. Seiner Arbeit ist

es zu verdanken, dass es Ende der 40er Jahre überhaupt möglich wurde, mit einer

Querschnittlähmung zu überleben.

Für die stationäre Behandlung von Patienten mit Querschnittlähmungen stehen in Murnau

drei Stationen mit entsprechender Ausstattung auch für beatmungspflichtige und hochgelähmte

Patienten zur Verfügung. Eine Station ist mit 6 Betten für Weaning-Patienten

ausgestattet, die von der Beatmung entwöhnt werden. Behandelt werden die Patienten

von einem hochqualifizierten Team bestehend aus Chirurgen, Urologen, Pflegekräften

und Therapeuten sowie Psychologen und Sozialarbeitern. Über einen Zeitraum von drei

bis neun Monaten sind je nach Schwere der Verletzung gut 100 Patienten zeitgleich in

stationärer Behandlung. Darüber hinaus erfolgt durch das interdisziplinäre Team im Anschluss

an die Rehabilitation im Haus die lebenslange Nachsorge. Eine ganzheitliche

Versorgung aus einer Hand, die so in Deutschland einzigartig ist.

Jörg Gebhardt, stellv. Stationsleiter

Station 64 für Rückenmarkverletze

Frau Dr. Doris Maier

Leitende Ärztin

Melanie Feuchter, Fachkrankenschwester

für Rückenmarkverletzte

BG Unfallklinik Murnau

Prof.-Küntscher-Straße 8 · 82418 Murnau · Telefon: 08841 48-0 · Fax: 08841 48-2600

E-Mail: info@bgu-murnau.de · www.bgu-murnau.de · Redaktion: Ulla Vaasen · Fotos: Christian Podolski

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M I N D C R A F T

d u f t e

Z e i t e n

Als wir den Murnauer Schüler Jakob fragten, ob er nicht Lust hätte,

sich für das Melange Magazin ein wenig in Murnaus Betrieben

umzuschauen, sagte er sofort zu.

Warum nicht?

Und so schickten wir Jakob an einen für ihn eher ungewöhnlichen Ort,

in Murnaus Kaffeerösterei.

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Er trinke zwar selbst nicht so viel Kaffee – aber man kann sich’s ja mal

anschauen, meinte er. Und wir wollten wissen, ob es dem Kaffeespezialisten

Thomas Eckel gelingt, aus Jakob einen Barista zu machen - also

jemanden, der es versteht, den perfekten Kaffee zuzubereiten und

obendrein ein schönes Bild in den Schaum des Kaffees, die Crema, zu

zaubern. Die Begegnung verlief sehr freundlich, aber zunächst noch

etwas zurückhaltend. Vielleicht lag es daran, dass man noch keinen

Kaffee miteinander getrunken hatte. Thomas Eckel ging deshalb gleich

an seine Kaffeemaschine und zeigte Jakob, wie das mit den Bildern auf

dem Kaffee funktioniert. Und tatsächlich: mit ein wenig Anleitung

gelang auch ihm zumindest so etwas wie ein Kaffeegespenst.

J a k o b

u n d

d e r

K a f fe e -

r ö s t e r

Jakob ist 15

Jahre alt und

Schüler am

Staffelsee-

Gymnasium.

Er spielt Tennis

und will später

vielleicht mal

Grundschullehrer

werden.

Anschließend ließ Jakob sich in (fast) alle Geheimnisse des Kaffees

einführen. Und Thomas Eckel nahm sich wirklich viel Zeit für dieses

Treffen, ließ das Handy klingeln und die Termine verstreichen.

Auf den ersten Milchkaffee folgte eine professionelle Verkostung, bei

der verschiedene Kaffeesorten in geeichten Gläsern auf jeweils gleiche

Weise aufgebrüht werden. Aber es war gar nicht so einfach, die Nuancen

und Aromen der verschiedenen Sorten zu schmecken. Leichter

wurde es auch nicht dadurch, dass Thomas Eckel seinen kleinen

Aromenkoffer herausholte: eine Holzkiste mit 36 kleinen Fläschchen,

Thomas Eckel

ist Kaffee-

Sommelier

und

Deutschlands

Kaffeegutachter

Nummer 1.

Früher arbeitete

er als Controller

für eine

Softwarefirma –

aber dann hat

er auf Hawaii,

den Kaffee für

sich entdeckt.

Wichtig sind ihm

Genuss, Qualität,

und ein fair

gehandeltes

Produkt.

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M I N D C R A F T

deren Inhalt jeweils ein ganz bestimmtes Aroma enthält. Dabei sind es nicht nur

die beliebten Aromen wie Schokolade, Nuss oder Frucht, die ein Kaffee-Sommelier

(denn das ist die Berufsbezeichnung für Thomas Eckel) erkennen muss. Welches

denn der schlimmste Geruch in dieser Sammlung sei, wollte Jakob wissen, und

Thomas Eckel öffnete das Fläschchen mit der Nummer 35. Aroma: Medizin. So

sollte kein Kaffee schmecken.

Als Höhepunkt des Treffens wurde dann auch der eigene Kaffee geröstet. Im Handröster,

den Thomas Eckel selbst immer wieder benutzt, mit offener Flamme. Jakob

musste kurbeln. Etwa zehn Minuten dauerte es, bis die grünen Kaffeebohnen in

der Trommel anfingen zu knacken und einen intensiven Duft verbreiteten. Dieser

Handröster sei übrigens ein Nachbau eines Gerätes, wie sie auch am Hof des Österreichischen

Kaisers verwendet wurden, erzählte Eckel nicht ohne Stolz. Jakob

zeigte sich davon allerdings wenig beeindruckt und schlug Thomas Eckel vor, doch

mal Popcorn damit zu machen. Und da er – rein zufällig - eine Handvoll Popcornmais

dabei hatte, wurde das auch tatsächlich ausprobiert. Es hat gut geklappt und

so saß man noch eine Weile plaudernd und knabbernd in der Murnauer Kaffeerösterei.

Jakob und Heribert, Fotos Heribert Riesenhuber

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"Schreibst Du gerne? Kritzelst Du manchmal eigene Sprüche

ins Matheheft oder denkst darüber nach, was wohl aus den

Personen in ‘Der Herr der Ringe’ geworden ist?

Ob Slam-Poetry oder Mystery, Kurzgeschichte, Reportage

oder einfach ein kleines Gedicht: Wir drucken Deinen Text.

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Wenn Du Fragen hast, einen Rat möchtest oder wissen willst, ob Dein Text schon

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S P OOO R T alle Disziplinen

SBS SOCCER-CAMP 2016


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SOCCER-CAMP

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DIE IDEE VON TORSTEN KURZ UND ROLAND ÖLLER

FÜR DAS ERSTE STS SOCCER CAMP ENTSTAND 2005.

„Bei so vielen fußballbegeisterten Kids“,

dachten sie sich,

„sollten doch einige dabei sein,

die gerne mal ein paar Tage lang

mit viel Spaß viel Fußball spielen wollen.“

Gesagt, getan! Bei der Suche nach dem passenden Gelände fiel die Wahl auf die Sportanlage

in Murnau am See. Ein top Trainerteam fand sich zusammen, von dessen „hartem Kern“ auch

heute noch einige dabei sind, wie z. B. Bastian Mayr und „Jokl“ Stefan Jaklin.

20 bis 30 Anmeldungen haben sie sich für das erste STS Soccer Camp erhofft. Eine Erwartung,

die weit übertroffen wurde, als sich gleich beim ersten Anlauf im Mai 2005 eine Schar von 58

fußballbegeisterten Kindern einfand.

Und wie bei allen Erfolgstories braucht es auch ein wenig das Glück des Tüchtigen:

Das Wetter, die Kinder und vor allem ein hoch motiviertes, kunterbuntes Trainerteam legten

den Grundstein für eine tolle Veranstaltung, die bis heute noch 16 weitere Male stattfand.

Mittlerweile haben über 1.500 Kinder teilgenommen, viele davon fünfmal und öfter.

Bei der diesjährigen Veranstaltung zur Pfingstzeit waren es mit Marina Siegl, Sebastian und

Dominik Korthals, Josef Mayr, Moritz Winkler und Stefan Schwinghammer sogar sechs Trainer,

die bei den ersten Camps noch als Kinder dabei gewesen waren!

Nach der Zeit in Murnau ging es für drei Jahre weiter nach Hechendorf, wo es zum einzigen

Mal in der Geschichte der STS Soccer Camps vorkam, dass ein Tag komplett ausfallen musste.

Dort waren damals alle Straßen im Umkreis wegen Hochwasser gesperrt. Ansonsten wurde

selbst bei schlechtem Wetter immer improvisiert, z.B. mit einem Ausflug zum Alpin Coaster

nach Oberammergau, dem Verlegen der Trainingseinheit in die Soccerhalle nach Weilheim -

hier wurde extra spontan noch ein Reisebus organisiert - oder es gab einen Kinobesuch.

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Nach der Zeit in Hechendorf ging es auf die Sportanlage am Boschet in

Ohlstadt. Der SVO ist damals sehr spontan und äußerst hilfsbereit als Veranstaltungsort

eingesprungen. Hier war das Camp sehr gut aufgehoben,

und hätte sich nicht die Möglichkeit zur Nutzung des Kunstrasenplatzes in

Murnau und der Bewirtung durch die Waldklause ergeben, wären sie

vielleicht heute noch dort. Eine der großen Hilfen damals war Peter Feldmayer,

der hier als Unterstützer der Aufbauphase erwähnt werden muss.

Ohne seine Zelte und seinen „Party-Service“ wäre das alles so nicht

möglich gewesen.

„Sehr großen Wert legen wir darauf,

dass bei unseren Camps täglich

20 - 25 Trainer aktiv mitarbeiten.

Das ist der Schlüssel zum Erfolg.

Die Kids sind super betreut,

können viel lernen und haben

richtig Spaß, denn jede Situation

kann in Ruhe gelöst werden -

ein großer Vorteil gegenüber vielen

anderen Fußballcamps.“

Zum 10-jährigen Jubiläum des Sport & Travel Service fand in Ohlstadt

2010 im Rahmen des STS Soccer Camps ein großes Jubiläumsturnier statt.

Hier trat eine Landkreisauswahl mit den Gästen Michi Hofmann (TSV1860)

und Felix Neureuther gegen die Teams vom SV Ohlstadt, TSV Murnau und

dem 1. FC Garmisch-Partenkirchen an. Die Einnahmen von 1.000 Euro gingen

damals an die Werdenfelser Werkstätten und die Kinderkrebshilfe.

Michael Koller, Kurt Pasurka und Stefan Schwinghammer waren hier als

langjährige Wegbegleiter bereits mit dabei gewesen. Alle Trainer aufzuzählen,

die im Laufe der 17 Camps dabei waren, würde den Umfang

dieses Berichts sprengen - vor allem wäre die Gefahr groß, einen zu vergessen.

Jedes Team, egal in welchem Jahr, war einfach perfekt.

Darin besteht die Hauptaufgabe des Soccer Camps: Immer wieder Trainer


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zu finden, die den Jungs und Mädchen mit enorm viel Spaß, aber auch Ernsthaftigkeit

und Motivation, über die vier Tage hinweg bis zu 45 verschiedene Übungen

beibringen. Mittlerweile sind die Camps mit der maximalen Teilnehmerzahl von

100 Kindern immer bereits ein halbes Jahr vor dem Start ausgebucht.

Das STS Soccer Camp 2016

Nach 17 Veranstaltungen hat man bereits alle Wetterkapriolen erlebt.

Das Camp 2016 wird wohl dennoch als eines der kältesten in die Geschichte

eingehen. Einmal mehr war es ein absoluter Glücksgriff, auf das Gelände des

TSV Murnau mit Kunstrasen, Turnhalle und Tennishalle zurückgreifen zu können.

Ohne diese Möglichkeit wäre die Veranstaltung in diesem Jahr wohl sprichwörtlich

ins Wasser gefallen. Ein großer Dank geht an dieser Stelle an die umtriebigen

Wirte Marine und Michelle von der Waldklause.

Den Kindern war das Wetter übrigens völlig egal! Die sind immer mit Feuereifer

und ohne Wehklagen bei der Sache. Nachdem dieses Mal die ersten zwei Einheiten

am Freitag wie gewohnt locker von der Hand gingen, wurden wir am

Samstagvormittag leider nass. Nach dem Mittagessen hatten aber alle wieder

trockene Klamotten an, und los ging es mit dem STS Zehnkampf in der Tennishalle

– die einzigen zwei Stunden, in denen sich draußen die Sonne blicken ließ.

Egal, es wurde hart um die Siegerurkunden gekämpft.

Ein Highlight war die Show eines jungen Freestyle-Nachwuchskünstlers aus Raisting,

da bekamen einige Kinder schon große Augen – und die Trainer auch. Zum Abschluss

noch eine zweistündige Trainingseinheit, und alle gingen schon müder

als am ersten Tag nachhause.

Der dritte Tag ist erfahrungsgemäß der härteste. So war es auch in diesem Jahr.

Die Beine sind müde und es stehen drei komplette Trainingseinheiten an. Hier

spielen dann die Trainer die entscheidende Rolle – keiner lässt Müdigkeit aufkommen

und motiviert immer weiter, sodass auch dieser Tag mit einem großen

Lachen im Gesicht beendet werden konnte.

Am Abschlusstag folgte das große Turnier um den riesigen STS Wanderpokal. In

diesem Jahr wurde es selbstverständlich als EM Turnier ausgetragen. In neu eingeteilten

und bunt zusammengewürfelten Teams traten Deutschland, Spanien,

Frankreich usw. in spannenden und umkämpften Spielen gegeneinander an. Trainer

tobten, wurden mit Liegestützen und gelben Karten für verbale Einwände

gegen den Schiedsrichter bestraft – die Kinder kämpften sprichwörtlich noch

einmal bis zum Umfallen – bzw. bis alle (bis auf die zwei Kleinsten) in der Verlängerung

vom Platz sind und nur noch Torhüter gegen Torhüter auf dem Platz standen.

Nach spannenden Spielen ging das Team „Frankreich“ als Sieger hervor. Tränen

über verlorene Spiele oder vergebene Torchancen waren schnell getrocknet, als

es zur großen Siegerehrung kam und alle Kinder mit einem Pokal, einem Cap, einem

Minigolfgutschein oder einer Tafel Schokolade müde und geschafft nachhause

gingen.

Sehr bemerkenswert in diesem Jahr war, dass keinerlei Ausfälle zu beklagen waren.

Gott sei Dank keine Verletzungen und auch trotz des schlechten Wetters

keine Erkältungen, geschweige denn Kinder, die bei dem Mistwetter nicht mehr

trainieren wollten – Hut ab!

Und schon am nächsten Tag standen die ersten wieder

im Laden und wollten sich für nächstes Jahr anmelden

… das größte Kompliment, das man als Veranstalter

und Trainer erhalten kann! Also, auf ein Neues – beim

Soccer Camp vom 15. bis 18. Juni, Pfingsten 2017.

Torsten Kurz und Roland Öller

Fotos: Claudia Becker, Franz Windirsch

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M U S I K

„ D i e s i n d e i n f a c h d e r Wa h n s i n n . “

Barbara Krönner

zeitzeu

zeitzeugen

E i n e B a n d i n M u r n a u

„H ö r e n i ch t a u f,

b evo r d u

a n ge fa n ge n h a s t.“

Die Zeitzeugen sind vielleicht nicht in jeder Hinsicht die beste, sicher

aber eine der originellsten Bands, die sich derzeit im Murnauer

Biotop tummeln. Ihre Songs schreiben sie selbst und dabei

sind sie kompromisslos. Für Melange haben wir ein Treffen in ihrem

Probenraum, über der Druckerei Wiesendanger, verabredet.

Um dorthin zu gelangen muss man allerdings erst einmal durch

kalte Flure, dunkle Treppenhäuser und Räume voller Akten gehen.

Dann aber landet man in einem gemütlichen und durchaus ordentlichen

Raum unter dem Dach. Im Hintergrund ein Fenster

mit gepunkteter Gardine, davor das Schlagzeug, an den Wänden

und den Balken Fotos: Die Zeitzeugen auf der Zugspitze, die Zeitzeugen

auf dem Sofa. Damals waren sie noch jünger - aber das

Sofa gibt es noch. Frank, der Sänger, Carola, die Schlagzeugerin

und Gitarrist Stephan sind gekommen, um Fragen zu beantworten

– aber vielleicht auch, um über sich selbst nachzudenken.

„Warum nennt Ihr Euch Die Zeitzeugen“, will ich als erstes wissen.

Ich weiß, dass das keine besonders gute Einstiegsfrage ist,

aber laut Auskunft meiner Tochter ist „Die Zeitzeugen“ kein Bandname.

Und Frank Vogler, der im Gespräch die meisten Antworten

übernimmt, ist auch gar nicht überrascht. „Ich wollte, dass wir

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melange-No2_lay_Layout 1 12.07.16 12:22 Seite 27

ugen

Fotos: Heribert Riesenhuber

„Die Chronik“ heißen, aber das fanden die anderen nicht so gut.

Der frühere Bassist, Jens, hat dann vorgeschlagen, dass wir uns

Zeitzeugen nennen - was ja irgendwie ähnlich ist.“

Zumindest eine Bandchronik ist im Laufe der Jahre entstanden.

Frank blättert in einem hübschen, kleinen Fotoalbum und zeigt

die verschiedenen Höhepunkte: Die Zeitzeugen in der Westtorhalle,

auf dem Kulturknall, in der Fabrik in Ohlstadt. Auch im

Café Krönner haben sie gespielt und hatten dabei das Gefühl,

endlich in der Mitte Murnaus angekommen zu sein.

Offen und ehrlich zu sein war immer wichtig für die Zeitzeugen.

Sie haben sich keinem musikalischen Stil verschlossen und Ehrlichkeit

bedeutet für sie, dass sie zu ihren Fehlern stehen - und

auch zu dem, was sie nicht können. Deshalb geben die Bandmitglieder

auch offen zu, dass es viele gibt, die sie nicht für die be-

deutendste Band Murnaus halten, ja, die auf ihre Konzerte sogar

ganz verzichten könnten.

Die Zeitzeugen sind ungeschliffen, ambitioniert und haben Sinn

für Selbstironie. Und das schätzen die Fans. Bei ihrem noch nicht

ganz legendären Auftritt am Kulturknall 2015, im Schloßhof, war

das zu spüren, auch wenn man nicht die feinsinnigen Antennen

eines Mediums besitzt. „Wenn ich kleine Punks und daneben

Grauhaarige gemeinsam rumhüpfen sehe, dann ist das schon

was Tolles. Das muss man erstmal hinkriegen“, sagt Gitarrist

Stephan.

„Wir haben wenig produziert, wenig gespielt und viel Zeit damit

verbracht, uns gegenseitig kennenzulernen“, erzählt Frank.

„Manchmal habe ich das Gefühl, wir sind unsere eigene Coverband.“

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melange-No2_lay_Layout 1 12.07.16 12:22 Seite 28

M U S I K

„Wir wollten auch alle schon mal aufhören“, wirft Carola, die

Schlagzeugerin, ein. Aber jetzt wollen sie erst einmal weitermachen.

„Wir sind jetzt alle in einem Alter, da könnte es anfangen

Spaß zu machen“, meint Frank. „Wir könnten unsere Songs aufnehmen,

sollten mal vor 50.000 Leuten spielen und mehr Straßenmusik

machen.“

Facts für Fans:

FRANK VOGLER schreibt die Texte für alle Songs und schlägt

Foto: Heribert Riesenhuber

meistens das musikalische Grundgerüst vor. Er ist die Stimme

der Zeitzeugen und könnte sich vorstellen, alle paar Wochen den

Bandnamen zu wechseln. „500 Gramm Hackharfe am Stück“

hält er für einen guten Bandnamen.

CAROLA TEICH spielt Drums bei den Zeitzeugen. Sie ist Linkshänderin

und hat nach eigenen Angaben einen eher minimalistischen

Ansatz. Ihr Vorschlag für einen zeitgemäßen Bandnamen

wäre: „Zirka fünf Personen“. Sie spielt seit 2007 („oder so“) bei den

Zeitzeugen und findet: „Ein weiblicher Anteil hat der Band sicher

nicht geschadet.“ Seit sie dabei ist hat sie angefangen, die Füße

auf den Tisch zu legen und die Jungs achten mehr auf Etikette.

JULIAN MERKER, Saxophon und Querflöte, sorgt musikalisch

für Farbe. Er war während des Gesprächs in Indien, hat sich aber

schriftlich geäußert: „Ich bin froh über den großen musikalischen

Freiraum, den mir die Band ermöglicht.“

CHRISTIAN FISCHER, Bass, ist seit 2014 bei den Zeitzeugen,

weil er von Franks Texten und Stimme so fasziniert war. Christian

spielt seit 30 Jahren Bass, hatte das aber 8 Jahre lang unterbrochen,

um Percussion zu spielen. Dank der Zeitzeugen hat er

wieder angefangen Bass zu spielen (weil sie gefragt hatten, ob er

statt der Cajon wieder mal den Bass auspacken würde).

STEPHAN POPP, Gitarre, ist 2005 bei den Zeitzeugen eingestiegen

und hat in der ersten Zeit die Rolle des Bassisten übernommen,

weil der damals fehlte und für wichtiger erachtet wurde. Er ist

das Nesthäkchen der Band. „Ich habe die Urbesetzung mal live

gesehen. Es war nicht meine Traumband, aber sie waren total

offen.“ Die Texte der Band hat er erst kürzlich kennengelernt, als

sie ein paar Aufnahmen gemacht haben.

Die Zeitzeugen gibt es ungefähr seit 2003. So genau kann Frank

das nicht sagen und beruft sich auf einen nicht selbstverschuldeten

Erinnerungsverlust. Jedenfalls sei er 2002 aus dem Osten, wo er

in einer anderen Band gesungen hat, nach Bayern gekommen.

Er fand die Leute nett.

Jens Weingart, Bass, Fabian Wünsch, Gitarre, Oliver Stanislowski

(„oder so“), Gitarre, und Claudius Schmid, Drums, Hannes Buchwieser,

Bass, sind frühere Bandmitglieder. Jeder von ihnen, das

betonen die Zeitzeugen, hat die Band auf seine Weise weiter gebracht,

musikalisch und menschlich. Lenka Petrowicowa („oder

so“) war ein Jahre lang die weibliche Stimme der Zeitzeugen.

Die Zeitzeugen haben einmal eine Promo-CD aufgenommen und

bei Konzerten an die Fans verteilt. Ihre beliebtesten Songs sind:

„Solidarität“ und „Graswang“. Das Lied „Der Mensch“, meint

Frank, sollen die Fans und auch die Bandmitglieder zukünftig

immer wieder hören wollen.

Aktuell wurde der Vorschlag von Frank Vogler, die Band in „Captain

Everest und die Glücksbärchis" umzubenennen, von den anderen

Bandmitgliedern entschlossen abgelehnt.

Heribert Riesenhuber

Im nächsten Magazin:

redaktionstipp: root bootleg

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melange-No2_lay_Layout 1 12.07.16 12:22 Seite 29

REGIONAL


SAISONAL


SONNIGER BIERGARTEN


VERANSTALTUNGSLOCATION


FRISCHEKÜCHE

HEIRATEN

EVENTS

Weilheimer Straße 21 82418 Murnau

Telefon +49 (0)8841 - 48 54 101

www.zum-murnauer.de


melange-No2_lay_Layout 1 12.07.16 12:22 Seite 30

„i

hob

an

Florian Werner

traum“Fotografien:

Text: Franz Windirsch


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I hob an Traum...

Was braucht der Mensch im Blauen Land?

A Radl, an See

und ab hoib sieme

an kühlen Biergarten.

A Ansprache

mit zwei bis vier

fesche Madln,

An Gartenzaun

oder an Bam wo ma

des Radl oloana ko.

Hinterm Haus an

Kinderspuiplatz,

damit es ned zu laut is,

so dass ma, wenn die

Musi spuit,

sie no a bisserl hört.

31


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...an See und ab hoib sieme

an kühlen Biergarten.

So is des oid werden schee.


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33


melange-No2_lay_Layout 1 12.07.16 12:22 Seite 34

A fesche, schneidige

Bedienung, die wo dir a Bier bringt

mit 6-7 Zentimeter Schaum,

wo des Glas’l leicht oglaffn is.

Und wenn sie über den Kies geht,

dass er leicht knirscht,

wenn sie Dir no a Brotzeit bringt.

An Wurstsalat und

an Obaztn, mit einem frischen Bauernbrot.

Prost

und an Guadn,

und da noch

a Busserl

auf de Backen

von den feschen

Madln,

...aber ned mehr.

So is doch des oid werden schee,

bei uns im Blauen Land.

So mag er des, unser Franze.

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Danke an das Ausflugsteam:

Fotograf Florian Werner,

Beleuchter Franz-Xaver Windirsch jun.,

Cordula, Monika, Pauline,

Lisa und Diana.


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Auf Biergartenkurs bei den Staffelseewirten

im September: Michaelimarkt mit den Staffelseewirten

ab November: Kesselhütt‘n im Weihnachtsdorf

fff und immer: Lebensfreude inklusive ... fff

www.staffelseewirte.de

Ähndl


melange-No2_lay_Layout 1 12.07.16 12:23 Seite 36

Foto: www.5erls-naturfotos.de

Leser-Tipp

Der Stieglitz liebt es bunt und

vielfältig: Wegen der intensiven

landwirtschaftlichen Nutzung

und der damit verbundenen

Strukturarmut leben die Vögel

heute mehr und mehr im Siedlungsraum.

So findet man Stieglitze an

Ortsrändern, z.B. beim Ähndl,

im Seidlpark oder an der Murnauer

Kirche.

Der Stieglitz

Stieglitz - Steckbrief

Stieglitze haben eine schlanke Gestalt mit einem

vergleichsweise kurzen Hals und dünnen Beinen.

Sie sind etwas kleiner als Spatzen und wiegen

ungefähr so viel wie zwei Ein-Euro-Stücke.

Die rote Gesichtsmaske auf dem ansonsten weiß

und schwarz gefärbten Kopf ist unverwechselbar.

Rücken und Brust sind hellbraun, der Bauch weiß

gefärbt. Die überwiegend schwarzen Flügel

haben eine breite, leuchtend gelbe Binde.


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B L A U E S L A N D - G R Ü N E O A S E

Für das Jahr 2016 haben LBV und der NABU den Stieglitz zum

Vogel des Jahres gekürt. Er gehört zu den buntesten Singvögeln

in Europa und ist dank seiner auffälligen Erscheinung den meisten

Menschen ein Begriff. Der Stieglitz ist Botschafter für die Artenvielfalt

und Farbenpracht unserer Landschaften.

Rückgang einer häufigen Vogelart

Mit Rodung großer Waldareale, der landwirtschaftlichen Urbarmachung

und dem verstärkten Siedlungsbau erfuhr der Stieglitz

einst eine starke Arealvergrößerung. Heute ist er (noch) überall

häufig. In einigen Ländern ist allerdings ein starker Rückgang

festzustellen - in Deutschland hat sich der Bestand zwischen 1990

und 2013 beinahe halbiert (Quelle: DDA). Ursprünglich war der

Stieglitz in lichten Wäldern und Waldrändern zuhause. Heute

besiedelt er sowohl ländliche als auch städtische Gebiete. Den

idealen Lebensraum stellen dabei stark gegliederte, blütenreiche

Landschaften, in denen sich Wälder oder Heckenzüge mit offenen

Flächen abwechseln, dar. Sie bieten ihm neben einem reichlichen

und vielfältigen Nahrungsangebot auch genügend Brutplätze.

Was fressen Stieglitze wann?

Das Nahrungsspektrum des Stieglitzes umfasst halbreife oder

reife Samen. Bislang wurden bereits über 150 verschiedene Pflanzenarten

nachgewiesen.

Bäuerliche Siedlungen mit Obstbaumkulturen auf blumen- und

artenreichen Wiesen, ungenutzte Ecken und extensiv gepflegte

Wegränder bieten ihm das ganze Jahr hindurch einen reichlich

gedeckten Tisch. Um den Bestand des Stieglitzes langfristig zu sichern,

ist der Erhalt seines Lebensraumes und der dazugehörigen

Nahrungsflächen von vorrangiger Bedeutung. Bei uns in der Region

ist es erforderlich, extensive Bewirtschaftungsformen zu fördern

und zeitweise Flächenstilllegungen zu erreichen.

Wie kann man helfen?

Ein erster Schritt zu mehr Farbe in den Städten und Gemeinden

sind die sogenannten „Bunten Meter für Deutschland“. Ziel ist es,

Weg- und Straßenränder zu bepflanzen, Brachflächen zu erhalten

und Landwirte und Kommunen davon zu überzeugen, auf Düngung,

Mahd und den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel

an Feld- und Wegrändern sowie auf öffentlichen Grünflächen zu

verzichten. So soll sowohl im Siedlungsraum als auch in der

Agrarlandschaft der Natur wieder mehr Raum verschafft werden.

Dabei ist sehr wichtig das richtige Saatgut zu verwenden, um

nicht ungewünschte Pflanzen in die Natur zu setzen. Jeder neu

angelegte oder brach gelassene Meter kann gemeldet werden.

Infos zur Aktion findet man unter: www.lbv.de/unsere-arbeit/

themen-kampagnen/bunte-meter-melden.html.

Helfen wir dem Stieglitz! Lassen Sie uns gemeinsam mehr Farbe

Vogel des Jahres 20l6

Im Winter werden vor allem die Samen stehengebliebener Stauden

und verschiedener Bäume verzehrt. Man trifft sie auch am

Futterhaus an. Während viele andere körnerfressende Vögel für

die Jungenaufzucht auf Insekten umsteigen, füttern Stieglitze ihren

Nachwuchs vor allem mit Pflanzensamen. Nur äußerst selten

fressen sie tierische Nahrung wie Blattläuse, die sie geschickt von

den Pflanzen absammeln. Im Spätsommer und Herbst ernähren

sich Stieglitze am liebsten von verschiedenen Distelarten. Da sie

dann oft an Distel, Karde und Co. zu beobachten sind, werden

Stieglitze umgangssprachlich auch Distelfinken genannt.

in unsere Landschaften bringen – für den Vogel des Jahres 2016,

für uns und für nachfolgende Generationen!

Michael Schödl

Landesbund für Vogelschutz

Regionalgruppe Garmisch-Partenkirchen/

Weilheim-Schongau

Gsteig 43 · 82467 Garmisch-Partenkirchen

Telefon 08821.73464

gap@lbv.de · www.lbv-garmisch-partenkirchen.de

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melange-No2_lay_Layout 1 12.07.16 12:23 Seite 38

P O R T R A I T

Fotos: Claudia Becker

WIE DER OCHS

ES ÜBERN BERG

SCHAFFTE...

In all den Jahrhunderten wurde immer Milchwirtschaft betrieben

bei den Mayrs, auf insgesamt 40 Hektar Land. Dazu kommen

noch 15 Hektar Wald und einige Streuwiesen. Weil die Familie

immer schon die Streuwiesen pflegte, hat Georg Mayr daraus

ein zweites Standbein gemacht: Arbeitsintensive Landschaftspflegemaßnahmen

im Murnauer Moos, am Starnberger See und

in den Loisach- und Kochelseemooren werden jährlich durchgeführt.

Dafür hat er sich eigens einen Spezial-Mäher angeschafft,

der eigentlich für Steilhänge gebaut wurde. Gut 300 Kilo

wiegt die Maschine – im Vergleich dazu ist ein herkömmlicher

Bulldog mit etwa 4000 Kilo geradezu ein Monster. Die Landschaftspflege

ist nicht nur notwendig, sondern hat noch einen

anderen Vorteil: „Das Mähgut ergibt gute Einstreu, das wiederum

gibt guten Mist, und daraus entwickelt sich guter Humus“, meint

der Öko-Bauer. Das ist es, was ihm wichtig ist: Nachhaltigkeit.

Wer Georg Mayr beim Erzählen zuhört, der bekommt schnell

den Eindruck vom idyllischen Landleben am Ufer eines der

schönsten Seen in Bayern, dem Riegsee. Doch bei aller Liebe zu

Hof und Tieren – so idyllisch ist das Leben nicht. Vor allem nicht

in den letzten Jahrzehnten.

Zerrieben zwischen politischen Interessen

Seit die Milchquote abgeschafft wurde, sind die Preise immer

weiter in den Keller gegangen, kleine Höfe im Oberland können

nicht mehr konkurrieren mit großen, fast industriellen Betrieben.

Kleinbetriebe arbeiten zwar häufig tiernaher und ökologischer,

aber teurer, denn Weidegang ist umständlich. Vor dem großen

Milchgipfel im Mai verkündete der bayerische Landwirtschafts-

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melange-No2_lay_Layout 1 12.07.16 12:23 Seite 39

„Es ist unser

Wunsch,

Natur und

Heimat

zu erhalten“,

sagt Georg Mayr in mitten

seiner Ochsen, die wie er selbst

keine Scheu kennen.

Ein Mensch, verwurzelt und

bodenständig.

Die Geschichte des Hofes ist

untrennbar mit der Geschichte

von Mayrs Familie verbunden.

1527 wurde er das erste Mal

urkundlich erwähnt:

Der Gratzhof.

Der Ururgroßvater hat ihn

gekauft.

minister Helmut Brunner, dass man in Bayern gute Erfahrung mit

nachhaltig handelnden Familienbetrieben habe. Die sinkenden Preise

mit steigender Produktion zu kompensieren sei keine Lösung. Denn

Deutschland produziert mehr als für den Eigenbedarf; etwa ein Viertel

der Milch geht in den Export. Und die Forderung der Politik nach

mehr Effizienz in der Landwirtschaft hat nichts gebracht: In den letzten

15 Jahren hat sich deutschlandweit die Zahl der Milchkuhhalter halbiert,

die Menge an erzeugter Milch aber ist gestiegen. Kleine Familienbetriebe

im Oberland sind trotz der Einschätzung des bayerischen

Landwirtschaftsministers immer mehr zu Nebenerwerbsbetrieben geworden.

Georg Mayr hat aus der bäuerlichen Misere schon vor Jahren Konsequenzen

gezogen. Mit der Landschaftspflege ist er seiner Zeit voraus -

auch der Landwirtschaftsminister versucht nun, Bauern kulturlandschaftspflegerische

Aufgaben zu übertragen. Für die Mayrs schon seit

Jahren eine Selbstverständlichkeit. Aber die Familie überlegte sich

mehr und krempelte den Hof um, den sie schon 2002 von den Eltern

übernommen hatte.

39


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„Krisen sind Chancen“

Schon 1980 hatte der Vater, ein leidenschaftlicher Milchbauer, die Tierhaltung

umgestellt und einen Laufstall gebaut. Als der Sohn den Hof weiter veränderte,

unterstützte ihn der Vater. Das Konzept von Georg Mayr stellte alles auf den

Kopf. Zwei Jahre Überlegungen, Hin- und Herwälzen von Ideen und deren

Umsetzbarkeit gingen voran, bis die Entscheidung gefallen war: Keine Milchwirtschaft

mehr, stattdessen wird der Riegseer Weideochs ins Leben gerufen.

Eine neue Herde wird aufgebaut, auch das braucht noch einmal Zeit. 30

Prozent Murnau-Werdenfelser werden angeschafft und 70 Prozent Fleckvieh.

Alles Stiere, keine Kühe. Im zarten Alter von ein paar Wochen kommen sie

auf den Gratzhof. Das Problem: Bis zu einem Alter von 12 Wochen müssen

Kälber mit Milch versorgt werden. Georg Mayr hat eine findige Idee: Er

nimmt fünf Kühe von seiner früheren Milchviehherde und gibt ihnen eine

neue Aufgabe als Ammenkühe, die die kleinen Kälber aufziehen, bis sie auf

die Weiden können, oder auf die Almwiesen. Auf vier solchen stehen im

Sommer die Riegseer Weideochsen: Almen am Wamberger, am Wank, Tegern-

und am Schliersee. Beste Almkräuter also für die Tiere. Zweieinhalb

bis drei Jahre dauert es, bis sie geschlachtet werden.

Ein großer Schritt

Das neue Konzept ist für die Familie ein großer Schritt. Ein neuer Stall wird

gebaut, 1200 Quadratmeter ist er groß, hell, gut belüftet, mit reichlich Auslauf

für die Weideochsen. Ihre Hörner dürfen die Tiere behalten. Beim Bau des

Stalles stehen Nachhaltigkeit und Ökologie an erster Stelle, genauso wie bei

der Aufzucht und Schlachtung der Tiere. Mayrs Credo: Regionalität. Das

Bauholz kommt aus dem eigenen Wald, auch die Handwerker, die den Stall

bauen, sind von hier. Die Kälber, die Georg Mayr kauft, stammen aus umliegenden

Biobetrieben. Und wenn die Ochsen ausgewachsen sind und zum

Metzger kommen, garantiert der stressfreie Transport nach Obersöchering

oder Antdorf beste Fleischqualität. Wertschöpfung soll auch hier in der

Region bleiben.

Seit 2013 ist der Gratzhof zertifizierter Naturlandbetrieb.

„Wer hier mitmachen will, der muss nachweisen,

dass das Tierwohl im Vordergrund steht“, so Georg Mayr.

Wichtig ist ihm aber auch, dass die Abnehmer seine Philosophie vertreten:

„Wir liefern nur an ortsnahe Abnehmer mit einer fairen Preisfindung.“

40


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Kooperieren mit den Staffelseewirten

Doch damit der Riegseer Weideochs auch beim Kunden auf

dem Teller landet, musste eine Kooperation her: Georg Mayr

versuchte die Staffelseewirte davon zu überzeugen, sein regionales

Biofleisch zu kaufen und dies entsprechend zu vermarkten.

„Wir haben einfach Glück gehabt, dass die Staffelseewirte auch

so regional denken und das nachhaltige, ökologische Modell

wertschätzen.“ Wichtig auch hier: ein partnerschaftliches Geschäftsverhältnis,

das am Ende für beide Seiten zum Erfolg geführt

hat.

Mittlerweile kommen viele zu Besuch, um sich den Betrieb anzuschauen,

als ein exzellentes Beispiel eines Biohofes, auf dem

Nachhaltigkeit gelebt wird. „Es geht nur mit einer positiven

Grundeinstellung und einem guten Zusammenhalt in der Familie“,

reflektiert Georg Mayr seine Ideen. „Nur so sind Veränderungen

möglich.“ Ohne das eigene Tun und Handeln immer

wieder in Frage zu stellen ginge es nicht.

nil

BRAUGASTHOF

tägl. gehobene bayerische Küche, à la carte (Staffelseewirte)

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M U R N A U E R

Kaffeehaus

G E S C H I C H T E N

von Barbara Krönner

und den Spürnasen

Goldi & Poldi

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Poldi

Fotos: Claudia Becker


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M U R N A U E R K A F F E E H A U S G E S C H I C H T E N

Heimatlos?

"Grüß dich, Goldi!", ruft Poldi freundlich zu der goldgelben Hundedame. „Tack,

tack, tack.., Tack, tack, tack.., hört man sie über den Holzboden quackeln.

"Was ist dir denn über die Leber gelaufen?", fragt der besorgte Poldi seine mit den

Augen rollende Wurstfreundin. "Hast du gesehen? Mein schöner Kastaniengarten

ist hin!", ruft Goldi aufgebracht in gebrochenem Deutsch. Sie kommt nämlich

ursprünglich aus Rumänien. Ein typischer Wirtschaftsflüchtling. Allerdings hat sie

die deutsche Sprache nur brüchig erlernt, obwohl sich ihr Herrchen, Willi Manske,

redlich Mühe mit ihr gibt. "Kastanie weg! Pflaster weg! Stammtisch stehen gerade

im Dreck! Und ich müssen mit meine drei Pfoten durch Kies laufen. Das tut weh!".

"Es schaut wirklich entsetzlich aus", antwortet Poldi. "Aber du wirst sehen, wenn

alles fertig ist, wird es auch wieder schön sein dort im Hof."

"Weiß nicht. Wir hätten doch Achims Vorschlag annehmen sollen und Willy Michl

an den Baum ketten lassen. Willy Michl hat gegeben viel Konzert unter ihm und

Baum war Freund! Wie Adler!"

"Geh Goldi! Sei doch nicht so gefrustet. Manchmal muss man sich auch von etwas

lieb Gewonnenem trennen. Schau, die Leitungen im Boden sind kaputt und müssen

gerichtet werden, und auf der Welt ändert sich doch immer was." Poldi schnüffelt

Goldi lieb an und schleckt ihr die Nase.

"Hast du recht. Welt geht weiter. Und geliebter Baum is nix gegen Leid vieler Menschen!

Aber hoffentlich Baustelle bald fertig. Sonst mag Herrchen nimmer kommen.

Weißt, für uns ist das wie Heimat geworden."

"Das ist Zeitgeist", meint Poldi. "Unser Gemeinderat hat auch seine Heimat verloren.

Der sitzt jetzt im alten Krankenhaus, dort, wo einige von ihnen geboren wurden.

Na ja, vielleicht tut ihnen das auch ganz gut. Zurück zum Ursprung...".

Foto: Christian Kolb

Goldi schüttelt den Kopf: "Stell dir vor, Murnauer Theater geht's nicht besser.

Hat auch Gefühl, Heimat verloren zu haben. Die machen dieses Jahr Wandertheater

und Kutsche schaut aus wie Hundehütte!" "Meinst, der Marktbaumeister musste

dafür eine Genehmigung ausstellen?", fragt Poldi. "Eh klar", meint Goldi.

"Ohne Genehmigung geht in Deutschland nix...

Denkst, dass wir dürfen beim Theater mitspielen? Ich könnte tragende Rolle

als Zigeunerin spielen."

"Das wäre gut möglich, in Kohlgrub hat auch ein Iraker beim Bauerntheater

Regie geführt und war richtig erfolgreich. Jetzt sagen die Kohlgruber immer:

inser Samir! Des is a Hund!", antwortet Poldi.

"Dann müsste es ja bei den Murnauern heißen: inser Goldi?"

"Wenns di mitnemma, scho..."

Goldi

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AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG WICKLUNGEN V. MAX OTTENWÄLDER

Max

Ottenwälder

geboren 1954,

studierte Industriedesign

und arbeitet seit 1980

als freischaffender Designer.

Für seine Arbeiten erhielt er

zahlreiche hochkarätige

Auszeichnungen. Er ist Mitglied

int. Designjurys und bekannt

durch Publikationen über

Design und Produktsemantik.

Seit 1995 ist Max Ottenwälder

künstlerisch tätig.


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L I V E

Fotografie + Text: Claudia Becker

WICKLUNGEN

EINE KINDHEITSERINNERUNG

VON MAX OTTENWÄLDER - DER DUFT VON EISEN

NEUGIERDE, ANSPANNUNG, KREATIVITÄT, MEDITATION

DER (ENT)WICKLUNGSDRANG EINES INDUSTRIEDESIGNERS

Sie sind herzlich eingeladen in die Räume der ZIETZ IMMOBILIEN

Mo - Fr von 14.00 - 16.00 und Sa von 10.00 - 12.00 (Eintritt frei)

Führungen mit Max Ottenwälder bitte telefonisch vereinbaren: 0179.6952919

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L I V E

Vom Papiertheater zur Zusammenkunst

Foto: Kirsten Sonnemann

WAS STECKT

DAHINTER?

Die Neugierde ist immer ein kreativer Moment, weil man „gierig“ ist auf das Neue.

Mit dieser Neugierde, die zum Prinzip einer eigenen Theaterform erhoben wurde, ist

das Papiertheater vor 20 Jahren entstanden.

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Eine Schere bohrt sich von hinten durch eine große aufgespannte Papierwand

und vorne ist das Publikum neugierig auf das, was nun entsteht. Ein Pinsel taucht

im ausgeschnittenen Fenster auf und beginnt die Papierwand zu bemalen. Und

die Fantasie ist „gierig“ auf das, was da gerade geschaffen wird.

Die Inszenierungen des Papiertheaters sind gestalterisches Spiel mit dem Papier,

ein Gespräch mit der Neugierde des Publikums, ein Theater, das seine eigenen

Regeln der Dramaturgie verfolgt. Es ist ein Theater ohne eigene Spielstätte, also

immer auf Reisen, und es spielt auf Einladung überall dort, wo neugierige Menschen

ein andersartiges Theatererlebnis suchen. Diese Reisen führten das Papiertheater

in Schulen, auf Kleinkunstbühnen, auf Festivals bis weit in die Welt

hinaus, in europäische Länder und nach China, Indien, USA, Ecuador, Indonesien...

Im Gepäck: eine Papierrolle, eine Schere und Farben.

So war das auch bei den Papiertheater Tagen in Riegsee, die drei Jahre lang im

„oidn Denna“ bei der Familie Schmid stattfanden. Dieses Jahr ist das Papiertheater

am 7. Oktober in der Westtorhalle in Murnau und 8. Oktober mit HANS IM

GLÜCK im Klostergut Schlehdorf zu erleben.

Seit einigen Jahren entstehen außerdem sogenannte Gesellschaftsinszenierungen.

Diese Projekte greifen Themen der Zeit auf und entwickeln sich im Zusammenspiel

mit der Bevölkerung. So zum Beispiel beim Projekt DIE INNERE STADT, das im

Mai 2016 in Murnau stattfand.

Gibt es doch zwei Möglichkeiten, der aktuellen Flüchtlingsthematik zu begegnen:

entweder mit „Angst“ vor dem Fremden oder mit „Neugierde“.

Wahrscheinlich ahnen Sie es schon: Das Papiertheater reagierte mit Neugierde

und führte daraufhin die „Künstlerische Erfassung“ von Geflüchteten durch.

Jeder einzelne Mensch mit seinen Fähigkeiten, Wünschen und Ängsten konnte

in einem „Profilbild“ von sich berichten. In den Flüchtlingsunterkünften entstanden

jene Bilder, die dann im ehemaligen Einwohneramt des Murnauer Rathauses

ausgestellt wurden... doch die Bilder waren in Papier verpackt!

Neugierige konnten gegen 10.- € eines der Bilder auspacken und lernten so den

Menschen kennen, der hinter dem Begriff „ein Flüchtling“ steckt.

Die Idee der INNEREN STADT ging weiter. Das eingenommene Geld bekamen

die geflohenen Menschen, um Lebensmittel zu kaufen und daraus Gerichte ihrer

Heimat zu kochen. Diese servierten sie öffentlich vor dem Rathaus auf einem

ebenfalls in Papier verpackten, langen Tisch. Sie wurden zu Gastgebern eines gemeinsamen

Essens. Eine Vielfalt an wunderbaren Speisen wurde zum Ereignis

der Begegnung, als sich fast 200 Menschen versammelten. Nach dem Essen

wurde auf der Straße spontan gesungen und getanzt.

Johannes Volkmann

www.zusammenkunst.com · www.dasPapiertheater.de

Neugierde hält wach.


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S P OOO R T alle Disziplinen

OO

stand up paddling

fotografiert von Florian Werner

49


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S P OOO R T alle Disziplinen

OO

Moosgrün schimmert er, beinahe golden. Manchmal schwarz,

zuweilen meerblau. Und wenn die Sonne ihn wärmt, spielen

auf ihm tausend Lichter. Wer das Glück hat, in der Nähe des

Staffelsees aufgewachsen zu sein, der weiß: Dieser See ist mehr

als nur ein gewöhnlicher Moorsee. Der Staffelsee ist ein Lebensgefühl.

Im Frühsommer, wenn es schon warm ist und die

Uferböschung in saftigem Grün explodiert, liegt auf den Bergen

ringsum oft noch ein wenig Schnee. Bunte Ruderboote, kleine

fühlt man sich eins mit der Natur – und der Alltagsstress bleibt

am Ufer zurück.

OB ALLEINE, ZU ZWEIT, ODER - WIE AM TAG

UNSERES FOTOSHOOTINGS - ZU NEUNT: STAND

UP PADDLING MACHT GLÜCKLICH

Wir wollen uns das mal aus der Nähe ansehen und treffen

Matthias Baier an seinem SUP-Verleih auf der Halbinsel Burg.

An diesem lauschigen Plätzchen erwarten uns bereits sieben

Mit dem stand up paddleboard durch’s Paradies

Segelschiffe, Tretboote mit Rutsche leben auf vor einem Alpenpanorama,

das wie gemalt aussieht. Von Insel zu Insel will

man fahren und alles erkunden. Oder einfach nur mit einem

Steckerleis am Ufer sitzen und träumen.

Heute aber nehmen wir Euch, liebe Melange-Leser, mit auf’s

Wasser. Ohne Ruder-, ohne Tretboot, dafür auf einem breiten

Surfbrett stehend, mit einem Paddel in der Hand.

PADDLE SURFING - FREIHEIT ATMEN

Auf Hawaii - so erzählt man sich - wurde es einst „der Sport

des Königs“ genannt. In den vergangenen Jahren hat SUP

(Stand Up Paddling, Paddle Surfing oder auch „Stehpaddeln“)

die Welt im Sturm erobert.

Weder Wind noch Wellen braucht man, um vorwärts zu kommen.

Die Kraft fließt durch den Oberkörper in die Schultern

und Arme, wenn das Paddel tief in den See eintaucht. Dann

Jungs und ein Mädel, die Matthias heute zusammengetrommelt

hat. Mit ihnen wird er heute für uns über den Staffelsee

paddeln. Und während die Boards aufgepumpt werden, nutze

ich die Gelegenheit, um Matthias auszufragen: Lieber Matthias,

für wen ist das Stehpaddeln geeignet und ist es leicht zu erlernen?

Matthias Baier: „Das Stand Up Paddling ist im Grunde für

jeden geeignet, der sich ein bißchen sportlich betätigen und

dabei die Natur genießen will. Mit dem richtigen Board ist es

auch gar nicht schwer. Gesund ist es übrigens auch - das

Paddeln schult nämlich die Koordination und den Gleichgewichtssinn,

stärkt die gesamte Muskulatur und ist ein gutes

Herz-Kreislauftraining.“ Kurz erklärt mir Matthias noch die

Besonderheiten der verschiedenen Boards, und dann geht es

auch schon los: Paddel und Surfbretter stehen bereit und die

Gruppe startet auf den See.


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Matthias

Baier

an seinem

SUP-Verleih

am

Staffelsee


melange-No2_lay_Layout 1 12.07.16 12:24 Seite 52

Unser Fotograf Florian Werner steht derweilen bis zum Hals

im Wasser – er möchte heute nämlich die schönsten Momente

für die Melange einfangen. Und wir werden nicht enttäuscht:

Mit der Abendsonne im Gesicht gibt die Gruppe richtig Gas,

umfährt spielerisch die Staffelseeinseln und der eine oder andere

von ihnen macht sogar Kopfstand auf dem Board. Lebensfreude

pur!

Wer es lieber ruhig und meditativ mag, kommt beim Stand

Up Paddling aber ebenfalls auf seine Kosten, weiß Matthias

Baier: „Wer möchte, kann uns z. B. auf einer unserer SUP-

Touren bei Vollmond begleiten, da kann man richtig die Seele

baumeln lassen.“ Ebenfalls besteht die Möglichkeit, sich die

Ausrüstung direkt bei den Freeride Guides auszuleihen und

den Staffelsee alleine zu erkunden.

WELCHE KLEIDUNG TRÄGT MAN EIGENT-

LICH BEIM STAND UP PADDLING?

Wir haben für Euch eine kleine Übersicht erstellt. Fakt ist:

Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – mit der richtigen

Ausrüstung ist tatsächlich alles möglich.

Im Sommer geht’s im Bikini oder in der Badehose - je nach

Gusto ergänzt durch leichte Shorts und T-Shirt – zum Paddeln.

Ausreichend hoher Sonnenschutz (50+) sowie eine Kopfbedeckung

sorgen für ungetrübten SUP-Genuss.

Im Frühling und Herbst empfiehlt sich ein Outfit bestehend

aus atmungsaktiver Laufhose, Softshelljacke und Neoprenschuhen.

Ein sogenannter Trockensack mit Wechselkleidung ist ratsam.

Selbst im Winter steht dem SUPen bei geeigneter Witterung nichts

im Wege. Dann darf es für geübte Paddler ein Trockenanzug in

Kombi mit Thermowäsche, Neoprenschuhen (7mm), Mütze und

Handschuhen sein. Wer zwar geübt, aber noch etwas unsicher ist,

sollte sich anstelle des Trockenanzugs für einen langen Neoprenanzug

entscheiden. Eine individuelle Beratung durch den Profi wird

unbedingt empfohlen.

SPORT IM EINKLANG MIT DER NATUR

Hier noch ein Punkt, der uns und auch den Freeride Guides sehr

wichtig ist: Was uns die Natur schenkt, sollten wir ihr unbedingt in

Form von Respekt und Umsicht zurückgeben. Deshalb sind die ausgewiesenen

Naturschutzgebiete unbedingt zu umfahren. Auch Abstecher

in Schilfgebiete sind streng verboten, denn hier befinden

sich die Brutstätten vieler heimischer Vogelarten.

Wir könnten viel über das Stand Up Paddling schreiben, doch wie

es sich tatsächlich anfühlt, erfährt man wohl nur, wenn man es

selbst ausprobiert. Wer sich den SUP-Verleih auf der Halbinsel Burg

ansehen will, findet weitere Informationen unter:

www.freeride-guide.com

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Matthias Baier, Nadine Unger

und der gesamten SUP-Crew für das tolle Fotoshooting.

Eure Lebensfreude hat uns angesteckt! Bis bald beim Paddeln…

Anna Marguerita Schön


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Auf Hawaii - so erzählt man sich - war es einst der Sport der Könige.

Eine Ewigkeit später, heute, hat das SUP (Stand Up Paddling) die Welt im Sturm erobert.

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Z E I T Z E U G E N

IN GUTEN WIE

IN SCHLECHTEN

ZEITEN

LUDWIG HALLER

fotografiert von Florian Werner

54


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Der Murnauer Metzgermeister Ludwig Haller

hat in seinem Leben viel erlebt und noch mehr

zu erzählen.

Als der Architekt Emanuel von Seidl im Jahre 1906 angeregt

hatte, das Ortszentrum von Murnau mit bunten Fassaden zu gestalten,

sollte jedes Haus eine individuelle Note bekommen. Für

eines überlegte man sich eine ganz besondere Gestaltung. Das

war die Metzgerei Haller, die in warmem Blau erstrahlte und mit

vielerlei Ornamenten, Darstellungen und Schriftzügen verziert

wurde. Dass diese Fassade heute wieder so schön ist wie zur Zeit

ihrer Entstehung, das ist der Familie Haller zu verdanken. Besonders

Ludwig Haller, einer der beiden Brüder, in deren Hand

das Familienunternehmen heute liegt, hat sich dafür eingesetzt,

dass das verblichene und unter anderen Farbschichten versteckte

Kunstwerk nach rund hundert Jahren wiederhergestellt wurde.

Vieles ist in dieser Zeit in Murnau geschehen, und an vieles erinnert

sich der Senior des Hauses, der wie sein Sohn, sein Vater,

Großvater und sein Enkel Ludwig heißt. Im Gespräch mit ihm

stellte sich schnell heraus, dass seine Geschichte immer auch ein

Stück Familiengeschichte ist. 1932 kam er in Murnau zur Welt,

und er lebt bis heute hier. Aus dem Geschäft hat er sich allerdings

seit mehr als zehn Jahren zurückgezogen. Nicht aber von seinen

Freunden. „Mein Vater war immer sehr gesellig und aufgeschlos-

55


melange-No2_lay_Layout 1 12.07.16 12:24 Seite 56

sen“, erzählte auch Christian, der andere

der beiden Söhne, der sich freut, dass der

Vater noch immer viel in Murnau unterwegs

ist. „Das Wirtshausleben kann er bis

heut‘ nicht sein lassen.“

Kindheit in unruhigen Zeiten

„Ich soll Ihnen sicher ein bisschen was aus

der Geschichte von unserem Unternehmen

erzählen?“, beginnt Ludwig Haller das Gespräch,

und das wäre sicherlich ein ergiebiges

Thema. Immerhin hat sich die Metzgerei

mit den Jahren stark entwickelt und

hat heute 75 Mitarbeiter. Aber ehrlich gesagt

würde es mich mehr interessieren, wie

es war, in Murnau aufzuwachsen, in einer

Zeit voll Unruhe und Not. Auch das kann

Ludwig Haller erzählen: „An eines kann ich

mich noch ganz genau erinnern“, sagt er

nach kurzem Überlegen. „Nämlich an den

Tag, an dem die Stammgäste der Wirtschaft,

die damals noch zur Metzgerei dazugehörte,

um den dort aufgestellten Volksempfänger

gesessen haben und die

Sondermeldung hörten, in der es hieß: „Seit

5.45 Uhr wird zurückgeschossen.“ Damit

begann der zweite Weltkrieg, und Ludwig

Haller war sieben Jahre alt. „Für uns war

das ganz normal, im Krieg aufzuwachsen“,

erzählt er, „wir kannten es ja gar nicht anders.“

Zur Schule ging Haller damals in die

Knabenschule, die sich im Murnauer

Schloss befand. Immer wieder, so erinnert

er sich, kam es vor, dass während der Schulzeit

Fliegeralarm ausgelöst wurde. Dann

mussten alle Kinder in den Keller. Diejenigen,

die in der Nähe der Schule wohnten,

und zu denen gehörte auch Ludwig Haller,

durften nach Hause gehen. „Wir waren so

frech, mein jüngerer Bruder und ich, dass

wir manchmal gar nicht in den Keller gingen,

sondern auf den Dachboden“, erzählt

er. „Da haben wir dann aus dem Fenster

geschaut und beobachtet, wie die feindlichen

Flieger - ohne jede Gegenwehr - über

den Heimgarten und nach München geflogen

sind, um dort Bomben abzuwerfen. Am

Abend sah man manchmal bis nach Murnau

den Widerschein von Feuer und Bomben.“

Für die Schüler hatten die Fliegerangriffe

durchaus auch eine „positive“ Seite:

Der Schulunterricht war in dieser Zeit viel

„lockerer“, und manchmal dauerte der Fliegeralarm

so lange, dass es sich hernach

nicht mehr lohnte, zurück in die Schul‘ zu

gehen. Aber für die Familie war es eine

schwere Zeit, erzählte Christian Haller.

„1942 wurde mein Großvater verhaftet, weil

er schwarz, also ohne Erlaubnis, eine Kuh

geschlachtet hatte, und mein Vater musste

in sehr jungen Jahren viel Verantwortung

in der Familie tragen.“

„Die amerikanischen Soldaten

waren eigentlich immer sehr

nett zu uns.“ Ludwig Haller

Als der Krieg endlich vorbei war, so erinnert

sich Ludwig Haller, kamen die Amerikaner

mit Panzern von Kohlgrub herab. Murnau

war damals weiß beflaggt, erzählte er, und

irgendwann waren die Panzer im Ort. „Einer

stand vor dem Griesbräu, einer vor der

Post und der nächste direkt vor unserer

Metzgerei. Da waren wir natürlich neugierig

und spähten aus der Tür raus“, so Ludwig

Haller. „Mit einem Mal ging bei dem

Panzer die Luke auf und ich sah zum ersten

Mal in meinem Leben drei schwarze Soldaten.

Wir hatten ziemliche Angst, mein

Bruder und ich, aber wir trauten uns auch

nicht, wegzulaufen. Einer von den Soldaten

ist dann runtergekommen, ging auf mich

zu und hat dann meine Kappe genommen

und das daran befestigte Hakenkreuz als

Andenken mitgenommen.“ Ein anderer Soldat,

so erzählte Haller, habe die beiden Murnauer

Burschen dann herbei gewinkt und

ihnen ein Paket gegeben. Darin waren Kaugummi,

Schokolade und andere Lebensmittel.

„Ich erinnere mich noch genau daran,

wie ich in den Keller lief und der

Mutter meinen Schatz zeigte. Die sagte nur,

das sei alles vergiftet, und warf die Sachen

weg. So war das damals.“

Ein Haller wird Weltmeister

Nach dem Krieg machte Ludwig Haller, wie

zuvor sein Vater und sein Großvater, eine

Ausbildung zum Metzgermeister. Und zwar

in Starnberg bei der damals renommierten

Metzgerei Bader. Allerdings herrschten raue

Sitten in seinem Lehrbetrieb. Insgesamt

habe er während seiner Lehrzeit 354 Ohrfeigen

bekommen. Und die meisten unbegründet.

Ludwig Haller stieg dann ins elterliche

Geschäft ein. Ebenso sein Bruder

Robert, der eigentlich Konditormeister war

und erst später in Ohlstadt seine eigene

Konditorei betreiben konnte. Bruder Walter,

der ebenfalls Metzgermeister wurde,

zog es in die Welt hinaus. Er ging als Handelsvertreter

für eine Gewürzhandelsgesellschaft

zunächst nach Thailand und dann

nach Südafrika. Später hat er dort die Haller

Spice Blending Ltd. gegründet, die noch

heute in ganz Südafrika Gewürze vertreibt.

Zuvor aber errang er einen großen sportlichen

Triumph: 1958 wurde er - im Team

von Hans Rösch - Weltmeister im Viererbob.

Der aus München stammende Rösch

hatte ihn damals von seinem Verein in Ohlstadt

abgeworben, weil er einen guten Anschieber

für seinen Schlitten gebraucht hat.

Aber nicht nur Walter Haller, sondern auch

schon dessen Großvater war ein erfolgreicher

Sportler. Im Jahre 1927 hat er als Boxer

in Berlin mit Max Schmeling trainiert

und vor 20.000 Zuschauern geboxt. Er war

so stark, dass es in Murnau einmal zu einer

kuriosen Wette kam, von der sein Sohn

gerne erzählt.

Die Bierwette des Großvaters

mit dem Dichter

Ludwig Haller, der Vater, war nämlich mit

dem Schriftsteller Ödön von Horváth gut

bekannt. Eines Abends hatten sie zusam-

56


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men im Gasthaus Seerose, direkt am Staffelsee,

gezecht, und der Heimweg führte sie

dann am bekannten Denkmal für König

Ludwig II. vorbei, das der Postmeister Bayerlacher

hatte errichten lassen. „Wett‘ ma

was?“, habe der bärenstarke Boxer Haller

den Freund damals gefragt. Und, von Horváth

angespornt, hob er einen der beiden

schweren Löwen, die links und rechts von

der Büste des Königs stehen, von seinem

Sockel und trug ihn 150 Meter weit über

die Bahngleise. Die Murnauer haben sicher

nicht schlecht gestaunt, als sie das am

nächsten Tag sahen. Es heißt, sechs Gemeindearbeiter

seien nötig gewesen, um

den Löwen, der angeblich 160 Kilo wiegt,

wieder zurück auf seinen Platz zu stellen.

Danach wurden die Löwen auf ihrem Podest

angeschraubt. Das kann man nachprüfen.

Und noch bei einem anderen „historischen“

Ereignis spielte der Vater eine Rolle, nämlich

bei der legendären Saalschlacht zwischen

den Linken und den Nazis, die im

Gasthof zur Traube stattfand. Der Wirt

Kirchmeier habe damals gerufen: „Holts

mir den Wiggerl, die schlagen mir ja alles

z’samm!“ Und da war der Boxer Haller, eine

imposante Erscheinung, gekommen, hat

im Eingangsbereich dreimal mit dem Fuß

aufgestampft und gerufen: „Jetzt is a Ruh‘!“.

Da sei es still geworden und die Leute sind

nach Hause gegangen. Ödön von Horváth

hat dieses Ereignis in einem seiner Stücke

verarbeitet.

Aber natürlich ist die Familie Haller nicht

nur für diese Anekdoten und sportlichen

Leistungen, sondern vor allem für ihre

Fleisch- und Wurstwaren bekannt. Seit

1896 gibt es den florierenden Familienbetrieb

in Murnau. Er habe seinen Beruf immer

sehr gerne ausgeübt, sagt Ludwig Haller.

Er habe den Kontakt mit den Menschen

geschätzt. Und: „Ich mag es, ein handwerkliches

Produkt herzustellen, das auch ein

wenig in der Kritik ist“, so Haller. „Es genügt

heute nicht mehr, gutes Fleisch anzubieten.

Das können die anderen auch. Man

muss wirklich etwas Gutes daraus machen.“

Und dieser Philosophie bleibt auch

sein Sohn Christian treu.

Heribert Riesenhuber

Christian Haller:

Die Zeit und die Umstände,

unter denen mein Vater aufgewachsen

ist, waren sehr prägend für ihn.

Bis heute ist er ein sehr sparsamer

Mensch.“

„Mein Vater hat immer schon Schafkopf

gespielt. Und wenn er einmal

am Abend verloren hat, dann war er

am nächsten Tag grantig.“


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N E W C O M E R

Stefanie

FISCHER

Die sympathische 40-Jährige

und Mutter zweier Jungs

führt das Unternehmen

Betten Federl

seit Januar 2014

in fünfter Generation.

Foto: Alfons Schön

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N E W C O M E R

„Den zu Ihrem Bettengeschäft so passenden

Namen Federl - hat es ihn in ihrer Familie

wirklich gegeben?“

Frau Fischer lacht. „Ja, Federl war tatsächlich

der Mädchenname meiner Oma.

Bei ihrer Hochzeit hat sie den Namen

zwar abgelegt, aber als Geschäftsname

ist er uns erhalten geblieben.“

Das Betten-Fachgeschäft „Betten Federl“ im Murnauer Obermarkt

empfängt mich mit seiner leuchtend blauen Fassade - einer Farbe,

die - so sagt man - für Ruhe und Entspannung, für Harmonie

und Unendlichkeit steht.

Einen Moment noch verweile ich vor den Schaufenstern, in denen

bauschige Decken, bunte Kissen und wohnliche Deko-Elemente

ein einladendes Arrangement bilden. Dann gehe ich hinein und

treffe Stefanie Fischer zu unserem Melange-Interview.

Die sympathische 40-Jährige und Mutter zweier Jungs führt das

Unternehmen seit Januar 2014 in fünfter Generation.

Oben im ersten Stock in der Bettenabteilung angekommen, nehmen

wir an einem Tischchen Platz und ich stelle ihr sofort jene

Frage, dich mich schon die ganze Zeit beschäftigt – und mit der

ich sicher nicht alleine bin: „Liebe Frau Fischer, den zum Bettengeschäft

so passenden Namen Federl – hat es ihn in ihrer Familie

wirklich gegeben?“ Frau Fischer lacht. „Ja, Federl war tatsächlich

der Mädchenname meiner Oma. Bei der Hochzeit mit meinem

Opa hat sie den Namen zwar abgelegt, aber als Geschäftsname

ist er uns erhalten geblieben.“

Nachdem mir diese Frage nun nicht mehr unter den Nägeln

brennt, lehne ich mich entspannt zurück und freue mich darauf,

Stefanie Fischers Geschichte zu hören.

„Das Geschäft“, so erzählt sie, „hat mein Ururgroßvater vor 138

Jahren gegründet, als Sattler- und Tapezierermeister. Sein Sohn,

also mein Urgroßvater, war später auf die Walz gegangen und

hat von dort die erste Bettfedernreinigung mitgebracht, was damals

eine echte Revolution war.“ Es handelte sich dabei um eine

ganz spezielle Technik, bei der die Federn nicht chemisch gereinigt,

sondern aus ihrer Hülle entnommen, sorgsam und schonend

gewaschen, per Dampfdruck gesäubert und dann getrocknet wurden.

Eine Besonderheit, die bei Betten Federl übrigens noch heute

praktiziert wird. Mit dieser Innovation war damals der Startschuss

zur Spezialisierung auf Bettwaren gefallen.

Schon als kleines Kind war Stefanie Fischer mit im Geschäft herumgeturnt.

Einige der heutigen Mitarbeiter, so erzählt sie, haben

sie schon als Baby gekannt. „Wir sind ein sehr treues Unternehmen.

Unsere Mitarbeiter bleiben sehr lange bei uns.“

Und obwohl sie immer gerne im Geschäft dabei war, hat sie sich

später, als Jugendliche, nicht recht vorstellen können, eines Tages

das Unternehmen zu führen.

„Hier in Murnau aufzuwachsen war ein Traum“, erzählt sie.

Und doch: Nach dem Beenden der Schule wurde sie unruhig. Die

weite Welt lockte. Sie wollte andere Luft schnuppern, neue Orte

und Plätze kennenlernen.

München erhielt den Zuschlag, und Frau Fischer begann ihre

Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel bei Ludwig Beck. Dort

durfte sie nach Ausbildungsende im Rahmen eines Förderprogrammes

in die Disposition im Einkauf wechseln. „Ich hatte einen

tollen Chef, der mich sehr gefördert und mir viel Verantwortung

übertragen hat“, erinnert sich Frau Fischer. Bald hatte sich in ihr

der Wunsch gefestigt, noch fundierter zu lernen, und so kam sie

zur LDT Nagold (Akademie für Mode-Management), wo sie ihr

Studium zur Textilbetriebswirtin absolvierte.

Danach reiste sie als Angestellte eines kleinen, feinen Designbetriebs

zu dessen Produktionsstätten nach Italien und sammelte

zudem Erfahrung in den Bereichen Zukauf und Internationale

Kommunikation in der Modebranche.

„Das Modebusiness war sehr hart, ich hatte oft extrem lange Arbeitstage

zu bewältigen“, erzählt sie.

Damals kam im Jahr 2007 zum ersten Mal die Überlegung auf,

all die Arbeit und Begeisterung vielleicht doch lieber in das elterliche

Unternehmen zu investieren. Zuhause wurde sie mit offenen

Armen begrüßt. Im Jahr 2014 war es schließlich soweit: Frau Fischer

trat offiziell die Nachfolge ihrer Eltern an.

„Es war ein eigenartiges, schönes Gefühl“, erzählt sie. „Ich wurde

daheim zunächst offiziell angestellt, bezog mein Gehalt. Von Anfang

an durfte ich meine eigenen Ideen mit einbringen.“

Bald hatte sie den Einkauf übernommen und konnte sich in alles

gut einarbeiten – mit dem Papa als „Sicherheitspuffer“.

Doch natürlich steckt auch viel Arbeit hinter einer Geschäftsübergabe.

„Es braucht Herzblut.“

Frau Fischer hat allerdings das große Glück, zu lieben, was sie

tut, und so freut sie sich jeden Tag darauf, ins Geschäft zu gehen.

Neben dem Hauptgeschäft in Murnau eröffnete Betten Federl

vor 10 Jahren auch eine zweite Filiale in Penzberg.

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„Wie hat es sich für Sie angefühlt, als Sie plötzlich langjährigen

Mitarbeitern vorgesetzt waren, die schon im Geschäft gearbeitet

haben, als Sie noch ein Baby waren?“, frage ich.

Da schmunzelt sie. „Das war für die Mitarbeiter natürlich auch

erst mal neu, aber gar nicht seltsam. Alle waren sehr herzlich zu

mir. Der gute Kontakt war ja immer schon da. Zudem gibt es bei

uns flache Hierarchien. Wir sind ein Team. Wenn’s ist, bügle ich

auch die Ware für das Schaufenster.“ Nicht von oben herab, sondern

mitten drin - diese Philosophie ist ihr selbstverständlich und

hält das Team zusammen. „Meine Mädels halten mir so sehr den

Rücken frei, sie organisieren sich unter einander, springen ein

und sind alle mit Herz und Seele bei der Arbeit.“

STARKE FAMILIENBANDE

„Wir sind drei Geschwister. Meine Eltern wollten jedem Kind

alle Chancen und Möglichkeiten einräumen. Sie haben diese Herausforderung

wirklich sensationell gemeistert, haben nie Druck

ausgeübt und immer Wert auf Gerechtigkeit gelegt. Denn ein

Unternehmen hat natürlich auch einen gewissen finanziellen

Wert. Zu fünft haben wir über die Art der Übergabe entschieden.“

Irgendwie, so erzählt sie, war immer klar gewesen, dass einer

von ihnen den elterlichen Betrieb weiterführen würde.

Ihre Schwester, Bärbel Mikosch, hat nach dem Abitur Tourismus

in Freiburg studiert, während ihr Bruder, Anton Baier, sich für

ein Studium in Industriedesign entschied. Heute kümmert er sich

um ihre Corporate Identity, also um alles, was mit Werbung zu

tun hat. „Wir verstehen uns alle gut, mein Bruder übernimmt

den kompletten optischen Auftritt von Betten Federl. Meine

Schwester, die ebenfalls zwei kleine Kinder hat, hilft in der Buchhaltung.

Die ganze Familie hält zusammen.“

Ihre Eltern sind mittlerweile zwar beide im Ruhestand und haben

sich aus dem Geschäft zurückgezogen, aber wenn es brennt, sind

sie da. „Mein Vater hilft mir auch mal beim Betten aufbauen.

Vor allem aber nehmen mir meine Eltern auch öfter mal die

Kinder ab.“

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Ihr starkes Team und der liebevolle Rückhalt, den sie jederzeit

durch ihre Familie erfährt – diese beiden „Anker“ sind es, die ihr

überhaupt erst ermöglichen, das Geschäft ganz alleine zu führen,

sagt Frau Fischer. Ehemann Julian, ebenfalls ein gebürtiger Murnauer,

der als Entwicklungsingenieur bei BMW tätig ist, hat die

Entscheidung seiner Frau stets mitgetragen. Sie waren sich beide

darüber bewusst gewesen, dass die Übernahme des elterlichen

Betriebs auch bedeutete, sich örtlich auf Murnau festzulegen.

Ihre Entscheidung haben sie nie bereut.

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N E W C O M E R

Zwei Söhne haben sie – Alois (5) und Johann (8). Sie werden vom

Papa in Basketball trainiert und sind – wie einst schon die Mama

–oft und gerne im Bettengeschäft dabei. Hier gibt es für die Beiden

allerdings eine feste Regel, die da lautet:

HÜPF- UND SPRINGVERBOT IN DER

MATRATZENABTEILUNG.

„Was ist es, was Ihnen an Ihrer Arbeit die größte Freude bereitet?“,

möchte ich gerne wissen, und Frau Fischer muss nicht lange

überlegen: „Mit mir wurde das Betten Federl auch gleichzeitig

ein bißchen jünger und moderner, es war mir wichtig, eine eigene

Handschrift hinein zu bringen. Was mich unglaublich freut ist

das Feedback, das ich von den Kunden bekomme. Viele sagen

mir, dass man merkt, dass sich das Ambiente zwar ein wenig

verändert hat, aber dass es immer noch ihr Betten Federl ist, in

dem sie sich wohlfühlen. Das ist ein schönes Gefühl.“

Manche Leute, so erzählt sie, kommen auch einfach in das Geschäft,

um sie kennenzulernen, weil sie bereits die Großeltern gekannt

haben. Alle geben ihr eine Chance.

DER SCHLAFBEREICH - RÜCKZUGSORT

UND ENERGIEQUELLE

„Frau Fischer, langjährige Tradition, Familie und Halt durch die

eigenen Wurzeln – ich habe den Eindruck, dass sie all das auch

an ihre Kunden weitergeben möchten.“

„Ja, absolut. Der Wohn- und Schlafbereich sind ja Rückzugsort

und Energiequelle in einem. Hier fühlt man sich geborgen, hier

ist man Zuhause. Deshalb legen wir so großen Wert auf eine verantwortungsvolle

und individuelle Beratung. Unser Motto: Kein

Kunde wird alleingelassen. Das beginnt bei der Beratung zum

Babyschlafplatz – denn der gute Schlaf fängt bei den ganz Kleinen

an – und geht bis zur Auswahl des richtigen Seniorenbetts. Durch

einen strahlenfreien Wirbelscanner können wir die Körperkontur

vermessen und auf dieser Grundlage noch individueller beraten.

Wir wollen viel über unseren Kunden wissen: Schläft er in Bauchoder

Rückenlage? Schwitzt er nachts? Hat er ein hohes oder

eher ein geringes Wärmebedürfnis? Manche Kunden kommen

drei- oder viermal und legen sich auch schon einmal für eine

Stunde mit einer Bettdecke auf die Matratze, um hinzuspüren,

ob sie ihnen gut tut.“


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Zu guter Letzt möchte ich gerne noch wissen: „Gibt es auch

lustige Begegnungen, etwas, was Sie im Geschäft so sehr zum

Schmunzeln gebracht hat, dass es in Erinnerung bleibt?“

„Oh ja“, lacht Frau Fischer, „es gibt zum Beispiel eine Geschichte,

die mein Vater gerne erzählt. Er musste doch ein

wenig schmunzeln, als eine Dame Mitte neunzig sich sehr vehement

nach der Zehnjahresgarantie der Matratzen erkundigt

hat.“

Ebenfalls ihrem Vater sind einige witzige Werbeanekdoten zu

verdanken. Beim Kulturknall etwa hatten sie ein Plakat mit dem

Slogan: Lassen Sie im Bett nichts anbrennen.

„Mein Papa hätte auch Werbetexter werden können“, meint

Stefanie Fischer. „Es gab noch einen weiteren, etwas zweideutigen,

Slogan: Im Bettenfederl-Bett klappt’s immer! Gemeint

war natürlich der Schlaf!“

Parkettböden zum Träumen...

und die passenden Tische,

Altholzweinständer etc. gleich dazu!

Liebe Frau Fischer, ich danke Ihnen ganz herzlich für dieses

Gespräch und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und persönlich

alles Gute.

Anna Marguerita Schön

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P O R T R A I T

VON FRAU

ZU FRAU

Foto: Zonta Club Murnau

Ein Sonntagsclub? Das kommt nicht in

Frage für Murnaus Zontien.

„Wir machen Politik für Frauen“,

beschreibt die Journalistin Ingrid Wolf-

Schustereder die Arbeit des Zonta Clubs

Murnau.

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Zonta? Das ist ein Begriff, der aus

fünf Symbolen der Sioux zusammengesetzt

ist: Licht, das steht für

Inspiration. Zusammenhalten, „gemeinsam

tragen“, als Ausdruck für

weltweite Freundschaft und Bemühen

um Frieden. Das vierte Zeichen

bedeutet Schutz und Obhut: Menschen helfen, fördern und unterstützen.

Und schließlich der Anspruch an das eigene Handeln:

Integrität. Zonta, das ist aber auch Frauensolidarität. Denn es

ist ein Netzwerk im besten Sinne. Ein Frauennetzwerk nur für

Berufstätige.

Den 15. Geburtstag konnten die Murnauer Mitglieder im Juli

schon feiern – und damit unzählige Projekte, die der Verein unterstützt

hat. Doch der Club ist mehr als ein lokaler Zusammenschluss

von engagierten Frauen. Weltweit gibt es in 63 Ländern

über 1.200 Clubs mit mehr als 30.000 Mitgliedern. Zonta

legt Wert auf Vielfalt – eine bunte Mischung aus Berufen, Talenten,

Generationen und unterschiedlichen Sozialisationen.

EINSATZ FÜR DIE GLEICHSTELLUNG

VON MANN UND FRAU

Viel älter als der Murnauer Club ist Zonta International. 1919

schon gründete sich die erste Sektion im US-amerikanischen

Buffalo. Es war ein Zusammenschluss von berufstätigen Frauen,

die mehr wollten, als nur ein Anhängsel ihrer Männer zu sein.

Zu einer Zeit also, als es für Frauen bei weitem nicht selbstverständlich

war, arbeiten gehen zu dürfen, wählen zu gehen oder

ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Erst ein Jahr später,

1920, wurde in den USA das Wahlrecht für Frauen eingeführt –

lange vor anderen Ländern.

In Deutschland wiederum wurde 1919 schon das Frauenwahlrecht

eingeführt, etwa 10 Prozent der Abgeordneten der verfassungsgebenden

Versammlung in Weimar waren Frauen. Sie

setzten schon damals viele Gesetze durch, die die Frauenrechte

stärkten: die Zulassung von Frauen als Rechtsanwältinnen und

Richterinnen, Mindestlöhne und Sozialversicherung für Heimarbeiterinnen

oder die Erweiterung des Mutterschutzes. Prostitution

wurde straffrei, wenn sie nicht gewerbsmäßig betrieben

wurde.

ENGAGEMENT FÜR JUNGE FRAUEN

Doch bis heute kämpfen Frauen dagegen an, dass sie geringer

entlohnt werden. Die Zerrissenheit zwischen Familie und Beruf

kostet oft die Karriere. Deswegen sind immer noch weniger

Frauen in Chefetagen zu finden – oft sind sie nicht mutig genug,

um sich selbstbewusst zu vermarkten. Ein Projekt der Murnauer

Zontien greift dieses Ungleichgewicht auf: das Mentoring Projekt

an der Mittelschule. Mädchen mit den verschiedensten kulturellen

und sozialen Hintergründen können sich an Workshops

beteiligen: Was sind meine Stärken und Ziele? Wie lauten die

Grundregeln der Kommunikation und Konfliktfähigkeit? Wie

finde ich den richtigen Umgangston, wie trete ich gut auf? Seit

zwei Jahren vergibt Zonta auch Stipendien, um jungen Frauen

bessere Möglichkeiten zu bieten, sich auf ihre Ausbildung zu

konzentrieren. Und: es gibt den Young Women in Public Affairs

Award. Hier werden Oberstufen-Schülerinnen des Gymnasiums

ausgezeichnet, die sich in ganz besonderem Maße für die Schulgemeinschaft

und die Gemeinde engagieren, sich um ein offenes

und internationales Verständnis bemühen und sich Gedanken

über die Frau in der Gesellschaft machen. Die Beispiele des

Engagements sind vielschichtig. Das kann die langjährige Redaktion

einer Schülerzeitung ebenso sein, wie die Organisation

des integrativen Murnauer Marktlaufes. Die Preisträgerinnen

sollen durch die gesellschaftliche Anerkennung, die mit dem

Preis einhergeht, ermutigt werden, sich auch in Zukunft im Öffentlichen

Leben, in der Politik oder in gemeinnützigen Organisationen

zu engagieren.

ZONTA SAMMELT GELD

Daneben sammeln die Zontien natürlich Geld für Projekte –

wie die meisten Nichtregierungsorganisationen, die sogenannten

NGOs. Für Murnauerinnen klar: ein Stand auf dem Murnauer

Weihnachtsmarkt gehört dazu. Genauso aber findet man sie

am 8. März, dem Weltfrauentag, in der Fußgängerzone mit Aktionen.

Die Zontien organisieren Museumsabende, Filmabende

oder Vorträge. Dieses Geld geht zum Teil auch an Zonta International

oder deren Projekte: das ist zum Beispiel der Kampf

gegen die Geburtsfistel in Liberia, gegen Kinderehen oder HIV

in Ruanda. Denn Zonta ist seit der Gründung der Vereinten

Nationen im Jahr 1945 als beratendes Mitglied bei der UN vertreten.

Alle 2 Jahre treffen sich die einzelnen Bezirke zu einem

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melange-No2_lay_Layout 1 12.07.16 12:25 Seite 66

NEUER WOHLFÜHL-BEREICH.

AUCH FÜR IHREN GELDBEUTEL.

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großen Treffen, wie etwa 2008 in New York. Barbara Naumann

war damals für die Murnauer dabei und schwärmt noch heute

von dem Zusammentreffen der Frauen aus unterschiedlichen Kulturkreisen

und politischen Systemen. „Wie eine große Familie

war das Treffen“, sagt sie, „ein großartiger Austausch.“

Mit Repräsentantinnen in Paris, Genf, Straßburg und Genf unterstützt

Zonta International den Europarat. Aber Zonta Murnau

hat auch ein eigenes internationales Projekt: Hilfe zur Selbsthilfe

in Afghanistan. Was mit einem kleinen Nähmaschinen-Projekt

begann, hat sich mittlerweile zu mehreren Filialen entwickelt, in

denen Frauen des durch Krieg und Krisen gebeutelten Landes

Schmuck herstellen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, oder

aber auch Schutzanzüge für Minenräumer nähen. Mittlerweile

ist das Hilfsprojekt auch von der afghanischen Regierung anerkannt.

„Wir diskutieren oft sehr kontrovers,

aber es ist ein absolutes Miteinander.“

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15 JAHRE ENGAGEMENT

Fast 40 Mitglieder feierten im Juli den 15. Geburtstag. Kaum zu

glauben, dass es damals gar nicht einfach war, nur 20 Frauen zusammenzubringen,

die für eine Gründung eines Murnauer Zonta

Clubs noch die Statuten brauchte.

Die Idee dazu hatte Dr. Astrid Bühren. Als sie mit ihrem Mann

nach Murnau zog, fand sie es schade, dass sie so selten berufstätigen

Frauen begegnete. Gemeinsam mit der Leiterin des Schlossmuseums,

Brigitte Salmen, schmiedetet sie die Idee, einen Zonta

Club zu gründen. Weitere Murnauerinnen kamen dazu – doch

lange traf sich die Gruppe aus Pastorinnen, Journalistinnen, Geschäftsfrauen

oder Kunstschaffenden privat. Begeistert von den

Gesprächen mit den vielen unterschiedlichen, engagierten und

kreativen Frauen gaben sie sich dann vor 15 Jahre eine Form: der

Zonta Club Murnau entstand. „Wir diskutieren oft sehr kontrovers“,

freut sich Onni Rebholz – denn davon lebt die gemeinsame

Inspiration. „Aber“, so unterstreicht Bettina Zech, “es ist ein absolutes

Miteinander!“ Und sie alle hoffen, dass es weiter in Murnau

Frauen geben wird, die trotz Beruf und Familie Lust haben auf

ein politisches, aber überparteiliches Engagement für Frauen.

nil

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SCHWITZEN MIT WOHLFÜHLFAKTOR

Foto: Franz Windirsch

Wir schreiben das Jahr 2016; Melli und Franz sitzen eines schönen

Tages bei Kaffee und Kuchen:

Franz: „Oh Melli, dieser Apfelstrudel schmeckt schon wieder so gut.“

Melli: „Und die Sachertorte erst, Franz! Aber du, ich glaube es ist mal

wieder an der Zeit, dass wir den Kalorien den Kampf ansagen!“

Franz: „Du hast Recht, Melli. Ich hab da auch schon eine Idee..“

Ein bis drei Kuchen später standen wir dann auch schon mit Sportklamotten

bepackt vor dem Proline Murnau und wurden herzlich vom

Studiobesitzer ‘Willi’ empfangen.

Nach einer kurzen Führung durch das Studio wurde uns schnell klar:

Dies ist keine gewöhnliche ‘Geräte-Wüste’! Durch die familiäre Atmosphäre

wird es besser beschrieben als sportlicher Treffpunkt für Jung &

Alt. Nach einer kurzen Aufwärmphase auf dem Laufband (und einer

Folge „Dahoam is dahoam“ - jedes der neuwertigen Geräte ist nämlich

mit einem Fernseher ausgestattet) starteten wir ins Training. Zuerst

zog es uns beide zum sogenannten ‘Milon-Zirkel’, einem in schönem

Holzambiente gestalteten Trainingskreislauf, der alle Muskelpartien in

20 Minuten zum Brennen bringt.

Gut aufgewärmt mit noch genug Energie im Körper lag uns dann eine

Etage tiefer ein professioneller Trainingsraum für Profisportler und Bodybuilder

mit Freihanteln zu Füßen.

Hier zeigt sich einer der wichtigsten Vorteile des Proline Murnau: Während

Frau im Erdgeschoss auf ihre Kosten kommt - egal ob im Zumba-

Kurs mit einem Auge auf die Kids, die sich zum Beispiel im Bällebad

vergnügen können - stemmen harte Kerle im Keller schweres Eisen.

Ein paar straffe Trainingssätze später ließen wir bei einem inspirierenden

Gespräch mit dem Studio-Physiotherapeuten und einem leckeren

Eiweiß-Shake an der Getränkebar unsere heutige sportliche Einheit

ausklingen.

„Puh, geschafft, Melli! Jetzt noch Lust auf ein bisschen Entspannung

im Wellness-Bereich?“ „Na klar, Franz, das kann ich gut gebrauchen!

Wobei, heute haben wir eigentlich schon genug geschwitzt!“

Wir halten also fest:

Wer sich und seinem Körper was Gutes tun will, in heimatlicher Umgebung

und auf hochwertigen Geräten Spaß beim Sport haben

möchte, kommt ins Proline Murnau!

Melli & Franzi

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W I R T S C H A F T & F I N A N Z E N

FINANZ-

TIPPS

von einem Profi,

dem Sie glauben

dürfen:

DR.

RALF

ERICH

SCHAUER

Foto: Archiv, Dr. Schauer

Umweg erlaubt!

Manchmal braucht weniger einfach mehr. Das gilt auch für

gefahrene Kilometer zum Arbeitsplatz. Das hat auch der Bundesfinanzhof

(BFH) als oberste Gerichtsinstanz für Steuerfragen

nun akzeptiert. Arbeitnehmer, die einen Umweg machen,

um insgesamt kürzer unterwegs zu sein, können dafür

künftig auch höhere Werbungskosten geltend machen. In

zwei Fällen klagten Arbeitnehmer, denen das Finanzamt einen

Teil ihrer Entfernungspauschale gestrichen hatte. Die Kläger

fuhren jeweils nicht den kürzesten Weg zu ihrer Dienststelle,

weil sie diese über eine nach Kilometern längere Strecke etwa

eine viertel Stunde schneller erreichen konnten. Dieses Argument

zog bei den Finanzbeamten nicht. Sie stellten sich auf

den Standpunkt, es sei eine Fahrtzeitersparnis von mindestens

20 Minuten erforderlich, um die längere Strecke zu akzeptieren.

Diese pauschale Grenze hat der BFH schließlich relativiert

(VI R 19/11, VI R 46/10). Eine Mindestzeitersparnis von 20

Minuten ist danach nicht immer erforderlich. Vielmehr seien

alle Umstände des Einzelfalls, wie zum Beispiel die Streckenführung

oder die Schaltung von Ampeln in die Beurteilung

einzubeziehen. Eine Straßenverbindung könne zudem auch

dann "offensichtlich verkehrsgünstiger" sein, wenn bei ihrer

Benutzung nur eine geringe Zeitersparnis zu erwarten ist.

Das sei etwa dann der Fall, wenn sich jeder "unvoreingenommene,

verständige Verkehrsteilnehmer unter den gegebenen

Verkehrsverhältnissen für die Benutzung der Strecke entschieden

hätte", so die Richter.

Waldi darf nicht erben!

Die ganze Liebe einer geschiedenen kinderlosen Frau galt

ihrem Hund Berry. Als die Dame starb, hinterließ sie ein Testament,

in dem sie folgendes verfügte: „Mein letzter Wunsch.

(…) Meine Erben sind mein Hund Berry, meine Brüder, meine

Neffen und meine Nichte. Bitte nicht streiten, Eure Tante."

Anders als von der Verstorbenen erbeten kam es doch zum

Streit. Denn neben den genannten Erben verlangte auch eine

enge Bekannte einen Teil des Nachlasses.

Grund: Sie hatte inzwischen das Tier zu sich geholt und kümmerte

sich um Berry.

Das LG München I entschied per Beschluss vom 22. November

2015: Weder die neue Hundebesitzerin noch der Hund

selbst sind erbberechtigt. Berry sei keine rechtsfähige Person.

Erben können aber nur rechtsfähige Personen sein. Da sich

aus dem Testament nicht ergebe, wer das Tier bekommen

solle, dürfe die Bekannte der Erblasserin den Hund zwar behalten.

Ansprüche gegen die Erben ließen sich daraus aber

nicht ableiten. Dies gelte umso mehr, als das Testament mit

"Eure Tante" unterzeichnet war, was den Schluss zulasse,

dass die Frau keiner familienfremden Person etwas hatte zuwenden

wollen (Az. 16 T 22604/03).

Von Dr. Ralf Erich Schauer, Kanzlei Dr. Schauer in Murnau

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