Pflegeelternrundbrief I/2013

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Pflegeelternrundbrief I/2013

Zwischen Faszination und Sucht – Exzessives Computerspiel als Entwicklungsrisiko

Machen sich Eltern Sorgen hinsichtlich des Ausmaßes des Computerspiels,

ist es hilfreich zu fragen, welche Funktion das exzessive Spielverhalten

hat. Aussagen wie: „Da bin ich wer“, „Da passiert wenigstens

etwas, da ist es nicht so langweilig“ oder „Da ist wenigstens jemand“,

sind erste Hinweise, dass das Computerspiel dazu dient Gefühle des Unwohlseins

auszugleichen (vgl. Grüsser, 2009, S.119). In der Regel ist es

dann schwierig nur mit Verboten oder Reglementierungen eine dauerhafte

Verhaltensänderung herbeizuführen. Die dahinter liegenden Themen wie

Langeweile, fehlende Gleichaltrigenkontakte oder mangelndes Selbstwertgefühl

müssen in das pädagogische Handeln mit einbezogen werden.

Literaturangabe:

Beranek, Cramer-Düncher, Baier, Das Online-Rollenspiel „World of Warcraft“,

aus subjektiver Sicht junger Spieler, in: Hardt Jürgen, Cramer-

Düncher Uta, Ochs Matthias, Verloren in virtuellen Welten, Computerspielsucht

im Spannungsfeld von Psychotherapie und Pädagogik,

Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2009;

Bergmann Wolfgang, Hüther Gerald, Computersüchtig, Kinder im Sog der

modernen Medien, Patmos Verlag GmbH & Co. KG, 2006;

Grüsser-Sinopoli Sabine M., Exzessive Computernutzung – Ergebnisse

verschiedener Studien, Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e. V.,

Berichte und Materalien 8, 2009;

Köhler Esther, Computerspiele und Gewalt, Eine psychologische Entwarnung,

Springer Verlag, Heidelberg, 2008;

Thalemann Carolin N., Thalemann Ralf, Computerspielsucht in: Robertz,

Wickenhäuser (Hrsg.), Orte der Wirklichkeit, Über Gefahren in medialen

Lebenswelten Jugendlicher, Springer Medizin Verlag, Heidelberg

2010;

Schmitt Christian, Computerspiele Fluch oder Segen? Die Nutzer die Gefahren

die Lernpotentiale, der Umgang, Diplomica Verlag GMbH, Hamburg

2011;

Wöfling Klaus, Müller Kai, Computerspielsucht in: Batthyány Dominik,

Pritz Alfred, Rausch ohne Drogen, Springer Verlag, Wien, 2009

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