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hemptimes.ch

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Nr.1 Winter 2001/02

Informationsblatt über Hanf, Hanfprodukte und Hanfkultur

CHF 5.– Edition d

legalize it: Freiheit für Hanf

hempnews:

Ständerat revidiert BetmG

hemp history:

Napoleon’s Hanfschlacht

growing:

Haus oder Garten?


(K)ein Interesse mehr am Hanf?

hempnews

Schweiz: Der Ständerat befasst

sich mit den Vorschlägen zum

neuen BetmG 4

Ausland: Bald Legalisierung

des Hanfkonsums in

Grossbritannien? 5

comics

Neulich im Hanfbüro: Das Comic

über und mit der Schweizer

Hanfszene 7

legalize it

Neues aus der CSC/SHK: Freiheit

für Bernard und den Hanf! 8

(K)Ein Joint mit… der Bundesversammlung

vor der Revision

des Betäubungsmittelgesetzes 10

hemp history

Napoleons Hanfschlacht: Was

nicht im Geschichtsbuch steht 14

growing

Hanfanbau: Die Vor- und Nachteile

der Pflanzenzucht in Haus

oder Garten 16

der report

Im ersten Hanflädeli Europas:

Zu Besuch im «Growland»

in Bern 20

cannaisseurs

Samen? Sorten?: Ein Kennerbericht

über Herkunft und

Botanik des Cannabis 22

spirits of nature

Die vollkommene Welt: Teil 7

der besinnlich-spirituellen

Geschichte 25

libertez rappaz

Le Farinet de Saxon: Die Portrait-

Serie des Walliser Hanfbauern

Bernard Rappaz 27

hanfinteam

Interviews mit MitarbeiterInnen

aus Betrieben der Schweizer

Hanfbranche 28

dr. hanf

Lottis Briefkasten: Erfahrungen

und Ansichten zu Hanf als

Heilmittel 33

culinarium

Zurück zur Natur: Über Hanf als

Lebensmittel; Kochrezept 35

hempevents

CannaTrade 2002: Wieder in der

Berner BEA; Events-Agenda 37

die letzte

Swiss Hemp Times: In eigener

Sache; Impressum 38

Seit dem letzten «Thuner Hanfblatt»

sind fast sechs Monate über das Land

gezogen. Während wir von der ehemaligen

«THB»-Redaktion das

«Schweizer Hanfblatt» im Frühherbst

beinahe realisiert sahen, kamen erste

Dämpfer.Es stellte sich heraus,dass für

den grossen Start im Herbst weder das

Team noch das redaktionelle Material

in ausreichender Güte vorhanden waren.

Wir hatten gerade ein 4-seitiges

«Mini-SHB» mit Infos über die Verzögerung

in den Druck gegeben, als uns

Ende September der wahre Hammer

traf: Per Notar liess das deutsche Cannabismagazin

«Hanfblatt» mitteilen,

der Name «Schweizer Hanfblatt» stelle

eine Verwechslungsgefahr mit ihrem

Heft dar und wir müssten mit juristischen

Konsequenzen rechnen, sollten

wir unsere Publikation nicht anders

nennen.Traurig, aber wahr.

Und während sich die Kernredaktion

in gedämpfter Motivation von vorne

Gedanken über Namen, Layout und

das Konzept des Heftes machte, brach

die Nachricht vom Kriegsausbruch in

Afghanistan herein.In dieser traurigen

Stimmung kam auch die Frage auf, ob

es bei der aktuellen Weltlage überhaupt

angebracht ist, noch weitere

Energie in ein Hanfheft zu stecken.Die

Antwort war «Ja!», denn die Hanfdiskriminierung

steht symbolisch für viele

Übel auf der Erde: Nicht zuletzt die

doppelmoralische Wirtschafts- und

Drogenpolitk einer gewissen Supermacht

fördert Katastrophen wie diesen

jüngsten Krieg. Viele HanfkennerInnen

haben diese Zusammenhänge

erkannt – schliesslich steht auch ihr

harziges Stücklein Natur unter dem

Bann des grossen Bruders. ■

Frieden und viel Spass mit der «Hemp

Times» wünscht Euch, liebe Leserin

und lieber Leser,

Willi Blaser, Chefredaktor

hanfitorial

winter 2001

schweizer hanfblatt

3


hempnews

schweizer hanfblatt

winter 2001

4

September

Das Hanfverbot

trifft auch Setzlinge

und Samen

News Schweiz & Welt

Die hanfigen Nachrichten der vergangenen drei Monate schweiz- und weltweit.

Im Internet sind die News aktuell und umfassend unter www.hanfarchiv.ch zu finden.

Auch Setzlinge und Samen der Hanfpflanze

fallen laut einem neuen Urteil

des Bundesgerichts unter das Betäubungsmittelgesetz,

wenn sie indirekt

der Gewinnung von Betäubungsmitteln

dienen. Bereits früher

war in Lausanne entschieden worden,

dass das gesetzliche Verbot von

Hanfkraut, das der Gewinnung von

Rauschmitteln dient,die ganze Pflanze

trifft und nicht nur Teile mit hohem

Gehalt an THC (BGE 126 IV 198).

Nunmehr wird das Verbot auf frühe

Entwicklungsstufen der Pflanze ausgedehnt:

«Ein Hanfsetzling ist eine

Cannabispflanze, und Hanfsamen

sind Bestandteil der Cannabispflanze.»

Laut dem einstimmig gefällten

Urteil des Kassationshofs in Strafsachen

wollte der Gesetzgeber den Anbau

von Hanf für die Herstellung unbedenklicher

Erzeugnisse wie Seile,

Kleider oder Papier nicht verunmöglichen.

Dagegen sollte dem Anbau

von Cannabis zur Gewinnung von

Betäubungsmitteln durch ein entsprechendes

Verbot ein Riegel geschoben

werden. Und dieses Verbot

wäre aus Sicht des Bundesgerichts

lückenhaft, «wenn das Inverkehrbringen

von Hanfsetzlingen und

Hanfsamen insoweit nicht erfasst

würde». Wer daher Hanf anbaut, um

daraus Setzlinge und Samen zu ernten,

die nach Aufzucht der Pflanzen

der Gewinnung von Betäubungsmitteln

dienen, verstösst gegen das Betäubungsmittelgesetz

(Art. 19 Ziff. 1

Abs. 1). In einem gleichzeitig veröffentlichten

zweiten Urteil des

bundesgerichtlichen Kassationshofs

in Strafsachen wird der Einwand

einer verurteilten Person abgewiesen,

sie habe aus einer Notstandssituation

heraus Hanf angebaut, weil nur

der Cannabisgenuss ihr ermöglicht

habe, von ihrer Alkoholsucht loszukommen.

November

Expertenkommission

des Ständerates

für Hanflegalisierung

Die zehnköpfige vorberatende Gesundheitskommission

des Ständerates

hat das Geschäft «Betäubungsmittelgesetzesrevision»

mit 6 :3 Stimmen

nach Vorgabe des Bundesrates

dem Ständerat klar zur Annahme

empfohlen. Lediglich beim «Schutzalter»

für Hanfkrautkonsumenten –

18 statt 16 – und einer harten Gangart

gegenüber Konsumenten anderer

illegaler Genuss- und Betäubungsmittel

(statt der Anwendung des Opportunitätsprinzips)

bestehen Abweichungen.Auf

die Problematik, ab

welcher Menge der «generell zu verbietende

Anbau» dem Eigenkonsum

dient und damit dennoch erlaubt

wäre, wird nicht eingegangen. In den

Schweizer Medien findet das Thema

grosse Resonanz, so sind in der «Berner

Zeitung» und der «NZZ» ergänzende

Berichte erschienen; in der

«SonntagsZeitung» findet sich eine

realistische Einschätzung der geplanten

«Legalisierung». Das Geschäft

«Revision des Betäubungsmittelgesetzes»

wird etwa ab dem 12. Dezember

im Ständerat behandelt.

Dezember

hanfarchiv/Redaktion

Wöchentliche

Demonstrationen in

Sion geplant

Nach der Verhaftung der beiden Walliser

Hanfproduzenten Claude Rey

und Bernard Rappaz in Saxon, wird

zu Manifestationen für deren Freilassung

aufgerufen. Demnach findet die

Demonstration am Samstag, dem

24.November, um 14 Uhr auf dem

Place de la Planta in Sion statt. Die

Demonstration wird von der Schweizer

Hanffachmesse «Cannatrade»

und von der Schweizer Hanfkoordination

(CSC/SHK) unterstützt. In

einer Pressemitteilung verurteilt die


SHK die Verhaftung ihres Vizepräsidenten

Rappaz als Torpedierungsversuch

der geplanten BetmG-Revision.

Die Demonstrationen sollen jeden

Samstag bis zur Freilassung der

beiden Hanfbauern durchgeführt

werden.

Schweizer Medien-Echos zum Fall

Valchanvre (o.) und zum Entscheid der

Ständeratskommission (u.)

November

Grossbritannien:

Hanflegalisierung

in Sicht?

Obwohl die Polizei kürzlich das erste

britische Cannabis-Café in Stokkford/Manchester

geschlossen hat,

scheint sich in England eine Entkriminalisierung

von Hanf anzubahnen.

Ein Artikel in der «New York Times»

stellt fest, dass «es unklar ist, was die

Polizei von Stockport wirklich von

dem holländischen Experiment

denkt.» Eine vertrauliche Umfrage

unter den Mitgliedern der von der

Regierung unterstützten Organisation

DrugScope ergab, dass sich 81%

der 300 Gruppen von Polizeikräften,

Gerichten, Bewährungshelfern und

Drogenarbeitern dafür aussprachen,

dass Cannabis an lizenzierten Orten

wie etwa Kneipen, Cafés und Läden,

abgegeben werden sollte.

Die britische Regierung will die Strafen

für den Besitz von Cannabisprodukten

lockern; Vertreter der drei

grossen Parteien fordern seit langem

eine Änderung der Cannabis-Gesetzgebung.

Eine definitive Entscheidung

soll bis zum Frühjahr vorliegen.

November

USA:

Hanflebensmittelverbot

unter Kritik

tuellen Ausgabe des amerikanischen

Journal of Analytical Toxicology. Die

Ergebnisse stellen das Grundprinzip

der kürzlich erlassenen DEA-Regelungen

in Frage, welches den Besitz

und die Herstellung von jeglichen

essbaren Produkten aus Hanfsamen

oder Hanföl kriminalisiert, die Spuren

von THC enthalten. Viele Fachleute

sind überzeugt, die neuen Regelungen

seien aufgrund von Bedenken

der Nationalen Drogenkontrollstelle

und der sogenannten US-

Be careful

with this

drug thing:

It is very

dangerous

for your

health!

«Drogentest-Industrie» entstanden.

Arbeitnehmer würden nämlich absichtlich

legale Hanfprodukte konsumieren,

um positiv ausgefallene

Drogentests anzweifeln zu können.

Fünfzehn freiwillige Probanden haben

sich an der Studie beteiligt und

täglich Hanföl mit verschiedenem

THC-Gehalt über einen Zeitraum

von zehn Tagen konsumiert. Die Forscher

haben dann Urinproben gesammelt

und nach Cannabinoiden

gesucht. Die Wissenschaftler berichteten,

dass trotz des Konsums von bis

zu 600 Mikrogramm THC pro Tag –

eine Menge weit höher als in der Realität

zu erwarten ist – alle 15 Proben

weit unter dem Wert lagen, die bei

staatlichen Drogenprüfungen als

Grenzwert festgelegt sind. Ob nun

das Verbot von Hanflebensmitteln in

den USA aufgehoben wird, steht in

den fünfzig Sternen. ■

Die tägliche Einnahme von Hanföl

und -Lebensmitteln verursacht kein

positives Ergebnis bei einem Cannabis-Drogenscreening,

belegt eine

neue Studie, erschienen in der akhempnews

winter 2001

schweizer hanfblatt

5


Neulich im Hanfbüro...

Ivan Arturovic

Ja...?

Huber, Stadtpolizei

Bern, Grüessech...

comics

Hanf sollte eh

frei sein!

Wussten Sie,

dass...

Wir tun hier

nichts illegales!

Das sind

alles...

...völlig legale

Firmen hier!

Blablabla

bla-Hanf-

blablablabla-

Hanf-blabla...

Blablabla-Hanfblablaba-Hanf...

Blablablabla-

Hanf-blablaba-

Hanf-blabla...

Und ich wollte doch

bloss fragen, ob die

einen Vortrag an der

Polizeischule halten

würden..?!.

Blablablabla-

Hanf-blablablabla-Hanf-blablabla...

© 2001 Bild – Ivan Arturovic / Story – Willi Blaser

winter 2001

schweizer hanfblatt

7


legelize it

Neues aus der CSC/SHK

Schweizer Hanf-Koordination

Am 20. November wurde der Walliser Hanfbauer und Vizepräsident der CSC/SHK Bernard

Rappaz von der Polizei verhaftet, mit ihm ebenfalls sein Geschäftspartner Claude Rey.

Die Schweizer Hanf-Koordination steht hinter ihrem Mitglied Rappaz und bezieht Stellung

zu den diversen Medienberichten.

hörden wohlbekannt und wird in vielen

Kantonen stillschweigend geduldet,

da heute die medizinischen Wirkungen

wissenschaftlich belegt sind.

Die von den Walliser Behörden verfolgte

Taktik scheint zu sein, Bernard

Rappaz und damit die ganze Hanfbranche

zu gewissenlosen Geschäftemachern

abzustempeln und als eine

Vereinigung skrupelloser Grosskrimineller

hinzustellen. Doch wäre es

wirklich so, hätten SHK-Mitglieder

wie Bernard Rappaz ja mehrere Jahre

Zeit gehabt,sich eine goldene Nase

zu verdienen und hätte nicht so viel

Energie, Zeit und auch Geld in die

Arbeit zu einer politischen Lösung

(Regulierung des Cannabismarktes)

gesteckt.

schweizer hanfblatt

winter 2001

Störfeuer gesprächsrenitenter

Hanfgegner

Einen Tag nach dem Entscheid der

ständerätlichen Expertenkommission

SGK über die Revision des Betäubungsmittelgesetzes,

wird diese

durch eine Aktion der Walliser Behörden

gegen den Vize-Präsidenten

der Schweizer Hanf-Koordination

regelrecht torpediert.Damit nicht genug.In

den Medien machen sofort gewaltige

Zahlen die Runde und erschwehren

eine objektive Beurteilung

des Falles. Die von den Walliser

Untersuchungsbehörden genannten

Zahlen von 51 Tonnen beschlagnahmten

Hanfes bedürfen einer genaueren

Erklärung:

Bernard Rappaz ist Landwirt. Kein

helvetischer Bauer wirft etwas auf

den Mist von dem er annimmt, dass

er es irgendwann vielleicht doch noch

brauchen, sprich verkaufen könnte.

Zudem gehört es bei der Firma Valchanvre

auch zum normalen Erntevorgang,

den Hanf in schwerem Verpackungsmaterial

aus Plastik zu langern,

sogenannten Paloxen. Dabei

stellen gewichtsmässig Hanfsamen –

welche als Grundstoff zur Herstellung

verschiedenster unbestritten legaler

Hanfprodukte wie Hanfspeiseöl,Hanfteigwaren,Speisesamen,usw.

Verwendung finden – das grösste

Quantum dar.Bei den gefundenen 51

Tonnen dürfte es sich also zum vorwiegend

um Rohmaterial (Pflanzenteile

mit Ästen, Blättern, Blüten und

Samen) aus den letzten 6 Jahren handeln.Ob

sich die Polizei die Mühe genommen

hat, auch das Gewicht des

Verpackungsmaterial abzurechnen,

bleibt offen.

Die gefundenen Hanfverarbeitungsmaschinen

zeigen klar auf, dass in der

Schweiz ein Markt für qualitativ

hochstehende Genussmittel auf

Hanfbasis besteht und, dass sich

Schweizer Bauern bemühen selber

einen Weg aus der Subventionsfalle

zu suchen. Dass sich vermehrt Ärzte

und Heilpraktiker dazu entschliessen

ihren Patienten Rezepte für Cannabispräparate

auszustellen ist den Be-

Sofortige Demonstrationen

Es geht nicht an, dass gesellschaftliche

Entwicklungen von gesprächsrenitenten

Moralaposteln torpediert werden, wie es

jetzt bei der eingeleiteten Revision des

BetmG seitens des Wallis geschieht. Die

CSC/SHK appelliert an alle Parteien,

Lösungen für eine Regulierung zu suchen

und den Dialog zu bewahren. Zugleich

aber kann und will die Schweizer jetzt nicht

mehr tatenlos zuwarten und auf eine politische

Lösung hoffen, währenddessen

Bauern,Ladenbetreiber und auch immer

noch Konsumenten von den Behörden –

je nach Kanton und Gunst der Stunde –

verfolgt werden.

8


Mr. M: News frisch vom Feld

Darum unterstützt die Schweizer

Hanf-Koordination das Komitee

«Freiheit für Bernard und Claude».

Bereits am 24.Dezember fand eine erste

Manifestation statt: Zur bewilligten

Demo in Sion erschienen rund 150

Hanfaktivisten aus der ganzen

Schweiz.Die Kundgebung verlief sehr

friedlich, den Anwesenden wurde

heisser Tee und Hanfwein aus der

Produktion von Valchanvre ausgeschenkt.

Der Präsident der Schweizer

Hanf-Koordination François Reusser

erinnerte in seiner Rede daran, dass

der Hanfanbau in vielen Kantonen

der Schweiz, auch im Hinblick auf die

bevorstehende Revision des BetmG,

toleranter gehandhabt wird. Auch

wirtschaftlich gesehen wäre der Hanfanbau

vorteilhaft, gerade für den

Kanton Wallis.

den waren, welche jetzt verloren gehen

könnten. Francis Parraud, Gründer

der Messe MEDNAT, machte auf

die vielen Möglichkeiten des Hanfes

aufmerksam, die vor allem in der natürlichen

Medizin vielseitig genützt

werden können. Eine Woche später

fand wiederum eine Manifestation

statt, diesmal in Martigny.

Freiheit für Hanf

Die SHK ruft alle Hanfaktivisten auf,

sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen

sondern für ihre Sache ein starkes

Zeichen zu setzen. Wir müssen

jetzt zeigen, dass wir uns diese ungerechte,

repressive und für die Allgemeinheit

enorm kostenintensive Behandlung

nicht mehr länger gefallen

lassen. Man muss sich schon fragen,

warum Kantonsbehörden zwei Hanfproduzenten

ins Gefängnis stecken

können, während der Bund alle Anstrengungen

für eine Regulierung des

Cannabismarktes unternimmt. Wir

hoffen und «chrampfen», dass Bernard

und Claude bald wieder in Freiheit

sind – auch auf deine Hilfe zählen

wir! ■

Weitere Infos zum Fall Valchanvre auf

der topaktuellen Site der CSC/SHK

www.hanf-koordination.ch

CSC/SHK-Präsident François Reusser mahnt

in Sion zum Dialog

Eine Geschichte begeben auf

echten Halbwahrheiten

In einer idyllischen, sonderbar sonnigen

Gegend in der liberalen

Schweiz ist der Spezialeinheit

«Grassgrün» ein entscheidender

Schlag gegen den «König des Terrorkrauts»

gelungen: Der Gefahr

trotzend haben 100 Todesmutige

das kontaminierte Gebiet eingenommen,

ohne auf Gegenwehr zu

stossen. Den tapferen Beamten gelang

es, eine unerwartet grosse

Menge des gefährlich giftigen Rohstoffes

sicherzustellen.Zudem wurden

diverse technische Anlagen

entdeckt, die zur Herstellung von

Extrakten dieser toxischen Substanzen

dienen. Panik machte sich

breit, als bereits hergestelltes Pulver

– braunes, nicht weisses – beschlagnahmt

werden konnte. «Eine

Gefährdung der Bevölkerung habe

zu keinem Zeitpunkt stattgefunden»,

entwarnten die Behörden, es

seien aber «500 000 Schweizer gefährdet

gewesen, davon etwas abzukriegen.»

Ist es nicht beruhigend zu

wissen, das hierzulande alles im

Griff ist? Oder etwa eher im Würgegriff?

Denn dieser Bericht ist keine

Erfolgsmeldung im Kampf gegen

den Terrorismus, nein, der

Kampf gilt hierzulande dem Hanf.

Schliesslich sind Hanfer angenehmere

«Kunden» als Terroristen und

echte Kriminelle. Obwohl auf

(hanf-)politischer Ebene alle vom

«Frieden» reden, wird hier Terror

gegen Cannabis gemacht.Weshalb?

Wer oder was gefährdet hier die

Staatssicherheit? Soll der Hanfmarkt

nun wieder von ausländischer

Ware über kriminelle Elemente

versorgt werden anstatt von

einheimischen Bauern? Die Zivilbevölkerung

bleibt den Gefahren

wohl weiterhin ausgesetzt...

Wir halten Sie auf dem laufenden

und beobachten das Ganze mit

sorgsamen Blicken! ■

Mr M,

Geheimagent im Auftrage Ihrer

Majestät Queen Cannabis

Jean Daniel Rey,der Bruder des ebenfalls

inhaftierten Claude Rey, betonte

in seiner Rede, dass Valchanvre stets

offene Politik in Sachen Hanf geführt

hat und das durch den Erfolg der Firma

20 Arbeitsplätze geschaffen worlegalize

it

winter 2001

schweizer hanfblatt

9


spirits legelize of itnature

Bern, Bundeshaus.

7.30 Uhr, vor Sitzungsbeginn…

(K)Ein Joint mit…

Am Mittwoch 12. Dezember 2001 wurde im Ständerat die Debatte über die Betäubungsmittelgesetz-Revision

geführt. Die Hanfbranche nahm dies zum Anlass, sich den anreisenden

ParlamentarierInnen zu präsentieren. Die Swiss Hemp Times war vor Ort.

Das hanfige Spalier empfängt die National- und

Ständeräte: Die Herren Landwirte in Arbeitskleidung,

die Dame in voller Hanfmontur. Links der Jegenstorfer

Hanfbauer Hans «Hanf-Housi» Studer,

welcher jüngst eine Razzia auf seinem Hof inklusive

Untersuchungshaft erdulden musste

FDP-Nationalrat Peter Weigelt hatte weder an der

«Warum Hanf»-Broschüre noch an einem Stück

Hanfkäse Interesse. Ob er als Vertreter der Kunststoff-Industrie

weiss, dass bei einer gewissen deutschen

Automarke seit Jahren Innentür-Verschalungen

aus Hanfplastik eingebaut werden?

SP-Nationalrat Andrea Hämmerle nahm die Cannabis-VetreterInnen

sichtlich vergnügt zur Kenntnis

und schien trotz beissender Morgenkälte gut gelaunt

FDP-Ständerat Ernst Leuenberger hat als Vizepräsident

des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes sicher

auch Interesse an qualifizierten Arbeitsplätzen

in der Hanfbranche

schweizer hanfblatt

winter 2001

SVP-Nationalrat Hermann Weyeneth wollte zwar

keinen warmen Hanftee, dafür kannte er fast alle

anwesenden Hanfbauern. – Ist doch auch ein gutes

Zeichen.

GPS-Nationalrätin Pia Hollenstein reichte die Zeit

leider nicht,um vom frischen Hanfbrot zu probieren.

Ansonsten schien die erfahrene Pädagogin Gefallen

an der hanfigen Begrüssung zu finden

10


…der Bundesversammlung

spirits legalize of itnature

SP-Nationalrat Dr. Paul Günter ist Mitglied der

Eidgenössischen Kommission für Tabakprävention

und wohl im Bilde, dass bei einer Entkriminalisierung

des Hanfes auch die «Gras»-Deklaration und

damit die Prävention gestärkt werden kann

GPS-Nationalrat Ruedi Baumann kennt als Biobauer

den Wert der Hanfpflanze. Ob er Interesse an

einem gentechnisch verkrüppelten Faserhänfchen

mit unter 0,3% THC hat, das nur noch zu einem

Bruchteil der 1000fachen Verwendungen taugt?

CVP-Nationalrat Dr. Guido Zäch im Gespräch mit

«Hanf-Housi».Als Chef des Schweizer Paraplegiker

Zentrums in Nottwil sollten Dr. Zäch die medizinischen

Qualitäten des Cannabis wohlbekannt sein

Die SVP-Spitze unter der Führung von Parteipräsident

Ueli Maurer (l.) hatte gar keine Zeit und zeigte

den Hanfaktivisten die kalte bemantelte Schulter

SVP-Nationalrat Toni Brunner ist selber Landwirt

und gestand sogar vor rund einem Jahr in der Politsendung

«Arena» auf SF DRS: «Wenn das Volk es

will, dann baue ich es an»

Noch am selben Tag überantwortete der

überraschend moderate Ständerat das

«BetmG-Geschäft» mit 32 : 8 an den

Nationalrat, wo die Diskussion wohl erst

richtig entbrennen wird. Wir bleiben dran!

von Willi Blaser

winter 2001

schweizer hanfblatt

11


hemp history

schweizer hanfblatt

winter 2001

14

Keine Schiffe ohne Hanf

Wir schreiben das Zeitalter der grossen

Segelschiffe. Jedes Kriegsschiff

der damaligen Zeit verbraucht alle

ein bis zwei Jahre zwischen 50 und 100

Tonnen Hanf für Segeltuch,Taue,Takelwerk

und Netze. Ersatzmaterial

aus Flachs beginnt zu verrotten,wenn

es drei Monate der Meeresluft und

dem salzigen Wasser ausgesetzt ist.So

ist Cannabis als Rohstoff beim Bau

und Unterhalt einer Handels- und

Kriegsflotte unentbehrlich – vor allem

für eine Seemacht wie England,

Napoleon’s Hanfschlacht

Bald sind es 190 Jahre her, seit der französische Kaiser Napoleon I. Bonaparte 1812 mit

seiner «Grande Armée» im russischen Zarenreich eingefallen ist. In den Geschichtsbüchern

markiert der verlorene Russland-Feldzug der Anfang vom Ende des napoleonischen Imperiums.

Warum fand er überhaupt statt?

welches auf die Transporte von und

zu seinem Empire angewiesen ist.

Grossbritannien bezieht 90% seines

Hanfbedarfes aus dem russischen Zarenreich.

Für das riesige Russland. ist

der Hanfexport der bedeutendste

Handel dieser Zeit, noch vor Pelzen,

Holz und Eisenerz. Als im nachrevolutionären

Frankreich der Konsul

Napoleon die Macht ergreift und sich

1804 zum Kaiser krönt, wächst in

England die Angst vor der französischen

Macht und einer eventuellen

Invasion.

Willi Blaser

Der Wirtschaftskrieg

Um seinen Erzrivalen England in die

Knie zu zwingen, führt Napoleon mit

seinen europäischen Vasallen die

«Kontinentalsperre» ein. Dadurch

soll das britische Mutterland von seinen

Kolonien abgschnitten und ausgehungert

werden.Die Engländer ihrerseits

haben gegen das napoleonische

Europa bereits 1803 eine totale

Seeblockade eingeführt. Der Krieg

wird nun definitiv zu einem Wirtschaftskrieg

mit Priorität zur See.Der

französische Imperator erkennt bald,

dass seine Sperre wirtschaftlich und

militärisch sinnlos ist,solange der russisch-englische

Hanfhandel aufrecht

erhalten bleibt. Nach grandiosen Siegen

Napoleons über Russland und

Preussen vereinbart dieser den Beitritt

des Zarenreich zur Kontinentalsperre.

Napoleon weiss, dass die britische

Marine ohne genügend Hanfvorräte

gezwungen ist, andere eigene

Schiffe auszuschlachten und damit

langfristig empfindlich schwächer

wird.

Staatlicher Hanfschmuggel

Den Versprechungen des russischen

Zaren Alexander zum Trotz blüht

dessen Hanfhandel mit England weiter.Die

Russen und Engländer haben

nämlich eine neue Strategie: Die britische

Marine konfisziert sämtliche

neutralen, vornehmlich amerikanischen

Handelsschiffe und stellt die

Kapitäne vor die Wahl, entweder der

Blockade zum Opfer zu fallen (und

ihr Schiff zu verlieren) oder aber als

geheime Handelsagenten für England

illegalerweise russischen Hanf

nach den britischen Inseln zu

schmuggeln. Notabene sind diese

Händel bereits der erste welthistorische

Auftritt der erst 1776 gegründeten

USA als Kriegsgewinnler. Denn

der Hanfhandel ist wie erwähnt für


Gründe für das militärische Scheitern

zuhauf erläutert: Die Sturheit, operative

Rückzüge in Kauf zu nehmen sowie

das Einsetzen des harten russischen

Winters haben dem französischen

Diktator genauso das Genick

gebrochen wie knapp 130 Jahre später

dem teutonischen Wiederholungstäter.

Da man heute weiss, dass

Napoleon ein zwar launischer, aber

durchaus kluger und berechnender

Herrscher war, muss man sich rükkwirkend

doch die Frage stellen:Warum

nahm er überhaupt das Wagnis

eines Feldzuges über Tausende von

Kilometern auf sich, nachdem ihm

doch bereits ganz West- und Mitteleuropa

zu Füssen lag? Was war an

dem «russischen Koloss» so entscheidend

wichtig?

Und die Moral von der Geschicht...

Napoleon kannte den wirtschaftlich

zwingenden Grund genau, Russland

unter seine Kontrolle zu bringen:

Hanf. Er musste den gefährlichen

Feldzug wagen und das Cannabis en

masse schmuggelnde Zarenreich vernichten,wollte

er Englands Flotte und

damit das Königreich selbst bezwingen.

Denn hielt Grossbritannien und

seine Marine stand, würde das ganze

französisch-europäische Kaiserreich

gefährdet bleiben. Dass der Hanf

hierbei eine gewichtige (wenn nicht

gar die entscheidende) Rolle gespielt

hat, ist in der offiziellen Geschichtsschreibung

nicht erwähnt. Am napoleonischen

Beispiel zeigt sich, dass in

den Geschichtsbüchern leider kaum

die wahren wirtschaftspolitischen

Motive für Kriege nachzulesen sind.

Schon gar nicht, wenn es sich um eine

heute verunglimpfte Pflanze wie Hanf

handelt. Recherchen belegen stets,

dass es nie «zwingende Kriege» gibt;

diese sind Deckmäntelchen für das ultimative

Durchsetzen von wirtschaftlichen

Interessen. Es geht nicht um

Ideologien oder gar die Freiheit, es

geht um Macht und sehr viel Geld.Parallelen

zu aktuellen kriegerischen

Ereignissen sind leider weder zufällig

noch vermeidbar. ■

hemp history

England lebensnotwendig und für

das wirtschaftlich marode Russland

dank den Schmugglerpreisen äusserst

lukrativ. Nachdem der Zar allen

napoleonischen Aufforderungen und

Befehle zur Einstellung des Hanfhandels

ignoriert,marschiert der Kaiser

1812 mit seiner «Grande Armée»

ins russische Zarenreich ein.

Der Russlandfeldzug

Über die militärischen Details des

Russlandfeldzuges sei hier verzichtet

zu berichten. Dass von den fast

600 000 Mann der «Grande Armée»

nach dem dezimierenden Rückzug

von Moskau bis zur Beresina nur

noch rund 5000 Soldaten die preussische

Grenze erreichten, steht in allen

Geschichtsbüchern. Ebenso sind die

winter 2001

schweizer hanfblatt

15


Hanfanbau: Haus oder Garten?

Mr. K.C. und El Creador

Sonne:

Zur naturähnlichen Imitation des

Sonnenlichtes gibt es heute spezielle

Lampen, mit deren Lichtspektrum

die verschiedenen Jahreszeiten nachgeahmt

werden können. Während

der Wachstumsphase nimmt man Birnen

mit etwas mehr Blaulichtanteil,

während der Blütephase wiederum

werden mehr Anteile Rotlicht benutzt,um

das herbstliche Sonnenlicht

zu imitieren. Jedoch hat nicht das

Farbspektrum der Lampe den entscheidenden

Einfluss darauf, wie die

Pflanze wächst oder ob sie damit beginnt,

ihre Blüten zu bilden. Für die

Pflanze ist nur massgebend, wie lange

es dunkel bleibt. Das heisst: Wenn

wir eine Pflanze während 18 Stunden

dem Licht aussetzen und nur gerade

6 Stunden der Dunkelheit (Nacht),

dann wird die Pflanze in die Höhe

wachsen. Bis wir das Licht so einstellen,

dass die Pflanze mindestens während

12 Stunden in absoluter Duncrowing

schweizer hanfblatt

winter 2001

16

Es gibt bekanntlich verschiedene Möglichkeiten Hanf anzubauen. Dabei fallen stets die Begriffe

Outdoor, Indoor und Greenhouse. Wir haben uns deshalb über die Vor- und Nachteile der

jeweiligen Kultivierungsart Gedanken gemacht.

Outdoor

Man kann seine Pflänzchen im Garten

gedeihen lassen und erntet im Herbst

sogenannte «Outdoor» -Blüten. Leider

können wir in unserem Garten nur

gerade einmal pro Jahr ernten.Zudem

ist die Gefahr gross, dass eine männliche

Pflanze übersehen und dadurch

die gesamten Blütenstände versamt

werden. Dasselbe Risiko liegt durch

Fremdbestäubung buchstäblich ständig

in der Luft. Die Pflanzen im Garten

und im Feld können auch einem

verfrühten Wintereinbruch erliegen

oder deine Blüten verfaulen wegen

der hohen Herbstfeuchtigkeit. Wenn

du extrem Pech hast, werden dir deine

(b)rauchbaren Blüten gar von einem

unverfrorenen Dieb gestohlen.

Du siehst: Um deinem Garten eine

gute Ernte zu entlocken, müssen jede

Menge Faktoren stimmen. Und sollte

es nicht geklappt haben, kriegst du in

gleichen Jahr keine zweite Chance

mehr, doch noch etwas zu ernten.

Trotzdem solltest du unbedingt jede

Gelegenheit nutzen, irgendwo ein

Pflänzchen zu setzen. Denn trotz den

aufgezählten Nachteilen gedeihen die

meisten Stauden im Garten ohne grosse

Probleme. Und fast in jedem Fall

kannst du im Herbst zumindest ein

paar Blüten ernten. Dafür sind diese

dann sicher frei von irgendwelchen

Giften. Denn du wirst deine Pflanzen

wohl kaum mit Gift gegen Schädlinge

behandeln?!

Greenhouse

Du kannst über dem Garten natürlich

auch ein Treibhaus aufstellen und damit

die Pflanzen vor extremen Witterungseinflüssen

bewahren. Dass in einem

«Greenhouse» kein Regen auf

die Blüten gelangt, wirkt sich im

Herbst sehr positiv auf den Harzgehalt

aus. Um diesen Effekt zu erzielen

reicht es auch schon, die blühenden

Pflanzen mit einem Plastikdach abzudecken.

Berücksichtige aber unbedingt

die gute Entlüftung deines «Zeltes».

Sonst kann es nämlich passieren,

dass die Blüten durch das Kondenswasser

zu faulen beginnen. Die Wahrscheinlichkeit,

dass die Blüten im

Treibhaus von fremden Gärten bestäubt

werden ist sehr klein, wenn du

die männlichen Stauden sauber aus

dem Treibhaus entfernt hast. Solltest

du also die Möglichkeit haben ein

Treibhaus aufzustellen,kannst du darin

sehr feinen Hanf züchten. Bedenke

aber, dass ein Treibhaus meist schon

von weitem zu sehen ist und dadurch

viele neugierige Blicke auf sich zieht,

was wiederum die Gefahr von Diebstahl

deutlich erhöht. Achte in jedem

Fall auch auf die Behörden,den so ein

Zelt läst natürlich die Polizei aufhorchen

und vielleicht einmal vorbeischauen.

Indoor

Der grösste Schutz vor all den erwähnten

Negativeinflüssen besteht

darin, den Garten quasi ins Haus zu

zügeln um eine sogenannte «Indoor-

Anlage» einzurichten.Aber wie bringe

ich den Garten in mein Haus?

Keine Angst, man braucht nicht gerade

die Gartenbeete ins Haus zu schaufeln,sondern

nur in einem geeigneten

Raum ein System zur Pflanzenaufzucht

einzurichten.Aber auch dies ist

nicht ganz einfach und mit ziemlich

viel Arbeit verbunden.Du darfst nämlich

nicht vergessen, dass dein Hanf

drinnen wie draussen in etwa dieselben

Grundbedürfnisse hat.Das heisst,

du musst in deiner Indooranlage die

Rolle der Natur übernehmen und für

ausreichend Sonne, Wind, Temperatur,

Luftfeuchtigkeit sowie Nahrung

sorgen.


kelheit steht.Nach dieser Umstellung

beginnt der Hanf im Glauben an den

Herbstanfang zu blühen und steht –

je nach Sorte – etwa 45 bis 90 Tage

später zur Ernte bereit.

growing

Wind:

Es ist wichtig für die Pflanzen,dass du

die Luft in deinem Raum mit einem

Ventilator ständig in Bewegung behältst

und die Raumluft von Zeit zu

Zeit mit einer Lüftung regenerierst.

Das verhindert ausserdem, dass die

Blütenstände zu Faulen beginnen,erschwert

es irgendwelchen Schädlingen,sich

in deinem Raum einzunisten

und sorgt gleichzeitig für ein angenehmes

Klima.

Temperatur:

Der Hanf gedeiht am Besten bei Temperaturen

zwischen 20 und 27° C.Diesen

Wert kannst du mittels einer Heizung

mit eingebautem Thermostat

und einer ausreichender Lüftung regeln.Wenn

du deinen Raum im Dachstock

eines Gebäudes eingerichtet

hast, empfiehlt es sich unter Umständen,

den Raum während den heissesten

Sommermonaten still zu legen.

Luftfeuchtigkeit:

Die Luftfeuchtigkeit sollte bei ausreichender

Lüftung und konstanten

Temperaturen nicht unbedingt zum

Problem werden. Kaufe Dir zur Kontrolle

einen Hygrometer und versuche

– falls deine Luftfeuchtigkeit zeitweise

zu hoch ansteigt – deinen Raum

besser zu entlüften und die Temperatur

etwas konstanter zu halten. Falls

das nicht hilft musst Du Dir überlegen,

einen Luftentfeuchter anzuschaffen.

Nahrung:

Der Hanf braucht vor allem drinnen

eine breite Palette von Nährstoffen.

Um diese Nährstoffe optimal an deine

Pflanzen zu bringen, verwendest

Du am besten speziellen Hanfdünger,

den Du in den meisten Hanffachgeschäften

erwerben kannst.

Achte beim Düngerkauf darauf, dass

dieser auch wirklich für dein Pflanzensubstrat

(Erde, Hydrokultur,

Steinwolle, etc.) geeignet ist. ■

Blühende Zeiten wünschen

Mr. K.C. und El Creador!

winter 2001

schweizer hanfblatt

17


der report

schweizer hanfblatt

winter 2001

20

Im ersten Hanflädeli Europas

Es liegt auf dem Hanf, äh der Hand, für die erste Edition einer Publireportage im SHB beim

ersten «Hanflädeli» Europas vorbeizuschauen. Natürlich ist wie immer reger Kundenverkehr im

heutigen «Growland Hanflädeli» in Bern vorhanden. Doch das freundliche Personal bittet uns

an den Wartenden vorbei zu Andrea Stafforte, dem Inhaber dieses schmucken Lokals.

Dieser erzählt sogleich von der «geschichtsträchtigen»

Eröffnung des

Lokals am 7.August 1993 als Hanflädeli

an der Münstergasse 12 in Bern.

Gleichentags kamen nicht nur erstaunte

und erfreute Besucher, sondern

ebenso eine Einheit der Stadtpolizei.

Diese beschlagnahmten sodann

am Eröffnungstag eine beachtliche

Menge Hanfblätter, worauf

auch noch eine Anklage folgte.

Im Frühling 1994, erzählt Andrea

weiter, lancierten sie die erste

Schweizer Hanfkosmetiklinie mit

dem heute bekannten Label «Growline».

Unter dem gleichnamigen Label

produzierten sie auch eine Vielfalt

von Hanfkleidern, hergestellt -

laut Aussage von Andrea - aus «nepalesischem

Steinzeithanf» und importiertem,

chinesischem Maohanf.

Im Jahre 1995 erfolgte dann im August

ein erfreulicher Freispruch der

Anklage aus dem Jahre 1993.Andrea:

«Wir verkauften damals ja nur Hanfblätter.»

Ende 1995 kamen die hauseigenen

Hanfräucherstäbli in den Verkauf.

Lanciert werden konnte dieses Produkt

durch eine ebenso erstmalige

Herstellung von ätherischem Hanfblütenöl.

Im Februar 1996 stand der Umzug des

Hanflädelis aus der Münstergasse in

die Herrengasse 30 bevor, und wurde

da fortan als «Growland Hanflädeli»

bekannt.Auf 230 m2 bietet dieses eine

grosse Auswahl an verschiedenen

Produkten aus der Hanfwelt, sowie

kulturelle Gegenstände aus Asien.

Im Mai 1997 wurde das Treibhaus in

BL geschlosssen und eine Anklage

wegen Stecklingszucht folgte. Von

dieser wurden die Betreibenden im

Juni des gleichen Jahres freigesprochen.

Bekannte Namen, wie «XTS»

(2.Platz am Canna Swiss Cup `98),sowie

«Sonja», und andere leckere Sorten

wurden in diesem Treibhaus damals

geboren.

Seit 1996 verkauft das «Growland

Hanflädeli» Hanfblüten als Freilandhanf

an nur über 18-jährige und nur

10g pro Person. Dieses sei, nach Aussage

Andreas, zuwenig zur Herstellung/Gewinnung

von Betäubungsmitteln,

und verstösse somit nicht gegen

das BtmG.

SHB: «Fragt sich, wie erfolgreich dieses

Rezept ist!?!»

Andrea:«Dieses Konzept zeigt Erfolg:

am 11. Juli 2000 wurde eine Grossrazzia

gegen das «Growland Hanflädeli»

und sieben weitere Hanfläden in Bern

gestartet.Dabei wurden im «Growland

Hanflädeli» 38 kg Hanfblüten sichergestellt.

Schon mal nicht rechtens war, dass

während dieser Aktion Untersuchungsrichter

Herr H.J. Zingel nicht

erreicht werden konnte,weil er,laut Information,in

den Ferien war.Während

des Verhörs erklärte ich dann noch die

beiden Absätze unter Art.2 des Schweizerischen

Strafgesetzbuches, welche

davon handeln, wie unter bestimmten

Roman Simon

Umständen von einer Beurteilung abzusehen

ist. Daher wurde mir für die

Zeit vor dem 11. Juli 2000 eine Amnestie

zugesprochen (StGB, Art. 2, Abs.

1), und für die Zeit danach

werde ich nun mit dem zweiten

Absatz aus Art. 2 StGB eine Abweisung

der Verhandlung durchzusetzen

versuchen.»

Eine weitere Hürde will das «Growland

Hanflädeli» den Behörden mit

dem Anzweifeln der Messmethoden

des Gerichtsmedizinischen Instituts

in Lausanne stellen.Andrea:«Die forschen

ganz komisch!»

Die ständigen Besuche von Bekannten

und engen Kunden während des

Interviews im kleinen Büro bestätigen

den Eindruck des aktiv seins. Da

werden Infos ausgetauscht,freundlich

geplaudert und die Crew findet immer

Zeit für ein Spässchen.

SHB: «Wie aktiv bist Du sonst noch,

wo beteiligst Du dich aktiv?»

Andrea: «Die zur Verfügung werdenden

finanziellen Mittel werden für

sinnvolle Projekte im Inn- und Ausland

investiert:


• z.B. tätigten wir kürzlich eine

Spende über Fr. 20’000.– an das Altersheim

Kühlewil in Bern für einen

Werbeplatz auf ihrem Bus;

• dann habe ich nahe Katmandu einen

Tempel erbauen lassen, der bald

fertig gestellt ist.Es handelt sich um einen

Hindu-Tempel mit dem Namen

«SAILESWOR MAHADEF»;

• geplant und zum Teil schon im

Bau sind eine Baumschule mit Kräutertreibhaus,

eine Sanskrit-Schule für

Waisenkinder, sowie zwei Gesundheitszentren

für alternative Heilmethoden;

• auch die JSVP-Aktion vom 1.August

diesen Jahres, allen Nationalräte

und Personen der Bundesverwaltung

(ca. 1000 Pers.) eine Packung Hanftee

zu senden, wurde tatkräftig vom

«Growland Hanflädeli» unterstützt.

SHB: «Was hast Du vor dem «Growland

Hanflädeli» gemacht? Du bist ja

der Hanfszene schon lange bekannt?

Andrea: «Vorher hatte ich andere Lokale

wie etwa das «Pilzli», oder das

«Goldöpfeli» und andere. Auch war

und bin ich aktiv im Verein Schweizer

Hanffreunde (VSHF) mit Jean-Pierre

Egger. Ebenso bei den Anfängen der

SHK wirkte ich aktiv mit und bin heute

noch Mitglied mit dem «Growland

Hanflädeli».

SHB: Wieviele Angestellte zählt das

heutige «Growland Hanflädeli»?

Andrea: «Zur Zeit arbeiten 9 Angestellte

im Growland. Neben mir führen

das Lokal noch Vreni Riard und

Peter «Monkey» Zysset zu vollster

Zufriedenheit.»

Nun ist ein gründlicher Rundgang

angesagt, um die einzelnen Bereiche

vor die Linse zu nehmen, sprich ein

paar Fotos zu schiessen. Da wir aus

dem Büro kommen,fängt unsere Besichtigung

in der unteren Etage an.

Hier wurden bewusst der Growroom

und die Paraphernalia-Sammlung

angelegt. So kann der interessierte

Kunde sich gemütlich seine Lieblingssorten

aussuchen, oder beim

Anblick der vielen Chillums und

Pfeifen in zum Teil geschichtlichen

Erinnerungen schwelgen. Sei es

durch eigene Erlebnisse, oder die

Anderer:

In der Vitrine der Verkaufstheke hat

das «Growland Hanflädeli» auch

eine Reihe von edlen Raritäten aus

früherer Zeit (z.B. aus Silber) zu bieten.

Auf Augenhöhe der Theke ist

auch das erwähnte Dekret gut ersichtlich,

welches besagt, dass niemand

unter 18 Jahren Hanfblüten

verkauft kriegt. Und die, welche alt

genug sind, erhalten nicht mehr als

10g pro Kauf.

Die Treppe rauf, erreicht der Kunde

das Parterre wieder, welches auch

beim Eintritt in das Lokal zuerst

durchschritten wird.

Vom Eingang bis zur Verkaufstheke

im oberen Stock findet der Kunde

diverse Informationen über die

Hanfpflanze, sowie Lebensmittel aus

und mit Hanf. An der Theke vorbei

bietet sich dem Besucher eine Fülle

von Hanfkleidern an. In allen Grössen

und fast allen Farben findet sicher

jeder Kunde etwas Besonderes zum

Anziehen. Besonders auf die hauseigene

Marke «Growline» sind die Betreiber

des «Growland Hanflädeli»

stolz. Zurecht, wie das Foto beweist.

Das ganze Lokal ist angenehm beleuchtet

und das hilfsbereite Personal

sehr freundlich. So fühlt sich der Besucher

augenblicklich wohl beim Eintritt

in das «Growland Hanflädeli» an

der Herrengasse 30 in Bern. ■

winter 2001 der report

schweizer hanfblatt

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cannaisseurs

Skunk? Sorten? Hybriden?

Hannes Lüthi

Der Markt produziert laufend neue Hybriden, d.h. Kreuzung zweier genetisch artfremder

Pflanzen, mit wohlklingenden «Fantasie-Namen» wie B52, Blueberry oder White Shark. Mit

Sorten hat dies wenig gemein. Die Aufteilung von Hanf in verschiedene Sorten sowie deren

Herkunft sind umstritten und ungenügend belegt. So einigt man sich heute auf drei Grundsorten.

Das Aussehen dieser wild wachsenden

Sorten liegt in der Mitte von Cannabis

Sativa und Indica.

Dies führt fast zwangsläufig zu der

Ueberlegung, ob nicht sogar der sogenannte

«Zwischentyp» die eigentliche

Ursorte von Cannabis ist!!??

Der Phänotyp (Erscheinungsbild) der

Pflanzen richtet sich immer nach lokalen

Begebenheiten. Cannabis besitzt,

wie andere Pflanzen auch, rezessives

Gen-Gut, das bei einschneidenden

klimatischen Veränderungen sofort

zum tragen kommt, was die

enorm schnelle Anpassungsfähigkeit

von Hanf erklärt.

schweizer hanfblatt

winter 2001

Cannabis Indica, Indischer Hanf

(25° – 45° N)

Herkunftsländer: Nepal, Hochländer

des Himalaya, Zentralasien

Cannabis Indica ist vorwiegend ein

gedrungener, buschiger Typus, mit

kurzen Internodien (Blattabstände)

und breiten Blattfingern. Die Grösse

liegt zwischen 0,8 – 2,5m.

Es gibt diverse konische, zylindrische

Erscheinungsbilder.Diese Typen produzieren

viel Harz, selbst auf den

grossen Blättern. Ihre Blütenstände

sind eher oval,breit und kompakt.Die

Samen sind mittel bis stark marmoriert.

Ihre rasche Blütezeit (6 – 9 Wochen)

und enorme Harzproduktion machten

die Indicas weltweit populär.

In Zentralasien sowie Nepal sind

«Zwischentypen» beheimatet; mit

eher schmalen Blattfingern, etwas

längeren Internodien, einer sehr kurzen

Blütenzeit und ausserordentlich

süssen, erdigen Geschmäckern. Die

Grössen liegen bei 2 – 3 m.

Aus Indica Pflanzen wird vorwiegend

Charras (Abrieb von der lebenden

Pflanze) oder Haschisch aus dem

Siebverfahren gewonnen.

Die Charras-Herstellung liegt in der

Tradition vieler Himalaya-Völker.

Ausgewählte, wildwachsende Hanfpflanzen

werden mehrmals abgerieben,

die Pflanze lässt man stehen und

ihren Zyklus vollenden.

«Utter» nennt man in Nepali eine der

besten Qualitäten. Heutzutage kaum

mehr auffindbar auf dem westlichen

Markt.

Das Siebverfahren ist hauptsächlich

die Technik der Muslime in Zentralasien

und im nahen Osten. Die getrockneten

Blütenstände werden

über Seidentücher geschlagen,um die

Harzdrüsen zu lösen («Roter Liban»/

«Grüner Marok»).

Der ursprüngliche «Schwarze Afghan»

zeichnete sich durch den scharfen,

erdigen, würzigen, fast narkotisierenden

indicatypischen Geruch

aus.

Cannabis Sativa, kultivierter Hanf

(0° – 25° N/S)

Herkunftsländer: Südostasien, Asien,

Afrika, Mittel- und Südamerika

Hauptsächlich unterscheidet man im

Aussehen zwischen hochwüchsigen

oder tannenbaumförmigen Arten.Die

Ersteren sind in den tropischen Berggebieten

beheimatet, demzufolge ist

die Vegetationszeit kürzer. Die Zweiteren

in den tieferen Lagen. Sie können

sich in der aequatorialen Heimat

rundum ausbreiten.

Die Grössen liegen bei 2 – 7 m. Sie besitzen

schmale Blattfinger und lange

Internodien. Der Blütenstand ist eher

grazil, schlank und länglich. Die Samen

sind normalerweise glatt, beige

bis braun, nicht marmoriert.

Sativa-Pflanzen beinhalten unvergleichlich

süsse, fruchtige, limettenartige

ätherische Öle. Beste Qualitäten

vermitteln einen energetischen Höhenflug,keinen

Downer.Im Outdoorbereich

zählen Sativas zu den robu-

22


stesten, schimmelresistenteren Sorten,

die auch locker 3m hoch werden

können. Die Blütezeit tropischer Sorten

ist für unsere Breitengrade zu lang.

Um das volle Potential entfalten zu

können, ist die äquatoriale Sonne fast

unentbehrlich.

In diesen Kulturkreisen wird Hanf

auch pur konsumiert. Sativas eignen

sich dazu eben am besten,aufgrund ihrer

chemischen Zusammensetzung,

ihres feinen Geschmacks. Fly smooth

like Thai!

Vielleicht findet sich eine Parallele/

Symbiose in den verschiedenen Kulturkreisen

und dem Hanf. Viele Völker

in tropischen Ländern kämen

ohne die stimulierende Wirkung des

Cannabis Sativa fast nie aus ihren

Hängematten.In den westlichen,mässigeren

Zonen wird Cannabis Indica

hauptsächlich zur Stressbewältigung

oder als Sedativum genutzt.

Welche wunderbare Anpassung der

Natur an die jeweiligen Kultur- und

Sozialbedürfnisse der Menschen!

cannaisseurs

(Polyhybrid = Mehrfachkreuzung von

verschiedenen Sorten)

Aus diesem Genpool entwickelten

sich bis heute die meisten Cannabis-

Cupsiegervarianten. Eine grössere

geschmackliche Vielfalt wird heute

zur Bereicherung gewünscht und gefordert.

Cannabis Ruderalis (45° - ? N)

Die dritte Cannabisart kommt heute

vom Kaukasus bis China wild vor.Ursprünglich

soll sie aus dem südöstlichen

Russland stammen und ist von

den Skythen (nomadisierendes Reitervolk)

verbreitet worden.

Diese Art wird nur 30 – 80 cm hoch,

hat fast keine Verzweigungen und

kleine Blätter. Die Blütenstände sind

nicht üppig und treten nur am Ende

des Stengels auf. Die Stammhülle ist

sehr fleischig. Die Samen sind entsprechend

klein.

Hybriden

Hybriden sind Kreuzungen aus zwei

verschiedenen Cannabissorten.

In unseren Kulturkreisen sind die Indica/Hybriden

seit den achtziger Jahren

vorherrschend.Aufgrund des kleinen

Gen-Pools ist eine gewisse «Hybriden-Müdigkeit»

eingetreten.

Ausgangssorten heutiger Kreuzungen

basieren vielfach noch auf alten

Veredelungen wie z. B. orig. Haze

(Polyhybrid), orig. Skunk 1(relativ

reinerbiger Polyhybrid), Northern

Lights (stabilisierter Hybrid) etc.

Hanf wird in der aktuellen THC-

Grenzwert-Debatte auf ein einziges

Molekül reduziert.Prozente entscheiden

heute über die Verfügbarkeit einer

Heilpflanze. Prozente, die mit der

Natur nichts gemein haben. Kulturelle

Erfahrungswerte auf 0,3 % eines

Wirkstoffs zu reduzieren, ist einmal

mehr trauriges Ergebnis der gegenwärtigen

ignoranten Drogenpolitik.

Seit Millionen von Jahren sind

psychoaktive Pflanzen wie Cannabis

aus gutem Grund unsere Begleiter,

zur spirituellen Erweiterung, Heilung

und zum Genuss.

Bleiben wir doch einfach auch in

Zukunft dabei. ■

Bis dänn.....

Euer Hannes herba

winter 2001

schweizer hanfblatt

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Die vollkommene Welt

Patrick Michael Hunziker

Eine Geschichte zur Besinnung in der Zeit des Erwachens

Teil 7

Joshua schaute sich bedacht um und

suchte nach den Zeichen der Zeit.Was

Melissa damit genau gemeint hatte,

war ihm noch nicht ganz klar.Aber er

wollte sich entscheiden, um überhaupt

weiter zu kommen und blickte

zuerst ruhig in Richtung des einen und

dann in die, des anderen Weges. Vielleicht

würden die Zeichen zu ihm

sprechen und ihn auf den richtigen

Pfad führen.

Der Weg, der links abging, war sehr

steinig, aber gut ausgebaut und führte

bald aus dem gelichteten Wald heraus.

Der Blick war frei und Joshua

konnte erkennen,wie der Weg auf der

linken Seite den Hang weiter hinauf

schlängelte.

Der Weg nach rechts führte nicht so

steil hinauf und machte einen grossen

Bogen um den Hang herum, so dass

Joshua nicht genau sah, wohin er führen

würde. Auch einige Tannen und

Bäume versperrten ihm die Sicht.

Doch durch die leicht belaubten

Baumkronen hindurch konnte er den

Mond erkennen, der diese Seite des

Berges in sein helles Licht tauchte und

fast direkt über dem Weg leuchtete. –

War das etwa ein Zeichen der Zeit?

Joshua war sich nicht sicher, ob diese

einfache Gegebenheit schon alles sein

konnte. Er schaute noch einmal auf

zum silbernen Mond und sein Blick

glitt wieder langsam herab auf den

Weg, welcher weiter hinten, zwischen

jungen Tannen und ein paar Haselbüschen

verschwand.

Während er gedankenlos in diese

Richtung starrte, war es ihm, als sah

er einen dunklen Schatten sich in

einem der Haselbüsche bewegen oder

spielten nur ihre Blätter mit dem sanften

Licht des Mondes? – Nein, dort

drüben hatte sich wirklich etwas bewegt,

glaubte Joshua. Er wollte der

Sache auf den Grund gehen und folgte

dem Weg hinauf zu den Büschen.

Nun war er sich sicher, er hatte die

Zeichen der Zeit erkannt und liess

sich von ihnen leiten.

Er näherte sich vorsichtig den Büschen,

konnte aber vorerst nichts erkennen

und schaute noch genauer

unter einigen, grossen Zweigen nach.

Da raschelte es plötzlich hinter ihm

in den kleineren Büschen bei den

grossen Steinen, wo der Weg um die

Kurve bog und um den Hang herum

führte. Joshua drehte sich um, folgte

der Spur und marschierte hinüber,um

nachzusehen was war. Doch wiederum

fand er nur die kleinen Büsche

und ein paar Steine vor.

Der Weg zog sich weiter dem Hang

entlang und stieg nur leicht an, als

würde er eher um den Berg herum,als

wirklich hinauf führen. Joshua überlegte

sich, ob er nicht doch umkehren

und in die andere Richtung gehen

sollte. Doch er marschierte noch etwas

weiter und schaute sich noch einmal

genauer um.

Neben ihm stieg der Berg immer mehr

an und war zunehmender mit grossen

Steinen und vorstehenden Felskanten

bestückt. Nach einer kurzen Weile

entdeckte Joshua etwas weiter oben

einen kleinen schmalen Pfad,der links

abging und steil, aber gut begehbar

den Hang direkt hinauf führte. Es

musste sich um einen alten, ausgetrockneten

Bergbach handeln, da die

meisten Steine abgerundet waren und

fast keine Kanten aufwiesen. Er kletterte

zwischen Büschen und Felsen,

grossen Steinen und einigen Bäumen

den schmalen Pfad hinauf, der sich

ihm bot.

Nachdem er so schon eine ganze Weile

der Spitze des Berges entgegen

gewandert war, schien sein Weg

plötzlich zu Ende zu sein. Joshua

stand auf einem steinigen Plateau vor

einer grossen Felswand, mit vielen

Kanten und Formen. So wie es den

Anschein hatte, plätscherte hier früher

ein Wasserfall, welcher sich wohl

herrlich über die Felsen und Steine

ergossen hatte. Scheinbar musste

Joshua nun klettern, um weiter zu

kommen. Doch er bemerkte nun

auch, wie er Hunger bekommen hatte

und entschied sich fürs erste einen

Rast einzulegen und eines der wohlduftenden

Fladenbrote zu essen, die

ihm seine Mutter beim Abschied

noch mitgegeben hatte.

Als er sich friedlich auf einen grösseren

Stein gesetzt hatte und sich

gerade daran machte, die Brote hervor

zu holen, war es ihm, als würde

jemand ihn beobachten. Er fühlte einen

Blick auf sich gerichtet und ein

komisches, mulmiges Kribbeln

machte sich in seinem Bauch breit.

Da raschelte es auch schon heftiger

in einem Gebüsch nicht weit von ihm

entfernt und er hörte, wie eine Stimme

seinen Namen versuchte auszusprechen.

Es klang merkwürdiger

Weise jedoch nicht wie eine menschliche

Stimme. Joshua war erstaunt

und fasziniert zugleich und überlegte

sich wer oder was das wohl sein

könne.

«Hab keine Angst, Joshua!» hörte

er sagen und da trat einige Schritte

von ihm entfernt ein alter dunkler

Fuchs aus dem Gebüsch. Er war

fast schwarz, übersäht mit einigen

weissen und grauen Haaren, vor

allem um seine lange, schmale

Schnauze herum.

(wird fortgesetzt)

spirits of nature

winter 2001

schweizer hanfblatt

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Freiheit für den Hanf!

Bernard Rappaz

Was haben der Walliser Rebell des 19. Jahrhunderts, Farinet, und der Walliser Hanfpionier

des 20. Jahrhunderts, Rappaz, gemeinsam? Beide leben in einer ihnen zum Teil feindlich

eingestellten Gegenwart und Beiden gibt doch die Geschichte Recht.

Heute ist sein Andenken lebendiger

denn je, und weltbekannte Persönlichkeiten

beschäftigen sich mit dem

Farinet-Weinberg.So sind die Schauspielerin

Marthe Keller, Frau Danièle

Mitterrand, Roger Moore alias James

Bond und andere zu dem Weinberg

gepilgert. Der Filmemacher

Max Haufler hat einen biografischen

Film gemacht, für den Arthur Honeger

die Musik geschrieben hat. Auch

zahlreiche Bücher und sogar ein Theaterstück

sind Farinet gewidmet.

libertez rappaz!

1995 hat das Fernsehen der französischen

Schweiz in der Sendereihe Tel

Quel in einer fünfzigminütigen Sendung

mein Porträt gezeichnet. Der

Titel dieser Sendung war «Le Farinet

de Saxon». Farinet ist mit der Zeit zu

einer Legende geworden, mit einem

grossen Bekanntheitsgrad innerhalb

und ausserhalb des Wallis. Es entstand

ein Verein mit dem Namen

«Les amis de Farinet» (Farinet-

Freundeskreis),der nun schon seit einigen

Jahrzehnten den Mythos lebendig

erhält. Dieser Verein verwaltet

den Weinberg von Farinet, der im

Guiness-Buch der Rekorde mit einer

Fläche von einem Quadratmeter und

drei Rebstöcken auch als kleinster

Weinberg der Welt bekannt ist.

Der frühere Eigentümer, der in

Frankreich sehr bekannte Abbé Pierre,

hat seinen Weinberg an den Dalai-Lama

abgetreten.

Wer ist eigentlich Farinet?

Der 1845 in St Rémy im Aosta-Tal geborene

Farinet führte ein abenteuerliches

Leben als Jäger, Fischer,

Schmuggler und Liebhaber schöner

Frauen. Vor allem wurde er aber als

Falschmünzer bekannt: Er stellte

heimlich 20-Rappen-Münzen mit

dem Walliser Wappen her! Gejagt

von der Regierung des Wallis und

von der Polizei, flüchtete er in die

Berge und lebte mal auf der italienischen

Seite im Aosta-Tal, mal auf der

französischen Seite im Tal von Chamonix.

Überall hat er bei denen, die

ihn gekannt haben, Spuren und gute

Erinnerungen hinterlassen – ausser

vielleicht bei einigen jungen Frauen,

die er verlassen hat...

Ein bitteres Ende…

Grosszügig, wie er war, verschenkte

er oft 20-Rappen-Münzen, die heute

5 Franken wert wären. Aus dem Gefängnis

in Sion gelang ihm eine spektakuläre

Flucht mit einer Verfolgungsjagd

auf den Dächern der

Stadt.

Leider wurde er eines Tages, in der

Saillon-Schlucht von Dutzenden von

Gewehren in die Enge getrieben, im

Alter von 35 Jahren schonungslos ermordet

(1880). 1938 wurde Farinet’s

Leben nach dem Roman von Charles

Ferdinanz Ramuz verfilmt.

Farinet forever!

Heute lädt die Banque Cantonale du

Valais ihre leitenden Angestellten

auf dem Farinet-Weinberg zu einem

Umtrunk ein. Auch die Gewerkschaft

der Polizei tut dies oft und

gern, und sogar Vertreter der Regierung

des Wallis geben sich dort ein

Stell-dich-ein. Es versteht sich von

selbst, dass diese Rebstöcke den

medienwirksamsten Weinberg der

Welt verkörpern!

Eine späte Genugtuung für den Rebellen

Farinet! Der Farinet-Freundeskreis

pflegt die Freiheit und findet

den Hanf und meine Abenteuer sympathisch.

So wurde auf diesem berühmten

Weinberg der erste Hanfwein der

Welt aus der Taufe gehoben. Jetzt

versteht man besser, weshalb die

Sendung, in der ich porträtiert wurde,

den Titel «Le Farinet de Saxon»

hatte.Aber wohlgemerkt,der eigentliche

Hauptdarsteller bin nicht ich,

sondern der Hanf!

Wie Farinet träume ich von einer besseren

Welt und ich liebe es, die Freiheit

zu lieben. Die Freiheit für Cannabiskonsumenten

ist die Garantie

für eine freiere, verantwortlichere

und damit erwachsenere Welt. ■

winter 2001

schweizer hanfblatt

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Yfat Alef

hanf inteam

Alter: 24 Jahre

Angestellt bei: Hanf Tempel GmbH, Basel

als Verkäuferin seit August 2000

Wie bist Du zum Hanftempel gekommen?

Durch eine Person, die auch hier gearbeitet hat.

Was hast Du vorher gemacht?

Ich habe eine Lehre als Topfpflanzengärtnerin abgeschlossen.

Danach habe ich an verschiedenen Orten gejobbt, bevor

ich eine Reise nach Asien,Indien und Thailand gemacht

habe.

Was gefällt Dir bei Deiner Arbeit mit Hanf besonders?

Durch meine Lehre habe ich einen Bezug zu den Grow-Sachen,

ausserdem herrscht hier eine sehr gemütliche Atmosphäre

zum Arbeiten.

Wie war Deine erste Begegnung mit Hanf?

Die war als ich 14 Jahre alt war. Meine ältere Schwester hat

mich mitgenommen und ich habe das erste mal mitgeraucht.

(lacht) Gespürt habe ich damals überhaupt nichts.

Welches sind Deine Hobbies?

Ich bastle sehr gerne. Kettchen und Bändeli aus «Krälleli».

In letzter Zeit bin ich zwar nicht mehr so oft dazu gekommen.

Sport ist auch noch ein weiteres Hobby von mir.

Wie sehen Deine Zukunftspläne aus?

Ich möchte noch eine weitere Ausbildung machen in Richtung

Gymnastik. Oder wieder zurück nach Israel. Ursprünglich

stamme ich aus Israel.Meine Familie und ich sind

vor 10 Jahren in die Schweiz gekommen.

Und wie stets mit Familie – Möchtest Du denn einmal

Kinder haben?

Kinder müssen nicht unbedingt sein. Und sollte ich mich

doch mal genügend reif dafür fühlen, dann würde ich am

liebsten welche adoptieren und ihnen alle Liebe schenken,

die ich kann.

Und noch die Standard-Schlussfrage: Was wünscht Du

Dir und der Welt?

Mir wünsche ich eine gute Gesundheit und ein glückliches

Leben und der Welt weniger Leid und mehr Frieden.

Mattias Gfeller

Alter: 34 Jahre

Besitzer von El Cannario, Konolfingen

seit Juni 2001

schweizer hanfblatt

winter 2001

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Wie bist Du zum El Cannario gekommen?

Ich wollte schon länger etwas selber machen.Am liebsten

mit Lebensmitteln, die ich selber herstelle (z. B. Güetzi

und Saucen). Dabei ist mir ein Mittelmass zwischen

«übertrieben Öko»und «normal»sehr wichtig. «Hanf für

jedermann»sozusagen. Schliesslich wurde ich von verschiedenen

Growern ermutigt, den Laden aufzutun. Mir

gefällt besonders die Kombination zwischen Laden und

Beiz.

Was hast Du vorher gemacht?

Ich bin gelernter Koch, habe aber auch schon auf dem

Bau gejobbt. Ich habe von A – Z fast alles mal probiert.

Was gefällt Dir bei Deiner Arbeit mit Hanf besonders?

Die spannende Herausforderung, den Nachholbedarf in

Sachen Hanf bei der Bevölkerung zu decken und mit ehrlichem

Auftreten ein positives Image zu vermitteln. Dabei

ist die kritische Auseinandersetzung sehr wichtig und

gut. Diskussionen und «drüber rede» ist auf jeden Fall

besser als Ignoration. Da ich ein Ein-Mann-Betrieb bin,

habe ich mit allen Menschen persönlichen Kontakt, vom

Produzenten bis zum Kunden, das gefällt mir sehr.

Wie war Deine erste Begegnung mit Hanf?

Mein 10 Jahre älterer Bruder musste wegen Hanf vor Gericht.

Damals wusste ich noch nicht weshalb und warum.

«Aufgeklärt» hat mich dann meine Schwester. Das ist

noch ungewöhnlich, ich sah zuerst wie die Pflanze entsteht

und wächst bevor ich dann mal probierte. Ich trieb

mich viel auf der «Pläfä» (Münsterplattform Bern, die

Red.) rum. Wenn uns damals jemand gesagt hätte, dass

du heute die Gasse runter spazieren, in einen Hanfladen

rein gehen und danach auf der «Pläfä» gemütlich eins rauchen

kannst – wir hätten es nicht für möglich gehalten.

Welches sind Deine Hobbies?

Meine Freundin und ich bewohnen einen Bauernhof,dass

gibt viel zu tun, die Viecher, der Garten. Ausserdem reise

ich gerne.

Wie sehen Deine Zukunftspläne aus?

Als erstes möchte ich das Geschäft etablieren. Das heisst

soweit kommen, dass die Akzeptanz bei den Behörden

und der Bevölkerung so gross ist, dass diese Art von Ungewissheit

nicht mehr da ist. Ein weiteres Ziel ist es, kulturelle

Anlässe unter El Cannario zu veranstalten.

Und wie stets mit Familie – Möchtest Du denn einmal

Kinder haben?

Ja klar. (lacht) Ist in Planung.

Und die Standard-Schlussfrage: Was wünscht Du Dir

und der Welt?

Dass alle auf einen «Chlapf» die Vernunft packt.


Samir Bichsel

Wie bist Du zum Thuner Hanf-Center gekommen?

Ich wollte schon immer hier arbeiten. Ich war der erste

Kunde des THC, damals noch bei Franz Schori. Ich habe

schon damals gefragt, ob sie noch einen Job für mich hätten.

Aber ich wurde nie angestellt, immer waren es andere

Leute, die genommen wurden. Schliesslich hat es durch

Zufall doch noch geklappt.

Was hast Du vorher gemacht?

Ich war ein Jahr lang am Konsi, habe dort eine Gesangsausbildung

gemacht. Dann habe ich im Verkauf und als

Sattler/Innendekorateur gejobbt.

Was gefällt Dir bei Deiner Arbeit mit Hanf besonders?

Das Wissen über die Pflanze weiterzugeben. Vorurteile

durch gute Information abzubauen.Darin bin ich wirklich

gut, beim Verkaufen kann ich mein Talent unter Beweis

stellen. Der Verkauf ist sozusagen meine Bühne.

Wie war Deine erste Begegnung mit Hanf?

Damals war ich erst 12 Jahre alt. Ein Kollege und ich waren

bei einem andern Kollegen zu Besuch, dessen Mutter

kiffte. Wir bettelten und baten, bis es der Mutter zuviel

Alter: 23 Jahre

Angestellt bei: Genossenschaft Thuner

Hanf-Center, Thun

als Verkäufer seit Dezember 2000

wurde und sie uns einen Öl-Joint gab. Uns hat es grausam

«verstrichen“. Die Mutter meinte, nun seien wir für immer

kuriert. Ihre Rechnung ist aber nicht aufgegangen...

Welches sind Deine Hobbies?

Zeichnen, am liebsten surrealistische Bleistiftzeichnungen

und natürlich immer noch singen.

Wie sehen Deine Zukunftspläne aus?

Das ist schwierig. Ich möchte noch eine Lehre machen,

am liebsten hier im Thuner Hanf-Center. Oder eventuell

an die Kunstgewerbeschule. Da muss ich aber zuerst verschiedene

Kurse absolvieren.

Und wie stets mit Familie – Möchtest Du denn einmal

Kinder haben?

Ja, sicher möchte ich mal eine Familie und Kinder. Aber

erst wenn ich persönlich und auch materiell mehr Sicherheiten

habe. Ich bin ja selber noch fast ein Kind

(lacht).

Unsere Standard-Schlussfrage: Was wünscht Du Dir

und der Welt?

Alles Gute.

hanf inteam

Oliver Balzer

Alter: 28 Jahre

Angestellt bei: Chanf GmbH, Zürich

als Verkäufer seit Februar 2000

Wie bist Du zum Chanf gekommen?

Durch einen Kollegen.Ich habe was neues gesucht und war

schon ein paar mal im Laden.

Was hast Du vorher gemacht?

Räumungstechnik und CNC-Schleifer. Gelernt habe ich

Zoofachverkäufer. Ich habe auch in der Elektrobranche

gearbeitet.

Was gefällt Dir bei Deiner Arbeit mit Hanf besonders?

Dass diese Pflanze hier wächst und so vielfältig nutzbar ist.

Schade finde ich,dass sie so verteufelt wurde.Aber die Wirkung

ist nach wie vor cool.Ausserdem bringt sie Leute zusammen.

Ob sie als Medikament was taugt oder nicht, darüber

lässt sich streiten. In meinem Bekanntenkreis wird

Hanf ziemlich erfolgreich angewendet.

Wie war Deine erste Begegnung mit Hanf?

Das war Hasch. Bei einer Chilbi am See zirkulierte plötzlich

ein Joint.War eine interessante Erfahrung. Ich war 16

Jahre alt damals.

Welches sind Deine Hobbies?

Ich habe einen Leguan zuhause. Astronomie, Ärchologie,

Computer sind weitere Hobbies. Und Ferien.

Wie sehen Deine Zukunftspläne aus?

Irgendwo an einem ruhigen Plätzchen eine Gemeinschaft

gründen. Aber das ist eher utopisch. Realistischer ist zum

Beispiel einen Natur-Laden aufzumachen. Solche wie es

sie in Amerika gibt. Oder spezielle, eindrückliche Kurzfilme

machen.

Und wie stets mit Familie – Möchtest Du edenn inmal

Kinder haben?

Früher oder später, ja.

Und die Standard-Schlussfrage: Was wünscht Du Dir

und der Welt?

Schwierig. Dass es wieder so aussieht wie vor 1000 Jahren.

Mehr Frieden und Umweltschutz.Am besten wäre es,wenn

wir eine Kehrtwendung machen würden, nur nicht im selben

Tempo weiterfahren.

von Florence Bieri

winter 2001

schweizer hanfblatt

29


Lotti’s Briefkasten Die vollkommene Welt

Lotti Loosli

Olivier Maier

Lotti Loosli veröffentlicht exklusiv im SHT Briefe von zufriedenen Kunden – Leute, denen

Canabis als Medizin geholfen hat. Eine er Zeit des Erwacr Besinnung in der Zeit des Erwachens,

Teil 7

Hanf als Medizin?

Fünf Fragen an:

Barbara Flück (17), aus Schwanden,

Gärtnerin in Ausbildung.

Soll Hanf auch als Alternative zur Schulmedizin

angewandt werden dürfen?

Ich finde schon. Jeder Mensch, der ein

Mittel nicht mehrverträgt , sollte die Möglichkeit

haben, etwas anders zu wählen.

Sollte Hanf als Medizin zum Beispiel in

der Apotheke frei erhältlich sein oder nur

auf Rezept?

Es sollte frei erhältlich sein.

Findest Du, dass jeder Mensch das Recht

hat, seine Medizin selber zu wählen oder

gar selber anzubauen/herzustellen, solange

er niemandem damit schadet?

Auf jeden Fall! Wie etwa die Heilkräuter

Kamille oder Fenchel sollte man Hanf bei

Bedarf auch selber pflanzen können.

Hast du oder deine Familie/Freunde

Erfahrungen mit Heilpflanzen gemacht?

Wenn ja, auch mit Hanf?

Meine Grossmutter konnte stets schlecht

schlafen, mit Hanftee geht es nun schon

viel besser. Sonst verwende ich Heilkräuter,

die man so kennt: Lindenblütentee bei

Grippe, oder Holundersirup bei Husten.

Findest du es richtig, dass das Gesetz den

Gebrauch einer Heilpflanze verbietet, wie

es beim Hanf der Fall ist?

Als angehende Gärtnerin weiss ich, dass

viele Pflanzen auch giftig sind, wie zum

Beispiel Engelstrompeten, Pilze, Vogelbeeren,

usw. Demnach müsste man viele

Pflanzen verbieten,die mehr schaden können

als Hanf.

Vielen Dank für das Gespräch und viel

Freude bei deinem Beruf.

winter 2001 spirits dr. hanf of nature

schweizer hanfblatt

33


Zurück zur Natur

Rinaldo Eckmann

Wie verzweifelt muss jemand sein, um einer Pflanze den Krieg zu erklären oder durch Unwissenheit

zu verleumden. Weder der Krieg gegen die Menschen, noch gegen Pflanzen nützt jemandem

etwas. Im Gegenteil, wer Krieg gegen die Natur führt, sägt den Ast ab auf dem er sitzt!

Seit mindestens 6000 Jahren wird

Hanf als Faserlieferant, Nahrungsmittel,

und Genussmittel genutzt,

aber auch seine vielseitigen medizinischen

Qualitäten wurden früh entdeckt.

Er hatte einen festen Platz in

der pharaonischen, der assyrischen,

der antiken, der islamischen und der

mittelalterlichen Medizin. Besonders

in den asiatischen Heilkünsten geniesst

er heute noch hohes Ansehen.

In der chinesischen und tibetischen

Medizin werden seine schmerzlösenden,

antidepressiven Eigenschaften

geschätzt, im Ayureveda wird er als

Heilmittel und Aphrodisiakum gepriesen.

Hildegard von Bingen gebrauchte

sie genauso wie Samuel

Hahnemann, der Begründer der Homöopathie.

In der modernen medizinischen

und pharmakologischen Forschung

werden nun die früheren und

die ethnobotanischen Anwendungen

der Hanfpflanze getestet und grösstenteils

bestätigt.

Als Nahrungsmittel wird Hanf,

wegen seiner ernährungsphysiologischem

wertvollen Eigenschaften geschätzt.

Der Hanfsamen (oder botanisch

treffender das Hanfkorn) mit

seinem nussigen Geschmack enthält

durchschnittlich 28 - 35% Fett, 30-35

Kohlenhydrate und viel B-Vitamine,

Vitamin E,Kalzium,Magnesium,Kalium

und Eisen. Zudem haben Hanfnüsse

den höchsten Gehalt an mehrfach

ungesättigten Fettsäuren (79%),

Linolsäure (57%),alpha-Linolensäure

(17%), gamma-Linolensäure

(2,5%) in der gesamten Pflanzenwelt.

Der Hanfsamen findet Verwendung

als Hanfnüsse (geschälte Hanfnüsse

als Innovation in der Bäckerei),

Hanfnussöl oder Hanfnussmehl und

ist ein weiterer Schritt zu einer gesunden,

vollwertigen und schmakkhaften

Ernährung. Ungeschälte

Hanfnüsse und das daraus hergestellte

Hanfnussmehl enthalten Bruchstücke

der harten Fruchtschale. Beim

Verzehr von Hanfbrot und Hanfgebäck

erzeugen diese Bruchstücke ein

knirschendes Kaugefühl, was ihm einen

Vollwertkarakter verleiht. Im

Zeitalter von Gentechnik, BSE, Masthormonen,

usw. bietet der Hanf mit

seinen Vorteilen als wertvoller nachwachsender

Rohstoff, der unsere

Umweltresourcen und unser Wasser

nicht mit Düngemittel und Insektenschutzmittel

belastet, eine sinnvolle

Alternative. ■

«Ein Narr sieht nicht denselben

Baum, den ein Weiser Sieht»

William Blake

culinarium

C’nuts Schokoladen-Fondue

für 4 Personen

Zutaten:

0,75dl Wasser

75g Zucker

200g C’nuts-Hanfschokolade

75g Butter

2–3 EL Rum (nach Belieben)

Orange abgeriebene Schale

Als Brot-Alternative:

2 Birnen

2 Äpfel

2 Kiwis

oder andere Früchte nach Saison

© 2001 naturART

Zucker und Wasser bei kleiner Hitze erwärmen bis sich der

Zucker aufgelöst hat, danach abkühlen lassen.

Schokolade mit der Butter im Fonduepfännchen bei kleiner

Hitze schmelzen. Zuckersirup dazu rühren und alles langsam

erwärmen. Fondue mit Rum und Orangenschale parfümieren,

Früchte rüsten und in mundgerechte Stücke schneiden. Früchte

in die Schokolade tauchen – En guete!

winter 2001

schweizer hanfblatt

35


Rückschau

«Frieden für Hanf»

Am 29. September 2001 fand in

St. Gallen zum vierten Male eine

«Frieden für Hanf»-Party statt.

Ursprünglich als politische Demonstration

lanciert, hat sich der Event

von der Demo in der Innenstadt zum

jährlichen Freudenfest im Hotel Ekkehard

entwickelt. Organisator des

pazifistischen Events war wie alle Jahre

der St. Galler Verein «Frieden für

Hanf» (FFH), welcher bereits 2000

Mitglieder zählt. FFH-Chef Mirco

Deganello war zufrieden mit dem

Anlass und sieht – solange die St.Galler

Justiz die Hanfläden in Ruhe lässt

– keinen Grund, aus der Veranstaltung

politisches Kapital zu schlagen.

«Wir wollen einfach zusammen

feiern und mit unserem friedlichen

Verhalten auch ein positives Signal an

die Behörden senden», kommentierte

Deganello gegenüber der SHT.

Originell und wohl einmalig war die

Dekoration an der FFH-Party: 600

vorgerollte Joints zierten die Decke...

AGENDA

Ausgewählte Leckerbisse:

Schweiz

1.3. – 3.3.2002

«CannaTrade»-Messe in Bern,

BEA expo-Gelände. Die grösste

Schweizer Hanfausstellung mit

dem «CannaSwissCup» am

Samstag Abend.

Öffnungszeiten: Fr 10.00-19.00,

Sa 10.00-22.00, So 10.00-18.00

Weitere Infos unter

www.cannatrade.ch

hemp events

Vorschau

«CannaTrade»

6.6. – 9.6.2002

«Verdura»-Ausstellung in Thun,

thun-expo-Gelände. Vier Tage

Ausstellung über die Vielfalt von

Naturprodukten, Thema «Fernöstliches».

Mit Hanf-Sonderschau.

Weitere Infos unter 033 225 14 16

Am 1. März 2002 öffnet die Canna-

Trade im Rahmen der 4. Schweizer

Hanftage und in Zusammenarbeit

mit der CSC/SHK ihre Tore. Dies wie

letztes Jahr auf 4000 m 2 in der Halle

310 der BEA expo Bern. Während

drei Tagen bietet die CannaTrade allen

HanfliebhaberInnen ein einmaliges

Programm:Modeschau mit Hanfmode

aus aller Welt, 300 m 2 echtes

Hanffeld, InterHanfCafé zum Surfen

in der Hanfwelt, Restaurant mit hanfigem

Food & Drink, Referate zu Politik

und Medizin in d/f/e-Simultanübersetzung,

Tombola, Joint-Roll-

Wettbewerb sowie der «CannaSwiss-

Cup» seien als Höhepunkte genannt.

Eine – nur in Helvetien mögliche –

Besonderheit ist der «CannaSwiss-

Cup» am Samstag:Aus 16 Sorten wird

das beste Outdoorhanf der letztjährigen

CH-Ernte auserkoren und prämiert,

natürlich mit Musik und Show.

Polo Hofer an der letztjährigen CannaTrade:

«Mr. Mundart» war als Ehrengast

und Mit-Moderator des CannaSwissCup

dabei

So wild fing es an: «Verdura» 1999

28.9.2002

«Frieden für Hanf 5», die Hanffeier

des FFH bei St. Gallen.

Aktuelle Infos zu Zeit & Ort unter

www.crudeness.ch

Weltweit

27.6. – 29.6.2002

«CannaBusiness»-Messe in

Castrop Rauxel (D). Die grosse

deutsche Hanfausstellung findet

bereits zum siebten Male statt.

Sehr viele Infos unter

www.cannabusiness.de

winter 2001

schweizer hanfblatt

37


die letzte

Nimm mich!

Die «SWISS HEMP TIMES»

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Abonnement Fr. 20.–/Jahr

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Infos ab 01.01.2002 unter:

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Herzlichen Dank für deine

Unterstützung –

hasta la victoria siempre!

IMPRESSUM

Matthias «Willi» Blaser

Chefredaktor

legalize it, hemp history

Roman Simon

Redaktor

der report

Nadir Lenazzi

Redaktor «Mr. K.C.»

growing

Roman Bettschen

Redaktor «El Creador»

growing

Patrick Michael Hunziker

Redaktor

spirits of nature

Lotti Loosli

Redaktorin

Dr. hanf

Hannes Lüthi

Redaktor

cannaisseurs

Florence Bieri

Redaktorin

hanf inteam

Rinaldo Eckmann

Redaktor

culinarium

Bernard Rappaz

Redaktor

libertez rappaz!

Peter «Monkey» Zysset

Kolumnist «Mr. M»

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Die SWISS HEMP TIMES

erscheint alle vier Monate

Informationen über Inserate,

Termine und Tarife unter

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Herausgeber

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Die nächste

«Swiss Hemp Times»

erscheint am

21. März 2002

Die guten Taten des Hanfgeistes

schweizer hanfblatt

winter 2001

© 2001 Willi Blaser

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