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Ergativität in der modernen generativen Grammatik

Ergativität in der modernen generativen Grammatik

kick → THETAb:

kick → THETAb: internes Argument → THETAa: externes Argument Verb + internes Argument, also die VP, können abstrahiert als die Prädikation 'jemanden treten' für das Subjekt interpretiert werden. Die Unterscheidung zwischen internem und externem Argument sagt natürlich noch nichts aus darüber, welche Theta-Rollen denn konkret zugewiesen werden – entsprechende Information fände sich jeweils, wie gesehen im Fall von kick, im Lexikon. Doch auch hier gibt es Vorschläge, ähnlich wie bei der Kasusmarkierung, eine eindeutige Zuordnung einer spezifischen Theta-Rolle und einer syntaktischen Position zu treffen: Uniformity of Theta Assignment Hypothesis Identical thematic relationships between items are represented by identical structural relationships between those items at the level of D-structure. (BAKER 1988:46) Universal Thematic Alignment Doctrine If a head's theta grid contains an agent argument, then this argument is the external argument. If a head's theta grid contains a patient argument, then this argument is associated with [YP,X'] (WEBELHUTH 1995: 31) Die Uniformity of Theta Assignment Hypothesis (fortan UTAH) zunächst restringiert das Abbildungsverhältnis von Theta-Rollen und syntaktischen Positionen in der Tiefenstruktur eines Satzes indem sie besagt, daß identische thematische Relationen auf der Ebene der Tiefenstruktur über identische strukturelle Relationen repräsentiert sind. Informell gesagt bedeutet das, daß z.B. die Relation 'Patiens' nicht das eine Mal über eine XP, die Schwester des Verbs ist, und ein anderes Mal über eine XP, die Schwester der VP ist, repräsentiert sein kann. Die Universal Thematic Alignment Doctrine (fortan UTAD) ist noch spezifischer: sie stellt einen eindeutigen Bezug zwischen Agens und externem Argument, sprich Tiefensubjekt her, und einen eindeutigen Bezug zwischen Patiens und internem Argument, sprich Tiefenobjekt. Die Tiefenstruktur für ein entsprechendes zweiwertiges Verb kann also wie folgt konkretisiert werden: (4) S NP VP Theta: Agnt V NP Schema (3) bezieht sich auf die Oberflächenstruktur; Schema (4) dagegen auf die Tiefenstruktur. Im Falle unseres Beispielssatzes (a) gibt es diesbezüglich keine weiteren Komplikationen – die syntaktische Position der Nominalkonstituenten ist jeweils dieselbe; TS-Subjekt entspricht OS- Subjekt; TS-Objekt entspricht OS-Objekt.: (5) S Subjekt Kasus: Subj Theta: Agnt Theta: Ptnt NP VP Pron V NP He kicks Pron him Für ein Verb wie kick mit entsprechendem Argumentraster gälten somit die folgenden Reihen, die Angaben über syntaktische Position und grammatische Funktion sind für TS und OS gleich: externes Argument – Agens – unmittelbar von S dominierte NP – Subjekt – Subjektskasus internes Argument – Patiens – unmittelbar von VP dominierte NP – Objekt – Objektskasus Kommen wir nun zu einem Fall, in dem das Verb nicht zwei, sondern nur ein Argument hat, z.B. in (b) He jumped. 34 Objekt Kasus: Obj Theta: Ptnt

Die Repräsentation dieses Satz ist unproblematisch – die Nominalkonstituente steht in der Agens- Relation zum Verb, ist dessen externes Argument, sprich TS- und OS-Subjekt und erhält auf der OS Subjektskasus zugewiesen: externes Argument – Agens – unmittelbar von S dominierte NP –Subjekt – Subjektskasus Eine andere Situation liegt vor in einer Passivkonstruktion wie (c) He was kicked. Auch in diesem Satz hat das Verb nur ein Argument, dieses allerdings steht zu ihm in der Patiensrelation. Unter Berücksichtigung von UTAH und UTAD kann diesem Satz nur eine Tiefenstruktur zugrundeliegen, in der die Nominalkonstituente als Schwester des Verbs auftritt. Allerdings weist die TS für diesen Satz ebenfalls eine Position für ein externes Argument auf, die allerdings nicht belegt ist. Hier spielt das 'erweiterte Projektionsprinzip' eine wichtige Rolle, dessen Sinn und Zweck hier nicht näher diskutiert werden kann, dessen Kernaussage aber darin besteht, daß ein jeder Satz ein Subjekt aufweisen muß: Not only must lexical properties of words be projected in the syntax, but in addition, regardless of their argument structure, sentences must have subjects. The latter requirement has come to be known as the extended projection principle (EPP). (HAEGEMANN 1991:59) Da, wie weiter oben geschildert, Bewegungstransformationen nicht strukturverändernd sein dürfen, muß also bereits die TS eines Satzes eine entsprechende syntaktische (Subjekts-)Position aufweisen. Die TS von Satz (c) hätte also die folgende Form, das 'e' steht für empty: (6) S NP VP e V NP be kicked Pron h- Dabei wird klar, daß die NP argumenttechnisch betrachtet des Status eines internen Argumentes hat. Damit aus (6) eine akzeptable Struktur wird, muß allerdings etwas geschehen: was kicked h- bzw. was kicked him ist schließlich kein wohlgeformter englischer Satz. An dieser Stelle wird ein weiterer interessanter Aspekt dieses Ansatzes deutlich, nämlich die 'intermodulare' Koppelung von Kasusmarkierung und Argumentstruktur und deren enge Verbandelung mit der (Oberflächen-) Linearität des Satzes. Es gelte die folgende Annahme: Weist ein Verb kein externes Argument auf, ist die unmittelbar von VP dominierte NP auch nicht kasusmarkiert. 3 Genau dieser Fall liegt in (c) bzw. (6) vor. Da nun eine NP ohne Kasusmarkierung den Wohlgeformtheitsbedingungen unseres Modells widerspricht (siehe dazu den Abschnitt Kasusmarkierung), würde die Struktur unter (6) ausgefiltert – es sei denn, die NP in question 'gelangte' in eine Position, in der ihr Kasus zugewiesen werden kann. Hier genau setzt eine Bewegungstransformation ein, insofern Baum (6) auf Baum (7) abgebildet werden kann, in welchem das interne Argument in der Position auftritt, der Kasus zugewiesen wird, und zwar natürlich Subjektskasus (das 't' steht für trace): (7) S NP VP Pron V NP Het was kicked t 3 Hinter dieser 'Annahme' verbirgt sich natürlich so etwas wie 'Burzios Generalisierung', die sich z.B. in Webelhuth 1995:44 in der folgenden Form findet: A verb that governs an NP Case-marks this NP structurally iff the verb has an external argument, die allerdings für den vorliegenden Text umgestrickt werden mußte 35

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