Kriegskosten im Flecken Gieboldehausen im Februar 1675

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Kriegskosten im Flecken Gieboldehausen im Februar 1675

438 Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder

dem Eichsfeld Notgeldausgaben der Kreise

Heiligenstadt, Worbis und Duderstadt, verausgabten

die Städte Dingelstädt, Duderstadt

und Heiligenstadt sowie die Gemeinde Küllstedt

und einige Firmen eigene Geldscheine.

Im Gefolge des Zusammenbruchs des Heiligen

Römischen Reichs Deutscher Nation im

Jahre 1806 und der damit verbundenen Beseitigung

vieler kleiner und kleinster Staaten und

der zum Teil mächtigen geistlichen Staaten

durch die Säkularisation verringerte sich auch

die Vielfalt des Geldumlaufs. Es bildeten sich

zwei Geldsysteme heraus, das süddeutsche

Guldensystem und das sich in Norddeutschland

immer mehr ausbreitende System des

preußischen Talers. Das Eichsfeld gehörte

als seit 1802 zu Preußen zählendes Gebiet

zum Währungssystem des preußischen Talers.

Dabei waren nicht nur preußische Münzen

hier im Umlauf, sondern auch Taler und

Talerteilstücke bis hinunter zum Pfennig der

anderen zu diesem Währungsgebiet zählenden

Staaten, etwa des Königreichs Hannover

oder des Königreichs Sachsen. Aber auch die

süddeutsche Währung war im Umlauf vertre-

ten. Nach dem Dresdener Münzvertrag vom

30. Juli 1838 galten 3 ½ Gulden für 2 Taler.

Und nach der Gründung des Deutschen

Reichs 1871 kam es dann zur schon geschilderten

Währungsvereinheitlichung.

Das Geld, mit dem unsere Vorfahren bezahlten,

war also ab dem Ausgang des Mittelalters

äußerst vielgestaltig, da im Eichsfeld alle

möglichen Münzen im Geldumlauf vertreten

waren. Sie zu benennen, fällt äußerst schwer,

da wir sie nur insoweit kennen, als sie uns

nur durch Funde oder gelegentliche schriftliche

Mitteilungen überliefert sind. Hier sind

die Diebstahlsanzeigen in den Intelligenz- und

Nachrichtsblättern des 19. Jahrhunderts, etwa

dem „Worbiser Kreisblatt“ oder dem „Eichsfelder

Tageblatt“, interessant, in denen die gestohlenen

Münzen zum Teil genau benannt

sind.

Die vorstehenden Ausführungen machen

deutlich, wie kompliziert die Frage nach dem

Geld unserer Vorfahren auf dem Eichsfeld zu

beantworten ist, und was man alles dabei zu

beachten hat.

Kriegskosten im Flecken Gieboldehausen

im Februar 1675

In den Eroberungskriegen Ludwig XIV. von

Frankreich, namentlich des zweiten Krieges

1672-1678, der gegen die nördlichen Niederlande

gerichtet war, kam es zur Verletzung der

Reichsneutralität am Niederrhein.

Als Folge dessen schlossen sich Habsburg

mit Brandenburg und den nördlichen Niederlanden

zu einem Bündnis zusammen. Infolge

militärischer Aktionen im Reich wurden französische

Truppen aus den Niederlanden abgezogen.

Ludwig XIV. verließ das Land schließlich

ohne Entscheidung. Das Interesse des französischen

Königs galt von nun an Lothringen,

dem Elsass, Trier und der Pfalz und führte auf

von Gerhard Rexhausen

Drängen des Kaisers, aber gegen den Willen

Bayerns und Hannovers, zur Kriegserklärung

des Reichstags an Frankreich.

Bei den sich daraus ergebenden Kriegshandlungen

hatte auch das Eichsfeld oft unter Einquartierungen

zu leiden. Die hier angeführte

Liste nennt nicht nur die Namen der damals

hier wohnenden Familien, sondern gibt auch

einen interessanten Einblick in die Kosten

und die Zusammensetzung einer solchen

Truppe.

Um eine bessere Lesbarkeit zu erreichen,

wurde der folgende Text überarbeitet.

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