scania bewegt 2009-01

scania.de

scania bewegt 2009-01

Das Scania Magazin 1.2009 www.scania.de

40 Jahre V8-Motor

Die Legende

lebt

Technik

spEktakulärEr

HiMMElsliFt

Seite 10

BEWEGT

FaHrEndE

MüHlE

Ein technischer

Leckerbissen

nacHrüstung

Partikelfilter

spart Maut

assistancE

Helfer in Not

Porträt

Ein Bus spiElt in

dEr BundEsliga

Seite 18

1


Scania. Der Maßstab.

Scania ist ein Versprechen: modernste Technologie, bestechende Qualität, hohe Wirtschaftlichkeit,

maßgeschneiderte Serviceleistungen. Lösungen, die Maßstäbe setzen. Heute und in

Zukunft. Daran arbeiten wir. Mit Leidenschaft. Mit starken Ideen.

Mit einer klaren Vision.

Scania. Immer an Ihrer Seite.

www.scania.de

INHALT

ScANIA bewegT 1.2009

12 Feldmühle mit V8-Power

Andreas Feldevert bietet den Landwirten im Münsterland

einen außergewöhnlichen Service.

14 Gebrauchte Scania zum fairen Preis

Insbesondere in Krisenzeiten können Gebrauchte für so

manchen Unternehmer eine Überlegung wert sein.

24 Bei Wind und Wetter

Seit Jahren ein erfolgreicher Nothelfer –

die Scania Assistance in Koblenz.

24

Außerdem

Nachrichten: Das Neueste aus der Scania Welt Seite 4

Hintergrund: Was die Physik mit der Ladung macht Seite 16

Porträt: Transportunternehmer Josef Hofinger Seite 22

Service: Gewinnspiel sowie Gewinner Seite 26

12

14

„Moderne Technologien

helfen der Umwelt und

dem Geldbeutel.“

Christian Teichmann,

Direktor Verkauf Lkw

Scania Deutschland Österreich

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Impressum

SCANIA bewegt · 12. JAhrgANg · 1. AuSgAbe · ISSN 1867-3104

herausgeber

Scania Deutschland GmbH

Verantwortlich für

den herausgeber

Mikael Lundqvist

Anschrift

Redaktion SCANIA BEWEGT

c/o Scania Deutschland GmbH

Sieglinde Michaelis

August-Horch-Str. 10,

D-56070 Koblenz

Telefon: 02 61/8 97-2 08

Telefax: 02 61/8 97-4 05

Deutsche Internetadresse

www.scania.de

realisation/Projektleitung

Paul Göttl

paul.goettl@etmservices.de

ETMservices – Ein Geschäftsbereich

des ETM Verlags

Verlag

EuroTransportMedia Verlag

Handwerkstraße 15

70565 Stuttgart

Telefon: 07 11/7 84 98-80

Telefax: 07 11/7 84 98-0

Internet

www.etm-verlag.de

redaktion

Paul Göttl

Autoren dieser Ausgabe

Jan Bergrath, Alexander

Farnsworth, Matthias Gaul,

Joachim Geiger, Martin Heying,

Ralf Johanning, Per-Erik

Nordström

Editorial

DIe wIrtSChAFtSkrISe hAt uNS erFASSt und viele

Unternehmer stehen in diesem Jahr vor der Herausforderung, den

Betrieb sicher durch diese schwierigen Zeiten zu steuern. Dazu

braucht es beispielsweise effizientes Kostenmanagement, aber auch

Augenmaß und moderne umweltschonende Technologien. Mit allem

können wir dienen. Lkw von Scania sind als Kraftstoff sparend bekannt,

viele unabhängige Tests belegen das. Kein Wunder, denn unsere

Euro 5-Motoren sind auf dem neuesten Stand der Entwicklung. Seit

Kurzem können aber auch ältere Lkw grüner werden, wenn man

sie mit Rußpartikelfiltern umrüstet. Das wirkt sich nicht nur auf die

Umwelt aus, sondern auch direkt auf die Mautkosten. Infos hierzu

finden Sie in dieser Ausgabe. Scania hat aber noch mehr zu bieten: So

erklären wir in unserem Experteninterview auf Seite 14, für wen gute

gebrauchte Lkw das Mittel der Wahl sind. Und wir berichten über das

De-Minimis-Programm, mit dem die BAG Speditionsunternehmen

fördert – übrigens auch die Nachrüstung mit Partikelfiltern.

trotz Der SChwereN zeIt gibt es aber auch noch etwas zu

feiern. Der legendäre V8-Motor von Scania wird 40 Jahre alt. Konsequent

haben die Scania Ingenieure dieses Aggregat seit der Erstauflage

im Jahr 1969 weiterentwickelt und zu einem der effizientesten

Motoren gemacht. Lesen Sie die spannende Geschichte des V8, der

Mythos ist – und untrennbar mit dem King of the Road verbunden.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit diesen und weiteren Themen aus

unserer Nutzfahrzeugbranche!

ChrIStIAN teIChmANN

grafik und Produktion

Stephanie Tarateta

Anzeigen

Oliver Trost

Telefon: 07 11/7 84 98-79

oliver.trost@etmservices.de

Fotos

Tue Beijer, Jan Bergrath,

Matthias Gaul, Joachim Geiger,

Martin Heying, Scania Archiv

Druck

Dierichs Druck + Media

GmbH & Co. KG, 34121 Kassel

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, und elektronische Verarbeitung nur mit

ausdrücklicher Genehmigung von Scania Deutschland. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und

Bilder übernimmt die Redaktion keine Haftung.

www.scania.de 1.2009 • SCANIA BEWEGT


Nachrichten

Image Award

für Scania

Scania hat beim 4. Image-Ranking der Fachzeitschrift

Verkehrsrundschau in der Kategorie Importeure Lkw den

ersten Platz erzielt und zieht damit als Sieger an den anderen

Lkw-Importeuren vorbei. Mit 752 Punkten konnte sich die

Marke mit dem Greif im Logo mit nur geringem Punkteabstand

hinter den beiden deutschen Mitbewerbern behaupten.

„Dass Scania eine starke Marke ist, sagen uns immer

wieder zahlreiche Kunden und Fahrer und wir freuen uns,

dass auch die befragten Fuhrparkentscheider dieses Image

bestätigen“, freut sich Christian Teichmann, Direktor Verkauf

Lkw Scania Deutschland Österreich. „Es macht uns stolz,

dass wir auch in diesem Jahr wieder Platz 1 bei den Lkw-

Importeuren erzielen konnten.“

Aus den Händen von VDIK-Präsident Volker Lange

nimmt Christian Teichmann, Scania Deutschland

Österreich, den Image Award entgegen (v. li.).

Zuschüsse vom BAG

Im Rahmen des De-Minimis-Förderprogramms

und des Aus- und Fortbildungsprogramms stellt das

Bundesamt für Güterverkehr (BAG) 2009 insgesamt

356 Millionen Euro Fördergelder für Unternehmen zur Verfügung,

die mit schweren Lkw (mindestens zwölf Tonnen

Gesamtgewicht) gewerblichen Güter- oder Werkverkehr

nach §1 des Güterkraftverkehrsgesetzes betreiben. Der

Bund fördert unter anderem die Ausbildung zum Berufskraftfahrer

sowie den Erwerb der Führerscheinklasse CE

und zahlreiche Schulungen. Weitere Fördermittel können

Unternehmen über das De-Minimis-Programm beantragen

wie beispielsweise für Fahrerassistenzsysteme,

den Einbau von Abgasnachbehandlungssystemen, aber

auch Dinge, die dem Fahrerkomfort zugutekommen wie

Kühlschränke im Fahrzeug. Die Unternehmen können je

nach Fuhrparkgröße bis zu 33.000 Euro an Fördermitteln

erhalten. Allerdings sind nur Investitionen förderberech-

tigt, die nach Antragseingang beginnen. Anträge sind

auf www.bag.bund.de zum Download verfügbar. Dort

stehen außerdem Merkblätter und Hilfen zum Ausfüllen

bereit. „Von unserer Seite werden wir alles dafür tun,

dass das Geld abfließt“, so Bernhard Heeke vom BAG.

Der Bund will den Unternehmen die Förderung damit so

zugänglich wie möglich machen. Deshalb muss man sich

beeilen, wenn man ein Stück vom Kuchen will: Die erweiterte

Frist läuft noch bis zum 15. Mai 2009. Eine genaue

Beschreibung, wer zur Förderung berechtigt ist, was explizit

gefördert werden darf und die maximale Förderhöhe

enthalten die Merkblätter des BAG.

Montags bis freitags ist ein Serviceberater von 9.30

Uhr bis 14.30 Uhr unter 02 21/57 76-26 99 erreichbar.

Unter info.foerderprogramme@bag.bund.de finden

Sie per E-Mail Antwort auf zahlreiche Fragen.

Kilometermillionär

Speditionschef Christoph Wennekamp, Fahrer Lutz Klopsch und Frank Hagedorn

von Scania Frankfurt/Offenbach freuen sich gemeinsam über die hohe Laufleistung

von einer Million Kilometern (v. li.). Dafür wurde Lutz Klopsch jetzt ausgezeichnet.

Seitdem er 2002 den neuen Lkw

übernommen hat, arbeitet Fahrer Lutz

Klopsch von der Spedition Wennekamp

auf die Million Kilometer hin – mit seinem

Scania R 114 LA 4x2 NA 380 hat er sie jetzt

geknackt. Seine 380 Pferdestärken hält

der Fan der Marke mit dem Greif innen und

außen top in Schuss. Frisch poliert steht

der Scania auf dem Hof und glänzt mit

seinen mächtigen Sidepipes, Lufthörnern

und Lampenbügeln. Seit 18 Jahren fährt

Klopsch schon für Wennekamp und sein

114er sei ihm besonders ans Herz gewachsen.

„Ich lass auf das Auto nichts kommen!“

Auch seinen Chef muss die Marke

überzeugt haben, schließlich kommt mit

elf Fahrzeugen ein Großteil seines Fuhrparks

aus dem Hause Scania. Eine ganz

andere Leidenschaft wartet zu Hause auf

den Kilometermillionär: Zurzeit restauriert

Klopsch seinen Scania 85, einen leichten

Frontlenker aus den 70er Jahren.

Nachrichten

Nachwuchsförderung statt Geburtstagsgeschenke

Für Martin Knirsch ist das Arbeitsleben Vergangenheit: Nach 55 Jahren Berufstätigkeit

rund um den Lkw ging der Scania Partner vergangenes Jahr in den verdienten Ruhestand.

Dennoch macht sich der Kfz-Meister immer noch Gedanken um die Zukunft seines Berufsstandes:

„Die Tatsache, dass nur Wissen und Können den Fachmann ausmachen, wurde

mir schnell klar.“ Deshalb ist die zukunftsorientierte Ausbildung für den heute 70-Jährigen ein

wichtiges Thema und auch eine Herzensangelegenheit.

Eindrücklich bewiesen hat Martin Knirsch dies mit einer Spende an die Carl-Benz-

Schule in Karlsruhe: Er überreichte dem Schulleiter Rudolf Konzelmann und dem Ersten

Bürgermeister Harald Denecken am Montag, den 9. März, einen Scheck in Höhe von

14.825 Euro. „In der Berufsschule ist Geld knapp. Daher lag für mich der Gedanke nahe, mir

zu meiner Verabschiedung Spenden zu Gunsten der Carl-Benz-Schule zu wünschen“, sagte

Knirsch bei der Scheckübergabe und dankte den Spendern, die seinem Wunsch nachkamen.

Martin Knirsch ist ein langjähriger Weggefährte der Carl-Benz-Schule: Seit 1953

ist er dem Haus, das damals schlicht Gewerbeschule hieß, verbunden: zunächst als Schüler,

von 1962 an als Lehrmeister und Ausbilder im Betrieb, weiterhin als Prüfmeister bei Gesellen-

und Meisterprüfungen und schließlich – mit seinem Scania Betrieb – als Lehrherr. „Fördern und

fordern“, das sei die Devise von Knirsch, weiß Schulleiter Konzelmann, der sich an manche

kontroverse, aber letztlich immer fruchtbare Gespräche mit ihm erinnert: „Sie waren – und

sind immer noch – ein sehr kritischer Freund unserer Schule und deshalb ein wahrer Freund.“

Bürgermeister Denecken bat Martin Knirsch: „Bitte bleiben Sie uns verbunden.“ In seiner

Ansprache verglich er das duale Ausbildungssystem mit dem Sport: „Es ist wie beim Bergsteigen,

mal sichert der eine, mal der andere. Man muss sich aufeinander verlassen können.“

Dafür investiere der Scania Betrieb Knirsch mit seinem Karlsruher Stammhaus und

den Niederlassungen in Baiersbronn und Bühl einiges, wie Schulleiter Konzelmann betont.

Knirsch übernehme die Hälfte der Leasinggebühren für einen Scania P 280, an dem die

Azubis in der Carl-Benz-Schule den Umgang mit modernen Lkw lernen. Damit kommt er beim

Mechatroniker-Nachwuchs gut an. Patrick Rentschler, Auszubildender bei Knirsch und Carl-

Benz-Schüler, findet das Engagement des Seniorchefs vorbildlich: „Das mit der Spende war

eine gute Sache, Herr Knirsch tut was für die Zukunft.“

Ab sofort bietet Scania Rußpartikelfilter zur Nachrüstung von

Scania Lkw der Schadstoffklassen Euro 2 und Euro 3 an. Mit Geldern

aus dem De-Minimis-Förderprogramm besteht die Möglichkeit, dass

die Nachrüstung bezuschusst wird. Die Nachrüstung verbessert die

Mautklassifizierung und die Plaketteneinstufung für Umweltzonen. Mit

ihr können Kunden bei der Umrüstung auf Euro 4-Niveau 2,1 Cent (Euro

3-Fahrzeug mit Filter) beziehungsweise 8,4 Cent (Euro 2-Fahrzeug

mit Filter) pro Kilometer mautpflichtiger Strecke sparen. Möchten sich

Scania Kunden über die Kalkulation der Amortisation informieren, erfahren

sie dies in Ihrer Scania Werkstatt. Nachrüsten kann sich innerhalb

von 100.000 Kilometern amortisieren.

Den Mitarbeitern aller deutschen Scania Servicestützpunkte

steht für diese Kalkulation ein Amortisationsrechner zur Verfügung, der

auch die Zuschüsse aus dem De-Minimis-Förderprogramm berücksichtigt

(siehe Info hierzu auf Seite 4). Bei der Fahrzeugumrüstung ist

Scheckübergabe: Schulleiter Rudolf Konzelmann,

Martin Knirsch und Erster Bürgermeister Harald

Denecken (v. li.).

Nutznießer der Spende: die Knirsch-Auszubildenden

und Carl-Benz-Schüler Stefan Röttmann, Patrick

Rentschler und Michael Wojcik (v. li.).

russpArtiKelfilter Zum nAchrüsten

keine zusätzliche Abgasuntersuchung (AU) erforderlich. Es genügt,

wenn eine AU-autorisierte Werkstatt den korrekten Einbau bestätigt. Für

die Anerkennung ist allerdings die Eintragung in die Fahrzeugpapiere

vorgeschrieben.

Scania bietet sowohl offene als auch geschlossene Partikelfiltersysteme

an. Bei offenen Systemen beträgt die Filterrate 50 Prozent und

mehr, bei den geschlossenen Systemen liegt die Effizienz bei über

90 Prozent. Bei Euro 2- und Euro 3-Fahrzeugen besteht die Möglichkeit,

über ein geschlossenes System die Einstufung in die Partikelminderungsklasse

2 erhalten und damit die „grüne Umweltplakette“.

Ob Kunden im Verteilerverkehr in den Innenstädten, im Fernverkehr auf

den Autobahnen oder im Bausegment tätig sind: Die Nachrüstung mit

einem Rußpartikelfilter bringt nicht nur Vorteile für die Wirtschaftlichkeit

des Unternehmens, sondern auch Vorteile für die Umwelt.

SCANIA BEWEGT • 1.2009 www.scania.de www.scania.de 1.2009 • SCANIA BEWEGT


Technik

Text: Per-Erik Nordström/Martin Heying,

Fotos: Dan Boman, Ingemar Eriksson,

Martin Heying, Jonas Nordin, Stefan Almers,

Henrique Lorca, Scania Archiv

Scania V8

Die KönigsKlasse

wirD 40

Leistung, Fahrgefühl und Sound:

Der Scania V8-Motor ist ein wahr

gewordener Fernfahrertraum.

Lesen Sie die Geschichte einer

Legende.

Als 1968 die Studenten in den

Städten Europas für eine neue

Gesellschaft stritten, bahnte sich auf

den europäischen Fernstraßen eine

ganz andere Revolution an: Scania

stellte seinen ersten V8-Motor mit 350 PS vor.

Es begann eine Ära im Fuhrgewerbe, bei der

der Begrenzer das Limit wurde und nicht

mehr das Leistungsgewicht: Mit dem stärksten

Diesel-Lkw-Motor in Europa setzte Scania

seinerzeit viele Jahre lang Maßstäbe und machte

damit den V8 zum King of the Road.

Auslöser dieser innovativen Ingenieur-

leistung der Schweden waren die steigenden

Anforderungen im kontinentalen Lang-

streckentransport: Der schwere Fernverkehr

und Holztransporte alarmierten die Scania

Vabis Ingenieure. Ein neuer, stärkerer

Am V8 von Scania schätzen wir die

Langlebigkeit. Unsere Trucks laufen

zwischen 150.000 und 220.000 km im Jahr.

Der V8 ist genau richtig, für den sind eine Million Kilometer kein Problem.

auch in puncto Sparsamkeit hat der V8 für uns die nase vorn. Wir haben

schon alles ausprobiert. Sparsamer als der V8 von Scania war keiner. Wir fahren

überwiegend Kühlfracht und nicht selten sind wir mit 23 Tonnen bis zum

anschlag voll. Unsere V8-Motoren ziehen das ganz ruhig und entspannt weg.

Peter Wittmann (41) betreibt 17 Fahrzeuge, 13 davon Scania V8, Georg Wittmann (42)

betreibt 16 Fahrzeuge, alles Scania V8. Beide setzen überwiegend den R 500 ein.

Motor musste her – also entwickelten sie das

Powerpaket V8.

Und so wurde der Jahreswechsel von 1968

zu 1969 die Stunde null für die V8-Fans. Sie steht

für die Markteinführung der neuen turbogeladenen

DS 14-Motoren mit Direkteinspritzung

und konkurrenzlosen 350 PS Leistung. Sie feierten

ihr Debüt in der neuen Baureihe 140. Da

ein Achtzylinder-Reihenmotor nicht unter das

Fahrerhaus eines Frontlenkers gepasst hätte,

hatten sich die Ingenieure für einen V-Motor entschieden.

Der V8-Motor mit einem Bankwinkel

von 90 Grad und einem Hubraum von 14,2

Litern passte in den gleichen Rahmen und

unter das gleiche Fahrerhaus wie der 11-Liter-

Reihenmotor mit sechs Zylindern.

Bengt Gadefelt, der Vater des V8-Motors,

erinnert sich: „Wir erkannten, dass wir etwa

350 PS brauchten, um ein gutes Fahrverhalten zu

erreichen. Das waren rund 100 PS mehr als bei

unseren bisherigen Motoren.“ Der Direktive folgend,

dass nicht die Spitzenleistung, sondern das

Fahrverhalten des Motors ausschlaggebend für

seine Qualität ist, definierten die schwedischen

Ingenieure folgendermaßen:

• Für den gesamten Geschwindigkeitsbereich

nur wenige Gangwechsel

• Gute Traktion auch bei niedriger

Motordrehzahl

• Ausreichende Leistungsreserven im gesamten

Ganggruppenbereich des Motors.

Gesagt, getan, der V8 kam auf den Markt

und mit ihm wurde das Modell Scania LB

140 zum Verkaufsschlager. Es vereinte hohe

Ausgangsleistung mit einer Drehmomentkurve,

die niedrigen Drehzahlen sehr zupasskam.

Das ist der Maßstab einer effektiven und angenehmen

Kombination für ein schweres Fahrzeug.

Schließlich hängt vom Drehmomentverlauf ab,

wie gut der Motor den Einsatz meistert. Doch

nicht nur die schiere Kraft erfreute die Kunden.

Wichtig war vielen auch das Markenzeichen des

Scania V8: der typische kraftvolle Sound des

Motors. Die außergewöhnliche Lebensdauer und

die langen Wartungsintervalle waren in kurzer

Zeit sprichwörtlich. Der 14-Liter-V8-Motor

stellte eine komplett neue Bauart unter den

Dieselmotoren dar – ein Mythos war geboren.

Das V8-Motorkonzept war so überzeugend,

dass Scania erst acht Jahre später die nächste

deutliche Veränderung auf den Markt brachte:

Die Motorleistung wurde auf 375 PS erhöht und

der Motor war nun im niedrigen Drehzahlbereich

noch leistungsstärker. Damit begann Scania, seine

bis heute aktuelle „Philosophie der niedrigen

Drehzahlen“ umzusetzen: Die 375 PS standen

schon ab 2.000 Umdrehungen in der Minute

zur Verfügung anstatt wie bisher erst ab 2.300

Umdrehungen. Das maximale Drehmoment stieg

von 1.245 auf 1.480 Newtonmeter und wurde

schon bei 1.300 Umdrehungen in der Minute

und nicht erst bei 1.500 Umdrehungen erreicht.

Der spezifische Kraftstoffverbrauch sank von

216 g/kWh bei 1.600 Umdrehungen in der

Minute auf 211 g/kWh bei 1.500 Umdrehungen.

Einmal mehr setzte Scania Maßstäbe in der

Motorenentwicklung.

Während Sound und Image des Scania

V8 immer besser wurden, tüftelten die Scania

Ingenieure stetig an handfesten Verbesserungen

ihres Klassikers: 1982 bekam der V8 den zusätzlichen

Ladeluftkühler, den Intercooler.

1987 kam die Serie 3 mit drei neuen

V8-Varianten. Der leistungsfähigste

Klangeigenschaften

Leistung und Drehmoment sind die

wichtigsten Eigenschaften des Scania V8,

aber auch sein Klang ist nicht zu verkennen.

Besonders sparsamer Verbrauch –

die V8-Motoren arbeiten aufgrund ihrer

enormen Leistungen immer im günstigsten

Drehzahlbereich und sind daher

selbst in bergigem Gelände sparsam im

Kraftstoffverbrauch.

Langlebigkeit und Zuverlässigkeit –

ein nicht immer an der Leistungsgrenze

arbeitender Motor ist weniger

reparaturanfällig.

SCANIA BEWEGT • 1.2009 www.scania.de www.scania.de 1.2009 • SCANIA BEWEGT


Technik

Der neue Scania V8-Motor wurde im Sommer 1969

vorgestellt. Zu dieser Zeit war er der stärkste Lkw-

Diesel-Motor in Europa.

Motor mit 470 PS hatte da schon die elektronisch

gesteuerte Kraftstoffeinspritzung (EDC). In den

90er Jahren trugen die Entwickler in Södertälje

dem gesteigerten Umweltbewusstsein Rechnung.

Bereits 1991 stellte Scania eine komplette Palette

von Euro 1-Motoren vor, darunter auch zwei V8-

Motoren: ein 450-PS-Motor mit mechanischer

Kraftstoffeinspritzung und – als kleine Sensation

– ein 500-PS-Motor mit EDC, der als erster

Lkw-Motor die 500-PS-Grenze durchbrach.

Zu dieser Zeit war die Entwicklung der

neuen Produktpalette für die Serie 4 schon in

vollem Gange. 1995 strahlten dann die überarbeiteten

V8-Motoren mit Nennleistungen

von 460 und 530 PS und ein neuer 12-Liter-

Reihenmotor mit sechs Zylindern am Trucker-

Himmel. Es klingt unglaublich, aber die

letzte Version des 14-Liter-V8 leistete als Lkw-

Ausführung 530 PS bei einem Drehmoment von

2.300 Newtonmetern und als Schiffsausführung

bis zu 800 PS. So gelang es der V8-Schmiede in

Södertälje in nur 32 Jahren, das Drehmoment des

14-Liter-V8-Motors um 85 Prozent zu steigern!

1969

Der brandneue

kompakte 14-Liter-V8-Motor mit einzelnen

Zylinderköpfen liefert mit Turbolader

350 PS bei einem Drehmoment von

1.245 newtonmetern.

Uns war klar, dass wir für

gute Fahrbarkeit eine

Leistung von 350 PS brauchten.

Das bedeutete 100 PS mehr als bei

unseren bisherigen Motoren.

Bengt Gadefelt, Konstrukteur des V8-Motors von Scania

Inzwischen war längst klar, dass die

V8-Motoren von Scania im wahrsten Sinne

zu Zugpferden geworden waren. Insgesamt

fertigten die Schweden mehr als 170.000

dieser Aggregate. Dieser Motor war damit im

Hochleistungssegment der mit Abstand meistverkaufte.

Folgerichtig schufen die Power-

Magier eine neue Legende aus der alten: Im

neuen Jahrtausend ersetzten

deutlich leistungsfähigere

16-Liter-V8-Motoren

die 14-Liter-Variante

Schritt für

Schritt. Deren

Nennleistung

lag nun bei 480

und 580 PS,

jeweils bei 1.900

Umdrehungen in

der Minute. Sie

verfügten über

ein Drehmoment

von bis zu 2.700

Newtonmetern – mehr

Scania LBS 141 6x2

mit einem 14-Liter-

V8-Motor mit

375 PS, Kühlkoffer

und anhänger.

1976 1991

Der günstige,

niedrige Drehzahlbereich

ist auf dem

Drehzahlmesser

für den 14-Liter-

V8-Motor mit 375

PS grün markiert.

Das höchste Drehmoment

wird bereits

bei niedrigen

Drehzahlen erreicht,

um Kraftstoff zu

sparen.

V8-Motor mit 500 PS

mit elektronischer

Kraftstoffeinsprit-

zung EDc und 450

PS mit mechanischer

Einspritzung. Erster

Lkw-Motor aus der

Serienproduktion mit

Turbolader (11-Liter-

Hubraum, 400 PS),

Scania kam als

Erster mit Euro 1

auf den Markt.

als doppelt so viel wie der Originalmotor aus

dem Jahr 1969!

Die neue Serie R wurde 2004 eingeführt

und ersetzte die Serie 4. Mit dem Modellwechsel

brachte Scania seine neue Palette

der Euro 4- und Euro 5-Motoren auf den

Markt. Modernste Technologien für Kraft

Lkw der Serie 4 mit

stark überarbeiteten

14-Liter-V8-Motoren

der Serie 4, darunter

mit EDc der zweiten

Generation mit

Zündwinkelsteue-

rung (460 und

530 PS). Brandneuer

Sechszylinder-12-

Liter-Motor (360 und

400 PS).

9-Liter-Motor,

vergrößert auf volle

neun Liter für die

Serie 4 (220, 260 und

310 PS).

Das neue Jahr-

tausend begann mit

dem kraftvollen

16-Liter-V8-Motor.

Der brandneue

16-Liter-V8-Motor für

die Euro 3-norm (480

und 580 PS) kommt

auf den Markt und

ersetzt Schritt für

Schritt den 14-Liter-

V8-Motor. Viele

Komponenten

sind identisch

mit dem 12-Liter-

Sechszylinderaggregat.

Der V8-Motor wird

für die Serie R

mit 500 und 580

PS modernisiert.

Einführung des

ersten Lkw-Motors,

der die Euro 4-norm

schafft (12-Liter-

Motor 420 PS mit

Scania EGR).

Ich habe schon verschiedene

Marken gefahren, aber schon nach

meinem ersten V8 Scania war ich total

begeistert.

Hier stimmt alles: Optik, Klang, Kraft und Fahrgefühl. Die V8 sind einfach

etwas Besonderes. Wenn Scania der König der Straße ist, dann ist der V8

noch eins drüber. Der Durchzug beim Scania ist konkurrenzlos. Selbst bei

voller Ladung fällt er am Berg nicht zusammen. Dazu kommt, dass die

Scania V8-Motoren nicht so anfällig sind.

Helmut Gress (39) betreibt zwei R 500 V8 und einen R 560 V8. Einen weiteren R 500 V8

hat er über Scania Rent gemietet.

und Umwelt, darunter V8-Motoren mit

Ausgangsleistungen von atemberaubenden

500, 560 und 620 PS sowie bis zu 3.000

Newtonmeter Drehmoment - der siebte

Himmel des Truckers: Man spürt die Power

und fühlt den einzigartigen Rhythmus eines

V8 schlagen. Steigungsverlust? Fehlanzeige!

Anzahl steigungsbedingter Gangwechsel? Null!

Fahrerhaus? Vom Feinsten! Motorleistung?

Maximum! Hinterachsübersetzung? Nicht zu

lang! Beschleunigung der Extraklasse, Zugkraft

ohne Ende, entspanntes Fahren, toller Sound,

hoher Prestige-Faktor – Souveränität in allen

Lebenslagen. Truckerherz, was willst du mehr?

Scania bringt die

breiteste Palette

von Motoren auf

den Markt, darunter

V8-Motoren mit

500, 560 und 620 PS.

ausführungen für

Euro 3, Euro 4 und

Euro 5 sind lieferbar.

alle V8-Motoren

erfüllen die Euro

5-norm. Die

Tradition müheloser

Höchstleistung und

unübertroffener

Langlebigkeit setzt

sich fort.

Scania R 500 Langholzzug

in Brasilien.

Dieser Scania R 620 ist der aktuelle King of

the Road. Er wurde für Langstrecken, schwere

Lasten und Gebirgsstraßen konzipiert und er

sorgt dafür, dass die Legende – und ihr allgegenwärtiges

Röhren – weiterlebt. Wer die

erfolgsorientierten Scania Ingenieure kennt,

weiß, dass es nicht beim R 620 bleiben wird.

SCANIA BEWEGT • 1.2009 www.scania.de www.scania.de 1.2009 • SCANIA BEWEGT

Scania T 143 4x2

500 Topline mit

Kippauflieger.

1995 1996 2000 2004 2005 2007


Technik

SCHWEBENDES VERFAHREN

Wenn Schweden, Finnen und Österreicher ihre einschlägigen Talente

zum Bau eines Feuerwehrfahrzeugs vereinen, dann darf mit einem

spektakulären Resultat gerechnet werden. Fakt ist: Der Bronto

Skylift F 90 HLA ist das derzeit schwerste Großgerät für Feuerwehren

in ganz Westeuropa. Text und Fotos: Joachim Geiger

Der feuerrote Gigant bringt

selbst gestandene Brandschutz-

Profis zum Schwärmen. „Der

Scania P 420 macht mit dem

schweren Feuerwehraufbau eine

tolle Figur“, findet Stephan Schwenker,

Leiter Brandschutz in der Stabsstelle der

Braunkohlenkraftwerke bei der RWE Power

AG. Seit dem 24. Februar steht das Fahrzeug

offiziell im Dienst der Werkfeuerwehr im

Kraftwerk Neurath, einer von insgesamt fünf

Anlagen auf Braunkohlenbasis, die RWE Power

zusammen mit drei Veredelungsbetrieben

im rheinischen Revier betreibt. Die korrekte

Dienstbezeichnung für das brandneue Flaggschiff

lautet Hubrettungsbühne F 90 HLA. Als

Hersteller und Gesamtverantwortlicher für das

komplette Feuerwehrfahrzeug firmiert Bronto

Skylift aus dem finnischen Tampere.

Die Spezialisten für auf Lastwagen

montierte hydraulische Hebebühnen führen

sinnigerweise einen stilisierten Brontosaurier

in ihrem Firmenlogo, der in seiner ursprünglichen

Form in grauer Vorzeit zu den

größten und schwersten Vertretern seiner

Spezies gehörte. Tatsächlich kann auch

die Hubrettungsbühne mit genau diesen

Eigenschaften aufwarten. Die Buchstaben

HLA stehen für High Level Articulated, was

bedeutet, dass es sich bei dem Modell um eine

so genannte Gelenkmastbühne handelt. Das

im betriebsfertigen Zustand 15,80 Meter lange

und lediglich 3,90 Meter hohe Fahrzeug bringt

es auf ein Leergewicht von knapp 49 Tonnen.

Davon bringt jedoch allein der Gelenkmast

rund 35 Tonnen auf die Waage.

Das Prinzip: Ein großes Gelenk teilt den

Mast in zwei jeweils teleskopierbare Hälften.

Wird die Konstruktion voll ausgefahren, er-

› Stephan Schwenker, Leiter

Brandschutz (re.), und Edgar

Rasten, stellvertretender Leiter

der Werkfeuerwehr, schätzen

am neuen Flaggschiff die

Kombination aus exzellenter

Technik und tollem Design.

reicht sie in vertikaler Position bis zum Boden

des Rettungskorbs die Höhe von 88 Metern.

In seitlich geknickter Stellung ist eine Auslage

bis zu 29 Metern möglich. Eine am Mast integrierte

teleskopische Wasserleitung mit einer

Kapazität von rund 3.700 Litern in der Minute

erlaubt die Brandbekämpfung in allen erreichbaren

Höhenlagen. Gefragt sind die Talente

der Baureihe HLA bisher zum Beispiel bei den

Feuerwehren in Moskau, Kiew, Shanghai und

Taipeh. Mit dem Exemplar für das Kraftwerk

Neurath kommt das Großgerät jetzt erstmals

auch in Westeuropa zum Einsatz.

fi Die mächtigen Stützen lassen sich bis zu sieben Meter aus-

fahren. Bis zur Vollabstützung des Fahrzeugs vergehen

gerade mal 40 Sekunden. Die Nivellierung selbst erfolgt

vollautomatisch.

› Der Gelenkmast wird per Joystick dirigiert. Eine Steuerungseinheit befindet sich am

schwenkbaren Hauptbedienstand, die andere direkt im Korb. Auch ein Arsenal mit Druckschläuchen

gehört zur Ausstattung.

› Atemschutzgerät und Rettungssäge gehören zum Equipment

im Geräteraum.

Die extreme

Wendigkeit des

Scania hat uns

überrascht.

Udo Poppe,

Verantwortlicher Fahrzeugtechnik

Der Startschuss für die aufwändige

Herstellung des Fahrzeugs fällt in

Schweden. Das Fahrgestell mit der beeindruckenden

Achsformel 10x4*6HHA ist

eine Gemeinschaftsproduktion, zu der

Scania die Basis mit vier Achsen und Laxå

Special Vehicles die gelenkte und liftbare

Nachlaufachse beisteuern. Inzwischen werden

solche Fahrzeuge komplett bei Scania gebaut.

Station Nummer zwei führt das Fahrgestell

nach Finnland, wo Bronto Skylift zunächst

den Hilfsrahmen für die Hubarbeitsbühne

montiert. Anschließend geht’s auf direktem

Weg zum Feuerwehrspezialisten Rosenbauer

nach Österreich. Zweck der Reise: Aufbau

der feuerwehrtechnischen Ausrüstung mit

Pumpentechnik für Wasser und Schaummittel

sowie mit diversen Geräteräumen. Zur abschließenden

Hochzeit von Fahrgestell und

Gelenkmast ist dann noch einmal eine Visite im

Werk von Bronto Skylift in Finnland angesagt.

Am Ende hat sich die Odyssee über mehrere

tausend Kilometer allemal gelohnt: Die

Hubarbeitsbühne kommt bei den Männern

der Werkfeuerwehr in Neurath bestens an. Ein

Team von zehn Feuerwehrleuten ist bereits

auf Fahrzeug und Technik eingewiesen. Auf

dem Dienstplan stehen jetzt täglich mehrere

Stunden Training auf dem Kraftwerkgelände,

das mit seinen Dampferzeugern und Kühl-

türmen eine prachtvolle Kulisse für das Feuer-

wehrfahrzeug abgibt. Ein typisches Einsatzszenario

ist die Bekämpfung eines Brandes

im so genannten Bekohlungsweg, in dem die

Förderbänder auf eine Höhe von über 70

Metern führen können. Die Arbeitshöhe der

Hubrettungsbühne ist daher ausreichend

bemessen, um im Ernstfall an einer solchen

Anlage noch einen Löschangriff von oben

durchführen zu können.

„Moderne Kraftwerke benötigen ein

modernes und hocheffizientes Sicherheits-

system“, erklärt Brandschutz-Chef Stephan

Schwenker. Die vornehmste Aufgabe für das

Feuerwehrfahrzeug ist künftig neben der

Brandbekämpfung die Rettung von Menschen

aus großen Höhen. Auch zur technischen

Hilfeleistung für die verschiedenen Kraftwerke

der RWE Power wird es hin und wieder ausrücken,

wenn zum Beispiel die Inspektion an der

Fassade eines Kühlturms oder die Sicherung

von Fassadenelementen anstehen. Darüber

hinaus steht die Hubrettungsbühne der

Werkfeuerwehr auch parat, wenn ein Hilferuf

von der öffentlichen Feuerwehr eingeht.

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TECHNIK

Text und Fotos: Martin Heying

› Der direkte Nebenantrieb von Scania ist

ideal für die Mahl- und Mischanlage von

Tropper.

€ Die Arbeit von Christian Sünker (li.) und Andreas

Feldevert (re.) lässt den Landwirt Wilhelm Stollwerk

strahlen.

› Christian

Sünker mischt die

verschiedenen

Komponenten für

das Futtermittel.

Seit ich den

Scania V8

mit Direktantrieb

nutze, spare ich

40 Liter Diesel pro

Tag.

Andreas Feldevert

Moderne FeldMühle

Mit Scania V8-Power

Andreas Feldevert bietet den

Landwirten im Münsterland

einen außergewöhnlichen Service:

eine fahrende Futter-Mahl- und

Mischanlage, aufgebaut auf einem

Scania R 500 V8.

Zum Thema Mühle gibt es viele

Redewendungen und klischeebehaftete

Bilder. Von der klappernden Mühle am

rauschenden Bach über die Windmühle

auf dem Hügel bis zum Esel oder

Ochsen, der das Korn zur Mühle und das Mehl

zum Bäcker trägt. Mit der Realität hat das nur

noch wenig zu tun. Ochs und Esel sind längst

durch PS-starke Lkw ersetzt und Mühlen gleichen

industriellen Hochleistungsbetrieben. Auch

das Korn muss nicht mehr zwingend zur Mühle

transportiert werden. Heutzutage ist es auch

möglich, dass die Mühle zum Korn fährt.

Im Kreis Ochtrup in Westfalen betreibt

Andreas Feldevert mit fünf Mitarbeitern solch

einen fahrenden Mühlenbetrieb. „Unser Service

ist ein echter Zugewinn für die Landwirte“,

erklärt er, „die komplette Logistik für den

Futtermitteltransport zur Mühle und zurück entfällt.“

Das spart dem Kunden Zeit und Geld. Drei

sogenannte Mahl-Mischanlagen mit eigenem

Antrieb – allesamt auf einem Scania Fahrgestell –

sind für den mobilen Mühlenbetrieb im Einsatz.

Prachtstück der fahrenden Arbeitsmaschinen ist

der R 500 mit seinem zuverlässigen V8-Motor

und dem so genannten Mega Mix Duo Power-

Aufbau von Tropper. Die niedrige Rahmenhöhe

bewirkt, dass die Gesamthöhe von vier Metern

trotz des drei Meter hohen Aufbaus nicht überschritten

wird. Ohne Zusatzaggregat arbeitet

der Direktantrieb von Tropper mit dem kupplungsfreien

Nebenabtrieb von Scania kongenial

zusammen. Der bringt bis zu 2.000 Newtonmeter

Drehmoment, um die gewaltigen Mischblätter

problemlos anzutreiben. Scania sorgt hier

standardmäßig mit seinem so genannten Body

Work System (BWS) für eine voll kompatible

Motorsteuerung.

Wie seine beiden Kollegen fährt auch

der R 500 jeden Tag zu einem der über 140

Stammkunden von Feldevert. Vor Ort, meist in

einem landwirtschaftlichen Betrieb, wird dann je

nach Bedarf Futtermittel gemahlen, gequetscht

und gemischt. Der Dienstleister mischt den

Landwirten das richtige Futter für jedes Tier

genau zusammen. Dabei kommt der Mahl- und

Mischaufbau der Firma Tropper ins Spiel, der

mit dem direkten Nebenantrieb des R 500 betrieben

wird. „Bei unseren Anforderungen kann

ein kupplungsgestützter Nebenantrieb nicht

standhalten“, ist sich Andreas Feldevert sicher.

Bei 14.000 bis 15.000 Tonnen Mahlgut pro

Jahr pro Fahrzeug wird klar, wieso er auf den

kupplungsfreien Direktantrieb mit gesondertem

Getriebekühler von Scania setzt. Der V8 stemmt

30.000 Kilometer und 2.200 Betriebsstunden

pro Jahr. „Unter Volllast genügen mir 1.400

Umdrehungen pro Minute“, freut sich Feldevert,

denn der laufruhige V8-Motor hat neben seiner

Zuverlässigkeit auch noch einen weiteren wichtigen

Vorteil: „Seit ich den V8 mit Direktantrieb

nutze, spare ich 40 Liter Diesel pro Tag“, rechnet

der gelernte Maschinenbauer vor.

Der Spezialaufbau ist ebenfalls eine hochkomplexe

Maschine. Sie quetscht und mahlt

bis zu zwölf Tonnen bei Bedarf gleichzeitig. Die

beiden großen Mischkessel können aber auch

durch eine schwenkbare Trennwand voneinander

separiert werden, so dass je nach Wunsch eine

große Gesamtmenge oder aber zwei kleinere

Einzelmengen unterschiedlicher Futtermittel

gleichzeitig gemahlen werden können. Alle

Komponenten des Mahl- und Mischaufbaus

sind jederzeit zu- und abschaltbar: der hydrau-

lisch betriebene Mischer und die Quetsche sowie

der Kompressor (Gebläse), welcher natürlich

auch als Ansauger funktioniert und genutzt

wird. Nur die Mühle läuft permanent. So wird

das eingesogene Produkt zugleich gemahlen.

Eine Digitalanzeige informiert über die aktuelle

Nutzlast. Damit kann „Müllerjunge“ Christian

Sünker, der heute auf dem Hof von Wilhelm

Stollwerk mahlt und mischt, die Mischzugaben

leicht und problemlos nach den Vorgaben des

Landwirtes dosieren.

Je nach „Rezept“ des Landwirts sind zwölf

Tonnen Futter in 60 Minuten fertig. „Für diese

Arbeit brauche ich jemanden vom Fach, am

besten aus der Landwirtschaft“, erklärt Andreas

Feldevert. „Man muss für diesen Job schon

mit den Bauern reden können und auch die

Liebe zur Landwirtschaft mitbringen.“ Christian

Sünker erfüllt diese Bedingungen perfekt. Der

27 Jahre alte Landmaschinenschlosser stammt

selber aus der Landwirtschaft. „Ich bin viel

an der frischen Luft und treffe interessante

Menschen“, freut sich Sünker. „Außerdem

arbeite ich mit tollen Maschinen und Fahrzeugen!“

Da kann ihm Andreas Feldevert nur

zustimmen: „Bei Scania habe ich eine hohe und

dauerhafte Qualität, von der Dämmung des

Fahrerhauses über Motor und Antrieb bis zum

exzellenten Service“, begründet der 41-Jährige

sein Urteil. „In dieser Kombination hat Scania

für mich schon fast ein Alleinstellungsmerkmal.“

Sein Sohn Carsten hat auch aus diesem Grund

seine Lehre als Nutzfahrzeugmechatroniker

bei Scania gemacht. Eine gute Ausbildung, die

ihm künftig im väterlichen Betrieb von großem

Nutzen sein wird.

Das Unternehmen

Andreas und Irmgard Feldevert-Höveler

Mahlen & Mischen

Weiner 21, 48607 Ochtrup

Telefon (0 25 53) 97 71 35

Tropper Maschinen und Anlagen GmbH

Jebing 25, A-4690 Schwanenstadt

Telefon 00 43 (0) 76 73 23 08-0

Telefax 00 43 (0) 76 73 23 08-99

www.tropper.at, info@tropper.at

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SERVICE

Text und Fotos: Matthias Gaul

Gebrauchte

ScaNIa

– Sofort Startklar

Sie haben oft gerade mal drei oder

vier Jahre auf dem Buckel und sind

natürlich deutlich günstiger als

entsprechende Neufahrzeuge.

In Krisenzeiten können Gebrauchte

für so manchen Unternehmer

eine Überlegung wert

sein.

Das Gebrauchtfahrzeug-Angebot von Scania Deutschland umfasst zahlreiche Lkw-Varianten.

Wir sprachen mit Ingo Heinemann,

Gebrauchtwagenexperte

von Scania Frankfurt/Offenbach.

Herr Heinemann, wie handhabt Scania

Deutschland die Vermarktung von

Gebrauchtfahrzeugen?

Heinemann: Sie erfolgt über 22 Scania Händler,

davon neun Tochtergesellschaften und 13 freie

Händler. Der Kunde findet vor allem schwere

Lkw und Sattelfahrzeuge, aber auch Auflieger

und Busse – überwiegend Scania Produkte. Erste

Anlaufadresse ist für viele Interessenten das

Internet. Über jeden gebrauchten Lkw findet man

unter www.scania.de/Gebrauchtwagen wichtige

Informationen und kann so eine Vorauswahl

treffen. Via E-Mail oder Telefon nehmen die

Kunden dann Kontakt mit dem zuständigen

Verkäufer auf. International Interessierte finden

weitere Angebote unter www.scania.com im

Bereich Products unter der Rubrik Used vehicles.

Woher kommen die Fahrzeuge?

Heinemann: Es handelt sich dabei überwiegend

um Leasingrückläufer, Inzahlungnahmen

oder Ankäufe. Ein Großteil der Fahrzeuge ist

im Durchschnitt drei bis vier Jahre alt. Die Lkw

sind dann zwischen 300.000 und 600.000

Kilometer gelaufen, sind also noch weit von der

Verschleißgrenze entfernt. Durch die momentan

leider zu beobachtende Insolvenzwelle im

Transportwesen stehen aber auch viele junge

Fahrzeuge auf dem Hof.

Scania bietet

seit März 2009

einen Antriebsstrang-

Reparaturvertrag für

gebrauchte Scania

Fahrzeuge an.

Ingo Heinemann,

Verkauf Gebrauchtfahrzeuge und

Vermietung bei Scania Frankfurt/Offenbach

Gibt es auf Gebrauchtfahrzeuge spezielle

Garantien?

Heinemann: Ja, Scania bietet seit 1. März

2009 einen Antriebsstrang-Reparaturvertrag

für gebrauchte Scania Fahrzeuge an. Die

Vertragslaufzeit gilt für zwölf Monate oder

150.000 Kilometer. Die Fahrzeuge müssen

ein Alter zwischen 13 und 54 Monaten haben

und eine Gesamtlaufleistung bis maximal

800.000 Kilometer. Darüber hinaus werden

alle Gebraucht-Lkw technisch überprüft und

optisch aufbereitet. Gerade auch auf die Optik

legen die Kunden großen Wert, schließlich ist

die Auswahl am Gebrauchtwagenmarkt heute

wieder sehr groß. Der Qualitätsanspruch ist in

den vergangenen Jahren stark gewachsen. Rein

optisch beheben wir aber von vornherein nicht

alle Schäden, damit der Kunde sieht, wie der

Vorbesitzer mit dem Fahrzeug umgegangen

ist. Im Verkaufsgespräch mit dem Kunden wird

dann genau festgelegt, was noch zu richten ist.

Zusätzlich gewünschte Ausstattungsdetails lassen

sich natürlich auch einbauen.

Kann man gebrauchte Lkw oder Busse

eigentlich auch leasen?

Heinemann: Ja, das geht zum einen über Scania

Finance Deutschland, wir sind aber auch offen

für jeden anderen Finanzdienstleister. Zu 75

Prozent zahlen die Kunden ihre Gebrauchten

freilich in bar.

Gibt es denn den typischen

Gebrauchtwagenkunden?

Heinemann: Das kann man so nicht sagen.

Aber große Speditionen leasen in der Regel

Der Zustand der Fahrerkabine (li.) spielt für Gebrauchtwagenkunden ebenso eine Rolle wie

die Frage, ob das Fahrzeug über eine höhenverstellbare Sattelkupplung (Mitte) verfügt oder nicht.

Rechts zu sehen ist ein Scania T124 Haubenfahrzeug.

Neufahrzeuge. Gebrauchtfahrzeuge werden

gerne von kleineren Fuhrparkbetreibern gekauft.

Der Kaufpreis ist hierbei ebenso ein wichtiges

Kriterium wie die Tatsache, dass die Fahrzeuge

keinen großen Wertverlust mehr erleiden. Nicht

vergessen werden dürfen die ausländischen

Kunden etwa aus Süd- und Osteuropa, die an

Scania vor allem auch die langlebigen Motoren

zu schätzen wissen. Euro 3-Fahrzeuge, die älter

als fünf Jahre sind, gehen über spezielle Händler

oft auch nach Afrika oder Südamerika.

Sind schon Euro 5-Fahrzeuge von Scania

auf dem Gebrauchtwagenmarkt erhältlich?

Heinemann: Ja, aber nur mit SCR-Technologie.

Gebrauchte Euro 5-Fahrzeuge mit EGR, also

ohne Harnstoff-Lösung, werden erst in zwei

oder drei Jahren auf dem Markt sein. Die

Mehrzahl sind momentan Euro 3- und Euro

4-Fahrzeuge. Euro 2- und Euro 3-Fahrzeuge

lassen sich mit einem Rußpartikelfilter nachrüsten.

Sie kommen so in eine günstigere

Mauteinstufung und erhalten außerdem die

grüne Feinstaubplakette.

Welche Vorteile hat diese Umrüstung?

Heinemann: Zum einen spart der Unternehmer

pro gefahrenem Autobahnkilometer bei einem

Euro 2-Fahrzeug mit Filter 8,4 Cent Maut ein,

bei einem Euro 3-Fahrzeug mit Filter 2,1 Cent.

Darüber hinaus kann man mit der grünen

Feinstaubplakette auch die bereits bestehenden

und zukünftig noch vielfach zu erwartenden

Umweltzonen von Städten befahren.

Das ist für jeden Fuhrunternehmer wichtig,

der zum Beispiel mit seinen Lkw Waren in

die Innenstädte ausliefert oder Möbelumzüge

durchführt. Dass die Umwelt entlastet wird, erwähne

ich nur am Rande.

Was kostet die Umrüstung?

Heinemann: In der Regel ist mit rund

5.000 Euro zu rechnen. Diese Investition

kann sich schon innerhalb eines Jahres

rechnen. Außerdem besteht die Möglichkeit,

dass die Nachrüstung mit Geldern aus dem

von der Bundesregierung beschlossenen

De Minimis-Förderprogramm bezuschusst

wird. Im Übrigen ist keine zusätzliche

Abgasuntersuchung (AU) erforderlich. Es

genügt, wenn eine AU-autorisierte Werkstatt

den korrekten Einbau des Rußpartikelfilters

bestätigt. Für die Anerkennung ist die

Eintragung in die Fahrzeugpapiere vorgeschrieben.

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Hintergrund

WAS DIE PHYSIK

MIT DER LADUNG

MACHT

Ladungssicherung beim Lkw ist vor allem eine Frage des gesunden

Menschenverstands. Oberstes Gebot ist, dass nichts herunterfallen

kann. Wer die Grundzüge der Fahrphysik versteht, kann Unfälle durch

falsch gesicherte Ladung vermeiden. Text: Alexander Farnsworth, Illustration: Tue Beijer

Jeder kennt es vom Autofahren:

Das schnelle unvorhergesehene

Bremsmanöver lässt die Tasche auf

dem Vordersitz zu Boden rutschen,

die scharfe Kurvenfahrt oder das

Ausweichmanöver befördert sie entsprechend

zur Seite. Das physikalische Grundprinzip dahinter:

Wenn der Fahrer abbremst oder abrupt

die Richtung wechselt, drängt jeder Gegenstand

immer noch in die ursprüngliche Richtung,

unabhängig von der Geschwindigkeits- oder

Richtungsänderung des Fahrzeuges. In der

Physik nennt man das „Trägheit“. Was im Pkw

meist ohne Folgen bleibt, ist für die schwere

Ladung auf einem Lkw höchst gefährlich. Wenn

diese nicht gesichert ist, kann es für den Fahrer

und auch die anderen Verkehrsteilnehmer lebensbedrohlich

werden. Wer die Ladung dazu

bringen will, die Lenkbewegungen und Geschwindigkeitsänderungen

mitzumachen, muss

sie daher gut mit dem Fahrzeug verzurren.

Insgesamt gibt es vier wichtige Faktoren,

die der Fahrer bei der Ladungssicherung beachten

muss: „Die Reibung zwischen Ladung

und Ladefläche, die Abmessungen der Ladung,

das Gewicht und den Schwerpunkt”, sagt Peter

Andersson, Präsident von Mariterm. Die schwedische

Firma bietet Kurse zur Ladungssicherung

für die Lkw- und Schiffsindustrie an. Tenor: „Die

Ladung sollte niemals kippen oder rutschen.

Wenn es so weit kommt, passieren Unfälle.”

Laut Andersson sind starkes Bremsen, starke

Beschleunigung, enge Kurven in Kreisverkehren

und schnelle Spurwechsel die gefährlichsten

Fahrzustände für einen beladenen Lkw.

Hier wirken die größten physikalischen Kräfte

auf die Ladung - Stichwort Trägheit. „Der erste

Rat ist, gar nicht erst in solche Situationen zu

kommen und möglichst gleichmäßig zu fahren.

Doch scharfes Bremsen oder Ausweichen

lässt sich ja manchmal nicht vermeiden”, sagt

Andersson. Und da greift die Ladungssicherung.

Nach internationalen Bestimmungen müssen

Sicherungseinrichtungen wie Ketten, Gurte

oder Anschläge bei starken Bremsmanövern

80 Prozent des Gewichts der Ladung aushalten.

In Kurven ist es immerhin noch das halbe

Ladungsgewicht.

In einem EU-Report über Richtlinien zur besten

Ladungssicherung für den Straßentransport

finden sich Tabellen zu diesen Werten: Wie viel

Sicherung das jeweilige Ladungsgewicht benötigt,

wie hoch der so genannte Reibbeiwert

sein muss und mehr. „Dies sind allgemeine

Bestimmungen und als Mindestvoraussetzung

zu sehen“, so Andersson. Bei starken Brems-

manövern oder gar Unfällen kann die Kraft, die

von der Ladung ausgeht, noch höher sein und

Wenn man aus dem

Stillstand losfährt,

geht von der Ladung

eine Kraft entgegen

der Fahrtrichtung

aus, die deren

halbem Gewicht

entsprechen kann.

Die Ladung „will“

infolge der Trägheit

beharren.

dem tatsächlichen Gewicht der Ladung praktisch

gleichkommen.

Neben Schwerpunkt, Reibung und Gewicht

spielen auch noch andere Dinge bei der

Sicherung eine Rolle, wie etwa Steifigkeit der

Ladung, Ladungsverteilung oder das passende

Fahrzeug. „In unseren Schulungen sensibilisieren

wir die Teilnehmer, die Ladungssicherung

gleich von Anfang an richtig zu machen”, sagt

Andersson, „denn in Deutschland teilen sich

der Fahrer, der Absender und die Spedition die

Verantwortung.”

In Kurven kann die

seitliche Kraft die

Hälfte des Ladungsgewichts

erreichen.

Bei instabilen Gütern

muss man zusätzlich

noch den Rollfaktor

beachten.

Wir sensibilisieren

die Fahrer von

Anfang an auf die richtige

und verantwortungsbewusste

Ladungssicherung.

Peter Andersson, Präsident von Mariterm

Die zehn wichtigsten Tipps aus den

EU-Richtlinien zur besten

Ladungssicherung:

Ladefläche, Aufbau und die Aus-

rüstung zur Ladungssicherung müssen

in einwandfreiem und einsatzbereitem

Zustand sein.

Die Ladung muss so gesichert sein, dass

sie nicht rutschen, rollen, durch Vibrationen

wandern, vom Fahrzeug fallen oder

kippen kann.

Die zur Ladung passende Sicherungs-

methode muss ausgewählt werden:

versperren, verzurren oder eine

Kombination aus beide.

Überprüfen, ob die Empfehlungen von

Fahrzeug- und Sicherungshersteller eingehalten

werden.

Reibung allein hält die Ladung

nicht vom Rutschen ab. Deshalb

muss sie mit Hilfe von Ketten

oder Gurten „kraftschlüssig“

mit der Ladefläche verzurrt

werden, damit sie nicht verrutscht.

Balken und Profile

sollten auf Keilen angebracht

sein und mit Gurtschlaufen

gesichert werden.

Fahrer-Checkliste zur Ladungssicherung

Beim Bremsen kann

die Kraft in Fahrtrichtung

80 Prozent des

Ladungsgewichts

betragen. In diesem

Fall liegt die Ladung

am Kopfende an und

muss so die Geschwindigkeitsänderung

des Fahrzeuges mit-

machen.

Die Sicherungsausrüstung muss den

äußeren Bedingungen der Reise widerstehen,

wie etwa schlechten Straßen oder

extremen Wetterbedingungen.

Die Ladung muss so verteilt werden, dass

ihr Schwerpunkt so nah wie möglich in der

Mitte des Fahrzeugs und so niedrig wie

möglich liegt.

Die Ladungssicherung muss regelmäßig

überprüft werden, besonders nach starkem

Bremsen.

Verwendung von Matten mit erhöhter Reibung,

Planken, Gurten oder Balken prüfen.

Sicherstellen, dass die Sicherheitsausrüstung

die Ladung nicht beschädigt.

Sanft fahren und rasche Richtungswechsel

bzw. starkes Bremsen vermeiden.

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PORTRÄT

Text: Ralf Johanning, Fotos: Ralf Johanning, imago

Fußballprofis wollen konzentriert und ausgeruht zum Spiel kommen.

Daher ist die Wahl des richtigen Busses das A und O.

Der Scania Irizar PB wird dabei immer mehr zum Star.

EIN BUS EROBERT DIE

BUNDESLIGA

Großer Jubel bei Werder Bremen:

Endlich ist der neue Mannschaftsbus

da. Dann klappt’s auch auf dem Spielfeld

bald wieder besser.

Schon seine Maße beeindrucken:

Mit 13,90 Metern ist der Scania Irizar

PB ein echter Hingucker. Bei der Länge

kommt niemand an ihm vorbei. Damit

er trotzdem jede enge Stadioneinfahrt

nehmen kann, um die Spieler sicher zu den

Mannschaftseingängen zu bringen, hat er

neben einer zweiten lenkbaren Achse auch

noch eine Rückfahr- und Panoramakamera.

Das Schlachtschiff der Scania-Flotte

rollt seit November in den Vereinsfarben von

Werder Bremen, Grün-Weiß, über Deutschlands

Straßen. Als alter Hase fühlt sich Fahrer Meik

Suhl richtig wohl auf seinem neuen Arbeitsplatz.

Zwar ist Suhl für Werder Bremen

schon lange unterwegs, aber bisher hatte er

nur die Amateure und Jugendmannschaften

gefahren. Mit der Anschaffung des PB hat

das Unternehmen Gerken Reisen jetzt auch

den Transport der Profis übernommen. Für

den Seniorchef und Werderfan ist ein Traum

wahr geworden (s. Kasten).

Jetzt hat der Reiseveranstalter drei Busse in

den Vereinsfarben von Werder im Fuhrpark.

„Die Initiative kam von Werder Bremen. Der

Verein hatte für den neuen Omnibus viele

Ausstattungswünsche, die der Scania alle erfüllen

konnte. “

Damit kann dem Scania Irizar PB aus

dem Fuhrpark von Gerken keiner das Wasser

reichen. So hat der Bus 42 Sitzplätze in

Vollleder. „Die Sitze sind sehr bequem“, stellte

Mannschaftsführer Frank Baumann bei der

ersten Besichtigung fest. „Selbst Naldo und

‚Merte’ werden hier für ihre langen Beine genug

Platz haben.“ Und auch mit der Größe des

neuen Busses habe sich der Verein deutlich

verbessert.

Für die Verletzten gibt es zwei Sitzgelegenheiten,

die auf Knopfdruck zu bequemen

Liegesitzen werden. So können sie die lädierten

Glieder hochlegen und schonen. „Das sind

dann wohl die Plätze für die über 30-Jährigen“,

sagte Baumann mit einem Lächeln auf den

Lippen. Doch auch die anderen Fahrgäste

kommen nicht zu kurz. Im Bus gibt es

noch zwei weitere Tische für

das kurze Kartenspiel

zum Entspannen oder aber die taktische

Besprechung im kleinen Kreis. Dafür hat

Gerken Reisen einen festen und einen versenkbaren

Clubtisch einbauen lassen. Zudem

sorgen ein DVBT-Fernseher sowie zwei weitere

15-Zoll-Monitore für die nötige Multimedia-

Ausstattung. So kann das Team auch den

Gegner vor dem Spiel nochmals analysieren.

Soll der Fernseher mal ausbleiben, stimmen

ein CD-Wechsler und eine professionelle

Audioanlage die Spieler mit Musik auf das Spiel

ein. Mit dem zusätzlichen Headset-Mikrofon

kann Trainer Thomas Schaaf mit den richtigen

Worten seine Spieler vor dem Kampf noch mal

heiß machen. Für ihn ist übrigens vorn die

erste Reihe auf der rechten Seite reserviert.

Wir haben

mit dem

neuen Bus einen

großen Schritt nach

vorne gemacht.

Klaus Allofs,

Geschäftsführer bei

Werder Bremen

Elegant:

Trotz einer Länge von 13,90 Metern

kommt der Scania Irizar PB dank seiner zweiten

Lenkachse auch in die engsten Stadioneinfahrten.

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Oben: Sobald der Tisch nicht mehr gebraucht

wird, lässt er sich einklappen. Links: Bei Bedarf

wird der Tisch zum Liegeplatz. Rechts: Eine

Espressomaschine darf im Bus nicht fehlen.

Was jedoch im Bus passiert, bleibt für die

Außenwelt verborgen. Extra getönte Scheiben

halten neugierige Blicke fern. Die Spieler können

aber die Landschaft während der Reise

zum Spielort ungehindert genießen und dabei

einen frischen Espresso trinken. Denn in der

kleinen kompakten Küche steht auch eine hochwertige

Espressomaschine, die ihn aus frisch

gemahlenen Bohnen zubereitet. Damit kalte

Getränke kalt bleiben, sind im Bus noch zwei

Trapezkühlschränke eingebaut. Zudem lassen

sich in der Küche Frenzel FOB 555 kleine Speisen

zubereiten. Bei der Ausstattung können sich die

Fahrgäste nur wohlfühlen.

Freuen sich über die

Partnerschaft: (v. li.):

Johann und Birgit

Gerken (Gerken Reisen),

Klaus Allofs (Werder

Bremen), Joachim

Hertle und Mario Krause

(Scania Deutschland).

Bitte hinten einsteigen:

Die Tür ist extra breiter,

damit die Spieler bequem in

den Bus kommen.

EIN FAN mIT LEIB UND SEELE

ES kann Doch Für EInEn Fan nIchtS

Schöneres geben, als „seine“ Bundesligamannschaft

mit dem eigenen Bus zu fahren. Für

Johann Gerken, Seniorchef bei Gerken Reisen,

ist der Traum wahr geworden. Mit dem neuen

Scania im Fuhrpark hat es jetzt geklappt. „Wir

sind mit dem Bus sehr zufrieden. An die Anordnung

der Bedienelemente am Fahrerplatz mussten

wir uns gewöhnen, aber es ist ja unser erster

Scania“, sagt Johann Gerken. Und auch über

die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit

freut sich der Inhaber. „Der Service beim Händler

Scania Hamburg ist wirklich prima“, betont er.

SEIt üBEr 30 JahrEn sorgt der passionierte

Busfahrer mit seinen Mitarbeitern dafür, dass die

Amateur-, Damen- und Jugendmannschaften

von Werder Bremen pünktlich zu ihren Spielen

kommen. Dabei begann alles mit einer Einladung

an die Werder-Amateure zum großen

Fußballturnier in Elsdorf. „Wir haben damals die

Mannschaft abgeholt“, sagt Birgit Gerken, Juniorchefin

bei Gerken Reisen. Das muss denen

wohl gut gefallen haben, denn seitdem sind wir

für die Grün-Weißen unterwegs.“ Die Profis von

Werder Bremen fährt Meik Suhl künftig mit dem

Scania Irizar PB zu den Spielen.

Doch auch für die Sicherheit im Verkehr

ist gesorgt. So kann sich Fahrer Suhl auf einen

Scania EGR-Motor verlassen. Beim Schalten

sorgt die elektronische Getriebesteuerung

Opticruise für saubere Schaltvorgänge. Der eingebaute

Geschwindigkeitsbegrenzer passt auf,

dass die zulässigen 100 Kilometer pro Stunde

nicht überschritten werden. Beim Drosseln

der Geschwindigkeit bei Bergabfahrten hilft

der Retarder und sollte Meik Suhl doch mal

scharf bremsen müssen, so wird das elektronisch

geregelt. Hinzu kommt das serienmäßige

Antiblockier-System. Damit andere

Verkehrsteilnehmer rechtzeitig gewarnt werden,

DaMIt hat DaS UntErnEhMEn

acht Reisebusse.

Für den Verein sind jedoch

meist nur zwei bis drei Johann Gerken

Busse unterwegs. Natürlich

fährt Gerken auch häufig andere Vereine oder

Gruppen. Die größte Einnahmequelle bei Gerken

Reisen bleiben aber die Busreisen. Das

Unternehmen bietet zum einen viele Tages- und

Wochenendfahrten an – zu Konzerten, Musicals

oder anderen großen Veranstaltungen. Bei den

Kurztrips stehen häufig die großen europäischen

Metropolen wie Berlin, Budapest, Paris, Prag

oder Wien auf dem Programm. Doch damit nicht

genug. Wer gern mal eine Busreise zum Nordkap

oder nach Südeuropa machen möchte, der

ist bei Gerken Reisen ebenfalls an der richtigen

Adresse.

Vor 49 JahrEn FIng allES ganz klein an. Der

Kfz-Mechaniker Johann Gerken gründete 1960

ein Mietwagenunternehmen mit Autoverleih.

Vier Jahre später kamen die ersten Busse hinzu.

Damals beförderte der Unternehmer in den

Wintermonaten die Kinder aus der Umgebung

Elsdorfs zur Schule. Heute bringt Gerken Reisen

die Fußballprofis von Werder sicher ans Ziel.

hat der Bus noch eine dritte Bremsleuchte.

Beim Rangieren warnt ein Rückfahrhorn

Personen, die sich in der Nähe befinden. So

kann Suhl die Mannschaft von Werder Bremen

überall sicher hinbringen, damit sie pünktlich

zu den Spielen erscheinen. Schon das äußere

Erscheinungsbild des Busses sei beeindruckend

und innen sei er deutlich geräumiger als sein

Vorgänger, ergänzt Allofs. Kein Wunder, dass

sich bereits weitere Bundesligavereine für den

Bus interessieren und ihn intensiv begutachtet

haben. So wird der Scania Irizar PB wahrscheinlich

bald noch andere Profifußballer

sicher und entspannt zum Spiel bringen.

20 SCANIA BEWEGT • 1.2009 www.scania.de


Porträt

Text und Fotos: Jan Bergrath

Ich kaufe

Scania, weil ich

keine Lkw mit

Harnstofflösung

fahren will.

Josef Hofinger

Träume

in Chromgelb

Josef Hofinger aus Roding hat sich für die EGR-Technologie von Scania entschieden.

In der Oberpfalz gilt Josef Hofinger Mauterhöhung seine Flotte zu modernisieren. ter und ältester Kunde ist das Sägewerk Gmach

als Trendsetter unter den Trans- Dabei stellte er auf die umweltfreundliche EGR- im nahegelegenen Pösing. Beide Unternehmen

portunternehmern. Nun ist er wieder

einen Schritt weitergegangen.

Technologie von Scania um. Hofinger selbst ist

kein Mann der großen Worte, aber wenn er etwas

aus tiefster Überzeugung macht, dann sagt er es

sind im Laufe der Jahre zusammengewachsen.

Für Gmach fährt Hofinger täglich 15

Touren Hackschnitzel – die meisten gehen zu

Zwischen September und Februar auch so: „Ich kaufe Scania, weil ich keine Lkw mit Smurfit Kappa in Nettingsdorf bei Linz. Dieser

hat er sieben seiner zwölf Schubbodenzüge

auf die EGR-Technolo-

Harnstofflösung fahren will.“

Nun steckt die Welt

Kartonagenhersteller beliefert zu 90 Prozent

Molkereien in Österreich

und Deutschland. Je

gie von Scania umgestellt. mitten in der größten

1979, mit 21 Jahren, übernahm der nach Auftragslage kön-

Wirtschafts- und Finanz- heute 51-jährige Josef Hofinger das nen die Walking Floorkrise

seit den 30er

Unternehmen seines Vaters Josef, der Auflieger bei Smurfit

Die kleine Stadt Roding liegt

auf 370 Meter Höhe am Tor des

Bayerischen Waldes in der Oberpfalz.

Einen gewissen Weitblick kann man

Josef Hofinger also schon unter-

Jahren, aber Hofinger

zeigt sich davon erstaunlich

unbeeindruckt.

Seine Auftragslage ist

nach wie vor konstant.

den Betrieb bereits 1952 in Roding in der

Oberpfalz gegründet hatte. Er begann

mit einem gebrauchten Lkw für das Sägewerk

Gmach in Pösing. Heute fährt er mit

zwölf Schubbodenzügen, unterstützt von

seiner Frau Edith und Tochter Katharina,

Kappa 33 Paletten mit

Milchkartons zurückladen.

„Getrunken wird

immer“, sagt Hofinger.

So legen seine Lkw rund

stellen und er hat bereits im September des Ein Grund dafür ist die

einer Diplom-Betriebswirtin (FH).

600 bis 700 Kilometer

vergangenen Jahres damit begonnen, wegen der Milch. Hofingers größ-

am Tag zurück.

Aber was heißt schon Lastzüge? Rollende

Fahrerträume in leuchtendem Chromgelb

sind es, als Zugmaschinen dienen sieben vollausgestattete

Scania R 480 LA 4x2 MNA mit

Abgasrückführung Scania EGR, Opticruise,

Standklimaanlage, Ledersitzen, Bordküche,

verchromten Bügeln. Die Auflieger mit einem

Leergewicht von 7.450 Kilogramm und einem

Volumen von 93,6 Kubikmetern stammen aus

der jüngsten Generation der Schubbodentrailer

von Kraker aus den Niederlanden. Wie durchdacht

nahezu alles an den Zügen ist, zeigt sich im

Detail: Bevor die Fahrer nach der Beladung die

Plane ausrollen, spannen sie jeweils rechts und

links in Längsrichtung einen Gurt. „Dadurch

liegt die Rollplane glatt auf“, sagt Hofinger. „Es

kann sich kein Wasser in irgendwelchen Dellen

sammeln. Gerade im Winter ist das für die

Verkehrssicherheit sehr wichtig.“

Kein Wunder also, dass sich Hofinger bislang

nie Sorgen um qualifizierte Fahrer gemacht

hat. Ganz im Gegenteil: Fluktuation ist eher

ein Fremdwort. Hofingers ältester Mitarbeiter

hält ihm schon seit 22 Jahren die Treue, sogar

dessen Sohn arbeitet ebenfalls im familiärkameradschaftlich

geprägten Unternehmen.

Alle Fahrer können im Notfall beim Kunden

auch mit dem Radlader umgehen und der

Werkstattmeister kann natürlich Lkw fahren.

Vorgeladen und täglich frisch gewaschen steht

die gesamte Flotte meist schon am frühen Nachmittag

auf dem weitläufigen Betriebsgelände

im Rodinger Gewerbegebiet. Zwischen ein und

zwei Uhr am Morgen bricht die Crew dann zu

den Ausladestellen auf – und ist pünktlich beim

Kunden. Im kleinen Grenzverkehr transportiert

Hofinger Holzhackgut nach Österreich und als

Rückladung Dünger, Holzspäne, Kartonagen und

Oben: 600 bis 700 Kilometer legen die vollausgestatteten

Scania von Hofinger täglich zwischen

der Oberpfalz und Österreich zurück, maximal

160.000 im Jahr. Unten: Schon seit den 60er Jahren

fährt Hofinger für das Sägewerk Gmach in Pösing.

Die edlen Schubbodenzüge holen dort täglich bis zu

15 Ladungen Hackschnitzel ab.

Grünkompost. „Gerade jetzt in der Krise zahlt

es sich aus, dass wir aufgrund unserer hohen

Zuverlässigkeit über viele Jahre treue Partner

gewonnen haben.“

Der Transport von Hackschnitzeln wird

nach Volumen berechnet, der von agrochemischen

Produkten nach Tonnen und für

Kartonagen gibt es einen Festpreis. Mit einigen

seiner Kunden konnte Hofinger eine variable

Dieselklausel vereinbaren. Umso erfreulicher

ist es für ihn, dass sich schon der erste neue

Scania mit EGR-Motor nach 60.000 gelaufenen

Kilometern als sehr sparsam erweist – inklusive

Verbrauch zum Antrieb des Schubbodens beim

Entladen. „Damit bin ich wirklich zufrieden“,

lobt Hofinger.

In der Region Oberpfalz gilt Hofinger als

Trendsetter unter den Transportunternehmern.

Das ist die feste Überzeugung von Peter Seiler

aus Regensburg, Verkäufer der Karl Mossandl

GmbH & Co. in Dingolfing, der Hofinger nun

schon seit 20 Jahren betreut. „Das wird sich

sehr schnell rumsprechen“, sagt Seiler. „Für

mich ist Hofinger ein fairer und angenehmer

Kunde mit einer großen Liebe zu unserem

Produkt.“ Dafür gibt es drei handfeste Gründe:

der erste ist ein gebrauchter 111er-Scania mit

305 PS, durch den Hofinger 1981 zum ersten

Mal die unvergleichliche Leistungsstärke der

Schweden kennen und schätzen lernte. Der

zweite ein 142er-Intercooler mit 420 PS von

1983 – sein erster neuer Scania, der ihn zum

V8-Fan machte – und der dritte die nunmehr

25-jährige Betreuung durch Mossandl. Seit

zehn Jahren lässt Hofinger seine Lkw beim

Scania Servicepartner Stigler in Michelsneukirchen

warten. Der etwas höhere Preis spielt

für Hofinger, der die Zugmaschinen nach vier

bis fünf Jahren in Eigenregie verkauft, durch

den höheren Wiederverkaufswert nicht die

entscheidende Rolle. „Mich fasziniert nach wie

vor das King of the Road-Gefühl“, gibt er zu.

22 SCANIA BEWEGT • 1.2009 www.scania.de www.scania.de 1.2009 • SCANIA BEWEGT 23


SERVICE

Text und Fotos: Joachim Geiger

Manchmal genügt schon ein

kleiner Defekt, um selbst die

robuste Technik eines Scania

außer Gefecht zu setzen. Damit

das Fahrzeug schnellstens wieder

auf die Straße kommt, ist eine

effiziente Problemlösung gefragt.

Als erfolgreicher Nothelfer hat

sich in den letzten Jahren die

Scania Assistance in Koblenz

etabliert.

Für Carsten Göhde, Fahrer der

Torwesten Spedition in Essen,

kommt es gerade knüppeldick. Erst

erwischt ihn ein Wolkenbruch, dann

macht sein bildschöner Scania R 420

beim Starten keinen Mucks. Dabei muss der

Tankzug mit einem dringenden Auftrag schnellstens

auf die Piste. Trotzdem bleibt Göhde gelassen.

Er weiß: Die Scania Assistance ist über das

Malheur informiert, ein Notdienst-Servicewagen

ist bereits unterwegs. „Bei einer Panne informiert

der Fahrer erst den Disponenten. Lässt der

Transportjob genügend Luft, wird auf herkömmliche

Weise repariert“, schildert Disponent Dirk

Gardziella das Procedere bei Torwesten. „Drängt

die Zeit, kommt die Scania Assistance ins Spiel.

Wir geben dann über die international gültige

Notrufnummer das Kennzeichen des defekten

Fahrzeugs sowie die Handynummer des Fahrers

weiter. Den Rest übernimmt Scania.“

Die

Aufgabe

der Scania

Assistance ist

die Verfügbarkeit

unserer Lkw.

Dirk Gardziella,

Disponent der Torwesten Spedition

Bei Wind und Wetter

Die Mitarbeiter der 1996 ins Leben gerufenen

Notrufzentrale in Koblenz sind auf Fälle

wie diesen bestens vorbereitet. „Die

Aufgabe der Scania Assistance besteht

darin, nach einem technischen

Defekt die Lkw und Trailer der

Scania Kunden aus Deutschland,

Österreich, der Schweiz und

Polen so schnell wie möglich

wieder ins Rollen zu bringen,

und das an 365 Tagen im Jahr“,

weiß Markus Schwiedessen, Leiter der

Scania Assistance Central Europe. Seine

aktuelle Bilanz verzeichnet rund 42.000 Einsätze

pro Jahr. Am häufigsten sind es deutsche Kunden

mit einer Panne in Deutschland, die den Service

einer kostenlosen Vermittlung und Beratung in

Anspruch nehmen – der Anteil beträgt rund 45

Prozent.

Das Team der Scania Assistance

übernimmt stets einen aktiven Part bei der

Problemlösung. Alle 20 Mitarbeiter kennen die

Technik eines Scania aus dem Effeff. Die meisten

sind Kfz-Mechaniker, die teilweise sogar mit

Meisterbrief aufwarten. Den üblichen Auftakt

einer Pannenhilfe markiert ein Gespräch mit

dem Fahrer, bei dem der Mitarbeiter das Problem

einkreist. „Wenn möglich, leisten wir Hilfe zur

Selbsthilfe“, beschreibt Markus Schwiedessen

die Vorgehensweise des 24 Stunden verfügbaren

Hilfsdienstes. Ganz oben auf der Hitliste der

Hilferufe stehen Allerweltsprobleme mit Batterie

und Reifen. Aber auch für diffizilere Fragen hat

das Team Lösungen parat. Der Zündschlüssel

lässt sich nicht mehr drehen? Bei Opticruise

schalten die Gänge nicht mehr? Im ersten Fall

löst ein Tausch des Startrelais das Problem, im

zweiten aktiviert der Fahrer unter Anleitung des

Mitarbeiters ein Notschaltprogramm, mit dem

er auf eigener Achse die nächste Scania Werkstatt

anfahren kann.

Ebenfalls eine Aufgabe der Scania

Assistance: Sie sichert dem Scania Partner

die Bonität des Kunden zu, bevor der den

Werkstattwagen zur Hilfe schickt. Tatsächlich

verdankt die Scania Assistance ihre enorme

Schlagkraft einem dicht gestrickten Netz von

Scania Partnern. Allein in Deutschland sind es

rund 150 Betriebe, die auf schnelle Hilfeleistung

eingerichtet sind. So beträgt die durchschnittliche

Wartezeit für einen Fahrer in Deutschland

vom ersten Anruf in der Notrufzentrale bis zum

Eintreffen des Pannenwagens gerade mal knapp

eine Stunde. Im Fall der Torwesten Spedition

ist der Notdienst freilich schon nach einer halben

Stunde vor Ort. Auch die Ursache für die

SCAniA

ASSiStAnCe

Hilfe rund um die uHr

An 365 tAgen im JAHr unter

Zwangspause – ein defekter Batterietrennschalter

– ist schnell gefunden und behoben. Nach einer

Viertelstunde im Dauerregen sind Fahrer

Göhde und der Scania Monteur zwar nass bis

auf die Knochen. Am Ende hängt aber niemand

› Manchmal sorgt nur ein Batterieproblem

für eine Zwangspause. Torwesten-Fahrer

Carsten Göhde (li.) ist mit seinem Tankzug nach

15 Minuten wieder auf Achse.

› Gut geschultes Personal – hier Martin

Leibold – garantiert die Professionalität der

Scania Assistance.

die erfolgreiche Reparatur an die große Glocke.

„Entscheidend ist allein, dass das Problem gelöst

wird“, fasst Disponent Gardziella die Ansprüche

der Torwesten Spedition an die Scania Assistance

zusammen.

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mit gerStenSAft durCH europA

DiE vor 40 JAhrEn GEGrünDETE TorwESTEn SpEDiTion in Essen hat sich auf nationale und

internationale Tankbiertransporte spezialisiert. Nachgefragt werden die Transportkapazitäten des von

den Brüdern Jens und Dirk Torwesten geführten Familienunternehmens von großen Braukonzernen

sowie kleinen und mittelständischen Brauereien. Das Transportmittel für den Gerstensaft sind spezielle

Tankzüge. Seit 1988 ist Torwesten Kunde von Scania. Im Fuhrpark stehen 25 Scania der Baureihe

R, der größte Teil davon mit für Euro 5 ausgelegten Motoren. Dicke Pluspunkte vergibt Torwesten für

den Service seines Scania Partners Breuer in Duisburg. Man schätzt die schnelle und unbürokratische

Hilfe, die Flexibilität der Mitarbeiter und die kundenfreundlichen Öffnungszeiten der Werkstatt.

„Mit Scania haben wir unsere Folgekosten im Griff“, weiß Jens Torwesten. „Und mit der Scania

Assistance sind wir bei den anspruchsvollen Aufträgen unserer Kunden stets auf der sicheren Seite.“


SERVICE

Text: Thomas Göttl, Fotos: Scania

GEWINNSpIEl

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aus dem letzten Rätsel heißen:

• K. D. Schlegge, Melle

• Thorsten Müller, Siegburg

• Marcus Klaas, Lemgo

• Günter Bäsche, Hamburg

• F. Dörfler, Hohenpeißenberg

• Steffen Duhme, Jamel

• Frank Fischer, Karbach

• Jürgen Löchle, Wildpoldsried

• Noah Weisenfeld, Weidenhahn

• Holger Buck, Engstingen

EuRopAWEITER

NoTRuF 112

IN AllEN SpRACHEN

GEWINNFRAGEN:

å Wie hoch war das Drehmoment des

ersten V8-Motors von 1969?

ç Wie hoch kann der Rettungskorb des

Bronto-Skylift der RWE-Feuerwehr

ausgefahren werden?

é Wie viele Sitze hat der neue

Mannschaftsbus von Werder Bremen?

ABSENDER:

Vorname Name Telefon-Nr.

Adresse

Obwohl es seit Dezember 2008 die gebührenfreie

und europaweit einheitliche Notrufnummer 112

gibt, weiß nur jeder vierte Europäer, dass sie auch in

anderen EU-Ländern funktioniert. Zudem hat jeder Dritte 112-Anrufer

in anderen Ländern mit Sprachproblemen zu kämpfen. Laut einer

Umfrage im Auftrag der EU-Kommission halten 94 Prozent der EU-

Bürger eine EU-weit einheitliche Notrufnummer für sinnvoll. Dennoch

besteht Verbesserungsbedarf bei Sprachproblemen und der Bekanntmachung

des Notrufs. 28 Prozent der Anrufer habe sprachliche

Probleme, wenn sie die „112“ im Ausland anrufen, obwohl 21 Mitgliedstaaten

angegeben haben, dass ihre 112-Notrufzentralen in der Lage

sind, Anrufe auf Englisch zu bearbeiten (12 Mitgliedstaaten auf Deutsch

und 11 Mitgliedstaaten auf Französisch). Nur 24 Prozent der befragten

EU-Bürger wussten spontan, dass 112 die Rufnummer ist, unter der sie

überall in der EU die Rettungsdienste erreichen können. Die Bekanntheit

des EU-Notrufs ist von Land zu Land sehr unterschiedlich, von

drei Prozent in Italien bis zu 58 Prozent in der Tschechischen Republik.

Weitere Informationen zur einheitlichen Notrufnummer gibt es unter

http://www.ec.europa.eu/112

Der Gewinn: Zehn Scania Jahrbücher

Mitarbeiter der Scania Deutschland-

Organisation sind von der Teilnahme

am Gewinnspiel ausgenommen.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

„Edition 4“ von Felix Jacoby


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