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Ergativität in der modernen generativen Grammatik

Ergativität in der modernen generativen Grammatik

Über die Spur t, die

Über die Spur t, die die bewegte Konstituente an ihrer ursprünglichen Position hinterläßt, kann auch der Oberflächenstruktur die Information entnommen werden, daß diese Konstituente auf der TS Objektstatus hatte und also internes Argument ist. Für die NPgilt hier also die folgende Reihe: internes Argument – Patiens – TS: unmittelbar von VP dominierte NP – TS-Objekt – OS: unmittelbar von S dominierte NP – OS-Subjekt – Subjektskasus Eine etwas andere Situation liegt vor in Satz (d): (d) He sank Wie in Satz (c) hat das Verb hier nur ein Argument, und zwar ein Patiens-Argument. Im Unterschied zu Satz (c) liegt aber hier keine Passivkonstruktion vor. So man sich aber an UTAH und UTAD orientiert, gelangt man zu der Erkenntnis, daß auch hier eine TS vorliegen muß, die der unter (7) entspricht: (8) S NP VP e V NP sink Pron h- Das heißt: für das Argument von sink in dieser Konstruktion treffen genau dieselben Kriterien zu wie die oa. für das Argument des passivierten kick (internes Argument, Patiens usw.) Bezüglich der hier aufgeführten Verben (kick, be kicked, jump, sink) können nun bestimmte im Modell verankerte Korrespondenzen bezüglich grammatischer Funktion, syntaktischer Position, Theta-Rolle und Kasus ausgemacht werden. Am Rande sei erwähnt, daß in diesem Text ganz bewußt darauf verzichtet wird, diese Verben in irgendeiner Weise mit Bezug auf Termini wie 'ergativ', 'unergativ', 'akkusativ', 'unakkusativ' etc. zu klassifizieren. Zur Begründung das folgende, etwas längere Exzerpt, welches die Leser cum grano salis nehmen sollen: ...the terms "unaccusative" and "unergative" were coined by Geoff Pullum in a letter to Paul Postal in 1976. These terms were constructed from already familiar notions of grammatical case. In some languages (Nominative-Accusative), the object of a transitive clause is marked with Accusative case. Thus, Pullum proposed that a stratum containing an object but no subject should be called UNaccusative. In other languages (Ergative-Absolutive), the subject of a transitive clause is marked with Ergative case. Pullum's proposed term for a stratum with a subject but no object was UNergative. Some of the current and ongoing confusion with these terms arises from the fact that Luigi Burzio, in his 1981 MIT dissertation, refers to Unaccusative predicates as "ergative" and to Unergative predicates as "intransitive". Pullum refers to this re-nomenclature as "a truly crackbrained piece of terminological revisionism". However, if Burzio's terminology muddied the waters some, the ad hoc manner (per ignorance and intellectual sloth) in which others have mixed up both sets of terms is particularly unforgivable (you know who you are). Notice that Burzio, in reserving "intransitive" for predicates with an underlying SUBJECT but no OBJECT, had left no cover term for monadic predicates. Dissatisfied with this state of affairs, but unwilling to wholly abandon the more "fashionable" term, Ergative, some linguists in the mid-1980s took to using Ergative in contrast to Unergative, reserving in this way the term Intransitive for the union of the two sets. The Pullum-Postal Terminology: INTRANSITIVE can be either: UNERGATIVE (has a SUBJECT and no OBJECT), or UNACCUSATIVE (has an OBJECTand no SUBJECT) The Burzio Terminology: INTRANSITIVE (has a SUBJECT and no OBJECT), or ERGATIVE (has an OBJECTand no SUBJECT) Terms for the Fashionably Confused: INTRANSITIVE can be either: UNERGATIVE (has a SUBJECT and no OBJECT), or ERGATIVE (has an OBJECTand no SUBJECT) (STAN DUBINSKY 1996; Linguist List 7. 2; URL: http://www.emich.edu/~linguist/issues/7/7-2.html) 36

Das folgende Schema faßt die bisherigen Ausführungen zusammen; das externe Argument ist im Raster jeweils unterstrichen. So keine genaueren Angaben gemacht sind, beziehen sich die Aussagen bezüglich gr. Funktion (GF) und syntaktischer Position gleichermaßen auf TS und OS: (i) Verb Arg1 Arg2 Verb Arg Verb Arg z.B.: kick NP1 NP2 jump NP be kicked, sank NP Theta: Agens Patiens Agens Patiens Position: [NP..]S [NP..]VP [NP..]S TS: [NP..]VP OS: [NP..]S GF: S O S TS: O OS: S Kasus: Subj Obj Subj Subj Was die bisherigen Ausführungen und dieses Schema ganz klar verdeutlichen, ist die in diesem Rahmen vorliegende systematische Verzahnung von Argumentstruktur, syntaktischer Position, grammatischer Funktion, Theta-Rolle, Kasusmarkierung und, last but not least, Oberflächenanordnung der einzelnen Konstituenten. Bezüglich der weiter oben erwähnten Korrespondenzen gilt, daß stets das TS-Subjekt mit der Theta-Rolle Agens korreliert; das OS-Subjekt mit der Kasusmarkierung Subjektskasus usw. Wichtig dabei ist, daß die in Schema (i) kodierten Inhalte in dieser Form nicht den Status von Postulaten haben (die z.B. über Sprachdatenanalyse induktiv gewonnen wurden), sondern ableitbar sind aus dem Netz von nicht-konstruktionsspezifischen Hypothesen und Theoriekomponenten, die dieses Modell ausmachen, im konkreten Fall der Differenzierung von internen und externen Argumenten und den Angaben in den Abschnitten Kasuszuweisung und Thetamarkierung. Daß diese Herangehensweise potentiell große ökonomische Kraft hat, ist klar. Auch klar ist, daß hier Erklärung geleistet wird in dem Maße, in dem die Form der beobachteten Daten die logische Konsequenz aus den in der Grammatik vorgestellten Hypothesen ist. Die hierbei gewonnenen Konstrukte sind dabei durchaus kompatibel mit traditionellen Begriffen aus der Sprachwissenschaft, z.B. was die gr. Funktionen betrifft. Wenn wir uns in Schema (i) auf die Attribute für Theta-Rolle und Kasus konzentrieren, dabei aber die konkreten Werte durch Variablen ersetzen, erhalten wir Schema (ii): (ii) V Arg1 Arg2 V Arg V Arg Theta A B A B Kasus 1 2 1 1 Hier sehen wir die für Nominativ-Akkusativsprachen typische Zuordnung – wenn 1=Nominativ und 2=Akkusativ kann dieses Schema auch problemlos auf das Deutsche abgebildet werden. 4. Ergativsprache Stellen wir nun diesem Schema das folgende gegenüber: (iii) V Arg1 Arg2 V Arg V Arg Theta A B A B Kasus 1 2 2 2 In der letzten Zeile sehen wir einen deutlichen Unterschied zu Schema (ii), und die Variablenbindung 1=Ergativ und 2=Absolutiv veranschaulicht, daß dieses Schema auf die Situation in einer Ergativsprache4 deutet: 4 Das Phänomen der 'gespaltenen Ergativität' wird in diesem Aufsatz erst gar nicht angesprochen – es würde die Sache auch keinesfalls vereinfachen, sondern um ein vielfaches komplexer machen. 37

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