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Art Quarterly - Luxury can be Art

Art Quarterly ist ein Magazin für alle Kunst- und Kulturliebhaber. Neben zahlreichen Informationen über die aktuelle Kunstszene und den zurzeit laufenden Ausstellungen in Österreich und Deutschland präsentieren wir Ihnen auch immer die aktuellen Top-Beauty-Trends.

Art Quarterly ist ein Magazin für alle Kunst- und Kulturliebhaber. Neben zahlreichen Informationen über die aktuelle Kunstszene und den zurzeit laufenden Ausstellungen in Österreich und Deutschland präsentieren wir Ihnen auch immer die aktuellen Top-Beauty-Trends.

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die neue Maßstä<strong>be</strong> setzen. Mit Fokus auf eine professionelle und<br />

reibungslose Abwicklung von Vermarktung und Vertrieb. Erfolgreich unterstützt<br />

durch unsere eigene Marketing und Communications Unit. Persönliche<br />

Beratung und Betreuung von Bauträgern und Immobilienentwicklern sind<br />

da<strong>be</strong>i e<strong>be</strong>nso wichtig wie das Erreichen individueller Ziele – je visionärer<br />

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Penzing gehört zu<br />

einem der grünsten<br />

Bezirke Wiens<br />

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NATÜRLICHE PERSPEKTIVE<br />

Wir glau<strong>be</strong>n, man muss die Welt nicht neu erfinden, um sie <strong>be</strong>sser<br />

zu machen. Ganz im Gegenteil: Manchmal liegt der Fortschritt in<br />

der Rück<strong>be</strong>sinnung auf Alt<strong>be</strong>währtes. Deshalb ha<strong>be</strong>n wir in vielerlei<br />

Hinsicht auf die Vergangenheit zurückgegriffen, um die Zukunft des<br />

Wohnens zu gestalten.<br />

Inmitten der grünen Oase Penzing gelegen, verbindet F100 genau<br />

deshalb die traditionelle Handwerkskunst des Holzbaus mit<br />

neuen Technologien und innovativer Bear<strong>be</strong>itungstechnik. Der<br />

nachwachsende Rohstoff Holz erzeugt ein natürliches Raumklima,<br />

das in Kombination mit modernem Design zu einer Wohlfühloase<br />

verschmilzt. Unser Beitrag zu einem ganzheitlichen, harmonischen<br />

Le<strong>be</strong>nsstil, der modernes Wohnen neu definiert.<br />

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DAS NATÜRLICHE LEBENSGEFÜHL VON F100 WIRD PERFEKT ERGÄNZT DURCH DIE VIELEN<br />

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Der Bauherr <strong>be</strong>hält sich Änderungen ausdrücklich vor.<br />

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Editorial<br />

Das Wichtigste in diesen düsteren<br />

Tagen ist, innerhalb der Familie Halt<br />

und Zuversicht zu finden. Daher ein<br />

großer Dank an meine Familie,<br />

einfach nur dafür, dass es sie gibt!<br />

Gefreiter Vereshchagin, unser<br />

<strong>Art</strong> Director, rückte am 06. Juli<br />

2020 <strong>be</strong>i der 3. Garde Kompanie<br />

ein, um später auch unser Land<br />

im Covid-19 Grenzeinsatz zu<br />

schützen.<br />

Und natürlich, dass man zum<br />

einen so tolle Interviewpartner<br />

wie etwa Simon Schwarz<br />

<strong>be</strong>kommt, a<strong>be</strong>r auch, dass<br />

man so tüchtige und loyale<br />

Assistenten wie unseren<br />

Thomas Felfernig im Team hat.<br />

Etwas ü<strong>be</strong>r ein Jahr ist es nun her, dass uns der Corona-<br />

Dämon in seine düsteren Krallen genommen hat. Zugege<strong>be</strong>n,<br />

es sind düstere Zeiten, doch ha<strong>be</strong>n wir es als Kulturnation<br />

dennoch geschafft, auch in diesen Tagen der ständigen und<br />

stetigen Prüfungen nicht aufzuge<strong>be</strong>n. Ganz im Gegenteil,<br />

viele Museen sind völlig neue Wege in der Kunstvermittlung<br />

gegangen und viele Auktionshäuser ha<strong>be</strong>n seit Corona sogar<br />

eine völlig neue und um vieles internationalere Klientel <strong>be</strong>grüßen<br />

dürfen. Man könnte auch sagen, sehr frei nach Grillparzer:<br />

„Da tritt der Österreicher hin vor jeden, bleibt gesund<br />

und zuversichtlich und lässt die anderen von Corona reden“.<br />

Was mich a<strong>be</strong>r als Herausge<strong>be</strong>r am meisten freut,<br />

ist, dass gerade in dieser Zeit, in der viele resignieren,<br />

eine grandiose Kunstsammlerin nicht nur <strong>be</strong>ständig<br />

ihre Sammlung weiter ausbaut, nein, sie<br />

baut der Welt sogar mitten im Herzen Wiens, nur<br />

einen Steinwurf von der altehrwürdigen Staatsoper entfernt<br />

ein eigenes Museum, dass, soviel darf schon an dieser<br />

Stelle verraten werden, völlig neue Maßstä<strong>be</strong> setzen wird.<br />

A<strong>be</strong>r lassen Sie mich zu diesem Thema doch ganz einfach<br />

die eloquente und prägnante Agnes Husslein-Arco zitieren:<br />

"Durch diese Museumsgründung lässt Heidi Goëss-Horten<br />

die Welt an ihrer herausragenden und vielseitigen Sammlung<br />

teilha<strong>be</strong>n und ermöglicht allen Interessierten ein privates<br />

Kunsterlebnis exklusiver Natur. Für diesen Mut, unkonventionell<br />

und frei von politischer Einflussnahme zu<br />

handeln, gebührt ihr großer Respekt.“ Dem wage ich selbst<br />

nichts mehr hinzuzufügen.<br />

Außerdem ha<strong>be</strong>n wir ein wundervolles Porträt mit Simon<br />

Schwarz, jenem erfolgreichen Komödienstar, der sich persönlich<br />

eigentlich für keinen sehr lustigen Menschen hält,<br />

sowie mit der wundervollen Maltherapeutin und Kreativtrainerin<br />

Waltraud Allmer-Palden, und eine Vielzahl an<br />

spannenden Berichten ü<strong>be</strong>r Kulturereignisse, die allesamt<br />

als freudige Le<strong>be</strong>nszeichen unserer eigenen Kunst- und<br />

Kulturlandschaft gesehen werden dürfen. Daher machen<br />

Sie uns allen die Freude und <strong>be</strong>suchen Sie so viel Kulturveranstaltungen<br />

wie nur möglich und reservieren Sie sich<br />

schon jetzt Ihre Karten für Oper, Theater und Konzerte,<br />

denn glau<strong>be</strong>n Sie mir, es kommt eine Zeit nach Corona und<br />

diese wird unvergleichlich schön auf uns wirken.<br />

Am wichtigsten bleibt für uns alle auch weiterhin, unsere<br />

sozialen Kontakte zu <strong>be</strong>dienen, in Freundschaften und in<br />

der Familie Halt und Zuversicht zu finden und auch daran<br />

zu denken, dass in Krisenzeiten die Kunst ein sicherer Hafen<br />

für die Seele ist. Ganz <strong>be</strong>sonders möchte ich auch allen<br />

unseren Partnern und Kunden danken, die uns auch in diesen<br />

schwierigen Zeiten die Treue gehalten ha<strong>be</strong>n und uns<br />

sogar ermöglicht ha<strong>be</strong>n, mit diesmal 160 Seiten Inhalt das<br />

umfangreichste AQ seit drei Jahren vorzulegen. Ha<strong>be</strong>n Sie<br />

Freude daran, blei<strong>be</strong>n Sie gesund, denken Sie daran, dass es<br />

<strong>be</strong>kanntlich am finstersten erscheint, ganz kurz vor Sonnenaufgang<br />

- und glau<strong>be</strong>n Sie mir, dieser ist schon ganz nah!<br />

NIKOLAUS IMMANUEL KÖHLER<br />

HERAUSGEBER/EDITORIAL DIRECTOR<br />

Portrait: © Simone Fröhlich<br />

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Editor's<br />

Choice<br />

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Impressum<br />

HERAUSGEBER<br />

Nikolaus Immanuel Köhler<br />

ceo@art-quarterly.at<br />

ART & CREATIVE DIRECTOR<br />

Kiril Vereshchagin<br />

artdirector@art-quarterly.at<br />

CHEFREDAKTEUR<br />

Nikolaus Immanuel Köhler<br />

ceo@art-quarterly.at<br />

HEAD OF SALES / JUNIOR PARTNER<br />

Maximilian Forsthu<strong>be</strong>r<br />

cso@art-quarterly.at<br />

ASSISTENT DER GESCHÄFTSLEITUNG<br />

Thomas Felfernig<br />

atc@art-quarterly.at<br />

CHEFIN VOM DIENST<br />

Eva-Maria Seitenbauer<br />

office@art-quarterly.at<br />

AUTOREN DIESER AUSGABE<br />

Agnes Husslein-Arco<br />

Kiril Vereshchagin<br />

Nikolaus Immanuel Köhler<br />

Otto Hans Ressler<br />

Ulli Sturm<br />

Waltraud Allmer-Palden<br />

MEDIENINHABER<br />

ART QUARTERLY<br />

PUBLISHING HOUSE WERBE-<br />

UND PR-AGENTUR GmbH.<br />

Gumpendorferstr. 34 / 11, 1060 Wien<br />

www.art-quarterly.com<br />

GESCHÄFTSFÜHRENDER<br />

GESELLSCHAFTER<br />

Walter Nikolaus Köhler<br />

Zur Zeit gilt die Anzeigenpreiseliste vom 1. Januar 2020. Alle<br />

Rechte vor<strong>be</strong>halten. Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen<br />

Beiträge und Abbildungen sind urhe<strong>be</strong>rrechtlich geschützt. Mit<br />

Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung<br />

ohne Einwilligung des Verlages strafbar. Für <strong>be</strong>reitgestelltes Bildund<br />

Textmaterial ü<strong>be</strong>rnimmt der Verlag keinerlei Copyright- Verantwortung.<br />

Begriffe, Bezeichnungen und Bedingungen mit<br />

Personen<strong>be</strong>zug gelten immer für Personen <strong>be</strong>iderlei Geschlechts.<br />

FOTOGRAFEN DIESER AUSGABE<br />

Julian Roniger<br />

Stefan Olah<br />

LEKTORAT<br />

Eveline Proksch<br />

MARKETINGLEITUNG<br />

Maria Wirth<br />

maria.wirth@gmx.at<br />

DRUCK<br />

Johann Sandler GesmbH. & Co. KG<br />

3671 Marbach an der Donau<br />

VERTRIEB<br />

Pressegroßvertrieb Salzburg GmbH<br />

Die ART QUARTERLY Publishing House Wer<strong>be</strong>- und PR-Agentur GmbH. ist ein zu hundert Prozent österreichisches<br />

Unternehmen und finanziert sich zur Gänze ohne Bundes- oder Ländermitteln.<br />

www.art-quarterly.com<br />

instagram.com/real_artquarterly<br />

www.art-quarterly.com www.art-quarterly.com FRÜHJAHR/SOMMER 2021 FRÜHJAHR/SOMMER AQ 33<br />

2021 AQ 33<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 33


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92<br />

56 62<br />

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72 76<br />

INVEST NEW MARKET COVERSTORY BIOGRAFIE<br />

36 DIGITALKUNST<br />

HEIDI GOËSS-<br />

VERKANNT UND<br />

BEI CHRISTIE'S 56 HORTEN Durch 62 DENNOCH NICHT<br />

Spontaner Trend oder langfristiges<br />

die Museumsgründung lässt VERGESSEN Es gibt nur<br />

Investment? Im 21.<br />

Jahrhundert angekommen<br />

geht auch der Kunstmarkt<br />

völlig neue Wege, Kiril Vereshchagin,<br />

jahrelanger <strong>Art</strong><br />

Director von <strong>Art</strong> <strong>Quarterly</strong> hat<br />

versucht, diesen nahezu konspirativen<br />

Wegen nachhaltig<br />

auf den Grund zu gehen.<br />

Heidi Goëss-Horten die Welt<br />

an ihrer herausragenden<br />

Sammlung teilha<strong>be</strong>n und ermöglicht<br />

allen Interessierten<br />

ein privates Kunsterlebnis<br />

exklusiver Natur. Für diesen<br />

Mut, unkonventionell und<br />

frei von politischer Einflussnahme<br />

zu handeln, gebührt<br />

ganz wenige große Künstler,<br />

die von ihren Zeitgenossen,<br />

a<strong>be</strong>r auch von den Federführern<br />

der Kunstgeschichte<br />

derartig verschmäht wurden,<br />

wie Lucas Cranach der Jüngere.<br />

Dieser kurze Abriss<br />

ü<strong>be</strong>r sein Le<strong>be</strong>n und Werk<br />

soll dem wahren Talent des<br />

ihr großer Respekt: Agnes Renaissancekünstlers ein<br />

Husslein-Arco.<br />

wenig Gerechtigkeit bringen.<br />

KUNST SAMMELN<br />

28 Sich souverän auf<br />

dem Feld der Kunst <strong>be</strong>wegen<br />

zu können, zählt heute zu den<br />

gesellschaftlichen Schlüsselqualifikationen.<br />

A<strong>be</strong>r wirklich<br />

souverän ist nur, wer nicht<br />

den etablierten Meinungen<br />

nachläuft, sondern sich an<br />

seinen ganz persönlichen<br />

Erfahrungen orientiert.<br />

INTERVIEW<br />

66 ZWISCHEN<br />

LEBERKAS UND<br />

KAISERSCHMARRN<br />

Simon Schwarz zählt zu jenen<br />

Schauspielern, die man ganz<br />

einfach mögen muss. Er stellt<br />

sich nie in den Mittelpunkt,<br />

bringt uns zum Lachen, obwohl<br />

er von sich selbst <strong>be</strong>hauptet,<br />

eigentlich kein lustiger<br />

Mensch zu sein und hat<br />

für unser Fotoshooting mit<br />

Kaiserschmarrn posiert.<br />

LUXURY<br />

CAVIAR DE LUXE<br />

76 Der Name der Schweizer<br />

Luxusmarke ZWYER<br />

kommt aus dem Russischen<br />

und <strong>be</strong>deutet so viel wie<br />

„Bestie“. Erich und Bettina<br />

Sucher-Frein<strong>be</strong>rger, die<br />

<strong>be</strong>iden Persönlichkeiten, die<br />

hinter dieser aufstre<strong>be</strong>nden<br />

Luxuspflegemarke stehen,<br />

sind allerdings alles andere<br />

als wilde Bestien.<br />

REAL ESTATE<br />

SCHÖNE AUS-<br />

84 SICHTEN BLEI-<br />

BEN GEFRAGT… Ganz<br />

gleich, ob man den finanziellen<br />

Aspekt oder den tatsächlichen<br />

Ausblick meint, Investoren<br />

sind zurzeit intensiv<br />

auf der Suche nach Immobilien,<br />

die in jeder Hinsicht<br />

schöne Aussichten bieten.<br />

STANDARDS<br />

14 EDITORIAL<br />

16 IMPRESSUM<br />

20 THE GUIDE<br />

22 KULTUR AGENDA<br />

40 LUXURY GUIDE<br />

106 LESENSWERT<br />

108 SEHENSWERT<br />

126 KULTUR TIPPS<br />

COVER: A TRIBUTE TO HEIDI GOËSS-HORTEN


l.<br />

tss tr.<br />

str.<br />

k<br />

tz<br />

ität<br />

Uni versitätsri ng<br />

ilfer Str.<br />

Uni versitätsring<br />

Josef Meinrad Platz<br />

Burgring<br />

storisches<br />

seum<br />

Hörlg.<br />

Koling.<br />

Burgring Burgring<br />

Rahlg.<br />

Wasag.<br />

Café<br />

Lan dtmann<br />

Burgtheater<br />

Volksgarten<br />

Löwelstr.<br />

Heldenplatz<br />

Kunsthistorisches<br />

Museum<br />

U<br />

Museum squartier<br />

Teinfaltsr.<br />

Schenkenstr.<br />

Bankg.<br />

Ba<strong>be</strong>n<strong>be</strong>rgerstr.<br />

53<br />

Schottentor<br />

Schotteng.<br />

U<br />

Eschen bachg .<br />

Schottenring<br />

Schottenbastei<br />

Min oritenpl.<br />

Passage<br />

egring.<br />

Schottenring Schottenring<br />

Landhausg.<br />

Wiener<br />

Minoritenkirche<br />

Ballhauspl.<br />

Hofburg<br />

Elisa<strong>be</strong>thstr.<br />

Helferstorferstr.<br />

Schottenkirche<br />

Freyung<br />

48<br />

Schatzkammer<br />

Hohenstaufeng.<br />

Rockhg.<br />

Café Central<br />

44<br />

37<br />

57<br />

U<br />

51<br />

59<br />

Wallnerstr.<br />

Hofburg<br />

Fahneng.<br />

Herreng.<br />

Spanische<br />

Hofreitschule<br />

Börse<br />

Schm etterlingshausterlin<br />

Burggarten<br />

Neu torg.<br />

Börseg. Börseg.<br />

Goetheg.<br />

Augustinerstr.<br />

Han uschg.<br />

Schulhofg<br />

Habsburgerg.<br />

Bräunerstr.<br />

Gonzagag.<br />

Jordang.<br />

Judenpl.<br />

Steindlg.<br />

Café<br />

Hawelka<br />

Spiegelg.<br />

Füric hg.<br />

Salzgries<br />

Brandstätte<br />

Salvatorg.<br />

Jasomirgottstr.<br />

Goldschmiedg.<br />

Opernring Opernring Kär ntner Ring<br />

Schillerpark<br />

lerpark<br />

Bank Austria<br />

Kunstforum<br />

50<br />

Schottenring<br />

Renng.<br />

Nagl erg.<br />

Haarhof<br />

Börsepl.<br />

Tiefer Gra<strong>be</strong>n<br />

Am H of<br />

Bognerg.<br />

4<br />

11<br />

Herrengasse<br />

10<br />

K&K Hofzuckerbäcker<br />

Demel 5<br />

14<br />

34<br />

25<br />

Café<br />

Griensteidl<br />

33<br />

Kohlmarkt<br />

Zelinkag.<br />

Fär<strong>be</strong>rg.<br />

Drahtg.<br />

Eßlingg .<br />

Seitzerg.<br />

Tuchlau<strong>be</strong> n<br />

Spiegelg.<br />

Opernring Kärntner Ring<br />

41<br />

54<br />

8<br />

30<br />

21<br />

Österreichische<br />

Nationalbibliothek<br />

55<br />

Al<strong>be</strong>rtina<br />

Café<br />

45 20<br />

32<br />

28<br />

29<br />

36<br />

7<br />

23<br />

31<br />

15<br />

16<br />

18<br />

Café<br />

Brä unerhof<br />

Gra<strong>be</strong>n<br />

Karlsplatz<br />

Füttererg.<br />

Hotel Sacher<br />

42<br />

Wiener<br />

Staatsoper<br />

Kleeblattg.<br />

Kapuzinergruft<br />

Heinrichsg.<br />

Kühfußg.<br />

Peterskirche<br />

Peterspl.<br />

22<br />

26<br />

Pestsäule<br />

Plankeng.<br />

Dorotheerg.<br />

12<br />

24<br />

Philharmon ikerstr.<br />

35<br />

Kär ntner Str.<br />

Bös<br />

Gra<strong>be</strong>n<br />

Seilerg.<br />

Kär ntner Str.<br />

Werdertorg.<br />

Altes<br />

Rathaus<br />

Neu er Ma rkt<br />

Michaelerplatz<br />

46<br />

Uhrenmuseum<br />

Kapuzinerkirche<br />

39<br />

17<br />

1<br />

2<br />

Maria am<br />

Gestade<br />

19<br />

40<br />

Tuchlau<strong>be</strong>n<br />

Krugerstr.<br />

Kärntner Str.<br />

Walfischg.<br />

Fischerstiege<br />

Hoher Ma rkt<br />

Landskrongasse<br />

Wildpretmarkt<br />

Annag.<br />

Si ngerstr.<br />

Akademi estr.<br />

Franz Josefs Kai<br />

Rudolfsplatz<br />

Bauernmarkt<br />

Stephansplatz<br />

Lilieng.<br />

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Wien<br />

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Ringstraßen<br />

Gale rien<br />

U<br />

Vorlaufstr.<br />

38<br />

Haas-Hau s27<br />

9<br />

6<br />

13<br />

Gonzagag.<br />

Ma rc Aurel Str.<br />

Ankeruhr<br />

Stephansplatz<br />

Weihburgg.<br />

Ballg.<br />

Judeng.<br />

Rotenturmstr.<br />

Himmelpfortgasse<br />

Haus der<br />

Musik<br />

58<br />

43<br />

Stephansdom<br />

Rotg.<br />

Wollzeile<br />

Blutg.<br />

Café<br />

Schwarzen<strong>be</strong>rg<br />

l-Bundesstraße<br />

Ruprechtskirche<br />

Fleischmarkt<br />

Lugeck<br />

3<br />

Mozarthaus<br />

Vienna<br />

Weihburgg.<br />

Johannesg.<br />

Fichteg.<br />

Hegelg.<br />

Grün angerg.<br />

Griecheng.<br />

Sonnenfelsgasse<br />

Bäc kerstr.<br />

Sin gerstr.<br />

Etablissement<br />

Ronacher<br />

O<strong>be</strong>re Donaustr.<br />

Franz Josefs Kai<br />

56<br />

Café Alt Wien<br />

Schulerstr.<br />

Kumpfg.<br />

Rieme rg.<br />

Seilerstätte<br />

Schelling gasse<br />

Dona ukana l<br />

61<br />

47<br />

Palais<br />

Coburg<br />

52<br />

Schwedenpl atz<br />

Griechen<strong>be</strong> isl<br />

Wolfeng.<br />

Schönlaterng.<br />

Jesuitenkirche<br />

Wollzeile<br />

Akademisches<br />

Jako<strong>be</strong>rg.<br />

Donaukanal<br />

U<br />

Coburgbastei<br />

Schwedenplatz<br />

Fleischmar kt<br />

Lie<strong>be</strong>n<strong>be</strong>rgg.<br />

Kursalon<br />

Hübner<br />

Stu<strong>be</strong>nbastei<br />

Cobdeng.<br />

Predigerg.<br />

Zeditzg.<br />

Johann esg.<br />

Auwinkel<br />

Taborstr.Taborstr.<br />

Untere Donaustr.<br />

Franz Josefs Kai<br />

Rosenbursenstr.<br />

Schu<strong>be</strong>rtring Schu<strong>be</strong>rtring<br />

Kantg.<br />

Lothringerstr.<br />

Parkring Parkring Stu<strong>be</strong>nring<br />

Schu <strong>be</strong>rtring Parkring Parkring Stu<strong>be</strong>nring<br />

Postg.<br />

60<br />

Intercontinental<br />

Vienna<br />

Praterstr.<br />

rkt<br />

Dominikanerbastei<br />

Österreichische<br />

Postsparka ss e<br />

Falkestr.<br />

Prückl<br />

Cafe-Restaurant<br />

U<br />

Stadtpark<br />

U<br />

49<br />

Stadtpar<br />

k<br />

Stu<strong>be</strong>ntor<br />

Dr. Karl Luegerplatz<br />

Beatrixg.<br />

Wien<br />

Bi<strong>be</strong>rstr.<br />

Restaurant<br />

Steirereck<br />

im Stadtpark<br />

ark<br />

Am H eumar kt<br />

Stu<strong>be</strong>nrin g<br />

Stu<strong>be</strong>nring<br />

MAK Museum fü r<br />

angewandte Kunst<br />

Am Stadtpark<br />

THE GUIDE<br />

LUXUS<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

6<br />

7<br />

8<br />

9<br />

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AIRFIELD, Kärntner Straße 51<br />

AUGARTEN FLAGSHIPSTORE, Spiegelgasse 3<br />

BABOR BEAUTY SPA, Seilerstätte 18 – 20<br />

BREGUET, Kohlmarkt 4<br />

BREITLING BOUTIQUE, Kohlmarkt 3<br />

BUCHERER, Kärntner Straße 2<br />

CHANEL, Tuchlau<strong>be</strong>n 1<br />

CHOPARD, Kohlmarkt 16<br />

CREED BOUTIQUE, Seilergasse 1<br />

DIOR, Kohlmarkt 6<br />

DOLCE & GABBANA, Kohlmarkt 8 – 10<br />

DOROTHEUM, Dorotheergasse 17<br />

DOUGLAS HOUSE OF BEAUTY, Kärntner Straße 17<br />

GIORGIO ARMANI BOUTIQUE, Kohlmarkt 3<br />

GOLDENES QUARTIER, Tuchlau<strong>be</strong>n / Ecke Bognergasse<br />

HERMÈS BOUTIQUE, Gra<strong>be</strong>n 22<br />

JUWELIER WAGNER, Kärntner Straße 32<br />

JUWELIER WAGNER, Gra<strong>be</strong>n 21 / Ecke Tuchlau<strong>be</strong>n<br />

JUWELIER WEMPE, Kärntner Straße 41<br />

KRIGLER, Schottenring 24<br />

KUSSMUND, Habsburgergasse 14<br />

LE PARFUM, Petersplatz 3<br />

LOUIS VUITTON, Tuchlau<strong>be</strong>n 3 – 7<br />

MEDICARE WIEN , Schottenring 30, 1010 Wien<br />

MONCLER, Kohlmarkt 7<br />

NÄGELE & STRUBELL, Gra<strong>be</strong>n 27<br />

OMEGA BOUTIQUE, Stock im Eisen Platz 3<br />

PRADA, Bognergasse 4<br />

R.HORN’S WIEN, Bräunerstraße 7<br />

ROCHE BOBOIS, Wipplingerstraße 27<br />

ROLEX-BOUTIQUE BY WAGNER, Tuchlau<strong>be</strong>n 2<br />

SAINT LAURENT, Bognergasse 4<br />

SALVATORE FERRAGAMO, Kohlmarkt 7<br />

TIFFANY & CO, Kohlmarkt 8 – 10<br />

VERSACE BOUTIQUE, Trattnerhof 1<br />

HOTEL & GOURMET<br />

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ALBERTINA PASSAGE, Opernring / Ecke Operngasse<br />

CAFÈ CENTRAL, Herrengasse 14<br />

DO & CO STADTHOTEL, Stephansplatz 12<br />

HOTEL AMBASSADOR, Kärntner Straße 22<br />

HOTEL BRISTOL, Kärntner Ring 1<br />

HOTEL LE MERIDIEN, Opernring 13 – 15<br />

HOTEL SACHER, Philharmonikerstraße 4<br />

HOTEL TOPPAZZ, Lichtensteg 3<br />

PALAIS FERSTEL, Strauchgasse 4,<br />

PALAIS HANSEN KEMPINSKI, Schottenring 24<br />

PARK HYATT VIENNA, Am Hof 2<br />

PALAIS COBURG, Coburgbastei 4<br />

PALAIS DAUN-KINSKY, Freyung 4<br />

SOFITEL VIENNA STEPHANSDOM, Praterstraße 1<br />

STEIGENBERGER HOTEL HERRENHOF, Herrengasse 10<br />

STYLE HOTEL VIENNA, Herrengasse 12<br />

THE RITZ-CARLTON, VIENNA, Schu<strong>be</strong>rtring 5 – 7<br />

ALEXANDER MCQUEEN, Tuchlau<strong>be</strong>n 7a<br />

BAMBINI, Tuchlau<strong>be</strong>n 7<br />

BOTTEGA VENETA, Tuchlau<strong>be</strong>n 5<br />

BRUNELLO CUCINELLI, Bognergasse 4<br />

CHURCH’S, Seitzergasse 1-3<br />

EMPORIO ARMANI, Tuchlau<strong>be</strong>n 7a<br />

ETRO, Tuchlau<strong>be</strong>n 5<br />

KITON, Seitzergasse 1-3<br />

MIU MIU, Tuchlau<strong>be</strong>n 7<br />

POMELLATO, Tuchlau<strong>be</strong>n 7a<br />

VALENTINO, Tuchlau<strong>be</strong>n 5<br />

LUXURY<br />

REAL ESTATE<br />

Werden auch Sie einer unserer ausgewählten AQ-PARTNERN und nutzen Sie das Netzwerk eines seit<br />

vielen Jahren etablierten Kultur- und Luxusmagazins der Extraklasse. Für Anfragen stehen wir Ihnen jederzeit<br />

unter marketing@art-quarterly.at sehr gerne zur Verfügung.<br />

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AM KAISERFORUM, Ni<strong>be</strong>lungengasse 15<br />

BÖRSEPLATZ 1, Börseplatz 1<br />

GOETHEGASSE 1, Goethegasse 1<br />

GRAND KINSKY, Schellinggasse 7<br />

PALAIS PALAIS, Herrengasse 19-21<br />

PALAIS PRINCIPE, Hoher Markt 12<br />

PALAIS SCHOTTENRING, Schottenring 17<br />

POST PALAIS, Postgasse 8–12<br />

STIX + PARTNER, Fleischmarkt 1/6


ART TOPIC<br />

AGENDA<br />

international<br />

SPÄTGOTIK:<br />

AUFBRUCH<br />

IN DIE<br />

NEUZEIT<br />

nter der umfassenden Ausstellung "Aufbruch in die<br />

Neuzeit" widmet sich die Berliner Gemäldegalerie<br />

der Kunst der Spätgotik im deutschsprachigen Raum.<br />

FRANCIS BACON:<br />

MAN<br />

AND<br />

BEAST<br />

Diese kraftvolle Ausstellung konzentriert<br />

sich auf Bacons unfehlbare Faszination<br />

für Tiere: wie sie seine Herangehensweise<br />

an den menschlichen Körper sowohl<br />

prägten als auch verzerrten; wie seine<br />

Figuren, gefangen in den extremsten<br />

Momenten der Existenz, kaum als<br />

Mensch oder Tier erkennbar sind.<br />

ROYAL ACADEMY OF ARTS,<br />

London, England<br />

www.royalacademy.org.uk<br />

ABBILDUNG:<br />

Francis Bacon,<br />

Study for a<br />

Bullfight No.1<br />

Bilde: © The Estate of Francis Bacon. DACS/<strong>Art</strong>image 2020. Photo: Prudence Cuming Associates Ltd.<br />

Bilder: © © Staatliche Kunsthalle Karlsruhe / Ellen Frank; Kupferstichkabinett / Volker-H. Schneider; Bridgeman Images/Succession Picasso/VG Bild-Kunst, Bonn 2021<br />

Angeregt durch niederländische Entwicklungen<br />

veränderten sich ab den 1430er-Jahren die künstlerischen<br />

Ausdrucksmittel: Licht und Schatten, Körper<br />

und Raum wurden zunehmend wirklichkeitsnah<br />

dargestellt. Mit der Erfindung der Drucktechnik<br />

fanden diese Neuerungen eine massenhafte Verbreitung.<br />

Trotz ihrer religiösen Zweck<strong>be</strong>stimmung wurden<br />

Bilder immer stärker als Kunst wahrgenommen;<br />

Künstler erlangten ü<strong>be</strong>rregionale Berühmtheit. Mit<br />

rund 130 Objekten – hochkarätige Leihga<strong>be</strong>n sowie<br />

zentrale Werke aus den Beständen der Staatlichen<br />

Museen zu Berlin – werden in der Gegenü<strong>be</strong>rstellung<br />

verschiedener Kunstgattungen die medialen Innovationen<br />

des 15. Jahrhunderts und die Kunst der Spätgotik<br />

in ihrer Vielfalt erlebbar.<br />

PICASSO<br />

& Les Femmes d’Alger<br />

P<br />

ablo Picassos Spätwerk <strong>be</strong>ginnt 1954 mit „Les<br />

Femmes d’Alger“, einer seiner wichtigsten und<br />

außergewöhnlichsten Werkserien. Erstmals seit 65<br />

Jahren zeigt das Museum Berggruen in Deutschland<br />

den Großteil der weltweit verstreuten Ölgemälde.<br />

Der malerische Zyklus steht für einen veränderten<br />

Blick auf Malerei und ist in seiner künstlerischen Variation<br />

einzigartig in Picassos Gesamtwerk.<br />

MUSEUM BERGGRUEN,<br />

Berlin, Deutschland<br />

www.smb.museum<br />

HOCHKARÄTIGE LEIHGABEN<br />

Die Ausstellung vereint zentrale Werke aus den Beständen<br />

der Staatlichen Museen mit hochkarätigen Leihga<strong>be</strong>n<br />

aus der National Gallery in London, dem Rijksmuseum<br />

oder dem Germanischen Nationalmuseum in Nürn<strong>be</strong>rg.<br />

GEMÄLDEGALERIE,<br />

Staatliche Museen zu Berlin, Deutschland<br />

www.smb.museum<br />

▶<br />

ABBILDUNG<br />

Meister der<br />

Karlsruher Passion,<br />

Tafel eines<br />

Passionsaltars,<br />

Straßburg,<br />

um 1450<br />

ABBILDUNG<br />

Pablo Picasso,<br />

Les Femmes d’Alger<br />

(Version O),<br />

1955<br />

▶<br />

22 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 23


ABBILDUNG<br />

Albrecht Dürer,<br />

Der zwölfjährige<br />

Jesus<br />

unter den<br />

Schriftgelehrten,<br />

1506<br />

▶<br />

DIE REISEN EINES KÜNSTLERS:<br />

DÜRER’S<br />

JOURNEYS<br />

D<br />

ie National Gallery widmet<br />

dem deutschen Renaissancekünstler<br />

Albrecht Dürer ab März eine<br />

großartige Ausstellung.<br />

Die erste <strong>be</strong>deutende britische Ausstellung<br />

seiner Werke in einem so breiten<br />

Medienspektrum seit fast zwanzig<br />

Jahren zeigt Dürers Karriere als Maler,<br />

Zeichner und Grafiker. Die meisten<br />

der ausgestellten Werke werden auch<br />

erstmals in Großbritannien gezeigt.<br />

EPIC<br />

IRAN<br />

Sie ist auch die Erste, welche sich auf<br />

seine Reisen als Künstler konzentriert<br />

und den Besucher durch ü<strong>be</strong>r hundert<br />

Gemälde, Zeichnungen, Drucke<br />

und Dokumente, die aus Museen und<br />

Privatsammlungen weltweit geliehen<br />

wurden, näher an den Mann selbst<br />

sowie die Menschen und Orte heranführt,<br />

die er <strong>be</strong>sucht hat.<br />

THE NATIONAL GALLERY,<br />

London, England<br />

www.nationalgallery.org.uk<br />

E<br />

pic Iran stellt 5.000 Jahre iranische<br />

Kunst, Design und Kultur<br />

mit ü<strong>be</strong>r 300 Objekte aus dem alten<br />

islamischen und zeitgenössischen Iran<br />

zur Schau. Es ist die erste große britische<br />

Ausstellung seit 90 Jahren, die<br />

eine ü<strong>be</strong>rgreifende Erzählung des Iran<br />

von 3000 v. Chr. bis heute präsentiert.<br />

VICTORIA AND ALBERT MUSEUM,<br />

London, England<br />

www.vam.ac.uk<br />

renoviert<br />

und erweitert<br />

Berggasse 19, 1090 Wien<br />

www.freud-museum.at<br />

SLAVERY<br />

W<br />

ährend der 250-jährigen Kolonialzeit<br />

wurden Menschen<br />

zu Eigentum und Gegenständen gemacht.<br />

Die Ausstellung zeigt das Le<strong>be</strong>n<br />

von zehn Menschen, die zu dieser<br />

Zeit lebten. Sie alle erzählen ihre eigene<br />

Geschichte: ü<strong>be</strong>r das Le<strong>be</strong>n in der Sklaverei<br />

oder deren Ausnutzung, ü<strong>be</strong>r Widerstand<br />

und – letztendlich – Freiheit.<br />

Dazu gehören versklavte Menschen<br />

und Sklavenhalter sowie Personen, die<br />

die Fesseln der Sklaverei gebrochen<br />

ha<strong>be</strong>n, ein afrikanischer Diener in den<br />

Niederlanden und ein Amsterdamer<br />

Zuckerindustrieller.<br />

Die Ausstellung umfasst Objekte, Gemälde<br />

und einzigartige Archivdokumente.<br />

Die Besucher hören mündliche<br />

Quellen, Gedichte und Musik. Um eine<br />

vollständigere Geschichte zu erzählen,<br />

werden Exponate gezeigt, die noch nie<br />

zuvor im Rijksmuseum gezeigt wurden,<br />

wie Objekte, die von Menschen<br />

in der Sklaverei geschätzt wurden, und<br />

Werkzeuge, die auf Plantagen verwendet<br />

wurden.<br />

RIJKSMUSEUM,<br />

Amsterdam, Niederlande<br />

www.rijksmuseum.nl<br />

RIJKSMUSEUM & SKLAVEREI<br />

Ab der Eröffnung der Ausstellung wird die<br />

Beziehung zur Sklaverei auch in anderen Teilen<br />

des Rijksmuseums <strong>be</strong>sonders hervorgeho<strong>be</strong>n.<br />

Für ein Jahr erhalten rund 70 Objekte in der<br />

Sammlung ein zweites Etikett, das eine zuvor<br />

verborgene Beziehung zur Sklaverei enthüllt.<br />

ABBILDUNG<br />

Kara Walker,<br />

Barack Obama as<br />

Othello "The Moor"<br />

With the Severed<br />

Head of Iago,<br />

2019<br />

▶<br />

ABBILDUNG<br />

Un<strong>be</strong>kannt,<br />

versklavte Männer<br />

gra<strong>be</strong>n Grä<strong>be</strong>n,<br />

ca. 1850,<br />

Rijksmuseum<br />

▶<br />

KARA WALKER:<br />

A BLACK<br />

HOLE<br />

IS EVERYTHING<br />

A STAR LONGS TO BE<br />

Z<br />

um ersten Mal zeigt Kara Walker<br />

Hunderte von Zeichnungen,<br />

die sie unter Verschluss gehalten hat.<br />

In der ersten umfassenden Soloausstellung<br />

auf Schweizer Boden präsentiert<br />

das Kupferstichkabinett diesen bisher<br />

nie gezeigten Korpus zusammen mit<br />

brandneuen Ar<strong>be</strong>iten der welt<strong>be</strong>kannten<br />

Amerikanerin.<br />

KUNSTMUSEUM BASEL,<br />

Schweiz<br />

www.kunstmuseumbasel.ch<br />

Bilder: © The National Gallery / Victoria and Al<strong>be</strong>rt Museum / Rijksmuseum Fonds / Kara Wlalker<br />

Wahrheitssadist*<br />

* Stefan Zweig, 1931<br />

24 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 25


INVEST<br />

ART<br />

VINCENT VAN GOGH:<br />

AM MONTMARTRE<br />

M<br />

ehr als ein Jahrhundert war das Bild<br />

im Besitz einer französischen Familie,<br />

nie wurde es in einer Ausstellung gezeigt,<br />

und in Katalogen fanden sich bislang nur<br />

Abbildungen in Schwarz-weiß. Nun ha<strong>be</strong>n<br />

die Eigentümer es dem Pariser Auktionshaus<br />

MIRABAUD MERCIER zum Verkauf anvertraut,<br />

das sich mit SOTHEBY’S zusammentat, um<br />

dem Ereignis eine internationale Ausstrahlung<br />

zu ge<strong>be</strong>n. Am 25. März wurde „Scène de<br />

rue à Montmartre von 1887 <strong>be</strong>i Sotheby’s in<br />

Paris um 13.000.000€ versteigert. Zuvor wurde<br />

das Gemälde in Amsterdam und Hongkong<br />

ausgestellt.<br />

NIKE:<br />

WHAT THE<br />

DUNK?<br />

V<br />

on JAMES ARIZUMI entworfen ist dieses<br />

Paar eines der <strong>be</strong>gehrtesten Sneaker,<br />

die Nike jemals herausgebracht hat. Das<br />

Modell selbst wurde aus 31 verschiedenen<br />

Nike SB Dunks angefertigt. Nike <strong>be</strong>hauptet,<br />

die Kreation von What the Dunk sei "peinlich,<br />

akribisch und absichtlich lächerlich"<br />

gewesen. Außerdem war das neongrüne<br />

Futter des linken Schuhs im extrem<br />

limitierten "eBay Dunk" enthalten, einem<br />

Stil, der nie der Öffentlichkeit<br />

zugänglich<br />

gemacht wurde.<br />

SOTHEBY'S<br />

"What the Dunk"<br />

Nike / James Arizumi<br />

Neu im Karton<br />

Größe: 44<br />

15.000$<br />

PICASSO<br />

B<br />

onhams kündigte den Verkauf eines <strong>be</strong>deutenden<br />

Picasso-Porträts aus dem Jahr 1937 in New<br />

York an, einem der fruchtbarsten Jahre des Künstlers, in<br />

dem er auch Guernica und Weeping Woman schöpfte.<br />

Femme au Béret Mauve wurde im März 1937 gemalt und<br />

ist eine ruhige Darstellung von Picassos größter Muse<br />

Marie-Therese Walter. Die Ar<strong>be</strong>it wird am 13. Mai <strong>be</strong>im<br />

BONHAMS Impressionist and Modern <strong>Art</strong> Sale in New York<br />

versteigert. Das Gemälde wurde nicht mehr öffentlich<br />

ausgestellt, seit es 1984 von den derzeitigen Eigentümern<br />

in einer New Yorker Galerie gekauft wurde. Die Schätzung<br />

liegt zwischen 10.000.000$ und 15.000.000$.<br />

BANKSY:<br />

I CAN’T<br />

BELIEVE<br />

YOU<br />

MORONS<br />

ACTUALLY<br />

BUY THIS<br />

SH*T<br />

CHRISTIE'S<br />

Jean Dubuffet,<br />

Paysage du Pas-de-Calais III,<br />

27 August 1963,<br />

£4.042.500<br />

DAVID MICHAEL:<br />

COCKTAIL<br />

D<br />

ieses einmalige Exemplar eines stilisierten<br />

Blumenrings zentriert einen<br />

1.89-KARÄTIGEN Altschliffdiamanten, akzentuiert<br />

mit zahlreichen kleineren Brillanten,<br />

farbigen Steinen und<br />

Muschelperlen.<br />

SOTHEBY'S<br />

Cocktail Ring<br />

1,89/L/SI1<br />

Größe: 6¾<br />

49.500$<br />

D<br />

er 20th Century Evening Sale <strong>be</strong>i<br />

Christie's bot eine herausragende Auswahl<br />

an Meisterwerken – viele seit Generationen<br />

nicht mehr gesehen – angeführt von einer<br />

außergewöhnlichen Gruppe aus einer französischen<br />

Privatsammlung, darunter Meisterwerke<br />

von Jean Dubuffet, Fernand Léger und<br />

Alexander Calder. Diese außergewöhnliche<br />

Gruppe bot Einblicke in die entscheidenden<br />

Dialoge, die Avantgarde-Künstler in Europa<br />

und Amerika während des gesamten 20.<br />

Jahrhunderts miteinander verbanden, und<br />

<strong>be</strong>leuchtete Freundschaften, künstlerische<br />

Innovationen und den Gedankenaustausch,<br />

die das Jahrhundert vor und nach dem<br />

Zweiten Weltkrieg geprägt ha<strong>be</strong>n. Der Verkauf<br />

wurde ergänzt durch einige der meist<br />

diskutierten und gefragtesten Künstler der<br />

Gegenwart – so fand z. B. auch eine Banksy<br />

Auktion mit dem frechen Titel statt.<br />

26 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 27


ART INVEST<br />

RUDOLF POLANSZKY<br />

ohne Titel, Mischtechnik auf Leinwand, 196 x 150 cm, 1986, Rufpreis: EUR 38.000<br />

KUNST<br />

SAMMELN<br />

Sich souverän auf dem Feld der Kunst <strong>be</strong>wegen zu können, zählt<br />

heute zu den gesellschaftlichen Schlüsselqualifikationen. A<strong>be</strong>r wirklich<br />

souverän ist nur, wer nicht den etablierten Meinungen nachläuft,<br />

sondern sich an seinen ganz persönlichen Erfahrungen, Vorbildungen<br />

und Vorlie<strong>be</strong>n orientiert.<br />

EIN LEITFADEN FÜR WERDENDE SAMMLERINNEN UND SAMMLER<br />

von OTTO HANS RESSLER<br />

1 2<br />

Kunst zu sammeln ist keine Frage der Größe Ihrer<br />

Brieftasche!<br />

Kunst gibt es in jeder Preisklasse. Kunst verlangt a<strong>be</strong>r<br />

andererseits viel mehr von Ihnen als Geld: Nämlich,<br />

dass Sie sich mit ihr auseinandersetzen. Wer nichts kennt, erkennt<br />

auch nichts. Wer nichts „sieht“, hat nichts von der Kunst.<br />

„Sehen“ lernt man, indem man schaut.<br />

Es gibt keine sinnliche Herausforderung, die mehr Spaß macht,<br />

als zu schauen. Ihre erste Aufga<strong>be</strong> als Kunstsammler <strong>be</strong>steht<br />

deshalb darin, zu „schauen“. Und das heißt: auf Ausstellungen<br />

zu gehen, in Museen, zu Vernissagen, zu Auktionen. Und schon<br />

bald werden Sie entdeckten, dass schauen, vergleichen, entdecken<br />

ein pures Vergnügen ist. Werden Sie also Stammgast <strong>be</strong>i<br />

Vernissagen! Freunden Sie sich mit Künstlern, Galeristen, Kuratoren<br />

und Sammlerkollegen an! Holen Sie die Kunst in Ihr Le<strong>be</strong>n!<br />

Es gibt keine Regeln, wie ein Kunstwerk sein<br />

muss, um „gut“ zu sein!<br />

Kunst kann „schön“ sein, sie muss es a<strong>be</strong>r nicht<br />

sein. Qualität ist keine Frage der Ästhetik oder des<br />

Geschmacks. Gute Kunst wird Sie schockieren oder <strong>be</strong>tören,<br />

zum Lachen oder zum Nachdenken anregen. Gute Kunst muss<br />

irgendetwas in Ihnen zum Klingen bringen. Sie muss Sie ansprechen,<br />

herausfordern.<br />

Gute Kunst ist auch immer mehrdeutig, und immer gibt es einen<br />

Rest an Unerklärlichem, ü<strong>be</strong>r das Ihnen auch der Künstler selbst<br />

nichts wird sagen können.<br />

Gute Kunst vermittelt eine Erkenntnis, ist innovativ und authentisch.<br />

Das Verhältnis von Form zu Inhalt muss stimmig sein – keine Sorge:<br />

Schon bald werden Sie ein Gefühl dafür entwickeln, was „gut“ ist. ▶<br />

28 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 29


ART INVEST<br />

1<br />

2<br />

3Finden Sie heraus, was „Qualit ät“ für Sie <strong>be</strong>deutet!<br />

In kaum einer Branche werden Sie den Begriff „Qualität“<br />

so oft hören wie im Kunstmarkt. Da<strong>be</strong>i gibt es<br />

keine allgemeingültige Definition, was Kunst ü<strong>be</strong>rhaupt<br />

ist; ü<strong>be</strong>r ihre „Qualität“ müssen die Aussagen zwangsläufig<br />

also noch viel unsicherer sein. Meist wird dieser Begriff auch KARL<br />

nur verwendet, um den Preis, den ein Werk kostet, zu <strong>be</strong>gründen.<br />

Der Hinweis auf die „Qualität“ ist also nicht sehr hilfreich.<br />

Deshalb: Kaufen Sie, was Ihnen gefällt – a<strong>be</strong>r erst, wenn Sie viel<br />

gesehen und viel verglichen ha<strong>be</strong>n. Das Vergleichen hat den<br />

Vorteil, dass Sie gleichzeitig auch Preisvergleiche anstellen – <strong>be</strong>i<br />

der Kunst können die Preisunterschiede riesig sein! Kaufen Sie<br />

also erst, wenn Sie Ihr eigenes Gespür für „Qualität“ entwickelt<br />

ha<strong>be</strong>n. Grämen Sie sich nicht, wenn Sie ein paar Jahre später<br />

feststellen, dass Ihre ersten Käufe eher Fehlentscheidungen<br />

waren; diese Erfahrung machen fast alle Sammler.<br />

1<br />

2<br />

MARKUS<br />

PRACHENSKY<br />

Umbria, Acryl auf<br />

Leinwand, 130 x 120 cm,<br />

Rufpreis: EUR 18.000<br />

KORAB<br />

Mohnfeld,<br />

Öl auf Leinwand,<br />

164 x 200 cm,<br />

Rufpreis: EUR 12.000<br />

Noch ein Tipp: Sehen Sie sich ein Kunstwerk mehrmals an, <strong>be</strong>vor<br />

Sie sich zum Kauf entschließen: Wenn es in Ihren Augen immer<br />

schöner, immer aufregender, immer „stärker“ wird – kaufen Sie<br />

es! Wenn sich a<strong>be</strong>r, vielleicht nur unmerklich, Ihre Begeisterung<br />

abzuschwächen <strong>be</strong>ginnt, lassen Sie die Finger davon. ▶<br />

30 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 31


ART INVEST<br />

. www.fonto-capital.com<br />

Der Immobilienmarkt:<br />

Anleger kaufen.<br />

Investoren finanzieren.<br />

Einer von <strong>be</strong>iden erwirtschaftet<br />

zweistellige Renditen.<br />

▶<br />

ANDY WARHOL<br />

Shoes, Siebdruck<br />

mit Diamantstaub,<br />

102 x 151 cm,<br />

Rufpreis: EUR 50.000<br />

4Besuchen Sie Ausstellungen!<br />

Gehen Sie auf Vernissagen! Besuchen Sie vor allem<br />

Auktionsausstellungen.<br />

Während in der Galerie in der Regel nur ein Künstler ausgestellt<br />

wird, finden Sie <strong>be</strong>i Auktionen zig Künstler mit ihren Werken.<br />

Hier trennt sich für Sie die Spreu vom Weizen, hier schärft sich<br />

Ihr Qualitätsurteil ü<strong>be</strong>r Kunst am schnellsten.<br />

RESSLER KUNST<br />

AUKTIONEN<br />

Bei der Vor<strong>be</strong>sichtigung zur Auktion<br />

der Ressler Kunst Auktionen<br />

in der Galerie OstLicht, ha<strong>be</strong>n Sie<br />

ab Sie ab 7. Mai (auch am Samstag<br />

und am Sonntag) die nächste<br />

Gelegenheit, Ihr Gespür für Qualität<br />

zu schärfen.<br />

Wenn Sie keine Zeit ha<strong>be</strong>n, die<br />

Ausstellung zu <strong>be</strong>suchen, schauen<br />

Sie sich das Auktionsangebot<br />

einfach online an! Hier können Sie<br />

völlig ungestört gustieren, vergleichen,<br />

Ihr Urteil abge<strong>be</strong>n. Sie können<br />

a<strong>be</strong>r auch Angebote für die<br />

Auktion abge<strong>be</strong>n oder sich zum<br />

Newsletter anmelden.<br />

Die Auktion findet am Montag, 10.<br />

Mai um 17 Uhr in der Galerie Ost-<br />

Licht statt. Wir würden Sie gerne<br />

einladen, einfach, weil Auktionen<br />

spannend und informativ sind<br />

und davon le<strong>be</strong>n, dass möglichst<br />

viele Menschen mitmachen. Sollten<br />

a<strong>be</strong>r die Corona-Maßnahmen<br />

noch gültig sein, wird die persönliche<br />

Teilnahme an der Auktion<br />

stark eingeschränkt sein.<br />

Was wir a<strong>be</strong>r jedenfalls anbieten<br />

können, ist eine kostenlose Einschätzung<br />

der Kunstwerke, die Sie<br />

schon erwor<strong>be</strong>n ha<strong>be</strong>n. Rufen Sie<br />

unter der unten stehenden Nummer<br />

wegen eines Termins an oder<br />

senden Sie Fotos Ihrer Kunstobjekte<br />

direkt an uns per Mail.<br />

Zu wem gehören Sie?<br />

„Alleine im Jahr 2020 gelang es<br />

uns gemeinsam mit Investoren ü<strong>be</strong>r<br />

€50 Mio. an Mezzanine-Kapital in<br />

Immobilienprojekten zu platzieren.“<br />

Und ein weiterer Vorteil ist: Hier sind Preise angeschrie<strong>be</strong>n!<br />

Sie können nicht nur abwägen, was zu Ihrer Brieftasche passt,<br />

sondern auch vergleichen, was ein ähnliches Kunstwerk des<br />

Künstlers anderswo kostet. Und Sie werden entdecken, dass<br />

einander gar nicht so unähnliche Werke sehr unterschiedliche<br />

Preise ha<strong>be</strong>n können. Sie werden erfahren, dass der Preis eines<br />

Kunstwerks ganz wesentlich davon abhängt, wie <strong>be</strong>rühmt der<br />

Künstler ist, der es geschaffen hat.<br />

INFORMATIONEN<br />

Ressler Kunst Auktionen<br />

Abs<strong>be</strong>rggasse 27, 1100 Wien,<br />

c/o Galerie OstLicht,<br />

Tel.: +43 676 4102225<br />

Mail: ressler@resslerkunst.com<br />

www.resslerkunst.com<br />

+43 676 550 17 90<br />

a.alaev@fonto-capital.com<br />

Arik Alaev, CEO & Founder<br />

Die erzielten Renditen auf das investierte Kapital hängen stark vom Projekttyp, der Laufzeit und den geforderten Sicherheiten ab. Erst nach<br />

fundierter Analyse eines Projekts ist eine ordnungsgemäße Rendite-Einschätzung möglich. Für Fragen stehen wir jederzeit zur Verfügung.<br />

Alle Rechte vor<strong>be</strong>halten. ©<br />

32 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 33


ART TOPIC<br />

Kostbare Essenz<br />

des Slow-Aging<br />

NICHTS IST WAHR<br />

ALLES IST ERLAUBT<br />

ES IST VORBEI MIT DER SCHÜCHTERNEN FRAU, ES AUFERSTEHT NUN EINE NEUE, MUTIGE,<br />

DIKTATORISCHE EXTRAVAGANZA. GRELLE FARBEN KOMBINIERT MIT KLASSISCHEN STILEN.<br />

8<br />

WISSENSCHAFT UND ALTES<br />

WISSEN um die Bedürfnisse<br />

unserer Haut sind ne<strong>be</strong>n erlesenen<br />

Naturwirkstoffen die Ingredienzen<br />

von LA SWEET JULIET<br />

von NEOSINO. Kein Jugendkult,<br />

kein Heilversprechen, sondern<br />

eine Ver<strong>be</strong>ugung vor dem, was<br />

wir <strong>be</strong>gehren: Ein Aussehen so<br />

jung und frisch, wie wir es sind.<br />

6<br />

5<br />

7<br />

9<br />

LA SWEET JULIET ist ab sofort in<br />

ausgewählten Douglas Filialen<br />

sowie im Onlineshop erhältlich:<br />

WWW.NEOSINO.AT<br />

4<br />

10<br />

3<br />

11<br />

12<br />

2<br />

13<br />

1<br />

GLÜCKSGEFÜHLE FÜR DIE HAUT: IM NAMEN DER ROSE Die atem<strong>be</strong>rau<strong>be</strong>nd schöne wie auch namensge<strong>be</strong>nde<br />

„Sweet Juliet“ wurde vom Briten David Austin gezüchtet. Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, ar<strong>be</strong>itete er ü<strong>be</strong>r<br />

15 Jahre lang an der Sorte und investierte Millionen in seine Leidenschaft. Was verdeutlicht, dass man einer Vision die<br />

Zeit ge<strong>be</strong>n muss, die sie verdient: Seit 2004 wird in den Labors von NEOSINO geforscht, wie man die <strong>be</strong>sten Slow<br />

Age- Wirkstoffe effektvoll miteinander kombiniert. Rosenöl etwa wirkt regenerativ, straffend, durchblutungsfördernd,<br />

versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und glättet feine Linien – ins<strong>be</strong>sondere <strong>be</strong>i anspruchsvoller Haut.<br />

(1) Midikleid "Wells" aus Baumwolle von STAUD, www.mytheresa.com (2) Tote "Point" Medium aus Leder von BOTTEGA VENETA, www.bottegaveneta.com<br />

(3) Slingback-Pumps aus Nylon von PRADA, www.prada.com (4) Gestickte Pumps mit Knöchelriemen von FENDI, www.fendi.com (5) Shorts aus Baumwolle<br />

von VALENTINO, www.valentino.com (6) Bralette aus Rippstrick von DODO BAR OR, www.mytheresa.com (7) Randlose Metallsonnenbrille von<br />

SAINT LAURENT, www.ysl.com (8) Asymmetrisches Midikleid aus Seide von VALENTINO, www.valentino.com (9) High-rise Shorts aus Baumwolle und<br />

Leinen von MARNI, www.marni.com (10) "Calypso" 70 Mules aus geflochtenem Leder von GIANVITO ROSSI, www.net-a-porter.com (11) Midikleid "Zic"<br />

aus Baumwolle von MAX MARA, at.maxmara.com (12) Kiss Clutch aus Harz von CHLOÉ, www.chloe.com (13) "VLOGO" Ledergürtel von VALENTINO<br />

GARAVANI, www.valentino.com<br />

34 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 35


ART TOPIC<br />

Beeple<br />

WIE CRYPTO ART<br />

DIE WELT EROBERT<br />

DIESE MONUMENTALE COLLAGE WURDE ÜBER 5.000 TAGE VOM<br />

BAHNBRECHENDEN KÜNSTLER BEEPLE (MIKE WINKELMANN)<br />

ERSTELLT UND IST DAS ERSTE REIN DIGITALE KUNSTWERK (NFT),<br />

WELCHES JEMALS BEI CHRISTIE’S ANGEBOTEN WURDE.<br />

Text: KIRIL VERESHCHAGIN<br />

Am 1. Mai 2007 stellte Mike Winkelmann,<br />

auch <strong>be</strong>kannt als Digitalkünstler<br />

Beeple, ein neues Kunstwerk online.<br />

Er tat das Gleiche am nächsten und am<br />

ü<strong>be</strong>rnächsten Tag und am Tag danach,<br />

so kreierte und veröffentlichte er 13<br />

Jahre lang Tag für Tag ein brandneues<br />

digitales Bild oder "everyday", wie er es nannte. Jetzt wurden<br />

diese einzelnen Stücke in EVERYDAYS: THE FIRST 5000 DAYS<br />

zusammengeführt: ein einzigartiges Werk in der Geschichte<br />

der digitalen Kunst.<br />

Die monumentale digitale Collage wurde exklusiv für<br />

Christie's angefertigt, um zwischen dem 25. Februar und<br />

dem 11. März gleichzeitig mit First Open als Einzelverkauf<br />

angeboten zu werden. Somit setzte Christie's gleich zwei<br />

Meilensteine für die Branche; denn Christie's war das erste<br />

große Auktionshaus, das ein rein digitales Werk mit einem<br />

einzigartigen NFT (Non-fungible Token) anbot – praktisch<br />

eine Garantie für dessen Authentizität – und zusätzlich zu den<br />

Standardzahlungsmitteln auch Kryptowährung – in diesem<br />

Fall Ethereum – akzeptierte.<br />

"Christie's hat noch nie zuvor ein "new Media" Kunstwerk<br />

dieser Größenordnung oder Bedeutung angeboten", so Noah<br />

Davis, Spezialist für Nachkriegs- und zeitgenössische Kunst<br />

<strong>be</strong>i Christie's in New York. "Die Akquisition von Beeples<br />

EVERYDAYS: THE FIRST<br />

Werk ist eine einzigartige Gelegenheit, einen Eintrag in der<br />

5000 DAYS von Beeple<br />

wurde am 11. März um<br />

Blockchain selbst zu <strong>be</strong>sitzen, die von einem der weltweit<br />

57,8 Millionen Euro an einen<br />

führenden Digitalkünstler erstellt wurde."<br />

anonymen Käufer versteigert.<br />

Das Anfangsgebot <strong>be</strong>trug<br />

lediglich 36100$.<br />

AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 37


ART TOPIC<br />

VON EINFACHEN ZEICHNUNGEN BIS ZUM LEBEN IN 3D<br />

Konsumenten der Internetkultur werden <strong>be</strong>reits mit dem in<br />

South Carolina ansässigen Grafikdesigner und Motionartist<br />

Beeple vertraut sein.<br />

Seine visionären und oft respektlosen digitalen Bilder ha<strong>be</strong>n<br />

ihn an die Spitze der digitalen Kunstwelt gebracht und ihm<br />

1,8 Millionen Follower auf Instagram und hochkarätige<br />

Kooperationen mit globalen Marken von Louis Vuitton bis<br />

Nike sowie Künstlern wie Katy Perry und Childish Gambino<br />

gewonnen.<br />

In EVERYDAYS: THE FIRST 5000 DAYS hat der Künstler<br />

wiederkehrende Themen und Farbschemata zu einem ästhetischen<br />

Ganzen zusammengefügt. Die einzelnen Stücke sind<br />

in loser chronologischer Reihenfolge angeordnet: Das Vergrößern<br />

zeigt Bilder, die abwechselnd abstrakt, fantastisch, grotesk<br />

oder absurd, zutiefst persönlich oder repräsentativ für<br />

aktuelle Ereignisse sind. Wiederkehrende Themen sind die<br />

Besessenheit und Angst der Gesellschaft vor Technologie; der<br />

Groll und das Verlangen nach Reichtum; a<strong>be</strong>r auch Amerikas<br />

politische Turbulenzen.<br />

Die <strong>be</strong>merkenswerten Unterschiede zwischen den frühen<br />

und späten Bildern zeigen Beeples enorme Entwicklung<br />

als Künstler. Zu Beginn des Projekts waren „everydays“<br />

grundlegende Skizzen. Als Beeple anfing, in 3D zu ar<strong>be</strong>iten,<br />

nahmen sie jedoch abstrakte Themen, Far<strong>be</strong>n und Formen an.<br />

In den letzten fünf Jahren sind sie immer dreister geworden<br />

und <strong>be</strong>zogen sich auf aktuelle Ereignisse.<br />

10.07.20 "Ich fertigte es etwa eine Stunde unmittelbar nach der Vizepräsidentendebatte<br />

2020 an, als Mike Pence unerwartet eine Fliege auf dem Kopf landete. Ich<br />

denke, dieses Bild zeigt deutlich, dass die Geschichte etwas mehr zu bieten hat."<br />

"Anstatt simple Skizzen zu machen, verwende ich die<br />

fortschrittlichsten 3D-Tools, um Kommentare zu aktuellen<br />

Ereignissen fast in Echtzeit abzuge<strong>be</strong>n.", erklärt Beeple.<br />

EIN MEILENSTEIN FÜR SAMMLER DIGITALER KUNST<br />

Digitale Kunst hat eine etablierte Geschichte, die bis in die<br />

1960er-Jahre zurückreicht. Die Leichtigkeit der Vervielfältigung<br />

machte es jedoch traditionell nahezu unmöglich, dem Medium<br />

Herkunft und Wert zuzuweisen.<br />

Die kürzlich erfolgte Einführung von NFTs (Non-fungible<br />

Tokens) und der Blockchain-Technologie hat es Sammlern<br />

und Künstlern ermöglicht, den rechtmäßigen Eigentümer<br />

und die Echtheit digitaler Kunstwerke zu ü<strong>be</strong>rprüfen. Die<br />

Collage wird also direkt von Beeple an den Käufer geliefert,<br />

zusammen mit einer eindeutigen NFT, die mit der nichtfälschbaren<br />

Unterschrift des Künstlers verschlüsselt und in<br />

der Blockchain eindeutig gekennzeichnet ist.<br />

Ich sehe es jetzt<br />

fast so als wäre<br />

ich ein politischer<br />

Karikaturist<br />

01.07.21<br />

„Ich ha<strong>be</strong> das am 5.000sten<br />

Tag gemacht. Es enthält viele<br />

der Charaktere und Themen,<br />

die ich in den letzten Jahren<br />

angesprochen ha<strong>be</strong> und die<br />

als Musen um ein zeichnendes<br />

Kind dargestellt<br />

werden – als Referenz zu<br />

meiner 38 ersten AQ Zeichnung." FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 39


ART TOPIC<br />

2<br />

The <strong>Art</strong> Director's<br />

LUXURY<br />

GUIDE<br />

3<br />

4<br />

Mode war schon immer ein prominentes Thema in der Kunst, so stellen<br />

antike Gemälde stets die Fashion jener Zeit zur Schau, in der sie gemalt<br />

wurden; denn auch Christis Kreuzwege, welche ein <strong>be</strong>liebtes Thema<br />

unter den Künstlern des Mittelalters waren, wurden ü<strong>be</strong>rwiegend an<br />

die Mode ihrer Zeit angepasst. Wenn man diese Bilder also aus einer<br />

geschichtswissenschaftlichen Sicht <strong>be</strong>trachtet, so wirken sie völlig absurd.<br />

1<br />

Unsere Idee war also: "Wie würden jene ü<strong>be</strong>raus imposanten Gemälde<br />

aussehen, wenn sie zwar mit dersel<strong>be</strong>n Idee, a<strong>be</strong>r mit Gegenständen,<br />

Accessoires und Kleidern des 21. Jahrhunderts gemalt wären?" Was<br />

würden uns Hol<strong>be</strong>ins Gesandte mitbringen und welchen Look würde die<br />

Dame mit dem Hermelin präsentieren?<br />

KIRIL VERESHCHAGIN<br />

<strong>Art</strong> & Creative Director<br />

5<br />

7<br />

9<br />

1<br />

2<br />

VERSACE<br />

Vergoldete Halskette "Medusa"<br />

mit typischem La<strong>be</strong>l-Motiv<br />

www.versace.com<br />

LLADRÓ<br />

Skulptur "Samurai Warrior"<br />

Handar<strong>be</strong>it mit Emaille verziert<br />

www.artedona.com<br />

7<br />

8<br />

PENHALIGON'S<br />

The Inimitable William Penhaligon.<br />

Eau de Parfum, 75ml<br />

www.penhaligons.com<br />

LA PRAIRIE<br />

Pure Gold Radiance Eye Cream,<br />

Revitalisierende Augencreme, 20 ml<br />

www.laprairie.com<br />

6<br />

8<br />

3<br />

STUDIO PALATIN<br />

"Charta Nera Black Paper", Edellampe<br />

aus Bronze & Leder<br />

www.studiopalatin.com<br />

9<br />

LUX SPIRITS<br />

Lux Gold & Whisky, Österreichischer<br />

Whisky mit Blattgold, 0.7l<br />

www.lux-spirits.at<br />

4<br />

TOM FORD<br />

Herren-Ledergürtel mit "Double<br />

T" Schnalle.<br />

www.naegelestru<strong>be</strong>ll.at<br />

10<br />

GIVENCHY<br />

Große Herrentasche "Antigona"<br />

aus weichem Kalbleder.<br />

www.montblanc.com<br />

ORIGINALWERK<br />

DIE GESANDTEN<br />

Hans Hol<strong>be</strong>in der Jüngere,<br />

1533, Öl auf Holz<br />

Montage für <strong>Art</strong> <strong>Quarterly</strong><br />

10 11 12<br />

5<br />

6<br />

YVES SAINT LAURENT<br />

La Nuit de L’homme Bleu Électrique,<br />

Eau de Toilette, 60m<br />

www.ysl<strong>be</strong>auty.fr<br />

PENHALIGON'S<br />

Babylon, Eau de Parfum, 100ml<br />

www.penhaligons.com<br />

11<br />

12<br />

PORTOLANO<br />

Herrenhandschuhe aus Na<strong>be</strong>lschweinleder.<br />

Exklusiv <strong>be</strong>i:<br />

www.neimanmarcus.com<br />

BERLUTI<br />

Scritto Leder Aktentasche<br />

www.mrporter.com<br />

40 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 41


ART TOPIC<br />

Cartier<br />

PANTHÈRE DE CARTIER<br />

SONNENBRILLE<br />

— Elegant, zeitlos und <strong>be</strong>sonders<br />

hochwertig. Dieses Panthère<br />

de Cartier Modell ü<strong>be</strong>rzeugt<br />

mit seiner femininen Oversize-<br />

Passform samt sechseckigen<br />

Verlaufsgläsern und einem<br />

goldfar<strong>be</strong>nen Metall-Rahmen,<br />

der mit dem namensge<strong>be</strong>nden<br />

Symbol in Form eines Panthers<br />

an den Bügeln akzentuiert ist.<br />

www.cartier.com<br />

David Yurman<br />

CABLE<br />

KLASSISCHES ARMBAND<br />

— Armband aus poliertem Sterlingsil<strong>be</strong>r<br />

und 14-Karat Gelbgold-<br />

Fassungen welche zwei natürliche<br />

Türkise <strong>be</strong>rgen.<br />

www.davidyurman.com<br />

1<br />

Maison<br />

3<br />

1<br />

2Alexander<br />

McQueen<br />

CHAIN CHOKER<br />

HALSKETTE AUS MESSING<br />

— Gro<strong>be</strong> Ketten gehören weiterhin<br />

zu den wichtigsten Trends<br />

der Saison. Alexander McQueen<br />

verpackte das Design in eine<br />

kurze Chocker-Form und nutzte<br />

gleichzeitig gold- und sil<strong>be</strong>rfar<strong>be</strong>nes<br />

Messing, damit es <strong>be</strong>sonders<br />

vielseitig einsetzbar bleibt.<br />

www.alexandermcqueen.com<br />

4Pomellato<br />

NUDO – DEEP BLUE<br />

KLASSISCHER RING<br />

— Ring aus Rosé- und Weißgold<br />

18 kt. mit 58 diamanten (0,73 kt.),<br />

einem Topas in London-Blue und<br />

einem Türkis (10 kt.)<br />

Alaïa<br />

ROSE-MARIE 24<br />

BUCKET-BAG<br />

— Die mittelgroße Bucket-Bag<br />

wurde aus luxuriösem rotem Pythonleder<br />

in Italien gefertigt und<br />

mit sil<strong>be</strong>rfar<strong>be</strong>nen Nieten am Riemen<br />

verziert. Per Zugband lässt<br />

sich das Accessoire verschließen<br />

und erhält dadurch gleichzeitig<br />

eine angepasste Form.<br />

www.maison-alaia.com<br />

Longines<br />

DOLCEVITA<br />

KLASSISCHE UHR<br />

— Inspiriert vom „Dolce Vita“ wird<br />

sie als eine Hymne an das süße<br />

Le<strong>be</strong>n verstanden. Diese Uhr wird<br />

jene Frau verzau<strong>be</strong>rn, die den<br />

Charme zur Le<strong>be</strong>nskunst macht.<br />

www.longines.com<br />

6<br />

8<br />

7<br />

Christian<br />

Louboutin<br />

ELISA<br />

SCHULTERTASCHE AUS LEDER<br />

5<br />

www.pomellato.com<br />

6<br />

9<br />

— Das kirschrote Modell wurde<br />

in Italien aus feinem Kalbsleder<br />

gefertigt und mit goldfar<strong>be</strong>ner<br />

Hardware akzentuiert. Mehrere<br />

Fächer im Inneren bieten zudem<br />

genügend Platz für Essentials,<br />

während der verstellbare Schulterriemen<br />

mehrere Tragemöglichkeiten<br />

bietet.<br />

www.christianlouboutin.com<br />

2<br />

7<br />

DROP<br />

Oscar<br />

de la Renta<br />

EARRINGS<br />

CLIP-OHRRINGE MIT KRISTALLEN<br />

3<br />

4<br />

8<br />

— Das in den USA gefertigte<br />

Schmuckstück <strong>be</strong>steht aus sil<strong>be</strong>rfar<strong>be</strong>nem<br />

Messing und ist mit<br />

drei unterschiedlich geformten<br />

Kristallen in unterschiedlichen<br />

Blautönen <strong>be</strong>setzt.<br />

www.mytheresa.com<br />

9<br />

Chloé<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021<br />

PONCHO AUS SCHURWOLLE<br />

5<br />

ORIGINALWERK<br />

DIE DAME MIT DEM<br />

HERMELIN<br />

Leonardo da Vinci, 1489<br />

Öl und Tempera auf Holz<br />

ORIGINALWERK<br />

GIRL WITH A<br />

POMEGRANATE<br />

William A. Bouguereau,<br />

1875, Öl auf Leinwand<br />

— Perfekt für voluminöse Layering-Looks:<br />

Das Cape macht mit<br />

einer weit geschnittenen Silhouette<br />

aus weicher Schurwolle auf<br />

sich aufmerksam. In Brauntönen<br />

gehaltene Streifen sowie eine<br />

dezente Logo-Intarsie unterstreichen<br />

die Linienführung des in<br />

Frankreich gefertigten Modells.<br />

Montage für <strong>Art</strong> <strong>Quarterly</strong><br />

Montage für <strong>Art</strong> <strong>Quarterly</strong><br />

www.chloe.com<br />

42 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 43


Prada<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021<br />

PRADA SIGNAUX<br />

— Bedruckter Rucksack aus Nylon<br />

Der Rucksack aus Nylon, ein ikonisches<br />

Prada–Accessoire, präsentiert<br />

sich mit neuen Prints.<br />

Die Kunstwerke von Peter de<br />

Potter unterbrechen als kontrastierende<br />

grafische Gestaltungsmittel<br />

für die Kollektion uniforme<br />

O<strong>be</strong>rflächen.<br />

www.prada.com<br />

2<br />

1Tom Ford<br />

(LOOK 12)<br />

HERBST/WINTER 2021<br />

— Black hopsack double breasted<br />

peak lapel jacket with metal<br />

buttons<br />

— Gold mirrored wired pendant<br />

earrings<br />

— Black soft calf leather bianca<br />

shoulder bag<br />

— Black nappa leather lux 105mm<br />

pump with iconic gold chain detail<br />

www.tomford.com<br />

3<br />

Valentino<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021<br />

ROMAN STUD —<br />

THE SHOULDER BAG<br />

ORIGINALWERK<br />

GRABLEGUNG CHRISTI<br />

Michelangelo Merisi da<br />

Caravaggio, 1602–1604<br />

Öl auf Leinwand<br />

Montage für <strong>Art</strong> <strong>Quarterly</strong><br />

— Große Valentino Garavani<br />

Tasche aus Lammnappaleder<br />

mit Kettenriemen.<br />

Die Tasche kann dank dem abnehmbaren<br />

Griff und dem abnehm-<br />

und verschiebbaren Kettenriemen<br />

als Schultertasche,<br />

Crossbody Bag oder in der Hand<br />

getragen werden.<br />

www.valentino.com<br />

LIBRE, THE EAU DE PARFUM<br />

& THE NEW EAU DE TOILETTE<br />

44 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 45<br />

YSLBEAUTY.COM<br />

DUA LIPA


Das Serum<br />

der Götter<br />

WEIL SCHÖNHEIT NICHTS<br />

GERINGERES VERDIENT ALS<br />

EIN MEISTERWERK<br />

Maison Valmont präsentiert<br />

l'Elixir des Glaciers, die prestigeträchtigste<br />

unter den Kosmetiklinien.<br />

Diese einzigartige<br />

Produktreihe ist reich an Kompositionen<br />

hochkonzentrierter<br />

Aktivstoffe aus der un<strong>be</strong>rührten<br />

Schweizer Natur, <strong>be</strong>ginnend mit<br />

dem reinsten Wasser, gewonnen<br />

am Fuße eines Gletschers.<br />

DENN DER SCHÖNHEIT<br />

GEBÜHRT HÖCHSTE EHRE…<br />

Eine wahre Schönheitsrezeptur:<br />

Fluide Merveilleux verschmilzt<br />

mit der Haut dank seiner<br />

extrafeinen, seidigen Textur, die<br />

mit Hilfe von Nanoemulsionstechnologie<br />

erzielt wurde. Diese<br />

Pflegeessenz wirkt wie ein<br />

Prä-Serum, das das Strahlen der<br />

Haut intensiviert und die<br />

kostbaren Mineralien liefert, die<br />

für atem<strong>be</strong>rau<strong>be</strong>nde Schönheit<br />

unerlässlich sind.<br />

Das Beauty-Geheimnis von<br />

morgen. Entdecken Sie selbst<br />

das l'Elixir unter:<br />

WWW.LAMAISONVALMONT.COM<br />

THE ART OF<br />

Sisley<br />

Was<br />

der Tag der<br />

Nacht schuldig<br />

ist. IZIA LA NUIT: eine<br />

Lie<strong>be</strong>serklärung. Dieser Duft<br />

erscheint wie eine zweite Verabredung,<br />

mit einer Ode<br />

an die Nacht und<br />

neuer Intensität.<br />

IZIA LA NUIT<br />

Das neueste Kapitel der<br />

For Her Duftkollektion von<br />

Narciso Rodriguez, MUSC<br />

NOIR ist ein Statement<br />

zur unendlich geheimnisvollen<br />

Natur der weiblichen<br />

Sinnlichkeit.<br />

IDÔLE SPRING 2021<br />

LIMITED EDITION<br />

VON LANCÔME<br />

Diesen Frühling feiert<br />

Lancôme die Lie<strong>be</strong><br />

und die Leidenschaft<br />

mit einer Limited Edition<br />

von Idôle. Hierzu<br />

wurde ein außergewöhnliches<br />

Flakon geschaffen,<br />

ein Flakon,<br />

das mit goldenen<br />

Mantras <strong>be</strong>druckt<br />

wurde,<br />

um einen Duft zu enthüllen,<br />

der den Mut hat, sich<br />

selbst zu <strong>be</strong>weisen, zu<br />

sagen, dass die Lie<strong>be</strong><br />

unaufhaltsam ist.<br />

FOR HER MUSC NOIR<br />

VON NARCISO<br />

RODRIGUEZ<br />

LA NUIT TRÉSOR<br />

DENTELLE DE ROSES<br />

VON LANCÔME<br />

Lancôme und Sophie Hallette: eine<br />

französische Lie<strong>be</strong>sgeschichte. Durch<br />

die Linse der ikonischen Rose und dem<br />

mittlerweile legendärem Duft La Nuit<br />

Trésor gesehen, lädt Lancôme dazu<br />

ein, <strong>be</strong>dingungslose Lie<strong>be</strong> als<br />

das Wichtigste im Le<strong>be</strong>n<br />

LIGHT<br />

und jeden einzelnen Tag<br />

BLUE<br />

zu schätzen zu wissen.<br />

FOREVER<br />

VON<br />

DOLCE &<br />

GABBANA<br />

LIBRE VON<br />

YVES SAINT<br />

LAURENT<br />

Das<br />

Freisetzen<br />

der intensiven<br />

Ausdruckskraft<br />

von<br />

bringt einen erfrischend<br />

neuen<br />

Duft hervor.<br />

Moschus<br />

Diese Rose spielt mit<br />

den Nuancen: Sie<br />

vermischt das Florale<br />

mit dem Maskulinen,<br />

das Gro<strong>be</strong> mit dem<br />

Zarten. Eine männlich<br />

interpretierte Rose für<br />

Frauen, die gerne<br />

„Libre“ sein,<br />

sich frei und<br />

selbst<strong>be</strong>wusst<br />

zu fühlen – seit<br />

jeher In<strong>be</strong>griff<br />

und Definition<br />

von Yves Saint<br />

Laurent.<br />

LES HEURES<br />

VOYAGEUSES<br />

OUD & PINK<br />

VON CARTIER<br />

Light Blue Forever,<br />

das neueste Kapitel der Light Blue Story, ist eine duftende Ode<br />

an die wahre Lie<strong>be</strong> in all ihren Formen und Far<strong>be</strong>n, auf Capri,<br />

ihrer ursprünglichen Heimat.<br />

CHANCE<br />

EAU TENDRE<br />

Ein strahlender<br />

blumig-fruchtiger Duft.<br />

Eine Komposition mit faszinierendem<br />

Herzen, von einem<br />

Jasmin-Absolue und<br />

Rosen-Essenz intensiviert.<br />

FRAGRANCE<br />

Mit Libre schenkt<br />

Yves Saint Laurent<br />

Beauty der Frau<br />

die Freiheit, ihr<br />

innerstes Wesen<br />

auszudrücken.<br />

Selbst<strong>be</strong>wusst.<br />

Sinnlich. Sexy.<br />

Herrenparfums<br />

tragen, die mit<br />

der Zweideutigkeit<br />

flirten, sich in raues,<br />

dunkles Oud hüllen<br />

und einen Smoking<br />

mit nichts darunter<br />

tragen. Unaufhaltbar.<br />

Chanel<br />

LE BAIN DE<br />

CHANCE<br />

46 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021<br />

www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 47


Urban<br />

Jungle<br />

WIR LIEBEN<br />

DAS DRAMA<br />

ES GEHT VORWÄRTS: VON DER PRINZESSIN AUF DER ERBSE ZUR QUEEN OF THE HOUSE.<br />

6<br />

7<br />

8<br />

5<br />

GLÜHENDE HITZE<br />

IM GARTEN VON<br />

JEAN PAUL GAULTIER:<br />

DER DUFT – EIN NEKTAR<br />

Als könnten wir dank eines saftigen<br />

Akkords den unerschöpflichen<br />

Durst nach Sinnlichkeit auf der ganzen<br />

Welt stillen. Vanille, Birne und Mandel...<br />

zum An<strong>be</strong>ißen! Tollkirsche<br />

und Moschus, eine <strong>be</strong>törende<br />

Macht, vor der wir in die Knie<br />

gehen! Dann Bergamotte,<br />

geröstete Tonkabohne<br />

und Jasmin – Ein<br />

Verlangen, so wie<br />

das Kosten eines<br />

noblen<br />

Weines.<br />

4<br />

11<br />

9<br />

10<br />

3<br />

1<br />

2<br />

12<br />

La Belle Le Parfum<br />

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(1) Sì Eau de Parfum Intense von GIORGIO ARMANI, www.armani<strong>be</strong>auty.com (2) Slingback-Pumps "VLOGO" aus Leder von VALENTINO GARAVANI,<br />

www.valentino.com (3) Doppelreihiger Blazer aus Woll-Twill von BALMAIN, www.balmain.com (4) Sandalen "Versilia" 60 von GIANVITO ROSSI,<br />

www.mytheresa.com (5) Midikleid aus Jacquard-Strick mit Wellenkanten von MAISON ALAÏA, www.maison-alaia.com (6) "Marie", verzierte Schultertasche<br />

aus Veloursleder von BOTTEGA VENETA, www.bottegaveneta.com (7) Bordeauxrotes Cape von VALENTINO, www.valentino.com (8) Klassischer<br />

Blazer aus Baumwolle von ALEXANDER MCQUEEN, www.alexandermcqueen.com (9) "Niki", mittelgroße Schultertasche aus gestepptem Leder von SAINT<br />

LAURENT, www.ysl.com (10) Verzierte Spitz-Pantoletten "Bianca" von DOLCE & GABBANA, www.dolcegabbana.com (11) Midikleid aus Jacquard von<br />

CAROLINA HERRERA, www.mytheresa.com (12) Dolce Rose Eau de Toilette von DOLCE & GABBANA BEAUTY, www.dolcegabbana<strong>be</strong>auty.com<br />

48 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 49


Natürliche<br />

Perfektion<br />

30 JAHRE<br />

BAHNBRECHENDE<br />

FORSCHUNG<br />

Augustinus Bader wurde als<br />

eine von Wissenschaft<br />

geführte Marke mit der<br />

Mission der ununterbrochenen<br />

Innovation und dem<br />

Versprechen, sich niemals<br />

auf Erfolg auszuruhen,<br />

gegründet.<br />

THE RICH CREAM<br />

Mit dieser hochmodernen<br />

Formel, die auf der fortschrittlichsten<br />

Hautpflegewissenschaft<br />

der Welt basiert,<br />

legt Augustinus Bader<br />

erneut die Messlatte höher.<br />

Diese 2.0-Formulierung ist<br />

seidig strukturiert, tief<br />

pflegend und äußerst<br />

effektiv. Sie ist vegan und<br />

bietet eine <strong>be</strong>ssere Erfahrung<br />

und <strong>be</strong>ssere Ergebnisse –<br />

<strong>be</strong>legt durch <strong>be</strong>ispiellose<br />

Anwenderstudien.<br />

THE ART OF<br />

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& BEAUTY MASK<br />

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Gesichtsreinigungspuder<br />

mit schonend vermahlenen<br />

Perlen und edlen<br />

handverlesenen Kräutern<br />

ist ein Must-have von<br />

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ab der ersten Anwendung<br />

durch eine Vielfalt an<br />

Einsatzmöglichkeiten,<br />

die außergewöhnliche<br />

Pflegeformel und das<br />

praktische Handling.<br />

Master Lin<br />

COSMETOLOGY<br />

SOIN LAVANT<br />

LISSANT<br />

Reinigende Pflege mit<br />

glättenden Eigenschaften,<br />

die eigens<br />

entwickelt wurde,<br />

um Kopfhaut und<br />

Haarlängen sanft<br />

zu reinigen und zu<br />

revitalisieren.<br />

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LA CRÈME 230<br />

DIE SISLEY INNOVATION<br />

Eine neue thermoaktive<br />

Technologie, die es<br />

von nun an ermöglicht,<br />

reparierende<br />

Wirkstoffe in das<br />

Innere der<br />

Haarfaser einzuschleusen,<br />

um diese zu<br />

schützen<br />

und zu verschönern.<br />

30 Jahre revolutionäre<br />

Wissenschaft: Hochwirksam,<br />

medizinisch, natürlich, vegan.<br />

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CONCENTRATE<br />

Das bahnbrechende Shiseido<br />

Hautpflegeprodukt, welches<br />

gezielt die drei Schwachstellen<br />

von Männerhaut<br />

angeht – zugunsten<br />

eines vitaleren, energiegeladenen<br />

und<br />

souveränen maskulinen<br />

Auftretens.<br />

SHISEIDO MEN<br />

ULTIMUNE konzentriert<br />

sich auf<br />

die inneren Widerstandskräfte<br />

der Haut,<br />

die antioxidative Kraft<br />

und den Schutz vor<br />

Schäden – mit dem Expertenwissen<br />

aus der Shiseido<br />

Forschung. Ultimune revitalisiert<br />

müde wirkende Haut<br />

und wirkt für ein vitaleres und<br />

energiegeladenes Aussehen,<br />

den Zeichen der Hautalterung<br />

entgegen.<br />

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ZOË KRAVITZ COLLECTION<br />

FACE SERUM<br />

Die Textur ist die reinste<br />

Wohltat, die Far<strong>be</strong>n sind<br />

traumhaft intensiv und das<br />

Finish – der unvergleichliche<br />

Satin-Glow – ist einfach<br />

umwerfend! Zoë Kravitz<br />

kreierte gemeinsam<br />

YSL<br />

mit YSL Beauty eine<br />

außergewöhnliche<br />

Lippenstift-Kollektion.<br />

Sveta<br />

Das Serum reguliert mit<br />

Hyaluron und Betain den<br />

Feuchtigkeitshaushalt der<br />

Haut und ist die perfekte<br />

Ergänzung zum Balm<br />

Intense, kann a<strong>be</strong>r auch<br />

alleine als leichte Tagespflege<br />

verwendet werden.<br />

50 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 51


ART TOPIC<br />

LA PRAIRIE PRÄSENTIERT:<br />

PLATINUM RARE<br />

Vor fast einem Jahrhundert war ein junger Mann fasziniert<br />

von dem Traum, die Zeit stillstehen zu lassen. Der brillante<br />

Schweizer Arzt Dr. Paul Niehans sollte diesem<br />

Traum treu blei<strong>be</strong>n: Er ergründete schließlich<br />

das Geheimnis der Zeit und stellte seine Forschung<br />

in den Dienst zeitloser Schönheit. Nach<br />

jahrelanger wegweisender und unermüdlicher<br />

Forschungsar<strong>be</strong>it <strong>be</strong>gründete er 1931 seine<br />

bahnbrechende Zellulartherapie. Getreu seiner<br />

Ü<strong>be</strong>rzeugung, dass Verjüngung nicht „dem Le<strong>be</strong>n mehr Jahre,<br />

sondern den Jahren mehr Le<strong>be</strong>n schenken“ sollte, bot er diese<br />

Therapie einem exklusiven Kundenkreis in der ruhigen Abgeschiedenheit<br />

der Clinique La Prairie an. Inspiriert von Dr.<br />

Paul Niehans’ richtungsweisenden Ideen und basierend auf<br />

der Skin-Biology-Forschung des 21. Jahrhunderts, entwickelte<br />

La Prairie die Quintessenz der Platinum Rare Collection: die<br />

Wissenschaft von Haute-Rejuvenation.<br />

DIE WISSENSCHAFT VON HAUTE-REJUVENATION<br />

Die Haut <strong>be</strong>sitzt die Fähigkeit, sich selbst zu erneuern. Diese-<br />

Fähigkeit <strong>be</strong>ruht auf verschiedenen, perfekt aufeinander abgestimmten<br />

und von Signalmolekülen gesteuerten Verjüngungsprozessen.<br />

Haute-Rejuvenation revitalisiert und unterstützt<br />

diese einzigartige Fähigkeit, indem es deren alterungs<strong>be</strong>dingtem<br />

Nachlassen gegensteuert. Durch das Zusammenspiel der<br />

einzelnen Verjüngungsprozesse werden weitere verjüngende<br />

Zellmechanismen angeregt. Ein positiver Kreislauf der Verjüngung<br />

<strong>be</strong>ginnt, der sich in allen Hautschichten wirksam und<br />

umfassend den Zeichen der Alterung entgegenstellt. Doch das<br />

war für La Prairie noch nicht genug. Um Dr. Niehans’ Vision zu<br />

verwirklichen, entwickelte La Prairie mit Platinum Rare Haute-<br />

Rejuvenation Protocol eine Intensivkur, um die mit zunehmendem<br />

Alter nachlassenden Hautfunktionen auszugleichen<br />

und die Haut sichtbar neu zu <strong>be</strong>le<strong>be</strong>n. Für die Wissenschaft<br />

von Haute-Rejuvenation ist Platinum Rare Haute-Rejuvenation<br />

Protocol ein Geniestreich.<br />

52 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 53


ART LUXURY<br />

DURCHBRECHEN. WIEDERBELEBEN. ERSCHAFFEN.<br />

NEUE HAUT VON INNEN HERAUS.<br />

Mit zunehmendem Alter lässt die Aktivität der Hautzellen<br />

nach: Die Stammzellen produzieren weniger Hautzellen und<br />

diese bilden weniger Bausteine für die extrazelluläre Matrix –<br />

die zugrunde liegende Struktur der einzelnen Hautschichten,<br />

die für die Stärke, Festigkeit, Elastizität und Dichte der Haut<br />

verantwortlich ist. Die Haut wird zunehmend dünner.<br />

Diesem alters<strong>be</strong>dingten Volumenverlust wirkt Platinum Rare<br />

Haute-Rejuvenation Protocol dreifach entgegen.<br />

» Kultur braucht<br />

einen wachen Geist.<br />

Zum Beispiel Ihren. «<br />

Zunächst erhöht sie vorü<strong>be</strong>rgehend die Durchlässigkeit der<br />

Hautbarriere, damit die Haut alle Aktivstoffe optimal aufnehmen<br />

und in vollem Umfang nutzen kann.<br />

Anschließend entfalten diese Aktivstoffe ihre umfassende Wirkung:<br />

Platinum Rare Haute-Rejuvenation Protocol regt die<br />

Neu<strong>be</strong>lebung der Hautzellen an. Diese können sich wieder umfassend<br />

erneuern und die extrazelluläre Matrix regenerieren.<br />

Aus Ü<strong>be</strong>rzeugung leistet die GRAWE seit vielen Jahren gerne<br />

einen Beitrag zur Förderung von Kunst und Kultur.<br />

Infos:<br />

0463-31102-4011<br />

klagenfurt@grawe.at<br />

TRAUT DEN<br />

TRÄUMEN,<br />

DENN IN IHNEN<br />

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DAS VERBORGENE<br />

TOR ZUR<br />

EWIGKEIT.<br />

– Khalil Gibran –<br />

DIE TECHNIK DER VEJ ÜNGUNG<br />

Drei Platinum Rare Haute-Rejuvenation Protocol Phiolen bilden<br />

eine vierwöchige Intensivkur, die bis zu vier Mal pro Jahr<br />

angewendet wird. In der Zeit zwischen den Anwendungen<br />

kann die Haut ihr natürliches Gleichgewicht wiedererlangen.<br />

Die Experience <strong>be</strong>ginnt mit dem Öffnen des eleganten Etuis<br />

im typischen Graphitgrau von La Prairie. Im Inneren sind drei<br />

amethystfar<strong>be</strong>ne Phiolen verborgen, ergänzt von einer Glaspipette<br />

und einem exklusiven „Platin Katalysator“ zum Mischen<br />

und Aktivieren der Kur.<br />

grawe.at<br />

Durch das neu gebildete Gewe<strong>be</strong> erscheint die Haut schließlich<br />

sichtbar verjüngt. Ein einzigartiges Ergebnis, in dem sich Dr.<br />

Niehans’ Traum von der unvergänglichen Schönheit spiegelt.<br />

Platinum Rare Haute-Rejuvenation Protocol enthält ne<strong>be</strong>n Signalmolekülen,<br />

die das Zellwachstum anregen, auch das zum<br />

Patent angemeldete Platinum Multi-Peptide und den exklusiven<br />

Cellular Complex von La Prairie, die <strong>be</strong>ide die Haut neu <strong>be</strong>le<strong>be</strong>n.<br />

Die einzigartige Wirksamkeit dieser Formel wurde mit absolut<br />

erstaunlichen Ergebnissen in klinischen Studien nachgewiesen.<br />

Jede der drei Phiolen hat zwei Kammern, in der die <strong>be</strong>iden Formulierungen<br />

getrennt voneinander und gut geschützt auf<strong>be</strong>wahrt<br />

werden. In dem Moment, in dem die konzentrierte und<br />

die transparente Phase im Platin Katalysator aufeinander treffen,<br />

entfalten sie ihre ganze Magie und machen das Versprechen<br />

der Verjüngung sinnlich erfahrbar.<br />

Die von der Schönheit des Platins entfachte, opalisierende Formulierung<br />

gelangt bis in die tieferen Hautschichten, wo sie ihre<br />

Wirkung entfaltet. Der dezente und ikonische Duft der Platinum<br />

Rare Collection gibt den Ton für die verjüngende Intensivkur<br />

an. Die Haut wird regeneriert, geglättet und gestrafft.<br />

Alljährlich werden in einer unabhängigen Studie (FMVÖ Recommender Award) 8.000 Versicherungskunden in ganz Österreich zu ihrer Zufriedenheit und Bereitschaft zur Weiterempfehlung <strong>be</strong>fragt.<br />

54 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

Die GRAWE steht <strong>be</strong>i den ü<strong>be</strong>rregionalen Versicherungen in der Gesamt<strong>be</strong>wertung der www.art-quarterly.com<br />

Versicherungen im Durchschnitt der Jahre 2016-2020 klar an erster FRÜHJAHR/SOMMER Stelle. Details: grawe.at/meistempfohlen<br />

2021 AQ 55


ART TOPIC<br />

DENN DIE<br />

WEISHEIT IST<br />

STETS MIT<br />

DEN BESON-<br />

NENEN<br />

Heidi Goëss-Horten im<br />

<strong>Art</strong> <strong>Quarterly</strong> Exklusiv-<br />

Interview<br />

Spätestens seit im Sommer 2018 erstmals die HOCHKARÄTIGE<br />

KUNSTSAMMLUNG der Mäzenin und erklärten Philantropin Heidi<br />

Goëss-Horten im LEOPOLD MUSEUM der staunenden Öffentlichkeit<br />

präsentiert wurde, war eines klar, diese Sammlung verdient ihr<br />

eigenes Museum und e<strong>be</strong>n dieses entsteht nun gerade im Wiener<br />

Hanuschhof zwischen Al<strong>be</strong>rtina, Burggarten und Staatsoper. ART<br />

QUARTERLY Chefredakteur NIKOLAUS IMMANUEL KÖHLER wurde die<br />

große Ehre zuteil, die Kunstliebha<strong>be</strong>rin zu ihren großen Leidenschaften<br />

zu <strong>be</strong>fragen. Ein Gespräch, das so vielseitig und facettenreich ist wie<br />

die Sammlerin selbst.<br />

56 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 57


ART INTERVIEW<br />

Verehrte Heidi Goëss-Horten, das zurzeit<br />

entstehende Museum, welches Ihre<br />

hochkarätige und vielseitige Kunstsammlung<br />

der Öffentlichkeit permanent<br />

zugänglich machen soll, wird ja<br />

auch von einem Skulpturengarten eingesäumt<br />

sein. Erlau<strong>be</strong>n Sie mir also<br />

bitte die Frage, wenn Sie eine Skulptur<br />

wären, wie würde diese wohl aussehen?<br />

HGH: Das ist in der Tat eine sehr interessante<br />

Frage, die sich auch gar nicht<br />

so einfach <strong>be</strong>antworten lässt. In<br />

meinem Alter wurde man von sehr<br />

vielen Einflüssen geprägt. Daher<br />

sollte eine solche Skulptur jedenfalls<br />

die Vielfalt meiner Persönlichkeit<br />

widerspiegeln und sollte daher<br />

bunt und le<strong>be</strong>ns<strong>be</strong>jahend sein.<br />

Sie sollte die Menschen zum Nachdenken<br />

darü<strong>be</strong>r anregen, dass<br />

das Le<strong>be</strong>n eigentlich immer seine<br />

schönen Seiten hat, man darf nur<br />

niemals damit aufhören, sie im Alltäglichen<br />

zu entdecken und dann<br />

auch voll und ganz zelebrieren.<br />

denn die Kunst, mit der ich le<strong>be</strong>, lie<strong>be</strong> ich<br />

von ganzem Herzen – sie löst Emotionen<br />

in einer großen Bandbreite aus. Diese<br />

müssen nicht nur lieblich und fröhlich<br />

sein, sondern mich interessieren auch die<br />

hintergründigen Gefühle, die einer tiefergehenden<br />

Rezeption <strong>be</strong>dürfen. Auf meine<br />

Kunstsammlung reflektierend gesprochen,<br />

würde ich gerne sagen: „Mein Ziel<br />

ist es, die Schrecken der Welt mit den Wundern<br />

des Le<strong>be</strong>ns in Einklang zu bringen“<br />

tise von Agnes Husslein-Arco verlassen<br />

– wir waren und sind ein tolles Team,<br />

was die Kunst <strong>be</strong>trifft!<br />

A<strong>be</strong>r zurück zum Kunstmarkt: Gänzlich<br />

losgelöst vom Marktgeschehen<br />

ist man natürlich nie, wenn man nicht<br />

ausschließlich auf junge, un<strong>be</strong>kannte<br />

Künstler setzt. Ich denke, man darf nicht<br />

den Fehler <strong>be</strong>gehen, sein Geld nur in sogenannter<br />

Blue-Chip-Kunst zu parken,<br />

ne in einer großen Bandbreite. Ich ha<strong>be</strong><br />

ja zeit meines Le<strong>be</strong>ns mit Tieren gelebt,<br />

auch an ihnen fasziniert mich ihr ungemein<br />

eigenständiges Wesen.<br />

Im neuen Museum wird es Themenausstellungen<br />

ge<strong>be</strong>n, worauf möchten Sie<br />

in speziellen Schauen den Fokus legen?<br />

HGH: Die Ausstellungen werden sich<br />

aus den Themenschwerpunkten der<br />

Sammlung erge<strong>be</strong>n. Hier ha<strong>be</strong> ich ein<br />

kompetentes Team um Agnes Husslein-<br />

Arco, das <strong>be</strong>sondere Schwerpunkte herausar<strong>be</strong>iten<br />

wird. Es gibt noch viel zu<br />

entdecken…<br />

Wird es einen Schwerpunkt auf zeitgenössische<br />

Kunst made in Austria mit le<strong>be</strong>nden<br />

Künstlern ge<strong>be</strong>n?<br />

HGH: Es sind Interventionen mit zeitgenössischen<br />

Künstlern geplant, auf die<br />

ich mich sehr freue! Grundsätzlich ist<br />

die Sammlung a<strong>be</strong>r auf internationalen<br />

Positionen aufgebaut.<br />

Sammlung und dem Bau des Museums<br />

etwas geschaffen ha<strong>be</strong>n werde, das blei<strong>be</strong>nd<br />

ist, etwas, das nachfolgende Generationen<br />

auch noch erle<strong>be</strong>n werden,<br />

wenn sie mein Museum <strong>be</strong>suchen und<br />

sich an der Kunst erfreuen, die mich<br />

lange glücklich gemacht hat.<br />

Was macht den Reichtum eines Le<strong>be</strong>ns<br />

für Sie persönlich aus?<br />

HGH: Wenn man so wie ich in einer<br />

privilegierten Lage ist, glau<strong>be</strong> ich, dass<br />

man sich für Anliegen einsetzen sollte,<br />

die einem am Herzen liegen. Daher unterstütze<br />

ich ne<strong>be</strong>n der medizinischen Forschung<br />

den Tierschutz, das Eishockey,<br />

Sie le<strong>be</strong>n auch umge<strong>be</strong>n von<br />

Kunstwerken der Moderne, die<br />

mitunter alles andere als lieblich<br />

und gefällig sind. Ist es Ihnen<br />

wichtig, auch Ausdruck der Verzweiflung<br />

oder des Schreckens<br />

um sich zu ha<strong>be</strong>n?<br />

HGH: Die US-Amerikanische Autorin<br />

Anaïs Nin sagte einmal so ungemein<br />

treffend: „Große Kunst wurde<br />

aus großem Schrecken geboren,<br />

aus großer Einsamkeit, großer Unterdrückung<br />

und innerer Spannung und wirkt<br />

dennoch immer als Gegengewicht.“ Dieses<br />

Zitat hat mich immer zutiefst <strong>be</strong>rührt,<br />

MOPSFIGUR AUS<br />

MEISSEN-PORZELLAN,<br />

aus der Zeit des<br />

Louis XV.<br />

MIMMO PALADINO, Cavallo, 2005, im Skulpturengarten von Heidi Goëss-Horten<br />

Sie sammeln jenseits der Trends und<br />

Konventionen, heißt es. Geht das ü<strong>be</strong>rhaupt,<br />

der Kunstmarkt wird auch von<br />

Angebot und Nachfrage <strong>be</strong>herrscht?<br />

HGH: Der Kunstmarkt ist natürlich sehr<br />

komplex und undurchsichtig. Beim Aufbau<br />

meiner Sammlung ha<strong>be</strong> ich mich in<br />

dem Sinne keinem Trend unterworfen,<br />

da mich die Werke in erster Linie persönlich<br />

ansprechen sollten. Außerdem<br />

ha<strong>be</strong> ich versucht, Meisterwerke aus<br />

dem Oeuvre einzelner Künstler zu erwer<strong>be</strong>n.<br />

Ich ha<strong>be</strong> schon recht früh gemerkt,<br />

dass ein geschultes Auge <strong>be</strong>im<br />

Kauf von guter Kunst Gold wert ist –<br />

daher ha<strong>be</strong> ich mich oft auf die Exper-<br />

wenngleich das auch ein hohes Maß an<br />

finanzieller Sicherheit <strong>be</strong>deuten würde,<br />

doch dann könnte ich ja e<strong>be</strong>nso gut<br />

Aktien kaufen und sie mir an die Wand<br />

hängen, nein, das wäre absolut nicht ich.<br />

Gibt es Werke, zu denen Sie eine <strong>be</strong>sondere<br />

persönliche Verbindung und Beziehung<br />

ha<strong>be</strong>n, also Herzensstücke sind?<br />

HGH: Ja, die gibt es – vor allem meine<br />

Tierskulpturen liegen mir sehr am<br />

Herzen. Hier sammle ich von ikonischen<br />

Fa<strong>be</strong>rgé-Objekten ü<strong>be</strong>r Meissen<br />

Porzellanfiguren bis zu größeren Skulpturen<br />

von Rembrandt Bugatti, Mimmo<br />

Paladino oder dem Künstlerpaar Lalan-<br />

Erst im 20. Jahrhundert wurden bildende<br />

Künstlerinnen anerkannt, heute<br />

sind sie gleich<strong>be</strong>rechtigt am Kunstmarkt<br />

vorhanden, trotzdem verkaufen<br />

sich ihre Werke weniger gut (Ausnahmen<br />

sind Blockbuster wie z. B.<br />

Frida Kahlo). Was sind Ihrer Meinung<br />

nach die Gründe dafür?<br />

HGH: Ich bin ü<strong>be</strong>rzeugt, dass sich Frauen<br />

vor allem in den letzten Jahren sehr eigenständig<br />

eine großartige Präsenz auf<br />

dem Kunstmarkt erar<strong>be</strong>itet ha<strong>be</strong>n. Natürlich<br />

versuche auch ich immer wieder,<br />

weibliche Positionen in meine Sammlung<br />

zu integrieren. Da gibt es wunderbare<br />

Werke von starken Künstlerinnen<br />

wie Silvie Fleury, Niki de Saint Phalle,<br />

Birgit Jürgenssen, Claude Lalanne, oder<br />

Brigitte Kowanz.<br />

Sie ha<strong>be</strong>n e<strong>be</strong>n erst einen runden<br />

Geburtstag <strong>be</strong>gangen, worauf sind<br />

Sie stolz, wenn Sie auf Ihr Le<strong>be</strong>n<br />

zurückblicken?<br />

HGH: Ich bin stolz, in einem Land wie<br />

Österreich zu le<strong>be</strong>n, das die Kultur<br />

hochhält – und dass ich mit meiner<br />

Ein Le<strong>be</strong>n ohne<br />

Tiere wäre für mich<br />

wie ein Le<strong>be</strong>n ohne<br />

Kunst, es wäre wie<br />

eine Speise ohne<br />

Salz, es wäre ganz<br />

einfach kein Le<strong>be</strong>n<br />

für mich!<br />

HEIDI GOËSS-HORTEN entdeckte <strong>be</strong>reits als Kind ihre<br />

Lie<strong>be</strong> zu den Papageien in ihren Bildern finden sie sich<br />

auch heute noch wieder: (OBEN DARGESTELLT) Heidi<br />

Goess-Horten, Komposition mit Papageien, 2019, Öl<br />

auf Leinwand<br />

ins<strong>be</strong>sondere den KAC, und die Kultur.<br />

Persönlich sind es Dinge wie Gesundheit,<br />

gute Beziehungen und Leidenschaften,<br />

die das Le<strong>be</strong>n <strong>be</strong>reichern.<br />

Sie malen selbst, woher kommt die<br />

Inspiration, was sind Ihre Motive,<br />

werden die Bilder zu sehen sein?<br />

HGH: Ja, ich ha<strong>be</strong> schon als junges Mädchen<br />

gemalt und heute ist die Malerei<br />

für mich wieder wichtig geworden,<br />

wenn ich male, gehe ich vollkommen<br />

▶<br />

58 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 59


ART INTERVIEW<br />

SOPHISTICATED<br />

CAVIAR SKINCARE FROM<br />

SWITZERLAND<br />

HEIDI GOËSS-HORTEN mit ihrem Mann KARI GOËSS <strong>be</strong>i der Schenkung eines ihrer Kunstwerke an das Klagenfurter Tierschutzzentrum „Tiko"<br />

in dem Prozess auf, bin fokussiert. Was<br />

mich immer inspiriert hat, ist meine direkte<br />

Umgebung. Da<strong>be</strong>i interessieren<br />

mich Motive von Tieren, Blumen und<br />

der Natur am meisten. Vielleicht werden<br />

Einzelne meiner Werke auch im<br />

Museum präsentiert werden…<br />

Ne<strong>be</strong>n moderner Kunst unterstützen<br />

Sie karitative Projekte, Sport und Tierschutzeinrichtungen.<br />

Nach welchen Kriterien<br />

wählen Sie immer wieder aus?<br />

HGH: Ausschlagge<strong>be</strong>nd <strong>be</strong>i der Wahl ist<br />

für mich stets, dass ich mich mit dem<br />

Projekt identifizieren kann und es einen<br />

wertvollen Beitrag für die Gesellschaft<br />

leistet. Als Vizepräsidentin der medizinischen<br />

Stiftung meines Mannes ist mir<br />

heute die Förderung des Gesundheitswesens<br />

ein großes Anliegen.<br />

Worum geht es im Le<strong>be</strong>n, was ist wirklich<br />

wichtig?<br />

HGH: Am wichtigsten sind die Gesundheit<br />

und eine gewisse Zufriedenheit. Es<br />

geht darum, die eigene Persönlichkeit<br />

zu kennen und zu wissen, wofür man<br />

„brennt“. Und lassen Sie mich bitte an<br />

dieser Stelle den heiligen Augustinus<br />

zitieren, der so treffend sagte: „Nur wer<br />

sel<strong>be</strong>r brennt, der kann auch andere<br />

entzünden!“ Und glau<strong>be</strong>n Sie mir, ich<br />

ha<strong>be</strong> vor, sehr viele Menschen für meine<br />

Kunst zu entzünden.<br />

AGNES<br />

HUSSLEIN-ARCO:<br />

"Mit Leidenschaft<br />

und anspruchsvollem<br />

Geschmack trug<br />

Heidi Goëss-Horten<br />

eine Sammlung<br />

zusammen, die so<br />

elegant, raffiniert<br />

und vielseitig ist wie<br />

die Sammlerin selbst<br />

– mit dem gleichen<br />

Commitment zur<br />

Exzellenz, das<br />

sich durch all ihre<br />

Le<strong>be</strong>ns<strong>be</strong>reiche<br />

zieht."<br />

Was wollen Sie der Öffentlichkeit hinterlassen?<br />

HGH: Ein Stück meiner Leidenschaft –<br />

meine Kunstsammlung.<br />

REMBRANDT BUGATTI,<br />

Bouledogue Français, um 1905<br />

Ab April erhältlich in<br />

50 erlesenen Parfumerien Österreichs.<br />

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60 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 33 61


ÜBER<br />

SEHEN<br />

UND TROTZDEM<br />

IM PARNASS<br />

ANGEKOMMEN<br />

Das verkannte Genie Lucas Cranach<br />

der Jüngere und sein Einfluss auf die<br />

Renaissance<br />

LUCAS CRANACH DER J ÜNGERE (1515-1586), Lucretia, nach 1537, circa 1540 - 1545, Öl auf Holz<br />

Es gibt nur ganz wenige große Künstler, die von ihren Zeitgenossen,<br />

a<strong>be</strong>r auch in weiterer Folge von den Federführern<br />

der Kunstgeschichte derartig verschmäht und unterschätzt<br />

wurden, wie Lucas Cranach der Jüngere. Dieser kurze Abriss<br />

ü<strong>be</strong>r Le<strong>be</strong>n und Werk des genialen Künstlers soll dem wahren<br />

Talent des Säulenheiligen der Renaissancemalerei ein wenig<br />

Gerechtigkeit bringen.<br />

Text: NIKOLAUS IMMANUEL KÖHLER<br />

W<br />

ie so oft zwischen Vätern<br />

und Söhnen herrscht<br />

eine un<strong>be</strong>schreibliche<br />

<strong>Art</strong> zwischen Devotheit<br />

und dem festen Entschluss<br />

zur Palastrevolte, so e<strong>be</strong>n auch im<br />

Hause Cranach. Ein Umstand, der nicht zuletzt<br />

dadurch geschuldet war, dass sich Lucas<br />

Cranach der Ältere, der seinen Namen von<br />

seiner Geburtsstadt Kronach ableitete, die<br />

edelsten Aufträge herauspickte, während er<br />

die Mittelmäßigen von seinen Angestellten,<br />

darunter auch seinen <strong>be</strong>iden Söhnen Hans<br />

und Lucas, abar<strong>be</strong>iten ließ. Ü<strong>be</strong>r den Vater ist<br />

nur <strong>be</strong>kannt, dass er mit eiserner Faust regier-<br />

te und seine Rolle als Patriarch im Hause und<br />

in der Werkstatt Cranach durch nichts und<br />

niemanden infrage stellen ließ.<br />

Zu Unrecht wurde Cranach der Jüngere <strong>be</strong>reits<br />

von seinen frühesten Biografen herabwürdigend<br />

dargestellt; so schrieb etwa Max<br />

Friedländer: Seine Zeichenkünste wären<br />

dünn und ausdrucksschwach gewesen, und<br />

Jakob Rosen<strong>be</strong>rg ging sogar so weit zu <strong>be</strong>haupten,<br />

die meisten seiner Bildkompositionen<br />

wären spröde und einfallslos gewesen.<br />

Und als ob diese Schmähungen nicht schon<br />

schlimm genug wären, erdreistete sich der<br />

Kunsthistoriker Gustav Friedrich Hartlaub<br />

zu der Aussage: „Es handelt sich <strong>be</strong>i dem jüngeren<br />

Cranach keinesfalls um ein Originalgenie,<br />

sondern <strong>be</strong>stenfalls um einen gediegenen<br />

Fortsetzer, der die Größe des Vaters dem<br />

aufkeimenden, gewandelten Zeitgeschmack<br />

einer jüngeren Generation aus merkantilen<br />

Gründen anzupassen suchte."<br />

Der Vater war in erster Linie dem Hof und<br />

seinen Hofstaat verschrie<strong>be</strong>n und schuf eine<br />

endlose Flut an Porträts und kann dadurch<br />

durchaus als Günstling der Reichen und<br />

Mächtigen seiner Zeit angesehen werden.<br />

Seine Söhne stellte er, sofern er sie ü<strong>be</strong>rhaupt<br />

zu seinen erlauchten Kunden mitnahm, allenfalls<br />

als talentfreie Handlanger dar. A<strong>be</strong>r<br />

nicht nur dieser unmenschliche Wesenszug<br />

des Vaters war für die geringe Wertschätzung<br />

des Jüngeren verantwortlich, vielmehr<br />

folgte die Cranach'sche Werkstatt der Idee,<br />

dass es keiner eigenen Handschrift des Einzelnen<br />

<strong>be</strong>durfte, sondern immer und immer<br />

wieder die Handschrift des einzigen Künstlers<br />

– des Vaters – zu setzen ist. Cranach war<br />

also kein Kunstatelier, sondern eine frühe<br />

Reproduktionsanstalt. Die geflügelte Schlange<br />

– das Wappentier der Cranachs – war<br />

eine <strong>Art</strong> Gütesiegel, a<strong>be</strong>r weit ab von einer<br />

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FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 63


ART HISTORY<br />

Signatur. Nachdem Hans a<strong>be</strong>r <strong>be</strong>reits 1537<br />

im Alter von nur 26 Jahren verstarb, bildeten<br />

Lucas der Ältere und Lucas der Jüngere, die<br />

nicht miteinander können, eine <strong>Art</strong> unheiliger<br />

Allianz – denn sie sind nicht in der Lage,<br />

gänzlich aufeinander zu verzichten.<br />

1<br />

(1) L.C.D.J., DESSAUER ABENDMAHL oder "Das<br />

A<strong>be</strong>ndmahl der Reformatoren", 1565, Epitaph für<br />

den Dessauer Fürsten Joachim – hier porträtiert<br />

sich CRANACH DER J ÜNGERE ein einziges mal selbst,<br />

als Mundschenk (2) L.C.D.J., KURFÜRST AUGUST<br />

VON SACHSEN (1526-1586), nach 1565, Öl auf Leinwand<br />

(3) L.C.D.J., KÄUFLICHE LIEBE, Teil eines Paars,<br />

vor 1565, Öl auf Holz.<br />

2<br />

Leider neigte auch die frühe Cranachforschung<br />

des 17. Und. 18. Jahrhunderts die<br />

schwächeren Werke sakrosankt dem Jüngeren<br />

zuzuschrei<strong>be</strong>n, was erneut zu einer<br />

Herabwürdigung seines Œuvres führte. Im<br />

19. Jahrhundert kam es dann durch zahllose<br />

romantisierende Kunsthistoriker zu einer<br />

regelrechten Verklärung des Renaissancemalers:<br />

Als einem vom steten Ringen nach<br />

eigener Perfektion <strong>be</strong>seeltem und zumeist<br />

einsamen Künstler, der zwischen den Bereichen<br />

Genie und Wahnsinn eine <strong>Art</strong> Drahtseilakt<br />

vollführt; man denke nur an Albrecht<br />

Dürer, Leonardo da Vinci oder Michelangelo<br />

Buonarroti. Letzterer zog im Übrigen<br />

seine aus Hundefellen gefertigten Schuhe so<br />

ungern aus, dass als er sich schließlich doch<br />

einmal dazu entschloss, sich <strong>be</strong>reits die Haut<br />

von den Füßen löste – so viel zur schmalen<br />

Grenze zwischen Genie und Wahnsinn.<br />

A<strong>be</strong>r auch in dieses Bild wollten die Werkstatt<strong>be</strong>trei<strong>be</strong>r<br />

nicht wirklich passen, sie waren<br />

weder Genies noch Wahnsinnige, <strong>be</strong>stenfalls<br />

von ihrer Ar<strong>be</strong>it Besessene. A<strong>be</strong>r auch in<br />

diesem permanenten Schaffensdrang konnte<br />

der Jüngere stets nur im ü<strong>be</strong>rgroßen Schatten<br />

seines Vaters stehen, der als Gründer der<br />

Werkstatt der Vorreiter der Reformation und<br />

ü<strong>be</strong>rhaupt als Säule der Gesellschaft galt.<br />

Lucas der Jüngere, war sozusagen dazu verdammt,<br />

der ewige Sohn zu blei<strong>be</strong>n, sodass<br />

Zeitgenossen ihn spöttisch als „der junge<br />

Herr Cranach, von Beruf Sohn“ <strong>be</strong>nannten.<br />

Im krassen Gegenzug zu einer Dynastie<br />

wie etwa jener der Bruegels, die stark die<br />

europäische Malerei des 17. Jahrhunderts<br />

<strong>be</strong>einflussten, war <strong>be</strong>i den Cranachs keinerlei<br />

Spezifikation erwünscht. Während etwa<br />

Jan Bruegel der Ältere, sich den Beinamen<br />

Samtbruegel aneignete, Pieter Bruegel gerne<br />

als der Bauernbruegel <strong>be</strong>zeichnete wurde<br />

und Pieter Bruegel der Jüngere sogar<br />

so weit ging, sich als der Höllenbruegel zu<br />

<strong>be</strong>zeichnen; genügten sich die Cranachs als<br />

„Cranachs“ – oder vielmehr als malerische<br />

Universaltalente. Man könnte mit Fug und<br />

Recht sagen, dass man eine starke Familienmarke<br />

aufzubauen suchte, wer also einen<br />

Cranach in Auftrag gab, der wusste auch,<br />

LUCAS CRANACH DER ÄLTERE (1472–1553), Judith mit dem Haupt des Holofernes, etwa 1530, Öl auf Lindenholz<br />

was er <strong>be</strong>kommen würde, nämlich künstlerische<br />

Qualität auf höchstem Niveau –<br />

allerdings nicht selten frei von jeglichem<br />

allegorischen Ideenreichtum. Böse Zungen<br />

<strong>be</strong>haupteten auch, dass man <strong>be</strong>i den Cranachs<br />

sogar aus umfangreichen Katalogen<br />

mit Vorschaugrafiken aussuchen konnten.<br />

Zeit seines Le<strong>be</strong>ns schufen die <strong>be</strong>iden<br />

Künstler grandiose Werke, hintergründige<br />

Porträts und teils zotenhafte und bösartige<br />

Allegorien und dennoch wurde dem Sohn<br />

nie die Anerkennung zu Teil, die ihm erst<br />

ab dem 19. Jahrhundert nach und nach angedeiht.<br />

Selbst in der Trauerrede, die am 14.<br />

Januar 1586 für ihn vom Pfarrer der Witten-<br />

<strong>be</strong>rger Schlosskirche gehalten wurde, verstrickte<br />

der Geistige die Le<strong>be</strong>n von Vater und<br />

Sohn so sehr, dass stellenweise die Idee aufkeimen<br />

könnte, es sei der Nachruf auf den<br />

Vater und nicht jener auf den Sohn. So war<br />

er auch im Tod an das väterliche Vermächtnis<br />

gekettet und wird wohl bis in alle Ewigkeit<br />

im Schatten des Älteren eine eher klägliche<br />

künstlerische Anerkennung erfahren.<br />

Vielleicht ruhte in dieser Verkennung seines<br />

eigentlichen Werkes auch ein gewisses Maß<br />

an Resignation, sodass es auch kein einziges<br />

Selbstbildnis von Lucas dem Jüngeren gibt.<br />

Lediglich in einer A<strong>be</strong>ndmahlszene, die er<br />

um 1565 als Epitaph für Fürst Joachim von<br />

Anhalt geschaffen hatte, porträtierte er sich<br />

als Mundschenk. Ob er nun tatsächlich ein<br />

durch und durch <strong>be</strong>scheidener Mann war<br />

oder einfach einer jener Söhne, die es nie wagen,<br />

aus dem Schatten des Ü<strong>be</strong>rvaters herauszutreten,<br />

Tatsache ist allerdings, dass nur<br />

wenige Künstler der Renaissance so schäbig<br />

<strong>be</strong>handelt wurden wie Lucas Cranach der<br />

Jüngere, denn wer nur einen flüchtigen Blick<br />

auf sein Porträtgemälde des Kurfürsten<br />

August I. von Sachsen aus den Jahren<br />

1565/70, welches übrigens in Wien zu <strong>be</strong>wundern<br />

ist, wirft – oder auch nur den ü<strong>be</strong>rreich<br />

verzierten Altar, der 1571 für die Herren von<br />

Schloss Augustusburg in Sachsen entstanden<br />

ist, <strong>be</strong>trachtet, der wird von der Größe<br />

des Jüngeren gewiss voll und ganz in seinen<br />

Bann gezogen. Als außergewöhnlich mögen<br />

auch noch die <strong>be</strong>iden Porträts von Martin<br />

Luther und Philipp Melanchthon sein – <strong>be</strong>ide<br />

aus 1562 – die der Nachwelt diese <strong>be</strong>iden<br />

großen Reformatoren erhalten ha<strong>be</strong>n.<br />

3<br />

Was nun a<strong>be</strong>r die Werkstatt selbst <strong>be</strong>trifft,<br />

die im Übrigen missgünstiger Weise als die<br />

„Witten<strong>be</strong>rger Bilderschmiede“ <strong>be</strong>zeichnet<br />

wurde, so ist deren Output auch nach heutigen<br />

Kriterien als gigantisch zu <strong>be</strong>werten. So<br />

sollen in etwa 5000 Werke entstanden sein,<br />

von denen mindestens an die 1000 bis heute<br />

erhalten sind, viele davon in Privat<strong>be</strong>sitz der<br />

Familien der ursprünglichen Auftragge<strong>be</strong>r.<br />

Diese Hyperproduktivität <strong>be</strong>i immer konstantem<br />

künstlerischem Anspruch lies natürlich<br />

auch das Geld im Kasten klingeln und<br />

so gehörte 1573 Lukas Cranach der Jüngere<br />

zu den sechs reichsten Bürgern Witten<strong>be</strong>rgs.<br />

Spät, sehr spät, nämlich knapp 500 Jahre nach<br />

seiner Geburt, wurde Lucas Cranach dem Jüngeren<br />

schließlich doch noch die Anerkennung<br />

zu Teil, die er zweifellos verdient, indem ihm<br />

die Stadt Witten<strong>be</strong>rg unter dem Titel „Cranach<br />

der Jüngere 2015 – Entdeckung eines Meisters“<br />

eine umfangreiche Personale widmete.<br />

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FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 65


ZWISCHEN<br />

LEBERKAS<br />

UND KAISER-<br />

SCHMARRN<br />

SIMON SCHWARZ im Interview mit <strong>Art</strong> <strong>Quarterly</strong><br />

Chefredakteur NIKOLAUS IMMANUEL KÖHLER<br />

Fotografie: JULIAN RONIGER<br />

Simon Schwarz zählt zu jenen Schauspielern, die man ganz einfach mögen muss.<br />

Er stellt sich nie in den Mittelpunkt, bringt uns zum Lachen, obwohl er von sich<br />

selbst <strong>be</strong>hauptet, eigentlich kein lustiger Mensch zu sein und hat für unser Fotoshooting<br />

stundenlang mit Le<strong>be</strong>rkäsesemmeln und Kaiserschmarrn posiert.<br />

Nikolaus Immanuel Köhler und Thomas Felfernig durften mit dem sympathischen<br />

Schauspieler ein persönliches Gespräch führen, während Julian Roniger den facettenreichen<br />

Künstler perfekt ins rechte Licht setzte.<br />

Könntest Du uns in kurzen Zügen deinen Werdegang<br />

schildern? Wie kamst du zur Schauspielerei?<br />

Das mag vielleicht komisch klingen, a<strong>be</strong>r eigentlich entstand<br />

es aus einer Optionslosigkeit heraus. Für irgendwas musste<br />

ich mich ja damals als junger Mann entscheiden, und da<br />

mein Vater Theaterwissenschaften studiert hatte und meine<br />

Mutter eine glühende Germanistin war, fiel die Wahl auf den<br />

Beruf des Schauspielers. Wäre mein Vater <strong>be</strong>ispielsweise ein<br />

Schreinermeister gewesen, wär ich heute vielleicht Tischler.<br />

Wo hast du deine schauspielerische Ausbildung erfahren?<br />

Am <strong>be</strong>rühmter Reinhardt-Seminar, von dem man ja bis in<br />

die 1980er-Jahre <strong>be</strong>hauptet hat, dass dort abgelehnte<br />

Bewer<strong>be</strong>r sogar mit Selbstmordgedanken spielten?<br />

Nein, das Reinhardt-Seminar hat mich eigentlich nie<br />

sonderlich gereizt. Ich bin schon mit sechzehn Jahren aus<br />

Österreich weg und war in Zürich auf der Akademie. Das hat<br />

sich daraus erge<strong>be</strong>n, dass ich mich dort <strong>be</strong>wor<strong>be</strong>n ha<strong>be</strong>, wo<br />

mir eine Absage am wenigsten ausgemacht hätte. Ich ha<strong>be</strong> ja<br />

interessanterweise den Großteil meines Le<strong>be</strong>ns im Ausland<br />

verbracht und eigentlich nur meine ersten sechzehn Jahre in<br />

Wien gewohnt.<br />

Und wie lange hat es dich dann in der Schweiz gehalten?<br />

Insgesamt acht Jahre. Und auch mein weiterer <strong>be</strong>ruflicher<br />

Werdegang ist eigentlich durchaus simpel. Ich wollte un<strong>be</strong>dingt<br />

Schauspieler werden, ha<strong>be</strong> alles versucht dafür zu ge<strong>be</strong>n und<br />

kann heute sagen: Es war genau die richtige Entscheidung.<br />

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FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 67


ART INTERVIEW<br />

Hat es dich von Anfang an immer schon zum Film gezogen?<br />

Nein, ü<strong>be</strong>rhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, mir war das alles zu<br />

wenig künstlerisch, ich wollte damals die ganz neuen Wege des<br />

Theaters <strong>be</strong>schreiten und da war wirklich alles da<strong>be</strong>i, von Ausdruckstanz<br />

bis hin zu Fäkalientheater, ein erklärtes Vorbild zu<br />

jener Zeit war der österreichische Tänzer, Choreograf und Theaterregisseur<br />

Johann Kresnik, der einfach Theater wieder zurück<br />

zur Provokation brachte. Denn Hand aufs Herz, das Theater,<br />

wie wir es heute kennen, oder <strong>be</strong>sser noch gesagt, konsumieren,<br />

ist ja in seinen Grundzügen stinklangweilig und ent<strong>be</strong>hrt<br />

jeglicher experimentellen Entwicklungsar<strong>be</strong>it. Ich glau<strong>be</strong>, dass<br />

das größte Problem des aktuellen Theaters darin <strong>be</strong>steht, dass es<br />

sich untrennbar an die sogenannte Hochkultur ketten lässt. Und<br />

das klassische Bildungsbürgertum ist ja nicht un<strong>be</strong>dingt als Vorreiter<br />

exzessiver Entwicklungen <strong>be</strong>kannt. (Lacht)<br />

Wir ha<strong>be</strong>n uns ja zu Beginn des Interviews darauf<br />

geeinigt, dass alle Fragen erlaubt sind (lacht). Daher<br />

meine Frage, wird man mit einem so einem eher<br />

gemütlichen und lustigem Gesicht nicht automatisch <strong>be</strong>i<br />

der Rollenverteilung in eine ganz <strong>be</strong>stimmte Schublade<br />

gesteckt; ich denke da mal an Johann Nestroy?<br />

Tatsächlich ha<strong>be</strong> ich in meinem Le<strong>be</strong>n noch nie einen Nestroy<br />

gespielt, ich wurde zwar schon öfters dafür angefragt, ha<strong>be</strong><br />

a<strong>be</strong>r immer dankbar abgelehnt. Dadurch, dass ich die meiste<br />

Zeit meiner Schauspielkarriere in der Schweiz und in Deutschland<br />

verbrachte, hatte ich den Vorteil, dort als „klassischer Österreicher“<br />

ganz anders <strong>be</strong>wertet zu werden und somit nahezu<br />

für „exotische“ Rollen Angebote erhielt. In Wien ist es klar,<br />

dass du wienerisch sprichst, in Deutschland ist das ein gewisses<br />

Extra. Außerdem bin ich auch sehr spät zur Komödie gekommen.<br />

Der Erste, der tatsächlich komödiantisches Potenzial<br />

in mir gesehen hat, war der grandiose Wolfgang Murn<strong>be</strong>rger.<br />

Auch wenn das jetzt vielleicht ein wenig komisch klingt,<br />

ha<strong>be</strong> ich mich dich immer sehr gut in Tschechows „Drei<br />

Schwestern“ in Rolle des Werschinin vorstellen können.<br />

Was sagst Du dazu?<br />

Also im deutschsprachigen Raum wäre das wahrscheinlich<br />

auch eine durchaus plausible Besetzung gewesen, und so war<br />

es auch zum Beginn meiner schauspielerischen Laufbahn, dass<br />

man mir immer nur Dramen, Dramen und nochmals Dramen<br />

angeboten hat. Und das, obwohl ich mich eigentlich immer für<br />

einen recht lustigen Typen gehalten ha<strong>be</strong>, zumindest nach außen,<br />

denn privat halte ich mich ehrlich gesagt für keinen sehr<br />

lustigen Typen. (Lacht) Und danach kam dann auch schon das<br />

Fernsehen mit ins Spiel und dort war ich komischer Weise sehr<br />

schnell für Verrückte und Psychopathen abonniert.<br />

A<strong>be</strong>r am Anfang war es tatsächlich eine Mischung aus<br />

dem Ferdinand aus Schillers Kabale und Lie<strong>be</strong> oder<br />

den Offizier aus Don Carlos mit seinem populärem<br />

Auftrittsschnaufer: Ganz Madrid in Waffen! Zu Tausenden<br />

umringt der wütende Soldat, der Pö<strong>be</strong>l den Palast. Prinz<br />

Carlos verbreitet, man sei in Haft genommen, sein Le<strong>be</strong>n<br />

in Gefahr. Das Volk will ihn le<strong>be</strong>ndig sehen oder ganz<br />

Madrid in Flammen aufgehen lassen?<br />

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FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 69


ART INTERVIEW<br />

Ja, so ungefähr ein Ferdinand, ein Offizier und mit viel Glück<br />

einen Romeo in der Provinz. Viele schöne Erinnerungen, a<strong>be</strong>r<br />

leider nix, wovon man gut le<strong>be</strong>n kann, schon gar nicht ab dem<br />

Zeitpunkt, wo man eine eigene Familie gründet. Da stellt sich<br />

dann e<strong>be</strong>n die Frage: Willst Du als Schauspieler ar<strong>be</strong>iten und<br />

e<strong>be</strong>n auch manchmal spielen, was kommt, oder willst Du als<br />

Schauspieler „Sein“ und Ar<strong>be</strong>itslosengeld <strong>be</strong>ziehen. Und ich<br />

persönlich war immer ein Gegner von der Idee: in Schönheit<br />

zu ster<strong>be</strong>n, also sich für alles zu gut zu sein.<br />

Ha<strong>be</strong>n Deiner Meinung nach unsere heimischen Bühnen<br />

tatsächlich noch das hohe Niveau, für das sie vor <strong>be</strong>ispielsweise<br />

zehn bis fünfzehn Jahren noch im gesamten<br />

deutschsprachigen Raum <strong>be</strong>kannt waren?<br />

Nein, das ha<strong>be</strong>n sie leider tatsächlich nicht mehr. Meiner Meinung<br />

nach ist das Theater in Österreich zu einer <strong>Art</strong> von Museumsprodukt<br />

geworden, wodurch auch der Anschluss zum jungen<br />

Publikum nahezu gänzlich verloren gegangen ist. Und auch<br />

seine unter Peymann noch wahrnehmbare politische Relevanz<br />

hat es in den vergangenen Jahren verspielt. Dennoch sehe ich im<br />

Wiener Volkstheater eigentlich ein sehr großes Potenzial, da das<br />

Haus mit seinen Ne<strong>be</strong>nbühnen eine Vielzahl von Möglichkeiten<br />

bietet, ü<strong>be</strong>r die andere Bühnen gar nicht verfügen. Also da<br />

bin ich wirklich gespannt, ob man es an diesem Standort schafft,<br />

auch das junge Publikum wieder an Bord zu holen.<br />

Wie stehst Du zur heimischen Kulturförderung?<br />

Das ist so eine Sache. Ich vertrete ja die Meinung, dass sehr<br />

vieles, was unter dem Deckmäntelchen der Kulturförderung<br />

passiert, in Wahrheit Schlichtwegs eine <strong>Art</strong> von erweiterter<br />

Tourismusförderung ist. E<strong>be</strong>nso zu hinterfragen wäre meiner<br />

Ansicht nach die teilweise unglaubliche Aufgeblähtheit der<br />

einzelnen Kultur<strong>be</strong>trie<strong>be</strong>.<br />

Was denkst Du macht Deinen Typus als Schauspieler so<br />

<strong>be</strong>liebt?<br />

So etwas <strong>be</strong>antwortet man sel<strong>be</strong>r immer ein wenig ungern, weil<br />

immer so etwas wie Eitelkeit mitschwingt. Ich kann a<strong>be</strong>r nur sagen,<br />

dass gemessen an den Aufträgen, die ich ha<strong>be</strong>, mich das Kinound<br />

Fernsehpublikum scheinbar doch recht gerne sieht. (Lacht)<br />

Ist es a<strong>be</strong>r nicht vor allem auch dieses extreme Gefühl<br />

von Authentizität, das Du in deinen Rollen vermittelst.<br />

Sodass man sich immer wieder denkt: Der spielt ja gar<br />

nicht, der ist einfach so klass?<br />

Ich weiß nicht, ob man das als Authentizität <strong>be</strong>zeichnen kann,<br />

ich denke, es ist einfach zum einen meine <strong>Art</strong>, mich grundsätzlich<br />

auf alles einzulassen und zum anderen, dass ich Schauspielen<br />

immer als Mannschaftssport gesehen ha<strong>be</strong>. Ein Film<br />

wird ja nicht zuletzt dadurch gut, dass man untereinander<br />

auf wertschätzender Augenhöhe agiert hat. Das führt zu einer<br />

guten Stimmung am Dreh und das kommt dann wahrscheinlich<br />

auch <strong>be</strong>im Zuseher so an. Und was jetzt die Qualität des<br />

eigenen Schauspiels <strong>be</strong>trifft, vertrete ich die Meinung, dass,<br />

wenn Du <strong>be</strong>ginnst, Dich für zu gut zu halten, Du eigentlich<br />

schon verloren hast, dann <strong>be</strong>ginnt <strong>be</strong>reits das Egomanische<br />

und das ist ein sehr dünnes Eis. Ich versuche mich ganz einfach<br />

ständig zu hinterfragen, zu reflektieren und meinen Rollen<br />

den größtmöglichen Raum zu ge<strong>be</strong>n.<br />

Abgesehen von deinen unglaublich erfolgreichen E<strong>be</strong>rhoferkrimis,<br />

wie <strong>be</strong>ispielsweise Sauerkrautkoma,<br />

Griessnockerlaffäre und Le<strong>be</strong>rkäsjunkie bist du dem<br />

österreichischen Publikum natürlich auch immer noch<br />

als der „Burschi“ aus der Krimiserie Trautmann und als<br />

der Inkassoheinzi, der vielleicht einzige schwule Zuhälter<br />

der Filmgeschichte aus den heimischen Tatortfolgen<br />

<strong>be</strong>kannt. Würdest Du dich aufgrund dieser Charaktere<br />

als Volksschauspieler <strong>be</strong>titeln lassen?<br />

Ich glau<strong>be</strong> jetzt nicht un<strong>be</strong>dingt, dass ich ein Volksschauspieler<br />

bin, a<strong>be</strong>r ich hätte durchaus nichts dagegen, als einer gesehen<br />

zu werden. Auf alle Fälle ist es mir wichtiger, dem Volk<br />

zu gefallen, als einzelne Hochkulturkritiker zu <strong>be</strong>eindrucken.<br />

Mir ist ganz einfach wichtig, dass mich die Leute gerne<br />

sehen und mir meine Rollen voll und ganz abnehmen, denn<br />

wenn das gelingt, dann hast Du als Schauspieler eigentlich eh<br />

schon alles richtig gemacht.<br />

Apropos richtig gemacht. Du bist ja vor Kurzem zum<br />

dritten Mal Vater geworden und das mit einem doch erheblichen<br />

Abstand zu deinen <strong>be</strong>iden anderen Kindern.<br />

Machst Du jetzt, wo Du ja genau wie ich seit Kurzem<br />

zum Klub 50-Plus zählst, <strong>be</strong>i der Erziehung etwas gravierend<br />

anders?<br />

Ich bin in Erziehungsfragen einfach un<strong>be</strong>lehrbar. (Lacht)<br />

Und natürlich bin auch ich älter geworden, da mischt sich<br />

die sprichwörtliche Altersmilde mit der Altersmüdigkeit und<br />

versucht vieles ein wenig ruhiger anzugehen. Bei meinem<br />

ersten Sohn war ich dreiundzwanzig und ich werde nie vergessen,<br />

dass die Hebamme, als ich ihm zum ersten Mal im<br />

Arm hatte, zu mir gesagt hat: „Sie können auch ruhig mit ihm<br />

reden, der versteht Sie!“ Damals war ich halt wirklich jung<br />

und mit den Jahren verändert man sich und damit auch die<br />

Perspektive auf die Welt um einen herum.<br />

Letzte Frage: Lie<strong>be</strong>r Le<strong>be</strong>rkas oder Kaiserschmarrn?<br />

Wenn Du es ehrlich wissen willst, wenn es ned sein muss, am<br />

Liebsten keines von <strong>be</strong>iden. (Lacht)<br />

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FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 71


ART METIER<br />

KUNST MACHT<br />

GLÜCKLICH:<br />

Den Macher und den Betrachter<br />

Eine mutige Aussage! Und um diese<br />

zu untermauern, möchte Waltraud<br />

Allmer-Palden Sie herzlich dazu<br />

einladen, mit ihr eine gedankliche<br />

Reise zu <strong>be</strong>gehen, um jene These aus<br />

unterschiedlichen Standpunkten zu<br />

<strong>be</strong>leuchten: einmal aus der Perspektive<br />

des Künstlers; dann aus der des<br />

Kunst<strong>be</strong>trachters, und schließlich<br />

aus der Sichtweise einer Maltherapeutin<br />

und Kreativtrainerin.<br />

Text: WALTRAUD ALLMER-PALDEN<br />

WOZU KUNST?<br />

„Kunst ist die Vermittlerin des Unaussprechlichen“<br />

– Johann Wolfgang von Goethe<br />

K<br />

unst gibt es lange, <strong>be</strong>vor Menschen<br />

schrei<strong>be</strong>n konnten. Denken Sie doch an<br />

Höhlenmalereien z. B. an die von Lascaux,<br />

die vor ca. 20.000 Jahren entstanden sind.<br />

Kunst ist eine universelle Sprache, eine <strong>Art</strong> der<br />

Kommunikation, die auf unterschiedliche Weise in<br />

aller Welt auftritt: z. B. in Form von Musik, Tanz,<br />

Schauspiel, Dichtung, Malerei und vielen anderen.<br />

Hier im Speziellen möchte ich auf die Malerei und<br />

die Bedeutung des Bildes eingehen.<br />

So macht Kunst „unsichtbare“ Themen sichtbar,<br />

jene, die Menschen in ihrer Existenz seit Urzeiten<br />

CLAUDE MONET, Die japanische Brücke, etwa 1899, Öl auf Leinwand, National Gallery in London<br />

MICHELANGELO MERISI DA CARAVAGGIO, Judith enthauptet Holofernes, um 1598, Öl auf Leinwand, Galleria Nazionale d'<strong>Art</strong>e Antica at<br />

Palazzo Bar<strong>be</strong>rini, Rom<br />

<strong>be</strong>schäftigen. Jede Kultur drückt diese Themen auf<br />

ihre einzigartige Weise, ihrem Zeitgeist entsprechend<br />

und mit Hilfe der zur Verfügung stehenden<br />

Mittel mit einem <strong>be</strong>stimmten Zweck aus. So gesehen<br />

könnte man sagen, dass Kunst auf eine <strong>Art</strong> den<br />

Menschen und ihrem Stre<strong>be</strong>n dient. Doch wonach<br />

strebt der Mensch? Wonach stre<strong>be</strong>n Sie?<br />

Reduziert auf das Wesentliche, <strong>be</strong>haupte ich: "Nach<br />

einem glücklichen Le<strong>be</strong>n."<br />

Erlau<strong>be</strong>n wir uns im nächsten Schritt ü<strong>be</strong>r dieses<br />

Stre<strong>be</strong>n nach Glück mit dem folgenden Zitat nachzudenken:<br />

„Die Gesundheit des Menschen ist jene Grundlage,<br />

auf der deren wirkliches Glücklichsein und all ihre<br />

Kraft basiert.“<br />

WAS IST „GLÜCKLICHSEIN“?<br />

– Benjamin Disraeli<br />

Ne<strong>be</strong>n unzähligen anderen Möglichkeiten erlau<strong>be</strong><br />

ich mir, aus eigener Erfahrung, eine vorzustellen,<br />

die zwar banal klingen mag – ist a<strong>be</strong>r in letzter<br />

Konsequenz <strong>be</strong>deutungsvoll für die <strong>Art</strong> und Weise,<br />

wie man lebt, den Alltag gestaltet, welche Entscheidungen<br />

man trifft, wie man die Welt <strong>be</strong>trachtet und<br />

was man aus seinem Le<strong>be</strong>n macht:<br />

Glück ist ein Zustand, den man in erster Linie in<br />

seinem Inneren kreiert. Es kann <strong>be</strong>deuten, mit sich<br />

selbst in Frieden zu sein: ausgeglichen in der eigenen<br />

Mitte. Das wiederum bildet die Basis für innere<br />

Gesundheit; die <strong>Art</strong> und Weise, wie Sie denken,<br />

fühlen und letztendlich handeln. Diesen Zustand<br />

kann man nur selbst herstellen, und selbst dann,<br />

wenn in der Außenwelt ein Sturm tobt. Das ist keine<br />

einfache Ar<strong>be</strong>it, a<strong>be</strong>r auch keine Unmögliche.<br />

Es ist eine Tätigkeit, mit der wir uns <strong>be</strong>wusst oder<br />

un<strong>be</strong>wusst täglich <strong>be</strong>schäftigen, vergleichbar mit<br />

einem Schmied, der jeden Tag in seine Schmiede<br />

geht, um das Eisen zu bändigen.<br />

Da<strong>be</strong>i steht uns zur Seite eine wichtige Dienerin,<br />

die ich Ihnen nun vorstellen möchte: die Kunst. Die<br />

Kunst als Dienerin des Glücks und die Kunst als<br />

Glücksbringerin. Vielleicht ist sie nicht als solche<br />

auf den ersten Blick erkennbar, denn sie zeigt sich<br />

in unzähligen verschiedenen Gesichtern.<br />

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FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 73


ART METIER<br />

Warum das a<strong>be</strong>r so ist, möchte ich Ihnen im folgenden<br />

Abschnitt aufzeigen:<br />

WAS MACHT EIN KÜNSTLER?<br />

Betrachten Sie auf der vorherigen Seite das Bild<br />

von Caravaggio. Halten Sie kurz inne und nehmen<br />

Sie sich Zeit, es <strong>be</strong>wusst zu <strong>be</strong>trachten, da<strong>be</strong>i in sich<br />

selbst hinein hörend. Was <strong>be</strong>wirkt das Bild in Ihnen?<br />

Was sagt es Ihnen?<br />

Und nun <strong>be</strong>trachten Sie bitte das Bild von Claude<br />

Monet, gehen Sie genau gleich vor.<br />

Wahrscheinlich werden Sie die Erfahrung gemacht<br />

ha<strong>be</strong>n, dass das eine Bild, andere Gefühle, Gedanken,<br />

Erinnerungen und möglicherweise andere innere<br />

Bilder, sonstige Assoziationen und Regungen<br />

in Ihnen ausgelöst hat als das andere.<br />

DER KÜNSTLER<br />

Lassen Sie uns nun untersuchen, worin die Ar<strong>be</strong>it<br />

eines Künstlers <strong>be</strong>steht. Was ist der Inhalt eines<br />

künstlerischen Werks? Was ist die Botschaft der<br />

Kunst? Worü<strong>be</strong>r „sprechen“ Künstler in ihren Bildern<br />

und wie geht ein Künstler vor?<br />

Künstler bringen in ihrer Ar<strong>be</strong>it etwas zum Ausdruck,<br />

was mit dem Verstand allein nicht <strong>be</strong>greifbar ist; so<br />

wie Sie es gerade möglicherweise erfahren ha<strong>be</strong>n.<br />

Die Aufga<strong>be</strong> des Künstlers ist es also, unter anderem<br />

Gefühle, innere Bilder, Zustände, Erfahrungen,<br />

Erlebnisse in sichtbare Bilder zu ü<strong>be</strong>rsetzen<br />

und diese den Menschen zu präsentieren, um sie<br />

innerlich zu <strong>be</strong>wegen. Bilder erzählen Geschichten,<br />

die das Le<strong>be</strong>n schreibt und die jeder Mensch<br />

auf die eine oder andere <strong>Art</strong> <strong>be</strong>stimmt kennt:<br />

Dramen, Tragödien, Komödien. Geschichten von<br />

Lie<strong>be</strong> und Hass, Sehnsucht, Schmerz und Leid,<br />

Angst, Verlust, Tod, Trauer, Vergänglichkeit, Macht<br />

und Ohnmacht, Opfer, Scham, Armut, Reichtum,<br />

Sinn, Verzweiflung, Schuld und Sühne, Hochmut,<br />

Demut, Einsamkeit, Melancholie, Freude, Krieg<br />

und Frieden und vieles mehr. Künstler erreichen<br />

das, indem sie den Inhalt ihrer Werke aus den<br />

Schichten des Un<strong>be</strong>wussten <strong>be</strong>ziehen. Da<strong>be</strong>i nutzen<br />

sie ihre Kreativität, welche letztendlich auch<br />

von dort kommt, gepaart mit der <strong>be</strong>wussten Entwicklung<br />

ihres Handwerks, jahrelangen Beobachtungen<br />

und Studien künstlerischer Techniken, um<br />

ihre einzigartigen Kunstwerke hervorzubringen.<br />

DER BETRACHTER<br />

Wenden wir uns nun dem nächsten Standpunkt zu:<br />

dem des Kunst<strong>be</strong>trachters.<br />

MARK ROTHKO, ohne Titel (Black on Grey) – Ausschnitt, 1970, Acryl auf Leinwand, Solomon<br />

R. Guggenheim Museum, New York City<br />

Indem Sie ein Bild <strong>be</strong>trachten, gehen Sie, ob <strong>be</strong>wusst<br />

oder un<strong>be</strong>wusst, augenblicklich mit dem Bild<br />

in einen inneren Dialog. Wenn man sich dem Bild<br />

öffnet, fühlt man Gefühle und Gedanken aus dem<br />

Inneren heraus aufsteigen. Da<strong>be</strong>i entscheidet der<br />

Betrachter mit seiner Haltung, was er sehen möchte<br />

und wie er das Bild <strong>be</strong>wertet. Inspiriert durch das<br />

Bild kann es in diesem Reflexionsprozess vorkommen,<br />

dass man eigene bisherige Sicht-, Denk- und<br />

Handlungsweisen infrage zu stellen <strong>be</strong>ginnt, was<br />

weite Kreise ziehen kann. Das auch deshalb, weil<br />

die Kunst wie eine <strong>Art</strong> Spiegel wirkt, in dem man<br />

etwas in seinem Inneren erkennt, was einem selbst<br />

bisher verborgen war.<br />

Außerdem können Bilder auch trösten, Mut machen,<br />

als abschreckendes Beispiel dienen, warnen,<br />

friedlich stimmen, durch ihre Schönheit auf eine<br />

<strong>Art</strong> Ordnung schaffen, <strong>be</strong>ruhigen oder aufregen,<br />

a<strong>be</strong>r auf jeden Fall <strong>be</strong>wegen sie auf eine einzigartige<br />

Weise das Innere des Menschen.<br />

Der Besucher einer Ausstellung von Mark Rothko<br />

<strong>be</strong>richtet: „Wie wirkt das Bild auf mich? Was genau<br />

empfinde ich <strong>be</strong>im Betrachten? Ich schaue auf<br />

zwei monochrom-Far<strong>be</strong>n, sehe nur schwarz und<br />

grau. Im ersten Moment wirkt es einfach, wie wenn<br />

zwei Farbflächen auf die Leinwand gemalt wurden.<br />

Je länger ich auf das Bild a<strong>be</strong>r schaue, desto mehr<br />

trete ich mit mir selbst in Resonanz. Ich empfinde<br />

die Ganzheit, die Unfassbarkeit dieser Welt – des<br />

Universums. Alles erscheint für mich, vereint klar<br />

und <strong>be</strong>greifbar; das Wunder als Mensch auf dieser<br />

Erde le<strong>be</strong>n zu dürfen. Ich sehe Tag und Nacht, Hell<br />

und Dunkel, Licht und Schatten, o<strong>be</strong>n und unten.<br />

Ein anderes Mal empfinde ich Leere, Einsamkeit,<br />

<strong>be</strong>grenzt sein, Widerstand, Trostlosigkeit, Monotonie.<br />

Das Bild wirft mich <strong>be</strong>im Betrachten auf mich<br />

selbst zurück. Es ist fast wie mit einem Spiegel –<br />

wer blickt mir im Spiegel entgegen?“<br />

Vielleicht fragen Sie sich nun: „Wie kann ich selbst<br />

mit Kunst ein glücklicheres Le<strong>be</strong>n führen?“<br />

EIN MÖGLICHER WEG ZUM GLÜCK<br />

Ne<strong>be</strong>n Malkursen aller <strong>Art</strong> ladet die Maltherapie<br />

ein, auf eine <strong>Art</strong> selbst zum Künstler und Betrachter<br />

in einer Person zu werden: Zuerst wird gemalt<br />

und dann das Bild <strong>be</strong>trachtet.<br />

Als Maltherapeutin und Kreativtrainerin <strong>be</strong>gleite<br />

ich Menschen darin, Bilder zu malen, die aus<br />

ihrem Inneren kommen, in Zusammenhang mit<br />

dem Problem, das sie lösen möchten. Allein indem<br />

der Klient malt, können Probleme in den tieferen<br />

Schichten des Un<strong>be</strong>wussten gelöst werden. Zum<br />

anderen findet durch das anschließende Gespräch<br />

ein Reflexionsprozess statt. Bei diesem lernt der<br />

Klient seine Bildsprache zu verstehen und seinem<br />

gegenwärtigen Problem zuzuordnen. Dadurch findet<br />

er selbst zu einer Lösung und trainiert damit<br />

auch seine Kreativität.<br />

Durch Malerei können Sie Stück für Stück Inhalte,<br />

so wie talentierte Künstler, ins Bewusstsein bringen<br />

und aus einer anderen Perspektive <strong>be</strong>trachten.<br />

Nicht nur unangenehme, verdrängte Seiten ver<strong>be</strong>rgen<br />

sich im Un<strong>be</strong>wussten, sondern auch Talente<br />

und Fähigkeiten. Manchmal braucht es auch Mut<br />

dazu, uns von unserer <strong>be</strong>sten Seite zu zeigen. Kreativität<br />

ist ein Geschenk, das jeder Mensch von Natur<br />

aus in sich trägt. Nicht selten liegt dieser Schatz<br />

als ungenutztes Potenzial in unserem Un<strong>be</strong>wussten<br />

verborgen und wartet nur darauf, ans Tageslicht zu<br />

kommen, um unser Le<strong>be</strong>n zu erleichtern und zu<br />

<strong>be</strong>reichern. Ihn zu he<strong>be</strong>n kann wiederum Basis für<br />

Glück sein.<br />

In diesem Sinne: Kunst macht glücklich – den Macher<br />

und den Betrachter! Erlau<strong>be</strong>n Sie sich, zum Glücksschmied<br />

zu werden, indem Sie mal den Pinsel in die<br />

Hand nehmen und ein Bild aus Ihrem Inneren malen!<br />

Seien Sie sich <strong>be</strong>wusst, Sie schürfen nach verborgenen<br />

Schätzen, so wie ein Bergar<strong>be</strong>iter die Bodenschätze aus<br />

dem Inneren des Berges zutage fördert. In diesem Sinne:<br />

Glück auf!<br />

www.allmer.palden.com<br />

WALTRAUD ALLMER-PALDEN, Maltherapeutin, Kreativtrainerin<br />

und Lifecoach<br />

74 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 75


ART INTERVIEW<br />

LUXUS ,<br />

PFLEGE<br />

und ganz viel<br />

MENSCHLICHE WÄRME<br />

ERICH und BETTINA SUCHER-FREINBERGER<br />

im Exklusivinterview mit <strong>Art</strong> <strong>Quarterly</strong> Chefredakteur<br />

NIKOLAUS IMMANUEL KÖHLER<br />

Der Name der Schweizer Luxusmarke ZWYER ist aus dem<br />

Russischen entlehnt und <strong>be</strong>deutet dort so viel wie „Bestie“. Erich<br />

und Bettina Sucher-Frein<strong>be</strong>rger, die <strong>be</strong>iden Persönlichkeiten, die<br />

hinter dieser aufstre<strong>be</strong>nden Luxuspflegemarke stehen, sind<br />

allerdings alles andere als wilde Bestien. Sie gehören vielmehr zu<br />

den umsichtigsten und lie<strong>be</strong>nswürdigsten Entrepreneurs, die<br />

man sich nur vorstellen kann. Grund genug für AQ-<br />

Chefredakteur Nikolaus Immanuel Köhler, <strong>be</strong>i dem Power-Couple<br />

näher nachzufragen.<br />

76 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 77


ART INTERVIEW<br />

Pandemie noch erstre<strong>be</strong>nswert oder<br />

braucht Luxus einfach immer persönliche<br />

Beratung?<br />

Es braucht sowohl die persönliche Beratung<br />

als auch die Möglichkeit in einem Onlineshop<br />

einkaufen zu können. Natürlich wird<br />

in Post-Corona-Zeiten der Schwerpunkt erklärter<br />

Weise wieder auf der persönlichen<br />

Beratung liegen.<br />

Wo geht die Reise mit Zwyer Caviar<br />

Skincare hin?<br />

Zwyer-Caviar Skincare ist eine kostbare,<br />

edle Hautpflege mit einfachen, a<strong>be</strong>r vielfältig<br />

wirksamen Produkten, die einfach und<br />

effizient in der Anwendung sind. Künftig<br />

soll die Kollektion mit speziellen Problemlösern<br />

erweitert werden. Diese Marke wird<br />

gewiss auch durch Mundpropaganda noch<br />

ganz massiv an Bekanntheit gewinnen, da<br />

wir unumschränkt auf positive Kunden<strong>be</strong>wertungen<br />

treffen.<br />

Wie lange gibt es eure Schweizer-<br />

Luxusprodukte nun <strong>be</strong>reits am Markt?<br />

Zwyer Caviar Skincare ha<strong>be</strong>n wir in Österreich,<br />

in Deutschland und in der Schweiz<br />

2020 lanciert.<br />

Wie kam es zu der Idee, eine Luxuskosmetikmarke<br />

zu etablieren?<br />

Begonnen hat alles mit drei außergewöhnlichen<br />

Persönlichkeiten: dem Schweizer<br />

Produzenten für den exquisiten Zwyer<br />

Caviar für Hau<strong>be</strong>nrestaurants, einem der<br />

herausragendsten Forscher für innovative<br />

Technologien und einem Schweizer Produzenten<br />

mit dem Know-how für Luxuskosmetik.<br />

Das Ergebnis: Zwyer Caviar Skincare.<br />

Bei dieser exquisiten Hautpflegemarke<br />

wird die Königin des Kaviars, der Oscietra<br />

Kaviar aus einer nachhaltigen Wildzucht<br />

im Rio Negro in Uruguay in Südamerika<br />

verwendet. Dieser wird mit Gletscherwasser<br />

aus den Anden und portugiesischem<br />

Meersalz Flor de Sal veredelt, was<br />

eine herausragende Qualität ergibt und<br />

am liebsten von Spitzenköchen in Luxusrestaurants<br />

verwendet wird. Aufgrund<br />

der außergewöhnlichen Eigenschaften des<br />

Oscietra Kaviars ist die Idee, eine Luxuskosmetikmarke<br />

zu kreieren, entstanden.<br />

Was macht Zwyer Caviar Skincare so<br />

<strong>be</strong>sonders?<br />

Bei den Kosmetikprodukten wird die gleiche<br />

Oscietra Kaviar Qualität verwendet<br />

wie im Food Bereich! Eingefügt in einen<br />

Zwyer Caviar Wirkstoffkomplex wirkt<br />

dieser für die Haut wie ein Jungbrunnen:<br />

ein Superfood-Nährstoffcocktail <strong>be</strong>i einem<br />

gleichzeitigen Detox-Effekt mit einer <strong>be</strong>merkenswerten<br />

Verträglichkeit und Wirksamkeit.<br />

7 Produkte stellen ein kompaktes<br />

Pflegeprogramm dar, das eine Vielfalt an<br />

Leistungen bietet.<br />

Was sind die wichtigsten Punkte, die es zu<br />

<strong>be</strong>achten gibt, wenn man eine Luxuskosmetikmarke<br />

neu etablieren möchte?<br />

Die Qualität der Produkte, die Wirksamkeit<br />

und die Sicherheit der Verträglichkeit<br />

sowie die Autorisierung jener Parfümerien,<br />

die eine erstklassige Beratung bieten<br />

können.<br />

Ist der Begriff Swissness deiner Meinung<br />

nach wirklich als Luxusgarant zu sehen?<br />

Wenn ja, warum?<br />

Absolut! Produkte mit Schweizer Herkunft ha<strong>be</strong>n<br />

weltweit den <strong>be</strong>sten Ruf in Bezug auf Qualität,<br />

Leistung und Sicherheit. Es braucht lange,<br />

bis ein guter Ruf erreicht wird und braucht<br />

kontinuierliche Weiterentwicklung, um gehalten<br />

zu werden.<br />

Warum wurde das Konzept, Zwyer<br />

Caviar Skincare ausschließlich an exklusiv<br />

selektierten Vertriebstellen anzubieten,<br />

gewählt?<br />

Weil diese Geschäfte durch ihre Erfahrung<br />

und Beratungskompetenz darauf spezialisiert<br />

sind, neue Konsumenten für Luxusmarken<br />

zu gewinnen und diese zu Stammkunden<br />

zu machen. Und weil Konsumenten<br />

sicher sein können, durch trainierte und<br />

motivierte Verkäufer die <strong>be</strong>ste Beratung für<br />

die Pflege ihrer Haut erhalten können.<br />

Wie wichtig ist in Zeiten von Corona der<br />

Vertrieb der Marke Zwyer im Online-Shop?<br />

Ist das Modell auch in Zeiten nach der<br />

Wie wichtig ist es in eurer Branche, eine<br />

einzigartige und exklusive Markenphilosophie<br />

zu schaffen?<br />

Es ist enorm wichtig! Eine klare Philosophie<br />

ermöglicht es potentiellen Konsumenten<br />

sich mit einer Marke, deren Werte und<br />

Leistungen zu identifizieren.<br />

Ist Luxus mit der aktuellen Corona-Pandemie<br />

ü<strong>be</strong>rhaupt noch moralisch vereinbar?<br />

ZwyerCaviar Skincare definiert Luxus auf<br />

eine neue Weise: Wert-voll statt Prunk-voll.<br />

Unsere exklusiven Kunden lie<strong>be</strong>n Luxusprodukte,<br />

doch gleichzeitig stehen Authentizität,<br />

Nachhaltigkeit und Sinnhaftigkeit immer<br />

mehr im Vordergrund. Sie fragen immer<br />

deutlicher nach, wie etwas gemacht ist, was<br />

daran gut ist bzw. wer dahintersteht. Welche<br />

Substanzen kommen zum Einsatz und auf<br />

welche wird verzichtet? Zusammengefasst<br />

suchen unsere Kunden vertrauenswürdige<br />

Produkte mit ökologischem und ethischem<br />

Bewusstsein sowie einer nachvollziehbaren<br />

Preisgestaltung. Und gerade in Zeiten einer<br />

Krise tut es oftmals so unvergleichlich gut,<br />

wenn man sich selbst oder seinen Lie<strong>be</strong>n<br />

echten Luxus angedeihen lässt.<br />

78 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 79


ELISABETH<br />

WEDENIG<br />

Himmelszelt, 2019,<br />

Öl und Acryl auf<br />

Leinen,<br />

140 x 140 cm<br />

Bilder<br />

aus und in<br />

eine Welt<br />

ELISABETH WEDENIG<br />

Text: ULLI STURM<br />

F<br />

Fantastisch und eigenwillig sind die<br />

Bilder der Künstlerin und sie erzählt<br />

mit ihnen unzählige Geschichten<br />

rund um die menschliche Figur, um Wirklichkeit,<br />

Traum und Erinnerung. Immer gelingt es<br />

ihr, einen unvergleichlichen Kosmos auf die<br />

Leinwand zu zau<strong>be</strong>rn, der die üblichen Sehgewohnheiten<br />

herausfordert und den Betrachter<br />

mitnimmt auf eine Reise voller Illusion, Imagination<br />

und Reminiszenz.<br />

Wedenig geht es nicht darum, die Wirklichkeit<br />

abzubilden, sondern ihr etwas hinzuzufügen,<br />

sie um Facetten ihrer Gedankenwelt zu <strong>be</strong>reichern.<br />

Ihre Kompositionen setzen sich meist<br />

aus unterschiedlichen Teilen, aus Zitaten, Fotografien,<br />

Traumsequenzen und ihren eigenen<br />

Erinnerungen und Wahrnehmungen zusammen.<br />

Die einzelnen Bildelemente ordnet sie<br />

neu verzerrt und ü<strong>be</strong>rlagert sie verdeckt oder<br />

entwickelt sie weiter und lässt daraus eine<br />

enorme bildnerische Vielfalt entstehen. Sie<br />

zeigt, was ihre subjektive Bildwelt ausmacht<br />

und wie sie sie in Malerei ü<strong>be</strong>rsetzt, indem<br />

sie Altes durch Neues ergänzt und Realem Erträumtes<br />

gegenü<strong>be</strong>r stellt.<br />

Sie hält in Reise- und Traumtagebüchern mit<br />

dem Bleistift fest, was sie an inneren und äußeren<br />

Momenten <strong>be</strong>rührt und in ihren klein- und<br />

großformatigen Bildern <strong>be</strong>haupten sich die gezeichneten<br />

Passagen selbst<strong>be</strong>wusst ne<strong>be</strong>n dominanteren<br />

malerischen Bildelementen. Der Strich<br />

definiert das Motiv, gibt der Idee und dem Gedanken<br />

die Form und strukturiert gleichzeitig<br />

die Bildfläche. Wedenig verzichtet da<strong>be</strong>i <strong>be</strong>wusst<br />

auf eine zentrale Perspektive, vielmehr<br />

entstehen ihre narrativen Bilder aus dem Bauch<br />

heraus. In einem langen Malprozess lässt sie<br />

sich trei<strong>be</strong>n und nimmt sich die Freiheit der Geschichte<br />

ihren Lauf zu lassen. Die Hand folgt<br />

dem Kopf und Schritt für Schritt, Schicht für<br />

Schicht wachsen die unterschiedlichen Motive<br />

auf der Leinwand zu einem großen Ganzen zusammen.<br />

Es ist nicht leicht festzumachen, welche<br />

Motivik eigentlich im Mittelpunkt ihrer Ar<strong>be</strong>iten<br />

steht. Gefühlsmäßig würde man vielleicht dazu<br />

tendieren, der menschlichen Figur eine zentrale<br />

Rolle zuzusprechen, a<strong>be</strong>r angesichts der Vielfalt<br />

an Tierdarstellungen, der Opulenz einer üppigen<br />

Pflanzenwelt und dem unvermittelten Auftauchen<br />

von fantastischen Mischwesen fällt eine<br />

Entscheidung letztlich schwer.<br />

Vielleicht auch deshalb, weil Elisa<strong>be</strong>th Wedenig<br />

Reales, Erfundenes und Allegorisches ineinander<br />

verschwimmen lässt und abstrakte und<br />

gegenständliche Motive sich frei auf der Malfläche<br />

<strong>be</strong>wegen dürfen. Durch einen ständigen<br />

Wechsel der Perspektive macht sie die Leinwand<br />

zu einer unendlichen Projektionsfläche.<br />

Augenscheinlich ist auch immer wieder das<br />

Konzept und der Mut der Künstlerin zum Unvollendeten,<br />

zum explizit Fragmentarischen.<br />

80 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 81


ART PEOPLE<br />

2<br />

1<br />

Die ungrundierte Leinwand ist für sie der<br />

ideale Bildraum für die Zeichnung. In gebündelten,<br />

schnell und gekonnt gesetzten Strichen<br />

nimmt das Motiv – oder Teile davon – Gestalt<br />

an. Mit Pinsel und Far<strong>be</strong> hebt sie oftmals nur<br />

einzelne Teil<strong>be</strong>reiche hervor, setzt Akzente<br />

und verstärkt die Plastizität. Unkonventionell<br />

und keiner Logik folgend <strong>be</strong>lässt sie einzelne<br />

Bildteile ganz farbfrei und gibt den Blick frei<br />

auf die Zeichnung und damit auf eine Leichtigkeit<br />

und Transparenz, die dem Betrachter<br />

scheinbar eine Tür zum Entstehungsprozess<br />

ihrer Bilder öffnet.<br />

Doch wer versucht, die Gedanken- und Motivwelt<br />

der Künstlerin zu enträtseln, hat schon verloren.<br />

Wozu auch das Rätsel lösen? Liegt nicht<br />

genau darin ein Teil der Anziehungskraft und<br />

des Reizes ihrer Ar<strong>be</strong>iten? Auch<br />

wenn wir darauf konditioniert<br />

sind, alles verstehen zu wollen<br />

und jedem ersichtlichen Motiv<br />

einen Kontext zuzuordnen, können<br />

wir lernen, dass Wedenigs<br />

Bilder deshalb so reizvoll sind,<br />

weil sie exakt mit dieser "Verweigerung<br />

des Erklärbaren" spielt. Trotz der Tatsache,<br />

dass manche Szenen eindeutig lesbar sind,<br />

reißt der Erzählfaden immer wieder ab und es<br />

knüpfen sich neue Assoziationen, die unser Sehen<br />

und Denken vor sich hertrei<strong>be</strong>n. Das Geheimnisvolle<br />

ihrer bildnerischen Erzählungen<br />

wird nicht zuletzt auch durch die Poesie ihrer<br />

Bildtitel unterstrichen. Mit poetisch-lyrischen<br />

Sprachbildern lässt die Künstlerin zusätzliche<br />

ganze Welten von Bildern im Kopf entstehen.<br />

Fotografie: © Peter Schaflechner<br />

ELISABETH WEDENIG<br />

*1980, lebt und ar<strong>be</strong>itet in Kärnten und Wien. 1998–1999<br />

Lettische Kunstakademie in Riga, Klasse für Malerei.<br />

1999–2005 Akademie der bildenden Künste Wien, Lehramt.<br />

2001 Kunstakademie von Athen, Klasse für<br />

Malerei. 2004–2008 Akademie der bildenden Künste<br />

Wien, Studium für bildende Kunst, unter anderem <strong>be</strong>i<br />

Hu<strong>be</strong>rt Schmalix und Amelie von Wulffen. Ausstellungen<br />

und Projekte im In- und Ausland, 2020 Erhalt österreichisches<br />

Staatsstipendium für bildende Kunst.<br />

www.elisa<strong>be</strong>thwedenig.at<br />

1<br />

E. WEDENIG<br />

Teil einer Serie:<br />

leaving the island to<br />

<strong>be</strong>come an island,<br />

2020/21,<br />

Aquarell auf Papier,<br />

30 x 25 cm<br />

2<br />

E. WEDENIG<br />

Eiland, 2020,<br />

Öl und Acryl auf Leinen,<br />

100 x 140 cm<br />

82 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 83


LUXURY<br />

TRAUMDOMIZILE IMMOBILIEN ALS INVESTITION EXCLUSIVE TOPLAGEN<br />

SCHÖNE<br />

AUSSICHTEN<br />

BLEIBEN<br />

GEFRAGT…<br />

GANZ GLEICH, OB MAN DEN FINANZIELLEN<br />

ASPEKT ODER DEN TATSÄCHLICHEN BLICK VON<br />

DER DACHTERRASSE MEINT, INVESTOREN UND<br />

KUNDEN SIND ZURZEIT BESONDERS INTENSIV<br />

AUF DER SUCHE NACH IMMOBILIEN, DIE IN<br />

JEDER HINSICHT SCHÖNE AUSSICHTEN BIETEN.<br />

Bildquelle: www.bueroinfo.at


ART ESTATE<br />

DAS BESONDERE<br />

BEWOHNEN<br />

ELEGANTE<br />

MÉNAGE À TROIS<br />

Den Spirit erle<strong>be</strong>n, die Zukunft<br />

denken. Die historische Substanz, die<br />

modernen Materialien und das klare<br />

und offene Raumkonzept erge<strong>be</strong>n eine<br />

charmant-elegante Ménage à trois.<br />

Das Wohnen in der<br />

BERGGASSE 35 ist mit<br />

einer <strong>be</strong>sonderen <strong>Art</strong><br />

von Erfahrung<br />

verbunden. Es erfüllt<br />

seinen Zweck, a<strong>be</strong>r<br />

erschöpft sich nicht<br />

darin. Denn Le<strong>be</strong>n ist<br />

mehr wert.<br />

BERGGASSE 35<br />

A PLACE TO CALL HOME<br />

Die „Berggasse 35“ ist ein historischer Ort der Verbindungen.<br />

Nach Plänen von Franz von Neumann<br />

wurde hier im Jahr 1898 die Centrale II des Staatstelefons,<br />

ein Vermittlungsamt, errichtet. Heute schafft<br />

der Bauträger Stix & Partner inmitten des 9. Wiener<br />

Gemeinde<strong>be</strong>zirk zeitgemäße und höchst luxuriöse<br />

Wohnlandschaften der Extraklasse.<br />

EIN IDEALES WOHN- UND KULTURQUARTIER<br />

Das Servitenviertel gilt als geschichtsträchtiges Grätzel<br />

mit dörflichem Charme und magischer Atmosphäre<br />

inmitten Wiens. In der Berggasse, diesel<strong>be</strong> Straße,<br />

in der auch der Vater der Psychoanalyse, Sigmund<br />

Freud einst residierte und ordinierte, ist nun diese<br />

Perle des Immobilienmarktes zu finden. Auch das<br />

Palais Festetics ist in unmittelbarere Reichweite zu<br />

finden sowie auch die ehemalige Arztpraxis des<br />

<strong>be</strong>rühmten Sozialdemokraten „Victor Adler“ ist einer<br />

der geschichtlichen Hotspots, die um die „Berggasse<br />

35“ herum zu finden sind.<br />

EIN HISTORISCHER ORT DER VERBINDUNGEN<br />

Anfang des 20. Jahrhunderts konnte ein Gesprächspartner<br />

nur ü<strong>be</strong>r das Vermittlungsamt erreicht<br />

werden. Da es in Wien <strong>be</strong>reits 1928 ü<strong>be</strong>r<br />

100.000 Teilnehmer gab, wurde in der Berggasse<br />

35 ein spezifisch wienerisches Wählsystem entwickelt.<br />

Eine Kombination aus Nummern und<br />

Zahlen, die später im Zuge der Internationalisierung<br />

aufgege<strong>be</strong>n werden musste. Der damals<br />

eigens dafür vorgesehene Telegrafensaal<br />

ist heute die „Grand Etage“ und bietet Platz für<br />

modernen, schöngeistigen Luxus in Form eines<br />

erstklassigen Penthouses.<br />

EIN MODERNES<br />

WOHLFÜHLDOMIZIL<br />

Zeitgemäß adaptiert präsentiert sich die „Grand Etage“.<br />

Leicht geschwungen und wellenartig angeordnet, erstrecken<br />

sich die Raumlandschaften ü<strong>be</strong>r zwei Stockwerke.<br />

Historische Baukultur und moderne Architektur erge<strong>be</strong>n<br />

ein ästhetisches Gesamtbild.<br />

Größe, Offenheit und Weitsicht auf mehreren E<strong>be</strong>nen.<br />

Die gelungene Fusion von Loft-, Gründerzeit- und Prachtarchitektur<br />

erschließt mehr als nur den Raum – atem<strong>be</strong>rau<strong>be</strong>nde<br />

Perspektiven und eine exklusive Atmosphäre<br />

schaffen die perfekten Voraussetzungen für ein <strong>be</strong>wegtes<br />

und inspiriertes Le<strong>be</strong>n. So fehlt es in der Wohnung auch<br />

zum Beispiel nicht an einer Orangerie oder bahnbrechenden<br />

Aussichten ü<strong>be</strong>r Wien.<br />

{<br />

Entwickler: STIX UND PARTNER<br />

Detailinformationen zu den einzelnen Einheiten<br />

finden Sie auch auf der Projektwebsite:<br />

WWW.BERGGASSE35.AT<br />

{<br />

LUFT ZUM<br />

ATMEN UND RAUM<br />

ZUM DENKEN:<br />

Ein <strong>be</strong>sonderes<br />

Highlight stellen auch<br />

die hohen Räume dar,<br />

welche vor allem für<br />

Sammler von<br />

moderner Kunst<br />

sicherlich noch von<br />

ästhetisch großem<br />

Nutzen sein werden.<br />

86 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 87


ART ESTATE<br />

Die geschmackvoll kombinierte<br />

EINRICHTUNG aus landestypischen<br />

Antiquitäten, funktionellen<br />

Mö<strong>be</strong>ln und Beleuchtungskörpern<br />

fügt sich wunderbar in<br />

das historische Schloss und<br />

verleiht ihm ein modernes Flair.<br />

SCHLOSS SELTENHEIM<br />

thront erha<strong>be</strong>n auf einem<br />

großen eiszeitlichen Findling<br />

inmitten der romantischen<br />

Kärntner Bergwelt unweit des<br />

Wörthersees und bietet<br />

daher einen wunderbar freien<br />

Blick auf die herrliche<br />

Landschaft.<br />

EIN ANWESEN<br />

MIT UNGLAUBLICHER<br />

VIELFALT<br />

Mit dem Schloss können ne<strong>be</strong>n der<br />

optional zu erwer<strong>be</strong>nden Kunstsammlung<br />

auch ein Badehaus am Wörthersee sowie<br />

ü<strong>be</strong>r 40 Hektar Grund rund um das<br />

Schloss erwor<strong>be</strong>n werden.<br />

HERRLICH LUXURIÖS:<br />

SCHLOSS<br />

SELTENHEIM<br />

steht zum Verkauf<br />

Mit dem Kärntner Schloss Seltenheim, was so viel wie<br />

„Haus des Glücks“ <strong>be</strong>deutet, steht sicherlich einer<br />

der herausragendsten Immobilien des Landes zum<br />

Verkauf. Nur 10 Minuten vom Wörthersee und von<br />

Klagenfurt bietet diese perfekt sanierte Schlossanlage<br />

auf rund 1.400 m² Nutzfläche jeglichen Luxus.<br />

Ne<strong>be</strong>n den klassischen Attributen eines Schlosses<br />

wie Kapelle, Bibliothek und Schlosspark verfügt<br />

es ü<strong>be</strong>r jeglichen modernen Le<strong>be</strong>nskomfort bis hin<br />

zum Hubschrau<strong>be</strong>rlandeplatz. Zusätzlich <strong>be</strong>steht die<br />

seltene Möglichkeit, die mit viel persönlicher Passion<br />

ü<strong>be</strong>r Jahrzehnte zusammengetragene Ausstattung<br />

und Kunst dazu zu erwer<strong>be</strong>n. Diese reicht von<br />

landestypischen Antiquitäten aus der Gotik bis<br />

hin zum Biedermeier und umfasst auch eine große<br />

Sammlung an Gemälden und Skulpturen namhafter<br />

Künstler des 20./21. Jahrhunderts.<br />

Rund 20 schöne Zimmer, ein Wellness<strong>be</strong>reich mit<br />

Sauna, Dampfbad und Fitnessraum, ein Weinkeller,<br />

eine moderne loftartige Bibliothek und eine barocke<br />

Kapelle stehen zur Verfügung. Der weitläufige<br />

Schlosspark mit Tennisplatz und dem ca. 3.000 m²<br />

großen Badeteich mit Badehaus regen zum Seele<br />

baumeln lassen an. Das Anwesen wird von einem 27<br />

Loch Golfplatz malerisch gesäumt.<br />

Zur Geschichte: Die Ursprünge des Schlosses reichen<br />

bis ins 12. Jahrhundert zurück. Es ging durch die<br />

Hände klingender Adelsnamen wie u. a. den Familien<br />

Liechtenstein-Murau, Windischgrätz und zuletzt Habsburg-Lothringen.<br />

Ende des 20. Jahrhunderts erwarb<br />

der jetzige Eigentümer Dr. Walter Mosser das Schloss.<br />

Er schuf hier einen idealen Ort für seine opulente<br />

Kunstsammlung und gleichzeitig ein unvergleichliches<br />

Gesamtkunstwerk. Da die nächste Generation<br />

andere Pläne hat, verlegt das Ehepaar Mosser seinen<br />

Wohnsitz und macht Platz für die Visionen des nächsten<br />

Schlossherrn.<br />

Die Kernfragen des Le<strong>be</strong>ns: „Woher kommen wir<br />

und wohin gehen wir“ <strong>be</strong>wegt Herrn Mosser und er<br />

fand in Professor Ernst Fuchs, „einem Mit<strong>be</strong>gründer<br />

der Schule des fantastischen Realismus, einen idealen<br />

Partner, diese Themen in Kunstwerke zu verwandeln“.<br />

So entstanden <strong>be</strong>eindruckende Skulpturen, die die<br />

Einfahrt zum Schloss säumen und sich auf dem<br />

weitläufigen Areal des Schlossparkes allerorten in<br />

prachtvoller und anregender Form präsentieren.<br />

Im Schloss selbst finden sich Gemälde unter anderem<br />

von Jakob Canziani, Franz Defregger, Karl Truppe,<br />

Zoran Music, Karl Brandstätter, Wolfgang Hutter,<br />

Arik Brauer, Otto Mühl, Jahn Knap, Werner Berg<br />

und Gerald Thomaschütz. Diese sind gekonnt<br />

kombiniert mit Bronzeskulpturen wie dem Jüngling<br />

von Magdalens<strong>be</strong>rg, Urteil des Paris, Krieger, Tänzer,<br />

Radfahrer sowie anderen Kunstwerken aus Bronze und<br />

Porzellan.<br />

Schloss Seltenheim möge ein „Haus des Glücks“<br />

auch für den nächsten Schlossherrn werden!<br />

{<br />

Schlossmakler: HENDRICH REAL ESTATE GMBH<br />

Mag. Evelyn Hendrich, MSc. Tel. +43 1 934 65 74-200<br />

Detailinformationen finden Sie auch auf der<br />

Website: WWW.HENDRICHREALESTATE.COM<br />

{<br />

88 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 89


ART ESTATE<br />

EIN MEISTER DER<br />

MATERIALIT ÄTEN<br />

Die einfache<br />

Formensprache<br />

sowie die hochwertigen<br />

Materialien<br />

stellen perfekte<br />

Voraussetzungen für<br />

<strong>be</strong>sonderes Le<strong>be</strong>n<br />

und Wohnen dar.<br />

Uns liegt daran,<br />

EIN MEISTERWERK DES STAR-ARCHITEKTEN<br />

CROWND<br />

by Chipperfield<br />

Ein grandioses Projekt <strong>be</strong>nötigt auch einen<br />

grandiosen Architekten. Dieser wurde in<br />

Form des Star-Architekten Sir David Chipperfield<br />

gefunden. Er zählt wohl zu einer<br />

der etabliertesten Persönlichkeiten der<br />

zeitgenössischen Architektur und wird<br />

von Experten stets in die Top 10 Könner<br />

seiner Zunft gereiht. Alle seine Projekte<br />

einen die Konzentration auf das Wesentliche<br />

und vor allem auf die Bedürfnisse der<br />

Menschen, die diese Gebäude nutzen.<br />

CROWND by Chipperfield stellt sein<br />

erstes Wohnbauprojekt in Wien dar und<br />

findet sich im dreizehnten Wiener Gemeinde<strong>be</strong>zirk<br />

wieder. Hietzing verbindet<br />

pulsierendes Le<strong>be</strong>n, sehenswerte Geschichte,<br />

erholsames Grün, <strong>be</strong>ste Kulinarik<br />

und Wohnen auf höchstem Niveau.<br />

Ein perfekter Standort also, für das österreichische<br />

Debut des Star-Architekten.<br />

Dazu kommt die große Erfahrung und<br />

Kennerschaft hinsichtlich einer perfekten<br />

Lage und einer sich permanent positiv<br />

entwickelten Marktlage des dafür verant-<br />

wortlich zeichnenden Projektentwickler<br />

CROWND Estates und dessen versierter<br />

Geschäftsführer Maximilian Kneussl.<br />

LUXUS PUR IN DEN DREI WOHNANLAGEN<br />

Die drei Stadtvillen verfügen ü<strong>be</strong>r 20<br />

Apartments mit Wohnflächen von 40<br />

bis 330 Quadratmetern mit großzügigen<br />

Außenflächen inklusive grandiosem Weitblick<br />

ü<strong>be</strong>r Wien. Wellness-Oasen laden<br />

zum Entspannen & Kraft tanken ein. Ein<br />

Concierge Service ist e<strong>be</strong>nfalls im Leistungsumfang<br />

enthalten. Dieser kümmert<br />

sich im Zuge regelmäßiger Kontrollrundgänge<br />

um Sicherheit, Sau<strong>be</strong>rkeit und Ordnung<br />

im Wohnhaus.<br />

Der gewohnt hochklassige Chipperfield-<br />

Minimalismus, der vor allem für Sammler<br />

moderner Kunst ein wahrer Traum<br />

ist, sowie die hochwertigen Materialien<br />

und die hervorragenden Services machen<br />

CROWND by Chipperfield zu einem der<br />

spannendsten und anspruchsvollsten Bauprojekte<br />

des 21. Jahrhunderts.<br />

AUSSERGEWÖHNLICHES<br />

GARTENGESTALTUNGS-<br />

KONZEPT<br />

Die absolute Ruhelage auf einer Anhöhe<br />

im Grünen mit Blick auf Wien ist ein purer<br />

Luxus. Rund um die Villen findet sich ein<br />

<strong>be</strong>eindruckender Baum<strong>be</strong>stand: Die vielen<br />

Birken, Schwarzföhren und Eschen sind<br />

Seelen<strong>be</strong>ruhiger für Menschen und Lieblingsplatz<br />

zahlreicher Vögel. In <strong>be</strong>ster Harmonie<br />

mit dem Bestand sieht das durchdachte<br />

Konzept grüne Wände, vertikale<br />

Beete sowie <strong>be</strong>pflanzte Atriumhöfe vor.<br />

Räume<br />

zu schaffen,<br />

die das Le<strong>be</strong>n<br />

tagtäglich<br />

<strong>be</strong>reichern.<br />

Um eine ANGENEHME ATMOSPHÄRE eines Wohn<strong>be</strong>reiches zu schaffen, braucht es vor allem folgende<br />

zwei Ingredienzien: das richtige Raumklima und eine Wohlfühl-Temperatur. In den Apartments ist für<br />

<strong>be</strong>ides gesorgt. Dies wird durch die Kombination verschiedenster hoch moderner Komponenten erzielt.<br />

{<br />

Detailinformationen zu den<br />

einzelnen Einheiten finden<br />

Sie auch auf der Projektwebsite<br />

CROWNDBYCHIPPERFIELD.COM<br />

{<br />

Wir sind Akteure des Wohn- und Städtebaus und realisieren<br />

mittlere bis große Entwicklungen. Unsere Kernkompetenz liegt in<br />

der Finanzierung und Verwertung von Immobilien: Gewer<strong>be</strong>- oder<br />

Wohnimmobilien, Eigen- oder Drittprojekte. Stets verfolgen wir das<br />

Ziel, intelligente und ü<strong>be</strong>rdurchschnittliche Lösungen zu finden, die<br />

die lokalen Gege<strong>be</strong>nheiten reflektieren und positiv <strong>be</strong>einflussen.<br />

90 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

STIX + PARTNER IMMOBILIEN A - 1010 WIEN, FLEISCHMARKT www.art-quarterly.com<br />

1 T +43 / 1 / 532 4000 OFFICE@STIX-PARTNER.AT FRÜHJAHR/SOMMER WWW.STIX-PARTNER.AT<br />

2021 AQ 91


ART TOPIC<br />

LEGENDÄRE<br />

WELTKUNST<br />

UND WO SIE<br />

ZU FINDEN IST<br />

Text: NIKOLAUS IMMANUEL KÖHLER Fotografie: STEFAN OLAH<br />

92 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 93


ART ESTATE<br />

IN DER GESCHICHTE DER KUNST NAHMEN FRAUEN<br />

ALS FÖRDERERINNEN IMMER WIEDER SCHLÜSSEL-<br />

ROLLEN EIN – VON DER ÄGYPTISCHEN KÖNIGIN HATS-<br />

HEPSUT ÜBER MÄZENINNEN DER RENAISSANCE WIE<br />

MARIE DE MEDICI BIS ZUR LEGENDÄREN PEGGY<br />

GUGGENHEIM – DENNOCH WERDEN IHRE LEISTUN-<br />

GEN ALS SAMMLERINNEN BIS HEUTE NUR WENIG<br />

ANERKANNT. EINE ANALYSE VON ARTNEWS ZEIGT,<br />

DASS SICH UNTER DEN TOP 200 SAMMLERN LEDIG-<br />

LICH 10 PROZENT (ALLEIN AGIERENDE) FRAUEN<br />

FINDEN – DER ANTEIL AN MUSEUMSGRÜNDERINNEN<br />

LIEGT DERZEIT BEI 18 PROZENT.<br />

Nachdem Frauen jedoch in der<br />

Kunstwelt immer stärkere Präsenz<br />

zeigen – ob als Künstlerinnen,<br />

Kuratorinnen, Händlerinnen<br />

oder Museumsdirektorinnen<br />

– ist klar, dass auch Sammlerinnen<br />

zu diesem Wandel <strong>be</strong>itragen.<br />

Viele dieser modernen Sammlerinnen<br />

eint das Anliegen, ihre<br />

private Leidenschaft für die<br />

Kunst einem breiteren Publikum<br />

näherzubringen, die Kunst<br />

von ihren Wohnzimmern in den<br />

Raum öffentlichen Diskurses zu<br />

bringen.<br />

Heidi Goëss-Horten ist in diesem<br />

Kontext eine Visionärin – sie geht<br />

einen großen Schritt weiter und<br />

baut aus privaten Mitteln ein<br />

eigenes Museum, um der Kunst,<br />

mit der sie lebte, einen Raum zu<br />

ge<strong>be</strong>n, der für alle Interessierten<br />

zugänglich ist. Beim Erwerb der<br />

Kunstwerke ging es ihr um mehr<br />

als eine reine Zurschaustellung<br />

– ein großes Anliegen von Heidi<br />

Goëss-Horten ist die Vermittlung<br />

und Zugänglichkeit der Kunst<br />

auch für jene, die sonst nicht in<br />

den Genuss der hochkarätigen<br />

Werke kommen würden.<br />

So in etwa darf man sich die Vision und Vorstellung der Kunstsammlerin<br />

Heidi Goëss-Horten vorstellen, als es, nachdem ein<br />

<strong>be</strong>merkenswerter Standort im Herzen Wiens gefunden war,<br />

daran ging das passende architektonische Gesamtkonzept für Ihr Museum<br />

zu finden.<br />

Hier<strong>be</strong>i muss natürlich dem Umstand Rechnung getragen werden, dass<br />

ü<strong>be</strong>r drei Jahrzehnte hinweg kein ähnliches Bauprojekt musealer Natur<br />

in Österreich umgesetzt wurde. Dadurch ha<strong>be</strong>n auch nicht allzu viele<br />

Architekturbüros tatsächliche Kompetenz an dieser <strong>be</strong>sonders fordernden<br />

Aufga<strong>be</strong>nstellung.<br />

Ein Ort muss von Geschichte geschwängert sein und gleichsam <strong>be</strong>reit,<br />

die Zukunft immer und immer wieder aufs Neue zu gebären. Wer solche<br />

Wünsche hegt, dem steht freilich nicht der Sinn nach einem Neubau irgendwo<br />

im urbanen Niemandsland, nein, eine solche Museumsstifterin<br />

vom Kali<strong>be</strong>r einer Heidi Goëss-Horten sucht das Spezielle, das Kleinod<br />

inmitten jener Meile, in der die Kultur den eigentlichen Herzschlag<br />

ausmacht. Zwischen Staatsoper und Al<strong>be</strong>rtina wurde schließlich auch<br />

ein Ort gefunden, der Historie wie auch eine spürbare Ausrichtung in<br />

die Zukunft vermittelt, es handelt sich da<strong>be</strong>i um das Innenhofgebäude<br />

des Hanuschhofes.<br />

EIN MUSEUM HAT PER<br />

SE NICHT NUR DEN AUFTRAG,<br />

DEN KUNSTWERKEN RAUM<br />

ZU BIETEN, VIELMEHR SOLL<br />

ES EINE HOMOGENE HEIMAT<br />

FÜR DIESE DARSTELLEN<br />

Heidi Goëss-Horten<br />

94 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 95


ART ESTATE<br />

EIN ORT MIT GESCHICHTE: Wo früher das Palais Erzherzog Friedrichs untergebracht war, findet man bald Weltkunst ersten Ranges.<br />

ARCHITEKTUR – CHRONOLOGIE EINER FINDUNG<br />

TRADITION TRIFFT AUF MODERNE: So wird der neue Kunst-Hotspot Wiens, gestaltet von the<br />

next ENTERprise Architects architects, aussehen.<br />

Erzherzog Albrechts Adoptivsohn und Er<strong>be</strong> war sein Neffe<br />

Erzherzog Friedrich (1856-1936), der mit Kriegsausbruch 1914 von<br />

Kaiser Franz Joseph zum O<strong>be</strong>rkommandierenden ernannt wurde<br />

und durch seine nunmehr vermehrte Anwesenheit in Wien<br />

andere Mobilitäts<strong>be</strong>dürfnisse hatte als seine Vorfahren. Er ließ<br />

die 50 Jahre alte Reithalle seines Onkels abreißen. Dann folgte<br />

der Entwurf eines vorerst nur als trockener Zweckbau angedachten<br />

„Kanzleigebäudes“. Dessen im Herbst 1914 schließlich ausgeführte<br />

Version nach Planung des Baumeisters Hugo Schuster wurde a<strong>be</strong>r<br />

schließlich doch noch mit repräsentativen Elementen wie Eckrustika,<br />

Gaupen und Ovalfenstern, sogenannten Ochsenaugen, versehen.<br />

Im Erdgeschoß <strong>be</strong>her<strong>be</strong>rgte es keine Pferde mehr, sondern<br />

<strong>be</strong>reits Automobile. Die drei O<strong>be</strong>rgeschoße boten Raum für Dienstbotenwohnungen,<br />

die ü<strong>be</strong>r einen gedeckten Gang mit den Straßentrakten<br />

des Baukomplexes verbunden waren. Der Bedarf für diese<br />

spezielle Bauaufga<strong>be</strong> eines Wohnpalais-Ne<strong>be</strong>ngebäudes mit Autogarage<br />

im Erdgeschoss sowie oft auch Dienstwohnungen darü<strong>be</strong>r<br />

hatte sich seit der Erfindung des Automobils und der Ausstattung<br />

erster vermögender Haushalte damit <strong>be</strong>reits des Öfteren erge<strong>be</strong>n.<br />

Nach der Enteignung des Wiener Besitzes von Erzherzog Friedrich<br />

(inklusive Al<strong>be</strong>rtina und Grafiksammlung) durch die Habsburgergesetze<br />

1919 ging das Kanzleigebäude, der gebaute Nachfahre<br />

der fürstlichen Reithallen, in den Besitz der Republik ü<strong>be</strong>r, die den<br />

Bestand im nunmehrigen „Hanuschhof“ für Zwecke der Bundestheater<br />

nutzte. Jüngst wurde das ehemalige Kanzleigebäude an Heidi<br />

Goëss-Horten verkauft, die dort in einem Umbau der Wiener<br />

Architekten von the next ENTERprise bis 2022 ihr Privatmuseum<br />

erbauen lässt.<br />

Für dieses Museum und seine spektakuläre Sammlung, die erstmals<br />

2018 von Agnes Husslein im Leopold Museum der Öffentlichkeit<br />

präsentiert wurde, konnte ein idealer Standort zwischen<br />

der Wiener Oper und der Al<strong>be</strong>rtina gefunden werden: Im Innenhof<br />

der großen gründerzeitlichen Blockrand<strong>be</strong>bauung des Hanuschhofes,<br />

dem Sitz der österreichischen Bundestheaterverwaltung,<br />

wurde um 1900 ein Verwaltungsgebäude in einem historisierenden<br />

Pariser Stil mit Mansardendach errichtet. Zuletzt war dort das<br />

Opernmuseum untergebracht. Im Jahr 2019 hat Heidi Goëss-Horten<br />

das Haus erwor<strong>be</strong>n und mit dem Architektenwett<strong>be</strong>werb den<br />

Startschuss für die Realisierung des Privatmuseums gege<strong>be</strong>n. Die<br />

drei Projekte interpretierten den Umbau des charmanten, nunmehr<br />

Palais Goëss-Horten genannten Stöcklgebäudes auf sehr<br />

unterschiedliche Weise. Der Entwurf des Wiener Büros the next<br />

ENTERprise architetcs (Ernst J. Fuchs & Marie-Therese Harnoncourt)<br />

wurde prämiert, der Bau sollte Anfang 2020 <strong>be</strong>ginnen.<br />

Im Siegerprojekt von the next ENTERprise präsentiert sich das Museum<br />

dem Besucher, der die Tordurchfahrt des Hanuschhofes ne<strong>be</strong>n<br />

der Staatsoper passiert, in einer stimmungsvollen Hofsituation:<br />

Mit Kletterpflanzen an den Fassaden des Hofgebäudes und einem<br />

kleinen, von Sitzmöglichkeiten gesäumten Vorplatz mit mittelgroßem<br />

Baum erinnert sie etwa an alte Pariser Innenhöfe. Der Haupteingang<br />

liegt direkt gegenü<strong>be</strong>r der Tordurchfahrt an der Nordwestecke<br />

des Gebäudes, aus der im Erdgeschoss ein ü<strong>be</strong>rdeckter<br />

Vor<strong>be</strong>reich als Zugang „herausgeschnitten“ ist. Weitere Öffnungen<br />

liegen an der Westfassade zum Vorplatz und einer Eventfläche sowie<br />

an der Südseite für Anlieferung und Ne<strong>be</strong>ntreppenhaus.<br />

"Durch die Museumsgründung lässt Heidi Goëss-Horten die Welt<br />

an ihrer herausragenden und vielseitigen Sammlung teilha<strong>be</strong>n und<br />

ermöglicht allen Interessierten ein privates Kunsterlebnis exklusiver<br />

Natur. Für diesen Mut, unkonventionell und frei von politischer<br />

Einflussnahme zu handeln, gebührt ihr großer Respekt."<br />

– Agnes Husslein-Arco<br />

96 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 97


ART ESTATE<br />

Nach dem ü<strong>be</strong>rdeckten Vor<strong>be</strong>reich und einem kleinen Empfangsraum<br />

<strong>be</strong>tritt der Besucher sogleich den zentralen Ausstellungsraum,<br />

der sich ü<strong>be</strong>r die gesamte Tiefe des Gebäudes und<br />

ü<strong>be</strong>r drei Geschosse bis zur Traufhöhe erstreckt. Dieses Volumen<br />

ersetzt die innere Kubatur und den rückseitigen Lichthof<br />

des Bestandes ü<strong>be</strong>r die fünf Achsen im mittleren Bereich. Die<br />

nördlich und südlich-anschließenden Quertrakte des Bestandes<br />

rahmen die Zentralhalle und nehmen die Erschließungen, kleinere<br />

Ausstellungsräume, Manipulationsräume, Büros, Aufzüge<br />

und Sanitärräume auf.<br />

FOTOGRAF STEFAN OLÁH<br />

dokumentiert den Baufortschritt.<br />

Unten rechts<br />

entsteht <strong>be</strong>reits die<br />

Tragfläche für die erste<br />

Ausstellungse<strong>be</strong>ne.<br />

In das zentrale Großvolumen sind ü<strong>be</strong>r dem Erdgeschoß zwei<br />

Ausstellungse<strong>be</strong>nen „eingehängt“. Diese Plattformen ü<strong>be</strong>rspannen<br />

die Ausstellungsflächen komplett stützenfrei und werden an<br />

den Untersichten vollflächig für Beleuchtungselemente genutzt.<br />

Die annähernd quadratische Grundfläche der Zentralhalle misst<br />

rund 20 x 20 m. Die darü<strong>be</strong>r eingehängten Plattformen des ersten<br />

und zweiten O<strong>be</strong>rgeschosses sind als Rechtecke ausgebildet,<br />

die rund 13 x 15 m <strong>be</strong>ziehungsweise 14 x 17 m messen. Das geringere<br />

Flächenausmaß im Vergleich zur Grundfläche der Halle<br />

ermöglicht es, diese Plattformen um rund 30 Grad im Gegenuhrzeigersinn<br />

bzw. Uhrzeigersinn zu drehen, sodass sie mit je zwei<br />

diagonal gegenü<strong>be</strong>rliegenden Ecken an die Außenwände des<br />

Zentralraums stoßen und dort fixiert werden können.<br />

Die Verdrehung der <strong>be</strong>iden Plattformen mit geringerer Fläche<br />

ü<strong>be</strong>r der größeren Erdgeschoßfläche sowie innerhalb der Außenwände<br />

der Halle ergibt dreieckige Öffnungen zwischen den<br />

Plattformkanten und den Außenwänden des Zentralraumes. So<br />

entstehen vertikale Lufträume verschiedenen Zuschnitts, die abwechslungsreiche<br />

Durchblicke von jeder der drei Ausstellungse<strong>be</strong>nen<br />

auf jede andere ermöglichen. Die Vorderseite des Hauses<br />

kann innen als dreigeschossig durchfenstertes Interface mit dem<br />

Außenraum erlebt werden. Somit bieten sich den Besuchern<br />

gleich mehrere alternative Wege durch die Ausstellungen. Alle<br />

drei E<strong>be</strong>nen können a<strong>be</strong>r auch einzeln ü<strong>be</strong>r das Haupttreppenhaus<br />

im Nordflügel des Hauses oder barrierefrei ü<strong>be</strong>r den dort<br />

situierten Personenlift erreicht werden.<br />

Der Erdgeschoß-Saal öffnet sich an der Westfassade in zwei<br />

Achsen auf den Museumsvorplatz und die Eventfläche. Diese<br />

<strong>be</strong>festigten Freiflächen gehen in eine Grünfläche ü<strong>be</strong>r, die als<br />

Skulpturengarten genutzt werden kann und den Außenraum<br />

des Museums mit Sitzmöglichkeiten zur Kontemplation nach<br />

oder vor dem Museums<strong>be</strong>such dreiecksförmig <strong>be</strong>grenzt. An der<br />

Südwestecke des Gebäudes liegen im Erdgeschoß und im ersten<br />

O<strong>be</strong>rgeschoß zwei kleinere Ausstellungsräume direkt ü<strong>be</strong>reinander.<br />

Zusätzlich bietet das erste O<strong>be</strong>rgeschoß noch zwei weitere<br />

Kabinette, die in der Nordwestecke und im Osten des Südtraktes<br />

liegen, wodurch fast die gesamte Fläche dieser E<strong>be</strong>ne Ausstellungszwecken<br />

in verschiedensten Konstellationen nutzbar gemacht<br />

wird. Im zweiten O<strong>be</strong>rgeschoß liegt das fünfte Kabinett.<br />

Ü<strong>be</strong>r die dreiläufige U-Treppe im Nordtrakt oder die zweiläufige<br />

U-Treppe im Südtrakt erreicht man das dritte O<strong>be</strong>rgeschoß<br />

ein großzügig ausgebautes Dachgeschoß. Hier sind Büros vorgesehen.<br />

Eine Dachterrasse bietet hier für die Mitar<strong>be</strong>iterInnen<br />

und ForscherInnen Zugang zum Freiraum und somit eine ideale<br />

Fläche für Entspannung und Reflexion.<br />

98 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 99


W 35<br />

THE ART OF<br />

VON QLOCKTWO<br />

Das Prinzip dieser modischen<br />

Uhr ist simpel doch effektiv: sie<br />

zeigt die Zeit in Worten an, ganz<br />

ohne Zahlen oder Zeiger.<br />

Ausgezeichnet mit ü<strong>be</strong>r 30 internationalen<br />

Awards, ist das neue<br />

Modell in zahlreichen Sprachen,<br />

Far<strong>be</strong>n und Größen verfügbar.<br />

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GALAXY S21<br />

ULTRA<br />

VON SAMSUNG<br />

Das neue Flaggschiff-Modell des<br />

Tech-Giganten kommt mit einer<br />

einzigartigen, konturgeschnittenen<br />

Kamera, die die Weichen<br />

für die nächste Revolution der<br />

Fotografie stellt – für 8K-Videos in<br />

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Standbilder mit nur einem<br />

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„EINE FORMEL FÜRS LEBEN“<br />

VON BANG & OLUFSEN<br />

Mit diesem zeitlosen Klassiker hat<br />

B&O etwas kreiert, das zu jeder<br />

Zeit aus allen Winkeln schön ist.<br />

Dieser Speaker kann jedoch auch<br />

noch mehr als schönes Design<br />

und guten Klang. Dank Google<br />

Assistent ist das Gerät auch<br />

gleich eine passende Integration<br />

in jedes Smart Home.<br />

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VON LOXONE<br />

TECH & FUTURE<br />

Komfort mit Stil<br />

MOMENTUM TRUE WIRELESS 2: KOPFHÖRER, DIE<br />

AUF SOUND SETZEN<br />

Für Sennheiser steht der Klang an<br />

erster Stelle: Die MOMENTUM<br />

True Wireless 2 sind da keine<br />

Ausnahme.<br />

Durch Innovation und führende Audiotechnologie<br />

bieten diese In-Ear-<br />

Hörer das perfekte Klangerlebnis<br />

– immer und ü<strong>be</strong>rall. Mit Features<br />

wie Active Noise Cancellation,<br />

einer verfeinerten Ergonomie, einer<br />

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Das Loxone Nightlight ist<br />

mehr als ein Nachtlicht. Es ist<br />

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Nightlight fügt sich nahtlos in<br />

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hervorragenden Akkulaufzeit von<br />

sie<strong>be</strong>n Stunden, die mit der Transportbox<br />

auf bis zu 28 Stunden erhöht<br />

werden kann und einer<br />

optimierten Touch-Bedienung sorgen<br />

die hochwertig gear<strong>be</strong>iteten<br />

Ohrhörer jederzeit für das <strong>be</strong>stmögliche<br />

Hörerlebnis. Der MTW 2<br />

wird somit zum idealen Kopfhörer<br />

für kompromisslose Liebha<strong>be</strong>r von<br />

großartigem Klang.<br />

RENDITE<br />

IST NOCH<br />

IMMER KING<br />

ALTERNATIVE MÖGLICHKEITEN GELD MIT HILFE DES<br />

STABILEN IMMOBILIENMARKTES ZU VERDIENEN<br />

Die Pandemie hat alle Branchen mit voller Wucht getroffen und auch die Immobilienbranche<br />

war davon nicht un<strong>be</strong>rührt. Einige Immobilien-Assetklassen ha<strong>be</strong>n stark<br />

gelitten i. e. Hotellerie und Gewer<strong>be</strong>immobilien.<br />

Wohnimmobilien wiederum<br />

hatten ein stabileres Jahr. Eine Herausforderung,<br />

welche es in diesem Zusammenhang<br />

zu meistern galt, hatten<br />

alle in dieser Branche gemeinsam: das<br />

eigene Immobilienvorha<strong>be</strong>n gut und vor<br />

allem ü<strong>be</strong>rhaupt finanzieren zu können.<br />

Auch die Finanzierungsexperten<br />

von Fonto Capital hatten anfangs<br />

ihre Bedenken, da das Unternehmen<br />

erst kurz vor dem Ausbruch der<br />

Pandemie gegründet wurde.<br />

Es hat sich jedoch schnell gezeigt, dass<br />

speziell gerade diese ungewisse Zeit die<br />

Finanzierungsbranche noch dynamischer<br />

hat werden lassen und maßgeschneiderte<br />

Lösungen mit <strong>be</strong>gleitender Beratung gefragter<br />

sind als je zuvor.<br />

Durch die Corona-Krise hat sich die<br />

Nachfrage nach Mezzaninekapital (hoch<br />

verzinstes Kapital, welches von Projektentwicklern<br />

als Substitut für Eigenkapital<br />

verwendet wird) spürbar erhöht. Die<br />

Banken ha<strong>be</strong>n sich entschlossen, durch<br />

die Gesundheitskrise gewisse Assetklassen<br />

(<strong>be</strong>ispielsweise Hotels) restriktiver zu<br />

finanzieren bzw. ihre Eigenkapitalforderungen<br />

für andere Klassen deutlich zu erhöhen<br />

und leider kam es im Zuge dessen<br />

auch aus Kapazitätsgründen zu verspäteten<br />

Auszahlungen / verbindlichen Finanzierungszusagen.<br />

Um diese entstandenen<br />

Kapitallücken durch fehlende Senior Finanzierungen<br />

zu füllen, ha<strong>be</strong>n Immobilienentwickler<br />

vermehrt auf alternative<br />

Finanzierungsmöglichkeiten gesetzt. Und<br />

das mit großem Erfolg.<br />

ARIK ALAEV, Fonto Capital GmbH Founder & CEO,<br />

Finanzierungs<strong>be</strong>rater<br />

Fonto Capital GmbH ist ein unabhängiges<br />

Beratungs- und Investmentunternehmen,<br />

das sich vor allem auf den Immobilienmarkt<br />

in Österreich und Deutschland spezialisiert<br />

hat und dort mittlerweile professionell<br />

und erfolgreich agiert.<br />

Die Firma konzentriert sich vor allem auf<br />

Beratungsmandate innerhalb der Immobilienbranche<br />

und bietet Strukturierungsund<br />

Finanzierungslösungen (Eigenkapital-,<br />

Mezzanine-, Senior- und Whole-Darlehensfinanzierung)<br />

für Immobilienprojekte ü<strong>be</strong>r<br />

alle Assetklassen hinweg an. Fonto Capital<br />

versteht sich als solide Brücke zwischen<br />

Immobilienentwickler und Investor. Wir<br />

genießen das Vertrauen von internationalen<br />

Fonds und Investoren, die <strong>be</strong>reits ü<strong>be</strong>r<br />

€55 Mio. an Mezzanine-Kapital in von uns<br />

geprüften Projektentwicklungen in Österreich<br />

und Deutschland platziert ha<strong>be</strong>n.<br />

Unser Zugang ist einfach erklärt: Geld in<br />

Immobilien anzulegen<br />

ist eine gute<br />

als auch solide<br />

Ü<strong>be</strong>rlegung, wirft<br />

a<strong>be</strong>r in der Regel<br />

lediglich eine niedrige<br />

einstellige Rendite<br />

ab. Als Finanzier<br />

somit Investor<br />

in einem<br />

Immobilienprojekt<br />

zu fungieren, ermöglicht,<br />

eine zweistellige<br />

Rendite zu<br />

generieren. Darü<strong>be</strong>r<br />

hinaus <strong>be</strong>steht<br />

die Möglichkeit, das<br />

Geld nach Fertigstellung<br />

des Projekts<br />

direkt in<br />

Form von errichteten<br />

Wohnungen<br />

anzulegen.<br />

Vermehren Sie Ihr<br />

Kapital, <strong>be</strong>vor Sie<br />

es anlegen.<br />

FONTO CAPITAL GMBH<br />

Seitenstettengasse 5/37<br />

1010 Wien<br />

Tel.: +43 676 550 17 90<br />

Mail: a.alaev@fonto-capital.com<br />

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100 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 101


ART TECH<br />

Garten<br />

erle<strong>be</strong>n<br />

Autonom agierende Rasenmäher-<br />

Roboter sind ein aufstre<strong>be</strong>nder Trend<br />

und die Nachfrage nach diesen modernen<br />

und luxuriösen Maschinen<br />

steigt ungemein an. Dementsprechend<br />

gibt es auch eine große Auswahl<br />

an Angeboten und Möglichkeiten.<br />

<strong>Art</strong> <strong>Quarterly</strong> präsentiert<br />

einen heimischen Familien<strong>be</strong>trieb,<br />

der Ihnen eine Sorglos-Allround-<br />

Lösung bietet.<br />

e<strong>be</strong>nfalls enthalten. Auf Wunsch werden die<br />

selbstständigen Rasenmäher auch zu Beginn<br />

der kalten Jahreszeit abgeholt und gegen<br />

Ende dieser auch wieder installiert.<br />

Wenn Sie sich für diesen Sommer auch den<br />

Traum vom eigenen Rasenmäher-Roboter<br />

erfüllen wollen oder einfach nur Ihr Wissen<br />

zu diesem Thema anreichern wollen, so<br />

steht Ihnen "Best4Garden-Wien" unter den<br />

unten angeführten Kontaktdaten jederzeit<br />

gerne zur Verfügung:<br />

i<br />

Tel. +43 664 9255218<br />

Mail: office@<strong>be</strong>st4garden-wien.at<br />

www.facebook.com/<strong>be</strong>st4gardenWien<br />

www.<strong>be</strong>st4garden-wien.at<br />

W<br />

ohl jeder mit einer schönen<br />

Gartenanlage weiß, diese<br />

wird vor allem durch das Erscheinungsbild<br />

des Rasens stark geprägt!<br />

Dieser präsentiert sich sozusagen als die<br />

Visitenkarte der Grünanlage. Ganz klar<br />

ist es deshalb auch, dass dieses Stück Natur<br />

dann auch dementsprechend gehegt<br />

und gepflegt wird. Damit ist jedoch auch<br />

oft ein großer Aufwand verbunden, dem<br />

nicht jeder un<strong>be</strong>dingt mit größter Motivation<br />

und Freude nachgehen will. Wie gut,<br />

dass es die neuen selbststeuernden und<br />

-ar<strong>be</strong>itenden Rasenmäher-Roboter gibt.<br />

Das wird sich wohl so manch technisch<br />

versierter Gartenherr oder e<strong>be</strong>n -dame,<br />

intelligenterweise denken. Schnell führt also<br />

der Weg zum Computer oder zu einer Flut<br />

von Prospekten und Katalogen. Genauso<br />

rasch wird a<strong>be</strong>r auch klar, dass das Angebot<br />

von ungemein hohem Ausmaß ist. Zu vergleichen<br />

fällt schwer, und außerdem variieren<br />

noch dazu die Preise ganz gewaltig.<br />

EIN EXPERTENDUO SORGT FÜR<br />

INDIVIDUALLÖSUNGEN<br />

Mauer, eine grüne Idylle inmitten des 23. Wiener<br />

Gemeinde<strong>be</strong>zirks. Mauer ist a<strong>be</strong>r auch<br />

der Stadtteil, von dem aus Franc und Tina<br />

Pisek ihr Unternehmen „Best4Garden-Wien“<br />

führen. Viele Kunden aus Ostösterreich ha<strong>be</strong>n<br />

sie <strong>be</strong>reits mehr als nur glücklich gemacht.<br />

Was die geheime Wunderrezeptur<br />

zu diesem Erfolg ist, verrät uns der Selfmademan<br />

Franc Pisek: „Da wir von Verkauf,<br />

Beratung, Montage bis hin zur Wartung<br />

alles mit Fachexpertise ü<strong>be</strong>rnehmen,<br />

sind auch viele unserer Kunden im Endeffekt<br />

zu der für sie <strong>be</strong>sten Rasenmäher-<br />

Roboter-Lösung gekommen. Das jedoch<br />

ohne großen Stress oder dergleichen. Man<br />

kann also sagen, wir schnüren ein Sorglos-Allround-Paket<br />

für alle Kundinnen und<br />

Kunden!“ „Dazu kommt natürlich auch unsere<br />

jahrelange Erfahrung auf diesem Gebiet<br />

sowie die Bereitschaft, auch an Sonn- oder<br />

Feiertagen im Einsatz zu sein“, ergänzt seine<br />

Frau und Geschäftspartnerin Tina Pisek.<br />

Die höchstmögliche Qualität ist <strong>be</strong>i dem<br />

unternehmerischen Power-Duo natürlich<br />

„Part of the Business“, <strong>be</strong>ziehungsweise Teil<br />

des von ihnen gebotenen Luxusgefühls. So<br />

kommt unter anderem die Installation der<br />

Rasenmäher-Roboter gänzlich ohne Lärm<br />

aus. Das ist auf die flüsterleise und umweltfreundliche<br />

Akkuka<strong>be</strong>lverlegemaschine zurückzuführen.<br />

Schmutz oder ungewünschte<br />

Ne<strong>be</strong>neffekte treten natürlich e<strong>be</strong>nfalls nicht<br />

auf. Um ihr Leistungsvolumen abzurunden,<br />

ist der Premium-Winter-Service, welcher<br />

den Roboter auch ü<strong>be</strong>r den Winter fit hält,<br />

102 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

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FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 103


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Qualität und intensiver, aromatischer<br />

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Jahrgangs 1972 gekeltert wurde. Dieser<br />

Aroma. Ideal für eine professionelle Küche<br />

Rotwein wurde von Fachgrößen wie<br />

oder für einen <strong>be</strong>geisterten Hauskoch. Auch<br />

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FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 105


ART BOOKS<br />

TATTOO<br />

1730S-1970S / H. S. PRIVATE COLLECTION<br />

HENK SCHIFFMACHER, NOEL DANIEL<br />

TASCHEN, 2020<br />

ISBN: 978-3-8365-6935-4<br />

In den letzten vierzig Jahren hat der legendäre<br />

Tätowierkünstler und Historiker Henk Schiffmacher<br />

all sein Herzblut in diese Sammlung<br />

gesteckt und Originalzeichnungen (in der Branche<br />

als Flash <strong>be</strong>kannt), Lithografien, Radierungen,<br />

Tätowierinstrumente, Gemälde, Fotos, Poster, Ladenschilder,<br />

Designs und sonstige <strong>Art</strong>efakte aus<br />

aller Welt zusammengetragen – darunter extrem<br />

seltene Vintage-Flash-Blätter von <strong>be</strong>deutenden<br />

Meistern der frühen westlichen Tätowierung.<br />

Dieser 700-seitige Band dokumentiert in fünf<br />

Kapiteln Schiffmachers Le<strong>be</strong>nswerk und die<br />

weltweite Verbreitung und Vielfalt dieser <strong>be</strong>sonderen<br />

Kunstform – darunter Tätowierungen der<br />

Māori und der Insel<strong>be</strong>wohner des Südpazifiks,<br />

der alten Traditionen Asiens und der Ursprünge<br />

der alten westlichen Schule in Europa und den<br />

Vereinigten Staaten. Das Buch, zugleich<br />

Geschichtsbuch, Kunstbuch und faszinierendes<br />

Memoire, <strong>be</strong>wegt sich durch<br />

ü<strong>be</strong>r 200 Jahre Tätowiergeschichte von<br />

den 1730er bis in die 1970er-Jahre<br />

und zeigt intime Einblicke in das Le<strong>be</strong>n<br />

der Tattoo-Künstler, deren persönliche<br />

Kämpfe und Triumphe, ihre <strong>be</strong>ruflichen<br />

Risiken und den kreativen Mut, die ihre<br />

Geschichte prägten.<br />

Abgerundet wird der Band durch ein<br />

Dutzend von Schiffmachers Originalillustrationen<br />

in seinem unnachahmlichen<br />

Stil und eine persönliche Einführung. In<br />

diesen privaten Reflexionen <strong>be</strong>schreibt<br />

er seinen Werdegang als Künstler und<br />

Sammler sowie die eigene faszinierende<br />

Sicht auf den Weg dieser Kunst vom<br />

Underground zum Mainstream. Zugleich<br />

erfährt man all die a<strong>be</strong>nteuerlichen<br />

Geschichten rund um die Entstehung<br />

seiner Sammlung – einer der größten<br />

Tätowierungskollektionen der Welt –<br />

aus der Perspektive eines Kenners und<br />

Autodidakten, der diese Kunst und ihre<br />

Innovatoren wie kaum ein anderer liebt<br />

und verehrt.<br />

LESENSWERT<br />

Verfasst von: NIKOLAUS IMMANUEL KÖHLER<br />

• CORONA ANIMIERT ZUM LESEN. VON TÄTOWIERTEN SCHAUSTELLERN<br />

ÜBER GOTTHELFS SOZIALE FRAGE UND DEM MUT ZUR HÄSSLICHKEIT BIS HIN<br />

ZU DEN GRÖSSTEN RÄTSELN DER KUNST – LESEN SIE ES EINFACH NACH<br />

ANERKENNUNG VOR<br />

UMVERTEILUNG<br />

LUKAS KÜNZLER<br />

OLMS GEORG, 2020<br />

ISBN: 978-3-4871-5935-5<br />

Die soziale Frage war für den Berner Pfarrer<br />

Al<strong>be</strong>rt Bitzius, <strong>be</strong>sser <strong>be</strong>kannt als der<br />

Schriftsteller Jeremias Gotthelf (1797-<br />

1854), Teil eines tiefgreifenden religiösen<br />

Problems. Er war ü<strong>be</strong>rzeugt, dass die Not von<br />

einer Gesellschaft erzeugt wurde, die sich nicht<br />

mehr auf christliche Grundsätze <strong>be</strong>rief.<br />

Im Unterschied zu anderen kirchlichen Bestrebungen<br />

ging es ihm a<strong>be</strong>r nicht um die "Re-Christianisierung"<br />

der vermeintlich moralisch und sittlich<br />

verkommenen Armen und die Restauration der Sozialordnung.<br />

Vielmehr stand er in engem Kontakt<br />

mit der neuen Reformpädagogik und <strong>be</strong>einflusste<br />

mit seinem Heim für Verdingkinder auch Friedrich<br />

Frö<strong>be</strong>l, den Begründer des Kindergartens. Die fortschrittsgläubigen<br />

Radikalli<strong>be</strong>ralen, welche die Lösung<br />

der sozialen Probleme in einem zentralisierten,<br />

wertneutralen und religiös indifferenten Staat<br />

sahen, erkannten dies nicht und sahen in ihm nur<br />

den konservativen Reaktionär und Heimatdichter.<br />

Lukas Künzler schlägt in seiner Analyse von "Die<br />

Armennoth" und "Käthi, die Großmutter" eine<br />

andere Lesart<br />

der sozialethischen<br />

Schriften<br />

Gotthelfs<br />

vor und zeigt,<br />

dass dieser in<br />

seinem Werk<br />

unmittelbarer<br />

auf die epochalen<br />

Herausforderungen<br />

seiner Zeit reagierte als bislang angenommen. Die<br />

durch Armut und Hunger <strong>be</strong>wirkte Gärung in den<br />

Unterschichten reflektierte er e<strong>be</strong>nso deutlich wie<br />

die frühsozialistischen Theoretiker, die in der revolutionären<br />

Umwälzung aller politisch-ökonomischen<br />

Verhältnisse den Weg zu gerechten sozialen<br />

Zuständen sahen.<br />

„Die Anerkennung von Umverteilung“ ist also eine<br />

qualitativ hochwertige Sammlung an interessanten<br />

Theorien und argumentativ unterstützten Ansätzen,<br />

welche allen Leserinnen und Lesern eine neue Sicht<br />

auf die sozialpolitische Theorien Gotthelfs ge<strong>be</strong>n soll.<br />

PORTRAITS OHNE<br />

SCHMEICHELEI<br />

BRIGITTE HUBER<br />

HIRMER, 2021<br />

ISBN: 978-3-7774-3623-4<br />

Johann Georg Edlinger war zwei Jahrzehnte<br />

lang ein gefragter Porträtist in der<br />

wunderschönen bayerischen Landeshauptstadt.<br />

Sein Werk bildet eine einzigartige<br />

Galerie der Münchner Gesellschaft um<br />

1800. Nirgendwo sonst ist die Einwohnerschaft<br />

einer Stadt vor der Entstehung der Fotografie<br />

durch einen so umfangreichen Porträt<strong>be</strong>stand<br />

ähnlich le<strong>be</strong>ndig ins Bild gesetzt. Dieser Abdruck<br />

soll den Geist weiter in die aktuelle moderne<br />

Welt tragen sowie als einzigartige Sammlung an<br />

Impressionen aus den Jahren um 1800 dienen.<br />

Die Publikation zeichnet den facettenreichen Le-<br />

<strong>be</strong>nsweg eines eigenwilligen Künstlers nach, diskutiert<br />

dessen Rezeptionsgeschichte und stellt<br />

erstmals sein Werk in Farbabbildungen vor.<br />

Kurzbiografien der Porträtierten lassen ein ü<strong>be</strong>rraschendes<br />

Who's Who der bayerischen Aufklärung<br />

erstehen. Kataloge der Edlinger-Bestände<br />

in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und<br />

im Münchner Stadtmuseum sowie ein Verzeichnis<br />

sämtlicher nach Porträts von Edlinger gefertigten<br />

Grafiken ergänzen die bildreiche Monografie und<br />

machen Sie zu einem informativen Buch, welches<br />

auch zum Nachforschen und vor allem zum genauer<br />

hinsehen, anregt.<br />

DIE GRÖSSTEN RÄTSEL<br />

DER KUNST<br />

ÉLÉA BAUCHERON, DIANE ROUTEX<br />

BASSERMANN VERLAG, 2020<br />

ISBN: 978-3-8094-4307-0<br />

W<br />

arum lächelt die uns allen so <strong>be</strong>kannte<br />

Mona Lisa so geheimnisvoll? Wer ist<br />

Vermeers Mädchen mit dem Perlenohrring?<br />

Und was wollte Tintoretto in<br />

seinem Spiegel offenbaren? Die Welt der Kunst steckt<br />

voller Rätsel und Mysterien. Das fängt <strong>be</strong>im Motiv an<br />

und führt bis zur Herkunft eines Bildes. Auftragge<strong>be</strong>r<br />

oder der Künstler selbst sorgen auch meist für ordentlich<br />

Gesprächsstoff <strong>be</strong>i Kunstkritikerinnen und<br />

-Kritikern. Verallgemeinernd kann man sagen, viele<br />

Werke <strong>be</strong>rgen ein oder mehrere Geheimnisse.<br />

Dieses spannend geschrie<strong>be</strong>ne Druckwerk ist in<br />

vier Kapitel aufgeteilt. In diesen <strong>be</strong>ge<strong>be</strong>n sich die<br />

Autorinnen auf eine detektivische Spurensuche und<br />

erforschen die unter der O<strong>be</strong>rfläche verborgenen<br />

Mysterien von 36 Kunstwerken aus allen Epochen<br />

und Gattungen. Ein Muss für all jene, welche sich<br />

schon immer für die geheimnisvolle Seite mancher<br />

Kunstwerke interessiert ha<strong>be</strong>n!<br />

106 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 107


ART DVD<br />

ANTEBELLUM<br />

FACTS<br />

HORROR/THRILLER<br />

LEONINE, 2020<br />

LAUFZEIT: 114 MIN., FSK 16<br />

REGIE: Gerard Bush,<br />

Christopher Renz<br />

MIT: Janelle Monae / Marque<br />

Richardson / Eric Lange<br />

Selten hat ein Horror-Thriller so ungemein<br />

episch <strong>be</strong>gonnen, so ungemein verwirrt und<br />

am Ende auch noch o<strong>be</strong>ndrein eine ungemein<br />

vielschichtige Auflösung geboten. Spätestens<br />

nach „Get Out“, dem ersten oscarprämierte<br />

Horrorfilm der Filmgeschichte und „We“, ist eines klar,<br />

dass die Macher dieser Filme das US-amerikanische<br />

Rassenproblem zur Triebfeder ihres filmischen Schaffens<br />

erkoren ha<strong>be</strong>n. Und so geht es auch in<br />

ANTEBELLUM um e<strong>be</strong>n genau diese Thematik,<br />

allerdings diesmal unter der Tarnung<br />

eines Historienfilms, der sich allerdings sehr<br />

schnell von jeglicher Beschaulichkeit trennt<br />

und schlagartig in das hier und jetzt führt.<br />

Die Hauptdarstellerin Janelle Monáe verkörpert<br />

eine erfolgreiche Autorin, die sich in<br />

der Öffentlichkeit gegen den standardisierten<br />

Umgang mit dem Rassenkonflikt aktiv<br />

zur Wehr setzt. Dies bringt ihr alles andere<br />

als Freunde im gegnerischen Lager ein und<br />

plötzlich sieht sie sich mit den Grausamkeiten<br />

des „Alten Südens“ am eigenen Leib<br />

konfrontiert. Ein Film, der nicht zuletzt durch<br />

seinen genialen, epischen Soundtrack auf<br />

seine ganz <strong>be</strong>stimmte <strong>Art</strong> und Weise zu<br />

einem kleinen Meisterwerk avanciert.<br />

SEHENSWERT<br />

Verfasst von: NIKOLAUS IMMANUEL KÖHLER<br />

• HEIMKINO VOM FEINSTEN. VON ALTEN GAUNERN ÜBER EIN LEBEN<br />

VOLL VON SCHULD BIS HIN ZU RASSISTISCHEN PATRIOTEN UND DER GANZ<br />

GEWÖHNLICHEN KINDERFRESSENDEN HEXE AUS DER NACHBARSCHAFT<br />

FACTS<br />

HORROR/THRILLER<br />

KOCH MEDIA, 2020<br />

LAUFZEIT: 114 MIN., FSK 16<br />

REGIE: Brett Pierce,<br />

Drew T. Pierce,<br />

Michael Krummenacher<br />

MIT: John-Paul Howard /<br />

Jamison Jones / Brett Pierce<br />

THE WITCH<br />

NEXT DOOR<br />

Die uralte Geschichte von der bösen<br />

Hexe, die in einer Höhle in den Wurzeln<br />

eines Baumes lebt und kleine Kinder<br />

raubt und verspeist, während die Eltern<br />

der Kinder durch einen bösen Zau<strong>be</strong>r diese zur<br />

Gänze vergessen, hier einmal völlig neu erzählt.<br />

Dieser 2019 auf dem kanadischen Fantasiafilm<br />

Festival präsentierte Horrorschocker schafft es auf<br />

unterhaltsame <strong>Art</strong>, ein wenig Coming-Up-Age-<br />

Drama mit dem Märchenstoff geschickt zu einer<br />

flüssigen Handlung zu verwe<strong>be</strong>n. Durch Tempo,<br />

glaubhafte Darsteller und einem Feuerwerk an<br />

Special Effects schafft es der Film durchgehend zu<br />

fesseln. Es ist der absolut gelungene Versuch der<br />

Brüder Brett und Drew Pierce, einen jahrhundertealten<br />

Mythos dem aktuellen jungen Kino- und<br />

Streamingpublikum angepasst neu zu erzählen.<br />

THE GOOD LIAR<br />

FACTS<br />

TRILLER/KRIMI<br />

WARNER BROS, 2020<br />

LAUFZEIT: 110 MIN., FSK 12<br />

REGIE: Bill Condon<br />

MIT: Ian McKellen,<br />

Helen Mirren<br />

Wenn der US-amerikanische Regisseur<br />

Bill Condon einen Film mit<br />

seinem Haus- und Hofschauspieler<br />

Sir Ian McKellen vorlegt, so ist<br />

dieser ganz gewisse den <strong>be</strong>iden Vorgängerwerken<br />

dieses Power-Couples, den Filmen<br />

Gods and Monsters und Mr. Holmes, natürlich<br />

um nichts nachstehend. Vielmehr lässt Hellen<br />

Mirren als gewitzte Gegenspielerin Sir Ian zu<br />

wahren Meisterleistungen abhe<strong>be</strong>n. Die Handlung<br />

kreist intelligent um die Angst vor der Einsamkeit<br />

im Alter, um zerstörte Illusionen und<br />

FACTS<br />

DRAMA/THRILLER<br />

ATLAS FILM, 2020<br />

LAUFZEIT: 115 MIN., FSK 12<br />

REGIE: Brett Pierce,<br />

MIT: Sandrine Bonnaire /<br />

Pablo Pauly / Charles Berling<br />

um jede Menge Gaunereien. Vielleicht kann<br />

man den Film sogar als tiefschwarze Komödie<br />

<strong>be</strong>zeichnen, ohne ihn damit herabzuwürdigen,<br />

denn in Wirklichkeit ist es ein tiefgründiges<br />

Kammerspiel, dass während seiner zwei Stunden<br />

zum ganz großen Kino mutiert. Selten war<br />

mir ein Film so sehr Genuss wie im Falle dieses<br />

wundervoll in Szene gesetzten Kleinkrieges<br />

zweier ganz großer Oscar-Schauspieler. Einmal<br />

mehr <strong>be</strong>weisen Mirren und McKellen, dass ähnlich<br />

wie guter Wein auch wahre Schauspieler<br />

mit den Jahren nur <strong>be</strong>sser werden.<br />

DREI TAGE UND<br />

EIN LEBEN<br />

Diese Bestsellerverfilmung nach dem<br />

Roman von Pierre Lemaitre darf als<br />

absolut gelungen <strong>be</strong>trachtet werden.<br />

Regisseur Nicolas Boukhrief ist es nicht<br />

nur geglückt, sich nahe an seiner literarischen<br />

Vorlage zu <strong>be</strong>wegen, er hat es zusätzlich auch<br />

geschafft, uns die Charaktere des Romans so le<strong>be</strong>ndig<br />

werden zu lassen, dass jeder, der diesen<br />

faszinierenden Roman jemals gelesen hat, sie<br />

sofort wiedererkennen wird. Eine grandiose Besetzung<br />

und eine stimmungsvoll untermalende<br />

Filmmusik erschaffen jene Stimmung, die Lemaitre<br />

so unvergleichlich zu vermitteln versteht.<br />

Die Emotionen der Protagonisten wirken ehrlich<br />

und pur und die Ausstattung sowie die Drehorte<br />

sind punktuell gewählt und fügen sich absolut in<br />

die Handlung ein. Natürlich brilliert allen voran<br />

die unvergleichliche Sandrine Bonnaire, doch<br />

stehen ihr <strong>be</strong>i ihrer schauspielerischen Meisterleistung<br />

Charles Berling, Philippe Torreton und<br />

Margot Bancilhon um nichts nach. Ein wundervolles<br />

Stück europäisches Erzählkino, das man<br />

ganz einfach gesehen ha<strong>be</strong>n sollte.<br />

TIPPS<br />

TEA WITH THE DAMES<br />

DOKUMENTARFILM<br />

LAUFZEIT: 84MIN., FSK 0<br />

REGIE: Roger Michell<br />

MIT: Smith / Atkins / Dench<br />

Die Damen treffen sich zum<br />

Tee, um sich an ihre Schauspielkarrieren zu erinnern.<br />

CAPONE (2020)<br />

BIOGRAPHIE, DRAMA<br />

LAUFZEIT: 103 MIN., FSK 16<br />

REGIE: Josh Trank<br />

MIT: Hardy / Cardellini / Dillon<br />

Der 47-jährige Al Capone leidet<br />

an Demenz und wird v. seiner Vergangenheit heimgesucht.<br />

DRACULA (2020)<br />

DRAMA, HORROR<br />

LAUFZEIT: 270 MIN., FSK 16<br />

REGIE: Paul McGuigan<br />

MIT: Bang / Wells / Clark<br />

Anno 1897 zeichnet der blutige<br />

Graf seine Pläne gegen das viktorianische London.<br />

THE VIGIL – DIE TOTENWACHE<br />

HORROR, MYSTERY, THRILLER<br />

LAUFZEIT: 89 MIN., FSK 16<br />

REGIE: Keith Thomas<br />

MIT: Davis / Lustig / Goldman Ein<br />

Ein judischer Mann, der ü<strong>be</strong>r Nacht<br />

Wache hält, muss einer böswilligen Entität trotzen.<br />

GREENLAND (2020)<br />

ACTION, DRAMA, THRILLER<br />

LAUFZEIT: 119 MIN., FSK 12<br />

REGIE: Ric Roman Waugh<br />

MIT: Butler / Baccarin / Dale Floyd<br />

Eine Familie kämpft angesichts<br />

einer katastrophalen Naturkatastrophe ums Ü<strong>be</strong>rle<strong>be</strong>n.<br />

GOTHIC (1986)<br />

DRAMA, FANTASY, HORROR<br />

LAUFZEIT: 87 MIN., FSK 16<br />

REGIE: Ken Russell<br />

MIT: Byrne / Sands / Richardson<br />

Die Shelleys <strong>be</strong>suchen Lord Byron<br />

und konkurrieren um eine Horrorgeschichte.


ART NEWS<br />

UM<br />

BRÜCHE<br />

FLUSSAUFWÄRTS<br />

I<br />

st ein ü<strong>be</strong>rregionales Literatur- und<br />

Bildungsprojekt des Kärntner SchriftstellerInnen<br />

Verbandes KSV, welches<br />

in Kooperation mit diversen Kunst- und<br />

Kulturvereinen aus dem Alpe Adria Raum<br />

in Form von Lesungen und Literaturveranstaltungen<br />

mit pädagogischem Fokus<br />

und musikalischer Untermalung realisiert<br />

und audiovisuell dokumentiert wird. Entlang<br />

der historisch <strong>be</strong>deutenden Flüsse<br />

Drau, Gail und Gailitz reflektieren SchriftstellerInnen<br />

die Erzählung "Wenn die Drau<br />

und die Gail zurückfließen" von Prežihov<br />

Voranc, und wollen damit einen vermittelnden,<br />

kreativen und integrativen Ansatz für<br />

die „Friedensregion Alpe-Adria“ schaffen.<br />

Den Start des im Zeitraum von Mai 2021 bis<br />

Mai 2022 ca. zehn Veranstaltungen umfassenden<br />

Projekts stellt eine vierstündige Sonderfahrt<br />

auf einem Holzfloß dar, welches<br />

auf der Drau von Lavamünd (Ö) nach Dravograd<br />

(SLO) und wieder zurückfahren soll.<br />

Heute sind<br />

menschliche<br />

Schicksale auf<br />

der Welt<br />

entscheidender<br />

denn je<br />

miteinander<br />

verbunden.<br />

Die Grenzen<br />

zwischen den<br />

Problemen<br />

anderer<br />

Menschen<br />

und unseren<br />

eigenen<br />

verschwimmen.<br />

KÄRNTNER KULTURSTIFTUNG<br />

PRÄSENTIERT DIE 4 SIEGERPROJEKTE DES<br />

ERSTEN OPEN CALLS „UMBRÜCHE“<br />

IN ANWESENHEIT DES HOCHKARÄTIGEN KURATO-<br />

RIUMS UNTER DER LEITUNG VON ORF TV-KULTUR-<br />

CHEF MARTIN TRAXL UND DER STIFTUNGSVORSTÄN-<br />

DE MONIKA KIRCHER, INA LERCHBAUMER UND ADOLF<br />

RAUSCH WURDEN HEUTE DIE VIER SIEGERPROJEKTE<br />

DES ERSTEN CALLS DER KÄRNTNER KULTURSTIFTUNG<br />

(KKS) IN FORM EINES ONLINE-LIVESTREAMS PRÄSEN-<br />

TIERT. BIS ZUM ENDE DER EINREICHUNGSFRIST AM 31.<br />

JÄNNER 2021 ERFOLGTEN 159 EINSENDUNGEN DER MIT<br />

INSGESAMT 200.000 EURO DOTIERTEN, OFFENEN AUS-<br />

SCHREIBUNG ZUM THEMA „UMBRÜCHE“.<br />

SLOWLIGHT – SEEKING<br />

DARKNESS<br />

U<br />

nter der Leitung von Karin<br />

Schorm und Zahra Mani (schormani)<br />

widmet sich „Slow Light“<br />

dem Thema der fehlenden Dunkelheit im<br />

Alpe-Adria-Raum. Das vom Klanghaus<br />

Untergreith in enger Kooperation mit Radio<br />

Agora initiierte Projekt lädt KünstlerInnen<br />

dazu ein, den Bezug von ubiquitärer<br />

Beleuchtung im urbanen und ruralen Raum<br />

zu Kunst, Kultur, Ökologie und Natur herzustellen<br />

und zu reflektieren. Stattfinden<br />

soll das Projekt zwischen Frühjahr 2021 und<br />

WIR KAMEN UND SIE<br />

BRAUCHTEN UNS<br />

Das Theaterprojekt des Klagenfurter<br />

Ensembles nach der Idee<br />

von Peter Wagner <strong>be</strong>schäftigt<br />

sich spartenü<strong>be</strong>rgreifend, zwischen Literatur<br />

und Dramaturgie, mit dem Thema der<br />

als obsolet empfundenen Heimattradition.<br />

Gezeigt werden von Prof. Klaus Amann<br />

vorgeschlagene, literarische Beiträge der<br />

Kärntner AutorInnen Peter Turrini, Josef<br />

Winkler, Werner Kofler, Maja Haderlap<br />

und Alois Hotschnig, die an den jeweiligen<br />

Geburtsorten der Schriftsteller mittels<br />

Riesenmarionetten, gestaltet von Manfred<br />

Bockelmann, umgesetzt und dargestellt<br />

werden. Ab dem Projektstart im Juni 2021<br />

sollen an den fünf Spielorten jeweils zwei<br />

bis drei Vorstellungen abgehalten werden,<br />

wo<strong>be</strong>i die Figuren (Marionetten), in Absprache<br />

mit der KKS, als Präsentations- und<br />

Ausstellungsstücke am jeweiligen Spielort<br />

verblei<strong>be</strong>n können. Die KKS <strong>be</strong>gründet die<br />

kulturelle Relevanz des interdisziplinären<br />

Projekts mit der Möglichkeit der ü<strong>be</strong>rregionalen<br />

Erweiterung in den Landessprachen<br />

der Nachbarländer.<br />

2022 hauptsächlich ü<strong>be</strong>r das Netzwerk des<br />

mehrsprachigen Radiosenders Radio Agora<br />

im Äther wie auch im Internet. Zusätzlich<br />

soll das Projekt in Buchform dokumentiert<br />

werden. Die geplanten Formate umfassen<br />

ne<strong>be</strong>n Präsentationen, Podcasts und Webinaren<br />

e<strong>be</strong>nso die <strong>be</strong>gleitende Buchpräsentation,<br />

wie auch ein Bildungsprojekt, das<br />

in Zusammenar<strong>be</strong>it mit dem BRG Villach<br />

realisiert wird.<br />

KARIN SCHORM und ZAHRA MANI: Ubiquitäre Beleuchtung hat vielfältige Auswirkungen auf das<br />

physische und psychische Wohl<strong>be</strong>finden von Menschen und Tieren. Auf der Suche nach Dunkelheit als<br />

Ruhe, Inspiration und körperliches Bedürfnis <strong>be</strong>rühren wir auch Fragen der Umwelt, der gesellschaftlichen<br />

Ethik und der Kunstgeschichte.<br />

Ein sparten<strong>be</strong>greifendes Theaterprojekt<br />

erzählt von menschenhand<strong>be</strong>trie<strong>be</strong>nen<br />

Riesenfiguren (Marionetten) im<br />

Dialog mit Erdlingen, als Uraufführung<br />

an den verschiedenen Geburtsorten<br />

der AutorInnen.<br />

REGIE: Peter Wagner unter Rückgriff<br />

auf Texte von Kärntner AutorInnen<br />

PROJEKTSTART: Uraufführungen an<br />

mindestens fünf Orten in Kärnten im<br />

Spätsommer 2021. Geplant sind jeweils<br />

zwei bis drei Aufführungen.<br />

Die Projektinitiatoren gehen davon aus, dass ein nachhaltiges,<br />

friedvolles und von gegenseitigem Respekt geprägtes Zusammenle<strong>be</strong>n<br />

der Menschen in Zukunft nur mehr im Einklang mit der<br />

Natur und der Forcierung einer globalen Kultur möglich sein wird.<br />

INGEBORG-BACHMANN-KUPPEL<br />

Die<br />

Ingeborg-Bachmann-Kuppel<br />

ist eine <strong>be</strong>geh- und <strong>be</strong>spielbare<br />

Skulptur der Künstler<br />

Armin Guerino und Gerhard Fresacher,<br />

die jedes Jahr an kulturell virulenten und<br />

gesellschaftlich relevanten Orten im Alpe-Adria-Raum<br />

platziert wird und gegenwärtige<br />

Themen mit allen Formen der<br />

zeitgenössischen Kunst <strong>be</strong>ar<strong>be</strong>iten soll. Im<br />

Zeitraum von April bis Septem<strong>be</strong>r 2021 setzen<br />

Gerhard Fresacher und Alina Zeichen<br />

den „Geometrischen Heimatroman“ von<br />

Gert Jonke zusammen mit Textfragmenten<br />

der namensge<strong>be</strong>nden Ingeborg Bachmann<br />

zur Vermessung einer Landschaft um, wo<strong>be</strong>i<br />

sich die <strong>be</strong>iden Werke zu einem literarischen<br />

Duett verbinden, das so noch nie stattgefunden<br />

hat. Die Kuppel fungiert da<strong>be</strong>i als Bildund<br />

Sprachreaktor. Sie wird zum Reflektor,<br />

der die umliegenden Fassaden mit Foto- und<br />

Videomaterial mittels Projektionen, Laser<br />

und Scheinwerfer in Szene setzt. Vorgesehen<br />

ist in Folge ab April 2022 die Weiterführung<br />

an einem durch die künstlerische Leitung<br />

ausgewählten Projektort mit den dazugehörenden<br />

ProjektpartnerInnen.<br />

ÜBER DIE KÄRNTNER<br />

KULTURSTIFTUNG<br />

Die Stiftungsvorstände Monika Kircher,<br />

Ina Maria Lerchbaumer und Adolf Rausch<br />

ha<strong>be</strong>n sich mit der Gründung der Kärntner<br />

Kulturstiftung das Ziel gesetzt, Kärnten als<br />

einzigartigen Kreativraum mit herausragenden<br />

Talenten national und international<br />

sichtbar zu machen. Als Plattform<br />

und Kulturbotschafterin möchte die KKS<br />

die geistige und kulturelle Zukunft und<br />

Identität des Landes positiv mitgestalten<br />

und zukunftsweisende Impulse im Kunstund<br />

Kultur<strong>be</strong>reich setzen.<br />

www.kulturstiftung.at<br />

110 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 111


ART EXPO<br />

SERGIUS PAUSER<br />

Mädchen vor dem<br />

Spiegel, 1931,<br />

Öl auf Leinwand,<br />

92,7 × 73,3 cm<br />

MENSCHHEITS-<br />

DÄMMERUNG<br />

ZWISCHEN LYRISCHER EMPFINDSAMKEIT<br />

UND SACHLICHER WELTAUFFASSUNG<br />

DIE AUSSTELLUNG PRÄSENTIERT WERKE VON ELF KÜNST-<br />

LERN, DIE IN DER ZEIT DER ERSTEN REPUBLIK (1918–1938)<br />

EINEN BEDEUTENDEN BEITRAG ZUR MALERISCHEN MO-<br />

DERNE ÖSTERREICHS GELEISTET HABEN: ALFONS WALDE,<br />

ALBIN EGGER-LIENZ, ANTON KOLIG, HERBERT BOECKL,<br />

GERHART FRANKL, ANTON FAISTAUER, JOSEF DOBROW-<br />

SKY, HANS BÖHLER, ALFRED WICKENBURG, RUDOLF WA-<br />

CKER UND SERGIUS PAUSER KENNZEICHNEN DEN PLU-<br />

RALISMUS ZWISCHEN EINEM ZURÜCKHALTENDEN, VON<br />

INNERLICHKEIT GEPRÄGTEN, EXPRESSIVEN KOLORISMUS<br />

UND EINER VOM NÜCHTERNEN BLICK AUF DIE DINGWELT<br />

GELEITETEN NEUEN SACHLICHKEIT.<br />

G<br />

esellschaftliche, wirtschaftliche<br />

und politische Umwälzungen<br />

nach dem Untergang der Monarchie<br />

und den traumatischen Ereignissen des<br />

Krieges trugen, wenn auch verklausuliert,<br />

thematische Akzente <strong>be</strong>i. Anstelle <strong>be</strong>gra<strong>be</strong>ner<br />

Utopien traten Dystopien auf den Plan; soziale<br />

Nöte, Depression und Le<strong>be</strong>nsskepsis machten<br />

sich breit. Künstlerische Panoramen zeugen<br />

von einer Flucht in verspielte Darstellungen,<br />

in zeitlose Stillle<strong>be</strong>n oder in märchenhaft erscheinende<br />

Landschaften, die in An<strong>be</strong>tracht<br />

der Wirklichkeit eskapistisch anmuten. Das<br />

Spektrum reicht von heiter und traumhaft <strong>be</strong>schwingten<br />

Darstellungen bis zu melancholischen,<br />

von Traurigkeit durchdrungenen Sujets.<br />

Die expressionistischen Ausdrucksmodalitäten<br />

jener Zeit spiegeln sich in einer gefühls<strong>be</strong>tonten<br />

Bildsprache wider, welche die Hinterfragung<br />

von Identitätsmodellen im Blick hat.<br />

Farbintensiv-leuchtendes wie auch dunkeltönig-erdiges<br />

Kolorit, das zunehmend autonom<br />

eingesetzt wird, <strong>be</strong>stimmt diese malerische<br />

Manier. Pastose Farbflecke trei<strong>be</strong>n die Bild-<br />

struktur vereinzelt zur<br />

Auflösung und werden<br />

als bildgestaltendes Material<br />

eingesetzt.<br />

Ne<strong>be</strong>n den expressionistischen Ausformungen<br />

sind es die Tendenzen der Neuen Sachlichkeit,<br />

die dominierten. Die Sehnsucht<br />

nach Struktur, Klarheit und Ordnung war<br />

nach der Apokalypse des Ersten Weltkrieges<br />

evident und führte zu einem scharfkantig-linearen<br />

Stil, zu fest umrissenen Formen<br />

und einer gewollt nüchternen und kühlen<br />

Darstellungsweise. Ruhe, Erstarrung und<br />

Reglosigkeit der verar<strong>be</strong>iteten Sujets sind<br />

da<strong>be</strong>i gepaart mit koloristischer Zurückhaltung<br />

und einer Verfestigung der Form, die<br />

sich durch sachliche Zugänge an der neuen<br />

Wirklichkeit zu orientieren sucht.<br />

HERBERT BOECKL (1894–1966)<br />

ALFONS WALDE<br />

Mädchenkopf, um 1919, Öl auf Karton, 29,8 × 27,5 cm<br />

Her<strong>be</strong>rt Boeckl zählt zu den wichtigsten<br />

Künstlern Österreichs im 20. Jahrhundert.<br />

Sein malerisches Frühwerk ist von einer intensiven<br />

Auseinandersetzung mit der französischen<br />

Moderne, allen voran dem Werk<br />

Paul Cézannes geprägt. Vor dem Ersten<br />

Weltkrieg hatte der Kärntner in Wien Architektur<br />

studiert und konnte <strong>be</strong>reits erste<br />

Ausstellungserfahrungen als Grafiker sammeln.<br />

Anfang der 1920er-Jahre reiste Boeckl<br />

mit finanzieller Unterstützung des Kunsthändlers<br />

Gustav Ne<strong>be</strong>hay nach Berlin,<br />

Paris und Sizilien. Vor allem die in Berlin<br />

entstandenen Stadtansichten und Stillle<strong>be</strong>n<br />

zählen zu den außergewöhnlichen Leistungen<br />

Her<strong>be</strong>rt Boeckls. Er experimentierte<br />

mit Far<strong>be</strong>, indem er das Material in üppiger<br />

Pastosität auftrug. Das Auftürmen der Farbmasse<br />

und die Abnahme der Erkennbarkeit<br />

der Motive gingen da<strong>be</strong>i Hand in Hand.<br />

Im Gegensatz zu Rudolf Wacker, der zeitgleich<br />

in Berlin wohnte, distanzierte sich<br />

Boeckl von den Berliner Expressionisten.<br />

Fotos: Leopold Museum, Wien/Manfred Thum<strong>be</strong>rger, © Nachlass Sergius Pauser, Bildrecht Wien, 2021 (Walde)<br />

112 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 113


ART EXPO<br />

Allerdings studierte er Werke von Cézanne,<br />

was seinen Entschluss reifen ließ, nach Paris<br />

zu gehen. Schon während der Sommeraufenthalte<br />

am Klopeinersee 1922 und 1923<br />

hellte Boeckl seine Palette auf. Der Einfluss<br />

Cézannes und der Pariser Avantgarde zeigt<br />

sich an der Verfestigung der Formen und<br />

der schwarzen Umrisslinie. In Verbindung<br />

mit dem gestischen Farbauftrag entwickelte<br />

Boeckl eine einzigartige Position innerhalb<br />

des österreichischen Far<strong>be</strong>xpressionismus.<br />

HANS BÖHLER (1884–1961)<br />

Hans Böhler zählte in den 1920er-Jahren<br />

zu den wichtigsten Malern des österreichischen<br />

Far<strong>be</strong>xpressionismus. Der heute<br />

wenig <strong>be</strong>kannte Künstler entstammte der<br />

Industriellenfamilie Böhler und war finanziell<br />

unabhängig. Er entschied sich gegen<br />

ein Studium an der Wiener Akademie der<br />

bildenden Künste und <strong>be</strong>suchte die private<br />

Malschule von Franz Jaschke. Dort <strong>be</strong>schäftigte<br />

er sich mit den Farbtheorien der<br />

französischen Postimpressionisten. Erste<br />

Ausstellungserfahrungen konnte Böhler<br />

im Rahmen der Neukunstgruppe rund um<br />

Egon Schiele und Anton Faistauer sammeln.<br />

In den folgenden Jahren reiste Böhler<br />

nach Russland, Ostasien, Südamerika und<br />

in die USA. 1925 wurde er als Vertreter<br />

Österreichs zur Biennale von Venedig entsandt.<br />

Kurz darauf stellte Böhler als Präsident<br />

des Bundes österreichischer Künstler<br />

– Kunstschau zum ersten Mal Her<strong>be</strong>rt<br />

Boeckls Plastik Springendes Pferd (1929)<br />

aus. Böhlers malerisches Werk ist von der<br />

Far<strong>be</strong> getragen. Die verblockten Formen rücken<br />

die Gemälde in die Nähe der österreichischen<br />

Kubismus- und Cézanne-Rezeption.<br />

In den Landschaften näherte er sich einer<br />

abstrahierenden Formensprache an, ohne je<br />

die Grenze zur Abstraktion zu ü<strong>be</strong>rschreiten.<br />

Als einziger österreichischer Maler<br />

konnte Böhler die Far<strong>be</strong>npracht exotischer<br />

Länder in seine Kunst einfließen lassen. Das<br />

intensiv leuchtende Kolorit zeichnet ihn als<br />

Vertreter eines expressiven Kolorismus aus.<br />

JOSEF DOBROWSKY (1889–1964)<br />

Josef Dobrowsky gehört zu den immens<br />

Einflussreichen, a<strong>be</strong>r noch immer unterschätzten<br />

Malern der Ersten Republik in<br />

Österreich. Sein Werk lässt sich nur schwer<br />

kategorisieren, auch wenn es der Neuen<br />

Sachlichkeit und ab den 1930er-Jahren dem<br />

1<br />

Expressionismus nahesteht. Seine einfühlsamen<br />

Porträts, seine geheimnisvoll im<br />

Licht aufleuchtenden Frauenakte und die<br />

stark vereinfachten Landschaften strahlen<br />

eine atmosphärische Stimmung aus. Der<br />

an der Wiener Kunstgewer<strong>be</strong>schule und<br />

der Akademie der bildenden Künste in<br />

Wien ausgebildete Maler verband in seinem<br />

Schaffen viele heterogene Einflüsse,<br />

darunter die Rezeption von Albin Egger-<br />

Lienz und Ferdinand Hodler. Ab 1920 studierte<br />

er die Bilder von Pieter Bruegel dem<br />

Älteren im Kunsthistorischen Museum,<br />

von denen er eine erdige Farbigkeit ü<strong>be</strong>rnahm.<br />

Dobrowskys neusachlicher Malstil<br />

ist gegen Ende der 1920er-Jahre gepaart<br />

mit stimmungsvollem Licht und weicher<br />

Linienführung. Seine Malerei wirkt daher<br />

weniger distanziert und kühl <strong>be</strong>obachtend,<br />

wie man es von Rudolf Wackers Stillle<strong>be</strong>n<br />

kennt. 1946 wurde Dobrowsky an die Akademie<br />

der bildenden Künste <strong>be</strong>rufen. In<br />

den folgenden zehn Jahren unterrichtete er<br />

unter anderem Alfred Hrdlicka, Wolfgang<br />

Hollegha, Josef Mikl und Florentina Pakosta.<br />

ANTON KOLIG (1886–1950)<br />

Anton Kolig verband in seiner Malerei die<br />

Moderne der Jahrhundertwende mit expressiven<br />

Tendenzen der Zwischenkriegszeit und<br />

abstrahierenden Auffassungen der Nachkriegszeit.<br />

Ne<strong>be</strong>n Her<strong>be</strong>rt Boeckl zählt Kolig<br />

zu den wichtigsten österreichischen Malern<br />

des Expressionismus in der Ersten Republik.<br />

Während seiner Ausbildung an der Akademie<br />

der bildenden Künste in Wien lernte er<br />

Franz Wiegele und Sebastian Isepp kennen,<br />

zwei Maler aus dem Dorf Nötsch im kärntnerischen<br />

Gailtal. Erste Ausstellungserfahrungen<br />

sammelte Kolig im Umfeld der von<br />

Egon Schiele gegründeten Neukunstgruppe;<br />

seinen Durchbruch erzielte er 1911. Nach<br />

Ende des Ersten Weltkrieges zog sich Anton<br />

Fotos: Leopold Museum, Wien/Manfred Thum<strong>be</strong>rger, © Bildrecht Wien, 2021 (Dobrowsky)<br />

Kolig nach Nötsch zurück, wo er eine Malschule<br />

<strong>be</strong>gründete. Einer seiner Schüler war<br />

Gerhart Frankl. In den folgenden zehn Jahren<br />

entstanden Koligs großformatige Männerakte<br />

und wichtige Dekorationsar<strong>be</strong>iten, u. a.<br />

für das von Clemens Holzmeister geplante<br />

Festspielhaus in Salzburg. Kolig <strong>be</strong>schäftigte<br />

sich mit Bewegung und Innehalten, mit der<br />

Darstellung sehnsuchtsvoller oder melancholisch-<br />

nachdenklicher Jünglinge. Farbigkeit<br />

und Pinselduktus verband er da<strong>be</strong>i zu einer<br />

flächendeckenden Struktur, die mit offenen<br />

Stellen in Kontrast steht. 1928 wurde Kolig an<br />

die Württem<strong>be</strong>rgische Akademie in Stuttgart<br />

<strong>be</strong>rufen, wo er bis 1943 lehrte. Nach seiner<br />

Pensionierung kehrte er nach Nötsch zurück.<br />

2<br />

1<br />

2<br />

3<br />

HANS BÖHLER<br />

Spanierin, 1919,<br />

Öl auf Leinwand,<br />

79,5 × 70 cm<br />

JOSEF<br />

DOBROWSKY<br />

Dame im Pelz (Gattin<br />

des Künstlers), 1922,<br />

Öl auf Holz,<br />

62,7 × 47,2 cm<br />

ANTON KOLIG<br />

Sitzender Jüngling<br />

(„Am Morgen“), 1919,<br />

Öl auf Leinwand,<br />

152 × 93,1 cm<br />

DIE AUSSTELLUNG<br />

MENSCHHEITSDÄMMERUNG<br />

ZWISCHEN LYRISCHER EMPFINDSAMKEIT<br />

UND SACHLICHER WELTAUFFASSUNG<br />

LAUFZEIT: 10.02.2021 – 24.05.2021<br />

ORT:Leopold Museum-Privatstiftung,<br />

MuseumsQuartier Wien,<br />

Museumsplatz 1, 1070 Wien<br />

INFORMATIONEN<br />

Tel. +43 1 525 70-0<br />

Mail: office@leopoldmuseum.org<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Mittwoch bis Sonntag:<br />

10:00 bis 18:00 Uhr<br />

Feiertags ge öffne t !<br />

www.facebook.com/LeopoldMuseum<br />

www.instagram.com/leopold_museum<br />

twitter.com/Leopold_Museum<br />

www.leopoldmuseum.org<br />

3<br />

114 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 115


ART FEST<br />

STARPARADE<br />

<strong>be</strong>im Linzer<br />

BRUCKNERFEST<br />

MARTHA ARGERICH<br />

MARKUS POSCHNER<br />

als Professor am Konservatorium der Gesellschaft<br />

der Musikfreunde in Wien. In<br />

mehr als 50 Jahren hat Anton Bruckner<br />

Hunderte von Schüler*innen unterrichtet,<br />

von denen einige im Programm des<br />

Brucknerfests 2021 vertreten sind, so etwa<br />

Friedrich Klose mit seinem Streichquartett,<br />

gespielt vom Quatuor Diotima (4. 9.), oder<br />

Josef Vockner, dessen Klavierquintett<br />

op. 70 die Plattform K+K Vienna am 1. 10.<br />

zur Aufführung bringt.<br />

Zwei von Bruckners Schüler*innen stehen<br />

<strong>be</strong>sonders im Fokus: Zum einen ist das der<br />

jung verstor<strong>be</strong>ne Hans Rott, dessen posthum<br />

erst 1989 uraufgeführte 1. Sinfonie<br />

<strong>be</strong>wusst gemacht hat, weshalb Mahler in<br />

seinem ehemaligen Kommilitonen und<br />

sich selbst „zwei Früchte von demsel<strong>be</strong>n<br />

Baum“ sah. Rott gilt heute als Weg<strong>be</strong>reiter<br />

jener „neuen Symphonik“, die Mahler<br />

vervollkommnete. Rotts 1. Sinfonie ha<strong>be</strong>n<br />

die Bam<strong>be</strong>rger Symphoniker unter Jakub<br />

Hrůša im Gepäck (28. 9.), Marin Alsop und<br />

das ORF-Radio-Symphonieorchester Wien<br />

bringen sein Vorspiel zu „Julius Cäsar“ zur<br />

Aufführung (30. 9.). Privatschülerin von<br />

Bruckner war die gebürtige Linzerin Mathilde<br />

Kralik von Meyrswalden, der eine<br />

respektable Karriere als Komponistin gelang.<br />

Ihrem Schaffen ist vor allem die Klassische<br />

Klangwolke am 18. 9., gewidmet, in<br />

der das FSOA, das Female Symphonic Orchestra<br />

Austria, unter Silvia Spinnato für<br />

zusätzliche Frauenpower sorgt.<br />

Gustav Mahler und Hugo Wolf waren zwar<br />

keine Schüler Bruckners, sind a<strong>be</strong>r e<strong>be</strong>nfalls<br />

im Programm vertreten, da sie sich auf<br />

unterschiedliche Weise für dessen Schaffen<br />

starkmachten. So nehmen sich das Bruckner<br />

Orchester Linz unter Markus Poschner<br />

Mahlers "Das klagende Lied" (23. 9.) und<br />

der 3. Sinfonie (5. 10.) an. Wolfs Lieder werden<br />

von Stars wie Sophie Rennert (14. 9.),<br />

Waltraud Meier (22. 9.) und Thomas<br />

Hampson (3. 10.) interpretiert. Apropos<br />

Stars: An diesen ist das Brucknerfest 2021<br />

<strong>be</strong>sonders reich, unter anderem ge<strong>be</strong>n<br />

sich Pianist Paul Lewis (12. 9.), Dirigent<br />

Michail Jurowski (19. 9.), der RIAS Kammerchor<br />

Berlin (26. 9.) oder Dirigent Hartmut<br />

Haenchen (11. 10.) die Ehre. Nicht zu<br />

vergessen die unnachahmliche Martha<br />

Argerich, die mit Lilya Zil<strong>be</strong>rstein am<br />

29. 9. Bruckners 3. Sinfonie, in der Fassung<br />

für Klavier zu vier Händen von Gustav<br />

Mahler und dem Bruckner-Schüler Rudolf<br />

Krzyzanowski, exklusiv <strong>be</strong>im Internationalen<br />

Brucknerfest Linz 2021 aufführen wird.<br />

MIT GROSSEM ERFOLG HAT BRUCKNERHAUS-INTENDANT DIETMAR<br />

KERSCHBAUM DIE NEUPOSITIONIERUNG DES INTERNATIONALEN BRUCKNER-<br />

FESTS LINZ VORANGETRIEBEN. ANTON BRUCKNER UND SEIN SCHAFFEN<br />

STEHEN NUN WIEDER STÄRKER IM ZENTRUM DIESES KLASSIKFESTIVALS.<br />

DENNOCH SIND VIELFALT UND ABWECHSLUNGSREICHTUM GARANTIERT,<br />

DA JÄHRLICH WECHSELNDE MOTTOS SPANNENDE QUERVERBINDUNGEN ZU<br />

ANDEREN KOMPONIST*INNEN ERMÖGLICHEN.<br />

D<br />

as Internationale Brucknerfest<br />

Linz 2021, das von 4. Septem<strong>be</strong>r<br />

bis 11. Okto<strong>be</strong>r stattfindet,<br />

stellt unter dem Motto „Mutige Impulse“<br />

Bruckner und seine Schüler*innen ins Rampenlicht.<br />

Für den großen Symphoniker,<br />

Sohn eines Schulmeisters aus Ansfelden,<br />

spielte das Lehren zeit seines Le<strong>be</strong>ns eine<br />

wichtige Rolle, zunächst als Schulgehilfe<br />

und Klavierlehrer, später unter anderem<br />

Bildrechte: © Rita Newman, Adriano Heitman, Reinhard Winkler, Nomi Baumgartl, Jiyang Chen<br />

WALTRAUD MEIER<br />

THOMAS HAMPSON<br />

BRUCKNERHAUS<br />

LINZ<br />

STANDORT:<br />

Untere Donaulände 7,<br />

4010 Linz<br />

SERVICE-CENTER<br />

IM BRUCKNERHAUS:<br />

Tel. +43 732 77 52 30<br />

E-Mail: kassa@liva.linz.at<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Juli & August:<br />

Montag bis Freitag<br />

10.00 – 13.00 Uhr<br />

Septem<strong>be</strong>r bis Juni:<br />

Montag bis Freitag<br />

10.00 – 18.00 Uhr<br />

brucknerhaus.at<br />

116 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 117


ART EXPO<br />

1<br />

1<br />

ELDE STEEG,<br />

ELFRIEDE<br />

STEGEMEYER<br />

Ohne Titel, (Frauenköpfe<br />

zwischen<br />

balkenartigen<br />

Flächen), um 1946<br />

Elde<br />

Steeg<br />

DIE FRAUEN MACHEN<br />

DIE BRÖTCHEN<br />

2<br />

3<br />

ELDE STEEG,<br />

ELFRIEDE<br />

STEGEMEYER<br />

Ohne Titel (Frauenköpfe<br />

zwischen<br />

Häusern), um 1947<br />

ELDE STEEG,<br />

ELFRIEDE<br />

STEGEMEYER<br />

Ohne Titel (Kopf vor<br />

Gemäuer mit Mond),<br />

um 1946<br />

2<br />

Gendergap, geschlechterspezifische<br />

Sprache, Gleich<strong>be</strong>handlung in<br />

Unternehmen, Equal Pay Day – das<br />

Thema „Gendergerechtigkeit“ wird<br />

aktuell breit diskutiert. Im 20.<br />

Jahrhundert war die Debatte a<strong>be</strong>r<br />

nicht weniger brisant. Mit Elde Steegs<br />

Werken zu diesem Thema <strong>be</strong>schäftigt<br />

sich die Sammlungspräsentation der<br />

Moderne im Ferdinandeum. Gezeigt<br />

werden mitunter Zeichnungen und<br />

Gemälde aus den 1940er- und<br />

1950er-Jahren, die in Österreich<br />

bisher noch nicht zu sehen waren.<br />

Bildrechte: © Tiroler Landesmuseen<br />

118 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 119


ART EXPO<br />

D<br />

ie gendergerechte Aufteilung<br />

von Vorstandsposten wird derzeit<br />

in großen Wirtschaftsunternehmen<br />

diskutiert. Gleichzeitig werden in<br />

der IT-Branche weltweit nur rund 20 Prozent<br />

der Ar<strong>be</strong>itsplätze von Frauen <strong>be</strong>setzt.<br />

Diese verdienen zudem bis zu einem Viertel<br />

weniger als ihre männlichen Kollegen. Warum<br />

lassen wir zu, dass wir unsere Welt so<br />

einseitig gestalten? Damit <strong>be</strong>schäftigte sich<br />

Elde Steeg <strong>be</strong>reits im 20. Jahrhundert. Ohne<br />

große Geste, in meist kleinformatigen Werken<br />

holt sie uns in unmissverständlichen<br />

Bildaussagen in ihre Erfahrungswelt als<br />

Frau und Künstlerin.<br />

DIE LAGE DER FRAU – DAMALS WIE HEUTE<br />

Elde Steeg, mit bürgerlichem Namen Elfriede<br />

Stegemeyer, war eine deutsche Künstlerin,<br />

die Tirol als ihre Wahlheimat auserkoren<br />

hat. Sie wurde 1908 in Berlin geboren und ist<br />

1988 in Innsbruck gestor<strong>be</strong>n. In den 1930er-<br />

Jahren wurde sie in Köln von Künstlerinnen<br />

und Künstlern wie Marta Hegemann, Franz<br />

Wilhelm Seiwert, Otto Freundlich und Raoul<br />

Hausmann <strong>be</strong>einflusst. Die Künstlerin widmete<br />

sich in ihren unterschiedlichen Schaffensphasen<br />

immer auch sozialpolitischen<br />

Themen. In der Nachkriegszeit kommentierte<br />

und hinterfragte sie – damals noch als<br />

Elfriede Stegemeyer – die Lage der Frauen<br />

<strong>be</strong>reits genauso eingehend wie später, ab<br />

den 1950er-Jahren und während der neu<br />

erwachten Frauen<strong>be</strong>wegung in den 1970er-<br />

Jahren, als Elde Steeg.<br />

Ihr Engagement für eine gendergerechte<br />

Künstler*innenschaft drückte sie 1976 auch<br />

klar in einem Brief aus. Darin schrieb sie in<br />

Bezug auf eine Ausstellungsreihe unter dem<br />

Titel „frauen zeigen“:<br />

"...damit unsere Mitwelt einsieht,<br />

dass der Mensch aus zwei<br />

schöpferischen Hälften <strong>be</strong>steht<br />

und zur Bewältigung der heutigen<br />

Probleme e<strong>be</strong>n der ganze Mensch<br />

gehört. Erst mit Beseitigung der<br />

Frauen-Frage wird eine neue<br />

europäische Kultur möglich sein.“<br />

Die Sammlungspräsentation im Ferdinandeum<br />

bildet den Auftakt zu einer Reihe, die künftig<br />

die unterschiedlichen Aspekte des Gesamtwerkes<br />

der Künstlerin <strong>be</strong>leuchten wird. Aus<br />

den Sammlungs<strong>be</strong>ständen ausgewählt und im<br />

musealen Rahmen präsentiert, sind Elde Steegs<br />

Ar<strong>be</strong>iten auch als Irritation im traditionellen<br />

Museumsraum zu verstehen. Eine Irritation,<br />

die aufmerken lässt und anregt, den gewohnten<br />

kunstgeschichtlichen Kanon sowie den<br />

männlich geprägten Geniekult neu zu denken.<br />

DIE AUSSTELLUNG<br />

ELDE STEEG<br />

DIE FRAUEN MACHEN DIE BRÖTCHEN<br />

Im Rahmen der Serie „Begehbare Gedanken“<br />

LAUFZEIT: 19. Februar 2021 – 03. Okto<strong>be</strong>r 2021<br />

ORT: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum,<br />

Museumstraße 15,<br />

6020 Innsbruck<br />

INFORMATIONEN<br />

Tel. +43 512 59489-111<br />

Mail: <strong>be</strong>sucherservice@tiroler-landesmuseen.at<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Dienstag bis Sonntag: 10.00 – 18:00 Uhr<br />

tiroler-landesmuseen.at<br />

Bildrechte: © Tiroler Landesmuseen, Fotografie: Johannes Plattner<br />

120 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 121


ART ANNIVERSARY<br />

MANFRED DEIX<br />

1 Jahr Karikaturmuseum<br />

Krems,<br />

2002<br />

20<br />

Jahre<br />

Satire<br />

Kein Witz – 2021 wird das Karikaturmuseum<br />

Krems 20 Jahre jung. Als Österreichs<br />

einziges Museum für satirische Kunst<br />

zeichnet es für so manchen Meilenstein des<br />

österreichischen Humors mitverantwortlich.<br />

A<br />

ls im Jahr 2000 der Spatenstich zum Bau des Karikaturmuseum<br />

Krems gesetzt wurde, <strong>be</strong>deutete dies einen Meilenstein im österreichischen<br />

Kulturraum. Erbaut nach den Plänen des Architekten<br />

und Karikaturisten Gustav Peichl alias IRONIMUS, ist das Museum nicht<br />

nur für seine markante Außenfassade <strong>be</strong>kannt – ein freundliches Gesicht<br />

und eine Narrenkappe als Dach, das zugleich humorvoll die Gie<strong>be</strong>l der Steiner<br />

Altstadt zitiert. Als einziges österreichisches Museum für Satire weiß es<br />

außerdem seit nunmehr 20 Jahren und mit bisher gesamt 92 Ausstellungen<br />

seine Sonderstellung in der hiesigen Museumslandschaft zu <strong>be</strong>haupten.<br />

HEIMISCHE GRÖSSEN<br />

Nach einjähriger Bauzeit eröffnete das Museum am Tor zur Wachau 2001<br />

mit der Schau „Alles Karikatur - Das gezeichnete 20. Jahrhundert“. Mit<br />

ü<strong>be</strong>r 200 Ar<strong>be</strong>iten wurde damit zum ersten Mal in Österreich ein gültiger<br />

Ü<strong>be</strong>rblick ü<strong>be</strong>r das internationale karikaturistische Schaffen im 20. Jahrhundert<br />

gege<strong>be</strong>n. Von Beginn an galt das Museum als le<strong>be</strong>ndiger Ort des<br />

Austauschs und der hochkarätigen humorvollen Unterhaltung. Manfred<br />

Deix und IRONIMUS, die Gründungsväter des Museums, Karikaturisten<br />

wie Erich Sokol, Gerhard Haderer oder Bruno Ha<strong>be</strong>rzettl und prominente<br />

Gäste, etwa Thomas Gottschalk, Ursula Strauss, Chris Lohner,<br />

Manuel Ru<strong>be</strong>y und Otto Waalkes, sorgten für blei<strong>be</strong>nde Momente.<br />

Bildrechte: © Manfred Deix / Karikaturmuseum Krems<br />

122 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 123


ART ANNIVERSARY<br />

Dass es so ganz anders als andere Museen ist und selbst in der<br />

Kunstform der Satire neue Wege geht, <strong>be</strong>wies das Karikaturmuseum<br />

Krems unter anderem mit den Ausstellungen „Alles klar Herr<br />

Kommissar“ mit Comics von Nick Knatterton und „Kottan“ von<br />

Peter Patzak sowie von Helmut Zenker. Gerhard Haderers großformatige<br />

Ölbilder wurden erstmalig in Krems einem Publikum<br />

zugänglich gemacht. Furore machten die Playboy-Cartoons von<br />

Erich Sokol im Jahr 2010. Einen Ausflug in die japanische Manga-<br />

Kultur unternahm das Museum mit Österreichs <strong>be</strong>ster Manga-<br />

Zeichnerin Melanie Scho<strong>be</strong>r.<br />

1<br />

3<br />

4<br />

INTERNATIONAL HOCHKARÄTIG<br />

„Wir durften heimische Meisterinnen und Meister wie Manfred<br />

Deix, Erich Sokol oder Marie Marcks <strong>be</strong>i uns willkommen heißen.<br />

In unseren Ausstellungen präsentieren wir genauso internationale<br />

Größen wie Mordillo, Achdé oder den <strong>be</strong>kannten Disney-Zeichner<br />

Carl Barks. Weil wir immer offen für Neues sind,<br />

zeichnen wir für so manchen Meilenstein des österreichischen<br />

Humors mitverantwortlich", <strong>be</strong>tont Gottfried Gusenbauer,<br />

künstlerischer Leiter des Karikaturmuseum Krems.<br />

Als kleine Sensation wurden im ersten Ausstellungsjahr des Museums<br />

Originalgrafiken von Kukryniksy, einem Kollektiv dreier<br />

russischer Zeichner, präsentiert. Star-Unterhaltung mit Zeichnungen<br />

der Rolling Stones, Klaus Kinski, Johnny Cash und Tina<br />

Turner <strong>be</strong>ispielsweise bot die Ausstellung zu Deutschlands <strong>be</strong>kanntestem<br />

Porträtkarikaturisten Sebastian Krüger. Für Aufsehen<br />

sorgte Erotomachia von Federico Fellini. Das Karikaturmuseum<br />

Krems präsentierte 2005 ü<strong>be</strong>rhaupt zum ersten Mal die gesamte<br />

Serie erotischer Karikaturen des genialen Filmemachers.<br />

ECKDATEN ZUM MUSEUM<br />

▶<br />

▶<br />

▶<br />

▶<br />

▶<br />

5<br />

Das einzige Museum für satirische Kunst<br />

in Österreich eröffnete am 29. Septem<strong>be</strong>r 2001.<br />

Gründungsväter: Gustav Peichl (1928 – 2019)<br />

und Manfred Deix (1949 – 2016)<br />

92 Ausstellungen von 2001 – 2021<br />

5 Ausstellungsräume auf einer Gesamtfläche von 780 m2<br />

Künstlerischer Direktor seit 2012: Gottfried Gusenbauer<br />

Der argentinische Weltstar Mordillo eröffnete hier 2015 seine erste<br />

Ausstellung in Österreich. Janosch kam eigens von Teneriffa. Und<br />

auch der französische Künstler Achdé ritt zum Start seiner „Lucky<br />

Luke“-Schau 2013 nach Krems ein. Wiederum die Retrospektive<br />

„Tu felix Austria... zeichne!“ zu 25 Jahren Österreich in der EU reiste<br />

als Wanderausstellung nach Bozen, Helsinki und Tallinn.<br />

Ausstellungen, so „Die Zeichner der Neuen Frankfurter Schule“,<br />

„Lyonel Feininger & Eduard Thöny“ sowie „Max und Moritz“<br />

zu den Bildergeschichten von Wilhelm Busch, ermöglichten<br />

genauso die Auseinandersetzung mit wichtigen Tendenzen<br />

und Entwicklungen in der europäischen Karikatur.<br />

AUFSTREBENDE KÜNSTLER*INNEN<br />

Als Partnerinstitution des internationalen Stipendienprogramms<br />

AIR – ARTIST IN RESIDENCE Niederösterreich<br />

präsentiert das Karikaturmuseum Krems seit 2012 ü<strong>be</strong>rdies<br />

spannende junge Positionen aus den Bereichen Karikatur,<br />

Comic und Illustration. So waren Comics von Inga Steinmetz<br />

und Tina Brenneisen, die 2017 den Comicbuchpreis erhielt, zu<br />

sehen. Dem Träger des hauseigenen Erich-Sokol-Preises für<br />

digitale Karikatur, Frank Hoppmann, widmete das Museum<br />

vergangenen Herbst einen Exkurs. Für seine satirische Darstellung<br />

des britischen Premierministers Boris Johnson erhielt<br />

der für seinen scharfen Strich <strong>be</strong>kannte Karikaturist 2020 den<br />

World Press Cartoon Award.<br />

2<br />

Bildrechte: © Gerhard Haderer, Landessammlungen NÖ, Raffael F. Lehner, Günter S. Kargl, Petar Pismestrović, Erich Eibl, Kunstmeile Krems<br />

GEBURTSTAGSFEST<br />

Vielfältiges Programm mit Künstler*innen, Workshops, Kulinarik, Musik<br />

und viel Spaß für Jung und Alt <strong>be</strong>i freiem Eintritt!<br />

WANN: Sa. 26.06.2021, 10.00 – 20.00 Uhr<br />

WO: Karikaturmuseum Krems<br />

Museumsplatz 3,<br />

3500, Krems an der Donau<br />

www.karikaturmuseum.at<br />

(1) GERHARD HADERER, Letzter Konditionstest vor Ferien<strong>be</strong>ginn, 1992 (2)<br />

GOTTFRIED GUSENBAUER, künstlerischer Direktor Karikaturmuseum Krems<br />

(3) MANFRED DEIX und OTTO WAALKES (4) PETAR PISMESTROVIC, Rudolf<br />

Anscho<strong>be</strong>r, 2020 (5) ERICH EIBL, Der Schilling-Hai, 1988 (6) GUSTAV<br />

PEICHL und MANFRED DEIX<br />

6<br />

124 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 125


ART<br />

INTERNATIONALE<br />

GRÖSSEN<br />

ART QUARTERLY BRINGT ERSTMALS INTERNATIONALE AUS-<br />

STELLUNGEN AUFS BLATT. NEBEN DEN ÖSTERREICHISCHEN<br />

GRÖSSEN WIRD NUN AUCH AUGE AUF DIE INTERNATIONALE<br />

BÜHNE GELEGT: VON LONDON BIS BERLIN WERDEN VON<br />

NUN AN DIE BEDEUTENDSTEN INTERNATIONALEN MUSEEN<br />

UND GALERIEN IHRE SAMMLUNGEN IM AQ PRÄSENTIEREN.<br />

ERWIN OLAF,<br />

Skin Deep, Male Nude<br />

No. 03, 2015, Courtesy<br />

Galerie Ron Mandos<br />

Amsterdam


KULTURTIPP / VEREINIGTES KÖNIGREICH<br />

1 2<br />

ALBRECHT DÜRER,<br />

Der zwölfjährige<br />

Jesus unter den<br />

Schriftgelehrten,<br />

(Ausschnitt), 1506,<br />

Öl auf Holz<br />

Die längliche Exkursion <strong>be</strong>ginnt im Jahre<br />

1495 und geht durch die Alpen nach<br />

Italien, später nach Venedig im Jahre 1505;<br />

und dann in die Niederlande in den Jahren<br />

1520-1521. Diese Reisen brachten ihn nicht nur mit<br />

anderen Künstlern seiner Zeit in Kontakt, sondern<br />

regten auch seine Neugier und Kreativität an. So<br />

konnte er nicht nur stetig seinen Ruhm und Einfluss<br />

unter den Zeitgenossen steigern, sondern verfeinerte<br />

und meisterte er seine Fähigkeiten als Künstler.<br />

Im ersten Ausstellungsraum können Besucher in<br />

die Jahre nach Dürers Rückkehr nach Nürn<strong>be</strong>rg,<br />

nach seiner Reise durch die Alpen und nach Italien<br />

eintauchen. Sein "Heiliger Hieronymus", um 1496, mit<br />

detaillierter Landschaft und der außergewöhnlichen<br />

Rückseite verbildlicht eine enorme Entwicklung<br />

Dürers um diese Zeit.<br />

3<br />

4<br />

DÜRER’S JOURNEYS<br />

Travels of a Renaissance <strong>Art</strong>ist<br />

"Dürer’s Journeys: Travels of a Renaissance" <strong>Art</strong>ist ist die erste <strong>be</strong>deutende britische<br />

Ausstellung Dürers Werke seit fast zwanzig Jahren. Sie offenbart seine Karriere als Maler,<br />

Zeichner und Grafiker.<br />

Es ist auch die erste Ausstellung, die sich auf seine Reisen als Künstler konzentriert und<br />

den Besucher durch ü<strong>be</strong>r hundert Werke, die aus Museen und Privatsammlungen<br />

weltweit geliehen wurden, näher an den Mann selbst sowie die Menschen und Orte<br />

heranführt, die er <strong>be</strong>sucht hat.<br />

Bildrechte: © The National Gallery, London, Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid, Instituto Portugues de Museus, Minstero da Cultura, Lisbon, National Gallery of <strong>Art</strong>, Washington, Samuel H. Kress Collection, 1952.2.16<br />

Der zweite Raum enthält einige von Dürers frühen<br />

Studien ü<strong>be</strong>r menschliche Proportionen, die er an<br />

seinem Besuch in Venedig von 1505 bis 1507 fertigte.<br />

Seine Eindrücke schildert er auch in zahlreichen<br />

Briefen an seinen Freund Willibald Pirkheimer. Einer<br />

dieser Briefe wird im sel<strong>be</strong>n Raum zusammen mit<br />

drei Porträts sowie dem imposanten Gemälde "Jesus<br />

unter den Schriftgelehrten" von 1506, gezeigt.<br />

Im dritten Raum, der viele der <strong>be</strong>kanntesten Gravuren<br />

des Künstlers enthält, kehrt Dürer wieder nach Nürn<strong>be</strong>rg<br />

zurück, wo er vom heiligen römischen Kaiser<br />

Maximilian I. angestellt wurde, <strong>be</strong>vor er sich auf den<br />

Weg nach Aachen machte, wo Kaiser Karl V. gekrönt<br />

werden sollte.<br />

Der vierte Raum offenbart eine Fülle an Porträts,<br />

darunter Werke mit Kreide, Kohle und Sil<strong>be</strong>rpunkt;<br />

während Dürers Skizzen von Menschen, Tieren<br />

und Stadtansichten im nächsten Raum untersucht<br />

werden – hier sind einige seiner le<strong>be</strong>ndigsten und<br />

einfühlsamsten Zeichnungen zu sehen.<br />

Die Künstler, die Dürer auf seinen Reisen in die Niederlande<br />

kennenlernte, sind das Thema von Raum<br />

sechs, zu dem auch das dramatische Landschaftsgemälde<br />

"Zerstörung von Sodom und Gomorra" von<br />

Joachim Patinir gehört, dem erfahrenen Landschaftsmaler,<br />

<strong>be</strong>i dem sich Dürer verschuldete. In diesem<br />

Raum <strong>be</strong>findet sich auch die Zeichnung von "Saint<br />

Christopher", jene, die Dürer für Patinir fertigte.<br />

Der letzte Raum ist der Zeit in Antwerpen gewidmet, in<br />

der Dürer sich mit dem portugiesischen Handelsagenten<br />

Rodrigo de Almada anfreundete, dieser sendete<br />

ihm später zahlreiche Geschenke, darunter Federn,<br />

Korallen und zwei grüne Papageien. Im Gegenzug<br />

malte Dürer für Almada ein markantes und für die<br />

Zeit innovatives Bild des Heiligen Hieronymus – eine<br />

radikale Abkehr von einem Thema, das Dürer oft<br />

sowohl in der Malerei als auch im Druck darstellte.<br />

Das Gemälde, das möglicherweise selbst von der<br />

niederländischen Kunst <strong>be</strong>einflusst wurde, hat die<br />

niederländischen Künstler zutiefst <strong>be</strong>eindruckt.<br />

(1) ALBRECHT DÜRER, Büßender Hieronymus, ca. 1496, Öl auf Birnholz (2) ALBRECHT<br />

DÜRER, Der heilige Hieronymus, 1521, Öl auf Eiche (3) MEISTER DER BRÜGGER PASSION,<br />

Christus dem Volk vorgestellt, ca. 1510, Öl auf Eiche (4) ALBRECHT DÜRER, Madonna und<br />

Kind, etwa 1496–9. Öl auf Holz<br />

FACTS<br />

THE NATIONAL GALLERY<br />

Ausstellung<br />

DÜRER’S JOURNEYS:<br />

Travels of a Renaissance <strong>Art</strong>ist<br />

LAUFZEIT:<br />

06. März bis 13. Juni 2021<br />

AUSSTELLUNGSSTANDORT:<br />

The National Gallery<br />

Trafalgar Square,<br />

London<br />

www.facebook.com/thenationalgallery<br />

www.instagram.com/nationalgallery<br />

www.nationalgallery.org.uk<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Montag bis Freitag (außer an Feiertagen):<br />

9.45 – 17.00 Uhr<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel.: +44 20 7747 2885<br />

Mail: information@ng-london.org.uk<br />

twitter.com/nationalgallery<br />

128 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 129


KULTURTIPP / DEUTSCHLAND<br />

3<br />

ERWIN OLAF.<br />

UNHEIMLICH SCHÖN<br />

IN DEN NIEDERLANDEN GEHÖRT ERWIN OLAF (*1959) ZU DEN<br />

BERÜHMTESTEN KÜNSTLERN DER GEGENWART. NUN WIDMET<br />

IHM DIE KUNSTHALLE MÜNCHEN DIE ERSTE UMFANGREICHE<br />

EINZELAUSSTELLUNG IN DEUTSCHLAND. AUSGEWÄHLTE<br />

FOTOGRAFIEN, KURZFILME, SKULPTUREN UND MULTIMEDIA-<br />

INSTALLATIONEN AUS ÜBER VIERZIG SCHAFFENSJAHREN ZEI-<br />

GEN IN LOSER CHRONOLOGIE OLAFS ENTWICKLUNG VOM ANA-<br />

LOG ZUM DIGITAL ARBEITENDEN KÜNSTLER, VOM REBEL-<br />

LISCHEN FOTO-JOURNALISTEN DER 80ER- ZUM RAFFINIERTEN<br />

GESCHICHTENERZÄHLER DER 2000ER.<br />

Für seine Werke entwirft Olaf<br />

bis ins kleinste Detail durchdachte<br />

Welten, die der unseren<br />

zwar zum Verwechseln<br />

ähnlich sehen, jedoch oftmals Rätsel<br />

aufge<strong>be</strong>n: Hinter der makellosen Ästhetik,<br />

die der Film und Wer<strong>be</strong>industrie<br />

entlehnt ist, scheint Verdrängtes<br />

zu lauern. Auch entpuppt sich die<br />

Kulissenhaftigkeit seiner Inszenierungen<br />

oft als Hinweis auf Abgründiges.<br />

Der Fotokünstler setzt <strong>be</strong>wusst<br />

auf Irritationen, <strong>be</strong>dient sich vieldeutiger<br />

Symbolik und gestaltet seine<br />

Erzählungen <strong>be</strong>deutungsoffen. So<br />

bleibt es dem Publikum ü<strong>be</strong>rlassen,<br />

sich den Anspielungen gegenü<strong>be</strong>r zu<br />

öffnen und die Leerstellen mit eigenen<br />

Assoziationen und Interpretationen<br />

zu füllen.<br />

ZWISCHEN POLITIK UND POESIE<br />

»Ich ergreife Partei für die Freiheit. Die<br />

Freiheit des Individuums, das nicht von<br />

einer <strong>be</strong>stimmten Gruppe dominiert<br />

werden darf.«<br />

Bereits während seines Journalismus-<br />

Studiums, das Olaf 1980 in Utrecht abschloss,<br />

wurde ihm <strong>be</strong>wusst, dass er<br />

seine Geschichten nicht mit Worten,<br />

sondern mit Bildern erzählen wollte.<br />

Anfang der 1980er-Jahre veröffentlichte<br />

er in internationalen Publikationen<br />

der LGBT-Szene erste dokumentarische<br />

Fotografien. Zeitgleich<br />

ar<strong>be</strong>itete er an Fotoserien, in denen<br />

er Fragen nach Demokratie, Gleich<strong>be</strong>rechtigung<br />

und Selbst<strong>be</strong>stimmung<br />

aufwarf. Wie ein roter Faden zieht<br />

sich Olafs politisches und soziales Interesse<br />

durch sein OEuvre. Bis heute<br />

gehört er zu den prominenten Stimmen,<br />

die sich in den Niederlanden<br />

für das Recht des Einzelnen auf freie<br />

Entfaltung einsetzen. Im Kampf für<br />

Toleranz und Akzeptanz schreckt er<br />

vor keiner Kontroverse zurück.<br />

In seinem Frühwerk nutzte der<br />

Künstler das Mittel der Provokation,<br />

um gesellschaftliche Diskussionen<br />

anzustoßen. So etwa in seiner<br />

1987/88 entstandene Serie Chessmen,<br />

die den Menschen als sexuelles<br />

Wesen in den Fokus rückt und ihn in<br />

subversiv erotischen Machtgefügen<br />

darstellt. Seit den 2000ern sind es<br />

vor allem Stimmungen und Gefühle,<br />

die er inszeniert – wie etwa das<br />

Weinen der ersten Träne nach einer<br />

erschütternden Nachricht in Grief<br />

(2007) oder den Zwischenzustand<br />

des Wartens in der gleichnamigen<br />

Serie Waiting (2014). A<strong>be</strong>r auch konkrete<br />

politische Ereignisse greift Olaf<br />

wiederholt auf. In den Werkreihen<br />

Troubled, Awakening und Tamed &<br />

Anger (alle 2015) verar<strong>be</strong>itet er <strong>be</strong>ispielsweise<br />

die Pariser Anschläge<br />

von 2015 auf die Redaktion der Satirezeitschrift<br />

Charlie Hebdo und das<br />

Kulturzentrum Bataclan.<br />

KONSTRUIERTE WELTEN<br />

»Wollte ich die gewöhnliche Welt sehen,<br />

würde ich das Fenster öffnen.«<br />

Blacks (1990) ist eine Schwarz-in-<br />

Schwarz gehaltene Serie mit barock<br />

inszenierten Bildnissen eines fiktiven<br />

Hofstaates. Für die Realisierung<br />

ar<strong>be</strong>itete Olaf erstmals mit einem<br />

Team von Spezialist*innen für Maske,<br />

Kostüm und Bühnenbild zusammen.<br />

Seine darauffolgenden Projekte<br />

nahmen zunehmend den Umfang<br />

großer Filmproduktionen an. Anfang<br />

der 2000er <strong>be</strong>gann Olaf zudem,<br />

1<br />

2<br />

Bildrechte: © Erwin Olaf, Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam<br />

(1) GRIEF, Irene Portrait, 2007 (2) MATURE, Claudia S., 63, 1999<br />

(3) AMERICAN DREAM, Self-Portrait with Alex I, Palm Springs,<br />

2018 (4) STADTBAD NEUKÖLLN – 23RD OF APRIL, Berlin, 2012<br />

(5) SQUARES, JOY, 1985 (6) SQUARES, PEARLS, 1986<br />

die digitale Fotografie samt den Möglichkeiten der<br />

Bildmanipulation zu nutzen. So setzte er in Royal<br />

Blood (2000) Modelle <strong>be</strong>ispielsweise als Sissi<br />

oder Prinzessin Diana in Szene – in der Bildsprache<br />

klassischer Märtyrerdarstellungen, verwundet<br />

und blut<strong>be</strong>fleckt. Das Ausloten des Verhältnisses<br />

zwischen Fakten und Fiktionen ist bis heute ein<br />

wesentliches Merkmal von Olafs künstlerischem<br />

Schaffen. Erst in den letzten Jahren entwickelte<br />

Olaf seine Serien ausgehend von existierenden<br />

Orten und lässt damit die Grenzen zwischen Realem<br />

und künstlerischer Fiktion zunehmend verschwimmen.<br />

So verließ Olaf <strong>be</strong>ispielsweise für die<br />

Trilogie Berlin (2012), Shanghai (2016) und Palm<br />

Springs (2018) sein Studio und fotografierte an<br />

charakteristischen Schauplätzen der Royal Blood,<br />

Di, † 1997, 2000 titelge<strong>be</strong>nden Städte.<br />

4<br />

FACTS<br />

KUNSTHALLE MÜNCHEN<br />

Ausstellung<br />

Erwin Olaf. Unheimlich Schön<br />

LAUFZEIT:<br />

14. Mai bis 26. Septem<strong>be</strong>r 2021<br />

AUSSTELLUNGSSTANDORT:<br />

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung,<br />

Theatinerstraße 8,<br />

80333 München<br />

www.facebook.com/kunsthallemuc<br />

www.instagram.com/kunsthallemuc<br />

www.kunsthalle-muc.de<br />

5 6<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Täglich (auch an Sonn- und Feiertagen):<br />

10.00 – 20.00 Uhr<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel.: +49 89/22 44 12<br />

Mail: kontakt@kunsthalle-muc.de<br />

twitter.com/kunsthallemuc<br />

130 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 131


KULTURTIPP / DEUTSCHLAND<br />

REMBRANDTS<br />

ORIENT.<br />

Westöstliche Begegnung in der<br />

niederländischen Kunst des 17.<br />

Jahrhunderts<br />

POTSDAM, 11. MÄRZ 2021 – REMBRANDT UND SEINE ZEITGENOSSEN<br />

WAREN FASZINIERT VON DEN FERNEN LÄNDERN, DEREN WAREN IM<br />

17. JAHRHUNDERT IN GROSSER ZAHL IN DIE NIEDERLANDE IM-<br />

PORTIERT WURDEN. DIE BEGEISTERUNG FÜR DAS FREMDE WURDE<br />

ZU EINER MODE, DIE EINE NEUARTIGE KUNST ENTSTEHEN LIESS: DER<br />

REALISMUS DER MALEREI VERBAND SICH MIT WUNSCHBILDERN<br />

UND FANTASTISCHEN PROJEKTIONEN.<br />

1<br />

Auch biblische Geschichten wurden<br />

mit exotischen Elementen angereichert.<br />

Wie uns heute auffällt, wurde<br />

die Kehrseite dieser Weltaneignung<br />

nicht dargestellt: das Machtgefälle<br />

zwischen den Kulturen, das sich auch<br />

in Sklaverei, Gewalt, Aus<strong>be</strong>utung und<br />

Handelskriegen zeigte. Rembrandts<br />

Gemälde mit orientalischer Anmutung<br />

spiegeln die Faszination des<br />

Exotischen. Le<strong>be</strong>nsnah und zugleich<br />

verfremdet stellten sie eine Gegenwelt<br />

zum Alltag der calvinistischen Niederlande<br />

dar. Sie waren keine spielerische<br />

Verkleidung, sondern eine Selbst<strong>be</strong>fragung<br />

unter anderen Vorzeichen.<br />

Dieses für die Kunst so wichtige Thema<br />

wird jetzt erstmals in einer Ausstellung<br />

gewürdigt.<br />

Die Ausstellung thematisiert die damaligen<br />

Bilder des Fremden. Die Levante,<br />

der östliche Mittelmeerraum,<br />

und Asien wurden noch in Rembrandts<br />

Zeit Orient genannt. Heute ist<br />

der Begriff <strong>be</strong>lastet, weil der Orientalismus<br />

des 19. und 20. Jahrhunderts<br />

eine eurozentrische Haltung durchsetzte.<br />

Im Titel der Ausstellung Rembrandts<br />

Orient signalisiert der Genitiv,<br />

dass es um die damals mit diesem Begriff<br />

verbundenen Vorstellungen geht.<br />

Die Kunstwerke der Potsdamer Schau<br />

sind Zeugnisse der ersten Globalisierung<br />

und zeigen den Einfluss fernöstlicher<br />

Kulturen in den Niederlanden<br />

des 17. Jahrhunderts. Da<strong>be</strong>i ist Rembrandt<br />

mit seiner Faszination für „den<br />

Osten“, die sich in seinen biblischen<br />

Historien mit orientalisierenden Gewändern,<br />

in Portraitstudien (Tronies)<br />

von „Orientalen“ und in seiner Sammlung<br />

exotischer Objekte zeigt, der Ausgangspunkt.<br />

Rembrandt-Schüler wie<br />

Isaak de Jouderville und Jan Victors<br />

verwendeten e<strong>be</strong>nso wie ihr Lehrer<br />

für Szenen aus der Bi<strong>be</strong>l phantasievolle<br />

Turbane. Sie statteten sogar in<br />

portraits histoirés die Dargestellten<br />

mit orientalisierenden Kostümen aus.<br />

Die Selbstinszenierung in solcher<br />

Kleidung und vor orientalischen Teppichen<br />

war ein Statussymbol wohlha<strong>be</strong>nder<br />

Bürger, für das auch Beispiele<br />

von Michiel de Musscher und Ferdinand<br />

Bol gezeigt werden.<br />

Die Ausstellung thematisiert auch<br />

den globalen Handel, der exotische<br />

Objekte wie Porzellan oder Nautilus-<br />

Bildrechte: © Stichting Duivenvoorde, Voorschoten, Kunstmuseum Basel, Kunst Museum Winterthur, Dordrechts Museum<br />

muscheln in die Niederlande brachte,<br />

wie sie Willem Kalf oder Jan van der<br />

Heyden als Zeugnisse von Sammelleidenschaft<br />

und Weltaneignung in ihren<br />

Stillle<strong>be</strong>n malten. Nur wenige Kunstwerke<br />

dokumentieren eine konkrete<br />

Begegnung zwischen West und Ost<br />

wie etwa Aegidius Sadeler II. im Kupferstich<br />

Bildnis des Mechti Kuli Beg<br />

oder die vormals Cornelis Visscher zugeschrie<strong>be</strong>ne<br />

Zeichnung Drei Männer<br />

mit einem Folianten in einem Kontor.<br />

Dass der Reichtum der niederländischen<br />

O<strong>be</strong>rschicht auch durch Gewalt<br />

und Unterdrückung im Fernen Osten,<br />

durch Sklaverei und Handelskriege,<br />

zustande kam und einen hohen<br />

menschlichen Preis – auch unter<br />

den eigenen Seeleuten – forderte, hat<br />

in den Kunstwerken keinen Niederschlag<br />

gefunden. Diese Kehrseite lässt<br />

sich zumindest indirekt in allgemein<br />

gehaltenen Schlachtenszenen von<br />

Jacques Muller, Johannes Lingelbach<br />

oder Philips Wouwerman zeigen.<br />

Während der Orient durch exotische<br />

Objekte und Kleidung in den niederländischen<br />

Bürgerhäusern des 17. Jahrhunderts<br />

präsent war und zahllose<br />

Berichte ü<strong>be</strong>r Reisen in den Osten publiziert<br />

wurden, erkundete kaum ein<br />

Künstler die fernen Länder vor Ort. So<br />

blie<strong>be</strong>n der Orient und das Orientalische<br />

in der niederländischen Bildwelt<br />

jener Zeit ein Konstrukt aus Versatzstücken,<br />

Stereotypen und Imagination.<br />

Das Fremde wurde geschätzt und in<br />

den Le<strong>be</strong>nsstil integriert. A<strong>be</strong>r das war<br />

zumeist nicht mehr als eine Attitüde,<br />

denn das Interesse galt weniger den<br />

anderen Kulturen als ihren materiellen<br />

Zeugnissen und Hervorbringungen,<br />

die aufgrund ihrer Kostbarkeit und des<br />

damit verbundenen Prestiges <strong>be</strong>gehrt<br />

waren. Die west-östliche Begegnung<br />

fand nicht auf Augenhöhe statt, zu einem<br />

auf Gleichwertigkeit <strong>be</strong>ruhenden<br />

Austausch kam es nicht. Das Fremde<br />

war ein reizvoller Kontrast zum Eigenen,<br />

a<strong>be</strong>r es erregte kaum tiefergehende<br />

Anteilnahme. Das war <strong>be</strong>i Rembrandt<br />

nicht anders als <strong>be</strong>i seinen Zeitgenossen,<br />

und an dieser Einstellung hat sich<br />

– und zu dieser Reflexion lädt die Ausstellung<br />

ein – bis heute in weiten Teilen<br />

der westlichen Welt nichts geändert. So<br />

bietet die Schau die Möglichkeit, diesen<br />

bis heute andauernden Eurozentrismus<br />

zu hinterfragen.<br />

(1) DIRCK VAN LOONEN, Assueer Jacob Schimmelpenninck van der Oije (1631–1673) mit Diener und Hund,<br />

1660 (2) REMBRANDT HARMENSZ VAN RIJN, David ü<strong>be</strong>rgibt Goliaths Haupt dem König Saul, 1627 (3) PIETER<br />

LASTMAN, Jephta und seine Tochter, 1611 (4) FERDINAND BOL, Ehepaar in Landschaft, um 1647/50<br />

FACTS<br />

MUSEUM BARBERINI<br />

Ausstellung<br />

Rembrandts Orient.<br />

LAUFZEIT:<br />

13. März bis 27. Juni 2021<br />

AUSSTELLUNGSSTANDORT:<br />

Museum Bar<strong>be</strong>rini<br />

Humboldtstraße 5–6,<br />

14467 Potsdam<br />

www.facebook.com/museumbar<strong>be</strong>rini<br />

www.instagram.com/museumbar<strong>be</strong>rini<br />

www.museum-bar<strong>be</strong>rini.de<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Täglich außer dienstags:<br />

10.00 – 19.00 Uhr<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel.: +49 331 236014-499<br />

Mail: <strong>be</strong>sucherservice@museum-bar<strong>be</strong>rini.de<br />

twitter.com/MuseumBar<strong>be</strong>rini<br />

2<br />

3 4<br />

132 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 133


SERVUS<br />

IN WIEN<br />

Moderner Luxus und Wiener Le<strong>be</strong>nsgefühl -<br />

im 5-Sterne-Superior Palais Hansen<br />

Kempinski sorgt individueller Service verbunden<br />

mit Wiener Charme für unvergessliche<br />

Momente. Das denkmalgeschützte Palais<br />

<strong>be</strong>findet sich im Herzen Wiens und doch<br />

fernab des Tru<strong>be</strong>ls der Stadt.<br />

Auf die Gäste warten 152 elegante Zimmer<br />

und Suiten, die Restaurants Die Küche Wien<br />

und EDVARD, die Lobby Lounge&Bar mit<br />

dem <strong>be</strong>rühmten Apfelstrudel und der<br />

Kempinski The Spa. Dank der Kempinski<br />

White Glove Hygieneservices fühlen sich<br />

Gäste <strong>be</strong>i uns sicher und wohl.<br />

Wir freuen uns schon darauf, Sie wieder <strong>be</strong>i<br />

uns <strong>be</strong>grüßen zu dürfen!<br />

Blei<strong>be</strong>n Sie gesund und bis bald!<br />

Palais Hansen Kempinski Wien<br />

Schottenring 24 | 1010 Wien<br />

+43 1 236 1000 | www.kempinski.com/wien<br />

info.vienna@kempinski.com


KULTURTIPP / WIEN<br />

JOSEF<br />

PILLHOFER<br />

im Dialog mit Künstlern<br />

der Moderne<br />

ANLÄSSLICH DES 100. GEBURTSTAGES IM<br />

JAHR 2021 WÜRDIGT DAS LEOPOLD MUSE-<br />

UM JOSEF PILLHOFER (1921–2010), EINEN<br />

DER BEDEUTENDSTEN ÖSTERREICHISCHEN<br />

BILDHAUER UND ZEICHNER, MIT EINER UM-<br />

FASSENDEN RETROSPEKTIVE UND STELLT<br />

GLEICHZEITIG SEIN SCHAFFEN IN EINEN DI-<br />

ALOG MIT DEN HERAUSRAGENDEN PROTAG-<br />

ONISTEN DER BILDHAUEREI DER MODERNE.<br />

„Klassik der Moderne“ in der Skulptur eines Aristide<br />

Maillol oder Wilhelm Lehmbruck – zwei Bildhauer,<br />

die er sehr schätzte. Die Rezeption dieser verschiedenen<br />

künstlerischen Sprachen <strong>be</strong>deutete für Pillhofer<br />

nach seiner Rückkehr nach Wien „die Grundlage<br />

und Ausgangssituation für alles Weitere“.<br />

Pillhofer ging durch seine Affinität zur Natur in<br />

seiner Figurendarstellung von realistischen Gege<strong>be</strong>nheiten<br />

aus, demgegenü<strong>be</strong>r nehmen a<strong>be</strong>r auch<br />

ungegenständliche Objekte aus geometrischen Formen<br />

einen <strong>be</strong>deutenden Platz in seinem Œuvre ein.<br />

Der Aspekt der Reduktion sowie die Auseinandersetzung<br />

mit Räumlichkeit, Tektonik, Rhythmik und<br />

Proportion aus geometrischen Formen spielen in<br />

<strong>be</strong>iden Werkgruppen eine zentrale Rolle. Jederzeit<br />

ging es Pillhofer, der einer der am stärksten international<br />

orientierten und laut Wilfried Skreiner auch<br />

der erste gegenstandslose Plastiker Österreichs war,<br />

in seinem bildhauerischen Schaffen um eine formale<br />

Klarheit, die durch die Fragmentierung der sichtbaren<br />

Wirklichkeit imstande sein sollte, einfache Strukturen<br />

aus komplexen Phänomenen mit äußerster<br />

Sensibilität zu vermitteln.<br />

2<br />

Pillhofers künstlerisches Ar<strong>be</strong>iten erstreckte<br />

sich ü<strong>be</strong>r mehr als ein hal<strong>be</strong>s<br />

Jahrhundert und setzte in seiner Zeit an<br />

der Grazer Kunstgewer<strong>be</strong>schule 1938<br />

bis 1941 ein, worauf das Studium an<br />

der Wiener Akademie der bildenden Künste folgte,<br />

wo er von 1946 bis 1950 seine erste Prägung in der<br />

Klasse von Fritz Wotruba erfuhr.<br />

1950 erhielt Pillhofer ein Staatsstipendium und ü<strong>be</strong>rsiedelte<br />

nach Paris, wo er <strong>be</strong>i Ossip Zadkine an der<br />

Académie de la Grande Chaumière studierte<br />

und in dessen Atelier ar<strong>be</strong>iten konnte. Seine<br />

Auseinandersetzung mit den Vertretern<br />

der kubistischen Plastik – ne<strong>be</strong>n Zadkine<br />

waren dies vor allem Jacques Lipchitz,<br />

Alexander Archipenko und Henri<br />

Laurens – blieb nicht ohne Auswirkungen<br />

auf seine Formensprache. In seiner<br />

Pariser Zeit machte er ü<strong>be</strong>rdies Bekanntschaft<br />

mit weiteren <strong>be</strong>deutenden Bildhauern<br />

und Plastikern der französischen Metropole, etwa<br />

mit Constantin Brâncuși oder Al<strong>be</strong>rto Giacometti.<br />

„Für mich stand und steht“ – so Pillhofer 1994 ü<strong>be</strong>r<br />

die Bedeutung seiner Pariser Zeit – „die menschliche<br />

Sinn<strong>be</strong>zogenheit mit der natürlichen Erscheinung<br />

im Medium der Skulptur nicht im Widerspruch zu<br />

einem glaubhaften zeitgenössischen Anliegen,<br />

so auch noch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts,<br />

allerdings in offener Wahrnehmung<br />

und mit den Erfahrungen der Moderne.“<br />

In diesem Zitat rekurriert Pillhofer auf die<br />

Fotos: Leopold Museum, Wien/Manfred Thum<strong>be</strong>rger/Ouriel Morgensztern, Museum Moderner Kunst, Stiftung Ludwig Wien © Bildrecht Wien, 2021<br />

(1) JOSEF PILLHOFER, Radfahrerin, 1951, Bronze, Privat<strong>be</strong>sitz (2)<br />

HENRI LAURENS, La mère, 1935, Bronzeguss, Museum moderner<br />

Kunst Stiftung Ludwig Wien (3) ALBERTO GIACOMETTI, Büste von<br />

Diego, 1955, Bronze, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien.<br />

3<br />

FACTS<br />

LEOPOLD MUSEUM<br />

Ausstellung<br />

JOSEF PILLHOFER<br />

Im Dialog mit Künstlern der Moderne<br />

LAUFZEIT:<br />

18. Juni 2021 bis 10. Okto<strong>be</strong>r 2021<br />

AUSSTELLUNGSSTANDORT:<br />

MuseumsQuartier Wien<br />

Museumsplatz 1, 1070 Wien<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel.: +43 1 525 70-0<br />

Mail: office@leopoldmuseum.org<br />

www.facebook.com/LeopoldMuseum<br />

www.instagram.com/leopold_museum<br />

www.leopoldmuseum.org<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Mittwoch bis Sonntag:<br />

10.00 – 18.00 Uhr<br />

Feiertags ge öffne t<br />

twitter.com/Leopold_Museum<br />

136 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 137


KULTURTIPP / WIEN<br />

BERGGASSE 19<br />

im Wohnzimmer<br />

Seit Septem<strong>be</strong>r 2020 ist das Sigmund Freud Museum nach<br />

Renovierung wieder zugänglich – so es die Gesetzeslage zulässt. Bei<br />

Lockdowns und Reisesperren empfiehlt sich der neue, umfassende<br />

Multimedia<strong>be</strong>reich. E<strong>be</strong>nfalls immer zu <strong>be</strong>sichtigen ist der Schauraum<br />

Berggasse 19.<br />

"Die<br />

unendliche<br />

Analyse.<br />

Psychoanalytische<br />

Schulen<br />

nach Freud"<br />

ROBERT LONGO, Untitled<br />

(Hellion), 2011 (Print of charcoal<br />

on mounted paper drawing).<br />

1 2<br />

3<br />

4<br />

D<br />

ie Kunstinstallation im<br />

Schaufenster der ehemaligen<br />

Fleischhauerei<br />

Kornmehl stammt<br />

vom amerikanischen<br />

Künstler Ro<strong>be</strong>rt Longo. Er installierte einen<br />

Print seines 2011 entstandenen Werkes<br />

„Ohne Titel (Hellion)“ aus der Serie<br />

„Monsters“. Die groß dimensionierte,<br />

schaurige schöne Wasserformation wird<br />

zum In<strong>be</strong>griff von Gewalt und Zerstörung,<br />

die sich sinnentleert Bahn bricht.<br />

"Die unendliche Analyse. Psychoanalytische<br />

Schulen nach Freud". Die für<br />

die Neueröffnung konzipierte Sonderausstellung<br />

ist ü<strong>be</strong>r die Website des Museums<br />

vollständig online zugänglich.<br />

Die Ausstellung stellt fünf aktuelle<br />

psychoanalytische Schulen vor, deren<br />

Gemeinsamkeiten und Differenzierungen<br />

die Psychoanalyse als vielschichtige<br />

und progressive Wissenschaft des Un<strong>be</strong>wussten<br />

ausweisen. Fünf kurze Film-<br />

Interviews stellen exemplarisch eine<br />

der ausgewählten psychoanalytischen<br />

Schulen vor. Dazu wurden Psychoanalytikerinnen<br />

und Analytiker aus<br />

Berlin, Dublin und New York in ihren<br />

Behandlungsräumen <strong>be</strong>sucht.<br />

Die Filme ge<strong>be</strong>n einen Einblick in die<br />

individuellen Zugänge und die Aktualität<br />

der psychoanalytischen Ansätze.<br />

Kuratiert wurde die On- und Offline-<br />

Ausstellung von der Psychoanalytikerin<br />

und Philosophin Esther Hutfless, für<br />

die Umsetzung der Videointerviews<br />

zeichnen Wout Kichler und Maximilian<br />

Klamm verantwortlich.<br />

▶<br />

Bildrechte: © Hertha Hurnaus, Günter König / Sigmund Freud Privatstiftung<br />

ORIGINALE AUFNAHMEN VON<br />

SIGMUND UND ANNA FREUD<br />

Der Multimedia<strong>be</strong>reich der Homepage<br />

bietet auch die Möglichkeit, einen Vortrag<br />

von Anna Freud aus 1978 zu hören<br />

sowie Sigmund Freuds <strong>be</strong>rühmtes Interview<br />

für die BBC – die einzig <strong>be</strong>kannte<br />

Aufnahme seiner Stimme. Gege<strong>be</strong>n hatte<br />

er dieses Interview im Dezem<strong>be</strong>r 1938,<br />

nach seiner Flucht nach London und hörbar<br />

von Krankheit und Alter geschwächt.<br />

Veranstaltungen der vergangenen Jahre<br />

lassen sich e<strong>be</strong>nso nachhören wie<br />

Lesungen aus der neuen Dauerausstellung:<br />

Birgit Minichmayr liest drei Träume,<br />

die Sigmund Freud in der „Traumdeutung“<br />

festgehalten hat. Die englische<br />

Fassung dieser Briefe liest der Autor und<br />

Journalist Philippe Sands.<br />

VIDEOFÜHRUNG UND HIGHLIGHTS<br />

Im Video<strong>be</strong>reich führt Direktorin Monika<br />

Pessler durch das renovierte Haus,<br />

Veranstaltungshighlights aus den vergangenen<br />

Jahren und Beiträge zum<br />

neu renovierten Museum lassen sich<br />

hier nachsehen, e<strong>be</strong>nso die bisherigen<br />

Sigmund Freud Vorlesungen. Auch der<br />

neueste Vortrag anlässlich des Geburtstags<br />

des Begründers der Psychoanalyse,<br />

„Die Psychoanalyse und das Politische“,<br />

digital gehalten von der Pariser Analytikerin<br />

Colette Soler, wird demnächst auf<br />

der Plattform präsentiert.<br />

WEBSHOP<br />

Der <strong>be</strong>liebte Shop des Museums mit<br />

Geschenkartikeln, Büchern und Kleidung<br />

sowie dem <strong>be</strong>gehrten Sigmund<br />

Freud-Bier, Sekt und Schokolade ist nun<br />

auch online zu finden. Das Museum<br />

bietet Zustellung e<strong>be</strong>nso wie Click &<br />

Collect an der Museumskassa.<br />

FACTS<br />

SIGMUND FREUD MUSEUM<br />

Ausstellung<br />

Die unendliche Analyse.<br />

Psychoanalytische Schulen nach Freud<br />

STANDORT:<br />

Berggasse 19, 1090 Wien<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel.: +43 (0)1 319 15 96-14<br />

Mail: office@freud-museum.at<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Mi – Fr: 11.00 – 18.00 Uhr<br />

Sa, So und Feiertage: 10.00 – 18.00 Uhr<br />

Mo und Di geschlossen<br />

Je nach Covid-Situation geschlossen<br />

www.freud-museum.at<br />

PROGRAMM IM HERBST 2021<br />

Im Herbst soll gemeinsam mit der Wiener<br />

psychoanalytischen Vereinigung und dem<br />

Wiener Ar<strong>be</strong>itskreis für Psychoanalyse<br />

eine neue Ausstellung erar<strong>be</strong>itet werden,<br />

die das Schicksal der aus Wien geflüchteten<br />

PsychoanalytikerInnen <strong>be</strong>leuchten.<br />

Geplant ist die Eröffnung für Novem<strong>be</strong>r.<br />

(1) Wartezimmer von Freuds Praxis (2) Arzttasche Sigmund Freuds (3) Juwelierschachtel mit Widmung<br />

von Sigmund Freud an Martha (4) Lesesaal der Bibliothek<br />

facebook.com/sigmundfreudmuseum<br />

instagram.com/sigmundfreudmuseum<br />

twitter.com/freudmuseum<br />

138 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 139


KULTURTIPP / WIEN<br />

1 2<br />

Erwin Dominik Osen als Akt mit ü<strong>be</strong>rkreuzten Armen, 1910 (Detail),<br />

Leopold Museum, Wien, Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thum<strong>be</strong>rger<br />

3<br />

STADT UND<br />

LAND<br />

Zwischen Traum & Realität<br />

DER BLICK AUF DIE LETZTEN FÜNF JAHRHUNDERTE DER<br />

LANDSCHAFTSMALEREI FÜHRT UNS DEN WANDEL MENSCHLICHER<br />

IDENTITÄT VOR AUGEN. MIT EIGENEN AUGEN SEHEND, SPÜREN<br />

WIR, WIE SICH DAS SELBSTBILD DES MENSCHEN IM LAUFE DER<br />

GENERATIONEN VERÄNDERT HAT. DURCH DIE DARSTELLUNG DER<br />

NATUR, GIBT DER MENSCH EBENSO VIEL VON SICH SELBST PREIS.<br />

Es ist ein faszinierender<br />

Weg der Selbstfindung,<br />

eine Suche nach Orientierung,<br />

ein wortloser<br />

Dialog mit unserer Herkunft<br />

und unser aller Geschichte.<br />

Die ALBERTINA öffnet für diese<br />

größte Ü<strong>be</strong>rblicksausstellung ü<strong>be</strong>r<br />

die Geschichte der Landschaftsdarstellung<br />

ihre Schatzkammer<br />

und zeigt <strong>be</strong>kannteste Werke<br />

ne<strong>be</strong>n einzigartigen Ar<strong>be</strong>iten,<br />

die jahrzehntelang nicht gezeigt<br />

worden sind. Die BesucherInnen<br />

erwartet ein abwechslungsreicher<br />

Spaziergang durch ü<strong>be</strong>r 280 Landschaftsbilder<br />

aus fünf Jahrhunderten.<br />

Von den Anfängen des autonomen<br />

Landschaftsbildes und<br />

seiner Bahnbrecher, allen voran<br />

140 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021<br />

Albrecht Dürer, spannt sich der<br />

Bogen ü<strong>be</strong>r Bruegel, Rembrandt<br />

und das holländische Goldene<br />

Zeitalter, von Stadtpanoramen<br />

der Renaissance zu nahsichtigen<br />

Veduten, von utopischen Entwürfen<br />

arkadischer Landschaften bis<br />

zum illusionslosen, realistischen<br />

Naturbild im Zeitalter der Industrialisierung,<br />

von den Bildern der<br />

Erha<strong>be</strong>nheit und des Sublimen<br />

<strong>be</strong>i Caspar David Friedrich ü<strong>be</strong>r<br />

die Schreckensvisionen und Dystopien<br />

<strong>be</strong>i Alfred Kubin bis zu den<br />

Kinderträumen verspielter Natur<br />

<strong>be</strong>i Paul Klee. Schlüsselwerke der<br />

romantischen Landschaft und österreichische<br />

Aquarellkunst des<br />

19. Jahrhunderts wie Jakob und<br />

Rudolf von Alts Wien-Ansichten<br />

runden die Ausstellung ab.<br />

www.art-quarterly.com<br />

(1) JAKOB ALT Blick auf Wien<br />

von der Spinnerin am Kreuz, 1817,<br />

Aquarell, Deckfar<strong>be</strong>n (2) CLAUDE<br />

LORRAIN Baumgruppe mit ruhendem<br />

Hirten, späte 1630er-<br />

Jahre, Feder, Pinsel, schwarz und<br />

braun laviert (3) ADRIAN ZINGG<br />

Blick durch ein Felsentor auf<br />

Schloss Hohnstein in der Sächsischen<br />

Schweiz, 2. Hälfte 18., Beginn<br />

19. Jahrhundert, Feder in<br />

Schwarz, Pinsel in Grau und Hellbraun,<br />

laviert (4) ALBRECHT ALT-<br />

DORFER Die große Fichte, um<br />

1517-1520, Radierung, aquarelliert.<br />

FACTS<br />

ALBERTINA<br />

Stadt und Land<br />

Zwischen Traum & Realität<br />

LAUFZEIT:<br />

26. März bis 4. Juli 2021<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel.: +43 (01) 534 83 0<br />

Mail: info@al<strong>be</strong>rtina.at<br />

facebook.com/Al<strong>be</strong>rtinaMuseum<br />

instagram.com/al<strong>be</strong>rtinamuseum<br />

twitter.com/freudmuseum<br />

www.al<strong>be</strong>rtina.at<br />

AUSSTELLUNGSSTANDORT:<br />

Al<strong>be</strong>rtinaplatz 1,<br />

1010 Wien<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Täglich 10.00 – 18.00 Uhr<br />

4<br />

Bildrechte: © Al<strong>be</strong>rtina, Wien<br />

FOKUS-<br />

AUSSTELLUNG<br />

IN WIEN 1900<br />

FOCUS EXHIBITION<br />

IN VIENNA 1900<br />

16.04.–26.09.2021<br />

THE BODY<br />

ELECTRIC<br />

ERWIN OSEN – EGON SCHIELE<br />

MuseumsQuartier Wien<br />

U2 MuseumsQuartier<br />

U3 Volkstheater<br />

www.leopoldmuseum.org<br />

Medienpartner<br />

Förderer<br />

Partner des Leopold Museum


KULTURTIPP / NIEDERÖSTERREICH<br />

2<br />

ÖSTERREICHISCHE<br />

3<br />

KUNSTGESCHICHTE<br />

im Zeitraffer<br />

MIT „AUF ZU NEUEM. DREI JAHRZEHNTE VON SCHIELE BIS SCHLEGEL AUS<br />

PRIVATBESITZ“ LIEFERT DIE LANDESGALERIE NIEDERÖSTERREICH EINEN RASANTEN<br />

PARCOURS DURCH DIE ÖSTERREICHISCHE KUNSTGESCHICHTE.<br />

1<br />

In drei Abschnitte gegliedert gibt die Kremser<br />

Schau Aufschluss darü<strong>be</strong>r, wie Künstler*innen<br />

von Egon Schiele, Richard Gerstl und Oskar<br />

Kokoschka ü<strong>be</strong>r Ernst Fuchs, Arik Brauer,<br />

Maria Lassnig und Arnulf Rainer bis zu Erwin<br />

Wurm, Eva Schlegel oder Brigitte Kowanz die zeitgenössische<br />

Bild- und Formensprache <strong>be</strong>einflusst ha<strong>be</strong>n.<br />

IN ZEHNERSCHRITTEN ZUR KUNST DER GEGENWART<br />

Bildrechte: © Sammlung Angerlehner, Foto: Horst Stasny; © Hans Staudacher, Foto: Christoph Fuchs; © Sammlung Ernst Ploil<br />

In Zehnerschritten werden drei Jahrzehnte in den Fokus<br />

gerückt, die das Kunstschaffen des 20. Jahrhunderts entscheidend<br />

geprägt, die mit Neuerungen der Kunst auf<br />

gesellschaftliche Veränderungen reagiert und wesentliche<br />

Voraussetzungen für unsere Gegenwart geschaffen ha<strong>be</strong>n:<br />

die Schiele-Epoche von 1908 bis 1918, der Aufbruch nach<br />

dem 2. Weltkrieg sowie der Stilpluralismus der 1990er-<br />

Jahre. Rund 150 Werke von rund 40 Künstlerinnen und<br />

Künstlern aus knapp 20 wichtigen Privatsammlungen –<br />

wie etwa der Privatsammlung Rudolf Leopold sowie der<br />

Kollektionen Angerlehner, Liaunig, Hainz, Zambo oder<br />

Infeld – stehen im Zentrum der Ausstellung. Die Schau<br />

gibt somit auch einen Einblick in einen bislang verborgenen<br />

Bereich, der Gegenü<strong>be</strong>rstellungen zulässt, die nun<br />

erstmals abseits privater Räumlichkeiten einer breiten<br />

Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.<br />

WERKE VON ARIK BRAUER UND HANS<br />

STAUDACHER ZU SEHEN<br />

Nur wenige Tage vor seinem Tod schlug Arik Brauer ein<br />

Bild von 1945 für die Ausstellung in der Landesgalerie<br />

Niederösterreich vor, das am Beginn seiner künstlerischen<br />

Laufbahn steht. „Der Rattenkönig“ – eine <strong>be</strong>stialische<br />

Folterszene, deren altmeisterliche Ausführung an<br />

mittelalterliche Tafelbilder erinnert – wird in Krems das<br />

erste Mal öffentlich zu sehen sein. Der e<strong>be</strong>nso kürzlich<br />

verstor<strong>be</strong>ne Hans Staudacher ist in der Ausstellung mit<br />

einer Werkserie vertreten. Seine „Illusion Wien“ bildet<br />

da<strong>be</strong>i den Anfang: ein Zeugnis der Begegnung des<br />

Kärntners mit der Donaumetropole, in dem er das zerstörte<br />

und schutt<strong>be</strong>ladene Nachkriegs-Wien durch ein<br />

südländisches Traumbild ersetzt.<br />

(1) FLORENTINA PAKOSTA, „1993/2“ (aus der Serie „Trikolore Bilder“), 1993, Sammlung<br />

Angerlehner, Thalheim/Wels (2) HANS STAUDACHER, „Illusion Wien“, 1949-51, Sammlung<br />

E. und H. H. (3) EGON SCHIELE, „Kauernder“, 1912, Sammlung Ernst Ploil, Wien<br />

FACTS<br />

LANDESGALERIE<br />

NIEDERÖSTERREICH<br />

Ausstellung<br />

Auf zu Neuem. Drei Jahrzehnte<br />

von Schiele bis Schlegel aus Privat<strong>be</strong>sitz<br />

LAUFZEIT:<br />

27. März 2021 bis 06. Februar 2022<br />

AUSSTELLUNGSSTANDORT:<br />

Museumsplatz 1,<br />

3500 Krems an der Donau<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel. +43 2732 908010<br />

Mail: office@kunstmeile.at<br />

facebook.com/lgnoe<br />

instagram.com/landesgalerie_noe<br />

www.lgnoe.at<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

März bis Okto<strong>be</strong>r<br />

Di – So: 10.00 – 18.00 Uhr<br />

Novem<strong>be</strong>r bis Februar<br />

Di – So: 10.00 – 17.00 Uhr<br />

Montag geschlossen (außer an Feiertagen)<br />

24. & 31. Dez. sowie 01. Jänner geschlossen<br />

142 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 143


KULTURTIPP / NIEDERÖSTERREICH<br />

3<br />

Eine Welt der<br />

KOEXISTENZ<br />

und<br />

AKZEPTANZ<br />

ES IST EINE FASZINIERENDE WELT, IN<br />

DIE UNS PATRICIA PICCININI UND DIE<br />

AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE<br />

KREMS ENTFÜHREN. EIN EIGENES UNI-<br />

VERSUM, DIE ZUKUNFTSVISION EINER<br />

HERAUSRAGENDEN KÜNSTLERIN, HEIMAT<br />

VON HYBRIDEN GESCHÖPFEN. DIE<br />

AUSTRALIERIN STELLT FRAGEN ZU<br />

SCHÖNHEIT UND AUSGRENZUNG UND<br />

KONFRONTIERT UNS UNGEHEMMT MIT<br />

IHREN ANTWORTEN.<br />

2<br />

1<br />

Auf den ersten Blick erscheinen<br />

die hybriden Kreaturen von<br />

Piccinini unheimlich, denn sie<br />

wurden durch neue technologische<br />

Möglichkeiten biologisch<br />

oder gentechnisch modifiziert. Doch sehr<br />

schnell stellt sich heraus, dass diese fa<strong>be</strong>lhaften<br />

Le<strong>be</strong>wesen urmenschliche Eigenschaften wie<br />

Fürsorge und Mitgefühl erkennen lassen, diese<br />

sogar regelrecht verinnerlichen. Ihr Charme und<br />

ihre Milde im Blick lassen uns alle negativen<br />

Assoziationen vergessen.<br />

4<br />

GESELLSCHAFTLICHE VERANTWORTUNG<br />

Piccininis imaginäre Kreaturen entziehen sich den<br />

üblichen Kategorien Mensch, Tier, Natur oder<br />

Technik. Mit ihren Ar<strong>be</strong>iten fordert die Künstlerin<br />

Verantwortung von der Gesellschaft ein und stellt<br />

da<strong>be</strong>i wichtige Fragen: Wie antworten wir in einer<br />

Zeit, in der sich Natürliches und <strong>Art</strong>ifizielles immer<br />

mehr verbindet, auf existenzielle Fragestellungen<br />

ü<strong>be</strong>r Dasein und Zugehörigkeit?<br />

Die einzigartige Ästhetik ihrer Skulpturen entführt<br />

uns in eine Welt der Koexistenz und Akzeptanz, in<br />

der tief verwurzelte Denkweisen der Kategorisierung<br />

<strong>be</strong>reits hinter sich gelassen wurden. Das, was<br />

un<strong>be</strong>kannt und auf den ersten Blick abschreckend<br />

wirkt, stellt sich letztendlich als viel weniger fremd<br />

heraus, als zunächst angenommen.<br />

MAGISCH UND WUNDERSAM ZUGLEICH<br />

Die Ar<strong>be</strong>it „The Welcome Guest“ (2011) zeigt ein<br />

fremdartiges Wesen, das zu einem kleinen Mädchen<br />

ins Bett klettert. Sie schauen sich mit Freude<br />

und Zärtlichkeit an, als ob sie eine innige und<br />

vertraute Beziehung hätten. Ähnlich verhält es<br />

sich in der Ar<strong>be</strong>it „The Bond“ (2016), in der eine<br />

Frauenfigur ein hybrides Kind zärtlich in ihren<br />

Armen hält. Es kommt das Gefühl mütterlicher<br />

Bildrechte: © Patricia Piccinini, Foto: Hilary Walker<br />

(1) PATRICIA PICCININI mir ihrer Ar<strong>be</strong>it „Kindred“ aus dem<br />

Jahr 2018 (2) „THE BOND“, 2016 (3) „THE COMFORTER“, 2010<br />

(4) „THE WELCOME GUEST“, 2011<br />

Zuwendung auf, obwohl die <strong>be</strong>iden Figuren nicht<br />

unterschiedlicher sein könnten. Magische und<br />

wundersame Szenen zugleich.<br />

Piccinini erforscht die Gefühle, die in uns aufkommen,<br />

sobald wir mit Neuem oder Un<strong>be</strong>kanntem<br />

in Berührung kommen. Sie untersucht visuelle<br />

Merkmale und Normen des menschlichen Körpers<br />

und hinterfragt, wieso <strong>be</strong>stimmte Eigenschaften<br />

als schön oder vertraut und wiederum andere als<br />

fremd oder abnormal gelten.<br />

Die Ausstellung in Krems ist die erste große Werkschau<br />

von Piccinini in Österreich und zeigt Skulpturen<br />

und Installationen aus <strong>be</strong>inahe zwei Jahrzenten<br />

künstlerischen Schaffens. Sie entsteht in Kooperation<br />

mit dem Institut für Kulturaustausch Tübingen.<br />

FACTS<br />

KUNSTHALLE KREMS<br />

Ausstellung<br />

Patricia Piccinini. Embracing the Future<br />

LAUFZEIT:<br />

27. März bis 03. Okto<strong>be</strong>r 2021<br />

AUSSTELLUNGSSTANDORT:<br />

Museumsplatz 5,<br />

3500 Krems an der Donau<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel. +43 2732 908010<br />

Mail: office@kunstmeile.at<br />

facebook.com/kunsthalle.krems<br />

instagram.com/kunsthalle.krems<br />

www.kunsthalle.at<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

März – Okto<strong>be</strong>r<br />

Di – So: 10.00 – 18.00 Uhr<br />

Novem<strong>be</strong>r – Februar<br />

Di – So: 10.00 – 17.00 Uhr<br />

Montag geschlossen (außer an Feiertagen)<br />

24. & 31. Dez. sowie 01. Jänner geschlossen<br />

144 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 145


KULTURTIPP / NIEDERÖSTERREICH<br />

2<br />

3<br />

SATIRISCHE<br />

PUNKTLANDUNG<br />

ERSTMALS IN ÖSTERREICH GIBT DAS KARIKATURMUSEUM KREMS MIT DER AUSSTELLUNG „VOLLTREFFER!“<br />

EINBLICKE IN DIE MÜNCHNER SAMMLUNG GRILL. RUND 200 KUNSTWERKE VON DEN GROSSMEISTER*INNEN<br />

DER SATIRE LADEN EIN, DER AUSSERGEWÖHNLICHEN SAMMELLEIDENSCHAFT NACHZUSPÜREN.<br />

1<br />

S<br />

eit mehr als 40 Jahren sind<br />

Humor und Komische Kunst<br />

die trei<strong>be</strong>nde Kraft für die<br />

Sammlung satirischer Meisterwerke<br />

von Meisi und<br />

Helmut Grill. Mittlerweile umfasst diese<br />

mehrere hundert Originale. „In unserer<br />

Sammlung ha<strong>be</strong>n wir eine klare Linie – die<br />

geho<strong>be</strong>ne Satire. Dafür wollten wir aus jedem<br />

Land die <strong>be</strong>sten Zeichnerinnen und<br />

Zeichner finden. Mit Ar<strong>be</strong>iten von Saul<br />

Stein<strong>be</strong>rg, Paul Flora, Tatjana Hauptmann,<br />

Roland Topor, Tomi Ungerer und Gerhard<br />

Haderer <strong>be</strong>ispielsweise ist uns das jedenfalls<br />

zum Teil gelungen", so Helmut Grill,<br />

Sammler und Kurator der Ausstellung.<br />

MEISTERHAFT BIS SKURRIL<br />

konnte Sis M. Kochs Bild als funktionierende<br />

Wetterstation in Meisis Kuriositätenladen<br />

Etcetera erwor<strong>be</strong>n werden.<br />

INTERNATIONALE GRÖSSEN<br />

FACTS<br />

KARIKATURMUSEUM KREMS<br />

Ausstellung<br />

Volltreffer! Satirische Meisterwerke<br />

aus der Sammlung Grill<br />

Positionen aus Amerika und Frankreich<br />

markieren andererseits den internationalen<br />

Stellenwert der Satire-Sammlung. Allen<br />

voran ist der so <strong>be</strong>zeichnete Guru der<br />

Satiriker*innen, Saul Stein<strong>be</strong>rg, mit seinen<br />

scharfsinnig-humoristischen Ar<strong>be</strong>iten zu<br />

nennen. Tomi Ungerers „Meat the Peable“,<br />

das die Flucht des Menschen vor der Welt<br />

skizziert, führt zu Meisi und Helmut Grills<br />

Sammlungsanfängen zurück.<br />

(1) HANS REISER, „Amazone und bayrischer Satyr“, o.D., Hans Reiser/Sammlung Grill (2) MEISI UND HELMUT GRILL in ihrer Ausstellung „Volltreffer!“ im<br />

Karikaturmuseum Krems (3) SIS M. KOCH, „Wetterbild“, o.D., Privat/Sammlung Grill<br />

Bildrechte: © Hans Reiser, Sammlung Grill, Raffael F. Lehner/Kunstmeile Krems<br />

Mit Originalen von 42 Künstler*innen <strong>be</strong>leuchtet<br />

die Ausstellung „Volltreffer! Satirische<br />

Meisterwerke aus der Sammlung<br />

Grill“ einerseits das Münchner Umfeld und<br />

Zeichner*innen der Komischen Kunst, die<br />

dem Sammler*innenpaar nahestehen. Mit<br />

frechem Augenzwinkern <strong>be</strong>gegnet man Generationen<br />

von Meistern in Rudi Hurzlmeiers<br />

Ar<strong>be</strong>iten. Auf den Punkt gezeichnet ist<br />

Hans Reisers „Amazone und bayrischer Satyr“.<br />

Kontrastreich zeigt sich Sis M. Kochs<br />

„Wetterbild“ mit detailgetreuen Messinstrumenten<br />

und ihrer neugierigen Katze.<br />

Genauso wie der von Meisi und Helmut<br />

erdachte „Orden für nix und wieder nix“<br />

oder das Künstlerporzellan von Paul Flora<br />

LAUFZEIT:<br />

06. März bis 01. Novem<strong>be</strong>r 2021<br />

AUSSTELLUNGSSTANDORT:<br />

Museumsplatz 3,<br />

3500 Krems an der Donau<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel. +43 2732 908010<br />

Mail: office@kunstmeile.at<br />

facebook.com/karikaturmuseum.krems<br />

instagram.com/karikaturmuseumkrems<br />

www.karikaturmuseum.at<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

März – Okto<strong>be</strong>r<br />

Di – So: 10.00 – 18.00 Uhr<br />

Novem<strong>be</strong>r – Februar<br />

Di – So: 10.00 – 17.00 Uhr<br />

24. & 31. Dez. sowie 01. Jänner geschlossen<br />

146 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 147


KULTURTIPP / NIEDERÖSTERREICH<br />

WEGBEGLEITER<br />

eines Ausnahmekünstlers<br />

DIE WUNDERSCHÖNE STADT TULLN AN DER<br />

DONAU HÄLT DIE ERINNERUNG AN IHREN BERÜHM-<br />

TESTEN SOHN IN EHREN: MIT DEM EGON SCHIELE<br />

GEBURTSHAUS AM BAHNHOF, MIT DEM EGON<br />

SCHIELE WEG UND DEM EGON SCHIELE MUSEUM.<br />

Als Egon Schiele am 12. Juni 1890 am<br />

Bahnhof „Tulln an der Donau“ zur<br />

Welt kam, war dieser das Tor zur<br />

Welt. Am Vordach des Bahnsteigs<br />

zeichnete er jene Züge, die sein Vater<br />

als Bahnhofsvorsteher zu dirigieren schien.<br />

Seine Geburtswohnung ist ein interaktives kleines<br />

Museum, das sich mit einem Zwei-Euro-Münzeinwurf<br />

öffnet. Der Rundgang durch Wohnzimmer,<br />

Schlafzimmer, Kinderzimmer und Küche der großbürgerlichen<br />

Wohnung eröffnet ü<strong>be</strong>r Soundduschen<br />

Anekdoten aus Egon Schieles Kindheit.<br />

AUF DEM WEG<br />

Weiter geht es auf dem Egon Schiele Weg ü<strong>be</strong>r den<br />

Friedhof mit dem Familiengrab zum komplett neu gestalteten<br />

Stadtmuseum Tulln mit Virtulleum, Römermuseum<br />

und der Dokumentation zum kaiserlichen<br />

Frauenstift. Die kostenlose Virtulleum-App <strong>be</strong>gleitet<br />

Sie e<strong>be</strong>nfalls durch die Geschichte der Stadt. Der Egon<br />

Schiele Weg führt weiter an die Donaulände.<br />

EIN GEFÄNGNIS FÜR DIE FREIHEIT DER KUNST<br />

Direkt am Donauradweg gegenü<strong>be</strong>r der Donaubühne<br />

ist das ehemalige Bezirksgefängnis von Tulln. Seit<br />

seinem 100. Geburtstag 1990 <strong>be</strong>her<strong>be</strong>rgt es das Egon<br />

Schiele Museum, das sich von Beginn an der Biografie<br />

und dem Frühwerk des Jahrhundertkünstlers widmete.<br />

Anlässlich seines 100. Todestages im Jahr 2018 wurde<br />

es völlig neu aufgestellt. Ein einladend gestalteter Vorplatz<br />

inklusive Kinderspielgeräten führt in das Erdgeschoß<br />

des Gebäudes, das nach dem Motto „Egon Schiele<br />

privat“ in Wohnzimmeratmosphäre eingerichtet ist.<br />

Bildrechte: © Daniel Hinterramskogler, Landessammlungen Niederösterreich, Stadtgemeinde Tulln, Ro<strong>be</strong>rt Herbst, Martina Sie<strong>be</strong>nhandl, Sammlung Gradisch<br />

(BILD OBEN) EGON SCHIELE Sonnenblume I, 1908, Öl auf Leinwand.<br />

(BILD LINKS) Familie , Freunde, Weg<strong>be</strong>gleiter: Zu diesem<br />

Thema gibt es heuer zahlreiche Bilder in der SCHATZKAMMER<br />

des Egon Schiele Museums.<br />

DIE SCHÄTZE DES ANFANGS<br />

Rund ein Dutzend Frühwerke <strong>be</strong>leuchten jedes Jahr in<br />

der sogenannten „Schatzkammer“ ein wichtiges Kapitel<br />

aus Egon Schieles Le<strong>be</strong>n. „Familie, Freunde, Weg<strong>be</strong>gleiter“<br />

ist heuer das Motto von sehr persönlichen<br />

Begegnungen mit seiner Jugendlie<strong>be</strong> Gretl Partonek,<br />

seinen Lehrern Ludwig Karl Strauch und Wolfgang<br />

Pauker, seinen Studienfreunden Anton Peschka und<br />

Hans Massmann, seinem Sammler Heinrich Benesch<br />

oder seinem Förderer Gustav Hermann.<br />

SCHIELE AUF TEXANISCH<br />

Sechs audiovisuelle Stationen im O<strong>be</strong>rgeschoß, <strong>be</strong>i<br />

denen die Originalstimmen seiner Schwestern Melanie<br />

und Gerti Schiele sowie seiner Schwägerin Adele<br />

Harms zu hören sind, zeichnen seinen Le<strong>be</strong>nsweg in<br />

Tulln, Klosterneuburg, Neulengbach, Krems, Wien<br />

und Mühling nach. Eine kleine „Forscherstraße“ sowie<br />

„Schreibtische“ mit Videos und Tondokumenten<br />

ermöglichen eine vertiefende Begegnung mit der charismatischen<br />

Schiele-Forscherin Alessandra Comini.<br />

FACTS<br />

EGON SCHIELE STADT TULLN<br />

Auf den Spuren des Ausnahmekünstlers<br />

EGON SCHIELE MUSEUM:<br />

Donaulände 28<br />

3430 Tulln<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel: +43 (0)2272 64 570<br />

Mail: info@schielemuseum.at<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Dienstag bis Sonntag sowie Feiertage<br />

10.00 – 17.00 Uhr<br />

Montag (außer Feiertag) geschlossen<br />

!<br />

facebook.com/EgonSchieleMuseum<br />

instagram.com/egonschielemuseum<br />

EGON SCHIELE GEBURTSHAUS:<br />

Bahnhofstraße 69<br />

Stiege 1/Top 3<br />

3430 Tulln<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel. +43 (0)2272 690 135<br />

Mail: stadtamt@tulln.gv.at<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Täglich 9.00 – 20.00 Uhr (Apr – Okt),<br />

bzw. 9.00 – 17.00 Uhr (Nov – März)<br />

Aufgrund der aktuellen Einschränkungen im Kultur<strong>be</strong>trieb <strong>be</strong>achten Sie<br />

bitte die Öffnungszeiten der Häuser auf den entsprechenden Websites.<br />

schielemuseum.at / schiele-geburtshaus.at<br />

148 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 149


KULTURTIPP / OBERÖSTERREICH<br />

PANEUM:<br />

Brotgeschichte(n)<br />

entdecken<br />

WEGWEISENDE BAUKUNST TRIFFT IM PANEUM – WUNDERKAMMER<br />

DES BROTES AUF JAHRTAUSENDE ALTE GESCHICHTEN RUND UM<br />

BROT UND BÄCKERHANDWERK. IN DIESER EINZIGARTIGEN ATMO-<br />

SPHÄRE TAUCHEN DIE BESUCHER, SEIT KURZEM AUCH ONLINE<br />

VIRTUELL, IN 9.000 JAHRE MENSCHHEITSGESCHICHTE EIN. VIELFÄL-<br />

TIGE KUNST- UND KULTUROBJEKTE ERWECKEN DIESE ZUM LEBEN.<br />

Die EINZIGARTIGE ARCHITEKTUR des<br />

PANEUM bildet den perfekten Rahmen<br />

für eine der weltgrößten Sammlungen<br />

rund um Brot und Bäckerhandwerk.<br />

DAS PANEUM – WUNDERKAMMER<br />

DES BROTES <strong>be</strong>eindruckt mit<br />

seiner wegweisenden Baukunst<br />

<strong>be</strong>reits von außen.<br />

Die<br />

Edelstahlschindeln<br />

des PANEUM glänzen<br />

<strong>be</strong>i einem Besuch<br />

vor Ort schon von<br />

weitem in der Sonne.<br />

Das architektonisch einzigartige<br />

Gebäude, entworfen von COOP<br />

HIMMELB(L)AU Wolf D. Prix &<br />

Partner, liegt direkt an der Westautobahn<br />

in Asten / St. Florian<br />

<strong>be</strong>i Linz und bietet den idealen<br />

Rahmen für eine der weltgrößten<br />

Sammlungen rund um Brot<br />

und Bäckerhandwerk. Inmitten<br />

dieser wegweisenden Baukunst<br />

sind die einen Zeitraum von 9.000<br />

Jahren umfassenden Kunst- und<br />

Kulturobjekte der Ausstellung<br />

ganz dem wertvollen Le<strong>be</strong>nsmittel<br />

gewidmet. Sie alle zeugen von<br />

der Bedeutung, die Brot in der<br />

Geschichte der Menschheit hatte<br />

und bis heute hat. In einer Kombination<br />

aus Erlebnis und Wissens-<br />

vermittlung reisen Besucher durch<br />

viele Epochen und Kontinente.<br />

BROT UND BÄCKERHANDWERK<br />

ERLEBEN<br />

Auf dem Weg durch die Wunderkammer<br />

tauchen die Besucher in<br />

unterschiedliche Themenwelten ein.<br />

Es ist eine Reise, ausgehend von der<br />

„Erfindung“ des Brotes in der Jungsteinzeit<br />

bis hin zur heutigen Brotvielfalt.<br />

Da<strong>be</strong>i erzählt jedes Objekt<br />

seine einzigartige Geschichte. Einen<br />

ersten Eindruck gibt es seit kurzem<br />

auch online. Eine virtuelle Tour auf<br />

der Website www.paneum.at ermöglicht<br />

es, die Wunderkammer hautnah<br />

von zu Hause aus zu erle<strong>be</strong>n. Klicken<br />

Sie sich vom Eingang im Erdgeschoss<br />

bis in den zweiten Stock und erfahren<br />

Sie spannende Infos ü<strong>be</strong>r zentrale<br />

Ausstellungsstücke. So steigt die Vorfreude<br />

auf einen Besuch!<br />

FACTS<br />

PANEUM<br />

Wunderkammer<br />

des Brotes<br />

STANDORT:<br />

Kornspitzstraße 1,<br />

4481 Asten<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel: +43 7224 8821 400<br />

Mail: empfang@paneum.at<br />

Ü<strong>be</strong>r die SPIRALFÖRMIG ANGELEGTE<br />

TREPPE erschließen Besucher die Wunderkammer<br />

des Brotes – seit Kurzem auch<br />

virtuell unter WWW.PANEUM.AT<br />

www.facebook.com/PANEUMWunderkammer<br />

www.paneum.at<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Mittwoch bis Sonntag:<br />

10.00 – 16.00 Uhr<br />

Feiertags geschlossen<br />

Bitte prüfen Sie vor Ihrem Besuch die<br />

aktuellen Covid-19-Maßnahmen, die<br />

auch die Öffnung <strong>be</strong> treffen können<br />

Bildrechte: © Pillhofer, Backaldrin<br />

150 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

Untere Weißger<strong>be</strong>rstraße 13 | 1030 Wien | Täglich 10:00-18:00 FRÜHJAHR/SOMMER | www.kunsthauswien.com<br />

2021 AQ 151<br />

Elfie Semotan, o. T., Hair Story, New York, 1997 © Elfie Semotan<br />

bis 29.8.21


KULTURTIPP / OBERÖSTERREICH<br />

DER MANN VON<br />

LA MANCHA<br />

auf Schloss Lam<strong>be</strong>rg<br />

MIT DEM ERWERB DER INTERNATIONALEN RECHTE FÜR<br />

DIESES BEGEHRTE MUSICAL SICHERTE SICH INTENDANT<br />

KONS. KARL-MICHAEL EBNER AUCH DIE MUSIKALISCHEN<br />

BEARBEITUNGSRECHTE, DIE ER IN DIE BEWERTEN HÄNDE<br />

DES 2021 MIT DER GOLDENEN SCHALLPLATTE AUSGEZE-<br />

ICHNETEN JANOSKA ENSEMBLES LEGT.<br />

1<br />

2<br />

3<br />

BBei der Besetzung setzt<br />

Intendant Ebner auf internationale<br />

SängerInnen<br />

und junge Talente, die<br />

am Beginn ihrer Karriere<br />

stehen. Gerade dieses Stück eröffnet<br />

die Möglichkeit, Steyr wieder<br />

einmal zum Sprungbrett für die<br />

Musicalstars von morgen werden<br />

zu lassen. In gewohnter Manier<br />

holt das internationale Team durch<br />

ein für Open-Air-Musicals, einzigartiges<br />

Raumklang und Visualkonzept,<br />

Flair und Sound nach Steyr in<br />

den Schlossgra<strong>be</strong>n. Mit geschickten<br />

Arrangements versucht man, den<br />

für den Schlossgra<strong>be</strong>n typischen<br />

Schall zu erzeugen.<br />

2021 - EIN BESONDERES JAHR<br />

Die Landesausstellung OÖ gastiert<br />

mit dem Thema „Ar<strong>be</strong>it / Wohlstand<br />

/ Macht" in der Romantikstadt<br />

Steyr. Eingebunden in diese<br />

Ausstellungsreihe ist das barocke<br />

Schloss Lam<strong>be</strong>rg mit seinen Prunkräumen,<br />

Innenhöfen und dem<br />

Schlossgra<strong>be</strong>n. Das Musikfestival<br />

Steyr spiegelt die Themen der<br />

o<strong>be</strong>rösterreichischen Kulturschau<br />

in seinem Festivalprogramm 2021<br />

hervorragend wider und spannt<br />

den Bogen mit Sonderkonzerten<br />

im Schlosspark. Diese werden von<br />

leichten Speisen und einem <strong>be</strong>sonderen<br />

Spezialprogramm <strong>be</strong>gleitet.<br />

Das Musikfestival Steyr hat schon<br />

<strong>be</strong>reits in der Vergangenheit mehrfach<br />

<strong>be</strong>wiesen, Musicalklassiker<br />

mit Neuen Medien spektakulär inszenieren<br />

und da<strong>be</strong>i die ehrwürdigen<br />

alten Gemäuer des Schlossgra<strong>be</strong>ns<br />

gekonnt und mit viel Respekt<br />

einbinden zu können.<br />

DIE SPIELST ÄTTE<br />

Einge<strong>be</strong>ttet zwischen einer Barockbrücke<br />

und den Getreidespeichern<br />

des Schlosses <strong>be</strong>findet sich der<br />

Spielort des jährlichen Musikfestivals<br />

Steyr. Der Schlossgra<strong>be</strong>n, der<br />

für gewöhnlich als Steinbockgehege<br />

genutzt wird, wird nach rund zweimonatiger<br />

Aufbauar<strong>be</strong>it zur Bühne<br />

und Zuschauerraum für bis zu 900<br />

Personen adaptiert. Das Zuschauer-<br />

Raumkonzept mit Bistrotischen und<br />

dem dazugehörigen Getränkeservice<br />

wird nach positiven Resonanzen<br />

des Publikums auch im Jahr 2021<br />

ü<strong>be</strong>rnommen und sorgt für rund<br />

550 Sitzplätze im Schlossgra<strong>be</strong>n.<br />

FACTS<br />

MUSIKFESTIVAL<br />

STEYR<br />

Der Mann von La Mancha<br />

STANDORT:<br />

Schlossgra<strong>be</strong>n,<br />

Blumauergasse 4,<br />

4400 Steyr<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel: +43 7252/53229-0<br />

Mail: office@musikfestivalsteyr.at<br />

www.facebook.com/MusikfestivalSteyr<br />

www.musikfestivalsteyr.at<br />

(1) SCHLOSSGRABEN 2020<br />

mit Bistro<strong>be</strong>stuhlung<br />

(2) KARL-MICHAEL EBNER,<br />

Sancho Pansa (links) und<br />

HERBERT LIPPERT, Don<br />

Quichote (rechts)<br />

(3) KARL-MICHAEL EBNER,<br />

Intendant<br />

TERMINE 2021:<br />

Do. 22. Juli, Fr. 23. Juli, Sa. 24. Juli,<br />

Do. 29. Juli, Fr. 30. Juli, Mi. 4. Aug.,<br />

Fr. 6. Aug., Sa. 7. Aug., So. 8. Aug.<br />

ZEITEN:<br />

Beginn um 20.30 Uhr,<br />

Saaleinlass ab 19.30 Uhr<br />

Bildrechte: © Musikfestival Steyr<br />

152 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021 www.art-quarterly.com<br />

www.art-quarterly.com<br />

FRÜHJAHR/SOMMER 2021 AQ 153


KULTURTIPP / BURGENLAND<br />

PAUSEN-<br />

STIMMUNG und<br />

köstliche Speisen<br />

erwarten Sie im<br />

Restaurantzelt<br />

im Schlosshof.<br />

WOLFGANG<br />

BÖCK lädt alle<br />

Automobil-<br />

Liebha<strong>be</strong>r<br />

herzlich zur<br />

Oldtimer-Nostalgiefahrt<br />

ein.<br />

RENAISSANCE-<br />

ROMANTIK im<br />

Schlosshof mit<br />

Blick auf die<br />

historische<br />

Kapelle.<br />

Schloss-Spiele<br />

KOBERSDORF<br />

2021<br />

Die Schloss-Spiele Ko<strong>be</strong>rsdorf<br />

gehören zu<br />

den Freiluft-Spielstätten<br />

mit langer Tradition:<br />

Seit 1972 finden<br />

im Arkadenhof des mittelburgenländischen<br />

Renaissanceschlosses<br />

Theatervorstellungen statt. Anerkannter<br />

Ruf, professionelle Schauspielkunst<br />

und hervorragende<br />

Auslastungszahlen ha<strong>be</strong>n dieser<br />

Bühne einen etablierten Standpunkt<br />

im sommerlichen Theaterprogramm<br />

gesichert. Wolfgang<br />

Böck ist seit Okto<strong>be</strong>r 2003 für die<br />

künstlerische Leitung verantwortlich<br />

und auf der Bühne als Schauspieler<br />

zu sehen.<br />

"AUSSER KONTROLLE"<br />

von Ray Cooney<br />

In der erfolgreichsten Boulevardkomödie<br />

der jüngeren Theatergeschichte<br />

schlüpft Intendant<br />

Wolfgang Böck in die Rolle eines<br />

Staatsministers, der sich mit seinem<br />

leidensfähigen Sekretär von<br />

einer Lüge in die nächste flüchtet.<br />

Da<strong>be</strong>i gerät die Lage rasch außer<br />

Kontrolle. Getränkt von britischem<br />

Humor entfaltet sich eine Kettenreaktion<br />

an Katastrophen.<br />

Es spielen: Wolfgang Böck, Wolf<br />

Bachofner, Hemma Clementi, Markus<br />

Freistätter, Alexander Jagsch,<br />

Daniel Ke<strong>be</strong>rle, Michael Reiter, Barbara<br />

Spitz und Nanette Waidmann,<br />

Regie führt Andy Hallwaxx.<br />

OLDTIMER-FAHRT<br />

Liebha<strong>be</strong>r historischer Automobile<br />

verbinden einen Vorstellungs<strong>be</strong>such<br />

mit einer touristischen<br />

Ausfahrt. Intendant Wolfgang<br />

Böck wird da<strong>be</strong>i die Spitze des<br />

Konvois mit einem Jaguar Richtung<br />

Ko<strong>be</strong>rsdorf anführen. Am<br />

Ziel angekommen bleibt genügend<br />

Zeit für gepflegtes Speisen<br />

im romantischen Schlossgarten,<br />

ehe die Vorstellung <strong>be</strong>ginnt.<br />

FACTS<br />

SCHLOSS-SPIELE<br />

KOBERSDORF 2021<br />

Außer Kontrolle<br />

SPIELZEIT:<br />

6. Juli (Premiere) bis 1. August<br />

Donnerstag bis Sonntag<br />

STANDORT:<br />

Schloss Ko<strong>be</strong>rsdorf,<br />

7332 Ko<strong>be</strong>rsdorf<br />

KARTENSERVICE:<br />

Tel: +43 2682 719-8000<br />

Mail: schloss-spiele@ko<strong>be</strong>rsdorf.at<br />

facebook.com/schloss.spiele.ko<strong>be</strong>rsdorf<br />

www.schlossspiele.com<br />

Oldtimer-Fahrt<br />

TREFFPUNKT:<br />

Sonntag, 25. Juli,<br />

ab 14.30 Uhr<br />

STANDORT:<br />

Bucklige Welt,<br />

2822 Bad Erlach<br />

Bildrechte: ©Viktor Fertsak, Werner Endtmayr, David Anselgru<strong>be</strong>r<br />

JETZT MIT<br />

VIRTUELLEM<br />

RUNDGANG<br />

Ab sofort können Sie das PANEUM so oft und so lange <strong>be</strong>suchen,<br />

wie Sie es möchten! Erle<strong>be</strong>n Sie <strong>be</strong>i einem virtuellen Rundgang<br />

die Wunderkammer des Brotes und ihre 1000 Meisterstücke aus<br />

9000 Jahren Brot- und Menschheitsgeschichte.<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Immer aktuell unter: www.paneum.at<br />

WEITERE INFORMATIONEN:<br />

PANEUM – Wunderkammer des Brotes<br />

Kornspitzstraße 1 / 4481 Asten / Österreich<br />

154 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021<br />

www.art-quarterly.com


KULTURTIPP / KÄRNTEN<br />

SUSE KRAWAGNA – FRANCO KAPPL<br />

1<br />

2<br />

AUF ZU<br />

NEUEM<br />

DAS MUSEUM MODERNER KUNST KÄRNTEN PRÄSENTIERT<br />

EINE AUSSTELLUNG, IN DER ZWEI HERVORRAGENDE<br />

ÖSTERREICHISCHE POSITIONEN AKTUELLER ZEIT-<br />

GENÖSSISCHER MALEREI VORGESTELLT WERDEN.<br />

B<br />

eide zählen zur sel<strong>be</strong>n<br />

Generation, <strong>be</strong>ide sind<br />

in Klagenfurt geboren,<br />

Suse Krawagna 1964<br />

und Franco Kappl 1961.<br />

Beide ha<strong>be</strong>n in den 1980er-Jahren<br />

an der Akademie der bildenden<br />

Künste in Wien <strong>be</strong>i Professor Arnulf<br />

Rainer und anschließend, ab 1988,<br />

am Royal College of <strong>Art</strong> in London<br />

studiert. Heute le<strong>be</strong>n und ar<strong>be</strong>iten<br />

<strong>be</strong>ide Künstler*innen in Wien und<br />

zeitweilig in Kärnten.<br />

Bildnerisch <strong>be</strong>wegen sich <strong>be</strong>ide Maler*innen<br />

im Bereich des Abstrakten.<br />

Suse Krawagnas Werke, die sich<br />

einer reduktiven, minimalistischen<br />

Sprache <strong>be</strong>dienen, sind inspiriert<br />

durch visuelle Phänomene der Gegenstandswelt,<br />

durch Eindrücke,<br />

die am realen Gegenü<strong>be</strong>r gewonnen<br />

werden und die, isoliert am Terrain<br />

der Leinwand, in abstrakten Kompositionen<br />

seriell entwickelt, zu autonomen<br />

malerischen Werken avancieren.<br />

Franco Kappl <strong>be</strong>wegt sich<br />

malerisch im gestisch-abstrakten<br />

Feld, das von vorne herein, ohne jede<br />

Beziehung zu gegenständlichen Dingen,<br />

an ausschließlich bildnerischen<br />

Kategorien orientiert ist. In den Ergebnissen<br />

– die sich grundsätzlich<br />

durch ihre Unikalität auszeichnen<br />

und sich rein formal-ästhetisch deutlich<br />

voneinander unterscheiden –<br />

treffen die <strong>be</strong>iden unterschiedlichen<br />

künstlerischen Ansätze auf der inhaltlichen<br />

E<strong>be</strong>ne, in der Erprobung<br />

der vielfältigen malerischen Möglichkeiten<br />

von Far<strong>be</strong> und Form und<br />

der Exploration des Verhältnisses<br />

von Figur und Grund sowie von Fläche<br />

und Raum in unterschiedlichen<br />

Strategien von Konstanz und Varianz,<br />

dennoch wieder zusammen.<br />

Die Ausstellung soll einen umfassenden<br />

Ü<strong>be</strong>rblick ü<strong>be</strong>r das<br />

Schaffen <strong>be</strong>ider Kärntner Künstler*innen<br />

vermitteln sowie die<br />

einzelnen Positionen für sich eindrücklich<br />

in ihren Charakteristiken<br />

und Spezifika darstellen und<br />

– im Gegenü<strong>be</strong>r mit dem Differenten<br />

konfrontiert – unterstreichen.<br />

(1) SUSE KRAWAGNA, o. T., 2018, Acryl und Marker auf Leinwand (2)<br />

FRANCO KAPPL, o. T., 2020, Acryl auf Leinwand<br />

FACTS<br />

MMKK<br />

Suse Krawagna – Franco Kappl<br />

STANDORT:<br />

Burggasse 8,<br />

9021 Klagenfurt am Wörthersee<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel: +43 50 536 34112<br />

Mail: office.museum@ktn.gv.at<br />

www.mmkk.at<br />

LAUFZEIT:<br />

27. Mai bis 29. August 2021<br />

ERÖFFNUNG:<br />

Mittwoch, 26. Mai 2021, 19.00 Uhr<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Dienstag bis Sonntag<br />

10.00 – 18.00 Uhr<br />

Donnerstag: 10.00 – 20.00 Uhr<br />

Bildrechte: © Museum Moderner Kunst Kärnten<br />

DREI JAHRZEHNTE VON SCHIELE<br />

BIS SCHLEGEL AUS PRIVATBESITZ<br />

BIS 06. 02. 2022<br />

lgnoe.at<br />

Egon Schiele, Frontale Ansicht eines Frauentorsos mit<br />

dickem Bauch (Detail), 1910, Sammlung E. und H. H.<br />

156 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021<br />

www.art-quarterly.com


KULTURTIPP / KÄRNTEN<br />

DOMA DAHEIM<br />

Karlheinz Fessl Werner Berg<br />

1 2<br />

3<br />

KULTURTIPP / KÄRNTEN<br />

4<br />

Museum im<br />

LAVANTHAUS<br />

Wolfs<strong>be</strong>rg<br />

DEM MALER WERNER BERG (1904-1981) WIDMET DIE<br />

STADT BLEIBURG SEIT 1968 EIN MUSEUM, WELCHES ZU<br />

EINEM ANZIEHUNGSPUNKT FÜR KUNSTLIEBHABER AUS<br />

DER GANZEN WELT GEWORDEN IST.<br />

B<br />

ei den jährlich wechselnden<br />

Ausstellungen<br />

wird stets versucht<br />

einen thematischen<br />

Dialog zwischen dem<br />

Werk Werner Bergs und der jeweiligen<br />

Sonderausstellung zu<br />

finden. Die Kunst Werner Bergs<br />

wird so auch für den wiederholten<br />

Besucher unter ständig neuen<br />

Gesichtspunkten erlebbar.<br />

Die Ausstellung „doma/daheim<br />

– unterwegs zu den Kärntner Sloweninnen<br />

und Slowenen“ zeigt<br />

Porträts von Menschen, deren<br />

Sprache selbstverständlicher Bestandteil<br />

Kärntens ist. Sie „vor den<br />

Vorhang zu holen“ ist Ziel der Gegenü<strong>be</strong>rstellung<br />

von Werken der<br />

Fotokunst Karlheinz Fessls mit<br />

vielen Ölbildern und Holzschnitten<br />

Werner Bergs. Multimedial<br />

präsentiert ergibt die Fülle der<br />

Einzeldarstellungen ein vielfältiges<br />

Gesamtbild.<br />

So wird die Ausstellung zur logischen<br />

Fortsetzung der äußerst erfolgreichen<br />

Präsentation „Manfred<br />

Deix trifft Werner Berg“ und ist<br />

wieder Teil der vielen pandemie<strong>be</strong>dingt<br />

auch 2021 stattfindenden<br />

Jubiläumsprojekte CARINTHIja<br />

2020. Nach der ü<strong>be</strong>rspitzten Sicht<br />

der Karikatur, die zum Nach- und<br />

Ü<strong>be</strong>rdenken regionaler Eigenheiten<br />

führte, steht nun die bildhafte<br />

Dokumentation zahlreicher durch<br />

Region, Geschichte und Sprache<br />

verbundener einzelner Menschen<br />

im Fokus des Projektes – sei es<br />

im aktuellen Foto oder im – heute<br />

<strong>be</strong>reits eine vergangene Zeit festhaltenden<br />

– künstlerischen Werk.<br />

Großflächige Fassadengestaltungen<br />

erweitern die Ausstellung in<br />

die Innenstadt.<br />

Der Skulpturengarten des Museums<br />

zeigt „Sprachbilder“ von<br />

Werner Hofmeister.<br />

(1) KARLHEINZ FESSL,<br />

Kristina Mešnik (2)<br />

WERNER BERG, Magd<br />

mit Lamm, 1936 (3)<br />

KARLHEINZ FESSL, Ana<br />

Šikoronja-Martines (4)<br />

WERNER BERG, Selbst,<br />

1929<br />

FACTS<br />

WERNER BERG<br />

MUSEUM<br />

BLEIBURG | PLIBERK<br />

doma | daheim<br />

STANDORT:<br />

10. Okto<strong>be</strong>r Platz 4<br />

9150 Bleiburg<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel: +43 4235 2110-27<br />

Mail: bleiburg.museum@ktn.gde.at<br />

www.doma-daheim.at<br />

www.werner<strong>be</strong>rg.museum<br />

LAUFZEIT:<br />

01. Mai bis 31. Okto<strong>be</strong>r 2021<br />

ERÖFFNUNG:<br />

Freitag, 30. April 2021, 19 Uhr<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Dienstag bis Sonntag<br />

10.00 – 18.00 Uhr<br />

Bildrechte: © Werner Berg Museum, Karlheinz Fessl<br />

Bildrechte: © Museum im Lavanthaus<br />

DAS MUSEUM IM LAVANTHAUS, TRÄGER DES ÖSTERREICHISCHEN MUSEUMSGÜTESIEGELS, IST DAS REGIONAL-<br />

MUSEUM DES LAVANTTALES UND VERSTEHT SICH ALS EINE PLATTFORM DES WISSENS DER REGION.<br />

So wird das Lavanttal in seiner Vielfalt gezeigt: 15 Themenmodule<br />

in der Dauerpräsentation bieten mit zahlreichen<br />

multimedialen Stationen sowie wechselnden Sonderausstellungen<br />

die Möglichkeit, sich mit der Region und<br />

ihren Inhalten zu <strong>be</strong>schäftigen. Fossilien und Mineralien,<br />

Stadtgeschichte, Volkskunde sowie Literatur zeugen von der wechselvollen<br />

Geschichte der Region und laden zu ü<strong>be</strong>rraschenden Entdeckungen<br />

ein. Da finden sich Zähne von Haifisch und Hundebär<br />

e<strong>be</strong>nso wie römische Pfeilspitzen, Filmpreise von Maximilian Schell<br />

oder die Schreibmaschine der österreichischen Schriftstellerin Christine<br />

Lavant. Zahlreiche Inhalte werden mit Unterstützung von Leihge<strong>be</strong>rn<br />

und Experten aus der Region sowie von Kooperationspartnern<br />

anderer Bildungsinstitutionen wissenschaftlich auf<strong>be</strong>reitet. Die<br />

umfangreiche Themenvielfalt stellt den Leitgedanken des Museums<br />

dar. Das engagierte Team freut sich, Sie im Rahmen einer Führung<br />

durch das Museum zu <strong>be</strong>gleiten.<br />

STADTFÜHRUNGEN<br />

Das Museum ist nahe der historischen Altstadt Wolfs<strong>be</strong>rgs gelegen.<br />

Bei einem <strong>be</strong>gleiteten Spaziergang werden Sie auf die schönsten<br />

Plätze der Stadt und einzigartigen Kapitel in Wolfs<strong>be</strong>rgs Vergangenheit<br />

aufmerksam gemacht. Die Altstadt ist zwischen dem<br />

Schloss Wolfs<strong>be</strong>rg und der Lavant, dem namensge<strong>be</strong>nden Fluss<br />

des Tales, gelegen. Teile der mittelalterlichen Stadtmauer ha<strong>be</strong>n<br />

sich am Schloss<strong>be</strong>rg und am Rossmarkt erhalten. 752 Jahre lang<br />

war Wolfs<strong>be</strong>rg bam<strong>be</strong>rgisch: An diese Zeit erinnert im Stadtbild<br />

das Paurische Haus, es zählt zu den ältesten erhaltenen Gebäuden<br />

und war Amtssitz des bam<strong>be</strong>rgischen Verwalters. In unmittelbarer<br />

Nähe steht der Reckturm und erinnert heute daran, dass der Stadt-<br />

richter Todesurteile aussprechen durfte. Von hier führt der Weg hinauf<br />

zum Schloss Wolfs<strong>be</strong>rg, welches im Stil englischer Tudorgotik<br />

errichtet wurde, und hinab zur spätromanischen Stadtpfarrkirche<br />

St. Markus. Im 72 Meter hohen Turm führen 141 Stufen nach o<strong>be</strong>n<br />

zur ehemaligen Wohnung des Türmers. Die Aussichtsgalerie des<br />

Turmes, 33 Meter ü<strong>be</strong>r der Stadt, ermöglicht einen Panoramablick<br />

ü<strong>be</strong>r Wolfs<strong>be</strong>rgs Dachlandschaft bis hin zu den Gipfeln der Saualpe.<br />

FACTS<br />

MUSEUM<br />

IM LAVANTHAUS<br />

STANDORT:<br />

St. Michaeler Straße 2<br />

9400 Wolfs<strong>be</strong>rg<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel: +43 52 537 333<br />

Mail: museum@wolfs<strong>be</strong>rg.at<br />

Anmeldung zur Stadtführung<br />

erfolgt ü<strong>be</strong>r das Museum.<br />

facebook.com/museumimlavanthaus<br />

instagram.com/museumimlavanthaus<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Mai – Okto<strong>be</strong>r<br />

Mi – So: 10.00 – 17.00 Uhr<br />

Mo & Di geschlossen<br />

Novem<strong>be</strong>r – April<br />

Mi – Sa: 10.00 – 16.00 Uhr<br />

Mo, Di und an Feiertagen<br />

geschlossen<br />

www.museum-lavanthaus.at<br />

158 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021<br />

www.art-quarterly.com


KULTURTIPP / TIROL<br />

NEU IN DER<br />

MUSIK-<br />

SAMMLUNG<br />

EIN ÜBER 200 JAHRE ALTER<br />

HAMMERFLÜGEL VON<br />

JOHANN GEORG GRÖBER<br />

DIESE NEUIGKEITEN KLIN-<br />

GEN HERVORRAGEND: DIE<br />

INSTRUMENTENSAMMLU-<br />

NG DER TIROLER LANDES-<br />

MUSEEN WURDE UM EIN<br />

BESONDERES OBJEKT<br />

BEREICHERT. EIN WERT-<br />

VOLLER HAMMERFLÜGEL<br />

VON JOHANN GEORG<br />

GRÖBER WURDE AUS<br />

PRIVATBESITZ ERWORBEN.<br />

Johann Georg Grö<strong>be</strong>r (1775-<br />

1849) gilt als <strong>be</strong>deutendster<br />

Tiroler Klavierbauer der<br />

ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.<br />

Seine Instrumente<br />

sind in führenden Sammlungen<br />

weltweit vertreten und aufgrund<br />

ihrer handwerklichen Qualität und<br />

ihrer Klangschönheit gefragt. Der<br />

Flügel, der nun für die Tiroler Landesmuseen<br />

erwor<strong>be</strong>n werden konnte,<br />

weist alle Merkmale von Grö<strong>be</strong>rs<br />

Meisterschaft auf. Er wurde auch in<br />

neuerer Zeit nie restauriert und ist<br />

daher in den wesentlichen Teilen erstaunlich<br />

original und sehr gut erhalten.<br />

Das Museumsstück ist eines der<br />

frühesten noch erhaltenen Klaviere<br />

Grö<strong>be</strong>rs, die Ausstattung mit sechs<br />

Pedalen deutet auf eine Entstehungszeit<br />

um 1815 hin. Eines der Pedale<br />

löst den sogenannten „Janitscharenzug“<br />

aus, wodurch ein perkussiver<br />

Klang erzeugt wird, der die Schlaginstrumente<br />

(Trommeln, Becken) der<br />

sogenannten „türkischen Musik“<br />

nachahmt.<br />

Ein weiterer Hammerflügel Grö<strong>be</strong>rs,<br />

der sich seit Jahrzehnten im Eigentum<br />

der Tiroler Landesmuseen<br />

<strong>be</strong>findet und erst kürzlich grund-<br />

160 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021<br />

legend restauriert wurde, repräsentiert<br />

einen späteren Typus. Er<br />

wurde um 1830 gebaut und unterscheidet<br />

sich deutlich von dem nun<br />

erwor<strong>be</strong>nen Instrument. Das zeigt,<br />

wie schnell die Entwicklungen im<br />

Klavierbau in der ersten Hälfte des<br />

19. Jahrhunderts voranschritten.<br />

Beiden gemeinsam ist die herausragende<br />

Qualität der Furnier- und<br />

Tischlerar<strong>be</strong>iten, die ein Markenzeichen<br />

Grö<strong>be</strong>rs darstellt.<br />

INTERNATIONAL BEDEUTENDER<br />

TIROLER INSTRUMENTENBAUER<br />

Johann Georg Grö<strong>be</strong>r wurde in<br />

Pettneu am Arl<strong>be</strong>rg geboren und<br />

ab 1802 <strong>be</strong>i dem renommierten Klavier-<br />

und Orgelbauer Ignaz Ko<strong>be</strong>r<br />

in Wien ausgebildet. Gegen den<br />

Widerstand des in Innsbruck ansässigen<br />

Klavier- und Orgelbauers<br />

Joseph Fuchs ließ sich Grö<strong>be</strong>r 1806,<br />

nachdem er seine Lehrzeit <strong>be</strong>endet<br />

hatte, in Innsbruck nieder. Hier etablierte<br />

er sich rasch als fähiger Klaviermacher<br />

und orientierte sich eng<br />

an den modernsten Wiener Bautypen.<br />

Seine Instrumente <strong>be</strong>finden<br />

sich heute in <strong>be</strong>deutenden Sammlungen<br />

auf der ganzen Welt.<br />

www.art-quarterly.com<br />

FACTS<br />

TIROLER<br />

LANDESMUSEEN<br />

STANDORT:<br />

Museumstraße 15,<br />

6020 Innsbruck<br />

INFORMATIONEN:<br />

Tel: +43 512 594 89-111<br />

Mail: info@tiroler-landesmuseen.at<br />

facebook.com/TirolerLandesmuseen<br />

instagram.com/tirolerlandesmuseen<br />

ÖFFNUNGSZEITEN:<br />

Dienstag bis Sonntag:<br />

10.00 – 18.00 Uhr<br />

Bibliothek:<br />

Dienstag bis Freitag:<br />

10.00 – 17.00 Uhr<br />

www.tiroler-landesmuseen.at<br />

Bildrechte: © TLM/Daniel Jarosch<br />

DEFREGGER<br />

MYTHOS – MISSBRAUCH – MODERNE<br />

BIS 16.5. IM FERDINANDEUM<br />

tiroler-landesmuseen.at


DESTINATION<br />

Erste Reihe fußfrei<br />

am See<br />

WENN DAS NICHT ROMANTISCH IST?<br />

WER SEIN URLAUBSGLÜCK IN DIE<br />

HÄNDE VON FAMILIE KOLLER IN IHREM<br />

HOTEL KOLLERS AM MILLSTÄTTER SEE<br />

LEGT, DER VERGISST DEN SOMMER<br />

NICHT SO SCHNELL.<br />

Das Genussrefugium liegt direkt am glasklaren<br />

See – und genau der bietet den<br />

Hotelgästen prickelnde „So-soll-es-blei<strong>be</strong>n“<br />

Momente. Wenn a<strong>be</strong>nds das hoteleigene<br />

Motorboot dem Sonnenuntergang<br />

entgegen saust (die Flasche Champagner ist<br />

natürlich mit an Bord) oder zwei seelenruhig mit<br />

dem Segelboot ü<strong>be</strong>r den See gleiten (der Steuermann<br />

hat den Picknickkorb mit da<strong>be</strong>i), dann geht<br />

das Sommer-Feeling unter die Haut.<br />

hausdermusik.com<br />

mozarthausvienna.at<br />

kunsthauswien.com<br />

jmw.at<br />

Der „POTO“ ist das aufwändig restaurierte<br />

Oldtimer-Schiff der KOLLERs. Damit unternehmen<br />

Hotelgäste exklusive Ausfahrten oder verbringen erinnerungswürde<br />

Stunden zu zweit auf „hoher See“.<br />

Sonnenan<strong>be</strong>ter verlegen die See-Wellness auf das Sonnendeck<br />

des Relax-Schiffs „MS KOLLERs Swan“<br />

und wiegen sich in Ruhe und Stille unter dem Sommerhimmel.<br />

Das kann nur noch ein „Dinner for 2“<br />

auf der schwimmenden Palmeninsel toppen: mit<br />

Aperitif am Strand, Butler und einem festlich gedeckten<br />

Tisch im „Restaurant für 2“ mitten am See.<br />

Für das Sie<strong>be</strong>n-Gänge-Gourmetmenü wird jeder<br />

Gang frisch zu<strong>be</strong>reitet und von dem Butler per Boot<br />

serviert. Morgens die Augen aufschlagen und auf<br />

den See schauen, das hat was. Die luxuriöse Bootshaus-Suite<br />

mit offenem Kamin, Dampfbad und privater<br />

Sonnenterrasse ist dem See ganz nah. Wie alles<br />

im KOLLERs nimmt auch das SPA den See ins Visier.<br />

Im modernen Sauna-Kubus relaxen Hotelgäste mit<br />

Panoramablick auf das Wasser und in die Berge. Das<br />

130 m² große Seebad mit Trinkwasserqualität wird<br />

ganzjährig mit Energie aus ressourcenschonenden,<br />

erneuerbaren Energiequellen auf 28 Grad erwärmt.<br />

Der e<strong>be</strong>nfalls energieeffizient <strong>be</strong>trie<strong>be</strong>ne Außenpool<br />

bietet Luftsprudelliegen und Massagekör<strong>be</strong> im 32<br />

Grad warmem Wasser. Hochwirksame Vinoble-<br />

Kosmetik<strong>be</strong>handlungen entfalten ihr „Schönheitspotenzial“<br />

und Spezial-Massagen <strong>be</strong>le<strong>be</strong>n und entspannen.<br />

KOLLERs SPA ist mit drei Relax Guide-<br />

Lilien ausgezeichnet.<br />

5<br />

HOTEL KOLLERS<br />

ANREISE:<br />

A-9871 Seeboden am Millstätter See,<br />

Seepromenade 2–4<br />

INFORMATION:<br />

Tel. +43 4762/82000<br />

Mail: info@kollers.at<br />

www.kollers.at<br />

Fotografie: © Kollers Hotel<br />

mehr<br />

neug er<br />

MUSEEN erforschen –<br />

Kultur hautnah erle<strong>be</strong>n.<br />

Die vier Museen der Wien Holding – das Mozarthaus<br />

Vienna, das Kunst Haus Wien, das Jüdische Museum<br />

Wien und das Haus der Musik – machen Kunst und Kultur<br />

auf eine ganz <strong>be</strong>sondere Weise erlebbar. Tickets erhältlich<br />

<strong>be</strong>i www.wien-ticket.at oder direkt <strong>be</strong>i den Museen.<br />

www.wienholding.at<br />

© HdM/Rudi Froese, Paul Bauer, David Peters, Klaus Pichler<br />

wecken.<br />

162 AQ FRÜHJAHR/SOMMER 2021<br />

www.art-quarterly.com


LENNY KRAVITZ<br />

YSLBEAUTY.COM<br />

Y, L’EAU DE PARFUM & THE NEW INTENSITY

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