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PFERDE fit & vital<br />

Gesundheit für Pferd + Reiter<br />

Nr. 2/2019<br />

HERBST<br />

WINTER<br />

Von Oktober<br />

bis März<br />

PFERDE fit & vital<br />

PFERDE<br />

fit& vital<br />

Gesundheit für Pferd + Reiter<br />

Nr. 1/2019<br />

FRÜHJAHR<br />

SOMMER<br />

Von April bis<br />

September<br />

PFERDE<br />

fit & vital<br />

Leseprobe<br />

€ 6,- Deutschland | Österreich/Luxemburg € 6,80 | Schweiz SFR 11,80 | www.pferdefitundvital.de<br />

Top-Thema<br />

WOHLFÜHL-<br />

HALTUNG<br />

Seelische und körperliche<br />

Balance für mein Pferd<br />

STALL-CHECK<br />

Welcher Stall passt zu mir?<br />

EINSTREU &<br />

BODENBELÄGE<br />

Gut gebettet<br />

PRAXIS<br />

HUFPFLEGE<br />

Gut gepflegt<br />

NÜTZLICHE<br />

HELFERLEIN<br />

Praktisch für Stall & Weide<br />

VERSICHERUNGEN<br />

Auf Nummer sicher gehen<br />

EXPERTENRUNDE<br />

Sind Lahmheiten abhängig<br />

von der Haltungsform?<br />

„I feel<br />

good!”<br />

Besser reiten<br />

7 ÜBUNGEN FÜR DEN<br />

BESSEREN SITZ<br />

Funktionelles Bewegungstraining im Trab<br />

BACK TO THE ROOTS<br />

Grundlagenarbeit in der Bahn<br />

Fitness & fun<br />

ISLAND ERLEBEN<br />

Futter<br />

EEG<br />

BEIM PFERD<br />

Wie das Pferd fühlt<br />

REZEPTE<br />

Gesunde Leckereien<br />

selbst gemacht<br />

GUA SHA<br />

Die besondere<br />

Massage<br />

Medizin leicht verständlich<br />

SCHLAFMANGEL WEBEN &<br />

ODER NARKOLEPSIE? BOXENLAUFEN<br />

Eine neue Studie klärt auf Ein Hilferuf des Pferdes<br />

4 195891 306006 02<br />

Lebenswichtig & vielseitig<br />

SUPERORGAN<br />

HAUT<br />

Pflegetipps für Haut & Fell<br />

Glatt & glänzend<br />

Haut & Fütterung<br />

Glanz von innen<br />

Hautinfektionen<br />

Vorbeugen & heilen<br />

Besser<br />

reiten<br />

DER ZÜGELCHECK<br />

Das Band der Kommunikation<br />

DIY-Tipps<br />

ALOE VERA<br />

Das Schönheits-Elixier<br />

HONIG<br />

Süß & heilsam<br />

REZEPTE<br />

Sommer-Snacks<br />

für Pferd & Reiter<br />

4 195891 306006 01<br />

Im Check:<br />

Die besten Zusatz-<br />

DIE GRUNDGANGARTEN<br />

Basis des Erfolgs<br />

KAPPZAUM<br />

Immer der Nase nach<br />

Sommer-<br />

Fitness<br />

BADEN & SCHWIMMEN<br />

Wasser-Spaß mit Pferd<br />

€ 6,- Deutschland<br />

SOMMER-YOGA<br />

Der Sonnengruß<br />

FLIEGE, BREMSE, MÜCKE<br />

Effektiver Schutz<br />

Kaltes<br />

Die<br />

Innovation<br />

in der<br />

Wundheilung<br />

PLASMA<br />

Medizin leicht<br />

verständlich<br />

EKZEMER<br />

Die 10 besten Tipps<br />

HEADSHAKING<br />

Neue Behandlungen<br />

LYMPHDRAINAGE<br />

Hilfreich Hand anlegen


PFERDE fit & vital<br />

Gesundheit für Pferd + Reiter<br />

Nr. 2/2021<br />

HERBST<br />

WINTER<br />

Von Oktober<br />

bis März<br />

INHALT<br />

Top-Thema<br />

RÜCKEN<br />

Wunderwerk<br />

Pferderücken<br />

Rückenschmerzen erkennen<br />

Gutes Training ist das A & O<br />

Zurück zur Bewegungsfreude<br />

Eine schöne Oberlinie füttern<br />

Der passende Sattel<br />

Kissing Spines<br />

Rücken & Hufe<br />

€ 6,- Deutschland | Österreich/Luxemburg € 6,80 | Schweiz SFR 11,80 | www.pferdefitundvital.de<br />

Do-it-yourself<br />

Massage<br />

Durchblutung & Lymphfluss<br />

Den Rücken<br />

fit tapen<br />

Kinesiologie<br />

Fütterung<br />

Ein dickes Plus<br />

Superfood Luzerne<br />

Anatomie<br />

Die Pferdelunge<br />

Ein Hochleistungsorgan<br />

Training für den Reiter-Rücken<br />

Neue Bewegungskonzepte<br />

Mit einfachen Übungen viel erreichen<br />

Die Masterson Methode<br />

Körperarbeit<br />

mit dem Pferd<br />

Verspannungen gefühlvoll selber lösen<br />

Medizin leicht verständlich<br />

Antiseptikum<br />

Erste Hilfe bei Wunden<br />

Freies Kotwasser<br />

Was ist da los im Darm?<br />

Equines Sarkoid<br />

Früh behandeln!<br />

Immunsystem<br />

Abwehrkräfte stärken<br />

4 195891 306006 02<br />

Wunderwerk Pferderücken<br />

Was ihn gefährdet – was ihn schützt<br />

16<br />

5<br />

Ein<br />

Kin<br />

PFERDE fit & vital 02/2021<br />

Trainingstherapie<br />

Zurück zur Bewegungsfreude<br />

20 6<br />

Der<br />

Abw<br />

Top-Thema: Rücken<br />

40 Seiten rund um das Wunderwerk Pferderücken<br />

Leseprobe 16 Wunderwerk Pferderücken<br />

Was ihn gefährdet – was ihn schützt<br />

20 Zurück zur Bewegungsfreude<br />

Trainingstherapie<br />

28 Gutes Training ist das A & O<br />

Gesunder Rücken durch richtiges Management<br />

30 Der passende Sattel<br />

Wichtiger Baustein für die Rückengesundheit<br />

34 „Kissing Spines“ lässt sich managen!<br />

Ganzheitlicher Ansatz<br />

38 Rücken & Hufe<br />

Was haben Sie miteinander zu tun?<br />

44 Die richtige Fütterung<br />

Das i-Tüpfelchen für eine schöne Oberlinie<br />

Leseprobe 50 Ein feiner Zug: Rückenmuskeln fit tapen<br />

Kinesiologische Tapes bei Rückenproblemen<br />

4 PFERDE fit & vital<br />

Superfood Luzerne<br />

ab Seite 96<br />

Medizin lei<br />

Erste Hilfe bei W<br />

Abwehrkräfte stä<br />

Behandlungsopt<br />

54 Welches Antis<br />

58 Was ist da los<br />

Das Equine Faec<br />

66 Der Kick fürs I<br />

72 Je früher, dest<br />

76 Regenerative<br />

Wie funktioniert<br />

Anatomie<br />

78 Die Pferdelung<br />

Ein Hochleistung<br />

DIY DO-IT-<br />

YOURSELF<br />

Bewegungskonz<br />

Die Masterson M<br />

82 Massagetipps<br />

Heilende Hände<br />

Leseprobe 86 Der Reiterrück<br />

90 Körperarbeit m


0<br />

feiner Zug: Rückenmuskeln fit tapen<br />

esiologische Tapes bei Rückenproblemen<br />

Tipps von<br />

Jim Masterson<br />

Mit spezieller<br />

Massage das Pferd<br />

entspannen<br />

Körperarbeit mit dem Pferd<br />

Die Masterson Methode<br />

90<br />

6<br />

Kick fürs Immunsystem?<br />

ehrkräfte stärken<br />

Die Pferdelunge<br />

Ein Hochleistungsorgan<br />

78 122<br />

Wintermash & Leckerli<br />

Wellness für den Pferdemagen<br />

cht verständlich<br />

ptikum ist das Richtige?<br />

unden<br />

im Darm?<br />

l Water Syndrome – Freies Kotwasser<br />

mmunsystem?<br />

rken<br />

o besser<br />

ionen beim Equinen Sarkoid<br />

Therapien<br />

das eigentlich..?<br />

e<br />

sorgan<br />

für Durchblutung & Lymphfluss<br />

en<br />

epte statt einzelner Übungen<br />

it dem Pferd<br />

ethode<br />

Titelfoto: Christiane Slawik<br />

Fütterung<br />

96 Ein dickes + in der Pferdefütterung<br />

Superfood Luzerne<br />

116 Superstar unter den Heilpflanzen<br />

Der Echte Thymian und seine Verwandten<br />

Haltung & Pflege<br />

102 Gesunde Basis des Pferdestalls<br />

Stallmatten<br />

108 Gut gelaufen?<br />

Gesunde Böden für Halle, Reitplatz & Paddock<br />

Fitness & Fun<br />

118 Wohlfühlzeit<br />

Wellness fürs Pferd<br />

122 Wintermash & Leckerli<br />

Wellness für den Pferdemagen<br />

Rubriken<br />

6 Kompakt, Aktuelle Studien<br />

12 Fit & vital mit Gina Schumacher<br />

124 PFERDE fit & vital Sprechstunde<br />

126 Rechttipp<br />

128 Produkttrends/Impressum<br />

130 Buchtipps zum Weiterlesen<br />

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Leseprobe • Leseprobe • Leseprobe • Leseprobe • Leseprobe • Leseprobe • Leseprobe • Leseprobe • Leseprobe • Lesepro<br />

Rücken<br />

WAS IHN GEFÄHRDET – WAS IHN SCHÜTZT<br />

Wunderwerk<br />

Darauf<br />

sollten Sie<br />

achten<br />

So erkennen<br />

Sie Rückenschmerzen<br />

16 PFERDE fit & vital<br />

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Pferderücken<br />

Eine Studie der Universität Zürich zeigte 2019, dass 33 Prozent der untersuchten<br />

Pferde Symptome von Rückenschmerzen aufwiesen, wobei bei bis zu 52 Prozent<br />

der Tiere Befunde beim Röntgen und/oder Ultraschall festgestellt wurden. Andererseits<br />

zeigte eine Untersuchung der LMU München aus dem Jahr 2005 an 295 Warmblütern,<br />

die bei der Ankaufsuntersuchung geröntgt wurden, bei denen es aber keine Anzeichen<br />

von Rückenschmerzen gab, dass nur 25 Pferde keine (!) von der Norm abweichenden<br />

Befunde an den Dornfortsätzen hatten.<br />

Dabei handelte es sich durchweg um junge Pferde. Alle anderen zeigten mehr oder<br />

weniger große Abweichungen von der Norm, insbesondere im Bereich der hinteren<br />

Sattellage. Rückenschmerzen sind eben ein komplexes Thema, das über<br />

Veränderungen an der Wirbelsäule hinausgeht.<br />

Text: Ramona Billing, Fotos: Christiane Slawik<br />

PFERDE fit & vital 17<br />

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Rücken<br />

Der Rücken des Pferdes gleicht<br />

einer Brückenkonstruktion. Er<br />

besteht zum einen aus der<br />

Wirbelsäule, die sich aus Hals-, Brustund<br />

Lendenwirbelsäule sowie dem<br />

Kreuzbein zusammensetzt. Zwischen<br />

den Wirbeln liegen kleine Gelenke,<br />

welche je nach Abschnitt eine Seitenbiegung<br />

und/oder eine Auf- und<br />

Abbewegung zulassen.<br />

„Verspannt“ wird das ganze durch<br />

kurze und lange Bänder, wobei dem<br />

langen Nackenband besondere Bedeutung<br />

zukommt. Es verläuft vom Hinterhaupt<br />

bis zum Widerrist. Dort vereinigt<br />

es sich mit dem Rückenband. Die Muskulatur<br />

sorgt zusammen mit den Bändern<br />

für Stabilität und spielt zusätzlich<br />

eine wichtige Rolle für die Tragfähigkeit.<br />

Wir unterscheiden hier zwischen kurzen<br />

und langen Muskeln, wobei dem langen<br />

Rückenmuskel besondere Bedeutung<br />

zukommt: Er ist der wesentliche Stabilisator.<br />

An einem gut ausgebildeten langen<br />

Rückenmuskel und einer schönen,<br />

bemuskelten Oberlinie ist ein gut gerittenes<br />

Pferd auf Anhieb zu erkennen.<br />

Doch mit einer gut trainierten Rückenmuskulatur<br />

allein ist es nicht getan, auch<br />

die Haltemuskulatur und die Bauchmuskulatur<br />

müssen trainiert werden. Nur,<br />

wenn sich die Bauchmuskeln anspannen,<br />

kann das Pferd den Rücken aufwölben.<br />

Rückenprobleme können sowohl von<br />

der knöchernen Wirbelsäule als auch<br />

von der Muskulatur ausgehen, wobei in<br />

der Regel beides betroffen ist.<br />

Zudem müssen Rückenschmerzen<br />

auch gar nicht im Rücken selbst begründet<br />

sein. So können zum Beispiel Lahmheiten<br />

zu Muskelverspannungen im Rücken<br />

führen – oder aber eine Lahmheit ist gar<br />

kein Beinproblem, sondern das Problem<br />

steckt im Rücken…<br />

Wir unterscheiden also zwischen<br />

primären und sekundären Rückenschmerzen.<br />

Ein komplexes Thema, wie<br />

gesagt.<br />

Wie erkennt man Rückenschmerzen?<br />

Das wünscht sich jeder Reiter:<br />

ein freudig mitmachendes<br />

Pferd – das geht aber nur mit<br />

gesundem Rücken!<br />

1<br />

Unruhe und Unmutsäußerungen<br />

(Ohrenanlegen, Schnappen) beim<br />

Putzen und Satteln können auf Rückenschmerzen<br />

hindeuten.<br />

Doch nicht selten beginnt es viel subtiler:<br />

Die Pferde sind nicht mehr so leistungsfähig,<br />

wollen sich nicht loslassen oder sich biegen<br />

und stellen lassen. Die Anlehnung stimmt<br />

nicht, der Schweif wird schief gehalten.<br />

Auch Schwierigkeiten beim Rückwärtsrichten<br />

oder Springen können vorkommen, ebenso<br />

wie klammer Gang und Taktfehler.<br />

18 PFERDE fit & vital<br />

An einem gut ausgebildeten<br />

langen<br />

Rückenmuskel und<br />

einer schönen,<br />

bemuskelten<br />

Oberlinie ist ein<br />

gut gerittenes<br />

Pferd auf Anhieb<br />

zu erkennen.<br />

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INFO-BOX<br />

Das gefährdet<br />

den Rücken<br />

Reiterliche Mängel<br />

• schlecht sitzende, teilweise auch zu<br />

schwere Reiter,<br />

• Reiter lässt das Pferd mit durchgedrücktem<br />

Rücken auf der Vorhand<br />

laufen, ohne die Hinterhand<br />

zu aktivieren,<br />

• mangelhafte Gymnastizierung<br />

• …<br />

Mangelhafte Haltung<br />

• zu wenig Auslauf,<br />

• kein oder zu wenig Weidegang,<br />

• zu wenig Bewegung generell<br />

• aber auch zu hoch angebrachte<br />

Heuraufen<br />

• …<br />

<br />

Schlecht passende Sättel und Gebisse<br />

Mängel in der Anatomie<br />

• Senkrücken,<br />

• zu langer Rücken,<br />

• Karpfenrücken,<br />

• …<br />

Solche Pferde müssen besonders<br />

sorgfältig gymnastiziert werden,<br />

damit sie gesund bleiben!<br />

Der Rücken leidet aber auch als Folgeerscheinung<br />

von Zahnproblemen,<br />

Lahmheiten und Entzündungen am<br />

Ansatz des Nackenbandes sowie durch<br />

Verletzungen als Folge von z. B. Festliegen<br />

oder Wegrutschen.<br />

2<br />

Bringen Sie Abwechslung ins Training!<br />

Gehen Sie ins Gelände, lassen Sie Ihr Pferd auch mal bergauf klettern,<br />

oder. ebenfalls sehr gut, machen Sie Stangenarbeit.<br />

Viel Bewegung und auch<br />

Weidegang sind auch für den<br />

Rücken das Beste.<br />

Gutes, rückenfreundliches<br />

Reiten ist von unschätzbarer<br />

Bedeutung für die Gesundheit<br />

des Pferdes.<br />

Das schützt<br />

den Rücken<br />

Investieren Sie in Ihre eigene<br />

reiterliche Ausbildung!<br />

̌<br />

Pferde jeder Rasse und in jeder Reitweise<br />

müssen dazu angehalten werden,<br />

über den Rücken zu laufen – das heißt,<br />

unter dem Reiter mit aktiv untertretender<br />

Hinterhand und aufgewölbtem<br />

Rücken.<br />

Vorwärts-abwärts sollte zu Beginn der<br />

Trainingseinheit selbstverständlich sein<br />

– allerdings sollte das Pferd dabei nicht<br />

auf der Vorhand daher latschen.<br />

Auch wichtig!<br />

• Täglich so viele Stunden wie möglich Auslauf und<br />

wann immer möglich, auch Weidegang gönnen,<br />

• Heufütterung am besten vom Boden aus,<br />

• Sattelpassform überprüfen, Sättel in regelmäßigen Abständen<br />

checken und ggfs. aufpolstern lassen,<br />

• Regelmäßiger Check-up durch einen guten Osteopathen/<br />

Chiropraktiker,<br />

• Arbeit an der eigenen Fitness,<br />

• Bereinigung eigener orthopädischer Probleme, falls nötig.<br />

3<br />

Leseprobe<br />

Den Kompletten<br />

Artikel finden Sie auf<br />

shop.pferdesportverlag.de<br />

PFERDE fit & vital 19<br />

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Rücken<br />

KINESIOLOGISCHE TAPES BEI RÜCKENPROBLEMEN<br />

Ein feiner Zug:<br />

Rückenmuskeln<br />

fit tapen<br />

Tapeanlage bei schwachen<br />

Rückenmuskeln und starker<br />

Rückenlordose.<br />

So geht’s!<br />

Tapeanlagen<br />

selbst anbringen<br />

50 PFERDE fit & vital<br />

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Rückenprobleme sind unter den Reitpferden weit verbreitet.<br />

Neben der Ursachenergründung und verschiedenen,<br />

thera-peutischen Behandlungsansätzen kann auch das<br />

kinesiologische Taping eine unterstützende Maßnahme<br />

sein, Rückenschmerzen zu lindern. Einfache Tapeanlagen<br />

können sogar vom Pferdebesitzer selbst angebracht<br />

werden, um die Basisbehandlung zu unterstützen.<br />

Text und Fotos: Renate Ettl<br />

In mehr als 80 % der Fälle sind Rückenprobleme auf muskuläre<br />

Dysfunktionen zurückzuführen. Zu allem Überfluss<br />

bleibt es aber langfristig nicht bei muskulären Problemen,<br />

vielmehr lösen selbst „simple“ Verspannungen weitreichende<br />

Fehlfunktionen im ganzen Körper aus. Speziell und direkt ist<br />

die Gelenksfunktion beeinträchtigt, wodurch es zu Schäden am<br />

passiven Bewegungsapparat kommt. So sind Arthrosen in<br />

ihren vielschichtigsten Formen nicht selten eine Folge von<br />

ursprünglichen muskulären Dysfunktionen, da diese zu<br />

Fehl- und Überbelastungen im Gelenksapparat führen.<br />

Speziell im Rücken können sich langfristige Erkrankungen<br />

wie Kissing spines oder Spondylosen in den<br />

kleinen Wirbelgelenken sowie Gelenksblockaden<br />

herauskristallisieren und somit irreparable<br />

Schäden am Bewegungsapparat verursachen.<br />

Vielschichtige Ursachen<br />

Auch falsches Training (Überbelastungen, Fehlbelastungen<br />

etc.), Schonhaltungen, Fehlstellungen,<br />

insgesamt also physische und psychische Überforderungen<br />

(Trainings-, Haltungs-, Fütterungsstress)<br />

führen zu Muskelverspannungen. Daraus resultiert<br />

eine Dauerkontraktion, die wiederum eine<br />

Schwächung des Muskels (Atrophie) zur Folge hat.<br />

Ein verspannter Muskel ist nicht voll einsatzfähig,<br />

weil er hierzu die Fähigkeit benötigt, sich abwechselnd<br />

anzuspannen und zu dehnen. Ein verspannter Muskel<br />

hat seine Dehnfähigkeit zum großen Teil eingebüßt. Weil<br />

Muskeln von der Kontraktionsfähigkeit seiner Antagonisten<br />

abhängig ist, überträgt sich die Bewegungsunfähigkeit des<br />

Muskels automatisch auch auf den Gegenspieler. Muskeln<br />

haben nun aber nicht nur Antagonisten, sondern auch Synergisten,<br />

die als „Mitspieler“ dieselbe Arbeit leisten und nun bei<br />

Ausfall des Partners überlastet sind. Somit verspannen auch<br />

diese Muskeln, die ihrerseits wiederum deren Gegenspieler<br />

negativ beeinflussen, und so setzen sich die Verspannungen im<br />

gesamten Körper fort.<br />

Sichere Befundung muskulärer Defizite<br />

Stellt man als Reiter nun eine Schmerzhaftigkeit der Muskulatur<br />

fest, die sich bis zur Berührungsempfindlichkeit beim<br />

Putzen steigern kann, sollten die Alarmglocken schrillen. Auch<br />

Bewegungsunlust – oft fälschlicherweise als Faulheit oder<br />

Unwilligkeit interpretiert – ist ein häufiges Anzeichen für<br />

muskuläre Probleme, aber auch andere Krankheitssymptome.<br />

Der Dressurreiter<br />

bemerkt vielleicht zunächst den<br />

fehlenden Raumgriff bei einer Trabverstärkung und der<br />

Reiningreiter eine verminderte Geschwindigkeit in den Spins,<br />

doch jeder Reiter kann muskuläre Probleme erkennen, wenn er<br />

sein Pferd beim Putzen genau beobachtet. Ein Muskelzucken<br />

bei leichtem Druck auf den Muskel, Wegdrücken des Rückens<br />

beim Putzen, Kopf hochnehmen oder das Zurücklegen der<br />

Ohren sind eindeutige Schmerzsignale und bereits signifikante<br />

Alarmzeichen.<br />

Sind muskuläre Probleme erkannt, sollte zunächst die Ursache<br />

ergründet werden. Nicht selten lösen unpassende Sättel<br />

Muskelverspannungen im Rücken aus, doch oft genug ist auch<br />

die Fehlbelastung durch den Reiter (schlechter Sitz) oder,<br />

wie schon erwähnt, falsches Training die Ursache. Die beste<br />

Lösung, die muskulären Probleme in den Griff zu bekommen,<br />

ist die Beseitigung der Ursache. Dies allein löst den Muskel<br />

jedoch noch nicht, vor allem, wenn der Verspannungszustand<br />

schon längere Zeit Bestand hat. Darum ist ein therapeutisches<br />

Eingreifen unerlässlich.<br />

Über vielerlei therapeutische Maßnahmen können Muskeln<br />

wieder ihre Arbeitsfähigkeit zurückgewinnen. Den besten Erfolg<br />

erzielt man durch eine manuell durchgeführte Muskeltherapie,<br />

die von einem gut ausgebildeten Therapeuten ausgeführt wird,<br />

der das Pferd auch entsprechend befunden, sowie den Verdacht<br />

eines Muskelproblems bestätigen oder enthärten kann.<br />

Taping – die ideale Begleittherapie<br />

Die Therapie kann mit verschiedenen weiteren Maßnahmen<br />

begleitet und unterstützt werden. Hierzu gehört auch das<br />

Kinesiologische Tapen, das die Manuelle Therapie hervorragend<br />

unterstützen kann. Bei korrekt angelegten Tapes sind diese in<br />

der Lage, den Behandlungserfolg länger aufrecht zu erhalten<br />

und so den Muskel schneller wieder in die Arbeitsfähigkeit<br />

zurückzuführen. Präventiv kann das Tape die Muskelarbeit<br />

optimieren und somit Verspannungen vermeiden helfen.<br />

Die Wirkung der Tapes hilft, Dysbalancen<br />

innerhalb der Muskulatur auszugleichen<br />

und die muskuläre Selbstregulation des<br />

Körpers zu fördern.<br />

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Den Kompletten<br />

Artikel finden Sie auf<br />

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PFERDE fit & vital 51<br />

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DIYYOURSELF<br />

DO-IT-<br />

MIT SUSANNE VON DIETZE<br />

BEWEGUNGSKONZEPTE STATT EINZELNER ÜBUNGEN<br />

Der<br />

Reiterrücken<br />

86 PFERDE fit & vital<br />

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Wenn wir über den Pferderücken sprechen, müssen wir auch mal an den Rücken<br />

des Reiters denken. Beide beeinflussen sich gegenseitig: Wenn der Reiter<br />

Rückenschmerzen hat, werden sich seine Schonhaltung und Muskelverspannungen<br />

unweigerlich aufs Pferd auswirken. Umgekehrt wirken sich unbehandelte Rückenprobleme<br />

beim Pferd irgendwann auch im Reiterrücken aus. Höchste Zeit also, auch<br />

an die eigene Gesundheit zu denken und den eigenen Rücken fit zu machen.<br />

Text: Ramona Billing, fachliche Beratung: Susanne von Dietze<br />

Fotos: Barbara Schnell (entnommen dem Buch „Rücksicht auf den Reiterrücken”)<br />

Dazu hat der FN Verlag bereits ein<br />

sehr interessantes Buch herausgebracht:<br />

„Rücksicht auf den Reiterrücken“.<br />

Eine der beiden Autorinnen,<br />

Susanne von Dietze, arbeitet gerade an<br />

einem neuen, multimedial aufgemachten<br />

Buch zum Thema. Sie empfiehlt Bewegungskonzepte<br />

statt isolierter Übungen:<br />

„Nicht das Was ist wichtig, sondern das<br />

Wozu!“<br />

„Bewegung ist etwas sehr Individuelles“,<br />

so Susanne von Dietze. „Beim<br />

Reiten kommen überdies zwei Körper<br />

zusammen, die in Rhythmus, Balance etc.<br />

völlig verschieden sind. Das ist eine enorme<br />

Herausforderung. Hinzu kommt,<br />

dass jeder anders lernt und andere Lernkurven<br />

hat. Einfach nur standardisierte<br />

Übungen abzuwickeln führt also zwangsläufig<br />

in eine Sackgasse, da es zu viele Variablen<br />

gibt. Man muss stattdessen Bewegungskonzepte<br />

erlernen und erarbeiten.“<br />

Nicht nur bei Reitern kommt es sehr<br />

häufig zu Problemen im unteren Rücken-<br />

bereich wie zum Beispiel Blockaden im<br />

Iliosakralgelenk. „Hier muss der<br />

Behandler zunächst schauen, wann die<br />

Schmerzen auftreten bzw. sich verschlimmern“,<br />

so von Dietze. „Meist<br />

beginnen sie beim Übergang zum Aussitzen.<br />

Nun muss ich erst einmal sehen,<br />

was ich mobilisieren kann.“ Mit ver-<br />

„Beim Reiten kommen zwei Körper<br />

zusammen, die in Rhythmus,<br />

Balance etc. völlig verschieden sind.”<br />

Susanne von Dietze<br />

Diagonales Klopfen<br />

Durch Variieren von<br />

Druck und Richtung<br />

lässt sich die Rotation<br />

in der Brustwirbelsäule<br />

verbessern.<br />

Leseprobe<br />

Den Kompletten<br />

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PFERDE fit & vital 87<br />

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PFERDE fit & vital<br />

Gesundheit für Pferd + Reiter<br />

Nr. 1/2021<br />

FRÜHJAHR<br />

SOMMER<br />

Von April<br />

bis September<br />

INHALT<br />

Top-Thema<br />

HUF<br />

BEWEGUNG<br />

Hufe gesund reiten<br />

FÜTTERUNG<br />

Hornqualität verbessern<br />

HORNSPALTEN<br />

Richtig behandeln<br />

STRAHLFÄULE<br />

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26 Hornqualität über Futter verbessern<br />

Brüchiges Horn, schlechtes Hufwachstum?<br />

30 Hornspalten erfolgreich behandeln<br />

Für gesunde Hufe<br />

34 Strahlfäule – So werden Sie sie los!<br />

Leicht in den Griff zu bekommen<br />

36 Diagnose Hufrollensyndrom<br />

Neue Behandlungsmethoden<br />

40 Nägel und andere Fremdkörper im Huf<br />

Im Notfall richtig handeln<br />

42 So nehmen Sie ein Eisen ab<br />

Was tun, wenn ein Eisen weg ist<br />

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Fitness & Fun<br />

98 Drück ins Glück<br />

Einführung in die Welt der Akupressur<br />

104 Wieviel Müdigkeit ist normal?<br />

Ruhe- und Schlafphasen sind lebenswichtig<br />

108 Wohltuendes Nass<br />

So verschaffen Sie Ihrem Pferd gesunde Abkühlung<br />

110 Wie fit sind Sie verglichen mit Ihrem Pferd?<br />

Training für den Reiter<br />

114 Leckereien für zwischendurch<br />

Mit Liebe selbstgemacht<br />

Rubriken<br />

6 Kompakt, Aktuelle Studien<br />

12 Fit & vital mit Dr. Wolfgang Mayrhofer<br />

116 PFERDE fit & vital Sprechstunde<br />

118 Produkttrends/Impressum<br />

120 Rechttipp<br />

122 Buchtipps zum Weiterlesen<br />

Titelfoto: Zauberwald-Foto<br />

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DIYYOURSELF<br />

DO-IT-<br />

MIT BERND HACKL<br />

BERND HACKL: „EINFACH“ VERLADEN<br />

IN 14 TAGEN SICHER<br />

AUF DEN HÄNGER<br />

Auch wenn man kein Turnierreiter ist, kommt<br />

man irgendwann in die Lage, ein Pferd im<br />

Anhänger transportieren zu müssen – sei es,<br />

weil ein Stallwechsel ansteht oder weil das<br />

Pferd in die Klinik muss. Das darf dann nicht in<br />

Stress für Pferd und Mensch ausarten, daher<br />

sollte Verladetraining zur Grundausbildung<br />

jedes Pferdes gehören. PFERDE fit & vital freut<br />

sich, dass mit Bernd Hackl ein absoluter<br />

Fachmann auf diesem Gebiet gewonnen<br />

werden konnte.<br />

Text: Bernd Hackl, Fotos: Zauberwald-Foto<br />

Angekommen! So gelassen wünscht<br />

man sich jedes Pferd nach der Fahrt mit<br />

dem Hänger. Bernd Hackl zeigt, wie’s<br />

geht.<br />

74 PFERDE fit & vital<br />

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PFERDE fit & vital 75<br />

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Jedes Pferd muss irgendwann mal transportiert werden. Deswegen<br />

muss stressfreies Verladen geübt werden.<br />

Mit der von ihm dargestellten Methode lernen Pferde,<br />

zuverlässig und selbstverständlich in den Anhänger zu<br />

gehen – ohne Stress und ohne Zwangsmittel oder Bestechung.<br />

Doch lassen wir Bernd Hackl selbst zu Wort kommen:<br />

Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Menschen mit<br />

ihrem Pferd an sich zwar prima klarkommen, wenn es aber<br />

darum geht, mit dem Pferd zu verreisen, ob lange oder kurze<br />

Transportwege, stehen sie vor einer schier unlösbaren Aufgabe,<br />

nämlich das Pferd zu verladen.<br />

Aussagen wie „Kannst du das bitte machen, ich geh besser<br />

weg?“ oder „Meine Anspannung überträgt sich auf das Pferd,<br />

und dann dreht der durch!“, den Einsatz von diversen Bachblütenmischungen,<br />

Globuli und sogar Beruhigungstabletten<br />

für Pferd und Besitzer habe ich schon live mitbekommen.<br />

Anstatt diverser Mittelchen wäre manchmal ein bisschen mehr<br />

Planung und strukturierteres Vorgehen sehr hilfreich. Gegen<br />

Bachblüten usw. spricht natürlich nichts, jedoch sollten sie<br />

lediglich als sanfte Unterstützung gesehen werden, nicht als<br />

Lösung des Problems.<br />

„Anstatt diverser Mittelchen<br />

wäre ein bisschen mehr Planung<br />

und strukturierteres Vorgehen<br />

sehr hilfreich“ Bernd Hackl<br />

Das Problem beginnt eigentlich schon bei der Planung. Das<br />

Pferd soll aufs Turnier, zum Decken, in den Urlaub usw. und<br />

bereits Wochen vorher sind alle in heller Aufregung und nervös.<br />

Nur auf die Idee, das Ganze zwei Wochen vorher vielleicht<br />

schon mal zu üben, kommen wenige. Dann ist also der Tag der<br />

Reise da und man plant großzügig ein bis zwei Stunden Verladezeit<br />

ein. In der ersten Hälfte sind alle noch einigermaßen<br />

entspannt. Jetzt wird allerdings die Zeit schon knapp und dann<br />

beginnt das Drama. „Wir brauchen Longen! Wir brauchen<br />

mehr Leute! Wir brauchen einen Besen!“ Massenhaft gut<br />

gemeinte Tipps von Menschen ohne Ahnung fliegen dir von<br />

diversen Pferdeprofis an der Bande zu – nur, wirklich hilfreich<br />

ist nichts von alledem, und die Verzweiflung wird größer bis<br />

hin zum Scheitern der Verladeaktion. Aus Kundengesprächen<br />

weiß ich, dass Verladezeiten von vier bis sechs Stunden keine<br />

Seltenheit sind. Was kann ich dagegen tun?<br />

Zunächst mal sollte mir bewusst sein, dass ein Pferd als<br />

Fluchttier nicht unbedingt begeistert von dieser kleinen<br />

Schachtel ist. Ich möchte meinem Pferd Ruhe am Anhänger<br />

vermitteln. Einfachste Übung hierfür: Hänger öffnen, Pferd<br />

ans Halfter, setz dich auf die Rampe und genieße einen Kaffee.<br />

Das Pferd soll verstehen, dass es nichts Besonderes ist, mit dir<br />

dorthin zu gehen. Je ruhiger dieses Kaffeetrinken abläuft, desto<br />

leichter wird es dem Pferd fallen, sich der Rampe zu nähern<br />

und sich dort auch wohl zu fühlen.<br />

Aber das Ganze jetzt mal auf Anfang, stellen wir uns vor,<br />

wir sind zwei Wochen vor unserem Turnier und so könnte dein<br />

Training ablaufen:<br />

76 PFERDE fit & vital<br />

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Du hast eigentlich noch genügend Zeit und stehst am<br />

Anfang des Trainings. Trotzdem wird dein Puls schnell, wenn<br />

du nur am Anhänger vorbeigehst. Vorbereitung: Fahrzeug an<br />

den Hänger, Hänger sinnvoll positionieren, so dass er nicht im<br />

Weg steht. Bei meinem Verladetraining bleibt die vordere Tür<br />

geschlossen, um dem Pferd nicht zu vermitteln, dass sich vorne<br />

ein Ausgang befindet. Aus Kundengesprächen weiß ich, dass es<br />

immer wieder Pferde gibt, die in der vorderen Tür stecken, weil<br />

sie versucht haben, den Hänger unter der Stange hindurch zu<br />

verlassen. Also: Tür bleibt zu. Die Trennwand bleibt ebenfalls,<br />

wo sie ist. Ja, ich weiß, das sieht für das Pferd sehr eng aus, ist<br />

aber zu schaffen. Anstatt mein Pferd zu belügen und zu sagen:<br />

„Guck mal, du hast sehr viel Platz!“ und dann mache ich zu,<br />

wenn ich schnell genug bin und trickse es somit aus, sollte ich<br />

lieber bei der Wahrheit bleiben und meinem Pferd vermitteln<br />

„Kuck mal, sieht schwierig aus, aber wir beide kriegen das<br />

gebacken!“ Im Anhänger befindet sich für meine Pferde ein<br />

Heunetz, damit sie, wenn sie im Anhänger stehen, fressen<br />

können und durch die Kautätigkeit des Kiefers entspannen.<br />

Außerdem sollte es ein zumindest großzügig umzäunter Bereich<br />

sein, falls dein Pferd sich losreißt. Der Boden sollte genügend<br />

Grip haben, um ein Rutschen des Pferdes zu vermeiden.<br />

Abschließend sei noch erwähnt: Ich füttere meine Pferde nicht<br />

aus der Hand und verzichte darauf, sie mit Futter in den<br />

Hänger zu locken. Die Basis meines Trainings bilden Respekt<br />

und Vertrauen, da ist Leckerchen füttern fehl am Platz.<br />

Tag 1:<br />

Rampe öffnen, Thermoskanne Tee, gute Freundin, zwei Becher,<br />

30 bis 45 Minuten Tee trinken mit dem Pferd am Führstrick. Ihr<br />

sitzt auf der Rampe, das Pferd steht vor, neben oder auf der Rampe.<br />

Wichtig: Bringt dem Pferd nichts zu fressen mit, weil es nicht an<br />

der Rampe fressen, sondern bei euch stehen und mit euch entspannen<br />

soll. Möchte dein Pferd fressen (Gras usw.), zupfe am<br />

Halfter und fordere seine Aufmerksamkeit ein. Ziel ist es, dass<br />

euer Pferd nach ca. 45 Minuten entspannt mit gesenktem Kopf in<br />

Parkstellung (ein Hinterbein eingeknickt) die Zeit genießt. Für den<br />

ersten Tag ist die Übung beendet.<br />

Diese Übung kannst du immer und sooft du möchtest in dein<br />

Pferdetraining einbauen, indem du zum Beispiel nach dem Ausritt<br />

nicht das Reiterstübchen aufsuchst, sondern mit deinem Pferd<br />

den Kaffee am Hänger genießt.<br />

Ziel für Tag 1 erreicht: Das Pferd steht entspannt an der Rampe.<br />

Tag 2:<br />

Nach dem Reiten gehst du<br />

zum Entspannen auf die<br />

geöffnete Rampe und<br />

findest heraus, wie weit<br />

dein Pferd freiwillig geht.<br />

Betritt dein Pferd die<br />

Rampe, sehr gut. Möchte<br />

dein Pferd die Rampe<br />

nicht betreten, auch kein<br />

Problem. In beiden Fällen<br />

merkst du dir, wie weit<br />

dein Pony freiwillig zu<br />

gehen bereit ist. Wiederhole<br />

das drei- bis viermal<br />

und dann ist Feierabend<br />

(Arbeitsaufwand etwa<br />

fünf bis zehn Minuten).<br />

Achte bitte darauf, ob dein<br />

Pferd erkennbar dazu neigt,<br />

seitlich an die Rampe zu<br />

treten. Manche Pferde<br />

haben gelernt, wenn sie<br />

sich seitlich zur Rampe<br />

stellen, hört der Besitzer<br />

mit dem Verladen auf, weil<br />

ein Pferd angeblich niemals<br />

seitlich eine Rampe betreten<br />

darf. Ich weiß zwar<br />

nicht, wer diesen Blödsinn<br />

erfunden hat, diese Aussage<br />

begegnet mir aber<br />

sehr oft. Pferde sind nicht<br />

dumm. Im Gegenteil,<br />

manchmal scheint es sogar<br />

so, dass das eine oder<br />

andere Pferd intelligenter<br />

ist als sein Besitzer. Nach<br />

dem Motto „Ich kuck mir<br />

das Ganze jetzt mal an<br />

und wenn ich keine Lust<br />

mehr habe, stelle ich mich<br />

eben schief zur Rampe,<br />

dann muss mein Mensch<br />

nämlich nochmal von<br />

vorne beginnen!“<br />

benutzen viele Pferde<br />

dieses Verhalten als eine<br />

Art Reset-Knopf, mit dem<br />

man den Menschen dazu<br />

veranlassen kann, die<br />

Rampe zu verlassen und<br />

von Neuem zu beginnen.<br />

Mir ist es egal, ob beim<br />

Verladetraining mein Pferd<br />

schief oder gerade zur Rampe<br />

steht. Mir geht es lediglich<br />

darum, dass mein Pferd<br />

lernt, auf eine Aufforderung<br />

hin vorwärts zu treten.<br />

Tag 3:<br />

Heute nimmst du eine Gerte mit, die du<br />

dafür brauchst, den Vorwärtsgang deines<br />

Pferdes zu aktivieren. Setze die Gerte mit<br />

Bedacht ein, es geht nicht darum, dem<br />

Pferd Schmerzen zuzufügen, sondern vielmehr<br />

dient die Gerte als Verlängerung deines<br />

Arms. Das Pferd sollte gut halfterführig<br />

sein und ich würde empfehlen, für das<br />

Verladetraining ein Knotenhalfter mit<br />

einem 3,60 m langen Führseil zu benutzen.<br />

Suche den Punkt, bis zu dem dein Pferd<br />

freiwillig mit dir kommt – es spielt keine<br />

Rolle, ob auf oder vor der Rampe.<br />

Nun stellst du dir vor, an dieser Stelle sei<br />

ein Schalter. Dieser Schalter steht auf<br />

„Aus“, wenn dein Pferd darauf steht oder<br />

darüber hinweg geht. Durch einen Schritt<br />

rückwärts steht der Schalter auf „Ein“.<br />

Die Rückwärts-Hilfe gibst du durch<br />

Wackeln am Halfter mit leichtem Druck<br />

des Halfters auf der Nase. Rückwärts gibt<br />

es keine Stimmhilfe, da ich möchte, dass<br />

meine Pferde die Stimme immer mit einer<br />

Vorwärtsbewegung verbinden. Ist der<br />

Deine Stimme und das leichte Touchieren<br />

deiner Gerte sind der Grund, warum dein<br />

Pferd vorwärts geht, nicht der Zug am Halfter.<br />

Rückwärtsschritt erfolgt, beginnst du durch<br />

stetes Klicken oder Schnalzen mit der<br />

Stimme und leichtes Treiben am, hinter<br />

oder seitlich des Widerrists mit der Gerte<br />

dein Pferd aufzufordern, einen Schritt<br />

vorwärts zu treten, damit der Schalter<br />

wieder auf „Aus“ steht.<br />

Tritt dein Pferd zur Seite weg, geht weiter<br />

rückwärts oder zeigt ähnlich unerwünschtes<br />

Verhalten, treibst du weiter, sowohl mit<br />

Stimme als auch Gerte, bis dein Pferd<br />

wieder vorwärts tritt. Sobald dein Pferd<br />

vorwärts tritt, hörst du auf zu treiben und<br />

begibst dich zurück zum Startpunkt, also<br />

dort, wohin das Pferd freiwillig geht und<br />

dann anhält.<br />

Es kann sein, dass es dieses Mal weiter<br />

zum Anhänger geht, vielleicht sogar die<br />

Rampe betritt. Aber auch das Gegenteil<br />

kann der Fall sein, nämlich dass dieses<br />

Leseprobe<br />

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PFERDE fit & vital 77<br />

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DIYYOURSELF<br />

DO-IT-<br />

MIT SARAH BUCHER<br />

Wenn die Diagnose steht, können nach<br />

Absprache mit dem Tierarzt auch alternative<br />

Maßnahmen unterstützend zur<br />

Anwendung kommen.<br />

MASSIEREN – DEHNEN –<br />

68 PFERDE fit & vital<br />

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REGENERATION NACH SEHNENSCHADEN<br />

Text und Fotos: Sarah Bucher<br />

Sehnenschäden sind nicht immer sofort als solche<br />

erkennbar, Lahmheiten, Schwellungen und Wärme nicht<br />

in jedem Fall vorhanden. Daher sollte beim leisesten<br />

Verdacht der Tierarzt hinzugezogen werden.<br />

Steht die Diagnose, können bei der Regeneration auch<br />

alternative unterstützende Maßnahmen zum Einsatz<br />

kommen. Dabei sollten alle Faktoren, die das Pferd<br />

betreffen, einbezogen werden.<br />

Zur Grundversorgung des Körpers: Da Sehnen im Vergleich zu<br />

Muskeln relativ schlecht durchblutet sind, findet hier eine<br />

Versorgung nur in geringem Maße statt. Deshalb wirkt sich<br />

komplette Boxenruhe auch nicht immer positiv auf den<br />

Heilungsprozess aus, da die körpereigene Versorgung dadurch<br />

immer weiter zurückgeht. Betrachten wir die anatomischen<br />

Strukturen der Gliedmaßen am Pferd so sehen wir, dass unterhalb<br />

von Karpal- und Sprunggelenk nur noch sehnige<br />

Strukturen vorhanden sind.<br />

Durch Bewegung wird die Hufblutpumpe beim Pferd von<br />

unten her in Gang gesetzt. Damit die Hufblutpumpe richtig<br />

arbeiten kann, ist eine korrekte Hufbearbeitung oder ein<br />

korrekter Hufbeschlag notwendig. Die Hufblutpumpe<br />

funktioniert wie ein Schwamm. Bei Druck weitet sich der<br />

Huf im hinteren Bereich. Ein Schwamm presst bei Druck die<br />

Flüssigkeit raus, beim Loslassen nimmt er die Flüssigkeit<br />

wieder auf. Genau so funktioniert auch die Hufblutpumpe,<br />

die die Blutversorgung gewährleistet.<br />

Kann sich das Pferd nicht ausreichend bewegen, wird diese<br />

Funktion eingeschränkt und die Versorgung in den unteren,<br />

sehnigen Bereichen wird nicht mehr korrekt gewährleistet.<br />

Checkliste<br />

• Während der Reha-Phase wird Ihr Pferd nur sehr kontrolliert bewegt werden können. Gegen<br />

die Langeweile in dieser Zeit helfen Übungen, die den Kopf beschäftigen und kleine Kunststücke.<br />

• Je nach Training sollte das Kraftfutter deutlich reduziert werden. Raufutter sollte trotzdem<br />

natürlich ausreichend vorhanden sein.<br />

• Es gibt Futterzusätze, die sich bei Problemen am Bewegungsapparat positiv auswirken.<br />

• Das Training muss individuell auf Ihr Pferd und seine Bedürfnisse abgestimmt werden.<br />

Ihr Tierarzt bzw. Therapeut wird Ihnen dabei helfen.<br />

• Überprüfen Sie zusammen mit dem Behandler Ihre gesamte Ausrüstung. Passt der Sattel?<br />

Welchen Beinschutz braucht mein Pferd? Denken Sie bitte auch daran, dass der Sattel vor<br />

Wiederaufnahme des Trainings angepasst werden sollte, um neuen Probleme entgegenzuwirken.<br />

• Auch alternative Therapieoptionen sollten individuell angepasst und mit einem ganzheitlichen<br />

Therapeuten abgesprochen werden.<br />

• Ein orthopädischer Beschlag oder eine unterstützende Barhufbearbeitung können die<br />

Behandlung ganz wesentlich unterstützen.<br />

• Achten Sie auf ebenen und festen Boden. Unebenheiten und zu tiefer Boden wirken sich<br />

weiter negativ auf den Bewegungsapparat aus. Lebt der Patient in einer Herde, sollte man<br />

darauf achten, dass alle Herdenmitglieder gut miteinander auskommen. Rangniedrige Pferde<br />

sind sonst unkontrollierten Bewegungen bei der Flucht ausgesetzt, was der Heilung nicht<br />

gerade zuträglich ist.<br />

AUSSTREICHEN<br />

PFERDE fit & vital 69<br />

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Allgemeine Ausstreichungen dienen dazu, den gesamten Körper und<br />

die einzelnen Strukturen wahrzunehmen und zu kontrollieren.<br />

Massagegriff 1<br />

Genickmassagen helfen bei<br />

Verspannungen durch<br />

Kompensation und Fehlhaltung.<br />

Massagegriff 2<br />

Dehnen Sie den Pferdehals mit Hilfe einer Karotte<br />

und durch leichte Massage von oben nach unten.<br />

70 PFERDE fit & vital<br />

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Massagegriff 3<br />

Das Ausstreichen/Einstreichen der Schulter löst Muskeln und Faszien<br />

Massagegriff 6<br />

Sehne: Tasten Sie die Sehne<br />

ab und versuchen Sie<br />

behutsam, die Sehnenfasern<br />

gegeneinander<br />

zu dehnen<br />

und leicht<br />

auseinanderzuziehen.<br />

Massagegriff 4<br />

Vorhand: Massieren und dehnen<br />

Sie den Oberarmmuskel mit<br />

kreisender Faust und Daumen.<br />

Massagegriff 5<br />

Massieren Sie direkt innen und<br />

außen am Ellenbogen die Ansätze<br />

der Sehnen und entlasten Sie das<br />

Gewebe durch sanfte Dehnung.<br />

Achten Sie dabei auf flächigen<br />

Druck.<br />

Massagegriff 9<br />

Massagegriff 7<br />

Halten Sie den Rücken mit Hilfe von Moor und Wärmeträgern oder einer<br />

Wellnesswärmedecke warm. Sorgen Sie mit Karotten dafür, dass sich das<br />

Pferd zur Seite und nach unten dehnt.<br />

Massagegriff 8<br />

Vorsicht ist bei der Hinterhand geboten. Ein Druck auf etwaige<br />

Schmerzpunkte kann hier zu heftigen Reaktionen führen.<br />

Achten Sie daher immer auf Ihre Sicherheit und brechen<br />

Sie gegebenenfalls bei Abwehrreaktionen ab.<br />

Streichen Sie die Hinterhand an der sogenannten Hosenmuskulatur<br />

erst aus und dehnen und massieren Sie dann punktuell von der<br />

Seite durch Drücken und gleichzeitiges Ziehen. Auch ggf. leichte Dehnungen<br />

können hier durchgeführt werden.<br />

(siehe Punkt 6.)<br />

Tasten Sie die Sehne<br />

der Hinterhand ab und<br />

versuchen Sie, die Sehnenfasern<br />

vorsichtig gegeneinander<br />

zu dehnen und<br />

leicht auseinanderzuziehen<br />

Leseprobe<br />

Den Kompletten<br />

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PFERDE fit & vital 71<br />

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PFERDE fit & vital<br />

Gesundheit für Pferd + Reiter<br />

Nr. 2/2020<br />

HERBST<br />

WINTER<br />

Von Oktober<br />

bis März<br />

INHALT<br />

Top-Thema<br />

ARTHROSE<br />

Wie die Gelenke fit bleiben<br />

STARKE HELFER<br />

Möglichkeiten der modernen Medizin<br />

ZUSATZFUTTERMITTEL<br />

Damit es wieder besser läuft<br />

GESUNDES GEWICHT<br />

Richtig abnehmen<br />

BEHANDLUNG<br />

Osteopathie, Physiotherapie & Co.<br />

SCHMERZEN ERKENNEN<br />

So drücken Pferde ihr Unbehagen aus<br />

€ 6,- Deutschland | Österreich/Luxemburg € 6,80 | Schweiz SFR 11,80 | www.pferdefitundvital.de<br />

Do it yourself<br />

DER EWIGE TOLLPATSCH<br />

5 Übungen für mehr Trittsicherheit<br />

MASSAGE<br />

Entspannung für den Pferderücken<br />

Besser reiten<br />

WINTER-TRAINING<br />

Herausforderungen<br />

für den Trageapparat<br />

ERGOTHERAPIE<br />

Übungen für ein<br />

besseres Körpergefühl<br />

Fütterung<br />

Winter-<br />

Futter<br />

Die Mischung macht’s<br />

KOLIK<br />

Was tun, bis der<br />

Tierarzt kommt?<br />

Medizin leicht verständlich<br />

BINDEHAUT-<br />

ENTZÜNDUNG<br />

Warnzeichen & Therapie<br />

REZEPTE<br />

Leckeres Mash<br />

für kalte Tage<br />

ROSMARIN<br />

Faszinierender<br />

Muntermacher<br />

ENTWURMUNG<br />

Für ein wurmfreies<br />

Leben<br />

4 195891 306006 02<br />

4<br />

Behandlung von Arthrose:<br />

Mehr Lebensqualität durch Osteop<br />

PFERDE fit & vital 02/2020<br />

Damit die Gelenke fit bleiben<br />

Arthrose verstehen und vermeiden<br />

16<br />

Massage<br />

So entspannen Sie den Rücken Ihre<br />

Top-Thema: Arthrose<br />

Über 30 Seiten rund um die Gelenke<br />

Leseprobe 16 Damit die Gelenke fit bleiben<br />

Arthrose verstehen und vermeiden<br />

22 Starke Helfer gegen Arthrose<br />

Möglichkeiten der modernen Medizin<br />

28 Damit es wieder besser läuft<br />

Zusatzfuttermittel bei Arthrose<br />

33 Richtig abnehmen<br />

Gesundes Gewicht für gesunde Tiere<br />

36 Der Schmied als wertvoller Partner<br />

Kampf der Arthrose<br />

38 Schmerzen richtig erkennen<br />

So drücken Pferde ihr Unbehagen aus<br />

42 Mehr Lebensqualität durch Osteopathie<br />

Behandlung von Arthrose<br />

46 Ein gutes Leben auch mit Arthrose<br />

Physiotherapie & Co.<br />

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Do i<br />

So ent<br />

5 Übu<br />

48 Mass<br />

Leseprobe 56 Der e<br />

Med<br />

Für ein<br />

Kolik –<br />

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Wie fu<br />

62 Entw<br />

66 Was t<br />

70 Koste<br />

72 Richt<br />

75 Melo<br />

78 Binde<br />

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82 Die N<br />

4 PFERDE fit & vital


inkl.<br />

Trainings-<br />

Programm<br />

Für ein besseres<br />

Körpergefühl<br />

2<br />

athie<br />

56<br />

Der ewige Tollpatsch: 5 Übungen für mehr<br />

Koordination, Balance & Trittsicherheit<br />

Ergotherapie für Pferde<br />

Chancen für die Pferdegesundheit<br />

110<br />

48 66<br />

s Pferdes<br />

Was tun, bis der Tierarzt kommt?<br />

Kolik – richtig reagieren im Notfall!<br />

86 104<br />

Die Mischung macht’s<br />

Fütterung im Winter<br />

Training im Winterhalbjahr<br />

Herausforderungen für den Trageapparat<br />

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spannen Sie den Rücken Ihres Pferdes<br />

wige Tollpatsch<br />

ngen für mehr Koordination, Balance & Trittsicherheit<br />

izin leicht verständlich<br />

urmung nach Plan<br />

wurmfreies Leben<br />

un, bis der Tierarzt kommt?<br />

richtig reagieren im Notfall!<br />

n abfedern bei Kolik<br />

rsicherung oder Pferde-Krankenversicherung?<br />

ig handeln bei Schlundverstopfung<br />

der Bissen im Hals stecken bleibt<br />

xicam<br />

irkt eigentlich...?<br />

hautentzündung<br />

en, Warnzeichen & Therapie<br />

asennebenhöhlen<br />

nktioniert das eigentlich?<br />

Titelfoto: Christiane Slawik<br />

Fütterung<br />

86 Die Mischung macht’s<br />

Fütterung im Winter<br />

96 Die Top 10 gegen Gewichtsverlust im Herbst<br />

Umstellung auf die Winterfütterung<br />

Fitness & Fun<br />

98 Warme Rezepte - Leckereien für kalte Tage<br />

Mash ist immer in<br />

102 Rosmarin - Faszinierender Muntermacher<br />

Heilkräuter fürs Pferd<br />

Reiten & Training<br />

104 Training im Winterhalbjahr<br />

Herausforderungen für den Trageapparat<br />

110 Ergotherapie für Pferde<br />

Chancen für die Pferdegesundheit<br />

Rubriken<br />

6 Kompakt, Aktuelle Studien<br />

12 Fit & vital mit Uta Gräf<br />

114 PFERDE fit & vital Sprechstunde<br />

116 Rechttipp<br />

118 Produkttrends/Impressum<br />

122 Buchtipps zum Weiterlesen


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Arthrose<br />

ARTHROSE VERSTEHEN & VERMEIDEN<br />

Damit<br />

die Gelenke<br />

fit bleiben<br />

16 PFERDE fit & vital<br />

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Foto: C. Slawik<br />

PFERDE fit & vital 17<br />

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Arthrose<br />

Unter Arthrose versteht man eine chronische, degenerative Gelenkerkrankung, die alle Gelenke<br />

betreffen kann. Beim Pferd erkranken vor allem Huf- und Krongelenk, dann Fessel- und<br />

Karpalgelenk sowie das Sprunggelenk. Bei schweren Pferderassen tritt die Arthrose nicht<br />

selten bereits in jüngeren Jahren auf, generell ist sie jedoch eher eine Erkrankung des<br />

älteren Pferdes. Über die Hintergründe dieser Erkrankung und vor allem darüber, wie<br />

man sie verhindern kann, sprach PFERDE fit&vital mit der Expertin Dr. Anja Kasparek<br />

von der Pferdeklinik Aschheim bei München.<br />

Text: Ramona Billing / fachliche Beratung Dr. Anja Kasparek<br />

Was passiert im Gelenk?<br />

Arthrose ist eine chronisch-degenerative Gelenkserkrankung.<br />

Dabei verschleißt zunehmend der Knorpel,<br />

der die Reibung des Gelenkinneren dämpft. Alles beginnt<br />

mit einer Entzündung. Diese kann eine Folge von Überbelastung<br />

(z. B. durch Fehlstellungen oder Beanspruchung)<br />

sein, aber auch von Aufzucht- und Haltungsfehlern. Hinzu<br />

kommen genetische, also erblich bedingte Faktoren oder<br />

aber auch eine nicht ausgeheilte Stoffwechselerkrankung.<br />

Teilweise ist aber auch nur die Gelenkschmiere (Synovia)<br />

von schlechter Qualität, was insbesondere eine Folge von<br />

Bewegungsmangel sein kann. Dadurch kann diese das<br />

reibungslose Gleiten der Gelenkflächen und die Ernährung<br />

des Knorpels nur unzureichend gewährleisten. Durch die<br />

Entzündung bildet die Gelenkinnenhaut (Synovialis)<br />

zunächst übermäßig Gelenkschmiere nach, um auf den<br />

Reiz zu reagiere. Der Reiter bemerkt dies meist an einem<br />

vermehrt gefüllten Gelenk. Schließlich beginnen Entzündungsmediatoren,<br />

zunehmend das Knorpelgewebe zu<br />

zerstören. Die Knorpelschicht wird immer dünner, bis<br />

schließlich Knochen auf Knochen reibt. Der Körper versucht,<br />

dies zu kompensieren, indem er zusätzliche Knochenmasse<br />

bildet. Dadurch wird die Funktion des Gelenks zunehmend<br />

eingeschränkt und schließlich versteift. Zudem<br />

wirkt sich dies auch auf die beteiligten Bänder, Sehnen und<br />

Je genauer die durchgeführte Diagnostik,<br />

desto genauer die Aussagekraft bezüglich<br />

Reha und Therapieplan sowie geschätzte<br />

Rekonvaleszenzdauer. Foto: Kasparek<br />

18 PFERDE fit & vital<br />

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Muskeln aus. Da Arthrose mit Schmerzen verbunden ist,<br />

versucht das Pferd, das betroffene Gelenk zu schon, was<br />

sich wiederum auf andere Gelenke auswirkt. Es kommt<br />

zu Fehl- und Überbelastungen. Ein Teufelskreislauf also,<br />

zumal durch die Schonung auch der Stoffwechsel des<br />

betroffenen Gelenks negativ beeinflusst wird.<br />

Wie kommt es dazu?<br />

Wodurch eine Arthrose ausgelöst wird, ist von Gelenk<br />

zu Gelenk unterschiedlich. Beim Karpalgelenk beispielsweise<br />

ist sie häufig eine Folge starker Belastung. Hier sind<br />

insbesondere Rennpferde betroffen. Beim Hufgelenk hingegen<br />

liegt in den meisten Fällen eine orthopädische Fehlstellung<br />

zugrunde, die in der Wachstumsphase nicht oder<br />

nur unzureichend korrigiert wurde. Mangelhafter Beschlag<br />

oder zu lange Intervalle zwischen den Schmiedebesuchen<br />

können aber auch beim erwachsenen Pferd längerfristig<br />

zu Arthrose führen. Arthrose im Huf- oder Fesselgelenk<br />

betrifft in erster Linie Dressur- und Springpferde, während<br />

im Westernreitsport vor allem Arthrosen am Karpal- und<br />

Sprunggelenk vorkommen.<br />

Häufig liegt eine Verletzung des Gelenks zugrunde,<br />

entweder durch äußere Einflüsse wie einen Tritt oder aber<br />

durch einen Fehltritt oder Überbelastung beim Reiten oder<br />

auch auf der Koppel. Dadurch kommt es zu einer akuten<br />

Gelenksentzündung (Arthritis), die sich nach außen durch<br />

INFO-BOX<br />

So beugen Sie Arthrose vor<br />

• Gelenke müssen bewegt werden, sonst „verhungern“ sie.<br />

Täglicher Auslauf ist das A und O für gesunde Gelenke,<br />

gesunde Atmung und eine gesunde Psyche. Dazu kommt<br />

ein tägliches, abwechslungsreiches Bewegungsprogramm<br />

durch Reiten auf unterschiedlichem Boden, Longieren etc.<br />

• Suchen Sie sich den besten Schmied, den Sie finden<br />

können und halten Sie die Ausschneide- bzw. Beschlagsintervalle<br />

genau ein. Bestehende Fehlstellungen brauchen<br />

entsprechende Beschläge – eventuell in Zusammenarbeit<br />

zwischen Schmied und Tierarzt.<br />

• Bedarfsgerechte Fütterung ist wichtig. Reduzieren Sie<br />

Übergewicht, falls vorhanden, um unnötige Belastungen<br />

für die Gelenke zu vermeiden.<br />

• Achten Sie auf ausreichendes Aufwärmen vor dem Reiten<br />

(genauso wie vor dem Longieren oder Freilaufenlassen!):<br />

Die Pferde sollten zunächst mindestens zehn Minuten<br />

Schritt gehen, damit sich die Gelenkschmiere verteilen kann.<br />

• Vermeiden Sie einseitige Belastungen beim Reiten. Ganz<br />

klar: Sprünge, Lektionen und Manöver müssen geübt<br />

werden, doch die Dosis macht’s. Je vielseitiger, desto besser<br />

– nicht nur für den Körper, sondern auch für den Kopf.<br />

Schwellung und Hitze sowie mehr oder weniger starke<br />

Lahmheit bemerkbar macht. Wird diese nicht sorgfältig<br />

ausgeheilt oder/und wird die Ursache nicht abgestellt, geht<br />

die Erkrankung in ihre chronische Form über. Zu frühe<br />

und vor allem unsachgemäße Belastung der Pferde stellt<br />

einen weiteren Risikofaktor für Arthrose dar, ebenso wie<br />

mangelhafte Fütterung und Bewegung in der Aufzucht<br />

oder auch Übergewicht. Arthrose kann jedoch genauso<br />

einfach eine normale Alterserscheinung sein.<br />

Frühestmögliche Diagnose<br />

Das A und O in der Therapie von Arthrose ist, diese so<br />

früh wie möglich zu diagnostizieren. Das ist nicht einfach,<br />

denn Arthrose verläuft schleichend und kann auch beidseits<br />

vorliegen. Hier ist zunächst der Pferdehalter gefragt!<br />

Achten Sie auf die typischen Symptome wie<br />

• Schmerz bei Bewegungsbeginn, der sich „einläuft“. Das<br />

heißt, die Lahmheit wird mit zunehmender Bewegung<br />

besser und verstärkt sich wieder, wenn das Pferd länger<br />

steht.<br />

• einen stumpfen, gebundenen Gang, die Pferde wirken<br />

bewegungsunlustig.<br />

• Veränderungen im Zusammenhang mit dem Beschlag:<br />

Das Pferd läuft kurz vor oder nach dem Beschlag anders<br />

als wenn der Beschlag schon eine Zeitlang zurückliegt.<br />

• Rittigkeitsprobleme aller Art, Zügellahmheit, Unwilligkeit,<br />

sich nach einer Seite zu biegen.<br />

Bei Verdacht auf Arthrose sollte man nicht zögern, den<br />

Tierarzt zu rufen. Dieser wird eine gründliche Lahmheitsuntersuchung<br />

veranlassen, zu der die klinische Untersuchung<br />

mit Beugeprobe und Vorführen im Schritt und<br />

Trab auf weichem und hartem Grund, gerader und gebogener<br />

Linie ebenso zählt wie diagnostische Anästhesien,<br />

bei denen die einzelnen Bereich des Beins betäubt werden,<br />

um zu sehen, wann die Lahmheit verschwindet. Ist die<br />

Gelenkzone eingegrenzt, geben Röntgen, Ultraschall, CT<br />

und neuerdings auch MRT weitere Informationen über<br />

Ort und Ausmaß der Gelenkschädigung. Je genauer die<br />

durchgeführte Diagnostik, desto genauer die Aussagekraft<br />

bezüglich Reha und Therapieplan sowie geschätzte Rekonvaleszenz.<br />

Eine weitere Möglichkeit ist die Gelenkspiegelung<br />

(Arthroskopie), bei der im einsehbaren Bereich<br />

gegebenenfalls aufgeraute Knorpelflächen gleich geglättet<br />

werden können.<br />

Je früher die Behandlung einsetzt,<br />

desto besser die Prognose<br />

Als degenerative Erkrankung ist eine Arthrose an sich<br />

nicht heilbar. Wenn alles optimal läuft, kann ein weiteres<br />

Fortschreiten jedoch aufgehalten werden, so dass das Pferd<br />

an Lebensqualität gewinnt und sogar wieder im Sport eingesetzt<br />

werden kann. Die Prognose wird umso schlechter,<br />

je später die Behandlung einsetzt und je stärker das Gelenk<br />

geschädigt ist.<br />

Leseprobe<br />

Den Kompletten<br />

Artikel finden Sie auf<br />

shop.pferdesportverlag.de<br />

PFERDE fit & vital 19<br />

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Do-It-Yourself<br />

Übungen für mehr<br />

Koordination,<br />

Balance &<br />

Trittsicherheit<br />

Der<br />

ewige<br />

Tollpatsch<br />

56 PFERDE fit & vital<br />

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Praxis mit<br />

Ihrem Pferd<br />

Do-It-<br />

Yourself<br />

Haben Sie einen „Körper-Klaus“ im Stall?<br />

Dann stecken Sie nicht den Kopf in den Sand, sondern<br />

fördern Sie die motorischen Fähigkeiten des Pferdes.<br />

Viele Pferde, besonders junge und langbeinige Typen,<br />

haben kein gutes Körpergefühl, können ihre Größe schlecht<br />

einschätzen und haben Probleme, ihre Beine zu sortieren.<br />

„Spüren“ als Sinnesreiz kann aber durch viele Übungen<br />

verbessert werden und dies führt zu mehr Koordination,<br />

Balance und Trittsicherheit. Wie immer gilt auch hier:<br />

Übung macht den Meister und schult das Gefühl<br />

für den eigenen Körper und seine Bewegungen!<br />

Text und Fotos: Katrin Obst<br />

„Spüren“ als Sinnesreiz kann<br />

durch viele Übungen verbessert<br />

werden und das führt zu mehr<br />

Koordination, Balance und<br />

Trittsicherheit.<br />

Jedes Fohlen lernt zu stehen und zu gehen<br />

und vollzieht immer komplexere<br />

Bewegungsabläufe. Koordinative<br />

Fähigkeiten werden durch stetige Wiederholung<br />

besser. Da der Pferdekörper<br />

mit all seinen Features für ein optimales<br />

Leben als Fluchttier konzipiert wurde,<br />

müssen wir uns immer wieder daran<br />

erinnern, was für ein Pferdeleben in der<br />

freien Natur am hilfreichsten ist. Alle<br />

Beingelenke sind so ausgerichtet, dass die<br />

Bewegungsachse nach vorn optimiert ist.<br />

Für den Menschen war es wichtig, immer<br />

besser in der Motorik zu werden. Unsere<br />

Hände können deswegen rotieren, greifen<br />

und feinste Bewegungen ausführen. Das<br />

sind für ein Pferd unwichtige Eigenschaften.<br />

Eine gute Koordination der<br />

Beine, die eine schnelle Flucht ermöglichen,<br />

ist viel wichtiger, denn das kann im<br />

Moment der Gefahr über Leben oder<br />

Tod entscheiden. Außerdem muss das<br />

Pferd Abstände taxieren können, um im<br />

Notfall zu springen oder Hindernisse zu<br />

umgehen. Gezielte Übungen mit Stangen<br />

Das Pferd erweitert durch regelmäßige<br />

Gymnastik sein Repertoire an Bewegungen<br />

für unvorhersehbare Situationen.<br />

und Cavaletti oder Poolnudeln verbessern<br />

die Koordination. Das Pferd erweitert<br />

durch regelmäßige Gymnastik sein<br />

Repertoire an Bewegungen für unvorhersehbare<br />

Situationen.<br />

PFERDE fit & vital 57<br />

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Do-It-Yourself<br />

Die Poolnudeln kreuz und quer<br />

legen, wobei kein Abstand gleich<br />

sein sollte.<br />

Durch das Schaumstoffmaterial<br />

besteht bei einem danebentreten<br />

keine Verletzungsgefahr.<br />

Uups - Nudel verschoben?<br />

Kein Problem, schon<br />

haben Sie für den<br />

nächsten Durchgang<br />

eine neue Aufgabe.<br />

ÜBUNG NR. 1<br />

Mikado für die Auge-Huf<br />

Koordination<br />

Für unsere erste Übung benötigen Sie ein paar Poolnudeln,<br />

bitte keine Stangen, da diese wegrollen<br />

können und sich das Pferd verletzen könnte. Die<br />

Poolnudeln legen Sie kreuz und quer auf den Boden.<br />

Wichtig ist, dass kein Abstand gleich ist. Sollte das<br />

Pferd also den Aufbau durch Touchieren verändern,<br />

haben Sie für den nächsten Durchlauf schon eine neue<br />

Aufgabe. Durch das Mikado starten Sie natürlich im<br />

Schritt, entweder geführt oder geritten. Geben Sie<br />

ihrem Pferd die Möglichkeit zu schauen, was da auf<br />

dem Boden liegt.<br />

Ein sportlicher Nebeneffekt ist, dass das Pferd die<br />

Beine deutlicher hebt. Durch die unterschiedlichen<br />

Abstände muss es genau darauf achten, wo es seine<br />

Hufe hinsetzt.<br />

Das Tolle an der Übung ist, dass Sie diese aus allen<br />

vier Richtungen angehen können und es für Ihr Pferd<br />

immer wieder anders aussieht. So bleibt Ihr Vierbeiner<br />

konzentriert und achtsam. Sie können die Übung auch<br />

im Trab und im Galopp reiten. Vergrößern Sie dann die<br />

Abstände der Poolnudeln entsprechend.<br />

Durch das Schaumstoffmaterial kann auch nichts<br />

passieren, wenn Ihr Pferd mal auf eine der Nudeln<br />

tritt. Risse lassen sich ganz einfach mit Panzertape<br />

wieder richten.<br />

Reize wie Berührung, Druck, Temperatur und Schmerz<br />

werden über unterschiedliche Rezeptoren der Haut<br />

wahrgenommen. Um ein besseres Empfinden zu<br />

erreichen, kann man einmal pro Woche mit der Körperbandage<br />

(nach Linda Tellington-Jones) arbeiten.<br />

58 PFERDE fit & vital<br />

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Durch die Bandage, die als Acht<br />

um den Rumpf gelegt wird, bekommt<br />

das Pferd einen taktilen<br />

Reiz. Das Körpergefühl wird so<br />

gestärkt und der eigene Körper<br />

besser wahrgenommen.<br />

Nutzen Sie das<br />

Körperband ruhig<br />

auch in Alltagssituationen,<br />

zum<br />

Beispiel bei<br />

einem Spaziergang<br />

oder bei<br />

der Bodenarbeit.<br />

ÜBUNG NR. 2<br />

Training mit der Körperbandage<br />

Taktile Wahrnehmung bezeichnet die Sensibilität der Haut und dafür ist<br />

nicht immer ein spezielles Training notwendig. Ein schöner Spaziergang<br />

mit der Körperbandage erfüllt hier auch schon seinen Zweck. Durch<br />

unterschiedliche Böden im Wald trainieren wir gleichzeitig die Propriozeption<br />

des Pferdes. Das Körperband kann als Acht um den gesamten<br />

Rumpf gelegt werden. Dafür brauchen Sie zwei Bandagen, die Sie auf<br />

der passenden Länge zusammenknoten.<br />

Pferde, die nicht viel freie Bewegung haben, sind oft in ihrer Körperwahrnehmung<br />

stark eingeschränkt und profitieren von der Arbeit mit<br />

taktilen Reizen. Dasselbe gilt für Pferde nach einer verletzungsbedingten<br />

Pause. Viele Pferde treten mit der Körperbandage automatisch aktiver<br />

unter.<br />

Nutzen Sie Hügel und Berge, um zusätzlich die Muskulatur Ihres Pferdes<br />

zu stärken. Training am Berg stärkt das Powerhouse. Gerade bei Pferden,<br />

die bergab häufig stolpern, kann die Bandage gute Dienste leisten und<br />

die Koordination deutlich verbessern.<br />

Durch die gesteigerte Wahrnehmung der<br />

Hinterhand wird deren Raumgriff gefördert<br />

und das Pferd tritt vermehrt unter.<br />

Natürlich kann auch<br />

beim Reiten mit der<br />

Körperbandage<br />

gearbeitet werden.<br />

Hierfür empfehle ich,<br />

die Bandage nicht<br />

als Acht, sondern nur<br />

um die Hinterhand<br />

zu legen, damit man<br />

sich nicht darin<br />

verheddert.<br />

Leseprobe<br />

Den Kompletten<br />

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PFERDE fit & vital 59<br />

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PFERDE fit & vital<br />

Gesundheit für Pferd + Reiter<br />

Nr. 1/2020<br />

FRÜHJAHR<br />

SOMMER<br />

Von April<br />

bis September<br />

INHALT<br />

Top-Thema<br />

Mit vielen<br />

Tipps &<br />

ZAHN-<br />

GESUNDHEIT<br />

Tricks<br />

DIE ZÄHNE<br />

Werkzeug für Raufutter-Spezialisten<br />

ZAHNPROBLEME<br />

Früherkennung vermeidet Schäden<br />

ALLES IN BALANCE?<br />

Zahngesundheit & Rittigkeit<br />

ZEIGE MIR DEINE ZÄHNE<br />

Altersbestimmung beim Pferd<br />

HOMÖOPATHIE<br />

Behandlungen unterstützen<br />

ERSTE HILFE IM GELÄNDE<br />

Dem Pferd richtig helfen<br />

WANDERREITEN<br />

Schwarzwald-Trail<br />

€ 6,- Deutschland | Österreich/Luxemburg € 6,80 | Schweiz SFR 11,80 | www.pferdefitundvital.de<br />

Fütterung<br />

WEIDEBEIFÜTTERUNG<br />

Ein dickes Plus<br />

Besser reiten<br />

GELÄNDE-<br />

AUFBAUTRAINING<br />

Das 10-Punkte-Programm<br />

EXTREME TRAIL<br />

Auf ins Abenteuerland<br />

Ausrüstung<br />

DAS RICHTIGE GEBISS<br />

Der Weg zur passenden Zäumung<br />

Haltung<br />

DIE SICHERE WEIDE<br />

Gefahren erkennen, Risiken mindern<br />

HUFREHE-PROPHYLAXE<br />

Wissen schafft Sicherheit<br />

Selbstgemacht<br />

Gesunde<br />

Leckereien<br />

WICHTIGER<br />

DURCHBLICK<br />

Das zeigen Ultraschallund<br />

Röntgenbilder!<br />

Medizin leicht verständlich<br />

WIDER<br />

DEN WURM<br />

Modernes Entwurmungsmanagement<br />

4 195891 306006 01<br />

NÜTZLICHE<br />

IMPFUNGEN<br />

Wirksam und<br />

notwendig<br />

PFERDE fit & vital 01/2020<br />

Wichtiger Durchblick: Das zeigen<br />

Ultraschall- und Röntgenbilder!<br />

4<br />

Alles rund um die Zähne des Pferdes –<br />

ein gesundes Gebiss ist für die gesamte<br />

Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden<br />

des Pferdes unentbehrlich<br />

12<br />

5<br />

Wider den Wurm:<br />

Modernes Entwurmungsmanageme<br />

Top-Thema:<br />

Zahngesundheit<br />

Über 30 Seiten rund um die Zähne<br />

12 Die Zähne<br />

Werkzeug für Raufutter-Spezialisten<br />

16 Zeige mir Deine Zähne<br />

Altersbestimmung beim Pferd<br />

Leseprobe 18 Zahnprobleme rechtzeitig erkennen<br />

Früherkennung vermeidet chronische Schäden<br />

26 Alles in Balance?<br />

Die Zahngesundheit als Einflussfaktor<br />

auf Rückengesundheit und Rittigkeit<br />

34 EOTRH<br />

Zahnprobleme im Alter<br />

36 Mythen der Pferdezahnbehandlung<br />

Auf den Zahn gefühlt...<br />

41 Zahnschmerzen – Ursache für Problemverhalten<br />

Aus der Wissenschaft<br />

42 Homöopathie<br />

Zahnbehandlungen unterstützen<br />

Med<br />

Das ze<br />

Mode<br />

48 Wich<br />

53 Wide<br />

Impfu<br />

Fütt<br />

Weide<br />

Halt<br />

56 Wirks<br />

62 Ein d<br />

Gefah<br />

Reit<br />

Fit für<br />

Dem P<br />

74 Die s<br />

82 Wisse<br />

Hufre<br />

86 Aufb<br />

94 Erste<br />

4 PFERDE fit & vital


inkl.<br />

10-Punkte<br />

Programm<br />

6-wöchiges<br />

Aufbautraining<br />

8<br />

74<br />

Die sichere Weide:<br />

Gefahren erkennen, Risiken mindern<br />

Aufbautraining im Gelände:<br />

Fit für die Grüne Saison<br />

86<br />

3 62<br />

nt<br />

Ein dickes Plus fürs grüne Glück:<br />

Weidebeifütterung<br />

98 110<br />

Extreme Trail:<br />

Fitnesstraining mit Spaßfaktor<br />

Frühlings- und Sommer-Rezepte:<br />

(Gesunde) Leckereien selbst gemacht<br />

izin leicht verständlich<br />

tiger Durchblick<br />

igen Ultraschall- und Röntgenbilder!<br />

r den Wurm<br />

rnes Entwurmungsmanagement<br />

am und notwendig<br />

ngen<br />

erung<br />

ickes + fürs grüne Glück<br />

beifütterung<br />

ung & Pflege<br />

ichere Weide<br />

ren erkennen, Risiken mindern<br />

n schafft Sicherheit<br />

e-Prophylaxe<br />

en & Training<br />

autraining im Gelände<br />

die Grüne Saison<br />

Hilfe im Gelände<br />

ferd richtig helfen<br />

96 In Reih und Glied<br />

Pro und Contra Abteilungsreiten<br />

Leseprobe98<br />

Auf geht’s ins Abenteuerland<br />

Titelfoto: Trio Bildarchiv<br />

Extreme Trail – Fitnesstraining mit Spaßfaktor<br />

Ausrüstung & Outfit<br />

104 Das richtige Gebiss<br />

Der Weg zur passenden Zäumung<br />

Fitness & Fun<br />

110 Frühlings-& Sommer-Rezepte<br />

(Gesunde) Leckereien<br />

114 Schwarzwald-Trail<br />

Wanderritt in der Heimat des Kuckucks<br />

Rubriken<br />

6 Kompakt, Aktuelle Studien<br />

8 Fit & vital mit Dr. Ina Gösmeier<br />

118 Rechttipp<br />

120 Produkttrends/Impressum<br />

122 Buchtipps zum Weiterlesen<br />

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Zahngesundheit<br />

FRÜHERKENNUNG VERMEIDET CHRONISCHE SCHÄDEN<br />

Zahnprobleme<br />

rechtzeitig<br />

erkennen<br />

„Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins<br />

Maul“, heißt ein altes Sprichwort, dem man<br />

allerdings keinesfalls folgen sollte.<br />

Text und Fotos: Renate Ettl<br />

Inkl.<br />

Praxis-Tipps<br />

Zahnstatus<br />

checken!<br />

18 PFERDE fit & vital<br />

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#1<br />

Blick ins Maul<br />

um Läsionen zu erkennen: Man steht vor dem Pferd<br />

und schiebt beidseits die Daumen in die Maulwinkel.<br />

Eventuell hilft ein sanfter Druck auf die Laden, damit<br />

das Pferd das Maul öffnet. Nun lässt sich das Maulinnere<br />

begutachten (ggf. eine Stirnlampe verwenden).<br />

PFERDE fit & vital 19<br />

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Zahngesundheit<br />

Ein regelmäßiger Check vom Profi ist notwendig.<br />

EEgal, ob das Pferd teuer gekauft oder<br />

einem geschenkt wurde, jedes Pferd<br />

sollte ein- bis zweimal jährlich standardmäßig<br />

einen Zahncheck erhalten.<br />

Während der Tierarzt dies gerne parallel<br />

zum Impftermin erledigt, kann der<br />

Pferdebesitzer selbst im Vorfeld schon<br />

einiges tun, um Zahnprobleme frühzeitig<br />

zu erkennen.<br />

Pferde können wie wir Menschen auch<br />

an Zahnschmerzen leiden. Da unsere<br />

Reittiere jedoch kaum in der Lage sind,<br />

ihre Probleme mitzuteilen und sich<br />

Schmerzen erst bei einem sehr hohen<br />

Level anmerken lassen, sollten die Tiere<br />

regelmäßig einem Zahncheck unterzogen<br />

werden. Auch wenn der Tierarzt dem<br />

Pferd bei seinem jährlichen Check ins<br />

Maul schaut, können sich unter dem Jahr<br />

Probleme entwickeln, unter denen das<br />

Pferd dann mehrere Monate zu leiden hat,<br />

bis sie eventuell erkannt werden. Deshalb<br />

ist der Pferdebesitzer gefragt, der täglich<br />

mit seinem Tier Kontakt hat und manches<br />

Verhalten auch besser beurteilen kann als<br />

ein Außenstehender. So ist jeder Besitzer<br />

selbst gefordert, Probleme frühzeitig zu<br />

erkennen und schließlich gegebenenfalls<br />

den Tierarzt vor dem üblichen Standardtermin<br />

zu Rate zu ziehen.<br />

Früherkennung<br />

Mit einfachen Tests kann der Pferdebesitzer<br />

bereits im Vorfeld den Zahnstatus<br />

abchecken. Zunächst ist es besonders<br />

wichtig, das Pferd gut zu beobachten.<br />

Wenn das Reittier gefüttert wird, achten<br />

die meisten Besitzer darauf, ob das Pferd<br />

frisst. Das allein reicht jedoch nicht aus,<br />

denn entscheidend ist die Frage, wie das<br />

Pferd seine Heuration frisst. Aufmerksam<br />

sollte man werden, wenn ein Pferd als<br />

schlechter Fresser oder als schwerfuttrig<br />

bezeichnet wird. Grundsätzlich ist langsames<br />

Fressen zwar vorteilhaft, doch es<br />

kann auch bedeuten, dass das Pferd Zahnprobleme<br />

hat. Auch eine schlechte Futterverwertung<br />

kann ein Hinweis darauf sein.<br />

So sollte man regelmäßig auch den Kotabsatz<br />

prüfen inklusive der Konsistenz des<br />

Kotes. Zwar spielen bei der Zusammensetzung<br />

und Konsistenz des Kotes auch<br />

die Darmgesundheit und die Fütterungspraktiken<br />

eine große Rolle, dennoch darf<br />

man nicht außer Acht lassen, dass der<br />

Zahnstatus dieses System nicht unwesentlich<br />

beeinflusst.<br />

Verhalten beobachten<br />

Mit einfachen Tests kann der<br />

Pferdebesitzer bereits im Vorfeld<br />

den Zahnstatus abchecken.<br />

Beobachtet man sein Pferd beim Fressen,<br />

sollte man das Kau- und Speichelverhalten<br />

unter die Lupe nehmen. Vermehrtes<br />

Speicheln kann auf Zahnschmerzen hindeuten,<br />

ebenso wie „hohes“ Kauen, bei<br />

dem das Pferd das Maul während des<br />

Kauvorgangs übermäßig weit öffnet.<br />

Lässt es beim Fressen öfter Futterteile<br />

aus dem Maul fallen oder findet man<br />

eingespeichelte, gerollte Heuknäuel am<br />

Boden, ist dies ein deutliches Anzeichen<br />

für Zahnprobleme. Auch häufige Koliken<br />

können mit Zahnproblemen in Verbindung<br />

stehen.<br />

20 PFERDE fit & vital<br />

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Vor der Behandlung.<br />

Nach der Behandlung.<br />

Riecht das Pferd unangenehm aus dem<br />

Maul, können Fäulnisprozesse dafür<br />

verantwortlich sein: Ein guter Grund, das<br />

Pferd einem Tierarzt zur weiteren Untersuchung<br />

vorzustellen. Nasenausfluss kann<br />

auch durch Zahnprobleme entstehen, also<br />

sollte man auch diese Ursache im Kopf<br />

haben und nicht nur an Erkältungskrankheiten<br />

denken. Entzündungen und wunde<br />

Stellen im Maulbereich gehören abgeklärt,<br />

denn diese könnten sich durch<br />

scharfe Kanten und Haken entwickelt<br />

haben.<br />

Stellt man unklare Umfangsvermehrungen<br />

am Kopf seines Pferdes fest, sollte<br />

man ebenfalls die tierärztliche Telefonnummer<br />

wählen, um nach der Ursache<br />

forschen zu lassen. Lässt das Pferd beim<br />

Reiten, beim Fressen oder auch mal bei<br />

anderen Gelegenheiten die Zunge aus<br />

dem Maul hängen, ist ebenfalls ein<br />

tierärztlicher Zahncheck angesagt. Auch<br />

in diesem Fall könnte das Pferd Zahnhaken<br />

haben, die die Zunge verletzen<br />

könnten.<br />

Wenn das Pferd ohne sonstigen erkennbaren<br />

Grund an Gewicht verliert,<br />

kann es möglicherweise nicht mehr ausreichend<br />

gut kauen oder das Futter entsprechend<br />

verwerten. Auch in diesem Fall<br />

ist der Rat des Tierarztes unentbehrlich.<br />

Vielfältige Verhaltensauffälligkeiten<br />

sollten ebenfalls Grund genug sein, das<br />

Vielfältige Verhaltensauffälligkeiten<br />

sollten ebenfalls Grund<br />

genug sein, das Pferd auf Zahnprobleme<br />

untersuchen zu lassen.<br />

Pferd auf Zahnprobleme untersuchen zu<br />

lassen. Manche Pferdebesitzer finden es<br />

lustig, wenn ihr Vierbeiner sein Heu<br />

zunächst ins Tränkebecken taucht, bevor<br />

es die Ration frisst. Weicht das Pferd sein<br />

Heu ein, können aber ebenfalls Zahnprobleme<br />

die Ursache sein. Natürlich<br />

muss das nicht zwingend der Fall sein,<br />

doch ist durchaus Anlass gegeben, dieser<br />

Angewohnheit auf den Grund zu gehen.<br />

Wenn das Pferd beim Fressen häufig den<br />

Kopf schüttelt, bedeutet dies meist Unbehagen<br />

– nicht selten durch Zahnprobleme<br />

ausgelöst.<br />

Nicht zuletzt fallen Pferde dadurch<br />

auf, dass sie beim Reiten „maulig“ sind,<br />

das Gebiss nicht annehmen oder sich<br />

gegen die Zügelhilfe wehren. Beißen auf<br />

das Gebiss, Öffnen des Mauls oder<br />

Kopfschlagen sind beim Reiten typische<br />

Symptome von Pferden, die Zahnprobleme<br />

haben.<br />

Einfache Zahntests<br />

Neben den Verhaltensauffälligkeiten<br />

kann auch der Pferdebesitzer einige<br />

Punkte abchecken, um seinen Verdacht<br />

auf Zahnprobleme zu erhärten. Die<br />

Begutachtung der Kaumuskulatur im<br />

Seitenvergleich ist sehr einfach durchzuführen<br />

und gibt weiteren Aufschluss.<br />

Nimmt man die Massetermuskulatur an<br />

den Backen des Pferdes unter die Lupe<br />

und stellt Unterschiede im Seitenvergleich<br />

– vor allem in Bezug auf die Muskelfaserspannung<br />

und Muskelmasse – fest, können<br />

Zahn- oder auch Kiefergelenksprobleme<br />

vorliegen. Weil sich Zahn- und Kiefergelenksläsionen<br />

gegenseitig bedingen,<br />

sollte man die beiden Seiten des Kiefergelenks<br />

miteinander vergleichen. Hierzu<br />

legt man jeweils einen Finger in den<br />

Kiefergelenkspalt und beurteilt, ob der<br />

Gelenksspalt gleich breit ist. Den Kiefergelenkspalt<br />

findet man hinter dem<br />

Leseprobe<br />

Den Kompletten<br />

Artikel finden Sie auf<br />

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PFERDE fit & vital 21<br />

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Reiten & Training<br />

FITNESSTRAINING MIT SPASSFAKTOR<br />

Auf geht’s ins<br />

Abenteuerland<br />

EXTREME TRAIL<br />

98 PFERDE fit & vital<br />

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Es geht über Stock und Stein, über Brücken und Baumstämme,<br />

zu Fuß oder im Sattel. Pferd und Reiter werden im Extreme<br />

Trail körperlich wie auch mental gefordert und gefördert.<br />

Ein tolles Erlebnis, das nicht nur die Verbindung zum Pferd stärkt,<br />

sondern auch die Fitness.<br />

Voraussetzung ist eine gute Kommunikation, auch auf Distanz,<br />

denn Sicherheit für Mensch und Pferd haben oberste Priorität.<br />

Welche Herausforderungen und Trainingsmöglichkeiten<br />

ein Trail bietet, zeigt Anja Schwien an einigen Beispielen.<br />

Text und Fotos: Anja Schwien<br />

INFO-BOX<br />

Positive Effekte<br />

der Arbeit im<br />

Extreme Trail:<br />

• Basis für verlässliches Reiten<br />

am Boden trainieren<br />

• Geeignet für alle Pferderassen,<br />

Altersgruppen und Reitweisen<br />

• Selbstvertrauen stärken<br />

• Selbstsicherheit anregen<br />

• Zuverlässigkeit und Trittsicherheit<br />

schulen<br />

• Feine Kommunikation aufbauen<br />

• Abwechslung im Alltag<br />

• Sinnvolle Beschäftigung<br />

• Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit<br />

fördern (Lösungen<br />

finden - achte auf deinen Weg!)<br />

• Gehorsam und Geschicklichkeit durch<br />

klare Körpersprache (feine Arbeit<br />

und Verbesserung der Feinmotorik)<br />

• Erziehung zur Teamfähigkeit<br />

• Vorbereitung fürs<br />

Gelände-/Wanderreiten<br />

• Fördern der Partnerschaft zwischen<br />

Mensch und Pferd<br />

• Schulung des pferdegerechten<br />

Umgangs<br />

• Entwicklung zum Verlass-Pferd durch<br />

Ausbildung an den Hindernissen<br />

• Förderung von Konzentration<br />

und Koordination (besonders schmale<br />

Hindernisse, Schwebebalken oder<br />

Stufen und Treppen fördern<br />

Genauigkeit, Gleichgewicht)<br />

• Motivation und Spaß durch<br />

Abwechslung im Training (verschiedene<br />

Kombinationen der Wege und<br />

Aneinanderreihung der Hindernisse)<br />

• Muskelaufbau, Balance, Koordination<br />

und Gesunderhaltung<br />

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Reiten & Training<br />

Das Reiten in abwechslungsreichem<br />

Gelände ist ein optimales Fitnessprogramm,<br />

doch nicht überall in<br />

Deutschland ist man umgeben von Wäldern,<br />

Bergen, Hügeln, Bächen, Gewässern<br />

oder ähnlichen natürlichen Herausforderungen.<br />

Eine Alternative sind angelegte<br />

Trail-Parks, die mit unterschiedlichen<br />

Hindernissen ausgestattet sind und vielseitige<br />

Trainingsmöglichkeiten bieten.<br />

Denn: Egal, ob man ein sportliches Ziel<br />

verfolgt oder das Pferd einfach alltagsfit<br />

bleiben soll, für optimale Leistungsfähigkeit<br />

müssen Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit<br />

und Koordination gleichermaßen<br />

trainiert werden.<br />

Das ganzheitliche Beweglichkeitstraining<br />

im Trail fördert außerdem die Kommunikation<br />

zwischen Mensch und Pferd.<br />

Beide wachsen an den Herausforderungen<br />

und können sich zu einem eingespielten<br />

Team entwickeln.<br />

DIE BIG FIVE DES EXTREME TRAILS<br />

Das Podest – der Beginn<br />

Start ist ein leichteres Hindernis: das Podest. Podeste sind ein super Trainingstool, denn<br />

hier wird bereits durch den Bewegungsablauf die gesamte Muskulatur des Pferdes<br />

gekräftigt und gedehnt.<br />

Foto: Petra Tinedo Moreno<br />

Der Aufstieg auf das Podest erfolgt in der Regel aus dem<br />

Stand, was ein hohes Maß an Kraft vom Pferd erfordert. Wenn<br />

die Vorderbeine erhöht stehen, müssen die Hinterbeine nahezu<br />

das gesamte Pferdegewicht tragen. Das ist Krafttraining pur!<br />

Vorsicht: Diese Übung wird schnell anstrengend für das<br />

Pferd, deswegen sollte sie langsam und in kleinen Schritten begonnen<br />

und erst nach und nach gesteigert werden. Im ersten<br />

Schritt wird an einem von zwei Podesten gearbeitet.<br />

Eine Steigerung ist die Arbeit an zwei Podesten. Sie stehen<br />

in einem rechten Winkel zueinander, sodass das Pferd von<br />

einem Podest heruntersteigen kann und dann im rechten<br />

Winkel abbiegen sollte, um wieder gerade und koordiniert das<br />

zweite Podest anzusteuern.<br />

Grundsätzliche<br />

Herangehensweise<br />

an Hindernisse<br />

1. Gerade an das<br />

Hindernis<br />

herangehen<br />

2. Gerade über das<br />

Hindernis gehen<br />

3. Geradeaus vom<br />

Hindernis weggehen<br />

4. Führseil so wenig<br />

wie möglich<br />

einsetzen<br />

100 PFERDE fit & vital<br />

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Baumstämme – für mehr Abstand<br />

Weiter geht´s mit steigenden Schwierigkeitsgraden –<br />

„für mehr Abstand sorgen“ ist das nächste Thema. Um<br />

das Pferd auf „sicheren Abstand“ zum Menschen zu<br />

bringen, sind Baumstämme ideal.<br />

Auf dem vorgegebenen Weg sollen die Pferde lernen,<br />

ihre Beine zu heben und zu schauen, wo sie diese absetzen.<br />

Das fördert die Aufmerksamkeit. Darüber hinaus<br />

soll der Mensch den Weg vorgeben und es schaffen, das<br />

Pferd aus der Entfernung mittig über die Baumstämme<br />

zu schicken, ohne selbst mit über die Baumstämme zu<br />

steigen. Zu Beginn nicht so einfach wie es aussieht. Die<br />

Übung ist nicht nur ein gezieltes Training, sondern zeigt<br />

auch, ob der Mensch in der Lage ist, sein Pferd auch auf<br />

Distanz zu führen.<br />

Zur Steigerung kann man verschiedene Variationen<br />

einbauen und die Kommunikation von Pferd und<br />

Mensch auf Entfernung<br />

schulen. Dieses Training<br />

bereitet das Pferd-<br />

Mensch-Team auf weitere<br />

Hindernisse und steigende<br />

Schwierigkeiten vor.<br />

Ein Vorteil gegenüber der<br />

Arbeit mit einfachen Hindernisstangen: Baumstämme<br />

kann das Pferd nicht mal eben wegkicken, sondern es<br />

muss die Beine deutlich heben und achtsam sein.<br />

Die Arbeit auf Abstand bzw. das sichere Führen des<br />

Pferdes auf Distanz an den Baumstämmen ist eine gute<br />

Vorbereitung auf bewegliche Hindernisse.<br />

Gerade an das Hindernis<br />

Ziel: Vorhand richtig weichen lassen -<br />

Schulterkontrolle<br />

Von Natur aus verlagert das Pferd mehr<br />

Gewicht auf die Vorhand, sodass es<br />

schwieriger ist, es zum Weichen mit der<br />

Vorhand zu motivieren.<br />

Mit dem folgenden, stufenweisen System<br />

gelingt es und das Pferd versteht, dass es<br />

nicht vorwärts, sondern seitwärts weichen<br />

soll:<br />

1. Stufe: Energie aufbauen und seitlich<br />

mit dem Seil zeigen, wo das Pferd<br />

hingehen soll<br />

2. Stufe: Seilende anheben, Richtung<br />

Schulter schwingen<br />

3. Stufe: Pferd mit Seil berühren, bis es<br />

sich bewegt, wenn Zeigen, Heben und<br />

Schwingen keine Wirkung zeigen<br />

Die Wippe - das erste bewegliche Gerät<br />

Auf der Wippe werden die Propriorezeptoren (siehe Kasten) geschult und gekräftigt. Die Wippe im<br />

Extreme Trail NRW ist so konstruiert, dass sie beim Abkippen nicht mit lautem Knall hart auf den<br />

Boden prallt. Das ist so angenehmer und einfacher für die Pferde. Daher ist hier auch eher die Herausforderung,<br />

das Pferd wippen zu lassen.<br />

Da die Wippe beweglich ist, scheint sie manchen Pferden suspekt und stellt eine kleine Mutprobe dar.<br />

Der Mensch sollte darauf achten, dass sich sein Pferd kontrolliert und mit Abstand führen lässt, damit<br />

es nicht seitlich von der Wippe springt und die führende Person<br />

oder auch sich selbst dabei verletzt. Eine<br />

gute Vorbereitung ist daher das Überqueren<br />

der Baumstämme.<br />

Zur Gesunderhaltung sollten Pferde<br />

sich auch auf möglichst vielen verschiedenen<br />

Untergründen bewegen. Der<br />

Extreme Trail NRW bietet beispielsweise<br />

Gras, Teer, Häcksel, Schotter, Waldboden<br />

und Holzböden – gute Voraussetzungen,<br />

um Geschmeidigkeit, Koordination und<br />

Bewegungsabläufe zu stärken. Dabei wird<br />

auch die Trittsicherheit geschult, eine gute<br />

Vorbereitung für mögliche Holzbrücken<br />

im Gelände.<br />

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PFERDE fit & vital<br />

Gesundheit für Pferd + Reiter<br />

Nr. 2/2019<br />

HERBST<br />

WINTER<br />

Von Oktober<br />

bis März<br />

INHALT<br />

€ 6,- Deutschland | Österreich/Luxemburg € 6,80 | Schweiz SFR 11,80 | www.pferdefitundvital.de<br />

Top-Thema<br />

WOHLFÜHL-<br />

HALTUNG<br />

Seelische und körperliche<br />

Balance für mein Pferd<br />

STALL-CHECK<br />

Welcher Stall passt zu mir?<br />

EINSTREU &<br />

BODENBELÄGE<br />

Gut gebettet<br />

PRAXIS<br />

HUFPFLEGE<br />

Gut gepflegt<br />

NÜTZLICHE<br />

HELFERLEIN<br />

Praktisch für Stall & Weide<br />

VERSICHERUNGEN<br />

Auf Nummer sicher gehen<br />

EXPERTENRUNDE<br />

Sind Lahmheiten abhängig<br />

von der Haltungsform?<br />

„I feel<br />

good!”<br />

Besser reiten<br />

7 ÜBUNGEN FÜR DEN<br />

BESSEREN SITZ<br />

Funktionelles Bewegungstraining im Trab<br />

BACK TO THE ROOTS<br />

Grundlagenarbeit in der Bahn<br />

Fitness & fun<br />

ISLAND ERLEBEN<br />

Im Check:<br />

Die besten Zusatz-<br />

Futter<br />

EEG<br />

BEIM PFERD<br />

Wie das Pferd fühlt<br />

Medizin leicht verständlich<br />

SCHLAFMANGEL<br />

ODER NARKOLEPSIE?<br />

Eine neue Studie klärt auf<br />

REZEPTE<br />

Gesunde Leckereien<br />

selbst gemacht<br />

GUA SHA<br />

Die besondere<br />

Massage<br />

4 195891 306006 02<br />

WEBEN &<br />

BOXENLAUFEN<br />

Ein Hilferuf des Pferdes<br />

PFERDE fit & vital 02/2019<br />

Für die nasskalte Jahreszeit:<br />

Die besten (Zusatz-)Futtermittel<br />

SPEZIAL<br />

52 Seiten<br />

Fachwissen rund um<br />

eine artgerechte und<br />

gesunde Haltung<br />

Wohlfühlfaktoren:<br />

Die seelische und<br />

körperliche Balance<br />

des Pferdes finden<br />

12<br />

Schöner wohnen für Pferd & Reiter<br />

Der perfekte Stall<br />

Med<br />

Top-Thema: Seelische und körperliche Balance<br />

Wohlfühl-Haltung<br />

14 „I feel good!”<br />

Auf der Suche nach den Wohlfühlfaktoren<br />

Leseprobe 24 Auf der Suche nach dem perfekten Stall<br />

Schöner wohnen für Pferd und Reiter<br />

32 Versicherung, Recht & Haftung<br />

Wissen für Pferdehalter<br />

38 Warm, weich & trocken<br />

Einstreu und Bodenbeläge für Boxen und Offenstall<br />

46 Zeigt her eure Füße!<br />

Gut gepflegte Hufe passend zur Haltungsform<br />

50 Expertenrunde<br />

Sind Lahmheiten abhängig von der Haltungsform?<br />

60 Nützliche Helferlein<br />

Praktisch für Stall & Weide<br />

Narko<br />

Ambu<br />

Tradito<br />

Weben<br />

66 Müde<br />

Leseprobe 70 Wie f<br />

78 Gua S<br />

82 Ein H<br />

Fütt<br />

Für die<br />

(Gesun<br />

84 Die b<br />

96 In de<br />

facebo<br />

4 PFERDE fit & vital


84<br />

Wie fühlst du dich?<br />

Was geht im Kopf des Pferdes vor?<br />

70<br />

Back to the roots:<br />

Grundlagenarbeit in der Bahn<br />

102<br />

24 38<br />

: Warm, weich & trocken: Einstreu und<br />

Bodenbeläge für Boxen und Offenstall<br />

Selbstgemachte Leckereien<br />

für Mensch & Pferd<br />

96 114<br />

Funktionelles Bewegungstraining:<br />

Übungen für einen besseren Sitz im Trab<br />

izin leicht verständlich<br />

bis zum Umfallen<br />

lepsie oder REM-Schlafmangel?<br />

ühlst du dich?<br />

lante Elektroenzephalographie beim Pferd<br />

ha – die besondere Massage<br />

nelle Chinesische Medizin<br />

lferuf des Pferdes<br />

& Boxenlaufen<br />

erung<br />

esten (Zusatz-)Futtermittel<br />

nasskalte Jahreszeit<br />

Winter-Bäckerei<br />

de) Leckereien für Pferd & Mensch<br />

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Reiten & Training<br />

102 Back to the roots<br />

Grundlagenarbeit in der Bahn<br />

Fitness & Fun<br />

106 Magische Glücksmomente<br />

Faszination Island<br />

112 Fit & vital im Winter<br />

Bewegungs-, Wellness- und Fitnessalternativen<br />

114 Übungen für einen besseren Sitz im Trab<br />

Funktionelles Bewegungstraining<br />

Rubriken<br />

6 Kompakt, Aktuelle Studien<br />

8 Fit & vital mit Bea Borelle<br />

118 Pferd und Recht: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe!<br />

120 Produkttrends<br />

122 Termine/Impressum<br />

Titelfoto: Christiane Slawik


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Wohlfühl-Haltung<br />

SCHÖNER WOHNEN FÜR PFERD & REITER<br />

Auf der Suche<br />

nach dem<br />

perfekten Stall<br />

inkl.<br />

Checkliste<br />

Welcher Stall<br />

passt zu mir und<br />

meinem Pferd?<br />

24 PFERDE fit & vital<br />

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Der ideale Stall, der sämtliche Bedürfnisse und Wünsche von Pferd und Reiter erfüllt,<br />

bleibt meist ein Wunschtraum. Damit Traum und Realität jedoch möglichst nah beieinander<br />

liegen, hilft ein umfassender Stall-Check!<br />

Text: Angelika Schmelzer<br />

Was für den Dressurcrack ideal ist,<br />

passt nicht zum Wanderreitpferd.<br />

Wo sich das Jungpferd<br />

rundum wohl fühlt, mag der Pferdesenior<br />

vielleicht nicht leben. Und was für den<br />

Gangpferdereiter perfekt ist, lässt beim<br />

TREC-Fan viele Wünsche offen.<br />

Wer die individuellen Vorstellungen<br />

des Pferdefreundes auf der einen Seite<br />

und das vielseitige Angebot an Pferdepensionen<br />

auf der anderen Seite bestmöglich<br />

unter einen Hut bringen will,<br />

braucht zunächst ein klares Bild von<br />

Wunsch und Wirklichkeit.<br />

Mindestanforderungen<br />

erfüllt?<br />

Pferdefreunden mit wenig Erfahrung<br />

und Hintergrundwissen seien zunächst die<br />

„Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen<br />

unter Tierschutzgesichtspunkten“<br />

ans Herz gelegt. Der Titel klingt<br />

verdächtig nach Behördendeutsch und das<br />

Regelwerk ist auch tatsächlich in erster<br />

Linie dazu gedacht, Organisationen und<br />

Ämtern objektive Beurteilungskriterien<br />

zur Überprüfung an die Hand zu geben.<br />

Ob eine Pferdehaltung mindestens den<br />

Bestimmungen des Tierschutzgesetzes<br />

genügt oder nicht, kann anhand der in den<br />

Leitlinien festgeschriebenen Anforderungen<br />

zweifelsfrei festgestellt werden.<br />

Haben die Boxen das erforderliche<br />

Mindestmaß? Gibt es einen Witterungsschutz<br />

auf Weiden, auf denen die Pferde<br />

dauerhaft untergebracht sind? Sind bei<br />

Gruppenhaltung ausreichend Liegeflächen<br />

vorhanden, sind diese groß genug,<br />

eingestreut? Ist bei Einzelhaltung dafür<br />

gesorgt, dass die Pferde sich auf Weiden<br />

oder Winterausläufen täglich frei bewegen<br />

können? Wird Raufutter bodennah vorge-<br />

Foto: C. Slawik<br />

PFERDE fit & vital 25<br />

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Wohlfühl-Haltung<br />

legt? In den Leitlinien wird auf nahezu alle<br />

denkbaren Details eingegangen, es werden<br />

die verbreiteten Haltungsformen mit ihren<br />

typischen Merkmalen betrachtet und<br />

Vorgaben formuliert. Gerade weniger<br />

erfahrene Pferdefreunde kann diese<br />

Fakten<strong>sammlung</strong> dabei unterstützen, die<br />

Spreu vom Weizen zu trennen.<br />

Must haves<br />

Die Wünsche des Reiters mit den Bedürfnissen<br />

des Pferdes unter einen Hut<br />

bringen – das ist die nicht immer leichte<br />

Aufgabe eines Pensionsbetriebes. Es hilft,<br />

sich zunächst die eigenen Prioritäten zu<br />

verdeutlichen und zu vergegenwärtigen,<br />

dass bei notwendigen Kompromissen in<br />

erster Linie der Reiter zurückstecken muss.<br />

Was braucht der Reiter unbedingt?<br />

Worauf kann das Pferd auf keinen Fall verzichten?<br />

Formulieren Sie die Merkmale, die<br />

Ihr Wunschstall auf jeden Fall aufweisen<br />

MUSS, alles, wo Sie auf keinen Fall zurückstecken<br />

können oder wollen: Ihr Allergiker<br />

muss in jedem Fall mit staubfreier Einstreu<br />

versorgt werden, damit er dauerhaft<br />

beschwerdefrei bleibt. Der Stall muss mit<br />

öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar<br />

sein, da Ihre zwölfjährige Tochter sich<br />

hauptsächlich um das Pferd kümmern wird<br />

und Sie selbst berufstätig sind. Ihr Jungpferd<br />

soll in einer Herde Gleichaltriger auf<br />

großzügigen Weiden und in ausreichend<br />

dimensionierten Offenställen gesund aufwachsen<br />

dürfen. Sie und Ihr Pferd können<br />

auf einen guten Reitlehrer vor Ort nicht<br />

verzichten. Meist sind es nur einige wenige<br />

Punkte, die sich auf der Must-have-Liste<br />

finden, aber diese Punkte sind entscheidend.<br />

Von der kleinsten Haltergemeinschaft<br />

bis zum nobelsten Turnierstall – wer eine<br />

(neue) Heimat für das eigene Pferd sucht,<br />

hat meist die Wahl zwischen mehreren<br />

Betrieben. Sie unterscheiden sich in zahlreichen<br />

Merkmalen: Manche sind für das<br />

Pferd, andere für den Reiter, viele aber für<br />

beide bedeutsam.<br />

Kosten<br />

Sie wissen selbst, welche Summe Sie für<br />

die Unterbringung Ihres Pferdes dauerhaft<br />

aufbringen können, sodass dieser Faktor<br />

als Auswahlkriterium meist ein klares<br />

Ergebnis liefert – aber eben nur meist.<br />

Denn: Bei der Auswahl eines entsprechenden<br />

Pensionsbetriebes spielt neben dem<br />

monatlich zu entrichtenden Betrag auch<br />

die Frage eine Rolle, welche Leistungen<br />

darin inbegriffen sind und wofür Sie eventuell<br />

extra zur Kasse gebeten werden.<br />

Ein vermeintlich günstiger Monatsbetrag<br />

erweist sich als Kostenfalle, wenn<br />

Sie für weitere notwendige Dienstleistungen<br />

und Nutzungen draufzahlen müssen.<br />

Manche Pensionsbetreiber erweisen sich<br />

als äußerst erfinderisch und rechnen<br />

Hallennutzung, Lichtnutzung, Solarium<br />

oder Wasserverbrauch beim Waschen<br />

eines Pferdes extra, andere sparen sich den<br />

hohen Verwaltungsaufwand für die zahlreichen<br />

Einzelposten und bieten einen<br />

Rundumservice inklusive an. Häufig<br />

finden Sie Mischformen, so wird etwa das<br />

Verbringen einzelner Pferde auf die<br />

Weide oder zurück in den Stall einzeln<br />

abgerechnet oder das Solarium mit einem<br />

Münzapparat betrieben.<br />

Bei Haltergemeinschaften oder Vereinen<br />

ist es zudem üblich, die Gesamtkosten<br />

durch die Ableistung von Arbeitsstunden<br />

zu senken. Einsteller sind dann verpflichtet,<br />

jährlich eine bestimmte Anzahl von<br />

Arbeitseinheiten abzuleisten; manchmal<br />

kann ersatzweise pro nicht erbrachter<br />

Arbeitsstunde ein Festbetrag entrichtet<br />

werden. Zeit ist Geld – eventuelle Arbeitseinsätze<br />

sollten Sie in Ihre finanzielle<br />

Kalkulation einbeziehen. Rechnen Sie<br />

also zum Vergleich einzelner Pensionsbetriebe<br />

untereinander jeweils alle Kosten<br />

(Monatsbetrag plus Extraleistungen plus<br />

Arbeitseinätze) zusammen, nur so haben<br />

Sie einen objektiven Maßstab.<br />

Erreichbarkeit<br />

In Ballungsräumen oft kein Problem,<br />

im ländlichen Raum ein entscheidender<br />

Faktor: Wie kommt der Mensch zum<br />

Pferd? Im Alltag, aber eben auch bei einem<br />

Unfall schnell, bei einer Erkrankung mehrmals<br />

täglich, bei Schnee und Eis, bei früh<br />

einsetzender Dunkelheit? Ist der Pensionsbetrieb<br />

das ganze Jahr über problemlos<br />

und rasch fußläufig, mit dem Fahrrad oder<br />

Nette Reitkollegen können ein großes Plus in einem Stall sein. Foto: A. Schmelzer<br />

26 PFERDE fit & vital<br />

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den ÖPNV erreichbar oder doch nur mit<br />

dem eigenen Auto? Für alle, die sich regelmäßig<br />

um das Pferd kümmern?<br />

Falls es um die Erreichbarkeit eher<br />

schlecht bestellt ist, sind Sie in einem<br />

größeren Stall vergleichsweise besser<br />

dran: Je mehr Einsteller und Reitschüler,<br />

desto größer die Chance, dass sich Fahrgemeinschaften<br />

bilden lassen oder<br />

jemand kurzfristig einspringen kann,<br />

wenn man selbst verhindert ist.<br />

Ausstattung & Ambiente<br />

Wer gesellig ist, Anschluss sucht oder<br />

eine pferdebegeisterte Familie mit an den<br />

Stall bringt, hat entsprechende Wünsche<br />

und Bedürfnisse: Ein warmer Aufenthaltsraum,<br />

vielleicht mit eigener Gastronomie<br />

oder zumindest einem Wasserkocher oder<br />

einer Kochplatte, um damit im Winter Tee<br />

und heiße Schokolade – oder ein leckeres<br />

Mash fürs Pferd – zubereiten zu können.<br />

Ein Grillplatz für gemütliche Sommerabende<br />

am Lagerfeuer. Saubere Toiletten,<br />

vielleicht mit Waschraum und Wickelkommode.<br />

Ein Kinderspielplatz oder ein anderer<br />

geschützter Bereich, in dem die Kleinsten<br />

gut aufgehoben sind. Angebote für gemeinsame<br />

Aktivitäten über die wöchentliche<br />

Reitstunde hinaus: Weihnachtsfeiern,<br />

herbstliche Bastelrunden, gemeinsame<br />

Turnierbesuche, Fahrten zur Pferdesportmesse,<br />

Reiterstammtisch. Vereine<br />

und größere kommerzielle Anlagen mit<br />

Pensionspferdebetrieb sind meist recht<br />

gut aufgestellt und auch daran interessiert,<br />

über derlei Angebote eine bessere Kundenbindung<br />

und mehr Miteinander zu<br />

fördern. Bei einem großen Kundenstamm<br />

wird zudem eher in ein ansprechendes<br />

oder gar luxuriöses Ambiente investiert<br />

werden können.<br />

Mehr Ruhe und Abstand vom quirligen<br />

Alltag bieten Pensionsbetriebe ohne angeschlossene<br />

Reitschule, Haltergemeinschaften<br />

und kleine private Ställe. Hier<br />

geht es eher pragmatisch und rustikal zu,<br />

die Ausstattung beschränkt sich auf das<br />

Nötigste und ist vielleicht genau auf die Bedürfnisse<br />

der Einsteller zugeschnitten, lässt<br />

aber eben keine Auswahl zu. Als Teil von<br />

Haltergemeinschaften oder Einsteller in<br />

kleineren Betrieben wird man deshalb ein<br />

eher reduziertes Angebot finden und muss<br />

mehr Eigeninitiative entwickeln. Zudem ist<br />

die Chemie zwischen den Einstellern ungleich<br />

wichtiger als in großen Betrieben –<br />

ist man sich nicht so recht grün, kann man<br />

sich kaum aus dem Weg gehen oder einer<br />

anderen Gruppe anschließen.<br />

Je größer der Betrieb und je umfangreicher<br />

Angebot und Ausstattung, desto<br />

eher wird der Reiter eine passende Nische<br />

finden. Bei kleinen Ställen sollte besonders<br />

kritisch geprüft werden, ob das Angebot<br />

zu den eigenen Vorstellungen passt.<br />

Wenig gesellige oder stark ruhebedürftige<br />

Menschen kommen in Vereinsanlagen<br />

dann nicht gut zurecht, wenn hier ein<br />

hohes Maß an Engagement und Miteinander<br />

vorausgesetzt wird – während der<br />

extrovertierte und engagierte Reiter dort<br />

ein ideales Betätigungsfeld finden dürfte.<br />

Licht, Luft, Bewegung<br />

und die Gesellschaft<br />

von Artgenossen<br />

Das steht nicht nur auf dem Wunschzettel<br />

jedes Pferdes, sondern ist als Grundbedürfnis<br />

aller Pferde Teil des Lernstoffs<br />

für den „Basispass Pferdekunde“. Je umfangreicher<br />

diese Bedürfnisse befriedigt<br />

werden, desto eher avanciert der Einstellbetrieb<br />

zum Traumstall Ihres Pferdes.<br />

Und je weniger bei der Umsetzung<br />

dieser Grundanforderungen in überkommenen<br />

Kategorien wie „Turnierpferd“ und<br />

„Freizeitpferd“, „Warmblut“ oder „Robustpony“<br />

gedacht wird (Sie wissen schon: „Ja,<br />

Ihr mit Euren Ponys habt leicht reden,<br />

ich kann doch meinen Dressurcrack Sir<br />

Welthall nicht in einem Offenstall verkommen<br />

lassen!“), desto eher können Sie<br />

davon ausgehen, dass die Stallbetreiber<br />

echte Pferdemenschen sind.<br />

Entscheidend für die Lebensqualität<br />

Ihres Pferdes ist die Haltungsform. Sie<br />

schafft die Grundvoraussetzung dafür,<br />

dass seine arttypischen Bedürfnisse erfüllt<br />

werden können. Erst danach spielen<br />

Faktoren des Managements eine Rolle –<br />

wie wird der Alltag des Pferdes im Detail<br />

gestaltet, wie sind Haltung, Fütterung und<br />

Pflege organisiert?<br />

Ein ordentlicher Stall mit Paddockboxen. Ob<br />

diese Haltungsform passt, kommt vor allem<br />

auf das Pferd an.<br />

Foto: A. Schmelzer<br />

Ein ordentlicher<br />

Waschplatz – solche Details<br />

charakterisieren einen Stall.<br />

Foto: A. Schmelzer<br />

Leseprobe<br />

Den Kompletten<br />

Artikel finden Sie auf<br />

shop.pferdesportverlag.de<br />

PFERDE fit & vital 27<br />

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Medizin leicht verständlich<br />

AMBULANTE ELEKTROENZEPHALOGRAPHIE<br />

BEIM PFERD<br />

Emotionale<br />

Reaktionen<br />

So funktioniert<br />

das Gehirn!<br />

Wie fühlst<br />

du dich?<br />

Wer möchte nicht gerne manchmal wissen, was im Kopf seines Pferdes vorgeht?<br />

Ist es entspannt oder fühlt es sich unwohl? Dr. Evelyn Schürg-Pfeiffer führt EEGs an sich<br />

frei bewegenden Islandpferden durch und macht Emotionen messbar –<br />

während Faszienbehandlungen, unter verschiedenen Therapiefarben, beim Muskelaufbautraining<br />

oder während osteopathischer Behandlungen. Auch unterschwellige Reize<br />

wie Gerüche und Geräusche spiegeln sich in der Gehirnleistung wider.<br />

Text: Dr. Evelyn Schürg-Pfeiffer, Fotos: Dr. Evelyn Schürg-Pfeiffer; Sabine Heüveldop<br />

In der Humanmedizin ermöglichen<br />

Computer seit 1965 exakte Auswertungen<br />

der Gehirnströme durch<br />

Frequenzanalyse-Systeme (Elektroenzephalographie<br />

= EEG). 1965 war gleichzeitig<br />

auch der Startschuss für neurologische<br />

Untersuchungen an Tieren, doch<br />

Pferde waren nur wenig im Fokus der<br />

Forscher. Die wenigen sehr kurzen EEGs,<br />

die überhaupt an Pferden durchgeführt<br />

wurden, erfolgten in Narkose oder im<br />

Schlaf. Grund war die Verbindung vom<br />

Pferdekopf über Kabel zu nicht mobilen<br />

Registriergeräten aus der Humanmedizin.<br />

Die Tiere durften sich deshalb<br />

nur wenig bewegen.<br />

Pferdehalter, Tierärzte und Therapeuten<br />

sind in der Praxis meist darauf angewiesen,<br />

anhand von Verhaltensreaktionen<br />

den gefühlsmäßigen Zustand von Pferden<br />

zu interpretieren. Bei entsprechenden<br />

Kenntnissen sind diese Verhaltenstests<br />

effektiv, dennoch bleiben oft Fragen offen.<br />

Antworten kann ein EEG geben, bei dem<br />

Gehirnströme gemessen und grafisch<br />

dargestellt werden. Mit Hilfe von zwei<br />

gekoppelten Untersuchungsmethoden,<br />

der Registrierung von Gehirnströmen<br />

(EEG) und der simultanen Videoaufzeichnung<br />

von Verhaltensänderungen<br />

sind Emotionen wie Aufmerksamkeit,<br />

Stress, Entspannung, Angst, Unruhe und<br />

Schmerz direkt messbar.<br />

70 PFERDE fit & vital<br />

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Wer möchte nicht<br />

wissen, was sein Pferd<br />

denkt? Durch die Auswertung<br />

von Gehirnströmen<br />

beim Pferd<br />

sind viele Emotionen<br />

jetzt direkt messbar.<br />

Wie funktioniert die<br />

Elektroenzephalographie<br />

beim Pferd?<br />

Alle Sinneseindrücke wie Sehen,<br />

Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken<br />

werden als elektrische Signale zum<br />

Gehirn geleitet und dort analysiert. Informationen<br />

aus dem Körper werden über<br />

Nervenbahnen zeitgleich mit großer<br />

Emotionen wie Aufmerksamkeit,<br />

Stress, Entspannung, Angst, Unruhe<br />

und Schmerz sind direkt messbar.<br />

PFERDE fit & vital 71<br />

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Medizin leicht verständlich<br />

Das EEG wird durch das gesamte Zentralnervensystem beeinflusst.<br />

Die Gehirnwellen entstehen durch Zellen in der<br />

Gehirnrinde (Kortex). Ursache für die Schwankungen sind tiefer<br />

im Gehirn liegende Regionen, wie zum Beispiel der Thalamus.<br />

Die Gehirnwellen der Pferde werden bei den Auswertungen in acht Frequenzbandbereiche<br />

eingeteilt, die Rückschlüsse auf mentale Zustände wie Aufmerksamkeit und Handlungsentscheidungen<br />

zulassen.<br />

Geschwindigkeit in unterschiedliche<br />

Gehirnareale gesendet. Letztendlich wird<br />

sozusagen im „Teamwork“ eine der Situation<br />

angepasste Verhaltensreaktion ausgelöst.<br />

Das alles geschieht blitzschnell:<br />

Vom Erkennen einer Gefahr über deren<br />

Bewertung im Gehirn bis zur Ausführung<br />

einer körperlichen Reaktion dauert es nur<br />

200-300 Millisekunden.<br />

Für die Registrierung der Gehirnwellen<br />

an sich frei bewegenden Pferden ist<br />

die ambulante, kabellose digitale<br />

Elektroenzephalographie Voraussetzung,<br />

da das Pferd hierdurch nicht in seiner<br />

Bewegungsfreiheit einschränkt wird. Diese<br />

moderne, bereits 2011 vom “Falkenberg-Institut<br />

für angewandte Elektroenzephalographie<br />

für Pferde” entwickelte,<br />

tierschutzgerechte Methode erlaubt<br />

tiefergehende Einblicke in die Funktionsweise<br />

des Pferdegehirns.<br />

An dieser Stelle muss erwähnt werden,<br />

dass es sich bei der Elektroenzephalographie<br />

um eine nicht-invasive Technik<br />

handelt, d.h. die Ableitung der elektrischen<br />

Aktivität von Gehirnzellen mittels kleiner<br />

Oberflächenelektroden findet risikolos<br />

und kaum spürbar an der Kopfhaut statt.<br />

Es fließt auch nicht, wie manchmal<br />

vermutet, Strom vom EEG-Gerät zu den<br />

Elektroden, sondern es wird nur der Gehirnstrom<br />

gemessen! Bei Menschen wird<br />

das Verfahren in der Medizin beispielsweise<br />

im Schlaflabor angewendet, zur Untersuchung<br />

von Epilepsie, zur Narkoseüberwachung<br />

oder Beurteilung des Hirntodes.<br />

Weiterhin wird es bei einer Fülle<br />

psychologischer Fragestellungen eingesetzt,<br />

im Sportbereich zum Beispiel oder in<br />

der Werbebranche, wenn es darum geht,<br />

die unterschwellige Wahrnehmung von<br />

Produktdetails zu analysieren. Nicht zuletzt<br />

wird schon jetzt unter dem Begriff<br />

Brain-Computer-Interface mit Hilfe des<br />

EEGs die Ansteuerung von Computern<br />

oder Robotern durchgeführt. Weiterhin ist<br />

in der Psychotherapie die Behandlung mit<br />

der Biofeedback-Methode zum Erlernen<br />

neuer Verhaltensmuster eine gängige<br />

Anwendung, die sehr schnell zum Erfolg<br />

führen kann.<br />

Da bei der ambulanten EEG-Technik<br />

die Übertragung der gemessenen Signale<br />

beim Pferd per Bluetooth erfolgt, wird<br />

lediglich eine kleine Empfängerbox mit<br />

Hilfe eines elastischen Gurtes im Sattelbereich<br />

befestigt. Eine Anbringung direkt<br />

am Kopf oder im Nacken kommt aufgrund<br />

unserer Erfahrungen von EEG-<br />

Ableitungen am Menschen nicht in Frage.<br />

Schon geringfügige Druckeinwirkungen<br />

auf den Schädel- oder Nackenbereich<br />

können zu Veränderungen der Gehirn-<br />

Das „Headpiece“ dient auch der Fixierung der Elektroden.<br />

Hier sind die Bereiche<br />

schematisch dargestellt,<br />

an denen die Elektroden<br />

platziert werden.<br />

Frontale Großhirnrinde<br />

(F4 rechte, F3 linke Hemisphäre):<br />

Selektive Aufmerksamkeit<br />

Motorischer Kortex<br />

(C4 rechts, C3 links):<br />

Steuerung von willkürlicher<br />

Bewegung der<br />

Skelettmuskulatur.<br />

Parietal gelegene Areale<br />

(P4 rechts, P3 links):<br />

Verarbeitung von Sinneseindrücken<br />

wie Berührung,<br />

Wärme, Schmerz,<br />

Bewegungswahrnehmung.<br />

72 PFERDE fit & vital<br />

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Die EEG erlaubt<br />

tiefgehende<br />

Einblicke in die<br />

Funktionsweise des<br />

Pferdegehirns.<br />

wellen führen. Nach Untersuchungsende<br />

erfolgt die Berechnung der Gehirnleistung<br />

(EEG-Power) in bestimmten, für<br />

das Verhalten wichtigen Gehirnarealen,<br />

das sogenannte Brain-Mapping.<br />

Sowohl unser EEG-Ableitsystem für<br />

Pferde als auch die spezielle Fein-Analyse<br />

der Gehirnwellen werden sowohl für die<br />

eigene Erforschung des natürlichen Verhaltens<br />

von Pferden als auch für Auftragsstudien<br />

angewendet und ständig weiter<br />

entwickelt. Die Studien werden mit wachen,<br />

gesunden, weder pharmakologisch<br />

noch durch Hilfsmittel ruhig gestellten<br />

Reitpferden in ihrer gewohnten Umgebung<br />

und möglichst in Anwesenheit einer<br />

vertrauten Person durchgeführt. Mit Hilfe<br />

statistischer Analysen der EEG-Daten kann<br />

u.a. eine generelle Aussage über Gehirnwellen<br />

von Islandpferden im Ruhezustand<br />

(Ruhe-EEG) gemacht werden. Die so<br />

erhaltenen Daten werden verglichen mit<br />

den Gehirnströmen bei definierten Reizen,<br />

wie zum Beispiel bei entspannenden pulsierenden<br />

Magnetwellen, unter verschiedenen<br />

Therapiefarben, während Faszienbehandlungen,<br />

beim Muskelaufbautraining,<br />

während osteopathischer Behandlungen,<br />

aber auch bei unterschwelligen Reizen wie<br />

Futtergeruch, Geschmack und Geräuschen.<br />

Der große Vorteil des EEGs liegt darin, dass<br />

die Veränderung von bestimmten Gehirnwellen<br />

Rückschlüsse auf bewusste und<br />

auch unbewusste Wahrnehmungen zulässt,<br />

selbst wenn für uns noch keine offensichtliche<br />

Verhaltensreaktion erkennbar ist. Für<br />

eine Studie werden die Ergebnisse von allen<br />

Pferden zusammengefasst und statistisch<br />

ausgewertet. So kann man zum Schluss eine<br />

Aussage machen, ob die meisten Islandpferde<br />

auf einen bestimmten Reiz positiv,<br />

negativ oder gar nicht reagieren.<br />

UNSERE<br />

EXPERTIN<br />

Dr. Evelyn<br />

Schürg-Pfeiffer<br />

ist Diplom-Biologin und promovierte Neurophysiologin.<br />

Seit 2011 leitet sie das von ihr gegründete<br />

Falkenberg-Institut für angewandte Elektroenzephalographie<br />

(FIAE) bei Pferden. Wissenschaftlicher<br />

Schwerpunkt ist die tierschutzgerechte digitale<br />

Messung von Gehirnwellen (Elektroenzephalographie/EEG)<br />

bei sich frei bewegenden Pferden.<br />

Simultane Videoaufzeichnung der Verhaltensreaktionen<br />

sowie der Einsatz neuester EEG-Analyse-<br />

Software stellen einen großen Fortschritt für das Verstehen<br />

- auch von unterschwelligen - sensorischen<br />

Wahrnehmungen wie Stress, Schmerz, Wohlbefinden<br />

und den daraus resultierenden Verhaltensweisen dar.<br />

Den Literaturnachweis bekommen Sie auf Anfrage<br />

von der Autorin: www.fiae.de<br />

Leseprobe<br />

Den Kompletten<br />

Artikel finden Sie auf<br />

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PFERDE fit & vital 73<br />

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PFERDE fit & vital<br />

PFERDE<br />

fit& vital<br />

Gesundheit für Pferd + Reiter<br />

Nr. 1/2019<br />

FRÜHJAHR<br />

SOMMER<br />

Von April bis<br />

September<br />

INHALT<br />

€ 6,- Deutschland | Österreich/Luxemburg € 6,80 | Schweiz SFR 11,80 | www.pferdefitundvital.de<br />

Lebenswichtig & vielseitig<br />

SUPERORGAN<br />

HAUT<br />

Pflegetipps für Haut & Fell<br />

Glatt & glänzend<br />

Haut & Fütterung<br />

Glanz von innen<br />

Hautinfektionen<br />

Vorbeugen & heilen<br />

Besser<br />

reiten<br />

DER ZÜGELCHECK<br />

Das Band der Kommunikation<br />

DIE GRUNDGANGARTEN<br />

Basis des Erfolgs<br />

KAPPZAUM<br />

Immer der Nase nach<br />

Sommer-<br />

Fitness<br />

BADEN & SCHWIMMEN<br />

Wasser-Spaß mit Pferd<br />

SOMMER-YOGA<br />

Der Sonnengruß<br />

FLIEGE, BREMSE, MÜCKE<br />

Effektiver Schutz<br />

Kaltes<br />

Die<br />

Innovation<br />

in der<br />

Wundheilung<br />

PLASMA<br />

DIY-Tipps<br />

ALOE VERA<br />

Das Schönheits-Elixier<br />

HONIG<br />

Süß & heilsam<br />

REZEPTE<br />

Sommer-Snacks<br />

für Pferd & Reiter<br />

4 195891 306006 01<br />

Medizin leicht<br />

verständlich<br />

EKZEMER<br />

Die 10 besten Tipps<br />

HEADSHAKING<br />

Neue Behandlungen<br />

LYMPHDRAINAGE<br />

Hilfreich Hand anlegen<br />

Haut & Fütterung: Glanz von innen<br />

PFERDE fit & vital 01/2019<br />

SPEZIAL<br />

48 Seiten<br />

Fachwissen rund um<br />

die Haut des Pferdes<br />

Top-Thema: Das größte Organ des Pferdes<br />

Die Haut<br />

Leseprobe 12 Superorgan Haut<br />

Lebenswichtig und vielseitig<br />

20 Vorbeugen & heilen<br />

Die häufigsten HautInfektionen beim Pferd<br />

28 Glanz von innen<br />

Haut & Fütterung<br />

42 Glatt & glänzend<br />

Pflegetipps für Haut und Fell<br />

48 Die 10 besten Tipps für Ekzemer!<br />

Wider den Juckreiz<br />

54 Hautpflege mit Aloe vera<br />

Eine der ältesten bekannten Heilpflanzen<br />

4 PFERDE fit & vital<br />

10<br />

Ekzemer: Die 10 besten Tipps wide<br />

Leseprobe<br />

Med<br />

Innova<br />

Die Mü<br />

62 Wund<br />

66 Das L<br />

70 Das H<br />

Die gr<br />

Halt<br />

Mehr a<br />

Für Pfe<br />

58 Honig<br />

76 Lecke<br />

80 Fliege<br />

Insekt<br />

facebo<br />

Titel: Ara


28<br />

Glatt & glänzend:<br />

Pflegetipps für Haut & Fell<br />

42<br />

Die Grundgangarten: Basis des Erfolgs<br />

96<br />

106 116<br />

den Juckreiz<br />

48 62<br />

Innovation: Wundheilung mit Plasma<br />

Der Zügelcheck<br />

Wasserspaß: Baden & Schwimmen mit Pferd<br />

izin leicht verständlich<br />

heilung mit kaltem Plasma<br />

tion<br />

ymphsystem des Pferdes<br />

llabfuhr des Körpers<br />

eadshaking-Syndrom<br />

ße Unruhe: Neue Behandlungsmöglichkeiten<br />

ung & Pflege<br />

ls nur süß und lecker<br />

re Frühlings- & Sommerrezepte<br />

rd & Mensch<br />

, Bremse, Mücke & Co.<br />

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berhengst Malibu, Foto: Christiane Slawik<br />

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Reiten & Training<br />

88 Die Arbeit am Kappzaum<br />

Immer der Nase nach!<br />

96 Basis des Erfolgs<br />

Die Grundgangarten – Schritt, Trab, Galopp beurteilen<br />

102 Allergiker trifft Pferd<br />

Reiten trotz Allergie und Asthma? Ja bitte!<br />

Ausrüstung & Outfit<br />

106 Das Band der Kommunikation<br />

Der Zügelcheck<br />

Fitness & Fun<br />

116 Wasserspaß mit Pferden<br />

Baden & Schwimmen mit Pferd<br />

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Die Haut des Pferdes<br />

LEBENSWICHTIG UND VIELSEITIG<br />

Superorgan<br />

So<br />

arbeitet das<br />

größte Organ!<br />

Die Haut<br />

verstehen<br />

Pferdehaut<br />

12 PFERDE fit & vital<br />

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Reiter und andere Pferdefreunde beschäftigen<br />

sich automatisch tagtäglich mit der Haut ihrer<br />

Pferde: Vor jedem Trainingseinsatz ist gründliches<br />

Putzen angesagt!<br />

Dabei wird nicht nur Schmutz entfernt,<br />

man verschafft sich, oft ganz unbewusst,<br />

auch einen Eindruck vom Gesamtzustand<br />

der Haut, vom aktuellen Befinden des<br />

Pferdes, spürt Verspannungen auf, entdeckt<br />

Verletzungen.<br />

Text: Angelika Schmelzer<br />

Schon dieser alltägliche Vorgang verdeutlicht recht gut die<br />

enorme Bedeutung der Pferdehaut: Sie ist das größte<br />

Organ des Pferdes und mit zahlreichen lebenswichtigen<br />

Funktionen betraut.<br />

Ein Organ, viele Funktionen<br />

Spannender als den Aufbau der Haut finden viele Pferdefreunde<br />

deshalb die zahlreichen Aufgaben, die der Haut zugewiesen<br />

sind. Es mag überraschen, was die Pferdehaut – wie ihr<br />

menschliches Pendant – alles leistet, da wir nicht gewohnt sind,<br />

die Haut als Organ zu begreifen. Organe, das sind doch Herz und<br />

Lunge, Niere und Leber – aber die Haut?<br />

Ein Organismus entsteht, wenn verschiedene Organe in<br />

einem vielzelligen Lebewesen miteinander kooperieren. Organe<br />

sind Funktionseinheiten, die aus unterschiedlichen Zellen und<br />

Foto: Christiane Slawik<br />

Zahlreiche Rezeptoren<br />

machen die Haut zu einem<br />

wichtigen Sinnesorgan<br />

Geweben bestehen und auf bestimmte Aufgaben spezialisiert<br />

sind. Einzelne Organe sind einem übergeordneten System<br />

unterstellt, dem Organsystem. Typisch für Organe: Sie entstehen<br />

im Verlauf der Entwicklung im Mutterleib aus einer Anlage,<br />

die verschiedenen Organe eines Organismus durchlaufen also<br />

eine jeweils eigene, typische Organogenese.<br />

Nicht immer sind Organe auch räumlich voneinander<br />

getrennt und so optisch oder begrifflich gut voneinander zu<br />

unterscheiden: So wird etwa das knöcherne Skelett als eigenes<br />

Organ aufgefasst, das in zahlreichen Knochen enthaltene Rote<br />

PFERDE fit & vital 13<br />

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Die Haut des Pferdes<br />

Knochenmark aber ebenso. Die Funktion des Skeletts ist die<br />

Stützung des Organismus, die des Roten Knochenmarks<br />

die Blutbildung. Ein Ort, aber zwei Funktionen, zwei Organe.<br />

Zurück zur Haut: Sie ist, bezogen auf ihr Gewicht, das drittgrößte<br />

Organ (nach Muskulatur und knöchernem Skelett),<br />

funktionell aber das vielseitigste. Ihre Grundfunktion ist ihr<br />

wichtiger Beitrag zur Homöostase, der Aufrechterhaltung eines<br />

physiologischen Zustands im Organismus trotz sich ändernder<br />

äußerer Bedingungen. Sieht man sich die Aufgaben der Haut im<br />

Einzelnen an, so hat sie, neben ihrer Funktion als Schutzhülle<br />

(die Haut ist ein „Grenzorgan“), folgende Funktionen:<br />

• Die Haut ist Teil der Thermoregulation, also des Wärmehaushaltes.<br />

• Eng damit verbunden ist ihre Bedeutung in der Regulierung<br />

des Wasser- und Elektrolythaushaltes.<br />

• Zahlreiche Rezeptoren mit unterschiedlicher Spezialisierung<br />

machen sie auch zu einem Sinnesorgan.<br />

• In und durch die Haut findet ein Stoffaustausch statt, die<br />

Haut wird deshalb auch als Ausscheidungsorgan bezeichnet.<br />

• In der Haut wird das Vitamin D gebildet, ein im Mineralstoffhaushalt<br />

bedeutender Stoff.<br />

• Zudem dient die Haut als Stammzellreservoir für adulte<br />

Stammzellen.<br />

Anatomisch zugehörig und von der Haut nicht zu trennen sind<br />

die Hautanhangsgebilde, beim Pferd<br />

• das Fell,<br />

• Hufe und Kastanien,<br />

• die Milchdrüsen (Euter) und die<br />

• Schweißdrüsen und Hautdrüsen, jeweils mit eigenen<br />

Aufgaben.<br />

Schutzhülle<br />

Die grundlegende Aufgabe der Haut ist offensichtlich:<br />

Sie schirmt das Körperinnere von der Außenwelt ab. Putzt der<br />

Reiter Staub und Schmutz aus dem Pelz, so entfernt er damit nur<br />

einen Bruchteil dessen, was die Pferdehaut effektiv am Eindringen<br />

hindert. Nicht nur diese grobsinnlich wahrnehmbaren<br />

Verschmutzungen, sondern auch eine Vielzahl von Keimen,<br />

Pferdeschweiß weist<br />

eine ungewöhnliche<br />

Eigenschaft auf:<br />

Er enthält sehr viel Eiweiß.<br />

außerdem Niederschläge, chemische Stoffe und physikalische<br />

Größen haben dank der Haut keinen ungehinderten Zutritt zum<br />

Pferdeorganismus. „Ihr müsst draußen bleiben!“ heißt es für<br />

Bakterien, Viren und Pilze, Regen und Schnee, Shampoo und<br />

Fellspray, Hitze, Kälte, Wind und UV-Strahlung.<br />

Dabei vollzieht die Haut einen immerwährenden Spagat: Ein<br />

effektiver Schutz vor der potenziellen Schadwirkung äußerer<br />

Einflüsse ließe sich natürlich problemlos mit einem undurch-<br />

dringlichen Bollwerk gewährleisten – doch das kann und darf<br />

die Haut nicht sein. Ihre vielen anderen Funktionen stellen<br />

jeweils sehr spezifische Anforderungen, die sich mit einem<br />

regelrechten Schutzpanzer eben nicht vereinbaren ließen.<br />

Fell und Hautpigmente schirmen gemeinsam die Körperfläche<br />

vor übermäßiger UV-Strahlung ab. Ein gewisses Maß dieser<br />

kurzwelligen elektromagnetischen Strahlung, die Bestandteil des<br />

Sonnenlichts ist, wird gut vertragen und hat sogar positive<br />

Einflüsse. So wirkt UV-Strahlung desinfizierend – man nimmt an,<br />

dass es (auch) deshalb gegen Ende des Winters zur Häufung von<br />

Hautpilzinfektionen kommt, weil diese Wirkung durch einen<br />

Mangel an Tageslicht und den dicken Winterpelz abgeschwächt<br />

wird. Außerdem liefert UVB-Strahlung die Initialzündung für die<br />

Bildung von Vitamin D.<br />

Besser als jede Klimaanlage<br />

Unabhängig von der Außentemperatur, aber auch möglichst<br />

unbeeinflusst von der bei jeder Muskelarbeit zwangsläufig entstehenden<br />

Abwärme im Körper muss es dem Pferdeorganismus<br />

gelingen, die Körperinnentemperatur innerhalb enger Grenzen zu<br />

regulieren. Als homoiothermes (gleichwarmes) und endothermes<br />

(seine Wärme selbst bildendes) Tier hat das Pferd ein ausgeklügeltes<br />

Regulierungssystem entwickelt, das ihm die Aufrechterhaltung<br />

eines definierten Sollwertes trotz wechselnder Umwelteinflüsse<br />

und eigener, zeitweise überschießender Wärmeproduktion<br />

ermöglicht.<br />

Gewährleistet wird dies durch einen fortlaufenden Abgleich<br />

von Sollwert und Istwert. Der übergeordnete „Befehlsgeber“<br />

liegt im Hypothalamus, in dem Informationen zu Wärme und<br />

Kälte aus den Körperregionen beständig mit einem definierten<br />

Istwert verglichen und bei Abweichungen Regulationsmechanismen<br />

angestoßen werden. Die Regelgröße „Körperkerntemperatur“<br />

wird also als Reaktion auf Störgrößen (Umgebungstemperatur<br />

und eigene Wärmebildung) entlang der Regelstrecke<br />

„Körperkern“ reguliert.<br />

Unabhängig oder zusätzlich zu diesem dauernd ablaufenden<br />

Prozess findet auch eine langfristige Anpassung statt, indem das<br />

Pferd sein Haarkleid den Umgebungsbedingungen anpasst. Den<br />

Anstoß zur Bildung von Winterfell und Sommerfell liefern<br />

jeweils zunehmende bzw. abnehmende Tageslichtlängen.<br />

Beim Pferd finden sich bezüglich der Haut folgende<br />

Mechanismen der andauernden Thermoregulation:<br />

• Durch Weit- oder Engstellung der Blutgefäße in der Haut wird<br />

der Blutdurchfluss nach oben oder unten reguliert und damit<br />

die Wärmeabgabe über die Haut gesteuert.<br />

• Das Haarkleid kann mittels der am Haarbalg verankerten<br />

Muskeln (Musculus arrector pili) aufgerichtet oder angelegt<br />

werden; dadurch vergrößert bzw. verkleinert sich der eingeschlossene<br />

Luftraum und die Isolierfunktion des Haarkleids<br />

wird nach oben oder unten reguliert.<br />

• Bei Überhitzung wird die Schweißproduktion angeregt.<br />

Das auf der Körperoberfläche verteilte Wasser verdunstet und<br />

entzieht dabei dem Körper Verdunstungswärme, kühlt ihn<br />

also ab. Im Vergleich mit anderen Säugetieren besitzen Pferde<br />

viele Schweißdrüsen, vor allem an Schultern, Hals und Bauch.<br />

Pferdeschweiß weist eine ungewöhnliche Eigenschaft auf: Er<br />

enthält sehr viel Eiweiß. Latherin (engl.: to lather, schäumen)<br />

heißt der Stoff, der bei stark schwitzenden Pferden vor allem dort<br />

für weißen, an Eischnee erinnernden Schaum sorgt, wo Reibung<br />

entsteht. Latherin ist ein oberflächenaktives Eiweiß und sorgt<br />

14 PFERDE fit & vital<br />

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Die Weit- bzw. Engstellung der Blutgefäße<br />

steuert die Wärmeabgabe<br />

über die Haut.<br />

Die Pferdehaut ist ein sehr sensibles Sinnesorgan<br />

und empfänglich für sanfte und minimale Reize.<br />

Gerade Pferde, die überwiegend im<br />

Freien leben, sind auf den natürlichen<br />

Schutz der Haut angewiesen.<br />

Pferdeschweiß enthält viel Latherin.<br />

Dadurch bildet sich der weiße Schaum.<br />

Fotos: Angelika Schmelzer<br />

dafür, dass der Schweiß schneller das Fell durchdringt und alle<br />

verfügbaren Oberflächen benetzt – so wird die abkühlende<br />

Wirkung des Pferdeschweißes noch effektiver.<br />

Da über den Schweiß außer Latherin vor allem Wasser und<br />

Mineralien abgegeben werden, spielt der Schweißverlust auch im<br />

Wasser- und Elektrolythaushalt des Pferdes eine Rolle. Pro Liter<br />

Schweiß verliert das Pferd über 3 g Natrium und fast doppelt so<br />

viel Chlor. Auch Calcium, Eisen, Kalium, Kupfer, Magnesium,<br />

Phosphor, Selen und Zink werden abgesondert.<br />

Zart besaitet<br />

Zahlreiche Rezeptoren machen die Haut zu einem wichtigen<br />

Sinnesorgan, zuständig für die Oberflächensensibilität. Es gibt<br />

unterschiedlich spezialisierte Rezeptortypen, die jeweils für<br />

verschiedene Reizarten zuständig sind: Wärme/Kälte, Druck,<br />

Schmerz, Dehnung und Tastempfindungen können wahrgenommen<br />

werden, außerdem wird am Haarfollikel die Ausrichtung<br />

des Haarkleids gemessen.<br />

• Haarfollikelrezeptoren im Haarbalg erfassen Informationen<br />

über die Stellung des Haares (aufgerichtet/angelegt).<br />

• Meissner-Körperchen sind im Stratum papillare liegende<br />

Tastrezeptoren, die auf Druckveränderungen reagieren.<br />

• Merkel-Zellen gehören ebenfalls zu den Tastrezeptoren, sie<br />

liegen im Stratum basale und erfassen vorwiegend die<br />

Druckintensität.<br />

• Ruffini-Körperchen liegen im Stratum reticulare und sind für<br />

die Messung der Dehnung zuständig.<br />

• Schmerzrezeptoren befinden sich in der Lederhaut.<br />

• Thermorezeptoren sind freie Nervenenden, die Wärme oder<br />

Kälte wahrnehmen.<br />

• Vater-Pacini-Körperchen sind auf die Wahrnehmung von<br />

Vibrationen spezialisiert.<br />

Die Pferdehaut ist weder, wie oft behauptet wird, außergewöhnlich<br />

dick, noch ist sie, wie viele Reiter glauben, besonders<br />

unempfindlich. Pferde reagieren im Gegenteil sehr fein auf<br />

Reize, auch auf Berührungsreize, und können deshalb im<br />

direkten Kontakt (Hand, Gerte, Schenkel, …) mit sehr zarten<br />

Signalen gelenkt werden.<br />

Eine eventuell wahrgenommene Unempfindlichkeit ist auf<br />

Abstumpfung zurückzuführen. Ihre hohe Sensibilität ist auch im<br />

Zusammenhang mit positiven Verstärkungen zu beachten: Das<br />

übliche Loben durch festes Klatschen auf den schweißnassen<br />

Hals ist aus Pferdesicht nicht nur völlig unverständlich, sondern<br />

sogar unangenehm bis schmerzhaft. Besser geeignet und für das<br />

Pferd problemlos als Lob zu erkennen ist ein Streicheln, Kraulen<br />

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PFERDE fit & vital 15<br />

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Medizin leicht verständlich<br />

DIE MÜLLABFUHR DES KÖRPERS<br />

inklusive<br />

Grifftechnik<br />

Manuelle<br />

Lymphdrainage<br />

Das Lymphsystem<br />

des Pferdes<br />

Das Lymphsystem des Pferdes ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Immunsystems und trägt<br />

zur Gesunderhaltung und Genesung des Pferdes bei. Dafür muss der Lymphfluss jedoch intakt<br />

sein, denn das Lymphsystem sorgt dafür, dass Abfallstoffe aus dem Körper entsorgt werden.<br />

Text und Fotos: Renate Ettl<br />

Das Lymphsystem steht mit dem Blutkreislauf<br />

in Verbindung, geht aber<br />

seine eigenen Wege. Wie das Venensystem<br />

sind auch die Lymphgefäße ein Niederdrucksystem,<br />

doch das Lymphsystem ist<br />

kein geschlossener Kreislauf wie das Blutsystem.<br />

Beide erfüllen jedoch wichtige Transportaufgaben<br />

im Körper. Die Lymphgefäße<br />

beginnen frei endend im zwischenzellulären<br />

Raum und münden am herznah<br />

gelegenen Venenwinkel in das Venensystem.<br />

Venen- und Lymphsystem sind funktionell<br />

miteinander verbunden und somit<br />

voneinander abhängig. Fehlfunktionen in<br />

dem einen System haben daher stets Auswirkungen<br />

auf das andere System. Erkrankungen<br />

des Herz-Kreislauf-Systems<br />

beeinflussen auch die Funktionalität des<br />

Lymphsystems.<br />

Das lymphatische System besteht nicht<br />

nur aus den im Körper weit verzweigten<br />

Lymphbahnen, sondern besitzt neben den<br />

Lymphgefäßen auch Lymphknoten sowie<br />

wichtiges organisches Lymphgewebe.<br />

Zu letzterem zählen die Milz, der Thymus,<br />

die Tonsillen und das lymphoretikuläre<br />

Gewebe – als lymphatischer Rachenring<br />

bezeichnet – sowie die Payer-Plaques,<br />

das lymphatische Darmgewebe.<br />

Aufgabe des Lymphsystems und seiner<br />

Organe ist der Transport von Stoffwechselprodukten<br />

sowie die Abwehr von Krankheitserregern<br />

(z.B. Bakterien). Es bildet<br />

somit eine Art Müllabfuhr des Körpers.<br />

Die Lymphflüssigkeit<br />

Lymphe ist eine hellgelbe, wässrige<br />

Flüssigkeit, die quasi das Bindeglied zwischen<br />

der Interzellularflüssigkeit und dem<br />

Blutplasma darstellt. Sie bildet sich im<br />

Interstitium aus dem Blutplasma, das aus<br />

den Blutkapillaren austritt und die Zwischenzellflüssigkeit<br />

bildet. Aus diesem<br />

Grund besteht die Lymphe größtenteils aus<br />

den Bestandteilen des Blutplasmas (Lymphozyten,<br />

Eiweiß, Harnstoff, Glucose,<br />

Kreatinin, Natrium, Phosphate, Calcium<br />

und Kalium sowie vielerlei Enzyme wie<br />

Amylasen, Lipasen, Katalasen). Zusätzlich<br />

sind in der Lymphflüssigkeit Fibrinvorläufer<br />

und Fibrinogen vorhanden, die für<br />

66 PFERDE fit & vital<br />

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die Gerinnungsfähigkeit der Lymphflüssigkeit<br />

verantwortlich sind.<br />

Erythrozyten (rote Blutkörperchen)<br />

sind in der Lymphe – im Gegensatz zum<br />

Blut – nicht nachweisbar. Aus diesem<br />

Grund ist die Lymphflüssigkeit auch nicht<br />

rot, sondern hellgelb bis weißlich (Fettlymphe).<br />

Das Verzweigungssystem der Lymphbahnen<br />

kann man sich wie die Verästelung<br />

eines Baumes vorstellen. Die im Interstitium<br />

beginnenden Lymphkapillaren<br />

vereinen sich zu immer stärker werdenden<br />

Ästen bis hin zu Lymphstämmen, den<br />

Hauptleitungsbahnen.<br />

Der Ductus thoracicus<br />

Der Hauptstamm des Lymphgefäßsystems<br />

ist der Ductus thoracicus (Milchbrustgang<br />

– der Name entstand aufgrund<br />

der weißlichen Färbung der im Milchbrustgang<br />

transportierten Fettlymphe),<br />

in dem die Lymphflüssigkeit aus den aufsteigenden<br />

Lymphbahnen der Hintergliedmaßen,<br />

der Bauchhöhle und den unpaarigen<br />

Bauchorganen (Leber, Darm,<br />

Magen, Milz) gesammelt und über den<br />

linken Venenwinkel ins venöse Blut überführt<br />

wird. Der bis zu einem Zentimeter<br />

dicke Milchbrustgang besitzt bis zu<br />

15 Klappen und transportiert täglich etwa<br />

30 Liter Lymphe in das venöse System.<br />

Der Ductus thoracicus geht aus der<br />

Leberzisterne (Cisterna chyli) hervor,<br />

verläuft auf der rechten Seite der Aorta<br />

entlang des Zwerchfells und wechselt auf<br />

Höhe des sechsten Brustwirbels auf die<br />

linke Seite. Er mündet auf Höhe der ersten<br />

Rippe in die herznahen Venen.<br />

Lymphknoten<br />

und deren Zentren<br />

Der „stehende Kreis“ ist ein Grundgriff der manuellen Lymphdrainage.<br />

Ein Schöpfgriff bei der Lymphdrainage.<br />

In die verästelten Lymphbahnen sind<br />

als Filterstationen zahlreiche Lymphknoten<br />

eingebettet. Das Pferd besitzt an<br />

die 8000 Lymphknoten, die im gesamten<br />

Körper unregelmäßig verteilt sind. Regionen,<br />

in denen sich viele Lymphknoten zu<br />

Lymphknotengruppen zusammenschließen,<br />

nennt man Lymphknotenzentren.<br />

Bei Infektionen schwellen diese Zentren<br />

stark an und können gegebenenfalls ertastet<br />

werden. Die tastbaren Lymphknotenzentren<br />

sind palpatorisch wichtige Parameter<br />

zur Diagnose von Erkrankungen.<br />

Nicht alle Lymphknotenzentren sind<br />

sicht- und tastbar. Die wichtigsten Lymphknotenan<strong>sammlung</strong>en,<br />

die palpatorisch<br />

erfasst werden können, sind die Unterkieferlymphknoten<br />

(Lymphonodi<br />

(Lnn.) submandibulares), die Ohrspeichellymphknoten<br />

(Lnn. parotidei), der<br />

Luftsacklymphknoten (Ln. retropharyngeus<br />

lateralis), die oberflächlichen<br />

Buglymphknoten (Lnn. cervicales superficiales),<br />

die Achsellymphknoten (Lnn.<br />

axillaris proprius), die Kniekehllymphknoten<br />

(Lnn. poplitei) und die oberflächlichen<br />

Leistenlymphknoten (Lnn. inguinales<br />

superficiales).<br />

Die Lymphbahnen verlaufen in bestimmte<br />

Richtungen zu den Sammelstellen.<br />

Jede dieser Regionen bildet Territorien,<br />

die sich durch sogenannte Wasserscheiden<br />

abgrenzen. Eine der wichtigsten Wasserscheiden<br />

liegt ringförmig um den Rumpf<br />

des Pferdekörper auf Höhe der Sattelgurtlage.<br />

Die Lymphe kaudal (hinter) der Was-<br />

serscheide wird in die Lnn. subiliaci im<br />

Flankenbereich des Pferdes geleitet, die<br />

Lymphe vor dieser Wasserscheide fließt in<br />

die Lnn. cervicales superficiales, etwa im<br />

Bereich der Vorderkante des Schulterblatts.<br />

Von diesen Hauptlymphknotenzentren<br />

wird die Lymphe schließlich über den<br />

Milchbrustgang in den linken Venenwinkel<br />

drainiert.<br />

Erkrankungen<br />

des Lymphsystems<br />

Es gibt eine Vielzahl von Erkrankungen,<br />

die das Lymphsystem direkt oder indirekt<br />

betreffen. Die wichtigsten sind<br />

Phlegmone (im schwerwiegenden Fall<br />

Elephantiasis) und Ödeme (venöses<br />

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PFERDE fit & vital 67<br />

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PFERDE fit & vital<br />

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PFERDE<br />

fit & vital<br />

Gesundheit für Pferd + Reiter<br />

Nr. 2/2018 • Herbst | Winter • € 6,- Deutschland<br />

Inhalt<br />

ALTE PFERDE<br />

Gesundheit<br />

Lebensqualität erhalten<br />

Physiotherapie<br />

Beweglich bleiben<br />

Sport<br />

Aktivität fördern<br />

Bodenarbeit<br />

Der<br />

Alleskönner<br />

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TRAINING<br />

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WARM DURCH<br />

DEN WINTER<br />

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Snacks<br />

Zum Selbermachen für Pferd + Mensch<br />

Medizin leicht<br />

verständlich<br />

IMMUNSYSTEM<br />

Wie die Körperabwehr funktioniert<br />

WUNDVERSORGUNG<br />

Wie kleine Wunden schnell heilen<br />

BLUTPROBE<br />

Was sie verrät<br />

Bodenarbeit und Koordination ste<br />

PFERDE fit & vital 02/2018<br />

Beweglich bleiben: Mit Übungen zur Aktivierung<br />

und Entspannung der Muskulatur<br />

18<br />

Winter-Leckereien zum Selbermach<br />

Top-Thema: Alte Pferde<br />

Mein Partner fürs Leben<br />

12 Das Alter<br />

Annäherung an ein Phänomen<br />

18 Das alte Pferd aus physiotherapeutischer Sicht<br />

Beweglich bleiben<br />

Leseprobe 32 Seniorensport<br />

Aktivität fördern<br />

Leseprobe 42 Das alte Pferd in der tierärztlichen Praxis<br />

Forever young?<br />

50 Homöopathie<br />

Gleiches mit Gleichem behandeln<br />

56 Zahngesundheit<br />

Auf den Zahn gefühlt<br />

62 Abschied<br />

Wenn das Ende naht<br />

Mit<br />

Bodenarbeit<br />

step-by-step<br />

Med<br />

Wie d<br />

Wie k<br />

Was s<br />

Halt<br />

Für Pf<br />

Tipps<br />

Mit vi<br />

Reit<br />

Prakti<br />

66 Immu<br />

72 Wund<br />

76 Blutp<br />

84 Winte<br />

90 Fit &<br />

92 Futter<br />

100 Durch<br />

4 PFERDE fit & vital


32 42<br />

-by-step Alte Pferde aus tierärztlicher Sicht<br />

Durchlässigkeit fördern und erhalten<br />

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106 118<br />

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Futterrationen: Energiereich gestalten<br />

Yoga für Reiter<br />

Warm durch den Winter - so schaffen es die Profis<br />

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r-Leckereien zum Selbermachen<br />

erd & Mensch<br />

Vital durch Herbst und Winter<br />

& Checklisten von Oktober bis März<br />

rationen: Energiereich gestalten<br />

elen Praxis-Tipps<br />

en & Training<br />

lässigkeit fördern und erhalten<br />

sche Übungen und Lektionen<br />

Fitness & Fun<br />

106 Yoga für Reiter<br />

5 Übungen für ein besseres Körpergefühl<br />

122 Gott erhalt’s, zum Wohl die Pfalz!<br />

Ein Paradies aus Wald- und Reitwegen<br />

Ausrüstung & Outfit<br />

110 Rutschfest im Winter<br />

Stollen, Grip & Co<br />

114 Pferde eindecken<br />

Sinn oder Unsinn?<br />

118 Warm durch den Winter<br />

So schaffen es die Profis<br />

Rubriken<br />

6 Kompakt<br />

8 Fit & vital mit Britta Schöffmann<br />

126 Pferd und Recht<br />

128 Produkttrends<br />

130 Termine/Impressum<br />

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DAS ALTE PFERD IN DER TIERÄRZTLICHEN PRAXIS<br />

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42 PFERDE fit & vital<br />

Tipps bei<br />

altersbedingten<br />

Problemen<br />

Lebensqualität<br />

verbessern<br />

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„Etwa 20 % der über<br />

15-jährigen Pferde und<br />

Ponys leiden am<br />

Equinen Cushing Syndrom“<br />

Dr. Mengeler<br />

Die Geriatrie ist ein Schwerpunkt von<br />

Dr. med. vet. Ulrich Mengeler. Wir haben ihn nach<br />

spezifischen Problemen alter Pferde und deren<br />

Behandlungsmöglichkeiten gefragt.<br />

Foto: C. Slawik<br />

Die gute Nachricht vorweg: Die Zahl<br />

älterer und alter Pferde wächst!<br />

Gemeint sind damit Pferde, die<br />

älter als 15 bis 20 Jahre sind. In Deutschland<br />

sind dies nach Schätzungen etwa<br />

150.000 bis 200.000 Pferde und Ponys.<br />

Dieser Umstand lässt den Umkehrschluss<br />

zu, dass immer mehr Menschen offenbar<br />

bereit sind, ihrem Tier den wohlverdienten<br />

Ruhestand zu ermöglichen - und<br />

Freude am Umgang mit ihren älteren<br />

Pferden haben, wird manch stürmische<br />

Beziehung doch erst im Alter zur harmonischen<br />

Partnerschaft.<br />

Altersbedingte<br />

Veränderungen<br />

Nun verändern sich mit den Jahren<br />

Vitalität, Leistungsfähigkeit und Bedürfnisse<br />

der Pferde. Das Alter bringt sowohl<br />

normale Begleiterscheinungen mit sich<br />

als auch spezifische Probleme. In der<br />

tierärztlichen Praxis sind alte Pferde eine<br />

wachsende Patientengruppe, auch für Dr.<br />

Ulrich Mengeler, der in Hamminkeln eine<br />

Praxis für Pferde führt und diese Entwicklung<br />

beobachtet: „Die Pferdehaltung<br />

hat sich grundsätzlich in den vergangenen<br />

Jahrzehnten verbessert und auch die<br />

medizinischen Möglichkeiten wurden<br />

weiterentwickelt. Daher betreuen wir<br />

heute mit den alten Pferden eine deutlich<br />

größere Patientengruppe als früher.“<br />

Gibt es denn beim Pferd, ähnlich wie<br />

beim Menschen, geriatrische Erkrankungen?<br />

Dies verneint der Mediziner und erklärt:<br />

„Es gibt jedoch Erkrankungen, die<br />

bei betagten Pferden deutlich häufiger<br />

und ausgeprägter auftreten.“<br />

Dazu zählen Erkrankungen der Zähne,<br />

des Magendarmtrakts, des Bewegungsapparates,<br />

der Atemwege, degenerative<br />

Herzerkrankungen, Störungen des Hormonhaushalts<br />

- hier steht das Equine<br />

Cushing Syndrom an erster Stelle - Leberund<br />

Nierenerkrankungen sowie Tumorerkrankungen.<br />

Der physiologische, also natürliche,<br />

Alterungsprozess bringt es mit sich, dass<br />

sich Stoffwechselprozesse verändern.<br />

Doch, und das muss man deutlich betonen:<br />

Alt zu sein bedeutet nicht zwangsläufig,<br />

krank und gebrechlich zu sein.<br />

Um den Senior bestmöglich zu unterstützen<br />

gibt es eine Reihe geeigneter Maßnahmen,<br />

die individuell abgestimmt werden<br />

müssen. Hier ist es zunächst die Haltung,<br />

die überprüft und angepasst werden<br />

sollte – immer mit Blick auf den Gesundheitszustand<br />

des Pferdes. Ein Beispiel: Hat<br />

ein Pferd Arthrose, ist kontinuierliche<br />

Bewegung ohne starke Belastung in einem<br />

Aktivlaufstall sicher förderlich, noch<br />

dazu, wenn sich das Pferd möglichst frei<br />

bewegen kann.<br />

Wird dieses alte Pferd aber in der Gruppenhierarchie<br />

nach hinten durchgereicht,<br />

kommt nicht zur Ruhe und muss immer<br />

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PFERDE fit & vital 43<br />

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SENIORENSPORT<br />

Aktivität<br />

fördern<br />

inklusive<br />

Übungen<br />

Bodenarbeit<br />

Step-by-Step<br />

Fordern, aber nicht überfordern – das ist die Devise<br />

Alte Pferde sollten geistig und körperlich trainiert werden,<br />

um lange fit und vital zu bleiben. Wir zeigen einige Möglichkeiten<br />

altersgerechter Beschäftigung.<br />

Wann ist ein Pferd alt? Diese häufig gestellte Frage ist gar nicht<br />

so leicht zu beantworten. Manches zwölfjährige Pferd ist durch<br />

falsches Training, durch Über-, aber auch Unterforderung, körperlich<br />

deutlich „älter“ als ein über zwanzigjähriges fittes Pferd,<br />

das immer gut trainiert wurde. Andersherum ist die Frage leichter<br />

zu beantworten: Jung ist ein Pferd zumindest bis zu seinem<br />

sechsten Lebensjahr, denn so lange dauert es, bis sich die letzten<br />

Wachstumsfugen schließen. Die Knorpelkappen der Dornfortsätze<br />

der Brustwirbel verknöchern wesentlich später, teilweise<br />

erst mit zehn Jahren.<br />

Wie schnell und in welchem Ausmaß ein Pferd altert, ist individuell<br />

sehr verschieden und abhängig von Rasse, bisherigem<br />

Training und eventuellen Krankheiten. Robuste Ponyrassen<br />

werden oft älter als viele Kalt- oder Warmblüter. So ist es nicht<br />

selten, dass Shettys über 40 Jahre alt werden, während Kaltblüter<br />

selten 25 erreichen. Pferde mit Stoffwechsel- oder degenerativen<br />

Erkrankungen altern oft schneller als gesunde Pferde.<br />

Das liegt nicht nur an den Erkrankungen selbst, sondern ganz<br />

entscheidend am damit oft einhergehenden Bewegungsmangel.<br />

Was sich im Alter körperlich verändert<br />

1. Im Alter wird der Körper zunehmend stabiler, aber immer<br />

weniger mobil. Beide Eigenschaften stehen in einem Spannungsverhältnis<br />

zueinander: Je mobiler ein Pferd ist, desto weniger<br />

stabil ist es und umgekehrt. In einem gesunden Körper<br />

steht beides im richtigen Verhältnis zueinander. Im Alter baut<br />

sich Muskulatur ab und das Pferd stabilisiert sich mehr über<br />

sein Fasziennetz. Ältere Pferde werden also zunehmend unbeweglicher,<br />

wenn man nicht aktiv durch Training gegensteuert.<br />

2. Die extrazelluläre Matrix (Substanz zwischen den Bindegewebszellen)<br />

in den Faszien wird im Alter, durch Krankheit<br />

und Bewegungsmangel zähflüssiger. Dann funktioniert der<br />

Abtransport von Stoffwechselabfällen weniger gut. Außerdem<br />

sind die Gewebsschichten schlechter gegeneinander verschieblich<br />

und das Pferd wird steifer.<br />

3. Faszien junger Pferde sind sehr regelmäßig netzartig und<br />

wellenförmig strukturiert, Faszien alter Pferde neigen zu einer<br />

ungeordneten filzigen Anordnung und verlieren ihre Wellenstruktur.<br />

Bindegewebszellen produzieren im Alter weiter<br />

32 PFERDE fit & vital<br />

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Foto: Heüveldop


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DO-IT-YOURSELF<br />

Bodenarbeit<br />

Step-by-Step<br />

Übungen<br />

auch für<br />

ältere Pferde<br />

Schulung<br />

von<br />

Geschicklichkeit<br />

& Vertrauen<br />

Um die gemeinsame Zeit sinnvoll zu nutzen und abwechslungsreich zu gestalten, gibt<br />

es verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist Bodenarbeit. Dabei werden Geschicklichkeit<br />

und Vertrauen auf beiden Seiten des Führstricks geschult.<br />

Bei der Auswahl der Übungen sollte selbstverständlich immer auf den individuellen<br />

Gesundheitszustand des Pferdes Rücksicht genommen werden. Rekenreitlehrerin<br />

Vera Lemke zeigt drei Übungen, die sich auch für ältere Pferde eignen.<br />

1. Das Labyrinth<br />

Ziel: Rechts-links Biegung, flüssiges Durchschreiten<br />

des Hindernisses<br />

Aufbau: Zwei ineinandergreifende F legen<br />

(hier mit Dualgassen)<br />

Varianten: Durch Verlängern oder<br />

Verkürzen der Abstände lässt sich der<br />

Schwierigkeitsgrad verändern. Kürzere<br />

Abstände erfordern engere Wendungen und<br />

dementsprechend mehr Geschicklichkeit.<br />

Hinweis:<br />

Der Mensch kann bei dieser Übung über die Begrenzungen<br />

treten, um dem Pferd mehr Platz zu lassen.<br />

Auf dem Bild schön zu erkennen: In der Rechtswendung<br />

begrenzt der linke Arm das Pferd. Dieses ist in<br />

Bewegungsrichtung gebogen und tritt mit dem rechten<br />

Hinterbein unter den Schwerpunkt.<br />

Ziel: Biegung, Reaktionsvermögen,<br />

feine Verständigung zwischen Mensch und Pferd<br />

Aufbau: Kleine Pylonen in einer Reihe aufstellen<br />

Varianten: Abstände verändern, Wechsel von Schritt und Trabphasen<br />

2. Der Slalom<br />

Das Pferd kann<br />

sowohl von links als<br />

auch von rechts<br />

geführt werden.<br />

Je nach Ausbildungsstand<br />

kann der<br />

Mensch mit dem Pferd<br />

im Slalom laufen oder<br />

er läuft außen an den<br />

Pylonen vorbei und<br />

schickt sein Pferd<br />

durch den Slalom.<br />

34 PFERDE fit & vital<br />

Fotos: Heüveldop<br />

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Kollagen, alte Fasern werden aber langsamer abtransportiert<br />

und das Gewebe erneuert sich langsamer. Wichtig zu erwähnen<br />

sind auch die Rezeptoren, die in den Faszien sitzen und<br />

Informationen ans Hirn weiterleiten. Viele davon sind zuständig<br />

für die Propriozeption, also für die Wahrnehmung der<br />

Lage und Stellung des Körpers im Raum. Bei faszialen Problemen<br />

im Alter verschlechtert sich das Körpergefühl und die<br />

Pferde bewegen sich unsicherer.<br />

Sowohl Faszien als auch Muskulatur bleiben deutlich länger<br />

„jung“, wenn das Pferd trainiert wird. Leiden alte Pferde unter degenerative<br />

Erkrankungen wie Arthrose, haben Zahnprobleme<br />

oder Stoffwechselkrankheiten, bauen die Tiere körperlich relativ<br />

schnell ab, auch weil regelmäßige Bewegung nicht mehr gewährleistet<br />

ist. Was also immer schadet, ist Bewegungsmangel. Muskulatur<br />

baut sich bereits nach zehn Tagen Trainingspause ab,<br />

es kommt durch Schmerz, Krankheit oder einseitige Bewegungsmuster,<br />

etwa bei einer Lahmheit, zu schmerzhaften Faszienverklebungen<br />

und die Gelenkknorpel werden schlechter ernährt.<br />

Hyaliner Knorpel, der an den Gelenkflächen die gelenkbildenden<br />

Knochen überzieht, ist nicht durchblutet und wird<br />

über Diffusion durch die Gelenkschmiere ernährt. Das funktioniert<br />

aber nur in Bewegung. Durch gezieltes Training können<br />

Pferdebesitzer Alterungsprozesse am Muskel- und Fasziengewebe<br />

also verlangsamen oder sogar umkehren.<br />

INFO-BOX<br />

Was sind eigentlich…<br />

Faszien?<br />

Als Faszien werden alle faserigen Bindegewebsstrukturen<br />

bezeichnet, die den Körper umhüllen<br />

und durchdringen. Das Fasziennetz durchzieht<br />

den Körper und verbindet alles mit allem.<br />

Wenn irgendwo eine Faszie verklebt ist, hat<br />

das Auswirkungen auf den gesamten Körper.<br />

Außerdem gelten alle kollagenen und<br />

elastischen faserigen Bindegewebe als Faszien.<br />

Dazu gehören Gelenkkapseln, Muskelhüllen,<br />

Sehnen und flächige feste Bindegewebsschichten,<br />

die „eigentlichen“ Faszien.<br />

In den Faszien sitzen sehr viele Rezeptoren,<br />

die Informationen aus dem Körper an das<br />

Gehirn weiterleiten.<br />

Propriozeptoren?<br />

Spezielle Rezeptoren in Muskeln und Gelenken<br />

vermitteln Informationen an das Gehirn über<br />

Bewegungen, Haltung und Position des Körpers<br />

im Raum.<br />

Interview mit Ausbilderin Nina Gockeln<br />

Hangbahntraining für Senioren<br />

Ausbilderin Nina Gockeln nimmt nicht<br />

nur Ausbildungspferde, sondern auch<br />

ihre Pferde-Senioren mit auf die Hangbahn.<br />

Wir haben mit ihr über diese<br />

Beschäftigungsmöglichkeit für ältere<br />

Pferde gesprochen.<br />

Das Training an der Hangbahn wird<br />

vor allem für Sportpferde beschrieben.<br />

Ist diese Form der Beschäftigung auch<br />

für ältere Pferde sinnvoll?<br />

Nina Gockeln: Hangbahntraining ist für<br />

alle Pferde sinnvoll, von der Grundausbildung<br />

bis ins hohe Alter. Sind Pferde<br />

nicht mehr reitbar, aber noch gut zu<br />

Fuß, können sie auch als Handpferd<br />

mitgeführt werden. Das Hangbahntraining<br />

hilft, Muskulatur und Kondition zu<br />

erhalten.<br />

Welche Effekte hat das Hangbahntraining?<br />

Nina Gockeln: Durch das Training am<br />

Berg bzw. Hügel werden verschiedene<br />

Muskelgruppen und -ketten sowie<br />

Sehnen und Bänder angesprochen. Vor<br />

allem der Wechsel von Auf und Ab ist<br />

ein ideales Ganzkörper-Training.<br />

Das Pferd muss dabei seinen Schwerpunkt<br />

immer wieder den Geländeverhältnissen<br />

anpassen, um nicht die<br />

Balance zu verlieren. Zudem fördert die<br />

Bewegung auf<br />

unebenem Boden<br />

die Koordination.<br />

Die Propriozeptoren<br />

werden durch die<br />

abwechslungsreichen<br />

Fußungsreize aktiviert.<br />

Was muss der Reiter beachten?<br />

Nina Gockeln: Hangbahntraining ist<br />

anstrengend für die Pferde, aber man<br />

kann die Intensität gut dosieren. Begonnen<br />

wird immer in geringem Tempo bei<br />

geringer Neigung. Die Beanspruchung<br />

nimmt zu, wenn Tempo, Neigungswinkel<br />

und Wiederholungen gesteigert werden.<br />

Welche Ausrüstung empfehlen Sie?<br />

Nina Gockeln: Ich verlange vom Pferd<br />

keine Haltung, binde es nicht aus und<br />

reite oft auch ohne Gebiss. Die Zügel<br />

sollen leicht durchhängen, damit das<br />

Pferd seinen Hals frei zum Balancieren<br />

einsetzen kann. Die Pferde versuchen in<br />

Balance zu kommen und nehmen dann<br />

den Hals tief und neigen den Kopf.<br />

Trainings-Beispiel<br />

1. Einheit: Geringe Steigung –<br />

Schritt am langen Zügel<br />

2. Einheit: Mittlere Steigung<br />

in verschiedenen Gangarten<br />

3. Einheit (Kraftphase): Schritt am<br />

Steilhang (10-15 %) – vier Wiederholungen<br />

auf 50 bis 100 m<br />

Foto: Heüveldop<br />

Woran erkennt man, dass das Pferd<br />

ermüdet?<br />

Nina Gockeln: Hangbahntraining ist anstrengend,<br />

deshalb sollte man generell<br />

bei allen, aber bei älteren Pferden<br />

besonders sensibel auf Indizien für Ermüdung<br />

achten. Hinweise sind Stolpern,<br />

unsicherer Gang oder Beschleunigen.<br />

Wie oft sollte man am Hang trainieren?<br />

Nina Gockeln: Bei Pferden, die im<br />

Training sind, kann man es zwei- bis<br />

dreimal pro Woche einbauen.<br />

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PFERDE fit & vital 35<br />

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Medizin leicht verständlich<br />

Das<br />

Immunsystem<br />

Selbstverteidigung – oder:<br />

Wie funktioniert das Immunsystem?<br />

von Claudia Weingand<br />

Sie sind in der Luft, im Boden und im Futter: Bakterien,<br />

Pilze, Viren und andere Krankheitserreger. Trotzdem werden<br />

die meisten Pferde selten ernsthaft krank, denn der Körper<br />

verfügt über einen ausgeklügelten Abwehrmechanismus: das<br />

Immunsystem. Doch wie funktioniert diese Körperabwehr und<br />

was passiert, wenn die Widerstandskraft nicht stark genug ist?<br />

Es liegt in der Natur der Sache, dass Krankheitserreger permanent<br />

versuchen, in den Körper einzudringen. In den meisten<br />

Fällen vergeblich, denn das körpereigene Abwehrsystem ist überaus<br />

effektiv. So bleiben viele Attacken unbemerkt. Es gibt jedoch<br />

Erreger, die nicht so schnell zu eliminieren sind. Dann müssen<br />

die Abwehrmechanismen auf Hochtouren arbeiten und es<br />

treten Begleiterscheinungen auf. Pferde, die sich mit einem In-<br />

fekt auseinandersetzen, haben zum Beispiel Husten oder auch<br />

Fieber. Um den Organismus vor Erkrankungen zu schützen,<br />

verfügt dieser über einen mehrstufigen Abwehrmechanismus.<br />

Stufe 1<br />

Mechanische Barrieren<br />

Damit Krankheitserreger gar nicht erst in den Körper eindringen,<br />

hat der Organismus mechanische Hürden eingebaut:<br />

Hierzu gehören Haut und Schleimhäute, das Flimmerepithel der<br />

Atemwege oder auch die Magensäure im Verdauungstrakt.<br />

66 PFERDE fit & vital<br />

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Die Zellen der Haut, das Epithelgewebe, sind sehr dicht miteinander<br />

verbunden (tight junctions). Epithel hat die Eigenschaft,<br />

ständig abgeschilfert und nachproduziert zu werden.<br />

Vereinfacht könnte man also sagen, dass das Pferd mit abgestorbenen<br />

Hautzellen automatisch Krankheitserreger loswird,<br />

die sich daran angeheftet haben. Außerdem ist die Haut des<br />

Pferdes mit einer natürlichen Bakterienflora besiedelt, die<br />

Krankheitserreger verdrängt. Auch befinden sich Fettsäuren auf<br />

der Haut, was viele Keime davon abhält, diese zu besiedeln.<br />

Erreger, die das Pferd mit dem Futter aufnimmt, werden oft<br />

durch den sauren pH-Wert des Magens und die Enzyme des Verdauungstraktes<br />

eliminiert.<br />

Ist eine der Schutzbarrieren angegriffen, verliert der Körper<br />

an Widerstandskraft und das Pferd wird infektanfälliger. Jede<br />

Verletzung der Haut oder Schleimhaut oder eine Beeinträchtigung<br />

der natürlichen Bakterienflora auf der Haut oder im Darm<br />

erleichtert Keimen das Eindringen in den Pferdekörper. Tritt dieser<br />

Fall ein, muss der Körper weitere Mechanismen aktivieren.<br />

Daran sind zwei Systeme beteiligt: das erworbene (adaptive)<br />

und das angeborene (nicht-adaptive) Immunsystem. Entsprechende<br />

Zellen nehmen dann den Kampf auf. Dringen Erreger in<br />

den Pferdekörper ein, ist die Abwehr alarmiert und es kommt<br />

zur Immunantwort.<br />

Zelluläre Bestandteile<br />

Zellen der Haut und bestimmte Abwehrzellen produzieren<br />

sogenannte Defensine. Das sind Stoffe, die sich in die Zellmembran<br />

von Bakterien einlagern können und diese zerstören. In der<br />

Lunge gibt es Substanzen, die als Surfactant bezeichnet werden.<br />

Diese sichern nicht nur die zum Atmen nötige Oberflächenspannung,<br />

sie wirken<br />

auch antibakteriell.<br />

In den meisten<br />

Körperflüssigkeiten<br />

kommt ein Stoff vor,<br />

der Lysozym genannt<br />

wird und ebenfalls<br />

antibakteriell wirkt.<br />

Gegen Viren bildet<br />

der Körper bestimmte<br />

Eiweiß-Zucker-<br />

Verbindungen, Interferone.<br />

Diese werden<br />

wenige Stunden nach<br />

einer Virusinfektion<br />

gebildet und verlangsamen<br />

die Ausbreitung<br />

von Viren.<br />

Stufe 2<br />

Die angeborene Abwehr<br />

Damit<br />

Krankheitserreger<br />

gar nicht erst in den<br />

Körper eindringen,<br />

hat der Organismus<br />

mechanische Hürden<br />

eingebaut.<br />

Dieser Teil des Immunsystems wird bereits vor der Geburt<br />

ausgebildet. Das angeborene oder auch unspezifische Immunsystem<br />

reagiert auf kleinste Strukturen, die auf der Oberfläche<br />

Foto: Trio Bildarchiv<br />

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PFERDE fit & vital 67<br />

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Hufrehe vermeiden<br />

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Hufgesundheit<br />

Der passende Hufschutz<br />

Top-Thema:<br />

Gesunde Hufe<br />

12 Harte Schale, weicher Kern:<br />

Hufpflege zwischen Mythos und Realität<br />

16 Hufrehe<br />

Ursachen erkennen – Erkrankung vermeiden!<br />

24 Hufgesundheit im Frühjahr & Sommer<br />

28 Hufrollenerkrankung heilen<br />

Leseprobe 32 Hufgeschwüre erfolgreich therapieren<br />

36 Hornspalten - Das hilft wirklich!<br />

40 Was bedeutet Huforthopädie?<br />

44 Der ideale Paddock-Boden<br />

48 Die Wirkung des Reitbodens<br />

52 Gut zu Fuß: Der passende Hufschutz für Ihr Pferd<br />

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4 PFERDE fit & vital


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& Vital durch Frühjahr & Sommer<br />

ps & Checklisten von April bis September<br />

Titelfoto:<br />

Reiten & Training<br />

Leseprobe 112 Gut geführt!<br />

Pferd & Mensch sicher unterwegs<br />

Fitness & Fun<br />

118 Reiten im Münsterland<br />

Ungeahnte Möglichkeiten<br />

Ausrüstung & Outfit<br />

122 Fabelhafte Funktionen von Kopf bis Fuß<br />

So kleiden Sie sich zweckmäßig und modisch!<br />

Rubriken<br />

8 Kompakt - Aktuelle Gesundheitsthemen<br />

10 Fit & vital mit Anja Beran<br />

126 Buchtipps und Rechttipps<br />

127 Produkttrends<br />

128 Termine/Impressum<br />

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Der Huf<br />

Hufgeschwüre<br />

erfolgreich<br />

therapieren<br />

Nicht jedes Hufgeschwür lässt sich vermeiden, aber<br />

sorgfältige Hufpflege verringert die Zahl der auftretenden<br />

Hufgeschwüre deutlich. Tierarzt Conny-Stephan Faißt<br />

zeigt auf, was bei einem Hufgeschwür zu tun ist.<br />

Unter einem Hufgeschwür versteht<br />

man eine Erkrankung, bei der es<br />

zwischen der Lederhaut und dem<br />

Hufhorn zu einer eitrigen Entzündung<br />

mit Abszessbildung kommt. Wärme,<br />

Schwellung, Schmerz und Funktionsausfall<br />

sind die Kennzeichen einer Entzündung.<br />

Eine sichtbare Schwellung kann am<br />

Huf nicht entstehen. Durch die Entzündung<br />

ist die Durchblutung des erkrankten<br />

Hufs stärker als normal. An der Zehenarterie<br />

des kranken Hufes kann am Fesselkopf<br />

eine deutliche Pulsation gefühlt<br />

werden. Beim gesunden Pferd ist an dieser<br />

Stelle keine Pulswelle fühlbar. Der betroffene<br />

Huf ist im Vergleich zum gesunden<br />

Huf wärmer.<br />

Ursachen und Symptome<br />

Hufgeschwüre können auf der Sohle<br />

oder in der Hornwand auftreten. Verletzungen<br />

der Sohle durch spitze, harte Gegenstände<br />

wie Steine oder Nägel, aber<br />

auch durch Holzsplitter und starke Dornen<br />

können Ursache für Hufgeschwüre<br />

sein. Mangelnde Hufpflege kann zu Eckstrebenbrüchen<br />

und Rissen in der Hufwand<br />

führen. Auch hier wandern Keime<br />

ein und führen zu Hufgeschwüren.<br />

Die eitrige Huflederhautentzündung<br />

ist hochgradig schmerzhaft. Oft belasten<br />

die Pferde das kranke Bein nicht mehr.<br />

Das betroffene Bein kann anschwellen.<br />

Bei ausgedehnten Hufgeschwüren haben<br />

die Pferde leichtes Fieber, Fieber tritt aber<br />

nicht immer auf.<br />

Hufgeschwüre treten bei Pferden jedes<br />

Alters auf, gehäuft während längerer<br />

Regenperioden bei Pferden, die ständig<br />

im Auslauf oder auf der Weide gehalten<br />

werden. Die anhaltende Feuchtigkeit<br />

macht das Hufhorn weich. Spitze Steine,<br />

die am harten, trockenen Hufhorn nor-<br />

32 PFERDE fit & vital<br />

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Fotos: S. Heüveldop<br />

malerweise abgleiten, bohren sich in das<br />

Hufhorn und bleiben stecken. Das sowieso<br />

schon weiche Horn der weißen Linie<br />

ist besonders häufig davon betroffen.<br />

Größere Steinchen wirken wie ein Keil:<br />

Das Hufhorn reißt ein. Am Riss können<br />

Keime in die Tiefe einwandern.<br />

Meist sind es anaerobe Keime, die sich<br />

in der Tiefe vermehren und das Hufhorn<br />

auflösen. Der sich in der Folge bildende<br />

Eiter sucht sich einen Weg, um nach<br />

außen durchzubrechen.<br />

In solchen Fällen werden nur die oberflächlichen<br />

Schichten der Huflederhaut<br />

infiziert. Bei Verletzungen durch Nägel<br />

kann die Infektion aber auch die gesamte<br />

Dicke der Huflederhaut erfassen. Im<br />

ungünstigsten Fall greift die Infektion<br />

auch auf den Knochen, die Sehne sowie<br />

Sehnenscheide und Hufgelenk über. Die<br />

Gesundheit der Pferde kann für immer<br />

beeinträchtigt sein.<br />

Diagnose und Behandlung<br />

Typisch für einen Hufabszess ist, dass<br />

die Lahmheit immer stärker wird. Der<br />

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PFERDE fit & vital 33<br />

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Reiten & Training<br />

Pferd & Mensch<br />

sicher unterwegs<br />

112 PFERDE fit & vital<br />

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Wenn Pferde beim Führen drängeln,<br />

rempeln, davonstürmen oder gar nicht<br />

folgen, dann ist das nicht nur lästig,<br />

sondern kann ernsthafte Schwierigkeiten<br />

nach sich ziehen.<br />

PFERDE fit & vital zeigt auf,<br />

wie man es besser macht.<br />

Führen ist ein<br />

wichtiger<br />

Bestandteil des<br />

Umgangs mit<br />

dem Pferd.<br />

Gut<br />

geführt!<br />

Wenn Pferde beim Führen drängeln, rempeln, davonstürmen<br />

oder gar nicht folgen, dann ist das nicht nur<br />

lästig, sondern kann ernsthafte Schwierigkeiten nach<br />

sich ziehen. Tatsächlich geschehen beim Führen viel zu häufig<br />

sogar schwere Unfälle. „Pferde fit & vital“ zeigt auf, wie man es<br />

besser macht.<br />

Bei Kindern und Ponys ist es häufig zu beobachten: Das Pony<br />

frisst in Seelenruhe am Wegesrand, während das Kind ergebnislos<br />

am Strick zieht. Ganz so augenfällig sind die Schwierigkeiten<br />

bei Erwachsenen meist nicht – aber dennoch: Oft genug gestaltet<br />

sich das Führen eines Pferdes gar nicht so einfach. Da das gefährlich<br />

werden kann, ist jeder Pferdehalter und Reiter gefordert,<br />

den Gehorsam am Boden regelmäßig zu überprüfen, zu fördern<br />

und zu fordern.<br />

Sogar bei weit fortgeschrittenen und erfolgreichen Reitern<br />

kommt es vor, dass zwar im Sattel alles wunderbar klappt – am<br />

Boden jedoch verwandelt sich das aufmerksame und durchlässige<br />

Pferd in ein Trampeltier, das seinen Führer an der Boxentür<br />

mal eben abstreift, ihm beim Wenden auf den Fuß tritt oder<br />

selbstverständlich das Tempo bestimmt, sei es durch extremes<br />

Trödeln oder durch Losstürmen.<br />

Richtig bedenklich wird es häufig, wenn das Pferd auf die<br />

Weide entlassen wird. Wer hier einfach beim ungeduldigen Pferd<br />

schnell den Strick aushakt läuft ernsthaft Gefahr, von seinem<br />

fröhlich auskeilend davonstürmenden Pferd getroffen und<br />

schwer verletzt zu werden. Disziplin tut not – nicht nur die des<br />

Pferdes. Auch und vor allem der Führer ist gefragt, konsequent<br />

und kontrolliert zu agieren.<br />

Die Säulen des Miteinanders<br />

Immer wieder, wenn es um das Miteinander von Mensch und<br />

Pferd geht, stößt man bei der Problemerforschung auf die zwei<br />

Säulen, die dieses Miteinander tragen und gestalten: Respekt und<br />

Vertrauen. Das eine ohne das andere ist kontraproduktiv – nur<br />

gemeinsam lässt sich aus diesen beiden Elementen eine tragfähige<br />

und belastbare Beziehung zwischen Mensch und Pferd<br />

aufbauen.<br />

Ergänzt wird diese Gegenseitigkeit von Vertrauen und Respekt<br />

– nicht nur das Pferd vertraut dem Menschen und respektiert<br />

ihn, auch der Mensch muss sein Pferd respektieren und ihm<br />

vertrauen! – durch den grundlegenden Führungsanspruch des<br />

Menschen.<br />

Viele Reiter sehen ihr Pferd als Partner. Das ist ein schöner<br />

Gedanke, der gerade die Gegenseitigkeit in der Beziehung betont.<br />

Dennoch muss klar sein: Im Interesse der Sicherheit und<br />

des Wohlbefindens beider Partner muss der Mensch Entscheidungsträger<br />

sein und bleiben. Diesen Führungsanspruch muss<br />

er nicht nur erheben, sondern auch durchsetzen – und da beginnt<br />

es dann häufig zu hapern. Unbedingt Voraussetzung für<br />

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Reiten & Training<br />

Oft gesehen – immer gefährlich: Wer ins Halfter fasst,<br />

kann nicht nur das Pferd schlechter (!) kontrollieren.<br />

Er nimmt auch ernsthafte Quetschungen und Verletzungen<br />

der Hand in Kauf.<br />

Vorsicht mit Panikhaken: Sie sind für das<br />

Anbinden von Pferden, aber nicht zum<br />

Führen geeignet. Zu groß ist das Risiko,<br />

dass sie sich im falschen Moment öffnen.<br />

Wenn das Pferd sich gegen den Zugriff ernsthaft<br />

wehrt, hat der Mensch mit der Hand im<br />

Halfter keine Chance – zu ungleich sind die<br />

Kräfteverhältnisse.<br />

Beim Kräftemessen<br />

zieht der Mensch<br />

immer den Kürzeren!<br />

Niemals darf eine solche<br />

Schlaufe um die Hand<br />

gewickelt werden! Wenn das<br />

Pferd scheut, zieht sich die<br />

Schlaufe zu – die dadurch<br />

entstehende Quetschung der<br />

Hand kann sogar Knochenbrüche<br />

verursachen.<br />

Zu kurz darf der Strick nicht gegriffen werden, sonst kann<br />

das Pferd den Menschen einfach mitziehen. Ein so lang<br />

aufgenommener Strick ist allerdings auch gefährlich. Etwa<br />

50 cm sind eine angemessene Länge für das Aufnehmen<br />

des Führstricks.<br />

114 PFERDE fit & vital<br />

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die Durchsetzung des Führungsanspruchs ist der entsprechende<br />

Wille: Wer nicht führen will, steht auf verlorenem Posten. Doch<br />

Wille allein genügt nicht: Man muss auch wissen, wie es geht!<br />

Kenne dein Pferd!<br />

Für eine zielgerichtete Problemlösung ist es wichtig, dass der<br />

Mensch sein Pferd richtig einschätzt. Wie kommt es zu den Problemen?<br />

Verschiedene Pferde zeigen individuell unterschiedlich<br />

motiviertes Verhalten, auch wenn das Ergebnis möglicherweise<br />

ähnlich aussieht. Schauen Sie einmal genau hin: Welche Geisteshaltung<br />

hat wohl Ihr Pferd?<br />

„Ich hab‘ dich gar nicht gesehen …“<br />

Distanzlos und unaufmerksam: Ganz unschuldig treten solche<br />

Pferde dem Menschen schnell mal auf den Fuß. Sie meinen es nicht<br />

böse, sie wirken oft etwas verträumt. Häufig sind das auch junge<br />

Pferde, die noch nicht gelernt haben, sich auf den Menschen zu<br />

konzentrieren. Beim Führen kommen sie oft sehr nahe, rempeln<br />

den Menschen auch mal an und achten auf alles Mögliche – nur<br />

nicht auf den Führer. Schimpfen, Zurückschubsen oder Ignorieren,<br />

das sind häufig zu sehende Reaktionen, die das Problem allerdings<br />

nur selten langfristig lösen können.<br />

Das Pferd muss lernen, auf den Menschen zu achten, und das<br />

in jeder Lebenslage. Bodenarbeit in jeder Form bietet die Lösung:<br />

Freiarbeit, Longenarbeit, Spaziergänge, Bodenhindernisse – es geht<br />

nicht um das „Wie“, entscheidend ist, dass der Mensch sich mit dem<br />

Pferd beschäftigt und dabei konsequent dessen Aufmerksamkeit<br />

und Gehorsam einfordert. Mit entsprechendem Lob, eventuell<br />

auch in fressbarer Form (wenn es gezielt und vereinzelt angewendet<br />

wird), wird das Pferd schnell lernen, auf den Menschen zu<br />

achten, und deutlich angenehmer im Umgang werden.<br />

„Geh‘ schon mal voraus,<br />

ich komme später nach.“<br />

Manche Pferde haben die Ruhe weg. Beim Führen trödeln sie<br />

herum, der Hals wird lang und länger, der Schritt immer unwilliger<br />

und langsamer – eigentlich könnte man noch am Wegrand<br />

fressen, dahinten war es schöner, nur keine Hektik!<br />

Jetzt ist es wichtig, energisch aufzutreten. Dabei gilt: Treiben<br />

kann man nur von hinten. Wenn das Pferd erst einmal deutlich<br />

hinter den Führer zurückgefallen ist, hat dieser keine Möglichkeit<br />

mehr, treibend einzuwirken. Absolut kontraproduktiv ist es, wenn<br />

der Mensch nun vermehrt am Strick zieht und dabei das Pferd<br />

eventuell auch direkt ansieht: Druck erzeugt Gegendruck – und<br />

der direkte Blick verunsichert das Pferd und veranlasst es<br />

grundsätzlich eher, zurückzuweichen als zu folgen.<br />

Ein Basis-Führtraining, das im Folgenden noch erläutert wird,<br />

aktiviert und sensibilisiert das Pferd. Der Führer verlagert seine<br />

Position etwas nach hinten, etwa auf Schulterhöhe des Pferdes.<br />

Von hier aus kann er mit einer langen Dressurgerte problemlos die<br />

Hinterhand des Pferdes touchieren und dort treibend einwirken.<br />

„Ich trau mich nicht…!“<br />

Natürlich kann es auch passieren, dass ein Pferd nicht folgt,<br />

weil es Angst hat: vor dem Plastiksack im Gebüsch oder vor einer<br />

Engstelle beispielsweise. Auch der Mensch selbst kann ein ängstliches<br />

Pferd verunsichern, so dass es ihm nicht vertrauensvoll folgt.<br />

Wenn ein Pferd gelernt hat, sicher und aufmerksam neben dem Menschen zu<br />

gehen, folgt es auch in ungewohnten Situationen wie beispielsweise beim<br />

Verladen. Auch hier wirkt die Gerte treibend an der Hinterhand.<br />

In diesem Fall wird das eigentliche Führtraining noch hinausgeschoben.<br />

Erst einmal geht es darum, in geschütztem Rahmen<br />

Vertrauen aufzubauen. Das geschieht am besten in vertrauter<br />

Umgebung, also auf dem Auslauf oder auf dem vertrauten<br />

Platz. So darf die Gerte beispielsweise beim Pferd keine<br />

Schreckreaktion auslösen.<br />

Es wird deshalb zunächst in Ruhe mit der Gerte am ganzen<br />

Körper abgestrichen und gelobt, wenn es das ruhig über sich<br />

ergehen lässt. Nun geht es Schritt für Schritt los – und das ganz<br />

wörtlich: Einige Schritte nach links, und loben. Einige Schritte<br />

nach rechts, und loben. Erst wenn das in der vertrauten Umgebung<br />

sicher klappt und das Pferd wirklich entspannt folgt, geht<br />

es hinaus in die weite Welt.<br />

„Platz da, hier komme ich!“<br />

Ein selbstbewusstes und aktives Pferd kann zum Problem<br />

werden, wenn es keinen Respekt vor dem Menschen zeigt. Es<br />

rempelt den Menschen nicht aus Versehen an, sondern ganz<br />

bewusst – wie es der Chef halt macht, wenn ein rangniedriges<br />

Herdenmitglied nicht aus dem Weg geht. In der Pferdegruppe<br />

werden dabei auch schnell Zähne und Hufe eingesetzt. Hier kann<br />

es tatsächlich gefährlich werden.<br />

Der Mensch muss seinen Führungsanspruch konsequent<br />

durchsetzen. Entscheidend dafür ist die eigene Einstellung:<br />

Furcht und Zweifel stehen dem entgegen, wichtig ist ein gesundes<br />

Selbstbewusstsein. Eine ganz natürliche Reaktion ist hier<br />

wichtig und richtig: Wenn mein Pferd mich einfach beiseiteschiebt,<br />

dann ist das – wenn wir ehrlich sind – einfach eine<br />

Unverschämtheit. Da kann man schon mal wütend werden!<br />

Wunderbar: Eine gesunde (aber natürlich kontrollierte) Wut<br />

verändert unsere Ausstrahlung, und schon sieht das Pferd uns<br />

mit anderen Augen. Häufig reicht schon eine entsprechend deutliche<br />

verbale Äußerung. Manchmal müssen allerdings auch körperliche<br />

Grenzen gesetzt werden: Das Pferd wird deutlich<br />

Leseprobe<br />

Den Kompletten<br />

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