Wirtschaftsspiegel 2018: Schwerpunkt Mut

WerbeagenturVonSchickh

Leitwölfe. Mit mutigen Entscheidungen treiben sie Innovationen voran. Lesen, was die TechnologieRegion Karlsruhe so stark macht.

WIRT

SCHAFTS

SPIEGEL

FÜR DIE TECHNOLOGIEREGION KARLSRUHE

DAS MAGAZIN FÜR DEN

WIRTSCHAFTSSTANDORT

NR 61

2018

800

CENT

SCHWERPUNKT MUT

Leitwölfe. Mit mutigen Entscheidungen

treiben sie Innovationen voran. Lesen,

was die TechnologieRegion Karlsruhe

so stark macht.


Stadt Karlsruhe

Wirtschaftsförderung

1

EDITORIAL

Karlsruhe liegt richtig

International, kreativ und zukunftsorientiert

In Karlsuhe sind Wirtschaft und Wissenschaft hervorragend

vernetzt. Beste Voraussetzungen um neue Ideen, Produkte

und Dienstleistungen erfolgreich zur Marktreife zu bringen.

Vom Existenzgründer bis zum Global Player

Wir bieten Ihnen maßgeschneiderte Serviceleistungen,

wertvolle Kontakte und etablierte Netzwerke.

Sprechen Sie uns an!

Nah dran – wir halten Sie auf dem Laufenden

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig über aktuelle

Themen, Trends und Termine.

Anmeldung unter www.karlsruhe.de/wirtschaft_news

© Stadt Karlsruhe | Layout: Streeck | Bild: Monika Müller-Gmelin – StPla

Stadt Karlsruhe | Wirtschaftsförderung

Zähringerstraße 65 a, 76133 Karlsruhe

Telefon: +49 721 133-7300

E-Mail: wifoe@karlsruhe.de

www.karlsruhe.de/wirtschaft


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 2 3

INHALTSVERZEICHNIS

FÜHRUNG 03

MANAGER, FÜHRUNGSSTRATEGIEN UND ZUSAMMENHALT

INHALTS

VER

ZEICHNIS

WIRTSCHAFTSSPIEGEL 2018 NR. 61

AUF DEN SPUREN DES WOLFES. WIR HABEN DIE VERFOLGUNG AUFGENOMMEN.

BOXENSTOPP FÜR MANAGER 34 BEI INIT SIND DIE MITARBEITER DAS WERTVOLLSTE KAPITAL 40

WEIBBLICK MIT WEITBLICK 42 TRÄGT DER TEUFEL WIRKLICH PRADA? 43 WIRTSCHAFT IM WANDEL 44

NACHWUCHS 04

PLATZ FÜR DIE MACHER VON MORGEN

EINFACH MACHEN 48 / 54 UNTERNEHMENSNACHFOLGE IM HANDWERK 50 GRÜNDERALLIANZ

KARLSRUHE WÄCHST: CUPERTINO AM OBERRHEIN 52 HANDFESTE BILDUNG FÜR MACHER 56

KARLSRUHE SPITZE IN EUROPA – KREATIVPARK ALS ERFOLGSFAKTOR 58 SENDING OUT AN S.O.S 60

KOMMUNIKATION 05

KOOPERATIONEN UND DIGITALISIERUNG

SCHLOSSLICHTSPIELE KARLSRUHE: EINE ERFOLGSGESCHICHTE 64 BRUCHSAL 4.0 66 DIGITAL HUB 68

MUT

NACHGEFRAGT BEI DEN KÖPFEN DER TECHNOLOGIEREGION KARLSRUHE

ANTJE LEMINSKY 28 DR. JOHANNES HAUPT 29 MARTIN HUBSCHNEIDER 46 DR. MELITTA BÜCHNER-

SCHÖPF 47 GERT OETTINGER 62 ERICH HARSCH 63 PROF. DR. CHRISTIANE WEILAND 80 DR. MED.

TRAUGOTT ULLRICH 81 JOCHEN EHLGÖTZ 94 MIRJAM VEY-BIERLING 95

01 PRÄSENZ

EIN STARKER ZUSAMMENSCHLUSS AUS WIRTSCHAFT, WISSENSCHAFT UND KOMMUNEN

TRK GMBH 4 TECHNOLOGIEREGION KARLSRUHE – WER STECKT DAHINTER 6 DAS INTERVIEW MIT

OBERBÜRGERMEISTER DR. FRANK MENTRUP: ZUHÖREN, VERBINDEN, GESTALTEN 8

02 REVIER

ZUM STANDORT BEKENNEN UND NEUE WEICHEN STELLEN

STILLSTAND? VON WEGEN! 12 SCHNITTSTELLE ZWISCHEN HIGHTECH-PRODUKTION UND DIGITALISIERUNG 20

WENN PETRUS MAL WIEDER FREI HAT 24 MUTIGE ENTSCHEIDUNGEN SIND DIE BAUSTEINE DER ZUKUNFT 30

TOP-BEWERTUNGEN FÜR SPARKASSE KARLSRUHE: „BUNDESWEIT DIE KLARE NR. 1“ 32

REALLABOR FÜR AUTONOMES FAHREN 70

AM PULS DER WISSENSCHAFT: EFFEKTE VERMITTELT AKTUELLE

FORSCHUNGSTHEMEN 74 ICH BIN EIN ELEFANT 76 KEIN ABBILD PAPIERGEBUNDENER PROZESSE –

LANDKREIS AUF DEM WEG IN DIE DIGITALE VERWALTUNG 78 FACHKRÄFTE FINDEN DURCH VERNETZUNG 82

JAGD 06

ANDERS AGIEREN: KONZEPTE, INNOVATIONEN UND NEUE TECHNOLOGIEN

GHOSTBUSTERS 84 MIT MUTIGEN ENTSCHEIDUNGEN RICHTUNG ZUKUNFT 86 INNOVATIVE ENERGIE-

LÖSUNGEN FÜR NEUE STADTQUARTIERE 88 CO 2

-FREIE WOHNQUARTIERE SIND SCHON HEUTE MACHBAR 90

STEIGENDE ZUFRIEDENHEITSWERTE: NAHVERSORGUNGSKONZEPT DER STADT GEHT AUF 92

VERBREITUNG 07

ZUKUNFTSWEISENDE ENTSCHEIDUNGEN IN UND ÜBER KARLSRUHE HINAUS

DE REVOLUTIONIBUS ORBIUM COELESTIUM 96 WOLF INTERNATIONAL 98

RUBRIKEN 08

EDITORIAL 1 INHALT 2 UNTERNEHMENSPROFILE 100 DIE TECHNOLOGIEREGION KARLSRUHE IM

ÜBERBLICK 102 IMPRESSUM 103


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 4

TRK GMBH

www.mobilitaet.trk.de

TechnologieRegion

Karlsruhe

Hightech trifft Lebensart

Gemeinsam neu denken, testen, umsetzen und so Fortschritt erzielen!? Machen wir – so die 26 Gesellschafter

aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen und haben sich in der TechnologieRegion Karlsruhe

GmbH (TRK) zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Ein Zukunftslabor für die Themen Energie, Mobilität und

Digitalisierung – um so den Prozess von der Idee bis zur Umsetzung zu beschleunigen. Gesellschafter wie

die EnBW, das KIT, die IHK oder Städte und Landkreise wie Karlsruhe, Baden-Baden, Bruchsal oder

Germersheim bringen gemeinsam die Wirtschafts-, Wissenschafts- und Innovationsregion voran und

entwickeln modellhaft Lösungen für drängende Zukunftsfragen.

Wenn Expertise aus Forschung und

Anwendung in der Wirtschaft sowie

Realisierungsstärke der öffentlichen

Hand zusammenfinden, dann ist dieses

Innovations-Dreieck ein Katalysator für

neue Ideen, Produkte und Konzepte.

Auf diesen Weg hat sich die Region am

Rhein zwischen Bruchsal im Norden,

Baden-Baden im Süden, dem Pfälzer

Wald im Westen, dem Schwarzwald

im Osten und dem Oberzentrum

Karlsruhe im Herzen gemacht. Mit der

TechnologieRegion Karlsruhe GmbH

(TRK) ist 2017 ein regionaler, bundeslandübergreifender

Standortvermarkter,

fokussiert auf Wirtschaft, Innovation

und Wissenschaft, entstanden.

DIE TRK ALS

KOOPERATIONSSCHMIEDE

Durch die strategische Vernetzung von

Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft,

Kammern und öffentlicher Hand

gelingt es, Projekte wie beispielsweise

RegioMOVE im Reallabor-Maßstab

zu initiieren. Die TechnologieRegion

Karlsruhe agiert dabei als Plattform

wie z.B. bei der Entwicklung einer

gemeinsamen Energiestrategie für die

Region, übernimmt die Steuerung der

unterschiedlichen Akteure und trägt zur

Co-Finanzierung bei. Die Ergebnisse

der Kooperationsprojekte werden dann

im nationalen und internationalen Umfeld

positioniert und sichtbar gemacht.

Außerdem unterstützt die Gesellschaft

bei der Vermarktung von Produkten

und Dienstleistungen. Dabei immer

im Fokus: Die Interessen der Region

und ihrer Akteure gegenüber Entscheidungsträgern

im Land, im Bund,

in Europa und darüber hinaus zu

vertreten.

DIE INNOVATIONSREGION

Die Region ist innovationserfahren als

Heimat des Fahrraderfinders Drais,

des Autoerfinders Benz, der ältesten

Technischen Hochschule Deutschlands,

aber auch als erster Ort in Deutschland,

an dem eine E-Mail empfangen

wurde. Innovation hat hier Tradition.

Heute sind das Vordenker-Zentrum

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien,

das KIT – Karlsruher Institut für Technologie,

das CyberForum als größtes

Netzwerk im IT-Bereich nur einige der

Leuchttürme, die die Möglichkeiten

erkennen und die Potenziale der

Region Wirklichkeit werden lassen.

„Die TRK ist ein Standort, an

dem es sich bestens investieren,

wohnen, arbeiten und leben lässt.“

So ist es auch nicht überraschend, dass

die Region heute zu den führenden

Wirtschafts- und Innovationsregionen

Europas zählt. Die Region vereint eine

Mischung aus internationalen Konzernen,

Wissenschaftseinrichtungen mit

globaler Bedeutung, mittelständischen

Unternehmen und Start-ups. Hinzu

kommt ein ausgewogener Branchenmix

mit einem hohen Anteil an Zukunftstechnologien.

Forschungseinrichtungen

von Weltruf und innovative Unternehmen,

hochkarätige Kultureinrichtungen

und optimale Verkehrsanbindungen

machen die TRK zu einem Standort,

an dem es sich bestens investieren,

wohnen, arbeiten und leben lässt.

DIE TRK IN ZAHLEN

Die TechnologieRegion Karlsruhe

zählt auf einer Fläche von 3.240 km 2

insgesamt rund 1,3 Millionen Einwohner.

Die Wirtschaftsleistung in der

TechnologieRegion Karlsruhe liegt seit

Jahren über dem Bundesdurchschnitt.

Das Bruttoinlandsprodukt stieg in den

letzten Jahren ebenfalls überdurchschnittlich

auf mehr als 52 Mrd. Euro.

Zum 30.6.2017 zählte die Region

524.500 sozialversicherungspflichtig

Beschäftigte. Rund ein Drittel der

Erwerbstätigen arbeitet in technologieintensiven

Branchen – so viele wie in

kaum einer anderen Region Europas.

www.technologieregion-karlsruhe.de

Die GmbH wurde 2017 gegründet

und wird von 26 Gesellschaftern aus

Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen

getragen. Der Vorsitzende des

Aufsichtsrats ist Oberbürgermeister

Dr. Frank Mentrup (Karlsruhe), der

Geschäftsführer Jochen Ehlgötz.

Für unterwegs auch

als App verfügbar

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Unser Mobilitätsportal gehört

mit 300.000 Seitenaufrufen

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mit Liveabfahrtsdaten aller

ca. 25.000 Bahn- und Bushaltestellen

in der Region.

Hightech trifft

Lebensart

Willkommen in der TechnologieRegion Karlsruhe

Philippstraße

Live

S2 Spöck 13:38

6 Rappenwört 13:38

S2 Rheinstrandsiedlung 13:41

• Verkehrsfluss und Verkehrswebcam

• alle Bahn- und Bushaltestellen

mit Abfahrtsmonitor und Streckenverlauf

• Baustellen, Baustellenvorschau

• Parkhäuser mit Belegungszahlen

• P+R, P+M, Parkschein, Parkscheibe

• E-Ladestationen

• Behindertenparkplätze

• Carsharing, Leihfahrräder

• Fahrradwege

• Winterdienst für Auto und Fahrrad


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 6 7

01 PRÄSENZ

RALPH SUIKAT

4L VISION GMBH

GESCHÄFTSFÜHRER

"Hier werden gemeinsam die Visionen für eine

verantwortungsvolle Zukunft der Region realisiert."

www.4L.vision

JOHANN SODER

SEW-EURODRIVE GMBH & CO KG

GESCHÄFTSFÜHRER TECHNIK

„SEW-EURODRIVE will mit seinem Engagement

die TechnologieRegion Karlsruhe stärken und damit

gute Lebensbedingungen für die Menschen in der

Region schaffen.“

www.sew-eurodrive.de

WOLFGANG GRENKE

GRENKE AG, VERBANDSVORSITZENDER

IHK KARLSRUHE, PRÄSIDENT

"Die IHK Karlsruhe möchte über die interdisziplinäre

Zusammenarbeit in der Technologie-

Region Karlsruhe die Rahmenbedingungen der

internationalen Wettbewerbsfähigkeit ihrer

Mitgliedsunternehmen verbessern."

www.karlsruhe.ihk.de

JAN WIESENBERGER

FZI – FORSCHUNGSZENTRUM INFORMATIK

VORSTAND

"Karlsruhe ist ein starker Standort für Forschung

und Wirtschaft. Um die Region weiter voran

zu bringen, bringt sich das FZI als innovativer

Partner für Unternehmen jeder Größe ein."

www.fzi.de

HEINZ HANEN

EVOHAUS GMBH

GESCHÄFTSFÜHRER

"Fest steht, CO 2

-freie, bezahlbare Quartiere

lassen sich heute schon rechtlich und technisch

realisieren."

www.evohaus.com

RALF SCHAIRER

MIRO – MINERALOELRAFFINERIE

OBERRHEIN GMBH & CO. KG

GESCHÄFTSFÜHRER

"Wir bringen unsere Kompetenz in Sachen

Mobilität, Wärme und Energieeffizienz in

unsere Region ein."

www.miro-ka.de

GERD LUTZ

HANDWERKSKAMMER KARLSRUHE

HAUPTGESCHÄFTSFÜHRER

"Handwerklicher Mittelstand in der TRK: mehr

als 12.000 Handwerksbetriebe mit zukunftsweisenden

Ausbildungs- und Arbeitsplätzen,

Garant für nachhaltige Wirtschaftsstrukturen."

www.hwk-karlsruhe.de

PROF. DR. THOMAS HIRTH

KIT - KARLSRUHER INSTITUT FÜR

TECHNOLOGIE — VIZEPRÄSIDENT FÜR

INNOVATION UND INTERNATIONALES

"Die optimale Vernetzung aus Wissenschaft,

Wirtschaft und Gesellschaft macht Karlsruhe zu

einem der innovativsten Standorte in Europa."

www.kit.de

MICHAEL GUTJAHR

ENBW ENERGIE BADEN-WÜRTTEMBERG AG

LEITER REGIONALZENTREN BADEN / FRANKEN

"Die Zukunft der TRK gestalten wir durch Lösungen

für den Lebens- und Wirtschaftsraum von Morgen mit."

www.enbw.com

HUBERT SCHNURR

STADT BÜHL

OBERBÜRGERMEISTER

"Die TRK verbindet das kommunale Netzwerk

mit den hier ansässigen Unternehmen – ein

unentbehrlicher Austausch."

www.buehl.de

JÜRGEN BÄUERLE

LANDKREIS RASTATT

LANDRAT

"Die TechnologieRegion Karlsruhe GmbH

unterstützt unseren Landkreis sehr kompetent

und engagiert sich bei der strukturellen und

wirtschaftlichen Entwicklung, insbesondere in

den Bereichen Mobilität, Fachkräftegewinnung,

Energie und Digitalisierung. "

www.landkreis-rastatt.de

DR. CHRISTOPH SCHNAUDIGEL

LANDKREIS KARLSRUHE, LANDRAT

REGIONALVERBAND MITTLERER OBERRHEIN

VERBANDSVORSITZENDER

"Die Stärken der Region bündeln und die Zusammenarbeit

ihrer Akteure fördern – die neu aufgestellte

TechnologieRegion Karlsruhe bietet hierfür beste

Voraussetzungen."

www.landkreis-karlsruhe.de www.region-karlsruhe.de

PROF. DR. GERD HAGER

REGIONALVERBAND MITTLERER OBERRHEIN

VERBANDSDIREKTOR

"Das regionale Engagement mit dem partnerschaftlichen

Blick über den Rhein hat für uns Tradition."

www.region-karlsruhe.de

DIETMAR SEEFELDT

LANDKREIS SÜDLICHE WEINSTRASSE

LANDRAT

"Im Landkreis Südliche Weinstraße ist die

Mischung der wirtschaftlichen Branchen inmitten

einer malerischen Landschaft und einem großen

kulturellen Potenzial als ideal zu bewerten."

www.suedliche-weinstrasse.de

DR. FRITZ BRECHTEL

LANDKREIS GERMERSHEIM

LANDRAT

"Landkreis Germersheim und Karlsruhe –

gemeinsam entwickeln wir uns besser."

www.kreis-germersheim.de

MARTIN WOLFF

STADT BRETTEN

OBERBÜRGERMEISTER

"Sich einbringen und zugleich die eigene Identität

leben – Stärken, die uns Brettener gerne zum

Teil des Ganzen werden lassen."

www.bretten.de

CORNELIA PETZOLD-SCHICK

STADT BRUCHSAL

OBERBÜRGERMEISTERIN

"Nur gemeinsam in der TechnologieRegion

Karlsruhe schaffen wir es, führender Wirtschaftsstandort

zu bleiben und die Menschen

mitzunehmen."

www.bruchsal.de

TECHNOLOGIE

REGION KARLSRUHE

Wenn Macher und Macherinnen die Initiative ergreifen und Verantwortung

übernehmen. Wer steckt hinter der TechnologieRegion (TRK)?

DR. FRANK MENTRUP

STADT KARLSRUHE

OBERBÜRGERMEISTER

"Zukunft lässt sich am besten gemeinsam

gestalten. Mit starken Partnern sind wir dazu

optimal aufgestellt."

www.karlsruhe.de

KLAUS DEMAL

STADT STUTENSEE

OBERBÜRGERMEISTER

"Damit Wohlstand für alle möglich ist, braucht

es den Zusammenhalt von Kommunen, Wirtschaft

und Wissenschaft."

www.stutensee.de

SEBASTIAN SCHREMPP

STADT RHEINSTETTEN

OBERBÜRGERMEISTER

"Wirtschaftlich hervorragend aufgestellt, beste

Lebensqualität. Die TechnologieRegion bündelt

unsere Stärken."

www.rheinstetten.de

WALTER HEILER

STADT WAGHÄUSEL

OBERBÜRGERMEISTER

"Die Stadt Waghäusel ist die nördlichste Kommune

unter den Gesellschaftern. Direkt an der Randlage

zur Metropolregion Rhein-Neckar gelegen,

ist es uns besonders wichtig, uns deutlich zur

TechnologieRegion Karlsruhe zu positionieren."

www.waghaeusel.de

JOCHEN EHLGÖTZ

TECHNOLOGIEREGION KARLSRUHE GMBH

GESCHÄFTSFÜHRER

"Herzstück der TRK ist die Zusammenarbeit

im Innovationsdreieck Wirtschaft, Wissenschaft

und Kommunen."

www.technologieregion-karlsruhe.de

HANS JÜRGEN PÜTSCH

STADT RASTATT

OBERBÜRGERMEISTER

"Als starker und überzeugter Partner der

TRK spielen wir gerne mit in der Champions

League der wirtschafts-, wissenschafts-und

innovationsstärksten Regionen."

www.rastatt.de

MARGRET MERGEN

STADT BADEN-BADEN

OBERBÜRGERMEISTERIN

"Zukunftsentscheidungen verlangen Sachkenntnisse

und Gespür für künftige Trends, vor allem

aber eines: Mut. Und beides hat in Baden-Baden

Tradition."

www.baden-baden.de

CHRISTOF FLORUS

STADT GAGGENAU

OBERBÜRGERMEISTER

"Ich liebe meine Stadt, ich liebe meine Region

– weil sie für Innovation genauso steht wie für

Heimat. Dass dies so bleibt, dafür setze ich

mich mit Herzblut ein."

www.gaggenau.de

JOHANNES ARNOLD

STADT ETTLINGEN

OBERBÜRGERMEISTER

"Die TRK bildet in unserem Raum ein

innovatives Milieu, von dem Unternehmen,

Hochschulen und Kommunen profitieren."

www.ettlingen.de

ILLUSTRATION VON ALINA MILLER WERBEAGENTUR VON SCHICKH ©


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 8 9

01 PRÄSENZ

ZUHÖREN, VERBINDEN,

GESTALTEN

Interview mit dem Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup

über Leitwölfe, deren Mut und Innovationskraft.

Auf dem Cover des neuen Wirtschaftsspiegels

ist ein Wolf zu sehen.

Der Leitwolf ist per Definition ein

sehr schlaues Tier und in der Lage

Situationen schnell, präzise und

vorausschauend einzuschätzen und

dementsprechend zu handeln. Zudem

trägt er die Verantwortung für das

Überleben eines gesamten Rudels und

trifft Entscheidungen immer für das

Wohlergehen der Gemeinschaft. Das

könnte auch die Stellenbeschreibung

für das Amt des Oberbürgermeisters

sein, oder?

Ja, ein Stück weit stimmt das schon.

Am Ende bin ich schließlich als Oberbürgermeister

derjenige, der alle Entscheidungen

zumindest verantworten

muss. Wobei ich natürlich auf jedes

Mitglied des Rudels angewiesen bin: Sie

bringen ihre jeweiligen Fachkenntnisse

ein, ob als Jurist, als Bauingenieur oder

als Genehmigungsbehörde. Meine

Aufgabe ist es ja am Ende, alle Empfehlungen

zusammenzuführen und

daraufhin eine Entscheidung zu treffen

– getreu meines Mottos aus Wahlkampfzeiten:

zuhören, verbinden, gestalten.

Ist bei diesen Entscheidungen auch

immer eine große Portion Mut

erforderlich? Schließlich geht es

um das Wohl einer ganzen Stadt.

Die fachliche Beratung aus den Verwaltungsabteilungen

ist so gut, dass

ich die Risiken der Entscheidung

in den meisten Fällen sehr gut

einschätzen kann. Schwierig wird es

dann, wenn Fachabteilungen zu gegensätzlichen

Empfehlungen kommen.

Dann kann es schon Mut erfordern,

sich für die eine oder die andere

Empfehlung auszusprechen.

Würden Sie sich grundsätzlich als

mutig bezeichnen und was war bisher

ihre mutigste Entscheidung als

Oberbürgermeister?

Ich würde es eher entscheidungsfreudig

nennen. Es gehört zu meinem

Amtsverständnis, dass ich mich gerne

ausführlich beraten lasse, um dann

meine Entscheidung zu treffen. In der

Wir pflegen den wertschätzenden

Umgang auch nach außen,

zu all unseren Partnern

Kommunalpolitik kommt es oft nicht

darauf an, eventuell dann zu lange

nach der allerbesten Entscheidung zu

suchen. In bestimmten Situationen

kann es wichtiger sein, umgehend eine

Entscheidung zu treffen und unverzüglich

anzugehen. Viele Lösungswege

wachsen dann noch in ihrer Qualität,

während man sie umsetzt. Relativ mutig

fand ich allerdings eine Entscheidung,

die ich in der Vergangenheit treffen

musste, als die äußere Firewall unseres

Computersystems überwunden wurde.

Eine Empfehlung lautete seinerzeit,

die ganze Stadt vom Netz abzuklemmen

– mit unklaren Folgen etwa für die

Ampelanlagen in der gesamten Stadt – ,

die Andere lautete, kühlen Kopf zu

bewahren, da die Hacker sowieso nicht

weiter ins System eindringen könnten.

Es gehörte dann schon etwas Mut

dazu, sich für die zweite Möglichkeit

zu entscheiden.

Ein weiteres Attribut von Wölfen ist,

dass sie stets respektvoll miteinander

umgehen, Kontakte zu Mitgliedern des

Rudels pflegen und sich gegenseitig

helfen. Auch das wieder eine Parallele

zur Stadt Karlsruhe. Wann immer es

möglich ist, werden Netzwerke gebildet.

Getreu dem Motto „Gemeinsam sind

wir stärker“. Warum funktioniert das

hier so gut?

Ich glaube, dass wir in der Stadtverwaltung

selbst, aber auch in der gesamten

Stadt, gute Erfahrungen damit

gemacht haben, wenn wir uns frühzeitig

zusammensetzen und die Themen

gemeinsam angehen. So gibt es, glaube

ich, nur wenige Städte, in denen sich

etwa die Kulturinstitutionen gegenseitig

so unterstützen und wo man

sich persönlich so gut kennt wie hier

in Karlsruhe. Gleiches gilt für unsere

Zusammenarbeit mit den Forschungs-

DR. FRANK MENTRUP, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Vorsitzender der TechnologieRegion Karlsruhe

einrichtungen, den Hochschulen, der

Wirtschaft und anderen Verbänden

und Institutionen. Was das Wolfsrudel

von der Stadtverwaltung aber eindeutig

unterscheidet ist, dass alle, die außerhalb

des Wolfsrudels sind, von uns nicht

gefressen oder ignoriert werden. Ganz

im Gegenteil: Wir pflegen den wertschätzenden

Umgang auch nach außen,

zu all unseren Partnern.

Es gibt das Netzwerk „EnergieForum“,

die „Profilregion Mobilitätssysteme

Karlsruhe“ und das IT-Cluster „Cyber-

Forum“. Welche Vorteile ergeben sich

durch diese Zusammenschlüsse?

Der große Vorteil sind die Zusammenschlüsse

an sich. Denn erst diese

Netzwerke machen unsere mittelständisch

geprägte und eher klein oder

mittelgroß strukturierten Wirtschaftsunternehmen

und Start-ups so stark

und wettbewerbsfähig, insbesondere in

ihrer überregionalen Wirkung. Durch

das große Netzwerk CyberForum muss

ich mich beispielsweise nicht über

1.200 IT-Unternehmen informieren,

um ein bestimmtes Profil zu finden,

sondern ich trete einfach an die Geschäftsstelle

des CyberForums heran.

Dort stehen die Profile der 1.200

Mitgliedsunternehmen parat, und ich

werde direkt an das Unternehmen mit

dem gewünschten Profil weitergeleitet.

Damit kompensieren wir einerseits,

dass wir in den drei Feldern IT, Energie

und Mobilität nicht den einen großen

Player haben, der die ganze Landschaft

abbildet und wir kompensieren zudem,

dass wir insgesamt als Stadt nicht

die Größe haben, die sich etwa mit

München oder Berlin vergleichen lässt.

Mit unserer Vielfalt sind wir also erst

dann stark, wenn man einen möglichst

schnellen Zugang zu dieser Vielfalt

findet und gleichzeitig durch kurze

Wege und persönliches Kennen ein

gemeinschaftliches Image aufbaut.

Wurde aus diesem Grund auch die IQ-

Arbeitsweise in der Stadtverwaltung

eingeführt? Um auch hier die Vielfalt

optimal zu nutzen?

Die große Herausforderung der Kommunalpolitik

ist es, dass sich bestimmte

Themen, die vor allem für die Bürger

wichtig sind, nie in einem Dezernat

alleine abbilden lassen. Wenn heute

etwa ein neues Wohngebiet entwickelt

werden soll, dann muss ich es baurechtlich

erschließen, ich muss es naturschutzund

artenschutzrechtlich klären, es

verkehrlich und energetisch erschließen

und ich muss überlegen, wie ich es

gestalte, damit auch sozial ein gutes

Zusammenleben entsteht. Das heißt,

ich brauche für die Erstellung >>

Fotos: Roland Fränkle


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 10

Foto: KMK

eines Quartiers, um bei diesem Beispiel

zu bleiben, alle Qualitäten der verschiedenen

Dezernate an einem Tisch. Das

kennen wir zwar bisher als Verwaltung

auch, allerdings immer nur projektbezogen,

etwa beim Projekt „Neues

Fußballstadion im Wildpark“. Wir wollen

daraus jetzt einen ständigen Arbeitsprozess

in der Verwaltung machen, der

diese Grenzen bei wichtigen Zukunftsthemen

nicht nur projektbezogen,

sondern dauernd überwindet. Das

hat viel damit zu tun, verschiedene

Fachlichkeiten in ihren Zuständigkeiten

zu respektieren, es bei der Lösung von

komplexeren Aufgaben aber genauso

selbstverständlich zu machen, von

Beginn an dezernats- und amtsübergreifend

zusammenzuarbeiten – eben

innovativ und quer.

Auch die TechnologieRegion Karlsruhe

ist ein Zusammenschluss verschiedener

Institutionen. Hier wurde im letzten

Jahr ein entscheidender Schritt getan,

von der Gesellschaft des bürgerlichen

Rechts (GbR) zur Gesellschaft mit beschränkter

Haftung (GmbH). War das

im Nachhinein eine mutige Entscheidung

oder lagen auch hier die Vorteile

auf der Hand?

Die Entscheidung war auf alle Fälle

mutig. Sie ist auch sehr experimentell.

Bisher war es ja ein Zusammenschluss

ausschließlich öffentlicher Gebietskörperschaften

– für den großen

RegioWIN Antrag und damit wir

europäische Fördermittel erhalten,

haben wir uns mit der Wirtschaft und

der Wissenschaft erstmals verbindlich

zusammengesetzt. Das soll jetzt nicht

mehr nur bei einzelnen Projekten passieren,

sondern zum Standardverfahren

werden. Deshalb ist die Technologie-

Region weiterentwickelt worden – jetzt

sitzen Wissenschaft, Wirtschaft und

die öffentlichen Gebietskörperschaften

gemeinsam am Tisch, sind gemeinsam

Gesellschafter einer GmbH, bringen

auch gemeinsam die Finanzmittel auf

und übernehmen damit gemeinsam

verbindlich die Verantwortung für bestimmte

Entwicklungen in der Region.

Das ist neu, das ist auch mutig, aber

es ist eine konsequente Fortsetzung

der Arbeit, die wir auch vorher schon

gemacht haben.

Kann man nach knapp einem Jahr

schon eine erste Bilanz ziehen? Hat

sich die Entscheidung gelohnt?

Die Erwartungen an

uns steigen – was eine absolut

positive Sache ist.

Ein deutliches Zeichen dafür, dass

es sich gelohnt hat, sind Anfragen

von weiteren Gesellschaftern, die wir

dann auch gerne aufnehmen werden.

Außerdem sind wir in der Außenwahrnehmung

viel stärker in der Diskussion.

Wir erleben, dass Bürgerinnen und

Bürger, wir erleben, dass die Kulturlandschaft,

wir erleben auch, dass einzelne

Gemeinderäte höhere Forderungen und

Erwartungen an die TechnologieRegion

richten – auch die Wirtschaft kommt

jetzt intensiver auf uns zu. Wir werden

viel besser wahrgenommen und sind

dadurch auch viel schlagkräftiger. Aber

auch die Erwartungen an uns steigen –

was eine absolut positive Sache ist.

Im Jahr 2016 wurde Karlsruhe zur

Morgenstadt Nummer eins gekürt,

gefolgt von München und Jena. Gerade

bei der Altersklasse 20-34 Jahre ist

Karlsruhe gefragt wie nie. Nicht nur bei

Studenten, sondern auch bei jungen

Gründern. Alles richtig gemacht also!?

Es ist sicherlich sehr viel richtig

gemacht worden, weil man immer

schon aus dem KIT heraus, aus der

Hochschule heraus, aber auch mit

einer nachhaltigen Unterstützung von

Seiten der IHK und der Stadt Karlsruhe,

vielfältige Angebote gemacht hat,

damit sich Start-ups hier in der Stadt

gründen, entwickeln und schließlich

dauerhaft niederlassen können, dass sie

hier auch Räumlichkeiten finden und

die entsprechende Fachberatung sowie

die finanzielle Unterstützung erhalten,

um ihre Ideen auszuprobieren. Und wer

sich erst mal in Karlsruhe wohlfühlt

und auch die Möglichkeit hat, sich hier

beruflich zu festigen, der hat eigentlich

keinen großen Ansporn mehr, aus

Karlsruhe wegzugehen. Das zeigt sich

an früheren Start-ups, wie etwa INIT

oder PTV, die heute Weltmarktführer

in ihren Bereichen sind und das hat

sich bis heute erhalten. Deshalb – alles

richtig gemacht ist vielleicht zu hoch

gegriffen, aber vieles richtig gemacht

und sich dadurch auch gut am Markt

positioniert, das trifft es sehr gut.

Mittlerweile macht die Altersgruppe

der 20-29-Jährigen die größte Gruppe

der Stadtbevölkerung aus. Ist es diese

junge Dynamik, die die Stadt so vorantreibt?

Oder ist das wie bei den Wölfen:

der Leitwolf gibt die Richtung vor?

Das hat natürlich eher etwas damit

zu tun, dass viele Studierende, die

hierherkommen, auch hierbleiben und

Familien gründen. Viele lassen sich mit

ihren Kindern vielleicht außerhalb der

Stadtgrenzen von Karlsruhe nieder,

bleiben aber in der Region und mit der

Stadt Karlsruhe eng verbunden. Das

hat vor allem mit den guten Rahmenbedingungen

in Karlsruhe zu tun und

weniger mit den Entscheidungen des

Leitwolfs.


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 12 13 02 REVIER

STILLSTAND?

VON WEGEN!

Die MiRO nutzt eine mehrwöchige Großinspektion für innovative Erneuerungen – und stellt damit die

Weichen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte. Als einer der größten Arbeitgeber der Region sichert

die Raffinerie damit langfristig die Arbeitsplätze von rund 1.000 Mitarbeitern. Angekündigt wurde die

sechswöchige Generalinspektion als „Stillstand“, doch davon war während des sogenannten Turnarounds

nichts zu spüren.

EINE RAFFINERIE RÜSTET SICH

FÜR DIE ZUKUNFT

Auf einem Gelände, vergleichsweise

so groß wie die gesamte Karlsruher

Innenstadt, befindet sich die größte

Raffinerie Deutschlands: MiRO veredelt

jährlich rund 15 Millionen Tonnen

Rohöl zu hochwertigen Mineralölprodukten.

Nahezu jeder dritte in

Deutschland getankte Liter Benzin

stammt aus der Karlsruher Produktionsstätte.

Die Mineraloelraffinerie

Oberrhein kann aber noch mehr: Ob

Heizöl, Diesel, Propylen oder Bitumen

– ohne Mineralölprodukte würde die

Wirtschaft nahezu stillstehen und die

Lebensqualität der Menschen deutlich

sinken. Unvorstellbar in einer modernen

Zeit, denn schließlich ist es für die

meisten Verbraucher selbstverständlich

geworden, dass ein Auto fährt, wenn

genug Benzin im Tank ist oder bei

kalten Temperaturen lediglich an der

Heizung gedreht werden muss, um

einen Raum warm werden zu lassen.

Noch weitaus wichtiger sind Mineralölprodukte

aber für die Industrie.

Medikamente, Kunststoffe und

Textilien könnten ohne den kostbaren

Rohstoff nicht produziert werden.

MINERALÖL IST IM ALLTAG

NICHT MEHR WEGZUDENKEN

zu können. Als wäre dieser Vorgang

nicht schon aufregend genug, wurden

noch weitaus größere Vorhaben auf

den Weg gebracht. Die Karlsruher

Raffinerie rüstet sich mit zwei neuen,

je 400 Tonnen schweren Kokskammern

für die Zukunft. In den

sogenannten Coke Drums entsteht

aus dem schweren Rückstand aus der

Rohöldestillation der Brennstoff Koks.

Die MiRO trägt damit zu einem

reibungslosen Ablauf im Alltag von

30 JAHRE ALTE COKE DRUMS

HABEN AUSGEDIENT

Verbrauchern und Industrieunternehmen

bei. Damit das auch in Zukunft

so bleibt, hat sich die Raffinerie kürzlich

einem Turnaround unterzogen. Mitte

Februar wurden alle 25 Prozessanlagen

im Werkteil 2 nach sechs Jahren außer

Betrieb genommen, um die turnusmäßige

TÜV-Großinspektion von

mehr als 1.300 Maschinen, Apparaten,

Highlight für das Team der MiRO:

Im winterlichen März bei Minusgraden

und launischen Wetterverhältnissen ersetzten

Spezialisten die 30 Jahre alten

Coke Drums durch neue Modelle.

Bei diesem spektakulären Ereignis

galt es, gleich zwei besonders große

und schwere Hürden zu meistern –

Armaturen und Ventilen durchführen im wahrsten Sinne des Wortes. >>


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 14 15

02 REVIER

ÜBER DAS MEER NACH KARLS-

RUHE – DER AUFWENDIGE

TRANSPORT DER COKE DRUMS

Die beiden Coke Drums wurden in

Nordspanien gefertigt und im September

2017 über den Atlantik nach

Rotterdam verschifft, um anschließend

auf zwei hintereinander gekoppelten

Ladungspontons über den Rhein zum

Karlsruher Pionierhafen transportiert

zu werden. Angekommen ist der 170

Meter lange Schiffskonvoi Mitte

Oktober 2017. Die letzte Etappe

ihrer Reise setzten die Coke Drums

schließlich auf sogenannten Selbstfahrern

fort. Den anspruchsvollsten

Teil ihrer Route hatten die schweren

Kolosse zu diesem Zeitpunkt jedoch

noch vor sich.

Langfristige Planungen im Voraus

waren notwendig, um den spanischen

Fabrikaten ihren Weg zur Raffinerie

zu ebnen. Die Brücke über die Alb

wäre dem Gewicht der Coke Drums

nicht gewachsen gewesen. Die einzige

Lösung: Temporär wurden zehn Rohre

mit jeweils einem Meter Durchmesser

in die Alb gelegt und auf Dammhöhe

aufgeschüttet. Doch nicht nur zu

Boden, auch in luftiger Höhe gab es

Hindernisse. Weichen musste daher

auch eine Bahnoberleitung, die speziell

für den Transport abgebaut wurde,

sowie eine Bahntrasse, die temporär

überschüttet wurde. Um den Zugverkehr

lediglich über einen möglichst

kurzen Zeitraum stilllegen zu müssen,

startete direkt nach dem Passieren des

Schwerlasttransports der Rückbau.

1 Projektleiter „Neue Coke Drums“

Frank Wischniewski und der 2.000

Tonnen-Ringkran beim Einsatz.

2 Für den Transport eigens angelegte,

temporäre Albquerung

3 Coke Drum auf dem Rhein. Gezogen

von einem 1.200 PS starken Schlepper

4 Rohöldestillation im Werkteil 2 der MiRO

Fotos: www.miro-ka.de

HINDERNISSE BEIM

TRANSPORT ÜBER LAND

Um auf das riesige Gelände der MiRO

zu gelangen, machte sich wenige Tage

nach der Ankunft im Karlsruher Pionierhafen

ein Schwerlasttransport kurz

nach Sonnenaufgang auf den Weg. Eine

ruhige Hand und Fingerspitzengefühl

mussten direkt zu Beginn der Route

bewiesen werden. Die Dammscharte

war mit rund sechs Metern die engste

Stelle auf der drei Kilometer langen

Strecke. Für PKW-Fahrer wären solch

breite Straßen ein Traum – bei einer

Transportbreite von 5,40 Meter war

jedoch Maßarbeit gefragt.

TEMPORÄRE UMBAUTEN FÜR

DEN TRANSPORT WURDEN

AUFWENDIG GEPLANT

Im Minimaltempo bewegten sich die

neuen Coke Drums peu à peu fort.

Nach einigen elegant gemeisterten

Kurven kam die nächste Herausforderung

auf die Transportprofis zu.

SCHWERES ARBEITSGERÄT

TRITT SEINE REISE VON

MALAYSIA NACH BADEN AN

Nicht nur der Transport der Coke

Drums war abenteuerlich, auch die

Reise eines der größten Kräne der

Welt, eines 2.000 Tonnen-Ringkrans,

musste aufwendig geplant werden.

In rund 200 Einzeltransporten wurde

dieser angeliefert und über einen

Zeitraum von vier Wochen auf dem

Raffineriegelände aufgebaut. Für einen

sicheren Stand sorgte dabei ein eigens

dafür gegossenes Fundament unmittelbar

neben der Anlage.

75 MILLIONEN-PROJEKT

ERFORDERT PRÄZISIONSARBEIT

Bei dem herausfordernden Austausch

der beiden Coke Drums war millimetergenaue

Präzisionsarbeit gefragt.

Zuschauer und Verantwortliche waren

gleichermaßen aufgeregt. Über mehrere

Jahre haben Mitarbeiter auf diesen

besonderen Moment hingearbeitet.

Mit einem Budget von 75 Millionen

Euro ist der Austausch der Coke

Drums ein Projekt, das die meisten

Mitarbeiter nur einmal in ihrer Berufslaufbahn

erleben werden. An einem

regnerisch grauen Morgen hob der

gigantische Ringkran die zweite 400

Tonnen schwere Coke Drum in etwa

50 Meter Höhe. Das monströse Gerät

brauchte dafür rund eine Stunde – und

konnte die Coke Drum anschließend

nach einer Drehung um die eigene

Achse an ihren vorgesehenen Platz

einlassen. An beiden Seiten hatte

die Coke Drum dabei lediglich einen

Spielraum von 25 Zentimetern. >>

1

2

3

4


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 16 17 02 REVIER

Sogar ein versierter und erfahrener

Kranfahrer benötigt bei der Navigation

des Einlassens die Unterstützung seiner

Kollegen.

IM INNEREN DER COKE DRUMS

ENTSTEHT DER BRENNSTOFF

KOKS

Wenn alles nach Plan läuft, halten die

neuen Coke Drums mindestens 30 Jahre

lang. Auf einen erneuten spektakulären

Austausch darf sich daher frühestens

die nächste Generation freuen. Täglich

crackt der Coker schwere Rückstände

aus der Rohöldestillation und gewinnt

dadurch leichte Produkte wie Benzin,

Diesel aber auch den Feststoff Koks,

ein Brennstoff für die Zementindustrie.

MiRO SCHAFFT ARBEITSPLÄTZE

IN DER REGION KARLSRUHE

Angekündigt wurde die sechswöchige

Generalinspektion als „Stillstand“.

Davon war besonders an diesem verregneten

Tag bei Eiseskälte nichts zu

spüren. Auf dem Gelände waren in

Spitzenzeiten mehr als 3.000 Fachkräfte

von Partnerfirmen im Einsatz.

Das Gemeinschaftsunternehmen der

Phillips 66, Esso, Rosneft und der Shell

beschäftigt derzeit rund 1.000 eigene

Mitarbeiter und zählt damit zu den

größten Arbeitgebern der Region.

Während das Großprojekt rund um die

Coke Drums für einen Moment alle

anderen Geschehnisse in den Schatten

stellte, waren zu dieser Zeit wieder

viele Fachkräfte im Einsatz, um die

Sicherheit auf dem Gelände und in

der Nachbarschaft zu gewährleisten.

Auch wenn die ungewöhnlich frostigen

Temperaturen die Arbeiten erschwerten,

das Wichtigste ist: MiRO und die

beteiligten Partnerfirmen freuen sich

nach rund einer Million geleisteter

Arbeitsstunden über einen unfallfreien

Ablauf.


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NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 20 21

02 REVIER

KARLSRUHE VEREINT BEIDES

– ATTRAKTIVE ARBEITSPLÄTZE

UND LEBENSRÄUME

IDEAL: NEUER SMART

PRODUCTION PARK AN

DER TECHNOLOGIEACHSE

KARLSRUHE AN DER

SCHNITTSTELLE ZWISCHEN

HIGHTECH-PRODUKTION

UND DIGITALISIERUNG

Mit dem Smart Production Park schlägt die Fächerstadt eine Brücke zwischen old und new Economy

Es wird viel gebaut in Karlsruhe. Und dabei geht es nicht nur

um die Kombilösung als eine der wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen

für Karlsruhe seit Jahrzehnten. Vor allem an den

Randbereichen der Innenstadt und an den Stadteingängen

entstehen derzeit neue Wegmarken. So errichtet die Karlsruher

Drogeriemarktkette dm hier ihre neue Firmenzentrale.

Auch der schwedische Möbelkonzern IKEA hat mit den

Bauarbeiten für seinen Karlsruher Standort begonnen –

beides an der Durlacher Allee. Auf der Südseite des Hauptbahnhofs

soll bis 2020 ein großes Bürogebäude des Investors

Ralph Dommermuth in exponierter Lage mit Platz für 1.500

Arbeitsplätze entstehen. Mieter wird insbesondere der zur

United Internet AG gehörende Internetdienstanbieter 1 & 1

sein. Entlang der Ludwig-Erhard-Allee und auf dem Alten

Schlachthof-Gelände kommen weitere Büroflächen hinzu,

ebenso im Technologiepark. All das zeigt: Karlsruhe ist

ein hochattraktiver Standort im Herzen Europas, der

Unternehmen anzieht.

Dies hat viele positive Effekte für

unsere Stadt. So ist die Zahl der

sozialversicherungspflichtig Beschäftigten

in Karlsruhe von knapp 155.000

Personen im Jahr 2009 auf 173.000

Personen im Jahr 2016 angestiegen.

Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der

geringfügig Beschäftigten nur unwesentlich

von rund 34.500 auf 35.700

Personen gewachsen. Das bedeutet,

dass in Karlsruhe überwiegend hochwertige

Arbeitsplätze für gut ausgebildete

Fachleute entstehen. Eine weitere

positive Folge: Karlsruhe wächst weiter.

Attraktive Arbeitsplätze und ein

hochwertiges Betreuungs-, Bildungs-,

Freizeit- und Kulturangebot ziehen

immer mehr Menschen an.

Insbesondere die IT-Branche ist für

unsere Stadt ein Innovations- und

Wachstumsmotor. Mehr als 4.200

IT-Unternehmen in Karlsruhe bieten

rund 30.000 Arbeitsplätze, der Anteil

der Branche an der Gewerbesteuer

ist seit 2007 von 12 auf 46 Prozent

gestiegen. Hinzu kommen 10.000

IT-Studierende. Absolventinnen und

Absolventen der renommierten Karlsruher

Hochschulen schaffen es immer

wieder, aus dem Studium heraus

höchst erfolgreiche Unternehmen im

IT-Sektor zu gründen. Wie etwa die

PTV Group AG oder die Init AG, die in

ihren Bereichen zu den Global Playern

zählen und den Namen Karlsruhe in die

Welt tragen.

Eine unserer wichtigsten Aufgaben als

Stadt ist es, gute Rahmenbedingungen

für Gründerinnen und Gründer zu

schaffen. Dabei setzen wir besonders

auf Gründerzentren, die die Startups

und Jungunternehmen in den

unterschiedlichen Gründungsphasen

nachhaltig betreuen. So haben sich

beispielsweise mit dem IT-Accelerator

CyberLab des Hightech. Unternehmer.

Netzwerk. CyberForum oder dem

Perfekt Futur im Kreativpark Alter

Gabriele Luczak-Schwarz, Erste Bürgermeisterin

der Stadt Karlsruhe, ist insbesondere verantwortlich

für Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen.

Schlachthof erfolgreich Gründerzentren

in der IT- bzw. Kreativwirtschaft etabliert.

Jetzt wollen wir einen weiteren

Innovationsbereich erschließen.

An der Südseite des Karlsruher Hauptbahnhofs entsteht derzeit ein neuer IT-Hotspot

Foto: Stadt Karlsruhe

Foto: Architekten Graf + Graf


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 22 23 02 REVIER

Neubau der dm Drogeriemarkt Firmenzentrale an der Durlacher Allee

Denn Karlsruhe verfügt sowohl auf

der Unternehmensseite als auch im

Hochschulbereich nachweislich über

umfassende Expertise im Ingenieurswesen,

insbesondere in den Bereichen

Elektrotechnik, Maschinenbau,

Mechatronik sowie Informatik. Das

sind die für Industrie 4.0-Technologien

erforderlichen Schlüsselkompetenzen.

Mit dem neuen Konzept des geplanten

Smart Production Park nimmt Karlsruhe

eine Vorreiterrolle ein. Hier

sollen Gründungen an der Schnittstelle

zwischen Hightech-Produktion und

Digitalisierung im Wachstumsfeld der

intelligenten und vernetzten Produktion

intensiv unterstützt werden. Ziel ist es

vor allem, neue Geschäftsmodelle mit

smarten Produkten und Produktionsprozessen

optimal zu fördern.

Das von der Wirtschaftsförderung

Karlsruhe entwickelte Gesamtkonzept

des Smart Production Park besteht

aus drei Bausteinen: Accelerator,

Wachstums- und Festigungszentrum

sowie House of Transformation. Der

Accelerator bietet bestmögliche

Startbedingungen für die frühe Gründungsphase

und verbindet intensive

Betreuung mit einem hervorragenden

Visualisierung: dm Drogeriemarkt

Infrastrukturangebot. Anschließend können die jungen

Unternehmen in das Wachstums- und Festigungszentrum

wechseln, um ihr Geschäftsmodell in marktreife Produkte und

Dienstleistungen zu überführen. Dieses Angebot gilt natürlich

auch für Start-ups, die nicht im Accelerator begonnen haben.

Ganz nach dem Motto „old meets new economy“ soll das

House of Transformation schließlich die Schnittstelle zu etablierten

Unternehmen der produzierenden Wirtschaft sowie

zu Experten aus Forschung und Wissenschaft schaffen. Dort

soll auch das Netzwerk Smart Production 4.0 angesiedelt

sein. Ziel ist es, 2020 den Accelerator und das Festigungszentrum

zu starten, parallel dazu soll das Netzwerk mit dem

House of Transformation entstehen. Ein wichtiger Partner

bei Konzeption und Betrieb von Accelerator und Wachstumsund

Festigungszentrum ist das CyberForum. Das House of

Transformation wird unter Federführung der Stadt Karlsruhe

aufgebaut.

Der ideale Standort für den Smart Production Park liegt

in der Karlsruher Oststadt, direkt an der Technologieachse

Haid-und-Neu-Straße auf dem Gelände der Hoepfner

Brauerei. Hier befinden sich in unmittelbarer Nähe das

Gründerzentrum Technologiefabrik, das CyberLab sowie

Hochschulen, Institute, Forschungseinrichtungen, Transferzentren

und auch der Technologiepark. Ein funktionierendes

Start-up- und Hightech-Ecosystem also, mit vielen

Anknüpfungspunkten für ein Gründerzentrum im Hightech-

Produktionsbereich. Das neue Vorhaben passt auch bestens

zur Strategie von „karlsruhe.digital“, eine von vielen Karlsruher

Akteuren getragene Initiative. Gemeinsam wollen wir

Karlsruhe zum Motor der Digitalisierung machen.

ZUKUNFTSFÄHIGKEIT UND DYNAMIK IN

KARLSRUHE UND DER REGION STIMMEN

Unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ machen sich viele

Unternehmen Gedanken darüber, wie sie morgen produzieren

werden. Mit seinen klugen Köpfen in Wirtschaft, Wissenschaft

und Forschung verfügt Karlsruhe über die erforderliche

Kompetenz, um intelligente Antworten auf diese Fragen zu

finden. Das bestätigen uns auch immer wieder die Ergebnisse

verschiedener externer Untersuchungen. So erhielt Karlsruhe

etwa beim Ranking der WirtschaftsWoche im Dezember 2017

ausgezeichnete Noten in Punkto Zukunftsfähigkeit und Entwicklung

der Dynamik. Und von 263 untersuchten Regionen

in Europa hinsichtlich ihrer Wettbewerbsfähigkeit belegt die

Region Karlsruhe den 14. Platz. Sehr gut bewertet wurden

dabei die makroökonomische Stabilität, die Infrastruktur in

der Region, das Bildungsangebot und die hohe Innovationskraft.

Der Smart Production Park als ein weiterer Hotspot

und Leuchtturm für Wirtschaft und Wissenschaft wird

Digitalisierung und Produktion zusammen- und voranbringen.

Ich bin mir sicher, dass aus einer solchen Verbindung viele

neue Ideen und innovative Produkte „made in Karlsruhe“

entstehen werden.

NEUE GEWERBEGEBIETE BLEIBEN AUCH

KÜNFTIG EINE HERAUSFORDERUNG

Gute Rahmenbedingungen für Gründungsvorhaben zu

schaffen, ist eine Aufgabe der Stadt Karlsruhe, um die

Wirtschaftskraft unseres Standortes nachhaltig zu sichern.

Eine weitere wichtige Aufgabe ist es, genügend Gewerbeflächen

für Unternehmen bereitzustellen. Bestehende

Unternehmen wachsen und wollen sich vergrößern, neue

wollen sich in Karlsruhe ansiedeln. Hier konnten in den

vergangenen Jahren leider nicht alle Anfragen positiv beantwortet

werden. Denn die entsprechenden Gewerbeflächen

waren nicht in ausreichendem Maß vorhanden. Unternehmen

brauchen jedoch auch räumliche Entwicklungsmöglichkeiten,

sonst wenden sie sich anderen Standorten zu. Dabei

geht es immer auch um den Verlust von Arbeitsplätzen.

Wo es möglich ist, erwirbt die Stadt daher Flächen, die sie

für Unternehmen vorhält. Allerdings ist die Zahl städtischer

Gewerbeflächen seit 2011 von 42 Hektar auf 33 Hektar zurückgegangen,

weitere zwölf Hektar werden verkauft. Dem

gegenüber steht die steigende Nachfrage nach Wohnraum –

mit ausgelöst durch den starken Zuzug nach Karlsruhe.

Mit einer schon in Auftrag gegebenen Fortschreibung des

Gewerbeflächengutachtens aus dem Jahr 2012 macht die

Stadt den nächsten Schritt, um die Weiterentwicklung

der kritischen Flächensituation aufzugreifen. Dabei werden

insbesondere auch die Digitalisierung und deren Auswirkungen

auf den Standort untersucht. Wir werden mit den

Ergebnissen des Gutachtens in eine intensive Diskussion

mit der Politik gehen. Unser Ziel ist, Unternehmen, die sich

in Karlsruhe entwickeln wollen, eine langfristige Perspektive

zu geben. Damit die Fächerstadt auch künftig beides bieten

kann: attraktive Arbeitsplätze und Lebensräume.

www.karlsruhe.de


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 24 25

02 REVIER

WENN PETRUS MAL

WIEDER FREI HAT

Eine alte Bauernregel besagt: „Nach oben schau, auf Gott vertrau,

nach Wolken wird der Himmel blau.“ Wenn darauf aber kein Verlass

ist, schafft Magic Sky für Papst und auch Normalsterbliche Abhilfe.

Auf den Wettergott zu setzen oder den

Teller brav leer zu essen, darauf können

wir uns in einer immer professioneller

und anspruchsvoller werdenden

Gesellschaft nicht mehr verlassen.

Selbst Papst Benedikt XVI. misstraute

seinem guten Draht zu Petrus und ließ

seine ca. 1.050m² große Bühne auf dem

Freiburger Flughafen mit einem Magic

Sky überdachen. Der Erzdiözese ging

es dabei vorrangig um einen möglichst

unauffälligen, filigranen und modernen

Wetterschutz. Der Pontifex Maximus

und sein Gefolge sollten auf jeden Fall

vor Regen und auch vor zu starker

Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Den Sicherheitsexperten ging es um

noch viel mehr: Standsicherheit und

Geräuschentwicklung dieses „fliegenden

Daches“ bei Sturm, Reißfestigkeit

und Brennbarkeit des Dachgewebes,

Befestigung von Scheinwerfern und

Foto: Magic Sky


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 26 27

02 REVIER

„Wir können nicht nur Papst! Unser Schirmsystem ist wirklich fast überall

einsetzbar, am Strand, in der Messehalle oder auf der Hotelterrasse!


MARK LIESE, Geschäftsführer

Lautsprechern, und schlussendlich auch

noch um die Integrität jedes einzelnen

Mitarbeiters beim Transport, Aufund

Abbau und bei der technischen

Betreuung der Veranstaltungen.

ALLES AUS EIGENER HAND

Das seit über zehn Jahren in der

TechnologieRegion Karlsruhe ansässige

Unternehmen Magic Sky produziert

sein mehrfach TÜV-geprüftes Schirmsystem

selber. Vom Aluminium-

Traversensystem bis hin zum enorm

reißfesten Schirm, der durch seine

Form und Verarbeitung ein kleines

Ingenieurs-Kunstwerk ist. Das Unternehmen

verfügt mittlerweile über

ein eigenes Statik- und Planungsbüro

sowie eine Werkstatt für Sonderkonstruktionen.

Magic Sky Schirmsysteme

Dunking, FIBA 3x3 World Tour in China

werden international auf nahezu allen

Events im Public-, Sport-, Corporateund

PR-Bereich eingesetzt. Mit den

Schirmen entstehen wandelbare

Räume für Aktion und Begegnung.

Völlig individuell nach den jeweiligen

Eventkonzeptionen zu gestalten.

FÜR JEDES WETTER GERÜSTET

Das System ist nicht nur im Outdoorbereich

ein Eyecatcher. Auch indoor

lassen sich neue Raumsituationen erschaffen,

welche funktionales Element

und Dekoration gleichermaßen sind.

Zahlreiche Veranstaltungen im internationalen

eSport- und Live-Entertainment-Bereich

und individuelle

Lösungen im „Corporate Event“-

Sektor sind die Einsatzgebiete der

temporären Überdachung.

Foto: Magic Sky

WIE ALLES BEGANN

Begonnen hat alles mit der Planung von

Veranstaltungen im mittleren Größenbereich

und der Vermietung der, für die

Veranstaltungen nötigen, Licht- und

Tontechnik. Im Laufe der Jahre wurden

die Aufträge umfangreicher und die

Projekte größer. Ein Umstand, der nicht

zuletzt auf die gewachsene Kompetenz

der Geschäftsführer Mark Liese und

Torsten Hagedorn und deren Mitarbeiter

zurückzuführen ist. Im Jahr 2012

strauchelte der damalige Kooperationspartner

Magic Sky. Liese und Hagedorn

bewiesen kurzerhand Mut und übernahmen

das angeschlagene Unternehmen.

Alte Zöpfe wurden abgeschnitten,

die Firma mit viel Feingefühl in die

bestehende Gruppe integriert und

systematisch aufgebaut und erweitert.

Aktuell kann auf 25 verschiedene

Systeme zugegriffen werden, welche

effizient gepackt auf Sattelzügen in

den D-A-CH-Staaten verteilt sind.

Strategische Partner in diversen

Ländern weltweit sorgen für größtmögliche

Flexibilität in der Logistik.

So ist Magic Sky mittlerweile nicht

mehr nur in D-A-CH tätig, sondern

trägt Karlsruher Know-how in alle Welt,

nach China, USA, Katar, Spanien,

Schweiz, Italien etc.

DUNKING!

„Spektakulär sind die Einsätze für

die FIBA (International Basketball

Federation), bei denen wir seit 2017

die Spielfläche des 3x3 überdachen

und während des Spiels als Reflektions-

und Projektionsfläche nutzen!“,

schwärmt Hagedorn, „da ist jeder

Dunking eine Party!“

Foto: Magic Sky

VON DER STRASSE ZU OLYMPIA

Seit 2017 steht fest, dass 3×3-Basketball

ab 2020 olympisch ist. 3x3 heißt:

Sechs Spieler und ein Korb, mit einer

Angriffszeit von nur zwölf Sekunden,

die auch nach einem Korberfolg sofort

neu gestartet wird. So entstehen heiße,

faire, schnelle und dynamische Basketball-Spiele.

Die Spielform 3×3 bringt

Basketball aus der Halle auf öffentliche

Plätze und in spektakuläre Locations.

Mit dem begleitenden Show- oder

Musikprogramm und den individuellen

Wettbewerben wie Dunking Contest

oder Shoot-Out, entstehen urbane

Events mit höchstem Unterhaltungswert

für die Zuschauer.

FAKTEN

Durchmesser: 10 – 36 m

Traufkante: 5,20 m – 8,00 m

Aufbauzeit: 6 – 8 Stunden

Hauptquartier: Jöhlingen

Champion des Jahres 2017 in Italien

KONTAKT:

Magic Sky GmbH

Grombacher Straße 70

75045 Walzbachtal

Telefon: +49 7203/50 20 – 60

Fax: +49 7203/50 20 – 69

E-Mail: info@magic-sky.de

Web: www.magic-sky.de

ANDREAS LÜTKE www.wvs.de


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 28 29

MUT

„FÜR ALLE FÄLLE

MIT E-ANTRIEB“

„TOM SAWYER HAT

MICH INSPIRIERT“

ANTJE LEMINSKY

Vorstandsvorsitzende der GRENKE AG

DR. JOHANNES HAUPT

CEO der BLANC & FISCHER Familienholding

Foto: Bernd Opitz

Warum wären Sie selbst gerne Kunde Ihres Unternehmens?

Weil ich sicher sein kann, dass ich hier auf Menschen treffe, die

mich persönlich und fair beraten. Die mich ernst nehmen und die

wissen, dass gemeinsamer Erfolg langfristig viel wichtiger ist als

ein kurzfristiger Abschluss.

Welche fünf Merkmale kennzeichnen gute Führung?

Die richtigen Fragen zu stellen, gut zuzuhören und klar zu

kommunizieren. Veränderungen mit Übersicht zu managen.

Zu experimentieren und schnell aus Fehlern zu lernen. Menschen

zu empowern, das heißt, ihnen innerhalb eines Rahmens

Autonomie zu geben und ihre Leistung wertzuschätzen.

Und schließlich die selbstlernende Organisation zu fördern –

das ist „Empowerment at its best“.

Wie stark ist GRENKE mit der Region verbunden?

Das Unternehmen hat seine Wurzeln in Baden-Baden. Hier ist

und bleibt auch unser Hauptsitz. Wir bekennen uns zu unserer

Region, investieren weiterhin in den Standort. Auf der anderen

Seite wachsen wir immer weiter und sind mittlerweile auf fast

jedem Kontinent präsent – momentan in 31 Ländern. Wir nehmen

die persönliche Betreuung unserer Kunden eben sehr ernst.

Welche Niederlagen haben Sie bislang erlebt und was haben

Sie daraus gelernt?

Wie lange darf die Liste werden? Nein, im ernst: Wie jeder

andere habe ich Fehler gemacht und Ziele nicht erreicht.

Stolpern, fallen, aufstehen und weiter geht’s. Die Fehler haben

mich wahrscheinlich stärker geprägt, als die Erfolge, weil man

dadurch viel reflektierter wird und dazulernt .

Was schätzen Sie an der badischen Lebensart?

Ich liebe die Weltoffenheit, die durch das Dreiländereck hier seit

Generationen gepflegt wird. Ich mag die Menschen, die einem

zuerst einmal offen ins Auge schauen und sich dem Neuen –

oder in meinem Fall: der Neuen – stellen. Da sind meine Mecklenburger

Landsleute oft rauer, aber auf den zweiten Blick nicht

minder herzlich.

Was unternehmen Sie gerne in der Freizeit?

Ich koche sehr gerne. Wenn ich Familie und Freunden glauben

darf, auf hohem Niveau. Und ich habe in Baden-Baden das

Mountainbiking für mich entdeckt – für alle Fälle mit e-Antrieb.

Auf einer Skala von 1 bis 10: wie viel Glück hatten Sie in

Ihrem Berufsleben?

Wahrscheinlich genau das „richtige Drittel“! Ich denke, jeder

braucht die ausgewogene Verteilung zwischen Verstand, Fleiß

und Glück, um wirklich langfristig Erfolg zu haben.

Der Tag, an dem Sie nach Hause kamen und dachten,

Sie haben den besten Job auf der Welt – was war ausschlaggebend

dafür?

Ich habe meinen Job immer als Privileg empfunden! Der große

Gestaltungsspielraum, der im Englischen richtig als „Freedom“

übersetzt wird, macht für mich meine Aufgabe bei der BLANC &

FISCHER Familienholding zum besten Job der Welt.

Welche Niederlagen haben Sie bislang erlebt und was haben

Sie daraus gelernt?

Gelegentliche Niederlagen sind wichtig, weil sie uns besser, reflektierter

und bewusster machen. Gelernt habe ich insbesondere,

vertiefter zu prüfen und genauer hin zuschauen, bevor ich eine

wirklich wichtige Entscheidung treffe.

Wer hat Sie in Ihrem Leben inspiriert bzw. motiviert?

Mark Twains „Tom Sawyer“! Ein Charakter, der zwar immer versucht,

aus dem engen und angepassten Leben auszubrechen – und

der doch weiß, was Recht ist und das Herz am richtigen Fleck hat!

Welche drei Faktoren hatten den größten Einfluss auf Ihren

Erfolg im Unternehmen?

Nur drei also? Dann eben „Überzeugungskraft“ und „Veränderungsbereitschaft“!

Und als Drittes und Wichtigstes die richtige

Balance zwischen „Umsicht und Nachdruck“. Jeweils eines davon

geht leicht – beides in Balance aber ist sehr schwer!

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter nachhaltig?

Konstruktive Kritik: man sollte Lob und Kritik verschwenderisch

nutzen und immer gut begründen. Überdies „lange Leine“ lassen,

viel Vertrauen schenken und auch einmal etwas riskieren. Nichts

ist bei Mitarbeitern nachhaltig motivierender, als der eigene Erfolg!

Was schätzen Sie an der badischen Lebensart?

Kurzform: alles! In Baden ist man im Einklang von Arbeit, Natur,

Schönheit und genießt dabei natürlich die traditionellen Gerichte

und Weine!


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 30

MUTIGE ENTSCHEIDUNGEN SIND

DIE BAUSTEINE DER ZUKUNFT

Unternehmerische Entscheidungen erfordern umfassende Sachkenntnisse, detaillierte Analysen und das

Wissen um die künftigen Trends. Aber vor allem erfordern sie eines: Mut. Das gilt auch für stadtentwicklungspolitische

Zukunftsentscheidungen. Ohne mutige Entscheidungen stünde Baden-Baden nicht da, wo

es steht, wäre nicht das, was es ist. Das gilt für die Vergangenheit, für welche Namen wie Jacques Bénazet

und Friedrich Weinbrenner stehen, aber auch für die Gegenwart, in der die heutigen Highlights wie das

Festspielhaus, das Frieder Burda Museum oder der Michaelstunnel ohne mutige und vorausschauende

Entscheidungen nicht zu denken gewesen wären. Und diese Tradition wird fortgesetzt. Drei Beispiele,

mit denen Baden-Baden schon in der Gegenwart die Weichen für die Zukunft stellt.

Foto: Stadt Baden-Baden

Die beeindruckende Roomers Rooftopbar

SWR Medienzentrum

Visualisierung: Wurm + Wurm

Architekten GmbH, Bühl

Foto: Stadt Baden-Baden

MARGRET MERGEN,

Oberbürgermeisterin der Stadt Baden-Baden

Heutige Investitionsentscheidungen

sind komplexe Prozesse. Wie wichtig

ist für ihren Erfolg das funktionierende

Zusammenspiel zwischen Unternehmen,

Kommunalpolitik und Stadtverwaltung?

Die Umsetzung unternehmerischer

Entscheidungen ist in den vergangenen

Jahren zunehmend schwieriger

geworden. Die Herausforderungen an

die Planer sind aufgrund komplizierter

Rechtslagen und einer weitaus kritischeren

Haltung der Öffentlichkeit

größer geworden. Die notwendigen

Verfahren können nur im partnerschaftlichen

Zusammenwirken von Investoren

und öffentlicher Hand erfolgreich zu

Ende geführt werden. Im Interesse einer

zukunftsweisenden Stadtentwicklungspolitik

sind Städte dabei auf mutige

Unternehmensentscheidungen und

auf der anderen Seite die Unternehmen

auf eine konstruktive Begleitung

durch die Kommunalpolitik und auf

eine kompetente Kommunalverwaltung

angewiesen. Nur auf dieser Basis war

die Realisierung des Hotels „Roomers“

oder die Schaffung der planungsrechtlichen

Voraussetzungen für das neue

SWR Media-Zentrum möglich. Und in

die gleiche Richtung weist auch unser

städtebaulicher Wettbewerb „Dienstleistungsbereich

Aumattstraße“.

Welche Impulse erhofft sich die

Stadt durch die Eröffnung des Hotels

„Roomers“ in Baden-Baden?

Der Hotelmarkt ist ein schwieriger

Markt. Für eine erfolgreiche Hotelansiedlung

müssen zwei Dinge zusammenkommen:

ein mutiger und

finanzstarker Investor auf der einen

und ein kompetenter und innovativer

Hotelbetreiber auf der anderen Seite.

Insoweit war es ein Glücksfall für

Baden-Baden, dass es dem Investor

Franz Bernhard Wagener gelungen ist,

die Gekko-Group als Betreiber zu

gewinnen. Micky Rosen und Alex

Urseanu gehören zu den führenden

innovativen Köpfen in dieser Branche.

Ihre Lifestyle- und Luxusmarke bringt

frischen Wind in die Baden-Badener

Hotellandschaft und zielt mit dem

innovativen und trendigen Design und

einer modern interpretierten Servicekultur

auf ein Publikum, das auch im

Fokus unseres eigenen Marketings

steht.

Mit 130 Zimmern und Suiten, attraktiven

Bankett- und Tagungsräumen und

einem Spa-, Restaurant- und Barbetrieb

verfügt das Roomes über alles,

was ein moderner Hotelbetrieb einer

anspruchsvollen Zielgruppe zu bieten

vermag.

Was bedeutet der Neubau des SWR

Media-Zentrums für die Zukunft der

Stadt?

Der Neubau bedeutet für Baden-Baden

vor allem anderen eines: ein klares Bekenntnis

zum Standort Baden-Baden.

Der SWR bekennt sich mit dieser

Standortentscheidung zu seinen Wurzeln

und bestätigt damit nachdrücklich

die jahrzehntelange Partnerschaft mit

unserer Stadt. Zusammen mit „arte“

untermauert der SWR auch den Anspruch

Baden-Badens auf einen der

führenden Plätze innerhalb der Medienlandschaft

in Baden-Württemberg.

Über die Grenzen Baden-Badens hinaus,

bedeutet die mutige Standortentscheidung

des SWR aber auch eine wichtige

Stärkung der öffentlichen Rundfunkanstalten.

In Zeiten einer zunehmenden

Liberalisierung und einer wachsenden

kritischen Haltung gegenüber dem

öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist

das neue Medienzentrum nicht nur ein

sichtbares Bekenntnis zur öffentlichrechtlichen

Grundversorgung, sondern

ebenso ein Beweis dafür, dass die

öffentlichen Anstalten mit kosteneffizienter

und innovativer Gebäudetechnik

auch sparsam und verantwortungsvoll

mit öffentlichen Gebührengeldern umzugehen

verstehen und die neue Welt

der Multimedialität als Zukunftschance

begreifen.

Mit einem städtebaulichen Wettbewerb

im Bereich der Aumattstraße

setzt die Stadt einen mutigen Schritt

in die Zukunft. Welche Erwartungen

stehen hinter diesem Ideenwettbewerb?

Mit dem städtebaulichen Wettbewerb

verfolgen wir zwei Ziele: zum einen

wollen wir damit Zukunftsoptionen für

unternehmerische Entscheidungen am

Standort Baden-Baden schaffen; zum

anderen wollen wir die dortige bauliche

und funktionale Entwicklung in einem

geordneten und transparenten Verfahren

so steuern, dass das Ergebnis dem

städtebaulichen Anspruch der dortigen

Eingangs- und Auftaktsituation entspricht.

Ohne mutige unternehmerische

Entscheidungen in den vergangenen

Jahren wäre die Stadt um viele

Dienstleistungszentrum Aumatt

Handlungsoptionen ärmer. Dies gilt

sowohl für die Beschäftigung als auch

für die fiskalische Einnahmesituation.

Mutige unternehmerische Schritte in

die Zukunft erfordern aber auch mutige

kommunalpolitische Entscheidungen,

um privaten Investitionsentscheidungen

die erforderliche Planungssicherheit

geben zu können.

Und bei alledem ist mir wichtig unsere

Bürger in solche Entscheidungen

durch transparente Verfahren miteinzubeziehen

und zu verdeutlichen, dass

eine qualitätsvolle und städtebaulich

angemessene Entwicklung des Areals

zwischen der östlichen Aumattstraße

und der Europastraße letztlich dem

Allgemeinwohl dient.

STADT BADEN-BADEN

www.baden-baden.de


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 32

TOP-BEWERTUNGEN FÜR

SPARKASSE KARLSRUHE:

„BUNDESWEIT DIE KLARE NR. 1“

Das weiß die ganze WELT: Wer von Deutschlands bester Beraterbank spricht, meint die Sparkasse

Karlsruhe. Denn die Beratungsqualität, die dort von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geboten

wird, ist bereits legendär. Sowohl Kunden als auch Experten internationaler Institute für Bankentests

können Jahr für Jahr mitverfolgen, wie sich die Sparkasse Karlsruhe seit Beginn der Qualitätstests

regional und überregional kontinuierlich ganz weit vorn platziert.

Gesamtvorstand der Sparkasse Karlsruhe: Michael Huber, Thomas Schroff, Lutz Boden, Marc Sesemann

Die jüngste Auswertung hat erneut

ergeben: Die Sparkasse Karlsruhe ist die

klare Nummer 1, was Beratungsqualität,

Service, Freundlichkeit, Atmosphäre

und Konditionen betrifft. Sie belegte

beim bundesweiten Qualitäts-Bankentest

der Tageszeitung DIE WELT Platz 1

in Baden-Württemberg und Platz 1 in

Deutschland bei der Beratung von

Privatkunden, in der Baufinanzierung

und beim Private Banking. Außerdem

Platz 1 in Baden-Württemberg und

Platz 2 in Deutschland bei der Beratung

von Firmenkunden.

„Die Sparkasse Karlsruhe überzeugte

auf ganzer Linie – und ist Testsieger“,

so das Urteil der Experten. Die

Ergebnisse basieren auf der Untersuchungsmethode

„Mystery Shopping“,

d.h. ein Testkunde bittet unangemeldet

um ein Beratungsgespräch. Die

Foto: Sparkasse Karlsruhe

Auswertung basiert auf 30 Kriterien, die

Bankkunden generell für sehr wichtig

halten. Zum Beispiel, ob die persönliche

Situation des Kunden ausreichend

berücksichtigt wurde, ob auf staatliche

Fördermittel hingewiesen wurde, ob

die Empfehlungen verständlich und

nachvollziehbar sind usw.

„Ein sehr gutes Qualitätsniveau,

kompetent und umfassend, diskrete

Beratung auf höchstem Niveau, ganz

klar die Nummer 1“, das sind exemplarisch

vier Wertungen der Testkunden,

die die Sparkasse Karlsruhe am Ende

zur Besten Bank kürten.

„Uns wurde erneut von unabhängiger

Seite eine Beratungsqualität bestätigt,

die unsere Kundinnen und Kunden

zuverlässig und individuell abrufen

können. Gleichzeitig ist es eine Auszeichnung

für unsere Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, die täglich mit Engagement,

Kompetenz und Freundlichkeit

für ihre Kunden da sind“, freute sich

der Gesamtvorstand der Sparkasse

Karlsruhe über die neuerlichen Auszeichnungen.

Die Welt-

Premiere!

Gold: doppelt und dreifach. Die Sparkasse Karlsruhe wurde

zum zweiten Mal in Folge als „Beste Bank in Deutschland“ im

Bereich Privatkunden und zudem dreifach für ihre bundesweit

beste Beratung ausgezeichnet. #BesteBankInDeutschland

www.sparkasse-karlsruhe.de


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 34 35

03 FÜHRUNG

BOXENSTOPP

FÜR MANAGER

Keine Zeit für nichts. Trotzdem immer erreichbar. Nie genug Schlaf. Dennoch zu aufgedreht, um

zur Ruhe zu kommen. Ein Teufelskreis, in dem sich viele Führungskräfte und Manager befinden.

Weil die Anforderungen im Job immer größer und die Belastungen immer stärker werden. Helfen

tun da oft nur noch Beruhigungsmittel, Stimmungsaufheller oder Pillen zur Leistungssteigerung.

„Häufig kommt zum wirtschaftlichen

Druck im Unternehmen eine angespannte

private Situation dazu. Dann

gerät die ‚Maschinerie‘ ins Straucheln“,

sagt Prof. Dr. Curt Diehm, Ärztlicher

Direktor der Max Grundig Klinik auf der

Bühlerhöhe bei Baden-Baden. Diehm

vergleicht die Situation gern mit dem

Auto: „Was man dem Auto selbstverständlich

gönnt, braucht der Körper

noch viel dringender: eine regelmäßige

Überprüfung!“ Unerlässlich vor allem

bei Managern. Gleichen sie doch eher

hochgezüchteten Rennmaschinen aus

der Formel 1. Ohne aufwändige Pflege

und Wartung können sie unmöglich jahrelang

Höchstgeschwindigkeit fahren.

BRAIN-TUNING

Ähnlich wie ein Software-Tuning beim

Rennwagen wirkt Brain-Tuning durch

ein paar Tabletten. Es bringt nur kurzfristigen

Erfolg, führt meist schnell

danach zum Maschinenschaden. In

der Max-Grundig-Klinik halten deshalb

regelmäßig Top-Manager aus Wirtschaft

und Politik zum Boxenstopp.

Inmitten der beeindruckenden Landschaft

des nördlichen Schwarzwaldes,

umgeben von dichten Wäldern und mit

traumhaftem Ausblick mutet die Klinik

wie ein Luxusresort an. Hier nimmt

sich ein Team von hochkarätigen Spezialisten

Zeit für die Gesundheit seiner

Patienten.

„Der Vergleich mit einem Boxenstopp

ist recht treffend“, findet >>


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 36 37

03 FÜHRUNG

auch Andreas Spaetgens, Geschäftsführer

des traditionsreichen Hauses.

Mercedes benötigt etwa drei Sekunden

zum Check-up und Reifenwechsel.

In der außergewöhnlichen Klinik im

Schwarzwald dauert ein Check-up bei

vergleichbarer Präzision und Erfahrung

etwa einen bis drei Tage. „Unsere

Kollegen arbeiten mit höchster

Konzentration Hand in Hand. Es gibt

keine lästigen Überweisungen, keine

unsinnigen Wartezeiten“, so Spaetgens

weiter. „Allerdings ohne Reifenwechsel!“,

lacht Professor Diehm. „Hier sind

wir ohne weitere Ablenkung für den

Patienten da.“ Die Max Grundig Klinik

vereint vier Spezialzentren: die Fachklinik

für Innere Medizin, die Fachklinik

für Psychosomatik, das hochmoderne

Radiologische Zentrum und das Checkup-Zentrum.

„Unser eigenes, hervorragend

ausgerüstetes Labor macht uns

in jeder Beziehung schnell, flexibel und

unabhängig!“, ergänzt Dr. Peter Maurer,

Chefarzt der Inneren Medizin.

MUT ZUR EIGENEN COURAGE

Berufliche Belastungen, hoher Leistungsdruck,

ständige Erreichbarkeit,

Schlafmangel, fehlende Anerkennung

- die Liste der möglichen Ursachen für

ein psychisches Straucheln ist ebenso

lang wie bei physischen Problemen.

Der Experte dafür heißt Dr. Christian

Dogs. Er leitet die Fachklinik für Psychosomatik

und ist einer der führenden

und wohl bekanntesten Psychiater und

Psychotherapeuten Deutschlands.

„Gefühle sind keine Krankheit“ heißt

nicht nur der neue Bestseller von Dogs,

es ist ebenso sein Leitsatz für die Klinik.

„Arbeit heutzutage ist wahnsinnig fordernd

und schnell. Wir sind einer irren

Reizüberflutung ausgesetzt. Wenn da

z.B. auch noch der private Rückhalt ins

Wanken gerät, ist der seelische Zusammenbruch

oft nicht mehr weit.“

Die Klinik an der Schwarzwaldhochstraße

ist ein Ruhe- und Rückzugsort

für Menschen, die die Last der Verantwortung

zu erdrücken droht. Die aber

mutig genug sind, dies zu

>>

4 5

1 2 3

„ Es macht bei uns

einfach Spaß, sich Zeit

für seine Gesundheit

zu nehmen!

Andreas Spaetgens“

6

1 Das moderne Therapiebecken der Klinik

2 Bildgebende Diagnostik auf höchstem Niveau

3 Entspannte Atmosphäre am Putting Green im Garten

4 Ärztlicher Direktor der Max Grundig Klinik: Prof. Dr. med. Curt Diehm

5 Dr. Christian Dogs – der Experte für Psychosomatische Erkrankungen

6 Starkes Team (von rechts): Dr. med. Heinz Schelp, Monika Kocian,

Dr. med. habil. Hartmut Friedburg


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 38

Offen. International.

Zukunftsorientiert.

Vernetzt: Baden-Baden

Standort für neue Ideen

Max Grundig ist eine der prägenden

Persönlichkeiten der deutschen

Nachkriegsgeschichte. Ein Vorzeigeunternehmer

des deutschen

Wirtschaftswunders mit einer Vision:

Er lebte für eine Medizin, die den

Menschen ganzheitlich in den

Mittelpunkt rückt.

Er verwirklichte seinen Traum auf

der Bühlerhöhe. 1910 erbaut, erwarb

Grundig das Ensemble aus Sanatorium

und Genesungszentrum 1986.

Dort gründete er im selben Jahr die

Max Grundig Klinik. 1988, kurz vor

seinem Tod, nahm sie die Arbeit auf.

Max Grundig hatte damals kein

typisches Krankenhaus im Sinn.

Vielmehr schwebte ihm ein diskreter

Rückzugsort vor. Ein Ort mit viel

Zeit für Mensch und Gesundheit,

mit Sinn für Schönheit, Raum zum

Wohlfühlen und Fokus auf die beste

medizinische Ausstattung. Kurz: ein

kleines Paradies für Patienten. All das

ist heute Realität: Die Max Grundig

Klinik gleicht in Komfort, Service und

Ästhetik mehr einem Luxushotel als

einer klassischen Klinik.

Nach Grundigs Tod blieb die Klinik im

Besitz seiner Erben. Träger der Klinik

ist die Max Grundig Stiftung.

Mit der Fachklinik Innere Medizin,

der Fachklinik für Psychosomatik,

dem Check-up Zentrum und dem

Radiologischen Zentrum bietet die

Max Grundig Klinik medizinische

Betreuung auf höchstem fachlichen

und technischen Niveau.

www.max-grundig-klinik.de

1

2 3

1 Die Max Grundig Klinik liegt idyllisch inmitten des Schwarzwaldes auf der Bühlerhöhe

2 Sieht aus wie eine Luxussuite – Stationäre Aufnahme 4.0

3 Feine Kreationen vom Küchenchef mit sensationellem Blick ins Rheintal

erkennen und etwas für ihre seelische

und körperliche Gesundheit zu tun.

Wer sich hier in medizinische und

therapeutische Behandlung begibt,

profitiert in vielerlei Hinsicht vom

modernen Klinikkomplex.

Denn in der Max Grundig Klinik ist

alles unter einem Dach. Das vermeidet

lange Wege und bietet zugleich die

Möglichkeit, gesundheitlichen Problemen

allumfassend und effizient

nachzugehen. Dabei steht neben der

gegenwartsnahen, ressourcen- und

lösungsorientierten Psychotherapie

eine persönliche und vertrauensvolle

Bindung zwischen Patient und Arzt im

Fokus der Behandlung.

WIR SIND KEIN KLOSTER

„Hier muss sich niemand kasteien“,

fasst Geschäftsführer Spaetgens zusammen.

„Das Vitalfrühstück in unserem

Restaurant, die köstlichen Menüs

unseres Küchenchefs, ein Besuch im

Fitnessstudio, am Pool oder am Putting

Green – all das macht den Aufenthalt

in unserer Klinik so einzigartig. Genau

wie die großzügigen, gemütlichen

Zimmer und Suiten, die wenig an ein

Krankenhaus erinnern. Es macht bei

uns einfach Spaß, sich Zeit für seine

Gesundheit zu nehmen!“


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 40 41

03 FÜHRUNG

BEI INIT SIND DIE

MITARBEITER DAS

WERTVOLLSTE KAPITAL

1 Gespräche unter freiem Himmel

2 Das INIT-Team vor dem Firmengebäude

Bei INIT sind die Menschen, die hier arbeiten, das sprichwörtliche Kapital der Firma: diese Überzeugung,

die sich durch das ganze Unternehmen zieht, fußt auf einer ganz rationalen Einsicht: der

Mehrwert des Unternehmens beruht auf der kreativen geistigen Leistung seiner Mitarbeiter. Und wer

sich für eine Karriere bei der INIT entscheidet, wird auch schnell merken, dass er hier bei einem ganz

besonderen Unternehmen gelandet ist – einem Unternehmen, das sich einem hohen Ziel verschrieben

hat: mit dem ÖPNV eine nachhaltige Mobilität zu fördern, die zu einer Reduktion von Schadstoffen

und damit zum Schutz der Umwelt beiträgt. Sich für eine gute Sache einzusetzen: das macht Spaß und

das merkt man den ca. 450 Mitarbeitern am Karlsruher Standort auch an: das vielzitierte kollegiale

Miteinander ist hier Tag für Tag erlebbar. Ideale Rahmenbedingungen für Studenten, Berufsanfänger

und Berufserfahrene bietet INIT aber auch durch zahlreiche attraktive Maßnahmen.

1

Fotos: init SE

Es ist die Summe vieler kleiner Mosaiksteine,

die den ganz besonderen INIT-

Spirit ausmachen. Einige von ihnen

sind das Resultat einer modernen

Personalführung, andere haben sich

ganz einfach organisch im Laufe der

Zeit entwickelt. Ein wichtiger Teil der

Unternehmenskultur jedenfalls sind die

flachen Hierarchien, die sich das heute

weltweit agierende Unternehmen seit

seiner Gründung als kleines Start-up

bewahren konnte. Hier begegnen sich

alle, unabhängig von ihrer Position, auf

Augenhöhe und mit Wertschätzung –

was auch seinen Ausdruck in der von

Beginn an üblichen Duzkultur findet.

Aktiv gefördert durch die Geschäftsführung

werden Maßnahmen, die

im Sinne eines familienfreundlichen

Unternehmens und einer ausgewogenen

Work-Life-Balance der Vereinbarkeit

von Beruf und Familie dienen. Dazu

zählen ein flexibler Gleitzeitrahmen

sowie Zuschüsse zur Kinderbetreuung.

Für attraktive Arbeitsbedingungen

sorgen überdies Gewinnbeteiligungen,

Fahrtkostenzuschüsse, Berufsunfähigkeitsrente

und die betriebliche

Altersvorsorge. Jeder Mitarbeiter erhält

zusätzlich zur gesetzlichen Rente eine

von der INIT finanzierte Altersrente.

Ebenso gewünscht und gefördert wird

Weiterbildung: beispielsweise durch

Sprachkurse, die in-house stattfinden,

oder durch das umfangreiche Schulungsprogramm,

das jeder neue

Mitarbeiter gleich in den ersten

Tagen erhält – und das die Einarbeitung

ganz wesentlich erleichtert.

ALLES IN BEWEGUNG

Wer eventuell neu in Karlsruhe ist, kann

schnell Anschluss finden: beim INIT-

Stammtisch oder bei einem der vielen

regelmäßigen, kostenfreien Sportangebote

wie Rudern, Beachvolleyball,

Yoga, Functional Fitness wie auch

bei gemeinsamen Skiausflügen oder

Firmenläufen. Sport wird hier nämlich

großgeschrieben und damit ist INIT ein

Unternehmen, das im besten Sinne in

Bewegung ist. Dabei geht es natürlich

um die Gesundheit, aber auch ganz

einfach um den gemeinsamen Spaß.

Nicht nur Gesundheitsförderung, auch

die soziale Verantwortung gehört ganz

wesentlich zum Leitbild der Firma. Dass

es sich hier nicht nur um ein Lippenbekenntnis

handelt, sondern um ein

Anliegen, das sowohl von der Unternehmensführung

als auch von der

Belegschaft selbst tatsächlich gelebt

wird, lässt sich an zahlreichen Aktionen

ablesen: zum Beispiel an der von einem

Mitarbeiter initiierten Bücherspendenaktion

für das Diakonische Hilfswerk in

Karlsruhe oder der Unterstützung eines

Dorfprojektes in Indien, das INIT schon

seit vielen Jahren begleitet.

Eine Vielzahl großer und kleiner

Maßnahmen sorgt dafür, dass sich

Mitarbeiter wohlfühlen können. Dazu

gehören auch die wöchentlichen

Obstlieferungen, der abschließbare

Fahrradkeller, in dem jeder seinen

Drahtesel sicher abstellen kann, oder

das Montagsmeeting, bei dem einmal

im Monat die komplette Belegschaft

zusammentrifft. Hier wird über neue

Projekte und Entwicklungen informiert

– und ganz nebenbei noch das Teamgefühl

gestärkt.

KULTURELLE VIELFALT

Zu diesem Teamgefühl gehört auch der

Stolz auf die kulturelle Vielfalt bei INIT:

die 20 verschiedenen Länder, aus denen

die Mitarbeiter stammen, spiegeln die

Internationalität des Unternehmens

auch in der Belegschaft wider.

2

Kein Zweifel: zufriedene Mitarbeiter

leisten auch gute Arbeit. Und darum

wird bei INIT viel Wert auf Freiraum für

eigene Ideen und Eigenverantwortung

gelegt. So entstehen innovative

Konzepte, die den öffentlichen Nahverkehr

dabei unterstützen, effizienter

und attraktiver zu werden … und letztendlich

mehr Menschen dazu bringen,

auf Bus und Bahn umzusteigen.

Die Erfolgsbilanz des IT-Unternehmens

lässt sich jedenfalls sehen: In den letzten

Jahren hat sich INIT in einer insgesamt

wachsenden Branche zum Weltmarktführer

für integrierte Telematiklösungen

entwickelt und in vielen Bereichen, z. B.

beim E-Ticketing oder bei der Echtzeit-

Fahrgastinformation, erfolgreiche

Innovationen auf den Markt gebracht.

Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern

gestaltet INIT die Zukunft der Mobilität.

www.init.de


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 42 43

03 FÜHRUNG

Trägt der Teufel

wirklich Prada?

Was sagt man ihnen nicht alles nach, den Frauenclubs in diesem

Land? Zickenalarm, Emanzenkrieg, männerverachtend …, da

wird es Mann richtig angst und bange, bloß Abstand halten,

nicht zu nah herangehen, damit man nicht zerfleischt wird. Da helfen keine

Argumente, allein die Tatsache, ein Mann zu sein, degradiert mich zur Persona

non grata, zu einem Menschen ohne Anwesenheitsrecht, maximal benutzt, um Nachwuchs

zu zeugen oder den Mülleimer rauszustellen. Seit Jahren kämpfe ich für die Emanzipation

des Mannes! Erfolglos, wie mir scheint, denn die Zahl der Frauenclubs unserer Region wird

immer größer.

Bild: Fotolia

Karlsruher Frauenvereine

AKF – Arbeitsgemeinschaft Karlsruher

Frauenorganisationen

www.akf-karlsruhe.de

B.F.B.M – Bundesverband der Frau in

Business und Management e.V.

www.bfbm.de

BPW – Business and Professional

Women Germany – Club Karlsruhe e.V.

www.bpw-karlsruhe.de

GEDOK Karlsruhe, Künstlerinnenforum

www.gedok-karlsruhe.de

IWC – Internationaler Frauenclub

Karlsruhe e.V.

www.iwc-karlsruhe.com

Internationaler Lyceum Club

Karlsruhe e.V.

www.lyceumclubkarlsruhe.de

Femmes Pamina Frauen e.V.

www.femmespamina.wordpress.com

Soroptimist Club Karlsruhe

www.soroptimist-karlsruhe.de

Zonta Club Karlsruhe e.V.

www.zonta-karlsruhe.de

WEIBBLICK

MIT WEITBLICK

Ein Gros der Karlsruher Frauenclubs will zukünftig

vermehrt den Austausch untereinander vorantreiben.

Frauenorganisationen und -verbände haben gemeinsame Ziele.

Mit unterschiedlichen Schwerpunkten gilt ihr unermüdliches

Engagement dem Zweck, die gleichberechtigte Teilhabe von

Frauen und Kindern in sozialen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen

und kulturellen Bereichen international und national zu fördern,

Gewalt gegen Frauen und Kinder zu bekämpfen und sich für den

Frieden einzusetzen. Die Karlsruher Frauenclubs möchten auf

gemeinsame Zwecke und Ziele aufmerksam machen, Kräfte

bündeln und Synergien nutzen.

Das erste gemeinsame Kick-off mit Keynote-Speakerin Dr. Marina

Stadler-Bodi zum Thema Paradigmenwechsel in der Führungskultur

war restlos ausgebucht. Als nächstes im Fokus: Wie wichtig

Frauen als Wirtschaftsfaktor sind. Weibblick mit Weitblick.

CLAUDIA WOLLASCH www.wvs.de

„Wir plaudern angeregt,

trinken Weinschorle und

essen Schnitzel.”

D

Da stellt sich die Frage, was machen

diese Clubs, in denen es vor

lauter erfolgreichen Frauen nur so

wimmelt. Mutig bitte ich um einen

Gesprächstermin bei der Initiatorin der Vereinigung

Weibblick-Weitblick, in der heimlichen

Hoffnung abgewimmelt zu werden. Doch weit

gefehlt. Ich werde herzlich zu einem informellen

Treffen in derselben Woche eingeladen. Sicherheitshalber

wähle ich neutralen

Boden. Im Restaurant „Im

Schlachthof“ treffe ich auf eine

aufgeräumte und weltoffene

Beate Slavetinsky. Der alten

Schule geschuldet stehe ich auf, als sie sich

meinem Tisch nähert. Im selben Moment durchfährt

mich die Angst, mit diesem Benehmen

direkt ins Fettnäpfchen zu treten.

Doch meine Gesprächspartnerin lässt sich

dankbar lächelnd den Stuhl hinrücken – von

Teufel keine Spur.

Wir plaudern angeregt, trinken Weinschorle und

essen Schnitzel. Sie erzählt mir über die Ausrichtungen

der Clubs, die einen mehr musischkünstlerisch,

die anderen mehr politisch oder

business-orientiert. Von einem Club namens

IWC, der als German-American Women‘s

Club bereits 1957 gegründet wurde. Heute ist

dieser Club der größte private Stipendiengeber

Deutschlands. Letztendlich geht es allen

aber im Wesentlichen um eines, nämlich die

Lebenssituationen von Frauen in rechtlichen,

politischen, wirtschaftlichen und beruflichen

Bereichen zu verbessern. Eine eindeutige Bevorzugung

des weiblichen Geschlechtes, eine

Rückstufung und Benachteiligung des Mannes!

Also, wehrt Euch, Kerle, Artgenossen, Männer!

Aber lasst uns kurz noch überlegen: Ist das denn

nötig, was die Damen da machen? Auch wenn

sie mal für den gleichen Job nicht das gleiche

Geld bekommen? Auch wenn sie manches Mal

auf äußerliche Merkmale reduziert werden?

Ich sage Euch, meine Herren: Ja, es ist dringend

nötig, wichtig und geradezu

zwingend erforderlich. In Zeiten

von #MeToo, in denen ein Grapscher

noch immer als Kavaliersdelikt

gilt und ein amerikanischer

Präsident sich mit seinen „Trophäen“ brüstet, in

denen ist es wichtig, dass die Frauen dieser Welt

zusammenhalten, sich austauschen und international

verständigen. Damit wir alle, Frauen

und Männer, in Zukunft nach unserem Wissen,

unseren Leistungen und unseren Fähigkeiten

gleichberechtigt beurteilt werden. Und nicht

nach Geschlecht, Konfession oder Herkunft. Ich

habe auch gelernt, dass Männerclubs eigentlich

nichts anderes sind, als Frauenclubs, nur mit

Männern eben. Und, dass Frauen aus Frauenclubs

keinesfalls männerverachtend sind, sie es

bisweilen auch zu schätzen wissen, wenn Mann

die Mülltonne an die Straße stellt.

Einige Stunden später verlassen wir das

Restaurant. Auf Augenhöhe. Ohne Angst, mit

vielen neuen Urteilen und Meinungen. Chapeau,

meine Damen, ich bin beeindruckt.

ANDREAS LÜTKE www.wvs.de


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 44 45

03 FÜHRUNG

WIRTSCHAFT IM WANDEL

Auf den Wandel unserer digitalisierten Welt nicht

nur zu reagieren, sondern ihn aktiv, innovativ und

mit Mut zu gestalten, ist eine der wichtigsten Aufgaben

von Wirtschaft in der modernen Gesellschaft.

Der Naturforscher Charles Darwin hat einmal gesagt:

„Es ist nicht die stärkste Spezies die überlebt, auch nicht

die intelligenteste, es ist diejenige, die sich am ehesten dem

Wandel anpassen kann.“

Es gibt zwei Formen von Veränderung und Wandel. Der

Wandel erster Ordnung entwickelt Bestehendes weiter. Der

Wandel zweiter Ordnung setzt einen Paradigmenwechsel

voraus und beginnt etwas völlig Neues. Den Unterschied

zwischen beidem machte jüngst das Forum für Personalverantwortliche

im IHK Haus der Wirtschaft deutlich: Eine Kerze

kann optimiert werden, bis sie länger brennt. Ein Pferd kann

durch Zucht zum Rennpferd werden. Aber eine Kerze wird nie

zur Glühbirne, ein Pferd wird nie zum Auto. Prof. Dr. Stephan

Fischer, Leiter des Masterstudiengangs „Human Resources

Management“ an der Hochschule Pforzheim, sprach in

seinem Vortrag vom Wandel der Gesellschaft und vom damit

einhergehenden Wandel in der Personalarbeit.

Das Personalmanagement hat in der

Zukunft die Aufgabe, neueste Trends

zu erkennen und darauf zu reagieren.

Die Generation Z mit ihren veränderten

Wertevorstellungen stellt den Personalbereich

vor neue Herausforderungen.

Studien haben entdeckt, dass monetäre

Anreize nicht mehr so wichtig sind wie

die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit.

Diskussionsrunde beim Forum für Personalverantwortliche im IHK Haus der Wirtschaft.

Foto IHK Karlsruhe

Foto IHK Karlsruhe

IHK-Präsident Wolfgang Grenke beim diesjährigen Neujahrsempfang der IHK

Foto IHK Karlsruhe

Anführer werden trotz flacherer Hierarchien

und Schwarmintelligenz immer

noch gebraucht – als Orientierungs-

Geber vielleicht sogar mehr als bisher.

Aber sie benötigen andere Soft Skills,

um ihre Aufgaben zu erfüllen. Die

Führungskraft wird in Zukunft nicht

länger alleiniger Entscheidungsträger

sein. Vor allem Vernetzungsintelligenz

und empathisches Handeln führen zum

Erfolg.

Daher ist es insbesondere Aufgabe der

zukünftigen Firmenlenker, durch einen

zeitgemäßen Führungsstil das Potenzial

ihrer Mitarbeiter zu erkennen, sie zu

fördern und sie nicht zu demotivieren.

Leadership in der digitalen Wirtschaft

konzentriert sich also auf die Faktoren

Flexibles Arbeiten, Teamwork, Verantwortung

für den Einzelnen, vernetzte

Führung und visionäre Kultur.

IHK-PRÄSIDENT WOLFGANG GRENKE

www.ihk.de

FLEXIBLE FÜHRUNGSKRÄFTE

FÜR DIE ZUKUNFT

Im Zentrum von Stephan Fischers Vortrag

stand ein Begriff, der inzwischen

zum Modewort geworden ist, nämlich

die „Agility“. Ein agiles Unternehmen

hat die Fähigkeit, bei Änderungen

nachhaltig, flexibel und erfolgreich zu

reagieren. Die Vorbildfunktion von

Führungskräften, flache Hierarchien,

Fehlerkultur, Empowerment, Transparenz

und Kommunikation auf

Augenhöhe fördern die Agilität.

INNOVATION DURCH

FEHLERKULTUR

Ganz entscheidend ist darum neben

der Fähigkeit zur Entwicklung neuer

Geschäftsmodelle auch die Fähigkeit

zur Etablierung einer offenen, selbsttragenden

Experimentierkultur im Unternehmen.

Erst wenn die Möglichkeit

des Scheiterns akzeptiert ist und eine

angemessene Fehlerkultur etabliert

wird, können neue Ideen und Produkte

zum Leben erweckt werden. Die Unternehmen

sind nur so kreativ, so gut und

dynamisch wie ihre Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter.

Die Arbeit der Industrie- und Handelskammer

Karlsruhe beruht auf

drei Säulen: Als Interessenvertreter

setzt sich die IHK gegenüber der

Politik für die Belange der Wirtschaft

ein. Als Dienstleister steht

sie ihren Mitgliedsunternehmen

mit einem breit gefächerten Beratungs-

und Informationsangebot

zur Seite. Als öffentlich-rechtliche

Körperschaft übernimmt die IHK

eigenverantwortlich und unabhängig

über 50 Aufgaben, die ihr der

Staat anvertraut hat.


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 46 47

MUT

„SEI NEUGIERIG –

DENKE GROSS“

MARTIN HUBSCHNEIDER

Vorstandsvorsitzender der CAS Software AG

Wenn Sie in die Vergangenheit reisen und Ihrem 20-jährigen

Selbst einen Rat geben könnten, was würden Sie sagen?

Suche Dir Freunde und pflege wichtige Beziehungen. Sei neugierig.

Denke groß. Leiste einen Beitrag für eine bessere Welt

gemeinsam mit Mitstreitern. Nimm Dir die Zeit für Dankbarkeit

und Geselligkeit. Lebe im Jetzt!

Der Tag, an dem Sie nach Hause kamen und dachten,

Sie haben den besten Job auf der Welt – was war ausschlaggebend

dafür?

Warum soll ich erst nach Hause kommen, um mich zu freuen? Ich

empfinde große Freude und spüre, wenn ich gemeinsam mit einem

engagierten Team an etwas ganz Großem arbeite – an etwas, was

die Welt verändert und gesünder macht.

Wer hat Sie in Ihrem Leben inspiriert bzw. motiviert?

Meine Eltern haben sicherlich einen großen Anteil. Aber auch

eine ältere Frau in Karlsruhe, bei der ich vor fast 40 Jahren

als Student Nachbarschaftshilfe geleistet hatte. Sie hat mich

mit ihrer positiven und natürlichen Lebenseinstellung und ihrer

freundschaftlichen Förderung ganz außergewöhnlich inspiriert,

mich auf den Weg zu einem gelingenden Leben zu machen.

Wenn Sie die Chance hätten, Ihre Karriere nochmal von

vorne zu beginnen, würden Sie etwas anders machen?

Nein, ich lebe ein spannendes, erfülltes Leben mit vielen interessanten

Menschen in meinem Umfeld. Karriere hat mich noch nie

gereizt – mich reizt persönliches und fachliches Wachstum und

die Nutzung von Mitgestaltungspotenzialen.

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter nachhaltig?

Unsere Mitgestalter sind selbst für ihr Motivieren verantwortlich.

Wir können Rahmenbedingungen schaffen, die es Ihnen erleichtern.

Wichtig sind eine sinnhafte Mission und Vision des

Unternehmens und das Wissen, dass man persönlich dazu einen

unverzichtbaren Beitrag leistet. Und eine Unternehmenskultur,

die das „Jeder Mensch kann seine Potenziale entfalten“, das

„WIR gewinnt“ und „Customer Centricity“ fördert.

Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Neugierig. Lebensfreudig. Kommunikativ. Menschlich. Humorvoll.

Erfinderisch. (Mit-)Gestalter. Weltverbesserer. Netzwerker. Freigeist.

Was bedeutet Ihnen Ihre Familie?

Das persönliche Wachstum und die Verbundenheit unserer fünf

Töchter freuen uns jeden Tag.

„ICH WÜRDE

NICHTS ANDERS

MACHEN“

DR. MELITTA BÜCHNER-SCHÖPF

Inhaberin des Modehauses Schöpf

Warum wären Sie selbst gerne Kunde Ihres Unternehmens?

Wegen guter Bedienung und Beratung sowie der besonderen

Einkaufsatmosphäre

Auf einer Skala von 1 bis 10: wie viel Glück hatten Sie in

Ihrem Berufsleben?

Viel Glück – auf der Skala 9

Welche Niederlagen haben Sie bislang erlebt und was haben

Sie daraus gelernt?

Keine Niederlagen erlebt.

Wer hat Sie in Ihrem Leben inspiriert bzw. motiviert?

Meine Mama – Melitta Schöpf, langjährige Stadträtin in

Karlsruhe – und mein Mann – Dr. Georg Büchner, Ehrensenator

(Universität Tübingen), Vorstandsvorsitzender a. D. Württembergische

Versicherungen, Stuttgart

Auf welche Errungenschaft in Ihrem Berufsleben sind Sie

besonders stolz?

Dass das seit 1899 von meiner Familie und jetzt von mir geführte

Modehaus Schöpf trotz aller Baustellen gut da steht.

Wenn Sie die Chance hätten, Ihre Karriere nochmal von

vorne zu beginnen, würden Sie etwas anders machen?

Ich würde nichts anders machen!

Was war der erfolgreichste Moment in Ihrer beruflichen

Laufbahn?

Als ich Ministerialdirigentin im Bundeswirtschaftsministerium

wurde und als ich die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz

1. Klasse erhalten habe.

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter nachhaltig?

Anerkennung, Lob, Vorbild

Welche Merkmale kennzeichnen gute Führung?

Vorbild, Gerechtigkeit, Anerkennung, gutes Betriebsklima,

Berechenbarkeit und Weitblick

Was bedeutet Ihnen Ihre Familie?

Sehr viel


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 48 49

04 NACHWUCHS

ICH SEHE WAS, WAS DU

NICHT SIEHST !

Augen auf! Eyezag ist Eye-Tracking

oder auch Blickbewegungsmessung per

Webcam ohne spezielle Hardware. Für

Unternehmen ist das die einfachste Art

die Aufmerksamkeit ihrer Zielgruppe zu

ermitteln und schnell herauszufinden,

was diese wahrnimmt. Von zu Hause

aus wird die Augenbewegung der Testpersonen

gelesen und die Ergebnisse

durch einen eigens für diese Form von

Eye-Tracking entwickelten Algorithmus

ausgewertet. Das bedeutet: Keine

großen Testgruppen mehr, die in ungemütlichen

Laboren Versuchskaninchen

spielen müssen.

EINFACH MACHEN

Niemand ist so mutig wie unsere Karlsruher Gründer. Mit aufregenden

Visionen trotzen sie jeglichen Unsicherheiten und gehen

volles Risikio ein, um ihr Projekt zu realisieren. Die jungen Startups

bringen die Wirtschafts- und TechnologieRegion Karlsruhe

auf ein neues Level und scheuen sich nicht einfach mal zu machen.

NEUES ZUHAUSE FÜR GRÜNDER

Die Gründerspinnerei ist das neue Start-up-Zentrum für junge

Unternehmen in Ettlingen. Ein perfekt durchdachtes Konzept

mit Raum zum Entwickeln und Wachsen. Vom ergonomischen

Bürostuhl bis zur Kaffeemaschine ist alles vorhanden. Genauso

wie eine komplette, hochwertige Arbeitsplatzausstattung,

Küche, Drucker, IT-Netzwerk, Internet und Reinigungsservice.

Für Gründer heißt das: Einziehen, loslegen und den Fokus

auf das Wesentliche richten. Denn gerade am Anfang ist es

schwer, Kunden zu finden und dauerhaft auf dem Markt zu

bestehen. Auch dafür bietet das Management der Gründerspinnerei

Stammtische, Events und eine ausführliche Beratung

zu den Themen Business Development, Vertrieb, Marketing,

Führung und Organisation.

Direkt an der Alb und mit Blick auf die Berge, haben die

Drahtzieher Holger Marggraf, Thomas Wehrmann und Frank

Widmayer eine wunderbare Heimat für innovative Ideen und

deren Schöpfer geschaffen.

Das junge Karlsruher Unternehmen,

geführt von Boris Schauerte und Timo

Schneider, hilft Ihnen dabei spannende

Erkenntnisse über das Verhalten Ihrer

Kunden zu erlangen und Ihr Produkt

zu optimieren. Damit wieder Licht ins

Dunkle kommt und Sie den Durchblick

haben.

www.eyezag.de

VOM TABLET AUFS TABLETT

Egal ob Pommes, Burger, noch ein

letztes Bier oder einfach nur die

Rechnung, mit myGASTROTAB

können Restaurantbesucher ihre

Bestellung bequem von ihrem Tisch

über ein Tablet aufgeben oder über den

Service-Ruf-Button direkten Kontakt

mit einer Servicekraft anfordern. Alles

landet in Echtzeit beim Kellner und

kann sofort bearbeitet werden. Diese

neue Art der Bestellaufnahme in der

Gastronomie bietet Gästen und Gastronomen

erhebliche Vorteile. Kunden

bestimmen selbst, wann sie bestellen

und bezahlen möchten.

Das Minimieren von Wartezeiten und

Fehlerquellen führt so zu einer höheren

Servicequalität und zu zufriedeneren

Kunden. Durch ansprechende Bilder

und clevere Produktplatzierungen

können Zusatzverkäufe den Umsatz um

10 % steigern und über das flexible

Preismodell zahlt der Betreiber sowieso

nur das, was er sich leisten kann.

www.mygastrotab.de

ILLUSTRATION VON ALINA MILLER WERBEAGENTUR VON SCHICKH ©

www.gruenderspinnerei.de


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 50 51

04 NACHWUCHS

Foto: eclipse-images

UNTERNEHMENSNACHFOLGE

IM HANDWERK

KOMPETENZ, MUT UND

ZUVERSICHT GEFORDERT

Der demografische Wandel macht auch vor dem Handwerk im Bezirk der Handwerkskammer Karlsruhe

nicht halt: Über 3.000 handwerkliche Betriebsinhaber – und damit fast jeder Fünfte – haben das 60ste

Lebensjahr erreicht oder überschritten.

Deshalb benötigt das Handwerk

dringend junge, engagierte und vor

allem qualifizierte Nachfolger für die

Betriebsleitung, um den anstehenden

Generationswechsel in den nächsten

Jahren zu bewältigen. Das wird aber nur

gelingen, wenn die Standortbedingungen

und die Vorbereitung gut sind. Wichtig:

Unternehmensnachfolger – ob aus der

Familie oder von außen – brauchen bei

der Übernahme modernste Rahmenbedingungen,

damit sie ihre neuen Ideen

umsetzen können.

„Eine gute Vorbereitung bei der Unternehmensnachfolge

ist alles“, davon ist

die Nachfolgemoderatorin der Handwerkskammer

Karlsruhe, Andrea Winkler,

überzeugt. Jedes Jahr begleitet sie

zahlreiche Handwerksbetriebe bei der

Übergabe des eigenen Betriebes. „Es

gibt zwei wichtige Daten im Leben eines

Unternehmers: die Gründung und die

Übergabe. Die Übergabe ist eine ebenso

herausfordernde Aufgabe wie eine

Gründung, leider ist das vielen Betriebsinhabern

im Vorfeld nicht immer

bewusst“, berichtet Winkler aus ihren

Erfahrungen.

Neben betriebswirtschaftlichen und

rechtlichen Fragestellungen kommt

eine emotionale Komponente hinzu,

die oftmals unterschätzt wird. Sowohl

der Übergeber als auch der Nachfolger

betreten Neuland. Der Übergeber

muss sich von einer Aufgabe verabschieden,

die sein bisheriges Leben

bestimmt hat. Und der Übernehmer

steht vor großen Herausforderungen.

Es geht um die eigene Zukunft, die

seiner Familie und die der Angestellten.

Gleichzeitig ist man mit finanziellen

Risiken und einem hohen Maß an

Verantwortung konfrontiert. „Im ersten

Gespräch geht es zunächst darum,

sich gegenseitig kennenzulernen und

Vertrauen aufzubauen“, erklärt Winkler

den Ablauf. Sofern sich beide Parteien

grundlegend einig sind, werden die

Gesprächsinhalte immer detaillierter:

Objektbeschreibung, Objektbegehung,

Mitarbeiteranzahl, Kosten und Erträge,

um nur einige Beispiele zu nennen.

„Stimmen alle Faktoren erstellt der

Übernehmer einen Businessplan, der

insbesondere die Finanzierbarkeit und

Rentabilität des Vorhabens betrachtet“,

so Winkler. Die Expertin weiter: „Eine

Übergabe betrifft nicht nur Übergeber

und Übernehmer, sondern auch die

Angestellten. Sie sollten daher ebenfalls

in den Prozess frühzeitig mit

eingebunden sein.“ Andrea Winkler

abschließend: „Eine Betriebsübergabe

ist kein Vorgang, sondern ein Prozess.

Und der braucht Zeit. Fünf Jahre sollte

man mindestens für die Suche nach

einem Nachfolger und die Übergabe

einplanen.“ Neben der Beratung durch

die Kammerexpertin bringen sich in die

Unternehmensnachfolge zahlreiche

weitere Berater der Handwerkskammer

ein: Die Rechtsberatung, betriebswirtschaftliche

und technische Berater.

HANDWERKSKAMMER MIT

EIGENER BETRIEBSBÖRSE

Das Projekt Übergabe benötigt vor

allem eins: Zeit. Sowohl Übergeber als

auch Übernehmer müssen sich mit dem

Prozess identifizieren können. Dass

Betriebe bei der Nachfolgemoderatorin

in guten Händen sind, zeigt die Bilanz

von über 80 erfolgreichen Übergaben

pro Jahr. „Hier ist in der Betreuung und

Beratung Fingerspitzengefühl gefragt“,

so Winkler. Die Expertin kennt sich

im Handwerk aus und verfügt über

ein breites Netzwerk aus Fachleuten

und Förderinstituten. Um potentielle

Betriebsinhaber und Übernahmeinteressierte

zusammenzubringen,

ist die Handwerkskammer Karlsruhe

Regionalpartner bei der bundesweiten

Unternehmensbörse „nexxt change“

und unterhält zusätzlich noch eine

eigene Betriebsbörse. Das Gesuch oder

das Angebot kann eigenständig in die

Betriebsbörse eingegeben oder über

die Handwerkskammer erfasst werden.

Die Inserate werden aus Gründen des

Datenschutzes unter einer Chiffre-

Nummer veröffentlicht. Die Nutzung

der Datenbanken ist kostenfrei, die

Beratung ist ebenfalls kostenlos.

HWK KARLSRUHE www.hwk-karlsruhe.de


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 52 53

04 NACHWUCHS

GRÜNDERALLIANZ

KARLSRUHE WÄCHST:

CUPERTINO AM

OBERRHEIN

Die Jobplattform Joblift hat für ein Ranking der High-Tech-Städte der Zukunft

17 Millionen Stellenanzeigen aus den vergangenen zwei Jahren analysiert. Die

Ergebnisse aus der Studie 2018 sind überraschend: Alle am stärksten wachsenden

Tech-Zentren haben weniger als 500.000 Einwohner. Das an Platz eins gelistete

Karlsruhe gilt dabei als das deutsche Cupertino und punktete im Vergleich der

Städte unter 500.000 Einwohner mit den meisten offenen Stellen in Start-ups.

1

Foto: Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin

Innovative Start-ups und Unternehmen

bilden daher einen besonderen Beratungsschwerpunkt

der Wirtschaftsförderung

Karlsruhe und der von ihr

koordinierten Gründerallianz Karlsruhe.

Neben dem Aufbau eines dichten

Kompetenznetzwerks an betriebswirtschaftlichen

und technischen

Beratungsstellen spielt insbesondere

die Schaffung von Infrastrukturen

sowie die räumliche Unterbringung

von Unternehmen eine wichtige Rolle.

Dabei positioniert sich Karlsruhe vor

allem mit Angeboten in zukunftsweisenden

Branchen. Dazu zählen etwa

der IT-Accelerator CyberLab (Informationstechnologie),

das Perfekt Futur

(Kultur- und Kreativwirtschaft), der

Accelerator AXEL (Energie) und –

ganz neu – der Smart Production Park

(Industrie 4.0 und Engineering, siehe

hierzu auch den Beitrag von Erster

Bürgermeisterin Gabriele Luczak-

Schwarz auf Seite 20).

GRÜNDERZENTREN ERGÄNZEN

INKUBATOREN UND ACCELE-

RATOREN

Für ihr unternehmerisches Weiterkommen

stehen Start-ups in Karlsruhe

günstige gewerbliche Räume in

Gründerzentren für unterschiedlichste

Zielgruppen zur Verfügung: das reicht

von der Technologiefabrik, über den

Handwerkerhof bis hin zum Hightech-

Inkubator des Karlsruher Instituts für

Technologie.

Im fünften Jahr wächst die Gründerallianz

mit neuen Mitgliedern wie Baden-

Baden, Bruchsal und Ettlingen sowie

deren Inkubatoren nun auch kräftig in

die TechnologieRegion Karlsruhe hinein.

Weitere Städte haben bereits Interesse

bekundet, beizutreten. Dabei hat die

Gründerallianz von Anfang an daran

gearbeitet, Karlsruhe und die Region

im Gründungsbereich erfolgreicher und

zugleich internationaler zu machen.

MARKTCHANCEN INTER-

NATIONAL ERGREIFEN

Ein weiterer wichtiger Baustein im

Bereich Gründung spielt dann auch

die internationale Positionierung der

jungen Unternehmen. Denn gerade

bei hoch innovativen Produkten und

Dienstleistungen muss die Markterschließung

schnell erfolgen, um

Wettbewerber und Nachahmer hinter

sich zu lassen – möglichst auch auf

internationaler Ebene. Durch das

Engagement der Wirtschaftsförderung

Karlsruhe im Rahmen internationaler

Netzwerke und Veranstaltungen sollen

die Marktchancen für Start-ups und

innovative Geschäftsmodelle aus

Karlsruhe und der TechnologieRegion

international deutlich erhöht werden.

Das wird seit 2017 ebenfalls durch die

Landesregierung Baden-Württemberg

über spezielle Fördermaßnahmen stark

unterstützt.

Die Beratungs- und Raumangebote für Gründerinnen und

Gründer sind in Karlsruhe so vielfältig und kreativ wie die

Gründungsideen selbst. Dabei bietet gerade die konsequente

Vernetzung aller gründungsunterstützenden Akteure und

Maßnahmen große Chancen für Stadt und Region.

Gründerallianz: Netzwerk erzeugt Synergien

Gründerinnen und Gründer können von Anfang an auf ein breites

Unterstützungsangebot zugreifen. Um dieses Angebot noch

weiter zu verbessern, formierte sich 2014 die Gründerallianz

Karlsruhe, ein Zusammenschluss aller relevanten Akteure der

Gründungs- und Wirtschaftsförderung sowie der Forschung

und Lehre zu einem starken regionalen Netzwerk. Hier finden

Interessierte ein breites Angebot an Beratungsstellen und

Gründerinitiativen mit qualifizierten Ansprechpartnern.

Gemeinsames Ziel aller Netzwerkpartner ist es, Gründungsinitiativen

optimal zu begleiten und zu unterstützen.

www.gruenderallianz.de

Von MICHAEL KAISER, Direktor der Wirtschaftsförderung Karlsruhe

Email: michael.kaiser@wifoe.karlsruhe.de

DIETHELM RUMPEL, bei der Wirtschaftsförderung verantwortlich

für den Bereich Existenzgründung

Email: diethelm.rumpel@wifoe.karlsruhe.de

2

3

In Karlsruhes Gründerzentren findet die junge Gründerszene

optimale Startbedingungen. Ob im Perfekt Futur (1) (Kulturund

Kreativwirtschaft) oder im CyberLab des CyberForums (2)

(IT- und Hightech-Branche). Neben der Beratung spielt auch

das Netzwerken eine wichtige Rolle, wie etwa beim „Gründer-

Grillen“ des Center for Innovation and Entrepreneurship (CIE)

am Karlsruher Institut für Technologie (3).

Foto: CyberForum

Foto: Karlsruher Institut für Technologie


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 54 55

03 NACHWUCHS

LIEBLING, ICH HABE DIE

KINDER GESCHRUMPFT !

INDIVIDUELLES AUTO-

MATISIERUNGSSYSTEM

Robodev ist ein Technologie-Start-up,

welches 2016 aus dem Karlsruher Insti

tut für Technologie hervorgegangen ist

und von einem Team aus promovierten

Robotikern gegründet wurde.

Das Konzept will Automatisierung

zugänglicher machen, egal wie groß

der jeweilige Betrieb ist. Robodev

automatisiert mit seinem System

die wirtschaftliche Produktion und

Montage kleiner Stückzahlen in Form

eines Modulbaukastens, welcher auf

die Tätigkeit des Menschen angepasst

ist. Der Kunde kann aus einem Fundus

von beliebig miteinander kombinierbaren,

intelligenten Mechatronikmodulen

auswählen und das alles wird dann von

einer innovativen Softwaresteuerung

kontrolliert. Diese Kombination

ermöglicht hochgradig anpassbare

Automatisierungslösungen für den

innerbetrieblichen Einsatz.

www.robodev.eu/de/

WENN MEISTER VOM HIMMEL FALLEN

... dann ist die Landung hart und schmerzlich. Die Meister

der Sinne, der Gefühle oder der Talente haben oftmals selber

noch gar nicht gemerkt, was sie für außergewöhnliche Fähigkeiten

haben. Klingt komisch, ist aber so. Viele sogenannte

Hoch-X-Menschen verkennen Ihre Anlagen, haben sogar

Angst davor, anders zu sein, als die Anderen.

Tatjana Erhardt, selbst ein Hoch-X-Mensch mit außergewöhnlichen

Begabungen, die sie in vielen Jahren in

verschiedenen Vorstandsetagen beweisen konnte, hat sich

mit Ihrer Unternehmung CHANCEFITTER darauf spezialisiert,

Hoch-X-Menschen zu coachen, damit sie ihre volle

Energie entfalten können. Sie sensibilisiert aber auch die

Unternehmen für diese Themen und hilft beim Umgang

mit Hoch-X-Mitarbeitern. Eine Win-Win Situation für

alle Seiten.

Sind Sie auch ein Hoch-X-Mensch? Eine Merkmalliste finden

Sie unter: www.chancefitter.com

Wenn vier junge Gründer, darunter

ein Physiker, zwei Ingenieure und ein

Wirtschaftswissenschaftler, ihre Köpfe

zusammenstecken, geht es natürlich

um Technik und speziell um folienbasierte

Miniatur-Aktoren aus Formgedächtnislegierungen

(FGL). Klingt

kompliziert, ist es aber gar nicht. Unter

Formgedächtnislegierungen kann man

sich spezielle Metalle vorstellen, die

sich kalt gut verformen lassen, bei Hitze

aber wieder in ihre Ursprungsform

zurückspringen und während dieser

Zeit eine hohe Kraft erzeugen. Dabei

sind sie so winzig klein, dass eine 1-Cent-

Münze dagegen riesengroß wirkt.

Die FGL-Miniatur-Aktoren verfügen

über eine hohe Anpassbarkeit auf

Markt- und Kundenspezifika und finden

in einer Vielzahl von Branchen, wie

z.B. der Medizintechnik, im Bereich

der Miniaturisierung, etwa bei Pumpen

und Ventilen, ihren Einsatz.

www.mementis.com

NIE WIEDER NOTEN SCHREIBEN

„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“, sagte Nietzsche.

Viele Künstler versinken aber regelrecht in ihren Notensammlungen.

Um Einklang in dieses Chaos zu bringen, macht

es Melody Scanner, eine cloudbasierte Notenmappe, so

richtig einfach. Denn Noten schreiben war gestern, heute

lädst du deine Lieblingssongs als MP3 Datei oder als Link aus

einem YouTube Video direkt in deine digitale Notenbibliothek.

Melody Scanner übernimmt dann die Arbeit, wandelt Klänge

und Melodien in Noten um und gleicht diese an dein passendes

Instrument oder auch an verschiedene Schwierigkeitsstufen

an.

Die künstliche Intelligenz ermöglicht es dir, vom Analogen

ins Digitale zu wechseln, einen besseren Überblick über deine

vorhandenen Kompositionen zu behalten oder auch ganz neue

Werke zu kreieren.

ILLUSTRATION VON ALINA MILLER WERBEAGENTUR VON SCHICKH ©

www.melodyscanner.com


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 56 57

04 NACHWUCHS

BUCHFÜHRUNG AM PC (LEXWARE/DATEV)

Besonders für kleine Unternehmen ist es wichtig, Buchführungsaufwand

und Steuerberatungskosten gering zu halten.

Um erfolgreich zu planen, müssen die Entwicklung der Einnahmen

und Ausgaben stets überblickt werden. Diese Ziele

lassen sich mit dem Einsatz einer Buchführungssoftware

verwirklichen. In diesem Seminar erhalten Teilnehmer eine verständliche

und praxisnahe Einführung in die Funktionen und

Möglichkeiten der Buchführungssoftware Lexware/DATEV.

AUSBILDUNG DER AUSBILDER (ADA)

www.bia-karlsruhe.de/buchfuehrung

GEPRÜFTE FACHKRAFT FÜR BERUFLICHE

BILDUNG (HWK)

Mit dieser Fortbildung, die sich aus Schwerpunkt 1 „Integrative

Bildungsplanung“ und/oder Schwerpunkt 2 „Lernprozesse

und Lernbegleitung bei besonderem Förderbedarf“ zusammensetzt,

werden Ausbilder gezielt auf die neuen Anforderungen

vorbereitet. Die Aufgabe der Ausbilder ist es, Auszubildende

dabei zu unterstützen, ihren Beruf und ihre Tätigkeit im

Betrieb in seiner Ganzheit zu verstehen und Prozesse selbstständig

durchzuführen. Ausgeübte berufliche Handlungen,

wie Routinetätigkeiten, werden sich verändern.

www.bia-karlsruhe.de/berufliche-bildung

Foto: Fotolia-pressmaster

HANDFESTE BILDUNG

FÜR MACHER

Die Bildungsakademie der Handwerkskammer Karlsruhe zeichnet sich durch ein vielfältiges Aus- und

Weiterbildungsangebot aus. Dies beinhaltet die Berufsorientierung für Schüler, die überbetriebliche

Lehrlingsunterweisung, die Gesellen- und Meistervorbereitung, technische und kaufmännische Fortbildungslehrgänge,

Firmenschulungen, Tagesseminare und Studiengänge wie den Betriebswirt. Als

zertifizierter Bildungsträger und Mitglied im Netzwerk Fortbildung bietet die Akademie eine breite

Palette von praxisorientierten und gewerkspezifischen Kursen, Seminaren und Lehrgängen an, die auf

die Betriebe im Handwerk zugeschnitten sind.

Wer junge Menschen im Betrieb ausbilden will, braucht

pädagogisches Know-how, denn gute Lehrlinge brauchen

gute Ausbilder. Ausbilder haben einen anspruchsvollen Job.

Sie leiten Auszubildende an, motivieren und beurteilen. Sie

erkennen Probleme, lösen Konflikte und nehmen Ängste. Die

Vermittlung erfolgt in vier Handlungsfeldern, die dem Ablauf

der Aufgabenstellungen in der Ausbildungspraxis entsprechen:

Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen,

Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden

mitwirken, Ausbildung durchführen und Ausbildung

abschließen.

www.bia-karlsruhe.de/ada

LOHN- UND GEHALTSABRECHNUNG MIT DATEV

Lohnabrechnung eigenständig abwickeln? Mit Einsatz moderner

Softwarelösungen ist dies durchaus möglich. Damit können alle

wichtigen Unterlagen, die der Betrieb, das Finanzamt oder die

Krankenkasse benötigen, erstellt und übermittelt werden.

www.bia-karlsruhe.de/datev

Das Team der Bildungsakademie berät gerne kostenfrei und

unverbindlich in einem persönlichen Gespräch über das

Bildungsprogramm, Voraussetzungen, Karrierewege sowie

finanzielle Fördermöglichkeiten.

www.bia-karlsruhe.de

GEBÄUDEENERGIEBERATER (HWK)

MEISTERVORBEREITUNG TEILE 3 UND 4

BETRIEBSWIRT

In diesem Kurs werden Handwerksmeister, Architekten

und Ingenieure unter Einbeziehung der aktuellen Energieeinsparverordnung

EnEV umfassend auf dem Gebiet des

baulichen Wärmeschutzes und der Heizungsanlagentechnik

vorbereitet und geschult konkret Modernisierungskonzepte

unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit zu entwickeln. Denn

professionelle Energieberatung ist im Neubau und in der Sanierung

notwendiger denn je. Nach erfolgreichem Abschluss

ist der Gebäudeenergieberater berechtigt, Energieausweise

im Wohnbestand auszustellen.

www.bia-karlsruhe.de/gebaeudeenergie

In dem fachübergreifenden Teil 3 der Meistervorbereitung

werden alle Kenntnisse, die für eine verantwortungsvolle

Position in einem Betrieb oder für die selbstständige Führung

eines Unternehmens notwendig sind, vermittelt. Als Meister

übernimmt man für den fachlichen Nachwuchs Verantwortung,

gibt Wissen professionell weiter, sichert die

Qualitätsstandards im Handwerk und erschließt sich selbst

interessante berufliche Wege. Die berufs- und arbeitspädagogischen

Kompetenzen werden im Teil 4 der Meistervorbereitung

erworben.

www.bia-karlsruhe.de/mv-teile-3-4

Von Führungskräften im Handwerk wird ein umfassendes

Managementwissen verlangt. Nur mit qualifizierter und

praxisnaher Weiterbildung kann man diesem hohen Anspruch

gerecht werden. Realistische Fallbeispiele und Projektarbeiten

bilden die Schwerpunkte dieses Studiengangs. Es wird das

betriebswirtschaftliche Wissen, um in der Unternehmensführung

von Handwerksbetrieben aufzusteigen oder um ein

eigenes Unternehmen zu gründen, vermittelt.

www.bia-karlsruhe.de/betriebswirt

Foto: Fotolia - Rawpixel.com


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 58 59

04 NACHWUCHS

KARLSRUHE SPITZE

IN EUROPA –

KREATIVPARK ALS

ERFOLGSFAKTOR

3

Nach einer aktuellen Studie der EU-Kommission liegt Karlsruhe auf

Platz zwei im europaweiten Städtevergleich in Sachen Kreativwirtschaft –

und punktet vor allem hinsichtlich Anzahl der Jobs, Jobwachstum und

Innovationen.

1

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der

Kultur- und Kreativwirtschaft in

Karlsruhe ist der Kreativpark Alter

Schlachthof im Osten der Stadt.

Die Konversion des rund 70.000

Quadratmeter großen Areals mit

bundesweiter Strahlkraft schreitet

weiter voran. Bereits jetzt haben

über 1.000 Akteure hier ihre kreative

Basis gefunden.

Im Frühjahr 2017 öffnete das Kunsthandwerkszentrum

in der ehemaligen

Großmarkthalle seine Pforten. In

der knapp zweijährigen Umbauzeit

entstanden dort 18 Atelierräume

unterschiedlicher Größe. Diese

ergänzen die bestehenden vielfältigen

Nutzungen des Alten Schlachthofs

mit Räumlichkeiten für werkstattbasierte

Arbeitsplätze. Ganz nach

den Vorstellungen der städtischen

Initiatoren haben dort sehr unterschiedliche

Kreative eine Bleibe

gefunden – ihre Arbeitsfelder reichen

von Keramik über Lichtkunst bis zu

Cartoons und Illustrationen.

WACHSTUMS- UND FESTIGUNGS-

ZENTRUM ERÖFFNET 2018

Mittlerweile fünf Jahre alt wurde im

April das Gründungszentrum Perfekt

Futur. Rund 70 umgebaute Seefrachtcontainer

stehen hier als Büroräume

für angehende Kreative zur Verfügung.

Mit über 250 Bewerbungen sind sie ein

heißbegehrter Standort für Start-ups

und Gründungsideen aus den elf Kreativbranchen.

Die Palette der Mieter

in der ehemaligen Fleischmarkthalle

reicht von der Filmproduktion über

Matschhosen für Kinder bis hin zur

Foto-Marketing-Agentur.

Für sie und alle anderen Kreativunternehmen

bildet das Wachstums- und

Festigungszentrum den nächsten

Schritt nach der Gründungsphase.

Mit seiner Eröffnung im Herbst 2018

bietet der erste große Neubau für

Gründerinnen und Gründer auf dem

Gelände Entwicklungsperspektiven

und neue Entfaltungsmöglichkeiten.

Darüber hinaus entstehen dort Flächen

für Seminare, Workshops sowie ein

Co-Working-Bereich: weitere wichtige

Bausteine für das kreative Arbeiten auf

dem Gelände.

DYNAMISCHE UND KREATIVE

NUTZER

Der etwa 3.300 Quadratmeter große

Bau des Wachstums- und Festigungszentrums

am östlichen Rand des ehemaligen

Schlachthofs ist kein typisches

Bürogebäude; die robusten Strukturen

orientieren sich an den Anforderungen

einer überaus dynamischen und kreativen

Nutzerschaft. Der lichtdurchflutete

Neubau aus dem Hause Birk,

Heilmeyer und Frenzel Architekten

soll Raum für 20 Unternehmen bieten.

Bauherrin des Sieben-Millionen-

Projektes ist die Karlsruher Fächer

GmbH. Die Vergabe der Flächen und

die Betreuung der Unternehmen übernimmt

das K3 Kultur- und Kreativwirtschaftsbüro

Karlsruhe, das gemeinsam

von der Wirtschaftsförderung und dem

Kulturbüro des Kulturamtes der Stadt

Karlsruhe betrieben wird.

Eines der Unternehmen, das in das

Wachstums- und Festigungszentrum

einziehen wird, ist das erfolgreiche

IT-Unternehmen let’s dev. Nach dem

Studium in Kaiserslautern wählten die

Brüder Christian und Karl-J. Wack

2012 Karlsruhe als Sitz für ihr neues

Unternehmen. Daraus entwickelte sich

seither ein über 30-köpfiges Team,

welches sich unter anderem mit mobiler

App-Entwicklung und individuellen

Softwarelösungen für Unternehmen

beschäftigt.

KREATIVWIRTSCHAFTS-

ZENTRUM SCHLIESST LÜCKE

2

Ebenfalls bereits in der Planung befindet

sich das Kreativwirtschaftszentrum, das

in unmittelbarere Nachbarschaft 2020

eröffnen soll. Das letzte Gebäude in

der Baureihe wird insbesondere Unternehmen

mit bis zu 40 Mitarbeitern

Entfaltungsmöglichkeiten bieten und

schließt damit eine wichtige Lücke

oberhalb des Wachstums- und Festigungszentrums.

Mit der Fertigstellung

4

Das neue Wachstums- und Festigungszentrum

im Kreativpark Alter Schlachthof bietet der Karlsruher

Kreativwirtschaft auf 3.300 Quadratmetern

attraktive Entwicklungsmöglichkeiten.

1 Außenperspektive

2-4 Büro- und Seminarräume

Bilder: Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten

des Kreativwirtschaftszentrums können die

Karlsruher Fächer GmbH und Co. Stadtentwicklungs

KG und das K3 Kultur- und

Kreativwirtschaftsbüro künftig Flächen von

12 bis 3.200 Quadratmetern anbieten.

Start-ups können somit alle Entwicklungsphasen

auf dem Schlachthofgelände

durchlaufen, und zwar ohne ihr kreatives

Ökosystem und damit ihr gewachsenes

Netzwerk aufgeben zu müssen.

Von DIRK METZGER, verantwortet

bei der Wirtschaftsförderung Karlsruhe

den Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft

Email: dirk.metzger@wifoe.karlsruhe.de

www.k3-karlsruhe.de


RS

NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 60

Auch Athleten nutzen den Restube.

SENDING OUT AN S.O.S

Tiefe Wasser, unberechenbare Wellen und

hinwegfegende Winde können einem manchmal

zum Verhängnis werden. Trotzdem zieht es die

Menschen ins Wasser.

Dabei sterben in Deutschland jährlich bis zu 600 Menschen

durch Ertrinken, nur die wenigsten können rechtzeitig gerettet

werden. Auch Christopher Fuhrhop geriet vor ein paar

Jahren beim Kitesurfen in eine lebensbedrohliche Situation,

als er mit kaputtem Schirm zurück zum weit entfernten Ufer

schwimmen musste. Glück im Unglück im doppelten Sinne,

denn daraufhin hatte er den genialen Einfall:

Foto: Restube

zusätzlich mit einer Kamera ausgestattet, um mit Livebildern

nach Vermissten zu suchen. Das bereits mehrfach ausgezeichnete

Unternehmen sahnte Preise wie den Deutschen

Gründerpreis „Start-up“, den „ISPO GOLD AWARD“ und

den „German Accelerator“ ab. Außerdem wurde Gründer

Christopher Fuhrhop mit seiner lebensrettenden Idee in die

Top Ten der „Innovatoren unter 35“ gewählt.

BiLDUNG

IST UNSER

HANDWERK.

#EINFACHMACHEN

MEiN WEG I MEiN ZiEL I MEiNE ZUKUNFT

Um sich und anderen zukünftig eine schönere und sicherere

Zeit im Wasser zu ermöglichen, entwickelte Fuhrhop einen

kleinen Lebensretter: Wie ein Schutzhelm Rad- und Skifahrern

Sicherheit bei einem Aufprall bietet, ist „Restube“

für alle Wassersportler und Schwimmer der Notfallanker.

Restube ist eine nach Aktivierung selbstaufblasbare Boje,

die in gefährlichen Situationen nötigen Auftrieb im Wasser

bietet. Diese Boje kann auch ferngesteuert von einer Drohne

exakt abgeworfen werden. Dabei ist der Helfer in der Luft

80.000 Restubes sind weltweit im Einsatz und konnten

bereits über 30 Leben retten. Das Team um Christopher

Fuhrhop arbeitet täglich an der Weiterentwicklung damit

jedem Einzelnen mehr Freiheit und Sicherheit im Wasser

ermöglicht werden kann.

In diesem Jahr werden bereits erste Rettungsdrohnen-Piloten

ausgebildet! Die mit Restube bestückten Drohnen, werden

die Rettungsschwimmer an den Stränden bei ihrer Arbeit

unterstützen.

Foto: Restube

Rettung mit dem Restube per Drohne.

Die RESTUBE GmbH wurde im Sommer 2012

gegründet und ist im Umfeld des Karlsruher Instituts

für Technologie (KIT) aus Diplomarbeiten der

damaligen Studenten entstanden. Mittlerweile ist

das Unternehmen in über 25 Ländern aktiv und

Restube gibt es in weit über 500 Läden.

2017 war RESTUBE bei über 30 Wassersportveranstaltungen

verpflichtend als Safety Partner dabei

und ermöglichte damit zehntausenden Teilnehmern

und den Veranstaltern sicherere Sportevents.

www.bia-karlsruhe.de


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 62 63

MUT

„ICH MAG‘S

GEMÜTLICH UND

UNAUFGEREGT“

„ZUKUNFT LÄSST

SICH VON DIR

GESTALTEN“

GERT OETTINGER, „Dodo“

Clown des Städtischen Klinikums Karlsruhe

ERICH HARSCH, Vorsitzender der Geschäftsführung,

dm-drogerie markt

Der Tag, an dem Sie nach Hause kamen und dachten,

Sie haben den besten Job auf der Welt – was war ausschlaggebend

dafür?

Diese Tage habe ich ständig! Auch nach über 15 Jahren als

Krankenhausclown ist es für mich immer noch ein großes

Geschenk, zu sehen, wie ein Clown-Besuch Kinder verändern

kann. Wenn aus verunsicherten, ängstlichen oder von Schmerzen

geplagten kleinen Menschen wieder Kinder werden, die schmunzelnd,

fasziniert oder laut lachend für einen Augenblick das

Kranksein vergessen, ist das großartig.

Warum wären Sie selbst gerne Kunde Ihres Unternehmens?

Ich bin ja natürlich permanent Kunde bei uns, aber selbst wenn ich

das nicht durch meine Unternehmensidentifikation wäre, würden

mich wahrscheinlich die kompetenten und aufgeschlossen freundlichen

Menschen überzeugen, die bei dm ihre Kunden betreuen.

Wenn Sie in die Vergangenheit reisen und Ihrem 20-jährigen

Selbst einen Rat geben könnten, was würden Sie sagen?

Jede Entscheidung hat Folgen und die Zukunft lässt sich damit

von dir gestalten.

Foto: Markus Kümmerle

Wer hat Sie in Ihrem Leben inspiriert bzw. motiviert?

Patch Adams und der gleichnamige Film mit Robin Williams.

Kranke als ganzheitliche Menschen zu sehen und zu erleben wie

wichtig es ist, sein Gegenüber einfach wahr- und ernst zu nehmen.

Natürlich auch wie schön es ist andere Menschen zum Lachen

zu bringen. Besonders!

Welche drei Faktoren hatten den größten Einfluss auf Ihren

Erfolg im Beruf, im Klinikum?

1. Die Vorkenntnisse als Fachkrankenpfleger für Intensivmedizin,

die meinen Blick für kranke Menschen geschärft haben und mich

lehrten Schicksale zu akzeptieren.

2. Das wertvolle heilpädagogische Wissen meiner Frau, die mir

nahebrachte wie Kinder ticken, was Kinder brauchen und was

Kindern hilft.

3. Der Umstand von Fördervereinen engagiert zu werden, was

mir einen hohen künstlerischen Freiheitsgrad wie auch finanzielle

Sicherheit beschert.

Wie würden Ihre Kollegen Sie beschreiben?

Die Aussage meiner Clown-Kollegin Petra Daiber finde ich

ganz gut: „Du hast es geschafft dein inneres Kind am Leben

zu erhalten“.

Was schätzen Sie an der badischen Lebensart?

Ich mag's gemütlich und unaufgeregt. Zudem ist es schön im

Herzen Europas zu leben.

Was bedeutet Ihnen Ihre Familie?

Der Rahmen der mein Leben zusammenhält. Meine Frau ist zudem

eine hervorragende Ratgeberin, wenn es um das Verständnis für

meine Zielgruppe geht. Meine Kinder sind unentbehrliche Inspiration

aber auch hochkompetente und schonungslose Kritiker.

Foto: dn-drogerie markt

Der Tag, an dem Sie nach Hause kamen und dachten,

Sie haben den besten Job auf der Welt – was war ausschlaggebend

dafür?

Wieso nur ein Tag? Es gibt viele solcher Tage, weil das Leben bei

dm und mit dm, mit den Kolleginnen und Kollegen sowie mit den

vielen Menschen aus dem Kunden-und Partnerkreis unheimlich

interessant und abwechslungsreich ist, in einer meist äußerst

gegenseitig wohlwollenden Atmosphäre.

Wer hat Sie in Ihrem Leben inspiriert bzw. motiviert?

Am inspirierendsten waren für mich unsere Begleiter und Berater

bei dm in den letzten 30 Jahren in eher philosophischen und/oder

künstlerischen Kontexten und mit diesen Menschen gemeinsam

über Fragen wie ‚Was kann die Wirtschaft von der Kunst lernen?‘

oder ‚Was bedeutet dialogische Kultur?‘ oder ‚Wie verstehen

wir Begriffe und wie prägen sie unser Denken und Handeln?‘

zu sprechen. Und natürlich der Austausch darüber mit den

Kolleginnen und Kollegen, allen voran dem dm-Gründer Prof.

Götz W. Werner.

Welche drei Faktoren hatten den größten Einfluss auf Ihren

Erfolg im Unternehmen?

Die Unternehmenskultur bei dm, meine sozialen und kommunikativen

Kompetenzen, die Geneigtheit der jeweiligen Förderer und

Entscheidungsträger.

Welche fünf Merkmale kennzeichnen gute Führung?

Respekt, Menschlichkeit, Dialogfähigkeit, Verantwortlichkeit,

Entwicklungsfreude.

Wie würden Ihre Mitarbeiter/Ihre Kollegen Sie beschreiben?

Das sollten Sie eben jene fragen, das ist sicher zutreffender, weil

authentischer! Ich bin kein Freund solcher spekulativer Ansätze.


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 64

Wohlfühlen!

Die Lebensqualität ist ein entscheidender Standortvorteil.

SCHLOSSLICHTSPIELE

KARLSRUHE: EINE

ERFOLGSGESCHICHTE

Auch 2018 machen atemberaubende

Projection Mappings die

Barockfassade des Karlsruher

Schlosses zum größten digitalen

Kunstwerk Europas

© tac offi ce marketing

Kunst, Lebensart und Business

Karlsruhe hat jede Menge zu bieten.

Ganz gleich, ob Sie am Abend nach einem Messetag entspannen wollen, Ihr eigenes Event planen, sich

kulturell inspirieren lassen oder aktiv die Stadt erkunden. Karlsruhe Tourismus hat für jeden Anlass die

passende Lösung. Wir unterstützen Ihre Mitarbeiter um unsere Stadt besser kennenzulernen und sich

wohlzufühlen. Wir freuen uns auf Ihren Anruf +49 (0)721 3720 5383/-5384

www.karlsruhe-tourismus.de · www.karlsruhe-erleben.de

Maxin10sity, Schlosslichtspiele 2017 „STRUCTURES OF LIFE“, Foto: Uli Deck

karlsruhe

www.karlsruhe-tourismus.de

Die SCHLOSSLICHTSPIELE Karlsruhe

sind ein wahrer Besuchermagnet.

Bislang sahen die SCHLOSSLICHT-

SPIELE Karlsruhe in ihrer dreijährigen

Geschichte rund eine Million Gäste

und machten damit den Karlsruher

Schlossplatz in den Sommermonaten

zum Erlebnismittelpunkt der Stadt.

Und auch 2018 erstrahlt das Karlsruher

Schloss wieder vom 28. Juli bis 9.

September im Glanz herausragender

digitaler Projection Mappings – und

das bereits in ihrer vierten Auflage. Die

SCHLOSSLICHTSPIELE Karlsruhe

sind eine Erfolgsgeschichte, die sich

im Voraus so nicht hätte planen lassen

können. Erstmals 2015 im Rahmen

des ZKM-Festivals GLOBALE anlässlich

des 300. Stadtgeburtstages von

Karlsruhe stattgefunden, lockten die

SCHLOSSLICHTSPIELE Karlsruhe

fortan jährlich hunderttausende Besucher

auf den Karlsruher Schlossplatz,

um dort die allabendlichen Lichtprojektionen

auf der mit einer Projektionsfläche

von 170 mal 17 Meter größten

und schönsten Leinwand Deutschlands

zu genießen.

Organisiert von der Karlsruhe Marketing

und Event GmbH und unter künstlerischer

Leitung des ZKM I Zentrum

für Kunst und Medien Karlsruhe warten

auf die Besucher 2018 wieder vier neue

Shows international anerkannter Künstlerinnen

und Künstler sowie Künstlergruppen.

Zudem verfügt Karlsruhe

mittlerweile über eine Sammlung von

21 Werken, aus denen in diesem Jahr

die zehn atemberaubendsten Shows der

vergangenen drei Jahre gezeigt werden.

„Das Zusammentreffen von virtuellen

Bildern und realen Fassaden erzeugt

aus Licht und Schatten, Farbe und

Musik optische und akustische Effekte,

die an Magie und Zauberei grenzen.

Das Publikum genießt ein verzaubertes

Schloss, ein grandioses Illusionstheater“,

so Prof. Peter Weibel, Vorstand

und künstlerischer Leiter des ZKM, der

die SCHLOSSLICHTSPIELE Karlsruhe

auch 2018 kuratiert.

Dass die SCHLOSSLICHTSPIELE

Karlsruhe nicht nur ein absoluter

Besuchermagnet für die Region sind,

belegen auch die Tourismuszahlen der

Stadt Karlsruhe. So stieg die Zahl der

Ankünfte im Vergleich zum Vorjahr

um 4,8 % auf rund 670.000, die

Übernachtungen nahmen sogar um

6,1 % auf 1,2 Millionen zu. Damit liegt

Karlsruhe deutlich über dem Landesdurchschnitt,

nicht zuletzt auch

wegen Großveranstaltungen wie den

SCHLOSSLICHTSPIELEN Karlsruhe.

Und alle Fans der SCHLOSSLICHT-

SPIELE Karlsruhe können sich freuen,

denn bis vorerst einschließlich 2020

werden die gigantischen Lichtprojektionen

fortgesetzt. Dies entschied der

Gemeinderat der Stadt Karlsruhe mit

einem einstimmigen Ergebnis.

Fotos: KEG, Artis - Uli Deck, Andreas Arndt, Jodo-Foto / Joerg Donecker,

Jürgen Schurr, ConWeimar, Jürgen Rösner | Stand: April 2018 | Änderungen vorbehalten.

INDOOR MEETING KARLSRUHE

2. Februar 2019 | Messe Karlsruhe

STADTWERKE EISZEIT

27. November 2018 bis 27. Januar 2019

Schlossplatz Karlsruhe

Events mit Emotionen

INDIA SUMMER DAYS

14. und 15. Juli 2018

Günther-Klotz-Anlage Karlsruhe

India

Summer Days

Karlsruhe

Weihnachtliches Stadionsingen

23. Dezember 2018

Carl-Kaufmann-Stadion Karlsruhe

DAS FEST

20. bis 22. Juli 2018 | Vor-FEST ab 13. Juli

Günther-Klotz-Anlage Karlsruhe

Maxin10sity | Structures of Life | Schlosslichtspiele Karlsruhe 2017

Lichterfest

17. bis 19. August 2018

Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe

SCHLOSSLICHTSPIELE KARLSRUHE

28. Juli bis 9. September 2018 | Schloss Karlsruhe

SCHLOSSLICHTSPIELE

www.schlosslichtspiele.info

www.karlsruhe-event.de


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 66 67

05 KOMMUNIKATION

Foto: Dominik Schmid

„ Wir haben eine sehr

gute Infrastruktur, bieten

einen hohen Freizeitwert

und dies kommt bei den

Menschen gut an.


CORNELIA PETZOLD-SCHICK,

Oberbürgermeisterin der Stadt Bruchsal

BRUCHSAL 4.0

In den letzten Jahren hat sich Bruchsal gut entwickelt, steigende Einwohnerzahlen belegen das. Eine gute

Infrastruktur im Bildungs- und Gesundheitswesen, bei der Nahversorgung und nicht zuletzt die guten

Arbeitsmarktdaten untermauern die Attraktivität des Standortes. Was bisher etwas zu kurz kam steht

nun ganz oben auf der Agenda: die Digitalisierung.

Das Thema Digitalisierung spielt

gerade eine große Rolle in Bruchsal.

Was tut sich ganz konkret?

Die Digitalisierung stoppt ja nicht an

den Stadtgrenzen von Bruchsal. Ganz

im Gegenteil, wir leben heute schon in

einer sehr stark digitalisierten Welt. Ob

in unserem Arbeitsalltag oder privat,

wir sind umgeben von digitalisierten

Prozessen. Sie haben sicher auch Ihr

Smartphone dabei, um nur ein Beispiel

zu nennen. Wir haben die Chance

bekommen, dass in drei Stadtteilen

ein modernes Glasfasernetz ausgebaut

wird und natürlich haben wir das

Angebot angenommen. Aber auch in

den anderen Stadtteilen können unsere

Bürgerinnen und Bürger auf schnelles

Internet zugreifen und das gilt natürlich

auch für Unternehmen.

Die Digitalisierung ist in der Arbeitswelt

sehr weit fortgeschritten. Können

denn die Unternehmen in Bruchsal

international mithalten?

Für unsere Global Player ist dies

sicherlich ein Thema, aber sie sind

gut aufgestellt. Schwieriger ist das im

Mittelstand und in den vielen kleineren

Unternehmen. Vor allem hohe Investitionskosten

können hier ein Problem

werden. Aber gerade erst im Februar

haben wir den DigitalHub Baden-Württemberg

bekommen. Ein Projekt, das

mit Landesmitteln unterstützt wird und

in der gesamten Region einen Beitrag

für die Zukunftsfähigkeit unserer Industrie

leisten wird. Gemeinsam mit der

TechnologieRegion Karlsruhe und vielen

weiteren Partnern konnten wir mit

diesem innovativen Projekt punkten.

Das Ziel ist es vor allem klassische

Unternehmer und Unternehmen,

Forschung und Entwicklung mit Startups

und Investoren zu vernetzen und

die Kosten der Digitalisierung und für

Innovationen gemeinsam zu schultern.

Das große Schlagwort ist „Bruchsal

4.0“. Wir kennen bislang nur

„Industrie 4.0“. Kann eine Stadt, eine

Stadtverwaltung etwas Vergleichbares

liefern?

Nein, aber das ist auch nicht das

Ziel. In einer Stadtverwaltung arbeiten

Menschen für Menschen, ob sie

einen neuen Reisepass benötigen oder

einen Bauantrag stellen wollen, solche

Vorgänge können nur von Menschen

bearbeitet werden. Aber natürlich gibt

es auch innerhalb einer Verwaltung

Möglichkeiten die Chancen der Digitalisierung

zu nutzen und wir können

die Rahmenbedingungen verbessern.

Sie haben Zuhause schnelles Internet,

gleichzeitig bieten wir kostenloses

Wlan vom Bahnhof bis zum Schloss an,

unterstützen mit dem DigitalHub auch

die Wirtschaft und führen Systeme zur

Verbesserung der Verwaltung ein.

Sie haben die Menschen angesprochen.

Bruchsal erlebt seit Jahren einen

Zuwachs.

Das hat viele Gründe. Natürlich gibt

es Neubaugebiete in den Stadtteilen,

in der Kernstadt entwickelt sich die

Bahnstadt weiter und es entsteht

neuer Wohnraum. Wir haben eine sehr

gute Infrastruktur, bieten einen hohen

Freizeitwert und dies kommt bei den

Menschen gut an. Zudem ist die Lage

zwischen der TechnologieRegion Karlsruhe

im Süden und der Metropolregion

im Norden sehr günstig.

Die Bahnstadt wächst langsam,

zu langsam?

Die Bahnstadt wächst, neue Gebiete

werden immer nach und nach erschlossen.

Baubeginn für die Unterführung

und damit die schnelle Anbindung an

das Zentrum ist im nächsten Jahr. So

ein großes Projekt mit so vielen Partnern

kann nicht in zwei oder drei Jahren

abgeschlossen sein. Es geht auch um

die komplette Infrastruktur, dazu

gehört auch eine moderne Nahwärmeversorgung,

Naherholung im direkten

Umfeld. Insgesamt entsteht hier ein

Stadtteil mit moderner Infrastruktur,

der wunderbar zu Bruchsal passt.

Die Digitalisierung läuft, Bruchsal

wächst. Wo sehen Sie Bruchsal in

zehn Jahren?

Ich glaube, dass Bruchsal in zehn Jahren

immer noch ein starkes Wachstum haben

wird. Dafür versuchen wir heute die

Grundlagen zu legen. Als Bildungszentrum

im nördlichen Landkreis Karlsruhe

wird unsere Bedeutung noch stärker

werden. Moderner Wohnraum, den wir

heute schon bauen oder bereits planen

wird ebenfalls die Attraktivität der Stadt

erhöhen. Und als Wirtschaftsstandort

haben wir viele Standortvorteile, die für

ein weiteres Wachstum sorgen werden.

Als Mitglied in der TechnologieRegion

Karlsruhe profitieren wir natürlich auch

von den Universitäten in Karlsruhe. Die

TRK gehört noch immer zu den am

schnellsten wachsenden Regionen in

Europa und wir sind ein Teil davon.


Foto: Eric Reiff

Bruchsal der Wirtschaftsstandort

www.bruchsal.de

DIGITAL

HUB

Regionale Wirtschaftsförderung Bruchsal GmbH

und ihre Partner gewinnen den Wettbewerb

„Digital Hub“ des Landes Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg wird in Bruchsal ein Digitalisierungszentrum

für Unternehmen mit bis zu einer Million

Euro fördern. Die Regionale Wirtschaftsförderung Bruchsal

hatte als Koordinator zusammen mit der TechnologieRegion

Karlsruhe sowie 60 Betrieben, Forschungseinrichtungen und

Kommunen eine entsprechende Bewerbung eingereicht. Das

Projekt „Digital Hub Bruchsal-Kraichgau“ bekam im Rahmen

des Digitalisierungsgipfels der Landesregierung den offiziellen

Zuschlag. Damit können nun bis zu einer Million Euro in die

Region fließen, um junge Unternehmen, Industrie- und

Handwerksbetriebe an Rhein und Kraichgau auf den digitalen

Wandel vorzubereiten.

OB CORNELIA PETZOLD-SCHICK: „FREUT

MICH UNGLAUBLICH!“

„Der Digital Hub Bruchsal-Kraichgau setzt genau das in die

Praxis um, wovon andere immer nur reden. Die Wirtschaftsregion

Bruchsal steht für Handwerk, Produktion, Maschinenbau

– und nicht trotzdem, sondern gerade deswegen sind

Industrie 4.0 und Digitalisierung für uns entscheidende

Wirtschaftsfaktoren“, zeigt sich Oberbürgermeisterin Cornelia

Petzold-Schick und Vorsitzende der Regionalen Wirtschaftsförderung

Bruchsal nach der Preisverleihung hocherfreut.

Der Digital Hub wird ein Leuchtturm, der weit über die Wirtschaftsregion

Bruchsal hinausstrahlen wird, unterstreichen die

Verantwortlichen. Die Prämierung gibt allen Projektpartnern

die Möglichkeit, über die Digitalisierung des regionalen Mittelstands

nicht nur zu reden, sondern aktiv zu unterstützen.

Der Hub dient auch als Anlaufstelle für Unternehmer und

Gründer, für Studenten und Fachkräfte und wird sicher ein

fester Bestandteil der IT-Landschaft werden.

JOCHEN EHLGÖTZ: „SCHNITTSTELLE

ZU CYBERFORUM UND KIT“

Für die TechnologieRegion Karlsruhe, die der zweite zentrale

Partner des Projektes ist, will man parallel zum Aufbau des

Hubs eine Digitalisierungsstrategie für die gesamte TRK auf

den Weg bringen. Geschäftsführer Jochen Ehlgötz möchte

„die Schnittstellen zu wichtigen Partnern wie Cyberforum und

KIT sicherstellen. Damit können wir als gesamte Technologie-

Region Karlsruhe einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen

beitragen.“

STADT BRUCHSAL

www.bruchsal.de

Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick bei der Preisverleihung des

begehrten Förderpreises „Digital Hub 2018“ des Landes Baden-Württemberg.

Bruchsal – der Standort für Ihr Unternehmen

Der Standort für neue Mobilität:

„zeozweifrei unterwegs“, „Efeu Campus“ und „autonomes Fahren“

Die Wirtschaftsregion Bruchsal präsentiert sich mit dem Projekt „zeozweifrei unterwegs“ – dem größten E-Carsharing-Vorhaben

in Baden-Württemberg außerhalb einer Großstadt – als Vorreiter für nachhaltige Mobilität.

Eine Vielzahl von Carsharing-Nutzern aus den 13 Gemeinden der Region hat sich bereits für das neue E-Carsharing in der Wirtschaftsregion

Bruchsal registriert. Die „zeo-Flotte“ besteht aus Elektroautos von 11 Gemeinden und 14 Firmen der Region, die

ihre „zeos“ den Bürgern zur Verfügung stellen.

Das Projekt wurde mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Baden-Württemberg gefördert.

efeuCampus – das Forschungs- und

Entwicklungszentrum für

nachhaltige urbane Logistik in der

Wirtschaftsregion Bruchsal

Das Land Baden-Württemberg prämiert das efeuCampus-

Projekt als einen der Sieger europäischer Leuchtturmprojekte.

Der Projektname efeuCampus steht für „eco-friendly experimental

urban logistics campus“ (Campus für umweltfreundliche,

experimentelle urbane Logistik). Das Leuchtturmprojekt

sieht die Einrichtung eines Forschungs- und Entwicklungszentrums

am Campus Bruchsal vor.

Zukunftsweisende Systeme der Ver- und Entsorgung sollen

in einem europaweiten Referenzquartier entwickelt und

erprobt werden. Güter aller Art können dank neuartiger

Fahrzeuge emissionsfrei, generationengerecht und fahrerlos

von A nach B transportiert werden.

Führende Akteure der Region haben sich zu einem Kompetenznetzwerk

zusammengeschlossen, um die technischen

und organisatorischen Herausforderungen zu lösen:

Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft – darunter die

Stadt Bruchsal, SEW-EURODRIVE, PTV, b.i.g., ewb Bruchsal,

die Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft, das KIT

sowie das FZI Forschungszentrum Informatik – forschen

gemeinsam im Bereich der Elektromobilität.

Startschuss für die 39 Elektro-Carsharingautos des Projekts „zeozweifrei

unterwegs“ am Schloss Bruchsal.

Die Projektpartner bündeln ihre Kompetenzen, um marktreife

Lösungen für die Gütermobilität im öffentlichen Raum zu

entwickeln.

Standortdaten

Einwohner: 44.652 (Stand 31.12.2016)

Unternehmen: ca. 2000

Arbeitnehmer: 23.819 (Stand 2017)

Gewerbesteuerhebesatz : 380

Autobahnanschlüsse: A5, A6, A61, A67

Bundesstraßen: B35, B36, B9, B39

Deutsche Bahn: ICE/IC/S-Bahnhof

Containerhafen: Mannheim, Ludwigshafen, Germersheim

Binnenhafen: Speyer

Flugplätze: Baden Airpark, Speyer, Mannheim

Birgit Welge Dipl. Wirtsch.-Ing. (FH)

Telefon 0 72 51 / 79 – 58 45

Mobil: 01 60 / 98 25 06 94

Telefax: 0 72 51 / 79 – 11 58 45

Mail: birgit.welge@bruchsal.de

Stadt Bruchsal / Kommunale Wirtschaftsförderung

Kaiserstraße 66 / 76646 Bruchsal

Christine Dimmelmeier

Telefon: 0 72 51 / 79 – 257

Telefax: 0 72 51 / 79 – 11 – 257

Mail: christine.dimmelmeier@bruchsal.de


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 70 71

REALLABOR FÜR

AUTONOMES

FAHREN

Mobilität der Zukunft: Testfeld

in Karlsruhe eröffnet

In Karlsruhe wurden am 3. Mai die

Weichen für die Mobilität der Zukunft

gestellt: Nach fünfmonatigem Probebetrieb

wurde das Testfeld Autonomes

Fahren Baden-Württemberg (TAF

BW) feierlich eröffnet und nahm

damit offiziell seinen Betrieb auf. Das

Testfeld-Konsortium konnte beim

Karlsruher Verkehrsverbund mehr

als 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft

und Wissenschaft willkommen heißen.

Der baden-württembergische Verkehrsminister

Winfried Hermann und

Innenminister Thomas Strobl gaben

gemeinsam mit Vertretern des Konsortiums

sowie dem KVV als Betreiber

des Testfelds den Startschuss für die

Weiterentwicklung des autonomen

Fahrens im Land.

„Die Mobilität wird gerade noch

einmal neu erfunden. Und Baden-

Württemberg ist vorne mit dabei“,

sagte der stellvertretende Ministerpräsident

und Minister für Inneres,

Digitalisierung und Migration, Thomas

Strobl und erinnerte an die Auto-

Pionierin Bertha Benz, die vor 130

Jahren die Erfolgsgeschichte des

Automobils einläutete. „Wir bringen in

Karlsruhe das Testfeld für Autonomes

Fahren an den Start – und die Mobilität

der Zukunft im Realbetrieb auf

unsere Straßen. Wir waren Pioniere

bei der Motorenentwicklung, dem

Herzstück des Automobils. Wir wollen

und werden Pioniere auch im digitalen

Zeitalter sein. Das Auto-Automobil ist

die Zukunft Baden-Württembergs“,

machte Strobl deutlich.

KVV ALS WEGBEREITER DES

AUTONOMEN FAHRENS

Mit dem Testfeld will das Land seine

Vorreiterrolle im Bereich der Digitalisierung

ausbauen sowie verschiedene

Mobilitätskonzept erproben und weiter

voranbringen. „Ich bin sehr glücklich,

dass wir nach der Absage des Bundes

es als Land und ohne Bundeszuschüsse

geschafft haben, ein eigenes Testfeld

aufzubauen“, erklärte Verkehrsminister

Hermann. „Ich bin gespannt, was auf

dem Testfeld gefördert wird und welche

Erkenntnisse wir gewinnen. Mich

interessieren die verkehrlichen und

ökologischen Wirkungen. Das beginnt

bei der möglichen Veränderung des

künftigen Verkehrsaufkommens im

Personen- und Güterverkehr und der

Verkehrsmittelwahl hin zu einem möglichen

autonomen ÖPNV mit kleinen

Bussen im Tür-zu-Tür-Betrieb, geht

über Fragen des Straßenrechts, der

Fahrzeugzulassung, über Datenschutz,

Akzeptanz durch den Nutzer und ethische

Fragen bis zur Wirtschaftlichkeit

und städtebaulichen Veränderungen

hin“, so Hermann weiter.

Das Landesverkehrsministerium hatte

2016 einem Konsortium aus Kommunen

und hochrangigen Forschungseinrichtungen

am Oberrhein den Zuschlag für

den Aufbau des Testfeldes erteilt

und hierfür 2,5 Millionen Euro an

Fördergeldern bereitgestellt. Auf

dem Testfeld können Firmen und

Forschungseinrichtungen zukunftsorientierte

Technologien und

Dienstleistungen rund um das

vernetzte und automatisierte Fahren

im alltäglichen Straßenverkehr erproben.

Das gesamte Streckennetz

des Testfelds Autonomes Fahren

Baden-Württemberg reicht von

urbanen Bereichen mit gemischtem

Fahrzeug-, Fahrrad- und Fußgängerverkehr

über innerstädtische Tempo-

30- und Tempo-50-Zonen, städtische

Parkhäuser, Wohngebiete, Landesund

Bundesstraßen bis hin zu Autobahnabschnitten.

Als einer der ersten

Abschnitte wurden Straßen in der

Karlsruher Oststadt für den Betrieb

vorbereitet. Auch die Städte Bruchsal

und Heilbronn beteiligen sich an dem

Pilotprojekt.

REALISTISCHE TESTBEDIN-

GUNGEN SIND NOTWENDIG

„Schon heute sind die technischen

Möglichkeiten vielfältig. In den

Forschungseinrichtungen werden

zukunftsweisende Technologien zum

autonomen Fahren entwickelt, die es in

neuen Anwendungen nun zu etablieren

gilt. Das geht jedoch nur, wenn unter

realitätsnahen Bedingungen getestet

werden kann. Ich freue mich, dass wir

mit dem Testfeld Autonomes Fahren

Baden-Württemberg genau die

Rahmenbedingungen schaffen konnten,

die sicheres Testen ermöglichen. Damit

haben wir nun ideale Voraussetzungen,

um die Mobilität technologisch,

wirtschaftlich und vor allem auch

gesellschaftlich weiterzuentwickeln“,

machte Professor J. Marius Zöllner

vom Forschungszentrum Informatik

deutlich, das federführend die Arbeit

des Testfeld-Konsortiums verantwortet.

Fotos: KVV, Alexander Scheuber

Betreiber des Testfeldes ist der Karlsruher

Verkehrsverbund (KVV). Er

möchte perspektivisch in dem Reallabor

auch selbst eigene, autonom

fahrende Minibusse testen. „Wir

sind der erste Verkehrsverbund in

Deutschland, der an solch einem

zukunftsweisenden Projekt maßgeblich

beteiligt ist“, erläutert

KVV-Geschäftsführer Dr. Alexander

Pischon stolz. „Ich bin überzeugt, dass

autonomes Fahren den öffentlichen

Nahverkehr in ein neues Zeitalter

führen wird. Das Testfeld bedeutet

für uns die große Chance, den KVV

von einem klassischen Verkehrsverbund

zu einem Mobilitätsverbund

weiterzuentwickeln.“

Denn durch die fortschreitende

Digitalisierung wird sich das Mobilitätsverhalten

der KVV-Kunden in den

nächsten Jahren rapide verändern,

insbesondere da die individuellen

Ansprüche an Flexibilität, Schnelligkeit

und Komfort steigen. Um dieser

Herausforderung angemessen zu

begegnen und um weiterhin eine

zentrale Rolle auf dem Gebiet der

Mobilität zu spielen, plant der KVV

im Rahmen des Testfeld-Projekts

auch eine Verknüpfung mit dem

Projekt RegioMove. Dieses sieht vor,

3

1

verschiedene Mobilitätsangebote in

der Region miteinander zu vernetzen.

Insbesondere Carsharing- und

Leihfahrradanbieter sollen nun in das

bestehende System des KVV integriert

werden. Auch die autonom fahrenden

Busse, die der KVV auf dem Testfeld

erproben will, könnten perspektivisch

Teil dieser Mobilitätsangebote werden.

DAS PROJEKT VERBINDET

Als Technologieregion, in der viele

IT-Firmen und hochranginge

Forschungseinrichtungen beheimatet

sind, bietet Karlsruhe beste Voraussetzungen

für ein solches Testfeld.

Hier ist nicht nur große Kompetenz

in der Informations- und Kommunikationstechnik

vorhanden, sowohl in

der Forschung als auch in der Wirtschaft.

So bereitet das Testfeld den

Weg für die Mobilität von morgen:

„Das Zusammenwirken von moderner

Informationstechnik, lernenden

Systemen und zukunftsträchtigen

Mobilitätstechnologien wird ganz neue

2

1 Sie geben das Startsignal für die Mobilität der

Zukunft (v.l.): KVV-Geschäftsführer Dr. Alexander

Pischon, Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank

Mentrup, Baden-Württembergs Innenminister

Thomas Strobl, Prof. Dr.-Ing. J. Marius Zöllner,

Direktor FZI Forschungszentrum Informatik, der

baden-württembergische Verkehrsminister Winfried

Hermann sowie Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka,

Präsident des KIT.

2+3 Im Rahmen der Testfeld-Eröffnung präsentierten

Autohersteller und Forschungseinrichtungen innovative

Fahrzeugsysteme rund ums autonome Fahren

auf dem Betriebshof-Areal der Verkehrsbetriebe

Karlsruhe.

Verkehrskonzepte hervorbringen“,

sagte der Präsident des Karlsruher

Instituts für Technologie (KIT),

Professor Holger Hanselka, als

Vertreter der am Testfeld beteiligten

Forschungseinrichtungen bei der

Eröffnungsfeier.

Das Testfeld steht auch für eine innovative

Zusammenarbeit von Landesregierung,

Wissenschaft, Kommunen und

dem KVV bei einem zukunftsweisenden

Mobilitätsthema. In der Aufbauphase

wurden in den vergangenen Monaten

unter anderem Verkehrsflächen

unterschiedlichster Art vorbereitet,

hochgenaue 3-D-Karten erzeugt sowie

Sensoren zur Echtzeiterfassung des

Verkehrs und dessen Einflussfaktoren

installiert. Die Messtechnik ist unscheinbar

im Straßenraum angebracht, zum

Beispiel auf vorhandenen Ampelanlagen.

So heißt es rund um Karlsruhe ab

sofort: „Hände weg vom Lenkrad.“

Weitere Informationen zum Testfeld

gibt es unter taf-bw.de


www.vollack.de/vaude

Gebäude beflügeln.

Gebäude können Menschen mit Energie aufl aden. Mit 150 Architekten

und Ingenieuren entwickeln, planen und realisieren wir bundesweit

Arbeitswelten mit Zukunfts-Gen. Kundenindividuell und prozessorientiert.

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schon an morgen. Sie auch? Dann sollten wir uns kennenlernen.

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NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 74

Foto: ONUK

AM PULS DER WISSENSCHAFT:

EFFEKTE VERMITTELT AKTUELLE

FORSCHUNGSTHEMEN

Ein Jahr lang zwölf Ausgaben Wissenschaftskommunikation – das ist der Auftrag, den sich das

Wissenschaftsbüro Karlsruhe gesetzt hat. Jeden Monat wird EFFEKTE mit einem abwechslungsreichen

Programm der verschiedenen Karlsruher Wissenschaftseinrichtungen an einem Dienstag auf dem

Gelände des Alten Schlachthofs zu Gast sein.

Die EFFEKTE-Reihe, die abwechselnd

im Tollhaus, Substage und Substage

Café sowie im Perfekt Futur stattfindet,

bietet mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen

und Mitmach-Angeboten zum

Thema „Karlsruhe 4.0“ ein vielseitiges

Programm für alle Interessierten –

unabhängig von Alter und Vorwissen.

Innovationen, Weiterentwicklungen

und Trends, die in Karlsruhe entstehen

und die in hiesigen Forschungseinrichtungen

entwickelt werden, sind 2018

das Thema. Ob Industrie 4.0 oder

soziale und auch technikkritische

Themen: Karlsruher Forscher erklären

auf verständliche und unterhaltsame

Weise Phänomene, die uns beschäftigen.

EFFEKTE ist am Puls der Zeit!

Die EFFEKTE-Reihe knüpft an die

erfolgreichen Wissenschaftsdienstage

während des Karlsruher Festivalsommers

2015 an. 2016 fand die

Reihe erstmals auf dem Gelände des

Alten Schlachthofs statt und brachte

unter dem Motto „Mensch-Maschine-

Kommunikation“ Wissenschaft in das

Karlsruher Areal der Kultur- und

Kreativwirtschaft. Das Wissenschaftsbüro

der Stadt Karlsruhe organisiert die

Reihe als Vorbereitung auf das Wissenschaftsfestival

EFFEKTE, bei dem sich

Karlsruhe 2019 zum vierten Mal in ein

riesiges Mitmach- und Experimentierlabor

verwandelt. Ziel von EFFEKTE

ist es, interessierten Bürgerinnen und

Bürgern wissenschaftliche Themen

auf unterhaltsame und verständliche

Weise näherzubringen und sie dafür zu

begeistern.

Das Wissenschaftsbüro der Stadt

Karlsruhe konzipiert Projekte, die

Karlsruhe als Wissenschafts- und

Technologiestandort überregional vermarkten

und die Stadt für Studierende,

Fachkräfte, Wissenschaftlerinnen

und Wissenschaftler noch attraktiver

machen. Es vernetzt Wissenschaft

und Stadtgesellschaft miteinander und

fördert den Dialog durch Veranstaltungsformate

wie EFFEKTE. Als Teil

der Wirtschaftsförderung Karlsruhe

kooperiert das Wissenschaftsbüro dabei

mit Forschungseinrichtungen, Hochschulen,

Medien, Kulturträgern, dem

Studierendenwerk sowie Vertreterinnen

und Vertretern der Wirtschaft.

Die Wissenschaftsreihe EFFEKTE

findet jeweils an einem Dienstag im

Monat an wechselnden Locations im

Kreativpark Alter Schlachthof statt.

Start ist um 19:30 Uhr. Los geht es

am 5. Juni 2018 im Kulturzentrum

Tollhaus, www.effekte-karlsruhe.de

Wissenschaftsbüro Karlsruhe

wissenschaftsbuero@karlsruhe.de

Telefon: 0721 133 7380

MIT DEM KVV

IN RICHTUNG ZUKUNFT

In Karlsruhe wurden die Weichen für die Mobilität der Zukunft gestellt: Seit dem 3. Mai 2018 fungiert der Karlsruher

Verkehrsverbund als Betreiber des Testfelds Autonomes Fahren Baden-Württemberg. Das Projekt steht für die innovative

Zusammenarbeit von Landesregierung, Wissenschaft, Kommunen und dem KVV. Der Verkehrsverbund will perspektivisch in

dem Reallabor auch autonom fahrende Minibusse testen.

taf-bw.de


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 76 77

05 KOMMUNIKATION

ICH BIN EIN ELEFANT

Traurig blicken einen die Augen der Elefantenskulptur an. Dieses große, starke Tier wirkt zerbrechlich,

ängstlich, hilflos. Wie konnte es dazu kommen? Leider haben wir Menschen Schuld daran. Wilderer

haben es auf die Eckzähne der Elefanten abgesehen, die auf dem Schwarzmarkt zu horrenden Preisen

gehandelt werden. Hinzu kommt die Zerstörung des Lebensraumes dieser hochsensiblen Tiere. Nur

noch etwa 35.000 asiatische Elefanten leben in freier Wildbahn. Es ist kurz vor Zwölf, höchste Zeit,

dass wir den Hilferuf der Elefanten ernst nehmen.

Die Vollack Gruppe, die in diesem Jahr

ihr 30-jähriges Bestehen feiert, macht

genau das – mit ihrem Kunstprojekt

„Karlsruhe Multiple“, das Natur und

Kultur sinnstiftend verbinden soll und

das 2018 auf die Bedrohung des asiatischen

Elefanten aufmerksam macht.

„Wir finden, wir haben 30 gute Gründe,

Gutes zu tun“, erklärt Reinhard

Blaurock, Geschäftsführender Gesellschafter

der Vollack Gruppe, das

Engagement des Unternehmens. Mit

dem Zoo Karlsruhe und der Staatlichen

Majolika Manufaktur hat sich Vollack

zwei engagierte Partner an die Seite

geholt – gemeinsam möchten sie auf

den Artenschutz aufmerksam machen.

Entstanden ist daraus die auf nur 100

Exemplare limitierte Skulptur „Ich

bin ein Elefant“ der Künstlerin Anna

Dorothea Klug.

KARLSRUHER LIEBEN „IHREN

ELEFANTEN“

Die 35 Zentimeter hohe, ausdrucksstarke

Figur wurde auf der art Karlsruhe

zum ersten Mal der Öffentlichkeit

präsentiert – die Resonanz war überwältigend.

Das „Karlsruhe Multiple“

hat die Herzen der Besucherinnen und

Besucher im Sturm erobert. Am Mittag

des ersten Messetages waren bereits

alle Skulpturen verkauft. Dabei sind

100 Euro pro Exemplar direkt an die

Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe

geflossen. „Durch das Projekt soll

ein Mehrwert für alle entstehen –

die bedrohten Tiere, die Bürger und

Besucher von Karlsruhe sowie für die

Stadt selbst“, so Blaurock. Vorbild für

die serielle Skulptur ist eine menschengroße

Version von „Ich bin ein Elefant“,

die ebenfalls Teil des Projektes ist –

diese steht ab sofort im Zoo Karlsruhe

und schmückt dort die Elefantenanlage.

Dr. Matthias Reinschmidt, Direktor des

Karlsruher Zoos, freut sich sehr über

den neuen „Bewohner“ und ist vom

Projekt insgesamt überzeugt: „Sowohl

das ‚Karlsruhe Multiple‘ als auch die

neue Skulptur, verleihen bedrohten

Tierarten wie dem asiatischen Elefanten

eine Stimme. Der Name passt, denn

wir wollen auch als Zoo Multiplikator

für den Artenschutz auf allen Kontinenten

sein.“

MIT MUT ZUM ERFOLG

Mit dem „Karlsruhe Multiple“ zeigt

Vollack, dass es sich lohnt mutig zu sein,

Neuland zu betreten, etwas zu wagen

– Vorreiter zu sein. So auch in ihrer

Kernkompetenz der zukunftsweisenden

Gebäude und Arbeitswelten, die Arbeitsprozesse

fördern und energetisch

optimiert sind. Die Arbeitsweise der

Menschen verändert sich und mit ihr

die Anforderungen an die Räumlichkeiten,

dazu kommt die Energiewende,

die ihrerseits eine Umstellung bei der

Bewirtschaftung von Betriebsimmobilien

fordert. Nachdem Vollack 2015

im Karlsruher Kreativpark das größte

Büro-Passivhaus Baden-Württembergs

entwickelt und realisiert hatte, wird die

Erfolgsstory energetischer Optimierung

fortgeschrieben. Der „Cube“, das neueste

Projekt, das gerade in Karlsruhe entsteht,

wird der neue Firmensitz von

ristav, Spezialist für Forderungsmanagement.

In diesem innovativen

Holz-Massivbau wird ein Eis-Latentwärmespeicher

Energie bereitstellen

und die Haustechnik wird weitgehend

energieautark sein. Strom wird aus

einer Photovoltaik-Anlage und Solarkollektoren

auf dem Dach bezogen.

Die Architektur zitiert das Geschäftsfeld,

die Arbeitswelten werden flexibel

– bei Vollack ist Zukunft jetzt. Und

auch das „Karlsruhe Multiple“ hat Zukunft,

das steht schon fest: Vollack will

das Kunstprojekt 2019 mit den beiden

Kooperationspartnern fortsetzen.

CAROLINE CARNEVALE www.wvs.de

Foto: KMK / Jürgen Rösner

Bild links.

Präsentation bei der

art KARLSRUHE

„ Wir haben 30

gute Gründe,

Gutes zu tun.

Reinhard Blaurock


Karlsruhe Multiple 2018:

„Ich bin ein Elefant“

Foto: Majolika Manufaktur


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 78 79

05 KOMMUNIKATION

KEIN ABBILD PAPIERGEBUNDENER

PROZESSE – LANDKREIS AUF DEM

WEG IN DIE DIGITALE VERWALTUNG

In einer Welt, in der immer größere Teile des gesellschaftlichen und ökonomischen Lebens digital

abgewickelt werden, kann auch die öffentliche Verwaltung nicht hinten anstehen. Im Zuge der vom

Bund initiierten Digitalisierungsoffensive streben die Landesregierung Baden-Württemberg und die

kommunalen Landesverbände die vollumfängliche Digitalisierung der Geschäftsabläufe in der Verwaltung

an. Im Rahmen des Projekts „Landratsamt 4.0“ werden die Digitalisierungsziele bei der Verwaltung des

Landkreises Karlsruhe weiter umgesetzt.

Das Landratsamt Karlsruhe hat bereits

frühzeitig die Digitalisierung der

Verwaltung forciert und nutzt heute

schon viele Vorteile. Meilensteine

auf dem bisherigen Weg waren die

Einführung des Dokumentenmanagementsystems

„Regisafe“ und des

elektronischen Bewerberportals.

Eingerichtet wurde ein zentrales

Mitarbeitermanagementsystem, über

welches verwaltungsinterne Prozesse

initiiert, genehmigt und bereitgestellt

werden: 455 Produkte von der

Bestellung eines mobilen Endgerätes

über das Buchen von Fortbildungen

bis hin zur Einrichtung eines neues

Arbeitsplatzes können von den rund

2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

an allen Dienststellen und

Telearbeitsplätzen vollständig elektronisch

abgewickelt und dokumentiert

werden.

Auch im Bereich der Gremienarbeit

erfolgen alle Arbeitsschritte in Verbindung

mit dem Dokumentenmanagementsystem

„Regisafe“ digital: Von

der öffentlichen Bekanntmachung der

Tagesordnung und Erstellung der Vorlagen

über den elektronischen Versand

bis hin zur Erstellung des Sitzungsprotokolls.

Über ein eigenes Portal haben

die Kreisrätinnen und Kreisräte Zugang

zu allen Dokumenten. Sämtliche

Vorlagen und Dokumente öffentlicher

Sitzungen sind auch auf der Homepage

des Landratsamtes zugänglich und

sorgen für größtmögliche Transparenz.

Das papierlose Büro in der Verwaltung:

Im Bereich der Versorgungsverwaltung

des Landratsamtes Karlsruhe ist das

bereits Realität. Landrat Dr. Christoph

Schnaudigel (3.v.r.) überzeugt sich von

den digitalen Abläufen.

DIGITAL IST BESSER

Seit März 2018 arbeitet die Versorgungsverwaltung

als erster Bereich im

Landratsamt Karlsruhe voll digital, das

bedeutet, dass sämtliche Verfahrensschritte

vom grundlegenden Antrag

über die Fallbearbeitung durch den

Sachbearbeiter inklusive Einholung

notwendiger Gutachten bis hin zu

möglichen Gerichtsverfahren rein

elektronisch abgebildet werden. Die

Papierakte – für 115.000 Einzelfälle

wurden bislang 2.300 laufende Meter

Akten angelegt – gehört damit der

Vergangenheit an. Durch diesen Schritt

wurde es auch möglich, sich beim

Leuchtturmprojekt des Landes Baden-

Württemberg im Bereich des Justizministeriums

zu beteiligen, von dem

man sich weitere Vorteile im täglichen

Dienstbetrieb erhofft.

„Die Digitalisierung bringt

in erster Linie Vorteile

für die Kunden“

Dr. Christoph Schnaudigel

Großes Augenmerk wird auf den

Datenschutz sowie die IT-Sicherheit

gelegt: so hat der Landkreis Karlsruhe

im Jahr 2014 als erster Landkreis in

Baden-Württemberg das anspruchsvolle

Zertifikat ISO 27001 auf der

Basis von IT Grundschutz erworben

und konnte sich seither regelmäßig

erfolgreich rezertifizieren.

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel

ist davon überzeugt, dass die Digitalisierung

Vorteile für eine Verwaltung

bringt. „In erster Linie für die Kunden,

weil Dienstleistungen schneller abgerufen

und mancher Gang zum Amt

Eine leistungsfähige Glasfaserinfrastruktur ist die

Grundlage für die Digitalisierung.

vermieden werden können. Aber auch für

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

weil durch digitale Verwaltungsvorgänge

das mobile Arbeiten und die Vereinbarkeit

von Beruf und Familie erleichtert

werden.“ Gleichzeitig appelliert er

aber auch an den Gesetzgeber, die an

vielen Stellen noch auf die analoge

Welt abgestellten Regelungen an das

digitale Zeitalter anzupassen. Teil der

Digitalisierungsoffensive ist es auch,

jedem Einwohner über einen Glasfaseranschluss

die Möglichkeit zum

Anschluss an schnelle Datenautobahnen

zu ermöglichen. Deshalb

treibt der Landkreis Karlsruhe im

Schulterschluss mit seinen Städten

und Gemeinden den Ausbau voran

und ist mit seiner Breitbandkabelgesellschaft

selbst am Markt aktiv.

Grundlegend für Landrat Dr. Christoph

Schnaudigel ist, dass die Digitalisierung

nicht nur als technische Herausforderung

gesehen wird, sondern dass sich

das Verwaltungshandeln selbst grundlegend

verändern wird. „Digitale

Verwaltung bedeutet kein reines

Abbilden papiergebundener Prozesse,

sondern geht weit darüber hinaus.“

Die notwendige Modernisierung der

Verwaltung hängt davon ab, wie sich

die Verwaltung korrespondierend zum

bundesweiten Projekt „Industrie 4.0“

nun auf den Weg macht.

LANDRATSAMT KARLSRUHE

www.landkreis-karlsruhe.de

Landkreis Karlsruhe ist Preisträger

im Landeswettbewerb „Digitale

Zukunftskommune@bw“

Der Landkreis Karlsruhe ging

zusammen mit den Landkreisen

Böblingen, Tuttlingen, Konstanz

und Biberach neben vier Städten

als Sieger im landesweiten

Wettbewerb „Digitale Zukunftskommune@bw“

hervor. Insgesamt

880.000 Euro Preisgeld erhält

das Konsortium, wovon im Landkreis

Karlsruhe die kreiseigenen

beruflichen Schulen und Sonderpädagogischen

Bildungs- und

Beratungszentren partizipieren.

„Das gibt Rückenwind auf dem

Weg zur digitalen Verwaltung, auf

dem unsere Bildungseinrichtungen

ausdrücklich eingebunden sind“,

sagt Landrat Dr. Christoph

Schnaudigel. Die anderen Bewerbungen

des Konsortiums waren

breit gefächert und umfassten

Bereiche wie „intelligente Mobilität“,

„digitale Kfz-Zulassung“

oder „Telemedizin“ und die E-Akte

(Biberach). „Alles Themen, die

untereinander übertragbar sind

und von denen alle profitieren

können“, betont der Landrat.

Foto: LRK

Foto: LRK


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 80 81

MUT

„FINANCE IST

MEINE WELT“

PROF. DR. CHRISTIANE WEILAND

Leiterin Studiengang BWL – Bank an der

Dualen Hochschule Baden-Württemberg

Wenn Sie in die Vergangenheit reisen und Ihrem 20-jährigen

Selbst einen Rat geben könnten, was würden Sie sagen?

Ich war nie ängstlich, was das Ausprobieren von neuen Wegen

angeht. Mit 23 gab ich meinen Beamtenjob bei der Deutschen

Bundesbank auf, um noch weiter zu studieren, wovon mir damals

viele meiner Kollegen abrieten. Ich würde mich darin bestärken,

so offen Neues zu wagen.

Auf einer Skala von 1 bis 10: wie viel Glück hatten Sie in

Ihrem Berufsleben?

Darf ich es wagen, 10 zu sagen? Ich habe meine berufliche

Karriere nie mit großer Verbissenheit gesteuert. „Finance“ ist

meine Welt. In diesem Bereich habe ich Dinge gemacht, die mich

inspirieren und habe neugierig interessante Angebote genutzt.

Wenn ich zurück blicke, bin ich glücklich, was sich alles auf diese

Weise ergeben hat und offen für das, was sich noch ergibt.

Der Tag, an dem Sie nach Hause kamen und dachten,

Sie haben den besten Job auf der Welt – was war ausschlaggebend

dafür?

Das war einer der Tage, die geplant und ungeplant alles enthalten,

was mir an meinem Beruf Freude macht: Eine Vorlesung, in der

ich den Eindruck hatte, dass die Studierenden engagiert folgen

und wesentliche Erkenntnisse mitnehmen. Interessante Gespräche

mit Partnern aus Forschungsprojekten und im Rahmen meines

Aufsichtsratsmandats im Bereich Entwicklungsfinanzierung: Ich

genieße die Freiheit, den Inhalten nachzugehen, die mir Spaß

machen und dabei gleichzeitig so vielen interessanten Menschen

zu begegnen.

Welche fünf Merkmale kennzeichnen gute Führung?

Offenheit für Anregungen, Handeln aus Überzeugung, Mut,

neue Wege zu gehen, Wertschätzung und Vertrauen

„ARBEITEN AUF

BASIS GEGENSEITIGER

WERTSCHÄTZUNG“

DR. MED. TRAUGOTT ULLRICH

General Manager Marketing & Sales Dr. Willmar

Schwabe GmbH & Co. KG

Warum wären Sie selbst gerne Kunde Ihres Unternehmens?

Weil Schwabe pflanzliche Arzneimittel von höchster Qualität mit

wissenschaftlich bewiesener Wirksamkeit und Verträglichkeit für

häufig vorkommende gesundheitliche Störungen herstellt. Als

Familienunternehmen steht der Mensch (Kunde und Mitarbeiter)

im Zentrum der unternehmerischen Aktivitäten.

Auf einer Skala von 1 bis 10: wie viel Glück hatten Sie in

Ihrem Berufsleben?

Ich bin der Meinung, dass Karriere nur sehr bedingt planbar ist.

Natürlich sollte man die idealen persönlichen Rahmenbedingungen

für beruflichen Erfolg schaffen. Aber selbst mit exzellenter

Ausbildung, geistiger Flexibilität muss man am richtigen Tag

und Ort auf das passende unternehmerische Pendant treffen.

So gesehen: Mindestens 8!

Wer hat Sie in Ihrem Leben inspiriert bzw. motiviert?

Meine Mutter mit ihrer positiv neugierigen Art, das Leben zu

begreifen.

Welche drei Faktoren hatten den größten Einfluss auf Ihren

Erfolg im Unternehmen?

Profunde Kenntnisse des Geschäfts, strategische und konzeptionelle

Kompetenz, Führungsqualität.

Was war der erfolgreichste Moment in Ihrer beruflichen

Laufbahn?

Nach einer massiven Restrukturierung unseres Deutschlandgeschäftes

ein wirkliches Team zusammengestellt und entwickelt

zu haben, das in den letzten Jahren nachhaltiges Wachstum

generiert.

Foto: Markus Nane Photography

Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Begeisterungsfähig, manchmal zu spontan und fast immer

gut gelaunt

Was unternehmen Sie gerne in der Freizeit?

Mit drei Kindern und meinen beruflichen Funktionen ist Freizeit

ein rares Gut. Regelmäßige Hobbys funktionieren da nicht. Ich

liebe es, Unternehmungen zu organisieren, um mit Familie oder

Freunden schöne Tage oder Stunden im In- oder Ausland zu

verbringen.

Foto: Dr. T. Ullrich

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter nachhaltig?

Ich sehe meine Aufgabe nicht darin, meine Mitarbeiter zu

motivieren. Mein Job ist es, Dinge aus dem Weg zu räumen,

die sie demotivieren. Darin bin ich sehr konsequent.

Wie würden Ihre Mitarbeiter/Ihre Kollegen Sie beschreiben?

Entscheidungsfreudig, kommunikationsstark, anspruchsvoll

Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Neugierig, beweglich, bewusst


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 82

Tagen und Feiern

FACHKRÄFTE

FINDEN DURCH

VERNETZUNG

in Ettlingen

Neugierig?

ettlingen.de/locations

Gutes Beispiel: Veranstaltungsreihe „Kleine

und mittlere Unternehmen im Dialog“

Frauen bilden das größte unausgeschöpfte Fachkräftepotenzial

der deutschen Wirtschaft, die spürbar am

Fachkräftemangel leidet. Hier entwickelt die Kontaktstelle

Frau und Beruf Karlsruhe - Mittlerer Oberrhein erfolgreiche

Konzepte, um weibliche Fachkräfte für die Wirtschaft zu

erschließen. Dazu zählt auch die neue Veranstaltungsreihe

„Kleine und mittlere Unternehmen im Dialog“, zu der die

Kontaktstelle gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung

Karlsruhe einlädt.

Foto: Likoper

Eindrucksvolle Räume mit bester Ausstattung und professionellem Service.

Ein exklusiver Rahmen für unvergess liche Veranstaltungen.

Stadt Ettlingen, Schloss & Hallen, schloss@ettlingen.de, Tel. 07243 101-161

IM FOKUS: AUSTAUSCH UND VERNETZUNG

Angesprochen sind vor allem mittelständische Unternehmen,

die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos. Die

Anzahl der Plätze ist allerdings begrenzt, um einen intensiven

Austausch gewährleisten zu können.

Nach einem Fachvortrag durch einen externen Experten folgt

ein themenbezogener Input des gastgebenden Unternehmens.

Eine Führung durch den Betrieb und ein gemeinsamer Imbiss

zum Abschluss runden die Veranstaltung ab. So erhalten die

Teilnehmenden einen guten Einblick in die regionale Unternehmenslandschaft.

Und gerade im persönlichen Gespräch

wird deutlich: oft stehen die Unternehmen vor den gleichen

Herausforderungen, eben auch beim Thema Fachkräftegewinnung.

An dieser Stelle wird ein Austausch über erfolgreiche

Lösungsstrategien möglich, Synergien entstehen.

FACHKRÄFTE UND UNTERNEHMEN ZUSAMMEN

BRINGEN, ENTSCHEIDER STÄRKEN

Mit solchen Veranstaltungsformaten möchte die Kontaktstelle

ihr Netzwerk mit Unternehmen weiter ausbauen,

um diese mit den meist gut ausgebildeten Fachfrauen, in

der Regel Wieder- und Quereinsteigerinnen, zusammen

zu bringen. Etwa im Rahmen regelmäßiger Inhouse-

Veranstaltungen, bei denen sich die gastgebenden Unternehmen

präsentieren können und die Teilnehmerinnen die

Gelegenheit erhalten, sich umfassend zu informieren und

vorzustellen.

Gemeinsames Ziel der neuen Veranstaltungsreihe von

Wirtschaftsförderung und Kontaktstelle ist es zudem,

Personalverantwortliche für wichtige Zukunftsthemen

zu sensibilisieren, um im Wettbewerb um das knappe

Gut „Fachkräfte“ gut aufgestellt zu sein. Eine Anmeldung

zu den kommenden Terminen ist jederzeit möglich.

OLIVER WITZEMANN, bei der

Wirtschaftsförderung Karlsruhe verantwortlich

für den Bereich Fachkräftegewinnung

Email: oliver.witzemann@wifoe.karlsruhe.de und

FRIEDEGARD BAIER, Leiterin der Kontaktstelle

Frau und Beruf Karlsruhe – Mittlerer Oberrhein

Email: friedegard.baier@wifoe.karlsruhe.de.

40 JAHRE

SCHLOSSFESTSPIELE

ETTLINGEN

21.06. – 11.08.

Tickets unter 07243 101-333 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen

www.reservix.de · www.schlossfestspiele-ettlingen.de

Musical

DER KAUFMANN

VON VENEDIG

Komödie

DAS KLEINE

GESPENST

Kinderstück


85

06 JAGD

GHOSTBUSTERS

Hightech-Lösungen für eine bessere Welt. Mit

Agilent Technologies kann man messen, wo die

„Geister stecken“. Jagen müssen sie andere.

Was man nicht alles messen kann! Zum Beispiel kann ein sogenanntes

LC-System in weniger als einer Minute ein Viertel

Rotwein einer bestimmten Sorte in 48 Milliarden Liter

Wasser bestimmen. Das braucht zwar kein Mensch, zeigt

aber doch die enorme Präzision und Geschwindigkeit, mit der

Apparate von Agilent Technologies Maßstäbe setzen. Analytische

Messtechnik ist der Oberbegriff, unter dem sich rund

1.000 Mitarbeiter in Waldbronn zum größten Agilent-Standort

in Deutschland zählen dürfen. In Deutschland arbeiten

insgesamt über 1.200 Menschen für Agilent Technologies,

weltweit sind es etwa 14.200 Mitarbeiter verteilt auf Standorte

in über 30 Ländern.

Agilent Technologies steht für Hightech, Laborexpertise und

Internationalität. Als weltweit agierendes Unternehmen mit

Hauptsitz in Santa Clara (Kalifornien/USA) bietet Agilent

Geräte, Software, ganzheitliche Lösungen und Verbrauchsmaterialien

für den gesamten Arbeitsablauf im analytischen

Labor. Lösungen und Produkte werden unter anderem zur

Entwicklung von neuen Medikamenten, zur Kontrolle von

Lebensmitteln, in der Krebsforschung sowie bei Dopingkontrollen

eingesetzt. Aber was bedeutet das eigentlich? Was

habe ich als normaler Verbraucher von den Leistungen und

dem Know-how dieses Unternehmens?

Mike McMullen, President + CEO sagt: „Unsere Werte, die

das Fundament von Agilent darstellen, sind auf Nachhaltigkeit

ausgerichtet und werden stets den Kern unseres Unternehmens

bilden. Sie helfen Agilent dabei, zu einem Unternehmen

zu werden, das überall auf der Welt hochgeschätzt wird. Sie

machen es zu einem Ort, an dem wir gerne unsere Zeit verbringen.

Diesen Werten werden wir treu bleiben.“ Die Waldbronner

Mitarbeiter konnten uns das bestätigen. Unterschied

zu den Ghostbusters: CEO McMullen und Kollegen sind

deutlich erfolgreicher als die Filmhelden aus Ghostbusters

Dr. Peter Venkman, Dr. Ray Stantz und Dr. Egon Spengler.

Agilent Technologies erzielte 2017 weltweit einen Umsatz

von 4,47 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von

7,1 Prozent entspricht. Bürgermeister Franz Masino freut

es, denn Agilent ist der größte Steuerzahler in Waldbronn.

ANDREAS LÜTKE www.wvs.de

Foto: Moritz Schleiffelder (HEYMO)

Agilent Technologies stellt Apparate und Verfahren u.a. für

die Pharmaindustrie, aber auch für die Lebensmittel- und

Landwirtschaftsbranche her, mit denen auf der ganzen Welt,

die Qualität, Sicherheit und Authentizität der Produktangebote

gewährleistet und sichergestellt werden kann. Mit

den Komplettlösungen von Agilent kann man die „guten und

die bösen Geister“ messen, um die Qualität natürlicher und

alternativer Energiequellen zu verbessern, um neue Arzneimittel

zu entwickeln und herzustellen, um mögliche Ursachen

für Krankheiten zu identifizieren und die Wirksamkeit von

Behandlungsmethoden zu ermitteln sowie zu überwachen.

Agilent Geräte werden in den größten und bekanntesten

Laboren und Forschungsstätten eingesetzt. Mit seinem

Slogan bringt das Unternehmen es auf den Punkt: Hightech-

Lösungen für eine bessere Welt. Davon haben wir alle etwas!

Agilent Technologies Inc., der weltweit führende

Anbieter in den Bereichen Life Sciences,

Diagnostik und angewandte Chemie, blickt

auf mehr als 50 Jahre der Erkenntnisse und

Innovation zurück. Aufgrund seiner Geräte,

Software-Programme, Services und Lösungen

sowie seines hochqualifizierten Personals,

schafft es Agilent seinen Kunden zuverlässige

Antworten auf anspruchsvollste Fragen

zu liefern. Das Unternehmen erzielte im

Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von

4,47 Milliarden US-Dollar und beschäftigt

weltweit 14.200 Mitarbeiter. Informationen

zu Agilent finden Sie unter www.agilent.com.

Hochsensible Bauteile für die Hightech-Geräte der Firma Agilent werden in Reinräumen am Standort Waldbronn gefertigt.


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 86 87

06 JAGD

MIT MUTIGEN ENTSCHEIDUNGEN

RICHTUNG ZUKUNFT

Die Stadt Ettlingen war bisher vor allem bekannt für Produktion und Maschinenbau. Mit Projekten wie

der Gründerspinnerei, dem Ausbau des Breitbandnetzes, sowie städtebaulichen Veränderungen geht

Ettlingen jetzt neue Wege und blickt damit zuversichtlich in die Zukunft.

Der Trend in Baden-Württemberg geht

immer mehr zu sogenannten Start-up-

Kommunen. Auch kleinere Gemeinden

tun immer mehr, um den Aspekt

„gründungsfreundliche Kommune“

aufzuzeigen. Wie sieht die Förderung

dieser Start-ups in Ettlingen aus?

Ettlingen ist in der Vergangenheit

hauptsächlich im Bereich Produktion/

Maschinenbau bekannt geworden. Die

immer weiter voranschreitende Digitalisierung

betrifft alle Unternehmen

und führt auch zu Veränderungen der

bestehenden Prozesse. Auf die Ansiedlung

von IT-Unternehmen möchte sich

die Stadt Ettlingen in Zukunft verstärkt

konzentrieren. Dazu zählen natürlich

auch junge Unternehmen. Um diese

auch nach Ettlingen zu ziehen gibt es

bereits die Gründerspinnerei, welche

von drei Unternehmern betrieben wird.

Hier sollen Start-ups in ihrer zweiten

oder dritten Inkubationsphase ihr

Zuhause finden und dabei auch fachlich

unterstützt werden. Als nächstes

nimmt Ettlingen an einem interkommunalen

Landeswettbewerb „Start-up

BW“ teil; gemeinsam mit Karlsruhe und

Bruchsal, und in Kooperation mit der

Karlshochschule. Hier sollen Konzepte

gefunden werden, um sich in Zukunft

noch stärker als gründungsfreundliche

Region präsentieren zu können.

Gerade für junge Firmen ist die

Geschwindigkeit des Internets ein

entscheidendes Kriterium bei der

Standortwahl. Wie ist die Stadt

Ettlingen hier aufgestellt?

Ettlingen hat bereits jetzt eine sehr

hohe und gute Netzabdeckung. Aber

wir arbeiten an der Eliminierung der

Lücken. Ettlingen hat über die Stadtwerke

bereits dort Leerrohre verlegt,

wo sowieso Baustellen waren. Das Industriegebiet

E-West wird nun sukzessive

ausgebaut. Aber auch die Ortsteile

spielen dabei eine Rolle. Breitband ist

die Grundvoraussetzung um IT-Firmen

in Zukunft verstärkt ansiedeln zu können.

An wichtigen Knotenpunkten, wie

dem Erlengraben oder auch der Spinnerei,

gibt es bereits schnelles Internet.

Die Digitalisierung spielt in nahezu

allen Bereichen eine wichtige Rolle.

Vor allem aber der Einzelhandel ist

davon sehr betroffen. Ist diese

Entwicklung auch in Ettlingen zu

spüren und wie will man dem Trend

„Internetkauf“ entgegenwirken?

Auch der Handel in Ettlingen beobachtet

eine sinkende Kundenfrequenz.

Steigt die Quote an leerstehenden

Handelsgeschäften, leidet die gesamte

Stadt. Das Ergebnis ist ein tiefgreifender

Attraktivitäts- und Funktionsverlust

der Innenstadt. Wir setzen mit unserem

neu etablierten Citymanagement, das

von Werbegemeinschaft, Gewerbeverein

und Stadt Ettlingen getragen wird,

auf ein ganzheitliches Konzept, mit

dem wir den stationären Handel weiter

stärken und die Innenstadt „fit für die

Zukunft“ machen wollen. Persönliche

Beratung, Service und der Erlebnisfaktor

beim Einkaufen sind die Stärken

des stationären Handels – diese gilt es

weiter zu stärken z.B. durch einheitliche

Foto: Stadt Ettlingen

Öffnungszeiten, attraktive Ladengeschäfte,

Verkaufsevents, aber auch

durch die Steigerung der Aufenthaltsqualität

in der Innenstadt. Außerdem

muss die Onlinepräsenz stimmen, denn

wer im Internet nicht zu finden ist, ist

praktisch nicht existent. Auch hierbei

unterstützen wir den Handel mit dem

Ziel einen lokalen Onlinemarktplatz

aufzubauen – ein schwieriges Unterfangen,

weil es jedem einzelnen Händler

zusätzlichen Aufwand abverlangt und

Onlineumsatzwunder nicht zu erwarten

sind. Allerdings erhoffen wir uns durch

diese gezielte Kundeninformation mehr

Umsätze vor Ort – ganz nach dem

Motto „research online –purchase

offline“.

Städteplanung ist eines der zentralen

Zukunftsthemen. Was tut sich da in

Ettlingen?

Ettlingen wird sich in den kommenden

Jahren in vielen Stadtbereichen neu

definieren und weiterentwickeln – das

Papyrus-Areal ist hierbei sicherlich ein

interessanter Stadtbaustein.

Als Ettlinger Traditionsunternehmen

möchte Papyrus seinen heutigen Betriebsstandort

zukunftsfähig entwickeln.

Auf dem fast sechs Hektar großen

Areal an der Gehrnstraße soll so ein

komplett neues Quartier entstehen.

Den bisherigen Planungsüberlegungen

liegt das Leitbild der „produktiven

Stadt“ zugrunde. Teile der gewerblichen

Bestandsgebäude sollen erhalten bleiben

und um neue Gewerbeflächen und

untergeordnete Wohngebäude sowie

Sozial- und Gemeinbedarfseinrichtungen

(betreutes Wohnen, Kita etc.)

ergänzt werden. Der bisher eher flächige

Gewerbestandort soll eine neue,

hochwertige Ausrichtung erhalten,

um so den Gewerbebesatz insgesamt

dichter fassen zu können.

Viel wichtiger sind uns aber derzeit die

stadtplanerischen Überlegungen zum

Johannes Arnold, Oberbürgermeister der Stadt Ettlingen

neuen Wohngebiet Kaserne-Nord.

Dort sollen auf knapp drei Hektar

moderne Büroarbeitsflächen, vor allem

aber einige hundert Wohneinheiten

entstehen. Das ganze Gebiet soll

ökologisch, energetisch und technisch

modern aufgestellt sein und als neues

„smartes“ Stadtquartier die nördliche

Innenstadt abrunden.

Auch das Elba-Gelände, das kürzlich

von der Albtal Verkehrs Gesellschaft,

kurz AVG, erworben wurde, hat

Potenzial. Gibt es hier schon konkrete

Pläne? Und welche Vorteile ergeben

sich daraus für die Stadt?

Für das ehemalige Elba-Gelände gibt es

derzeit noch keine konkreten Planungsüberlegungen.

Fest steht nur, dass die

Verlagerung des AVG-Betriebshofes

etwa die Hälfte des ehemaligen Elba-

Geländes in Anspruch nehmen wird.

Diejenigen Flächen, die nicht durch die

AVG in Anspruch genommen werden,

sollen durch einen hochwertigen Gewerbebesatz

belegt werden. Wann die

Verlagerung des AVG-Betriebshofes

erfolgen wird, steht derzeit ebenfalls

noch nicht fest.

Für die Stadt Ettlingen ergeben sich

durch die Entwicklung des Elba-Areals

verschiedene Vorteile. Zum einen kann

ein heute in Ettlingen angesiedeltes

Unternehmen weiterhin am Standort

gehalten und dadurch gewerbliche

Arbeitsplätze im mittleren Einkommensbereich

gesichert werden, was dem

Arbeitsstandort Ettlingen insgesamt

zu Gute kommt. Zum anderen können

im heutigen Betriebshof im zentralen

Innenstadtbereich, im Nachgang der

Verlagerung, Wohnungen für eine

Vielzahl von Einwohnern entstehen,

wodurch gleichzeitig auch der Wohnstandort

Ettlingen gestärkt wird.

STADT ETTLINGEN www.ettlingen.de


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 88 89

06 JAGD

INNOVATIVE ENERGIELÖSUNGEN

FÜR NEUE STADTQUARTIERE

In einer digitalisierten Welt

sind „smarte“ Energielösungen

möglich, die Vernetzung von

Strom- und Wärmeproduzenten

mit den Kunden ist dank moderner

Messsysteme und neuer

Softwareanbieter kein Problem

mehr. Strom und Wärme werden

zunehmend vor Ort produziert

und dort auch verbraucht.

Smarte Stadtquartiere entstehen,

die energietechnisch

fast autark sind.

In Karlsruhe entsteht rund um die

Hoepfner Burg, wo heute die Biere

der Privatbrauerei Hoepfner gebraut

werden, gerade ein „smartes“ Quartier

mit eigener Energieproduktion und

-vermarktung. Das gesamte Stadtviertel

in der Oststadt ist im Wandel.

IT UND HIGHTECH IN EHEMA-

LIGEN BRAUEREIGEBÄUDEN

Anstelle der früheren Produktionsstätte

für Braumalz sind großzügige

Loftbüros und im „Alten Malzwerk“

ist ein Hightech- und Medienzentrum

entstanden. Hier sind u.a. der

IT-Inkubator des Landes Baden-

Württemberg und mehrere erfolgreiche

Hightech-Firmen aus dem Umfeld des

CyberForums beheimatet. Auch ein

Mehrgenerationenhaus mit Pflegeheim

und betreutem Wohnen, eine Kita und

ein Bäckerei-Café sind im Entstehen.

Die Projektentwickler planen außerdem

in der bisherigen Versandhalle

der Privatbrauerei Hoepfner eines der

größten Gründerzentren Europas für

Industrie 4.0. Alle Gebäude brauchen

Strom, Wärme und immer öfter auch

Kälte. Diese Energie wird zunehmend

lokal und umweltfreundlich hergestellt

und direkt an die Kunden verkauft.

Dafür sorgt die Badische Energie-

Servicegesellschaft (BES). Sie wird mit

Solaranlagen und Blockheizkraftwerken

Strom und Wärme lokal erzeugen und

lokal an die neuen Bewohner liefern

– auch für das Aufladen von Elektrofahrzeugen.

Bei dieser dezentralen

Energieversorgung entstehen weniger

Steuern, weniger Abgaben und Netztransportkosten,

sodass die Kunden

und natürlich die Umwelt von dieser

Lösung profitieren.

PRODUZENTEN UND KONSU-

MENTEN VERNETZEN SICH

Ähnlich wie schon bei Übernachtungen

in Privatunterkünften oder Car-Sharing-

Plattformen vernetzen sich die Akteure

untereinander und nutzen gemeinsam

eine bestehende Infrastruktur. Produzenten

und Konsumenten schließen sich

zusammen und verbrauchen den Strom

aus Solaranlagen und Kleinkraftwerken

innerhalb der Gemeinschaft. Aus

Konsumenten und Produzenten werden

so Prosumenten. Dafür haben die

Stadtwerke Karlsruhe gemeinsam mit

der BES und dem Berliner Softwareunternehmen

Lumenaza eine so genannte

Strom-Community aufgelegt. Damit

haben ab 2018 Mieterinnen und Mieter

die Möglichkeit, den in ihren Quartieren

erzeugten Strom direkt als Mieterstrom

zu beziehen. „Die erfolgreichen Erfahrungen

mit Mieterstromprojekten können

wir jetzt mit der Digitalkompetenz

von Lumenaza zu einer Quartiers- und

Areal-Strom-Community weiterentwickeln“,

freut sich Lars F. Ziegenbein,

Leiter Anlagencontracting bei den

Stadtwerken und Geschäftsführer der

BES. Er rechnet in den kommenden

Jahren mit einem stark steigenden

Interesse der Kunden an grüner, direkt

in der Nachbarschaft erzeugter Energie.

Ebenso geht er von einem Boom bei der

Nachfrage nach Cloud Modellen aus,

mit denen Kunden ihren eigenen Strom

speichern können.

www.stadtwerke-karlsruhe.de

www.badische-energie.de


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 90 91

06 JAGD

CO 2 -FREIE

WOHNQUARTIERE

SIND SCHON

HEUTE MACHBAR

Kommunen sind tagtäglich mit den allergrößten Herausforderungen

konfrontiert. Wenn Regierungen etwas beschließen, sind es letztlich

immer die Städte und Gemeinden, die diese Beschlüsse an der Basis

umsetzen müssen. Besonders beim Wohnungsbau und intelligenten

Mobilitätskonzepten wachsen die Aufgaben, aber auch die Möglichkeiten.

Dass der Klimawandel zur Überlebensfrage der Menschheit

geworden ist, gehört mittlerweile zum Allgemeinwissen. Die

CO 2

-freie Produktion von Energie ist deshalb der Schlüssel

für den Fortbestand der Erde. Das gilt insbesondere im

Städte- und Wohnungsbau und bei der Mobilität. Hier gibt

es das größte Potenzial zum Umsteuern.

Doch wie sehen die Konzepte der Zukunft aus? Die Menschen

wollen mit Recht auch weiter im Wohlstand leben, nachhaltig

selbstverständlich, in einer gesunden Umwelt, noch dazu

bezahlbar und schnell erreichbar.

Auf die Herausforderungen des Klimawandels und für die

Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum für ihre Bürgerinnen

und Bürger müssen Städte und Gemeinden deshalb

neue kreative, nachhaltige und ganzheitliche Konzepte

entwickeln. Hier sind aber auch die Architekten und Bauträger

gefordert. „Für eine CO 2

-freie Gesellschaft sind wir

alle verantwortlich“, sagt der Karlsruher Architekt Heinz

Hanen.

„Man kann ein Problem niemals mit der gleichen Denkweise

lösen, mit der es erschaffen wurde“, erkannte schon Nobelpreisträger

Albert Einstein. Wie die neuen Wohnviertel der

Zukunft heute schon gestaltet werden können, zeigt das

Beispiel des ersten CO 2

-freien Quartiers in Deutschland,

das in Mannheim im Stadtteil Franklin, einem Konversionsgelände,

schon zu besichtigen ist.

DIESES CO 2

-FREIE QUARTIER BIETET VIELE

VORTEILE:

- ausschließliche Verwendung regenerativer Energie

- niedrige Energiekosten (Wind und Sonne schicken

keine Rechnung)

- digitales selbstlernendes Energiemanagementsystem

- Reduzierung der Erschließungsflächen, sparsamer

Flächenverbrauch

- geringere Erschließungs-und Baukosten

- bezahlbarer Wohnraum

- heterogene Bewohnerstrukturen

- hohe Mobilität durch Sharing-Systeme von e-Mobilen

- deutliche Verkehrsreduzierung

- der Raum gehört den Menschen, nicht den Fahrzeugen

- große Grünflächen wie Parks und Gartenanlagen

- Platz für Kinder und Senioren

Sie sind das Ergebnis mehrjähriger interdisziplinärer Untersuchungen,

die Hanen gemeinsam mit deutschen und

europäischen Forschungseinrichtungen betrieben hat, und

sie werden ständig weiterentwickelt. Diese intelligenten

Systeme kombiniert mit einem neuen Verständnis von

architektonisch hochwertigen Wohnquartieren führen eben

nicht automatisch zu höheren Preisen, sondern Menschen

mit mittleren und geringeren Einkommen wie etwa junge

Familien können sie sich leisten. Letztendlich sind sie sowohl

für den einzelnen Haushalt als auch für die Gesellschaft wirt-

Neue CO 2

-freie Wohnquartiere von evohaus

schaftlicher, schonen die Umwelt, sparen wichtige Ressourcen

und sie sind gesünder. Das Ergebnis sind lebendige, sichere

Stadtviertel mit einer vielschichtigen Population, die auch

viele soziale Aufgaben übernehmen kann.

Fest steht, CO 2

-freie, bezahlbare Quartiere lassen sich heute

schon rechtlich und technisch realisieren. Bei ihrer Gestaltung

können die Kommunen eine Vielzahl an Stellschrauben für

einen effektiven Klimaschutz nutzen. So finden sich zahlreiche

Handlungsmöglichkeiten auf den Ebenen des Flächennutzungsplans,

des Bebauungsplans, im Städtebauförderungsrecht,

im Ordnungsrecht und im Vertragsrecht, insbesondere auch

durch zivilrechtlich/öffentlich-rechtliche Verträge.

Auf die Umsetzung dieser innovativen, intelligenten Lösungen

muss also niemand warten. Die Karlsruher „Gesellschaft

für energiesparendes und kostengünstiges Bauen, evohaus

GmbH“ ist auf Grund ihrer nahezu 25-jährigen Erfahrung der

Spezialist für CO 2

-freie Quartiere, von der Planung bis zur

Realisierung.

Mehr Informationen erhalten Sie hier:

evohaus GmbH

Gesellschaft für energiesparendes

und kostengünstiges Bauen

Emil-Nolde-Str. 2, 76227 Karlsruhe

Tel 0721-183 891-0, Fax 0721-183 891-20

www.evohaus.com, info@evohaus.com

Jahresenergiekosten für eine 90 qm Wohnung

Gesamtkosten Jahresenergiekosten pro ca. für eine 90 qm Wohnung

Gesamtkosten pro Jahr ca.

394 €

Energiekosten pro Monat ca.

Energiekosten 112 € pro Monat ca.

33 €

112 €

33 €

394 €

Achim Judt, Geschäftsführer der MWSP, die für die

Stadt Mannheim die Konversionsflächen entwickelt,

zur evohaus-Konzeption:

Standard

evohaus Standard

evohaus

Jahresenergiekosten für eine 90 qm Wohnung

Jahresenergiekosten Aufteilung nach Energieverwender

für eine 90 qm Wohnung

davon Aufteilung für Haushaltsstrom nach Energieverwender

ca.

davon für Haushaltsstrom ca.

720 €

252 €

720 €

252 €

davon für Warmwasseraufbereitung ca.

davon für Warmwasseraufbereitung 146 €

ca.

Standard

34 € 146 €

Standard evohaus

34 €

davon für Heizenergie ca.

evohaus

davon für Heizenergie ca. 473 €

109 €

473 €

109 €

Das Unternehmen evohaus bietet in Mannheim Häuser zusammen

mit einem Elektro-Fahrzeug zum Kauf oder Miete

an und verlangt zudem, dass alle Bewohner im Quartier in

einem Energieverbund gemeinsam Strom erzeugen.

Achim Judt: Dieses Konzept ist wirklich ziemlich clever und

auch zielführend. Ich denke, davon wird es immer mehr geben

müssen und diese werden die Zukunft auch positiv beeinflussen.

Doch von der CO 2

-Freiheit sind wir noch sehr weit

entfernt. Ich bin der Meinung, es wird tatsächlich Zeit, dass

in Deutschland endlich mal die ersten positiven, sichtbaren

Schritte gemacht werden. In einigen Nachbarländern ist man

wesentlich weiter. Es hat doch einen gewissen Charme, wenn

jemand, der noch nie darüber nachgedacht hat, auf einmal

über die Wohnung zur Elektromobilität kommt.

Fotos: evohaus

1.339 €

1.339 €


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 92 93

06 JAGD

STEIGENDE

ZUFRIEDENHEITSWERTE:

NAHVERSORGUNGS-

KONZEPT DER STADT

GEHT AUF

Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger mit dem

Nahversorgungsangebot zufriedener sind als noch vor zehn Jahren. Sie honorieren

damit die Fokussierung auf die Stadtteilzentren und die wohnortnahe Versorgung.

Foto: vgajic

65 Prozent der Karlsruherinnen und

Karlsruher sind zufrieden mit dem

Nahversorgungsangebot. Das ist das

Ergebnis des aktuellen Nahversorgungsberichts

2017, den das Amt

für Stadtentwicklung in Zusammenarbeit

mit der Wirtschaftsförderung

Karlsruhe herausgegeben und im

März 2018 veröffentlicht hat.

Die meisten der 4.600 Befragten

bewerten die Versorgung im eigenen

Stadtteil mit Einzelhandelsgeschäften

als „gut“ oder „sehr gut“. Nur 11

Prozent bewerten sie mit „schlecht“

oder „sehr schlecht“. Die Einschätzung

der Einzelhandelsausstattung in den

Stadtteilen fiel im Befragungszeitraum

2016 deutlich besser als noch

2006 mit nur 49 Prozent guter bis

sehr guter Bewertung aus. Dies gilt

flächendeckend im Stadtgebiet mit

Ausnahme der Höhenstadtteile,

wo jedoch neue Märkte bereits in

Planung sind.

NAHVERSORGUNG PRÄGT

LEBENSQUALITÄT MIT

Grund für die steigende Zufriedenheit

– so der Bericht – ist das aktive

Bestandsmanagement sowie die

notwendige Ansiedlung von Lebensmittelmärkten

in unterversorgten

Stadtteilen. Die wichtigsten Ladentypen

sind hier Supermärkte und

Discounter. Weitere wichtige Erkenntnis

aus der Befragung: Über

die Hälfte der Karlsruherinnen und

Karlsruher erledigen ihre Einkäufe zu

Fuß oder mit dem Fahrrad. Dieser

hohe Anteil verdeutlicht, warum die

Versorgung mit Waren und Dienstleistungen

des täglichen Bedarfs eine

wichtige Anforderung an das Wohnumfeld

ist und die Lebensqualität

entscheidend mit prägt.

Für die Ausgestaltung des Angebots

selbst sorgen privatwirtschaftliche

Akteure, die dem marktwirtschaftlichen

Wettbewerb unterliegen.

Die Kommunen können in diesen

Wettbewerb nicht direkt eingreifen,

geben aber die Rahmenbedingungen

vor. Dieser Prozess ist mitunter nicht

einfach, denn die verschiedenen

Einflussfaktoren ändern sich. Dazu

gehören die Umstrukturierungsprozesse

im Zuge eines immer intensiveren

Wettbewerbs im Lebensmitteleinzelhandel,

eine sich wandelnde Arbeitswelt

mit steigender Erwerbsquote von

Frauen sowie veränderte Konsumgewohnheiten.

Hinzu kommt das starke

Bevölkerungswachstum von 300.134

(2006) auf 307.790 (2016), das eine

Planung zusätzlich erschwert.

NEUANSIEDLUNGEN LAUT

MÄRKTERICHTLINIEN IN

PLANUNG

Bei der Strukturierung des Einzelhandels

folgt die Stadt Karlsruhe seit

1987 ihren internen Märkterichtlinien.

Diese haben das Ziel, „die Innenstadt

sowie die B-Zentren zu stärken und die

bestehenden Stadtteilzentren in ihrer

Versorgungsfunktion zu erhalten.

Die fußläufige Nahversorgung mit

Lebensmitteln und Gütern des täglichen

Bedarfs soll in allen Stadtteilen

gesichert werden“. Die Strategie integrierter

Standorte hat sich also bewährt

und soll aus Sicht der Stadtpolitik und

Verwaltung weiter verfolgt werden.

Konkret bedeutet dies für die Karlsruherinnen

und Karlsruher sieben realisierte

Neuansiedlungen von Supermärkten

in sieben Stadtteilen zwischen 2011

und 2017. Damit ist die Anzahl der

mindestens durchschnittlich versorgten

Stadtteile in diesem Zeitraum von 10

auf 17 gestiegen. Weitere neun Neuansiedlungen,

Erweiterungen oder

Nachnutzungen sind für die kommenden

Jahre ebenfalls bereits in Planung.

Von GERD HANDL, bei der

Wirtschaftsförderung Karlsruhe verantwortlich

für den Bereich Nahversorgung

Email: gerd.handl@wifoe.karlsruhe.de

Den Bericht gibt es hier zum Download

www.karlsruhe.de/nahversorgungsbericht

Karlsruhes Bürgerinnen und Bürger schätzen das bestehende Nahversorgungangebot.

Mehr als die Hälfte erledigen ihren Einkauf zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Nahversorgungsbericht 2017 auf einen Blick

Eine Bürgerumfrage befasste sich 2016 mit

den Themen Nahversorgung und Einkaufen

in Karlsruhe und erfasste, wie und wo sich die

Karlsruherinnen und Karlsruher aktuell mit

den Waren und Dienstleistungen versorgen,

die sie im Alltag benötigen. Der Nahversorgungsbericht

2017 stellt die Ergebnisse der

Bürgerumfrage sowie die detaillierte Erhebung

der Angebotsseite dar und beinhaltet eine

Erfolgskontrolle der bisherigen Planung und

Maßnahmen.

Foto: milanvirijevic


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 94 95

MUT

„ES SIND DIE KLEINEN

DINGE, DIE MICH

INSPIRIEREN“

JOCHEN EHLGÖTZ, Geschäftsführer der

TechnologieRegion Karlsruhe GmbH

Auf einer Skala von 1 bis 10: wie viel Glück hatten Sie in

Ihrem Berufsleben?

Beim Glück halte ich es mit Benjamin Franklin, der einmal sagte:

„Menschliches Glück stammt nicht so sehr aus großen Glücksfällen,

die sich selten ereignen, als vielmehr aus kleinen glücklichen

Umständen, die jeden Tag vorkommen.“

Der Tag, an dem Sie nach Hause kamen und dachten,

Sie haben den besten Job auf der Welt – was war ausschlaggebend

dafür?

Weil ich Zukunft mitgestalten darf. Gemeinsam mit meinem Team

und den 26 Gesellschaftern haben wir uns in der Region auf den

Weg gemacht, unsere Innovationsregion zu gestalten: nach innen

zu vernetzen, nach außen zu vermarkten. Gemeinsam blicken

wir in die Zukunft und schauen uns international die Trends an,

gleichzeitig gießen wir das aber in konkrete Konzepte und Projekte,

die Zukunft ermöglichen, neue Arbeitsplätze schaffen und die

Region am Puls der Zeit halten.

Wer hat Sie in Ihrem Leben inspiriert bzw. motiviert?

Es sind die kleinen Dinge, die mich inspirieren und motivieren.

Als studierter Biologe fasziniert mich z.B. immer wieder, welche

Komplexität sich selbst in unscheinbaren Organismen finden lässt

und wie diese in ihren Lebensräumen mit der Umwelt interagieren.

Auch inspiriert mich, Tiere oder Pflanzen in der Natur zu entdecken,

die nicht auf den ersten Blick sichtbar sind. Das ist dann

schon fast wieder wie bei der Standortvermarktung, wo wir auch

darauf angewiesen sind mit gutem Blick Erfindungen, Produkte

oder Dienstleistungen zu erkennen und bekannt zu machen.

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter nachhaltig?

Motivation ist für mich keine Einbahnstraße und kann nicht erzwungen

werden. Motivation entsteht aus Zuhören, Nachfragen

und Verstehen, aus gegenseitigem Interesse an den Themen und

Herausforderungen des anderen. So versuche ich eine gemeinsame

Vertrauensbasis aufzubauen. Gemeinsam schaffen wir uns

in unserem Büro auch eine Atmosphäre, die nicht zuletzt durch

Wertschätzung, Anerkennung, ein nettes Wort und Humor geprägt

ist. Daraus ziehe ich auch meine eigene Motivation – und komme

gerne ins Büro, manchmal auch ein bisschen länger.

Was schätzen Sie an der badischen Lebensart?

Liberalität, Weltoffenheit, Neugierde und Forscherdrang – aber

nicht zuletzt: gut zu leben, zu essen und auch ein Viertele zu

genießen, gerne auch mit unseren Nachbarn und Partnern aus

der Pfalz und dem Elsass.

„VERFOLGE DEIN

ZIEL HARTNÄCKIG“

MIRJAM VEY-BIERLING

Inhaberin der Steuerkanzlei Vey-Bierling

Warum wären Sie selbst gerne Kunde Ihres Unternehmens?

Weil wir unseren Kunden als unseren Arbeitgeber sehen und uns

verantwortlich und kompetent um ihn kümmern.

Wenn Sie in die Vergangenheit reisen und Ihrem 20-jährigen

Selbst einen Rat geben könnten, was würden Sie sagen?

Verfolge Dein gestecktes Ziel hartnäckig, wenn Du aber siehst,

dass Du das Ziel nicht erreichen kannst oder es nicht mehr

erreichen willst, dann scheue Dich nicht es zu ändern, um dann

Dein neues Ziel mit derselben Hartnäckigkeit zu verfolgen.

Wer hat Sie in Ihrem Leben inspiriert bzw. motiviert?

Meine Oma, die selbst durch Krankheit und dadurch finanziellen

Ruin der Familie nicht Archäologie studieren konnte. Sie hat

mich immer motiviert und an mich geglaubt, hat aus mir einen

Menschen mit einem gut entwickelten Selbstvertrauen gemacht.

Gab es einen Zeitpunkt, an dem Sie kurz davor waren

aufzugeben? Wer oder was konnte Sie überzeugen weiterzumachen?

Ja, nach meiner privaten Trennung wollte ich zuerst auch eine

berufliche Trennung durchziehen. Überzeugt haben mich meine

Mitarbeiter, die den Mut hatten, zu mir zu kommen mit den

Worten: „Wir brauchen Sie hier“.

Wenn Sie die Chance hätten, Ihre Karriere nochmal von

vorne zu beginnen, würden Sie etwas anders machen?

Ja, ich würde den Weg über ein Jurastudium wählen, da die

Bereiche stark ineinandergreifen und man ohne fremde Hilfe

einen Bereich vollends abdecken kann z.B. Verträge und deren

Gestaltung.

Welche fünf Merkmale kennzeichnen gute Führung?

Vertrauen, Wertschätzung, Anerkennung, Verlässlichkeit,

Menschlichkeit

Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

humorvoll, zuversichtlich, großzügig, verlässlich, offen

Welche Eigenschaften stören Sie am meisten an anderen

Menschen?

Geiz und Arroganz


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 96 97

07 VERBREITUNG

Bild: ESO/L. Calçada/ACe Consortium

Holzschnitt um 1530

Das heliozentrische Weltbild (altgriechisch

„helios“, deutsch Sonne) ist ein Weltbild, in

dem die Sonne das Zentrum ist, um das sich die

Planeten und die Erde bewegen. Die Fixsterne sollen

dabei an einer ruhenden äußeren Kugelschale

angeheftet sein.

DE REVOLUTIONIBUS

ORBIUM COELESTIUM

„Über die Umschwünge der himmlischen Kreise“ – so heißt das epochale Werk von Nikolaus Kopernikus.

Gedruckt im März 1543. Rund 480 Jahre später trägt die Stupfericher Firma Physik Instrumente (PI)

GmbH & Co. KG dazu bei, dass man bald hinter die „himmlischen Kreise“ schauen kann.

„Wir sind stolz darauf, mit unserer

Technologie einen Teil zum besseren

Verständnis des Universums beitragen

zu können“, freut sich Dr. Karl Spanner

über den Auftrag der Europäischen

Südsternwarte (ESO), Antriebstechnik

für das größte bodengebundene Teleskop

zu liefern. „Denn die Forschung und

Wissenschaft ist heute so weit, dass nur

noch ganze Kompetenzteams in kleinen

Schritten vorwärts kommen. Und wir

als Physik Instrumente sind lediglich

die Handlanger für die Wissenschaft“,

erklärt Dr. Spanner in seiner sympathischen

Art.

GRÖSSTES TELESKOP DER WELT

In Wahrheit trägt Spanners Unternehmen

dazu bei, das heliozentrische

Weltbild in Teilen zu widerlegen: Für

das größte Teleskop der Welt, das mit

einem segmentierten Hauptspiegel

von 39 m Durchmessern derzeit auf

dem 3.046 m hohen Cerro Armazones

in der chilenischen Atacamawüste

entsteht, liefert PI aus Stupferich

genau 2.394 Aktoren. Das sind computergesteuerte

Antriebselemente,

die elektrische Signale in mechanische

Bewegung umsetzen. Bis hier hin ist das

noch kein Wunderwerk. Dennoch gilt

das Teleskop unter Fachleuten bereits

heute als Meilenstein der modernen

Technik: Der Hauptspiegel wird aus

798 hexagonalen Einzelsegmenten

zusammengesetzt. Jedes dieser Segmente

wird einen Durchmesser von

1,40 m haben und 250 kg wiegen. Die

Aktoren von PI dienen dabei sowohl

zur Befestigung der Segmente an der

Trägerstruktur als auch zur exakten

Ausrichtung der Segmente zueinander.

Nur eine hochpräzise Anpassung der

Spiegelsegmente ermöglicht es, Abweichungen

vom optimalen Strahlengang

auszugleichen, die z. B. durch Änderung

der Teleskophöhe, durch thermische

Effekte oder durch Windlast entstehen.

40 JAHRE AUF ERFOLGSKURS

Ein kleines Ding also, mit enorm großer

Wirkung und höchster Präzision, was

die über 1.000 Mitarbeiter von PI

im Headquarter Stupferich, den drei

weiteren Standorten in Deutschland

und fünfzehn ausländischen Vertriebsund

Serviceniederlassungen seit über

40 Jahren entwickeln und produzieren.

Eine der wichtigsten Aufgaben des

Teleskops wird es sein, Erkenntnisse

über Exo-Planeten zu liefern, d. h. von

Planeten, die außerhalb des Sonnensystems

liegen. Und da sind wir wieder

bei Kopernikus: Seine Lehre war nicht

nur eine neue Sicht der Welt, sondern

sehr viel mehr: Sie veränderte das

Bewusstsein der Menschheit.

Warten wir also ab, ob Dr. Spanners

Aktoren auch dazu beitragen werden,

unsere Sicht auf das, was außerhalb

unseres Sonnensystems liegt, zu verändern.

CAROLINE CARNEVALE www.wvs.de

Links: Illustration des Extremely Large Teleskop

(ELT), das derzeit in Chile entsteht. Man beachte

das Größenverhältnis der parkenden Autos zum

Teleskop.

Physik Instrumente (PI)

- 6 Produktionsstandorte, davon 4

in Deutschland, 2 im Ausland

- 15 Niederlassungen in Schlüsselmärkten

- über 1.000 Mitarbeiter weltweit

- mehr als 200 Patente

- privat geführtes Unternehmen

- Umsatz 2017 rund 190 Millionen

PI ist heute Markt- und Technologieführer

für nano- und mikrometergenaue

Positionierlösungen. Dabei steht an

erster Stelle, ein zuverlässiger und hochqualifizierter

Partner der Kunden zu sein.


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 98 99

07 VERBREITUNG

WOLF INTERNATIONAL

Wolf Reicherter, ein Sohn der TechnologieRegion Karlsruhe, ist Jahr für Jahr einer

der Stars bei den Weltmeisterschaften der Bodypainter.

Der Wahl-Londoner Reicherter ist einer der erfolgreichsten

und einflussreichsten Bodypainter der

Welt. Seine temporäre Kunst, die oft erst durch

den Einsatz von Schwarzlicht zur vollen Geltung

kommt, brachte ihm schon zwei Mal den Titel

des Vizeweltmeisters und zwei dritte Plätze ein.

Er verwandelt seine menschlichen Leinwände

in Lichtgestalten und Avatare moderner Geistund

Energiewesen. Eine Symbiose aus Kunst und

Technik. Seine mutige Kunst und seine Lehrtätigkeit

führen ihn ständig durch die ganze Welt.

Zurzeit arbeitet er an einer neuen, europaweiten

Serie mit namhaften Fotografen in exklusiven

Locations.

CLAUDIA WOLLASCH www.wvs.de

Foto: Wolf Reicherter


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 100 101

UNTERNEHMENSPROFILE

AOK MITTLERER OBERRHEIN

– DIE GESUNDHEITSKASSE IN DER REGION

Die AOK Mittlerer Oberrhein mit Hauptsitz in Karlsruhe ist der größte Krankenversicherer

in der Region. Das Gebiet des Unternehmens erstreckt sich von

Philippsburg bis Bühl und von Gaggenau bis Oberderdingen. Die rund 340.000

Privatkunden und 18.500 Firmenkunden werden in 21 KundenCentern regional

vor Ort betreut. Denn die Nähe zum Kunden und zur Region ist die Basis für die

guten Serviceleistungen der AOK.

Mit einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung, persönlicher

Beratung und innovativen Angeboten wie dem AOK-Hausarzt- und Facharzt-

Programm, der ärztlichen ZweitMeinung oder dem AOK-Curaplan für chronisch

Kranke bietet die AOK ihren Versicherten mehr Sicherheit und zusätzlichen

Schutz. Mitglieder profitieren außerdem von maßgeschneiderten und kostenfreien

Gesundheitsangeboten in den Bereichen Ernährung, Bewegung und Entspannung.

Die AOK unterstützt mit ihren Angeboten zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement

Unternehmen dabei, arbeitsbedingte Gesundheitsbelastungen

zu analysieren, Lösungen für ein gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen sowie das

Gesundheitsbewusstsein der Beschäftigten zu verbessern.

www.aok-bw.de

AOK - Die Gesundheitskasse Mittlerer Oberrhein

Kriegsstraße 41, 76133 Karlsruhe

Fon 0721 9158-2678

aok.mittlerer-oberrhein@bw.aok.de

www.aok-bw.de

DRUCKPARTNER FÜR UNTERNEHMEN, KREATIVE UND KULTUR IN

KARLSRUHE: MIT EINEM ZEITGEMÄSSEN MIX AUS OFFSET- UND

DIGITALDRUCK, LETTERPRESS UND MARKETING SERVICES SETZT

DIE STOBER GMBH AUF HOCHWERTIGKEIT.

„Sicher und auf kurzem Weg, mit Fingerspitzengefühl und Freude an der richtigen

Lösung, einfach und kompakt“, so bringen die Geschäftsführer Jürgen und Marcus

Stober das Credo der Neuausrichtung ihres Unternehmens auf den Punkt. Nach

Jahren guter geschäftlicher Entwicklung investiert die Stober GmbH 2018 kräftig

in die Zukunft.

Im neuen Gebäude im Industriegebiet von Eggenstein an der Stadtgrenze zu

Karlsruhe entsteht ein Zentrum für Kundenberatung, Spezialveredelungen und

Marketing Services inklusive eines großzügigen Lager- und Logistikbereichs.

Die vollstufige Druckerei selbst verbleibt in den ausgebauten Räumlichkeiten des

Stammhauses. Dazu kommt als besonderes Highlight die Integration der renommierten

Marke „Roland Fahrner Exklusivdruck“ in die Stober-Unternehmensgruppe.

„Alles unter einem Dach, alles aus einer Hand“ ein Alleinstellungsmerkmal von

Stober, nicht nur für Kunden aus der TechnologieRegion Karlsruhe.

SEIT 160 JAHREN MEHR

ALS NUR EINE BANK

Als Finanzpartner für 90.000

Kundinnen und Kunden sowie für

zahlreiche kleine und mittelständische

Unternehmen ist die Volksbank

Karlsruhe seit genau 160 Jahren

ein nicht wegzudenkender Wirtschaftsfaktor

in der Fächerstadt.

Tief verwurzelt in der Region ist sich

die „Bank unserer Stadt“ aber auch

ihrer gesellschaftlichen Verantwortung

bewusst – ganz im Sinne ihrer

genossenschaftlichen Tradition. So

fließen jedes Jahr rund 400.000

Euro als Spenden oder Zuschüsse an

soziale Einrichtungen, Vereine und

gemeinnützige Institutionen.

Hierfür wurde die Bank Ende 2017

von der Stadt Karlsruhe mit der

„Urkunde für unternehmerisches

bürgerschaftliches Engagement“

ausgezeichnet. Besonders gewürdigt

wurde dabei die Unterstützung der

Vesperkirche Karlsruhe, die Anfang

des Jahres für vier Wochen täglich

ihre Pforten öffnet, um einsame

oder bedürftige Menschen mit

warmem Essen zu versorgen und

ihnen ermöglicht, Beratung, Unterstützung

und Gemeinschaft zu

erleben. Die Stiftung der Volksbank

Karlsruhe hat sich 2018 bereits zum

vierten Mal für die Vesperkirche

engagiert und durch ihre finanzielle

Unterstützung wesentlich dazu

beigetragen, vielen Menschen in

der dunklen Jahreszeit etwas

Hoffnung zu geben.

www.volksbank-karlsruhe.de

DIE STROM-COMMUNITY – LOKAL ERZEUGT, LOKAL VERBRAUCHT

In der Region wird von den Stadtwerken Karlsruhe und dem Joint Venture

Badische Energie-Servicegesellschaft grüne, lokale Energie für Wohnviertel und

gemischte Quartiere entwickelt. Die beiden stellen die dortige Strom- und

Wärmeversorgung großteils über lokale KWK- und Photovoltaikanlagen sicher.

Das Community-Stromprodukt ermöglicht es der Wohnungswirtschaft nun, ihren

Kunden einen weiteren Baustein eines lebenswerten und zukunftsorientierten

Wohn- und Arbeitsumfeldes anbieten zu können.

Die Vorteile der Strom-Community:

• Transparenz in Echtzeit über die lokale Stromherkunft

• Ist-Abrechnung, Strom-Flatrate und Strom2Go für Elektro-Mobilität

• Vernetzung der Kunden untereinander

• Vernetzung der Areale und Quartiere untereinander

• Sichtbarkeit von Erzeugungsleistungen

Nicht verbrauchten Strom geben wir in die Strom-Cloud, die wir zentral

organisieren. Den Kunden können wir so immer genügend Strom garantieren.

Und Dank der Strom-Cloud können Quartiere und Areale untereinander von

ihren Überschüssen profitieren.

Möchten Sie auch Teil der Strom-Community werden?

Ansprechpartner ist Thomas Bierlein, Telefon 0721-599-2321

E-Mail: thomas.bierlein@stadtwerke–karlsruhe.de

WIR GEHÖREN DAZU –

DIE TECHNOLOGIEREGION

KARLSRUHE

Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen

und Kommunen bilden

zusammen das regionale, bundesländerübergreifende

Aktionsbündnis

TechnologieRegion Karlsruhe GmbH.

www.stober.de

STOBER GmbH, Druckerei und Verlag

Industriestraße 12, 76344 Eggenstein

Fon 0721 97830-0, Fax 0721 97830-40

info@stober.de, www.stober.de

VOLKSBANK KARLSRUHE EG

Ludwig-Erhard-Allee 1, 76131 Karlsruhe

Fon 0721 9350-0

info@volksbank-karlsruhe.de

www.volksbank-karlsruhe.de


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 102 103

STANDORTINFORMATIONEN

DIE TECHNOLOGIEREGION KARLSRUHE IM ÜBERBLICK

Merkmal Maßeinheit Stadtkreis Landkreis

Stadtkreis

Landkreis Landkreis

Landkreis TechnologieRegion

Karlsruhe Karlsruhe Baden-Baden

Rastatt Germersheim Südliche Weinstraße

insgesamt

Fläche* km 2 173,42 1.085,28 140,19 738,43 463,32 639,95 3.240,59

Bevölkerung am 31.12.2016** Anzahl 309.999 440.337 54.307 228.907 128.205 110.885 1.272.640

Kaufkraftkennziffer 2018* je Einwohner 103,2 108,9 115,9 106,3 102,4 103,8 106,0

(Bundesgebiet = 100)

Einzelhandelsumsatz 2018* je Einwohner 124,4 84,7 119,7 73,2 65,3 71,6 90,6

(Bundesgebiet = 100)

Zentralitätsindex 2018* je Einwohner 120,6 77,8 103,3 68,9 63,7 69,0 85,5

Bruttoinlandsprodukt 2015** in Euro 79.718 74.067 68.509 80.130 81.335 59.448 76.308

(je Erwerbstätigen)

Erwerbstätige 2015** in Tausend 235,3 203,0 41,1 114,0 58,7 44,9 697,0

Versicherungspflichtig Beschäftigte Anzahl 176.296 152.290 30.680 90.395 44.324 30.556 524.541

am Arbeitsort am 30.06.2017**

darunter

Land- und Forstwirtschaft, Fischerei Anzahl 122 584 110 418 488 847 2.569

Produzierendes Gewerbe Anzahl 27.543 54.923 7.266 47.971 21.107 9.039 167.849

Handel, Verkehr und Gastgewerbe Anzahl 38.307 31.319 6.810 15.370 10.159 8.263 110.228

Sonstige Dienstleistungen Anzahl 110.323 65.464 16.494 26.636 12.570 12.407 243.894

Verarbeitendes Gewerbe am 30.09.2016**

Betriebe (mit 20 und mehr Beschäftigten) Betriebe 97 296 30 165 73 55 716

Beschäftigte Anzahl 18.590 38.362 4.262 38.821 16.696 5.567 122.298

Umsatz 2016 in Mrd. Euro 9,7 10,3 0,8 20,9 11,2 1,7 54,6

Arbeitslosenquote am 30.06.2017*** % 4,4 3,0 5,1 2,9 3,9 4,0 3,6

(bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen)

STUDIERENDE AUSGEWÄHLTER FACHRICHTUNGEN IN KARLSRUHE

Fakultät / Fachrichtungen (WS 2017/18) KIT Hochschule Karlsruhe Duale zusammen

Technik und Wirtschaft Hochschule

Anzahl Anzahl %

Elektro- und Informationstechnik 2.129 1.106 110 3.345 9,1

Maschinenbau und Mechatronik 6.435 1.632 651 8.718 23,6

Informatik und Wirtschaftsinformatik 2.878 1.318 831 5.027 13,6

Wirtschaftswissenschaften 3.602 2.434 1.314 7.350 19,9

Architektur, Bauwesen, Geo- und Umweltwissenschaften 3.384 1.698 - 5.082 13,8

Mathematik 683 - - 683 1,8

Physik, Chemie und Biowissenschaften 4.448 - - 4.448 12,0

Studierende der ausgewählten Fachrichtungen zusammen 23.559 8.188 2.906 34.653 93,8

Studierende insgesamt 25.495 8.327 3.138 36.960 100,0

STUDIERENDE IN KARLSRUHE

* Quellen: GfK, Nürnberg; Amt für Stadtentwicklung, Karlsruhe

** Quellen: Statistische Landesämter Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

*** Quelle: Bundesagentur für Arbeit

WS 2017/18 %

Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 25.495 59,9

Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft 8.327 19,6

Pädagogische Hochschule 3.500 8,2

Duale Hochschule Baden-Württemberg 3.138 7,4

Hochschule für Musik 619 1,5

Staatliche Akademie der Bildenden Künste 297 0,7

Staatliche Hochschule für Gestaltung 394 0,9

Karlshochschule International University (privat) 472 1,1

EC Europa Campus (privat) 350 0,8

Insgesamt 42.592 100

IMPRESSUM

Herausgeber:

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Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Karlsruhe

Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Karlsruhe


NR 61 2018 WIRTSCHAFTSSPIEGEL 104

DATEN UND FAKTEN ZUM WIRTSCHAFTSSTANDORT KARLSRUHE

IM VERGLEICH ZU DEN STÄDTEN MANNHEIM UND STUTTGART

Karlsruhe Mannheim Stuttgart

Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung*

Bevölkerung am 31.12.2016 309.999 304.781 628.032

Veränderung 2012 - 2016 in % 4,7 3,4 5,0

Wir sind die mit Bits und

Bytes und Herz und Blut.

Erwerbstätige am Arbeitsort*

Erwerbstätige im Jahr 2015 (Jahresdurchschnitt, Berechnungsstand August 2016) 235.300 240.300 511.500

Veränderung 2012 - 2015 in % 1,9 3,5 4,8

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort*

SV-Beschäftigte am 30.06.2017 176.296 185.371 405.383

Veränderung 2012 - 2017 in % 7,1 7,9 12,0

Betriebe*

Betriebe im Februar 2017 14.792 14.695 32.599

Anteil kleiner und mittlerer Betriebe in % 99,41 99,31 99,41

(Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten. SV-Beschäftigte am 31.12.2015)

Arbeitslose**

Arbeitslose am 30.06.2017 7.205 8.832 15.151

Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) 4,4 5,4 4,5

Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen*

Euro je Erwerbstätigen 2015 (Berechnungsstand November 2016) 79.718 77.856 99.988

Veränderung 2012 - 2015 in % 7,7 6,0 7,3

Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen*

Bruttowertschöpfung 2015 in Millionen Euro 16.884 16.835 46.031

darunter Anteil in %

Produzierendes Gewerbe 18,7 35,9 34,9

Dienstleistungsbereiche 81,2 64,1 65,0

Gewerbesteuer*

Hebesatz 2017 in % 430 430 420

Einzelhandelsrelevante Kaufkraftkennziffern***

Kaufkraft je Einwohner 2018 (Bundesdurchschnitt = 100) 103,2 98,6 112,5

Umsatzkennziffer je Einwohner 2018 (Bundesdurchschnitt = 100) 124,7 152,8 132,7

Zentralitätskennziffer 2018 (Umsatzkennziffer je EW/Kaufkraft je EW) 120,8 155,0 118,0

Quellen:

* Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

** Bundesagentur für Arbeit

*** GfK, Nürnberg

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