Brandenburgisches Ärzteblatt - Landesärztekammer Brandenburg

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Brandenburgisches Ärzteblatt - Landesärztekammer Brandenburg

A 13926

13. Jahrgang • August 2003

Brandenburgisches

ÄRZTEBLATT

Offizielles Mitteilungsblatt der Landesärztekammer Brandenburg

8 A/ 2003 www.laekb.de

Richtfest in Berlin

Ärzte-Union gegründet

Aus dem Geschäftsbericht 2002 der LÄKB

Expertenchat der LÄKB zur Schlafmedizin


Impressum

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Herausgeber: Dr. med. Udo Wolter

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Brandenburgisches

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Inhalt

Impressum/Inhalt

Editorial 234

Kammerinformationen 235

Aus dem Geschäftsbericht 2002 der Landesärztekammer 235

Gesundheitspolitik 243

Verhaltenes Lob für das Eckpunktepapier 243

Krankenversorgung nach Kassenlage 243

Richtfest für das Verbändehaus 244

Blutet Polens Ärzteschaft aus? 245

Mobil gegen Rheuma-Schmerz 245

Funktionstraining nicht übers ärztliche Budget 246

Ärzte-Union Brandenburg – eine schwere Geburt 247

Jahrespressekonferenz der Deutschen Krebshilfe 248

Fortbildung 250

6. Ärztlicher Fortbildungskongress der LÄKB vom 23. bis 25. Oktober 2003 250

Symposium für den Hausarzt 251

Angebot der Akademie für ärztliche Fortbildung 252

Das Thema 253

Deutschlandkongress der Schlafmedizinier in Cottbus 253

Expertenchat der Landesärztekammer Brandenburg 253

Nicht-erholsamer Schlaf 253

Stufendiagnostik in der Schlafmedizin 254

KVBB informiert 256

Landesgesundheitsamt 257

Aktuell 258

Rezensiert 259

Leserbrief 261

Personalia 261

Tagungen und Kongresse 262

Kalendarium 264

Stellenangebote/Kleinanzeigen 243/246/249/259/261/U2/U3

Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

233


Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Jahr 2004 ist für die brandenburgische Ärzteschaft das Jahr der

Wahlen für die Kammerversammlung. Dazu sind alle Ärztinnen und

Ärzte aufgerufen.

Für viele steht die Kammerversammlung in erster Linie als Lobby für

die Interessen der Ärzteschaft. Das ist richtig, die Kammerversammlung

ist die berufspolitische Plattform für unsere Anstrengungen, die

dringenden Probleme der Ärzteschaft zu formulieren und nach

außen zu vertreten.

Nach dem Heilberufsgesetz ist die Kammer jedoch in erster Linie eine

Selbstverwaltung. Die Kammer als Körperschaft des öffentlichen

Rechts regelt die Weiterbildung, Fortbildung, Qualitätssicherung,

Kontrolle der Einhaltung ärztlicher Berufspflichten bis hin zu Sanktionen

und vieles andere mehr selbst. Diese Aufgaben werden von

den Delegierten ehrenamtlich übernommen.

Sieht man sich die Zusammensetzung der Delegierten der Kammerversammlung

an, vermisst man den/die AiPler/in und die Weiterbildungsassistenten.

Warum nutzen unsere jungen Kollegen nicht die

Möglichkeit, durch Bekleidung eines Ehrenamtes in der Kammerversammlung

ihre ureigensten Interessen zu vertreten? Warum setzen

sie sich nicht selbst ein für die sofortige Abschaffung der AiP-Phase,

für die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes und den Abbau unbezahlter

Überstunden, für die Umsetzung des EuGH-Urteils?

Die junge Ärzteschaft betreibt Berufspolitik auf ihre Weise. Sie praktiziert

eine harte einschneidende unmittelbare Berufspolitik: Sie geht

einfach. Viele junge Ärztinnen und Ärzte gehen ins Ausland, wo es

keinen AiP-Status gibt, und arbeiten für ein angemessenes Gehalt unter

Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes und bekommen Überstunden

bezahlt. Leistung folgt dem Geld.

Das spüren neben dem Land Brandenburg auch alle anderen neuen

Bundesländer. Die Ost-West-Angleichung ist noch nicht erfolgt.

Dann bewirbt man sich doch lieber dort, wo die gleiche Arbeit besser

bezahlt wird. Oder man geht in andere Bereiche, z. B. in die Industrie.

Laut Bundesstatistik sank die Zahl der gemeldeten AiPler bei etwa

gleichbleibenden Zahlen der Hochschulabsolventen von 7 862 im

Jahr 1998 auf 6 871 im Jahr 2001 (das sind etwa 12 Prozent), im

Land Brandenburg sank im gleichen Zeitraum die Zahl der AiPler von

223 auf 185 (das sind 17 Prozent!).1993 hatte das Land Brandenburg

noch 335, im Jahre 2002 nur noch 155 gemeldete AiPler. Das

sind im Zeitraum von neun Jahren mehr als 50 Prozent!

234 Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

Ist dieses Verhalten zu verurteilen? Nein, diese Art Berufspolitik ist

eine deutliche Sprache, die die Verantwortlichen nicht überhören

können. Leistung folgt dem Geld.

Das Gesundheitssystem-Modernisierungsgesetz sieht eine Einsparung

von 20 Milliarden Euro vor. Sehen wir das mal unter dem Gesichtspunkt

der zukünftigen Krankenhausfinanzierung. 2004 soll das DRG-

System eingeführt werden.

- Es enthält nicht die Vergütung (oder Nachbesserung des Personalschlüssels)

des hohen Dokumentationsaufwandes, der mit der angespannten

Arbeitssituation an den Krankenhäusern kaum zu vereinbaren

ist.

- Es enthält keine Gegenfinanzierung der zahllosen unbezahlten

Überstunden und die immer noch nicht umgesetzte Bewertung ärztlicher

Bereitschaftsdienste als Arbeitszeit statt Ruhezeit.

- Es fehlt die Berücksichtigung der ärztlichen Weiterbildung unter

DRG-Bedingungen als Sonderfinanzierungstatbestand.

- Und es fehlt die Gegenfinanzierung von Leistungsverlagerung zwischen

stationären und anderen Versorgungsbereichen unter den

Rahmenbedingungen des DRG-Vergütungssystems.

Jetzt könnte ich den Bogen weiterspannen zum ambulanten Bereich.

Dort soll die Einsparung durch DMP, Einkaufsmodelle, Abbau

fachärztlicher ambulanter Versorgung, Stärkung der Hausarztposition

etc. erfolgen. Alles ist unter der Prämisse einer wählerfreundlichen

Beitragssatzstabilität oder gar Beitragssatzsenkung zu sehen. Es ist

jetzt schon abzusehen, dass das Grundproblem des Gesundheitswesens,

das Finanzierungsproblem, sich verschärfen wird. Wir Ärzte

sind es, die den Patienten klar machen müssen, was für sie das „medizinisch

Notwendige“ bedeutet. Wie haben wir diese Aufgabe in

der Vergangenheit gelöst?

Aus dem Verantwortungsbewusstsein gegenüber den uns anvertrauten

Patienten, getragen von der Sorge etwaiger Haftpflichtansprüche

und geprägt von dem für die Ärzteschaft typischen „Helfersyndrom“,

lassen wir letztlich dem Patienten das „medizinisch Optimale“ zukommen.

Die Konsequenzen bekommt der Arzt sofort zu spüren.

Im niedergelassenen Bereich bekommt er die Leistung schlichtweg

nicht bezahlt, der Arzt wird finanziell für das Überschreiten seines

Budgets bestraft.

Im stationären Bereich leisten die Ärzte unbezahlte Überstunden, für

den Freizeitausgleich wird regelhaft keine Ärztin/kein Arzt eingestellt,

der die Arbeit auf Station bewältigt. Anders gesagt, das Arbeitszeitgesetz

wird oft von den Ärzten bewusst nicht eingehalten.

Das geht so lange, bis eine Schmerzgrenze erreicht ist.

Wenn die Leistung auch in Zukunft nicht adäquat finanziert wird,

wird sie auf Dauer nicht mehr erbracht werden.

Der Exodus junger Mediziner aus dem eigentlichen Arztberuf oder

aus Deutschland ist weiter vorprogrammiert.

Wenn wir das nicht wollen, müssen wir uns alle für unsere ärztlichen

Belange einsetzen. Von „oben“ wird uns nichts geschenkt.

Dazu fordern wir alle Ärztinnen und Ärzte des Landes Brandenburg

auf. Auch die Jungen sollten sich zur Wahl stellen, damit es sich auch

im Land Brandenburg lohnt, Ärztin oder Arzt zu sein.

Ihre

Renate Schuster


Kammerversammlungen

Die Kammer unterliegt der allgemeinen

Körperschaftsaufsicht (§ 18 Abs. 1 Landesorganisationsgesetz).

Die allgemeine Körperschaftsaufsicht

erstreckt sich darauf, dass

die Kammer ihre Tätigkeit im Rahmen ihres

Aufgabenbereiches im Einklang mit dem

geltenden Recht und auf der Grundlage eines

geordneten Finanzgebarens ausübt.

Im Berichtsjahr 2002 fanden die 8. bis 10.

Kammerversammlung der 4. Legislaturperiode

statt. Von den 82 Mitgliedern sind 30 %

Ärztinnen und 70 % Ärzte. In jeder Beratung

gedachten die Delegierten ihrer im zurückliegenden

Zeitraum verstorbenen Kolleginnen

und Kollegen.

In der 8. Kammerversammlung protestierte

Präsident Dr. Udo Wolter in seinem Bericht im

Namen der Kammerangehörigen besonders

gegen die Integration pädiatrischer Betten in

die Innere Abteilung. Auf lange Sicht würden

dadurch sowohl die Betreuung als auch die

Weiterbildung von Fachärzten für Kinderund

Jugendmedizin gefährdet sein. Er präsentierte

den Modellvorschlag der Bundesärztekammer

zur weiterbildungsrechtlichen Gestaltung

„Hausarzt der Zukunft“, der dem

Deutschen Ärztetag zur Beratung vorgelegt

werden sollte.

Die Ärzteversorgung Land Brandenburg legte

eine Änderung ihrer Satzung im § 9 Abs. 4

vor, der die Delegierten zustimmten.

In einem Bericht ging der Vorsitzende des

Ausschusses Psychosoziale Versorgung, Kammerversammlungsmitglied

Dr. W. Loesch,

ausführlich auf die Tätigkeit der einzelnen

Ausschussmitglieder ein. Er berichtete über

die Zusammenarbeit mit der LAGO.

Er ging weiterhin auf die Vermittlungsstellen in

der Psychotherapie, die Sterbe- und Trauerarbeit,

das Versorgungsangebot für transsexuel-

le Patienten, Hilfe für psychotraumatisierte

Menschen und die schmerz-/psychotherapeutische

Versorgung ein. Er beklagte den

Mangel an ärztlichen Psychotherapeuten im

Land und forderte, dass die spezielle

Schmerztherapie dringend in die Fortbildung

der Allgemeinmediziner integriert werden

müsse.

Die Kammerversammlung bestätigte den

Tätigkeitsbericht sowie den Jahresbericht und

die Jahresrechnung des Haushaltes, die

vom Vorsitzenden des Haushaltsausschusses,

Dipl.-Med. Hubertus Kruse, vorgetragen wurden.

Dem Vorstand wurde Entlastung für das

zurückliegende Haushaltsjahr erteilt.

Die Kammer wählte ihre Delegierten zum

105. Deutschen Ärztetag in Rostock und beschloss

die Aufnahme der Zusatzbezeichnung

„Ärztliches Qualitätsmanagement“ in die

Weiterbildungsordnung.

In einer Power-Point-Präsentation trug der

Präsident die gegenwärtigen Probleme der

brandenburgischen Ärzteschaft bei der

Wahrnehmung des Arbeitszeitgesetzes und

deren Auswirkungen auf die Weiterbildungsordnung

vor.

Kammerinformationen

Aus dem Geschäftsbericht 2002 der Landesärztekammer

Die Ärztekammer sieht sich in ihrem Selbstverständnis

in der Rolle als Vermittler von

ethischen und moralischen Grundsätzen in

der standespolitischen Arbeit. Da sie weder

einen Honorarverteilungs- noch einen

Honorarverhandlungsauftrag hat, fällt es

ihr in vielen Fällen sicher leichter, dieser

Vermittlungsfunktion zu entsprechen.

Die Landesärztekammer sieht es als eine

ihrer wichtigsten Aufgaben an, das Ansehen

des eigenen Berufsstandes frei von ungerechtfertigten

Anwürfen zu halten. Das

betrifft u. a. die Auseinandersetzungen in

der Öffentlichkeit, wenn große Teile oder

die gesamte Ärzteschaft als schwarze, betrügerische

Schafe dargestellt werden.

Dr.

Udo Wolter

Die Kammerversammlung fasste folgende

berufspolitische Beschlüsse:

1. Die LÄKB fordert die Träger der Einrichtungen

auf, die organisatorischen und

personellen Voraussetzungen für einen

reibungslosen Ablauf notwendiger Dokumentationen

zu schaffen.

2. Die LÄKB spricht sich dafür aus, die

neuen Tätigkeitsfelder Controlling und

Qualitätsmanagement vorzugsweise mit

Ärzten zu besetzen.

3. Die LÄKB fordert bei den vereinzelt auftretenden

Verdächtigungen gegen Ärzte

eine konsequente Aufklärung zur Vermeidung

einer pauschalen Diskriminierung

der Ärzteschaft.

Dr. Reinhard

Heiber

Die Ergebnisse der Regionalkonferenzen zum

Krankenhausplan und eine aufwändige Analyse

zur angeblichen Kostenexplosion im Gesundheitswesen

bestimmten in weiten Teilen

Berichte und Diskussionen der 9. Kammerversammlung

vom September 2002. Herzlich

begrüßte Gäste waren der Präsident der Bundesärztekammer,

Prof. Jörg Hoppe, und die

Staatssekretärin im MASGF, Margret Schlüter.

Prof. Hoppe wies darauf hin, dass beim gegenwärtigen

gesundheitspolitischen Wirken

der Bundesregierung die Patienten-Arzt-Beziehung

Schaden nehme. Er kritisierte, dass

von der Politik eine negative Stimmung erzeugt

werde, die den Patienten zunehmend

verunsichere.

Der Vorsitzende des Ausschusses Stationäre

Versorgung, Kammerversammlungsmitglied

Dr. J. Fischer, gab einen umfassenden Bericht

über die Arbeit des Ausschusses. Er führte unter

anderem an, dass seit 1990 ein Bettenabbau

von 34,7 % im Land Brandenburg zu

verzeichnen sei. Damit seien längere Wartezeiten

für den Patienten verbunden, die Weiterbildung

zum Facharzt werde schwieriger.

Ein durchgängiges Gesamtkonzept fehle.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt wurde

durch Kammerversammlungsmitglied Dr. St.

Alder die angebliche „Kostenexplosion im

Gesundheitswesen“ analysiert. Eine Präsentation

von Ergebnissen verschiedener Auswertungen

und Analysen von Gutachten mehrerer

Institute erfolgte mit der Erkenntnis, dass

eine politisch gewollte Zwecksonderentnahme

von Geldern des Gesundheitswesens die entscheidende

Ursache für die Finanznot sei.

Kammerversammlungsmitglied Dr. M. Kalz,

Vorsitzender der Akademie für ärztliche Fortbildung,

referierte über „Erweiterte Bewertungskriterien

für den Erwerb des Fortbildungszertifikates

der Landesärztekammer

Brandenburg“. Er unterbreitete den Vorschlag,

auch CME (continued medical education)-Punkte

anzuerkennen. Dann werde es

Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

235


Kammerinformationen

möglich, unter anderem im Ausland erworbene

Punkte anrechnen zu lassen. Die Kammerversammlung

stimmte der Übernahme der Bewertungskriterien

einstimmig zu.

In der 10. Kammerversammlung erfolgte die

Festsetzung der Rentenbemessungsgrundlage

sowie die Beschlussfassung, die Anpassung

der laufenden Renten um 1 % zu erhöhen.

Der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses,

Dr. Horst Müller, erläuterte den Bericht des

Geschäftsjahres 2001. Im Anschluss erstattete

Dr. K. Freier als Vorsitzender des Aufsichtsausschusses

den Bericht für das vergangene

Geschäftsjahr.

Präsident Dr. U. Wolter forderte erneut die

Gewerbeämter zur stärkeren Überwachung

des Arbeitszeitgesetzes in den Kliniken auf.

Die Diskussion zu diesem Tagesordnungspunkt

zeigte auch, dass Brandenburgs Ärzte

zum Widerstand gegen die Pläne der Bundesregierung

bereit sind.

Vorstandsmitglied Dr. H. Pohle erläuterte die

Haushaltsplanung der Landesärztekammer

für das Geschäftsjahr 2003. Erstmals können

die Ausgaben nicht von den Einnahmen gedeckt

werden. Es mussten 250.000 Euro aus

Rücklagen eingestellt werden. Dr. Pohle: „Wir

sind jedoch in einer sicheren Position, aber

der Spielraum ist aufgebraucht. Wir sind liquide,

wir haben keine Schulden und ein eigenes

Haus.“

Die Delegierten der 10. Kammerversammlung

beschlossen den Haushaltsplan 2003 der

LÄKB einstimmig. Die Kammerversammlung

wählte die Delegierten zum 106. Deutschen

Ärztetag vom 20. bis 23. Mai 2003 in Köln.

Vorstandsmitglied Dr. R. Schuster sprach zur

Novellierung einzelner Vorschriften der Berufsordnung

der LÄKB entsprechend den Beschlüssen

des 105. Deutschen Ärztetages. Sie

enthalten unter anderem Regelungen zu den

Praxisschildern, Anzeigen und Verzeichnissen,

Patienteninformationen in den Praxisräumen

und öffentlich abrufbare Arztinformationen

in Computerkommunikationsnetzen. Die

Kammer kann nunmehr auch die Ankündigungen

der Ärzte überprüfen.

Vorstand

In jeder Vorstandssitzung informierte der Präsident

im Bericht zur Lage über die zwischenzeitlich

erfolgten Tätigkeiten. Hauptgeschäftsführer

Dr. R. Heiber und Juristischer

Geschäftsführer Ass. H. Krahforst berichteten

regelmäßig über Aufgaben, Ergebnisse und

Probleme seit der letzten Beratung. Die Kammerversammlungen

wurden durch den Vorstand

inhaltlich vorbereitet und die Tagesordnungen

festgelegt. Die Vorstandssitzungen

dauerten durchschnittlich sechs Stunden.

Der Vorstand beschloss ein allgemeines Verfahren

zur Genehmigung zur Durchführung

236 Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

künstlicher Befruchtungen gem. § 121 a SGB

V. Mit Verordnung des MASGF vom 07. 12.

2000 wurde die Zuständigkeit der Genehmigung

auf die Landesärztekammer übertragen.

Der Vorstand benannte vier Kliniken als Fortbildungsstätten

für Spezielle Schmerztherapie

im Sinne der Weiterbildung: Johanniter-

Krankenhaus im Fläming, Treuenbrietzen,

Hellmuth-Ulrici-Kliniken, Sommerfeld, Landesklinik

Teupitz, Evangelisch-Freikirchliches

Krankenhaus Rüdersdorf.

Der § 6 der Durchführungsbestimmung zur

gemeinsamen Notfalldienstordnung der

KVBB und der LÄKB wurde dahingehend präzisiert,

als er die Notfalldienstbefreiung der

Jobsharingpartner vorsieht. Eine Befreiungsmöglichkeit

für Weiterbildungsassistenten

usw. wird nach wie vor abgelehnt.

Gemeinsame Vorstandssitzung mit Ärztekammer

Westfalen-Lippe: Im Juni 2002 berieten

beide Kammervorstände in einer Klausurtagung

in Brandenburg zu den Themen:

Bettenschließung in Krankenhäusern, Ärzteknappheit,

Patentierung ärztlicher Bezeichnungen

durch die Kammer.

Der Vorstand diskutierte die vom Präsidenten

favorisierte Patentierung des Namensrechtes

der Landesärztekammer Brandenburg

(einschließlich Logo) als Marke und

beschloss: Da die Weiterbildungsbegriffe

nicht Gegenstand der Monopolisierung

werden dürfen, wäre mit der Patentierung

eine gewisse Ordnung und Qualitätssicherung

der erweiterten ärztlichen Absatzwerbung

möglich. Eine Abstimmung mit der

Bundesärztekammer ist anzustreben. Die

Patentierung wurde beim Patentamt in München

beantragt.

Themen der Vorstandssitzung waren u. a. und

z. T. mehrfach: Beratungen von Widersprüchen

gegen Weiterbildungsentscheidungen

und zu Anträgen auf Weiterbildungsbefugnisse

sowie Nachberufungen von

Mitgliedern in Prüfungsausschüsse, Anträge

auf Beitragsermäßigung, Antragstellungen zu

privaten Zweigpraxen und Anerkennungen

von Kursprogrammen zur Erlangung von

Zusatzbezeichnungen. In jeder Vorstandssitzung

wurden Anträge, Vorgänge und Beschlussfassungen

des Ausschusses Berufsordnung

beraten.

Geschäftsjahr 2002

Anzahl der Vorstandssitzungen 12

Anzahl der Tagesordnungspunkte 188

Zeitaufwand in Stunden 65

Weitere Beratungsschwerpunkte waren u. a.:

- Diskussion zu Durchführungsbestimmungen

zur Gemeinsamen Notfalldienstordnung der

KVBB und der LÄK Brandenburg

- Besetzung von Ausschüssen und Arbeitsgruppen

- Besetzung der Stelle: Patientenberatung/

Ombudsfrau

- Beratung zum Entwurf des MASGF zur Novellierung

des Heilberufsgesetzes

- Mindestanforderungen an eine suchtmedizinische

Qualifikation

- Berichterstattung zu DRG-Konferenzen

- Beratung zur Abrechnung von Gebührenziffern

bei verstorbenen Patienten

- Stand der Recherchen zur räumlichen Erweiterung

der Geschäftsräume der Hauptgeschäftsstelle

- Festlegungen zum 6. Ärztlichen Fortbildungskongress

der LÄKB 2003

- Bildung einer Fachkommission Forensische

Psychiatrie

- Bestätigung der Vertreter der LÄKB für Fachgruppen

der externen Qualitätssicherung im

Land Brandenburg nach § 137 SGB V

(Qualitätssicherung im stationären Bereich)

Ärztliche Selbstverwaltung

Gesundheitsberufe in Bedrängnis: Die

Sparpläne der Bundesregierung, zuletzt

ausgelöst durch die verordnete „Null-Runde“,

brachten am 12. November 2002

mehr als 15.000 Beschäftigte aus dem

Gesundheitswesen in Berlin vor dem Brandenburger

Tor zu einer Protestkundgebung

zusammen. Dieser außerparlamentarische

Protest gegen die Sparpläne der Bundesregierung

sollte darauf hinweisen, dass

schon jetzt Millionen unbezahlter Überstunden

im Gesundheitswesen geleistet

werden.

Im Vorfeld der Demonstration hatte sich der

Präsident, Dr. Udo Wolter, mit der Bitte an die

Delegierten der Kammerversammlung sowie

die Ärztlichen Direktoren und Leiter der Krankenhäuser

gewandt, die Teilnahme an der Demonstration

zu ermöglichen. Es sei an der

Zeit, die Kritik umfassend zu artikulieren und

gemeinsam mit allen Gesundheitsberufen öffentlich

auf die Folgen aufmerksam zu machen.

Auf Einladung des Präsidenten der Landesärztekammer

berieten die Vorstände der

Landesärztekammer und der Landeskrankenhausgesellschaft

Brandenburg zu den

Problemen: Ärzteknappheit, Aufgaben und

Probleme der Krankenhäuser bei der Durchführung

des Fallpauschalengesetzes, Bettenstreichung

– Krankenhausplanung im Mai

2002.

Der Präsident lud den Vorsitzenden der KVBB,

Dr. J. Helming, zu einer Beratung in den Vorstand

ein. Dr. Helming erläuterte die neue Situation,

die sich aus dem Honorarverteilungsmaßstab

nach dem Grundprinzip ergibt. Ein

weiterer Beratungspunkt war die Notfalldienstordnung.


Der Vorstand der Landesärztekammer Brandenburg

hat die Einrichtung einer Ansprechstelle

beschlossen, die Ärztinnen und Ärzten

die Möglichkeit gibt, ihre Probleme darzulegen

und bei der Lösung unterstützt zu werden.

Ihr Anliegen können sie einer ehrenamtlichen

Ombudsfrau – Ärztin im Ruhestand –

vortragen. Damit hat die Ärztekammer Brandenburg

einen Beschluss des 104. Ärztetages

realisiert, in dem es heißt: Ärztinnen und Ärzte,

die Repressalien ihrer Arbeitgeber deswegen

ausgesetzt sind, weil sie unverantwortliche

Missstände in ihren Krankenhäusern

aufzeigen, erhalten die uneingeschränkte Unterstützung

ihrer Ärztekammer.

Durch die Ombudsfrau erfolgten sechs Beratungen;

inhaltlich ging es um Überstunden,

Überlastung insgesamt, Kompetenzfragen,

Abrechnungsfragen bei Gutachten und zwischenmenschliche

Beziehungen. Es ergaben

sich bisher keine Folgemaßnahmen für die

Landesärztekammer. Neben der Beratung als

Ombudsfrau erfolgten auch telefonische Beratungen

von Patienten. 2002 fanden 32

Sprechstundentage statt. Die Beratung erfolgte

in der Regel telefonisch, in Ausnahmefällen

nach Absprache auch persönlich. Insgesamt

wurden 87 Beratungen durchgeführt.

Die jährliche gemeinsame Vorstandssitzung

der LÄKB und der KVBB diente der Abstimmung

berufs- und gesundheitspolitischer Fragen

und zur Klärung bis dahin unterschiedlicher

Probleme und Positionen. Gegenstand

waren die Durchführungsbestimmungen zur

Gemeinsamen Notfalldienstordnung, zu der

unterschiedliche Sichtweisen beraten wurden,

und in deren Ergebnis Einigung erzielt wurde,

weiterhin die Novellierung des Heilberufsgesetzes,

die Zusammenarbeit von KVBB und LÄKB

auf Verwaltungsebene sowie spezielle Fragestellungen.

Beraten wurde auch die Durchführung

und Abrechnung delegierter vertragsärztlicher

Leistungen im Zusammenhang

mit der häuslichen Krankenpflege und die gesundheitspolitische

Situation nach der Einrichtung

einer Task-Force-Gruppe der AOK.

Präsident

Dr. Wolter wies darauf hin, dass der in den

letzten Jahren bestehende Facharztmangel in

den Kliniken hätte auffallen müssen. Er wurde

aber immer wieder durch ärztlichen Einsatz

kompensiert. Schwieriger war es schon in den

Arztpraxen in den ländlichen Gegenden

Brandenburgs. Nachfolger sind kaum noch

zu finden. Er wies darauf hin, dass der Politik

und den Kassen geglaubt wurde, wonach alles

regional übertrieben bzw. potenziell ostdeutsch

sein würde. Erst als Stimmen aus den

alten Bundesländern einen drohenden Ärztemangel

signalisierten, wurde man stutzig.

Hauptursachen des Ärztemangels in Brandenburg

sind ganz klar die zu geringe Vergütung

bei längeren Arbeitszeiten und die leistungsmäßig

höhere Belastung im Osten.

Grundübel in den Krankenhäusern ist besonders

die Missachtung der tarifvertraglich und

gesetzlich verankerten Arbeitszeitregelungen.

Stellen werden nicht mehr nachbesetzt, die

verbleibenden Kollegen verrichten die Arbeit

unbezahlt ohne Ausgleich mit. Nicht selten

müssen Ärzte auf dem Land 50 Kilometer und

mehr für Hausbesuche zurücklegen und erhalten

dafür keine angemessene Entschädigung.

Der Präsident setzte sich mit den immer wieder

in der Presse auftauchenden Schuldzuweisungen

an die Adresse der Ärzteschaft

auseinander, die immer aggressiver würden.

Er wies darauf hin, dass gemäß Berufsordnung

ein Arzt kein Geschenk annehmen darf,

wenn dadurch das Therapieverhalten beeinflusst

wird. Klinikärzte dürfen gar nichts verschreiben.

Die Medikamentenliste werde gemeinsam

mit den Klinikapothekern von einem

Arzneimittelausschuss erstellt.

Dr. U. Wolter wies darauf hin, dass die Landesärztekammer

in Zukunft zur Standardisierung

und Individualisierung im Gesundheitswesen

öfter werde berichten müssen, da die

Leitlinienmedizin vor allem von der Politik vehement

gefördert wird. Ansätze liegen bereits

auf dem Tisch: das Fallpauschalengesetz für

die Krankenhäuser und die Disease-Management-Programme

im niedergelassenen Bereich.

Wir müssen uns damit auseinander setzen,

da man beide nicht generell verdammen

kann. Aber die Eile, mit der man diese Programme

„durchpeitschen“ will, macht Angst.

Er befürchtet, dass dabei das Arzt-Patienten-Verhältnis

mit seinem Grundbaustein, der

seit Jahrhunderten bestehenden ärztlichen

Schweigepflicht, und die Menschlichkeit auf

der Strecke bleiben.

Der Präsident äußerte sich zur Rolle des Hausarztes,

der nach wie vor für die meisten Familien

wichtig und nicht ersetzbar sei. Es kann

nicht jeder Patient die entsprechenden Symptome

einer Krankheit einem Spezialisten zuordnen.

Man solle aber die Rolle des Hausarztes

nicht durch politische Begriffe wie

„Lotse“ oder „Primärarzt“ abwerten. Jeder

Arzt hat sein Studium und seine Facharztweiterbildung

absolviert und bildet sich systematisch

fort. Deswegen sind alle von der Kompetenz

gleich, nur die Sichtweise auf den

Krankheitsfall ist eine andere. Das sollte man

respektieren und auch gleich bewerten.

Die Stärkung der Krankenkassen durch Einführung

von Einzelverträgen mit Ärzten sieht

er als nicht sinnvoll an. Wenn dann nicht jede

Krankenkasse das gleiche Honorar anbietet,

würde das dem Wettbewerbsgedanken voll

entgegenstehen. Die Realisierung des Sicherstellungsauftrages

wäre damit gefährdet.

Kammerinformationen

Gesetze aus dem Bundesgesundheitsministerium

wirken häufig wie mit der heißen Nadel

gestrickt. Es sehe so aus, als ob Ärzte für

das individuell haften müssen, was „Dritte“

mit verursachen. Der Kammerpräsident hatte

daraufhin an Gesundheitsministerin U. Schmidt

geschrieben und vernünftige Übergangsbestimmungen

eingeklagt. Die Bitte um Herstellung

einer ordnungsgemäßen Rechtslage ist

durch die Bundesregierung im Antwortschreiben

des Staatssekretärs Dr. Klaus Theo Schröder

ignoriert worden.

Der Präsident gratulierte dem neuen brandenburgischen

Gesundheits- und Sozialminister

Günter Baaske zum Amtsantritt. Er

wünschte erfolgreiche Entscheidungen auf

einem Gebiet, das heute mehr und mehr

berechtigt im Interesse der Öffentlichkeit steht.

Er bot seine Unterstützung sowie die der Landesärztekammer

an. Eine regelmäßige Konsultation

zu beiderseits interessierenden Fragen

und Problemen könnte hierzu gewiss

beitragen.

Im November fand eine Gesprächsrunde

beim Minister statt. Hauptthema war die Ärzteflucht

in Deutschland und die Diskussion

darüber, wie dem zu entgegnen ist.

Berufspolitische Arbeit

Berufspolitische Interessenvertretung erfolgte

u. a. im Sachverständigenausschuss für Arzneimittel

und Medizinprodukte, in der Arzneimittelkommission

der Deutschen Ärzteschaft,

im Transplantationsbeirat, in der Deutschen

Akademie der Gebietsärzte der Bundesärztekammer,

in der Ständigen Konferenz

Ärztinnen der Bundesärztekammer, in der

Ständigen Konferenz Arbeitsmedizin der

Bundesärztekammer und im Servicebeirat des

Notfalldienstausschusses der KV Brandenburg.

Gesundheitspolitische Belange wurden

wahrgenommen in der Konferenz zur pädiatrischen

Betreuung, in der Arbeitsgruppe

Prävention von Kinderunfällen, in der Arbeitsgruppe

Präventivmedizin, im Landesbeirat

Rettungsdienst des MASGF, in der Landessuchtkonferenz,

in der Arbeitsgruppe des

LÄKB-Vorstandes „Ärztliche Koordinierungsstelle

gegen Suchtgefahren“ und in der Interdisziplinären

Beratergruppe Lyme-Borreliose.

Das Initiativprogramm zur Förderung der

Weiterbildung in der Allgemeinmedizin wurde

fortgeführt.

Das Land Brandenburg hatte im Jahr 2002

ein Förderkontingent von 70 Stellen im stationären

Bereich. Die statistische Auswertung

der DKG ergab, dass insgesamt 65 Stellen mit

88 Maßnahmen gefördert wurden. Im Verlauf

des Jahres 2002 nahmen 38 Krankenhäuser

am Förderungsprogramm teil.

Im Berichtszeitraum gab es im ambulanten

Bereich erneut ein Kontingent von 60 Stellen.

Ein niedergelassener Arzt erhielt für eine zur

Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

237


Kammerinformationen

Verfügung gestellte Vollzeitstelle max. 2.040

Euro.

Der Vorstand der Landesärztekammer hat

2002 der Kammerversammlung wiederum

vorgeschlagen, die Förderung der Allgemeinmedizin

im kassenärztlichen Bereich mit rund

61.355 Euro zu unterstützen. Das entspricht

direkt 2,5 Vollzeitstellen bzw. 5 Vollzeitstellen

durch die Verdopplung der Summe durch die

Kassen. Die Summe wurde der KVBB zur Auffüllung

eines gemeinsamen Fonds mit den

Kassen zur Verfügung gestellt. Grundlage ist

die Fördervereinbarung zwischen dem Vorstand

der LÄKB und der KVBB.

Damit sind zwischen 1995 und 2002 sowohl

für den gemeinsamen Fonds mit der KVBB als

auch durch zuvor eigene Förderung der

Facharztweiterbildung in der Allgemeinmedizin

von der Landesärztekammer insgesamt

350.107,12 Euro verausgabt worden.

Berufsrecht

Im Jahr 2002 kam der Berufsordnungsausschuss

der Landesärztekammer zu fünf Sitzungen

zusammen. Es wurden 160 Vorgänge

beraten.

Neben Anfragen und Anträgen wurden überwiegend

Beschwerden, Vorwürfe und in einigen

Fällen abschließende Beurteilungen und

staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren

hinsichtlich eines berufsrechtlichen Überhangs

bearbeitet.

Der Vorstand der Landesärztekammer beschloss

2002 drei Abmahnungen und zwei

Rügen. Je ein Verwaltungsgerichtsverfahren

und ein Berufsgerichtsverfahren waren aus

dem Jahr 2002 noch offen.

Behauptungen, der Patient sei fehlerhaft behandelt

worden, haben nicht zuletzt aufgrund

entsprechender Unterstützung der Versicherten

durch die Krankenkassen zahlenmäßig

zugenommen. Die Krankenkassen haben dabei

nach hiesiger Rechtsüberzeugung vielfach

ihre gesetzlichen Kompetenzen der Unterstützung

der Versicherten überschritten. So werden

Ärzte häufig unzulässigerweise mit der

Forderung der Krankenkassen konfrontiert,

die gesamten Patientenunterlagen an die

Krankenkassen zu versenden.

Die Aufgabe des Schlichtungsausschusses ist

es, bei Streitigkeiten, die aus der ärztlichen

Berufsausübung entstehen, zwischen Mitgliedern

der Landesärztekammer Brandenburg

sowie zwischen ihnen und einem Dritten im

Einvernehmen auf gütlichem Weg einen Vergleich

herbeizuführen oder im Rahmen einer

Anhörung die Parteien zur Einsicht zu bewegen.

Von den im Jahr 2002 bearbeiteten 34 Fällen

wurden 32 erfolgreich abgeschlossen. In

2 Fällen ist das Ergebnis offen, es stehen noch

Schlichtungsverhandlungen aus. Insgesamt

wurden 7 Schlichtungsverhandlungen ange-

238 Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

boten, 2 davon abgelehnt, jeweils durch den

Kläger bzw. den Beklagten. Dreimal konnte

erfolgreich geschlichtet werden. In 3 Fällen

wurde Rechtsbeistand durch Anwälte hinzugezogen.

10 Jahre Ärzteversorgung Land Brandenburg:

Das Brandenburgische Ärzteversorgungswerk

beging am 26. Mai 2002 sein

10-jähriges Bestehen. Präsident Dr. U. Wolter

dankte im Namen aller Ärztinnen und Ärzte

im Land Brandenburg Herrn Dr. H. Müller,

Brandenburg/Havel, und den übrigen Mitgliedern

des Verwaltungs- und Aufsichtsausschusses

sowie den Mitarbeitern der

Geschäftsstelle des Versorgungswerkes für

dessen konsequenten Aufbau.

Die Ärzteversorgung Land Brandenburg hatte

zum Ende des 10. Geschäftsjahres 5.204

Mitglieder. Das Beitragsaufkommen einschließlich

der Überleitungen und Nachversicherungen

stieg auf 85,4 Mio. DM. Das Anlagevermögen

belief sich auf 760,8 Mio. DM.

Die Kammerversammlung beschloss, ab dem

01.01.2003 die Rentenbemessungsgrundlage

und die laufenden Renten um 1,0 % zu erhöhen.

Ärztliche Berufsausübung

Stationäre Versorgung

Es fehlt ein Gesamtkonzept für die Entwicklung

des Gesundheitswesens in Brandenburg.

Es wurde auch gegenüber Staatssekretärin M.

Schlüter noch einmal auf die Gefahr einer rigiden

Durchsetzung des geplanten Bettenabbaus

aufmerksam gemacht. Trotz Kammerprotestes

erfolgten im Land Brandenburg 637

Bettenstreichungen.

Die Weiterbildung zum Facharzt wird besonders

in den Fächern Gynäkologie und Geburtshilfe

sowie Pädiatrie immer schwieriger,

da es immer weniger selbstständige Abteilungen

in diesen Fachrichtungen gibt.

Im September 2002 fand eine Sitzung des

Ausschusses für „Stationäre Versorgung“ der

LÄKB statt, die sich besonders mit den

großen Problemen bei der Einführung der

DRG´s (zu kurzer Zeitraum für die Einführung)

beschäftigte. Es wurde besonders

der ständig wachsende Verwaltungsaufwand

für die ärztlichen Kollegen ohne

entsprechende Kompensation bemängelt.

Paradoxerweise erklären nun wieder die gesetzlichen

Krankenkassen, dass sie zum gegenwärtigen

Zeitpunkt verwaltungstechnisch

überhaupt nicht in der Lage sind, eine

größere Anzahl von Kliniken nach dem

DRG-System abzurechnen.

Ambulante Versorgung

Vizepräsidentin E. Köhler setzte sich vor allem

für eine einheitliche Finanzierung in Deutschland

ein. In einem offenen Brief wandte sie

sich an die Bundesgesundheitsministerin, in

dem sie darauf hinwies, dass wegen des

Sparkurses sich viele Arztpraxen vor dem

finanziellen Aus befinden.

Gründe sind vor allen Dingen der zunehmende

Ärztemangel, die Altersstruktur der Ärztinnen

und Ärzte in Brandenburg sowie die

Verschärfung der daraus abgeleiteten Versorgungssituation

in den nächsten Jahren.

Die Besetzung der Notdienste ist jetzt schon in

verschiedenen Gebieten gefährdet.

Der Ausschuss ambulante Versorgung beriet

zur Änderung der Berufsordnung und der

Lockerung des Werbeverbotes für die Firmierung

auf den Praxisschildern.

Man fühlt sich in seiner Kritik an der Autidem-Regelung

aus dem Vorjahr bestätigt. Sie

ist inzwischen in Kraft getreten und voll wirksam.

Die Kostenfrage des Gesundheitswesens

wird durch die Einsparung im Arzneimittelsektor

nicht verbessert.

Mit Erschrecken und Widerspruch hat die

Landesärztekammer von der Absicht der

Bundesregierung Kenntnis genommen, für

freiberufliche Ärzte eine Gewerbesteuer

einführen zu wollen. Höhere steuerliche Belastungen,

bürokratischer Mehraufwand,

Eingriff in die Freiberuflichkeit, weitere Unattraktivität

des Arztberufes und Praxispleiten

werden die Folge sein.

Psychosoziale Versorgung

Die Mitglieder des Ausschusses erkennen für

die psychosoziale onkologische Betreuung

und Nachsorge einen dringenden Entwicklungsbedarf.

So wurde die Zusammenarbeit

mit der Landesarbeitsgemeinschaft onkologische

Versorgung gesucht. Erarbeitet wurde

ein Seminar für psycho-soziale Betreuung der

Onkologie.

Der Ausschuss appellierte, alles dafür zu tun,

dass der Mangel an ärztlichen Psychotherapeuten

nicht noch zunimmt. Er hält es für die

Zukunft für entscheidend, dass der Zugang

zur Richtlinienpsychotherapie durch einen

Ausbildungsgang analog der Zusatzbezeichnung

Psychotherapie für Ärzte verschiedenster

Fachrichtungen erhalten bleibt.

Eine Befragung zur Problematik des Umgangs

mit den Angehörigen Verstorbener in den Krankenhäusern

ergab, dass es ein Problembewusstsein

gibt und dass um Möglichkeiten einer angemessenen

Verabschiedung gerungen wird.

Großen Handlungsbedarf sieht der Ausschuss

auch in der psychotherapeutischen Versorgung

schwer Traumatisierter.

Gutachterkommission

Behandlungsfehler

Die Schlichtungsstelle/Gutachterkommission

ist zuständig für außergerichtliche Klärung


von Streitigkeiten, denen Schadensersatzansprüche

von Patienten wegen vermeintlich

oder tatsächlich fehlerhafter ärztlicher Behandlung

zugrunde liegen. Im Abrechnungsjahr

2002 waren 335 Patientenanträge aus

dem Land Brandenburg in der Schlichtungsstelle

Hannover eingegangen. Bei der medizinischen

Auswertung der begründeten Ansprüche

durch die Schlichtungsstelle haben im

Land Brandenburg die Fachgebiete Unfallchirurgie

(15) und Allgemein- und Visceralchirurgie

(13) den größten Anteil aufzuweisen,

gefolgt von der Orthopädie (8) und der

Frauenheilkunde (8). Eine differenzierte Übersicht

über Schadensersatzansprüche nach

ärztlichen Maßnahmen aus dem Land Brandenburg,

Fehlern und aufgetretenen Schäden

liegt dem Vorstand vor. Die Kosten für die Behandlung

der Patientenanträge aus dem Land

Brandenburg in der Norddeutschen Schlichtungsstelle

Hannover trägt die LÄKB.

Ethikkommission

Die Landesärztekammer errichtete nach § 7

des Heilberufsgesetzes eine Ethikkommission

als unselbstständige Einrichtung durch Satzung.

Die Ethikkommission der Landesärztekammer

prüft, ob Forschungsvorhaben im

Land Brandenburg ethisch und rechtlich vertretbar

sind und berät den antragstellenden

Arzt. Grundlage der Prüfung sind klinische

Studien mittels derer Wirkung und Sicherheit

von Arzneimitteln und Medizinprodukten untersucht

werden. Zu den ethisch-rechtlichen

Fragen gehörten der Schutz des Patienten/

Probanden und die damit zusammenhängenden

Fragestellungen der Patienteninformation,

der Patienteneinwilligung, der Patientenversicherung

und der Abbruchbedingungen.

Im Jahr 2002 waren 17 Studienunterlagen für

ein Primärvotum, davon eine Anwendungsbeobachtung,

zu beraten. Es erfolgte zu 6

Studien eine Zustimmung ohne Zusatzbemerkungen,

zu 9 Studien eine Zustimmung mit

Zusätzen. Eine Studie erfuhr eine Ablehnung.

Damit wurden 16 Studien mit Primärvotum

beraten.

Von den 156 eingereichten Unterlagen für ein

Sekundärvotum waren drei Anwendungsbeobachtungen.

Des Weiteren wurden 101

ohne Zusätze und 49 mit Zusätzen verabschiedet.

Drei Ablehnungen wurden ausgesprochen.

Damit wurden 153 Studien mit Sekundärvotum

beraten.

Kommission Extrakorporale

Befruchtung

Rechtsgrundlage der Tätigkeit der Kommission

zur Beratung der Anträge auf Genehmigung

zur Durchführung künstlicher Befruchtungen

ist der § 121a SGB V. Zum März

2002 konnte für das erste IvF-Zentrum des

Landes Brandenburg die Genehmigung zur

Durchführung künstlicher Befruchtungen erteilt

werden. Die Kommission ist ein beratendes

Gremium des Vorstandes, das die berufsrechtliche

Entscheidung zu Fragen der

künstlichen Befruchtung vorbereitet. Die Methoden

der künstlichen Befruchtung sind in

den Richtlinien zur Durchführung der In-vitro-

Fertilisation beschrieben. Durch die Kommission

wurde die Fassung der Richtlinien des

MASGF über das Verfahren zur Genehmigung

von Maßnahmen zur Durchführung

künstlicher Befruchtungen vom Februar 2002

beraten. In einer weiteren Sitzung erfolgte

eine ausführliche Diskussion der Durchführungs-Voraussetzungen

für Maßnahmen

der künstlichen Befruchtung bei unverheirateten

Paaren.

Gemeinsame Lebendspendekommission

Berlin/Brandenburg

Aufgrund des § 113 Abs. 1 des Heilberufsgesetzes

und des § 8 Abs. 3 Sätze

2 und 4 des Transplantationsgesetzes vom

5. November 1997 ordnete das MASGF

an, dass bei der Landesärztekammer eine

Kommission zur Erstellung gutachterlicher

Stellungnahmen – als unselbstständige Einrichtung

– zu errichten ist. Danach wurde

die Landesärztekammer Brandenburg

1999 ermächtigt, eine Vereinbarung mit

der Ärztekammer Berlin über die Bildung

einer gemeinsamen Lebendspendekommission

zu schließen. Die Kommission wird

auf Antrag der Einrichtung tätig, in der das

Organ entnommen werden soll. Sie hat

ihren Sitz in der Ärztekammer Berlin. Vonseiten

der Landesärztekammer wurden der

erste stellvertretende Vorsitzende sowie

zwei ärztliche Stellvertreter und ein stellvertretendes

Mitglied berufen.

Das Transplantationsgesetz schreibt vor, dass,

wenn eine Person zu Lebzeiten einer anderen

Person ein Organ spenden will, sie mit dieser

eng verwandt sein oder ihr in „besonderer

persönlicher Verbundenheit offenkundig nahe

stehen“ muss. Bei den Leberteilspenden sollen

vor allem die lebensbedrohlichen Zustände

des Empfängers durch die Spende abgewendet

werden. Grundsätzlich hört die Kommission

die Spender persönlich an. Bisher fanden

sich keine Anhaltspunkte dafür, dass die Organspende

nicht freiwillig erfolgte bzw. das

Organ Gegenstand verbotenen Handeltreibens

sein könnte.

Die 12-köpfige Kommission wurde von den

Vorständen der beiden beteiligten Ärztekammern

auf fünf Jahre berufen. Sie besteht aus

Ärzten, Personen mit der Befähigung zum

Richteramt und Personen, die in psycholo-

Kammerinformationen

gischen Fragen erfahren sind. Im Jahre 2002

traf sie sich zu 38 Sitzungen und 68 Beratungsgesprächen

und beriet über 46 Nierenund

22 Leberteilspenden.

Qualitätssicherung in der Medizin

Im Jahr 2002 wurde die Einführung der Zusatzbezeichnung

„Ärztliches Qualitätsmanagement“

durch die Kammerversammlung der

Landesärztekammer Brandenburg beschlossen.

„Ärztliche Qualitätssicherung gehört in die

Hand der Ärzte“. Nach diesem Motto sind die

Bestrebungen der Landesärztekammer darauf

gerichtet, den Einfluss der Ärzteschaft bezüglich

der Umsetzung von Qualitätssicherungsmaßnahmen

zu festigen und auszubauen.

Auf eine Anregung des Ausschusses Qualitätssicherung

wurde vom Vorstand der Landesärztekammer

beschlossen, Qualitätszirkel

im nicht vertragsärztlichen Bereich zuzulassen.

Die Bedingungen für diese Zirkel wurden

vom Vorstand der Akademie für ärztliche

Fortbildung in Richtlinien definiert. Dadurch

steht nun allen Ärzten die Möglichkeit einer

anerkannten, praxisbezogenen Fortbildung

durch Qualitätszirkel zur Verfügung.

Die LÄKB ist gemäß § 128 Heilberufsgesetz

zuständig für die Qualitätssicherung der

Röntgeneinrichtungen zur Untersuchung von

Menschen und unterhält die entsprechende

zuständige Stelle. Sie ist gemäß „Rahmenvertrag

über die Durchführung externer

Qualitätssicherungsmaßnahmen in der stationären

Versorgung im Land Brandenburg

Mitglied des dreiseitigen Vertrages (Kassen,

Krankenhausgesellschaft, LÄKB).

Allgemeine Fragen der Qualitätssicherung

wurden in der LÄKB u. a. beraten in der:

- Arbeitsgruppe QS in der betriebsärztlichen

Betreuung, z.B.: Unterstützung des Qualitätssicherungssystems

in der Arbeitsmedizin.

- Arbeitsgruppe QS in der Rettungsmedizin,

z.B.: Aufbau von Strukturen zur landesweiten

Auswertung der einheitlichen Notfalleinsatzprotokolle.

- Arbeitsgruppe QS in der Pathologie, z.B.:

Mitarbeit bei der Erarbeitung von Richtlinien

zur Qualitätssicherung von zytologischen

Untersuchungen zur Vorsorge des Zervixkarzinoms.

- Arbeitsgruppe QS akutes koronares Syndrom,

z.B.: Mitarbeit bei der Vorbereitung

zum KHK-Register.

- Koordinierungsgruppe ärztliche Qualitätssicherung:

gemeinsam mit KVBB

- Kommission ambulantes Operieren: gemeinsam

mit KVBB

- Interdisziplinäre Beratergruppe Borreliose:

Beurteilung epidemiologischer Daten für

Brandenburg und Beratung der Ärzte.

- Ärztliche Koordinierungsgruppe gegen

Suchtgefahren, z.B.: Prüfen von Qualitäts-

Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

239


Kammerinformationen

anforderungen der substituierenden Ärzte,

Mitarbeit in der Landessuchtkonferenz des

MASGF.

- Beratungskommission für Substitutionstherapie:

gemeinsam mit KVBB

- Kommission Extrakorporale Befruchtung

(IvF-Kommission), z.B.: Auswertung der Daten

des DIR (Deutsches IvF-Register).

- AG Prävention von Kinderunfällen: Dokumentation

der Kinderunfälle im Land Brandenburg

und Aufklärung hierüber.

Der Ausschuss Qualitätssicherung der LÄKB

beriet 2002 in fünf Ausschusssitzungen. Beraten

wurden u. a. die Anerkennung von Qualitätszirkeln

außerhalb der Kassenärztlichen

Vereinigung. Der Ausschuss stellte fest, dass

bei den Sterbefällen die Rate der Obduktionen

und damit eine „harte“ Qualitätssicherungsmaßnahme

weit unter den gewünschten

Zahlen bleibe. Beraten wurde auch die Fragestellung,

wie alt Gutachter sein dürfen bzw.

wie lange nach Eintritt in den Ruhestand Fachbegutachtungen

durchgeführt werden dürfen.

Mit Assistenz der juristischen Geschäftsführung

wurde die Frage so beantwortet, dass

nur der Besitz der Approbation entscheidend

sei. Es wurde wiederholt über den Stand der

Zertifizierung von Krankenhäusern berichtet.

Favorit bei der Zertifizierung scheint die KTQ

gGmbH – Kooperation für Transparenz und

Qualität im Krankenhaus – zu sein. Unter dem

Aspekt der Qualitätssicherung wurden auch

die verschiedenen Disease-Management-

Programme mit dem „Gesetz zur Reform des

Risikostrukturausgleichs in der gesetzlichen

Krankenversicherung“ diskutiert. Zur Ausgestaltung

der Programme gibt es viele Widersprüche.

Aus-, Weiter- und Fortbildung

Weiterbildung

Die Weiterbildung im ärztlichen Bereich wird

grundsätzlich mit einer Prüfung abgeschlossen.

(§ 1 (1) Weiterbildungsordnung)

Im Jahr 2002 fanden an insgesamt 77

Prüfungstagen 276 Prüfungsgespräche statt:

191 in Gebieten, 52 in Schwerpunkten, 14

zum Erwerb von Fakultativen Weiterbildungen

und 19 zum Erwerb von Zusatzbezeichnungen.

Der Präsident und Vorsitzende des Weiterbildungsausschusses

der Landesärztekammer

Brandenburg beriet mit den Vorsitzenden der

Prüfungsausschüsse über Erfahrungen aus

der Prüfungstätigkeit bei der Landesärztekammer

und über den Stand der Novellierung

der (Muster-)Weiterbildungsordnung.

In Vorbereitung des 105. Deutschen Ärztetages

im Mai 2002 fand eine abschließende

Beratung zu den Schwerpunkten statt: Zukunft

der hausärztlichen Versorgung, Novellierung

240 Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

der Weiterbildungsordnung und Vorstellung

des Entwurfes für Gebiete, Facharzt und

Schwerpunktkompetenz, Entwurf für Bereiche

sowie Entwurf für eine Liste der Befähigungsnachweise.

Nach der Diskussion sollte bis dahin eine

zweigliedrige Struktur für die Weiterbildung

eingeführt werden: Facharzt für Innere- und

Allgemeinmedizin sowie Facharzt für Innere

Medizin mit mehreren Schwerpunktmöglichkeiten.

In den Sommermonaten fanden daraufhin intensive

Beratungen und Überarbeitungen der

geplanten (Muster-)Weiterbildungsordnung

in den Landesärztekammern statt. Ziel war es,

in eine Diskussion mit den wissenschaftlichmedizinischen

Fachgesellschaften und Berufsverbänden

zu treten und somit eine fachliche

Abstimmung sowohl auf Landes- als auch

auf Bundesebene zu erreichen sowie nicht

berücksichtigte fachliche Belange mit zu beraten.

Die überwiegende Zahl der Prüfungsausschüsse

und Berufsverbände im Land Brandenburg

reichte Anregungen, Verbesserungen

und kritische Anmerkungen ein. Mitte

Dezember 2002 fand daraufhin bei der Bundesärztekammer

eine erneute Beratung der

„Ständigen Konferenz Weiterbildung“ statt, in

der große Teile der (Muster-)Weiterbildungsordnung

mit den Anregungen aus den Ländern,

den Fachgesellschaften und Berufsverbänden

abgeglichen wurden.

Ende 2002 bestanden 62 Prüfungsausschüsse

für Gebiete und Schwerpunkte mit 250 Mitgliedern

sowie 26 Fachkommissionen für Zusatzbezeichnungen

mit 83 Mitgliedern.

Zur gleichen Zeit waren in der LÄK Brandenburg

1.226 Ärzte zur Weiterbildung befugt.

Aus- und Fortbildung

Arzt im Praktikum

Die Ausbildungsphase „Arzt im Praktikum“

wurde durch die Novelle zur Bundesärzteordnung

1985 beschlossen. Sie sollte ursprünglich

zwei Jahre dauern, wurde dann aber auf

18 Monate festgelegt. Die Einführung erfolgte

1988. Der AiP wird unter Aufsicht von approbierten

Ärzten mit steigender Verantwortung

tätig.

Die Landesärztekammer setzt sich für die

schnellstmögliche Abschaffung der diskriminierenden

AiP-Phase ein.

Nach Heilberufsgesetz ist der Arzt im Praktikum

Mitglied der Landesärztekammer. Im

Auftrag des MASGF führt die Landesärztekammer

Brandenburg die AiP-Pflichtausbildungsveranstaltungen

durch. 2002 wurden

5 Pflichtveranstaltungen für Ärzte im Praktikum

mit 96 Teilnehmern in Frankfurt (Oder),

Cottbus, Neuruppin und Potsdam angeboten.

Akademie für ärztliche Fortbildung

Im Mittelpunkt der Vorstandsarbeit der

Akademie für ärztliche Fortbildung der

Landesärztekammer Brandenburg standen

Fragen der Bewertung von Fortbildungsveranstaltungen.

Der Vorstand hat im März

2002 mit der Vorbereitung des 6. Ärztlichen

Fortbildungskongresses begonnen.

Als Tagungsort ist im Oktober 2003 das

Kongresshotel Dahlewitz am Autobahnabzweig

Rangsdorf vorgesehen.

Im Veranstaltungsjahr 2002 wurden durch

das Referat Fortbildung der Landesärztekammer

Brandenburg 63 Kurse und Seminare

über die Akademie für ärztliche Fortbildung

angeboten, an denen 1.592 Ärztinnen und

Ärzte sowie Arzthelferinnen teilgenommen

haben. Aus dem Land Brandenburg waren es

906. 686 kamen aus anderen Bundesländern.

Fortbildungszertifikat: Das von der Kammerversammlung

der Landesärztekammer Brandenburg

eingeführte Modell der freiwilligen

Zertifizierung der Fortbildungen wurde zum

Jahresende 2002 nach dreijähriger Erprobungsphase

abgeschlossen.

Die Fortbildungszertifizierung ist ein Angebot

der Landesärztekammer zur freiwilligen

Dokumentation der Fortbildungsleistungen

ihrer Mitglieder. Anerkannt werden fachspezifische

und interdisziplinäre Themen

sowie überregionale Kongresse, Publikationen,

Qualitätszirkel, Stammtische, eigene

Vortragstätigkeiten sowie Literatur- und

Selbststudium. Die von den Landesärztekammern

eingeführte Fortbildungszertifizierung

– die Bewertung der Fortbildungsveranstaltungen

– ermöglicht, dass sich der

Arzt kontinuierlich die neuesten Erkenntnisse

in seinem Fach auf der Grundlage des

anerkannten Standes von Wissenschaft und

Praxis aneignen kann. Insofern besteht

überhaupt keine Veranlassung, die ärztliche

Fortbildung in Deutschland einem

staatlichen Kontrollsystem, wie es durch

Rezertifizierungsbestrebungen der 75. Gesundheitsministerkonferenz

beabsichtigt ist,

zu unterwerfen.

Am Ende des Berichtszeitraumes 2002 lagen

1.761 Anträge auf Anerkennung einer ärztlichen

Fortbildungsveranstaltung vor, davon

wurden 1.737 Veranstaltungen anerkannt.

Abgelehnt wurden 24 Veranstaltungen, da

die Kriterien einer ärztlichen Fortbildung entsprechend

der Beschlusslage der Kammerversammlung

nicht erfüllt waren bzw. der Veranstaltungsort

sich nicht im Land Brandenburg

befand.

Von den anerkannten Fortbildungen sind fast

vollständig die Teilnehmerlisten an die Akademie

für ärztliche Fortbildung der Landesärzte-


kammer übergeben worden. Damit konnten

die Fortbildungspunkte den Kammerangehörigen

elektronisch zugeordnet werden.

Somit ist die Akademie in der Lage, auf Anfragen

aktuell Auskunft über den Stand der

Fortbildungspunkte mit den dazugehörigen

Selbststudienzeiten zu geben.

Die Landesärztekammer Brandenburg übernimmt

über ihre Akademie die Anerkennung

von Fortbildungen anderer Bundesländer.

Die Fachkunde Rettungsdienst wurde 125mal

erteilt.

Für die Fachkunde im Strahlenschutz erfolgten

2002 129 Bescheinigungen.

Ausbildung und Umschulung

der Arzthelferinnen

Ende Dezember 2002 waren 692 laufende

Ausbildungs- und Umschulungsverhältnisse

im Berufsausbildungsverzeichnis der LÄKB

eingetragen.

Seit 1991 haben 2.189 Absolventen den

Abschluss als Arzthelferin erworben, davon

1.729 Auszubildende, 444 Umschülerinnen

und 16 Extern-Prüflinge.

Insgesamt wurden seit 1991 1.278 Berufsgleichwertigkeitsfeststellungen

durch die LÄKB

ausgestellt.

Berufsbildungsausschuss

Die 18 Mitglieder und 13 Stellvertreter sind

für vier Jahre berufen (2000 bis 2004). Sie

gehören den Gruppen der Arbeitgeber, der

Arbeitnehmer sowie der Lehrer an. Dieser

Ausschuss ist in allen wichtigen Angelegenheiten

der beruflichen Bildung zu unterrichten

und zu hören.

Arbeitsschwerpunkte des BBA waren u. a.:

Diskussion der Prüfungsleistungen der Auszubildenden

und Umschüler, Arbeit des

Zentralen Prüfungsausschusses, Förderung für

Ausbildungsplätze, Entwicklung der „betriebsnahen

Ausbildungsplätze“ in Brandenburg,

Probleme der Ausbildungsberatung Auszubildender

und Ausbildender, dabei interessierten

u. a. die vorzeitigen Beendigungen von Ausbildungs-

und Umschulungsverhältnissen, Entwicklung

der Ausbildungsbereitschaft der Ärztinnen

und Ärzte und der Übernahme der

eigenen Auszubildenden in ein Arbeitsverhältnis.

Öffentlichkeitsarbeit

Anliegen des Präsidenten und des Vorstandes

ist es, den Kammermitgliedern und der

allgemeinen Öffentlichkeit gesundheitsund

berufspolitische Themen der brandenburgischen

Ärzteschaft nahe zu bringen.

Hierzu dienen auch die Gespräche und Interviews

des Präsidenten und der Vizeprä-

sidentin mit Presse, Rundfunk und Fernsehen.

Es lag im Interesse der Kammer, eine

größere Sensibilisierung von Politikern und

der Öffentlichkeit sowohl für die Ärzteschaft

als auch die Probleme, die durch die

Gesundheitspolitik entstehen und auf die

Bürger zukommen, zu erreichen.

Die Kammer wandte sich gegen die unerträglichen

Vorwürfe einer vorsätzlichen Kriminalisierung,

gegen Rufmordkampagnen, gegen

öffentliche Verdächtigungen einer Berufsgruppe

und unverantwortliche Stimmungsmache.

Viele Kammerangehörige fühlen sich von den

Medien in ihrer beruflichen Arbeit diskriminiert

oder missverstanden.

Vor allem aus den eingangs genannten Gründen

und zur Aktivierung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

entschloss sich der Vorstand

im Mai des Jahres 2002, die Kommunikations-

und Medienberatungsgruppe 4iMEDIA

aus Leipzig zu verpflichten. Ein auf die individuellen

Bedürfnisse der Landesärztekammer

Brandenburg zugeschnittener Presseverteiler

wurde dort erstellt. Dazu zählen mittlerweile

lokale, regionale und überregionale Medien,

Fachpresse, Nachrichtenagenturen, Rundfunk-

und Fernsehsender.

Die Agentur erarbeitet Themenpläne für die

Öffentlichkeitsarbeit und schlug medienwirksame

Themen vor. Von Mai bis Dezember

2002 wurden von 4iMEDIA 30 Pressemitteilungen

erstellt.

Brandenburgisches Ärzteblatt

Der Anspruch der Redaktion des BÄB im Jahr

2002 war es, eine breite Themenvielfalt in allen

Genres zu sichern, genügend Raum für

den Erfahrungs- und Meinungsaustausch der

Ärztinnen und Ärzte einzuräumen sowie die

Berichterstattung über aktuelle Themen und

Ereignisse der Standes- und Gesundheitspolitik

zu verstärken.

Durch das BÄB wurde mit mehreren Beiträgen

über Verlauf und Ergebnisse von Kammerversammlungen,

Vorstandssitzungen und die Arbeit

in den Ausschüssen informiert. Einen

breiten Raum nahm die Berichterstattung

über die vier Kammerversammlungen ein, an

denen auch Gäste wie der BÄK-Präsident

oder Repräsentanten der Landesregierung

teilnahmen.

Im Redaktionsteil wurde die Entwicklung des

Internetauftritts der LÄKB begleitet und über

die positive Resonanz sowie den Anstieg der

Besucherzahlen um mehr als 50 Prozent zum

Vorjahreszeitraum berichtet.

Kammerdelegierte sowie weitere Ärztinnen

und Ärzte erhielten im BÄB Raum, ihre Meinungen

zu politischen Ereignissen, Entwick-

lungen im Gesundheitswesen oder zu Fachfragen

zu publizieren.

Regelmäßig erschienen die Beiträge der Juristischen

Geschäftsführung zu Rechtsfragen

wie zur neuen Berufsordnung, zum Patientengeheimnis

und zur ärztlichen Schweigepflicht

oder der Herausgabe von Patientenunterlagen

an die Krankenkassen. Aus der Praxis der

Norddeutschen Schlichtungsstelle wurde berichtet.

Das Internet

Kammerinformationen

Dem Benutzer standen Ende 2002 unter

dem Internetangebot www.laekb.de in 13

Rubriken 320 Seiten mit Kammerinformationen

zur Ansicht und 298 PDF-Dokumente

zum Herunterladen bereit.

Vergleicht man den Datenumfang mit dem

Vorjahr, so erweiterte sich das Angebot um

20 %. Die Tendenz der Zugriffe auf das Internetangebot

der Landesärztekammer Brandenburg

war weiter steigend. Bis Ende 2002

hielt diese Tendenz an. Insgesamt wurden

134.863 Besucher registriert, die Zahl der

Zugriffe belief sich auf 492.325.

Von den Themenbereichen wurden in diesem

Berichtsjahr neben dem Ärzteblatt am häufigsten

Dokumente in den Rubriken Arztrecht,

Qualität im Beruf und Weiterbildung aufgesucht.

Die Beiträge des Brandenburgischen

Ärzteblattes sind ein fester Bestandteil des

Webangebotes geworden. Eines regen Interesses

erfreute sich die monatliche aktualisierte

Inhaltsseite des Blattes. Die PDF-Datei der

monatlichen Gesamtausgabe ist die am meisten

besuchte Seite des Auftrittes.

Unter der Rubrik Ärzteblatt kann man im

Archiv ältere Ausgaben einsehen. Auch die

Möglichkeit des Abrufes von Fortbildungsveranstaltungen

unter dem Bereich Fortbildung

wird rege genutzt. Der Aufbau der Datenbank

Arztsuche im Internet wurde abgeschlossen

und ist seit März 2002 im Internet

freigeschaltet. Die Rubrik Arztsuche findet

großen Zuspruch. Es haben sich ca. 1.300

angestellte Ärzte eintragen lassen. Die Daten

werden regelmäßig aktualisiert, Grundlage

sind die Eintragungen des Meldewesens. Die

entsprechenden Daten werden laufend gepflegt.

Allgemeine Verwaltung

Zur Durchführung der Selbstverwaltungsaufgaben

bedarf es einer sachkundigen Verwaltung.

Eine loyale Aufgabenerledigung ist

Voraussetzung für die erforderliche Zusammenarbeit

und Integration von Selbstverwaltung

und Verwaltung. Die Geschäftsführung

der Landesärztekammer – Hauptgeschäftsführer

und Juristischer Geschäftsführer – sorgen

gemeinsam mit den Angestellten der

Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

241


Kammerinformationen

Hauptgeschäftsstelle für die Durchführung der

vom Vorstand und der Kammerversammlung

beschlossenen Aufgaben.

Zum Stichtag 31.12. 2002 waren für die Landesärztekammer

31 Angestellte in der Hauptgeschäftsstelle

beschäftigt sowie eine befristete

Vertretung. Hinzukommen insgesamt sechs

weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in

der Ärztlichen Stelle Qualitätssicherung Röntgen

und in der Landesgeschäftsstelle Qualitätssicherung

im Rahmen einer Auftragsverwaltung

bei der Landesärztekammer.

Von den 38 Mitarbeitern (37,5 Stellen) wurden

9 Personen auf 7,5 Stellen nicht aus

Kammerbeiträgen bezahlt (Qualitätssicherung

Röntgen, stationäre Versorgung, Akademie).

Zur Erhöhung der Qualität des Erstkontaktes

der Kammer mit Besuchern der Hauptgeschäftsstelle

wurde der Empfangsbereich mit

einer Rezeptionssekretärin besetzt. Allein von

dieser Stelle aus wurden vom 1. Januar bis

31. Dezember 2002 insgesamt 16.833 eingehende

und 313 ausgehende Gespräche

vermittelt bzw. eingehende Fragen direkt beantwortet.

Für den gesamten Postausgang der Hauptgeschäftsstelle

wurden 2002 insgesamt 47.184

Euro ausgegeben. Das umfasst den Briefversand

mit der Deutschen Post AG sowie dem

Fahrradkurier; 7.500 Briefsendungen davon

wurden per Infobrief bzw. Infopost versandt,

2.966 Briefsendungen per Einschreiben.

Nachgebühren entstanden in Höhe von

53,20 Euro vor allem aus Nachzahlungen bei

unterfrankierten Briefen, den Kammerbeitrag

betreffend. Die Patientenverfügung wurde

von 31 Privatpersonen, 18 Privatpraxen und

2 Apotheken angefordert. Insgesamt wurden

191 Exemplare an die Anforderer versandt.

Der weitere Ausbau des Internets und Intranets

wurde durch den Bereich Informatik

technisch und organisatorisch betreut. Das

Informationsmanagementsystem der Landesärztekammer

Brandenburg wurde weiterentwickelt

und die Komplexe Arzthelferin,

Weiterbildung, Qualitätssicherung und Reisekostenabrechnung

wurden eingeführt.

Die Euroumstellung zum 1. 1. 2002 erfolgte

soft- und hardwareseitig.

Zum 1. 8. 2002 wurde in der Landesärztekammer

Brandenburg die Anbindung an das

VPN der Ärztekammern eingerichtet. Damit

ist die Voraussetzung für einen sicheren und

schnellen Datenaustausch zwischen den Kammern

gegeben.

Haushalt

Im Frühjahr 2002 wurde der Kammer zum

Jahresabschluss des vorhergehenden Jahres

durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

bzw. den Revisionsverband der uneingeschränkte

Bestätigungsvermerk erteilt.

242 Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

In der Bilanz weist die Landesärztekammer

Brandenburg eine stabile Finanzlage aus:

Kredite getilgt, notwendige Rücklagen gebildet

und Beitragssatz bei 0,5 % der Einkünfte

aus ärztlicher Tätigkeit. In der November-

Kammerversammlung wurde der Haushaltsplan

2003 einstimmig von der Kammerversammlung

beschlossen. Bei den Beiträgen ist

trotz Nettozugang an Kammermitgliedern

eine Stagnation zu erwarten, d. h. die politischen

Rahmenbedingungen wirken sich wie

erwartet negativ auf das Gesamteinkommen

der Brandenburger Ärzteschaft aus.

Der Haushaltsausschuss konnte im Jahr 2002

ohne personelle Veränderungen wie in den

vorherigen Jahren tätig werden. Er bedankte

sich für die bewährte Zusammenarbeit mit

dem Präsidenten, dem Vorstand, der Geschäftsführung

und den Mitarbeitern der

Hauptgeschäftsstelle.

2002 wurden vier Anträge nach § 6 der Beitragsordnung:

Beitragsstundung, Beitragsermäßigung

bzw. Beitragserlass an den Vorstand

gestellt (2 Anträge auf Ermäßigung,

1 Antrag auf Erlass und 1 Antrag auf Ermäßigung

bzw. Erlass des Kammerbeitrags). Nach

Prüfung durch den Vorstand konnte zwei Antragstellern

die Ermäßigung zum Kammerbeitrag

gewährt werden. Zwei Anträgen auf Erlass

bzw. Ermäßigung konnte nicht

stattgegeben werden, da keine unzumutbaren

Härten wegen besonderer persönlicher oder

familiärer Umstände erkennbar waren.

Im Beitragsjahr 2002 waren insgesamt 7.614

Ärzte beitragspflichtig, das entspricht rund

82% der Kammerangehörigen im Land

Brandenburg. Insgesamt wurden 3.182 Erinnerungen

zur Selbsteinstufung zum Kammerbeitrag

2002 verschickt. Am 2. 11. 2002

mussten noch 249 Beitragsbescheide zum

Kammerbeitrag 2002 verschickt werden.

Nicht zuletzt durch den von den Kammermitgliedern

einzureichenden Steuerbescheid

konnten im Jahr 2002 zu viel gezahlte Beiträge

in Höhe von 73.101,81 Euro an die Mitglieder

zurückgezahlt werden.

Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Jahres

2002 beläuft sich insgesamt in den Aufwendungen

auf 3.547.813,59 Euro. Diesen Ausgaben

stehen Verwaltungseinnahmen aus

Kammerbeiträgen, Kammergebühren sowie

sonstigen Einnahmen, einschließlich Einnahmen

der Ärztlichen Stelle Röntgen, Erstattungskosten

für die Landesgeschäftsstelle für

Qualitätssicherung durch die Kassen und

Erträgen aus Fortbildungsveranstaltungen in

einer Gesamthöhe von 3.413.377,66 Euro

gegenüber. Damit wird erstmalig ein Jahresfehlbetrag

von 134.435,93 Euro ausgewiesen,

der aus den Rücklagen gedeckt wurde.

Er betrug für die Landesärztekammer

50.034,08 Euro und für die Akademie für

ärztliche Fortbildung 84.401,85 Euro.

Meldewesen

Am Stichtag 31. Dezember 2002 waren

9.258 Ärztinnen und Ärzte sowie 10 Fachwissenschaftler

der Medizin Mitglied der Landesärztekammer

Brandenburg. Im Vergleich

zum Vorjahr entspricht das einem Nettozuwachs

von 248 Ärztinnen und Ärzten (davon

63 berufstätig).

Registriert wurden im Jahr 2002 insgesamt

887 Zugänge. Das sind Anmeldungen von

Ärztinnen und Ärzten aus anderen Kammerbereichen,

Anmeldungen der Ärztinnen und

Ärzte im Praktikum sowie Anmeldungen ausländischer

Ärztinnen und Ärzte, die im Besitz

einer gültigen Berufserlaubnis nach § 10 der

Bundesärzteordnung sind.

Aus dem Berufsregister der Landesärztekammer

Brandenburg wurden 2002 639 Ärztinnen

und Ärzte abgemeldet. Bei Aufnahme

der ärztlichen Tätigkeit in einem anderen

Kammerbereich bzw. bei Wohnsitznahme im

Falle einer Nichtberufstätigkeit erfolgt der

Versand des Pflichtteils der Meldeakte an die

entsprechende Ärztekammer. Im Falle des

Ablebens eines Arztes bzw. bei Verzug oder

Tätigkeitsaufnahme im Ausland erfolgt die

Archivierung der Meldeunterlagen in der Landesärztekammer

Brandenburg.

285 Arztausweise und 35 Parkschilder „Arzt

– Notfall“ wurden 2002 ausgestellt.

Zum Stichtag 31. 12. 2002 waren bei der

Landesärztekammer Brandenburg 62 arbeitslose

Ärztinnen und 35 arbeitslose Ärzte gemeldet.

Dr. med. Udo Wolter Dr. Reinhard Heiber

Präsident Hauptgeschäftsführer

Der 180-seitige Geschäftsbericht 2002 ist

von der Hauptgeschäftsstelle zu erhalten.

Stufenplan des mb

Der Marburger Bund (mb) hat der Bundesregierung

einen Stufenplan zur Verbesserung

der Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern

vorgelegt. „Unser Stufenplan wird

die irrsinnigen 30-Stunden-Dienste in Kliniken

abschaffen“, sagte dazu der 1. Vorsitzende

des mb, Dr. Montgomery. Weil

die defizitäre GKV zurzeit kaum das Geld

für 15.000 zusätzliche Ärzte aufbringen

könnte und der Arbeitsmarkt auch so viele

Ärzte nicht hergibt, sieht der Stufenplan

des mb die jährliche Einstellung von 5.000

Klinikärzten und deren Finanzierung mit

rund 300 bis 400 Millionen Euro vor.

Nach Willen des mb sollen nur Kliniken

vom zusätzlichen Geld profitieren, die

Ärzte auf Grundlage des angepassten Arbeitszeitgesetzes

einstellen würden. (hak)


Nach Redaktionsschluss

Verhaltenes Lob für das Eckpunktepapier

Am 21. Juli einigten sich Regierung und Opposition nach langen

Verhandlungen auf ein gemeinsames Programm zur Modernisierung

des Gesundheitssystems.

Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer,

meinte in einer ersten Stellungnahme zu dem Eckpunkte-Papier:

„Das Eckpunktepapier ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem

Vorschlag des Ministeriums und der Koalition, da die durch Antipathie

und Aggression geprägten Passagen gemildert oder gänzlich

verworfen wurden. So ist das geplante staatliche Zentrum für

Qualität jetzt ein Institut in selbstverwalteter Lösung. Auch der Kor-

Gedanken zur Gesundheitspolitik

Krankenversorgung nach Kassenlage

Es kann eigentlich nur

von Vorteil sein, wenn

man andere für sich

denken lässt. Das hat

sich auch unsere

Gesundheitsministerin

Ulla Schmidt zu Herzen

genommen. So

liegen bisher drei

Gutachterbände zur

Reform des Gesundheitswesens

vor, die

abgeheftet wurden;

die Rürup-Kommission

hat laut nachgedacht,

sie wurde „abgemeiert“.

Frau Schmidt zog

es bei soviel Papier dann doch vor, ihr eigenes

Gesetz zur Gesundheitsreform zu basteln,

das den unaussprechlichen Namen „Gesundheitssystemmodernisierungsgesetz“

trägt. Ziel

des Gesetzes ist die Absenkung der Kassenbeiträge

von derzeit über 14 auf 13 %.

Dazu soll erst einmal das Krankengeld gestrichen

werden bzw. die Absicherung für dieses

Risiko sollen allein die Arbeitnehmer tragen.

Ein Akt der Entsolidarisierung erster Güte,

denn das Krankengeld ist eine der Kernleistungen

unseres solidarischen Systems und

deckt existentielle Risiken ab.

¡ £ ¡ ¥ £ ¨ � ¡ � � � �

Versicherungsfremde Leistungen wie z.B. Mutterschaftsgeld

sollen durch Steuern finanziert

werden, wozu die Tabaksteuer erhöht werden

soll. Ursprünglich war geplant, die Schachtel

Zigaretten einen Euro teurer zu machen. Rauchen

ist ja auch ungesund, und am besten

sollten alle damit aufhören. Angesichts dieses

Preisschocks werde besonders die Jugend

vom Rauchen abgehalten, so Frau Schmidt.

Diese lobenswerten Grundsätze wurden ein

paar Tage später ad acta gelegt. Die Tabaksteuer

wird jetzt nur noch in homöopathischen

Dosen erhöht, weil Frau Schmidt befürchtet,

dass der Raucher auf Schmuggelware ausweichen

bzw. dem blauen Dunst gänzlich abschwören

wird. Dies hat natürlich negative

Folgen für den Fiskus – nach dem Motto:

„Nichtrauchen gefährdet den Staatshaushalt“.

Das Sterbegeld soll gänzlich entfallen. Beim

üppigen Sterbegeld für Abgeordnete hingegen

bleibt alles beim Alten. Es wird unter dem

Begriff „Überbrückungsgeld“ getarnt und beträgt

7009 €.

Die Integration von ambulanter und stationärer

Medizin ist ein Schritt in die richtige Richtung,

denn die Patienten fordern zu Recht bei

komplexen chronischen Erkrankungen die Behandlung

und Betreuung „aus einer Hand“.

Zurzeit stehen aber im wesentlichen die sekto-

Gesundheitspolitik

ruptionsbeauftragte hat einer sachlichen Diskussion wohl nicht

standgehalten. Die Kassen und die Kassenärztlichen Vereinigungen

haben jetzt die Verpflichtung zur Kontrolle und auch die ärztliche

Fortbildung ist ordentlich geregelt. Bei der integrierten Versorgung

und den Behandlungszentren gibt es allerdings noch Klärungsbedarf,

auch wenn sie schon wesentlich weniger auf Institutionalisierung

ausgerichtet sind als vorher. Da wäre aber noch ein Tick an

Nachbesserung möglich. Trotzdem ist der Fortschritt doch erheblich.

Ob mit den jetzt vorgeschlagenen Maßnahmen allerdings der

Beitragssatz auf 13 Prozent gesenkt werden kann, sehe ich nach

wie vor sehr skeptisch.“

Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen

ralen Budgets einer tatsächlichen Zusammenführung

dieser beiden Bereiche im Wege.

Daher ist deren Aufhebung grundlegende Voraussetzung

für die Verzahnung von stationärer

und ambulanter Behandlung. Bisher sind uns

Ansätze, diese aufzuheben, nicht bekannt.

Wir Krankenhausärzte wurden bereits mit

dem Fallpauschalengesetz beglückt. Nicht

nur, dass damit unsere Dokumentationsaufgaben

nahezu verdoppelt wurden, man muss

wohl auch davon ausgehen, dass ein nicht

unerheblicher Teil der jetzt vorgehaltenen

Krankenhausbetten gestrichen wird bzw.

Krankenhausfusionen, Privatisierungstendenzen

etc. forciert werden. Von dem Begriff

„wohnortnaher Versorgung“ sollten sich dann

bitte die Politiker verabschieden.

Ende Juni 2003 wurde das Fallpauschalenänderungsgesetz

im Bundesrat behandelt. Neben

Budgeterhöhungen, die nicht oder unzureichend

durch Fallpauschalen erfasst werden,

fordert der Bundesrat den Gesetzgeber ultimativ

auf, dafür Sorge zu tragen, dass die aus

der EG-Arbeitszeitrichtlinie erwachsenen Kosten

in der Vergütung der Krankenhäuser Niederschlag

finden. Die zugesagten 200 Millionen

€ decken diesen Bedarf nicht ab.

Abschließend noch ein Lichtblick: Der AiP soll

bereits 2004/2005 auslaufen, bisher war

das Jahr 2009 vorgesehen.

Dr. Wegwerth

(Marburger Bund)

Erneut bietet die Schloss Akademie im Raum Brandenburg / Berlin die fünfteilige Ausbildung zum Qualitätsmanager gemäß Curriculum der

Bundesärztekammer für Mitarbeiter aller Gesundheitsberufe an. Die Gebühr beträgt 600,- Euro je Kursteil. Die Teilnehmerzahl ist auf 20

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Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

243


Gesundheitspolitik

Während des Richtspruchs und -schlucks des Poliers

schwebte die Richtkrone nach oben.

Am 16. Juli in Berlin

Richtfest für das Verbändehaus

Auf dem Gelände der ehemaligen Königlichen Porzellan-Manufaktur

in Berlin, gleich neben dem S-Bahnhof Tiergarten, entsteht das

neue Verbändehaus von Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztlicher

Bundesvereinigung (KBV) und von der Deutschen Krankenhausgesellschaft

(DKG). Nach nur achteinhalb Monaten Bauzeit

konnte dort am 16. Juli die Richtkrone mit dem Kran in luftige Höhe

gehievt werden.

Am 31. Oktober 2002 war der Grundstein gelegt worden. Nun, Mitte

Juli 2003, folgte bereits das Richtfest. Und im Frühsommer 2004,

nach abgeschlossenem Innenausbau, wollen die drei Spitzenverbände

des deutschen Gesundheitswesens dort auf einer Fläche von etwa

20.000 Quadratmetern die Büros für ihre 400 bis 500 Mitarbeiter

beziehen. Unter den beiden Gebäudeteilen wird es eine zweigeschossige

gemeinschaftlich genutzte Tiefgarage geben.

Das in V-Form konzipierte östliche Gebäude, ein Siebengeschosser

mit cremefarbener Natursteinfassade, wird von der KBV und der DKG

bezogen werden. Das u-förmige westliche Gebäude, ein sechs- bis

neungeschossiger Bau mit grüner Natursteinfassade, wird weitgehend

von der Bundesärztekammer genutzt werden.

Während Bundesärztekammer und Deutsche Krankenhausgesellschaft

sich schon als Eigentümer betrachten können, wird die KBV

vorerst wohl nur als Mieter einziehen können, denn ihr Antrag auf

Sitzverlegung von Köln nach Berlin liegt schon seit drei Jahren (!) unbeantwortet

beim Gesundheitsministerium. Ein Schelm, wer Arges

dabei denkt...

(hak)

244 Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

Blick vom S-Bahnhof Tiergarten auf das Verbändehaus

– in luftiger Höhe schaukelt die Richtkrone.

So soll das BÄK-

Gebäude einmal

aussehen.

„Gekrönte Häupter“ bestaunen die gewaltige Richtkrone.

Hier oben werde ich einziehen – Bundesärztekammerchef Prof. Dr. Hoppe

am Modell. Neben ihm Dr. Richter-Reichhelm, Erster Vorsitzender der KBV,

Monika Thiemen, Bezirksbürgermeisterin von Charlottenburg-Wilmersdorf,

und Dr. Rocke, Präsident der DKG. Fotos: Hans-Albrecht Kühne


Kurz gefragt

Blutet Polens Ärzteschaft aus?

Ab Mai 2004 soll auch Polen der EU angehören.

Schon jetzt können polnische Ärzte

– allerdings befristet – in Deutschland arbeiten.

Und schon jetzt nutzen zahlreiche polnische

Ärzte diese Chance, helfen sie in Krankenhäusern

nicht nur entlang der deutschpolnischen

Grenze, den vornehmlich im

Osten unseres Landes zum Problem werdenden

Ärztemangel zu mindern. Wird sich diese

Entwicklung ab Mai nächsten Jahres beschleunigen,

noch verstärken?

Während des Hauptstadtkongresses Medizin

und Gesundheit 2003 in Berlin bot sich dem

Brandenburgischen Ärzteblatt die Gelegenheit,

Miroslav Manicki, stellvertretender Präsident

des Nationalen Gesundheitsfonds in

Polen, kurz zu diesem Thema zu befragen:

Herr Präsident Manicki, befürchten Sie

nicht, dass nach dem Mai 2004 noch wesentlich

mehr als heute polnische Ärzte die

dann vereinfachte Möglichkeit nutzen und

in der EU arbeiten werden? Könnte es nicht

in der Folge zu einem „Ausbluten“ der polnischen

Ärzteschaft, zu einem Ärztemangel

in Ihrem Land kommen?

Miroslav Manicki: Auch während der sozialistischen

Zeit konnten wir Polen im Ausland

arbeiten, und viele haben diese Möglichkeit

genutzt. Es hat – historisch betrachtet – immer

eine starke Auswanderung von Ärzten

nach Deutschland, in die USA und in viele

andere Länder gegeben. Diese Entwicklung

verstärkte sich nach 1990 noch. Polnischen

Ärzten liegt das anscheinend in ihren Genen,

es zieht sie hinaus, sie wollen sich woanders

in der Welt erproben. Aber andererseits

kehren auch sehr viele Ärzte dann

irgendwann wieder nach Polen in ihre Heimat

zurück und bringen etwas sehr Wertvolles

mit: Erfahrungen aus anderen Ländern,

andere Sichtweisen auf bestimmte medizinische

Probleme.

Gemeinschaftsaktion von Rheuma-Liga und Grünem Kreuz

Mobil gegen den Rheuma-Schmerz

Den „Tag des Rheumakranken“ (14. Juni)

gibt es schon lange. In diesem Jahr aber setzte

sich erstmals einen Tag zuvor, am 13. Juni,

ein „Rheumobil“ in Hamburg in Bewegung,

das unter dem Motto „Mobil gegen Rheuma-

Schmerz“ bis zum 18. Juli insgesamt 19

deutsche Städte ansteuerte und am 25. Juni

auch in Brandenburgs Landeshauptstadt

Potsdam für einen Tag Station machte.

Ziel dieser Gemeinschaftsaktion der Deutschen

Rheuma-Liga, des Deutschen Grünen

Kreuzes und der Pharmafirma Abbott Immunology

war es, über verschiedene Aspekte dieser

Krankheit aufzuklären, aktuelle Therapieformen

bekannt zu machen und allen, die es

wollten, in Beratungsgesprächen konkrete Hilfe

anzubieten.

Das Motto „Mobil gegen Rheuma-Schmerz“

war dabei durchaus in zweifacher Hinsicht

maßgeschneidert. Zum einen – und ganz offensichtlich

– transportierte ein nicht zu übersehendes

Mobil diverse Materialien und Berater

durch deutsche Landen, zum anderen aber

– und das war der nicht verheimlichte Hintersinn

– sollte jeder Rheumapatient erkennen,

worin die beste „Medizin“ gegen seine Krankheit

besteht: Er sollte selbst etwas gegen seine

Schmerzen tun, möglichst aktiv sein und blei-

ben oder – falls er das noch nicht ist - aktiv

werden. Nur so bekommt der Rheuma-Patient

seine Schmerzen in den Griff. Nur so erhält

oder verbessert er die Nährstoffversorgung

seiner Gelenke. Denn: Ohne regelmäßiges

Training keine Schmerzlinderung und auch

kein verzögerter Krankheitsverlauf.

In der Hoffnung, der Schmerz möge nachlassen,

bewegen sich die meisten an Rheuma Erkrankten

zu wenig. Und das ist ihr verhängnisvoller

Fehler. Denn – siehe oben! – nur

regelmäßiges wohl dosiertes Training versorgt

die Gelenke ausreichend, fördert deren Funktionsfähigkeit,

verzögert den Krankheitsverlauf

und lindert den Schmerz.

Rheuma ereilt nicht nur ältere Menschen. Jährlich

erkranken in Deutschland auch etwa

15.000 Kinder und Jugendliche an Rheuma,

hinter dessen Oberbegriff sich etwa 400

unterschiedliche Krankheiten (Entzündungen,

Abnutzungen, Stoffwechselstörungen) „verstecken“

können. „Das Wissen über Rheuma

hat sich enorm entwickelt und erweitert“, sagte

Dr. Lotar Pöcker, der in Potsdam eigentlich

„nur zwei Stunden“ als ärztlicher Ratgeber

einspringen wollte. Doch dann blieb der Mediziner

im Ruhestand mehr als fünf Stunden

vor Ort, weil die Reihe der Fragenden und Auskunftssuchenden

einfach nicht enden wollte.

Gesundheitspolitik

Miroslav Manicki, stellv. Präsident des Nationalen

Gesundheitsfonds in Polen.

Foto: Kühne

Ich sehe diese Ärzte-Wanderschaft als etwas

sehr Positives an. Sie wird sich, wenn Polen

zur EU gehören wird, noch verstärken, aber

sie wird – da bin ich überzeugt – nicht zum

Zusammenbruch des polnischen Gesundheitswesens

oder der polnischen Ärzteschaft

führen.

(hak)

Der Potsdamer Rheumatologe Dr. Lotar Pöcker (r.)

vor dem „Rheumobil“ in Potsdam im Beratungsgespräch

mit Patientinnen.

Foto: Kühne

„Die Patienten kommen oft zu spät zum Rheuma-Spezialisten“,

monierte Dr. Pöcker, der

darauf verwies, dass der echte Rheumatismus

sehr zerstörend auf Gelenke wirken kann. Und

wenn die erst einmal kaputt seien, könne man

Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

245


Gesundheitspolitik

Kammerinformationen

nicht mehr viel machen. Diverse rheumatische

Erkrankungen, so Dr. Pöcker, ließen sich nicht

im Blut nachweisen. Auch eine Ursache dafür,

weswegen Allgemeinmediziner ihre Rheumapatienten

oft erst sehr spät, zu spät zum Facharzt

schickten. Dr. Pöcker wies ebenfalls immer

wieder auf die positive Wirkung der Bewegung

hin, wobei man Bewegung nicht mit zu

großer Belastung gleichsetzen oder verwechseln

solle.

Mit der Zunahme der Infekte sei in den letzten

Jahrzehnten auch die Zunahme des Rheumas

Petra Hoffmann, Geschäftsführerin der Brandenburger Rheuma-Liga:

Funktionstraining läuft nicht übers ärztliche Budget

Petra Hoffmann ist in der Deutschen Rheuma-Liga

die Geschäftsführerin des Landesverbandes

Brandenburg, der gegenwärtig

etwa 2.700 Mitglieder zählt. Das Brandenburgische

Ärzteblatt bat sie am Rande der

Aufklärungskampagne in Potsdam zu einem

kurzen Gespräch.

Wie viele von der Krankheit Rheuma Betroffene

gibt es im Land Brandenburg?

Wir gehen von 25.000 bis 28.000 Rheumakranken

in Brandenburg aus...

... von denen erst rund 2.700 Mitglied der

Rheuma-Liga sind...

Ja, wir haben da noch Nachholbedarf. Viele

Rheumakranke wissen gar nicht, dass es die

Rheuma-Liga, einen Verein, der ihnen hilft,

gibt. Wir müssen als Rheuma-Liga selbst noch

aktiver werden, noch mehr mit Info-Material

und mit Werbeaktionen auf uns aufmerksam

machen.

Ist das ein landesweites Problem?

Nein, das ist unterschiedlich. In größeren

Städten wie Potsdam oder Cottbus sind wir

schon recht gut vertreten, obgleich wir auch

da gern noch mehr ehrenamtlich uns unterstützende

Rheuma-Patienten hätten. Es gibt

aber auch noch ganz weiße Flecke, zum Beispiel

in Gransee, Finsterwalde, Senftenberg

oder Lübben.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Brandenburgs

Ärzten?

Auch da haben wir noch Steigerungsmöglichkeiten.

Wir müssen versuchen, mit unserem

Interesse an einer Anzeige? Rufen Sie uns

an: 030 - 886 828 73 wir beraten Sie gern.

246 Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

zu beobachten gewesen. Patienten über 50

sollten sich nicht so schnell in ihr Schicksal ergeben,

mehr Eigeninitiative entwickeln und

lernen, dass es viele Möglichkeiten gibt, mit

dieser chronischen Krankheit leben zu können.

Zum Beispiel, indem sie ihre Ernährung kritisch

überprüfen. Oder indem sie sich mehr und gezielter

bewegen und so ihre Schmerzen reduzieren.

Erfreulich sei bei vielen Jüngeren hingegen

eine große Bereitschaft, etwas gegen

ihre Krankheit zu tun. Viele nutzen dabei

schon das Internet.

Petra Hoffmann konnte sich über eine gelungene

Aktion in Potsdam freuen.

Foto: Kühne

Informationsmaterial in noch mehr Arztpraxen

hineinzukommen. So können wir auch

ausschließen, dass es noch Ärzte gibt, die

nichts von unsere Existenz wissen. Schließlich

ist es auch ganz wichtig, dass wir eine spezielle

Rheumagymnastik anbieten, deren Verordnung

in keinem Falle über das ärztliche

Budget geht. Das ist so mit den KV vereinbart.

Wie sieht diese Rheumagymnastik aus?

Das ist ein von Physiotherapeuten geleitetes

Funktionstraining, entweder als Trockengymnastik,

als Bewegungstraining im Wasser, wo

es ein beheiztes Becken mit mehr als 30 Grad

Wassertemperatur gibt, oder als Ergotherapie.

Eine Verordnung dafür gilt sechs Monate

und ist zeitlich auf zwei Jahre begrenzt.

Und wie steht es um die Präsenz der Rheumatologen

in Brandenburg? Dr. Pöcker: Nicht besonders

gut. Zwar habe Potsdam noch einen

Rheumatologen, auch Cottbus, doch in einer

Stadt wie Schwedt fehle er beispielsweise. Dr.

Pöcker schätzt die Zahl der ermächtigten

Rheumatologen im Land Brandenburg auf

„sieben bis acht“ und die der niedergelassenen

auf „circa zehn“. Zu wenig, um der sich

ausbreitenden Krankheit genügend ärztliche

Kunst entgegenzusetzen.

Hans-A. Kühne

Aber wir versuchen, die Rheumagymnastik

so zu organisieren, dass Betroffene auch

nach Ablauf der zwei Jahre weiter daran teilnehmen

können. Bisher nehmen wir einen

Euro pro Übungsstunde. Das wird für die Zukunft

nur schwer zu halten sein. Wir bekommen

als Rheuma-Liga zwar einen festen Zuschuss

von den Krankenkassen, aber tragen

das wirtschaftliche Risiko allein, denn der

Therapeut möchte natürlich sein Geld bekommen,

und die Raummiete muss auch gezahlt

werden.

Wie bewerten Sie die Aktion mit dem Rheumobil

hier in Potsdam?

Als gelungene Sache. Schön, dass die zwei

Vereine Grünes Kreuz und Rheuma-Liga zueinander

gefunden haben. Nach einem ruhigen

Beginn hier am Brandenburger Tor am

Vormittag waren dann nachmittags doch

noch sehr viele Berufstätige da. Wir hatten

kaum Schaulustige, dafür aber sehr viele Betroffene,

die am Thema, an Informationen

sehr interessiert waren. Ich denke, die Aktion

hat sich gelohnt. Und auch die Potsdamer

Ortsgruppe der Rheuma-Liga wird davon

profitieren, wird sicherlich personelle Verstärkung

bekommen.

(hak)

Deutsche Rheumaliga, LV Brandenburg

Fr.-L.-Jahn-Str. 19, 03044 Cottbus

Tel.: 0355/780979151

Fax: 0355/780979190

E-Mail:

rheuma-liga.brandenburg@t-online.de

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Am 15. Juli war Gründungsversammlung

Ärzte-Union Brandenburg – eine schwere Geburt

Die „Ärzte-Union Brandenburg e. V.“ hat am

15. Juli ihre Gründungsversammlung im

Saal der Kassenärztlichen Vereinigung in

Potsdam erfolgreich über die Bühne gebracht.

Nach mehr als zweistündiger, zum

Teil recht hitziger Diskussion über Satzungsfragen

konnten die Satzung verabschiedet

und schließlich auch der siebenköpfige Vereinsvorstand

gewählt werden. Ihm steht mit

MUDr/CS Peter Noack aus Cottbus ein Chirurg

vor, der mit 31 Ja-Stimmen (bei 4 Enthaltungen)

der 35 anwesenden niedergelassenen

Ärzte und Psychotherapeuten in sein

Ehrenamt berufen wurde. Die Ärzte-Union

Brandenburg versteht sich als „freie Organisation

der ambulant tätigen Ärzte und

Psychotherapeuten im Land Brandenburg“.

Eine Organisation, die an Bedeutung gewinnen

könnte, sollte die Politik ihre Absicht

wahr machen, die ärztliche Selbstverwaltung

zu zerschlagen.

Es war ein heißer Abend in Potsdam. Mit

ebenso heißen Diskussionen, die erkennen

ließen, dass dem neuen Verein noch viel

beharrliche Kleinarbeit bevorstehen wird, um

vor allem die Schar der niedergelassenen

Fachärzte, verunsichert durch die von der Regierung

angedrohten Maßnahmen, wieder

unter einer Fahne zu vereinen.

Zahl der Beiräte nicht begrenzt

Das zeigte sich besonders an der langwierigen

Diskussion um einen Passus der Satzung,

in dem der Entwurf die Zahl der Beiräte auf

10 begrenzen und diese ausschließlich durch

den Vorstand berufen lassen wollte. Damit

war die Mehrheit nicht einverstanden. Die

verschiedenen medizinischen Fachgruppen

möchten sich in der neuen Ärzte-Union wiederfinden

und die Interessen ihrer Sparte vertreten

sehen, um so einer möglichst großen

Zahl von Ärzten und Psychotherapeuten

die Beitrittsentscheidung zu erleichtern. Auch

wenn wiederholt aus dem Plenum appelliert

wurde, es gehe um übergeordnete und nicht

um Partikularinteressen, war doch deutlich ein

gewisses Misstrauen vieler gegenüber KVähnlichen

Strukturen zu spüren.

Nachdem mit besonnener Unterstützung des

Juristen Frank Fischer wiederholt an der Formulierung

gebastelt worden war, akzeptierte

die Versammlung schließlich doch noch folgende

Version: „Der Vorstand soll auf Vorschlag

der Mitgliederversammlung zur Unterstützung

seiner Arbeit Beiräte berufen. Diese

sollen die Interessen der Fachgruppen der ordentlichen

Mitglieder vertreten.“ So bleibt die

Gesundheitspolitik

Der neue Vorstand (v.l.n.r.): Bernhard Hausen, Elke Köhler, Torsten Braunsdorf, Peter Noack, der 1. Vorsitzende,

und Werner Hessel. Es fehlen urlaubsbedingt auf dem Bild Hartmut Uhl und Jens-Uwe Köhler.

Fotos: Kühne

Zahl der Beiräte offen, und jede kleine Fachgruppe

erhält die Chance, einen Vertreter vorzuschlagen,

falls sie tatsächlich einen zur Mitarbeit

Bereiten in ihren Reihen findet.

Ziele und Zweck des Vereins

Der Verein versteht sich als „freie Organisation

der ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten

im Land Brandenburg“ und verfolgt

das Ziel, seine Mitglieder fachgruppen- und

verbandsübergreifend zu vertreten. Er „artikuliert

die öffentlichen, politischen und wirtschaftlichen

Interessen seiner Mitglieder“.

Und besonders wichtig: „Der Verein ist bereit,

bei geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen

die ambulante ärztliche und psychotherapeutische

Versorgung zu organisieren

und im Auftrag seiner ordentlichen Mitglieder

das Verhandlungs- und Vertragsmandat

wahrzunehmen.“ So steht es unter § 2 der

Satzung.

Ergebnisse der Vorstandswahl

Die Wahl des Vorstands brachte

folgende Ergebnisse: Peter

Noack (46), Chirurg aus Cottbus,

der berufspolitische Erfahrung

aus mehr als zehnjähriger Tätigkeit

in der KV einbringt, wurde

mit großer Mehrheit zum Vorstandsvorsitzenden

gewählt. Dr.

Bernhard Hausen, Orthopäde

in Brandenburg, übernahm – unterstützt

von 32 Ja-Stimmen –

das Amt des 1. Stellvertreters, Dr.

Werner Hessel, Allgemeinmediziner

aus Beeskow, setzte sich in

einer Stichwahl um die Beset-

zung des 2. Vorsitzenden durch. Als weitere

vier Vorstandsmitglieder wurden schließlich

Dr. Torsten Braunsdorf, Chirurg in Calau, der

die Versammlung geleitet hatte, Diplom-Psychologe

Hartmut Uhl aus Potsdam und der Kinderarzt

Dipl.-Med. Jens-Uwe Köhler aus Erkner

– beide in Abwesenheit – sowie Elke Köhler,

Allgemeinmedizinerin aus Jüterbog, gewählt.

Mitgliedsbeitrag 75 Euro pro Jahr

MUDr./CS Noack, der sein neues Amt „nicht

als KV-Mitglied, sondern als bedrohter Arzt“

antritt, wies noch einmal darauf hin, dass die

Ärzte-Union sich „als Sprachrohr aller Ärzte“

versteht und keine Angst davor haben müsse,

„von den Aufsichtsbehörden eins auf die Finger

zu bekommen“. Wenn die Existenz bedroht

werde, könne auch der Streik ein Mittel sein.

Der Vorschlag des neu gewählten Vorstandes,

den Mitgliedsbeitrag auf 75 Euro pro Jahr

festzulegen, wurde von der Versammlung einstimmig

gebilligt. (hak)

Beim Auszählen der Stimmen: Ralf Herre, Pressesprecher der KVBB.

Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

247


Gesundheitspolitik

Jahrespressekonferenz der Deutschen Krebshilfe

Für eine nachhaltige Gesundheitsreform, für Qualität,

Prävention und Früherkennung

Für „eine nachhaltige Gesundheitsreform“,

die nicht nur auf kurzfristig wirksame Kostenumverteilungen

abzielt, warb Prof. Dr.

Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen

Krebshilfe, auf der Jahrespressekonferenz

dieser Organisation am 7. Juli in Berlin.

Die Deutsche Krebshilfe setzt dabei auf ein

Konzept, „das auf den drei Säulen Qualitätssicherung,

Prävention und Früherkennung

beruht“.

„Als Anwalt der Krebspatienten appellieren

wir immer wieder an die politischen Entscheidungsträger,

die Gesundheitsreform nicht auf

dem Rücken der Betroffenen auszutragen.

Krebskranke Menschen jedes Alters müssen

sich auf die Unterstützung durch die Solidargemeinschaft

verlassen können. Denn Krebs

kann jeden treffen“, sagte Prof. Schipanski

und verwies auf die etwa 350.000 jährlichen

Neuerkrankungen in Deutschland.

Erste Säule: Qualitätssicherung

Die Deutsche Krebshilfe macht sich für die

Qualitätssicherung in der Krebs-Behandlung

stark. Darunter versteht sie die „Behandlung

von Krebspatienten in onkologisch ausgewiesenen

Zentren“, um unnötige Kosten durch

Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Sie

setzt sich für die Weiterentwicklung der in den

70-er Jahren gegründeten Tumorzentren ein.

In einer gemeinsamen Aktion mit der Arbeitsgemeinschaft

Deutscher Tumorzentren und der

Deutschen Krebsgesellschaft bemüht sie sich,

eine „bundesweite, qualitätsgesicherte Versorgung

der Tumorpatienten in Tumorzentren sicherzustellen“.

Jedes Jahr wendet die Deutsche Krebshilfe

deshalb große finanzielle Beträge (siehe auch

Extra-Beitrag „Zahlen zur Deutschen Krebshilfe“)

für die Krebsforschung auf.

Zweite Säule: Prävention

In der „Stärkung der Prävention“ sieht, so Prof.

Schipanski, die Deutsche Krebshilfe „den

zweiten Eckpfeiler ihrer gesundheitspolitischen

Vorstellungen“. Experten seien sich einig, zwei

Drittel aller Krebserkrankungen könnten vermieden

werden. Allein durch das Rauchen

entstünde ein jährlicher volkswirtschaftlicher

Schaden von 17,5 Milliarden Euro. Prof. Schipanski:

„Die Einnahmen aus der Tabaksteuer –

das waren 13,8 Milliarden Euro im vergangenen

Jahr – können den volkswirtschaftlichen

Schaden bei weitem nicht ausgleichen.“ Im

Namen der Krebshilfe forderte sie: „Die Ge-

248 Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

Die Präsidentin der deutschen Krebshilfe, Prof. Dr.

Dagmar Schipanski, als Landesministerin in Thüringen

selbst Politikerin, mahnte ihre „Zunftkollegen“,

eine nachhaltige Gesundheitsreform auf den Weg

zu bringen. Fotos: Hans-Albrecht Kühne

sundheitsreform sollte deshalb unserer Ansicht

nach vordringlich bei der Risikovermeidung

ansetzen und das Bewusstsein und Verantwortungsgefühl

der Bürger für eine vernünftige Lebensweise

stärken.“ Deshalb kümmert sich die

Krebshilfe verstärkt auch um das Thema Hautkrebsprävention.

Der „falsche Umgang mit der

Sonne“ lässt jährlich 120.000 Menschen an

dieser Krebsart erkranken.

Dritte Säule: Früherkennung

Die „dritte Säule“ sieht die Krebshilfe in der

„Stärkung der Früherkennung“. Auch dafür

hatte Prof. Schipanski ein Beispiel parat: „Die

Behandlung von Darmkrebspatienten im palliativen

Stadium kostet unser Gesundheitssystem

derzeit rund 1,3 Milliarden Euro jährlich.

Eine umfassende Krebs-Früherkennung, die

die Koloskopie, also die Spiegelung des kompletten

Dickdarms ab 55 Jahren einschließt,

kostet dagegen nur 200 Millionen Euro.“

Ähnliche Rechnungen ließen sich auch für andere

Krebsarten aufmachen. Schipanskis Fazit:

„Die Früherkennung hilft nicht nur Leben

retten, flächendeckend eingesetzt spart sie

auch Kosten in Milliardenhöhe.“

Die Krebshilfe will deshalb ihre Aufklärungsarbeit

weiter ausbauen. Für einige häufige Tumorarten

gibt es zwar bereits Früherkennungsmaßnahmen,

„aber trotz aller Appelle

nutzen lediglich jede zweite Frau und jeder

sechste Mann die kostenlosen Angebote“,

bemängelte Prof. Schipanski.

Strenge ethische Grundsätze

Dr. Hans-Joachim Möhle, Vorstandsvorsitzender

der Deutschen Krebshilfe, der die Einnahme-

und Ausgabenseite der Deutschen Krebshilfe

vorstellte, wies auf die „strengen ethischen

Grundsätze“ hin, die die Organisation bei der

Annahme von Spenden beachte. Spenden von

der Zigarettenindustrie würden abgelehnt,

auch bei der Pharmaindustrie halte sich die

Krebshilfe sehr zurück. Dr. Möhle übte Kritik

an irreführenden Plakaten, die in großen Lettern

verkündeten „Durch rauchen nehmen sie

ab...“ und nur ganz klein geschrieben ergänzten

„... auch ihr Geldbeutel“.

Schwerpunkt-Forschung

Prof. Dr. Peter Propping, Vorsitzender des Medizinischen

Beirats, berichtete von den Anstrengungen

der Krebshilfe, „die Palliativmedizin

in Deutschland weiter zu etablieren“: „Der

Bereich Palliativmedizin war im letzten Jahr

wiederum ein Schwerpunkt unserer Arbeit.

Beispielsweise bewilligten wir rund 1,2 Millionen

Euro für die Einrichtung einer Akademie

für Palliativmedizin und Hospizarbeit am

Dr. Hans-Joachim Möhle kritisierte das „Teuflische

der Tabakwerbung“, die besonders die Jugendlichen

anspreche. „Wer mit 14, 15 das Rauchen

beginnt, hat kaum eine Chance, davon abzukommen.“

Und Möhle sieht Einsparmöglichkeiten für

das deutsche Gesundheitswesen in der „bedeutenden

Überkapazität in Steinen“, d. h. zu vielen

schlecht ausgelasteten Krankenhäusern.


Krankenhaus St. Joseph-Stift in

Dresden.“ Aus den zahlreichen

Forschungsprojekten hob er den

Schwerpunkt „Zelladhäsion, Migration

und Invasion: Molekulare

Grundlagen und klinische Bedeutung

bei Tumorprogression

und Metastasierung“ hervor, für

dessen Teilprojekte 2002 rund

sechs Millionen Euro bewilligt

worden waren. Ein Ziel der

Forschungsschwerpunkte sei

es, „Wissenschaftler aus der

Grundlagenforschung und der

Klinik zusammenzuführen, um

somit eine schnelle Übertragung

von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung

in die klinische

Anwendung zu ermöglichen“.

Hans-Albrecht Kühne

Ärztekammer Schleswig-Holstein

Edmund-Christiani-Seminar

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Zahlen zur Deutschen Krebshilfe

71,6 Millionen Euro wurden gespendet

Gesundheitspolitik

Auch das Jahr 2002 war für die Deutsche Krebshilfe ein erfolgreiches. Mit einem Spendenaufkommen von

71,6 Millionen Euro konnte das Vorjahresergebnis sogar noch übertroffen werden.

Den größten Einnahmeposten stellten 27,6 Millionen Euro aus 408 Erbschaften und Vermächtnissen dar.

360.000 Privatpersonen und Firmen spendeten 22,4 Millionen. Benefizveranstaltungen, Aktionen und Jubiläen

erbrachten etwa 2,5 Millionen Euro, aus Kondolenzspenden kamen 3,9 Millionen hinzu.

Größter Posten bei den Ausgaben 2002 waren die klinischen Maßnahmen mit 18 Millionen Euro, Projekte

der Grundlagenforschung wurden mit insgesamt 16,1 Millionen Euro gefördert. In Kinderkrebsprojekte flossen

6,6 Millionen. Insgesamt finanzierte die Deutsche Krebshilfe 184 neue richtungweisende Projekte. 4,43

Millionen Euro gingen an über 9.400 Menschen, die einen Antrag an den Härtefonds gestellt hatten. 2,2

Millionen Euro erhielt die Krebs-Selbsthilfe. In die Information und Aufklärung flossen 3,8 Millionen Euro.

Für Information und Aufklärung stellte die Krebshilfe im Jahr 2002 rund 3,8 Millionen Euro bereit. Allein

2,2 Millionen Broschüren wurden kostenfrei an Betroffene, Angehörige und Interessierte abgegeben.

Sehr viele Zahlen, die aber erkennen lassen, in welchen Dimensionen die Deutsche Krebshilfe in unserer

Gesellschaft wirkt und wie wichtig ihr Wirken auch für die Zukunft ist. Immerhin erkranken in Deutschland

jährlich etwa 350.000 Menschen neu an Krebs, 210.000 sterben an dieser Erkrankung. Und etwa 5 Millionen

Krebspatienten leben gegenwärtig unter uns. (hak)

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Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

249


Fortbildung

Name, Vorname:

Anschrift:

Ich melde mich zum Kongress an (bitte ankreuzen):

250 Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

6. Ärztlicher Fortbildungskongress

der Landesärztekammer Brandenburg

23. bis 25. Oktober 2003 in Dahlewitz

Stempel/Unterschrift:

Die Vortragsanveranstaltungen sind für Ärztinnen und Ärzte im Praktikum kostenfrei und AiP-anrechenbar.

Bei Teilnahme an Kursen (Gebühren siehe unten) werden keine Kongressgebühren erhoben.

A ❒ Gesamtveranstaltung: 150 €

B ❒ Einzelsymposium

Plenarveranstaltungen: Zeit: Teilnehmergebühr:

❒ Palliativmedizin 24. 10. 2003, 9.00 - 9.45 Uhr - 1 P

❒ Der polymorbide Patient 25. 10. 2003, 9.00 - 9.45 Uhr - 1 P

Symposien: Zeit Teilnehmergebühr:

❒ Aktuelle Impffragen 23. 10. 2003, 16.00 - 18.00 Uhr 30 € 2 P

❒ Schmerztherapie 23. 10. 2003, 16.00 - 18.00 Uhr 30 € 2 P

❒ Parkinson, Bewegungsstörungen und Demenz 24. 10. 2003, 10.00 - 17.00 Uhr 50 € 8 P

❒ Prostata und Inkontinenz 24. 10. 2003, 10.00 - 14.00 Uhr 50 € 4 P

❒ Neues aus der Ernährungsmedizin 24. 10. 2003, 14.00 - 17.00 Uhr 50 € 4 P

❒ Gastroenterologie/Hepatologie 25. 10. 2003, 10.00 - 14.00 Uhr 50 € 4 P

❒ Symposium für den Hausarzt 25. 10. 2003, 10.00 - 14.00 Uhr 50 € 4 P

❒ Begutachtung für Rehabilitation 25. 10. 2003, 10.00 - 14.00 Uhr 50 € 4 P

und Rente

❒ Berufspolitisches Kolloquium 23. 10. 2003, 17.00 - 19.00 Uhr -

Kurse: Zeit Teilnehmergebühr/ermäßigt

❒ Fachkundeseminar Rettungsdienst 13. bis 20. 10. 2003 420,-/295,- € 66 P

❒ Sonographie-Grundkurs 23. bis 26. 10. 2003 300,-/210,- € 25 P

❒ Spezielle Schmerztherapie Block IV 24./25. 10. 2003 150 € 14 P

❒ Grundkurs Ein- und Zweidimensionale 24. bis 27. 10. 2003 300 € 27 P

Echokardiographie

❒ Qualifikationskurs Verkehrsmedizinische 24./25. 10. 2003 200 € 16 P

Begutachtung für Fachärzte

❒ Langzeit-EKG 23./24. 10. 2003 150 € 16 P

❒ Langzeit-Blutdruckmessung 25. 10. 2003 90 € 8 P

❒ Impfaufbau-/Refresherkurs 25. 10. 2003 65 € 5 P

❒ Röntgen-Aktualisierungskurs (8 Std.) 23. 10. 2003 120 € 9 P

❒ Herzschrittmacherseminar (Grund- und 23. bis 25. 10. 2003 360 € 16 P

Aufbaukurs)

❒ Refresherkurs Chirotherapie 24./25. 10. 2003 150 € 12 P

❒ Qualitätszirkel-Moderatorentraining 25. 10. 2003 90 € 8 P

für den stationären Bereich

Anmeldung und Auskunft: Landesärztekammer Brandenburg, Referat Fortbildung, Postfach 101445, 03014 Cottbus,

Telefon: (0355) 7 80 10-23, -24,- 25, -49, Fax: (0355) 7 80 10-44, E-Mail: akademie@laekb.de

Congress Center

Dahlewitz

Foto: Kühne


6. Ärztlicher Fortbildungskongress der LÄKB

Symposium für den Hausarzt –

„Fragen aus dem Praxisalltag“

Samstag, 25. Oktober 2003, 10.00 bis 14.00 Uhr

Leitung: V. Puschmann, Storkow; R. Schrambke, Groß Schönebeck

Vom 23. bis 25. Oktober 2003 findet der

6. Ärztliche Fortbildungskongress der Landesärztekammer

Brandenburg in Dahlewitz

statt. Erstmalig wird der letzte Kongresstag

(Samstag, 25. Oktober) inhaltlich mit bedeutsamen

Themen für den Hausarzt gestaltet.

Dies ist in einer Periode, wo sich

das Gebiet der Allgemeinmedizin mit den

hausärztlich tätigen Internisten neue Arbeitsinhalte

schafft, eine mutige und folgerichtige

Entscheidung zugleich. Fragen der Qualität

in der Medizin, anwendbare Leitlinien

und praxisrelevante Disease-Management-

Programme einerseits und der strukturelle

Umbau des Gesundheitssystems andererseits

haben zu dieser vorausschauenden

Entscheidung angeregt.

Worum geht es?

1. Um die Darstellung ausgewählter und häufig

vorkommender Krankheitsbilder, die

2. aktuell durch neue Erkenntnisse diskutiert

werden und Fallstricke im hausärztlichen

Alltag vermeiden sollen.

3. Bei eingeschränkten Ressourcen und einem

hohen gesetzlichen Betreuungsanspruch

wird besonders die Schnittstelle zur Gebietsmedizin

– den Internisten, Chirurgen,

Rheumatologen, Kardiologen u. a. – mit

den Möglichkeiten der Hochleistungsdiagnostik

auch in den Krankenhäusern herausgearbeitet.

Was lag näher, als die Thematik mit dem Gedanken:

„Was tun, was lassen? – Fragen

aus dem Praxisalltag“ zu konzipieren.

Inhaltliche Schwerpunkte:

Herzinsuffizienz – Was tun, was lassen?

Es bestehen klare Abgrenzungen zur Behandlung

dieses Krankheitsbildes ambulant und

stationär. Die Schnittstelle zur stationären

Weiterbehandlung ist definiert und soll dargelegt

werden. Besonders hat sich die Frage

der medikamentösen Therapie aktuell erheblich

geändert. Patienten und ihre Hausärzte

können hoffen. Ist Digitoxin obsolet? Was ist

in der Dosisfindung zu beachten? Herr Professor

Linß aus dem Krankenhaus Hennigsdorf

wird aktuelle und hausarzttaugliche Strategien

darlegen.

Herzrhythmusstörungen –

Was tun, was lassen?

Das Wichtige richtig tun, gefährliche Therapien

lassen – ein Konzept des Vorgehens bei

ausgewählten und häufigen Herzrhythmusstörungen

wird erarbeitet, häufige Fehler aus

klinischer Sicht werden aufgezeigt. Weniges,

aber dies professionell tun – das ist die Aufgabe

des Beitrages. Herr Professor Oeff aus

dem Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam

stellt sich dieser Fragestellung als Referent.

Diabetes – Was tun, was lassen?

Das Krankheitsbild des Diabetes mellitus ist

nicht zuletzt durch Disease-Management-Programme

in das Patienteninteresse gerückt.

Fragen nach plausiblen Behandlungswegen

müssen beantwortet werden. Fragen zur Diagnostik,

Therapie, der Langzeitbetreuung der

Patientenführung im Alltag sind medizinisch

souverän und rechtlich unanfechtbar zu bewältigen.

Häufige Schnittstellen, auch Kooperationen

zu Fachkollegen, Krankenhäusern

und Rehabilitationseinrichtungen, sind zu formulieren.

Der Vortrag soll die Symposiumsteilnehmer

befähigen, den Diabetes und seine

Probleme als Alltagsherausforderung sicherer

zu führen. Herr Chefarzt Dr. Raabe aus der

Asklepios-Klinik Birkenwerder konnte als Referent

gewonnen werden.

Luftnot – Was tun, was lassen?

Erkrankungen mit Luftnot wie COPD und das

Asthma haben gerade in den letzten Jahren

zu hoffnungsvollen Therapien und Erkenntnissen

geführt. Die pulmonale Luftnot wird im

akuten wie auch im chronischen Zustand heute

anders und teilweise kostenintensiver behandelt.

Hier ist die Frage „Was tun? – Was

lassen?“ besonders interessant zu beantworten.

Herr Professor Lichey aus dem Fachkrankenhaus

für Lungenheilkunde und Thoraxchirurgie

Berlin-Buch stellt eine praxistaugliche

Übersicht vor.

Rheumabeschwerden – Was tun, was lassen?

Die Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises

werden im Land Brandenburg

derzeit ungenügend und nicht immer optimal

durch alle vorhandenen Strukturen behandelt.

Mit 70 000 Rheumatikern haben wir zu rechnen.

Nur ein Teil dieses Patientengutes ist erkannt.

Durch den Hausarzt ist Rheumatoidarthritis

zunächst hinreichend sicher von der

Fortbildung

Polyarthrose im Alltag zu trennen und dann

optimal zu behandeln. Bisherige Strukturen

und Behandlungsprinzipien reichen dazu

nicht aus. Gerade die Hausärzte sind mit der

Frage „Was tun – was lassen?“ in keimenden

Versorgungsstrukturen gefordert, klare diagnostische

und therapeutische Wege zu gehen.

Herr Dr. Zänker aus dem Werner Forßmann-Krankenhaus

Eberswalde steht als

Fachkollege für diesen Beitrag zur Verfügung.

Thrombose und Embolie –

Was tun, was lassen?

Diese sich häufenden Krankheiten fordern

nicht nur ein klares diagnostisches Vorgehen

mit Direktzugang zum Angiologen, sondern

sind durch klare therapeutische Strategien

juristisch belegt. Immer Herausforderung an

das hausärztliche Geschick, oftmals als

Alleinentscheidung nicht akzeptabel, immer

stets aber kosten- und komplikationsträchtig.

Wie in diesen Situationen man sich richtig

verhält, wird Frau Dr. Demmig, Praxisgemeinschaft

Dahlwitz-Hoppegarten, als weiteren

Symposiumsbeitrag darlegen.

Medikamenteninteraktionen –

Was tun, was lassen?

Wirkweise, Angriffspunkt, Stufenschemata

von Arzneimitteln und Arzneimittelgruppen

sind uns bekannt. Wissen wir aber, wie häufige

Therapiestrategien bei dem hausärztlichen

Patientengut mit Polymorbidität und zunehmend

hochbetagten Patienten sich auswirken.

Können wir Interaktionen, Nebenwirkungen

und Wirkungsverluste vermeiden? Diesen erforschten

Fragen wird aktuell Herr Professor

Dr. Schuster, Berlin, nachgehen und unser

Vorgehen im Alltag verändern.

Eingeleitet wird das Symposium durch den

spannenden Vortrag im Plenum:

„Der polymorbide Patient in der heutigen Medizin“

(Professor Dr. Koch, Beeskow).

Für alle Themen sind bewusst Referenten aus

dem Land Brandenburg und Berlin gewonnen

worden. Immer soll Zeit sein, durch Beiträge

oder Diskussionen bestehende Fragen beantwortet

zu bekommen. Darauf wird besonders

Wert gelegt.

Die Moderation des Symposiums haben die

Fachärzte für Allgemeinmedizin, Dr. V. Puschmann,

Beeskow, und Dr. R. Schrambke, Groß

Schönebeck, übernommen. Das ist kein Zufall,

sondern unterstreicht den Wunsch nach

Praxisrelevanz und Fachgespräch.

Die Organisatoren dieser Veranstaltung am

letzten Kongresstag bereiten sich auf eine

breite Resonanz unter den Hausärzten und allen

an der Thematik interessierten Kollegen

vor. Kommen Sie nach Dahlewitz am 25. Oktober

2003!

R. Schrambke, Groß Schönebeck

Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

251


Fortbildung

Angebot

Akademie

für ärztliche

Fortbildung

66 P Fachkundeseminare

Rettungsdienst

(anerkannte Bildungsfreistellungsveranstaltung)

Voraussetzung für die Zulassung

12 Monate klinische Tätigkeit

(Nachweis bitte einreichen)

Wochenkurs

15. bis 22. Sept. 2003

Kursleiter: Dr. med. G. Schrot,

Treuenbrietzen

13. bis 20. Okt. 2003

Kursleiter:

Dr. med. F. Lorenz, Neuruppin

Ort: Potsdam

Teilnehmergebühr:

je 420 € (für AiP 295 €)*

40 P Seminar Leitender Notarzt

1. bis 5. Dez. 2003

Teilnehmergebühr: 600 €

Ort: Cottbus

Kursleiter: Dr. med. F. Lorenz,

Neuruppin

Kurse zur Erlangung der Zusatzbezeichnung

"Chirotherapie"

Die Abstände zwischen den

einzelnen Kursen I bis IV müssen

mindestens drei Monate

betragen.

48 P Kurs III

10. bis 15. Sept. 2003

Teilnehmergebühr:

500 € (für AiP 335 €)*

Ort: Potsdam

Kursleiter: Univ.Prof. Dr.sc.med.

G. Badtke, Potsdam

Weiterbildungskurs

Allgemeinmedizin

Block 9: 16. Aug. 2003

Block 11: 5./6. Sept. 2003

Block 12: 15. Aug. 2003

Block 13: 10./11. Okt. 2003

Block 18: 7./8. Nov. 2003

Block 19: 28./29. Nov. 2003

Block 20: 12./13. Dez. 2003

252 Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

Block 15: im Rahmen des Fachkundeseminares

Rettungsdienst

Teilnehmergebühr: 8 €/Stunde

Ort: Potsdam

Kursleiter: Dr. med. R.

Schrambke, Groß Schönebeck

Psychosomatische Grundversorgung

(80 Stunden)

einschließlich Block 16 und 17

Allgemeinmedizin

24./25. April 2004

12./13. Juni 2004

10./11. Juli 2004

11./12. Sept. 2004

23./24. Okt. 2004

Ort: Potsdam

Leitung: Dr. med. R. Kirchner,

Cottbus

3 P Intensivvorbereitung auf

die Facharztprüfung

Allgemeinmedizin

22. Okt. 2003,

15.00 bis 18.00 Uhr

Teilnehmergebühr: 35 €

Ort: Cottbus

Schwerpunkte: Zulassungsvoraussetzung,

Ablauf des

Fachgesprächs, Schwerpunkte

und Umfang, Literatur- und Prüfungsvorbereitung

für interessierte

Prüfungskandidaten zum

Facharzt Allgemeinmedizin

Leitung: Dr. med. R. Schrambke,

Groß Schönebeck

Sozialmedizin

Grundkurs B

20. bis 30. Okt. 2003

Teilnehmergebühr: 380 €

Leitung: Prof. Dr. med.

J.-U. Niehoff, Potsdam

ausgebucht

16 P/Block Fortbildung

Spezielle Schmerztherapie

(80 Stunden)

Block III: 19./20. Sept. 2003

Block IV: 24./25. Okt. 2003

Block V: 28./29. Nov. 2003

Teilnehmergebühr: 150 €/Block

Ort: Potsdam

Wissenschaftliche Leitung:

Prof. Dr. med. habil. Dipl.-Psych.

D. Seefeldt, Dr. med. K. Gastmeier,

Dipl.-Med. M. Passon

je 25 P Sonographie-Kurse

Abdomen und Retroperitoneum

nach den Richtlinien der Kassenärztlichen

Bundesvereinigung

und der DEGUM

Grundkurs

23. bis 26. Okt. 2003

Aufbaukurs

20. bis 23. Nov. 2003

Teilnehmergebühr:

je 300 €, (für AiP 210 €)*

Ort: Potsdam

Kursleiter: Priv.-Doz. Dr. med.

J. Hierholzer, Dr. med.

W. Buchholz, Potsdam

16 P Qualifikationskurs

Verkehrsmedizinische

Begutachtung für Fachärzte

24./25. Okt. 2003

Ort: Dahlewitz

Teilnehmergebühr: 200 €

Leitung: Dr. med. T. Kayser,

Potsdam

5 P Impfaufbau-/Refresherkurse

(entsprechend Beschluss des

Vorstandes zum Impfzertifikat/

Aufrechterhaltung der

Impfberechtigung -

siehe BÄB 6/2000, S.199)

23. Aug. 2003 in Cottbus

25. Okt. 2003 in Dahlewitz

Teilnehmergebühr: 65 €

Suchtmedizinische

Grundversorgung

in Zusammenarbeit mit dem

AISS Angermünder Institut für

Suchttherapie und Suchtmedizin

16 P Block I - Alkohol, Nikotin

und Versorgung

5./6. Dez. 2003

13 P Block II - Drogen- und

Medikamentenprobleme,

Missbrauch, Abhängigkeit, Substitution,

Notfälle, Toxikologie

23./24. Jan. 2004

13 P Block III - Motivierende

Gesprächsführung in Sprechstunde

und Klinik, motivationales

Interview nach Miller/Rollnick,

Training in Kleingruppen

20./21. Febr. 2004

Teilnehmergebühr: 150 €/Block

Ort: Potsdam

Leitung: Priv.-Doz. Dr. med.

G. Richter, Angermünde;

Prof. Dr. med. Schwantes, Berlin

8 P Impfbasiskurs

29. Nov. 2003

Ort: Potsdam

Teilnehmergebühr: 120 €

Leitung: Frau Dr. med.

G. Ellsäßer, Potsdam

32 P Herzschrittmacherseminar

(40 Stunden)

mit Sachkundenachweis der

Arbeitsgruppe Herzschrittmacher

der Deutschen

Gesellschaft für Kardiologie

Grund- und Aufbaukurs

23. bis 25. Okt. 2003

in Dahlewitz

Teilnehmergebühr: 360 €

Abschlusskurs

22./23. Nov. 2003 in Potsdam

Teilnehmergebühr: 240 €

Leitung: PD Dr. B. Lemke,

Bochum; Dr. med. W. Kamke,

Rüdersdorf

je 16 P Kurse im Strahlenschutz

(anerkannte Bildungsfreistellungsveranstaltung)

Grundkurs (Voraussetzung ist

die Teilnahme am achtstündigen

Einführungskurs mit anschließender

mindestens sechs Monate

andauernder Hospitation)

5./6. Nov. 2003

Spezialkurs

7./8. Nov. 2003

Ort: Cottbus

Teilnehmergebühr:

je 250 € (für AiP 170 €)*

Leitung: Doz. Dr. med. habil.

C.-P. Muth, Cottbus

9 P 8-Stunden-Röntgen-Aktualisierungskurs

(Teil 1 und 2)

23. Okt. 2003

Ort: Dahlewitz

Teilnehmergebühr: 120 €

Leitung: Doz. Dr. med. habil.

C.-P. Muth, Cottbus

27 P Grundkurs Ein- und

Zweidimensionale

Echokardiographie

24. bis 27. Okt. 2003

Ort: Cottbus

Teilnehmergebühr: 300 €

Leitung: Dr. med.

J. Krülls-Münch, Dr. med. Ch.

Koinzer-Adamschek; Cottbus

Fortbildung für Arzthelferinnen

5. Nov. 2003,

15.00 bis 19.00 Uhr

Ort: Neuruppin

Teilnehmergebühr: 15 €

Leitung:

Dr. H. Wiegank, Neuruppin

* Die Ermäßigung gilt nur für AiP,

die im Land Brandenburg ihre Tätigkeit

ausüben. Anmeldungen werden

nach Posteingang berücksichtigt.


Das Thema

Deutschlandkongress der Schlafmediziner in Cottbus

Gesprächsrunde zum Thema: Schlafmedizin

Expertenchat der Landesärztekammer Brandenburg

Vom 25. bis 27. September 2003 wird in

Cottbus, der zweitgrößten Stadt Brandenburgs,

die 11. Jahrestagung der Deutschen

Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin

(DGSM) ausgetragen. Der Deutschland-Kongress

der Schlafmediziner findet in

seiner elfjährigen Geschichte erst zum zweiten

Mal in einer Stadt der neuen Bundesländer

statt.

Im Vorfeld des Kongresses besteht die Möglichkeit,

in einem Chat Fragen zum Thema

Schlafmedizin zu stellen.

Am Mittwoch, dem 17. September 2003, stehen

Ihnen von 17.00 bis 18.00 Uhr Chefarzt

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Thomas Erler, Ltd.

Arzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

am Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus, und Dr.

med. Frank Käßner, niedergelassener Arzt

in einer Gemeinschaftspraxis für Lungen- und

Bronchialheilkunde mit dem angeschlosse-

CA PD

Dr. med. habil.

Thomas Erler

nem Schlaflabor Lausitz in Groß Gaglow, als

Chatpartner zu medizinischen Fragen und

Problemen wie Schlafstörungen zur Verfügung.

Sie erreichen den Expertenchat am 17. September

auf dem Webangebot der Landesärztekammer

Brandenburg unter www.laekb.de.

Am gleichen Tage, bereits ab 16 Uhr, werden

Dr. Erler und Dr. Käßner Fragen von Patienten

beantworten. Sollte dieses Angebot nicht oder

nur wenig genutzt werden, können sich inter-

„Der Schlaf ist doch die köstlichste Erfindung“ (Heinrich Heine)

„Süsser Schlaf! du kommst wie ein reines Glück ungebeten, unerfleht am willigsten. Du lösest

die Knoten der strengen Gedanken, vermischest alle Bilder der Freude und des

Schmerzes, ungehindert fließt der Kreis innerer Harmonien, und , eingehüllt in gefälligen

Wahnsinn, versinken wir und hören auf zu sein.“ ( Johann Wolfgang von Goethe)

Nicht-erholsamer Schlaf

von Dr. Frank Käßner

Obwohl die Schlafmedizin eine sehr junge

Wissenschaft ist und sich vor allem in den

letzten 10 bis 20 Jahren stürmisch entwickelte,

besteht der Traum vom erholsamen Schlaf

schon von alters her und reflektiert sich u. a.

in den Klassiker-Zitaten.

Der wiederum relativ junge Begriff „nicht-erholsamer

Schlaf“ ist keine Diagnose, sondern

der dominierende Beschwerdekomplex , der

bei allen 88 inzwischen bekannten intrinsischen

und extrinsischen Schlafstörungen auftritt.

Mit diesem Terminus soll die früher

übliche strikte Trennung zwischen Insomnie

(Schlaflosigkeit) und Hypersomnie Tagesmüdigkeit)

aufgehoben werden und verdeutlicht

werden, dass nicht die Dauer des Schlafes

entscheidend ist sondern die Qualität des

Schlafes.

In der heutigen sogenannten „schlaf- und

rastlosen Gesellschaft“ mit Jetlag und 24-h-

Nonstop-Rhythmus ist die Qualität des Schlafes

besonders wichtig. Denn einerseits hat sich

die Dauer die Schlafes in den letzten Dezennien

verkürzt (derzeit schlafen die Deutschen

durchschnittlich 7 Stunden und 14 Minuten

pro Nacht) , andererseits sind die Menge, die

Intensität und der Anforderungsgrad der tagtäglichen

Aufgaben, die bedingt durch die

zunehmende Informationsflut, Automatisierung

und Computerisierung der Arbeitsprozesse

heutzutage vielmehr als zu früheren

Zeiten geistige Frische verbunden mit Konzentration

und Aufmerksamkeit fordern, immens

gestiegen. Wer keinen erholsamen

Schlaf hat, wird den modernen beruflichen

Anforderungen auf Dauer nicht gerecht werden.

Dass die Schlafqualität bei über einem Drittel

der Bevölkerung in Deutschland einge-

Dr. med.

Frank Käßner

Fotos: hak

essierte Ärzte auch schon ab 16 Uhr am Chat

beteiligen.

Aus Anlass der 11. Jahrestagung der Gesellschaft

für Schlafforschung und Schlafmedizin,

der größten medizinischen Kongress-

Veranstaltung, die diese Region bisher

erlebte, bringt das Brandenburgische Ärzteblatt

in dieser und in der September-Ausgabe

mehrere wissenschaftliche Themenbeiträge

zur Schlafmedizin.

schränkt ist, zeigt die NISAS-Studie (Nationwide

Insomnia Screening and Awareness

Study), bei der 20.000 Patienten aus 539

bundesweit ausgewählten Allgemeinarztpraxen

zum Schlafverhalten befragt worden sind.

Von diesen erwachsenen Hausarztpatienten

litten 42 % unter zeitweiligen Schlafstörungen.

Laut Weißbuch „Schlafmedizin“ leiden sogar

mehr als 10 Prozent der Bevölkerung unter

Schlaf-Wach-Störungen, die dringend behandlungsbedürftig

sind, weil sie unbehandelt

nicht nur subjektives Leiden bedeuten,

sondern auch Tagesschläfrigkeit mit Unfallgefahr

am Arbeitsplatz und im Straßenverkehr,

vor allem aber ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck

und damit für Schlaganfall und

Herzinfarkt zur Folge haben. Davon betroffen

sind in erster Linie die 800.000 Schlafapnoe-

Patienten mit nächtlichem Atemstillstand.

2,7 Millionen deutsche Schlafgestörte nehmen

regelmäßig Schlafmittel ein, und ein

großer Teil von ihnen muss als medikamentenabhängig

bezeichnet werden. Erstaunlicherweise

sind 2/3 aller Patienten mit

Schlafstörungen dennoch unbehandelt.

Zunehmende soziale Probleme, Drogenmissbrauch

und eine immer mehr fortschreitende

Überalterung der Bevölkerung verstärken die

Probleme des nicht-erholsamen Schlafes.

Die Schlafstörungen bewirken bei den Betroffenen

nicht nur subjektives Missempfinden,

Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

253


Schlafmedizin

sondern auch gravierende gesundheitliche

Störungen sowohl kurzfristig als auch langfristig.

Chronische Schlafstörungen schwächen

das Immunsystem, fördern Alterungsprozesse

und die Entwicklung von vielen Erkrankungen

wie z. B. Diabetes mellitus, Tumoren, Hypertonie

mit diversen kardialen Folgen sowie sehr

häufig Depressionen. Australische Forscher

konnten nachweisen, dass 17 Stunden Wachzustand

auf die Fahrtüchtigkeit dieselbe Wirkung

haben wie 0,5 Promille Alkohol im Blut.

So sind 30 % aller Unfälle auf deutschen Autobahnen

und 41 % aller Unfälle in der Energieindustrie

bzw. in der Luftfahrt durch Schlafstörungen

bedingt. Die volkswirtschaftlichen

Kosten in unmittelbarem Zusammenhang mit

nicht-erholsamen Schlaf werden jährlich vorsichtig

mit 30 Milliarden Euro beziffert.

In den letzten Jahren

haben sich in Deutschland

flächendeckend

insgesamt 248 (DGSM

anerkannte) stationäre

und ambulante Schlaflabore

etabliert (Stand

04/2001). Zur Qualitätssicherung

im Be-

F. Heinrich

reich der Schlafmedizin

wurde 2002 die Leitlinie

S2 „Nicht-erholsamer Schlaf“ durch die

DGSM allgemein veröffentlicht. Diese dient der

Standardisierung der diagnostischen und therapeutischen

Algorithmen bei Schlafstörungen.

Bei der Erarbeitung entsprechender Standards

handelte es sich um ein formales

Konsensverfahren, wobei Leitlinien der Stufe 2

des 3-Stufen-Konzeptes der AWMF (Arbeitsgemeinschaft

der Wissenschaftlichen Medizinischen

Fachgesellschaften) entwickelt wurden.

254 Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

Dementsprechend hoch ist der Bedarf

an einer schlafmedizinischen Versorgung in

Deutschland. Das zeigt sich auch daran, dass

es z. T. immer noch monatelange Wartezeiten

in den über 300 Schlaflaboren in Deutschland

gibt. Im Jahr 2002 wurde durch die Deutsche

Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin

( DGSM) eine Leitlinie zur Diagnostik

und Therapie des nicht-erholsamen Schlafes

entwickelt, die auch das Procedere der effektiven

und qualitätsgerechten Diagnostik und

Therapie unterstützen soll. Diesem Thema soll

sich der erste Artikel widmen. Im Mittelpunkt

der weiteren Übersichten steht die häufigste

schlafbezogene Atemstörung, das Schlafapnoe-Syndrom,

das nicht nur für die Lungenärzte

ein zunehmendes Problem darstellt.

Die interdisziplinäre Diagnostik und Therapie

Entsprechend der Leitlinie „S2“ der DGSM

Stufendiagnostik in der Schlafmedizin

Drei-Stufenkonzept zur Leitlinienentwicklung

(AWMF)

1. Stufe (S1) Expertengruppe

informeller Konsens einer repräsentativen

Expertengruppe

2. Stufe (S2) Formale Konsensfindung

formale Konsensusfindungsmethoden (nominaler

Gruppenprozess, Delphi Methode,

Konsensuskonferenz)

3. Stufe (S3) Leitlinie mit allen Elementen

systematischer Erstellung

Erweiterung des Konsensusprozesses durch:

logische Analysen

evidenzbasierte Medizin

Entscheidungsanalysen

Outcome Analysen

Leitlinien haben keinen strikt verbindlichen

Charakter wie bspw. Richtlinien, jedoch sollten

sie zur Sicherung einer hohen Prozessqualität

eingehalten werden.

Klassifikation der Schlafstörungen

Schlafstörungen wurden zunächst jeweils

nach den Hauptsymptomen Insomnie (Ein-und

Durchschlafstörungen), Hypersomnie (übermäßige

Schläfrigkeit) und Parasomnie (schlafbegleitende

motorisch o./u. autonom nervale

Phänomene) eingeteilt. 1990 inaugurierte die

ASDA (American Sleep Disorders Association)

erstmals eine pathogenetisch orientierte

Klassifikation – die ICSD (International Classification

of Sleep Disorders). Seit 1997 liegt die

revidierte Version ICSD-R vor.

Tabelle 1:

revidierte Version ICSD-R, Übersicht

I. Dyssomnien

Intrinsische Schlafstörungen

Extrinsische Schlafstörungen

Störungen des zirkadianen Schlafrhythmus

II. Parasomnien

A. Aufwachstörungen (Arousal Störungen)

Störungen des Schlaf-Wach-Überganges

A. REM Schlaf assiziierte Parasomnien

D. Andere Parasomnien

III. Schlafstörungen bei körperlichen/

psychiatrischen Erkrankungen

Schlafstörungen bei psychischen Erkrankungen

Schlafstörungen bei neurologischen Erkrankungen

Schlafstörungen bei anderen körperlichen

Erkrankungen.

IV. Vorgeschlagene Schlafstörungen

auf dem Gebiet der Schlafmedizin unterstreicht

der HNO- ärztliche Beitrag über die

modernen Optionen der Lasertherapie bei

Patienten mit Rhonchopathie und Schlafapnoe-Syndrom.

Da der nicht-erholsame Schlaf

alle Altersgruppen betrifft, so auch die jüngsten,

wird in einer Übersichtsarbeit last not

least auf die Probleme von Schlafstörungen im

Kindes- und Jugendalter hingewiesen.

Schließlich möchte ich an dieser Stelle

nochmals alle an der Schlafmedizin Interessierte

auf die vom 25. bis 27. September

2003 in Cottbus stattfindende DGSM-Jahrestagung

zum Thema „Schlaf und Lebensalter “

hinweisen und zu einem weiterführenden

wissenschaftlichen Gedankenaustausch einladen.

Klinischer Algorithmus

Die Diagnostik von Schlafstörungen erfolgt

rationell nach einem Algorithmus, wobei

zunächst das Hauptsymptom „ nicht-erholsamer

Schlaf“ im Vordergrund steht.

Ein objektives Maß für den Begriff erholsamoder

nicht-erholsamer Schlaf existiert nicht.

Der Diagnostiker ist also zunächst auf die subjektiven

Erfahrungswerte und Angaben des

Patienten angewiesen.

Symptomatik

Im Mittelpunkt der Schlafmedizin steht, wie

bereits erwähnt, der Begriff „Nicht-erholsamer

Schlaf“, da dieses Hauptsymptom allen

intrinsischen und extrinsischen Schlafstörungen

und Störungen der zirkadianen Rhythmik

gemein ist.

Der nicht-erholsame Schlaf führt zu einer

mehr oder weniger starken Beeinträchtigung

des Allgemeinbefindens (Unruhe, Angst,

Reizbarkeit, Depressivität, Erschöpfung, Müdigkeit)

und der sozialen und beruflichen Leistungsfähigkeit.

Gerade die heutige moderne Industriegesellschaft

zwingt zu einer hohen, komplexen Informationsverarbeitung

und zu einem andauernden

Lernprozess, sodass Störungen der

Konzentrationsfähigkeit und der Vigilanz eine

starke Beeinträchtigung darstellen.

Zusätzliche Begleitsymptome lassen, beispielsweise

wie beim Schlafapnoesyndrom

(unregelmäßiges Schnarchen, fremd beobachtete

nächtliche Apnoen, unruhiger

Schlaf, nächtliches Aufwachen mit Dyspnoe,

morgendlicher Kopfschmerz, Konzentrationsschwäche),

die differentialdiagnostisch zu

erwägende Schlafstörung bereits im Vorfeld

eingrenzen.

Die Symptomerfassung erfolgt Zweckmäßigerweise

in Form von standardisierten Fragebögen.

Dies ermöglicht auch eine bessere

Vergleichbarkeit unter schlafmedizinischen


Einrichtungen und dient einer besseren Verlaufskontrolle.

Tabelle 2:

Übersicht über gängige Fragebögen

1. Interviews zur Diagnosestellung

SIS-D (strukturiertes Interview für Schlafstörungen

nach DGSM-III-R)

SLEEP-EVAL (Diagnosen nach DSM-IV/ICSD)

2. Schlaffragebögen

SF-B (Schlaffragebogen-B)

PSQI (Pittsburgher Schlafqualitätsindex)

3. Skalen zur Tagesmüdigkeit/Schläfrigkeit

ESS (Epworth Sleep Scale)

SSS (Stanford Sleep Scale)

4. Schlaftagebücher

SF-A (Schlaffragebogen A)

VIS-A/VIS-M (Visuelle Analogskalen

abends/morgens)

Abends- und Morgenprotokolle

(AG Diagnostik der DGSM)

Diagnostik

Das diagnostische und therapeutische Vorgehen

richtet sich bei symptomatischen Schlafstörungen

als Folge organischer oder psychiatrischer

Erkrankungen strikt nach dem

Grundleiden.

Dies sind überwiegend die Erkrankungen der

Gruppe III nach ICSD, aber auch Störungen

der zirkadianen Schlafrhythmik und die extrinsischen

Schlafstörungen.

Die Dömäne der kardiorespiratorischen Polysomnographie

ist die Diagnostik und Differentialdiagnostik

der intrinsischen Dyssomnien

.

Das betrifft also die Diagnostik der/des

psychophysiologischen Insomnie

Fehlbeurteilung des Schlafzustandes

Idiopathischen Insomnie

Narkolepsie

rezidivierenden Hypersomnie

idiopathischen Hypersomnie

posttraumatischen Hypersomnie

obstruktiven Schlafapnoesyndrom

zentralen Schlafapnoesyndrom

zentralen Alveolären Hypoventilationssyndrom

Syndrom der periodischen Beinbewegungen

Restless Legs Syndrom und

nicht näher bezeichneten intrinsischen

Schlafstörungen.

Eine Ausnahme bilden die psychophysiologische

Insomnie und das Restless legs Syndrom.

Diese sind häufig bereits mittels Fragebögen

und auf Grund der Beschwerden ausreichend

gut zu diagnostizieren.

Die weitaus häufigste und wichtigste der o.g.

Erkrankungen ist das Schlafapnoesyndrom.

Hierbei hat sich in Deutschland ein bewährtes

stufendiagnostisches Schema etabliert.

Folgende Prädiagnostik wird neben der

klinischen Untersuchung empfohlen:

kardio-respiratorische

Diagnostik

Lungenfunktionsprüfung

(Spirometrie, Bodyplethysmographie)

arterielle Blutgasanalyse

Röntgen Thorax

(evtl.+ NNH)

Ruhe- und Belastungs-

EKG

Langzeit-EKG

allgem. klinisch-chem.

Untersuchung

Chemosensibilität der

Atemregulation (Hyperkapnie-und

Hypoxietest)

Rhinomanometrie

Schilddrüsendiagnostik

neurologischer Status

HNO-fachärztlicher Status (Ausschluss von

Anomalien und Obstruktionen im Oro-

Naso-Pharyngealbereich)

Sinnvoll ist es natürlich im Sinne einer kostengünstigen

Diagnostik, bereits existente Vorbefunde

zu nutzen. Dies ist im Rahmen einer

engen, interdisziplinären Zusammenarbeit

beispielsweise in Form einer regionalen Partnerschaft

(möglicherweise Netzwerk) gerade

auch im ambulanten Bereich sehr gut möglich.

Zur weiteren Früherkennung schlafbezogener

Atemstörungen werden transportable Monitoring

Systeme verwendet (Stufe 3 nach NUB

Richtlinien). Als Minimalanforderung beinhalten

diese kleinen Rekorder 4 Kanäle zur Registrierung;

des EKG, der Sauerstoffsättigung,

der Atemgeräusche und der Körperlage.

Die meisten moderner Polygraphen zeichnen

zusätzlich die Atemanstrengung (Brust-und

Bauchbewegungen) und den Atemstrom

(Flow) auf.

Ist nach all den eben genannten Voruntersuchungen

besonders bei den intrinsischen

Schlafstörungen keine hinreichende Diagnosesicherung

zu erlangen, besteht die Indikation

zur kardiorespiratorische Polysomnographie

(Stufe 4 nach NUB Richtlinien).

Die Untersuchung gibt Auskunft über die

tatsächliche Schlafstruktur, die Anzahl und Art

der respiratorischen (apnoischen, hypopnoischen)

Ereignisse auch im Verhältnis zur

Körperlage und zu den Schlafphasen, zum

Schweregrad der Sauerstoffentsättigungen,

zum Grad der apnoe-induzierten Schlaffragmentation

(Arousal), zum Vorliegen von Arrhythmien,

über Anzeichen für weitere (z. B.

neurologische) Schlafstörungen sowie über

pathol. Beinbewegungen.

Folgende Standardableitungen sind erforderlich:

mindestens 2 EEG-Ableitungen

(C3-A2, C4-A1)

2 EOG-Ableitungen

Schlafmedizin

1 Kinn - EMG

2 Bein - EMG

Einkanal EKG

oronasaler Flow-Sensor

Atemanstrengung Thoraxexkursionen

Abdomenexkursionen

Schnarchmikrophon

Pulsoxymeter

Körperlagesensor

Videoüberwachung

Die räumliche Ausstattung bedarf einiger

Mindestanforderungen:

Einbettzimmer

mind. 12 m² Raumgröße

gute Schallisolierung + gute Belüftung der

Räume

Arbeitsraum mit Aufzeichnungsgeräten getrennt

vom Patientenzimmer

Überwachung über eine Videoanlage und

Infrarotkamera

Gegensprechanlage

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass

in Deutschland insgesamt von einer Zahl von

etwa 8 Mio. Patienten mit dem Symptom

„Nicht-erholsamer Schlaf“ ausgegangen werden

muss. Dies stellt ein erhebliches gesamtgesellschaftliches

und gesundheitliches Problem

dar. Oft bleibt jedoch unklar, ob diese Störungen

eigenständige Beschwerden oder nur

Symptom anderer internistischer oder neurologisch-psychiatrischer

Erkrankungen sind.

Die Erarbeitung standardisierter Leitlinien für

die Diagnostik und Therapie der Schlafstörungen

trägt der wachsenden Bedeutung der

schlafassoziierten Erkrankungen als Volkserkrankungen

Rechnung. Gleichzeitig geben

diese den aktuellen medizinischen Wissensstand

auf dem Gebiet der Somnologie wieder.

Literatur beim Autor:

Frank Heinrich

Gemeinschaftspraxis/Schlaflabor Lausitz

Dr. Käßner/DM Heinrich

Neue Chausseestr.4, 03058 Groß Gaglow

Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

255


KVBB informiert

Kreise/kreisfreie Städte Anästhesie Augen Chirurgie Fachä. Frauen HNO Haut- Kinder Nerven Ortho- Psychoth. Diagn. Urologie Haus-

Intern krank. pädie Radiol. ärzte

Potsdam/Stadt X X X X X X X X X X X 17*

X X X

Brandenburg/Stadt/ X X X X X X X X X X X 6*

Potsdam-Mittelmark

X X

Havelland X X X X X X X X 4*

X X

Oberhavel X X X X X X X X X 4*

X X

Ostprignitz-Ruppin X X X X X X X X X X X X X

Prignitz X X X X X X X X X X 2*

X X

Teltow-Fläming X X X X X X X 5*

X X

Cottbus/Stadt X X X X X X X X X X

Dahme-Spreewald X X X X X X X X X 4*

X X

Elbe-Elster X X X X X X X X

Oberspreew.-Lausitz X X X X X X X X X X X X

Spree-Neiße X X X X X X X X

Frankfurt/Stadt/Oder-Spree X X X X X X X X X X X 6*

X X X

Barnim X X X X X X X X X X X 4*

X X

Märkisch-Oderland X X X X X X X X X X 4*

X X

Uckermark X X X X X X X X X X X 3*

X X

* Anzahl der möglichen Zulassungen für ärztliche Psychotherapeuten

Nachzubesetzende

Vertragsarztsitze

Nach Anordnung von

Zulassungssperren durch den

Landesausschuss der Ärzte

und Krankenkassen ist die

KV Brandenburg gem. § 103

Abs. 4 SGB V gesetzlich

verpflichtet, auf Antrag Vertragsarztsitze

zur Nachbesetzung

auszuschreiben.

Eine Garantie für eine wirtschaftliche

Praxisführung nach

Übernahme ist mit dieser Ausschreibung

nicht verbunden.

256 Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen für den Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg

Übersicht der für weitere Zulassungen gesperrten Planungsbereiche/Arztgruppen

Die Übersicht enthält die Entscheidungen des Landesausschusses mit Stand vom 26. Mai 2003 einschließlich des Beschlusses:

18/03 Anordnung der Zulassungssperre im Planungsbereich Ostprignitz-Ruppin für die Arztgruppe Anästhesiologie

Die für Zulassungen gesperrten Planungsbereiche / Arztgruppen sind mit einem X gekennzeichnet.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass gemäß der Bedarfsplanungs-Richtlinien-Ärzte eine Überversorgung dann angezeigt

ist, wenn durch einen Vergleich zwischen der für den Planungsbereich maßgeblichen allgemeinen Verhältniszahl für die

Arztgruppe und der für den Planungsbereich ermittelten örtlichen Verhältniszahl eine Überschreitung von 10 v. H. festgestellt wird.

Insofern ist nicht grundsätzlich davon auszugehen, dass für die in der Übersicht noch nicht gesperrten Planungsbereiche/Arztgruppen

eine Unterversorgung angezeigt ist. Wir empfehlen daher dringend jedem niederlassungswilligen Arzt, sich vor der Antragstellung

in der KV Brandenburg, Geschäftsbereich Qualitätssicherung/Sicherstellung, über die jeweilige Versorgungssituation

zu informieren.

Folgende Vertragsarztsitze

werden ausgeschrieben:

Facharzt/Fachärztin

für Dermatologie

Planungsbereich:

Potsdam-Stadt

Zeitpunkt: schnellstmöglich

Bewerbungskennziffer:

39/2003

Facharzt/Fachärztin

für Kinderheilkunde

Planungsbereich:

Brandenburg-Stadt/

Potsdam-Mittelmark

Zeitpunkt: schnellstmöglich

Bewerbungskennziffer:

40/2003

Facharzt/Fachärztin

für Allgemeinmedizin

Planungsbereich:

Frankfurt-Stadt/Oder-Spree

Zeitpunkt: schnellstmöglich

Bewerbungskennziffer:

41/2003

Facharzt/Fachärztin

für Radiologie

Planungsbereich:

Brandenburg-Stadt/

Potsdam-Mittelmark

Zeitpunkt: schnellstmöglich

Bewerbungskennziffer:

42/2003

Nähere Informationen und Bewerbungsunterlagen

erhalten Sie bei der

Kassenärztlichen Vereinigung Branden-

burg, Ansprechpartnerin: Karin Rettkowski,

Tel.-Nr.: 0331/2309-320.

Die schriftliche Bewerbung für die

ausgeschriebenen Vertragsarztsitze ist

zwingend erforderlich. Sie muss die

Bewerbungskennziffer, die Anschrift,

die Telefonnummer, die Facharztanerkennung

sowie Angaben zum

möglichen Praxisübernahmezeitpunkt

enthalten.

Unter dem Stichwort „Ausschreibung“

sind die Unterlagen bis zum 03. September

2003 bei der KV Brandenburg,

Friedrich-Engels-Str. 103/104,

14473 Potsdam, einzureichen.

Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam,

dass die in der Warteliste

eingetragenen Ärzte nicht automatisch

als Bewerber für die ausgeschriebenen

Vertragsarztpraxen gelten.

Potsdam, den 9. Juli 2003


Infektionsgeschehen

Im Juni wurden vier Häufungen mit insgesamt

41 Erkrankten gemeldet, darunter eine

Salmonellen-Häufung und drei ätiologisch

ungeklärte Häufungen.

Eine Salmonellen-Häufung mit sechs Erkrankten

meldete Ostprignitz-Ruppin. Die

Erkrankungen betreffen vier Teilnehmer von

15 Personen eines Geschäftsessens in einem

Hotel. Des Weiteren waren zwei Beschäftigte

der Hotelküche ebenfalls mit Durchfall,

Fieber und Gliederschmerzen erkrankt. Als

Ursache werden Lebensmittel eines Mittagsund

Abendbuffets angeschuldigt. Untersuchungsergebnisse

von Lebensmitteln liegen

noch nicht vor. Bei vier Patienten (darunter

den zwei Beschäftigten der Hotelküche)

konnte Salmonella Enteritidis im Stuhl nachgewiesen

werden.

Je eine ätiologisch ungeklärte Häufung

wurde aus Oberhavel, Dahme-Spreewald

und Teltow-Fläming gemeldet. Bei der ersten

Häufung handelte es sich um Schüler einer

3. Klasse, die sich anlässlich einer Klassenfahrt

in einer Jugendherberge aufhielten. Innerhalb

eines Zeitraumes von drei Tagen

waren 16 Kinder mit Erbrechen, z. T. mit

Durchfall und Fieber erkrankt. Der Krankheitsverlauf

war leicht bis mittelschwer. Die

zweite Häufung betraf Kinder und Erzieher

einer Kindertagesstätte (Kapazität: ca. 230

Kinder). Im Verlauf von zwei Tagen erkrankten

von 20 Kindern einer Gruppe neun Kin-

Borreliose 2002

Infektionsschutz

Infektionskrankheiten/Impfschutz/Krankenhaushygiene (Juni 2003 - Auszug)

der und zwei Erzieherinnen

mit Übelkeit,

Erbrechen und

Durchfall. Ein Kind

musste stationär behandelt

werden. Bei

der Häufung in Teltow-Fläming

waren

ebenfalls Kinder

einer Kindertagesstätte

(Kapazität:

43 Kinder) betroffen.

Aus verschiedenen

Gruppen waren

acht Kinder mit

Durchfall und Erbrechen

erkrankt.

Borreliosen

Im Juni wurden 111

Borreliosen gemeldet. Bei 86 Erkrankten

wurde ein Erythema migrans und bei acht

Patienten eine Arthritis diagnostiziert. Für

die übrigen Patienten lagen allgemeine

Angaben vor (z. B. Fieber; Kopfschmerzen;

Herzbeschwerden). Einen Zeckenstich konnten

69 Patienten in der Anamnese angeben.

Angaben zu Risikofaktoren liegen nicht vor.

Borreliosen 2002 (Kurz-Info)

Im Berichtsjahr 2002 wurden 1466 Erkrankungen

gemeldet. Das ist ein Anstieg zum

Vorjahr um 8,2 % (2001: 1355 Erkrankun-

Landesgesundheitsamt

Infektionskrankheit Fälle Kumulativwert

31. 12. 2002- 29. 6. 2003*

Salmonella-Infektionen 274 1007

Rotavirus-Infektionen 42 2677

Campylobacter-Infektionen 126 597

Yersinia enterocolitica-Infektionen 30 149

Escherichia coli-Infektionen 16 117

Norwalkvirus-Infektionen 55 2546

Q-Fieber 1 1

Tuberkulose 17 106

Meningitis epidemica 1 17

Hepatitis B 6 30

Hepatitis C 7 50

Pertussis 18 319

Borreliose 111 319

* vorläufige Zahlen (durch Nachmeldungen kann es Differenzen zwischen der

Summe der Einzelmonate und dem aktuellen Kumulativwert geben)

gen). Bei 1211 Patienten (82,6 %) wurde ein

Erythema migrans diagnostiziert. Betroffen

waren alle Kreise. Die meisten Fälle wurden

aus Spree-Neiße (153) gemeldet, die wenigsten

aus Elbe-Elster (19). Der jahreszeitliche

Verlauf ist in der Abbildung dargestellt.

Einzelerkrankungen (Auszug)

Eine klinisch-labordiagnostisch (IgM-Antikörper-Nachweis)

bestätigte Q-Fieber-

Erkrankung einer 61-jährigen Patientin meldete

Havelland. Die Frau war mit einer grippeähnlichen

Symptomatik erkrankt. Die Patientin

hatte sich etwa drei Wochen zuvor zur

Kur in einem anderen Bundesland aufgehalten

und während dieser Zeit einen Bauernmarkt

besucht. Auch aus anderen Kreisen

außerhalb von Brandenburg wurde über Erkrankte

berichtet, die sich auf diesem Bauernmarkt

aufgehalten hatten.

Eine klinisch-labordiagnostisch (einmalig

hoher Antikörper-Nachweis) bestätigte Brucellose

meldete Uckermark. Der 79-jährige

Patient war mit Fieber erkrankt. Über eine

mögliche Infektionsquelle liegen keine Angaben

vor.

Eine klinisch-labordiagnostisch (Kultur/Isolierung)

bestätigte Meningokokken-Erkrankung

meldete Elbe-Elster. Der 17-jährige Jugendliche

war an einer Meningitis erkrankt

und am selben Tag stationär aufgenommen

worden. Im Blut und Liquor wurde Neisseria

meningitidis Serogruppe B nachgewiesen.

Eine Rifampicin-Prophylaxe war bei 22 Kontaktpersonen

durchgeführt worden.

Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

257


Aktuell

Leuchtreklame erlaubt

Ärzte dürfen mit Leuchtreklame und anderen

neuartigen Informationsträgern werben,

wenn sich diese Werbung auf sachgemäße

Informationen beschränkt. Das hat das

Oberlandesgericht Rheinland-Pfalz in einem

Urteil (Az.: LBGH A 11762/02. OVG) entschieden.

www.zecke.de

Sommer – Hochsaison für Zeckenbisse. Eine

einfache und schnelle Möglichkeit für Ärzte,

sich über Borreliose oder Frühsommer-

Meningoenzephalitis (FSME) zu informieren,

bietet im Internet die Adresse www.zecke.de

vom Pharmaunternehmen Baxter.

Von Symptomen über Zeckenentfernung und

Therapiemöglichkeiten bis hin zu Zeckenverbreitungsgebieten

findet sich dort sehr viel

zum Thema Zecken.

Nierentumor bei Kindern

Die Heilungschancen beim Wilms-Tumor,

dem häufigsten bösartigen Nierentumor im

Kindesalter, liegen bei 90 Prozent. Doch einige

der kleinen Patienten müssen dafür gravierende

Spätfolgen am Herzen in Kauf nehmen.

Die Deutsche Krebshilfe fördert jetzt

eine internationale Therapie-Optimierungsstudie

(neben Deutschland nehmen Kliniken

in Österreich, der Schweiz, England und den

Niederlanden teil), um diese Nebenwirkungen

zu verringern. In Deutschland erkranken

jährlich etwa 100 Kinder am Wilms-Tumor,

wobei 70 Prozent jünger als fünf Jahre sind.

Die Deutsche Krebshilfe stellt für das Projekt

1,4 Millionen Euro bereit.

Rheumaforschungspreis 2003

Ein Forscherteam des Kompetenznetzes

Rheuma um die Rheumatologen Joachim

Sieper vom Berliner Universitätsklinikum

Benjamin Franklin und Jürgen Braun vom

Rheumazentrum Ruhrgebiet in Herne erhält

den mit 30.000 Euro dotierten Forschungspreis

2003 des Verbandes der europäischen

Rheumaforschung. Dem Team war es jüngst

gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, mit

dem sich die ankylosierende Spondylitis

(Morbus Bechterew) früher und zuverlässiger

erkennen lässt bzw. das die zerstörerischen

Entzündungsvorgänge zurückdrängt.

Das Team hat eine Checkliste klinischer Werte

erarbeitet, mit der sich die Krankheit mit

einer Zuverlässigkeit von 95 % diagnostizieren

lässt.

258 Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

Deutscher Schmerzpreis

Nominierungen und Bewerbungen für den

Deutschen Schmerzpreis können bis zum

31. Oktober 2003 eingereicht werden beim

Schmerztherapeutischen Kolloquium – Deutsche

Gesellschaft für Schmerztherapie e. V.,

Adenauerallee 18, 61440 Oberursel. Mit

dem Preis werden Persönlichkeiten ausgezeichnet,

die sich durch wissenschaftliche

Arbeiten über Diagnostik und Therapie akuter

und chronischer Schmerzzustände verdient

gemacht haben.

Hufeland-Preis ausgeschrieben

Der mit 20.000 Euro dotierte Hufeland-

Preis, gestiftet von der Deutschen Ärzteversicherung,

zur Förderung der Präventivmedizin

in Deutschland wurde kürzlich erneut

ausgeschrieben. Voraussetzung für eine Beteiligung

ist, dass sich die Arbeiten mit der

Präventivmedizin im weitesten Sinne befassen

und auf eigenen ärztlich-wissenschaftlichen

Erkenntnissen aus Praxis, Klinik oder

Grundlagenforschung beruhen. Der vollständige

Text der Ausschreibung kann bei

der Deutschen Ärzteversicherung in Köln,

Telefon: (0221) 14 83 61 06, Fax (0221)

14 82 33 74, angefordert werden.

Drei Fortbildungspunkte für

CME-Beitrag der DMW

Die Nordrheinische Akademie für ärztliche

Fort- und Weiterbildung hat das CME-Programm

der Deutschen Medizinischen Wochenschrift

DMW (Thieme Verlag Stuttgart)

ausgezeichnet. Ab sofort kann jeder Teilnehmer

für die vollständige Bearbeitung eines

CME-Beitrags der DMW sowie der dazu

gehörenden Evaluation nicht wie bisher nur

einen, sondern drei Fortbildungspunkte erhalten.

Zum aktuellen Stand der zertifizierten Fortbildung

in Deutschland hat die DMW ein

Schwerpunktheft (14/2003) herausgegeben.

Unter www.thieme.de/dmw ist dieses

Heft frei zugänglich.

Gewichtsprobleme bei Kindern

Ernährungsbedingte Erkrankungen wie Übergewicht

und Adipositas, Diabetes mellitus Typ

2 und Essstörungen treten zunehmend auch

bei Kindern und Jugendlichen auf. Darauf

weist die Bundeszentrale für gesundheitliche

Aufklärung (BfgA) hin. 11 % aller Jungen

und Mädchen zwischen 6 und 17 Jahren

sind übergewichtig (15 bis 25 % über dem

Referenzgewicht) und 9 % der Jungen sowie

7 % der Mädchen weisen bereits eine Adipositas

(mehr als 25 % über dem Referenzgewicht)

auf.

Übergewicht und Adipositas sind dabei oft

eng verbunden mit fehlender Bewegung, die

sich in unterschiedlichen körperlichen Beeinträchtigungen

äußert. Nach schulärztlichen

Untersuchungen in Nordrhein-Westfalen

(2001) haben fast 20 % der Jungen und 9 %

der Mädchen Koordinationsstörungen, 5 %

aller Erstklässler zeigen Haltungsschwäche

und bei 5 % der Jungen und 7 % der

Mädchen sind bereits Wirbelsäulenveränderungen

auffällig.

Die BfgA bietet deshalb Informationen und

Projekte zur ganzheitlichen Gesundheitsförderung

von Kindern und Jugendlichen an.

VFA: Therapie-Fortschritte

Drei neue Broschüren des Verbandes Forschender

Arzneimittelhersteller (VFA) erläutern,

welche Fortschritte in der Behandlung

von Leukämie bei Kindern, bei Migräne und

der schon bei Jugendlichen auftretenden

Form des Diabetes erzielt wurden. Alle drei

Broschüren können kostenlos bezogen oder

im Internet unter www.vfa.de/publikationen

heruntergeladen werden. Bezugsadresse:

VFA, Hausvogteiplatz 13, 10117 Berlin,

E-Mail: info@vfa.de.

German Medical Science online

Seit dem 1. Juli 2003 stehen die ersten Publikationen

von German Medical Science im

Internet unter www.egms.de zur Verfügung.

Das internationale und interdisziplinäre Medizinjournal

veröffentlicht ausschließlich online.

Auf dem Hauptstadtkongress:

Zahlen zu Plasmaspenden

Anlässlich des „Aktionstages Blut“ auf dem

Hauptstadtkongress in Berlin veröffentlichte

die Arbeitsgemeinschaft Plasmapherese erstmals

Zahlen zur Plasmaspende in Deutschland.

So spenden durchschnittlich 7.248

Menschen pro Tag rund 5.000 Liter des

wertvollen Ausgangsstoffes für lebenswichtige

Arzneimittel. Rund 140 Ärzte sorgen jeden

Tag in den Plasmaspendezentren für die

Sicherheit von Spende und Spendern. Jeden

Tag finden zwischen 43.0000 und 74.000

Laboruntersuchungen zur Produktsicherheit

statt. Rund 800 Mitarbeiter sorgen für die


professionelle Betreuung der Spender und

den reibungslosen Ablauf der Spenden, teilte

die Arbeitsgemeinschaft Plasmapherese

(ARGE) mit. Weitere Informationen unter

www.arge-plasmapherese.de.

Für die Arztpraxis

Die Firma Sankyo Pharma, München, hat ihr

Serviceangebot um Mevalotin® protect für

Patienten mit Fettstoffwechselstörungen neu

aufgelegt. Unter dem Motto „Schützen

Sie Ihr Herz“ gibt ein Patienten-

Ratgeber umfassend Hilfestellungen

zu den Themen Arteriosklerose,

Risikofaktoren und

Lebensführung. Die Broschüre

ist bewusst kurz gefasst, um die

wichtigsten Informationen für

eine erfolgreiche Therapie

übermitteln zu können.

Ebenfalls kann ein Therapie-

Pass und eine Ernährungsscheibe

für die Handtasche direkt

angefordert werden bei:

Sankyo Pharma GmbH, Patientenservice

MEVALOTIN®,

Abteilung Kundenservice,

Zielstattstraße 9,

81379 München,

E-Mail: diana_gerhardt@

sankyo- pharma.com,

Telefon: (089) 78 08-383

o. 384 (Durchwahl),

Fax: (089) 78 08-564.

Neue

FSME-Risikogebiete

Aufgrund von Erkrankungsfällen

wurde in Thüringen der

Saale-Holzland-Kreis zum

FSME-Risikogebiet erklärt wie

auch der Saale-Orla-Kreis, in

dem die ersten FSME-Erkrankungen

seit über 30 Jahren registriert

worden waren.

1 Million registrierte Spender

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei

(DKMS) hat am 13. Juni die Millionenmarke

erreicht. Damit wächst auch die Hoffnung

auf Hilfe der an Leukämie und anderen lebensbedrohlichen

Erkrankungen des blutbildenden

Systems leidenden Menschen. Jedes

Jahr erkranken in Deutschland etwa 4.000

Menschen an Blutkrebs. Knapp die Hälfte

davon sind Kinder. Einen geeigneten

Stammzellspender zu finden, ist unglaublich

schwer, da die Gewebemerkmale von Patient

und Spender nahezu vollständig übereinstimmen

müssen. Die Wahrscheinlichkeit

liegt zwischen 1:30.000 und 1:mehrere Millionen.

Anfang der 90er Jahre lag die Wahrscheinlichkeit,

in Deutschland den passenden „genetischen

Zwilling“ zu finden, bei erst 3.000

potenziellen Stammzellenspendern nahe

null. Inzwischen konnten schon 5.000

DKMS-Spender neue Lebenshoffnung schen-

ken. Die Knochenmarkentnahme aus dem

Becken gab der DKMS den Namen. Dieses

Verfahren wurde jedoch inzwischen von der

peripheren Stammzellentnahme direkt aus

dem Venenblut ergänzt, die heute bei zwei

Dritteln aller Spender angewandt wird.

Aktuell/Rezensiert

Heilen verboten - Töten erlaubt

Kurt G. Blüchel,

Die organisierte Kriminalität

im Gesundheitswesen

C. Bertelsmann Verlag München 2003,

416 S., 22,90 €, ISBN 3-570-00703-0.

Die Bundesrepublik Deutschland steckt in einer

Krise, die vielfältige Ursachen hat. Täglich

überbieten sich verschiedene Medien in

düsteren Prognosen. Und die Politiker haben

noch nie soviel Vertrauen in kurzer Zeit verloren

wie in den letzten Monaten.

Da ist es auch nicht verwunderlich,

wenn Journalisten, Reporter

und Buchautoren im Kampf

um Quoten und Auflagehöhen

durch „Heftigkeit ersetzen, was

an Wahrheit und Kräften fehlt.“

(Zitat des Autors in anderem

Zusammenhang, S. 311) In diese

Kategorie von Publikationen

ist das Buch von Blüchel einzuordnen,

wenn er – abgesehen

von Titel und Untertitel – in der

Einleitung formuliert: „Die Medizin

ist heute zur Hauptbedrohung

unserer Existenz geworden.“

Auf 400 Seiten entwirft er ein

Horrorszenario der gegenwärtigen

Medizin, ohne auch nur

im Ansatz realistische Alternativen

anzubieten. Mit einem relativ

hohen Seitenanteil (20 %)

versucht er den Nachweis zu

erbringen, dass die Hierarchie

im deutschen Gesundheitswesen

tiefe Wurzeln im Nationalsozialismus

hat. Dazu muss

man allerdings die Frage stellen,

in welchem Gesellschaftsbereich

Deutschlands haben

am Aufbau unserer heutigen

Demokratie keine durch ihre

NS-Vergangenheit mehr oder

weniger belastete Experten mitgewirkt

? Selbst die „Nationale

Volksarmee“ der ehemaligen DDR wurde am

Anfang von Generälen der Hitlerwehrmacht

aufgebaut.

Wenn er auf S. 9 die Heilung des „iatrogenen

Leidens“ als Aufgabe der Politik sieht, so

bleibt er den Nachweis schuldig, dass diese

auch dazu in der Lage ist. Sicher ist nicht zu

widerlegen, dass die 110.000 „Ich-Ags“ der

niedergelassenen Ärzte und die KV-Vorstände

als Führungsgremien, die er als „Meistbegünstigungssystem

für Funktionäre“ charakterisiert

(S.331), nicht in der Lage sind,

die sprunghaften Fortschritte der medizini-

Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

259


Rezensiert

schen Wissenschaft für den Patienten in die

Praxis umzusetzen.

Es ist auch nicht zu bestreiten, dass die Qualitätssicherung

in den Kliniken unzureichend

ist (vgl. S.176, 177, 178) und das Fortbildungssystem

mit der absoluten Freiwilligkeit

nach der Facharztprüfung weder für ambulante

noch für stationär tätige Ärzte (S.126)

modernen Anforderungen entspricht. Richtig

ist auch die Erkenntnis, dass die Lebensweise

der Mehrheit der Gesellschaft überwiegend

gesundheitsschädlich ist. Das berechtigt

aber nicht dazu, die „sekundäre

Prävention“ (z. B. Vorsorgeuntersuchungen)

weitgehend in Frage zu stellen (S.185 -

189). Die Kritik an der gegenwärtigen Regierung

in Bezug auf ihr Verhältnis zur Tabak-

und Pharmaindustrie ist absolut berechtigt

(S.334 - 345).

Insgesamt ist das Buch für Ärzte lesenswert,

weil es viele Sachverhalte darstellt, über die

stärker nachgedacht werden sollte und deren

Änderung dringend ist. Bei Nichtmedizinern

(gleich ob schon Patienten oder noch

nicht) wird es eher dazu beitragen, den

Grad der „allgemeinen Verunsicherung“ zu

verstärken.

Dr. Ulrich Vierkant, Schwedt

Duden: Das Wörtberbuch

medizinischer Fachausdrücke

Bibliographisches Institut & F.A.

Brockhaus AG,

Dudenverlag Mannheim – Leipzig –

Wien – Zürich 2003,

7. Auflage, 864 S., 24,95 €,

ISBN 3-411-04617-1,

als CD-ROM (PC-Bibliothek 3.0), 29,95 €,

ISBN 3-411-06634-2.

Die dynamische Entwicklung des Wissens

in der Medizin erfordert auch eine Anpassung

des Wörterbuchs medizinischer Fachausdrücke.

Im Bibliographischen Institut &

F. A. Brockhaus AG, Mannheim 2003, ist

dies mit der 7. Auflage des „Duden. Das

Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke“

geschehen. Manches Fachgebiet, wie die

Humangenetik oder die Neurologie, ist

heute stärker vertreten als noch 1998, in

der 6. Auflage.

Dem enormen medizinischen Informationszuwachs

hat der Herausgeber mit vermehrter

Seitenzahl und größerem Format entsprechend

Rechnung getragen, und doch ist

das Buch sehr handlich geblieben. (Das

weiß ein in diesem Metier zum ersten Mal

arbeitender Redakteur besonders zu schätzen!).

260 Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

Neu sind in der 7. Auflage dieses „Duden

spezial“ nicht nur diverse Fachbegriffe, sondern

auch einige schnelle Orientierungshilfen.

Blau unterlegte Informationskästen in dem

zweifarbig gestalteten Buch erklären die gebräuchlichsten

medizinischen Wortbildungselemente

wie „patho...“, „gastro...“, „chloro...“

und viele andere. Am Ende des Buches

hilft ein achtseitiges Verzeichnis medizinischer

Abkürzungen beim Zurechtfinden in

manchen davon „wimmelnden“ Texten. Viele

dankbare Leser und Nutzer dürfte auch

der zehnseitige Tabellenanhang von ausgewählten

Laborwerten haben, der sicher in

der nicht ausbleibenden 8. Auflage eine Erweiterung

erfahren wird. Schließlich folgen

noch vier sehr hilfreiche Seiten „Notmaßnahmen

der ersten Hilfe“, in denen sich

zahlreiche Ratschläge z. B. für die schnelle

Reaktion auf einen Schlangenbiss, aber keine

für jene nach einem Zeckenbiss fanden.

Die indes kann sich, wer möchte, gleich nebenan

unter „Z“ und dem „Raum für Notizen“

ergänzen.

Alles in allem ein sehr empfehlenswertes

Buch, das seinen Platz nicht nur in Arztpraxen,

Labors, Apotheken und Redaktionsstuben,

sondern auch in vielen privaten

Bücherregalen von an ihrer Gesundheit Interessierten

finden wird.

Kleiner Nachsatz: Zwei medizinische Fachwörter,

eines aufgetaucht in einem Fachbuch,

das andere in einem Ärzteblatt, konnte

ich in den ersten Tagen meiner Nutzung

im Duden nicht finden und war schon ein

bisschen enttäuscht. Da stellte sich heraus:

Zweimal hatte der (Druck)-Fehlerteufel zugeschlagen,

aber nicht im Duden. Absolution

dem Fachwörterbuch, das ich in meiner täglichen

Arbeit nicht mehr missen möchte!

(hak)

Wirtschaftskunde für Arzthelferinnen:

Fit für die nächste Prüfung

Nuding H./Nuding

G./Haller/Runcker/Stollmaier

Wirtschafts- und Betriebskunde

für Arzthelferinnen und

Zahnmedizinische Fachangestellte

Holland und Josenhans Verlag Stuttgart,

1. Auflage 2003, 384 S., vierfarbig,

ISBN 3-7782-5896-6, 24,90 €.

Ein Landesnotendurchschnitt von 4,0 bei den

jüngsten Zwischenprüfungen am 9. April –

kein Ruhmesblatt für die angehenden Arzthelferinnen

in Brandenburg. So schlecht, im

Juli-Heft des „BÄB“ musste man es erfahren,

war der Leistungsstand in den letzten zehn

Jahren nicht mehr. Nur beschämend

„schlappe“ 58 Prozent der Aufgaben wurden

richtig beantwortet... Vielleicht fällt das

nächste Ergebnis besser aus, wenn die

„Wirtschafts- und Betriebskunde für Arzthelferinnen

und Zahnmedizinische Fachangestellte“,

gerade in komplett überarbeiteter

Neuauflage bei Holland und Josenhans erschienen,

öfter zur Hand genommen wird.

Das Buch erleichtert den Schülerinnen das

selbstständige Lernen ungemein, wenn sie

denn damit tatsächlich etwas am Hut haben.

Wiederholungsfragen am Ende der Teilgebiete

dienen zur regelmäßigen Kontrolle des

Erlernten und zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten

und Prüfungen. Durch die Kombination

aus Lehrbuch und Arbeitsteil mit weiterführenden

Wiederholungsfragen ist das

Buch ideal für den Einsatz im Unterricht.

Die BGB-Reform wurde im Buch ebenso

berücksichtigt wie alle wirtschafts- und sozialpolitischen

Veränderungen bis zum 1. Januar

2003. So finden sich neben dem neuen

Vertragsrecht auch die neuesten gesetzlichen

Regelungen zu Mini-Jobs und Niedriglohnjobs.

Auch der Bereich Post und Telekommunikation

wurde auf den neuesten

Stand gebracht. Das Buch könnte für so

manche angehende Arzthelferin in Brandenburg

ein Wink mit dem Zaunpfahl sein. Und

ein nützliches Geschenk obendrein.

H.-A. K.

Depressionen überwinden

Unterstützung für die gezielte Führung depressiver

Patienten will eine neue Broschüre

der Pfizer GmbH geben, die unter dem Titel

„Depressionen – Die Krankheit erkennen

und bewältigen“ kürzlich erschienen ist. Ein

Schwerpunkt gilt dem Therapieverlauf, der

in seinen verschiedenen Phasen – Akut- und

Erhaltungstherapie sowie Rezidivprophylaxe

– anschaulich dargestellt wird und somit Verständnis

für die ärztliche Verordnungsweise

schafft.

Die Broschüre ist kostenlos erhältlich bei Pfizer

GmbH, Produktmanagement Zoloft, PF

49 49, 76032 Karlsruhe.

Wann...

...haben Sie zuletzt den Internetauftritt

der Landesärztekammer Brandenburg

(www.laekb.de) genutzt?

Schauen Sie doch wieder mal rein.

Es lohnt sich.


Leserbrief

Hartmannbund und

Marburger Bund

im Land Brandenburg

eine allen dienende Allianz

In berufspolitisch wilden Zeiten hat die Ärzteschaft

nur eine Chance, dem wilden Anstürmen

von meist ideologisch gesteuerten

und arztfeindlich eingestellten Politikern zu

widerstehen, wenn diese Politiker eine enge

Geschlossenheit der Ärzteschaft vorfinden.

Auch wenn man sich nicht fachübergreifend

liebt, so sollten doch zumindest Zweckbündnisse

die Reihen nach außen geschlossen

halten. Es ist doch ein auf allen Ebenen

bekannter historischer Irrtum, wenn man

glaubt, dass in solchen Situationen ein Herauskaufen

oder Herauslocken einzelner

Gruppen mit momentanen Vorteilen auf die

Dauer nicht zu einer Schwächung aller

führen würde. Um so mehr, da der innerärztliche

Konflikt zwischen Fach- und

Hausärzten wie auch stationären Ärzten

zum Großteil ein importierter Konflikt aus

den Altbundesländern ist, die aus heutiger

Sicht ein eher rudimentäres und rückständiges

Hausarztsystem gepflegt hatten, welches

den beschriebenen Konflikt erst möglich gemacht

hat.

Umso mehr habe ich großen Respekt vor

der Konstellation im Land Brandenburg, wo

seit Jahren der Hartmannbund (Elke Köhler)

als Vertreter aller Kollegen und der mb

(in Vertretung von Dr. med. Wolter) eine

freundschaftliche und allen dienende Allianz

eingegangen sind und Partikularinteressen

konsequent eine Absage erteilen.

Wir gratulieren zum Geburtstag im August

91 Jahre

SR Dr.med. Arno Czygan, Potsdam

90 Jahre

Dr.med.Dr.med.dent.

Annemarie Finkbeiner

Potsdam

88 Jahre

SR Dr.med. Hans Weyer, Drebkau

86 Jahre

OMR Dr.med.

Heinrich Hendrix, Schöneiche

84 Jahre

SR Klaus-Peter Stegemann

Friedrichsthal

83 Jahre

OMR Dr.med.

Hans-Joachim Kuhlmey

Neuruppin

82 Jahre

MR Dr.med. Ekkehard Schäfer

Eisenhüttenstadt

80 Jahre

OMR Dr.med.

Hans-Lienhard Karnstädt, Nauen

79 Jahre

Dr.med.habil.

Ursula Swillus-Schiller, Prieros

78 Jahre

Dr.med. Gerlinde Bertram, Templin

Dr.med. Hartwig Müller

Blumberg/Elisenau

77 Jahre

Mariesilvia Richter, Zeuthen

76 Jahre

MR Dr.med. Annedore Fengler

Potsdam

75 Jahre

dr./Ungarn Ilona Berk, Schildow

70 Jahre

SR Dr.med. Käthe Deutsch

Schöneiche

Dr.med. Therese Dittmer, Ferch

MR Dr.med. Christian Donalies

Wittstock

SR Dr.med. Wolfgang Erbe

Eichwalde

Dr.med. Manfred Erdenberger

Brandenburg

Dr.med. Horst Kadoch, Premnitz

SR Benno Kapahnke, Fredersdorf

Dr.sc.med. Werner Kressin

Klosterfelde

Dr.med. Hartmut Laube

Falkenberg

Dr.med. Horst-Siegfried Seeckt

Goyatz

65 Jahre

Dr.med. Elke Asadullah, Potsdam

Interesse an einer Anzeige? Rufen Sie uns

an: 030 - 886 828 73 wir beraten Sie gern.

Dr.med. Hannelore Dietrich

Nennhausen

MR Dr.med. Friedhelm Drope

Petershagen

Dr.med. Ilse-Lore Faber, Bestensee

Dr.med. Manfred Finsterbusch

Boitzenburg

Dr.med. Waltraud Gründel

Potsdam

Dr.med. Roswitha Hollax, Templin

SR Antje Klehm, Guben

Dr.med. Johannes Kreissl, Potsdam

MR Dr.med. Dieter Kühling

Brandenburg

Dr.med. Bernhilde Langer Zeuthen

Dr.med. Ingrid Menzel

Fürstenwalde/Spree

OMR Dr.med. Ullrich Miller, Potsdam

SR Ingrid Stolpe, Potsdam

Irmtraud Wegner, Cottbus

Dr.med. Peter Wehrhahn

Frankfurt (Oder)

Dr.med. Ludwig Wustmann

Frankfurt (Oder)

60 Jahre

Dr.med. Klaus-Jürgen Ankermann

Frankfurt (Oder)

Gisela Brzyk, Luckenwalde

Renate Hahn, Cottbus

Leserbrief/Personalia

Wäre es doch in allen Bundesländern besonders

seitens der KVen ähnlich! Wir hätten

einen deutlich besseren Stand gegenüber

den Politikern.

Mag das Land Brandenburg in der bundesdeutschen

Wahrnehmung mitunter wenig registriert

werden, so hat es mit dieser Konstellation

durchaus ein Faktum, an dem sich

mancher Kammer- und KV-Bereich ein Beispiel

nehmen könnte.

Ich bin gespannt, ob die brandenburgischen

Kollegen ihren Platzvorteil auch als solchen

begreifen und diesen synergistischen Zustand

bewahren. Ich wünsche es ihnen.

Dr. med. Thomas Lipp, Leipzig

(Hartmannbund Sachsen)

Delegierter der

Sächsischen Landesärztekammer

zum 106. Deutschen Ärztetag

Dr.med. Norbert Haßler

Wittenberge

Dr.med. Gabriele Heilein, Geltow

Ehrengard Hempel, Wust

MR Dr.sc.med. Ulrich Horn

Petersdorf

Dr.med. Bernd Hubert

Angermünde

Dr.med./CSSR. Jan Janda, Berlin

Dr.med. Wieland Knopf

Falkenhagen

Dorothea Koblitz, Kyritz

Wolfgang Nebelung, Berlin

Dr.med. Doris Neumann, Forst

Dr.med. Michael Schiffermüller

Potsdam

Dietmar Schuster, Lunow

Elke Striepke, Neuruppin

Bärbel Sykura, Borgsdorf

Dr.med. Steffen Zinnert, Forst

Wir bitten unsere Leser, die nicht mit

der Veröffentlichung einverstanden

sind, um rechtzeitige Mitteilung

(schriftlich oder telefonisch

unter 0355/7 80 10 18 oder

E-Mail: angelika.winzer@laekb.de.)

Anzeigen

www.praxisboerse.de

Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

261


Tagungen und Kongresse

Land

Brandenburg

und Berlin

Grundkurs für Ärzte nach RöV

und StrlSchV

18. bis 20. Aug. 2003

20. bis 22. Okt. 2003

1. bis 3. Dez. 2003

Spezialkurs Röntgendiagnostik

für Ärzte

20. bis 22. Aug. 2003

22. bis 24. Okt. 2003

3. bis 5. Dez. 2003

Teilnehmergebühr: je 250,- €

Einführungsseminar für Ärzte

zur Unterweisung nach RöV

25. Aug. 2003

Teilnehmergebühr: 50,- €

Kurs zur Aktualisierung der

Fachkunde nach

Röntgenverordnung

29. Sept. 2003

13. Nov. 2003

Ort und Auskunft:

Landesanstalt für Personendosimetrie

und Strahlenschutzausbildung,

Köpenicker Straße 325,

Haus 41, 12555 Berlin

Telefon: (030) 65 76 31 01

Internet: www.lps-berlin.de

Spätkomplikationen bei Diabetes

mellitus (Teil 2) – Prävention,

Diagnostik und Therapie der

diabetischen Nephropathie und

diabetischen Retinopathie

AiP-anrechenbar

20. Aug. 2003, 18.00 Uhr s.t.

Ort: Seminarraum 5,

Mittelallee 10, Charité, Campus

Virchow-Klinikum, Augustenburger

Platz 1, 13353 Berlin

Auskunft: (030) 4 50 55 35 52

Indikation der Herzoperation

bei betagten Patienten

25. Aug. 2003

Ort:

Haus Havelland Seminarraum

Leitung:

PD. Dr. med. S. Bamborschke

Auskunft: Brandenburg Klinik,

Brandenburgallee 1,

16321 Bernau

Telefon: (033397) 3 15 00

Fax: (033397) 3 19 18

2 P Stoma-Fortbildung

26. Aug. 2003,

14.00 bis 17.00 Uhr

Ort: Sorat-Hotel Brandenburg

Auskunft: Dr. med. T. Enzmann,

Klinikum Brandenburg,

Hochstraße 29,

14770 Brandenburg

Telefon: (03381) 41 18 50

262 Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

Fax: (03381) 41 18 69

E-Mail: enzmann@

klinikum-brandenburg.de

Klinikinterne Fortbildungen

jeweils 15.00 Uhr

Schwenklappenplastiken

in der Unfall- und

Wiederherstellungschirurgie

26. Aug. 2003

Organisation des Rettungswesens

im Land Brandenburg

9. Sept. 2003

Ort: Hörsaal der Pathologie

Auskunft: Chirurgische Klinik

Klinikum Ernst von Bergmann,

Charlottenstraße 72,

14467 Potsdam

Fax: (0331) 2 41 53 00

Neurobiologische Erkenntnisse

zur Entstehung der

Alkoholabhängigkeit und

Schizophrenien

27. Aug. 2003, 16.00 Uhr

Ort: Cafeteria Krankenhaus

Angermünde

Referent: Prof. Dr. med. A. Heinz,

Humboldt-Universität Berlin

Auskunft: Sekretariat

Fachabteilung für Psychiatrie

und Psychotherapie,

Krankenhaus Angermünde,

R.-Breitscheid-Straße 37,

16278 Angermünde

Telefon: (03331) 27 14 10

Fax: (03331) 27 13 99

5. Berlin-Brandenburger

Gesprächskreis

„Trends auf dem Gebiet der

bösartigen Tumoren der oberen

und unteren Luftwege“

29. Aug. 2003,

10.00 bis 18.00 Uhr

Ort und Auskunft:

Rehabilitationsklinik Märkische

Schweiz, Lindenstraße 68 - 70,

15377 Buckow

Telefon: (033433) 55 0

Fax: (033433) 5 55 50

4 P 2. Landeskonferenz

Brandenburg gegen Darmkrebs

30. Aug. 2003,

9.00 bis 13.00 Uhr

Ort: Sparkassenakademie

Potsdam

Leitung: PD Dr. D. Nürnberg

Auskunft: Onkologischer

Schwerpunkt Brandenburg

Nordwest e. V.,

Ruppiner Kliniken GmbH,

Fehrbelliner Straße 38,

15816 Neuruppin

Telefon: (03391) 39 32 01

Fax: (03391) 39 32 19

Organische

Persönlichkeitsstörungen

3. Sept. 2003, 17.00 Uhr

Ort: Haus 22, Festsaal

Teilnehmergebühr: 10 €

Auskunft: Evangelisches

Krankenhaus Königin Elisabeth

Herzberge, Herzbergstraße 79,

10362 Berlin

Telefon: (030) 54 72 48 02

Fax: (030) 54 72 29 13

Narbenhernie, chronisch-venöse

Insuffizienz, Unterschenkelfraktur,

Magenkarzinom

5. und 6. Sept. 2003

in Luckenwalde

Auskunft: Dr. med. Fleck,

DRK Krankenhaus, Saarstraße 1,

14943 Luckenwalde

Telefon: (03371) 69 92 33

Fax: (03371) 69 92 30

Psychosomatik und Sporttherapie

bei der Betreuung von

ambulanten Herzgruppen

6. und 7. Sept. 2003 in Berlin

Teilnehmergebühr: 120 €

Auskunft: Berliner Gesellschaft

für Prävention und Rehabilitation

von Herz-Kreislauf-Erkrankungen,

Forckenbeckstraße 21,

14199 Berlin

Telefon: (030) 8 23 26 34

Fax: (030) 8 23 88 70

2 P Onkologiesymposium

„Bronchialkarzinom“

10. Sept. 2003,

10.00 bis 18.00 Uhr

Ort: Konferenzraum I Klinikum

Uckermark

Auskunft: Dr. med. G. Lehmann,

Nordbrandenburgischer

Onkologischer Schwerpunkt

am Klinikum Uckermark,

Auguststraße 23, 16303 Schwedt

Telefon: (03332) 53 24 72

Fax: (03332) 53 39 24

E-Mail: georg.lehmann@

klinikum-uckermark.de

5. Sportmedizinisches

Wochenendseminar Wassersport

Warnemünde 2003

12. bis 14. Sept. 2003

Ort: Yachtschule Warnemünde

Teilnehmergebühr: 165 € zzgl.

Chartergebühr bzw. Gerätekosten

Auskunft:

Berliner Sportärztebund e. V.,

Forckenbeckstraße 21,

14199 Berlin

Telefon: (030) 8 23 20 56

Fax: (030) 8 23 88 70

E-Mail:

sportaerztebund@sport-berlin.de

9. Rüdersdorfer Symposium

„Ungenutzte Potenziale in der

kardiovaskulären Versorgung“

13. Sept. 2003

Themen: Wertigkeit von Registern

im klinischen Alltag –

mehr als Qualitätssicherung?,

arterielle Hypertonie und

Folgeerkrankungen, Prophylaxe

des plötzlichen Herztodes –

wie hoch muss der Aufwand sein?,

effektive Verhinderung der

Restenose nach PCI

Leitung: Prof. Dr. med. H. Völler

Auskunft: Ärztliches Sekretariat,

Frau Bartel, Klinik am See,

Seebad 84, 15562 Rüdersdorf

Telefon: (033638) 7 86 23

Fax: (033638) 7 86 24

E-Mail:

sandra.bartel@klinikamsee.com

5 P 8. Wandlitzer

Echokardiographie-Refresherkurs

13. Sept. 2003,

9.00 bis 14.00 Uhr

Ort: Kursaal Brandenburgklinik

Leitung: PD Dr. sc. med. Goos

Teilnehmergebühr: 26 €

Auskunft: MR Dr. med. H. Behr,

Brandenburg Klinik,

Brandenburg Allee 1,

16321 Bernau

Telefon: (033397) 3 26 00

Fax: (033397) 3 33 39

Bewegungsstörungen –

zu viel und zu wenig

17. Sept. 2003, 16.00 Uhr

Ort: Hörsaal Altbau

Leitung: Dr. med. Matschke

Auskunft: Klinik für Neurologie,

Carl-Thiem-Klinikum,

Thiemstraße 111, 03048 Cottbus

Telefon: (0355) 46 24 76

Fax: (0355) 46 31 78

Psychosomatik-Kurs

(EBM 850/851)

Beginn: September 2003 in Berlin

Auskunft:

MR Dr. med. habil. Eichhorn,

Mauerstraße 31,

14806 Belzig

Telefon: (033841) 3 01 72

Fax: (033841) 3 01 73

2. Kongress der Deutschen

Gesellschaft für

Körperpsychotherapie

„Körper – Seele – Selbst“

18. bis 21. Sept. 2003 in Berlin

Auskunft: CTW, Goßlerstraße 30,

12161 Berlin

Telefon: (030) 85 99 62 16

Fax: (030) 85 07 98 26

E-Mail: dgk@ctw-congress.de

Internet:

www.ctw-congress.de/dgk

Psychoonkologische Begleitung

während und nach der

Krebstherapie

24. Sept. 2003, 16.00 Uhr


Ort: Hörsaal Altbau

Leitung: Dr. med. habil. Kaufmann

Auskunft: J. Danke,

Tumorzentrum Cottbus,

Thiemstraße 111, 03048 Cottbus

Telefon: (0355) 46 20 46

Ökonomisierung der Medizin –

Standards und Leitlinien:

Unerwünschte Wirkungen

und rechtliche Konsequenzen

Rechtliche Konsequenzen

für Patient und Arzt

26./27. Sept. 2003

Ort: Kaiserin-Friedrich-Haus Berlin

Teilnehmergebühr: 75 €

Auskunft:

Kaiserin-Friedrich-Stiftung,

Robert-Koch-Platz 7, 10115 Berlin

Telefon: (030) 30 88 89 20

E-Mail:

kfs@kaiserin-friedrich-stiftung.de

Seminarveranstaltung

des Kollegiums für Psychotherapeutische

Medizin

27. Sept. 2003,

10.00 bis 14.00 Uhr

Ort: Institut für Psychotherapie

e. V. Berlin, Goerzallee 5,

12207 Berlin

27. Jahreskongress der

Deutschen Gesellschaft

für Lymphologie

2. bis 4. Okt. 2003 in Berlin

Themen:

Work-Shops und Refresher-Kurse

(Manuelle Lymphdrainage,

Management komplizierter

Lymphödeme), Klinik spezieller

Lymphödeme, Ultrastruktur des

Lymphgefäßnetzes, neue

Techniken der Visualisierung des

lymphatischen Systems mittels

MRT, Lymphe und ZNS, Stauungsund

Überlastungsödeme,

Klinik und Bildgebung der tiefen

Beinvenenthrombose,

Lymphologie und Onkologie,

Lymphologie international,

Expertenforum:

Wo liegt die Zukunft der

lymphologischen Medizin?

Teilnehmergebühr: auf Anfrage

Auskunft: Sekretariat der

Deutschen Gesellschaft für

Lymphologie, Lindenstraße 8,

79877 Friedenweiler

Telefon: (07651) 97 16 11

Fax: (07651) 97 16 12

E-Mail: lymphdgl@t-online.de

Internet: dglymph.de

Berliner Dopplerkurse

KV- und DEGUM-anerkannt

Interdisziplinärer Grundkurs der

Gefäße einschl. Farbcodierung

24. bis 26. Okt. 2003

28. bis 30. Nov. 2003

Abschlusskurs der

hirnversorgenden Gefäße

14. und 15. Nov. 2003

Aufbaukurs der extrakraniellen

hirnversorgenden Gefäße

16. bis 18. Jan. 2004

Ort: Vivantes Klinikum

Wenckebach Berlin

Leitung: Dr. Becker, Dr. Rohr

Auskunft: Dr. Becker/Dr. Rohr,

Frau Kaindlbauer,

Holsteinische Straße 26,

10717 Berlin

Telefon und Fax:

(030) 86 20 75 65

E-Mail: Dopplerkurse@t-online.de

Internet: www.dopplerkurs.de

III. Herz- und Nierentage

21./22. Nov. 2003 in Cottbus

Auskunft: Prof. Dr. Steinhauer,

Medizinische Klinik,

Carl-Thiem-Klinikum,

Thiemstraße 111, 03048 Cottbus

Andere

Bundesländer

10. Fortbildungsseminar

der Bundesärztekammer

5. bis 13. Sept. 2003

in Würzburg

Das detaillierte Gesamtprogramm

kann angefordert werden:

Bundesärztekammer,

Dezernat Fortbildung,

Postfach 410220, 50862 Köln

Telefon: (0221) 4 00 44 15

Fax: (0221) 4 00 43 88

E-Mail: cme@baek.de

1. Homöopathietage

ADS und andere psychische

Störungen bei Kindern und

Jugendlichen

11. bis 13. Sept. 2003 in Gotha

Teilnehmergebühr: 260 bis 310 €

Auskunft: Alexandra Ripken,

Im Gehaak 8, 99887 Georgenthal

Telefon: (036253) 4 42 82

E-Mail: ripken@ziel-und-plan.de

6. Göttinger Laparoskopietage

12. und 13. Sept. 2003

Auskunft:

Georg-August-Universität,

Klinik und Poliklinik

für Allgemeinchirurgie,

Lehrkoordination,

Robert-Koch-Straße 40,

37075 Göttingen

Telefon: (0551) 39 89 77

Fax: (0551) 39 61 09

E-Mail: laparoskopietage@

chirurgie-goettingen.de

Internet:

www.laparoskopietage.de

Kurative Mammographie

für die KV-Prüfung

13./14. Sept. 2003 in Frankfurt

15./16. Nov. 2003 in Kassel

Teilnehmergebühr: je 500 €

5. Symposium

Mammasonographie

(Grund oder Aufbaukurs)

29./30. Nov. 2003 in Wiesbaden

Teilnehmergebühr: 380 €

Auskunft: comed GmbH,

Rolandstraße 63, 50677 Köln

Telefon: (0221) 7 01 10 00

Fax: (0221) 80 11 00 29

E-Mail: info@comed-kongresse.de

Internet:

www.comed-kongresse.de

47. Österreichischer

HNO-Kongress

Sept. 2003 in St. Pölten

41. Jahrestagung der

Österreichischen Gesellschaft für

Kinder- und Jugendheilkunde

1. bis 4. Okt. 2003 in Salzburg

Auskunft: Ärztezentrale Med.Info,

Helferstorferstraße 4,

A-1010 Wien

E-Mail: azmedinfo@media.co.at

91. Jahrestagung der

Vereinigung Mittelrheinischer

Chirurgen „Moderne Zeiten und

Chirurgie: neue Möglichkeiten,

neue Herausforderungen“

18. bis 20. Sept. 2003 in Stuttgart

Auskunft: Prof. Dr. Bittner,

Klinik für Allgemein- und

Visceralchirurgie,

Marienhospital Stuttgart,

Böheimstraße 37,

70199 Stuttgart

Telefon: (0711) 64 89 22 01

Fax: (0711) 64 89 22 13

Internet: www.mittelrheinischechirurgenvereinigung.de

Fachkunde Suchtmedizin

(gleichzeitig als Berechtigung

zur Substitutionstherapie)

22. bis 27. Sept. 2003

in Tübingen

Teilnehmergebühr:

770 € + MwSt.

Auskunft: STP Suchtmedizin in

Theorie und Praxis, Eva Weiser,

Im Geiger 35, 70374 Stuttgart

Telefon: (0711) 5 18 07 96

Fax: (0711) 5 18 07 99

E-Mail:

stp-weiser-jansen@t-online.de

Frauen in den besten Jahren:

Hormone – Gewicht – Gefühl

Sept. 2003 in Bad Salzuflen

Auskunft: IZFG gGmbH,

Frau Tynior,

Alte Vlothoer Straße 47 - 49,

32104 Bad Salzuflen

Tagungen und Kongresse

Telefon: (05222) 63 62 96

Fax: (05222) 63 62 97

Lehrgang Leitung einer Station,

Pflegegruppe oder

Funktionseinheit

(720 Stunden gemäß

DKG-Richtlinie)

ab 15. Oktober 2003

Teilnehmergebühr: 3 000 €

Auskunft:

Förderverein Gesundheitszentrum

Bad Kissingen,

Sparkassenpassage 4,

97688 Bad Kissingen

Telefon: (0971) 7 85 07 66

Fax: (0971) 7 85 07 64

E-Mail: info@foerdervereingesundheitszentrum.de

Internet:

www.gesundheitsakademie.de

11. Kongress der Deutschen

Gesellschaft für Psychotherapeutische

Medizin

„Somatisierung, Konversion,

Dissoziation“

24. und 25. Okt. 2003 in Mainz

Auskunft: DGPM Kongress,

Herrn Dr. Heim,

Gerstenhalmstraße 2 - 4,

79115 Freiburg

Telefon: (0761) 4 88 27 77

Fax: (0761) 4 88 27 78

E-Mail: theim@freenet.de

Notwendigkeit oder

Widerspruch:

Gesundheitsorientierte

Prävention im Automobil?

7. Nov. 2003 in Rüsselsheim

Teilnehmergebühr: 40 €

Anmeldung bis 30. Sept. 2003

und Auskunft:

Aktion Gesunder Rücken e. V.,

Postfach 103, 27443 Selsingen

Telefon: /0700) 24 71 11 11

Fax: (0700) 24 72 22 22

E-Mail: info@agr-ev.de

Internet: www.agr-ev.de

Intensivkurs Neurologie

Intensivkurs Rheumatologie

und Systemkrankheiten

Intensivkurs Hals-Nasen-

Ohren-Heilkunde

28./29. Nov. 2003

Ort: Karlsruhe

Auskunft: Karlsruher

Messe- und Kongress GmbH,

Festplatz, 76137 Karlsruhe

Telefon: (0721) 37 20 21 28

Fax: (0721) 37 20 21 29

E-Mail: medizin@karlsruhemesse-kongress.de

Internet: www.aerzteseminare-karlsruhe.de

Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

263


Kalendarium

Kalendarium September 2003

1. Montag

2. Dienstag

Dr. Kerber, Dessauer Straße 12,

Luckenwalde:

19.00 Uhr Balint-Gruppenarbeit

3. Mittwoch

Leibsch-Damm:

3. bis 7. 9. Hypnose-Grundkurs

Demonstrationsraum Klinikum

Senftenberg: 14.30 Uhr

Interdisziplinäres Gefäßteam

Klinikum Brandenburg:

16.00 Uhr

Arrhythmie-Colloquium

Orthopädische Klinik Kolkwitz:

17.30 Uhr Weiterbildungsveranstaltung

für Orthopäden

Praxis Dr. Kirchner, Finsterwalder

Straße 62, Cottbus:

16.00 Uhr Balint-Gruppenarbeit

Praxis MR Dr. Loesch, Großbeerenstraße

139, Potsdam:

19.15 Uhr Qualitätszirkel

Potsdamer Psychotherapeuten

Hörsaal Institut für Pathologie

Potsdam: 14.00 Uhr

Interdisziplinäre Tumorkonferenz

Bad Saarow: 15.45 Uhr

Interdisziplinäres Tumorkonsil

Demonstrationsraum Institut für

Radiologie Frankfurt/Oder:

15.00 Uhr Interdisziplinäres

Onkologisches Konsil

Demonstrationsraum Radiologie

Ruppiner Kliniken Neuruppin:

15.30 Uhr Onkologisches Konsil

Krankenhaus MOL Strausberg:

9.00 Uhr 1. Bronchoskopiekurs

4. Donnerstag

Lungenklinik Kolkwitz:

14.30 Uhr Interdisziplinäres

Tumorboard „Lungenkarzinom“

Demonstrationsraum Radiologie

Klinikum Ernst von Bergmann

Potsdam: 16.00 Uhr

Interdisziplinäre Gefäßkonferenz

Hämato-onkologische Tagesklinik

Uckermark Schwedt:

7.00 Uhr Interdisziplinäre

onkologische Konsile

Landesrettungsschule

Bad Saarow: SanArena-Training

(Megacode)

5. Freitag

Potsdam:

5./6. 9. Allgemeinmedizin

Luckenwalde: 5./6. 9.

Narbenhernie, chronisch-venöse

Insuffizienz, Unterschenkelfraktur,

Magenkarzinom

6. Samstag

Landesrettungsschule Bad Saarow:

Gefährliche Infektionskrankheiten

7. Sonntag

264 Brandenburgisches Ärzteblatt 8/2003 13. Jahrgang

8. Montag

Dipl.-Med. Weischet,

R.-Luxemburg-Straße 30,

Neuruppin:

19.30 Uhr Balint-Gruppenarbeit

MR Dr. Scheerer,

Hauptstraße 15, Heinersdorf:

19.30 Uhr Balint-Gruppenarbeit

9. Dienstag

10. Mittwoch

Potsdam: 10. bis 15. 9.

Chirotherapiekurs III

Demonstrationsraum Klinikum

Senftenberg: 14.30 Uhr

Interdisziplinäres Gefäßteam

Klinikum Brandenburg:

16.00 Uhr

Arrhythmie-Colloquium

Praxis Doz. Dr. Zimmermann,

Breitscheidstraße 41, Bernau:

18.00 Uhr Balint-Gruppenarbeit

Praxis MR Dr. Loesch, Großbeerenstraße

139, Potsdam:

19.15 Uhr Qualitätszirkel

Psychosomatik

Hörsaal Institut für Pathologie

Potsdam: 14.00 Uhr

Interdisziplinäre Tumorkonferenz

Bad Saarow: 15.45 Uhr

Interdisziplinäres Tumorkonsil

Demonstrationsraum Institut für

Radiologie Frankfurt/Oder:

15.00 Uhr Interdisziplinäres

Onkologisches Konsil

Demonstrationsraum Radiologie

Ruppiner Kliniken Neuruppin:

15.30 Uhr Onkologisches Konsil

11. Donnerstag

Lungenklinik Kolkwitz:

14.30 Uhr Interdisziplinäres

Tumorboard „Lungenkarzinom“

Demonstrationsraum Radiologie

Klinikum Ernst von Bergmann

Potsdam: 16.00 Uhr

Interdisziplinäre Gefäßkonferenz

Hämato-onkologische Tagesklinik

Uckermark Schwedt:

7.00 Uhr Interdisziplinäre

onkologische Konsile

Sommerfeld:

11. bis 14. 9. Muskelkurs

12. Freitag

13. Samstag

Klinik am See Rüdersdorf:

9.00 Uhr

9. Rüdersdorfer Symposium

Ludwigsfelde: 13./14. 9.

Neuraltherapiekurs 5

Landesrettungsschule

Bad Saarow: 13. bis 21. 9.

Fachkundenachweis

Rettungsdienst

14. Sonntag

15. Montag

Potsdam:

15. bis 22. 9. Fachkundeseminar

Rettungsdienst

Sommerfeld: 15. bis 17. 9.

Klinisches Praktikum

16. Dienstag

17. Mittwoch

Schulungsraum Ebene 5

Evang.-Freikirchl. Krankenhaus

Rüdersdorf:

16.30 Uhr Interdisziplinäre

Schmerzkonferenz

Klinikum Schwedt:

Dringliche Handchirurgie

Demonstrationsraum Klinikum

Senftenberg: 14.30 Uhr

Interdisziplinäres Gefäßteam

Klinikum Brandenburg:

16.00 Uhr

Arrhythmie-Colloquium

Konferenzraum MEDIAN Klinik

Dahlwitz-Hoppegarten:

12.00 Uhr Interdisziplinäre

MEDIAN-Schmerzkonferenz

Praxis MR Dr. Loesch, Großbeerenstraße

139, Potsdam:

18.30 Uhr Balint-Gruppenarbeit

Hörsaal Institut für Pathologie

Potsdam: 14.00 Uhr

Interdisziplinäre Tumorkonferenz

Bad Saarow: 15.45 Uhr

Interdisziplinäres Tumorkonsil

Demonstrationsraum Institut für

Radiologie Frankfurt/Oder:

15.00 Uhr Interdisziplinäres

Onkologisches Konsil

Demonstrationsraum Radiologie

Ruppiner Kliniken Neuruppin:

15.30 Uhr Onkologisches Konsil

Fatigue bei Patienten mit

Tumorerkrankungen

Carl-Thiem-Klinikum Cottbus:

Der besondere Fall

18. Donnerstag

Lungenklinik Kolkwitz:

14.30 Uhr Interdisziplinäres

Tumorboard „Lungenkarzinom“

Demonstrationsraum Radiologie

Klinikum Ernst von Bergmann

Potsdam: 16.00 Uhr

Interdisziplinäre Gefäßkonferenz

Hämato-onkologische Tagesklinik

Uckermark Schwedt:

7.00 Uhr Interdisziplinäre

onkologische Konsile

19. Freitag

Potsdam: 19./20. 9. Block III

Schmerzmedizin

Grünheide: Kopfschmerz

20. Samstag

Sommerfeld: 20. bis 26. 9.

Extremitätenkurs Ä 1

21. Sonntag

22. Montag

23. Dienstag

Hörsaal Pathologie Klinikum

Potsdam: 15.00 Uhr

Perioperative Schmerztherapie in

der Chirurgie

24. Mittwoch

Demonstrationsraum Klinikum

Senftenberg: 14.30 Uhr

Interdisziplinäres Gefäßteam

Klinikum Brandenburg:

16.00 Uhr

Arrhythmie-Colloquium

Hörsaal Institut für Pathologie

Potsdam: 14.00 Uhr

Interdisziplinäre Tumorkonferenz

Bad Saarow: 15.45 Uhr

Interdisziplinäres Tumorkonsil

Demonstrationsraum Institut für

Radiologie Frankfurt/Oder:

15.00 Uhr Interdisziplinäres

Onkologisches Konsil

Demonstrationsraum Radiologie

Ruppiner Kliniken Neuruppin:

15.30 Uhr Onkologisches Konsil

Landesrettungsschule

Bad Saarow: 24. bis 27. 9.

Qualifikationsseminar Leitender

Notarzt

25. Donnerstag

Cottbus: 25. bis 27. 9.

Schlaf und Lebensalter –

11. Jahrestagung der Deutschen

Gesellschaft für Schlafforschung

und Schlafmedizin

Demonstrationsraum Radiologie

Klinikum Ernst von Bergmann

Potsdam: 16.00 Uhr

Interdisziplinäre Gefäßkonferenz

Hämato-onkologische Tagesklinik

Uckermark Schwedt:

7.00 Uhr Interdisziplinäre

onkologische Konsile

26. Freitag

Landesrettungsschule Bad Saarow:

26. bis 28. 9. Refresherkurs

Leitender Notarzt

27. Samstag

Klinikum Ernst von Bergmann

Potsdam: 9.30 Uhr

12. Potsdamer Onkologisches

Gespräch

Evangelisches Krankenhaus

Ludwigsfelde:

27./28. 9. Akupunkturkurs 1

28. Sonntag

29. Montag

Praxis Pickert, Buschmühlenweg 3,

Frankfurt/Oder:

20.00 Uhr Balint-Gruppenarbeit

30. Dienstag


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