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PINwand 335

Weinmailing Ausgabe März 2022 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

Weinmailing Ausgabe März 2022 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

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P I N W A N D n o 3 3 5

VERÓNICA ORTEGA | BIERZO

The last CAL(L)!

Ein atemberaubender Weißwein gibt seine Abschiedsvorstellung!

Und der „feinste ROC aller Zeiten“ hat einen grandiosen Auftritt!

Erlesene Weine und Feinkost

März 2022


PINWAND no 335 März 2022

DEUTSCHLAND

Weingut Müller-Rupprecht | Pfalz. 4

„Er macht mit 2020 bei seinen Rieslingen genau dort weiter, wo er mit 2019 aufgehört hatte.“

heißt es im aktuellen Vinum Weinguide über die letzten beiden Kollektionen aus Kallstadt. Philipp Wöhrwag

präsentiert die ersten Weine des neuen Jahrgangs aus Deutschland und setzt damit zum Hattrick an!

FRANKREICH

Famille Perrin & Beaucastel | Südliche Rhône. 12

„Ein Doppelsieg ist bei den 100 Weinen des Jahres schon extrem selten. Doch eine Wiederholung hatten wir i

in den vielen Jahren noch nie. Das spricht für die Ausnahmestellung der Famille Perrin.“

– Weinwirtschaft („Die Weine des Jahres“)

Domaine du Pégau | Châteauneuf-du-Pape. 22

Laurence Férauds Châteauneuf-du-Pape gilt als zeitloser Klassiker. In einer immer schneller werdenden

Welt erweisen sich ihre Weine als antik im besten Sinne: Sie überdauern die Kurzlebigkeiten unserer Zeit.

Domaine Saint Sylvestre | Terrasses du Larzac (Languedoc). 26

Sophie und Vincent Guizard vinifizieren dramatisch schöne, mächtige Terroirweine des Midi.

„Die Weine sind von solch einer Finesse, dass sie als Vorbild für das gesamte Languedoc dienen können!“

– bettane+desseauve 2021

Domaine Joblot | Givry (Burgund). 30

William Kelley (Robert Parker’s Wine Advocate) über den Jahrgang 2020: „Die subtilen Verfeinerungen,

die Juliette Joblot in die Gleichung eingebracht hat, seit sie die Zügel in die Hand genommen hat, zeigen,

dass sich diese Referenz-Domaine in Bestform befindet. “

ITALIEN

Adami | Prosecco. 40

„Franco Adami ist die Personifikation des Prosecco – Mr Prosecco himself!“ heißt es in

Robert Parker’s Wine Advocate. Adami gilt unter Kennern als die Nr. 1 des Prosecco!

Due Palme | Apulien . 44

Due Palme liegt auf Platz 1 unserer Italien-Verkaufs-Charts, denn gute Qualität muss nicht immer teuer sein!

Riecine | Chianti (Toskana) . 52

Sean O’Callaghans jüngster Streich: Er geht mit dem Trebbiano auf Tuchfühlung.

Bei den Rotweinen heißt es: „come sempre, qualità eccellente!“

SPANIEN

Verónica Ortega | Bierzo. 60

Ein grandioser „ROC“ und die vorerst wohl letzte Möglichkeit den besten Godello aus dem Bierzo

(„mein Lieblingsweißer aus der Region in seinem besten Jahrgang überhaupt“

– Luis Gutiérrez, Robert Parker’s Wine Advocate) zu ergattern!

Bernabeleva | Vinos de Madrid. 68

Garnacha in einer puristischen Eleganz und Reintönigkeit, die man so hier niemals erwarten würde.

Der Vorstoß in neue Dimensionen! Grandioser Stoff!

PORTUGAL

Anselmo Mendes | Vinho Verde . 78

Die Königin der portugiesischen Weißweinreben hat einen treuen Verbündeten: Anselmo Mendes.

Seine langlebigen Vinhos Verdes zählen zu Portugals Weißwein-Ikonen.

ÖSTERREICH

Uwe Schiefer | Burgenland . 90

Der Eiserne Vorhang ist längst gefallen: 99 Punkte für das ehemalige Enfant terrible des Burgenlands!

Uwe Schiefer zählt heute ganz sicher zu den Spitzenwinzern nicht nur Österreichs …

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PINWAND no 335 | März 2022


März 2022

PINWAND no 335

pinwand no 335

Liebe Freunde von Pinard de Picard,

der britische Schriftsteller und Verfasser des Romanzyklus „Alms

for Oblivion“, Simon Raven, riet einst: „Since life is short and the

world is wide, the sooner you start exploring it, the better.“ Und

aus dieser weiten Welt müssen wir zunächst von einem traurigen

Verlust für unser Portfolio berichten. Streng genommen

trifft Verónica Ortega dieser Verlust noch mehr. Denn für den

Weinberg ihres genialen Weißweins „CAL“ ist der Pachtvertrag

ausgelaufen, die einzigartige Kalkterroir-Lage befindet sich nun

in anderen Händen. Immerhin fünf Jahrgänge lang konnten wir

nach Herzenslust von diesem Juwel schwärmen, das zu unseren

absoluten Lieblingen zählt und zu Recht mit Höchstwertungen

bedacht wurde. Mit einem Schlag scheint die Zukunft dieses

großen Weins mehr als ungewiss, und man ertappt sich bei dem

Gedanken: „Hätte ich doch schon früher mehr davon gebunkert!“.

Daher rufen wir bewusst zum „last CAL(L)“ auf! Genießen

Sie dieses Godello-Meisterwerk, denn wer weiß, ob Verónica

in nächster oder naher Zukunft noch einmal eine derart

privilegierte Parzelle wird bewirtschaften können!

Wo sich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere: Bei Riecine

in der Toskana tobt sich Sean O’Callaghan, der die Geschicke

des Weinguts mittlerweile routiniert leitet, mit einer neuen

Cuvée aus, desgleichen auch Uwe Schiefer im Burgenland.

Beide Rotweinbetriebe eint die Freude zum Experimentieren

bei den Weißweinen. Der Blick über den Tellerrand ist hier

eigentlich Pflicht und lohnt sich ungemein! Außerdem: Kaum

eingetroffen, schon (fast) wieder verteilt: der neue Jahrgang

von Juliette Joblot aus Givry, deren Burgunder den Auftakt der

„arrivage“ in unserem Lager in Saarwellingen machen. Und

ganz früh geben uns Sabine und Philipp vom Weingut Müller-

Ruprecht den ersten Pfälzer Vorgeschmack auf den neuen

Jahrgang 2021 aus Deutschland!

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre

unserer Pinwand!

Versandkonditionen

innerhalb Deutschlands!

Frei Haus ab 95,00 €

oder ab 12 Flaschen

(Weine, Spirituosen & Olivenöle)

Für Bestellungen unterhalb der Freihausgrenze erheben

wir eine Versandkostenpauschale von 6,50 €

KONTAKT

Tel.: 06838/97950-0

Email: info@pinard.de

und das Team von Pinard de Picard

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DEUTSCHLAND PFALZ

Müller-Ruprecht

WEIN- & SEKTGUT

MÜLLER-

RUPRECHT

KALLSTADT

„Philipp Wöhrwag ist ein Strahlemann. (…) Und wenn wir

seine Weine im Glas haben, zaubert das auch uns einen

fröhlichen Ausdruck ins Gesicht. (…) Diese Weine haben

immensen Druck, sie pulsieren, drücken, drängen, fordern,

dass es eine Freude ist. Sie sind dabei – ohne, dass ein Widerspruch

ist – gelassen wie der Wellberg, ausgewogen wie der

Horn und zielstrebig wie der Nill, dessen Extraklasse ihn von

den anderen noch einmalm abhebt.“– VINUM WEINGUIDE 2022

In Kallstadt an der Deutschen Weinstraße befindet sich das

Weingut Müller-Ruprecht. Für viele Weinliebhaber lässt bereits

die Nennung dieser kleinen Gemeinde ihre Herzen höherschlagen.

Denn untrennbar verbunden mit der Haardter Ortschaft

ist eine der legendärsten Lagen der gesamten Pfalz, der

Kallstadter Saumagen. Diese Lage, deren Terroir besonders vielschichtig

ist, bringt große trockene Rieslinge hervor, die unsere

Wahrnehmung für Pfälzer Weine über Generationen geprägt

haben. Ein Riesling aus dem Saumagen ist kraftvoll, saftig und

dabei von einem mineralischen Gerüst geleitet, das nur die

besten Lagen hervorzubringen vermögen. Ein „Saumagen“

überzeugt durch Kraft und Finesse, ist in jedem Fall aber ein Typ

Riesling, der mit seiner saftigen Art zu überzeugen weiß.

Seit 1702 wird im Weingut Müller-Ruprecht Wein produziert.

Eine Tradition, die in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit

mehr darstellt. Und gerade deshalb hat sich Sabine Wöhrwag

dazu entschieden, die Familiengeschichte des 20 Hektar großen

Betriebs fortzuführen. Sie kann dabei auf geniale Lagen zurück-

4 PINWAND no 335 | März 2022


Müller-Ruprecht

PFALZ DEUTSCHLAND

in Kallstadt und Ungstein präzise und ohne Zierrat heraus. Eine

sichere Hand attestieren ihm dabei nicht nur seine Rieslinge und

Burgunder, sondern auch seine Steckenpferde wie die Scheurebe

und der Merlot.“ Auch im Vinum Weinguide ist man höchsten

Lobes, hat Philipps letzte Schritte aufmerksam verfolgt: „Es ist

der erste Jahrgang, den der gerade mal 30 Jahre alt gewordene

Philipp Wöhrwag im Familienweingut seiner Frau Sabine Wöhrwag

komplett alleine verantwortet hat. Und es ist die beste

Kollektion, die wir aus diesem Hause jemals verkosten durften.

Präzision ist das beherrschende Thema.“ so die Jury über den

Jahrgang 2019, von dem wir Ihnen, werte Kunden, vergangenes

Jahr und vor Erscheinen des Guides ebendies berichteten.

Über die Weine ist man voll des Lobes: „Ein Rosé aus Merlot,

Pink Lady, der läuft und läuft und läuft. Grauburgunder, Weißburgunder

und Chardonnay rebsortentypisch, aber alles doch

nur ein Vorspiel für das, was an Rieslingen noch kommen soll.

Kreidkeller und Saumagen läuten das Hochamt ein, der Saumagen

Horn, aus einer warmen Parzelle legt eins drauf, der Weilberg

macht uns schon äußerst glücklich – doch der Riesling aus dem

kühlen Nill hinterlässt uns baff, sprachlos, ungläubig. Spielend

und lächelnd spaziert dieser Wein an jeder Menge Konkurrenz

vorbei, beeindruckt mit einer reduktiven, spannenden Natur.“

Nur ein Jahr später stellt man zufrieden fest: „Er macht mit 2020

bei seinen Rieslingen genau dort weiter, wo er mit 2019 aufgehört

hatte.“

© Melanie Hubach

greifen, die zu den besten der Haardt gehören und allesamt auf

engstem Raum direkt um den Ort gelegen sind. Zu den „Filetstücken“

zählen, neben besagtem Saumagen, Kreidkeller und

Weilberg – Lagen, die kaum mehr als einen Kilometer vom Weingut

entfernt sind, so wie wir das auch aus dem Burgund kennen.

Diese „behagliche“ Nähe erlaubt den Blick fürs Detail, für

parzellenspezifische Unterschiede. Und diese sind bei Müller-

Ruprecht klar schmeckbar.

Sabine Wöhrwag ist eine Bilderbuch-Pfälzerin, eine feinsinnige

und gleichzeitig energiegeladene Frau. Sie liebt ihr kleines

Paradies, die Weinberge, und sie sind ihr Zuhause. Das Ergebnis

ihrer Arbeit: Ein großes Stück Pfälzer Herrlichkeit im Glas. Tatkräftig

unterstützt wird sie dabei von ihrem Mann Philipp, einem

klugen Kopf, der mit seinen württembergischen Wurzeln und

klaren Vorstellungen das Weingut seit 2016 gemeinsam mit

ihr Schritt für Schritt weiterentwickelt (und 2019 unter die

20 besten Winzer der Pfalz gewählt wurde).

Und das sagt die Jury über Philipp Wöhrwag:

„Der Schwabe in der Pfalz weiß mit seinen reduzierten und

puristischen Weinen zu überzeugen. Mit klarer Handschrift

arbeitet Philipp Wöhrwag den Ausdruck der Sorten und Lagen

Und natürlich lässt die nächste Auszeichnung nicht lange auf

sich warten: Im Juli vergangenen Jahres verkostete und kürte

eine namhafte Jury Philipp Wöhrwag zu einem der besten Winzer

im Wettbewerb „Die Junge Pfalz“ 2021/2022 (Jonas, Philipp

und Lukas Seckinger wurden übrigens auch ausgezeichnet)! Das

Urteil kann sich lesen lassen: „Der Schwabe in der Pfalz wusste

mit seinen reduzierten und puristischen Weine zu überzeugen.

Mit klarer Handschrift arbeitet Philipp Wöhrwag den Ausdruck

der Sorten und Lagen in Kallstadt und Ungstein präzise und

ohne Zierrat heraus. Eine sichere Hand attestierten ihm dabei

nicht nur seine Rieslinge, sondern auch bei den Burgundern gibt

es eine Idee die sich wohltuend abhebt.“

Unser Fazit: Hier in Kallstadt arbeitet ein gut funktionierendes,

hochmotiviertes Team mit gemeinsamen Idealvorstellungen daran,

Weine zu machen, welche immer deutlicher die Herkunft

und Heimat der Reben betonen. Sabine und Philipp sind unterwegs

auf einer spannenden Reise mit einem klaren Ziel und

haben das Ruder fest in der Hand. Sabines Eltern, Jutta und

Ulrich, stehen dabei als fester Anker im Hintergrund und ermöglichen

diese Weiterentwicklung des Traditionsbetriebs, der

sich nicht völlig neu erfinden will, sondern sich der tiefverwurzelten

Tradition verpflichtet fühlt. (Philipp: „Unser Weingut befindet

sich in der Fortentwicklung und nicht im Umbruch.“). Eine

Stärke, die nur Generationenbetriebe für sich nutzen können.

Und Sabine und Philipp, die gerne gemeinsam verkosten, kochen

und über Weine, Gott und die Welt diskutieren, die viel

arbeiten, aber auch lustvoll genießen können, sind sich dieser

Stärken voll bewusst.

Probieren Sie, liebe Kunden, diese verzaubernden Pfälzer Preziosen

mit ihrem großartigen Preis-Genuss-Verhältnis – wir

versprechen Ihnen, es lohnt sich!

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DEUTSCHLAND PFALZ

Müller-Ruprecht

„PINK LADY“ ROSÉ TROCKEN, 2021

Die Pink Lady aus der Pfalz, die genau weiß,

was sie will!!

DPF060821 „Pink Lady“ Rosé, trocken 2021 DV

12,5% Vol. 12,66 €/l 9,50 €

WEISSBURGUNDER TROCKEN, 2021

Unaufgeregter Weißburgunder – ein Musterbeispiel

wie aus dem Lehrbuch der Rebsorte

DPF060121 Weißburgunder trocken, 2021 DV

12,5% Vol. 10,40 €/l 7,80 €

Rosé ist eine Wein-Gattung, die eine Weingemeinde schnell

spalten kann: Gerne fallen die Weine zu oberflächlich und banal

aus und schmecken nach Fruchtgummi, oft sind sie zu süß und

harmonisch abgeschmeckt oder tragen schwer an ihrer Alkohollast.

Wenn Rosé aber durchdacht und mit Sorgfalt erzeugt wird

und mehr als ein Nebenprodukt ist, kann er durchaus verzücken.

Zu dieser Kategorie zählt die „Pink Lady“ aus dem Weingut

Müller-Ruprecht aus der relativ früh reifenden Rebsorte Merlot,

die in der Pfalz längst heimisch geworden. Sabine und Philipp

Wöhrwag, die inzwischen den Takt im Familien-Weingut vorgeben,

profitieren heute davon, dass Seniorchef Ulrich Müller als

passionierter Rotweinliebhaber schon frühzeitig rote Reben wie

Spätburgunder, Cabernet-Varietäten und eben Merlot pflanzte.

„Pink Lady“ schätzt den geschmackssicheren und souveränen

Auftritt mit einem feinen Duft nach Pflaume, Kirsche, Erdbeere

und auch gelbem Steinobst. Am Gaumen zeigt sie die raffinierte

Balance, die einen guten Rosé ausmacht mit einer ausgewogenen

Struktur, gut eingebundener Säure, die sich bestens mit der

gering dosierten fruchtigen Süße versteht: Da geht es wohltuend

kitschfrei und geradlinig zu. Saftig entfaltet sich die Frucht,

neben Pflaume und Heidelbeere auch Himbeere, feine Tannine

und eine dezente kräuterige Herbe schärfen das Profil wie die

dezent anklingende mineralische Grundierung. „Pink Lady“ ist

ein Rosé mit Stil, trocken, saftig, animierend und originell: Das

ist eine seriöse Lady, die genau weiß, was sie will!

Ab sofort bis 2023.

Sabine und Philipp Wöhrwag haben in wenigen Jahren eine stimmige

Stilistik entwickelt, die weithin Beachtung und Respekt

findet: Sie keltern Weine, die zum einen den Charakter und den

Standort der Rebsorten klar herausstellen, die aber nie mehr

sein wollen als sie sind. Das ist eine Kunst, die auf gewollte

Effekte verzichtet und die man nicht hoch genug schätzen kann.

Im Lagen-Bereich entstehen so Weine mit natürlichem Profil, die

ihre Herkunft zeigen können, aber auch schon die einfacheren

Qualitäten bieten sehr viel fürs Geld. Die Trauben für diesen

Wein wurden handgelesen und streng selektioniert, im Keller

verzichtete das Winzerpaar wie immer auf unnötige Eingriffe.

Ihr Weißburgunder aus dem Jahrgang 2021 könnte aus dem

Lehrbuch dieser Rebsorte stammen: Es ist ein unaufgeregter

Sortentyp, der nach weißen Blüten, Mandarine, Aprikose, Apfel

und auch Birne duftet. Saftig und gebirgsquellklar läuft er am

Gaumen in einer schlanken, klar definierten Kontur. Wieder

gelbe Frucht wie Aprikose und Mirabelle, dazu kommen Apfel

und Mandarine. Die feine Süße und der Schmelz werden von

der recht präsenten Säure gekontert, auch etwas Kohlensäure

hält den Gaumen in Schwung. Da sitzt alles wohl proportioniert

am rechten Fleck. Ein klassischer Weißburgunder, der

mühelos das Soll übererfüllt und als Extra noch feine Raffinesse

bietet. Braucht keine lauten und aufgesetzten Töne, die ohnehin

nicht in das Repertoire der Wöhrwag’schen Weine passen.

Ein Alltags-Klassiker mit hohem Standard. Gut so!

Ab sofort bis 2023.

6 PINWAND no 335 | März 2022


Müller-Ruprecht

PFALZ DEUTSCHLAND

GRAUBURGUNDER TROCKEN, 2021

Kulinarisches Allround-Talent von der Mittelhaardt

DPF060221 Grauburgunder trocken, 2021 DV

12,5% Vol. 11,93 €/l 8,95 €

SCHEUREBE TROCKEN, 2021

Gestandene, handfeste Scheurebe mit Pfälzer Esprit!

DPF061321 Scheurebe trocken, 2021 DV

13,5% Vol. 11,93 €/l 8,95 €

Man kann sich die Frage stellen, ob man an der Mittelhaardt,

wo Rieslinge von Weltformat auf berühmten Lagen wie dem

Kallstadter Saumagen oder dem Ungsteiner Weilberg wachsen,

Grauburgunder anpflanzen muss. Der wächst fast überall, auch

auf Böden in der Ebene, wo besser Kartoffeln und Rüben stehen

sollten. Aber es gibt wohl keine andere Weinregion, wo – jenseits

der vielbeschworenen Saumagen-Folklore – so gerne, oft und

deftig gegessen wird wie in der Pfalz. Und da ist der Grauburgunder

als geerdetes kulinarisches Allround-Talent genau

am richtigen Platz. Dazu kommt – und ist nicht weniger wichtig

–, dass das junge Winzerpaar Sabine und Philipp Wöhrwag ein

bemerkenswertes Händchen hat für richtig gute Alltagsweine,

die man mittags und abends auf den gedeckten Tisch stellen

kann, ohne lange nachdenken zu müssen. Also Grauburgunder

an der Mittelhaardt und in Kallstadt? Aber natürlich und immer

wieder gerne! Um dem Wein etwas mehr Struktur zu verleihen,

baut ihn Philipp Wöhrwag im Edelstahl und teilweise auch

im Holzfass aus, das aber keine dominante Rolle einnehmen

soll. Das Ergebnis aus dem Jahrgang 2021 ist ein fest gebauter

Grauburgunder mit angemessener Fülle, der sortentypisch nach

Birne und Walnüssen riecht, auch Noten von Apfel und reifer

Honigmelone kommen auf. Am Gaumen saftig mit reifer Säure

und einer Spur Kohlensäure, die feine Restsüße lässt ihn

geschmeidig wirken, Schmelz und feine Würze zeigen sich am hinteren

Gaumen. Grundsolide Qualität und attraktiver Wein-Wert!

Ab sofort und bis 2024.

Riesling spielt im Weingut Müller-Ruprecht in Kallstadt die

Hauptrolle, aber die Scheurebe nimmt im Portfolio von Sabine

und Philipp Wöhrwag einen festen Platz ein. Sie kann, wie der

Gewürztraminer, zu den klassischen Rebsorten der Pfalz gezählt

werden. Der kapriziösen Scheurebe, einer Züchtung aus Riesling

und der Bukettsorte, wird gerne (und zu Unrecht!) nachgesagt,

dass sie außer einem aufreizenden Parfum nicht mehr allzu viel

zu bieten habe: Oft muss sie sich mit der Rolle des duftigen

und grazilen Aperitif-Weins mit süßlichem Touch begnügen, der

die nachfolgenden Weine ankündigt. Ganz anders die „Scheu“

von Sabine und Philipp Wöhrwag aus dem Jahrgang 2021, die

ihren Aufstieg in eine andere Gewichtsklasse schon im eindringlichen

Duftbild manifestiert: Da steckt Kraft und Intensität

dahinter mit Noten von reifer Mango, Cassis, Birne und Litschi,

ergänzt von Zitronengras, vollreifer Himbeere und Gewürzen

wie Kardamom und gelbem Curry. Aromatisch könnte sie damit

auch manchen vorlauten Sauvignon Blanc zum Statisten degradieren.

Auch am Gaumen baut sich Kraft und Konsistenz auf:

Stoffig, saftig, mit reifer Säure, athletischem Körper und guter

Länge. Wieder reife Mango, Birne und schwarze Johannisbeere,

erinnert mit seiner würzigen Verve an Gewürztraminer, Struktur

und Mundgefühl lassen an einen grauen Burgunder denken.

Diese trocken ausgebaute Scheurebe ist ein gestandener und

handfester Charakter mit Pfälzer Esprit, viel mehr als nur ein

Apéritif-Wein!

Jetzt bis 2026.

7


DEUTSCHLAND PFALZ

Müller-Ruprecht

© Melanie Hubach

SCHEUREBE KABINETT, 2021

Faszinierend filigrane Kabinett-Kunst von der Scheurebe

DPF061521 Scheurebe Kabinett, 2021 DV 9% Vol. 10,40 €/l 7,80 €

Ist es ein Zufall, dass einem nach dem ersten Schluck

dieser Scheurebe Eduard Mörikes Ode an den Frühling

im Kopf herumzuschwirren beginnt: „Frühling lässt

sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte; Süße,

wohl bekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land …“

Im Glas ist die Scheurebe von Sabine und Philipp Wöhrwag,

die eine gleichermaßen feine wie faszinierende

Aromatik entfaltet nach Holunderblüte, Maracuja,

Litschi, Aprikose und schwarzer Johannisbeere. Sehr

rein, sehr klar, da ist nichts Störendes und Irritierendes

dabei. Sie wirkt am Gaumen weniger süß als das Prädikat

es erwarten lässt, die selbstbewusste Säureader

lässt den Restzucker in den Hintergrund treten und

den Wein beinahe trocken wirken. Dabei hat die Säure

nichts Forderndes oder gar Aggressives, sie ist ein bestens

eingebundenes Element in diesem schlank und

grazil gehaltenen Bau. Feiner Saft fließt am Gaumen

mit Mandarine, Maracuja, Pfirsich, Johannisbeere und

Grapefruit, man meint auch etwas Granatapfel zu erschmecken.

Eine feine, aparte Herbe erfrischt, die

Riesling-hafte Eleganz betört wie das animierende

Süße-Säure-Spiel und die herrlich aromatische Saftigkeit.

Verspielt und lustvoll wandelt die „Scheu“ den

Gaumen entlang, dass es eine Freude ist, beinahe

schwebt sie dabei. Man muss aufpassen, dass die Flasche

sich nicht allzu schnell leert, Trinkfluss und Spaß sind

enorm. Mit feiner Hand und auf den Punkt genau gearbeitet.

Kompliment, viel besser kann man das Genre

Kabinett kaum bedienen – und das zu einem wirklich

famosen Preis!

Ab sofort bis 2025.

8 PINWAND no 335 | März 2022


Müller-Ruprecht

PFALZ DEUTSCHLAND

KALLSTADTER ANNABERG RIESLING TROCKEN, 2021

Mineralischer Riesling aus dem unterschätzten Annaberg

DPF060421 Kallstadter Annaberg Riesling trocken, 2021 DV 12% Vol. 10,40 €/l 7,80 €

Der Kallstatter Annaberg ist eine spannende, kühle

Lage, die es noch nicht in den öffentlichen Fokus

geschafft hat: Sie wird an einer Seite vom Waldrand

abgeschirmt, an ihrer Stirnseite stößt sie an einen

Kalksteinbruch. Dessen Sedimente wurden im Laufe

der Jahrtausende in den an der Mittelhaardt typischen

Buntsandstein geschwemmt und verleihen dem Weinberg

und seinen Weinen ein besonderes Profil. Ulrich

Müller, Vater und Schwiegervater von Sabine und Philipp

Wöhrwag, machte das junge Winzerpaar auf das

besondere Potenzial des Annabergs aufmerksam. „Er

hat immer eine gute Nase für solch geniale Lagen“,

schwärmt Philipp Wöhrwag, der die Weine im Weingut

Müller-Ruprecht ausbaut. Der appetitliche Duft

animiert direkt zum ersten Schluck, neben Noten von

Steinobst wie Pfirsich kommen auch Apfel und steinige

Anklänge zum Tragen, nasser Kalk, etwas Steinmehl. Es

ist eine präzise und kühle Nase, ohne Noten überreifer

Frucht. Präzision und Geradlinigkeit bestimmen auch

den Gaumen des schlank gebauten Kabinett-Rieslings:

Neben der gegenwärtigen Säure sorgt auch Gärungskohlensäure

für einen zusätzlichen Frischekick –

die in einigen Weinen belassen wurde und zu einem

typischen Stilmittel des Winzerpaares geworden ist.

Feiner Saft von Apfel und Pfirsich sorgt für elegante

Geschmeidigkeit, kalkige Noten liefern den markanten

mineralischen Touch. Ein Riesling mit gutem Trinkfluss,

da bleibt es nicht bei einem Gläschen, schlank, kühl,

präzise und verspielt, kein bisschen überkandidelt,

eher mit Hang zum Understatement. Eine Wohltat in

Zeiten der häufig überproportionierten und überambitionierten

Weine. Vom Kallstadter Annaberg, interpretiert

von Sabine und Philipp Wöhrwag, wird man

noch einiges hören!

Ab sofort und bis gut 2025.

KALLSTADTER SAUMAGEN RIESLING TROCKEN, 2021

Lagen-Riesling aus dem weltberühmten Kallstatter Saumagen

DPF060921 Kallstadter Saumagen Riesling trocken, 2021 DV 12,5% Vol. 14,00 €/l 10,50 €

FINESSENREICHE KRAFT

Wer hier Besitz hat, darf sich privilegiert fühlen: Der

37 Hektar umfassende Kallstadter Saumagen zählt mit

seinen Böden aus Löss-Lehm und Kalkmergel mit reichlich

kleinen Kalksteinen zu den großen Riesling-Lagen

der Pfalz und der deutschen Weinregionen überhaupt.

Sie liegt am Fuß der Haardt – des Gebirgszugs am Ostrand

des Pfälzer Waldes – auf einer Höhe zwischen 160

und 200 Metern. Das Weingut Müller-Ruprecht betreibt

im weltberühmten Kallstadter Terroir schon seit

1702 Weinbau, inzwischen setzen Sabine und Philipp

Wöhrwag hier Akzente, unterstützt von Jutta und Ulrich

Müller, den Eltern der Winzerin. Ihr Riesling aus

dem Saumagen zeigt zunächst in der fokussierten

Nase Noten von Steinobst wie Pfirsich und Mirabelle,

Apfel, feine Kräuterwürze und etwas Hefegebäck,

mit etwas Luft kommen auch mineralische Anklänge

dazu, nasser Stein und Kreide. Im Mund dominiert

zuerst Frische: Die präsente Säure wird noch von etwas

Gärungskohlensäure unterstützt und befördert diesen

ersten oberflächlichen Eindruck der Zugänglichkeit.

Aber man sollte den Saumagen nicht unterschätzen, er

hat noch viel mehr zu bieten und ist auf Langlebigkeit

vinifiziert: In der schlank gehaltenen Textur formiert

und entfaltet sich Energie und Spannung, getragen von

gutem Extrakt, einer kalkigen Kreidigkeit und mit feiner,

mundwässernder Saftigkeit. Grapefruit am hinteren

Gaumen gesellt sich zur gelben Frucht, würzige Mineralität

im Ausklang unterstreicht den Lagen-Charakter.

Erreicht vielleicht nicht ganz die Komplexität des Jahrgangs

2020, aber punktet mit Eleganz und der Tiefgründigkeit,

die der Saumagen verlässlich garantiert.

Schon jetzt mit Freude zu genießen, aber Geduld lohnt

sich auf alle Fälle. Ein Riesling aus einer weltberühmter

Lage, der Finesse und Kraft verbindet, und das zu

einem ungemein konsumentenfreundlichen Tarif!

Ab sofort bis 2027+.

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DEUTSCHLAND PFALZ

KALLSTADTER SAUMAGEN „H“ RIESLING TROCKEN, 2020

„H“ – so sonnig lacht das Riesling-Gemüt!

DPF061120 Kallstadter Saumagen „H“ Riesling trocken, 2020 DV 13% Vol. 21,06 €/l 15,80 €

Eine Abendbeschäftigung für Riesling-Freunde ist

schnell gefunden. Einfach die beiden Selektionen aus der

berühmten Lage von Müller-Ruprecht einschenken und

dann die Unterschiede besprechen. Es wird abendfüllend

sein, denn „N“, der Zweite im Bunde, und „H“ sind

zwei Seiten einer Medaille. In diesem Falle kommt die

Opulenz der Frucht zum Tragen, die einen ganzen Obstsalat

durchdekliniert. Die kalkige Grundierung dieses

Südhangs ist dabei eine wichtige Garnierung, weil sie

dem Spiel der Aromen eine Struktur verleiht. Doch ansonsten

darf die sonnenverwöhnte Fruchtigkeit dieses

Rieslings schon in der Jugend zeigen, was möglich ist,

wenn Winzer mit dem Terroir arbeiten und ihm keinen

Stil aufzwingen wollen. Immerhin kennen die Winzer

den „Saumagen“ nicht erst seit gestern. 1702 begann die

Riesling-Kultivierung durch Müller-Ruprecht und Sabine

und Philipp Wöhrwag als aktuelle Generation im Familienbetrieb

stellen mit diesem Know-how alle Facetten

heraus, die Riesling hier zeigen kann.

Wenn Weingarten-Pfirsich und Pink Grapefruit zusammen

ein cremig süßes Stück Meringue backen …

Oder ist es doch Biskuitteig mit Ananas? In jedem Fall

bringt der Duft dieses Pfälzer Rieslings eine Fülle von

intensiven Eindrücken mit. Allesamt sind sie in gelbfruchtige

Noten getaucht und strahlen förmlich vor

sonnendurchfluteter Freundlichkeit. Dieser Wein will

verkostet werden – und den Gefallen tun wir ihm gerne.

Die feine Würze überrascht anfangs, doch die Füllhörner

des Fruchtigen werden auch hier reichlich ausgegossen.

Ein ganzer Korb Agrumen, mal fleischig wie

Jaffa-Orangen, dann wieder herb wie Bergamotten,

dazwischen wie eine Limette, die man aus einem „Key

Lime Pie“ stibitzt hat. Doch auch wenn die Anklänge

an Patisserie hier reichlich sind: Süß ist dieser Wein

(drei Gramm Restzucker) nie. Wohl aber fruchtsatt.

Denn mit Luft wird der „H“ auch noch um exotische

Noten ergänzt. Sogar ein Quäntchen Vanille blitzt

dann durch die tropenfruchtige Melange. Was für

ein Kontrast zwischen der Fernreise am Gaumen und

dem deftigen Namen der Lage! Doch dann betritt die

Grapefruit gravitätisch die Bühne. Szenenapplaus.

Vorhang. Und unbedingt nachschenken!

Ab sofort bis 2033.

KALLSTADTER SAUMAGEN „N“ RIESLING TROCKEN, 2020

„N“ steht für langlebig und fein ziseliert

© Melanie Hubach

DPF060720 Kallstadter Saumagen „N“ Riesling trocken, 2020 DV 13% Vol. 26,00 €/l 19,50 €

Das Riff, um das sich alle reißen: Aus Kalkschnecken

aufgetürmt, mit ein wenig Löss überglänzt, liegt der

„Saumagen“ wie ein Amphitheater im Mittelhaardt.

Der Vergleich mit den antiken Spektakelstätten passt

durchaus besser als der mit der Leibspeise des Pfälzer

Bundeskanzlers selig. Die Römer hatten hier bereits

ihre Steinbrüche errichtet und praktisch ausnahmslos

bieten die Rieslinge von hier Galavorstellungen für

Weinfreunde. Wäre das noch nicht genug, um die Lage

zu einer der teuersten der Region zu machen, bringt

das nicht einmal 40 Hektar große Stück Rebgarten

auch noch perfekte Sonnenausrichtung als Südhang

mit. Bei Müller-Ruprecht hat man den eigenen Anteil

an der Lage nochmals unterteilt, weshalb es die Füllungen

„N“(ill) und „H“(orn) gibt, deren Aromatik sich

auch deutlich unterscheidet. Expressiver zeigt sich der

„H“, während der besonders ziselierte der beiden trockenen

Rieslinge die Bezeichnung „N“ trägt.

Schon sein erster Gruß gen Nase zeugt von der rezentfrischen

Güte dieses Rieslings: Quitte und Yuzu sind

zu erschnuppern, mit mehr Luft dann auch noch eine

zarte Röstnote – wie von frischer Oliven-Focaccia.

Doch wird es beim „N“ noch ziselierter. Als hätte man

Birnen säuberlich geviertelt und dann gepfeffert – so

riecht dieser Tropfen aus der Kallstadter Paradelage.

Nur die Aprikosendüfte, die man so sehr mit Riesling

verbindet, sie zieren sich noch ein wenig. Etwa so, als

wäre tief ins Bowlegefäß ein Stückchen Pfirsich gesunken:

Man erhascht es nicht, aber nimmt es doch noch

wahr. Doch genug geschnuppert! Der feine Nerv der

Rebsorte spült allzu großes Sinnieren weg. Der Mittelteil

– kandierte, dabei zart säuerliche Früchte – wirkt

hingegen fast zum Beißen dicht. Dock auch die karge

Erbmasse der Kalkböden ist deutlich zu spüren. Und

wo sich zwei Texturen treffen, freut man sich auf das

Dritte. Das Finish dieses 2020er-Weißweins nämlich!

Herbe Töne von Zesten und etwas Grapefruit

beschließen anmutig den Reigen dieses jugendlichen

Pfälzers. Doch wenn der Kallstadter Saumagen für

etwas berühmt ist, dann für seine langlebigen Weine.

Anders gesagt: rasch bevorraten!

Ab sofort bis 2035.

10 PINWAND no 335 | März 2022


Müller-Ruprecht

PFALZ DEUTSCHLAND

© Melanie Hubach

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FRANKREICH SÜDLICHE RHÔNE

Beaucastel & Perrin

CHÂTEAU BEAUCASTEL

& FAMILLE PERRIN

CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE

© Marc Ginot

„2020, DIE ABSOLUTE

HARMONIE“

– FAMILLE PERRIN

Dreamteam: Kellermeister César

und Matthieu Perrin mit Mistral

12 PINWAND no 335 | März 2022


Beaucastel & Perrin

SÜDLICHE RHÔNE FRANKREICH

Beaucastel: Ein Name, eine Legende.

Uralter Rhône-Adel!

„Einer der Referenzbetriebe im Rhône-Tal sowie auf der ganzen

Welt ist das Château de Beaucastel der Familie Perrin.“ – Jeb Dunnuck

Außerdem: Perrin belegt gleich mit zwei Weinen das Siegerpodest für „Die Weine des Jahres“!

„Les Christins“ und die „Réserve“ sind „Beste Rotweine Frankreichs“ nach Preis-Genuss-Punkten!

Wer einmal diesen quasi mythischen Rhône-Klassiker

aus Châteuneuf-du-Pape getrunken hat, den lässt

ein Beaucastel sein ganzes Leben lang nicht mehr

los. „Es ist unbestreitbar, dass Beaucastel nicht nur die langlebigsten

Rot- und Weißweine der südlichen Rhône hervorbringt,

sondern mit die größten und charaktervollsten Gewächse des

gesamten Rhônetals: Es sind die weißen und roten Referenzweine!“

urteilt Parker voller Enthusiasmus. Und die „Bibel“

der französischen Weinkritik, das „Classement“ der Revue du

Vin de France, zählt dieses Weltklassegut als einziges von der

südlichen Rhône zur winzig kleinen, elitären Spitzenklasse der

„besten Domainen“ Frankreichs!

Worin liegen die seit Jahrzehnten bereits großartigen Qualitäten

dieses traditionsreichen Familiengutes (inzwischen wird

es in siebter Generation geführt) begründet? Hier sind mehrere

Faktoren gleichberechtigt zu nennen: Zum einen erfolgt die Bewirtschaftung

der extrem steinigen Weinberge ausschließlich

nach biodynamischen Grundsätzen. Auf der im äußersten Norden

von Châteauneuf-du-Pape in der Nähe von Courthézon gelegenen

Domaine werden bereits seit 1964 (!) keine Düngemittel,

Pestizide oder Insektenvernichtungsmittel mehr verwendet,

stattdessen wird mit Kompost (jährlich eine Tonne pro Hektar)

aus Schafsmist und Traubentrester gedüngt. „Wenn Unkrautvernichtungsmittel

gespritzt werden, wurzeln die Reben nicht

tief genug. Daher bekämpfen wir Krankheiten ausschließlich mit

biologischen Mitteln, lockern den Boden auf und schneiden die

oberflächlichen Wurzeln weg. Damit versetzen wir unsere Reben

– die Neubestockung erfolgt nach einem detailliert geplanten

Rotationsprinzip, so dass die Weinstöcke im Schnitt stets

50 Jahre alt sind – in die Lage, auch in den heißen Sommermonaten

genügend Wasser zur Vermeidung von Trockenstress

zu finden und genügend Nährstoffe und Mineralien aus den

unterschiedlichen Schichten in der Tiefe der Erde in die Rebe

zu transportieren“, erläutert Jean-Pierre Perrin (einer der beiden

Brüder, die heute die Domaine mit großer Weitsicht leiten) engagiert

und detailfreudig. Und ergänzt: „Im Laufe der Jahre haben

die Reben so ihre eigene Abwehrkraft gegen Angriffe aller Art

entwickelt, und Bienen, Marienkäfer und Regenwürmer bevölkern

wieder unsere Weinberge. Das natürliche Gleichgewicht

führt zwangsläufig zu limitierten Erträgen, gibt aber die Quintessenz

des Charakters dieses einzigartigen Terroirs wieder.“

Ein weiterer entscheidender Faktor der unverwechselbaren

Qualitäten der großen Châteauneuf-Weine von Beaucastel

liegt in ihrer besonderen Rebsortenzusammensetzung. Beim

roten Châteauneuf fließen, wie beispielsweise auch bei Clos

des Papes, sämtliche dreizehn Rebsorten der Appellation in

die Cuvées ein, was zur großen Harmonie, zur Ausgewogenheit

und zur Finesse der Weine entscheidend beiträgt. Ein seit

Generationen tradiertes Wissen, das aber immer mehr Winzer

der Region, in ihrem Bestreben hochbepunktete Monsterweine

zu erzeugen, zu vergessen oder bewusst zu negieren scheinen.

So ist beispielsweise die Counoise-Rebe sehr wichtig für die

Finesse im Wein, während die früh reifende, mit reichlich

Frucht ausgestattete Cinsault-Traube ein notwendiges Gegengewicht

zum Alkoholgrad der köstlichen Grenache und

den Tanninen von Syrah und Mourvèdre bildet. Letztere trägt

durch ihren für die Appellation ungewöhnlich hohen Anteil

(etwa 30 %) zum höchst eigenständigen, unverwechselbaren

Beaucastel-Stil in seiner ganzen Ursprünglichkeit bei: Bio-Weine

der absoluten Weltspitze!

Da also die Cuvéetierung einzigartig ist, wird der Charakter der

großen Weine von Beaucastel auch und besonders durch ihre

eigenwillige Rebsortenzusammensetzung geprägt. Bisweilen

werden die roten Gewächse sogar als der Gegenentwurf eines

klassischen Châteauneuf-du-Pape bezeichnet. Wohl auch, weil

sie durch den hohen Mourvèdre- Anteil in ihrer Jugend häufig

etwas unzugänglicher und weniger einschmeichelnd sind als die

Weine anderer Domainen. Dazu muss man wissen, dass eben

dieser hohe Mourvèdre-Anteil bei Châteauneuf-Weinen absolut

Usus war und erst in den 1950er-Jahren, als man lastzügeweise

Grenache ins Burgund karrte, um die damaligen dünnen Pinot-

Noir-Wässerchen aufzupäppeln, ebenso zurück gedrängt wurde

wie im letzten Jahrzehnt, als man der tiefen Farbausbeute

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FRANKREICH SÜDLICHE RHÔNE

Beaucastel & Perrin

wegen damit begann, immer mehr Syrah anzupflanzen, der aber

eindeutig im Norden der Rhône, in kühleren Lagen, seine besten

Resultate erzielt.

Was für eine Verkennung des wahren Charakters eines großen

Châteauneufs! Diese singulären Weinmonumente von Beaucastel

mögen zwar Genießern von Neue-Welt-Einheitsweinen, die

Wert auf maximal vordergründige Frucht und viele Raummeter

neue Eiche legen, nicht gefallen. Für wahre Kenner und Liebhaber

aber zählen sie zu den originellsten und charaktervollsten Rotweine

der Welt. Und noch dazu sie gehören seit über 20 Jahren

zu unseren persönlichen Favoriten! Denn das Ergebnis nach der

Reifephase, die normalerweise sechs bis zehn Jahre andauert

(im Gegensatz zu den Basisweinen der Domaine, die bereits

in ihrer frühesten Jugend vollendeten Trinkgenuss bieten) und

über zwei Jahrzehnte anhält, ist spektakulär: In Spitzenjahrgängen

zeigt sich der Wein üblicherweise von rubin- bis purpurroter

Farbe mit einem unglaublich komplexen Aromenspektrum, einer

sagenhaften Süße und Fülle der Frucht und einer fantastischen

Konzentration, Dichte und Tiefe.

Die Kellerarbeit der Familie Perrin ist genauso vorbildlich wie

die im Weinberg. Und das gilt für alle Weine, vom Einstiegswein

bis zu den tatsächlich legendären Top-Cuvées! Die unumstößliche

Maxime dabei lautet: Der Charakter und die natürlichen

Eigenschaften eines Weins dürfen nicht durch Zugeständnisse

an die moderne Technik gefährdet werden.

Auf Beaucastel verarbeitet man alle (natürlich extrem penibel selektierten)

Rebsorten getrennt, wobei der Großteil der Mourvèdre

und Syrahtrauben entrappt wird. Letztere ist die einzige

Sorte, die mit neuer Eiche in Berührung kommt, da Experimente

gezeigt haben, dass ihr eine Gärung in kleinen Eichenholzfässern,

wie man es der nördlichen Rhône praktiziert, besonders förderlich

ist. Sämtliche Rebsorten werden bis zum ersten Frühling

nach der Ernte, wenn der Auswahlprozess und der endgültige

Verschnitt erfolgen, getrennt vergoren und ausgebaut. Die

Brüder Jean-Pierre und François sowie ihre insgesamt sieben

Söhne treffen sich dann zu „einem magischen Vorgang“ (Jean-

Pierre Perrin), um die „Rohlinge“ gemeinsam zu verkosten, die

aus den verschiedenen Rebsorten gewonnen werden, und um

für jeden Wein die Qualität jeder einzelnen Rebsorte zu prüfen,

die der Cuvée des jeweiligen Jahrgangs beigefügt wird. Die einjährige

Lagerung des Weins in großen Holzfässern erfolgt danach

in beeindruckenden, klimatisierten unterirdischen Kellern,

die von ihren Dimensionen her darauf ausgelegt sind, alle durchschnittlich

20.000 bis 25.000 Kisten Châteauneuf-Wein eines

Jahrgangs in einem einzigen Durchgang unfiltriert abfüllen zu

können. So werden unerwünschte Qualitätsunterschiede in den

einzelnen Flaschen vermieden.

Auf Grund ihres besonderen Enthusiasmus’ für Mourvèdre und

den durch diese Traube bedingten unverwechselbaren Weincharakter,

sind die ebenso tatkräftigen wie sympathischen Perrins

keiner der bekannten Gruppierungen mit ihrer jeweiligen Stilistik

in Châteauneuf zuzuordnen, sondern sie sind, was sie schon

immer waren, liebenswerte Individualisten, die unbeirrt aller

Moden ihren eigenen Weg gehen. „Die Perrins arbeiten außerordentlich

professionell und fühlen sich dem Besten, was die

Natur zu bieten hat, verpflichtet. Der wohlverdiente Erfolg

von Beaucastel hat dazu geführt, dass François und Jean-Pierre

Perrin heute im Rhônetal wesentlich mehr repräsentieren als Qualitätsbewusstsein

– nämlich Ehrlichkeit, vorzügliche Leistungen,

Fleiß und Hingabe. Sie haben nicht nur die besten Traditionen

im Rhônetal bewahrt, sondern diese sogar erweitert und damit

weltweit Ruhm erlangt – für ihre Weine, für das Rhônetal und

nicht zuletzt für Frankreich“, schwärmt Parker zu Recht von

dieser Domaine, die zu den ganz großen Weingütern Frankreichs

gehört.

Ein Châteauneuf-du-Pape von Beaucastel ist stets ein brillantes

Gewächs auf absolutem Weltklasseniveau, geschaffen von visionären

Winzerpersönlichkeiten: Der Triumph einer fantastischen

Appellation, erklärbar aus dem Zusammenspiel eines großartigen,

beseelten Terroirs, sensibler, biodynamischer Wirtschaftsweise

und der unermüdlichen Tatkraft einer Familie engagierter

Perfektionisten. Weine mit weltweit magischem Klang!

© Marc Ginot

Natürlich handelt es sich bei den Châteauneufs von Beaucastel

um die Flaggschiffe der Familie Perrin, daneben erzeugt man

aber auch in ebenfalls biodynamisch bewirtschafteten Lagen

um Châteauneuf-du-Pape „köstliche Rotweine im regionstypischen

Stil der südlichen Rhône, bemerkenswerte Leistungen,

die nirgendwo in der Welt auf diesem Qualitätsniveau zu diesem

sympathischen Preis produziert werden“ (Robert Parker) und

die den legendären Mythos der Perrin-Weine in der ganzen

Welt mitbegründet haben. Diese wunderbaren Tropfen, die alle

nach den gleichen Grundsätzen des biodynamischen Anbaus

hergestellt werden, besitzen ein weltweit unschlagbares Preis-

Genussverhältnis und sind zu einer echten Marke geworden!

Kein Wunder, dass sämtliche Qualitätsstufen unterhalb des

„Châteauneufs“ seit Jahren die meist verkauften Rhôneweine

unseres Programms sind. Unsere Kunden haben eben einen

vorzüglichen Geschmack – santé!

14 PINWAND no 335 | März 2022


Beaucastel & Perrin

SÜDLICHE RHÔNE FRANKREICH

FAMILLE PERRIN, „RÉSERVE“ CÔTES-DU-RHÔNE, ROUGE 2019

Perrin – ein Name, der für das Herausragende bürgt

Wie im Vorjahr: Platz 2. Bester Rotwein Frankreichs!

„Ein Doppelsieg ist bei den 100 Weinen des Jahres schon extrem selten.

Doch eine Wiederholung hatten wir in den vielen Jahren noch nie.

Das spricht für die Ausnahmestellung der Famille Perrin.“ – Weinwirtschaft

FRS012019 Famille Perrin, „Réserve“ Côtes-du-Rhône, rouge 2019 14% Vol. 11,93 €/l 8,95 €

Die Perrins zählen unbestritten zu den herausragendsten

Weinbaufamilien Frankreichs. Nicht nur zählen

ihre prestigeträchtigen Châteauneuf-du-Papes von

Château de Beaucastel alljährlich zu den Ikonen der

Appellation sondern sie beeindrucken auch durch die

Konstanz, mit der sie im Basisbereich vieltausendfach

stets über die Maßen zuverlässige, ja höchst markante

Weine vinifizieren. Wer einen „Perrin“ aus dem Regal

greift, wird nie enttäuscht! Ihr Beitrag zur Region ist

daher von nahezu unüberschätzbarem Wert.

Einen erheblichen Beitrag steuert die „Réserve“

bei. Dieser Côtes du Rhône bietet das Maximum an

Genuss und Komplexität in seiner Preisklasse, wurde

im Vorjahr sogar als „Bester Rotwein Frankreichs“ in

Meiningers Weinwirtschaft gekürt („Die 100 Weine

des Jahres“). Das mag hochgesteckt klingen, doch

wenn man bedenkt, mit welcher Reichweite und

niedrigen Preishürde hier ein höchst bemerkenswerter

Rhône-Wein präsentiert wird, zählt dieser

Evergreen gewiss zu den zuverlässigsten Rotweinen

Frankreichs. Einen besseren Côtes-du-Rhône zu

diesem Preis? Irgendwie unmöglich.

2. PLATZ:

Bester Rotwein

Frankreichs!

Weinwirtschaft

Die Cuvée verteilt sich dieses Jahr auf 40% Grenache

Noir, 40% Mourvèdre und 20% Syrah. Die Grenache-

Trauben stammen überwiegend aus dem Prébois- Weinberg

in der Gemeinde Orange, ganz im Herzen Châteauneuf-du-Papes.

Der Syrah reift etwas nördlicher

in der Appellation Vinsobres. Wir haben es hier mit

einem ausgesprochen schönen Einstiegswein zu tun,

der zeigt, wie viel Finesse der geneigte Rhône-Liebhaber

auch in der Basis des Portfolios erwarten darf!

Etwa eine verführerisch feine Nase, die nach dunklen

Waldbeeren aber auch roten Früchten, allen voran

Herzkirschen und Johannisbeeren duftet. Feine Gewürznoten

runden das Gesamtbild ab. Am Gaumen

zeigt sich der Rhône-Weine ausgesprochen kühl und

saftig. Die Frucht prescht voran, die Tannine sind

poliert und geschmeidig. Eine „gepfefferte“ Würze fügt

noch ein weitere Facette hinzu. Das Finish „hallt“ dann

auch wirklich nach, die Frucht, die ganz in Mineralität

aufzugehen scheint, ist fast beängstigend elegant.

Alles ist in echter Balance, wobei sich das in keiner

Weise nivellierend auswirkt – ganz im Gegenteil: Hier

ist das Ganze mehr als die Summe seiner Einzelteile,

die Bezeichnung „Réserve“ mehr als berechtigt! Für

uns ganz unangefochten eine, wenn nicht sogar die

Referenz in dieser Kategorie. Daher nach wie vor eine

unbedingte Kaufempfehlung für jeden, der ausgewogene,

elegante und tendenziell feingliedrige Weine

von der Rhône zu schätzen weiß.

Ab sofort bis mindestens 2028.

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FRANKREICH SÜDLICHE RHÔNE

Beaucastel & Perrin

FAMILLE PERRIN, „LES CORNUDS“ VINSOBRES, ROUGE 2019

„Bloß nicht die Vinsobres-Abfüllungen verpassen!“ – Jeb Dunnuck

FRS010419 Famille Perrin, „Les Cornuds“ Vinsobres, rouge 2019 14,5% Vol. 15,86 €/l 11,90 €

Gerade in den letzten Jahren stellen wir zunehmend fest,

dass so mancher Winzer oder auch Betrieb ein wenig

die Bodenhaftung verliert, wenn es um die Preise geht.

Natürlich bestimmen das Angebot und nicht zuletzt die

Nachfrage den Preis. Aber man kann auch als Winzer

gegensteuern, um seinen Kunden gewogen zu bleiben.

Bei den Perrins ist das so. Was sie unter „Famille Perrin“ i

n Bezug auf besagte Fairness und Güte erzeugen, ist

immer wieder sensationell. Ein Beispiel? Der „Les Cornuds“.

Er stammt vom nördlichsten Weinberg der südlichen

Rhône. 40 Kilometer nördlich von Châteauneufdu-Pape

in der Nähe von Vaison La Romaine befinden

sich die Weinlagen hier auf rund 300 Metern Höhe.

Die von Steinen, sandigem Mergel und Schwemmland

geprägten Böden sind weitgehend terrassiert. Man

setzt dort vor allem auf Syrah, weil er eine Finesse

und Kühle erreicht, die deutlich mehr an die nördliche

als an die südliche Rhône erinnert. Neben Syrah kultivieren

Perrins auch etwas Grenache Noir, sodass sich

für eine Cuvée eine wunderbare Balance ergeben

kann. Der Syrah wird in großen Holzfässern vergoren

und ausgebaut, die Grenache im Edelstahl.

2019 war ein typischer Neuner-Jahrgang. Das sind Jahrgänge,

die sehr herausfordernd sind, aber bei denen

sich im Herbst dann alles zum Guten wendet: „Nach

einem frühen Knospenaufbruch Anfang April erfolgte

die Blüte unter guten Bedingungen. Ende Juni begann

dann ein heißer Sommer, dem die Reben tapfer

standhielten: Sie litten kaum unter Wasserstress, dank

der Kamille, mit der wir die Pflanzen besprühten, um

die Hitze zu bewältigen. Schließlich verlief die Weinlese

wie üblich, ohne besondere Eile. Die Weine sind vielversprechend;

ein weiterer Neuner-Jahrgang steht wieder

einmal unter einem guten Stern.“

„Les Cornuds“ ist ein Vinsobres mit Finesse und einer Fülle,

die sehr ansprechend, aber nie schwer wirkt. Im Duft

erinnert er an Brombeeren, schwarze Kirschen, Himbeeren

und Zwetschgen. Darüber liegen Noten von Veilchen,

Jasmin und Bresaola, Garrigue und trockenem Waldboden.

Am Gaumen präsentiert sich die Cuvée

schmackhaft und fleischig, saftig-pikant mit viel

dunkler Frucht, Kräuterwürze und Gestein. Das ist ein

sinnlicher, lustvoller Rhône-Wein mit einer für diese

Preisklasse formidablen Länge und Tiefe. Nicht von

ungefähr schrieb Jeb Dunnuck schon über einen der

Jahrgangsvorgänger: „It's a terrific wine that sells for a

great price“ – was zu 100 % auch für den 2019er gilt!

Ab sofort und bis 2027+.

FAMILLE PERRIN, „PEYRE BLANCHE“ CAIRANNE, ROUGE 2019

Kann vielen Châteauneuf-Weinen locker das Wasser reichten: tolles Terroir,

guter Jahrgang und exzellenter Erzeuger.

FRS011019 F. P., „Peyre Blanche“ Cairanne C.-du-Rhône Village, r. 2019 14,5% Vol . 15,86 €/l 11,90 €

Die Eigentümerfamilie des legendären Châteauneufdu-Pape-Weinguts

Beaucastel erzeugt auch in weiteren

Cru-Lagen an der südlichen Rhône Weine in ihrem

unnachahmlichen Stil aus Intensität und Frische.

Unweit der berühmten „CdP“-Region liegen nahe

des Dörfchens Cairanne die von Steinen geprägten

Weinberg der gleichnamigen Appellation. Das Terroir

ist ähnlich, und wie bei den „großen Geschwistern“

dominiert Grenache im Zusammenspiel mit Syrah die

Cuvée „Peyre Blanche“. Die kleinbeerigen Trauben

stammen von uralten Reben, die nach biodynamischen

Grundsätzen bewirtschaftet und in Handarbeit

gelesen werden. Wunderbar betörend duftet es aus

dem Glas mit der rubinroten Flüssigkeit nach dunklen

Beeren und roten Früchten, vor allem nach Kirschen

und Blau- und Johannisbeeren. Neben den delikaten

Früchten nehmen wir noch eine kräutrige Würze

wahr und Nuancen von Lakritz. Am Gaumen ist der

„Peyre Blanche“ wunderbar weich und füllig elegant.

Ein kraftvoller erster Schluck Wein, der einen balanciert

kühlen Wein offenbart. Auch hier erfreuen kompakte,

wohldosierte Früchte und ein Lakritz-Frischehauch

mit einem langen, feinmineralischen Finale. Seine

Kraft und die natürlich stets präsenten Garrigue-

Aromen – wir haben diese Landschaft bei jedem Schluck

ohnehin vor Augen – machen ihn zum wunderbaren

Speisebegleiter für kräftige, reichhaltige provenzalische

Gerichte. Uns schwebt aber ein (auch zu Hause leicht

nachzukochendes) Gericht eines deutschen Drei-Sterne-Kochs

vor: Lammkeule mit Kirsch-Walnuss-Sauce

– dazu macht sich der „Peyre Blanche“ er ebenso gut

aussehen wie im Vergleich mit vielen, deutlich kostenintensiveren

Weinen der Südrhône!

Ab sofort zu genießen, Höhepunkt ab 2022 bis 2026.

16 PINWAND no 335 | März 2022


Beaucastel & Perrin

SÜDLICHE RHÔNE FRANKREICH

Letztes Jahr:

1. PLATZ:

Bester Rotwein

Frankreichs!

Weinwirtschaft

© Serge Chapuis

FAMILLE PERRIN, „LES CHRISTINS“ VACQUEYRAS, ROUGE 2019

Der Nachfolgejahrgang des „Besten Rotweins Frankreichs“ (Weinwirtschaft)

ist eingetroffen!

„Neben den Weinen vom Château de Beaucastel veröffentlicht Perrin auch unter

dem Label Famille Perrin eine ganze Reihe brillanter Weine“ – Jeb Dunnuck

FRS011419 Famille Perrin, „Les Christins“ Vacqueyras, rouge 2019 14,5% Vol. 22,60 €/l 16,95 €

Die drei wirklichen Crus der Südrhône sind ohne Zweifel

Châteauneuf-du-Pape, Gigondas und Vacqueyras. Aus

letztgenannter Appellation stammen die Cuvées der Familie

Perrin namens „Les Christins“. In der Acht-Hektar-

Lage südlich der Dentelles de Montmirail entstehen sowohl

ein überaus seltener weißer Vacqueyras als auch

diese Cuvée aus etwa 75 % Grenache und 25 % Syrah

von rund 50 Jahre alten Reben. Der Boden der Lage

ist von Kies und Schwemmland des Ouvèze-Flusses

sowie von Lehm und Sand geprägt. Die Trauben wurden

von Hand gelesen und sortiert, im Weingut entrappt und

eingemaischt. Die Gärung erfolgte sehr langsam, und

die Extraktion wurde durch manuelles Unterstoßen des

Tresterhutes erzielt. Nach der malolaktischen Gärung

und der Assemblage wurden die Weine in Fudern und

Barriques über ein Jahr hinweg ausgebaut.

Der Vacqueyras strahlt in einem leuchtenden und intensiven

Rubinrot und duftet vom ersten Moment an

nach reifen Himbeeren, Feigen und Kirschen sowie

nach Noten von Schokolade, Süßholz und Garrigue.

Mit Luft und vor allem am Gaumen stoßen nach und

nach Brombeeren und Cassis hinzu, etwas Rauch und

Kräuter. Zunächst dominiert also die Grenache, bevor

sich auch der Syrah zu Wort meldet. Der Vacqueyras

wirkt am Gaumen balanciert zwischen der reifen

Frucht, einer lebendigen, aber dezenten Säure und einer

seidigen Tanninstruktur. Er wirkt elegant, durchaus

opulent, aber nicht schwer, ist vielmehr ausgewogen,

frisch und reif zugleich. All das macht ihn im Zusammenspiel

sehr charmant und sinnlich.

PS: Den Vorgänger hievte der Meininger-Verlag

(Weinwirtschaft) im Extra „Die Weine des Jahres“

auf das Siegertreppchen der besten Weine Frankreichs.

Daraufhin war der ohnehin begehrte Wein im Nu ausverkauft.

Nun ist der Nachfolger eingetroffen: Es gilt

also schnell zu sein!

Ab jetzt und bis sicherlich 2030+.

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FRANKREICH SÜDLICHE RHÔNE

Beaucastel & Perrin

FAMILLE PERRIN, „COUDOULET DE BEAUCASTEL“

CÔTES DU RHÔNE, ROUGE 2020

Der „kleine“ Bruder des „grand vin“ von Beaucastel!

„Ein einzigartiger Charakter für einen Wein, der jedes Jahr die Quintessenz

der Arbeit in diesen Weinbergsparzellen darstellt.“ – Famille Perrin

in Subskription,

Auslieferung ab Herbst 2022

FRS010620 „Coudoulet de Beaucastel“ Côtes-du-Rhône, rouge 2020 26,00 €/l 19,50 €

FRS010620M „Coudoulet de Beaucastel“ Côtes-du-Rhône, rouge 2020 MAGNUM 26,00 €/l 39,00 €

SUBSKRIPTION

© Marc Ginot

Beim „Coudoulet de Beaucastel“ sprechen wir bei Fassproben

oft vom „kleinen Beaucastel“. Kein Wunder,

denn im Prinzip handelt es sich hierbei um so etwas

wie den Zweitwein Beaucastels, der neben dem

„Grand Vin“, dem Châteauneuf-du-Pape besteht. Eine

Petitesse verhindert die Deklarierung als Châteauneuf-

du-Pape: Diese Cuvée aus Grenache, Mourvèdre,

Syrah und Cinsault stammt von Reben außerhalb der

Châteaneuf-du-Pape-Appellation, die allerdings direkt

an ihrer nördlichen Grenze stehen – und übrigens

nicht weit entfernt vom Weingutsgebäude. Nur die

berühmte autoroute du soleil trennt das exzellente

steinige Terroir des „Coudoulet“ von dem des unmittelbar

angrenzenden legendären „Chateauneuf“ von

Beaucastel! Seit mehr als 30 Jahren bereits werden die

Reben für den traditionell in Holzfudern ausgebauten

„Coudoulet“ biodynamisch bewirtschaftet, die tief in

den kalkhaltigen Böden wurzeln, die teppichartig mit

den berühmten galets roulés, großen kieselförmigen

Steinen, bedeckt sind. Somit handelt es sich weiterhin

um einen Geheimtipp, dessen Preis-Genuss-Verhältnis

unverbesserlich ist. Wer in die Herkunft dieses

Weins eingeweiht ist, dem wird schnell klar, warum der

„Kleine“ von Beaucastel jedes Jahr ein solch heiß begehrter

Wein ist und daher, ganz wie der Große, ebenfalls

en primeur, also zur Subskription angeboten wird.

Der Jahrgang 2020 lässt uns endlich aufatmen. Die Perrins

sind zufrieden mit der Qualität und Menge. Endlich

steht wieder ein Jahrgang bevor, der keine Turbulenzen

und homöopathischen Mengen wie 2018 mit sich

brachte. Zudem, so unser bisheriger Eindruck, besitzt

der Jahrgang 2020 etwas mehr Charme und Leichtigkeit

als sein enorm konzentrierter Vorgänger. Es ist ein Jahrgang,

der sich perfekt balanciert präsentiert. Die Verwandtschaft

zum Châteauneuf-du-Pape von Beaucastel

ist unverkennbar. Der violett im Glas liegende Wein

duftet nach schwarzen Beeren, die Mourvèdre sorgt

für Brombeeren, wie man sie von den großen Weinen

Bandols (etwa Tempier) kennt. Hinzu kommt der süßlich

warme Duft eingelegter Maraschino-Kirschen. Ein

Hauch Nelke, Tamarinde und Süßholz erweitert das

sehr fein definierte Bouquet. Im Prinzip baugleich mit

dem Châteauneuf-du-Pape des Hauses, verbringt der im

Holzbottich vergorene Wein seinen Ausbau im großen

Holz. Am Gaumen sind die Tannine etwas seidiger

als beim grand vin, die Frucht dominiert mit ihrer

geschmeidigen Beerennote. Alles hat bereits beim Fassmuster

perfekte Balance. Und doch wird der Coudoulet

über seinen weiteren Ausbau noch vielschichtiger geraten,

nochmals an Balance gewinnen. Diese Zugänglichkeit

ist nicht zuletzt der Frische aller Fruchtaromen

(samt feiner Lavendel-Kopfnoten) zu verdanken.

2020, so steht es für uns fest, wird den etwas behäbigeren

2019er wohl überragen, sofern man sich für Finesse

und Eleganz begeistert.

Das hier hat Frische und Saftigkeit, zeigt sich konzentriert

statt schwer und ähnelt auch, ob des

mineralischen Einschlags, in der Tat in den Grundzügen

den großen Weinen Beaucastels. Kostet aber nur

einen Bruchteil! Es gibt Phasen, da läuft der kleine

„Coudoulet“ seinem großen Bruder, der allerdings

(natürlich) deutlich mehr Potenzial besitzt, fast den

Rang ab. Gerade jetzt, in der ersten Phase, steht er

ihm wirklich sehr nahe und zeigt, dass hier der Apfel

nicht weit vom Stamm gefallen ist. Eben echter

Rhône-Adel und pures Understatement, was seine

Klassifikation angeht. Wir raten dazu, durchaus eine

Kiste in der hintersten Kellerecke zu vergessen. Denn

das hier ist bereits sehr anspruchsvoll!

Zu genießen mit größtem Vergnügen ab sofort,

Höhepunkt 2023 bis 2036+.

18 PINWAND no 335 | März 2022


Beaucastel & Perrin

SÜDLICHE RHÔNE FRANKREICH

19


FRANKREICH SÜDLICHE RHÔNE

Beaucastel & Perrin

97

Punkte

Suckling

96

Punkte

Decanter

20 PINWAND no 335 | März 2022


Beaucastel & Perrin

SÜDLICHE RHÔNE FRANKREICH

CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE, ROUGE 2020

„Das Dreigestirn aus Säure, Tanninen und Alkohol ist perfekt aufeinander abgestimmt

und schafft absolute Harmonie.“ – Famille Perrin über den 2020er Beaucastel

in Subskription,

Auslieferung ab Herbst 2022

FRS010720 Châteauneuf-du-Pape, rouge 2020 96,00 €/l 72,00 €

FRS010720H Châteauneuf-du-Pape, rouge 2020 (0,375l) 96,00 €/l 36,00 €

FRS010720M Châteauneuf-du-Pape, rouge 2020 MAGNUM 96,00 €/l 144,00 €

BEAUCASTEL – SUBSKRIPTIONSSTART EINER LEGENDE!

In Châteauneuf-du-Pape gibt es eine Handvoll Ikonen. Clos des

Papes, Rayas und Beaucastel bilden das Trio der wohl renommiertesten

Betriebe der Südlichen Rhône. Sie alle fahren unterschiedliche

Konzepte. Auf Rayas ist es reinsortiger Grenache,

der samt Rappen im großen Holz vinifiziert wird, Clos des Papes’

Rotwein entsteht komplett ohne Rappen und neues Holz. Familie

Perrin erhöht seit einigen Jahren, vor allem im Zuge der Klimaveränderungen

den Anteil an Mourvèdre. Die im Bandol ebenso

beheimatete Rebsorte trotzt warmen und trockenen Jahren –

wie sie zuletzt zu verzeichnen waren – viel besser als Grenache,

die schnell überreif und alkoholisch gerät, zudem eine hohe Anfälligkeit

für Pilzkrankheiten besitzt. Vor allem repräsentiert der

grand vin Beaucastels die Rebsortenvielfalt Châteauneuf-du-

Papes. Sämtliche der 13 zugelassenen Rebsorten finden hier Verwendung,

wobei Grenache, Mourvèdre, Syrah, Counoise, Cinsault

und Terre Noir, Muscardin sowie Vaqueyrese dabei als dominierende

Grundpfeiler des ausgeklügelten Blends fungieren. Heute

möchten wir Ihnen den Jahrgang 2020 zur Subskription anbieten,

der alle Anlagen besitzt, um einen reifefähige und großen

Châteauneuf-du-Pape hervorzubringen. Bis in den Herbst 2022

wird er in den kühlen Gemäuern Beaucastels heranreifen. Doch

lassen wir Familie Perrin in ihren eigenen Worten berichten, was

die Charakteristika des aktuellen Jahrgang sind:

„Die Weinlese 2020 in der südlichen Rhône wurde durch sehr

gute Wetterbedingungen begünstigt, es ist ein großzügiger Jahrgang,

sowohl in Bezug auf Qualität als auch auf Quantität. Das

Jahr war nicht so heiß wie 2019, jedoch während der gesamten

Vegetationsperiode sehr windig und von leichten Niederschlägen

geprägt. Nach einem recht milden Winter (in der Nacht

zum 24. März gab es einen einzigen Frost, von dem aber nur die

Parzellen mit frühem Reifebeginn leicht betroffen waren), gestaltete

sich der Frühling strahlend. Es war recht warm und sehr

windig, so dass die Böden ihre Frische bewahren konnten. Die

Blüte begann am 18. Mai unter sehr gesunden Bedingungen.

Das gute Wetter setzte sich im Juni, Juli und August fort, mit

viel Wärme, aber niedrigeren Temperaturen als 2019, kühlen

und feuchten Nächten und Wind, der weiterhin wehte und

so die Frische der Reben bewahrte und perfekte hygienische

Bedingungen für die Trauben schuf. Die relativ frühe Lese

begann unter diesen sehr guten Bedingungen am 26. August

mit den weißen Côtes-du- Rhônes und dauerte bis Ende September

mit dem Mourvèdre. Anfang September war es warm

und dann gemäßigter – idyllische Bedingungen, die es uns

ermöglichten, jede Parzelle bei perfekter Reife zu ernten.

Die eingefahrene Ernte war äußerst gesund, mit schönen saftigen

und sehr reifen Trauben, vernünftigen Alkoholwerten, guter

Säure und bereits großer Ausgewogenheit. Die Erträge sind

etwas höher als 2019, und die ersten Verkostungen deuten auf

einen sehr schönen Jahrgang hin.“

Alle 13 Rebsorten, die hier eingehen, werden zuvor separat ausgebaut,

bis sie dann erst nach aufwändiger Verkostung cuvéetiert

werden. Die „finale“ Cuvée beweist das enorme Gespür der

equipe Beaucastels, unter Wahrung des Jahrgangscharakters

stets einen reifewürdigen Wein zu assemblieren. Bei diesem

Ansatz, sofern man ihn denn so meisterlich beherrscht wie die

Familie Perrin, lässt sich besonders auf die jeweiligen Stärken

der einzelnen Trauben-Sorten im Jahrgang eingehen, die allesamt

aus dem zusammenhängenden Weinberg des Château

de Beaucastel stammen. Nach der malolaktischen Gärung verbringt

der Wein nun rund zwei Jahre im Holzfuder, um dann im

Herbst 2022 freigegeben zu werden. „Unter den 13 Rebsorten

dominieren Mourvèdre und Grenache, wobei erstere ihre leicht

reduktive Qualität und letztere ihre Extravaganz beisteuert.

Dieser prächtige Wein von großer Präzision und Reife wird sich

in den kommenden Jahrzehnten weiterentwickeln und nach und

nach seine ganze Komplexität entfalten.“ so die Einschätzung

der Perrins.

Das Bouquet fällt dieses Jahr enorm würzig aus. Ein Hauch Muskatnuss,

Lakritz und reife Brombeeren tummeln sich hier. Etwas

Schwarzkirsche und diverse rote Pflaumensorten pirschen nach

vorne, auch Cassis-Gelee schwirrt im Hintergrund. Bei aller

Komplexität und Kraft bleibt der Eindruck eines kühlen Weins.

Dies zieht sich auch am Gaumen fort, wo der Beaucastel mit

kraftvollem aber fein poliertem Tanningerüst auftritt. Die Frucht

ist charmant und präsent, wird begleitet von nobler Säurestrukrur,

die weder bissig noch zu mild ausgefallen ist. Kräuter

taucht hier dann auf, die sich so in der Nase nicht fanden. Das

regt die Sinne an, gestaltet sich balanciert, besonders im immer

feiner werdenden Nachhall diverser Beerenaromen. Kurzum:

Ein Beaucastel, der Klasse zeigt. Ein Châteauneuf-du-Pape, den

man nicht nur unter den allerbesten einzusortieren hat, sondern

ebenso ob seiner Markanz wiedererkennen wird. Ein Unikat.

Notabene: Wer sich von diesem Schatz Flaschen sichern möchte,

sollte unbedingt jetzt zuschlagen. Denn bis zum Eintreffen dieses

Weins im Herbst 2022 wird er vermutlich nahezu ausverkauft sein!

21


FRANKREICH SÜDLICHE RHÔNE

Domaine du Pégau

DOMAINE

DU PÉGAU

CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE

© Marc Ginot

„Das Leben ist zu kurz, um nicht

reichlich Pégau zu trinken!“

JEB DUNNUCK

Unsere langjährigen Freunde von der Familien-Domaine

Pégau, mit denen wir seit Beginn unserer Tätigkeit als

Weinhändler mit großer Freude zusammenarbeiten

und deren Weine wir bereits seit über 25 Jahren leidenschaftlich

gerne trinken, zählen unbestritten zu den besten Winzern

der weltberühmten Appellation Châteauneuf-du-Pape. Der

so bodenständige wie sympathische Paul Féraud und seine

charmante Tochter Laurence vinifizieren hier schon seit Beginn

der 80er-Jahre auf beständig höchstem Niveau grandiose,

unverwechselbare, „hand“-werklich hergestellte Weine, denen

kaum jemand zu widerstehen vermag.

Es ist vor allem der majestätische, authentische, man kann durchaus

auch sagen „altmodische“ Stil ihrer „Cuvée Réservée“, der sich

so wohltuend vom Einheitsgeschmack langweiliger, gestylter

Modeweine unterscheidet, die, obwohl technisch gut gemacht,

mit viel zu viel neuem Holz und zu viel Extraktion maskiert sind

und als „Monstertropfen“ ohne Brillanz, ohne Frische und ohne

Seele wegen des Verlustes ihres ureigenen Charakters schlicht

austauschbar geworden sind. Wie anders schmeckt dagegen Pegaus

Inkarnation der großen Tradition der authentischen Klassiker

der südlichen Rhône. Die einzigartige Qualität dieses majestätischen

Weins entsteht in erster Linie im Weinberg, wo die über

30 bis 90 Jahre alten Weinstöcke (75 % Grenache, 25 % Syrah,

Mourvèdre und Grenoise) – in sehr arbeitsintensiver Handarbeit

nach biodynamischen Richtlinien (jedoch ohne Zertifizierung)

liebevoll gepflegt – hochwertige Trauben in geringer Quantität,

aber höchster Qualität liefern. Das Areal der Domaine verteilt sich

auf elf erstklassige Parzellen (von denen die berühmte Lage „La

Crau“ mit den ältesten Reben sicherlich die Beste ist), weit verstreut

innerhalb der gesamten Appellation, mit sehr unterschiedlichen

Bodenformationen, die so durch ihre Differenziertheit

zur Komplexität, zur Kraft und Konzentration der im schönsten

Sinne „barocken“ Weine von Pégau entscheidend beitragen. Die

Sandböden sowie kräftigen Lehm-Kalkböden, die mit großen

roten Kieselsteinen bedeckt sind, die nachts die tagsüber gespeicherte

Wärme an die Trauben abgeben, werden zur besseren

Durchlüftung und zur Aufnahme von Bio-Dünger und Schafsmist

fünf- bis siebenmal pro Jahr umgepflügt.

Und ein Besuch im Keller kommt einer Zeitreise gleich. Modernste

Technik und blitzende Edelstahltanks? Fehlanzeige! Auf Pégau

arbeitet man noch wie vor Urzeiten mit minimalen Eingriffen im

Keller: Vergärung der ganzen Trauben mit Stielen und Stängeln (das

für die frische Stilistik und das Alterungspotenzial der Weine wohl

maßgeblichste Mittel), Spontanvergärung und Ausbau im großen,

gebrauchten Holzfuder ohne Schönung und Filtration. Tradition

und handwerkliche Winzerkunst sind eben auf dieser domaine

keine leeren Worthülsen, sondern Tag für Tag gelebte Realität.

22 PINWAND no 335 | März 2022


Domaine du Pégau

SÜDLICHE RHÔNE FRANKREICH

„PLAN PÉGAU“ VIN DE FRANCE, ROUGE (16/17/18)

Der vielleicht beste „Vin de France“, den wir kennen!

FRS060318 „Plan Pégau“ Vin de France, rouge (16/17/18) PK 14,5% Vol. 14,53 €/l 10,90 €

Eines der größten Phänomene des Châteauneuf-du-

Pape ist die Domaine du Pégau. Das liegt sicher daran,

dass sie schon zu einer Zeit, als das Winzerhandwerk

des Südens im Wesentlichen noch von Männern

dominiert war, von der Winzerin Laurence Féraud geführt

wurde. Das liegt sicher auch daran, dass sie sich

nicht von modernen Weinbereitungsmethoden hat

verführen lassen, und auch daran, dass ihr „Da Capo“

einer der größten Weine des französischen Südens ist.

Für uns ist das größte Phänomen aber ihr einfachster

Wein. Und an dem soll man ja bekanntlich die Güte

eines Weinguts erkennen können. Hier heißt der Einstieg

„Plan Pégau“, und er wird immer aus drei Jahrgängen

erzeugt, in diesem Fall aus den Jahren 2016 bis

2018. Deshalb ist es offiziell auch kein „Qualitätswein“,

sondern „nur“ ein Vin de France. Was man hier aber

ins Glas bekommt, ist ein Weinwert, wie man ihn nur

selten findet. Er zeigt das ganze Können der Winzerin

Laurence Féraud, und das bei einem Wein, der nicht

etwa Jahrzehnte im Keller reifen soll, sondern den man

hier und jetzt öffnen und genießen kann. Sie nutzt

dafür einen Weinberg mit Grenache, Syrah, Merlot,

Carignan, Mourvèdre, Cinsault, Danlas, Alicante und

Cabernet, also einige der typischen Châteauneuf-du-

Pape-Sorten, aber auch ein paar zugereiste. Es sind

alte Reben, die hier Verwendung finden. Die Lese erfolgte

von Hand, und es wurde wie bei allen Weinen

von Laurence rigoros auf Qualität geachtet und aussortiert.

Die verschiedenen Rebsorten wurden zusammen

mit ihren Rappen über rund zehn Tage hinweg

ohne Temperaturführung spontan im klassischen Zement-cuve

vergoren und dann in fünf Jahre alten Barriques

ausgebaut. Der Wein unterliegt also genau den

Qualitätsansprüchen, die auch für alle anderen Weine

von Laurence gelten.

Das schmeckt man nicht nur, das erkennt man schon

im Duft. Schon beim ersten Hineinschnuppern wird

klar, dass man diesen Wein lieben muss. Die Verbindung

von Blütennoten, einer leicht süßen und saftigen

roten und dunklen Frucht, die Anklänge von Unterholz

und Steinpilzen, der Hauch von Zedern- und Sandelholz,

die Garrigue und der Tabak machen den „Plan“

extrem attraktiv. Am Gaumen dann wird es einfach

köstlich und – wir scheuen uns nicht, das so auszudrücken

– sehr, sehr lecker! Die Frucht zeigt sich reif, aber

immer noch knackig, was von einer griffigen und ebenfalls

saftigen Säure unterstützt wird. Das Tannin besitzt

genau den richtigen grip. Es wirkt seidig, bietet aber

einen angenehmen Widerstand. Dieser Vin de France

brilliert mit einer Lebendigkeit und Frische, wie man sie

aus einer Cuvée von drei Jahrgängen kaum erwarten

würde. Das Ergebnis ist ein fantastischer Trinkfluss für

viel, viel Trinkfreude!

Der „Plan Pégau“ ist jetzt mit Genuss zu trinken. Potenzial

bis 2025 und länger.

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FRANKREICH SÜDLICHE RHÔNE

„CUVÉE RÉSERVÉE“ CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE, ROUGE 2018

Komplettist: Die „Cuvée Réservée“ besitzt Kraft, Spannung,

Salzigkeit und Frische „en masse“!

FRS060219 „Cuvée Réservée“ Châteauneuf-du-Pape, rouge 2019 14,5% Vol. 60,00 €/l 45,00 €

FRS060219M „Cuvée Réservée“ Ch.-du-Pape, rouge 2019 MAGNUM 14,5% Vol. 65,33 €/l 98,00 €

Es gibt Weine, die sind so komplett, dass sie schon früh

und von Beginn an Freude bereiten und dass dann auch

noch weitere zehn bis 20 Jahre. Die „Cuvée Réservée“ der

Domaine du Pégau ist ein solcher Wein. Der Wein hat

Sprinterqualitäten, ist aber eigentlich ein Langstreckenläufer.

Das einzige Problem dabei mag sein, dass man den

Sprint so faszinierend findet, dass man von dem Wein

gar nichts für die lange Strecke übrig lässt. Definitiv allerdings

„CdP“-Klassik, weil so klassisch ausgebaut, wie nur

noch wenige andere. 80 % Grenache treffen hier auf rund

6 % Syrah, 4 % Mourvèdre und 10 % weitere typische

Châteauneuf-du-Pape-Rebsorten. Ja, tatsächlich sind in

dieser Cuvée alle zugelassenen roten Rebsorten der Appellation

enthalten. Nach der manuellen Lese erfolgte

eine rigorose Selektion der besten Trauben, die dann

zusammen und ohne entrappt zu werden im Beton-cuve

spontan vergoren wurden, und zwar ohne Temperaturkontrolle

– ganz so, wie Laurence Féraud, die Großmeisterin

des Châteauneuf-du-Pape, es bei allen ihren

Weinen handhabt. Danach wurde die Cuvée über zwei

Jahre hinweg in großen alten Fudern ausgebaut. Wie

gesagt, klassischer geht es bei einem „Châteauneuf“

nicht. Mit dieser Stilistik hat die Winzerin eine Legende

erschaffen, die sie 2019 nahtlos weiterführt.

Dabei scheint sich der Wein enorm entwickelt zu haben.

Als Jeb Dunnuck das Weingut besuchte – er hat den Wein

mit 91–94 Punkten bewertet –, schrieb er nach der Fassprobe

des noch nicht gefüllten Weins: „Die 2019 Châteauneuf-du-Pape

Cuvée Réservée war schwer zu lesen und

unglaublich reduktiv, eine Eigenschaft, die ich bei diesem

Weingut noch nie gesehen habe.“ Diese Reduktion kann

man heute noch erahnen, aber der Wein ist viel offener

geworden. Zunächst bietet er eine noch leicht rauchige

Nase, Überbleibsel der Reduktion, aber auch einen

Hauch von leicht geräuchertem Speck und leicht angerösteten

Kräutern der Provence. Dann öffnet sich der

Wein recht schnell und bietet viele violette Blüten,

Kräuter, Oliventapenade, Süßholz und Pfeffer, Erde und

Waldboden, Waldbeeren, Kirschen und Pflaumennoten.

Am Gaumen paaren sich die Kräuterwürze und die Erdigkeit

mit einer wunderbar fleischigen Frucht, mit pfeffrigen

Noten und Garrigue. Was uns fasziniert, ist die Säure und

Frische des Weins, die Salzigkeit und Spannung. Das Tannin

darf sich hier gerne noch über die nächsten Jahre ein

wenig feiner einbinden. Doch ein Charmeur ist das jetzt

schon. Ein Wein, der uns die Augen schließen und in

Gedanken in der Provence sein lässt.

Jetzt (mit viel Luft) und die nächsten 20+ Jahre.

„CUVÉE RÉSERVÉE“ CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE, BLANC 2020

Mineralisch, burgundisch, elsässisch und doch zutiefst südfranzösisch!

FRS060620 „Cuvée Réservée“ Châteauneuf-du-Pape, blanc 2020 14% Vol. 53,20 €/l 39,90 €

Wenn es um die Weine aus Châteauneuf-du-Pape

geht, dann sind es vor allem die Weißweine, die bis

heute sehr rar sind und von Jahr zu Jahr immer begehrter

werden. So verhält es sich auch mit der weißen

„Cuvée Réservée“ der Domaine du Pégau. Laurence

Féraud, die berühmte Winzerin, die auch gerne „Madame

Châteauneuf-du-Pape“ genannt wird, verbindet

hier rund 60 % Clairette mit 20 % Grenache Blanc,

10 % Roussanne und 10 % Bourboulenc, die rund acht

Monate im Beton-cuve gereift sind. Gerade einmal

4.000 Flaschen entstehen von der Cuvée, die alles ist,

nur nicht leicht einzuordnen.

Eindeutig ist, dass es sich um eine eher südliche

Frucht und Würze handelt, die sich im Duft offenbart.

Das Aroma bleibt dabei aber eher fein als üppig oder

gar ausladend. Es sind weiße Blüten, die hier eine

Rolle spielen, weißer Pfirsich und Guave, ein klein

wenig grüne Ananas und zudem eine Melange aus

zerstoßenem Stein, etwas weißem Pfeffer, Zitronenabrieb

und Wachs. Was die „Cuvée Réservée“ blanc so

besonders macht, ist die Balance von Großzügigkeit

und Eleganz, die sehr burgundisch wirkt, die Seidigkeit

und das Schlanke, das der Wein trotz seiner Großzügigkeit

besitzt. Es ist die Frische, die nicht von der

Säure stammt, sondern von einer Mineralität, die uns

an reife Rieslinge aus dem Elsass denken lässt und den

„Blanc“ sehr weit ins lange Finale trägt. Die weiße

„Cuvée Réservée“ ist auch im Jahrgang 2020 wieder

ein besonders schöner Wein geworden!

Jetzt und über die nächsten 10–15 Jahre genießen. Idealerweise

gönnt man dem Wein aktuell viel Luft.

24 PINWAND no 335 | März 2022


Domaine du Pégau

SÜDLICHE RHÔNE FRANKREICH

91–94

Punkte

Jeb Dunnuck

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FRANKREICH LANGUEDOC

Saint Sylvestre

SAINT

SYLVESTRE

PUÉCHABON

Sophie und Vincent Guizard erobern die

Ursprünglichkeit im Languedoc zurück! Fülle,

Kraft und Konzentration vermählen sich mit dem

Parfum des wilden französischen Südens!

„Die Weine sind von solch einer Finesse, dass sie als Vorbild für das gesamte Languedoc

dienen können.“ – bettane+desseauve 2021

„Terrasses du Larzac – Languedoc’s rising star“ – Decanter

Jährlich grüßt das Murmeltier oder: es kommt, wie es kommen

muss: Die neuen Jahrgänge der (ohne jede Übertreibung!) genialen

Weine von Terrasses-du-Larzac-Chefstilist Vincent Guizard

sind da ... und wie (leider, leider!) immer müssen Sie sich, werte

Kunden, die Einschränkung „nur für kurze Zeit“ mitdenken.

Denn die Menge der Weine, die er auf Saint Sylvestre vinifiziert

ist nicht allzu groß, die Nachfrage allerdings rekordverdächtig.

Und das für Weine einer Region, die, als sich 1985 die Appellation

Coteaux du Languedoc konstituierte, quasi ausgeklammert

wurde, da viele der weinproduzierenden Ortschaften gar nicht

erst miteinbezogen wurden, weil sie als zu kühl galten, ein komplettes

Ausreifen der Trauben gar nicht erst in Betracht gezogen

wurde. Ein Ding der Vergangenheit – les temps changent!

Der „rising star“ des Languedoc ist das neue „wonderland“ und

Vincent Guizard nicht mehr „nur“ ein junger Überflieger, sondern

eindeutig einer der fabelhaftesten Winzer dieser an fabelhaften

Winzern nicht eben armen Region. Kein Wunder, hat der doch

bei so legendären domaines wie Mas Jullien und Grange des Pères

– hier ist die Vokabel „ikonisch“ tatsächlich gerechtfertigt – gelernt

und trat dann („the proof is in the pudding!“) den Beweis an,

dass er das Gelernte auch, begabt, ja begnadet wie er eben

ist, in die Praxis umzusetzen verstand: Sieben Jahre lang

leitete er mit seinem Cousin Frédréric Pourtalié Domaine

Montcalmès, deren Weine in kürzester Zeit zu den großen

Trouvaillen der Terrasses du Larzac avancierten.

26 PINWAND no 335 | März 2022


Saint Sylvestre

LANGUEDOC FRANKREICH

Mit Ehefrau Sophie gründet er Ende 2010 das Weingut Saint

Sylvestre inmitten einer nahezu unberührten Naturlandschaft.

Für Weinreisende und Wallfahrer aller Länder heißt der Sehnsuchtsort

nun Puéchabon, ein verträumtes Dörfchen in der

Nähe des Hérault, der nicht weit davon auf seinem Weg ins Mittelmeer

fließt. Vincents Parzellen liegen auf etwa 320 Metern

Höhe inmitten einer intakten Biosphäre (Wäldchen inklusive),

was der aromatischen „Sprengkraft“ seiner Trauben (und dann

natürlich auch seiner Weine) sehr entgegenkommt.

Wo anfangen? Ganz sicher mit dem „Saint Sylvestre – Rouge“!

Dieser Stil, der Konzentration nebst einer dichtgewirkten, bemerkenswert

mineralischen Struktur, „burgundisch“ anmutenden

Ausbau und minimale Intervention im Keller mit einander

„versöhnt“, hat schon etwas Magisches, lässt uns immer wieder

Staunen. Und dann ist diese Frische, diese Kühle, die den „Saint

Sylvestre“ (nicht nur) im sonnenverwöhnten Languedoc zu einer

rara avis macht. Und – es kommt, wie es kommen muss – auch

zum Lieblingswein vieler Kritiker. „Coups de Cœur“ en masse

(von uns ohnehin) von bettane+desseauve dann der Ritterschlag,

die den roten „Saint Sylvestre“ in die Liste ihrer Weine

des Jahres aufnahmen und das Weingut mit drei Sternen bedachten.

Die Begründung liest sich so: „Die Weine sind von solch

einer Finesse, dass sie als Vorbild für das gesamte Languedoc

dienen können. Superb von Anfang an, sowohl die Weissen als

auch die Roten. Das Weingut ist einer der besten Produzenten

aus den Terrasses du Larzac!“

Traumschön natürlich auch das wunderbar individuelle und

komplexe Pendant in Weiß, der „Saint Sylvestre – Blanc“, der

zusammen mit den Weissweinen von Gauby zu unseren Leib-,

Magen- und Seelenweinen aus dem französischen Süden gehört.

Auch für diese Kostbarkeiten gilt: leider rar, leider limitiert,

leider viel zu rasch vergriffen! Daher können wir Ihnen nur

dringend raten sich rechtzeitig die eine oder andere Flasche zu

sichern, denn das leidige „im Handumdrehen ausverkauft“ hat

sich bedauerlicherweise als Konstante erwiesen.

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FRANKREICH LANGUEDOC

Saint Sylvestre

„SAINT SYLVESTRE – ROUGE“ LANGUEDOC, ROUGE 2019

GSM – Grenache, Syrah und Mourvèdre in formvollendet finessenreicher Interpretation!

FLA250119 „Saint Sylvestre – Rouge“ Languedoc, rouge 2019 14,5% Vol. 39,93 €/l 29,95 €

Weit oberhalb von Montpellier, nur unweit entfernt

von den Gorges de l’Herault, liegt die Domaine Saint

Sylvestre, die Vincent Guizard und seine Frau Sophie

im Jahr 2010 gegründet haben. Innerhalb kürzester Zeit

sind sie bekannt geworden. Grundlage ihres Erfolges

war von Beginn an ein Wein, der von den beiden ganz

einfach als „Saint Sylvestre Rouge“ bezeichnet

wurde. Er stammt aus dem Weinberg,

den Vincent von seinem Großvater übernommen

hat. Jahre zuvor hatte er die

Frucht schon in den „Signature-Wein“ der Domaine

de Montcalmès einfließen lassen, die er einige Jahre

lang zusammen mit seinem Cousin geführt hatte,

bevor er sich schließlich zusammen mit seiner Frau

selbstständig gemacht hat. Seinerzeit schon hatte

er gezeigt, was in diesem Weinberg steckt. Doch seit

2010 sind die Ergebnisse konstant noch beeindruckender

geworden. Das liegt an der hingebungsvollen

Arbeit der beiden, am Alter der Reben und auch an

der Tatsache, dass die nach und nach absterbenden

uralten Rebstöcke durch von Vincent selbst gezogene

neue Exemplare mit sehr altem Genmaterial ersetzt

werden. Ein weiterer Grund ist die Reduzierung

der Erträge, mittlerweile ist man bei kaum mehr als

20 Hektoliter pro Hektar angelangt (für den 2019er

sind es gerade einmal zwölf). So entstehen bei Syrah

(70 %), Grenache (20 %) und Mourvèdre (10 %) eine

große Dichte und Konzentration, die aber zu keinem

Zeitpunkt schwer oder extrahiert wirkt. Sie wird vielmehr

von einer inneren Spannung und Lebendigkeit

gekontert, die durch die Mineralität erzeugt wird,

die die alten Reben in den Wein bringen. Beim „Saint

Sylvestre – Rouge“ baut Vincent jede Rebsorte getrennt

nach einzelnen Parzellen innerhalb des alten,

von galets roulés geprägten Weinbergs aus, um sie

erst vor der Füllung zu assemblieren. Seine Weine

reifen nach Entrappen und spontaner Vergärung über

24 Monate hinweg in burgundischen Fässern. Sie werden

nach Mondphasen ungeschönt und unfiltriert auf die

Flasche gezogen.

Dabei entsteht ein Wein, der schon im Duft wie eine

Melange von warmen und kühlen Lagen, von reifer

Frucht und kühlem Gestein wirkt. Am Gaumen verstärkt

sich dieses Bild noch. Da wirkt der „Saint Sylvestre –

Rouge“ von Beginn an beeindruckend kühl und fest,

transparent und seidig in der überaus eleganten Tanninstruktur.

Erst nach und nach zeigt sich die Reife der

dunklen Frucht von Brombeeren, Schlehen und schwarzen

Kirschen, die von Veilchen und Süßholz begleitet

wird. Die Kühle wird noch unterstrichen von knackig

roten Beeren und diesem Gefühl, als wäre ein auf

Schmirgelpapier fein geriebener Kalkstein mit im Spiel.

Das Südliche schließlich wird durch Noten von Garrigue,

schwarzer Oliventapenade und dunklem Tabak

repräsentiert. Man ist immer versucht, sich durch

den schlichten Titel des Weines ein wenig irritieren

zu lassen. Doch was man hier im Glas hat, ist offensichtlich

ein Cru des Languedoc, gemacht von Könnern,

entstanden auf bestem Terroir!

Ab sofort und bis sicherlich 2030 zu genießen.

28 PINWAND no 335 | März 2022


Saint Sylvestre

LANGUEDOC FRANKREICH

„SAINT SYLVESTRE – BLANC“ LANGUEDOC, BLANC 2020

Ein expressiver und doch so gefühlvoller wie finessenreicher weißer Cru des Languedoc!

FLA250220 „Saint Sylvestre – Blanc“ Languedoc, blanc 2020 13% Vol. 42,66 €/l 32,00 €

max. 3 Fl. /Kunde

Wenn man sich näher mit diesem Wein beschäftigt, der

so zurückhaltend und schlicht benannt ist, dann fallen

einem zunächst die Rebsorten auf: Marsanne, Roussanne

und Viognier in einem Weinberg? Liegt die Domaine

Saint Sylvestre denn an der Rhône? Keineswegs“! Doch

wenn man sich den Weinberg von Sophie und Vincent

Guizard genauer besieht, dann fühlt man sich in Anbetracht

der Fülle von großen Kieselsteinen – den galets

roulés – tatsächlich in die vignobles der Südrhône versetzt.

Doch sie liegen auf den Terrasses du Larzac, einer

Cru-Appellation im Midi, die beste Voraussetzungen

für diese weißen Rhône-Rebsorten bieten. Der Weinberg

befindet sich schon lange im Besitz der Familie

von Vincent Guizard. Doch seitdem Vincent die Regie

dort übernommen hat – erst 2003 bis 2010 zusammen

mit seinem Freund Fréderic Poutalier, mit dem er die

Domaine de Montcalmès gegründet hatte –, seit 2010

dann zusammen mit seiner Frau Sophie, ist der Weinberg

ein Hort an Biodiversität geworden, ein Kleinod,

das die beiden mit großem Aufwand hegen und pflegen,

und zwar mit dem Resultat, dass auch die Weine

immer komplexer und feiner werden, obwohl Vincent,

der ja bei Mas Jullien und Grange des Pères gelernt hat,

schon auf sehr hohem Niveau eingestiegen war.

Der „Saint Sylvestre – Blanc“ von 2020 fasziniert uns

vom ersten Moment an. Das beginnt schon bei der

intensiven Farbe, die mit ihrem intensiven Grün-Gold

an einen Chablis-Cru erinnert. Was sich dann aber im

Glas öffnet, wenn man es schwenkt (und man sollte

hier unbedingt zum Burgunderkelch greifen!), ist Süden

pur. Wenn Sie dann noch die Augen schließen und diese

Melange aus Jasmin und Orangenblüten, Veilchen und

Süßholz, Birnen und Orangen, Anis, blondem Tabak und

Melone in sich aufnehmen, werden Sie sich auf einem

sonnenbeschienen Platz an einem abgelegenen Ort der

Pyrenées Orientales wähnen – es fehlen nur noch die

zirpenden Zikaden! Das Faszinierende an diesem Wein

ist das Wechselspiel von expressiver Frucht und Würze

sowie einer für den Süden sehr bemerkenswerten

Frische und Säure. Schon im Duft kann man den

feuchten zerstoßenen Stein wahrnehmen, der am

Gaumen offensichtlich wird und sich dort mit der tiefen

Mineralität der alten Reben verbindet. Die Textur des

„Saint Sylvestre – Blanc“ ist herrlich fein und seidig. Samt

und Seide, Vanille, ein wenig Holz und Mandel-Brioche

sorgen für all die Kraft und Konzentration, die sich in

dieser Cuvée befindet. Der Wein gleitet mit feinem

Schmelz über den Gaumen und fächert sich im Finale

noch einmal in reife, fruchtige und pikant-würzige Noten

mit einem Hauch von Salz und weißem Pfeffer auf.

Ab sofort und bis sicherlich 2026 ein Genuss.

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FRANKREICH BURGUND

Joblot

„Die subtilen Verfeinerungen, die Juliette Joblot

in die Gleichung eingebracht hat, seit sie die Zügel

in die Hand genommen hat, zeigen, dass sich diese

Referenz-Domaine in Bestform befindet.“

– WILLIAM KELLEY (ROBERT PARKER’S WINE ADVOCATE)

Über die Domaine Joblot in Givry gibt es im Grunde nur eine (ungeteilte) Meinung:

Das Weingut ist die qualitative Spitze – nicht nur in Givry, sondern gehört auch zu den

besten Betrieben an der gesamten Côte Chalonnaise.

„Ein sonniger Jahrgang, der für kleine, vollreife Beeren und dichte, konzentrierte Weine steht.“

– Juliette Joblot über den Jahrgang 2020

„Der Jahrgang 2020 ist in Burgund enorm vielversprechend, insbesondere bei den Rotweinen.“

– Christy Canterbury MW (Tim Atkin Burgundy 2020 Special Report)

Unvergessen: Freitagmorgen, ein kalter Novembertag in

Givry. Wir sind auf unserer einwöchigen Reise durchs

Burgund zu Gast bei Joblot. Jean-Marc, einst „Rockstar“

der Region, heute mehr entspannter Entertainer, empfängt uns

in der urigen Probierstube. Wir verkosten uns durch die Givrys

des Jahrgangs, als eine kleine Familie den Raum betritt, um ihre

Bestellung abzuholen. Natürlich probieren sie sofort fleißig und

gespannt auf den neuen Jahrgang mit. Es bedarf nur der kurzen

Spanne zwischen zwei Cuvées, als eine Truppe geselliger Franzosen

(und wie sich später herausstellt, mit Jean-Marc offensichtlich

bestens bekannt) an die Tür der Probierstube klopft und sich

Sekunden später um den runden Tisch schart. Es sind jetzt etwa

15 Personen auf engstem Raum um den vermeintlichen Ruheständler

versammelt. Und der Star der Region unterhält die Leute

wie der beste nur denkbare Conférencier. Es wird gelacht, gescherzt

und Wein verkostet als ein junger Mann, seiner Berufskleidung

nach zu urteilen ein Sommelier vor Beginn des ersten

Service, etwas verzweifelt durch die Glastüre blickt. Öffnen lässt

sie sich – der Raum ist zum Bersten voll – beim besten Willen

nicht. Und so zieht er unverrichteter Dinge von dannen. Denn für

den Moment (und die nächsten anderthalb Stunden) ist die Bude

voll – an einem Freitag um 10 Uhr morgens! Jean-Marc ist eben

eine Ikone, auch wenn für sämtliche Weine mittlerweile seine

bezaubernde Tochter Juliette verantwortlich ist. Und die echten

Kenner pilgern weiterhin zur Domaine Joblot ins südlichen Givry.

Auch (oder gerade weil) es hier nur selten Heerscharen von Weinhändlern

oder Sommeliers hin verschlägt, da das nationale wie

internationale Augenmerk eher dem Zentrum des Burgunds,

den berühmten Appellationen der Côte d’Or wie Chambolle-

Musigny, Gevrey-Chambertin und Vosne-Romanée gilt. Aber

echte Kenner wissen eben auch, dass es höchste Zeit ist, sich mit

den Weinen der domaine einzudecken. Denn es gibt nicht allzu

viele Flaschen, und man muss recht schnell sein.

Denn inzwischen ist die Nachfrage nach den Preziosen des Weinguts

höher als je zuvor! Seit drei Generationen haben hier Männer

auf das Zepter geschwungen, nun aber leitet Juliette, Jean Marcs

Tochter, die Geschicke der domaine. Behutsam entwickelt

sie den Stil der Spitzenweine weiter. „Evolution statt Revolution“

sagt Juliette. „Ich strebe mehr Finesse und Frische an, mehr

Präzision. Über einen zurückhaltenderen Einsatz von neuem

Holz sollen die Weine noch mehr Balance bekommen, gerade

die Weißen.“ Eine Aufgabe, die Fingerspitzengefühl erfordert.

Ihr Vater Jean-Marc, eine Seele von Mensch und ein so intelligenter

wie eigenwilliger Kopf, der genau weiß, was er will, hat seit

den späten 1970ern und Anfang der 1980er-Jahre im Keller und

vor allem in den Weinbergen alles unternommen, um die Weine

seines Guts zu den besten Gewächsen der Region zu machen.

Mittlerweile genießt er es, isch auf den wohlverdienten Lorbeeren

auszuruhen, wohl wissend, dass mit Juliette die Zukunft der

domaine in besten Händen liegt.

Aber Juliette wäre nicht seine Tochter, wenn nicht auch ihr genau

diese Wesenszüge zu eigen wären. Und so feilt sie bereits

seit 2012, genau wie der Herr Vater es ihr vorgemacht hat, an

der Stilistik der Weine. Kleine Veränderungen hier und da, sei’s

im Keller oder im Weinberg, um die Burgunder noch ein wenig

zu verbessern. Das Ergebnis all dieser Bemühungen drückt sich

denn auch in den absolut faszinierenden Weinen von Joblot aus:

Sie paaren jene sprichwörtliche „burgundische“ Finesse mit Geschmeidigkeit

und einer fabelhaften inneren Dichte, Saftigkeit

und Konzentration. Pinot Noirs von vollendeter Schönheit mit

einer betörenden, klaren Frucht und grandiosen Delikatesse der

Aromen, fast schon lasziver Sinnlichkeit und unübertrefflichen

Transparenz, eingebettet in eine kühle, packende Mineralität.

Das ist ganz großes emotionales Kino!

30 PINWAND no 335 | März 2022


Joblot

BURGUND FRANKREICH

DOMAINE

JOBLOT

GIVRY

„DAS BESTE

WEINGUT GIVRYS“

CLIVE COATES MW

(„THE WINES OF BURGUNDY“)

31


FRANKREICH BURGUND

Joblot

Die exzellenten Lagen und liebevoll gepflegten Weinberge befinden

sich im beschaulichen, romantischen Dörfchen Givry, der

sicherlich dynamischsten der fünf Appellationen Côte Chalonnaise,

tief im Süden Burgunds. Die in höchstem Respekt vor der

Natur in sensibler, traditionell handwerklicher Arbeit gepflegten

Reben demonstrieren augenscheinlich, wo die Qualität der

Weine entsteht. Derart gepflegte Böden (in ihrer geologischen

Zusammensetzung mit den berühmten Crus von der Côte d’Or

quasi identisch), derart extrem ausgedünnte Trauben (keine

Beere berührt die andere!), derart aufwändige Laubarbeiten,

um Luft und Sonne an die Trauben zu lassen und dazu noch

(quasi, aber nicht zertifizierter) biologischer Anbau: Domaine

Joblot ist ein wahres Kleinod im nahezu undurchdringlichen

(Wein-)Dschungel von Burgund.

In den unterirdischen Kellern mit ihrem optimalen Mikroklima

werden die Weine mit großer Könnerschaft so schonend wie

möglich vinifiziert und ausgebaut – Weinwerdung als „sanfte

Geburt“. Kein Wunder, dass Parker und Meadows unisono konstatieren:

Die Joblots vinifizieren schlicht Referenzburgunder!

Und das Beste: Juliettes traumhafte Weine von der Côte Chalonnaise

besitzen die Qualität, nicht aber die Reputation der

teuren Prestigegewächse der Côte d’Or! Ein El Dorado also

für Weinliebhaber, denen die Qualität im Glas wichtiger ist als

das Etikett!

„Die Grundlagen unserer Philosophie ergeben sich aus der Wahl

der »culture raisonné« und einer Traubenernte bei perfekter

Reife. Um die Reintönigkeit zu bewahren, achten wir behutsam

auf jeden wichtigen Moment bei der Entstehung der Weine im

Herzen unserer Weinberge.“ – Juliette Joblot

Domaine Joblot (bei Tim Atkin unter den „Top 25 Producers“

der Côte Chalonnaise gelistet) genießt nun schon seit über zwei

Jahrzehnten Kultstatus, und Juliette schreibt am nächsten Kapitel

der Weingutsgeschichte: Hier können Sie, liebe Kunden,

einen der größten Geheimtipps aus einer der renommiertesten

Weinanbauregionen der Welt erwerben! Viele um ein Vielfaches

teurere Grand Crus mit viel berühmteren Namen haben gegen

diese Fabel-Weine nicht den Hauch einer Chance!

Vater und Tochter sind sich einig: Der höchste Ausdruck des

Pinot Noir ist seine Finesse. Eine Finesse, die in ihrer schönsten

Ausprägung in eine famose Kraft eingebettet, aber immer

mit einer unvergleichlichen Eleganz verbunden ist. Es ist nicht

die höchste Kunst, entweder einen finessenreichen oder einen

kraftvollen Wein zu machen, aber es ist extrem schwierig, eine

perfekte Balance zwischen beiden Kriterien herzustellen. Und

die besten Weine Burgunds vermögen das in exemplarischer

Qualität! Und in diese Phalanx der ganz großen Gewächse reihen

sich die großartigen Weiß- und Rotweine der sympathischen

Joblots ein. Es stimmt eben: „Joblot is the uncontested king in

the Givry appellation!“ (Robert M. Parker)

PS: Eine Anekdote sei rasch erzählt, denn sie schlägt die Brücke

zu unserer Eingangsgeschichte und veranschaulicht wunderbar,

welche Dynamik gerade in Givry herrscht. Denn als wir den

Jahrgangsbericht William Kelleys, Burgund-Verkoster des Wine

Advocate, lasen, mussten wir doch ziemlich schmunzeln. Aber

lesen Sie selbst:

„Die Domaine Joblot ist so schnell vollständig ausverkauft, dass

ich zu meinem Bedauern gezwungen bin, an dieser Adresse eher

skizzenhafte Weine aus dem Fass, als fertige Weine aus der

Flasche zu verkosten, aber der Jahrgang 2020 ist schon sehr vielversprechend.

Mit einer durchschnittlichen Erntemenge von

etwa 35 Hektolitern pro Hektar sind diese Weine reichhaltig,

aber lebendig, zeigen satte Farben und lebendige Säuren. Wie

ich schon früher geschrieben habe, produziert die Familie

Joblot in beiden Farben ernstzunehmende Weine mit Substanz

und Struktur, die sich in der Flasche wunderbar entwickeln; und

die subtilen Verfeinerungen, die Juliette Joblot in die Gleichung

eingebracht hat, seit sie die Zügel in die Hand genommen hat,

bedeuten, dass diese Referenz-domaine in Bestform ist.“

32 PINWAND no 335 | März 2022


Joblot

BURGUND FRANKREICH

Robert Parker’s Wine Advocate weiß: „Familie Joblot bringt

regelmäßig Givrys hervor, die ebenso gut oder besser sind als

die meisten Grands Crus von der Côte d’Or – nur dramatisch

günstiger im Preis!“

WEISS

GIVRY 1ER CRU „EN VEAU“, BLANC 2020

Von 16-jährigen Chardonnay-Reben aus der südöstlich aus gerichteten

Premier-Cru-Lage stammt dieser charmante Chardonnay.

Bei den in den letzten Jahrgängen immer besser gewordenen und daher stets sehr

schnell ausverkauften Weißweinen spürt man am deutlichsten die behutsamen

Veränderungen, die von Tochter Juliette initiiert worden sind. Liebe Leut’ ist das gut!

FBU040220 Givry 1er Cru „En Veau“, blanc 2020 13% Vol. 52,00 €/l 39,00 €

„En Veau“ ist ein 4,5 Hektar umfassender 1er Cru im Norden

Givrys, der auch von Master of Wine Jasper Morris

in der aktuellen zweiten Auflage seines Standardwerks

„Inside Burgundy“ als Lage bezeichnet wird, die

„besonders gut mit weißen Rebsorten funktioniert.“

Juliette Joblots wunderbar zugänglicher Chardonnay

von gerade einmal 16-jährigen Reben kann dies Urteil

bestätigen. Nicht, dass es sich hierbei um einen großen

vin de garde handelt, dieser Givry ist laut Juliette bewusst

für den Genuss in den ersten vier bis fünf Jahren

angedacht. Doch das gekonnte Spiel von zartem Holzausbau

und reifer Frucht bringt hier einen Typ Burgunder

hervor, der uns einfach ein breites Lächeln ins

max. 3 Fl. /Kunde

Gesicht zaubert. Es duftet hier nach Kamillenblüten,

Honigmelonen sowie Äpfeln, Quitten und Birnen.

Nur ein Hauch Holzeinfluss ist hier zu riechen. Am

Gaumen gleitet der Givry 1er Cru über den Gaumen,

zeigt sich leicht cremig und mit gelbpflaumiger Frucht

sowie etwas Mandel- und Wollwachs. Doch die feine

Säurestruktur belebt ihn im Nachhall, der mit Zitronat

nachhallt. Das hat uns schon im Vorjahr sehr überzeugt,

im Jahrgang 2020 hat Juliette Joblot nochmals

eine Schippe draufgelegt. Chapeau!

Ab sofort bei 12–14 °C zu genießen. Höhepunkt wohl ab

2023 bis 2028+.

33


FRANKREICH BURGUND

Joblot

GIVRY 1ER CRU „MADEMOISELLE“, BLANC 2020

Mademoiselle: Assemblage des 1er Crus „Servoisine“ mit ältesten Reben aus „En Veau“

FBU041020 Givry 1er Cru „Mademoiselle“, blanc 2020 13% Vol. 54,66 €/l 41,00 €

Getreu Aristoteles’ These „Das Ganze ist mehr als die

Summe seiner Teile.“ vermählt Juliette Joblot bei dieser

Cuvée zwei exzellente 1er-Cru-Lagen Givrys: Trauben

aus dem Cru „Servoisine“ von 95 Jahre alten Reben,

deren Südausrichtung für die nötige Ausreifung des

Chardonnays sorgt, treffen hier auf die ältesten Reben

aus dem 1er Cru „En Veau“. Und wer einmal das

Glück hatte, beide Parzellen separat vom Fass zu verkosten,

versteht diesen meisterlichen Kunstgriff. Denn

beiden Lagen erlangen nun eine Harmonie, die sie

einzeln nicht besitzen. Kein Wunder, dass Juliette hier

sogar 45 % neues Holz verwendet. Es zügelt die Kraft

der Weine und verhilft ihnen zu noch mehr Ausdruckstärke,

die all die schönen Konturen betont. Bei derartig

perfekten Proportionen würde man sagen: Das

scheint gewagt, doch wenn es jemand tragen kann,

dann „Mademoiselle“!

Hier bestätigt sich eine Beobachtung, die wir schon

vor einiger Zeit gemacht haben: Obwohl die Domaine

bei all ihren Weinen seit jeher auf einen hohen

Anteil neuer Fässer vertraut, wirken sie niemals holzlastig.

Das Holz vermählt sich hier bestens mit den

max. 3 Fl. /Kunde

intensiven Weinen. Ein Zeichen jahrzehntelangen Feinschliffs

und bester Kontakte zur tonnellerie François

Frères (auf die auch Zeitgenossen wie die Domaine

de la Romanée-Conti vertraut). Es duftet hier mehr

würzig und nach Getreide sowie einer Spur gereiften

Tabaks, statt nach Vanille- und Röstnoten. In diesem

noblen Rahmen tauchen dann gelbe Pflaumen,

Zironenmelisse und auch etwas Bienenwachs auf. Am

Gaumen erweist sich dieser 1er Cru dann als höchst

geschmeidig. Eine zart rauchige Note macht sich bemerkbar,

der Geschmack von neuem Holz verblasst

hier, alles konzentriert sich auf die Betonung der

gelben aber nicht exotischen Frucht, die hier durch kalkig-mineralische

Noten unterlegt ist. Ein solch seidiger

und intensiver Wein würde im Zentrum Burgunds,

an der Côte d’Or, gewiss das Doppelte kosten. Leider

hat unser Enthusiasmus einen Haken: Juliette erzeugt

von diesem Wein stets nur eine ganz kleine Menge.

Wer sich damit halbwegs bevorraten möchte, sollte

recht flink sein!

Ab sofort bei 12–14 °C zu genießen. Höhepunkt wohl ab

2023 bis 2030+.

„In beiden Farben produziert die Joblot-Familie seriöse

Weine mit Substanz und Struktur (…). Das ist eine

der besten Weinquellen der Côte Chalonnaise, und ich

kann sie nicht oft genug empfehlen.“ – William Kelley

(Robert Parker’s Wine Advocate)

34 PINWAND no 335 | März 2022


Joblot

BURGUND FRANKREICH

ROT

GIVRY 1ER CRU „CLOS DU BOIS CHEVAUX“, ROUGE 2020

„Clos du Bois Chevaux“: Bereits seit dem 13 Jahrhundert urkundlich bekannt!

FBU040720 Givry 1er Cru „Les Bois Chevaux“, rouge 2020 14,3% Vol. 52,00 €/l 39,00 €

Master of Wine Jasper Morris und Verfasser der Burgundbibel

„Inside Burgundy“, weist auf die große Historie

dieser Lage zurück. So finden sich dank des Zisterzienserklosters

La Ferté bereits im 13 Jahrhundert

Belege für den „Clos du Bois Cheveaux“. Heute gehört

der rein mit Pinot Noir bestockte, 13,58 Hektar

große Cru jedoch nicht mehr den Mönchen, sondern

drei domaines. Die Gemeinde Givry im Süden Burgunds,

der Côte Chalonnaise, gleicht einem echten Amphitheater

an großartigen Lagen. So reihen sich alle Spitzenlagen

L-förmig um den Gemeindekern. Der 1er Cru

„Les Bois Chevaux“ ist nach Osten ausgerichtet und

mit 20-jährigen Reben bestockt. Er liefert den vielleicht

schlanksten und geradlinigsten der Lagenweine

des Hauses.

Hélène Sarkis, eine hochbegabte Önologin, die Juliette

in ihrer Arbeit seit Jüngstem als Regisseurin unterstützt

und zuvor Stationen bei Biodynamikern wie

Zindt-Humbrecht im Elsaß oder Marie Thérèse Chappaz

(Wallis) absolvierte, hat an diesem Cru wahrlich

ihre Freude: „Dieser Cru bekommt deutlich weniger

Sonnenstunden ab als Cellier aux Moines oder die

Parzellen für den „Préface“. Außerdem besitzt er einen

Typ Kalk, der etwas kälter ausfällt, weniger Wärme

speichert. Das ergibt einen unglaublich feinen Pinot

Noir.“ Das zeigt sich auch bei unserer Fassprobe vergangenen

Spätherbst. Der Vertreter des 2020er-

Jahrgangs duftet fein nach Cassis, Zwetschgen

und roten Weinbergspfirsichen. Auch ein Hauch

roter Frucht taucht auf sowie etwas Nelke und

Kardamom. Das ist kein Dampfhammer-Pinot-Noir,

sondern ein sehr saftiger und fast schon schmeichlerischer

Givry. Wäre da nicht die so besonders feine Kalkader,

die ihm besonders im jugendlichen Stadium auch

grip verleiht. Die kühle Aromatik kommt uns als Finesse-Liebhabern

höchst entgegen. Er hat nicht ganz die

Anlagen zu einem Wein für „zwei Dekaden und mehr“

wie die von doppelt so alten Reben stammenden Crus

„Clos du Cellier aux Moines“ und „Servoisine“, betört

dafür aber gerade in der Jugend mit seiner Rassigkeit

und dürfte auch ansonsten über mindestens ein Jahrzehnt

schönste Weinerlebnisse vermitteln. Ein puristischer

Wein, voller Vitalität, dessen animierende Aromatik

und fast hedonistische Ausprägung die Delikatesse

dieses Crus früher als gewohnt zum Vorschein bringen.

Unser geheimer Favorit der 2020er-Kollektion!

Zu genießen ab sofort (idealerwiese um 14–16 °C)

bis nach 2034+.

GIVRY 1ER CRU „CLOS MAROLE“, ROUGE 2020

Nicht von ungefähr auch als „Clos Grand Marole“ bekannt!

FBU040320 Givry 1er Cru „Clos Marole“, rouge 2020 14,3% Vol. 52,00 €/l 39,00 €

Der 4,4 Hektar große 1er Cru „Clos Marole“ bildet zusammen

mit dem „Cellier aux Moines“ die Spitze der

Crus des Hauses. Letztes Jahr fiel die Ernte jedoch so

gering aus, dass wir Ihnen diesen Wein leider nur im

Paket mit den anderen Lagenweine anbieten konnten.

Zum Glück haben sich 2020 die Erträge von diesem

Spitzen-Cru aus über 40-jährigen Reben erholt!

Der „Clos Marole“ wirkt stets sehr kraftvoll. Er fällt

auch im dieses Jahr gang lagentypisch dunkler und

intensiv aus. Es duftet nach reifen Pflaumen, Brombeeren

und Schwarzkirschen. Das Bouquet ist derart

intensiv und präsent, dass man am liebsten in den feinen

Duft eintauchen möchte! Eingebettet zwischen

den ebenfalls als 1er Cru klassifizierten Lagen „Boix

Cheveaux“ und „Cellier au Moines“, besitzt er einen

höchst eigenständigen Charakter. Die dunkle Würze

zieht sich auch am Gaumen fort, wo fleischige, aber

weiche Tannine diesen geschmeidigen Givry leiten.

Wie alle Weine der diesjährigen Kollektion besticht

max. 2 Fl. /Kunde

der „Clos Marole“ durch präsente und saftige Frucht.

Man kommt einfach nicht umhin ihn in großen Schlucken

zu genießen. Nicht zuletzt die dunkle Frucht

und attraktive Würzigkeit erinnern an einen größeren

Wein von der Statur eines Vosne-Romanées oder

Morey-St-Denis.

Ein Premier Cru, der für die Côte Chalonnaise geradezu

exemplarisch ist und eine klare Kampfansage

selbst an die großen Weine der Côte d'Or, die ein

Mehrfaches dieses traumhaften Weins kosten. Kein

Wunder, erinnert doch – eine Laune der Natur – die

Kalkformation des „Marole“ an eben genau jene des

weltberühmten Clos de la Roche! Das ist Burgund

pur, intensiv, bestens ausbalanciert und von einer

Grazie, wie sie so (fast) nur Pinot Noir

hervorbringen kann!

Höhepunkt etwa 2024 bis nach 2040.

90–93 Punkte

PARKER

35


FRANKREICH BURGUND

Joblot

GIVRY 1ER CRU „SERVOISINE“, ROUGE 2020

„Er erinnert an eine dynamischere Version des 2018ers.“

– William Kelley (Robert Parker’s Wine Advocate)

max. 2 Fl. /Kunde

FBU040420 Givry 1er Cru „Servoisine“, rouge 2020 14,3% Vol. 52,00 €/l 39,00 €

91–93 Punkte

„Schade, dass wir nicht Givry-Chambertin heißen,“

schmunzelt Jean-Marc bei unserer Verkostung, als

ein Stammkunde anmerkt, dass man zu diesem kleinen

Preis von den renommierten Appellationen Burgunds

kaum Vergleichbares bekäme. Das ist typisch

Jean- Marc. Der „Rockstar“ Burgunds fühlt sich in

seiner Rolle als Entertainer bei unserer Verkostung

pudelwohl und wirkt tiefenentspannt. Denn er weiß,

dass mit seiner Tochter Juliette eine Generation die

Führung übernommen hat, die mit größtem Talent,

unbändigem Ehrgeiz, einer Spitzenausbildung sowie

internationaler Weitsicht das ihr übergebene Erbe

erfolgreich ausbauen wird.

PARKER

Für uns zählt der 7,49 Hektar große „Clos de la Servoisine“

stets zu den absoluten Lieblingslagen. Er ist

vielleicht sogar das Aushängeschild des Weinguts,

nicht weil er der komplexeste, der beeindruckendste

Cru der Domaine ist, sondern weil er schlichtweg zeigt,

wie ehrlich und attraktiv die Appellation Givry ist,

wenn man preiswerte aber anspruchsvolle Burgunder

sucht. Wir hatten schon das Glück einige reife Jahrgänge

zu verkosten, dabei denken wir an einen magischen

2005er und hedonistischen 2009er, den ein guter Kunde

mit uns spontan an einem Freitagnachmittag teilte

und damit den Weg ins Wochenende versüßte. Und

jedes Mal denken wir: Es könnte so einfach sein, davon

zwei Kisten wegzulegen und über zehn bis 15 Jahre von

einfach umwerfenden Burgundern zu profitieren, die

noch erschwinglich sind.

Der 2020er erweist sich als wunderbar feinwürzig und

nach Brombeeren duftender Givry; Süßkirschen breiten

sich mit Luftkontakt aus, ein Hauch Minze schwebt

ins Geschehen. Am Gaumen zeigt dieser charismatische

Pinot Noir die feine Klinge. Die Struktur des Weins

deutet es bereits an: Reifepotenzial ist hier ausreichend

vorhanden. Wer die großartigen Weine Joblots

etwas früher trinken will, greife zu den anderen Crus,

hier wird jedes Jahr Warten belohnt, wie man es früher

vom Sparbuch gewohnt war (und heute nicht mehr

kennt). Die neuen Fässer (ganze 50 % neues Holz!) hat

der dichte Wein mühelos geschluckt, sie sind bereits

jetzt bestens integriert. Das zeigt auch, welch Extrakt

und Kraft in diesem Wein stecken. Sicherlich einer der

schönsten „Servoisine“, den wir wie William Kelley der

ähnlichen Grundaromatik wegen beim 2018er einsortieren,

aber deutlich höher bewerten, da die feine

Säureader einfach für mehr Vitalität und Frische im

Nachhall sorgt.

Ideal wohl ab 2024 bis 2040. Wer nicht warten kann,

greife unbedingt zu Karaffe und großen Gläsern.

36 PINWAND no 335 | März 2022


Joblot

BURGUND FRANKREICH

GIVRY 1ER CRU „CLOS DU CELLIER AUX MOINES“, ROUGE 2020

„Hier entsteht ein hervorragender Wein.“

– William Kelley (Robert Parker’s Wine Advocate)

„Es steht außer Frage, dass diese südlich ausgerichtete Lage mit ihrer mittleren

bis steilen Neigung ihren Premier-Cru-Status verdient.“

– Jasper Morris MW („Inside Burgundy“)

max. 3 Fl. /Kunde

FBU040620 Givry 1er Cru „Clos du Cellier aux Moines“, rouge 2020 14,3% Vol. 52,00 €/l 39,00 €

13,4 Hektar ist der legendäre Premier Cru „Clos du Cellier

Aux Moines“ groß, der zu den absoluten Filetstücken

der Appellation zählt. Bis ins 13. Jahrhundert lässt

sich dieser Teilabschnitt urkundlich zurückverfolgen.

Er zählt alljährlich zu den mit Höchstwertungen bedachten

Favoriten. Der Jahrestrias 2017, 2019, 2020

traut Kelley bis zu 94 Punkten zu, und das schon aufgrund

einer frühen Fassprobe (mehrfach betonte er

bereits, dass er sich selbst als Kritiker sputen muss,

denn die Weine Joblots sind stets rasend schnell ausverkauft).

Das Geheimnis dieser Lage: der höhere Gehalt

an Aktivkalk und weniger Lehm. Was einen sehr

feinen und mineralischen Wein ergibt, der weniger

in die Breite geht, dafür an Finesse deutlich zulegt.

Dieser Cru zählt zu den bevorzugten Terroirs in Givry.

Schon die Zisterziensermönche wussten um die Vorzüge

dieses im Norden der Appellation gelegenen

Crus auf ton- und kalkhaltigen Böden mit komplett

südlicher Ausrichtung und Blick auf das Dorf. Er galt

als Juwel unter den Lagen des Burgunds. Wir wiederum

wissen um die auf die Erlangung irdischer Sinnesfreuden

bedachten Anstrengungen der frommen und

strebsamen Mönche (die Wartezeit auf das himmlische

Paradies wurde schon immer mit überaus irdischen

Stimmungsaufhellern überbrückt), folgerichtig wurde

flugs ein Mäuerchen um dieses Stückchen Erde gezogen

(daher der Begriff „Clos“) und über Jahrhunderte lang

der Spiritualität mit dem Saft des biblischen Rebstocks

aus dieser privilegierten Parzelle auf die Sprünge

geholfen.

Juliettes 2020er „Cellier aux Moines“ duftet intensiv

und komplex nach Schwarzkirschen und eingelegten

Maraschino-Kirschen. Ein Hauch Blutorangen,

sogar der duftig-ölige Abrieb solcher Zitrusfrüchte

steigt hier aus dem Burgunderpokal. Das Bouquet

ist wunderbar präsent, eine für uns charakteristische

Eigenschaft des 2020er-Jahrgangs, der früh gelesen

wurde. Die Côte Chalonnaise hat hier enorm viel zu

bieten. Nicht umsonst erwähnt Jasper Morris MW

(„Inside Burgundy“), dass die nach dem Bouzeron

zweitkleinste Appellation dieses südlichen Teilabschnitts

Burgunds vor der Reblauskatastrophe zu den

„meistgesuchten Weinen“ zählte. Ganze 178 der nur

393 Hektar umfassenden Appellation sind als Premier

Cru eingestuft! Am Gaumen erweist sich dieser von

einem Hauch asiatischer Gewürze begleitete

Givry als kraftvoll und von fleischigen

Tanninen geprägt, dazu dann saftige

Zwetschgen tauchen auf, Nelke und Schwarzkirschen.

Das ist ein purer Hedonist, der die Vorzüge des 2020er

Jahrgangs verkörpert. Der „Cellier aux Moines“ ist eine

Orgie verführerischer Frucht und subtiler Mineralität!

Ein Givry, der mit dem Garantieschein auf ein langes

und glückliches Leben die domaine verlässt. Auch hier

drückt sich bereits Juliettes Einfluss aus: weniger Holz,

weniger Power, mehr Harmonie und Gleichgewicht,

reinere Frucht.

Der jugendliche Charme täuscht leicht darüber hinweg,

dass dieser Weine bis weit nach 2040 reifen kann.

Höhepunkt wohl ab 2025.

92–94 Punkte

PARKER

37


FRANKREICH BURGUND

Joblot

GIVRY 1ER CRU „L’EMPREINTE“, ROUGE 2020

Die allerbesten Trauben des Jahrgangs vom allerbesten Betrieb Givrys!

FBU041220 Givry 1er Cru „L’Empreinte“, rouge 2020 14,3% Vol. 54,66 €/l 41,00 €

„Die Rotweine von Givry können die charmantesten

und stilvollsten der Côte Chalonnaise sein und liegen

in ihrer Struktur auf halbem Weg zwischen denen von

Rully und Mercurey.“ fasst Altmeister Clive Coates

seinem Opus magnum „The Wines of Burgundy“ über

die Gemeinde zusammen. Die Domaine Joblot stellt

für ihn eindeutig den besten Betrieb dar. Was also kann

es Schöneres geben, als den Spitzenwein der Spitzendomaine

zu trinken? Juliette Joblots „L’Empreinte“

(„Fußbdruck“) ist diese Top-Cuvee. Mit ihrem Wein

aus den allerbesten Trauben des Jahrgangs möchte sie

etwas Bleibendes hinterlassen.

Seit 2012 führt sie nun auf dem väterlichen Weingut

Regie. Im Jahrgang 2016 setzte sie eine kühne Idee,

mit der sie sich schon lange beschäftigt und an der

sie viel gearbeitet hat, in die Tat um. Von jedem

Premier Cru hat sie das beste Fass ausgewählt, um es

zu einem neuen Wein zu verschneiden: der Quintessenz

aller 1er Crus der Domaine Joblot, um die Summe

der vorzüglichen Einzelteile und Stärken einer jeder

Lage zu einem großen, noch besseren Ganzen zusammenzuführen:

„L’Empreinte“, das neue Flaggschiff der

Domaine, war geboren. Bereits der Jungfernjahrgang

konnte sich sehen lassen, überzeugte nicht nur

Juliette, sondern auch die zahlreichen Joblot-Fans

von dem neuen Projekt. Und so steht nun der

fünfte Jahrgang in den Startlöchern.

Wie schmeckt denn nun solch ein Spitzenwein? Noch

feiner und purer als alle anderen Lagen. Denn wir sind

hier weiter im Burgund, wo man Finesse vor Kraft

schätzt. Und Juliette möchte keinen breitschultrig-imposanten

Wein vinifizieren (da überlässt sie gerne den

teuren Super-Toskanern und anderen Hyperweinen

das Feld), was ihr am Herzen liegt, ist die schlüssige

Antwort auf die Frage nach dem bestmöglichen Wein

des Jahrgangs.

Dieser tief lilafarbene Pinot Noir, der im Jahrgang 2020

zu 40 % in neuem Holz (fast ausschließlich vom Spitzentonnelier

ihrer Wahl, François Frères) ausgebaut wurde,

duftet hauchfein nach Zwetschgen in all ihren

Facetten. Der Wein wirkt seiner subtilen Nase geradezu

aufgeräumt und klar strukturiert, am Gaumen

scheint er wie aus einem Guss, die Tannine sind noch

dicht beisammen und straff, üben zarten Druck aus

und schieben die saftige Frucht über die Zunge. Die

Mineralität aus den kalkigen Terroirs Givry liegt wie

ein solides Fundament unter der komplexen Aromatik

und verleiht diesem edlen Tropfen gemeinsam mit

den fleischigen Gerbstoffen eine Struktur, die dem

„L’Empreinte“ ein langes Leben verheißt. Das schmeckt

aufregend anders als die einzelnen Premier-Cru-

Füllungen! Natürlich versuchen wir bei

der Verkostung das eine oder andere

Gewächs in diesem Wein wiederzuerkennen,

die Typizität einer Lage

herauszuschmecken, aber die Idee eines bestimmten

Crus blitzt nur kurz auf, um sofort

von neuen Eindrücken weggespült zu werden

– absolut faszinierend! Dieser neue Pinot-

Stern braucht viel Zeit. Bei Freigabe noch ein echtes

„Baby“, das erst am zweiten Tag nach Öffnen

erahnen lässt, wohin hier die Reise geht. Wer ihn

jetzt probieren möchte, entkorke ruhig 24 Stunden

vor Genuss (ein Dekantieren empfehlen wir bei zarten

Pinot Noirs eher nicht) und verkoste dann über

mehrere Tage – es lohnt sich!

„L’Empreinte“ bedeutet „Abdruck“ oder auch „Fußspur“:

Die Geschichte des Weinguts, die Essenz seiner großen

Lagen eingefangen und verschmolzen in einem

einzigen Wein.

Im jugendlichen Stadium empfehlen wir den Wein lediglich

12 Stunden vorher zu entkorken (ein Belüften im großen

Dekanter halten wir bei zarten Pinot Noirs für eher

kontraproduktiv) und sich in der Flasche entfalten zu

lassen. Trinkreif ab 2025, Höhepunkt wohl 2027 bis 2048.

38 PINWAND no 335 | März 2022


Joblot

BURGUND FRANKREICH

„Die Domaine Joblot ist so schnell vollständig

ausverkauft, dass ich zu meinem Bedauern gezwungen

bin, an dieser Adresse eher skizzenhafte Weine aus dem

Fass, als fertige Weine aus der Flasche zu verkosten, aber

der Jahrgang 2020 ist schon sehr vielversprechend.“

– William Kelley (Robert Parker’s Wine Advocate)

39


ITALIEN VENETIEN

Adami

ADAMI

PROSECCO

„WIR BESTELLEN DAS

LAND, DAS UNS VON

UNSEREN KINDERN

GELIEHEN WURDE.“

FRANCO ADAMI

Die wunderbare Leichtigkeit des Seins.

Wir tanzen in laue Sommerabende!

Höchstbewertete spumanti in Robert Parker’s Wine Advocate „Franco Adami ist die

Personifikation des Prosecco – Mr. Prosecco himself!“) und in Merum. Und mehrfach

„tre bicchieri“ im Gambero Rosso! Adami gilt unter Kennern als die Nr. 1 des Prosecco!

Prosecco und Prosecco: Das sind in der Realität zwei komplett

getrennte Welten, die nichts miteinander zu tun

haben. Teils von unterirdischer „Qualität“ zu Dumpingpreisen,

im Bestfall ein ernsthafter Konkurrent erstklassiger Champagner.

Natürlich in einem ganz anderen Stil: Hier schmecken

wir die italienischen Seiten des Lebens. Die besten Prosecchi

werden im Hügelgebiet im Norden von Treviso erzeugt, zwischen

Conegliano und Valdobbiadene, einer Landschaft von

faszinierender Schönheit, die auch Teil des UNESCO-Welterbes

ist. Die Umgebung des Weinguts erscheint mit dem Ausblick

auf die Dolomiten nur auf den ersten Blick ein wenig rau und

wild. Die Casa Adami umfasst nämlich zwölf Hektar Weingärten

in bester Lage, die sich auf Höhen von bis zu 400 Metern

erheben und bestens geschützt liegen. Der Prosecco gehört

hierher wie der Chianti in die Toskana und der Barolo ins

Piemont. Liebhaber schwören, das könne man riechen! Das könne

man schmecken! Die Landschaft und das wellige, teils sehr steile

Mosaik der Rebparzellen perlten aus jeder Flasche. Und das wollen

wir Ihnen mit unseren handwerklich hergestellten Schaumweinen

der Brüder Franco und Armando Adami beweisen,

die durch eine betörende Nase, faszinierende Frische, feine

Fruchtigkeit und ihre Eleganz beeindrucken.

Es ist Herbst, die Sonne scheint über dem Herzen von Prosecco-Land.

Eine zarte Novembersonne wärmt die Luft, von der

die Menschen sagen, sie sei frizzante – prickelnd. Das Mittagslicht

wärmt aber auch die Herzen der Menschen und macht

richtig Lust auf ein Gläschen Prosecco. Und dann werden es

gleich ein paar mehr, die Stimmung ist beschwingt. Und wir erleben

die Faszination Terroir im Prosecco! Armando und Franco

Adami zeigen uns, dass es nicht nur möglich ist, exzellente, sondern

auch einzigartige Schaumweine mit einem unverwechselbaren

Charakter herzustellen. Aber, das weiß Franco Adami nur

zu genau, das kann man nur „im Herzen“ der Appellation: „Der

Wein aus dieser Region ist nicht einfach besserer Prosecco.

Es ist schlicht der Original-Prosecco. Der echte, historische

Prosecco kommt nur aus Conegliano und Valdobbiadene. Und

nicht aus den fruchtbaren Ebenen. Basta.“ Und wie recht Franco

mit dieser klaren Aussage hat: Wie überall auf der Welt ist das

Terroir die Grundlage für die Einzigartigkeit eines Weins.

PS: „Frische“ ist die Maxime der Adamis – bis zu hundert Mal

im Jahr füllen die Geschwister ihre sprudelnden Variationen ab!

40 PINWAND no 335 | März 2022


Adami

VENETIEN ITALIEN

„GARBÈL“ BRUT DOC PROSECCO DI TREVISO

Feinster Sommerwein, der jede Party rockt! Und: naturally refreshing!

IVE010400 „Garbèl“ Brut DOC Prosecco di Treviso 11% Vol. 15,93 €/l 11,95 €

„Muss es denn wirklich immer Prosecco sein?“ fragen

sich – alle Jahre wieder – Journalisten aus aller

schaumweingeneigten Herren Länder, um (auch hier

grüßt jährlich das Murmeltier) die immer ähnlich lautende

Antwort gleich nachzuliefern: „Und ob, aber

nur wenn er gut ist!“ Seltsam, ist das nicht arg „allgemeinplatzend“,

gilt das nicht für jeden Wein? Peter

Keller von der NZZ brachte es jüngst kurz und knapp

auf den Punkt: „Das Geheimnis eines guten Schaumweines

ist überall das gleiche: Die Erzeuger produzieren

ihn aufwendig, mit Rebsorten von einem exzellenten

Terroir, mit der zweiten Gärung in der Flasche

sowie einer möglichst langen Reifung auf der Hefe.“

Und natürlich ist das alles kein Geheimnis, sondern

eine Frage des winzerischen Könnens und Wollens.

Und Adami kann’s und will’s halt! Schon der Name

des Proseccos ist Programm: Das mundartliche

„Garbèl“ beschreibt die angenehme, ja befriedigende

Empfindung, die der trockene und frische, angenehm

säurebetonte Wein am Gaumen hinterlässt (ein Zustand,

den man – Schluck für Schluck – immer wieder

wiederholen möchte!). Die dichte, dabei feine

Perlage im Glas ist nicht nur optisch sehr reizvoll,

befördert sie doch auch verführerische florale Noten

und frische Fruchtaromen (insbesondere Birnen, Pfirsich,

Melone und reifer Apfel). Das Zusammenspiel

von perfekt eingebundener Säure und den delikaten

Fruchtaromen, die sich auch am Gaumen wiederfinden,

prädestiniert diesen – beileibe nicht leichtgewichtigen!

– Spumante (100 % Glera) zum perfekten

Apéritif-Prosecco. Aber auch jenseits dieser

Eröffnungssituation würden wir immer wieder zum

„Garbèl“ greifen, denn (und um F. Scott Fitzgerald zu

paraphrasieren): „Zu viel von allem ist schlecht. Aber

zu viel Prosecco ist genau richtig.“

Ein Prosecco, fürs Hier und Jetzt, ein Apéritif

„per eccellenza“!

„DEI CASEL“ EXTRA DRY DOCG PROSECCO DI

VALDOBBIADENE SUPERIORE

Grandios charmanter Apéro!

IVE010300 „Dei Casel“ Extra Dry DOCG Pr. di Va. Superiore 11% Vol. 18,00 €/l 13,50 €

Als „Dei Casel“ werden in Venetien umgangssprachlich

die kleinen Häuschen benannt, in welchen

Werkzeuge verstaut werden oder die bei Regen

Unterschlupf bieten. Aber „Dei Casel“ ist auch der

Spitzname der Familie Adami in der Region und

drum gibt es seit jeher jene berüchtigte Cuvée. Dieser

Prosecco (100 % Glera) stammt von Lagen in bis

zu 300 Höhe der Gemeinden Valdobbiadene, Vidor

und Farra di Soligo. Die kalkhaltigen Tonböden sind

hier für erfrischenden und schlanken Prosecco, wie

er im Hause Adami üblich ist, geradezu prädestiniert.

Dieser klassisch nach dem „Metodo Italiano“

im Stahl ausgebaute Prosecco ist ein hervorragender

Aperitif – sommers wie winters: Im Duft einladend

frisch, weißfleischiger Pfirsich, Apfel- und Akazienblüten.

Der „Die Casel“ überrascht am Gaumen

mit mineralischer Note und zartester Perlage. Dank

der „Extra Brut“-Dosage zeigt sich der Prosecco

schlank und doch anschmiegsam ohne jemals süßlich

zu schmecken. Seine frische Erscheinung macht

ihn zum idealen Begleiter von Hefegebäck wie etwa

Panettone sowie taralli und natürlich jede Art von

Antipasti. Prosecco dieser Qualität ist tatsächlich

der fröhlichste und sofern eiskalt serviert unkomplizierteste

Schaumwein der Welt! Hier kommen

große Emotionen auf und vor allem steigt die Laune

auf ausgiebige Feiern an lauen Sommerabenden.

Italien, wie es zugänglicher und verführerischer

nicht sein kann!

Gerne im Eiskühler bei 7–9 °C servieren, aus großvolumigen

Schaumwein – oder Weißweingläsern. Reifepotenzial

von 2–3 Jahren auf der Flasche, wobei wir die

intensive Frische im ersten Jahr am meisten schätzen.

41


ITALIEN VENETIEN

1

Herz

Merum

93

Punkte

falstaff

Adami

„VIGNETO GIARDINO“ DRY DOCG

PROSECCO DI VALDOBBIADENE

SUPERIORE, 2020

Erster Einzellagen-Prosecco des Valdobbiadene!

„BOSCO DI GICA“ BRUT DOCG

PROSECCO DI VALDOBBIADENE

SUPERIORE

Prosecco „kann auch komplex“

– und ist dabei wunderbar elegant!

1 Herz – Merum (Taschenführer Wein 2020/2021)

IVE010200

„Bosco di Gica“ Brut DOCG Prosecco

di Valdobbiadene Superiore

11% Vol. 18,53 €/l 13,90 €

Im Herzen der besten Anbauzone, auf den Hügeln von Valdobbiadene,

Vidor und Farra di Soligo, wachsen die Trauben

für diesen reinsortigen Prosecco auf hervorragendem Terroir,

vornehmlich Kalkböden, die gen Süden ausgerichtet sind. Der

„Bosco di Gia“, der nach einem schon im sechsten Jahrhundert

urkundlich erwähnten Wäldchen bei Colbertaldo (hier befinden

sich auch die ersten Weinberge der Familie) benannt ist, schimmert

in hellem, silbrigem Gelb mit zart grünlichen Reflexen im

Glas. Die Cuvée aus Glera (95–97 %) und einer Spur Chardonnay

(3–5 %) brilliert mit einer feinen langanhaltenden Perlage, die

eine wunderbare „Gemengelage“ von Aromen wunderbar befördert:

Im Duft, und herrlich animierend, gelbe Äpfel, Abate-

Fetel-Birne, Honigmelone, Zitronenmelisse und Holunderblüte,

am Gaumen betörend und erfrischend zugleich, mit einer für

einen Prosecco geradezu „gestalteten“, dabei zarten, angenehm

zitrischen Säure (Grapefruit) – das weckt Sommergefühle und

die Freude am beschwingten leichtfüßigen italienischen Leben.

Bei aller Frische: Dieser Prosecco „kann auch komplex“, absolut

bemerkenswert Länge und Nachhall, die in Kombination mit

dem niedrigen Alkoholgehalt (von 11 Vol.-%) eine so schwebende

wie nachhaltige Leichtigkeit vermittelt! Wie alle spumanti von

Adami gut gekühlt (8 °C) unglaublich unbeschwert (und in verblüffend

großen Mengen) zu genießen! Natürlich nicht nur

„solistisch“, sondern gerade in Verbindung mit frischen Erdbeeren

oder Honigmelone mit Parmaschinken, von würzigen Knabbereien

bis salumi. Auch die klassische Fruchtbowle, die soviel besser

als ihr Ruf ist, kann mit dem „Bosco di Gica“ nur gewinnen

– ein Sorbet oder eine granità ohnehin!

„Naturalmente“ ab sofort, Frische ist Trumpf!

93 Punkte in Falstaff, zweithöchste Wertung

aller Prosecco Superiore!

IVE010520

„Vigneto Giardino“ Dry DOCG Prosecco

di Valdobbiadene Superiore, 2020

11% Vol. 20,66 €/l 15,50 €

Giardino ist die historische Valdobbiadene-Lage, die noch Francos

Großvater bepflanzt und 1920 erworben wurde. In diesem

natürlichen Amphitheater reifen die schönsten Trauben der

Kellerei, die Franco und Armando in einen Prosecco von großer

Finesse verwandeln. Dabei zeigt sich hier auch Adamis besondere

Stellung unter allen Prosecco-Häusern des Valdobbiadene.

Denn der Terroir-Gedanke prägt seitjeher die Philosophie des

Hauses. So wundert es nicht, dass der „Vigneto Giardino“ als erster

Einzellagen-Prosecco des Valdobbiadene gilt und damit Vorbild

für mehrere Generationen der Region darstellt. Die Reben

(100 % Glera) wachsen hier in 200 bis 250 Metern Höheauf Kalkstein-Terroir

mit Ton. Leitgedanke ist hier der typische „Fruchtbecher“

(macedonia), den guter Prosecco verströmt; eine Ansammlung

frischer Früchte. Frische und Leichtigkeit (11 Vol. %)

prägen den noblen Prosecco. So duftet es hier zart nach frischen

Birnenspalten, Pampelmusen und Nektarinen. Gelbe

Äpfel und vom Sommerwind duftende Akazien tummeln sich

als florale Kopfnote über dem feinsinnigen „Vigneto Giardino“.

Dieser feine Prosecco strahlt Harmonie und Grandezza aus.

Die Perlage ist fein und animierend, die Aromatik nimmt hier

die zahlreichen Früchten aus dem Bouquet wieder am Gaumen

auf. Dabei hallt der Lagen-Schaumwein mit feinem Aroma nach

frisch geschälten Mandeln aus. Für uns stellt dieser Prosecco

den Inbegriff von Frische und Leichtigkeit dar, ohne eben an

Anspruch einzubüßen. Dieser Spagat gelingt dem Hause Adami

wie nur einer Handvoll anderer Betriebe Venetiens.

Kurzum: Hervorragend geeignet als Apéritif für intensive Begegnungen

mit lieben Menschen und rauschenden Festen; als

Begleiter von Gebäck, Kuchen, zu reifem Obst (Pfirsich, Melone)

und allem, was Sie persönlich gerne auskosten wollen …

Im Unterschied zu vielen anderen Prosecchi, die einfach jung getrunken

werden wollen, haben wir es hier mit einem Lager- und

Entwicklungspotenzial von 3–5 Jahren zu tun. Tipp: Adami empfiehlt

diesen noblen Prosecco nicht aus der aromenschmälernden

Sektflöte, sondern unbedingt aus etwas größeren Weißweingläsern

zu genießen.

42 PINWAND no 335 | März 2022


Adami

VENETIEN ITALIEN

93

Punkte

falstaff

„COL CREDAS“ EXTRA BRUT

DOCG PROSECCO DI

VALDOBBIADENE SUPERIORE, 2020

„Tänzelt leichtgewichtig über die Zunge.“

– Falstaff

IVE010720

„Col Credas“ Extra Brut DOCG Prosecco

di Valdobbiadene Superiore, 2020

11,5% Vol. 21,20 €/l 15,90 €

In jeglicher Hinsicht „superiore“!, dieser Single-Vineyard-Prosecco,

der aus einem Weinberg bei Credazzo, dem „Col Credas“

stammt. Und vor allem einer der intensivsten Schaumweine von

Adami: ein Prosecco aus den sogenannten rive, deren Tonböden

und steile Süd-Süd-Ost-Ausrichtung eines der Flaggschiffe des

Hauses entscheidend prägen. Ein großer Wein, der – anders als

die unzähligen Apéro-Schäumer der Region – auch ein ganzes

Menü perfekt begleiten kann.

Im Bouquet zeigt sich hier (sehr reizvoll!) Aprikose, begleitet von

Äpfeln und etwas Akazienhonig. Im Duft im besten Sinne „weinig“

aufgrund feiner Brioche-Noten! Am Gaumen zeigt sich die Perlage

fein und lebendig, ist aber derart fein gewirkt, dass man sich

eines Breiten Dauerlächelns kaum erwehren kann. Aromen von

Feingebäck auf der Zunge, auch Aprikosen sind mit von der Partie,

und am Gaumen fühlt sich der Prosecco herrlich herb und, ganz

große Überraschung, richtig trocken an. Leicht wie eine Feder

schwebt er über die Zunge, ist schlank, hat wenig Alkohol

(gerade einmal 11 Vol.-%) und brilliert am Zungenrand mit

feinen Salzaromen. Hier klebt nichts, hier schiebt sich keine

Süße in den Abgang, hier ist alles wunderbar harmonisch und

elegant. Prosecco, der mit den ganzen banalen und seelenlosen

Blubberweinen aus industriellerer Produktion (ausschließlich

Tal-Lagen) nichts zu tun hat. Das ist kein Bussi-Bussi-Schickimicki-Billigsprudel,

sondern Stoff für Kenner der Materie: ein

formidabler Schaumwein. Man dürfte sowas in diesem Kontext

daher eigentlich nicht sagen, aber das ist der perfekte Partner

zu wirklich hochwertigen Kartoffelchips (lediglich mit etwas

Meersalz gewürzt!). Natürlich funktioniert er aber auch eine

Spur nobler zu Langusten, Shrimps und Ähnlichem. Lassen Sie

es ploppen und genießen sie das Perlenspiel. Valdobbiadene wie

es sich gehört. So geht, so muss Prosecco!

Ab sofort, aber auch noch in 2–3 Jahren ein Genuss!

„CARTIZZE“ DRY DOCG

PROSECCO DI VALDOBBIADENE

SUPERIORE DI CARTIZZE

Der Prosecco-Olymp – mehr geht nicht!

IVE010600 „Cartizze“ Dry DOCG Prosecco di

Valdobbiadene Superiore di Cartizze

11% Vol. 30,66 €/l 23,00 €

Schlichtweg betörend ist der Duft, der in die Nase strömt. Reifer

Apfel, ein wenig Birne und die Blütenblätter roter Rosen. Und

dann, kaum im Mund, findet man sich in einem italienischen

Film der 60er-Jahre wieder. Sinnlich, kurvig, sexy, verführerisch,

erotisch und in gewisser Weise auch ein wenig opulent. Auch

am Gaumen reifer auf der Zunge, Aprikosen, Birnen und eine

Scheibe Ananas. Cremig steht der „Cartizze“ in seiner prallen

Schönheit auf ihr, lullt sie ein und zeigt, warum er das Prädikat

„Verführer“ trägt, und auch verdient. Für uns gehört er schon

seit geraumer Zeit zu den besten Prosecchi, die wir kennen –

eine Bekanntschaft, die wir auch sehr gerne immer wieder

erneuern!

Das ist schon das Oberhaus, ach was, der Olymp! Und eine

ziemlich erregendes Schauspiel, was sich da am Gaumen tut!

Wie unendlich fein es dort prickelt, wie saftig „dry“ sein und wie

perfekt man 24 bis 26 Gramm Restzucker in einem Prosecco verstecken

kann …! Wo bitte sind die hin? Nach dem Öffnen dematerialisiert?

Incredibile! Wir trinken aus und gönnen uns ein zweites

Glas von diesem zauberhaften Schäumer. Diese elegante

Fülle, diese perfekt geformten Kurven, diese Sinnlichkeit –

manchmal sind 0,75 Liter doch erschreckend wenig, für einen

Abend allein sollte man vielleicht doch etwas mehr einplanen,

als allgemein üblich, à deux dann natürlich entsprechend. Diesen

Traumstoff können Sie zum Essen trinken (Adami empfiehlt

dazu eine crostata mit frischen Früchten), er schmeckt aber

auch solistisch – ganz gleich ob auf der Couch (Récamière, Ottomane,

wahlweise auch Kline) oder Hängematte, ob auf der

Terrasse (Veranda, Balkon oder Loggia sowie Wintergarten sind

auch glänzend geeignet) oder beim Picknick im Grünen – ganz hervorragend.

Das Symptom „Glas schon wieder leer, bitte auffüllen“

ist dann ganz besonders akut. Vorrauschauend kaufen, was geht!

Wie alle Prosecchi macht der „Cartizze“ jetzt großen Spaß, gerade

weil seine tiefgründige Frische soviel mehr ist als bloße Oberfläche.

Potenzial für 2–3 Jahre, der Verzicht wird mit einem erheblichen

Plus an Komplexität belohnt!

43


ITALIEN APULIEN

Due Palme

CANTINE

DUE PALME

CELLINO SAN MARCO

Gambero Rosso:

„Qualität, Terroir, Authenzität!“

In Süditalien werden die Weine der besten Güter in den letzten

Jahren beständig nochmals besser. Und besitzen teilweise

ein spektakuläres Preis-Genussverhältnis! So auch auf der

Cantina Due Palme in Apulien. Diese Region im tiefen Südosten

des Landes ist mit einem vorzüglichen Klima gesegnet.

Geprägt wird sie durch ihre Lage zwischen dem ionischen und

dem adriatischen Meer, vor allem aber durch die scheinbar immer

präsente Sonne und ein faszinierendes, unverwechselbares

Licht. Einzigartig ist die Vielzahl an Böden, von sandig und kalkreich

bis hin zu steinig und kompakt. Kein Wunder also, dass

die vielfältigen Weine dieser sonnenverwöhnten Region immer

beliebter werden! Wie die der Muster-Cantina Due Palme. Sie

ist das Werk ihres Gründers und Präsidenten Angelo Maci, der

vierten Generation einer Winzerfamilie und rastloser Pionier in

Bezug auf Qualität. Angelo war es, der apulische Weine auf die

internationalen Weinkarten gebracht hat. Sein Herz schlägt für

heimische Rebsorten und er kämpft für die Erhaltung der traditionellen

und weltweit einzigartigen Reberziehung „Alberello

Pugliese“ (Bäumchenerziehung), wobei die Rebstöcke in Einzelbuschform

gezogen werden ohne Stützpfähle oder Drahtrahmen.

Da auf Due Palme die Weinberge mit so viel Liebe und

Leidenschaft gehegt und gepflegt werden, fällt es uns natürlich

leicht, Ihnen, so herrlich verführerische Rotweine aus den heimischen

Rebsorten wie Negroamaro und Primitivo anzubieten,

die Ihren Gaumen erfreuen werden. Unbedingt probieren, denn

diese Weine tragen die apulische Sonne in Ihre Herzen!

44 PINWAND no 335 | März 2022


Due Palme

APULIEN ITALIEN

„COREROSA“ SALENTO IGP, ROSATO 2020

Das rosafarbene Herz des Salento!

IPU011020 „Corerosa“ IGP Salento, rosato 2020 PK 12,5% Vol. 13,20 €/l 9,90 €

IPU011020P 12 x „Corerosa“ IGP Salento , rosato 2020 (10+2 Fl. gratis) statt 118,80 € nur 99,00 €

„Corerosa“ bedeutet im salentinischen

Dialekt nichts anderes als „cuore rosa“ –

„rosafarbenes Herz“. Für die Macher von

Due Palme ist dieser Name zugleich ein

Bekenntnis und Ansporn zur Vinifizierung

eines echten Prestige-Rosés – der „Corerosa“ ist dann

auch tatsächlich die qualitative Speerspitze, zweifelsohne

der beste Rosé des Betriebs. Aus einer sehr

sorgfältigen Selektion vorzüglicher Susumaniellound

Primitivo-Trauben wird ein höchst eleganter

Rosé vinifiziert, mit sehr kurzem Kontakt mit den

Beerenhäuten und Stängeln bei der Pressung und

einem kurzen Ausbau im Edelstahltank.

Und in der Tat wird der „Corerosa“ dem Anspruch

eines Top-Rosés gerecht. Geradezu Der lachsfarbene

Rosé tänzelt mit seinen schlanken 12,5 Vol.-% Alkohol

geradezu leichtfüßig über die Zunge, wirkt für diese

südliche Region ungemein frisch und animierend und

begeistert – ein rechter Gaumenschmeichler – mit

einer zarten Säure, die dem Wein eine tolle Vitalität

verleiht. Weinbergpfirsich- und Walderdbeerendüfte

aus dem verführerischen Bouquet finden sich auch

auf der Zunge wieder, unterlegt mit einer feinen

Würze, floralen Noten, Sauerkirsche und Himbeeren.

Wunderbar ausbalanciert und stets auf der eleganten

Seite bleibend, behält der „Corerosa“ selbst bei etwas

wärmerer Trinktemperatur seine Präzision und Leichtigkeit.

Ein wirklich toller Rosé, den uns Due Palme

hier präsentiert und den wir Ihnen natürlich mit

großer Freude als Neuzugang vorstellen. Ein hervorragender

Allrounder, zum Sologenuss oder auch als

vielseitiger Essensbegleiter. Zum Kennenlernpreis

oder direkt im attraktiven Paket, es lohnt sich!

Ab sofort bis 2023+. Due Palme empfiehlt den Rosé zu

Lasagnette mit Rotbarschfilet und Kichererbsenrahmsauce

– was uns allemal zusagt!

„ANGELINI“ DOP SQUINZANO, ROSSO 2019

Ein Rosso, der südliches Feuer und Eleganz kombiniert!

IPU010819 „Angelini“ DOP Squinzano, rosso 2019 PK 12,5% Vol. 10,00 €/l 7,50 €

Diese herrlich entspannt wirkende Rotweincuvée aus

85 % Negroamaro und 15 % Malvasia Nera wächst

auf den mineralreichen Böden rund um das zwischen

Brindisi und Lecce gelegene Städtchen Squinzano,

dessen Wurzeln bis in das zweite vorchristliche Jahrhundert

zurückreichen. Auf eine lange Geschichte

kann auch der Weinanbau in der gleichnamigen,

historisch berühmten DOP zurückblicken. Due Palme

erntet traditionell im September die Trauben für

diesen Rotwein, der sechs Monate in französischer

Eiche ausgebaut wird.

Rubinrot steht der Wein im Glas und verströmt einen

intensiven Duft von dunklen Waldbeeren, Zwetschgen

(ohne Überreife!), aber auch süßen, dunklen

Kirschen und Gewürzen, eine Melange aus Pfeffrigkeit,

Küchenkräutern und einem Hauch Vanille.

Am Gaumen finden sich Brombeeren und Kirschen

als dominierender Fruchteindruck wieder, aber eingehüllt

in feine, mit winzigen Süßholzeinsprengseln

versetzte Zartbitterschokolade. Sehr schön

auch die vitale Säure, die dem Wein ein „pochendes

Herz“ verleiht und eine unnachahmliche Frische erzeugt.

Mit seinen vorbildlich gezügelten, gerade

einmal 12,5 Vol.-% Alkohol entwickelt der „Angelini“

keinerlei Schwere, ganz im Gegenteil! Ein herrlich animierender

Trinkspaß, sehr rund, mit weichen, kaum

spürbaren Gerbstoffen und einem angenehmen,

wohltuend schlanken Nachhall. Eine höchst gelungene

Kombination aus Intensität und Vielschichtigkeit,

Frucht und Würze, Konzentration sowie Leichtigkeit

– che bellezza! – und zu diesem Preis fast schon unverschämt

gut!

Ab sofort bis 2024+. Ein wirklich schöner Alltagswein,

der sowohl die italienischen Klassiker wie Pasta und

Pizza vorbildlich begleitet (natürlich auch regionale

Köstlichkeiten wie eine „minestra di fave e orzo“), mit

dem Sie aber auch auf jeder Grillparty „bella figura“

machen.

45


ITALIEN APULIEN

Due Palme

„COSTA“ NEGROAMARO IGP SALENTO, ROSSO 2020

Herrlicher Klassiker des Salento – gekonnt und süffig interpretiert.

IPU010120 „Costa“ Negroamaro IGP Salento, rosso 2020 PK 12,5% Vol. 9,26 €/l 6,95 €

IPU010120P 12 x „Costa“ Negroamaro IGP S., r.2020 (11+1 Flasche gratis) statt 83,40 € nur 76,45 €

Die Herkunft der Negroamaro-Rebe liegt,

wie so oft in diesen Dingen, im Dunkeln.

Eine häufig zitierte These besagt, dass

sie von den antiken Griechen eingeführt

worden sei (was sich sogar etymologisch stützen ließe

– „mavros“ ist das griechische Wort für „schwarz“),

allerdings wurde das mittlerweile durch genetische

Tests widerlegt, da keinerlei verwandtschaftlichen

Verhältnisse zwischen Negroamaro und griechischen

Rebsorten bestehen. Also kein „negromavro“

(„schwarzschwarz“), sondern tatsächlich „negroamaro“

(„schwarzbitter“), was aufgrund der schwarzen Farbe

der Schalen sowie der typischen Tanninstruktur ganz

plausibel erscheint. Doch verstehen Sie das Bittere

nicht falsch, es handelt sich eher um eine herbe Note,

wie man sie auch von süditalienischen amari wie beispielsweise

dem „Averna“ kennt. Und wenn man es

genau nimmt, dann strotzt ein Negroamaro wie der

„Costa“ der Cantine Due Palme vor allem mit dunklen

aromatischen Fruchtnoten. Noch dazu existiert eine

Rebsorte namens „Negro Dolce“, die im Salento seit

dem 19. Jahrhundert dokumentiert ist, nicht zuletzt

wohl um die beiden „Negro“-Varianten zu unterscheiden.

Bei Due Palme hat man sich der Traube zumindest

mit vollem Engagement angenommen, kein Wunder

also, dass der große Rebsortenatlas von Jancis Robinson,

Julia Harding und José Vouillamoz („Wine Grapes: A

complete guide to 1,368 vine varieties“) unsere Cantina

als notable producer für den Negro Amaro aufführt!

Dieser „Costa“ ist der „kleine Negroamaro“ für „kleines

Geld“, wenn Sie so wollen. Und er ist der Wein, der jeden

Abend, jedes klassische Pizza- oder Pasta-Gericht

und jede Party aufwertet; denn dieser Wein sorgt einfach

für gute Laune. Hier duftet es nach Pflaumen und

Kirschen, Himbeeren und einer Note, die ein wenig

an Hoisin-Sauce erinnert. Am Gaumen ist der „Costa“

ein im besten Sinne unkomplizierter, gutmütiger und

lebenslustiger Wein voller roter und vor allem schwarzer

Früchte und mit einer lebendigen sowie gleichzeitig

seidigen Säure und einem runden Tannin. Die

Frucht wird begleitet von dunklem, fast süßem Malz

und einem Hauch von Zimt. Der Negroamaro wirkt

dabei nicht etwa ausladend wuchtig, wie man es bei

einem Wein von einem so heißen Flecken erwarten

würde, sondern er kombiniert Reife mit Frische

und einem ausgesprochen moderaten und umso trinkfreudigeren

Alkoholgehalt von gerade einmal 12,5 Vol.-%

– typisch Cantine Due Palme! Sie bringt die Essenz des

apulischen Weins in die Flasche.

Küchentechnisch ein Universaltalent, das ganz ausgezeichnet

mit diversen Pastagerichten harmoniert – etwa

den in Apulien so beliebten „orecchiette“ (mit „cime di rapa“

oder einem klassischen „sugo“) oder „milaffanti“ (eine

Pasta aus Hartweizengries, Ei, Pecorino und Petersilie,

die man in einer Fleischbrühe serviert).

Ab sofort ein Genuss und sicher bis 2024.

46 PINWAND no 335 | März 2022


Due Palme

APULIEN ITALIEN

„COSTA“ PRIMITIVO IGP SALENTO, ROSSO 2020

100 % Primitivo, 100 % Salento, 100 % Lebensfreude!

IPU010220 „Costa“ Primitivo IGP Salento, rosso 2020 PK 13,5% Vol. 10,60 €/l 7,95 €

IPU010220P 12 x „Costa” Primitivo, rosso 2019 (11+1 Flasche gratis) statt 95,40 € nur 87,45 €

Lange Zeit hat man gedacht, die süditalienischen Sorten

seien vor Urzeiten mit den Griechen nach Italien

gekommen. Doch manche Rebsorten kamen auf ganz

anderen Wegen wie zum Beispiel der Primitivo, der irgendwann

mit Mönchen vom Balkan nach Süditalien

kam und dort heimisch wurde. Der Name mutet bei

uns ein wenig seltsam an, er hat jedenfalls nichts damit

zu tun, dass die Sorte in irgendeiner Weise „primitiv“

sei. Nein, der Primitivo gehört zu den roten Sorten des

Südens, die zuerst reif werden, und früher war er wohl

„der Erste“. So ist der Name einer Sorte entstanden,

die zum erfolgreichsten Exportprodukt des Mezzogiorno

avanciert ist, des italienischen Südens.

Wenn man den „Costa“ der Winzer von Due Palme

probiert oder auch nur am Glas schnuppert, bekommt

man schnell eine Ahnung davon, weshalb das so ist,

denn schon im Duft kann man erahnen, dass es hier

um das pralle Leben und um ungeschminkte Lebensfreude

geht. Das ist der Wein, den man sich wünscht,

wenn man sich an eine ferne Piazza in der Mittagsruhe

träumt und aus dem gelegentlichen Hupen eines alten

Fiat Panda oder einer Vespa nur das Flirren der Hitze

und eine gelegentlich kühlende Brise vom Meer wahrnimmt

und sich auf einen Abend mit bodenständigem

Essen und auf Freunde freut. Dieser Primitivo „Costa“

ist die perfekte Begleitung zu all dem. Im Duft sind es

dunkle Himbeeren, Süßkirschen und reife Pflaumen,

etwas Flieder und ein Malzbonbon. Am Gaumen begeistern

die runden Tannine, die volle dunkle Frucht

und die seidig reife Säure. Der Wein ist unkompliziert

und besitzt doch Charakter, ist süffig und zeigt trotzdem

auf wohltuende Weise Struktur und grip am Gaumen.

Das ist einfach sehr, sehr gut gelungen!

Klassischer Pizza-Pasta-Brot-und-Butter-Wein, mit dem

es sich auch gleich viel beschwingter kocht! Wie wäre es

mit der apulischen „Pizza-Variante“, einer mit Kartoffeln,

Käse (Pecorino und Cacciocavallo), Zwiebeln, Oliven und

Kapern gefüllten Focaccia, der „pitta“? Eben, perfekt! Ein

Wein fürs Jetzt und sicher bis 2024.

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ITALIEN APULIEN

Due Palme

„PIETRA DEL MITO“ APPASSIMENTO IGP SALENTO, ROSSO 2020

Aromatische Quintessenz des italienischen Südens zum kleinen Preis!

IPU011120 „Pietro del Mito“ Appassimento IGP Salento, rosso 2020 PK 14% Vol. 11,33 €/l 8,50 €

Beim „Pietra del Mito“ von Due Palme sei ein kurzer

Exkurs in eine spezielle önologische Technik erlaubt,

die schon lange im Mittelmeerraum und vor allem in

Italien praktiziert wird: Appassimento steht auf dem

Etikett, dabei handelt es sich um das Trocknen von

Trauben bei der Weinbereitung. Das Verfahren

wurde schon von dem punischen Schriftsteller

Mago, der im zweiten Jahrhundert vor Christus

in Karthago lebte, und später auch von Hesiod

beschrieben. Wenn Beeren antrocknen und zur Rosine

schrumpfen, werden auch ihre Inhaltstoffe wie

Frucht, Süße und Säure konzentriert. Ein Effekt, der

schon am Rebstock erzielt werden kann, indem man

die Stiele der Trauben knickt und so ihre Versorgung

mit Nährstoffen unterbindet. Oder – und das ist das

übliche Verfahren – die Trauben werden auf Gestellen

mit Strohmatten sorgfältig getrocknet. Zu den

bekanntesten Weinen dieser Gattung zählt der „Amarone

della Valpolicella“ aus Venetien. Tief im Süden

Italiens auf der apulischen Halbinsel Salento keltert

Due Palme den „Pietra del Mito“ aus Primitivo, Negroamaro

und Cabernet Sauvignon im Appassimento-

Verfahren. Der macht keinen Hehl daraus, dass es bei

ihm um Intensität und Konzentration geht mit einer

vollmundigen und würzigen Nase mit viel reifer Frucht

wie Brombeere, Schwarzkirsche und Amarenakirsche,

dazu kommen Süßholz, Holzwürze, Tabak, Kakao und

gedörrte und karamellisierte Feigen. Auch im Mund

großzügig und vollmundig mit Saft und Kraft, die geschmolzenen

Gerbstoffe sind charmant, das Zentrum

bildet der konzentrierte Fruchtkern mit süßer Brombeere,

Holunder und Kirsche, unterlegt von feiner

Fruchtsäure und dunklem Waldhonig, karamellisierten

Feigen, feinherber Schokolade und etwas Kaffeelikör.

Ein betörendes und sinnliches Fruchtelixier, die aromatische

Quintessenz des italienischen Südens zum

kleinen Preis. Salute!

Ab sofort 2028+. Großartig zu Pastagerichten wie „ciceri

e tria“, das Kichererbsen und frische, dann frittierte (!)

Pasta (Papardelle haben sich da bewährt) kombiniert!

„SERRE“ SUSUMANIELLO IGP SALENTO, ROSSO 2020

Üppige Überraschung von der Adriaküste!

IPU010320 „Serre“ Susumaniello IGP Salento, rosso 2020 PK 13,5% Vol. 11,93 €/l 8,95 €

IPU010320P 12 x „Serre” Susumaniello, rosso 2020 (11+1 Fl. gratis) statt 107,40 € nur 98,45

Ab und an müssen wir Rebsorten ins

rechte Licht rücken, die sonst Gefahr

laufen übersehen zu werden: Die autochthone

Rebsorte Susumaniello zählt zu

diesen zu Unrecht in Vergessenheit geratenen

Mauerblümchen. In Apulien zuhause, musste

sie sich hinter den beliebten lokalen Reben Primitivo

und Negroamaro anstellen und wurde lange Zeit nur

als Verschnittpartner für Cuvées benutzt. Ursprünglich

soll Susumaniello aus Dalmatien stammen und

auch mit dem italienischen Sangiovese verwandt sein.

Wie auch immer: Der rührigen Cantine Due Palme, die

an der Adriaküste auf der süditalienischen Halbinsel

Salento Akzente setzt, kommt das Verdienst zu, die

Vorzüge der Rebsorte erkannt zu haben und ihr Potenzial

auszuschöpfen. Der sechs Monate im gebrauchten

Barrique ausgebaute „Serre“ fließt tiefdunkel mit lila

Reflexen ins Glas. Der üppige und ausladende Duft

wird bestimmt von reifen, dunklen Beerenaromen wie

Brombeeren, Holunder, Schwarzkirsche, Pflaume, begleitet

von Vanille, Süßholz, Espresso, dunkler Schokolade,

Lakritz, Holzwürze und Tabak. Auch satt und

üppig am Gaumen, viel Holunder und auch Holundermark,

Cassis, Heidelbeeren, Himbeeren und dunkler

Schokolade. Großzügiger, süßlicher Extrakt, die merkliche

Fruchtsäure fügt sich balancierend ein, große

Menge an Gerbstoffen, die weich und geschmolzen

sind, aber auch ein breites Rückgrat bilden. Markanter

Fruchtkern, gute Länge, im Ausklang intensive Würze

und auch etwas Brombeerlikör. Die Sonne des Südens

dringt aus allen Poren dieses Weins: Wie wärmend,

sich einfach seiner berauschenden Fülle hinzugeben!

Gerne leicht gekühlt genießen, gerade als Begleitung zu

kräftigen und kräftig gewürzten Gerichten, denn das ist

natürlich seine Paradedisziplin: Wunderbar etwa zu den

regionaltypischen „involtini“ (Rouladen) vom Grill (oder

aus dem Ofen), den „bombette“: Schweinenackenfilets

(mit Salz und Pfeffer würzen), darauf „pancetta“ oder

(noch besser) „coppa“ und Käse (das Originalrezept verlangt

Canestrano, aber Cacciocavallo oder Scamorza

machen sich auch sehr gut), gut einrollen, fixieren (Zahnstocher

funktioniert bestens) und ab auf den heißen Grill

(oder ca. 30 Minuten im 200 °C heißen Ofen).

Ab sofort und bis 2025+.

48 PINWAND no 335 | März 2022


Due Palme

APULIEN ITALIEN

„ETTAMIANO“ PRIMITIVO IGP SALENTO, ROSSO 2019

Und immer wieder dieses „Genug ist nicht genug“-Gefühl!

IPU010719 „Ettamiano“ Primitivo IGP Salento, rosso 2019 14,5% Vol. 19,86 €/l 14,90 €

Eine der besten Ecken Italiens, um hochwertigen Primitivo

zu erzeugen, ist der Salento. Es ist die rund 100

Kilometer lange und etwa 40 Kilometer breite Halbinsel,

die wir gerne als den Stiefelabsatz Italiens bezeichnen.

Dort haben die Weinbauern der Cantine Due

Palme ihre Weinberge. Manche davon befinden sich

in Höhenlagen, wo es zwar tagsüber im Sommer fast

ebenso heiß ist wie am Meer, es nachts aber deutlich

stärker abkühlt, sodass hier im besonderen Maße die

Säure in den Trauben erhalten bleibt und die Frucht

ausgeprägt wird. Beim „Ettamiano“, jenem Primitivo,

den der Gründer und Präsident der Cantine Angelo

Maci nach seinem Großvater benannt hat, werden

sowohl frische Trauben vergoren als auch solche,

die im Appassimento-Verfahren spät gelesen und

dann in den Kellern des Weinguts getrocknet wurden.

Der Wein wird nach der Vergärung in Fässern aus

französischer Eiche ausgebaut.

Der „Ettamiano“ ist ein prachtvoller Primitivo, der

sich farblich zwischen einem intensiven Rubin- und

Scharlachrot bewegt. Im Duft finden sich saftige

Kirschen, Brombeeren und Zwetschgen, aber auch

Noten von Pflaumenkonfitüre mit etwas Zimt, Vanille

und Schokolade. Dazu kommen dezente Noten von

Rauch und leicht getoasteter Eiche. Am Gaumen ist

das ein Top-Primitivo, der genau zeigt, warum dieses

Weingut so erfolgreich ist. Der Wein ist opulent, weich,

sinnlich und seidig, dabei aber perfekt balanciert

und von einer wunderbaren Lebendigkeit und Klarheit.

Die dunkle Frucht harmoniert mit dem Holz, den

Gewürzen und mit Noten von leicht gerösteten Nüssen.

Hier zeigt sich eine große Saftigkeit und Tiefe –

das ist Cantine Due Palme pur: Sie bringen die Essenz

apulischen Weins in die Flasche!

Der Wein ist jetzt bis 2026+ mit Genuss zu trinken. Der

„Ettamiano“ passt ganz wunderbar zu (naturalmente!)

kräftigen Fleisch- bzw. Innereiengerichten. Wie wär’s mit

„gnummareddi“, kleinen, sehr würzigen Rouladen aus

Lammfleisch (nebst Leber, Herz, etc.) oder „muchiska“

(einem lange geschmorten Eintopf mit Lamm- oder Ziegenfleisch,

der mit üppig Peperoncini, Knoblauch und

Fenchelsaat gewürzt wird)?

49


ITALIEN APULIEN

Due Palme

„ SELVAROSSA“ DOP SALICE SALENTINO

RISERVA, ROSSO 2017

Der „Selvarossa“ ist ein Prachtstück und seit 30 Jahren

der Spitzenwein der Cantine Due Palme!

IPU010417 „Selvarossa“ DOP Salice Salentino Riserva, rosso 2017

14,5% Vol. 21,20 €/l 15,90 €

Die Winzer bezeichnen ihren „Selvarossa“ als „Symbol für die Exzellenz und

die Essenz der Region Salento“. Darin schwingt der ganze Stolz mit, den die

Mitglieder der Cantine Due Palme zu Rrecht in sich tragen, h. Haben sie

sich doch im Laufe der letzten 30 Jahre – und so lange gibt es auch diesen

Wein – unter der Leitung von Angelo Maci zu einer der besten Genossenschaften

Italiens entwickelt und den Fortbestand vieler familiärer Weingutstrukturen

gesichert. Der „Selvarossa“ ist gleichsam das Symbol dieser

Arbeit, aber auch der Geschichte des Salento, in dem die Qualitätswein-

Appellation Salice Salentino beheimtetbeheimatet ist. Diese Cuvée besteht

aus zwei ursprünglichen Sorten der Region. Zu 15 % ist es die alte Sorte

Malvasia Nera, zu 85 % der Negroamaro, von dem es heißt, dass es ihn dort

schon seit 3.000 Jahren gebeiht, er also mit den Griechen gekommen sei.

Das ist zwar möglich, doch man kann bis heute keinerlei DNS-Ähnlichkeiten

zu griechischen Sorten feststellen – allerdings auch zu keiner italienischen

Sorte, weshalb die Herkunft des Negroamaro im Dunkeln bleibt.

Dunkel ist die Sorte ohnehin, und daher hat sie auch ihren Namen, denn

das Schwarze ist für sie genauso typisch wie das Bittere. Doch verstehen

Sie das Bittere nicht falsch, es handelt sich eher um eine herbe Note, wie

man sie auch von süditalienischen amari wie beispielsweise dem „Averna“

kennt. Die Malvasia Nera hingegen ist für ihre Eleganz und ihren weichen,

fruchtigen Charakter bekannt. Beide Rebsorten werden im Alberello-Stil

auf den roten, also von Eisenoxid durchsetzten Lehmböden angebaut und

von Hand in Kisten geerntet; einige werden anschließend in den Kellern im

sogenannten Appassimento-Verfahren getrocknet, um den Zucker und die

Aromen zu konzentrieren und die Struktur zu verbessern. Der „Selvarossa“

wird nach der Gärung für neun Monate in Barriques aus französischer Eiche

ausgebaut, bevor er schließlich auf der Flasche weiterreift.

Der intensiv rubinrote und leicht purpurfarben schimmernde Wein wirkt

sehr großzügig und einladend mit viel reifer und dunkler Frucht von Brombeeren,

Pflaumen und Blaubeeren, mit Kirschkonfitüre, Datteln und Gewürzen

wie Süßholz, Zimt und Vanille. Dazu kommt ein eleganter Ton vom

Eichenholz, den man auch am Gaumen wiederfindet und der sich dort mit

Röstnoten verbindet. Auch hier wirkt die Frucht reif und konzentriert mit

Extraktsüße und seidigweichenseidenweichen Tanninen, einem vollen Körper

und genau dem notwenigen Quantum Säure und Frische: Ein Wein des

Südens wie aus dem Bilderbuch.

Genießen Sie ihn leicht gekühlt bei ca. 16 °C ab sofort bis 2028. Der „Selvarossa“

nimmt es mit fast jedem Gericht auf, die Standardempfehlung für Negroamaro

(bzw. Primitivo) selbst in gehobensten Kreisen (so etwa im Londoner

Weinclub „67 Pall Mall“) ist Pizza (ganz gleich wie würzig oder scharf der

Belag) und Fast Food im Allgemeinen, Burger im Besonderen. Wir empfehlen

einen (nicht ganz so regionaltypischen) Wildschweinburger mit Zwiebel-Balsamico-Confit

und üppig Käse, und zwar eine (lokalpatriotisch-apulische)

Mischung aus Cacciocavallo und Pallone di Gravina. Bei Lichte betrachtet

wäre ein Blauschimmelkäse auch ganz göttlich – auch wenn Apulien keinen

produziert. Daher: Gorgonzola oder Castelmagno!

50 PINWAND no 335 | März 2022


Due Palme

APULIEN ITALIEN

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ITALIEN TOSKANA

Riecine

RIECINE

GAIOLE IN CHIANTI

Die gloreichen Sechs: Das Team um

Weinmacher Carlo Ferrini

Ein mythischer Name aus einer der

magischsten Kulturlandschaften der Welt

verzaubert mit biologisch angebauten

Chiantis voller Noblesse!

2021: „Kollektion des Jahres – Toskana“ bei Wein.Plus!

„Die Weine von Riecine sind immer ziemlich kraftvoll, zumeist gleichzeitig aber derart betörend

saftig, frisch und beinahe feingliedrig, dass man ihnen schon in ihrer Jugend kaum widerstehen

kann. Das gilt schon für den Basis-Chianti, doch erst recht für die drei Top-Cuvées. Die 2016er

Versionen sind schlichtweg allesamt umwerfend.“ – Marco Hofschuster

Laue Abende in der Toskana verführen zum Träumen: Mit

allen Sinnen saugen wir bei jeder neuen Winzerreise den

berauschenden Geruch des Herbstes ein und genießen

den Chianti mit guten Freunden. Ja, dieser Wein ist die Seele

der Toskana. Es sind Herzblutweine, deren Stilistik jedoch in

den letzten drei Jahrzehnten erheblichen Veränderungen unterworfen

war! Inwiefern? Nun, nach den vielen dünnen, sauren

Weinchen der 1980er-Jahre wurden und werden heute mit

hohem kellertechnischen Aufwand viel zu viele fette, in ihrer

Stilistik austauschbare Marmeladenweine aus internationalen

Rebsorten produziert: Rubens trifft Schwarzenegger. Wahre

Toskana-Liebhaber haben jedoch einfach keine Lust, diese

barriquegeschwängerten „Monstertropfen“ zu trinken, die vor

schierer Kraft kaum zu laufen, geschweige denn grazil im Glase

zu stehen vermögen! Aber es gab und gibt die rühmlichen

Ausnahmen in der Toskana: Handwerklich, in größter Achtung

vor der Natur vinifizierte Sangiovese-Weine (die autochthone

Urrebe der Region), vibrierend lebendige Geschöpfe voller

Individualität – und somit das genaue Gegenteil eines in industrieller

Massenproduktion gefertigten, immer gleich schmeckenden

„Coca-Cola-Produkts“!

52 PINWAND no 335 | März 2022


Riecine

TOSKANA ITALIEN

„DIE REFERENZ

DER TOSKANA!“

Eine dieser leider so raren Trouvaillen, die immer wieder viel zu

schnell ausverkauft sind, können wir Ihnen heute mit heißem

Herzen anempfehlen, denn die neuen Jahrgänge sind frisch

eingetroffen: Das Weingut Riecine aus Gaiole in Chianti ist in

jeder Hinsicht eine Perle und einer der strahlenden Fixsterne

von bella Italia und nimmt in stilistischer Hinsicht eine absolute

Ausnahmestellung ein. Seine Weine sind so betörend anders

– schwebenden Wesen ähnlich, in unverfälschter, höchst authentischer

toskanischer Weintradition! Diese Inkarnation von

burgundischer Feinheit in Duft und Textur bildet den Gegenpol

zu den unzähligen austauschbaren Technoweinen, die heute

den Markt überschwemmen.

schaften des Terroirs im Wein. Unserer Meinung nach hätte

diese Auszeichnung keinem Würdigeren zuteilwerden können

– bravo, bravissimo!

Das Resultat von Andreas liebevoller Arbeit sind denn auch

absolut geschliffene Sangiovese-Delikatessen – völlig frei von

modischen überreifen Aromen, fetter Frucht oder gar trockenen

Tanninen. Handwerkliche Sangiovese-Weine voller Eleganz

statt holzüberladener Supertuscans aus internationalen Modesorten!

Diese urigen, authentischen Weine aus dem Chianti

gehen schlicht unter die Haut! Sie beschwören die Magie ihrer

Herkunft, sie rufen wehmütige Erinnerungen an laue Sommerabende

unter toskanischem Himmel und das unbeschreiblich

schöne fahle Licht in der Abenddämmerung wach, sie sind

von burgundischer Textur und außerordentlich vielschichtig in

ihrem faszinierenden Duft: Gänsehautatmosphäre! Die Sehnsucht

nach solch ursprünglichen, unverwechselbaren, authentischen

Weinen zu fairen Preisen und nach dem prallen Leben in

mediterranem Ambiente lodert im Herzen eines jeden echten

Toskanafans. Diese originären Chianti wagen avantgardistische

Tradition, besitzen Charisma und unverfälschten Herkunftscharakter:

Sie sind die Essenz der Toskana, ihr pochendes Herz!

Die magischen Weine von Riecine gehören schlicht zu den

größten Weinen Italiens. Und werden dementsprechend von

der internationalen Fachpresse begeistert gefeiert!

ORIGINÄRES CHIANTI, WIE ES NOBLER UND

UNVERFÄLSCHTER NICHT SEIN KANN!

Kein Zweifel: „Riecine“ ist in den knapp vier Jahrzehnten seines

Bestehens zur Legende geworden. Und vor allem ein Mann ist

dafür verantwortlich: Sean O’Callaghan („Saint Sean“, Schutzpatron

des Sangiovese) führte dieses toskanische Kleinod an die

absolute Spitze der Region und machte es zu einem der besten

Weingüter ganz Italiens! Die konsequente Hinwendung zum

zertifizierten biologischen Anbau war dabei nur noch das letzte

Tüpfelchen auf einem steilen Erfolgsweg, dessen Credo stets die

höchstmögliche Qualität im Glase war, vinifiziert aus der autochthonen

Rebsorte der Toskana! In seine Fußstapfen trat dann

Carlo Ferrini, der Seans Erbe behutsam weiterentwickelt. Seit

2016 leitet der 1984 geborene Önologe Alessandro Campatelli

als winemaker (er ist sowohl für die Weinberge als auch den

Keller verantwortlich), der nach seinen Intermezzi bei Kendall-

Jackson, Monteverro und der Tenuta di Trinoro den Weg zu

Riecine fand. Ein Glücksfall für alle Beteiligten und eine vorausschauende

Investition in die Zukunft des Weinguts, die jüngst

mit einem der renommiertesten Preise, den Italiens Weinwelt zu

vergeben hat, geadelt wurde: Alessandro Campatelli wurde mit

dem premio „Giulio Gambelli“ ausgezeichnet, eine Hommage

an den 2012 verstorbenen maestro del Sangiovese mit der jährlich

ein junger Önologe oder Winzer geehrt wird, der dem Weg des

„fare il vino“ Giulio Gambellis, am nächsten kommt. Das heißt

maximaler Respekt vor der Traube und die „Verherrlichung“ der

Rebsorte (natürlich Sangiovese), des Jahrgangs und der Eigen-

53


ITALIEN TOSKANA

Riecine

„PALMINA ROSÉ“ IGT TOSCANA, ROSATO 2021 (BIO)

Ungewöhnlich, weil ungewöhnlich großartiger Rosé von über 45-jährigen Reben!

ITO040421 „Palmina Rosé“ IGT Toscana, rosato 2021 PK 13,5% Vol. 21,26 €/l 15,95 €

IT-BIO-006

Man muss schon ganz schön verrückt sein, um uralte

Reben von mehr als 45 Jahren für die Produktion eines

Roséweins zu verwenden. Zumindest in der Toskana –

denn Tradition hat es keine. Oder man ist eben Visionär.

Dieser Rosé sprengt mehr als nur etwas den Rahmen

des Üblichen, bewegt er sich doch in Sphären,

die fruchtbetont-blumige Vertretern dieser Weinspezies,

die oftmals nur als einfache Durstlöscher herhalten

(müssen), niemals erreichen. Ein Rosé wie von

einem (doch, doch!) anderen Planeten – kein banales

Erfrischungsgetränk, sondern ein höchst seriöser,

anspruchsvoller und individueller Wein, zu 100 % aus

der Rebsorte Sangiovese gekeltert.

Dieser kräftige, etwas aperol-orangefarbene vino

rosato duftet fein rotbeerig und nach Sauerkirschen,

Mandarinen und Rosen. Unterlegt wird er dabei von

einer zart hefigen Note, die bereits andeutet, dass wir

es hier nicht mit einem Gletschereis-Rosé zu tun haben,

sondern mit einem ernstzunehmendem Wein, der

schon fast so etwas wie eine „burgundische“ Balance

besitzt. Er ist angenehm trocken, am Gaumen mineralisch.

Die Frucht bleibt im Hintergrund, Maraschino-Kirschen

und Zitronen schweben hier mit. Viel spannender

ist aber die seidige und kräftige Struktur des „Palmina“,

der eine unaufdringliche Grandezza verströmt. Das

ist ein herrlich „nonkonformer“, in vielerlei Hinsicht

einnehmend unkonventioneller Rosé, der im Grunde

viel zu schön ist, um ihn „lediglich“ auf der Terrasse

zu schlürfen.

Gewiss darf Riecines „Sommerwein“ (für uns eindeutig

ein „Alljahreswein“!) zu unseren anspruchsvollsten

Rosés gezählt werden. Mit seiner würzig frischen

und fruchtmilden Aromatik, der kräftigen Struktur

und zarthefigen Aromatik hebt er sich ab vom reinen

Muntermacher. Leider wird dieses Unikat nur in homöopathischen

Mengen produziert, sodass ihn die

Weinöffentlichkeit kaum wahrnimmt, er dann aber

meist schon ausverkauft und getrunken ist, bevor die

klassische Rosé-Saison überhaupt begonnen hat. Nach

wie vor ein Geheimtipp, auch wenn ihn einige unserer

treuen und begeisterten Kunden sicherlich schon

jahrelang – seinerzeit noch nicht als „Palmina“, sondern

„For Jasper“ etikettiert – kennen und lieben.

Ab sofort und sicherlich noch bis 2024+.

54 PINWAND no 335 | März 2022


Riecine

TOSKANA ITALIEN

„BIANCO DI RIECINE“ IGT TOSCANA, BIANCO 2020

Riecines jüngster Streich: Trebbiano Toscano aus der Amphore!

ITO040920 „Bianco di Riecine“ IGT Toscana, bianco 2020 12,5% Vol. 52,00 €/l 39,00 €

„Es gibt nur wenige Rebsorten in Italien, die zu Recht

einen schlechteren Ruf genießen als der Trebbiano

Toscano, der seit jeher mit der Erzeugung von neutralen,

faden Weißweinen, die nicht reifen, oder glanzlosen

Chianti in Verbindung gebracht wird.“ schreibt Ian

d’Agata („The Native Grapes of Italy“). Das ist harsch.

Und sicherlich richtig. Aber eben auch nicht alles.

Trebbiano Toscano (in Frankreich kennt man die Sorte

als Ugni Blanc, allerdings wird größtenteils Cognac

daraus gemacht – man weiß warum …) mag zwar auf

dem Papier eine aromatisch „schmale“, sehr säurebetonte

Rebsorte sein, ist aber der Garant für Präsenz

und Lebendigkeit eines guten vin santo (auch wenn

sich viele Winzer zusätzlich mit einem gehörigen

Quantum an Malvasia Bianca Lunga behelfen). Und

sobald die Trauben einmal spät oder zumindest später

gelesen werden – „diese widerstandsfähige, säurebetonte

Traube steckt späte Ernten mit einem Lächeln

weg.“ (Ian d’Agata) – eröffnet sich in aromatischer Hinsicht

ein bemerkenswertes Panorama.

Die für den „Bianco de Riecine“ im September gelesenen

Trebbiano-Toscano-Trauben stammen von im

Schnitt etwa 25-jährigen Reben, die auf 450 bis 500

Metern Höhe auf kalk- und lehmhaltigen Böden wurzeln.

Sie werden zur Gärung in cocciopesto-Amphoren

(ein Luftkalkmörtel, dem zusätzlich zum Sand oder

stattdessen feine Tonscherben bzw. feiner Ziegelsplitt

mit Ziegelmehlanteilen beigemischt werden) gegeben

und mazerieren dort bis November. Dann wird ein

Teil des Weins in neue tonneaux aus französischer

Eiche umgefüllt, der andere in der Amphore belassen,

wo er mit etwa 50 % der Schalen weiterhin

mazeriert. Im März des Folgejahres entsteht

dann die endgültige Cuvée in der Amphore, der

fertige 2020er kam im Dezember auf die Flasche.

Um es kurz zu machen: Riecines stroh- bis fast dunkelgelber

„Bianco“ ist ein ganz wunderbar süffigergriffiger

Stoff! Im Glas zeigt er sich nach einer Weile

durchaus zunächst von seiner „natural“-Seite (mürbe

reife gelbe zum Teil getrocknete Äpfel, Birnen, Zitronenabrieb

inklusive weiße Innenschale, dazu ein

Hauch Bienenwachs, Zeder, ein gewisse Kreidigkeit

und Anflüge von „dunklem“ Cidre bzw. Poiré), dabei

ungemein einnehmend (flüchtige Säure ist hier kein

Thema!). Am Gaumen dann anregend tonisch, sehr

fein, sehr fruchtig-saftig (die Träubchen wie mit den

Salzkristallen durchsetzt) und mit einer hellen, nicht

erdrückend präsenten Säure und einer fabelhaften

Struktur (der subtile tannische grip tut ein Übriges,

die Kombination aus Amphore und neuem Holz wirkt

Wunder) und Länge gesegnet. Ein für toskanische

Verhältnisse mehr als ungewöhnlicher Wein, den

wir, weil auch ungewöhnlich gut, sofort ins Herz geschlossen

haben!

Ab sofort und sicherlich noch bis 2024+.

CHIANTI CLASSICO DOCG, ROSSO 2020

Ein Referenzwein des Chianti Classico!

ITO040120 Chianti Classico DOCG, rosso 2020 13% Vol. 26,53 €/l 19,90 €

ITO040120M Chianti Classico DOCG, rosso 2020 MAGNUM 13% Vol. 32,00 €/l 48,00 €

Wenn es nach uns ginge, dann sollte jedes im Herzen

der Toskana gelegene Weingut an seinem Chianti

Classico gemessen werden. Und wenn wir dies beim

längst zum Kult gewordenen Weingut Riecine tun,

dann können wir nur sagen: Die Messlatte liegt außerordentlich

hoch.

Man kann den „Chianti Classico“ aus dem 450 bis

500 Meter hoch gelegenen, biologisch organisch bewirtschafteten

Weinberg in Gaiole nur als meisterlich

bezeichnen. Dieser reinsortige Sangiovese wurde

Ende September und Anfang Oktober 2020 von Hand

gelesen, sortiert und nach Parzellen in Nomblot-

Fermentern vergoren. Die Mazeration dauerte rund

zehn Tage, danach wurde langsam abgepresst und der

Wein über 13 Monate hinweg in gebrauchten tonneaux

und großen Fudern unter der Leitung des Önologen

Carlo Ferrini ausgebaut.

Der granatrote Chianti Classico duftet so sinnlich

und verführerisch, dass man das Glas gar nicht wieder

abstellen möchte. Süße Kirschen, gehüllt in flüssige

Schokolade, ein wenig Marzipan und Leder, Unterholz

und Blüten charakterisieren den Wein im Duft. Am

Gaumen liefert er ein feines Korsett an reifem, aber

für Sangiovese typisch markantem Tannin und eine die

Frucht durchdringende lebendige Säure. Der Wein hat

sehr viel Energie wie auch Frische und zeigt sich am

Gaumen mit grip und Biss. Das ist einfach gut und sehr

typisch. Bravo!

Diesen Wein kann man schon jetzt und sicher bis 2035

und länger genießen.

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ITALIEN TOSKANA

Riecine

CHIANTI CLASSICO RISERVA DOCG, ROSSO 2019

Fulminante „Riserva“ – hier übertrifft sich Riecine selbst! Auslieferung ab 10. März 2022

ITO040219 Chianti Classico Riserva DOCG, rosso 2019 14,0% Vol. 39,86 €/l 29,90 €

ITO040219M Chianti Classico Riserva DOCG, rosso 2019 MAG 14,0% Vol. 43,33 €/l 65,00 €

In diesem Jahr feiern sowohl Riecine als auch der unweit

des Weinguts in Gaiole gelegene Weinberg ihren

50. Geburtstag. 1971 wurde es vom inzwischen verstorbenen

Briten John Dunkley gegründet, die Reben

wurden auf dem Hausweinberg Gittori gepflanzt, und

sieben Jahre später wurde bereits sein allererster Wein

ein Erfolg. Mittlerweile handelt es sich bei den Reben

dieser 450 bis 500 Meter hoch gelegenen, nach Süden

ausgerichteten Terrassenanlage um vecchie viti, um

alte Reben, die auf dem zum Kult-Weingut avancierten

Riecine auch 2019 für Traumstoff sorgen. Verantwortlich

dafür ist seit einigen Jahren das Trio Alessandro

Campatelli als Gutsverwalter, Ilda Roci, der den

kompletten Weinbau- und die Vinifikation verantwortet,

sowie Carlo Ferrini, der schon einmal als junger,

noch unbekannter Önologe für Riecine gearbeitet hat,

dann zu einem der Top-Önologen Italiens aufgestiegen

ist und nun, nach dem Weggang des langjährigen

Masterminds Sean O’Callaghan, wieder beteiligt werden

konnte. Das Triumvirat hat das Ziel, die überaus

erfolgreiche Stilistik Riecines in voller Schönheit zu erhalten

und noch ein wenig weiter zu steigern. Dabei

helfen ihnen natürlich die alten Reben, die mittlerweile

bio-zertifiziert bewirtschaftet werden – auch wenn

das auf den Etiketten gar nicht vermerkt ist. Für das

Team von Riecine ist die Außenwirkung der Bio-Zertifizierung

nicht entscheidend, sondern das, was sich

tatsächlich im Weinberg verändert hat. Und damit

kann man nur zufrieden sein.

Das beste Beispiel dafür ist die Entwicklung des Chianti

Classico Riserva, der uns auch aus dem gerade lancierten

Jahrgang 2019 wieder einmal ungemein gut gefällt!

Wie schon beim Vorgänger gibt es viel zu bewundern,

er wirkt kraftvoll und (nicht zu) reif, lässt es dabei

aber nicht an Subtilität, Finesse oder Eleganz missen.

Ferrini und Roci machen nichts anderes, als die Essenz

alter Sangiovese-Reben in Flaschen zu füllen und

die Frische und Kraft eines Chianti Classico auf den

Punkt zu bringen. Die Sangiovese-Trauben wurden

Ende September bis in den Oktober hinein in mehreren

Durchgängen gelesen, auf Rütteltischen nochmals

selektiert, dann angequetscht und in State-of-the-Art

Nomblot-Fermentern über 15 Tage hinweg vergoren.

Danach erfolgte ein Ausbau über 22 Monate hinweg in

großen Grenier-Fudern.

Das Bouquet verbindet Frucht, Gewürze und erdige

Noten. Im Auftakt dominieren süße Schwarzkirschen,

Holunder, Brombeeren und Himbeeren. Dann fließen

Noten von Marzipan und Kakao mit ein, Unterholz

und Waldboden, zarte Noten Leder und Rosen sowie

Thymian. Ein Offenbraung und eine Riserva wie aus

dem Bilderbuch. Gerade wenn man sie mit dem Chianti

Classico vergleicht, wird deutlich, dass es sich hier um

eine dichtere, voluminösere aber auch noch elegantere

Variante handelt, die nur unwesentlich kräftiger,

dafür umso facettenreicher und komplexer wirkt. Ein

wunderbarer Wein in dessen Finesse, kühle Ader, sein

überaus charmantes Tannin und die noble schwarze

Kirschfrucht nebst Maulbeere mit dem Hauch von

Süße und lebendiger Mineralität wir uns regelrecht

verliebt haben!

Ab sofort (etwas Luft sollte man ihm gönnen) und bis sicherlich

bis 2036 und länger zu genießen.

56 PINWAND no 335 | März 2022


Riecine

TOSKANA ITALIEN

94 Punkte

FALSTAFF

„LA GIOIA“ IGT TOSCANA, ROSSO 2017

Burgundisch anmutender Super-Toskaner

ITO040317 „La Gioia“ IGT Toscana, rosso 2017 14% Vol. 65,33 €/l 49,00 €

Ganz ohne Zweifel beherrscht Riecine eine nur selten

gesehene Meisterschaft im Umgang mit dem Sangiovese.

Vom Rosé über den Chianti bis hin zu den beiden

Ikonen „Riecine di Riecine“ und „La Gioia“ zeigt das

Team von Alessandro Campatelli (Gutsverwalter), Ilda

Roci (Weinbau und Vinifikation) sowie Carlo Ferrini

(beratender Önologe) die ganze Bandbreite von Italiens

wichtigster roter Rebsorte. „La Gioia“ kommt

dabei ganz eindeutig die Rolle des „Super-Tuscans“ zu,

auch wenn hier keinerlei französische Rebsorten mit

im Spiel sind. Doch die Reife der Trauben und der Ausbau

über 30 Monate in neuen zwei- und dreijährigen

tonneaux gibt dem Sangiovese viel Kraft, Druck und

Expressivität mit auf den Weg.

Und daher tritt der „La Gioia“ ausgesprochen selbstbewusst

auf. Hier geht es schon in den Anfangsjahren

um la gioia, die Freude. So verbindet sich das zweifellos

spürbare Holz bereits im Duft mit reifen dunklen

Früchten wie Schwarzkirschen, Brombeeren und

Pflaumen, Granatapfel und Erdbeer-Konfitüre. Die

Frucht wird begleitet von Tabak und Thymian, Leder

und schwarzem Kardamom, trockenem Holz und zerstoßener

Lavaerde. Am Gaumen zeigt sich die für das

Weingut so typisch gewordene Energie und vibrierende

Mineralität in Verbindung mit einer reifen, aber

frischen und saftigen Frucht. Das Holz ist exzellent

eingebunden und liefert viel Struktur. Der Sangiovese

zeigt sich mit Muskeln, mit lebendiger Säure und feiner

Würze, klar, linear und geschliffen.

Der Sangiovese dürfte seinen Höhepunkt ca. 2026 erreichen

und sich bis 2038 weiterentwickeln.

57


ITALIEN TOSKANA

Riecine

„RIECINE DI RIECINE“ IGT TOSCANA, ROSSO 2018

Einer der elegantesten Sangiovese der Toskana!

ITO040618 „Riecine di Riecine“ IGT Toscana, rosso 2018 14% Vol. 78,66 €/l 59,00 €

ITO040618M „Riecine di Riecine“ IGT Toscana, rosso 2018 MAG 14% Vol. 83,33 €/l 125,00 €

Es ist natürlich kein Zufall, dass der „Riecine di Riecine“

im Gegensatz zum klassischen „Chianti“ oder dem „La

Gioia“ in Burgunderflaschen gefüllt wird. Die Flaschenform

verweist auf den Anspruch, der an diesen Wein gestellt

wird. Die Auswahl der Sangiovesetrauben und die

Art der Vergärung und des Ausbaus machen aus diesem

Toskaner einen burgundischen Toskaner, der für eine

Eleganz und Vielschichtigkeit, für eine Anmut und einen

Charme steht, wie man es von Weinen aus dem Burgund

und unserer Meinung nach vor allem aus Chambolle-Musigny

kennt. Das Dreier-Team, bestehend aus

Alessandro Campatelli als Gutsverwalter, Ilda Roci, der

den kompletten Weinbau und die Vinifikation verantwortet,

sowie Carlo Ferrini, der schon einmal als junger,

noch unbekannter Önologe für Riecine gearbeitet

hat, dann zu einem der Top-Önologen Italiens aufgestiegen

ist, um nun zurückzukehren, schafft hier etwas

ganz Besonderes. Der Sangiovese wurde im Oktober

2018 gelesen, leicht angequetscht, in Nomblot-Beton-

Fermentern langsam über fast 30 Tage hinweg vergoren,

um dann in Nomblot-Betoneiern über sechs Monate

hinweg ausgebaut zu werden. Das Besondere an

diesen Eiern ist einerseits die einzigartige Form der

Mikrooxidation, die der Wein durchläuft, und andererseits,

dass der Wein durch die Eiform immer in Schwingung

bleibt.

Das Ergebnis ist auch 2018 wieder begeisternd. Der

„Riecine di Riecine“ duftet angenehm kräuterwürzig

nach Noten von Preiselbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren

und getrockneten Kirschen. Dazu kommen

Lorbeer, Wacholder und Rosmarin, Tabak und etwas

Leder. Am Gaumen zeigt der Wein seine Kraft und seine

Eleganz. Das ist purer Sangiovese mit viel Anmut und

Charme, vor allem aber mit einer kräftigen und präsenten

Säure, die aber exzellent eingebunden ist und den

Wein jetzt und viele weitere Jahre tragen wird. Auch

hier findet man das Wechselspiel von Wildkräutern

und wilden Beeren, aber trotz der Wildheit der Aromen

wirkt der Wein burgundisch elegant sowie finessenreich

und trotz der Kraft linear sowie präzise, dabei lang und

tief mit einer lebendigen Mineralik im Finale. Ein enorm

eigenständiges Meisterwerk!

Höhepunkt ab etwa 2026, dann sicherlich 2035+.

„TRESETTE“ MERLOT IGT TOSCANA, ROSSO 2017

Zweiter Jahrgang dieses Spitzen-Merlots von einer kleinen alten Parzelle in Höhenlage!

ITO040817 „TreSette“ Merlot IGT Toscana, rosso 2017 14,5% Vol. 105,33 €/l 79,00 €

Die Grande Dame unter den Masters of Wine, Jancis

Robinson, hat einmal über Carlo Ferrini, einen der

bedeutendsten Önologen Italiens geschrieben: „Mr.

Merlot becomes Sr. Eleganza.“ Carlo Ferrini mag diese

Bordelaiser Rebsorte tatsächlich besonders gerne, er

war mit dafür verantwortlich, dass auf Riecine ein wenig

Merlot gepflanzt wurde, als er das erste Mal in jungen

Jahren für das Weingut tätig war, und er ist vor einigen

Jahren nach dem Weggang von Sean O’Callaghan

zurückgekehrt. Der Merlot trägt mittlerweile den Zusatz

„alte Reben“. Er steht in einer 0,7-Hektar-Parzelle

auf 480 Metern Höhe. Früher wurde ein wenig vom

Merlot dem „La Gioia“ wie auch dem „Riecine di

Riecine“ beigegeben, was man heute nicht mehr tut.

Stattdessen ist der „TreSette“ entstanden. Es ist ein

reinsortiger Merlot, dessen Name „777“ auf ein bekanntes

italienischen Kartenspiel verweist, aber noch mehr

auf die drei 700-Liter-Fässer, in denen der Merlot über

20 Monate hinweg ausgebaut wird. Diese Ausbauart

sorgt für einen klaren Holzabdruck im „TreSette“, der

von allen Weinen des Weinguts am modernsten erscheint.

Der tief rubinrote Merlot offenbart Noten von

süß wirkender Vanille und getoastetem Holz in Verbindung

mit einer reifen roten Pflaumenwürze und einem

Hauch von Nelken. Jetzt, am Anfang der Entwicklung,

braucht der „TreSette“ viel Luft, um sich zu öffnen.

Geben Sie ihm mehrere Stunden! Dann bindet sich das

Holz auch am Gaumen zunehmend in die dunkle Frucht

von reifen Pflaumen, Süßkirschen und Brombeeren

sowie die Aromen von Süßholz und Pfeifentabak ein.

Die Frucht wird hier von einer reifen Säure durchzogen

und verbindet sich mit einem sehr eleganten und

feingliedrigen Tannin, das dem Merlot schon jetzt eine

beeindruckende Eleganz beschert und den Wein in ein

langes saftiges und feinwürziges Finale begleitet.

Dürfte seinen Höhepunkt etwa 2026 erreichen und sich

bis 2037+ weiterentwickeln.

58 PINWAND no 335 | März 2022


Riecine

TOSKANA ITALIEN

94

Punkte

Suckling

59


SPANIEN BIERZO

Verónica Ortega

VERÓNICA

ORTEGA

VILLAFRANCA DEL BIERZO

Magischer Mencía: In der Liste der „Top 100 Wine Discoveries

2020“ des Wine Advocate war Verónica Ortega als eine von

zwölf (!) Entdeckungen aus Spanien mit ihrem „Cobrana“ 2018

gelistet, der jüngste Jahrgang ist nun eingetroffen und wieder

hat sich Parker-Verkoster Luis Gutiérrez nicht lumpen lassen

und satte 95 Punkte vergeben.

Wie auch für den grandiosen Mencía „ROC“ Noch besser hat nur ihr magischer Godello „CAL“

abgeschnitten (der auch für Tim Atkin zu den „allerbesten Weißen Spaniens“ zählt): 96 Punkte für

den vermutlich letzten Jahrgang dieser Weinlegende! Aber was zählt, sind nicht die Punkte,

was zählt, sind die Weine – und die sind zutiefst berührend!

Verónica Ortega studierte zunächst im südspanischen

Cádiz, ihrem Geburtsort, Önologie, nach Stationen in

Neuseeland und Südafrika „verschlug“ es sie ins Priorat,

zu einem Winzer, der einst aus der Rioja auszog, um die Weinwelt

das Fürchten zu lehren: Álvaro Palacios. Über ihn knüpfte

sie den Kontakt zu einem gar nicht so unbekannten Weingut

in Frankreich, das von Vinophilen gemeinhin mit der Buchstabenfolge

„DRC“ abgekürzt wird, die Domaine de la Romanée-

Conti, wo sie ein Jahr lebte und arbeitete. Vom Wunsch beseelt

und befeuert, es ihren großen Vorbildern gleichzutun, emotional

zutiefst berührende Weine mit magischer Ausstrahlung zu

vinifizieren, begann ihre Suche nach einen geeigneten Ort in

ihrem Heimatland. Über den genialen Rául Pérez kommt sie

mit dem Bierzo und seinen Weinen in Berührung, und hier

wird sie fündig.

Das kleine, wildromantische, hügelige Anbaugebiet liegt in der

kühlen Nordwestecke Spaniens – ideale mikroklimatischen Bedingungen.

Diese gesegnete zwischen 400 und 1000 Metern

60 PINWAND no 335 | März 2022


Verónica Ortega

BIERZO SPANIEN

Und hier beginnt 2010 auch Verónica Ortegas Geschichte mit

einer kleinen, extrem limitierten Produktion. Sie beweist sehr

bald, dass Mencía im Konzert der großen Rotweinreben der Welt

eine erste Geige spielen kann, insbesondere, da sie stilistisch

durchaus an Pinot Noir erinnert – wenn entsprechend vinifiziert!

Ihr Ziel ist es hier feine, elegante Rotweine zu produzieren,

so wie sie es in Burgund (und auch an der nördlichen

Rhône) gelernt hat. Keine massiven, überalkoholisierten mediterranen

Weine, deren südliches Feuer genug sämtliche

Finesse verzehrt. Nein, Burgund ist ihr Ideal. Nicht als bloße

Kopie (was ohnehin nie zur Debatte stand); aber die Vorzüge,

die stilistischen Möglichkeiten beider Anbaugebiete will

sie schon vereinen, Rotweine mit Kraft, innerer Dichte und

Eleganz vinifizieren. Der Einfluss des kühlenden Atlantiks und

das wunderbare Alter ihrer 80- bis hundertjährigen Reben spielen

ihr in die Hände, dazu noch vermag sie den Weinen ihren ureigenen

Stempel aufzudrücken. Und enthusiastisch geht sie

ans Werk. Mit großer Sensibilität verbessert sie die Struktur

der Weinberge, schafft lebende Böden mit einer Vielzahl von

Mikroorganismen und baut die Weine so umsichtig wie

gekonnt aus – als One-Woman-Show!

Das Ergebnis sind phänomenal schöne Rot- und (mittlerweile!)

Weißweine mit einer unglaublichen Balance und Energie! Schon

die Qualität ihrer ersten Weine konnte man nur als spektakulär

bezeichnen – a star was born! Und wir waren so begeistert,

dass wir Veronica sofort exklusiv für den deutschen Markt

verpflichteten – was ein Glück!

Liebe Kunden: kaufen, kaufen, unbedingt kaufen! Die Weine

sind schlichtweg einzigartig, und ihr Preis-Genuss-Verhältnis ist

es auch! Von jetzt an und für immer: Lieblingsweine!

Höhe gelegene Region besitzt ein enormes Potenzial, das noch

lange nicht voll ausgeschöpft ist. Der atlantische Einfluss sorgt

hier für eine lange Vegetationsperiode und eine komplexe Ausreifung

der Trauben, die aufgrund der Höhenlage nicht bei

heißen Temperaturen in der Sonne „braten“, sondern einem in

aromatischer Hinsicht „kühlen“ Ideal entgegenreifen, dessen

Komplexität durch die hohen Unterschiede von Tages- und

Nachttemperaturen noch gesteigert wird. Als wichtigste Rebsorte

wird hier nahezu ausschließlich die heimische Mencía

angebaut, die es wie kaum eine andere Sorte versteht, Kraft

und Energie mit Eleganz zu verbinden. Tiefe, Aroma, Finesse,

Mineralität, Länge und ihre innere Harmonie verdanken die

Weine einerseits den erstklassigen Schieferböden, andererseits

der langsamen Reifung dieser autochthonen Rebsorte.

Mencía (in Portugal heißt die Sorte „Jaen“ oder „Jaen du Dão“)

stammt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus

der Provinz Salamanca bzw. aus dem Bierzo (Provinz León),

obschon die Rebsorte erst Ende des 19. Jahrhunderts nach

der Phylloxera-Katastrophe erwähnt wird. Jüngste genetische

Untersuchungen haben ergeben, dass die als in der zentralportugiesischen

Region Dão heimisch angesehene Sorte Jaen

mit Mencía identisch ist. Die Tatsache, dass Mencía in Spanien

eine deutlich größere genetische Vielfalt als die Jaen-Reben

im Dão aufweist, unterstreicht den spanischen Ursprung, die

origin story dieser Rebsorte.

61


SPANIEN BIERZO

Verónica Ortega

BIERZO – DIE NEUE KLASSIFIKATION

Auch im Bierzo weiß man schon lange, was gut, was notwendig

ist. Daher bedient man sich hier des burgundischen Stufenmodells,

das man den Verhältnissen der noch jungen denominación

de origen (DO-Status seit 1989) angepasst hat. Auf der

untersten Stufe der Qualitätspyramide stehen die Weine, die

„nur“ das DOP-Siegel „Bierzo“ tragen („Vinos de la Región“ – regionale

Qualitätsweine), dann folgen die „Vinos de Villa“ (Dorf-,

Gemeinde- oder Ortsweine, der klassische „Village“), darauf

folgt, und das gibt es im Burgund nicht, der „Vino de Paraje“.

Hierbei handelt es sich um eine spezifische Zone, ein lieu-dit

oder eine Lage innerhalb einer Ortschaft oder Gemeinde. Man

kann sich das als „Nachbarschaft“, quartier oder eine Art „Stadtviertel“

denken, nur dass dieses Viertel eben auch „mitten in

der Landschaft“ liegen kann. Das „Kleingedruckte“ der Lagenklassifikation

schreibt für den „Vino de Paraje“ vor, dass 100 %

der verwendeten Trauben von einem Ort stammen müssen,

der im Register der DO Bierzo namentlich aufgeführt ist. Der

Wein kann aus mehreren Weinbergen innerhalb derselben Zone

stammen. Und: Der Ertrag muss mindestens 25 % unter dem in

der DO für die regionalen Basisweine zulässigen Höchstwert

liegen.

Darüber wird’s dann wieder einfacher, jetzt sind wir bei der

„Viña Clasificada“ (was einem Premier Cru entspräche) bzw. der

„Gran Viña Clasificada“ (dem Grand Cru) angelangt.

62 PINWAND no 335 | März 2022


Verónica Ortega

BIERZO SPANIEN

GODELLO CALCÁREO „CAL“ DO BIERZO, BLANCO 2020

Kalkmineralisches Spannungswunder, Godello von Weltklasse!

SBI020420 Godello Calcáreo „CAL“ DO Bierzo, blanco 2020 12% Vol. 53,20 €/l 39,90 €

„IT HAS TO BE THE FINEST CAL.“ – LUIS GUTIÉRREZ

Véronica Ortega, die famose Rotweine aus der Rebsorte

Mencía keltert und die wir deshalb zur „Mencía-

Magierin“ kürten, kann uns eigentlich nicht mehr überraschen.

Eigentlich. Aber was sie im Jahrgang 2020 der

weißen Rebsorte Godello entlockt, ist schlicht und

einfach sensationell und macht beinahe sprachlos.

Es ist ein Wein, der mächtig in Bann zieht und jede

Menge Emotionen freisetzt: „CAL“ ist mehr als ein

Wein, er ist eine Anleitung zur sensorischen Selbsterfahrung,

die tief im Inneren berühren kann. Gerade

einmal 4800 Flaschen hat die Winzerin im Bierzo im

kühlen Nordwesten Spaniens im Jahrgang 2020 von

ihrem Godello Calcáreo, der insgesamt 14 Monate in

gebrauchten Barriques und 800-Liter-Amphoren seiner

Vollendung entgegenreift, abgefüllt, jede der raren

Bouteillen ist nummeriert. Die Reben sind rund 40

Jahre alt und stehen in knapp 650 Metern Höhe auf

dem puren Kalk einer aufgelassenen Kalkmine bei San

Juan de la Mata, einem kleinen Ortsteil der Gemeinde

Arganza. Erste Duftnoten setzen Aromen von Apfel,

Apfelschale, Heublumen, Grapefruit, Salzzitrone und

wilden Kräutern. Es ist eine druckvolle und spannende

Nase, die sich in kein Standardschema pressen lässt.

„CAL“ nimmt am Gaumen sofort Tempo auf, spannungsgetragen

und mit salzigem Timbre, ohne Taktiererei,

da scheint alles energetisch aufgeladen zu

sein. Der Saft von Salzzitronen findet zu reifen Phenolen,

die aufgeweckte Säure ist nahtlos eingebunden,

präsent und doch unauffällig, wie selbstverständlich

zieht sie ihre Bahn. Die Textur ist fein und dicht gewoben,

engmaschig im Extrakt, die kalkige Mineralik

ist grandios und beschäftigt den Gaumen, da drängt

der Kalk aus jedem Molekül, man will mehr davon.

Es ist eine Spannungsebene und eine enorm fein getunte

Balance der Elemente, die nur große Weine

erreichen. Eine einnehmende Natürlichkeit, die den

nächsten Schluck fordert und beinahe süchtig macht.

Nach Tagen noch(!) nimmt die salzige Mineralität zu,

in die Nase drängen nun Noten von Mandelkern, grüner

Haselnuss, Kamille, Schale von Salzzitrone, auch

reife Aprikose, Honigmelone und Quitte am hinteren

Gaumen. Hallt lange nach, kraftvoll, fein und fordernd,

bleibt lange am Gaumen und noch länger im Kopf. Ein

großer Wurf, ein Phänomen der Natürlichkeit, ein mineralisches

Spannungswunder, ein Dampfhammer mit

Feingefühl. Dieser Godello ist mit das Aufregendste,

was man an Weißwein in Spanien bekommen kann. Da

sind sich sogar ausnahmsweise die Spezialisten und

Kritiker einig. Der vino de paraje „CAL“ ist Weltklasse

aus dem Bierzo – ¡enhorabuena, Verónica!

Ein kleines Postscriptum, dass wir Ihnen, werte Kunden

gerne erspart hätten: Der „CAL“ von 2020 ist der

vorerst letzte seiner Art, der Weinberg wurde verkauft,

die Pacht nicht verlängert. Verónica Ortegas

rarster Wein ist noch ein wenig seltener geworden …

Carpe diem, carpe vinum!

Ab sofort im bauchigen Glas. Bis 2030+.

96 Punkte

PARKER

63


SPANIEN BIERZO

Verónica Ortega

„QUITE“ DO BIERZO, TINTO 2020

Verónica Ortegas außerordentliches Gespür für Mencía

SBI020220 „Quite“ DO Bierzo, tinto 2020 13% Vol. 19,93 €/l 14,95 €

93+ Punkte

PARKER

Veroníca Ortega hat in wenigen Jahren etwas geschafft,

was anderen Winzern und Winzerinnen ein

Leben lang verwehrt bleibt: Die „Mencía-Magierin“

hat im Bierzo im kühlen Nordwesten Spaniens ein

außerordentliches Gespür und Verständnis für diese

rote Rebsorte entwickelt, die unter anderen Händen

schnell spröde und unnahbar wirken kann. „Quite“ ist

ihr – und man schämt sich beinahe diesen Begriff zu

verwenden – kleinster Wein aus Mencía. Nein, man

muss es anders formulieren: Es ist der großartige Einstieg

in ihr Spektrum großartiger Weine aus der Rebe,

die auf der iberischen Halbinsel auch als Jaén bekannt

ist. „Quite“ ist ein Begriff aus dem Stierkampf – Verónica

Ortegas Vater Rafael war Torero –, er bezeichnet

ein Ablenkungsmanöver mit dem capote, dem

großen purpurroten Tuch der Stierkämpfer. Die Trauben

stammen aus der Parzelle Valtuille de Abajo, wo

die bis zu 80 Jahre alten Reben auf Lehm- und

Sandböden mit Schiefer- und Quarzgeröll und

hohem Mineraliengehalt stehen. Die Trauben

wurden von Hand gelesen und sanft extrahiert,

der Ausbau erfolgte in gebrauchten Eichenfässern

und auch in Tongefäßen. An diesem Wein wirkt

alles anziehend: Duftet ausdrucksstark nach Schwarzkirsche,

Brombeere, Schlehe, auch ein kleiner Reduktionston

kommt auf, etwas Holzkohle und Asche, getrocknete

Kräuter, Garrigue, etwas Graphit, Tinte und

Rauch. Man meint auch einen Hauch Schiefer zu riechen.

Auch am Gaumen intensiv, würzig und sehr präsent

mit kühler Frucht, Schlehe, Schwarzkirsche und

auch Sauerkirsche, kompakt gebaut mit klar definierter

Muskulatur und griffigem Gerbstoff. Mineralisch,

saftig und mit lebendiger Säure und guter Spannung,

energetisch aufgeladen. Bleibt immer in Bewegung

und im Rhythmus, wirkt sehr natürlich und auch ungebändigt,

„Quite“ ist das Gegenteil eines am Reißbrett

konzipierten und designten Weins, er imponiert mit

einer kultivierten und eleganten Unbändigkeit. Pelzt

noch leicht im Finish, hallt am Gaumen nach. Das ist

die faszinierende Seite der Mencía und des Bierzo! Ein

grandioser Weinwert, mehr kann man zu diesem Tarif

nicht bieten.

Ab sofort bis 2027.

„VO – VERSÍON ORIGINAL“ DO BIERZO, TINTO 2018

Rarer Signature-Mencía aus Bierzo mit atlantischem Flair

SBI020518 „VO – Versión Original“ DO Bierzo, tinto 2018 13,5% Vol. 38,67 €/l 29,00 €

94+ Punkte

PARKER

Lediglich 2400 Flaschen kelterte Veroníca Ortega

im Herbst 2018 von ihrem „VO“, die Initialen

stehen für die Anfangsbuchstaben ihres

Namens, aber auch für „Versíon Original“, einen

ihrer raren, handgefertigten Signature-Weine

aus Mencía. Die knorrigen, alten Reben wachsen

in luftiger Höhe von über 500 Metern Höhe auf

kargen Lehmböden mit Schiefer- und Quarzgeröll, der

Einfluss des nahegelegenen Atlantiks ist spürbar: Die

Trauben können in einem kühlen und dennoch sonnigen

Ambiente lange ausreifen. Der Sandanteil in den

Böden ist geringer als in der Parzelle, aus der „Quite“

stammt, der Ertrag fällt sehr gering aus. Neben Mencía

verwendet Ortega auch ein wenig Alicante Bouschet,

Palomino und Doña Blanca. Die Nase ist etwas

weicher und getragener als beim „Quite“, neben reifen

Schwarzkirschen zeigen sich auch Pflaumen und Schlehen,

auch etwas Schlehenlikör, eine reduktive Note,

Hefe, Rauch, Asche, Garrigue, getrocknete Orangenschale,

Granatapfelsirup, dunkler Tabak, Lorbeerblatt

und ätherische Anklänge. Am Gaumen ist der kräftig

gebaute „VO“ würzig, saftig und intensiv, die Fruchtsäure

ist reif und präsent, Noten von Holunderbeeren

und Schlehe mischen mit. Die Struktur ist vielschichtig

und komplex mit einer Menge Extrakt, das Holz ist

feinfühlig eingebunden, die Gerbstoffe sind kräftig,

saftig und feinkörnig mit gutem grip. Entwickelt ordentlich

Druck und Dynamik in der Gaumenmitte,

wirkt nie marmeladig und schwerfällig, dafür kühl,

konzentriert, dicht und vorwärtsdrängend, mineralisch

und fordernd, aber auch mit viel Raffinesse. Bei aller

Stoffigkeit und Kraft auch atlantische Frische und leicht

salzige Noten, etwas Sauerkirsche im Ausklang. Noch

sehr jugendlich und ungeschliffen, zeigt die typische,

ungezähmte Natürlichkeit von Ortegas Weinen, aber

auch tiefgründige Eleganz. Erinnert an Pinot Noir

aus der Bourgogne, noch mehr aber an Syrah von

der nördlichen Rhône. Aber alle Vergleiche hinken

letztendlich, es ist ein großer Mencía aus Bierzo mit

enormem Potenzial – „Versíon Original“ eben!

Ab sofort (etwas Luft schadet nicht – im Gegenteil! – fast

noch schöner am zweiten Tag) bis leicht 2032+.

64 PINWAND no 335 | März 2022


Verónica Ortega

BIERZO SPANIEN

93 Punkte

PARKER

„KINKI“ DO BIERZO, TINTO 2020

Federleicht und von Jahr zu Jahr immer noch ein wenig schöner: „Kinki“

– oder die unbeschwerte Leichtigkeit des Weins

SBI020620 „Kinki“ DO Bierzo, tinto 2020 12,2% Vol. 36,00 €/l 27,00 €

Gleich vorweg: „Kinki“ entspricht, entgegen aller anderslautenden

Gerüchte, im Spanischen nicht dem

englischen „kinky“. Der Name von Verónica Ortegas

leichtfüßigem, extrem schlankem Mencía (mit etwa

25%igem Anteil roter und weißer Rebsorten – hauptsächlich

Alicante Bouschet (ca. 15 %), Palomino, Godello

und Valenciana) verweist auf einen aus diversen Gründen

zurückhaltenden Außenseiter mit (sagen wir einmal)

eher anarchisch kanalisierter Energie. Was die

Sachlage durchaus trifft, sogar ganz programmatisch

ist – auf jeden Fall in Sachen Energie und was die Lage

„im wilden Außen“ angeht erst recht! Die Trauben für

den „Kinki“ stammen von stark schieferhaltigen Böden

im 750 Meter Höhe rund um Cobrana (nordöstlich von

Ponferrada), werden für den Wein – grappes entiéres

– in einem offenen Eichenholzbottich mit 5000-Liter

Fassungsvermögen vergoren, der Wein reift dann acht

Monate lang in gebrauchten Barrique- und 800-Liter-

Tonamphoren (in letzteren ähnlich wie im Jura eine

ganze Zeit lang sous voile).

Bei aller jugendlichen, fast „elektrischen“ Spannung,

Nervosität (im absolut positiven Sinn!) und wunderbarer

Wildheit, besitzt der „Kinki“, auf dessen Etikett

eine beeindruckende aromatische und strukturelle

Tiefe bzw. Tiefenschärfe, die gerade einmal 11,5 Vol.-%

Alkohol unterstreichen das sogar: Im Duft strahlend

helle Sauerkirschfrucht, im Kern süße Beeren von fast

ätherisch-frischer Fruchtigkeit, ein Hauch Minze (zartgrün,

dann leicht balsamisch-rauchig), am Gaumen

dann die mehrdimensionale, weit aufgefächerte „Übernahme“

des Spektakels, mehr Frucht (wieder Kirsche,

wieder Beeren), mehr Säure (herrlich präzise), ein

energetischer tannischer grip und eine absolut

inspirierende, extrem trinkanimierende Salzigkeit. Wir

sind komplett überzeugt: „Kinki“ ist das neue sexy!

Und wir wollen mehr davon, 3.600 Flaschen (immerhin

100 mehr als letztes Jahr) für die ganze Welt sind

einfach zu wenig …

Ab sofort und jetzt gleich, am besten gekühlt (von 12–16 °C

ist alles möglich), gerne auch in einem größeren Glas.

Problemlos bis 2026+.

65


SPANIEN BIERZO

Verónica Ortega

95 Punkte

PARKER

„ROC“ DO BIERZO, TINTO 2019

„ROC“ ist das „role model“ für die großen Möglichkeiten von Mencía

SBI020118 „ROC“ DO Bierzo, tinto 2018 13,5% Vol. 39,93 €/l 29,95 €

Es gibt keinen einzigen Wein von Veroníca Ortega,

der nicht berühren würde. „ROC“ aber ist ein ganz

besonderer und der emotionalste Wein für die Winzerin,

sie widmet ihn Jahr für Jahr ihrem tödlich verunglückten

Bruder. Mit „ROC“ treibt Ortega ihre bewundernswerte

Kunst mit der Mencía-Rebe auf die

Spitze, er ist die Quintessenz ihres jährlichen Schaffens.

„ROC“ wird geprägt von der roten Mencía, die

mit ein wenig Alicante Bouschet, Palomino und Doña

Blanca ergänzt wird. Dafür verwendet die Winzerin

nur die besten Trauben von über 100 Jahre alten Reben,

die auf über 530 Metern Höhe stehen und den

Atem des Atlantiks spüren. Die Trauben werden von

Hand gelesen und schonend über zwölf Monate in

228-Liter-Fässern in zweiter und dritter Belegung aus

französischer Eiche vergoren. Im Jahrgang 2019 ergab

die Ernte gerade einmal 5100 Flaschen. „ROC“ duftet

erhaben und würzig nach Kirsche, Sauerkirsche, Schlehe,

wilder Pflaume und Johannisbeere, neben dieser

präzisen Frucht finden sich rauchige. ätherische und

auch balsamische Noten, Süßholz, Zeder, kalte Grillkohle,

Asche, Lorbeerblatt und mineralische Anklänge,

Schieferwürze. Am Gaumen weit gefasst und mit

großem Horizont, stoffig, druckvoll, konzentriert und

engmaschig im Extrakt, hat Tiefgang, die Gerbstoffe

sind dicht, feinkörnig und von großartiger Güte, sie garantieren

ein langes Leben, die Säure ist reif und trägt

einen leicht maritimen Unterton. Kompetenter Holzeinsatz,

mächtiges mineralisches Rückgrat, würzig intensiv,

gelegentlich bis zur Schmerzgrenze fordernd,

hat Format und Volumen, man spürt die Tiefgründigkeit

und Erhabenheit der alten Reben. Pfeffrig im Finale,

enorme Länge, viel Charakter, edel und elaboriert. Ein

großer Wein, der sich nicht nebenbei konsumieren

lässt, der einen auffordert, teilzuhaben und eine eigene

Haltung zu zeigen. „ROC“ ist ein „role model“ für die

Möglichkeiten dieser noch unterschätzten Rebe: Man

schmeckt die Landschaft des Bierzo und die Nähe zum

Atlantik, diese Winzerin ist eins mit ihrem Terroir, das

sie einfühlsam interpretiert. Wer Ortega sagt, meint

auch immer Mencía von internationalem Format!

Ab sofort bis sicherlich 2033+.

66 PINWAND no 335 | März 2022


Verónica Ortega

BIERZO SPANIEN

„COBRANA“ DO BIERZO, TINTO 2019

Fulminanter Bierzo-Villages aus Höhenlagen:

Verónicas Mencía-field-blend „Cobrana“

SBI020319 „Cobrana“ DO Bierzo, tinto 2019 12,5% Vol. 46,66 €/l 35,00 €

„Nach diesem Erstlingswerk sind wir absolut überzeugt

davon, dass wir noch einiges von Verónica hören

werden. Das hat Weltklasse-Niveau!“ schrieben wir

über den ersten „Cobrana“ bei Pinard de Picard, den

formidablen 2015er. Und wurden in unserer Einschätzung

gleich von Luis Gutiérrez, Parkers Spanien-Verkoster,

bestätigt. Dieser vergab die sehr amtliche von

Auszeichnung von 94 Punkten und lobte den Wein

für seinen „burgundian twist.“ Ein Jahr später, wieder

zückt Don Luis die 94, und wir wissen alle, wie es weiterging

… (96 Punkte wie auch von Tim Atkin für den

– leider, leider ausverkauften – Geniestreich von 2018!)

„Cobrana“, das ist Verónica Ortegas genialer Rotwein

aus über 90-jährigen Mencía-Reben, die mit einem

kleinen Anteil autochthoner Rebsorten wie Palomino,

Doña Blanca und Garnacha Tintorera abgerundet werden.

Sie keltert diesen Wein von Lagen, die auf 750

Metern Höhe zu finden sind und deren Reben sich tief

in den Schieferboden mit rotem Lehm bohren müssen,

um an Nährstoffe zu gelangen. Dieser kräftige kirschrote

Wein duftet bereits in der Nase traumhaft. Johannisbeergelee,

Herzkirschen und rote säuerliche

Waldbeeren verströmt der 2019er-Jahrgang. All das

begleitet von einem Hauch Brennessel-Tee. Wir fühlen

uns, ob dieser kühlen und dezent würzigen Art, an

allerfeinsten Blaufränkisch aus dem Burgenland erinnert,

Und in der Tat handelt es sich auch hier um einen

ganz besonderen Cool-Climate-Vertreter.

Ausgebaut in 228-Liter-Holzfässern und 800 Liter fassende

Amphoren, nur 3.800 Flaschen für alle! Leider

400 weniger als vom wirklich sensationellen Vorgänger,

der weinweltweit für Begeisterung sorgte! Die

Besonderheit dieses Weins (zum ersten Mal mit dem

Zusatz „Vino de la villa de Congosto“ auf dem Etikett ),

bei der sich Verónica einer uralten, traditionellen

Vinifizierungsmethode bedient, liegt auch darin, dass

hier ein kleiner Teil weißer Trauben zugegeben wird.

Das gibt diesem Wein seine Zartheit und Frische, wie

man dies von den allerbesten Weinen der Nordrhône

kennt! Sie dürfen hier keinen mächtigen Wein erwarten,

das ist eher ein tänzelnder spanischer „Burgunder“, der

von den Höhenlagen, dem schiefrigen Boden und den

windigen Meeresbrisen erzählt. Die Tannine sind hier

feinkörnig, so strukturierend und filigran wie bei einem

feinen Volnay (Tim Atkin verglich den 2018er mit einem

Chambolle-Musigny …) – wobei dieser Wein, bei

aller Vorliebe für Burgund-Analogien, vor allem eines

ist: ein großer, ja, ganz großer Bierzo. Die feine Säure

ist bestens im Wein integriert, aufgrund des etwas

kraftvolleren Jahrgangs 2019 ergibt sich ein noch

präsenterer Wein, der unmittelbare Trinkfreude bereitet.

Die Aromatik pendelt zwischen roten

Waldfrüchten, balsamischen Noten und etwas

Tabak.

Der „Cobrana“ lebt vom Trinkfluss, zeigt sich

als 2019er noch etwas „erwachsener“ als im

Vorjahr. Damit meinen wir, dass wir ihm

durchaus noch mehr Potenzial zutrauen als

seinem Vorgänger, der (möglicherweise) etwas eleganter

ausfiel. Wenn Sie, liebe Kunden, auch perfekt

balancierte, kühl anmutende Rotweine lieben, die

den Gaumen erfrischen und einen mineralischen

Kern besitzen, so möchten wir Ihnen von ganzem

Herzen diesen großartigen Wein von Verónica Ortega

nahelegen!

Trinkt sich jetzt schon traumhaft schön (und gerne etwas

gekühlt, 15–16 °C sind sicherlich ideal), wird in den

nächsten Jahren nur noch schöner – bis 2029+.

95 Punkte

PARKER

67


SPANIEN MADRID

Bernabeleva

BODEGAS Y VIÑEDOS

BERNABELEVA

SAN MARTÍN DE VALDEIGLESIAS

DIE RENAISSANCE

DER GARNACHA

68 PINWAND no 335 | März 2022


Bernabeleva

MADRID SPANIEN

Gredos - Garnacha - Granit sind die Hauptzutaten

für Weine aus fast vergessenen Hochlagen die seit

nunmehr fast 20 Jahren die Weinwelt begeistern.

DIE STUNDE NULL

Sowas wie der Urknall für ein Weingut im Dornröschenschlaf

(Bernabeleva), eine Region (Gredos), eine Rebsorte (Garnacha),

gar für ein ganzes Weinland, welches kein geringeres als das

größte der Welt ist, Spanien! Held (wider Willen) dieser

Geschichte ist Marc Isart, Weinmacher und Mastermind

von Bodegas y Viñedos Bernabeleva.

GREDOS – DIE KEIMZELLE DER „TERROIRISTEN“

UND NEUEN WEINHELDEN DES 21. JAHRHUNDERTS

Dem aufmerksamen Leser unserer PINwand kommen die nun

folgenden Zeilen zweifelsohne bekannt vor. Dennoch sind die

nun folgenden Ausführungen Geschichten und Fakten der deutschen

Weinszene fast völlig fremd, daher wiederholen wir uns

gerne, denn über die Weine aus Gredos sollte viel häufiger gesprochen

werden: Die Sierra de Gredos, ein zentraler Abschnitt des

kastilischen Scheidegebirges mit dem Kulminationspunkt Pico

Almanzor (2.592 Meter), steht sinnbildlich für das neue Gesicht

des spanischen Weinriesen. Mehrfach haben wir bereits angemerkt,

dass die alten Vorurteile gegenüber spanischer Weine (zu

konzentriert, zu alkoholisch, zu marmeladig, zu holzig) längst

überholt sind und Ihnen Exemplare des neuen Spaniens an

Herz gelegt (z.B. Envínate, Bimbache, Bhilar, Esmeralda García,

Verónica Ortega, um nur ein paar Namen zu nennen). Die als

Sierra de Gredos bekannte Bergkette westlich der spanischen

Hauptstadt von Madrid hat einen enormen Anteil an diesem

Imagewechsel, der um die Jahrtausendwende eingeläutet wurde.

MARC ISART – CURRICULUM EINES GANZEN GROSSEN

WINZERS UND FEINEN MENSCHEN

Einer der den Imagewechsel aktiv wie kein Zweiter mitinitiiert

hat ist der gebürtige Katalane Marc Isart Pinos (mit vollem Namen),

Jahrgang 1975. Es ist nicht vermessen ihn als den stillen

aber großen Star der Region und seiner Winzergeneration vorzustellen.

Marc ist ein begnadeter Weinmacher, der zu keiner

Zeit Aufhebens um seine Person macht und gerne wortlos im

Hintergrund steht. Er sucht weder das Rampenlicht noch die

Öffentlichkeit. Marc ist seine ganz eigene besondere Marke

und wer ihn einmal getroffen hat stellt dies auch sehr schnell

fest. Im Alter von 14 Jahren kam Marc gemeinsam mit seinen

Eltern nach Madrid. Kaum angekommen in der Fremde ging

der sprichwörtlich junge Marc harter körperlicher Arbeit nach

indem er den Beruf des Landmaschinenschlossers ausübte. In

seiner Freizeit arbeitete er zudem in der Landwirtschaft, somit

auch unweigerlich im Weinbau. In den Abendstunden büffelte

er für seine weiterführenden Schulabschlüsse. Ein Pensum wie

es kaum ein Heranwachsender in unseren Breiten kennt oder

gar hat. Etwas später studierte Marc die Fächer Agrarwirtschaft

(Ingenieur) und Önologie (Master) an der renommierten Universität

Complutense de Madrid. Wie selbstverständlich managte

er sein Studium neben dem Job als Landmaschinenschlosser.

Seine Zeit mit den schweren Maschinen sollte nach seinen erfolgreichen

Universitätsabschlüssen Geschichte sein. Fortan

arbeitete er als Önologe für ein Weingut aus seiner Nachbarschaft,

dem er übrigens bis heute beratend zur Seite steht.

RENAISSANCE DER GARNACHA

Im Jahr 2006 erhielt Marc das Angebot künftig für Bernabeleva

zu arbeiten. Die Anfrage kam von niemand geringerem als Raúl

Pérez, der zu jener Zeit als Consultant für die Bodega beauftragt

war. Schnell fand Marc sich in seiner neuen Rolle als Triebfeder

einer aufstrebenden Bodega zurecht. Früh erkannte er Stärken,

Schwächen und Besonderheiten die das Terroir von San Martín de

Valdeiglesias mit sich bringt. Gerade im Umgang mit den alten Garnacha-Reben

gelang Marc auf Anhieb herausragendes. Garnacha

die einst meistangebaute Rebe Spaniens und der Welt (in Frankreich

als Grenache bekannt) rückt unter Marc bei Bernabeleva

und in der Folge bei anderen Winzer der Region wieder in den

Fokus und gewinnt fortan wieder an Bedeutung. Marc prägt

mit den Weinen von Bernabeleva und denen vom Comando G

(ab 2008), dessen Gründungsmitglied er war einen für Spanien

bis dato unbekannten neuen Weinstil dem die heutigen avantgardistischen

Winzer des Landes nacheifern: transparent, fein,

klar, geprägt von Frische, Spannung, Mineralität und Charakter.

Marcs Vorbilder vermutet man im Burgund, tatsächlich führt er

andere an: Rayas und Rinaldi. Auch Altmeister sind vom Können

eines Marc Isart beeindruckt. Kein geringerer als Telmo Rodríguez

der 1999 als erster außenstehende große Winzerpersönlichkeit

das Potenzial der Gredos entdeckte investierte viel Zeit und Geld

in sein dortiges Projekt Pegaso. Richtig zufrieden war er nie mit

seinen Weinen und so bemühte er sich um den besten Mann für

Pegaso – Marc Isart. Seit 2016 trägt Marc nun also auch dort die

Verantwortung und gibt den Weinen seine Handschrift. Da Marc

von klein auf ein intensives Pensum gewohnt ist verwundert es

auch nicht, dass er neben seinen Aktivitäten bei Bernabeleva und

Pegaso gemeinsam mit seiner Frau Carmen ein weiteres Projekt

vorantreibt. Hierbei handelt es sich um die eigene kleine Bodega

Cinco Leguas in der die Weine unter dem Namen „La Maldición“

(„der Fluch“) im südlichen Teil der Appellation D.O. Vinos de Madrid

gefüllt werden.

69


SPANIEN MADRID

Bernabeleva

ZURÜCK IM TAL DER BÄREN

In der Gegend, die eine Autostunde westlich der

spanischen Metropole und Hauptstadt Madrid

liegt, sagen sich nicht nur Fuchs und Hase gute

Nacht. Gredos war und ist noch immer Jagdrevier

und Erholungsgebiet für viele Städter. Ein Symbol

dieser Geschichte verkörpert auch das Etikett von

Bernabeleva. Die Göttin der Jagd Diana zeigt sich

reitend auf einem Bären. Das Gut oder die finca

wie der Spanier sagt hat eine mittlerweile fast hundertjährige

Geschichte. Im Jahr 1923 erwirbt der bekannte

Madrider Arzt Vicente Álvarez Villamil ein

weitläufiges Grundstück am Fusse des Cerro de

Guisando (1.310 Meter) etwas außerhalb von San

Martín de Valdeiglesias. Vicente lässt Weingärten,

Olivenhaine, Obstbäume und Gemüse pflanzen. Er

träumt von großen Weinen und betreibt Bernabeleva

als Gartenhof, der Besuchern jederzeit Zugang

gewährt. Der spanische Bürgerkrieg und seine gesellschaftspolitischen

Auswirkungen lassen Vicentes

Traum in weite Ferne rücken. Der Wein der

gesamten Region verliert zusehends an Bedeutung, Winzergenossenschaften

bestimmen fortan das Geschehen. Immer weiter

fallende Traubenpreise setzten der Branche zu und deuten

zudem nicht auf Perspektiven hin. Aber totgesagte leben dann

halt hin und wieder dennoch länger!

WACHGEKÜSST AUS DEM DORNRÖSCHENSCHLAF

Im Stillstand und Niedergang finden sich auch immer wieder

positive Aspekte, in Gredos wären da zuallererst die alten Garnacha-Reben

zu nennen. Da die Region in den Jahrzehnten der

Erneuerung nicht zu den hippen und rentablen Spots zählte

wurde hier weder in neue Rebanlagen oder gar neue Rebsorten

(wie vielerorts) investiert, geschweige in Infrastruktur. Die alten

Fincas und ihre ursprünglichen Parzellen blieben, sofern wie

nicht verfielen und verwilderten vielfach erhalten, so auch bei

Bernabeleva. Die Nachkommen von Vicente erhielten die Finca

über lange Jahre ohne Ziel aus Sturheit, ein Glückfall für den Urenkel

des Gründers Juan Diez Bulnes. Juan selbst erfolgreicher

Architekt mit Lebensmittelpunkt Madrid war Anfang der

2000er-Jahre fest entschlossen Vicentes ursprünglichen Traum

Realität werden zu lassen. Auf der Finca entstand ein modernes

Kellereigebäude und man engagierte den profunden Berater

Raúl Pérez (der damals wie heute selbst sehr erfolgreich in der

Region mitmischt u.a. bei Viñedos del Jorco) um den Start zu

begleiten. Neben den heute fast hundertjährigen Parzellen wie

Viña Bonita, Carril del Rey und Arroyo del Tórtolas waren die

Personalentscheidungen der ersten Stunde weitere Glücksfälle.

Marc Isart war vom Start weg eingebunden und ist bis heute dabei,

eine Konstante, wie man sie heute sehr selten bei aufstrebenden

Start-Ups der Branche hat. Vicentes Traum von eigenen

guten Weinen wurde mit dem Jahrgang 2007 nun endlich wahr.

DAS TAGWERK

Zur ursprünglichen Finca gehörten 400 Hektar Land, einiges

davon stand schon immer unter Reben. Heute bewirtschaftet

man bei Bernabeleva 35 Hektar Rebfläche die komplett biodynamisch

bewirtschaftet werden. Star der Region und des Hauses

ist die rote Garnacha, daneben wird mit Morenillo eine weitere

rote und rare autochthone Rebsorte kultiviert. Bei den weißen

Sorten nimmt Albillo Real die Hauptrolle ein. Desweiteren arbeitet

man mit Macabeo, Garnacha Blanca, Garnacha Grís und

Moscatel de Grano Menudo (Gelber Muskateller). Selbstredend

ist hier extrem viel Handarbeit gefragt, die alten Parzellen in

Buscherziehung würden auch keinen großflächigen Einsatz von

Maschinen zulassen. Auch die Bodenbearbeitung erfolgt meist

mit Picke und Hacke und wird unterstützt durch den Einsatz

von Arbeitspferden. Die Begrünung der Flächen wird mühselig

mehrfach im Jahr von Hand zurückgeschnitten. Rebalter,

Pflanzdichte und Klima machen in diesen Breiten viel Arbeit,

der Ertrag ist dennoch vergleichsweise gering, dafür aber

umso spektakulärer.

70 PINWAND no 335 | März 2022


Bernabeleva

MADRID SPANIEN

DAS VIELZITIERTE NICHTSTUN

Besonders die Ernte der Diva Garnacha ist in diesem kontinentalen

Klima auf den Hochlagen von Bernabeleva (auf 800 bis

1.000 Metern) nicht einfach. Bereits Ende August hat die Rebe

die volle alkoholische Reife und die Moste weisen hohe Alkoholgradation

von bis zu 15,5 Vol.-% auf. Allerdings ist dann die phenolische

Reife (verkürzt die Herausbildung von Tannin, Farbe

und Geschmack) noch nicht ganz abgeschlossen – eine Herausforderung!

Marc hat allerdings recht schnell einen Weg hin zur

Balance gefunden. Er arbeitet dazu mit sehr langen Maischestandzeiten

in offenen Bütten. Diese „Beautybehandlung“ kann

zwischen 30 und 90 Tagen andauern. Dabei verzichtet er auf

remontage und pigeage, die Extraktion geschieht hier so sanft wie

bei einer japanischen Teezeremonie. Für den weiteren Ausbau

zieht der werdende Wein auf gebrauchte, möglichst großformatige

Fässer um keine Dominanz des Holzes aufkommen

zu lassen. Auch hier versucht Marc nach Kräften ohne bâtonnage

auszukommen, seine Weine sollen sich „vertikal-tief“ und

nicht etwa „horizontal-breit“ entwickeln. Fast überflüssig

zu erwähnen, dass die Weine von Bernabeleva fast gänzlich

ohne jegliche Additive auskommen. Zudem bleiben sie unfiltriert

und werden kurz vor Abfüllung nur mit einer minimalen

Schwefelgabe stabilisiert.

EN FÍN ODER ZU GUTER LETZT

Marc hat mit seinen Weinen bei Bernabeleva nicht nur Gredos

zurück ins Jetzt geholt, sondern einen Weinstil miterfunden und

geprägt. Zudem hat er der quasi in Vergessenheit geratenen

Garnacha wieder eine Bühne gegeben, auf der sie heller den je

strahlt. Aktuell kommen die besten Garnachas des Landes definitiv

aus dem Naturparadies Gredos, von denen nicht wenige

Insider behaupten, es seien sogar die besten der Welt.

71


SPANIEN MADRID

Bernabeleva

WEISS

„CAMINO DE NAVAHERREROS“ DO

VINOS DE MADRID, BLANCO 2019

Neues von der Dame und dem weißen Bären

SVM011219

„Camino de Navaherreros“ DO Vinos de Madrid,

blanco 2019 12,5% Vol. 13,20 €/l 9,90 €

Madrider Wein? Und ob! Als Hauptstadt des Landes mit der weltweit

größten Rebfläche (über 1 Million Hektar), kann man sich

natürlich nicht lumpen lassen. Knapp 8600 Hektar stehen um

Madrid herum unter Reben, offiziell existiert die D. O. Vinos de

Madrid seit 1990 (ab 1973 schon projektiert, erste Verwaltungshürden

wurden 1984 genommen) Wein wird hier allerdings schon

seit über 1000 Jahren angebaut. Arganda, Navalcarnero und San

Martín de Valdeiglesias heißen die im Süden der Provinz gelegenen

Subzonen, 2019 neu hinzugekommen ist El Molar im Norden,

auf denen neben der weißen Albillo-Rebe vor allem Garnacha

ganz prächtig gedeiht. Zu den schönsten, ja beeindruckendsten

Weinen der Region zählen sicherlich die von Bernabeleva am

Fuße des Cerro de Guisando bei San Martín de Valdeiglesias. Was

hier, knapp 50 Autominuten von Madrid, gekeltert wird, ist viele

und eingehende Ausflüge wert. Man sagt ja, dass der Weg das

Ziel sei. Zumal wenn es sich um den „Camino“ handelt, den „Weg

aller Wege“ nach Santiago de Compostela. Und natürlich – und

wie könnte es auch anders sein? – führt dieser Weg auch durch

die Sierra de Gredos, die über den besten Weingärten der D. O.

zu wachen scheint.

Von hier, aus unterschiedlichen Parzellen in 700 bis 840 Metern

Höhe, stammt Marc Isarts weißer „Camino de Navaherreros“,

eine Cuvée aus etwa 50 % Albillo Real, 30 % Macabeo, 15 % Moscatel

de Grano Menudo sowie 5 % Garnacha Blanca, Malvar und

anderen Rebsorten, deren Namen vermutlich in Vergessenheit

geraten sind. Der spontanvergorene, neun Monate auf der Hefe

in großen gebrauchten Holzfässern ausgebaute Wein duftet nach

Blüten und weißfleischigem Steinobst, im Hintergrund leicht

pfeffrig-würzig-erdige Noten, zerriebener Stein und Anklänge

von Kräutern und eine Spur von Salz. Herrlich erfrischend, eine

sehr feine, sehr präzise Säure, dabei wunderbar geschmeidig und

quicklebendig am Gaumen – was mehr wollte man verlangen?

Ab sofort bis 2024.

„NAVAHERREROS“ DO VINOS

DE MADRID, BLANCO 2020

Albillo Real + Macabeo = Hauptstadtwein!

SVM010120

„Navaherreros“ DO Vinos de Madrid,

blanco 2020 13% Vol 18,53 €/l 13,90 €

Nur wenigen Menschen ist die Rebsorte Albillo Real ein Begriff.

Sie taucht selten auf Etiketten auf, und man findet sie auch

nur sehr begrenzt in Zentralspanien. Hinzu kommt, dass Spanien

über Generationen hinweg primär als Rotwein-Land wahrgenommen

wurde und die weißen Rebsorten immer noch neu

entdeckt werden müssen. Mittlerweile ist jedoch vielen Kennern

klar, dass die Weißweine Spaniens höchst spannend sind. Und

genau das beweist auch der Navaherreros blanco des Ausnahme-

Winzers Marc Isart. Er bringt bei diesem Ortswein, der das Terroir

von San Martín de Valdeiglesias widerspiegelt, 60 % Albillo aus

verschiedenen Lagen (70 bis 85 Jahre alt) mit 40 % Macabeo aus

einer einzelnen, 25 Jahre alten Lage zusammen. Macabeo ist eine

der wichtigsten weißen Sorten in Spanien. Sie ist Teil einer typischen

Cava-Cuvée und unter dem Namen Viura verantwortlich

für 90 % der weißen Rioja. Beide Rebsorten sind kräftig und neigen,

wenn spät gelesen wird, zu viel Alkohol. Doch wie man auf

dem Etikett sieht, bringt dieser Weißwein aus der Region Madrid

lediglich 13 Vol.-% auf die Waage. Die Reben wurden so gepflegt,

dass sie bei vollständiger physiologischer Reife früh geerntet werden

konnten. Wie bei Bernabeleva üblich, wurden die Weinberge

mit ihren alten Buschreben nach biologisch-organischen und biodynamischen

Grundsätzen gepflegt. Im Keller geht Marc Isart

nahezu noninterventionistisch vor. Selbstverständlich greift er

als Weinmacher ein, aber so wenig wie eben möglich. Das heißt,

dass seine Weine nur gering geschwefelt sind, weder stabilisiert

noch gefiltert werden und dass auch keine bâtonnage (das Aufrühren

der Hefen) zur Anwendung gelangt. Den Trauben gab

Marc Isart 36 (Albillo) bzw. 48 Stunden (Macabeo) Maischestandzeit.

Der Macabeo wurde dann in 500- und 600-Liter-Barriques

spontanvergoren und dort neun Monate ausgebaut, beim Albillo

fanden Spontanvergärung und Ausbau auf der Hefe im 2.500-

Liter-Fuderfässern statt.

Was dabei entsteht, ist ein charaktervoller Weißwein, wie er nur

in Gebieten entstehen kann, die heiß sind und in denen die Rebsorten

an diese Hitze gewöhnt sind. Der goldgelbe, leicht trübe

Navaherreros blanco ist ein kraftvoller Wein, was sich auch im

Duft mitteilt. Anfänglich zurückhaltend (ein leiser Hauch getrockneter

Aprikosen, zart brotige Noten), mit etwas mehr Luft

dann Reinetten bis hin zu reifen Birnen, dazu leicht gerösteten

Salzmandeln (Schale!), getrocknete Kräutern und Heu. Am Gaumen

zunächst zitrisch herb, dann erst ein Schimmer der Frucht,

die sich im Bouquet angekündigt hatte. Ein Struktur-, ein Terroirwein,

der vor allem als Begleiter von Speisen aufblüht, die dessen

präzise Säure zum Leben erwecken. Gleichzeitig sorgt die Salzigkeit,

die sich schon im Duft andeutet, für einen schönen Trinkfluss.

Ein spannender, unglaublich eigenständiger Weißwein, wie

man ihn vermutlich leider nur selten im Glas hat!

Ab sofort und mit Gusto bis über 2024 hinaus.

72 PINWAND no 335 | März 2022


Bernabeleva

MADRID SPANIEN

„CANTOCUERDAS“ ALBILLO DO

VINOS DE MADRID, BLANCO 2019

100 % Albillo für ein Mehr an Frische!

92 Punkte: „enorm mineralisch“

– L. Gutiérrez (Robert Parker’s Wine Advocate)

SVM010219

„Cantocuerdas“ Albillo DO V. d. Madrid,

blanco 2019 12% Vol. 26,53 €/l 19,90 €

Man wird niemandem zu nahetreten, wenn man feststellt, dass

die nur regional vorkommende Sorte Albillo, die man rund um

Madrid, in Kastilien-Léon und Galicien sowie auf La Palma auf

rund 3.000 Hektar findet, nicht unbedingt für herausragende

Weine bekannt ist. Das hängt vor allem damit zusammen, dass

man sich auch nie darum gekümmert hat, aus dieser Sorte etwas

Besonderes zu zaubern. Und das geht nicht nur dem Albillo so,

dafür gibt es viele Beispiele aus allen Ländern Europas. Es ist Marc

Isart, dem außergewöhnlichen Weinmacher von Bernabeleva zu

verdanken, dass er sich der Rebsorte Albillo angenommen hat,

die in verschiedenen Weinbergen des Weinguts zu finden ist. Er

hat sie studiert und hat experimentiert, wie man am besten mit

ihr umgeht. Meist wurde sie spät gelesen, und das mit hohen Erträgen.

Er aber schneidet sie zurück und erntet früh. So ergibt

sich ein ganz anderes Bild von ihr, die als alkoholreich und träge

gilt. Marc geht aber noch einen Schritt weiter. Für seinen Wein

nutzt er die Trauben, die aus dem von schwarzem Granit geprägten

zwischen 710 und 740 Meter hohen, windigen und von Wäldern

umgebenen Weinberg Cantocuerdas mit 90 Jahre alten Reben

stammen. Sie stammen von drei unterschiedlichen Parzellen

und werden daher auch getrennt vinifiziert. Er stellt sie zunächst

für 36 Stunden in den kühlen Keller, um eine Vorvergärung und

eine leichte Extraktion zu erreichen. Dann vergärt er die Trauben

spontan in gebrauchten 500-Liter-Eichenfässern (eine der Chargen

mit einer Maischestandzeit von fast 60 Tagen), wo sie danach

weitere neun Monate lang auf der Feinhefe reifen. So ergibt sich

ein ganz eigenes Geschmacksbild, das aber hervorragend zu dieser

opulenten und stark glyzerinhaltigen Sorte (Kirchenfenster im

Glas!) passt. Tatsächlich ist hier ein bildschöner Charakterwein

entstanden, der sich im Glas leicht trüb und intensiv strohgelb

zeigt. Er präsentiert zunächst eine etwas verhaltene, dann immer

deutlich konturriertere Melange von Kamille und Gewürzen,

Hopfen, Agrumen, etwas Heu und einer gewissen „Steinigkeit“.

Der Wein wirkt schon in der Nase zugleich frisch, reif, cremig und

animierend straff. Am Gaumen begeistert zunächst die Saftigkeit

des Albillo, die mit der antizipierten Cremigkeit einhergeht, der es

allerdings auch nicht an grip und einer geradezu markanten Textur

und Frische mangelt. Auch am Gaumen enorm anregend, die

vermeintliche „aromatische Kargheit“ mündet in eine Mischung

aus gelber (Stein-)Frucht und einer mineralisch-tonischen Qualität.

Parker-Verkoster Luis Gutiérrez notiert: „it comes through as

pure and delineated, tasty and long.“ Dem ist außer dem Hinweis

„unglaublich nachhaltiger Trinkfluss“ und „Albillo Real erweitert

Horizont und Bewusstsein“ nichts hinzuzufügen – groß!

Ab sofort bis sicherlich 2026+.

„MANCHOMUELAS“ DO VINOS

DE MADRID, BLANCO 2018

„Manchomuelas“ – Garnacha-Flüsterer Marc

Isart zaubert jetzt auch in Weiß!

SVM011118 „Manchomuelas“ DO Vinos de Madrid, blanco 2018

11,5% Vol. 26,53 €/l 19,90 €

Garnacha – aber diesmal in Weiß! Für den „Manchomuelas“

greift Marc Isart auf eine 2008 mit Garnacha Blanca (etwas Garnacha

Gris – die auch als Garnacha Dorada bzw. Garnacha Roja

geführt wird – ist auch dabei) bepflanzte Parzelle 2008 zurück,

deren Granitboden einen hohen Eisenanteil aufweist. Interessanterweise

ist diese Rebsorte im offiziellen Register „autorisierter

Varietäten“ nicht erwähnt, was dann doch etwas seltsam

ist, wenn man bedenkt, dass so „klassisch“ spanische Vertreter

wie Merlot, Cabernet Sauvignon, Syrah und Sauvignon Blanc innerhalb

der D.O. Vinos de Madrid sehr wohl vorgesehen sind. So

umweht den „Manchomuelas“ eben ein gewisser Ruch von Freigeisterei

bis Illegalität – was der Qualität des Weins natürlich

keinen Abbruch tut, im Gegenteil! Denn wie schon bei seinen

Rotweinen gelingt es Marc Isart diesen Wein wunderbar kühl

leuchten zu lassen. Im Duft anfänglich etwas verhalten, man

wäre fast versucht von „Kargheit“, ja „kastilischer Strenge“ zu

sprechen, wäre da nicht eine erster Hauch von weißen Blüten

(Kamille), etwas Fenchel, Zitronenmelisse und Noten von

kühlem Stein. Sobald sich diese „mineralischen“ Wolken dann

lichten, bricht sich ein fast honigfarbener Ton die Bahn – der

komplexe Unterbau der nach und nach in die Bühnenmitte strömenden

Aromen von Hefe, getrockneten Blüten und einer zart

herben, „verdichteten“ Saftigkeit, die eher an grüne Triebe denn

an Frucht erinnert. Am Gaumen dann tatsächlich kühl, transparent

und gleichzeitig konzentriert, dabei herrlich strukturiert

(ganz großes Fingerspitzengefühl beim Ausbau in 300- und

500-Liter-Fässern!) und mit gerade einmal 11,5 Vol.-% Alkohol

eine geradezu irrwitzig leicht anmutende Interpretation einer

häufig viel zu üppig auf Flaschen gezogenen Rebsorte. Herrlich!

Ab sofort bis sicherlich 2027+.

92

Punkte

Parker

93

Punkte

Parker

73


SPANIEN MADRID

Bernabeleva

„CANTOCUERDAS“ MOSCATEL

DO VINOS DE MADRID, BLANCO 2017 (0,5L)

Madrider Muskateller? Mmmmh!

SVM010417F „Cantocuerdas“ Moscatel DO V. d. Madrid, blanco 2017 (0,5l) 16,5% Vol. 39,90 €/l 19,95 €

Es kann kein Zufall sein, dass Marc Isart das Projekt

von Telmo Rodríguez in der DOP Cebreros betreut –

die beiden scheinen, was ihre Ideen angeht, ein Herz

und eine Seele zu sein. So wie Telmo den echten Gebirgswein

aus Málaga von uralten Buschreben wiederbeleben

wollte, so war es Marcs Bestreben einen

Moscatel aus den Höhenzügen um Madrid als vino

dulce auf die Flasche zu bringen. Für den „Cantocuerdas“

Moscatel greift er auf Trauben einer vor 45 Jahren

bepflanzten, vergleichsweise kühlen Parzelle zurück,

die auf 770 Metern Höhe liegt. Sie werden ganze 40

Stunden kühl vorvergoren, die eigentliche Vergärung

mit Schalen dauert 30 Stunden, der Wein wird dann

auf der Hefe in 500-Liter-Fässern zehn Monate lang

ausgebaut, wobei keinerlei bâtonnage zum Einsatz

kommt. Das Ergebnis: Ein dichter, ausgesprochen

kraftvoller Wein, der bei 16 Vol.-% Alkohol über 60

Gramm Restzucker verfügt. Im Duft eine leicht „verhangene“,

weil dunkelaromatische, dabei faszinierend

komplexe Moscatel-Frucht, florale Noten neben Stein

und einer Spur Holz, dann auch Orangenblüten- bis

fast Pinienhonig und eine fast balsamisch-würzige

Qualität, die an frischen Lorbeer denken lässt. Am

Gaumen eine nur zarte Muskat-Aromatik, dafür umso

mehr Substanz und Struktur, im Nachhall eine leicht

herbe, nach einiger Zeit fast salzige Note, die sich mit

der Süße und einer sanften Säure im druckvollen Abgang

wunderbar verbindet.

Ab sofort bis sicherlich 2024+.

„NAVAHERREROS SEIS AÑOS EN BARRICA“

DO VINOS DE MADRID, BLANCO 2013

Die Achse Haro–Madrid – jetzt auch bei Pinard de Picard!

SVM011313 „Navaherreros seis años en barrica“ DO V. d. M., blanco 2013 15,5% Vol. 38,53 €/l 28,90 €

Ein erster Blick aufs Etikett lässt das Herz eines jeden

Rioja-aficionados höherschlagen: „…seis años en

barrica“, ein Anlass zu einem inneren Freudentanz!

Die magische „Sechs“ weckt sofort Erinnerungen an

die einzigartigen, stilbildenden Klassiker der Bodega

R. López de Heredia Viña Tondonia. Schon früh in

ihrer Geschichte hatten diese (und hier stimmt das

Wort einmal ohne jede Übertreibung) visionären bodegueros

entschieden, dass ein Wein sechs Jahre im

Holz reifen könne, bevor er auf die Flasche und in den

Verkauf kommt. Und ganz offensichtlich knüpft Marc

Isart an dieses historische Vorbild an, holt die Rioja

nach Madrid.

Dieser anders als man zunächst hätte denken können

gar nicht so über die Maßen ins Bernsteinfarbene

tendierende Wein macht seinem Namen alle Ehre.

Der mehrjährige Ausbau im Holz ist dann im Bouquet

umso deutlicher bemerkbar. Man riecht den langen

Holzfassausbau und die Tiefe, die der Wein dadurch

erreicht hat. Der Wein liegt dunkelgolden (zwiebelschalenfarbene

Reflexe inklusive) im Glas und duftet

würzig-intensiv (sowie auch oxidativ) nach Walnüssen,

Bienenwachs, Brotkruste, alten Möbeln (bis hin

zu einer Spur Möbelpolitur), Leder und getrockneten

Kräutern. Am Gaumen angenehm druckvoll – die beeindruckenden

15,5 Volumenprozent Alkohol erweisen

sich als perfekt integriert – und von einer erstaunlichen

Frische gesegnet, da eine anregende Säureader

diesen wie aus der Zeit gefallenen Wein leitet, der

hier seine Bahnen zieht. Mit etwas Luft dann deutlich

salzige Noten, Trockenfrüchte, lange gezogener Keemun-Tee

(ohne jegliche Adstringenz), dazu heller Tabak,

ein Hauch Vanille und Agrumen.

Ein gewagtes Experiment für wagemutige Genießer –

als Madrilenen ehrenhalber lieben wir so etwas natürlich

sehr! Ein Wein, den man unbedingt als Speisenbegleiter

einsetzen sollte, da er sich sicherlich großartig

zu anchoas de Santoña (idealerweise das Kaliber „00“),

den in Geschmack und Textur fast an Rindfleisch erinnernden

in Salzlake fermentierten Sardellen macht.

Ab sofort aus großen Gläsern und bis 2028+.

74 PINWAND no 335 | März 2022


Bernabeleva

MADRID SPANIEN

ROT

„CAMINO DE NAVAHERREROS“

DO VINOS DE MADRID, TINTO 2020

Garnacha auf dem Weg zum zeitlosen Klassiker!

SVM010520 „Camino de Navaherreros“ DO V. de Madrid., tinto 2020 14,5% Vol. 13,26 €/l 9,95 €

Bernabelevas „Camino“ in Rot stammt von 50- bis

über 90-jährigen Reben (heuer sind es 90 % Garnacha,

der Rest Tempranillo) aus unterschiedlichen

Parzellen in 700 bis 840 Metern Höhe. Hier ist alles

Granit. Umso einladender das Bouquet dieses herrlich

zugänglichen Weins! Schließen Sie die Augen und

denken an Waldbeeren, fügen Sie florale Noten, Veilchen

und einen Hauch Orangenschale dazu, und fertig

ist ein Parfum, das nicht lange zögern lässt – der

erste Schluck ist so unvermeidlich wie eh und je! Was

sich dann auch sofort bestätigt! Auch diese Version

des „Camino de Navaherreros“ tinto, ist von einer sagenhaften

Schlankheit, Saftigkeit und Straffheit, die

trotz der Garnacha-dominierten Cuvée an die „Trinkigkeit“,

Eleganz und Verfasstheit bester Pinot Noirs

aus dem Elsass denken lässt. Der etwas über sechs

Monate in großem Holz ausgebaute Wein, erinnert

am Gaumen wieder an Beeren, zudem an

Kirschen, dazu eine Handvoll frischer und getrockneter

Kräuter, etwas Nelken und einen

Hauch Pfeffer. Die Frucht dann immer verführerischer,

die anfangs süßlichen Kirschen bekommen

jetzt ein wenig mehr Säure mit auf den

Weg, was den Trinkfluss nur noch mehr erhöht! Ein

zart kreidiges mineralisches Element durchzieht

das Geschehen wie ein Nebelschleier. Das ist – wie

immer! – auf absolut beglückende Weise elegant!

Wir wiederholen es gerne: Schon dieser kleine

vino de pueblo beweist, warum die Garnachas

von Bernabeleva quasi außer Konkurrenz laufen!

Ab sofort und gerne etwas kühler bis 2026.

75


SPANIEN MADRID

Bernabeleva

„NAVAHERREROS“ GARNACHA DO V. D. MADRID, TINTO 2020

Garnacha „de pueblo“ y „de lujo“!

SVM010620 „Navaherreros Garnacha“ DO V. de M., tinto 2020 14,5% Vol. 21,20 €/l 15,90 €

Dieser geniale Navaherreros besteht zu 100 % aus Garnacha,

der in vielen kleinen, in die Wildnis eingebetteten

Parzellen auf Granitböden steht, die sich am Fuße

des Cerro de Guisando befinden. Die Garnacha-Reben

sind über 80 Jahre alt und liefern einen höchst charaktervollen

(mittlerweile müssten wir das als „typisch

Bernabeleva“, „typisch San Martín de Valdeiglesias“ beschreiben),

ja famosen Stoff. Dieser wird im Keller der

Finca spontan vergoren und, wie alle Weine der Bodega,

äußerst schonend behandelt. Der „Navaherreros“

bringt das durch das spezielle Mikroklima der Höhenlage

geprägte Garnacha-Parfum in Reinform ins Glas. Der

Duft gleicht einem „Tauchgang“ in einem von blühenden

Wildkräutern und Pinien eingerahmten Bergsee von

(Sauer-)Kirschen und roten Johannisbeeren. Am Gaumen

dann wunderbar schlank, straff und wohlproportioniert,

durchzogen von einer lebendigen Säureader, die

gleichsam den roten Faden dieser anregenden Inszenierung

darstellt! Sehr schöne Mischung von Blutorange

nebst Schale, Sauerkirschfrucht und einem Hauch Süßholz.

Wo immer sich die 14,5 Vol.-% verborgen haben

sollten – es ist ein treffliches Versteck! Nach und nach zeigt

sich dieser Garnacha von einer etwas athletischeren

Seite (feinstes Tannin im Beipack), jedoch deutlich

mehr klassisches Ballett als Zehnkampf. Momentelang

tänzelt er geradezu über den Gaumen, um dann unvermittelt

das aromatische Geschehen neu zu „verankern“.

Im Finish wieder die Beerenfrucht, „mediterrane“ Würze

und zitrisch-helle Frische. Ziemlich göttlich, diese

Kombination von kastilischer Eleganz und Kraft, die

so nur aus der Sierra de Gredos stammen kann. Marc

Isarts „Navaherreros“ erfüllt auch mit dem 2020er-

Jahrgang sämtliche Verheißungen seiner Vorgänger!

Ab sofort und gerne etwas kühler bis 2027+.

„ARROYO DEL TÓRTOLAS“ DO VINOS DE MADRID, TINTO 2019

Wenn Wasser zu Wein wird …

SVM010719 „Arroyo del Tórtolas“ DO V. de M., tinto 2019 14,5% Vol. 39,86 €/l 29,90 €

93+ Punkte

PARKER

Marc Isart ist ein bescheidener Mensch. Obwohl

er das Weingut Bernabeleva, das in einem

völlig vergessenen Winkel westlich von Madrid

liegt, zu einem der spannendsten Weingüter

Spaniens gemacht hat, ist er auf der Website

des Weinguts gar nicht namentlich erwähnt.

Möglicherweise liegt es auch daran, dass im Grunde niemals

völlig mit seinen Weinen zufrieden ist (und wohl

sein wird). Er ist Macher und Denker in Personalunion,

hinterfragt jeden Schritt, überdenkt sämtliche Prozesse,

ist sich nicht zu schade liebgewohnte Usancen über den

Haufen zu werfen und von vorne anzufanbgen. Die Ergebnisse

sind entsprechend. Er hat die Weine von Bernabeleva

auf ein Niveau gehoben, das in der seinerzeit nur

echten Garnacha-Fanatikern bekannten Sierra del Gredos

so wohl nie zuvor erreicht wurde. Die Basis dafür liefern

uralte Weinberge wie der „Arroyo del Tórtolas“, eine 2,2

Hektar große Lage in 800 Metern Höhe mit nördlicher

Exposition, die, und das ist durchaus ungewöhnlich, meist

den wärmsten und reifsten der Einzellagen-Garnachas

von Bernabeleva hervorbringt. Die Buschreben (Durchschnittsalter:

67 Jahre) wurzeln tief im Granit, über dem

es eine Auflage von sandigem Granitverwitterungsgestein

gibt. Die recht früh, aber reif gelesenen, nicht entrappten

Trauben wurden 36 Stunden lang kühl vorvergoren,

mit den Füßen angequetscht, dann spontanvergoren.

Die Maischegärung dauert in diesem Jahr ganze 55 Tage,

der Ausbau in gebrauchten Fässern verschiedenster Größe

aus französischer Eiche 14 Monate.

Obwohl der Weinberg also nach Norden ausgerichtet

ist – üblich ist ja Süd bis Südost – und man erwarten

sollte, dass der Wein deutlich kühler wirkt als seine

Pendants aus den beiden Einzellagen „Carril del Rey“

und „Viña Bonita“, doch verhält es sich für gewöhnlich

genau umgekehrt. Für gewöhnlich, denn der 2019er

wirkt wunderbar frisch, ja balsamisch-kühl! Wie Parkers

Mann in Spanien, Luis Gutiérrez, schon schreibt: „Im

Jahr 2019 kehren die drei Einzellagen-Rotweine zu ihrem

wahren Charakter zurück“. Feine Tannine, schon ideal

abgerundet, versprechen verheißungsvoll Trinkreife.

Im Duft erinnert er an Walderdbeeren und -himbeeren,

an rote und schwarze Johannisbeeren und Kirschen. Im

Gegensatz etwa zum„Carril del Rey“ lassen sich hier

auch deutlich „dunklere“ Noten (Luis Gutiérrez beschreibt

es als „tiefe Reife“) wahrnehmen – Beeren an

mit Zimt gewürzter Schokolade, etwas Lakritz sowie

Tabakwürze. Am Gaumen zeigt der Wein eine fantastische

Balance von punktgenau gereifter Frucht, feinkörnigem,

fast seidigem Tannin und (wir wiederholen

uns) balsamischer Würze. Dazu eine seh feine, geradezu

saftig-fruchtige Säure (Garnacha-typisch: Blutorange!)

und einer tiefgründigen dem Granit geschuldeten

Mineralität. Der Wein bleibt, aller konstatierten Reife

zum Trotz, herrlich kühl, verfügt dabei über einen

wunderbar animierenden grip und ein schönes Quantum

Kraft. Eleganz und Finesse? ¡Si señor!

Mit großen Genuss ab sofort und bis 2031+.

76 PINWAND no 335 | März 2022


Bernabeleva

MADRID SPANIEN

„CARRIL DEL REY“ DO VINOS DE MADRID, TINTO 2019

Königsweg Garnacha – niemand beschreitet ihn so souverän wie Marc Isart!

SVM010819 „Carril del Rey“ DO Vinos de Madrid, tinto 2019 13,5% Vol. 39,86 €/l 29,90 €

Auch der „Carril del Rey“ liegt in vergleichsweise hellem

Rot im Glas – 13,5 Vol.-% die alkoholische Marke

(analytisch sind es wohl 13,25), immerhin mehr ein

halbes „Grad“ weniger als der doch reifere Vorgänger,

was dem Wein, der sonst derjenige ist, der von

den vinos de parcela, den Einzellagen-Garnachas von

Bernabeleva, üblicherweise als letzter gelesen wird,

ganz hervorragend steht. Üblicherweise, denn diesmal

war die frühe Lese beim „Carril del Rey“ der Königsweg

(pun intended!) Die Trauben stammen von etwa 75 Jahre

alten Reben (insgesamt 4,2 Hektar, die schon lange

biologisch-organisch mit biodynamischen Aspekten

bewirtschaftet werden), die sich auf einem südlich

ausgerichteten, sanft geschwungenen, von Granit geprägten

Hügel befinden. Typisch für Marc Isart, den

Weinmacher von Bernabeleva, ist die ganz reduzierte

Art der Vinifikation, bei der auf Schönung, Filtration

und jegliche Zugabe bis auf eine kleine Menge Schwefel

verzichtet wird. Die Trauben wurden über 36 Stunden

kühl vorvergoren und dann samt ihrer Stiele und

Stengel recht kühl spontan vergoren. Die Maischegärung

erfolgte dann über 45 Tage, die malolaktische

Gärung dann in Holzfässern unterschiedlicher Größe

und Provenienz wie auch der sich über elf Monate

erstreckende Ausbau.

Was den Wein prägt, ist die aromatische Frische, die

an Granatapfelsaft und Sauerkirsche erinnert, darüber

hinaus auch an Blaubeeren, Blutorange, und

weiße Johannisbeeren. Im Hintergrund finden sich

kalkig-kreidige und kräuterwürzige Noten (Thymian

und etwas Rauch). Am Gaumen wird dann allerdings

überdeutlich, womit man es beim „Carril

del Rey“ wirklich zu tun hat.

Zwar bleibt die Aromatik rot und frisch (jetzt

auch helle, leicht säuerliche Pflaumen und

Cranberries), aber hier wird die bemerkenswerte

Eleganz, ja Finesse deutlich, die diesem

Garnacha eigen ist. Haben wir beim

2018er den kraftvoll-athletischen Körper

des Weins bestaunt, ist es jetzt die herrlich

straffe Struktur, sind es sein drive

und spin, der uns begeistert. Statt Druck

am Gaumen bewundern wir seinen famosen

Zug, der mit dem Trinfluss Hand

in Hand geht, die wirklich großartige

Frische dieser ätherischen Garnacha.

Dabei macht sich ganz nebenbei auch

ein enorm feines, im wahrsten Sinne des

Wortes feinkörniges (und herrlich strukturierendes),

Tannin bemerkbar. Dieser

von Luis Gutiérrez (Robert Parker’s Wine Advocate)

mit der bisher höchsten Note von 94+ Punkten bewertete

„ Carril del Rey“ („zart, blumig und ätherisch“)

bleibt auf der klaren, transparenten und von brillanter

Säure geprägten Seite, vibrierend, enorm lebendig,

dabei und harmonisch zugleich immer wieder leise

fordernd – eine Forderung, der man liebend gerne

nachkommt, denn sie lautet ganz einfach:

„bebeme“ – „trink mich“!

Ab sofort und bis 2032+.

94+ Punkte

PARKER

77


PORTUGAL VINHO VERDE

Anselmo Mendes

ANSELMO

MENDES

MELGAÇO

Terroirverwurzelt wie seine Alvarinhos,

die Königin der portugiesischen Weißweinreben,

Anselmo Mendes: Seine langlebigen Vinho Verdes

zählen zu den Weißwein-Ikonen Portugals.

Sattgrün und feucht ist Portugals nördlichste, nach dem

gleichnamigen Grenzfluss zu Spanien benannte Region

Minho, eine sanfthügelige Landschaft. Dieser fruchtbare,

geradezu üppige, in weiten Teilen von alten Steinterrassen gegliederte

Garten ist die Heimat des Vinho Verde, dessen oftmals

einfache Qualitäten hierzulande als leichter, prickelnder Sommerwein

- gerne auch mit einer dezenten Süße - bekannt und in

den Regalen vieler Supermärkte verkauft werden. Kenner lassen

sie links liegen. Dass ein Vinho Verde aber viel mehr sein kann,

nämlich ein trockener, körperreicher, intensiv aromatischer und

vielschichtiger Wein, ist in Portugal hinlänglich bekannt. Dafür

haben einige namhafte Erzeuger bereits in den 1980er Jahren

gesorgt. Und Anselmo Mendes zählte damals zu den Ersten,

die das enorme Potenzial der Rebsorte Alvarinho für den

„Wein aus der grünen Region“ erkannt hatten. Mit seiner Lieblingsrebsorte

ist der bodenständige, umtriebige, überall mit

anpackende Mendes ganz und gar verwachsen: „Ich habe sie

bis ins kleinste Detail erforscht und gelernt, sie immer besser

zu verstehen. Damals ahnte ich bereits, dass wir ihre Möglichkeiten

viel besser nutzen können, als wir es ohnehin bereits

taten“, betont er. Heute gilt Anselmo Mendes zwischen Minho

und Algarve als Spitzenerzeuger, seine Weine werden Jahr für

Jahr zu den Besten des Landes gekürt und auch auf internationaler

Ebene hoch bewertet.

78 PINWAND no 335 | März 2022


Anselmo Mendes

VINHO VERDE PORTUGAL

Trotz eines zusätzlichen Engagements in

Übersee ist Tausendsassa Mendes ganz

Teil seiner portugiesischen Landschaft

geblieben, tief verwurzelt und in seiner

Heimat einer der Vordenker und Vorreiter

des Terroir-Gedankens. Er kennt jeden

Zentimeter seiner Erde, arbeitet die wesentlichen

Elemente, jede Facette jeder

einzelnen Lage heraus und vinifiziert alle

Lagen separat. So kann jede Sorte und

jede Parzelle am Höhepunkt ihrer Reife

gelesen werden, was zur ständigen

Qualitätsverbesserung beiträgt. „Je nach

Rebgut und Stil des Weines entscheiden

wir dann von Fall zu Fall, ob die Gärung

in Holzbottichen oder in Stahltanks ablaufen

soll.“

Anselmo Mendes besitzt eigene Weingärten

in Monção und Melgaço, im Lima-

Tal und am Douro, andere wurden gepachtet

und werden von ihm bewirtschaftet.

Einige Trauben werden auch zugekauft,

was im Norden Portugals allgemein üblich

ist. „In dieser paradiesischen Landschaft

kann man in einem 360-Grad-Panorama

die Bergketten betrachten, die das Tal

schützen und sofort erfassen, welch ungewöhnliche

Gebiete Monção und Melgaço sind“, schwärmt

Mendes. Raupen und Traktoren sind fast unentwegt im Einsatz

und machen die überwucherten und verwilderten Parzellen

rund um das alte Anwesen wieder urbar. Karge Granitböden

mit einer dünnen Humusschicht, ein idealer Boden, um große

Weine zu erzeugen.

Die Weinberge werden mit nachhaltigen, die Umwelt schonenden

Methoden bewirtschaftet, die Trauben von Hand gelesen

und mithilfe von pneumatischen Pressen sanft gekeltert. Traditionelle

Methoden bei der Weinbereitung, wie die Mazeration

und die Gärung von Weißweinen in großen Holzbottichen,

werden neben modernen Techniken, wie z.B. Edelstahltanks,

genutzt. „Wir spielen gerne mit den Temperaturen, probieren

unterschiedliche Fässer aus und nutzen die Möglichkeiten der

modernen Kellertechnik, um aus unseren Mosten die bestmöglichen

Weine zu bereiten“, betont Mendes.

Dabei hilft ihm natürlich sein einzigartiger Schatz, das bestmögliche

Terroir direkt vor seiner Haustür, nahe der Kleinstadt

Melgaço und dem benachbarten Monção. Das Gebiet der DOC

Vinho Verde gleicht einem nach Westen exponierten Amphitheater,

das die regenreichen atlantischen Westwinde einströmen

lässt. Im Jahresdurchschnitt fallen hier 1.200 mm Regen

bei 3.100 Sonnenstunden pro Jahr. Die Meeresbrisen verleihen

den Weinen diese unnachahmliche Frische, die porphyrischen

Granitböden in Melgaço und die vorwiegend von Kalkstein geprägten

Böden in Monção ihren mineralischen Charakter. Die

beiden im Nordosten der DOC Vinho Verde gelegenen Unterregionen

Melgaço und Monção weisen ein ganz besonderes

Mikroklima auf: Sie sind von Bergen umgeben, die sie von den

atlantischen Regenwinden etwas abschirmen. Dieser Schutz

führt zu höheren Reifegraden, die so wichtig sind, damit perfekt

ausbalancierte Alvarinhos entstehen, ideale Voraussetzungen,

um Spitzen-Weißweine zu erzeugen. Dort, im Minho-Tal, an

der Grenze zur spanischen Weinbauregion Rias Baixas, baut Anselmo

Mendes hauptsächlich diese Sorte an, die im spanischen

Galicien „Albariño“ genannt wird. So fruchtig und intensiv die

Albariños aus Spanien sind, so frisch, mineralisch und präzise

strukturiert sind die Alvarinhos von Anselmo Mendes.

Mittlerweile erzeugt Mendes in drei Unterregionen der DOC

Vinho Verde Weine aus drei Rebsorten, die entweder sortenrein

vinifiziert oder miteinander verschnitten werden: Alvarinho

am Minho, Loureiro im Lima-Tal und Avesso in der Unterregion

Baião am Ufer des Douro. Alvarinho verleiht dem Wein Struktur

und Körper, Loureiro intensive Aromen und Avesso Säure und

Mineralität. Mendes schwärmt: „Wie einige meiner Mitstreiter

und Kollegen versuche ich mit meinen Weinen zu zeigen, dass

in unserer großartigen Weinbauregion terroirtypische und langlebige

Weißweine der Spitzenklasse erzeugt werden. Wir versuchen,

die Region als eine der weltbesten Anbaugebiete für

Weißweine zu etablieren“.

Das ist diesem rührigen Winzer bereits voll und ganz gelungen:

In Portugal sind die Weine von Anselmo Mendes legendär, bei

uns in Deutschland sind sie hingegen noch immer eher ein

Geheimtipp. Als Mendes einen fünf Jahre alten Loureiro für uns

öffnete, waren wir erstaunt, wie frisch er noch war und welch

grandiose Struktur er hatte. Allen unseren Kunden, die abseits

der ausgetretenen Pfade neugierig sind auf Entdeckungen, können

wir diese Schätze nur ausdrücklich anempfehlen. Denn wir

sind uns sicher: Anselmo Mendes ist einer der größten Weißweinwinzer

weltweit! Seine Vinho Verdes sind individuelle

Weine von höchster Qualität, die nichts mit den belanglosen

und bonbonartigen Leichtweinen gemein haben, die unter dem

Etikett „Vinho Verde“ den Gaumen von experimentierfreudigen

Vinophiler traktieren. Heute werden seine Weine Jahr für Jahr

zu den Besten des Landes gekürt und auch auf internationaler

Ebene gefeiert. Diese großartigen Alvarinhos, Loureiros und

Avessos begeistern durch ihre individuelle Art und überzeugen,

solo oder als kongeniale Essensbegleiter, mit einem schier unfassbaren

Preis-Genuss-Verhältnis. Auch die Parker-Kritiker

haben’s erkannt: „High-End-Quality!“

79


PORTUGAL VINHO VERDE

Anselmo Mendes

„3 RIOS“ DOC VINHO VERDE, BRANCO 2021

Meisterhafte Mendes-Melange à trois!

PVV010821 „3 Rios“ DOC Vinho Verde, branco 2021 PK 12,5% Vol. 10,60 €/l 7,95 €

Anselmo Mendes gehört zu den großen Vorreitern der

Weißwein-Erzeugung in Portugal. Während „Vinho

Verde“ lange Zeit gerade im Export vor allem für leicht

süße und mit ein wenig Kohlensäure versetzte Sommerweine

stand, die auch noch grün(stichig) zu sein

hatten, damit sie ihrem Namen gerecht wurden, hob

eine kleine Gruppe von Winzern den Stil dieser Weine

auf ein neues Niveau. „Vinho Verde“ steht mitnichten

für grüne Weine im Sinne von Unreife und grüner Aromatik.

Das kann man schon daran erkennen, dass es

auch roten und roséfarbenen „Vinho Verde“ gibt. Der

Name bezeichnet einen Wein, der aus dem grünen und

regenreichen Nord-Portugal stammt, das sich vom

Douro bis zum Grenzfluss Minho erstreckt. Zwischen

diesen beiden Flüssen fließt unter anderem auch der

rio Lima, der den Namen für eine von acht Subregionen

liefert. Der Douro steht für die Vinho-Verde-Sorte

Avessa, Lima für den Loureiro und der Minho mit der

Subregion Monção e Melgaço – die Heimat von Anselmo

Mendes – für den Alvarinho. So sind bei diesem

Wein alle guten Dinge drei – und das zweifach, denn

doppelt hält besser! Anselmo Mendes’ „3 Rios“ ist seine

neue Visitenkarte in Sachen klassischer „Vinho Verde“,

der aus mehreren Rebsorten komponiert wird. Dabei

steht der Alvarinho für intensive Aromen, Tiefe, Struktur

und Körper, der Loureiro für Eleganz, Intensität,

florale Noten und den typischen Hauch von Lorbeer,

während Avesso für Säure, Mineralität, gelbe Noten

und Mandelaromen sorgt. Der 2021er-Jahrgang wird

die Erfolgsgeschichte dieses Weins weiterschreiben,

so viel ist gewiss! Im Duft erinnert er an Pfirsiche und

Orangen (ein Hauch Tropenfrucht ist auch dabei), dazu

florale Noten, ein wenig zerstoßenem Stein, Kräutern

und noch leicht grüne Mandeln. Am Gaumen gibt sich

der „3 Rios“ dann auch als herrlicher frischer und saftiger

Wein zu erkennen, eine anregende Melange von

Zitrusfruchtigkeit (bis hin zur Salzzitrone), weißem

Steinobst, rezenten Äpfeln, Minze und Melisse. Dieser

Vinho Verde liefert ein cremiges zugleich auch druckvolles

Mundgefühl, während die leicht salzigen, zitrischen

Noten den Trinkfluss brillant befördern. Keine Frage,

die esten Sonnentage können, nein müssen kommen!

Ab sofort und bis sicherlich noch 2025 ein Genuss.

80 PINWAND no 335 | März 2022


Anselmo Mendes

VINHO VERDE PORTUGAL

„MUROS ANTIGOS – ESCOLHA“ DOC VINHO VERDE,

BRANCO 2021

Anselmo Mendes’ Klassiker – ein „Vinho Verde“, wie er sein sollte!

PVV010121 „Muros Antigos – Escolha“ DOC Vinho Verde, branco 2021 DV 12,5% Vol. 9,26 €/l 6,95 €

Im Programm von Anselmo Mendes gibt es vier Weine,

die wie kaum andere für die Identität des „Vinho

Verde“ stehen. Es sind die „Muros Antigos“, benannt

nach den alten Trockensteinmauern, die viele von Anselmos

Weinbergen prägen. Die besitzt er in seiner

Heimat, der Subregion Monção e Melgaço am Fluss

Minho, in der Subregion Lima am Fluss Lima und in

den Subregionen Sousa und Baião am Douro. Jeder der

Flüsse steht für ein eigenes Klima, für eigene Bodenstrukturen

und eine besonders geeignete Rebsorte. In

Monção e Melgaço ist es der Alvarinho, in Lima Loureiro

und in Sousa und Baião der Avesso. Dabei steht

Alvarinho (rund 20 %) für intensive Aromen, Tiefe,

Struktur und Körper, Loureiro (rund 40 %) für Eleganz,

Intensität, florale Noten und den typischen Hauch

von Lorbeer, während Avesso (rund 40 %) für Säure,

Mineralität, gelbe Noten und Mandelaromen sorgt.

Die drei Rebsorten baut Mendes einerseits reinsortig

als „Muros Antigos“ aus, und andererseits verbindet

er sie zu der Cuvée „Muros Antigos – Escolha“. Diese

Cuvée bildet die Quintessenz der drei Sorten und

ist so etwas wie die „Reserva“ des einfacheren und

jünger zu trinkenden „3 Rios“. Der „Muros Antigos –

Escolha“ ist Vinho Verde in nuce, und das heißt bei

Mendes vor allem: auf höchstem Niveau. Lassen Sie

sich um Himmels willen vom Preis nicht in die Irre führen!

Der „Escolha“ verbindet unkomplizierten Trinkspaß,

mit bemerkenswerter Substanz und wirklich hinreissender

Eleganz. Der Wein duftet einladend fruchtig

und intensiv nach Granny Smith und Conference-Birnen,

nach Limetten und Salzzitronen, aber auch weißen

Blüten und nassem Stein. Am Gaumen ein Ausbund

an Frische, Finesse und einer seidig-saftigen

Cremigkeit. Um uns selbst zu zitieren: „Das muss man

so erst einmal hinbekommen!“ Aber Meister Mendes

kann’s halt. Am Gaumen baut der Vinho Verde dann

immer mehr Druck auf, der Wein wirkt salziger, wird

dabei immer saftiger und vereint nun rezent-frische,

„grüne“ („verde“!) Elemente mit fruchtig-intensiven

gelben Noten. Ein Wein, der jeden im Nu zum Anselmo-Mendes-Vinho-Verde-Fan

werden lassen sollte!

Ab sofort und bis 2027.

„MUROS ANTIGOS – LOUREIRO“ DOC VINHO VERDE,

BRANCO 2021

Lasset uns den Loureiro loben: Eleganz mit intensiv zitrischer Volte!

PVV010221 „Muros Antigos – Loureiro“ DOC Vinho Verde, branco 2021 PK 12,5% Vol. 10,26 €/l 7,70 €

Der Loureiro ist eine der sechs typischen Sorten für

weißen (es gibt ihn auch in Rot!) Vinho Verde. Noch bis

vor wenigen Jahren kannte man diese Weine, zumal

mit Resten von Gärkohlensäure, vor allem als einfache

Sommer-Cuvée. Nicht zuletzt durch Anselmo Mendes

hat sich das nachhaltig geändert, denn mittlerweile

ist klar, dass einige der für die Cuvée typischen Rebsorten

auch reinsortig ein exzellentes Bild abgeben.

Als Erstes hat man das beim Alvarinho entdeckt, dann

beim Loureiro, der die am häufigsten angebaute Sorte

der Region ist. Der Name „Loureiro“ bedeutet so

viel wie „kleiner Lorbeer“, und tatsächlich kann man

in sortenreinen Loureiro-Weinen sehr häufig genau

dieses frisch-würzige Aroma ausmachen. Darüber

hinaus erinnert der Loureiro, der vor allem am Fluss

Lima angebaut wird, an den Duft von Rosen und Freesien,

an Zitrusfrüchte, „steinige“ Noten und zeigt sich

dabei im besten Falle (wie hier!) von bemerkenswert

elegantem Zuschnitt. Tatsächlich dominieren die zitrischen

Aspekte bei diesem „Muros Antigos – Loureiro“:

Meyer-, Cedrat- und Salzzitronen (in fast „süßer“

Ausprägung) bestimmen das Aroma, ergänzt durch

Lorbeer und zarte Kräuternoten. Der Wein, dessen

Trauben immer sanft gepresst werden und dem man

ein wenig Maischestandzeit auf der Presse gönnt, wird

recht kurz, über nur vier Monate im Edelstahl auf der

Hefe ausgebaut, was seine wirklich unnachahmliche

Frische garantiert. Gleichzeitig aber besitzt er eine beeindruckende

Substanz und tiefschürfende Mineralik,

die nicht zuletzt von den Granitböden der Region

stammt. Granit sagt man nach, enorm viel elektrisierende

Spannung in den Wein zu bringen – und genau so ist das

hier. Hinzu kommt der starke Einfluss des atlantischen

Klimas auf die Region Lima, die sich von der Mündung

des Flusses Lima in den Atlantik ins Landesinnere

zieht. Diese Spannung und Frische bestimmt den Gaumen.

Dabei schafft es Anselmo, dem „Loureiro“ Saft,

Cremigkeit und Fülle zu verleihen, wobei der Wein

trotzdem bemerkenswert viel Druck und entsprechend

Trinkfluss aufbaut. Das macht einfach immens viel Spaß,

zumal die feine Salzigkeit und die hohe „Volt-Zahl“

dieses spannungsgeladenen Weins einfach famos sind!

Natürlich ab sofort und leicht über 2029 hinaus.

81


PORTUGAL VINHO VERDE

Anselmo Mendes

„MUROS ANTIGOS – AVESSO“ DOC VINHO VERDE,

BRANCO 2021

Hinreißend frische und würzige „beleza“ von Dom Anselmos Gnaden

PVV010321 „Muros Antigos – Avesso“ DOC Vinho Verde, branco 2021 PK 12,5% Vol. 11,93 €/l 8,95 €

Portugals Weine sind (abgesehen von Portwein) nicht

unbedingt jedem ein Begriff – genauso die DOC Vinho

Verde ganz im Norden des Landes, wo immerhin seit

dem 9. Jahrhundert Weinbau beurkundet ist. Wenn

man diese Weine aber doch kennt, dann liegt das an

Winzern wie Anselmo Mendes. Nach dem Studium

hat er sich dem Weinbau in seiner Heimatregion

gewidmet und produziert dort seit 1998 Weine, die

modern und anspruchsvoll sind, ohne sich zu verbiegen.

Terroir und der Charakter der Rebsorten sollen

sich entfalten, anstatt sich einer geschmacklichen

Mode zu unterwerfen. Diese Eigenständigkeit überzeugt

Kritiker seit langem. Und während die Portugiesen

schon seit geraumer Zeit wissen, welche

Qualitäten ihr Wein erreichen kann, finden wir das

– Schritt für Schritt – gerade erst heraus.

Der eher bescheidene Ruf des Vinho Verde rührte vormals

von wenig alkoholischen (unter 10 Vol.-%), deutlich

restgezuckerten Massenweinen, die häufig mit Kohlensäure

aufgespritzt zumindest etwas „belebt“ wurden.

Mendes’ Weine unterscheiden sich davon schon im

Ansatz, zumal keiner seiner hier vorgestellten Weißweine

mehr als 1,2 Gramm Restzucker auf die Waage

bringt. Mit dem „Muros Antigos – Avesso“ vinifiziert

Anselmo eine der traditionellen Traubensorten der

Region. Avesso, was auf Portugiesisch „gegensätzlich“

bedeutet, vielleicht wegen ihrer Fähigkeit, in ihrer Heimat

Vinho Verde im Norden Portugals höhere Alkoholwerte

als andere Sorten zu erreichen, wurde erstmals

1896 erwähnt. Das sowie die geringe genetische

Vielfalt lassen vermuten, dass es sich nicht um eine

sonderliche alte Sorte handelt, wohl aber über eine,

die neben Alvarinho als edelste gilt. Avesso wird in der

Region Minho im Norden Portugals angebaut, vor allem

in Baião (von hier stammen die Trauben für diese

Muros-Antigos-Variante), Cinfães und Resende in der

Nähe des Unterlaufs des Douro, wo er ein wichtiger

Bestandteil der Appellation Vinho Verde ist und oft

einen höheren Alkoholgehalt (12–13 Vol.-%) als die in

den Vorschriften erlaubten 11,5 Vol.-% erreichen kann.

Dieser vollere Körper wird von frischer Säure und

Frucht begleitet, die zu Steinobst und fast tropischen

Aromen neigen kann.

Der „Avesso“ von Mendes, von dem es gerade einmal

10.000 Flaschen gibt (zum Vergleich: der „Muros

Antigos – Alvarinho“ kommt auf 120.000 Flaschen!)

und der 2015 sein Debut gegeben hat – „It’s a super

Vinho Verde“ – Mark Squires (Robert Parker’s Wine

Advocate) – versteckt seine 13 Vol.-% Alkohol mit

geradezu schlafwandlerischer Sicherheit hinter einem

bemerkenswert komplexen Bouquet von Fruchtnoten

einerseits – gelbe Steinfrucht, Nektarine, Apfel und

Zitrusnoten – und andererseits erdig-würzigen Kräuternoten.

Am Gaumen bleibt dieser kraftvolle, aber

balanciert harmonische Eindruck erhalten. Ausdrucksvolle

Säure von Apfel und Limette sind verwoben mit

fein salziger Mineralität. Dieses Zusammenspiel prägt

den intensiven und würzigen Charakter des Avesso.

Im trockenen Abgang bleiben die mineralischen Noten

und es blitzt eine pfeffrige Würze auf.

Das ist ganz groß, was Anselmo Mendes hier an Vinho

Verde liefert. Portugiesen wie diesen sollte man

dringend mehr Aufmerksamkeit schenken – schon

aus reinem Eigennutz.

Ab sofort (ein kurzes Belüften wird belohnt!) und mit Genuss

bis sicherlich 2028+.

82 PINWAND no 335 | März 2022


Anselmo Mendes

VINHO VERDE PORTUGAL

„MUROS ANTIGOS – ALVARINHO“ DOC VINHO VERDE,

BRANCO 2021

Anselmo Mendes und Alvarinho – „a match made in heaven“!

PVV010421 „Muros Antigos – Alvarinho“ DOC Vinho Verde, branco 2021 PK 12,5% Vol. 15,86 €/l 11,90 €

Wenn es heute zwei Aushängeschilder der grünen portugiesischen

Grenzregion zu Spanien für den „Vinho

Verde“ gibt, dann steht auf dem einen „Anselmo Mendes“

und auf dem anderen „Alvarinho“. Der Alvarinho

hat sich innerhalb dreier Jahrzehnte zur wichtigsten

weißen Rebsorte des Landes gemausert. Früher wurde

er ausschließlich in den klassischen Cuvées des „Vinho

Verde“ verarbeitet. In den 1980er-Jahren gehörte

Anselmo Mendes zu einer kleinen Gruppe von Winzern,

die das Potenzial der Sorte in der Sub-Region

Monção e Melgaço einmal reinsortig ausprobieren

wollten. Schließlich waren die Winzer auf der spanischen

Seite der Grenze in den Rías Baixas damit zum

Teil sehr erfolgreich. Anselmo wurde mit seinem Stil

schnell zu einem nationalen wie internationalen Star

– und mit ihm die Rebsorte, die er heute unterschiedlich

interpretiert. Eine Variante ist der klare, terroirund

rebsortenbetonte Stil des „Muros Antigos – Alvarinho“,

der aus Weinbergen mit Südausrichtung

stammt, die von Granit geprägt sind. Der Alvarinho

wurde von Hand gelesen, die entrappten Trauben

wurden langsam gepresst und nach einem kühlen

Absetzen der Sedimente langsam bei 12 bis 20 °C vergoren.

Danach folgen vier Monate Ausbau auf der

Feinhefe. Das ist nicht lange, aber Anselmo möchte

die Frische unbedingt bewahren, und trotzdem besitzt

der Wein ein Alterungspotenzial von mindestens

zehn Jahren. Und das heißt nicht, dass er dann

vielleicht noch trinkbar ist, nein, er entwickelt sich in

dieser Zeit zu einem immer tiefer werdenden Wein

(einen kleinen Vorgeschmack bietet der jetzt schon

absolut hinreißende 2020er, der nicht von ungefähr

die Bestenliste des Magazins Wine Enthusiast „The

Enthusiast 100“ von 2021 auf Platz 31 ziert. Im Jahr

davor war’s der 2019er auf Platz 34, Sie verstehen …?).

Alvarinho ist ein Rebsorte, die eine besondere Struktur

und einen kraftvollen Körper mit lebendiger Mineralität

und Frische verbinden kann und deren Säuregerüst

und Extrakt für die Langlebigkeit sorgen.

Beim Jahrgang 2021 sorgen Noten von knackig frischen

Äpfeln und Birnen, Melonen und Zitronen und ein

Hauch von Fenchelgrün, unreifen Haselnüssen und

Mandeln für einen fruchtigen Frischekick der besonderen

Art. Am Gaumen liefert der „Muros Antigos –

Alvarinho“ ein beeindruckendes Schauspiel. Er zeigt

sich cremig und sanft mit einer sehr beherzten, dabei

seidigen Säure und hellen Frucht. Je länger der Wein

am Gaumen bleibt, desto mehr Spannung und Druck

baut er auf. Der Granitboden sorgt für eine ganz eigene

Art der Mineralität, die den Wein durchzieht und

im Innersten prägt. Das ist Weißwein auf einem hohen

Niveau, das der Preis nicht im Geringsten widerspiegelt.

Wir sind immer wieder glücklich über diese

Juwelen unseres Programms!

Jetzt und immer und mit Leichtigkeit bis 2031+.

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PORTUGAL VINHO VERDE

Anselmo Mendes

„CONTACTO“ ALVARINHO DOC VINHO VERDE, BRANCO 2021

Neuer, zeitloser „Vinho Verde“-Archetyp!

Ein wie immer großartiger, ja großer Wein zu einem kleinen Preis.

PVV010521 „Contacto“ Alvarinho DOC Vinho Verde, branco 2021 PK 12,5% Vol. 15,86 €/l 11,90 €

Es dürfte wirklich keine Übertreibung sein, wenn man

Anselmo Mendes’ Alvarinho „Contacto“ als einen

game changer oder als ein role model für die neue

Generation des „Vinho Verde“ bezeichnet, denn dieser

„Vinho Verde“ ist etwas ganz Besonderes. Erstens:

Es ist ein reinsortiger Alvarinho. Zweitens: Er kommt

aus der Subregion Monção e Melgaço aus Weinbergen

der Quinta da Torre direkt am Fluss Minho, die

neben Granit über einen hohen Kiesanteil verfügen.

Und drittens: Die Trauben hatten einen etwas längeren

Schalenkontakt von zwölf Stunden bei 12 °C. Er

ist keineswegs ein Orange-Wein (so lange dauerte die

Standzeit nicht), aber der etwas längere Kontakt sorgt

eben für das genau richtige Maß an Extrakt und Textur.

Das hat ihn zu einem unserer Lieblingsweißweine

aus Portugal gemacht. Und wir wissen, dass es nicht

nur uns so geht, denn mit diesem Wein wurde vielen

Weinliebhabern erstmals bewusst, welches Potenzial

die Rebsorte Alvarinho in sich birgt. Sie ist nicht nur

in der Lage, frische Sommerweine zu produzieren,

sondern eben auch Weine wie diesen, der über Komplexität

und Substanz verfügt, und das nicht nur im

Jahr seiner Füllung, sondern auch noch für die nächsten

zehn bis 15 Jahre! Da kann man den Alvarinho sehr

gut mit ähnlichen ehemaligen Underdogs vergleichen,

die in den richtigen Händen ebenfalls zu komplexen

und alterungswürdigen Weinen heranreifen können.

Wir denken nur an Pieropans Soave „La Rocca“, an so

manchen Muscadet und Aligoté. All das sind Texturund

Strukturweine mit enorm hohem (Genuss- und

Sucht-)Potenzial. Das merkt man auch sehr schnell,

wenn man den 2021er „Contacto“ ins Glas gießt. Der

Wein hat einen einladenden Duft von reifen Birnen

und Äpfeln, Pfirsichen und Orangen. Dazu kommen

Noten von Apfelschalen und Stein, Kräutern und ein

wenig Rauch, und man spürt auch einen Hauch von

Hefe bei dem noch enorm jungen Wein. Entscheidend

aber ist das Mundgefühl, das der „Contacto“ bietet

– und dieser „first contact“ ist schlicht fulminant!

Er zeigt einerseits seidig cremige Noten, andererseits

viel Salz und viel frische Zitrone, hat eine fast schonreife,

aber enorm lebendige Säure und den leichten

Extrakt von der verlängerten Standzeit. In Kombination

sorgt das für enorm viel Trinkfluss, Substanz und

Tiefe. Dieser „Vinho Verde“ ist ein kleines Wunder

und ein großer Weißwein!

Der „Contacto“ ist ein Wein, den man jetzt trinkt – am

besten nach ein, zwei Stunden in der Karaffe – oder über

die nächsten 15 Jahre hinweg. Ja, so viel Potenzial hat dieser

exzellente Alvarinho.

84 PINWAND no 335 | März 2022


Anselmo Mendes

VINHO VERDE PORTUGAL

ANSELMO-MENDES-

KENNENLERNPAKET 2021

(12 FLASCHEN)

Make Germany green again

–Vinho Verde für alle!

PVV019921P Anselmo-Mendes-Kennenlernpaket 2021

statt 110,70 € nur 99,95 €

Zum Kennenlernen des neuen Jahrgangs:

Je zwei Flaschen der fantastischen Weißen „Tres Rios“,

„Muros Antigos – Escolha“, „Muros Antigos – Loureiro“,

„Muros Antigos – Avesso“ und „Muros Antigos – Alvarinho“

sowie unseres Favoriten Alvarinho „Contacto“!

85


PORTUGAL VINHO VERDE

Anselmo Mendes

„PARCELA ÚNICA“ DOC VINHO VERDE, BRANCO 2019

Die Grenzen des Alvarinho neu definiert! „Superb single-vineyard Parcela Única“

– Hugh Johnson’s Pocket Wine Book 2022

PVV010919 „Parcela Única“ DOC Vinho Verde, branco 2019 13% Vol. 45,33 €/l 34,00 €

„Probieren Sie den Wein blind und Sie werden

nicht zuerst an Vinho Verde denken.“

– Mark Squires (Parker)

So äußerst sich Parker-Verkoster Mark Squires zum

2017er-Jahrgang des „Parcela Única“ (93 Punkte), den

2018er (ebenfalls 93 Punkte) bezeichnet er als Wein,

„den man die ganze Nacht lang trinken kann, ohne

müde zu werden“ – und es gibt keinen Grund anzunehmen,

dass er an diesem jüngste Jahrgang nicht

auch großes Gefallen fände. Wir jedenfalls, are sold!

Anselmo Mendes Vision ist, mit diesem Wein die

Grenzen der Rebsorte Alvarinho neu zu definieren, etwas

Eigenständiges zu erschaffen. Wenn wir an Vinho

Verde denken, haben wir grasig frische Weißweine im

Kopf, die erquickend und unbeschwert über den Gaumen

fließen.

Doch schon sehr früh erkannte Mendes, dass besonders

der Alvarinho eine tiefere Dimension besitzen

kann. Mit der „Parcela Unica“ verwirklicht er seine

lang gehegte Vision. Die Trauben stammen hier von

der besten Lage, von besonders alten Reben. Mendes

baut sie wie einen großen Weißwein aus. 400 Liter

Fässer sind der Geburtskörper dieses vin de garde. Und

tatsächlich verbringt dieser Alvarinho dort neun Monate,

bevor er das Licht der Welt erblickt. Doch zunächst

lässt ihn der Großmeister des Vinho Verde für

ein weiteres Jahr in der Burgunderflasche ruhen und

sich entwickeln, bevor er ihn für den Markt freigibt.

Allein das Bouquet lässt uns diesen Giganten in völlig

anderen Regionen verorten. Ein intensiver Duft von

reifen Honigmelonen, weißen Blüten und frisch entzündetem

Streichholz steigt empor. Mit zunehmender

Belüftung – wir empfehlen dieses Unikat über

zwei Tage zu beobachten – öffnet sich der Wein, wird

fruchtiger. Zitronen, gegrillte Haselnüsse, auch Aloe

Vera, Guaven und Bananenblätter erscheinen hier.

Am Gaumen kreist der Wein mit breiten Schultern,

hat den Fokus aber auf seiner mineralischen Ader, die

mit ihrer zarten Cremigkeit irgendwo zwischen einem

Chassagne-Montrachet und Meursault zu verorten ist.

Ein vitaler und gleichermaßen stoffiger Weißwein, der

bei allem Schwergewicht tänzelt, mit seinen salzigen

Einschlägen und dem Aroma reifer Honigmelone und

Birnen noch Minuten nachhallt. Wir haben eine kleine

Allokation dieses raren Weines erhalten, den jeder

wissbegierige Weinenthusiast kennen sollte!

Ab sofort (dann allerdings gerne 24 Stunden belüften)

und bis sicherlich über 2038 hinaus.

Kandidaten für das UNESCO-Welterbe: der

Nationalpark Peneda-Gerês nebst idyllisch

dahinfließendem Casado – zwei weitere Gründe,

um sich das Vinho-Verde-Paradies einmal

genauer anzuschauen.

86 PINWAND no 335 | März 2022


Anselmo Mendes

VINHO VERDE PORTUGAL

„PARDUSCO“ DOC VINHO VERDE, TINTO 2019

Unglaublich, wieviel Sinnlichkeit so ein leichter Rotwein mitbringen kann!

PVV010719 „Pardusco“, tinto 2019 PK 12% Vol. 10,53 €/l 7,90 €

Anselmo Mendes, den sie „Mr. Alvarinho“ nennen,

kann natürlich auch Rotwein – das beweist er mit

seinem „Pardusco“ einmal mehr. Auch im vermutlich

meistverkauften Weinführer der Welt, Hugh Johnsons

„Pocket Wine Book“ findet sich in der jüngsten, mittlerweile

45. Auflage von 2022 folgender Eintrag: „Mendes,

Anselmo (...) star winemaker.“ Erwähnt werden

auch „Several benchmark, age-worthy Alvarinhos“, einige

werden mit Namen genannt, andere nicht, dafür

aber ein „silky, modern red Vin (Pardusco)”. Wir sind

also definitiv nicht allein mit unserer Wertschätzung

für die Weine dieses portugiesischen Winzers, der es

geschafft hat, nicht nur die Frische seiner Weißweine,

den berühmten „vinhos verdes“, zu einer Trademark zu

machen. Mit dieser Cuvée aus den Sorten Alvarelhao,

Pedral, Cainho wird das Prinzip eines Weines, der im

Grunde die alte Funktion eines jeden Mittag zu öffnenden

„Tischweins“ wieder aufleben lässt. Das Einzige,

was man zu diesem Wein sagen sollte: Schauen

Sie stets, dass genug „Pardusco“ im Hause ist, er ist ein

sogenannter „selfdrinker“ (auch wenn das jetzt nicht

allzu portugiesisch war...).

Helles Kirschrot im Glas strahlt die kühle Frische dieses

Portugiesen bereits optisch aus. Der 2019er „Pardusco“

duftet auch nach Himbeeren und Hibiskus,

beide mit einer nahezu metallisch klaren Frische. Ein

Schwung gemahlener Gewürze – „hard spice“ wie Fenchelsamen

und Schwarzer Pfeffer – ergänzen die nasalen

Fruchtakkorde noch geheimnisvoll. Dicht und rotbeerig

fällt der Probeschluck aus, hier erinnert dieser

leichte rote „vinho“ an die ersten Erdbeeren im Frühsommer.

Allmählich zeigt er auch erdigere und kühle

Töne: Lorbeere, etwas Farnkraut, aber auch eine Mischung

aus Umami und sehr zartem Rauch – als hätte

man den Champignon-Fund eines Sommertags gerade

frisch auf den Grillrost gelegt. In jedem Fall sollte man

den „Pardusco“ stets leicht ankühlen – dann zeigt er,

wie erfrischend auch Rotwein sein kann!

Ab sofort bis 2025+.

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PORTUGAL VINHO VERDE

Anselmo Mendes

„DÃO“ QUINTA DE SILVARES DOC DOURO, TINTO 2015

Portugiesisches Rotweinabenteuer abseits des Mainstreams

PDO060115 „Dão“ Quinta de Silvares DOC Douro, tinto 2015 PK 13,5% Vol. 13,26 €/l 9,95 €

Anselmo Mendes kann auch rot. Und zwar richtig

gut. Dunkle, fleischige Erdbeerenfrucht steigt die

Nase hoch, eine feine Röstung liegt über allem drüber,

im Hintergrund der Rauch von Kaffee und Rum.

Betörend! Auf der Zunge etwas völlig Unbekanntes.

Hagebutten, schwarze Johannisbeeren, Kaffee und

eine Säureader, die man in einem Rotwein nicht erwarten

würde. Dermaßen hoch im Puls, dass man nur

bewundernd nicken kann. Am Gaumen feinstes Tannin,

seidig, kühl und elegant. Das Mundgefühl gesamt

betrachtet ist frisch und ungemein lebendig. Kakao

am Gaumen, Bitterschokolade und ein Stück in Rum

getauchte Kirsche. Enorm der Saft, der auf der Zunge

steht, kraftvoll, fleischig, muskulös. Durchzogen von

eben jener Säureader, die es gewaltig in sich hat. Man

hat fast das Gefühl, der Dão prickele auf der Zunge, so

lebendig macht er sich auf ihr zu schaffen. Am Grill unschlagbar,

zu Wild, Fasan und Rebhuhn eine Bank. Zur

Bratwurst mit Bratkartoffeln ein echter Überflieger!

Toller Weingenuss abseits des Mainstreams. Unsere

absolute Empfehlung an alle Weinliebhaber, die auf

der Suche nach neuen, faszinierenden Geschmackseindrücken

sind.

Ein traumhaft köstliches portugiesisches Weinoriginal,

dem man auf jeden Fall eine Stunde in der Karaffe gönnen

und mit frischen 14–16 °C genießen sollte. Bis 2027+.

88 PINWAND no 335 | März 2022


Anselmo Mendes

VINHO VERDE PORTUGAL

„DÃO PRIVATE“ QUINTA DE SILVARES DOC DOURO, TINTO 2015

Dão-Privatissimum: Anselmo Mendes’ jüngstes Projekt – wie immer spekatakulär!

PDO060215 „Dão Private“ Quinta de Silvares DOC Douro, tinto 2015 PK 13% Vol. 22,53 €/l 16,90 €

Der „winemaker star“ (Hugh Johnson) aus Portugal, Anselmo

„Mr. Alvarinho“ Mendes kann natürlich auch rot – das

hat er mit seinem „Pardusco“ schon lange bewiesen. Und

zwar ziemlich genial! In „Hugh Johnson’s Pocket Wine

Book 2021“ findet sich als letzter Satz des Eintrags zu

Anselmo Mendes „Watch out for new BEI[ra] INT[erior],

DÃO, DOU[ro] wines.“ – und das sei hiermit getan: Die

neuen Weine aus der DOC Dão stammen von der Quinta

de Silvares ganz in der Nähe des Städtchens Santa Comba

Dão (etwa 270 Kilometer nordöstlich von Lissabon gelegen),

wo Mendes einen etwas über 30 Jahre alten, mit

den typischen Rebsorten der Gegend – Touriga Nacional,

Tinta Roriz, Alfrocheiro und Jaen – bepflanzten Weinberg

von gut sechs Hektar reaktiviert hat. Dieses Projekt entstand

aus der leidenschaftlichen Verbundenheit Mendes’

mit der seit 1908 bestehenden Denominação de Origem

Controlada Dão und seinem Bestreben, das „elegante

und reine Profil“ der Weine wiederzubeleben, das sie in

der Vergangenheit auszeichnete.

unbedingt eine Reise wert!) erinnernde Tannine (inklusive

eines Hauchs Vanille), alles sehr seidig, kühl und enorm

elegant, was sich besonders im ungewöhnlich langen,

extrem „wohltemperierten“ bemerkbar macht, den eine

leicht vegetabile, fruchtig-schwebende Säure von Brombeeren

und Blaubeeren geradezu energetisiert. Wie so

oft bei Mendes ist das ein hinreißend schöner, weil so

ganz anderer Weingenuss jenseits von Moden und Mainstream.

Nachdrückliche Empfehlung: Gönnen Sie sich

diese Neuentdeckung. Unser „Weinleben“ wäre ohne

diesen „Private“ deutlich ärmer!

Ab sofort bis leicht 2028+.

Der „Private“ ist die, wenn man so will, etwas anspruchsvollere

Version des regulären Rotwein der Quinta de Silvares.

Während letzterer aus einer Cuvée von Touriga

Nacional, Alfrocheiro und Jaén sowie etwas Tinta Roriz

entsteht (die Frucht liefert Touriga Nacional, für Leichtigkeit

und Frische sorgen Alfrocheiro und Jaen), verwendet

Anslemo Mendes für den „Private“ ausschließlich Touriga

Nacional, die – wie das bei allen „Private“-Weinen des

Winzers der Fall ist – in neuem Holz (in diesem Fall 12

Monate in Barriques aus französischer Eiche) ausgebaut

wird, danach noch mindestens 18 Monate auf der Flasche

reift. Mendes’ sortenreines Dão-Privatissimum rechtfertig

(wenn’s nach uns geht) die Mehrausgabe im Vergleich

zur Cuvée auf jeden Fall: Im Duft deutlich komplexer (etwas

Zeit und ein größeres Glas lohnen durchaus!), sehr

schlanke, dabei dunkel-kühle Beerenfrucht (Brombeere,

Blaubeere, etwas Johannisbeere), dazu balsamisch-florale

Noten (Zistrose, eine Spur Hibiskus), weißer Pfeffer und

nasser, leicht kreidiger Stein. Am Gaumen anfangs fast

straff strukturiert, ausgesprochen feinkörniges in Textur

und Gerbstoffdichte an dunkle, quasi ungesüßte Schokolade

der Antica Dolceria Bonajuto (Modica, Sizilien –

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ÖSTERREICH BURGENLAND

Uwe Schiefer

UWE SCHIEFER

GROSSPETERSDORF

© ANDREAS DURST

Uwe Schiefer ist ein Grenzgänger, Stilikone

im Burgenland und ehemaliger Provokateur

des österreichischen Weinbaus.

„Schiefers Blaufränkische wurden deswegen so berühmt, weil sie die ersten Blaufränkischen

waren, die auf Schlankheit und Eleganz setzten, anstatt auf fett und Barrique“

– Manfred Klimek (Weinmagazin Schluck)

Liebe Kunden, wenn wir Uwe Schiefers Weine beschreiben

müssten, dann wäre ein Vergleich mit Präzisionsinstrumenten

mehr als angebracht. Sie sind messerscharf, klar

und stets zuverlässig, Jahr für Jahr und Wein für Wein. Man

hat eine ganz genaue Vorstellung davon, was einen bei einem

Uwe-Schiefer-Wein erwartet. Und man weiß auch ganz genau,

was man im Glas vergeblich suchte: Überextraktion, spürbar

neues Holz, starke Reifenoten und schmeckbare Wärme.

Uwe Schiefer hat für die Rebsorte Blaufränkisch einen neuen

Kosmos eröffnet. Er ist einer der Pioniere bei der Vinifizierung

von Spitzenweinen aus dieser Rebsorte, die bis vor einigen

Jahren noch von vielen Winzern in einem internationalen Stil

interpretiert wurde, weil man der Auffassung war, nur so könne

man auch internationalen Erfolg erzielen, ganz frei nach dem

Motto „viel hilft viel“. Doch Uwe Schiefer dachte anders, erkannte,

dass das Ausschöpfen eines großes Terroir auch gerade

davon herrührt, sich auf die Herkunft und Eigenständigkeit

einer Region und Rebsorte zu fokussieren, diese herauszuarbeiten.

Die Blaufränkisch-Rebe ist wie auch Pinot Noir eine kleine Diva,

die zickig sein kann, stets größte Aufmerksamkeit verlangt

und keine Fehler verzeiht. Doch wenn man sich ihr mit aller Kraft

und Aufmerksamkeit widmet, so bedankt sie sich mit Weinen,

die zu den schönsten der Welt gehören.

90 PINWAND no 335 | März 2022


Uwe Schiefer

BURGENLAND ÖSTERREICH

Uwe Schiefer war ein aufmerksamer Beobachter der Weinszene

im Burgenland. Kein Wunder, denn er arbeitete zuvor als Sommelier

in Wiener Spitzenrestaurants, kannte also die damals

gegenwärtige Situation zur Genüge und musste viele „überholzte“

Blaufränkisch ausschenken, die in ihm damals keine

Begeisterung weckten, letztlich ratlos zurückließen. 1990 wollte

er es dann selbst besser machen und begann, sich dem Weinbau

zu widmen. Er gründete sein eigenes Weingut im Südburgenland,

nachdem er das Studium an der Weinakademie in Rust absolviert

hatte. Dabei wurde ihm schnell klar, welch großartigen

Böden das Burgenland aufzuweisen hatte. Kalkhaltige sowie

eisen- und schieferdominierte, allen voran im Eisenberg. Bei

den Weißweinen bleibt Uwe Schiefer ebenfalls den regionalen

Rebsorten treu, setzt auf Welschriesling, Grünen Veltliner und

Weißburgunder. Im Zentrum seiner Schaffenskraft steht aber

der Blaufränkisch aus der großartigen Lage Eisenberg.

SCHIEFER PUR!

Der Eisenberg zählt zu den genialsten Lagen im Burgenland,

ist so etwas wie der Romanée-Conti im Burgund, also die

Paradelage der Region. Der hohe Eisenanteil und das toniglehmige

Terroir erlauben hier den Anbau hochpräziser und

kühler Rotweine. Die Reben stehen auf uralten Steillagen, wo

sie im pannonischen Klima, geprägt von heißen Tagen und

kühlen Nächten, besonders langsam ausreifen können und dabei

nicht zu viel Säure verlieren. Und dann ist da der Schiefer,

wie wir ihn schon von der Mosel kennen und der wie kaum ein

anderer Boden seine typische Mineralität in den Trauben zum

Ausdruck bringt.

Uwe Schiefer ist ein Grenzgänger, sowohl stilistisch als auch

geographisch. Die Reben wachsen nahe der ungarischen Grenze,

stehen sogar teils auf der ungarischen Seite. Er galt lange

Zeit – seiner hochpräzisen, kühlen Weinen wegen, die keine

kleinen Barriques gesehen hatten und schonend und unfiltriert

auf die Flasche wanderten – als Enfant terrible des Burgenlands.

Per aspera ad astra – der Weg zu den Sternen führt

über raue Pfade – diese lateinische Redewendung fasst dabei

den Weg Schiefers wohl am genausten zusammen. Heute zählt

Schiefer zu den Urvätern der Blaufränkisch-Bewegung, selbst

die Wikipedia widmet ihm eine eigene, sehr ausführliche Seite,

wo es unter anderem heißt: „Uwe Schiefer zählt zu den Vorreitern

einer von Feingliedrigkeit geprägten Blaufränkisch-Stilistik

ohne Holzlastigkeit und ohne merkliche Röstaromatik.“ Als

Enfant terrible kann man ihn daher heutzutage kaum bezeichnen.

Seinen Eigensinn, die Freude zum Grenzen-Ausloten und einen

Hang zur Revolutionsanzettelung, die hat er sich aber bewahrt,

nur findet sich all dies in seinen eigenständigen Weinen wieder,

die mittlerweile echte Klassiker geworden sind.

Schiefers unbedingtes Qualitätsbestreben und sein Beharren

haben sich über die Jahre ausgezahlt, so dass er heute ganz oben

angekommen ist, an der Spitze des Burgenlands, als Stilikone

und Sprachrohr der neuen burgenländischen Bewegung. Oder

wie Uwe Schiefer es beschreibt: „Mutig, ungeschminkt und mit

einer fast schon dogmatischen Puristik: Schiefer pur!“

©Markus Roessle

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ÖSTERREICH BURGENLAND

Uwe Schiefer

„WEISSER SCHIEFER“ WELSCHRIESLING, 2019

Bei Schiefers Weißweinen lautet das Motto: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.“

OBL040119 „Weisser Schiefer“ Welschriesling, 2019 DV 12,0% Vol. 19,46 €/l 14,60 €

Uwe Schiefers rund 22 Hektar umfassender Betrieb

steht für exzellenten Blaufränkisch. Vielleicht möchte

Uwe daher umso mehr beweisen, dass er es auch

vorzüglich versteht Weißwein zu vinifizieren. All

seine Weißweine sind keine Charmeure. Die kleine

Produktion zeigt stets eine bewusst exzentrische

Handschrift. Hier kann Schiefer experimentieren,

möchte gern etwas wagen und sich austoben. Dabei

kommen dann solch geniale Weißweine heraus wie

der „Weisse Schiefer“.

Was macht diesen Wein so besonders? Nun, zunächst

mal ist es die ungewöhnliche Herangehensweise. Dieser

aus dem Eisenberg (Schiefer und Quarzböden)

stammende Welschriesling von bis zu 60-jährigen

Reben, vergor in offenen Holzbottichen und reifte

dann über ein dreiviertel Jahr auf der Vollhefe in

alten gebrauchten Holzfässern, bevor er anschließend

ungeschönt und unfiltriert auf die Flasche wanderte.

Es handelt sich aber hierbei mitnichten um einen sogenannten

orange wine, denn dieser Wein hatte keine

Maischegärung und scheint seinem Äußeren nach,

der hellblassen Farbe, keineswegs ungewöhnlich. Ungewöhnlich

ist aber, was Uwe Schiefer mit schlanken

12,0 Vol.-% ins Glas zaubert.

Dieser feine Weißwein lebt von seiner Textur, den

Verzicht auf primärduftige Frucht und alkoholischer

Schwere. Man sollte ihn wie einen leichten Rotwein

trinken, nämlich zart gekühlt bei 12 bis 16° C und nicht

zu kalt. Dann entfaltet er all seine vielschichtigen Facetten.

Der Jahrgang 2019 duftet rauchig-reduktiv aus

dem Glas. Dazu Birnenspalten, ein Hauch Matcha-Tee

sowie eine leichte Hopfennote. Am Gaumen erweist

sich der Welschriesling dann als puristischer und klarer

Weißwein mit angenehmer Pampelmusenaromatik,

einem Hauch Pfirsich und angenehm salzigem Nachhall.

Das erinnert uns gar ein wenig an eine Kreuzung

aus Tements und Heinz Velichs Welschriesling vom

Neusiedlersee. Eine Mixtur aus strahlender Frucht

aber auch salzigen und herbalen Noten.

Das Mundgefühl ist großartig, verlangt direkt nach

einer Essensbegleitung. Meeresfisch oder pochierte

Austern mit Spinat, im Rockefeller-Stil. Oder ein saftiger

gedämpfter Schweinebauch. Dieser Wein liebt es

exotisch und experimentell, ist ein Grenzöffner, so wie

Uwe Schiefer selbst mit seinen feinen Weinen entlang

der burgenländischen Grenzregion. Kommen wir auf

unsere Ausgangsfrage zurück: Was macht den Wein

so besonders? Nun, seine Machart, viel mehr aber der

Charakter, der daraus entsteht. Unaufgeregt, präzise,

fordern, aufwühlend. Eben 100 % Uwe Schiefer.

PS: Manfred Klimek, der gebürtige Österreicher, Fotograf

und Journalist veröffentlichte in der zweiten Ausgabe

des Schluck-Magazins ein wunderbares Portrait

über Uwe Schiefer. Dort kennzeichnet er Schiefer

einfühlsam und bewegend als Mensch, so wie wir ihn

kennen und bewundern. Und er schreibt auch über

den andersartigen „Weisser Schiefer“: „Schiefer hat

einen Instinkt für die Lücke, dem er bis heute vertrauen

kann. Beweis dafür ist sein schon sehr früher gekelterter

Naturwein-Kommentar Weisser Schiefer, ein

großartiger Wein, weit voran, weit voran modern, weit

vor der Moderne der heutigen Marktschreier.“

Laut Uwe Schiefer profitiert der Wein enorm von 3–4

Jahren Reife. Uns schmeckt er allerdings jetzt schon ganz

außerordentlich gut!

92 PINWAND no 335 | März 2022


Uwe Schiefer

BURGENLAND ÖSTERREICH

© ANDREAS DURST

„WEISSER SCHIEFER“ »M«, 2015

Wir verlassen die Komfortzone: „M“ für Maische! „M“ für Mehr Geschmack!

OBL040315 „Weisser Schiefer“ »M«, 2015 13,5% Vol. 51,86 €/l 38,90 €

Wenn Uwe Schiefer seinen Werdegang in einem Song

beschreiben müsste, dann würde er dazu die Doors mit

ihrem überlebensgroßen Hit „Break on through to the

other side“ heranziehen. Als Spitzen-Sommelier in den

1990er-Jahren in Wien angekommen, entschloss sich

der Gastronom zur Selbständigkeit als Winzer, denn

er wollte aufräumen und Blaufränkisch vinifizieren,

wie er ihm vor Augen schwebte, im Zeitalter des Barriqueausbaus

und Konzentrationsgeilheit aber selten

vorfand. Uwe Schiefer ist gerne Eigenbrötler und daher

über all die Jahre bewusst zur Marke geworden.

Mit seinem »M« wagt er sich ganz weit aus der Komfortzone

des Weinbaus heraus. Das »M« im weißen

Schiefer steht für Maische! Also ein Wein, der einem

Konzept entsprang, einem Gedanken Uwe Schiefers.

Die Idee dahinter: Einen Weißwein wie einen Rotwein

zu vinifizieren, die Trauben also auf der Maische

belassen und die Gärung einzuleiten. Durch die Mazeration

werden wie beim Rotwein auch Phenole aus

den Schalen extrahiert, was dem Wein seinen orange-bernstein

funkelnden Farbton verleiht und das

satte, kräftige Mundgefühl.

Uwe Schiefer ist ein Meister seines Handwerks und

vinifiziert aus diesem „Projektwein“ einen glasklaren,

sauberen und hochinteressanten Tropfen, der sich

wohltuend von oft fehlerhaften, naturtrüben Orangeweinen,

die in letzter Zeit oft als „Naturwein“ propagiert

werden, abhebt. Das ist vielmehr ein grenzgenialer

Apéritifwein, der in seiner herben und animierenden

Art zum nächsten Schluck einlädt und uns immer wieder

am Glas nippen lässt. Der aktuelle (!) Jahrgang 2015,

eine Cuvée aus Weißburgunder und Welschriesling,

duftet nach Kumquats, Pampelmusen und Orangenabrieb.

Ja erinnert fast etwas an die in Italien in kleinen

Fläschchen gefüllten Bitterorangenlimonaden, die

man gerne bei heißem Sommerwetter als Durstlöscher

trinkt, weil die Chinotto-Orangen nicht süß,

sondern herb sind. Der „M“ hat keine überbordende

Säure, wirkt aber auch nicht breit. Das Aroma ist dabei

glockenklar mit viel Orangenzesten. Doch noch viel

mehr geht es bei diesem Wein um das Mundgefühl,

welches er erzeugt. Er wirkt nämlich kräftig, ja hat

richtig grip am Gaumen und ist dabei knochentrocken.

Es tut sich einfach eine ganz andere Texturen- und

auch Aromenwelt auf als bei konventionellem Weißwein.

Daher ist das eine herausragende Erweiterung

unseres Portfolios von Grenzgänger Uwe Schiefer aus

dem Burgenland. Es lohnt sich, sich auf diesen extrem

spannenden Wein einzulassen, denn er weitet das Verständnis

von Wein und wie wir darüber denken. Dazu

darf man ihn ruhig auch über mehrere Tage verkosten,

der Ausbau erlaubt eine längere Luftzufuhr. So kann

man diesem komplexen Wein immer wieder neue

Facetten entlocken.

Ein feiner Meditationswein, der sich mit Luftkontakt

stetig wandelt und nach großen Gläsern verlangt.

93


ÖSTERREICH BURGENLAND

Uwe Schiefer

BLAUFRÄNKISCH BURGENLAND, 2018

Der Einstieg in die Schieferwelt

OBL040418 Blaufränkisch Burgenland, 2018 DV 12,5% Vol. 18,60 €/l 13,95 €

93 Punkte

WINE ENTHUSIAST

Uwe Schiefers Gutswein, der „Blaufränkisch

Burgenland“, verkörpert in einer Flasche

die ganze Gedankenwelt des ehemaligen

Sommeliers: Die Abkehr vom neuen Holz,

weg von der plakativen Überkonzentration,

hin zur Finesse und Betonung der kühlen

Aromatik der Rebsorte. In den 1990er-Jahren

konnte er sich zu Beginn wenig Rückenwind von der

damaligen Fachpresse erhoffen. Denn genau jene begünstigte

die von Vanille geschwängerten Weine, weil

sie – so die damalige Auffassung – mit der Größe internationaler

Weine mithalten könnten. Mittlerweile

hat man verstanden, dass Eleganz und Finesse nicht

nur deutlich schwieriger zu erzielen sind, sondern

auch erstrebenswerter sind.

Galt er den Feuilletons seinerzeit noch als Provokateur

des österreichischen Weinbaus, so zählen ihn selbige

Blätter heute zur klassischen Avantgarde.

Gemeint sind hiermit diejenigen Winzer, die den Weg

für kühle, herkunftsgeprägte Blaufränkisch bereiteten

und somit das mittlerweile geschliffen klare Profil

Burgenländischer Top-Weine etabliert und damit die

Region in eine der spannendsten weltweit verwandelt

haben.

Uwe Schiefers „Burgenland“, die Visitenkarte seines

Weinguts, zeigt sich auch im warmen Jahrgang 2018

mit 12,5 Vol.-% faszinierend rank und schlank! Er liegt

granatrot im Glas, duftet (fast ein wenig wild) nach

Hagebutte, Brombeeren und asiatischen Gewürzen.

Auch ein Hauch Bohnenkraut taucht hier auf. Das

macht das Bouquet interessant und gliedert es in feine

unterschiedliche Aromenwelten auf.

Am Gaumen zeigt sich ein ungemein saftiger Rotwein,

dessen Frucht Zwetschgen und Waldbeeren beinhaltet.

Eine erfrischende Säure leitet den Wein, dessen

geschliffenen und feinen Tannine zu keiner Zeit im Vordergrund

stehen. Der Blaufränkisch animiert stets zum

nächsten Schluck, zeigt sich geradlinig und elegant.

Das ist präzises Handwerk, pures Terroir und eben

eine Interpretation der Rebsorte, die auf pure Trinkfreude

ausgelegt ist.

Zu genießen sofort bis ca. 2026+.

BLAUFRÄNKISCH „VOM BLAUEN SCHIEFER“, 2017

„Der Eisenberg, das bin ich!“

OBL040517 Blaufränkisch „vom blauen Schiefer“, 2017 13% Vol. 26,60 €/l 19,95 €

Uwe Schiefer mag kein französischer Sonnenkönig

sein, ist aber unser König des Eisenbergs! Denn

wenige haben sich derart nachhaltig engagiert wie

der Mann, der so heißt wie der Boden, auf dem einige

seiner Weine wachsen. Es verlangt ein hohes Maß

an Souveränität, die Integrität und den Charakterkern

einer ganzen Rebsorte zurückzuerobern. Und das

ist ihm zweifellos gelungen!

Um jene eigentümlichen Charakterzüge empfand Uwe

Schiefer den Blaufränkisch beraubt, als in der Zeit der

„Parkerisierung“ österreichische Weine, unter anderem

auch der Blaufränkisch, so schmecken sollten wie

moderne Bordeaux-Weine: spät gelesen, extrahiert,

dicht, opulent und im frisch geflämmten Barrique ausgebaut.

Der Blaufränkisch machte das ohne Probleme

mit, die Sorte ist flexibel und kräftig genug für solche

Experimente. Doch schön – zumindest ist das unsere

Meinung –, sinnlich, extravagant und einzigartig wird

er erst, wenn man so vorgeht wie Uwe Schiefer. Dazu

gehört sehr viel Weinbergarbeit (Verzicht auf Insektizide

und Herbizide), die zu einer frühen, aber reifen

Lese führt, dazu gehört Spontanvergärung und minimal

invasive Kellerarbeit (kein Einsatz von Enzymen, Mostbehandlung),

dazu gehört ferner, dem Wein Freiheit zu

lassen und den Holzeinsatz zurückzufahren. Das heißt

bei Uwe Schiefer: auf der Vollhefe über mindestens 36

Monate Monate in großen 1.200- bis 3.600-Liter-Fässern

ausgebaut.

All das geschieht beim Blaufränkisch „vom blauen

Schiefer“. Er stammt vom Eisenberg, darunter aus mittlerweile

ebenfalls prominenten Parzellen wie Szapary,

Reihburg und dem vom Weingut Weninger bekannten

Saybritz. Der Weinberg der von eisenhaltigem Ton,

Lehm und blauem Schiefer geprägten Lage gebiert

einen Blaufränkisch, dessen Bouquet besonders fein

duftet. Ein Hauch Kirschpastillen, Heidelbeeren und

Dill. Die Nase zeigt sich straff und zurückhaltend, der

Gaumen von Veilchen, Vogelbeeren und Graphit durchzogen.

Auch ein Hauch Wacholder taucht auf, der im

sehr sanften Nachhall noch etwas schwarzen Pfeffer

aufrollt. Die Fruchttransparenz und das geschliffene

Tannin sorgen hier für eine besondere Brillanz des von

bis zu 56-jährigen Reben stammenden Rotweins.

Vorzüglich zu trinken, Potenzial bis 2030. Auch noch

nach vier Tage nach Öffnen der Flasche herrlich frisch!

94 PINWAND no 335 | März 2022


Uwe Schiefer

BURGENLAND ÖSTERREICH

BLAUFRÄNKISCH PALA „WOLLER“, ROT 2018

Der Eisenberg aus ungarischer Perspektive – immer wieder eine Wonne!

OBL040918 Blaufränkisch Pala „Woller“, 2018 12,5% Vol. 29,20 €/l 21,90 €

Auf dem Kontraetikett von Uwe Schiefers Pala gesellt

sich zum Blaufränkisch ein Kékfrankos dazu, die ungarische

Bezeichnung für die Rebsorte. „Wein gewonnen

in Österreich, aus in Ungarn geernteten Trauben.“

steht da als Ergänzung. Der aus dem bereits auf ungarischer

Seite des Eisenbergs gewonnene Blaufränkisch,

aus der Parzelle „Woller“ ist ein fortwährender

Zeitzeuge der burgenländischen Historie. Uwe Schiefer

ist am Eisernen Vorhang aufgewachsen, kennt die

magyarische Mentalität und schätzt vor allem den

Blaufränkisch, der hier gedeiht. Der Pala (ungarisch für

Schiefer) stammt von Schieferböden von der ungarischen

Seite. Manfred Klimek, Fotograf und Journalist,

umschreibt in einer Ausgabe des Magazins Schluck

die Stärke dieser Weine wie folgt: „Schiefers Blaufränkische

wurden deswegen so berühmt, weil sie die

ersten Blaufränkischen waren, die auf Schlankheit und

Eleganz setzten, anstatt auf fett und Barrique“.

Dieser von bis zu 80-jährigen Rebstöcken stammende

Kékfrankos, ausgebaut über 22 Monate im 1.200-Liter-

Eichenfass ist ein Wunder an Präzision! Überraschend

ist, dass dieser Wein jenseits der österreichischen

Grenze tatsächlich eine andere Aromatik aufweist,

so wie das auch bei Tements Sauvignon Blanc vom

Zieregg und der slowenischen Seite (Ciringa) der Fall

ist. Er duftet etwas erdiger, mehr nach Pinien und

Tabak. Auch die Frucht zeigt andere Nuancen,

hier duftigen Weinbergpfirsich und gar etwas

Brennnessel. Am Gaumen prägen geschmeidige

Tannine das Gesamtbild. Die Frucht ist

präzise, von mineralischen Noten und einer

feinen Würze unterlegt, ein Hauch Holunder

und zerriebener Schiefer machen sich bemerkbar.

Vor allem aber hallt dieser Wein stets feiner werdend

aus und hinterlässt einen schwebenden Eindruck. 2018

scheint hier einer der schönsten und feingliedrigsten

(12,5 Vol.-%!) „Woller“ gelungen zu sein, ein Wein von

dem wir uns einige Flaschen in den Keller legen werden!

Sie wissen schon, Kategorie „Lieblingswein“!

Zu genießen ist der Wein ab sofort. Potenzial für mindestens

eine Dekade.

© ANDREAS DURST

95


ÖSTERREICH BURGENLAND

Uwe Schiefer

BLAUFRÄNKISCH „SZAPARY“ »S«, 2016

96 Punkte: „Besitzt eindeutig die nötige Energie für eine jahrzehntelange Reifung.“

– James Suckling

„Ein wirklich großer, absolut puristischer Blaufränkisch“ – Uwe Schiefer

OBL041116 Blaufränkisch „Szapary“ »S«, 2016 13% Vol. 48,00 €/l 36,00 €

93 Punkte

WINE ENTHUSIAST

„Szapary“ ist eine der besten Parzellen

im Eisenberg. Von hier stammt die

Reserve Uwe Schiefers. Zur Ikonenwerdung

trägt auch der behutsame

und geduldige Ausbau bei: Mindestens

drei Jahre reift er im großen Holzfass

(30 Hektoliter), anschließend weitere sechs bis zehn

Monate auf der Flasche. Für Uwe Schiefer erinnert

dieser Wein, speziell mir Reife, durchaus an Syrah von

der nördlichen Rhône. Das können wir sehr gut nachvollziehen.

Es ist die dufte Note von roten Früchten,

auch etwas Tapenade und Schiefernoten, die wir so

auch von großen Côte-Rôties und Cornas kennen.

Das Bouquet ist eine traumhafte Ansammlung von

roten und dunklen Waldfrüchten, die eben um einen

Hauch Oliven ergänzt werden. Das gibt dem Wein ein

attraktive Strenge. Ein kräftiger Blaufränkisch (von bis

zu 60-jährigen Reben mit 11.000 Stöcken pro Hektar

Pflanzdichte!), allerdings nicht durch konzentrierte

Frucht und Holz, sondern einer Energie, die von präzise

gelesenen Trauben und bedachtem erzählt.

Der „Szapary“ ist ein eiserner, gestählter Blaufränkisch,

markant, expressiv, fast angsteinflößend majestätisch.

Man spürt die Größe des Weins, das Potenzial und die

Präsenz, die er ausstrahlt. Dabei vermag er kaum auszuklingen

in seinem facettenreichen Nachhall, einer

Mischung aus schwarzkirschigen und eisengeprägten

Aromen, der feinen Würze, die alles einfängt wie in

einem dicht geschnürten Korsett. Das ist ein Meisterwerk

von Uwe Schiefer, das dem Vorgänger von 2014

auf Augenhöhe begegnet und nicht von ungefähr

erneut 96 Punkte von James Suckling erhalten hat!

Man darf sich jetzt schon an diesen großen Wein heranwagen.

Reifepotenzial bis 2040+.

BLAUFRÄNKISCH „EISENBERG” RESERVE, ROT 2015

James Suckling vergibt die Traumwertung von 95 Punkten für die Reserve 2015!

… und der Falstaff stimmt mit ein: 95 Punkte!

OBL040815 Blaufränkisch „Eisenberg“ Reserve, 2015 13,5% Vol. 69,33 €/l 52,00 €

95 Punkte

FALSTAFF & SUCKLING

Uwe Schiefers Reserve vom südburgenländischen

Eisenberg ist die Krönung

seines bisherigen Schaffens. Bei James

Suckling schwärmt man von der Ambivalenz

des Weins: „Ein tiefes und kraftvolles

Rot. Dass, obwohl er nur mittelgewichtig

im Körper ist; die Tannine sind wirklich

fein und unterstützen den superlangen Abgang mit

erschütternder Vitalität.“

Die hohen Eisenanteile, das tonig-lehmige Terroir mit

blauem Schiefer und die alten Steillagen erlauben einen

Blaufränkisch von verführerisch frischem Stil. Man spürt

regelrecht, wie langsam die Trauben hier an kühlen

Nächten ausreifen, denn die Tiefe und Komplexität

dieser Réserve-Version ist kaum in Worte zu fassen.

Mitnichten handelt es sich hierbei aber um einen alles

erschlagenden Blockbuster-Wein, auch nicht im kraftvollen

Jahrgang 2015. Finesse, Eleganz und Harmonie

sind vielmehr die Stichworte, die uns bei diesem Wein

einfallen. Der Sauerkirschduft, der von dunklen Früchten

und feinen Kräutern unterlegt ist, zieht uns in seinen

Bann. Das ist pure Eleganz im Glas! Anders als beim

Basis-Blaufränkisch ist hier natürlich das Trinkfenster

auf mehr Potenzial ausgelegt. Daher sind die Tannine

in der Jugend noch etwas präsenter und fester

gepackt. Sie sind allerdings auch extrem fein, sodass

uns dieses Meisterwerk aus großen Gläsern auch jetzt

schon Freude bereitet. Im Herbst vergangenen Jahres

hat Uwe Schiefer diesen Wein freigegeben. Nun können

Sie sich einige Flaschen dieses Meisterstücks sichern

und genießen. Wir haben diesen Wein ganz frisch bei

seiner Ankunft erneut verkostet und freuen uns, einen

der ganz großen Blaufränkisch Österreichs anzubieten.

Weihnachten fällt dieses Jahr eindeutig auf einen

früheren Termin!

Zu genießen ab sofort, Potenzial bis 2035+.

96 PINWAND no 335 | März 2022


Uwe Schiefer

BURGENLAND ÖSTERREICH

© ANDREAS DURST

97


ÖSTERREICH BURGENLAND

Uwe Schiefer

BLAUFRÄNKISCH

„LUTZMANNSBURG“ V. V., 2017

Ein Blaufränkisch-Traum von fast 60-jährigen Reben!

OBL040617 Blaufränkisch „Lutzmannsburg“ V. V., 2017

13,5% Vol. 75,33 €/l 56,50 €

98 Punkte

A LA CARTE

95 Punkte

FALSTAFF

Lutzmannsburg ist ein ganz besonderes Terroir. Die Reben, in diesem Fall

durchschnittlich 57 Jahre alt, stehen auf sandig-tonigem Lehm und ehemaligem

Vulkanboden. Mit Roland Velichs Lutzmannsburg zählt dieser Wein

zur absoluten Spitze Burgenländischer Blaufränkisch-Kunst! Uwe Schiefer

besitzt hier einen Hektar Reben, den er (für ihn selbstverständlich) frei

von Insektiziden oder Herbiziden bewirtschaftet.

Über 24 Monate in großen Fünf-Hektoliter-Fässern ausgebaut, dann kurz

abgezogen und ohne Schönung oder Filtration auf die Flasche gezogen

– hier ist ein Meisterwerk entstanden, das die klare Schiefer-Handschrift

trägt: Der Jahrgang 2017 funkelt violett aus dem Glas, duftet nach frischem

Fleisch, Oliven und Belem-Pfeffer. Mit Luft wird das Bouquet dann

heller, feine Kopfnoten von Erdbeeren und Waldfrüchten deuten sich an.

Das Bouquet ist ausladend, fast duftig-rauchig, man meint die Vulkanböden

zu riechen. Am Gaumen schiebt sich der Lutzmannsburg dann mit

einem Selbstbewusstsein und einer Selbstverständlichkeit entlang, die

beeindruckend ist. Doch es ist nicht die Kraft, die beeindruckt, sondern

welche innere Ruhe dieser Blaufränkisch ausstrahlt. Er besitzt Spannung,

Frische und Leichtigkeit, eine Aromatik von Pflaumen nebst Süßholz und

Salmiak. Die Tannine sind sehr fein, der ganze Wein äußerst geschmeidig

und doch druckvoll. Ein echtes Monument, immer animierend und extrem

präzise, sowas geht nur mit alten Reben und einer Philosophie, die weder

im Weinberg noch im Keller Kompromisse eingeht.

Zu genießen ab sofort, Höhepunkt wohl ab 2025 bis 2040.

98 PINWAND no 335 | März 2022


Uwe Schiefer

BURGENLAND ÖSTERREICH

BLAUFRÄNKISCH „REIHBURG“, 2017

Burgenlands Kultwein: Ein Wein, der eine Zeitenwende eingeläutet hat!

OBL040717 Blaufränkisch „Reihburg“, 2017 13,5% Vol. 92,00 €/l 69,00 €

Uwe Schiefers „Reihburg“ Reserve ist Burgenland-Kult.

Er hat dank hoher Wertungen, allen voran durch Parker,

internationale Aufmerksamkeit erlangt. Bereits für

den 2006er-Jahrgang gab es 94 Punkte! Und trotzdem

hat er das System ad absurdum geführt. Denn Uwe

Schiefer war die mollig-warmen und überkonzentriert

kräftigen Rotweinen aus dem Burgenland, die effekthascherisch

nach hohen Wertungen schrien leid. Er

wollte Wein produzieren, den er selbst gerne trinken

würde, der Eleganz und Finesse vereinen sollte. Der

„Reihburg“ ist kein zwanghaft konzentrierter Wein

mit viel Holz, er ist ein Finessewunder, dessen Dichte

und Tiefe man erst mit dem zweiten Glas erfassen

kann. Wie soll man so etwas objektiv bewerten? Und

trotzdem, oder gerade deswegen, besetzt er die Spitze

im Blaufränkisch-Bereich, denn kein Holz dieser Welt

könnte diesen Wein komplexer und dadurch größer

erscheinen lassen.

Reihburg ist eine Spitzen-Einzellage am Eisenberg

DAC und direkt an der ungarischen Grenze, die im

kühlen Burgenland dank ihrer Exposition viele Sonnenstunden

bekommt. Die Böden bestehen hier aus

purem Grün- und Blauschiefer mit Lehm. In einem

Paradejahrgang wie 2017 hat Uwe Schiefer dem Berg

wieder einen Weltklasse-Blaufränkisch abgerungen.

Die dicht gebündelte Nase von dunklen Waldbeeren,

Criollo-Schokolade und Süßholz wird hier von einem

feinen Duft ummantelt, der durchaus an großen Pinot

Noir erinnert. Man muss diese Dichte an Aromen erst

einmal fassen! Der Gaumen zeigt sich ungemein komplex

und raffiniert. Eine verspielte Frucht (Schlehe,

Zwetschgen, Hagebutte) haftet am fleischigen Tanninkorsett,

der extrem hohe Extrakt des Weins – bei

ganz feinen, fast polierten Tanninen – verblüfft hier

enorm. Ein massiver Blaufränkisch, aber gleichzeitig

ohne Schwere, ein wuchtiger Wein, aber ohne erstickende

Überkonzentration, er tänzelt, wirkt kühl und

wie aus einem Guss. Man merkt ihm sein Potenzial

an, kann ihn aber auch schon in der Jugend ganz und

gar leicht genießen. Ein Monument! Dass Schiefer mit

Weinen wie diesem nun aktuell 99 Punkte im Falstaff

einfährt und als Stilikone gilt, kann man – angesichts

der Vorgeschichte – nur als Treppenwitz der Burgenländischen

Weinhistorie bezeichnen: Tutto nel mondo

è burla!

Zu genießen sofort, Höhepunkt wohl ab 2025 bis ca.

2040+. Ein echter „vin de garde“.

99 Punkte

FALSTAFF

©Markus Roessle

„PUR“ – UWE-SCHIEFER-

PROBIERPAKET ROT

Purer Schiefer – eine Werkschau

OBL049922P „Pur“ – Uwe-Schiefer-Probierpaket rot

statt 200,30 € nur 189,00 €

Mit dieser Werkschau vom Blaufränkisch werden alle

Facetten der noblen und kühlen Rebsorte, dies- uns

jenseits der österreichischen Grenze ausgelotet.

SIE ERHALTEN JE EINE FLASCHE:

► Blaufränkisch Burgenland, 2018

► Blaufränkisch „Vom Blauen Schiefer“, 2017

► Blaufränkisch „Lutzmannsburg“ V.V., 2017

► Blaufränkisch „Eisenberg“ Reserve, 2015

► Blaufränkisch Pala „Woller“, 2018

► Blaufränkisch „Szapary“ S, 2016

99


Probier-

Paket

© Studio Pilens

© Melanie Hubach

„REBSORTEN“-PROBIERPAKET 2021

Die Vielfalt der Mittelhaardt

DPF069921P

„Rebsorten“-Probierpaket 2021 (12 Flaschen)

statt 107,00 € nur 97,00€

Dieses Rebsortenpaket bietet die volle Bandbreite der diesjährigen Kollektion

von Sabine und Philipp Wöhrwag. Die beiden beweisen, dass die Mittelhaardt

nicht nur vorzügliche Rieslinge gebiert, sondern auch eine Oase für exzellente

Alltagsweine und Speisenbegleiter ist. Das attraktive Probierpaket zum Kennenlernen

beinhaltet:

JE ZWEI FLASCHEN:

► Weißburgunder trocken, 2021

► Grauburgunder trocken, 2021

► „Pink Lady“ Rosé, trocken 2021

► Scheurebe trocken, 2021

► Kallstadter Annaberg Riesling trocken, 2021

► Kallstadter Saumagen Riesling trocken, 2021


PINwand335 Saarwellingen, im März 2022

Liefern Sie mir bitte folgende Weine:

Bestellung per Fax: 06838 / 97950-30, Telefon: 06838 / 97950-0 oder auch per Post:

PINARD de PICARD • Alfred-Nobel-Allee 28 • 66793 Saarwellingen oder www.pinard.de

Menge Artikel-Nr. Wein Einzelpreis

DEUTSCHLAND | Müller-Ruprecht – Pfalz

DPF060121 Weißburgunder trocken, 2021 7,80 €

DPF060421 Kallstadter Annaberg Riesling trocken, 2021 7,80 €

DPF061521 Scheurebe Kabinett, 2021 Coup de Cœur 7,80 €

DPF060221 Grauburgunder trocken, 2021 8,95 €

DPF061321 Scheurebe trocken, 2021 8,95 €

DPF060821 „Pink Lady“ Rosé, trocken 2021 9,50 €

DPF060921 Kallstadter Saumagen Riesling trocken, 2021 10,50 €

DPF061120 Kallstadter Saumagen „H“ Riesling trocken, 2020 15,80 €

DPF060720 Kallstadter Saumagen „N“ Riesling trocken, 2020 19,50 €

DPF069921P „Rebsorten“-Probierpaket 2021 (12 Flaschen)

statt 107,00 € nur

FRANKREICH | Joblot – Burgund

FBU040220 Givry 1er Cru „En Veau“, blanc 2020

max. 3 Fl./Kunde

FBU040320 Givry 1er Cru „Clos Marole“, rouge 2020

max. 2 Fl./Kunde

FBU040420 Givry 1er Cru „Servoisine“, rouge 2020

max. 2 Fl./Kunde Parker: 91–93P

FBU040620

Givry 1er Cru „Clos du Cellier Aux Moines“,

rouge 2020 Parker: 92–94P

97,00 €

39,00 €

39,00 €

39,00 €

39,00 €

FBU040720 Givry 1er Cru „Les Bois Chevaux“, rouge 2020 39,00 €

FBU041020 Givry 1er Cru „Mademoiselle“, blanc 2020

max. 3 Fl./Kunde

FBU041220 Givry 1er Cru „L’Empreinte“, rouge 2020

Top Tipp!

FRANKREICH | Pégau – Châteauneuf-du-Pape

41,00 €

41,00 €

FRS060318 „Plan Pégau“ Vin de France, rouge (16/17/18) 10,90 €

FRS060620 „Cuvée Réservée“ CdP, blanc 2020 39,90 €

FRS060219 „Cuvée Réservée“ CdP, rouge 2019

Dunnuck: 91–94P

45,00 €

FRS060219M „Cuvée Réservée“ CdP, rouge 2019 MAGNUM 98,00 €

Menge Artikel-Nr. Wein Einzelpreis

FRANKREICH | Saint Sylvestre – Languedoc

FLA250119 „Saint Sylvestre – Rouge“ Languedoc, rouge 2019

Coup de Cœur

FLA250220 „Saint Sylvestre – Blanc“ Languedoc, blanc 2020

max. 3 Fl./Kunde

29,95 €

32,00 €

FRANKREICH | Famille Perrin/ Beaucastel – Südliche Rhône

* in SUB: Auslieferung dieses Weins ist vorgesehen ab Herbst 2022

FRS010221 Perrin, „Le Grand Prébois – Rosé“ Luberon, 2021 6,95 €

FRS011121 Perrin, „Le Grand Prébois – Blanc“ Luberon, 2021 6,95 €

FRS012019

Perrin, „Réserve“ Côtes-du-Rhône,

rouge 2019 2. Platz Bester Rotwein Frankreichs

8,95 €

FRS010419 Perrin, „Les Cornuds“ Vinsobres, rouge 2019 11,90 €

FRS011019 Perrin, „Peyre Blanche“ Cairanne, rouge 2019 11,90 €

FRS011419 Perrin, „Les Christins“ Vacqueyras, rouge 2019

1. Platz Bester Rotwein Frankreichs für 2018

FRS010620

„Coudoulet de Beaucastel“ Côtes-du-Rhône,

rouge 2020 *

FRS010620M „Coudoulet de Beaucastel“ Côtes-du-Rhône,

rouge 2020 MAGNUM *

FRS010720H Châteauneuf-du-Pape, rouge 2020 (0,375l) *

Suckling: 97P, Decanter: 96P

16,95 €

19,50 €

39,00 €

36,00 €

FRS010720 Châteauneuf-du-Pape, rouge 2020 * 72,00 €

FRS010720M Châteauneuf-du-Pape, rouge 2020 MAGNUM * 144,00 €

SPANIEN | Verónica Ortega – Bierzo

SBI020220 „Quite“ DO Bierzo, tinto 2020 Parker: 93+P 14,95 €

SBI020518 „VO – Versión Original“ DO Bierzo, tinto 2018

Parker: 94+P

SBI020620 „Kinki“ DO Bierzo, tinto 2020

Coup de Cœur, Parker: 93P

29,00 €

27,00 €

SBI020118 „ROC“ DO Bierzo, tinto 2018 Parker: 95P 29,95 €

SBI020319 „Cobrana“ DO Bierzo, tinto 2019 Parker: 95P 35,00 €

SBI020420 Godello Calcáreo „CAL“ DO Bierzo, blanco 2020

Parker: 96P

39,90 €


PINwand335

Liefern Sie mir bitte folgende Weine:

Menge Artikel-Nr. Wein Einzelpreis

SPANIEN | Bernabeleva – Madrid

Name / Firma

Kunden-Nr. (falls zur Hand)

Straße, Nr.

PLZ, Ort

SVM011219

SVM010520

SVM010120

SVM010620

SVM010219

SVM011118

„Camino de Navaherreros“

DO Vinos de Madrid, blanco 2019

„Camino de Navaherreros“

DO Vinos de Madrid, tinto 2020

„Navaherreros“

DO Vinos de Madrid, blanco 2020

„Navaherreros“ Garnacha

DO Vinos de Madrid, tinto 2020

„Cantocuerdas“ Albillo DO Vinos de Madrid,

blanco 2019

Parker: 92 P

„Manchomuelas“ DO Vinos de Madrid,

blanco 2018

Parker: 93P

SVM010417F „Cantocuerdas“ Moscatel

DO Vinos de Madrid, blanco 2017 (0,5l)

SVM011313

SVM010719

SVM010819

„Navaherreros seis años en barrica“

DO Vindos de Madrid, blanco 2013

PORTUGAL | Anselmo Mendes – Alvarino

PVV010121

PVV010221

„Arroyo del Tórtolas“ DO Vinos de Madrid,

tinto 2019 Parker: 93+P

„Carril del Rey“ DO Vinos de Madrid,

tinto 2019 Parker: 94+P

„Muros Antigos – Escolha“

DOC Vinho Verde, branco 2021

„Muros Antigos – Loureiro“

DOC Vinho Verde, branco 2021

Bestellung per Fax: 06838 / 97950-30, Telefon: 06838 / 97950-0 oder auch per Post:

PINARD de PICARD • Alfred-Nobel-Allee 28 • 66793 Saarwellingen oder www.pinard.de

9,90 €

9,95 €

13,90 €

15,90 €

19,90 €

19,90 €

19,95 €

28,90 €

29,90 €

29,90 €

6,95 €

7,70 €

PVV010719 „Pardusco“ DOC Vinho Verde, tinto 2019 7,90 €

PVV010821 „3 Rios“ DOC Vinho Verde, branco 2021 7,95 €

PVV010321

„Muros Antigos – Avesso“

DOC Vinho Verde, branco 2021

8,95 €

PDO060115 „Dão“ Quinta de Silvares DOC Douro, tinto 2015 9,95 €

PVV010421

PVV010521

PDO060215

„Muros Antigos – Alvarinho“

DOC Vinho Verde, branco 2021

Alvarinho „Contacto“ DOC Vinho Verde,

branco 2021

Coup de Cœur

„Dão Private“ Quinta de Silvares DOC Douro,

tinto 2015

11,90 €

11,90 €

16,90 €

PVV010919 „Parcela Única“ DOC Vinho Verde, branco 2019 34,00 €

PVV019921P Anselmo-Mendes-Kennenlernpaket 2021

(12 Flaschen) statt 110,70 € nur

99,95 €

Menge Artikel-Nr. Wein Einzelpreis

ITALIEN | Due Palme – Apulien

IPU010120 „Costa“ Negroamaro IGP Salento, rosso 2020 6,95 €

IPU010120P 12 x „Costa“ Negroamaro, 2020 (11+1 Fl. gratis) 76,45 €

IPU010220 „Costa“ Primitivo IGP Salento, rosso 2020 7,95 €

IPU010220P 12 x „Costa” Primitivo, rosso 2019 (11+1 Fl. gratis) 87,45 €

IPU010320 „Serre“ Susumaniello IGP Salento, rosso 2020 8,95 €

IPU010320P 12 x „Serre” Susumaniello, 2020 (11+1 Fl. gratis) 98,45 €

IPU010417 „Selvarossa“ DOP Salice Salentino Ris., rosso 2017 15,90 €

IPU010719 „Ettamiano“ Primitivo IGP Salento, rosso 2019 14,90 €

IPU010819 „Angelini“ DOP Squinzano, rosso 2019 7,50 €

IPU011020 „Corerosa“ IGP Salento, rosato 2020 9,90 €

IPU011020P 12 x „Corerosa“ IGP Salento, 2020 (10+2 Fl. gratis) 99,00 €

IPU011120

„Pietro del Mito“ Appassimento

IGP Salento, rosso 2020

8,50 €

ITALIEN | Riecine – Toskana * zur Reservierung. Auslieferung ab 10. März 2022

ITO040120 Chianti Classico DOCG, rosso 2020 19,90 €

ITO040120M Chianti Classico DOCG, rosso 2020 MAGNUM 48,00 €

ITO040219 Chianti Classico Riserva DOCG, rosso 2019 * 29,90 €

ITO040219M Chianti Classico Riserva DOCG, 2019 MAGNUM * 65,00 €

ITO040317 „La Gioia“ IGT Toscana, rosso 2017 Falstaff: 94P 49,00 €

ITO040421 „Palmina Rosé“ IGT Toscana, rosato 2021 (BIO) 15,95 €

ITO040618 „Riecine di Riecine“ IGT Toscana, rosso 2018 59,00 €

ITO040618M „Riecine di Riecine“ IGT Toscana, 2018 MAGNUM 125,00 €

ITO040817 „TreSette“ Merlot IGT Tosc., 2017 Suckling: 94P 79,00 €

ITO040920 „Bianco di Riecine“ IGT Toscana, 2020 NEU! 39,00 €

ITALIEN | Adami – Prosecco

IVE010400 „Garbèl“ Brut DOC Prosecco di Treviso 11,95 €

IVE010300

IVE010200

IVE010520

IVE010720

IVE010600

„Dei Casel“ Extra Dry DOCG

Prosecco di Valdobbiadene Superiore

„Bosco di Gica“ Brut DOCG Prosecco di

Valdobbiadene Superiore Merum: 1 Herz

„Vigneto Giardino“ Dry DOCG Prosecco di

Valdobbiadene Superiore, 2020 Falstaff: 93P

„Col Credas“ Extra Brut DOCG Prosecco di

Valdobbiadene Superiore, 2020 Falstaff: 93P

„Cartizze“ Dry DOCG Prosecco di

Valdobbiadene Superiore di Cartizze

ÖSTERREICH | Uwe Schiefer – Burgenland

13,50 €

13,90 €

15,50 €

15,90 €

23,00 €

OBL040418 Blaufränkisch Burgenland, 2018 Wine Enth.: 93P 13,95 €

OBL040119 „Weisser Schiefer“ Welschriesling, weiss 2019 14,60 €

OBL040517 Blaufränkisch „vom blauen Schiefer“, 2017 19,95 €

OBL040918 Blaufränkisch Pala „Woller“, 2018 Coup de Cœur 21,90 €

OBL041116 Blaufränkisch „Szapary“ S, 2016 Wine Enth.: 93P 36,00 €

OBL040315 „Weisser Schiefer“ »M«, 2015 38,90 €

OBL040815 Blaufr. „Eisenberg“ Reserve, 2015 Suckling: 95P 52,00 €

OBL040617 Blaufr.„Lutzmannsburg“ V. V., 2017 A la Carte: 98P 56,50 €

OBL040717 Blaufränkisch „Reihburg“, 2017 Falstaff: 99P 69,00 €

OBL049922P „Pur“ –Probierpaket rot (6 Fl.) statt 200,30 € nur 189,00 €

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