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Inside_3_2022

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LEHREN AUS DER UKRAINE

Oberstleutnant Loidolt:

Erkentnisse für unsere

Panzerkräfte — S. 4

bundes

AUS DEN VERBÄNDEN

Neues von den

Bataillonen und

Dienststellen — S. 6

PERSONALNEWS

Kommandowechsel,

Auszeichnungen &

Beförderungen — S. 11

BUNDESHEER IM BILD

Inside-Gewinnspiel:

Das Topbild der

Ausgabe — S. 16

MILITÄR

AKTUELL

INSIDE 3|22

BEILAGE

INSIDE

HEER

Übungen, Termine & Neuigkeiten aus der Welt des Bundesheeres

KURZ NOTIERT

Kommandowechsel I (1):

Als sichtbares Zeichen der

Kommandoübernahme übergab

Generalmajor Martin

Dorfer, Leiter der Direktion 1 –

Einsatz, Ende September im

Rahmen eines militärischen Festakts

die Insignie der Auslandseinsatzbasis

von Oberst Claus

Amon an Oberst des Generalstabsdienstes

Christian Tesar.

Kommandowechsel II (2):

Ende September fand die Kommandoübergabe

des Multinationalen

Bataillons der Mission

EUFOR/ALTHEA in Sarajewo

statt. Beim Festakt bedankte sich

der EUFOR-Kommandant, Generalmajor

Anton Wessely, beim

scheidenden Kommandanten

des Bataillons, Oberstleutnant

Lukas Lamatsch, und übergab

dem neuen Bataillonskommandanten,

Oberstleutnant Matthias

Lampl, die Insignie.

Fotos: Bundesheer/Heinschink, Bundesheer/Zisser, Bundesheer/Pusch, Bundesheer/Schicher, BKA/Wenzel

Kommandowechsel III: (3):

Das Bundesheer bekommt einen

neuen Generalstabschef: Im

August entschied sich Verteidigungsministerin

Klaudia Tanner

bei der Besetzung dieser Spitzenposition

für Generalmajor

Rudolf Striedinger. Insgesamt

hatten sich elf Kandidaten beworben.

Der Entscheidung ging

eine Beurteilung aller Bewerber

durch eine unabhängige Bewertungskommission

voraus. Mehr

dazu auf Seite 11. (red)

1

2

3

Das militärische

Handwerk üben

ÖSTERREICH

Rund 1.100 Soldatinnen

und Soldaten probten im

September im Rahmen

von „Handwerk 22“

die militärische

Landesverteidigung.

Die 4. Panzergrenadierbrigade

ist ein mechanisierter Großverband

des Bundesheeres, der

alle Bataillone umfasst, die mit

Kampf- oder Schützenpanzern

ausgestattet sind. Um die Zusammenarbeit

über Bataillonsgrenzen

hinweg zu üben, verlegten rund

1.100 Soldatinnen und Soldaten

der Brigade Anfang bis Mitte

September auf den Truppenübungsplatz

Allentsteig. In unterschiedlichen

Szenarien übten sie

dort gemeinsam die militärische

Landesverteidigung. Dabei

kamen knapp 100 Panzer, Artilleriehaubitzen

und gepanzerte

Gefechtsfahrzeuge zum Einsatz.

„Das Bundesheer muss gerade

in Zeiten wie diesen ständig

trainieren, um im Ernstfall Krisen

bewältigen zu können“, sagte

Verteidigungsministerin Klaudia

Tanner im Rahmen eines Übungsbesuchs.

„Nach den vielen

Assistenzeinsätzen und Unterstützungsleistungen

müssen wir uns

wieder auf unsere Hauptaufgabe,

die militärische Landesverteidi-

gung, fokussieren. Dazu braucht

es Übungen wie die ,Handwerk

22‘, welche klassische mili -

tärische Kernthemen zum Inhalt

halt. Ich darf mich bei allen Verantwortlichen

für die Organisation

und Durchführung dieser Übung

sowie bei allen Soldatinnen

und Soldaten für ihren Einsatz

be danken.“ (jz)

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AKTUELL

BUNDESHEER INSIDE

70 JAHRE B-GENDARMERIE

Jubiläums-Feierlichkeiten Das

Bundesheer feierte im September den

70. Geburtstag seiner Vorgänger mit

großem Antreten und einer Ausstellung

in Straß in der Steiermark. Die Erzherzog-Johann-Kaserne

hatte dabei allen

Grund zu feiern: 170 Jahre Garnisonsstadt,

Tag der offenen Tür und ein Festakt

anlässlich „70 Jahre B-Gendarmerie“.

Das Bundesheer erinnerte an den runden

Geburtstag seiner Vorfeldorganisation

in Straß mit Teilnahme einer Ehrenkompanie

der Garde, Fahnentrupps

der Traditionstruppenkörper aus ganz

Österreich und des Kameradschaftsbundes

der Steiermark. Viele Ehrengäste

folgten der Einladung des Kommandanten

der Straßer Kaserne, Oberstleutnant

Georg Pilz. Nach einer militärhistorischen

Würdigung von Oberst Peter

Steiner aus dem Heeresgeschichtlichen

Museum gab General in Ruhe Karl

Majcen bewegende Einblicke als Zeitzeuge

des ersten Kurses der B-Gendarmerie

in Straß im Jahr 1952.

In ihrer Ansprache bedankte sich die

zweite Landtagspräsidentin der Steiermark,

Gabriele Kolar, für die fortlaufenden

Leistungen des Bundesheeres für

unsere Heimat und auch der neu ernannte

Generalstabschef, Generalmajor

Rudolf Striedinger, bedankte sich bei

seinen Soldatinnen und Soldaten für

ihren Einsatz und erinnerte mit dem

Zitat „nur wer die Geschichte kennt,

kann auch die Zukunft gestalten“ an

die Verpflichtung zur Bewahrung der

Traditionspflege im Bundesheer.

Die B-Gendarmerie wurde im August

1952 als Sonderformation in sechs

sogenannten Gendarmerieschulen

mit rund 5.000 Mann gegründet. Das

Ziel der Westalliierten war damals die

Aufstellung einer sofort einsetzbaren

Truppe, die dann schließlich mit der

Unterzeichnung des Staatsvertrages

1955 zur Keimzelle des neuen Bundesheeres

wurde. (ÖBH)

PROJEKT TIEFENRAUSCH

Bundesheer unterstützte Traunsee-

Expedition Im September machte das Medienhaus

Kurier am oberösterreichischen Traunsee

mit Hilfe des Bundesheers den „Klang der

Erde“ hörbar. Im Rahmen des „Projekts Tiefenrausch“

tauchte unter anderem ein U-Boot 191

Meter tief bis zur tiefsten Stelle des Gewässers.

Das Bundesheer unterstützte den Event umfangreich:

Pioniere errichteten eine schwimmende

Plattform, auf welcher der Empfänger

installiert war, der den einzigartigen Klang der

Erde einfing. Kampftaucher des Jagdkommandos

sprangen aus einem Black Hawk-Hubschrauber

in den See und begleiteten mit Pioniertauchern

das U-Boot bis in rund 50 Meter

Tiefe. Zudem kam ein Tauchroboter vom Amt

für Rüstung und Wehrtechnik zum Einsatz und

lieferte wichtige Daten für den Tauchgang.

Durch Militärgeologen und Geografen des

Bundesheeres gemeinsam mit Experten der

ZAMG und der Universität für Bodenkultur

erfolgten darüber hinaus wissenschaftliche

Vermessungstätigkeiten.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner: „Ich

konnte mich selbst von der erstklassigen Ausbildung

und von den Fähigkeiten des Jagdkommandos

und der Fachexpertise der Pionierkräfte

des Heeres überzeugen. Besonders beeindruckend

sind das Know-how unserer Militärwissenschaftler

sowie die fliegerische Kompetenz

der Luftstreitkräfte.“ (ÖBH)

Fotos: Bundesheer/Mickla, Bundesheer/Gießauf

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BUNDESHEER INSIDE

TÜPL ALLENTSTEIG

AKTUELL

BUNDESHEER

Neues Zugehörigkeitsabzeichen

Die Soldaten des Truppenübungsplatzes

Allentsteig dürfen sich über ein

neues Zugehörigkeitsabzeichen freuen.

Nach vielen Überlegungen und

einigen Musterentwürfen wurde das

neue Sujet im Sommer genehmigt

und die Trageerlaubnis zur Uniform

des Bundesheeres erteilt. Der Hintergrund

ist in Schwarz gehalten mit

goldener Umrandung und im oberen

Bereich mit den goldenen Schriftzügen

„Kommando“, „Dienstbetrieb“,

„Schieß- und Übungsbetrieb“ sowie

„Nachhaltigkeit und Raumnutzung“.

Das Schild ist waagrecht in Rot und

Grün gespalten. Im oberen roten Feld

aufgelegt das stilisierte Stadtwappen

von Allentsteig, Gold mit schwarzen

Dächern und schwarz konturiert. Im

unteren grünen Feld aufgelegt die Inschrift

„TÜPL Allentsteig“ in Schwarz.

(ÖBH)

50. Pandur übergeben Anfang

September übernahm Verteidigungsministerin

Klaudia Tanner den 50.

Pandur Evolution im Montagewerk

von General Dynamics European

Land Systems-Steyr GmbH in Wien-

Simmering ins Bundesheer.

„Der Schutz unserer Soldatinnen und

Soldaten hat für mich oberste Priorität.

Mir ist es gelungen, insgesamt 100

Stück dieser hervorragenden Mannschaftstransportfahrzeuge

unter Vertrag

zu nehmen. Durch diese Investition

ist nunmehr sichergestellt, dass

unsere Soldaten den bestmöglichen

Schutz bei verbesserter Mobilität erhalten.

Darüber hinaus ist es mir wichtig,

dass diese Fahrzeuge in Österreich

hergestellt werden. Diese Beschaffung

stellt somit auch eine Sicherung und

einen Ausbau von Arbeitsplätzen in

Österreich dar. In diesem Sinne übernehme

ich den Mannschaftstransportpanzer

auch als weiteren Beitrag zum

Erhalt und der Weiterentwicklung der

Sicherheit unserer Heimat, der Republik

Österreich“, so Verteidigungsministerin

Klaudia Tanner.

Der Pandur Evo wird als Weiterentwicklung

des Pandur A2 beschafft. Zu

den Verbesserungen zählen beispielsweise

der erhöhte Minenschutz, mehr

Platzangebot im Innenraum und ein

Rundumsichtsystem. Bis 2020 sind

bereits 34 Pandur Evo ins Bundesheer

übernommen worden. Bis 2023 werden

weitere 30 Stück und bis 2025

noch zusätzliche 36 Pandur Evo an

die Truppe übergeben. (ÖBH)

Wehrgeschichtliche Forschung –

Salzburger Wehrgeschichtliches Museum

Fotos: TÜPL Allentsteig, Bundesheer/Karlovits, Bundesheer/Trippolt

Unser Heer

Foto: Bundesheer

Dem Bundesheer der Zweiten Republik ist ein ganzer

Saal im Erdgeschoß des Museums gewidmet. Der Bogen

spannt sich von der unmittelbaren Nachkriegszeit, der

B-Gendarmerie und der Aufstellung des Bundesheeres

über die Raumverteidigung der Siebziger- und Achtzigerjahre

bis zu den internationalen Einsätzen.

Da wir die Ausstellung in den ehemaligen Mannschaftssälen

eingerichtet haben, bekommen Sie auch einen Eindruck

vom Leben und der Tätigkeit der Soldaten. Wir

zeigen eine Bataillonskanzlei, eine Mannschaftskoje,

einen Gefechtsstand bei einer Truppenübung und eine

Einsatzzelle der Luftraumüberwachung.

Unser Thema ist die Salzburger Militärgeschichte. Wir

sammeln, präsentieren und dokumentieren alles, was damit

zu tun hat: Bücher, Bilder, Uniformen, alte und neue

Waffen, Landkarten, Munition, Vorschriften, Großgeräte

wie Panzer, Kanonen und Fahrzeuge, Medien, Ausrüstung,

Dokumente und vieles mehr, insgesamt mehr als 1 .000

Objekte. Vieles davon – Objekte von der Römerzeit bis

in die Gegenwart – zeigen wir in unseren Ausstellungsräumen

im Gebäude 21 der Schwarzenbergkaserne und

im Außengelände. Einen besonderen Schwerpunkt bildet

das Bundesheer der Zweiten Republik. Wir wollen einen

Beitrag dazu leisten, diesen Teil der Salzburger und der

österreichischen Geschichte in Erinnerung zu bewahren.

Wenn Sie uns besuchen wollen, melden Sie sich bitte

telefonisch unter 0043 664 7508 2717 oder 050201 80

40643 (nur mittwochs) an. Kommen Sie zum Haupttor der

Schwarzenbergkaserne, wir holen Sie dort ab. Mit dem

Auto nehmen Sie die Autobahnausfahrt „Flughafen“, oder

fahren Sie mit dem Obus Nr. 2 oder 10 bzw. Bus Nr.

bis

zur Haltestelle Schwarzenbergkaserne.

Öffnungszeiten :

Jeden Mittwoch von 10:00 bis 12:00 Uhr und

von 13:00 bis 15:00 Uhr, bzw. nach Vereinbarung.

Eintritt frei, freiwillige Spenden erbeten!

Salzburger Wehrgeschichtliches Museum

Schwarzenbergkaserne

Postfach 500, 5071 Wals-Siezenheim

www





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AKTUELL

BUNDESHEER INSIDE

Im Osten (nichts) Neues

BUNDESHEER

Die Kämpfe in der

Ukraine werden zu

großen Teilen auch mit

Kampfpanzern geführt.

Wir haben daher

Oberstleutnant Jörg

Loidolt, Kommandant

des Panzerbataillons 14,

um eine Ableitung der

dort sichtbaren Gefechtstechniken

und Taktiken

für die rot-weiß-roten

Panzerkräfte gebeten.

Der Text ist zuerst im Hessenspiegel

erschienen.

Die Kämpfe in der Ukraine zeigen

eines ganz klar: Der Kampfpanzer

ist trotz aller Unkenrufe

nicht obsolet, sondern im Gegenteil

weder im Angriff noch in

der Verteidigung am heutigen

Gefechtsfeld wegzudenken.

Natürlich machen Wirkmittel

wie Drohnen, Präzisionsmunition

und reichweitengesteigerte

Panzerabwehrlenkwaffen den

erfolgreichen Einsatz nicht

leichter. Allerdings gibt es keine

Maßnahme, die nicht durch

innovative Gegenmaßnahmen

abgeschwächt werden kann.

Was ebenfalls nicht neu ist, ist,

dass der Kampfpanzer nicht allein

Gefechte entscheidet oder

nur durch seine Präsenz Kriege

gewinnt. Der Kampfpanzer ist

und bleibt ein integraler Bestandteil

des Kampfes der verbundenen

Waffen und kann nur

gemeinsam mit anderen Waffengattungen

das taktische Ziel

erreichen. Fehlt er aber einer

Konfliktpartei, so ist diese erheblich

im Nachteil gegenüber

jener, die über das System

Kampfpanzer verfügt.

Die Wirkung des Kampfpanzers

zeigte sich 2014, als im ersten

russisch-ukrainischen Krieg die

russische Bataillonstaktische

Gruppe erstmals das Gefechtsfeld

betrat. Mit diesen relativ

kleinen gemischten mechanisierten

Verbänden, die über eigene

Steilfeuerelemente auch

mit Raketenartillerie verfügten,

gelang es den russischen Streitkräften,

große Erfolge zu erzielen

und die Ausgangslage für

den Krieg 2022 zu schaffen.

Nur nebenbei sei erwähnt, dass

eine solche Bataillonstaktische

Gruppe ohne Kampfpanzer

dabei nie eine Überlegung war.

Vielmehr geht es bei dieser taktischen

Formation darum, alle

Mittel, die sonst erst ab Ebene

großer Verband (Brigade) zur

Verfügung stehen und eine

operative Planung erfordern,

eben bereits auf der taktischen

Ebene zum Zusammenwirken

zu bringen. Weiters sollte die

Kommunikation durch kurze

Wege und verbesserter Technik

schneller werden. Die kurzen

PANZER HABEN ZUKUNFT Das Bundesheer betreibt mit dem Leopard 2 ein schweres Panzersystem, das in der öffentlichen Diskussion immer wieder als zu teuer und taktisch

sowie gefechtstechnisch veraltet kritisiert wird. Richtig eingesetzt können derartige Systeme aber auch auf modernen Gefechtsfeldern wichtige Rollen übernehmen.

Wege erhöhen darüber hinaus

die Resilienz gegen elektronische

Kampfführung und erleichtern

die Verschleierung und

Abschirmung eigener Informationsflüsse.

Dies ermöglicht der

Bataillonstaktischen Gruppe

schnelle und tiefe Vorstöße und

diese wurden 2014 auch sehr

erfolgreich geführt. Nach dem

Verlust des halben Donbass

und der Krim hat die Ukraine

diese Niederlage allerdings

sehr genau aufgearbeitet. Auch

hier war die Abschaffung der

Kampfpanzer keine Option.

Allerdings galt es, die Panzerabwehrfähigkeit

durch Eigenproduktionen

im Bereich der

Panzerabwehrlenkwaffen und

Präzisionsmunition für die Artillerie

sowie der Militarisierung

von Kleinst- und Kleindrohnen

zur Aufklärung und Bekämpfung

erheblich zu verbessern.

Die durchschlagenden Erfolge

ab Kriegsbeginn 2022 wurden

auch sehr geschickt mit einer

bemerkenswerten Informationsoperation

verbreitet und ausgenutzt.

Hier zeigte sich, dass

besonders handelsübliche oder

aus handelsüblichen Teilen gebaute

Drohnen sehr erfolgreich

sind. Eine Gruppe, die sich

Aerorozvidka nennt, hat seit

2014 ein erhebliches Knowhow

im Betrieb von Drohnen

aufgebaut. Durch die Modifizierung

veralteter Hohlladungshandgranaten

vom Typ RKG3

durch Finnen zur Stabilisierung

in der Abwurfphase wurden

die Drohnen zu fliegenden

und präzise wirkenden Panzerabwehrwaffen.

Aufseiten Russlands dürfte man

durch die Erfolge von 2014

eher weniger innovativ gewesen

sein, da die taktische und

operative Überlegenheit ja eindrucksvoll

unter Beweis gestellt

worden ist. Auch die Einführung

neuer Waffensysteme wie

die Armata-Fahrzeuge als T-14-

Kampfpanzer oder T-15-Schützenpanzer

wurden nicht mit

Nachdruck verfolgt. Der Armenien-Aserbaidschan-Konflikt

2020 wurde dann oft als Beginn

des Drohnenzeitalters in

der Kriegführung beschrieben

und brachte die türkische Bayraktar

TB2 ins Rampenlicht der

interessierten Öffentlichkeit.

Diesem System wurde die

Fähigkeit zugeschrieben, das

Zeitalter des Kampfpanzers

endgültig zu beenden. Die Anfangserfolge

der ukrainischen

TB2 konnten das Narrativ noch

verlängern, vor allem auch, weil

die russische Flugabwehr und

die elektronische Kampfführung

anfänglich schwere Verluste

erlitten. Inzwischen dürften die

Russen aber zumindest in diesem

Bereich erheblich besser

aufgestellt sein. Dadurch zeichnet

sich das Bild, dass Drohnen

gefährlich sind, aber bei Weitem

nicht das Ende des Kampfpanzers

bedeuten.

Zutreffend ist allerdings, dass

Drohnen am Gefechtsfeld allgegenwärtig

sind. Ein Negieren

dieser Tatsache ist entweder

realitätsfern oder unverantwortlich

oder im schlimmsten Fall

beides. „Drohnen sind immer

und überall“ ist als erste Lehre

auf der taktischen und gefechtstechnischen

Ebene unbedingt

festzuhalten. Neben dieser Erweiterung

zeigt sich aber auch,

dass alte militärische Grundsätze

durch das Drohnenzeital-

ter nicht aufgehoben wurden.

Hier sei als Erstes die Logistik

angesprochen. Der Versuch,

Kiew einzunehmen, scheiterte

nicht nur an der überheblich

geplanten Luftlandung in Hostomel,

sondern noch viel mehr

an der fehlenden Treibstoffversorgung

und dem Abschub von

Schadgerät, sodass die Ukraine

in der Lage war, seine Panzerbestände

durch Beutefahrzeuge

erheblich zu erhöhen. Manche

Quellen gehen davon aus, dass

die Ukraine trotz nicht unerheblicher

Verluste heute über mehr

Panzer verfügt als vor dem

Krieg. Dies ist aber natürlich

auch den Waffenlieferungen

aus dem Westen zu verdanken.

Weiters ist zu beobachten, dass

Instandsetzungseinrichtungen

200 bis 300 Kilometer hinter

der Front arbeiten. Der Grund

dafür ist der Schutz des hoch

qualifizierten Instandsetzungspersonals,

das auf beiden Seiten

rar ist. Ohne eine operative,

gut geplante und durchgeführte

Logistik sind taktische

Ziele nicht zu erreichen oder

gewonnenes Gelände nicht zu

halten. Daher hat der alte

Grundsatz „Versorgung ist nicht

alles, aber alles ist nichts ohne

Versorgung“ weiter ungebrochen

Gültigkeit. Nicht umsonst

ist dies auch der Wahlspruch

der Stabskompanie des Panzerbataillons

14 und ziert den Kompaniewimpel.

Augenscheinlich beim Angriff

auf Kiew war auch das völlige

Fehlen der Tarnung auf Kampfpanzern

und anderen Gefechtsfahrzeugen

sowie die extensive

Nutzung von befestigten Straßen.

Dies ist aber der falsche

Schluss aus der Lehre „Drohnen

sind immer und überall“. Jede

Möglichkeit, sich feindlicher Beobachtung

zu entziehen, ist zu

nutzen. Auflockerung, Tarnung

und Täuschung müssen geübt

und Tarnmaßnahmen mit eigenen

Drohnen überprüft werden,

um Ableitungen für zukünftige

Tarnsysteme treffen zu können.

Damit ist neben der Gültigkeit

über die Bedeutung der Versorgung

ein zweiter alter Grundsatz

weiter gültig: „Schweiß

spart Blut“. Gerade die Erfahrungen

der westlichen Armeen

in friedenserhaltenden und

stabilisierenden Einsätzen sind

hier oft das erste Hindernis,

das es zu überwinden gilt. Die

Stellungswahl, das Tarnen und

das Schanzen müssen wieder

selbstverständlich sein, um

den Drohnen die Aufklärung

und Wirkung zu erschweren,

sozu sagen als passive Drohnenabwehr.

Durch den „Drohnenhype“ ist

eine schon lange reale Bedrohung

medial in den Hintergrund

getreten: Die PAL

(Panzerabwehrlenkwaffe) oder

ATGM (Anti-Tank Guided Missile).

Die rohrverschießbaren Varianten

der Russen haben eine

Reichweite von 4 bis 4,5 Kilometern

und die ukrainische

STUGNA erzielt sogar Treffer bis

zu 5,5 Kilometer. Die STUGNA

kann abgesetzt eingesetzt werden.

Oft verfügen PAL-Truppen

und -Gruppen auch über eigene

Kleinstdrohnen zur Aufklärung.

Dies macht sie noch

gefährlicher. Eine Ebene darüber

ist die Artillerie, die durch

Präzisionsmunition einzelne

Fahrzeuge effektiv bekämpfen

kann. Die Ukraine ist hier sehr

Foto: Panzerbataillon 14

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BUNDESHEER INSIDE

AKTUELL

Fotos: Panzerbataillon 14

innovativ im Aufklärungswirkungsverbund

tätig.

Abgestützt auf Satelliten-Internet

wurde eine App namens

GIS-ARTA entwickelt. Hierbei

werden Ziel- und Aufklärungsdaten

durch Sensoren bereitgestellt.

Diese werden dann von

Wirksystemen in Reichweite des

Zieles angenommen und der

Feuerauftrag ausgeführt. Dieser

Verbund unterläuft den Zeitbedarf

des NATO-Targeting-Cycle

bei Weitem. Für beide Bedrohungen,

PAL und Artillerie, gilt

Gleiches wie für die Drohnen.

Passive Abwehrmaßnahmen

müssen beherrscht, geübt und

verbessert werden. Aktive Abwehrsysteme

müssen laufend

beobachtet und eine Nachrüstung

der Kampfpanzer eingeleitet

werden, um die Überlebenswahrscheinlichkeit

zu erhöhen.

Auch ein weiterer Stehsatz, der

Generationen von Panzersoldaten

bekannt ist, hat seine Gültigkeit

bewiesen: „Erfahrung

kommt von Fahren“. Damit ist

die ständige Ausbildung, das

Trainieren an den Simulatoren,

das Scharfschießen mit allen

Bordwaffen und das Üben im

Brigadeverbund gemeint.

Auch hier gibt es Anzeichen,

dass beide Seiten im Konflikt

Schwierigkeiten haben, über

ausreichend ausgebildete Panzerbesatzungen

zu verfügen.

Natürlich ist die Aufzählung

über Lehren aus diesem Krieg

nicht vollzählig. Doch wie gut

sind diese wichtigen Grundsätze:

„Drohnen sind immer

und überall“; „Schweiß spart

Blut“; „Erfahrung kommt von

Fahren“ und „Versorgung ist

nicht alles, aber alles ist nichts

ohne Versorgung“ im Bundesheer

verankert? Die Bedeutung

von Drohnen wird gerade erkannt,

die Verankerung im Bewusstsein

von Soldaten aller

Ränge inklusive möglicher

Gegenmaßnahmen ist aber

noch fern.

Die anderen drei Lehren, die

nichts Neues darstellen, sind

noch in Teilen des Kaders vorhanden.

Allerdings drohen sie

archiviertes Wissen zu werden,

da sie nicht im ausreichenden

Maße geübt werden. Dies liegt

auch darin begründet, dass in

den Waffengattungen nicht

mehr in dem Ausmaß ausgebildet

wird, wie es noch vor zehn,

20 oder gar 30 Jahren üblich

war. Ohne diese Ausbildung

können Erkenntnisse, egal ob

bewährt oder neu, aber nicht in

Fleisch und Blut übergehen.

Ohne vollständige Waffengattungsausbildung

mit den Abschnitten

Basisausbildung (BA)

2 und 3 sinkt zudem unweigerlich

der Pool an beorderbaren

Milizsoldaten. Dies hat wiederum

äußerst negative Folgen

für die Mobilmachung und die

Durchhaltefähigkeit der Streitkräfte

und des Bundesheeres.

Hauptgrund dafür sind die sinkenden

Rekrutenzahlen durch

die geburtenschwachen Jahrgänge

in Verbindung mit einer

steigenden Zahl an untauglichen

Jungmännern. Von den

wenigen Grundwehrdienern

pro Einrückungstermin wird

eine große Anzahl für territoriale

Aufgaben eingesetzt und

steht so nicht mehr für die

Waffengattungsausbildung

zur Verfügung. Die Reduktion

des Wehrdienstes von acht

auf sechs Monate hat dieses

Problem nur verschärft, da bei

weniger verfügbaren Grundwehrdienern

pro Jahr aufgrund

der kürzeren Dienstzeit mehr

Grundwehrdiener als früher für

diese Aufgaben benötigt würden.

Die extreme Belastung

durch die Assistenzeinsätze an

der Grenze tragen das Ihre bei,

dass die militärische Landesverteidigung

weiter ins Hintertreffen

gerät. Hier muss rasch eine

gesamtstaatliche Lösung gefunden

und Aufgaben wieder an

die assistenzanfordernden Stel-

len zurückgegeben werden.

Dann haben die Streitkräfte wieder

die Zeit und das verfügbare

Personal, um das Gefecht der

verbundenen Waffen zu üben

und zu festigen.

Natürlich ist der Prozess des

Beobachtens, Bewertens und

Ableitens nicht abgeschlossen.

Neben den beschriebenen

Erkenntnissen gilt es, die Flut an

Informationen weiter zu sichten

und nach konkret verwertbaren

Gefechtstechniken zu durchsuchen.

So haben die Ukrainer

neben der schlauen Anwendung

neuer Techniken auch mit

ganz einfachen Mitteln Erfolg.

Beispielsweise werden die Optiken

und Sensoren von Panzern

auch mit Handfeuerwaffen gezielt

bekämpft. High-Explosive-

Geschosse werden ebenfalls

sehr erfolgreich eingesetzt.

Nach zwei bis drei Treffern verlassen

russische Panzerbesat-

NEUE GEFAHREN FÜR RUSSISCHE

KAMPFPANZER Die ukrainische

Armee bringt im Kampf gegen russische

Kräfte mit Drohnen auch modifizierte

Hohlladungsdrohnen vom Typ

RKG3 (siehe Bild links) zum Einsatz. Als

besonders effektiv erweist sich bislang

auch das auf das Satelliten-Internet

abgestützte Feuerleitsystem GIS-ARTA

und der Einsatz der Boden-Boden-

Panzerabwehrlenkwaffe STUGNA

(Bild ganz oben).

zungen, sofern sie dazu noch

fähig sind, ihr Fahrzeug und

suchen das Weite. All dies

zeigt, was wir schon immer

gewusst haben: Panzer sind

verwundbar. Erst die gut geschulte

Besatzung innerhalb

der zusammengeschweißten

Kampfgemeinschaft Zug und

Kompanie, die ihren Panzer

bei Tag und Nacht richtig zum

Einsatz bringt, machen ihn zu

einer entscheidenden Waffe

auf dem Gefechtsfeld.

Was aber tut nun das Panzerbataillon

14, um diese Lehren so

gut wie möglich umzusetzen?

Derzeit finden laufend Kaderfortbildungen

zu diesen Themen

statt, interessante Artikel

und Analysen werden geteilt

und weiter besprochen. Auch

im Zuge der Brigadeübung

„Handwerk 22“ stand das

kleine Einmaleins für Panzerbesatzungen

wieder im Fokus.

Die Schießausbildung im Zugsund

Kompanierahmen wird

vorangetrieben, um mit zwei

Panzerkompanien, die jeweils

dem Panzergrenadierbataillon

13 und 35 unterstellt sind, an

einem Brigadeschießen teilzunehmen.

Die Vorbereitungen

zu diesem Schießen werden

in Verfügungsräumen durchgeführt,

um dort die so wichtigen

Tarn- und Täuschmaßnahmen

zu üben und zu verbessern.

Dazu wird das Panzerbataillon

14 von seinem künftigen

Partner, der Firma Dronetech,

unterstützt, um eigene Aufklärungsbilder

bei Tag und Nacht

zu erhalten. Der Plan sieht vor,

diese Informationen nicht

später als am Mittag des

Folgetages den Kompanien

zur Verfügung zu stellen, um

in der folgenden Nachtphase

bereits Verbesserung zu versuchen

und damit den Lernerfolg

zu erhöhen. Nach dieser

Übung mit Milizpersonal

werden die Lehren der Übung

mit dem Kaderpersonal am

Panzer in Allentsteig erneut

überprüft.

Den Abschluss dieser Übungsserie

bildet dann eine Simulationsübung

am Combined Arms

Tactical Trainer (CATT)1 an der

Heerestruppenschule (HTS) Institut

Panzer & Panzergrenadier

in Zwölfaxing, bei der die

Kompaniekommandanten die

Hauptbeübten sein werden.

Natürlich wird das Panzerbataillon

14 weiter den Bedarf für den

Verband nach oben und außen

vertreten. Neben der bereits

eingeleiteten Nutzungsverlängerung

gilt es auch, Infrastruktur

und Organisationsplan

endlich ins 21. Jahrhundert

zu bringen. Der erbärmliche

Zustand der Hallen soll hier keinen

Platz finden, ist aber allen

Freunden des „Panzerhorts“

bestens bekannt. Es gilt

Konzepte für die gehärtete

Führungs- und Sanitätsbeweglichkeit

umzusetzen, die Beschaffung

der Munitionsart

MZ zu fordern und mit den

Pionierbataillonen gemeinsam

weiter moderne Berge- und

Pionierpanzer auf den Weg

zu bringen.

Auch die Fähigkeit zur eigenen

Drohnenaufklärung ist schnellstmöglich

umzusetzen. Wie Sie

sehen, geschätzte Leserschaft,

es ist nicht langweilig im „Panzerhort“.

Aber seien Sie versichert,

die „Welser Hessen“

setzen alles daran, das Panzerbataillon

14 schlagkräftiger zu

machen und fähig zu sein,

Kampfpanzer weiterhin im Bundesheer

verfügbar zu halten.

TEXT VON

OBERSTLEUTNANT

JÖRG LOIDOLT,

KOMMANDANT

PANZERBATAILLON

14

M I L I T Ä R A K T U E L L I N S I D E

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AUS DEN VERBÄNDEN

BUNDESHEER INSIDE

BHAK FÜR FÜHRUNG

& SICHERHEIT

Camp Green 2022

Trotz Sommerferien versammelten

sich Ende August

rund 50 Schülerinnen

und Schüler der BHAK für

Führung und Sicherheit –

die Masse aus den künftigen

2. Klassen, aber auch

einige Schüler aus den

künftigen 3. und 4. Klassen

– am Maria- Theresien-Platz.

Anschließend ging es für

sie für einige abenteuerliche

Tage zum „Camp

Green 2022“ auf den Truppenübungsplatz

Seetaler

Alpe.

Dort mussten die Schülerinnen

und Schüler mehrere

Tage „im Felde leben“, unter

anderem einen Klettersteig

bewältigen und den 2.393

Meter hohen Zirbitzkogel

besteigen. Bei einem sportlichen

Wettkampf waren körperliche

Leistungsfähigkeit,

aber auch Koordination und

Beweglichkeit gefragt. Weiters

wurden Behelfsunterkünfte

gebaut, im Wald nach

Nahrung gesucht, Fische

gefangen und diese verkocht,

gemeinsam Brot

gebacken und vieles mehr.

Von Militärdekan Stefan

Gugerel wurde im schönen

Ambiente vor der Soldatenkirche

des Truppenübungsplatzes

außerdem

eine Feldmesse für die

Schülerinnen und Schüler

abgehalten. Am Weg zurück

nach Wiener Neustadt

legte die Gruppe schließlich

noch einen Stopp bei

der Airpower am Fliegerhorst

Hinterstoisser in Zeltweg

ein. (MilAk)

THERESIANISCHE MILITÄRAKADEMIE

Dänische Festspiele in Wr. Neustadt

Ende August kamen insgesamt 75

Sportler und Betreuer aus zehn Nationen

zu einem Internationalen Turnier (CISM) im

Militärischen Fünfkampf nach Wiener Neustadt.

Dabei wurden die fünf Disziplinen

(Schießen, Hindernislauf, Hindernisschwimmen,

Werfen und Geländelauf) an

insgesamt drei Wettkampftagen auf den

Sportstätten der Theresianischen Militärakademie

ausgetragen. Das österreichische

Team bestand aus den Veteranen

Zugsführer Mario Seyser und den

Korporalen Markus Pernjak und Dominik

Poberschnigg sowie den Newcomern

Korporal Veit Baumgartner, Wachtmeister

Stefan Dörflinger und Wachtmeister Maximilian

Rummler.

Die Militärakademie beim

Forum Alpbach Von 21. bis

26. August fand im Rahmen des

Europäischen Forum Alpbach

die Seminarwoche für Studierende

statt. Gleichzeitig mit der sich

in dem Tiroler Bergdorf einfindenden

Prominenz aus Politik

und Wirtschaft kamen auch Studierende

aus unterschiedlichen

Ländern zusammen, um in der

Seminarwoche unter dem Generalthema

„New Europe“ Seminare

zu den großen Themen unserer

Zeit zu besuchen.

Auch dieses Jahr wieder hatte

die Militärakademie die Ehre,

eines der Seminare durchzuführen.

Sechs Fähnriche des Jahrgangs

„General Körner“, angeleitet

durch Major Alexander

Gstrein aus dem Institut für Offiziersweiterbildung,

leiteten das

diesjährige Seminar mit dem Titel

„4C4U – Four Cs for you!“.

Dabei stand jedes „C“ für eine

andere Art von Leadership:

Common Leadership, Collective

Leadership, Connected Leadership

und Comprehensive Lea -

dership.

Während der erste Tag des Outdoor-

basierten Seminars dem

„Get- Together“ gewidmet war,

waren an den folgenden drei Tagen

von den Teilnehmern jeweils

Gruppenaufgabenstellungen zu

In der Endwertung musste sich das nach

den ersten beiden Tagen führende österreichische

Herrenteam mit 15.603,3 Punkten

schließlich knapp den laufstarken Deutschen

(15.619,9) geschlagen geben.

Dritter im Herren-Teambewerb wurde

Dänemark (15.508,3). Bei den Damen

reüssierte das dänische Team (10.143,7)

vor den Schwedinnen (10.132,0) und dem

deutschen Team (9.832,5).

Im Herren-Einzel ging der Sieg mit Nadmin

Yehia (5.316,7) ebenso an Dänemark wie

im Damen-Einzel (Juliane Hvid, 5.253,3).

Den dänischen Erfolg komplett machte

Nickolay Norrelykke (5.289,2) mit dem

zweiten Platz im Herren-Einzel, über den

dritten Platz durfte sich Korporal Dominik

Poberschnigg (5.252,7) freuen. Bei den

Newcomern musste sich Wachtmeister

Maximilian Rummler (4.923,6) nur dem

Deutschen Nils Kirchhöfer (5.226,3)

geschlagen geben. (MilAk)

lösen. Dabei stellten sich insgesamt

20 Studentinnen und

Studenten aus 15 Ländern der

Herausforderung. Durch die

Erarbeitung der Inhalte im Peerto-Peer-Verfahren

– sprich die

Fähnriche haben die internationalen

Studierenden ausgebildet

– hatte die Veranstaltung nicht

nur einen großen Wert für die

Teilnehmer, sondern auch für die

Fähnriche in ihrer Rolle als Aus -

bilder. (MilAk)

IMPRESSUM

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www.militaeraktuell.at

Angelobung Ein doppelter

Festakt erwartete die Grundwehrdiener

der Militärkademie am 26.

August. Während jene des Einrückungstermins

März 2022 am

Ende ihres Grundwehrdienstes

standen und offiziell verabschiedet

wurden, legten ihre Kameraden

des Einrückungstermins August

2022 ihr Treuegelöbnis ab.

Generalmajor Karl Pronhagl, der

Kommandant der Militärakademie,

dankte in seiner Ansprache

den Grundwehrdienern und betonte

die Wichtigkeit ihrer Dienstleistung

für die Sicherstellung des

Ausbildungsbetriebes an der Militärakademie.

Als sichtbares Zeichen

der Anerkennung verlieh er

den Soldaten, die am Ende ihres

Grundwehrdiensts standen, die

Wehrdienstmedaille in Bronze

und den Kraftfahrern, die unfallfrei

ein Heereskraftfahrzeug gelenkt

und gewartet haben, das Kraftfahrbewährungsabzeichen

in

Bronze. (MilAk)

Fotos: Christopher Weilguni, Gerhard Seeger, Daphne Himmel, Sandra Partl, Gabriele Kochmann

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0 0 7


AUS DEN VERBÄNDEN

BUNDESHEER INSIDE

FALLSCHIRM-ZIELSPRINGEN

Erfolg beim Heimweltcup Von 26.

bis 28. August gastierte der Weltcup im

Fallschirm-Zielspringen zum 12. Mal mit

seinem einzigen Österreich-Stopp in

Thalgau. Vor unzähligen begeisterten

Zusehern zeigten 195 Athleten aus der

ganzen Welt, was es heißt, aus rund tausend

Metern Höhe zentimetergenau auf

einem Ziel zu landen, welches gerade

einmal so groß wie eine Zehn-Cent-

Münze ist. Für das Gastgeberteam, den

Heeressportverein Red Bull Salzburg,

verlief der Heimweltcup erfolgreich, die

Salzburger konnten vor heimischem Publikum

eine Bronzemedaille verbuchen.

Nach den erfolgreichen Weltmeisterschaften

vor einigen Wochen konnte

Sophie Grill auch zu Hause auftrumpfen.

Nach spannenden sechs Runden

holte die Puchner Heeressportlerin mit

einer Gesamtabweichung von nur 16

Zentimetern schlussendlich die Bronzemedaille

bei den Junioren hinter zwei

deutschen Burschen und den hervorragenden

vierten Platz in der Gesamtwertung

der Damen. „Ich bin super zufrieden

mit dem Bewerb und freue mich,

dass es in Thalgau wieder so gut funktioniert

hat. Vor der Familie und Freunden

zu springen und dann auch zu gewinnen,

ist natürlich immer etwas Besonderes“,

zeigt sich die 23-jährige begeistert,

auch zu Hause auf dem Treppchen zu

stehen.

Ihr „Rookie“-Kollege Michael Urban belegte

den hervorragenden vierten Platz

in der Juniorenwertung und verpasste

damit nur knapp das Stockerl. (ÖBH)

LUFTSTREITKRÄFTE

Neue alte Kooperation Im Jahre 2005 wurde die Gesellschaft

zur Förderung der Luftstreitkräfte gegründet. Dieser wehrpolitische

Verein mit seinen mehr als 400 Mitgliedern war zur damaligen Zeit

eng mit dem Kommando Luftstreitkräfte verbunden. Dieser Bund

wurde nun unmittelbar vor der Airpower im Rahmen eines kleinen

Festaktes im Luftfahrtmuseum vom Airchief Brigadier Gerfried Promberger

und dem ehemaligen Drakenpiloten Oberst i. R. Doro

Kowatsch wieder aktiviert. (ÖBH)

HEERESMEISTERSCHAFTEN

Militärischer Fünfkampf Vor wenigen Wochen wurde die Heeresmeisterschaft im Militärischen

Fünfkampf ausgetragen. Heeresmeister 2022 in der Königsdisziplin des Militärsports in

der Allgemeinen Klasse wurde Oberstabswachtmeister Lucas Bodisch vom Jägerbataillon 33, in

der Seniorenklasse gewann Offiziersstellvertreter Michael Praschinger von der Heereslogistikschule.

(ÖBH)

Fotos: Bundesheer/Riedlsperger, HSV Red Bull Salzburg/Manfred Laux, Bundesheer/Gottlieber, Bundesheer/Himmel, Bundesheer/Partl, Bundesheer/Seeger

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BUNDESHEER INSIDE

AUS DEN VERBÄNDEN

MILITÄRKOMMANDO

TIROL

Traditionstag Mitte August

erinnerte das Millitärkommando

Tirol, als Traditionsträger

des Tiroler Landsturmes

und der Tiroler

Standschützen, vor dem

Urichhaus am Bergisel an

die dritte Bergisel-Schlacht

am 13. August 1809 unter

Andreas Hofer. Mit dabei

waren Fahnenabordnungen

der öffentlichen Organisationen

und Traditionsverbände

sowie Vertreter des

öffentlichen Lebens.

Nach der Meldung an den

Tiroler Militärkommandanten

Brigadier Ingo Gstrein

durch den Kommandanten

der ausgerückten Truppe,

erfolgte das Abschreiten

der Front durch den Militärkommandanten

und der

Abgeordneten zum Nationalrat,

Alexandra Tanda. Im

Anschluss daran folgten die

große Flaggenparade und

die Grußworte der Geistlichkeit.

Militärkommandant

Gstrein in seiner Ansprache:

„Die Flamme, die wir dadurch

weitergeben wollen,

sind wichtige Wertvorstellungen

wie Zusammenhalt,

gemeinsame Stärke und

Wehrwille. Gerade die aktuelle

kriegerische Auseinandersetzung

in der Ukraine

zeigt uns tagtäglich, dass

diese Werte nichts an ihrer

Wichtigkeit eingebüßt

haben.”

PANZERGRENADIERBATAILLON 35

Scharfschießen im alpinen

Gelände Kürzlich übte

erstmals eine gesamte Panzergrenadierkompanie

den scharfen

Schuss am Truppenübungsplatz

Hochfilzen. Mehr als 80

Soldatinnen und Soldaten der

3. Panzergrenadierkompanie

des Panzergrenadierbataillons

35 aus Großmittel trainierten

dabei mit zwölf Schützenpanzern

Ulan den militärischen Einsatz

und das Scharfschießen

mit den gepanzerten Gefechtsfahrzeugen

im alpinen Raum.

Ziel und Zweck dieser Ausbildung

war es, das Zusammenwirken

der Kampffahrzeuge mit

den abgesessenen Panzergrenadieren

im scharfen Schuss

und speziell den Einsatz im

alpinen Gelände zu festigen.

Die Übung diente außerdem

der Vorbereitung auf internationale

Einsätze in alpinen Einsatzräumen

wie beispielsweise

im Kosovo oder in Bosnien,

aber auch für Schutz- und

Sicherungsoperationen im

Inland.

Der Truppenübungsplatz in

Hochfilzen ist mit 1.400 Hektar

Fläche einer der fünf großen

Übungsplätze des Bundesheeres.

Er liegt zwar auf Tiroler

Boden, wird aber durch das

Militärkommando Salzburg geführt.

Die hauptsächliche Nutzung

des Truppenübungsplatzes

erfolgt für die Schieß- und

Einsatzausbildung sowie auch

speziell für die Alpinausbildung

der Soldaten des Bundesheeres.

Das Gebiet wird

darüber hinaus auch gerne

durch ausländische Streitkräfte

im Rahmen der Partnerschaft

für den Frieden (PfP) für die

Ausbildung ihrer Soldaten

genutzt. Diese erfolgt in internationaler

Kooperation, im

Rahmen der Gemeinsamen

Außen- und Sicherheitspolitik

der EU. (MilKdo Sbg)

Fotos: Bundesheer/Riedlsperger, Bundesheer/Schaechl, Bundesheer/Korner, Bundesheer/Hoerl, Bundesheer

Feierlich umrahmt wurde

die Veranstaltung durch

einen Ehrenzug der Stabskompanie

des Militärkommandos

Tirol und der Schützenkompanie

Wilten. Für

die musikalische Gestaltung

des Traditionstages sorgte

die Militärmusik Tirol unter

der Leitung von Kapellmeister

Oberst Professor Hannes

Apfolterer. (MilKdo Tir)

JÄGERBATAILLON 33

Familientag Beim Jägerbataillon

33 in Zwölfaxing

fand Mitte August ein Familientag

für Eltern, Freunde,

Verwandte und Angehörige

statt. Dabei präsentierten

die Soldaten den Gästen

auch ihre Ausrüstung. Highlight:

Die Möglichkeit, mit

einem Radpanzer Pandur

oder einem Lkw Unimog

4000 mitzufahren. (ÖBH)

ENTMINUNGSDIENST

Starke Halbjahres-Bilanz

In den ersten sechs Monaten

des Jahres untersuchten die Experten

des Entminungsdienstes

über 515 Fund- und Wahrnehmungsmeldungen

und bargen

mehr als 13,5 Tonnen Kriegsmaterial.

Seit 2013 waren es

damitrund 300 Tonnen in über

10.000 Einsätzen, die untersucht,

geborgen, abtransportiert

und vernichtet wurden.

Jeden Tag sind die Mitarbeiter

des Entminungsdienstes durchschnittlich

zwei bis drei Mal in

ganz Österreich im Einsatz.

„Die Experten des Entminungsdienstes

leisten täglich einen

wichtigen Beitrag, indem sie

die Sicherheit der österreichischen

Bevölkerung gewährleisten.

Die Spezialisten stehen

rund um die Uhr im Einsatz, um

Gefahren zu beseitigen, bevor

Menschen zu Schaden kommen“,

so Verteidigungsministerin

Klaudia Tanner.

Einsätze des Entminungsdienstes

gibt es nicht nur in Städten,

sondern auch im alpinen Gelände

und in Gewässern. Die

meisten Bergungen im ersten

Halbjahr gab es in Niederösterreich.

Dort rückte der Entminungsdienst

253 Mal aus. In

der Steiermark waren es 62

und in Salzburg 58 Einsätze.

Burgenland und Wien folgen

mit 42 und 39 Funden. In Kärnten

waren es 32 Einsätze. Die

wenigsten Einsätze gab es in Tirol

mit 14, Salzburg mit elf und

Vorarlberg mit vier Entschärfungen.

(ÖBH, red)

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AUS DEN VERBÄNDEN

BUNDESHEER INSIDE

MILITÄRKOMMANDO

NIEDERÖSTERREICH

JÄGERBATAILLON WIEN 1

Pilgerreise Vom 4. bis 8. September fand eine Pilgerreise von

Angehörigen des Jägerbataillons Wien 1 „Hoch- und Deutschmeister“

unter der Führung des Bataillonskommandanten

Oberst Stefan Koroknai, Mitgliedern des Unterstützungsvereins

„Hoch- und Deutschmeister“, dem 66. Hochmeister des Deutschen

Ordens, S. E. Frank Bayard, sowie Militärvikar Alexander

Wessely statt. Den Höhepunkt der Pilgerreise stellte die Teilnahme

an einer Generalaudienz bei Papst Franziskus dar, bei der

auch eine Geschenküberreichung an den Papst durch Oberst

Stefan Koroknai und Hochmeister Frank Bayard stattfand. Zudem

wurde die Delegation auch persönlich durch den Kommandanten

der Schweizergarde, Oberst Christoph Graf, in der Kaserne

der Schweizergarde im Vatikan empfangen. Eine sehr seltene

und ehrenvolle Einladung für die Soldaten des Jägerbataillons

Wien 1, die auch mit einem Austausch von Geschenken einen

würdigen Abschluss fand. (ÖBH)

Pilgerreise Im September

fand zum vierten Mal die von

AKS-Präsident Brigadier Martin

Jawurek, Militärkommandant

von Niederösterreich,

initiierte „Blaulichtwallfahrt“

statt. Die Wallfahrtsstrecke

vom Hafnerberg über Kleinmariazell

nach St. Corona am

Schöpfl umfasste knapp 13

Kilometer. Organisatorische

Unterstützung erhielt die

Wallfahrt von Stabskompanie

und Dienstbetrieb des Militärkommandos

Niederösterreich.

Für die liturgisch-spirituellen

Teile zeichnete Militäroberkurat

Dechant Oliver

Hartl verantwortlich. Unter

den knapp 200 Pilgerinnen

und Pilgern waren neben

Militärmusikern und Rekruten

der Einrückungstermine August

und September 2022

auch Soldaten aller Dienstgrade

und Dienststellen,

Zivilbedienstete sowie Vertreter

der zivilen Einsatzorganisationen.

(MilKdo NÖ)

JÄGERBATAILLON 12

MILITÄRKOMMANDO SALZBURG

Salzburg & Oberösterreich: Freiwillige zur Mitarbeit

als Amateurfunker gesucht Die Notfunkstelle des Militärkommandos

Salzburg (Bild links) ist ein Teil der österreichweiten

Nachrichten- und Informationsverbindungen, wenn herkömmliche

Kommunikationsmittel wie Internet, Telefon und Mobiltelefon im

Krisen- und Katastrophenfall nicht mehr funktionieren. Diese Notverbindung

steht bei einem Ausfall der herkömmlichen Verbindungsnetze

wie bei einem großflächigen Blackout-Szenario für die

Einsatzorganisationen zur Verfügung, da die Notfunkstelle in diesem

Fall mit Generatoren betrieben werden kann.

Auszeichnung für das

Jägerbataillon 12 Im

Rahmen der Siegerehrung

der Heeresmeisterschaften

im Berglauf Anfang

September wurde das

Jägerbataillon 12, ein Verband

der (leichten) 7. Jägerbrigade,

von Generalleutnant

Erich Csitkovits

als bester Truppenkörper

2021 ausgezeichnet. Stellvertretend

für seine Sportler

nahm Bataillonskommandant

Oberstleutnant

Bernhard Mascherbauer

den Siegerpokal entgegen.

Für den zweitbesten

Truppenkörper, eine

sportliche Kombination

aus dem Kommando der

7. Jägerbrigade und dem

Stabsbataillon 7, durfte

Oberstleutnant Klaus

Wrumnig vom Stabsbataillon

7 die Auszeichnung in

Empfang nehmen. (ÖBH)

Die Operatoren auf der Funkstation (Bild unten) sind Soldaten und

Zivilbedienstete des Bundesheeres oder Personen des Ruhestandes.

Voraussetzung ist die positiv abgelegte Amateurfunkprüfung

und ein zugewiesenes Rufzeichen. Derzeit stellen zehn ausgebildete

Fernmelde-Spezialisten in der Schwarzenberg-Kaserne den

24-Stunden-Betrieb bei einem möglichen Einsatzfall sicher. Die

Bediensteten des Bundesheeres, welche den Betrieb der Notfunkstelle

sicherstellen, sind Mitglieder der „Austrian Military Radio

Society“ (AMRS). Sie informieren über das Amateurfunkwesen im

Bundesheer und bieten die Aus- und Weiterbildung der Mitglieder

in technischer, rechtlicher und betrieblicher Sicht.

Wenn sich Soldatinnen und Soldaten (sowohl aktiv, Miliz oder

auch bereits im Ruhestand) oder Zivilbedienstete des Bundesheeres

aus Salzburg oder Oberösterreich für den Amateurfunk und

speziell für die Mitarbeit beim Betrieb der Notfunkstelle des Militärkommandos

Salzburg interessieren, können sich diese bei der

Abteilung Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation des Militärkommandos

Salzburg melden. (MilKdo Sbg)

Fotos: Bundesheer, Bundesheer/Harant

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BUNDESHEER INSIDE

PERSONALNEWS

BUNDESHEER

Neuer Generalstabschef

Nach Gesprächen mit allen

Bewerbern entschied sich

Verteidigungsministerin

Klaudia Tanner Mitte August

für Generalmajor Rudolf

Striedinger als neuen

Generalstabschef des Bundesheeres.

Die unabhängige

Bewertungskomimission hatte

zuvor sieben Kandidaten als

im „höchsten Ausmaß geeignet“

eingestuft, drei als im

„hohen Ausmaß geeignet“

und einen Kandidaten als „in

geringerem Ausmaß“ geeignet.

„Generalmajor Rudolf Striedinger

ist einer meiner besten

Offiziere, das habe ich auch in

seiner Arbeit als Stabschef erleben

dürfen und das hat mir

auch die Bewertung der unabhängigen

Kommission bestätigt.

Er hat militärisches und

strategisches Know-how, er

war außerdem in der Vergangenheit

als Kommandant des

Militärkommandos Niederösterreich

tätig und übt aktuell

die Funktion des stellvertretenden

Generalstabschefs

hervorragend aus. Ich bin mir

sicher, dass meine Wahl auf

den Richtigen gefallen ist. Es

geht bei dieser herausfordernden

Position um Kompetenz,

militärisches Know-how, Verantwortung

sowie um das

richtige Gespür für unser

Bundesheer, für unsere Soldatinnen

und Soldaten und für

alle, die im Bundesheer tätig

sind. Und Generalmajor Striedinger

bringt all diese Eigenschaften

mit“, begründete

Tanner ihre Entscheidung.

Generalmajor Rudolf Striedinger

bedankte sich in einer ersten

Reaktion bei Verteidigungsministerin

Tanner für

das entgegengebrachte Vertrauen.

„Gemeinsam mit der

Bundesministerin und dem

Generalstab werde ich alle

Anstrengungen unternehmen,

das Bundesheer in eine neue

und starke Zukunft zu führen

und damit, und vor dem Hintergrund

der sicherheitspolitischen

Krise in Europa, den

Fokus wieder auf die Stärkung

der militärischen Landesverteidigung

legen.“ (ÖBH)

WEITERE NEWS

Fotos: BKA/Tatic, Bundesheer/Koppitz, Bundesheer/Riedlsperger, Garde/Ristanovic

Die Garde steht unter neuem

Kommando: Oberst des

Generalstabsdienstes

Markus Reisner (1) wurde

mit 1. September im Rahmen

seiner Truppenverwendung

als Generalstabsoffizier

für ein Jahr mit der Führung

beauftragt. Major Martin

Netzer übernahm Mitte

September im Rahmen eines

Festaktes in der Walgau-Kaserne

das Kommando des

Miliz-Jägerbataillons Vorarlberg

von Oberst Ralf Bail,

der das Bataillon seit 2014

geführt hatte (2). Und

Oberst Markus Bender

wurde als Nachfolger von

Oberstleutnant Roland

Bock zum neuen Kommandanten

des Referats Dienstbetrieb

vom Militärkommando

Salzburg bestellt (3).

Toller Erfolg für Oberstabswachtmeister

Gerhard Hubmann (4):

Der Sanitätsunteroffizier der

Stabskompanie des Jägerbataillons

18 gewann kürzlich

im „3D Archery“-Bewerb der

Crossbow-Armbrustschützen

den WM-Titel. (ÖBH)

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2

3

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INTERNATIONAL

BUNDESHEER INSIDE

ECMAN

KFOR

Multinationale Übung Die Sicherstellung der uneingeschränkten

Bewegungsfreiheit der eigenen Truppen sowie der

gesamten Bevölkerung des Kosovo ist eine der essenziellen Aufgaben

von KFOR. Unter diesem Aspekt fand im Camp Novo

Selo kürzlich eine groß angelegte multinationale Übung mit den

Schwerpunkten Crowd and Riot Control (CRC) sowie dem Entfernen

von Straßensperren statt. Zum Einsatz kamen unter anderem

die Infanterie- und die Transportkompanie des AUTCON46

sowie schweres KFOR-Gerät zum Beseitigen der Barrikaden.

(ÖBH)

Multidomain-Übung Seit

2018 ist das multinationale

Europäische Handentschärfungszentrum

ECMAN, finanziert

von der European Defence

Agency , in der Heereslogistikschule

in 1140

Wien beheimatet. Dort fand

im September die zweiwöchige

Übung „European

Guardian“ statt. In deren Rahmen

wurde auch eine Multidomain-Übung

durchgeführt:

Abflug aus der Vega-

Payer-Weyprecht Kaserne mit

Hubschrauber zu einer

Sprengstoffentschärfung in

einer C130 in Hörsching sowie

zu einer Entschärfung auf

einem Schiff in Wien. (ÖBH)

UNTSO

Besuch eines Friedensprojekts Eine Abordnung des 46.

österreichischen Kontingents bei KFOR besuchte das „Diakonie

Training Center“ in Mitrovica. Dieses ambitionierte Friedensprojekt

bietet Menschen im Kosovo unabhängig von Ethnie oder

Geschlecht Berufsausbildungen in den verschiedensten Bereichen,

um die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben zu

schaffen. Darüber hinaus gibt es einen Kindergarten und eine

Traumatherapie-Station. In der eigenen Landwirtschaft finden

Menschen mit Handicap eine Anstellung und es werden Produkte

in Bio-Qualität hergestellt. Der Kommandant AUTCON46

KFOR, Oberst Franz Sitzwohl: „Das österreichische Kontingent

unterstützt dieses ehrgeizige Projekt gerne auch weiterhin. Wir

sehen, dass sie sich hier nachhaltig um die Verbesserung der

Lebenssituation vieler Menschen im Kosovo bemühen und jede

Unterstützung ein sinnvoller Beitrag dazu ist.“ (ÖBH)

Kranzniederlegung

im Einsatzraum Dieses

Jahr wiederholte sich zum

16. Mal der Todestag von

Major Hans Peter Lang,

der im Zuge eines Raketenangriffes

auf den „Observation

Post Chiyam“ am

25. Juli 2006 mit weiteren

drei Kameraden aus Finnland,

China und Kanada

während des Libanonkrieges

2006 ums Leben kam.

Anlässlich des Todestages

hielt die „United Nations

Truce Supervision Organization/Observer

Group

Lebanon“ auch heuer eine

Gedenkfeier beim Mahnmal

in Chiyam ab. An der

Zeremonie nahm auch der

Botschafter der Republik

Österreich teil. Zu Ehren

von Major Lang wurde ein

Kranz niedergelegt. (ÖBH,

red )

Österreicher gewinnt „KFOR Photo Contest 2022

Unter den zahlreichen Einsendungen beim diesjährigen KFOR

Fotowettbewerb wurde Zugsführer Manuel H. mit seiner in

Schwarz-Weiß gehaltenen Aufnahme (siehe unten) in der Kategorie

„Duty – Reliability – Commitment“ (Pflicht – Zuverlässigkeit

– Engagement) zum Sieger gekürt. Den Preis durfte er vom stellvertretenden

KFOR-Kommandanten, Brigadegeneral Luca Piperini,

in einer würdevollen Zeremonie entgegennehmen. (ÖBH)

Sieg für Österreich beim

„Eagle Ultra Run“ Elisabeth

Schleicher sorgte im Kosovo für eine

Siegsfeier in Rot-Weiß-Rot. Die passionierte

Läuferin arbeitet als zivile Angestellte

bei KFOR und ließ mit ihrer

Zeit von 8 Stunden, 41 Minuten und

38 Sekunden die schnellste Konkurrentin

knapp neun Minuten hinter

sich. Vom Zentrum in Prizren aus ging

es durch Wälder und über steiniges

Gelände bis auf eine Höhe von 2.474

Meter, ehe nach 50 Kilometern und

2.900 Höhenmetern wieder das Ziel

im Zentrum Prizrens erreicht war.

(ÖBH, red)

Fotos: Bundesheer, Bundesheer/Urschitz, Bundesheer/HLogS, KFOR, Zugsführer Manuel H.

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BUNDESHEER INSIDE

INTERNATIONAL

STATE PARTNERSHIP PROGRAM

Nachdem die politischen Vorgaben

für das State Partnership

Program mit der offiziellen

Unterzeichnung durch

Verteidigungsministerin

Klaudia Tanner und die Vertreter

der Vermont National

Guard im Frühjahr fixiert

wurden, kam es kürzlich in

Österreich zu einem ersten

Treffen und Kennenlernen

der handelnden Personen auf

der Arbeitsebene.

Dabei absolvierten insgesamt

sechs Vertreter der Vermont

National Guard, der Air National

Guard und der US Botschaft in

Wien Besuche beim Radarbataillon

in Salzburg und bei der Airpower

in Zeltweg, wo sie in die

Grundzüge der österreichischen

Luftraumüberwachung eingewiesen

wurden. Teil des Programms

waren auch eine Stadtführung in

Salzburg mit Fokus auf den US-

Bezug der Mozartstadt (Besatzungszeit)

sowie Besuche im

Tragtierzentrum und im Gebirgskampfzentrum.

Zudem wurde die Delegation am

Truppenübungsplatz Lizum/Walchen

willkommen geheißen. Am

Beginn des Besuches dort begrüßte

der Militärkommandant

von Tirol, Brigadier Ingo Gstrein,

die Delegation. In seinem Vortrag

sprach er neben den Aufgaben

des Militärkommandos auch

das Milizwesen in Österreich an

und skizzierte die Zusammenarbeit

zwischen den zivilen Organisationen

und dem Bundesheer.

INTENSIVER AUSTAUSCH Die US-

Delegation wurde in zahlreiche Teilbereiche

des Heeres eingeführt und zeigte

sich insbesondere von den Möglichkeiten

am Truppenübungsplatz Lizum/Walchen

angetan. Mit dem Kommandanten

der 6. Gebirgsbrigade wurden Gebirgskompetenzen

und die Ausbildung zum

Gebirgssoldaten erörtert.

Die US National Guard (Nationalgarde)

stellt eine Reservekomponente

der Streitkräfte in den Vereinigten

Staaten dar. Die ausgebildeten

Soldaten, die in der National

Guard dienen, leisten normalerweise

zwei Tage pro Monat

und zwei Wochen im Jahr Dienst

in Uniform. Doch auch die Aufgaben

der US National Guard von

Landesverteidigung, Katastrophenhilfe

und Unterstützung der

zivilen Autoritäten ähneln denen

der Miliz des Bundesheeres.

Damit stellen die vielen Gemeinsamkeiten

zwischen den Partnern

eine ausgezeichnete Basis für den

Austausch von Fähigkeiten, Erfahrungen

und Know-how dar.

Bei ausgezeichnetem Bergwetter

stellte der stellvertretende Kommandant

des Truppenübungsplatzes

Lizum/Walchen, Oberst

Herbert Ostermann, den Amerikanern

den Übungsplatz vor. Die

Gäste aus den Vereinigten Staaten

zeigten sich dabei beeindruckt

von dem wunderschönen

Bergpanorama und den zahlreichen

Möglichkeiten, die diese

Übungsfläche bietet. Am Nachmittag

nutzte dann der Kommandant

der 6. Gebirgsbrigade, Brigadier

Gerhard Pfeifer, die Möglichkeit,

um die Aufgaben und

Kompetenzen seiner Soldaten

darzulegen. Auf besonderes Interesse

stieß im anschließenden

Gespräch die Ausbildung der

Gebirgsspezialisten. Ergänzend

zum Austausch und den zahlreichen

Gesprächen auf Fachebene

wurde anschließend von Brigadier

Pfeifer eine Einladung für die

„Edelweiss Raid 2023“ ausgesprochen,

an der die Amerikaner

mit ein oder zwei Teams an den

Start gehen wollen. Nach dem

abschließenden Scharfschießen

im Gebirge zeigte sich die US-

Delegation beeindruckt vom professionellen

Auftreten der heimischen

Soldaten. Zitat US-Delegationsleiter:

„Your highly developed

country is reflected in the

professionalism of your army.“

In einem nächsten Schritt geht es

nun darum, die weitere Vorgehensweise

zur Ausgestaltung

der Kooperation in Koordinierungsgesprächen

abzustimmen

und nächste Schritte zu synchronisieren.

Dahingehend betonten

beide Partner einmal mehr den

langfristigen Ansatz der Zusammenarbeit.

Es gehe ganz klar um

„Qualität vor Quantität“, unter

dem Strich sollen beide Seiten

von der Partnerschaft profitieren.

(red, ÖBH)

Fotos: Bundesheer/Hörl

M I L I T Ä R A K T U E L L I N S I D E

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3


AIRPOWER 2022

BUNDESHEER INSIDE

FLUGSHOW DER SUPERLATIVE

SPEKTAKULÄRE SHOW Highlight an beiden

Veranstaltungstagen waren mit ihrer Darbietung

die Frecce Tricolori. Die Kunstflugstaffel der italienischen

Luftwaffe machte ihrem Namen („Dreifarbige

Pfeile“) einmal mehr alle Ehre.

Insgesamt 275.000 Zuschauer

bestaunten bei der Airpower

am 2. und 3. September

am Fliegerhorst Hinterstoisser

in Zeltweg die zahlreichen

Flugvorführungen in der

Luft und die abgestellten

Maschinen im Static Display.

Mit einem eigenen Videoteam

mittendrin statt nur dabei

war auch Militär Aktuell.

„Das ist ein wirklich großartiger

Event“, sagt Verteidigungsministerin

Klaudia Tanner im Gespräch

mit Militär Aktuell. „Wer in die

Augen der Zuschauer schaut, der

weiß, da ist etwas wirklich Großartiges

gelungen. Die Begeisterung

war in den beiden Tagen

für uns alle spürbar und ich freue

mich, dass wir als Veranstalter

gemeinsam mit unseren Partnern

Red Bull und dem Land Steiermark

so viele begeisterte Reaktionen

und so viel Freude hier in

Zeltweg bereiten konnten“, so

Tanner weiter.

Zufrieden mit der Veranstaltung

war auch Airchief Brigadier Gerfried

Promberger, Kommandant

der österreichischen Luftstreit -

kräfte. „Die Airpower ist ja keineswegs

eine Veranstaltung der

österreichischen Luftstreitkräfte

alleine, sondern nahezu aller

Bereiche des Bundesheeres und

der Zentralstelle. Alle beteiligten

Verbände und Kräfte der Landund

Luftstreitkräfte schaffen mit ihrer

profunden Vorbereitung und

Umsetzung die Voraussetzungen

für eine beispiellose Großveranstaltung,

nämlich Europas größter

Airshow, mit 275.000 Besucherinnen

und Besuchern an jedem

der beiden Veranstaltungstage.“

Promberger weiter: „Nur ein Vergleich

dazu: Wir schaffen gemeinsam

die logistische Basis des

mengenmäßigen Einfließens der

Bevölkerung von ganz Salzburg in

eine Stadt mit knapp 7.000 Einwohnerinnen

und Einwohnern –

und dies auch in wichtigen Teil -

bereichen wie etwa der Sanitätsversorgung.

Für die eingesetzte

Miliz, die Sanität und die Logistik

des Bundesheeres stellt die Airpower

einen hohen Ausbildungswert

dar.“

Über ein Jahr lang wurde Europas

größte Airshow bis ins kleinste

Detail durchgeplant. Insgesamt

waren über 6.500 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter bei der heurigen

Airshow im Einsatz, davon

DAS BUNDESHEER IM RAMPENLICHT Neben den internationalen Gästen und

Staffeln wusste beim Heimevent auch das Heer mit seinen Flugvorführungen und

Darbietungen (im Bild ganz oben ein Eurofighter) zu begeistern. An den beiden Veranstaltungstagen

„stürmten“ rund 275.000 Besucher den Fliegerhorst Hinterstoisser.

4.500 Soldatinnen und Soldaten.

Sie haben 215 Container für Lager,

Büros und Küchen aufgebaut

sowie 1.500 Feldbetten für die

Unterbringung der Soldatinnen

und Soldaten errichtet. Nach ersten

Erhebungen sind die Veranstalter

auch mit dem Nachhaltigkeitskonzept

zufrieden: Die Sonderzüge

der ÖBB waren ausgebucht,

die Ö-Ticket-Buchungsmöglichkeit

bei den Parktickets

sei gut angenommen worden.

Mit „Vibes in the Sky“, einer Mischung

aus musikalischer Performance

und Hubschrauber-Display,

erlebte die Airpower gleich

zum Auftakt eine Welt-Uraufführung

zu den Klängen des deutschen

Komponisten Tristan Schulze.

Die Flying Bulls legten im Zusammenspiel

mit Wingsuits, Fallschirmspringern

und vor allem

Race- und Stuntpilot Dario Costa

in der Zivko Edge mit einer Weltpremiere

nach und „malten“ erstmals

das „Red Bull Aerobatic Triple“

in den blitzblauen Himmel,

der nach zwei Regentagen in der

Veranstaltungswoche bestes Airshow-Wetter

bot.

Für Gänsehaut sorgten darüber

hinaus auch andere Kunstflug-

Staffeln wie die Patrouille Suisse

mit ihren F-5 Tiger und die Solo-

Displays der Gäste aus Ungarn,

Belgien und Schweden mit ihren

Gripen- und F16-Jets. Ein Highlight

war in jedem Fall auch der

Auftritt der berühmtesten Kunstflug-Staffel

der Welt. Den italienischen

„Frecce Tricolori“ gelingt

es seit 50 Jahren immer wieder,

aviatische Tradition und Moderne

zu verbinden. Was die zehn Jets

der „313° Gruppo Addestramento

Acrobatico – Pattuglia Acrobatica

Nazionale“ auch bei der Airpower

boten, lässt sich nur mit

„Perfektion“ beschreiben. Beim

großen Finale zu den Klängen

von „Nessun dorma“ aus Giacomo

Puccinis Turandot konnte

sich kein Blick mehr vom Himmel

lösen.

„Militärisch ist die Airpower nicht

nur die größte Übung des Bundesheeres

im Jahr 2022, bei der

die zivil-militärische Zusammenarbeit

unter der Federführung des

Militärkommandos Steiermark mit

den Blaulichtorganisationen und

den Bezirksverwaltungsbehörden

wesentlich gefestigt wird, sondern

eigentlich ein realer Einsatz“, so

Brigadier Wolfgang Prieler, Projektleiter

der Airpower. „Was sofort

und auf Anhieb klappen

muss, ist das Zusammenwirken

mit den internationalen Gästen

der Militärluftfahrt – sei es das Einfliegen

nach Zeltweg, die Versorgung

der ausländischen Teilnehmer,

das Vorüben der Displays,

das Einhalten gemeinsamer Regeln

der Flugsicherheit, eine perfekt

funktionierende Flugsicherung,

die Flughafenfeuerwehr,

der Militärmeteorologische

Dienst oder das Zusammenwirken

an den beiden Veranstaltungstagen

unter hohem Zeitdruck. Da

gibt es keine Möglichkeit des

Nochmal-Übens, das erlaubt

einfach keine Fehler.“

Prieler abschließend: „Ich bedanke

mich bei all meinen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern und bin

stolz auf unsere Teamleistung.“

(red)

Fotos: Bundesheer/Trippolt, Bundesheer/Marko

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BUNDESHEER INSIDE

GESCHICHTE

Der Pinzgauer im Fokus

ÖSTERREICH

Neben dem Haflinger ist

der Steyr-Puch-Pinzgauer

eines der bekanntesten

Bundesheer-Fahrzeuge

überhaupt. Walter Blasi

hat dem legendären

Offroad-Transporter

nun ein eigenes Buch

gewidmet. Auf 120

Seiten beschreibt er den

Weg von ersten Vorentwürfen

im Jahr 1962 bis

hin zum Weiterverkauf

der Baulizenz nach

England und Südafrika,

nachdem die Produktion

in Graz im Jahr 2000

eingestellt worden war.

Wie gründet man eine neue

Armee? Eine gute Frage, die man

sich in Österreich nach dem Abschluss

des Staatsvertrages stellen

musste, als damit begonnen

werden konnte, aus der B-Gendarmerie

heraus das neue Bundesheer

aufzustellen. Das

benötigte Personal war zumindest

zum Teil bereits vorhanden,

das zur Ausrüstung und Bewaffnung

der Soldaten notwendige

Material kam zu einem großen

Teil von den vier Besatzungsmächten.

Darunter waren Fahrzeuge

unterschiedlichster Marken

und Typen, Sonderausführungen,

Klein- und Großserien, was die

Servicierung und Ersatzteilversorgung

nicht gerade erleichterte.

Ab etwa 1959 setzten daher Bestrebungen

ein, den Wildwuchs

im Fuhrpark durch neue Fahrzeuge

„made in Austria“ einzuhegen,

wie Walter Blasi in seinem

neuen Buch „Der Steyr-Puch Pinzgauer

des Österreichischen Bundesheeres“

zu berichten weiß.

Als erste große eigenständige

rot-weiß-rote Produktion wurde

der Steyr-Puch-Haflinger entwickelt.

Da damit der Transportbedarf

des neuen Heeres aber nur

zum Teil gedeckt werden konnte,

wurden schon bald nach dem

Start der Serienproduktion des

Haflinger in Graz auch Studien

über ein größeres Geländefahrzeug

mit höherer Nutzlast durch-

UNTERSCHIEDLICHSTE VERSIONEN Pinzgauer 710 4×4 im Einsatz als Sanitätsfahrzeug

bei einer Übung der 7. Jägerbrigade (Fahrzeug des Jägerbataillons 25).

FAHRZEUGAPPELL Beim Bundesheer wird alles inspiziert – auch der Pinzgauer. Neben den Steyr-Puch-Fahrzeugen sind drei

VW-Busse und ein leichter Militär-Pkw (4×2) VW 181 zu sehen.

geführt. 1962 enstanden dann

auch erste Vorentwürfe für den

geplanten Pinzgauer, für die vom

Haflinger wichtige Konstruktionsmerkmale

wie der Zentralrohrrahmen,

die Pendelachsen und die

Einzelaufhängung aller Räder

übernommen wurden. Der (luftgekühlte)

Motor war damals allerdings

nicht im Heck geplant,

sondern für den Bereich hinter

dem Fahrer, was so in der Serienfertigung

nicht verwirklicht

wurde. Bei der weiteren Konstruktion

waren die Ingenieure dann

mangels vergleichbarer Fahrzeuge

am Markt vor allem auf

Wünsche und „Zurufe“ poten -

zieller Kunden wie des Bundesheeres

und der Schweizer Armee

angewiesen. Das führte zu

„kuriosen Problemen”, wie Blasi

schreibt: „Den Schweizern war

der erste Entwurf zu groß, während

er den Österreichern zu

klein war.“

1965 wurde schließlich trotzdem

der erste Prototyp präsentiert, im

Jahr darauf folgen erste Vorführungen

und 1967 erhielten potenzielle

zukünftige Kunden wie das

Bundesheer bereits erste Erprobungsfahrzeuge.

Im Verteidigungsministerium

federführend

war dabei das Planungsbüro A. In

die Prüfungen, Erprobungen und

Tests involviert waren in weiterer

Folge die Prüf- und Versuchsstelle

für Kraftfahr- und Maschinenwesen,

die Wehrtechnik/Motor, die

GUT GETARNT Der Pinzgauer wurde bei vielen Übungen des Heeres eingesetzt –

hier zu sehen ist ein 710 4×4 bei einer Übung in einem Stoppelfeld.

Heereskraftfahrschule, das Jägerbataillon

19, die Artillerieschule

und die TelTruppenschule.

Nach der Behebung zahlreicher

größerer und kleinerer Mängel

wurde am 17. Mai 1971 das Serienfahrzeug

vorgestellt und 1973

mit der Auslieferung der bereits

im Jahr 1970 vom Bundesheer

bestellten Fahrzeuge begonnen.

In den folgenden Jahrzehnten erhielten

die rot-weiß-roten Streitkräfte

Tausende Pinzgauer in

unterschiedlichsten Ausführungen:

Mit Planenverdeck, als

Kastenwagen, mit Pritsche, als

Ambulanzwagen, Fliegerabwehrkanonen-Träger,

Werkstattwagen,

mit Metalldoppelkabine, als Feuerwehr

und Bergungsfahrzeug.

Weiters gab es Sonderversionen

als Panzerattrappe (!), Schneepflug

und Fahnentrupp-Kraftwagen.

Neben dem Bundesheer

haben auch die Armeen vieler anderer

Länder Pinzgauer gekauft:

England, Ghana, Jordanien, Jugoslawien,

Malaysia, Nigeria, Norwegen,

Oman, Sudan, Schweiz,

Syrien, Saudi-Arabien, Tunesien,

Venezuela und Zypern. Bis zur

Einstellung der Produktion am

23. Februar 2000 liefen rund

24.000 „Pinzis“ vom Band. Dabei

wurde das grundlegende Design

nur ein einziges Mal geändert,

um einen sparsameren und

stärkeren Motor einbauen zu

können.

Nach der Einstellung der Produktion

wurde die Lizenz nach England

an die Firma Automotive

Technique Ltd. in Aldershot/

Hampshire vergeben. Sie entwickelte

des Fahrzeug weiter und

produzierte es bis 2007, wie Walter

Blasi in seinem Buch schreibt.

„Mit einem 5-Zylinder-Dieselmotor

von VW und höheren

Nutzlasten blieb es ein begehrtes

Spitzenprdoukt mit hoher Zuverlässigkeit.“

Schon 2002 wurde

die Automotive Technique Ltd.

von Armor Holdings übernommen,

welche widerum 2007 von

British Aerospace übernommen

und in BAE Systems AH Inc. umbenannt

wurde. 2008 erfolgte

dann eine Verlegung der Fertigung

und Entwicklung von England

nach Südafrika zur dortigen

Firma British Aerospace-BAE

Landsystems OMC in Benoni. (jz)

BUCHTIPP

Fotos: Heeresbild- und Filmstelle (HBF), Edition Winkler-Hermaden

PINZGAUER TRIFFT DRAKEN Fliegerabwehr-Pinzgauer mit Sonderanhänger vor

einem auf einem Kreisverkehr bei Tulln aufgestellten Kampfflugzeug Saab J 35 Ö.

INTERNATIONAL Pinzgauer 6×6 vor dem Stützpunkt der österreichischen Blauhelme

am Mount Hermon im Grenzbereich zwischen Libanon, Israel und Syrien.

Der Steyr-Puch Pinzgauer

des Österreichischen

Bundesheeres, von

Walter Blasi, erschienen

2022 in der Edition

Winkler-Hermaden,

23,5 × 20 cm Querformat

M I L I T Ä R A K T U E L L I N S I D E

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TOP-BILD DER AUSGABE

BUNDESHEER INSIDE

TOP-BILD 2/3

MICHAEL STEINBERGER

INSIDE

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redaktion@

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Im August konnten die Anwärter für den Kaderpräsenzdienst bei der 1. Jägerkompanie des Jägerbataillons 25 ihre Basisausbildung

beim Scharfschießen abschließen. Dabei schossen die Soldaten mit dem überschweren Maschinengewehr auch bei Dunkelheit.

WIR SUCHEN

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In jeder Ausgabe von Bundesheer Inside zeigen wir auf der

letzten Seite das beste Bundesheer-Bild der vergangenen

Wochen. Solltest du Bilder von Soldaten, Black Hawk,

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meinst, dass sie bei uns nicht fehlen dürfen, dann schick

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Foto: Michael Steinberger

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