ERFOLG Magazin

erfolgmagazin

Erstausgabe vom ERFOLG Magazin gratis. Mit Richard Branson, Oliver Kahn, Robin Schulz, Eckart von Hirschhausen, Jürgen von der Lippe, Dirk Nowitzki, Sky du Mont, Carsten Maschmeyer, Donald Trump, Arnold Schwarzenegger uvm.

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Werte für Generationen

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Wichtige Hinweise: Das ist eine unverbindliche Werbemitteilung, die kein öffentliches Angebot und keine Anlageberatung für die Beteiligung an dem genannten Fonds darstellt.

Eine ausführliche Darstellung des Beteiligungsangebots einschließlich verbundener Chancen und Risiken entnehmen Sie bitte dem veröffentlichten Verkaufsprospekt sowie den

wesentlichen Anlegerinformationen. Diese Unterlagen können in deutscher Sprache im Internet unter www.project-investment.de in der Rubrik »Angebote« abgerufen oder über

die PROJECT Vermittlungs GmbH, Kirschäckerstraße 25, 96052 Bamberg angefordert werden.


Editorial

Impressum

Erfolg Magazin

ISSN 2505-7342

Julien Backhaus

Verleger und

Herausgeber

Redaktion

Schwachhauser Heerstr. 78, 28209 Bremen

Tel.: (04 21) 62 65 91-87, Fax: 62 65 91-89

E-Mail: info@backhausverlag.de

Chefredakteur (V.i.S.d.P.) Julien D. Backhaus

Redakteurin und Satz Martina Schäfer

Korrektorat Inga Mautz

Projektmanagerin Eva-Maria Backhaus

E-Mail: info@backhausverlag.de

Verlag Backhaus Verlag

Herausgeber, Verleger Julien D. Backhaus

Bremer Straße 24, D-31608 Marklohe

Anschrift:

Waffensener Dorfstr. 54, 27356 Rotenburg

Telefon (0 42 68) 9 53 04 -91

E-Mail info@backhausverlag.de

Internet: www.backhausverlag.de

Vertrieb

Axel Springer Vertrieb,

Süderstraße 77, 20097 Hamburg

Telefon (0 40) 34 72 40 41

Verkauf/Abo

Jahresabonnement Deutschland EUR 25,00*

Einzelheft Deutschland

EUR 5,00* + EUR 1,50 Versand

Jahresabo Ausland EUR 32,-*

Einzelheft Ausland EUR 5,-* + EUR 3,- Versand

*Preise inkl. 7 % MwSt.

Telefon (0 42 68) 9 53 04 -91

Onlineredation

E-Mail info@backhausverlag.de

Editorial

Wir werden es tun …

Jeder definiert ihn anders, aber jeder will ihn: Erfolg. Ob Sie nun viel Geld verdienen

wollen, besser in Ihrem Beruf werden möchten, mehr für die Allgemeinheit

tun oder besser kommunizieren wollen. Ich klopfe Ihnen auf die Schulter, denn

Sie wollen weiter kommen. Sie wollen nicht stehen bleiben. Deswegen halten Sie

schließlich die erste Ausgabe von ERFOLG in der Hand. Man sagt „Heute ist der

erste Tag vom Rest deines Lebens“. In Bezug auf dieses Magazin heißt das „Heute

ist der erste Tag vom Rest unseres Bestehens“. Und ich bin wirklich stolz, dass ich

Sie zu unseren allerersten Lesern zählen darf! Hoffentlich schreiben Sie uns später

zu unserem 20-jährigen Bestehen, dass Sie zu den ersten Lesern gehörten und das

Magazin noch so gut ist wie am ersten Tag. Sehen Sie? Heute ist Vergangenheit

und Zukunft zugleich. Es kommt nur auf den Blickwinkel an. Daher ist es ebenso

unsinnig, zurückzublicken oder auf morgen zu warten. Genau heute ist die Zeit,

auf die Sie Einfluss nehmen können. Automatisch verändern Sie damit auch Ihr

morgen. Das vergessen wir alle nur all zu gerne, oder?

Bild: Backhaus

Anzeigenverkauf

Hamburg Annika Smirnov

smirnov@backhausverlag.de

Autoren (Verantwortliche i.S.d.P)

Die Autoren der Artikel und Kommentare im

Sachwert Magazin sind im Sinne des Presserechts

selbst verantwortlich. Die Meinung des

Autoren spiegelt nicht unbedingt die Meinung

der Redaktion wider. Trotz sorgfältiger Prüfung

durch die Redaktion wird in keiner Weise

Haftung für Richtigkeit geschweige denn für

Empfehlungen übernommen.

Für den Inhalt der Anzeigen sind die Unternehmen

verantwortlich.

Vervielfäligung oder Verbreitung nicht ohne

Genehmigung.

Wir leben in den besten Zeiten, die die Menschheit bisher gesehen hat. Ein chinesisches

Sprichwort sagt „Mögest du in spannenden Zeiten leben“. Noch nie gab

es so viele Unternehmen, Familien, Reiche, Gesunde. Und noch nie gab es so viel

Wissen. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Sie regelmäßig mit dem besten

Erfolgswissen zu versorgen, das verfügbar ist. Wir gewinnen für Sie die erfolgreichsten

Menschen der Welt, ihr Wissen mit Ihnen zu teilen. Wir bringen die

renommiertesten Experten auf ihrem Gebiet dazu, Ihnen all die Erfolgsgeheimnisse

offen zu legen. Und wir werden uns gemeinsam die Erfolge und Misserfolge

von Menschen ansehen, um daraus zu lernen. Rechnen Sie damit, dass wir von

Ausgabe zu Ausgabe immer noch einen draufsetzen werden. Und wir freuen uns

darauf, aktiv mit Ihnen in Verbindung zu treten, um zu erfahren, was Sie gerne

lesen möchten.

Lassen Sie uns eine Reise beginnen, die niemals aufhören wird.

Herzlichst,

Ihr Julien Backhaus

Verleger

Alle Rechte vorbehalten.

Folgen Sie uns auch unter

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de


Inhalt 1/2016

Erfolg

Tobias Schlosser:

Netzwerke, das neue Kapital ...................... 6

Götz Werner:

Stellen Sie die Sinn-Frage........................ 8

Janine Katharina Pötsch:

Marke „DU“...............................................10

Jürgen Höller: Nach tiefem Fall

wieder ganz oben....................................12

Petra Polk:

So netzwerken Frauen................................14

Tobias Beck:

Was ich von Passagieren der

First Class gelernt habe...............................16

Dr. Heinz Schannath:

10 Regeln im Umgang mit Headhuntern.....18

Einstellung

Jörg Löhr:

Da bin ich konsequent................................44

Philip Keil: Dirk Nowitzki........................46

Oliver Kahn:

Ich! Erfolg kommt von innen......................48

Bear Grylls: Was Sie von einem

Elitesoldaten lernen können..................50

Frank Wilde:

Beweg deinen Arsch!.................................52

Christian Bischoff:

Warum dein Warum entscheidend ist.........54

Ronny Wagner:

Sein - Tun - Haben......................................56

Andreas Buhr:

Machen statt meckern................................59

76

Ilja Grzeskowitz

So gelingt

Veränderung.

Bilder v.l.n.r: Remus, Roletschek, Grzeskowitz , Kowalski, Bukley, Streiber, von Hirschhausen

Story

Marcel Remus: Mallorcas Tücken................20

Rainer Zitelmann: Richard Branson..............22

Jürgen von der Lippe: Sex sells....................24

Robin Schulz:

Vom Arbeitslosen zum Super-Star.........26

Arianna Huffington:

Die Neuerfindung des Erfolgs ....................28

Rainer Zitelmann:

Arnold Schwarzenegger - Trainieren

Sie Ihren Entscheidungsmuskel..............30

Vermögen

Ashton Kutcher: Wie er aus

30 Mio. 250 Mio. machte.........................33

Alex Fischer: Reicher als die XXX.................34

Carsten Maschmeyer: Laufen Sie

so schnell wie möglich................................36

Robert Kiyosaki: Was die Reichen

ihren Kindern beibringen............................38

Gerald Hörhan: So investieren

Investment-Punks....................................42

Leben

Sky du Mont: Früher habe ich

mich tierisch aufgeregt...............................60

Eckhart von Hirschhausen:

Humor ist die Kunst des Scheiterns.............62

Martin Limbeck:

Angriff aus dem Hinterhalt.........................64

Oliver Kahn

Erfolg kommt

von innen.

48


Marcel Remus

Mallorcas

Tücken

20

www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Kommunikation

Michael Jagersbacher:

Anleitung zum Unsympathischsein.............66

Thorsten Havener:

Die Gedanken anderer lesen..................68

Isabel García: Vergessen Sie

mal alle Regeln...........................................70

Dominic Multerer:

Mit Klartext zum Erfolg...............................72

Führung

Rainer Zitelmann: Jack Welch.................74

Ilja Grzeskowitz:

So gelingt Veränderung..............................76

Richard

Branson

Die Erfolgsstory des

Virgin-Gründers.

22

Wissen

Mirko Thurm: Speed-Lernen.......................78

Walter Kohl: Es lief alles nach Plan,

nur der Plan war scheiße!.......................80

Henry Maske

Nur wer aufgibt hat verloren......................82

Arianna

Huffington

Die Neuerfindung

des Erfolgs

28

Jürgen von

der Lippe

Wir haben alle einen

kleinen Schuss

24 Eckhard

von

Hirschhausen

hält Humor für die

beste Medizin.

62

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de


Erfolg

Von Tobias Schlosser

Wie war das noch mal? “Kontakte schaden

nur dem, der sie nicht hat!” Jeder Mensch

kennt diese gute alte Binsenweisheit und

man ist sich einig. Genau so ist es. Doch

was steckt eigentlich hinter dieser Aussage?

Sie hört sich ziemlich manifest an,

ziemlich statisch und impliziert im Prinzip

den Gedanken: Wenn ich keine Kontakte

habe oder wenn ich nicht die richtigen

Leute kenne, dann habe ich sowieso keinen

Chance. Egal ob ambitionierter Angestellter

mit Karriereabsichten, ob Selbständiger

oder Unternehmer, nahe zu jeder ist

auf Kontakte, besser noch gute Kontakte

angewiesen, um beruflich und geschäftlich

voranzukommen. Doch was ist nun eigentlich

mit der oben genannten Aussage? Ich

würde sie ein wenig relativieren wollen. Ja,

wer keine Kontakte hat, ist nicht besonders

gut dran. Aber aus meiner Sicht sind diejenigen

noch ärmer dran, die keine Kontakte

Keine Kontakte?

Bau dir welche auf!

machen. Sie haben richtig gehört. Ich muss

Kontakte nicht zwingend schon haben,

aber ich kann sie machen, ich kann sie

mir aufbauen. Noch dazu ziemlich schnell!

Diese bahnbrechende Erkenntnis muss man

sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Wir

leben in einer Zeit, in der ich nahezu jeden

Menschen auf der Welt kennenlernen kann,

wenn ich nur will!

Zugegeben, bei einigen ist es nicht ganz so

leicht, gerade wenn es um bekannte Politiker,

Celebrities oder Wirtschaftsgrößen

geht, ist es mit hohem Aufwand

verbunden. Aber sind wir doch mal

ehrlich, ich glaube um diese Leute

geht es doch primär gar nicht.

Also, die neue Formel lautet “Kontakte

schaden nur dem, der keine

macht”, denn wer nichts tut, um

Menschen kennenzulernen, der

sitzt sprichwörtlich im “Wartesaal

der Hoffnung” und wird auch in

Zukunft von denen umgeben sein,

von denen er heute schon umgeben

ist.

Auch ich war mal jemand, der keine

Kontakte hatte, beziehungsweise

die Menschen die ich kannte, waren

nicht unbedingt die, die mich

geschäftlich weitergebracht haben,

aber ich habe irgendwann angefangen mir

Gedanken zu machen, von wem ich in Zukunft

profitieren kann und vor allem wie

ich diese Menschen kennenlerne.

Bilder: Economic Forum Davos by palinchak, Depositphotos

Netzwe

Kontakte schaden nur dem, der

Nun ist das Thema ja nicht ganz neu, aber

der Form halber sei an dieser Stelle angemerkt,

auch beim Aufbau von Kontakten

ist schon ein gutes Stück Arbeit von Nöten.

Egal ob es ums Abnehmen geht, eine

Sprache neu zu lernen oder darum, sich

ein Kontaktnetzwerk aufzubauen. Alles

funktioniert nur über Aktivität, besser

noch Proaktivität. Das kann man zum

das neue

einen offline machen,

aber auch online und

ich möchte auch gleich

an dieser Stelle ein Testimonial

bringen, was man wann und wie

tun kann.

Nehmen wir zum Beispiel mal das Karrierenetzwerk/Jobportal

XING. Ich habe mir

dort in den letzten Jahren einen “Kontaktbaum”

von mehr als 11.000 Kontakten aufgebaut,

alles Menschen, die bestimmten


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Erfolg

rk

Kapital

keine macht.

Zielgruppen entsprechen, oder in bestimmten

Berufen und Branchen arbeiten,

die ich vorab für mich als interessant definiert

habe.

An dieser Stelle möchte ich gleich ein wenig

intervenieren und vorbeugen, denn ich

höre an dieser Stelle schon den einen oder

anderen “kritischen” Zeitgenossen sagen:

11.000 Kontakte, was sind die schon wert?

Da kann er doch niemals einen Überblick

haben. Doch weit gefehlt, anders als der ein

oder andere Zeitgenosse, der es bevorzugt,

nur persönliche Kontakte in sein Netzwerk

aufzunehmen, lasse ich auch gern mal ein

paar Fremde mit rein, um sie irgendwann

mal zu Bekannten oder Geschäftspartneren

zu machen. Übrigens, so etwas kann

man sogar mit System machen, das

nennt man dann Networking.

Niemandem ist es verboten, sich ein

Netzwerk aufzubauen, von dem er/sie

profitiert. Mein Kontaktbaum ist mittlerweile

eine “Bank” und das gilt es sich

mal zu verinnerlichen. Ja, mein Netzwerk ist

eines meiner größten Vermögenswerte und

ich bin heute so weit, das ich sagen kann:

“Hey, nimm mir alles weg,

was ich geschäftlich bisher

erreicht habe. Egal was ich

in meinem Leben nochmal

für ein Business aus dem Boden

stampfen müsste, selbst

wenn ich mal einen Job als

Angestellter finden müsste,

ich hätte sofort die richtigen

Ansprachpartner, denn die

befinden sich garantiert unter

meinen 11.000 Kontakten”.

Das heißt also im Klartext,

ich müsste nicht erst nach

Kontakten suchen, wenn ich

sie brauche. Nein, ich habe

sie schon und muss sie nur

noch aktivieren, wenn es nötig

ist. Das können Sie auch.

Das Weltwirtschaftsforum in Davos

ist das beliebteste Netzwerk-Treffen

der Wirtschaftselite.

Wenn Sie nun heute also

Angestellter sind, egal in

welcher Branche und in welchem

Berufsbild, dann warten

Sie doch nicht wie alle

anderen auf den berühmtberüchtigten

Anruf oder die

Mail von einem Headhunter,

der ihnen den neuen Traumjob

auf dem Silbertablett

serviert das ginge mir viel

zu langsam. Ich würde mir

aussuchen, bei wem ich in

Zukunft arbeiten möchte,

wer also meine potenziellen Arbeitgeber

sein könnten und dann würde ich das Thema

proaktiv angehen. Stellvertretend für

alle anderen Jobs und Branchen, möchte

ich hier mal ein Beispiel zum Verständnis

durchspielen. Angenommen, sie kommen

frisch vom Studium und wollen in der

Münchner StartupSzene Fuß fassen. Wer

hindert Sie daran, bei XING den Begriff

Startup/München einzugeben und dann

noch nach der konkreten Berufsbezeichnung

CEO oder Geschäftsführer zu suchen,

um die Chefs und Entscheider zu

finden? Angenommen, Sie senden nun den

Kollegen und Kolleginnen eine freundliche

Kontaktanfrage nach dem Motto:

“Sehr geehrterte Frau XY, ich erweitere

gerade mein Kontaktnetztwerk in der

StartupSzene und würde mich sehr gerne

mit Ihnen vernetzen. MfG TS.” Dann wird

es so kommen, das mit Sicherheit von 100

Kontaktanfragen die sie versenden, 20 bis

30 den Kontakt bestätigen. Wenn Sie das

nun ein paar mal machen, dann haben sie

Der schlechteste Kontakt ist der,

den Sie nicht machen.

innerhalb von ein paar Monaten einige

hundert Kontakte zu den wichtigsten Persönlichkeiten

der Münchner Startupszene.

Wenn Sie nun soweit sind, das sie sich bewerben

müssen, oder den entsprechenden

Karrieresprung anstreben, können Sie genau

diesen Leuten in Ihrem Netzwerk eine

persönlich Nachricht schreiben. Ja, man

kann sich initiativ bewerben, da man sich

ja schon “kennt” und selbst wenn das noch

nicht von Erfolg gekrönt sein sollte, dann

wird man über seine XING Kontakte mit

Sicherheit die entsprechenden Entscheider

in den Firmen erfragen und so schneller

zum Ziel kommen können, als andere.

Bitte nicht falsch verstehen, wenn man das

als einmalige Aktion macht, ist der Erfolg

sicher nicht garantiert. Aber mit Kontinuität

und Beständigkeit führt kein Weg am

Ziel vorbei. Übrigens, ich habe in meinem

Kontaktnetzwerk aktuell 341 Vorstände,

CEO’s und Geschäftsführer von Startupfirmen

und noch mal 1500 aus anderen Branchen.

Also, der Tisch ist reicht gedeckt, Sie

haben es in der Hand, wo Sie in Zukunft

arbeiten werden und mit wem Sie ihre Geschäfte

abwickeln. In diesem Sinne immer

dran denken: Der schlechteste Kontakt ist

immer der, den Sie nicht machen.

Tobias Schlosser

ist Kontaktprofi, Bestsellerautor

und Vortragsredner.

Bild: Schlosser

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de


Erfolg

Bild: Alex Stiebritz

Prof. Götz Werner

Stellen Sie die

Sinn-Frage

Im Interview mit Julien Backhaus spricht

dm-Gründer Professor Götz Werner über seine

Unternehmens- und Lebensphilosophie


www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Erfolg

Fragen Sie nicht nach dem Know-how

sondern nach dem Know-why!

Bild: Wirtschaft TV

Prof. Götz Werner

im Interview mit Verleger

Julien Backhaus

Herr Professor Werner, Sie

sind Freund der Sozialen

Marktwirtschaft. Was

beinhaltet das für Sie?

Soziale Marktwirtschaft

ist, wenn man für andere Menschen da ist.

Wirtschaft ist ein „Füreinander Leisten“.

Sie leisten beispielsweise gerade

für Ihre Leser. Die Sache wird dann

nicht sozial, wenn die Menschen

meinen, sie leisten für sich selbst.

Sie praktizieren dies auch in

Ihrem Unternehmen selbst und

das sehr drastisch. Zahlt es sich

denn am Ende aus?

Wenn man etwas Vernünftiges

macht, zahlt es sich am Ende immer

aus. Sie wissen ja auch nicht, wie es

anders gewesen wäre. Sie können

nur das machen, was Sie vertreten

können, was Sie verantworten können.

Es ist für mich nicht die Frage,

ob es sich auszahlt sondern, ob ich

es vertreten kann.

Sie sprechen in Ihrem Buch über

das „Sinn finden”. Kann es auch

für ein Unternehmen Werkzeug

sein, beispielsweise beim Kunden

oder beim Mitarbeiter durchzudringen?

Das ist doch die Grundlage! Wenn etwa

das, was Sie hier tun, nämlich mich interviewen,

keinen Sinn macht, dann lassen

Sie es lieber bleiben. Darauf müssen

Sie achten: Vor allem, was ich in meinem

Leben tue, steht die Frage: Kann ich es

verantworten? Verantworten kann ich

es nur, wenn es einen Sinn macht. Einen

Sinn muss es für den machen, für den

ich es tue.

Wie sehen Sie die Soziale Marktwirtschaft

gerade in Deutschland denn momentan

aufgestellt?

Immer unzulänglicher. Deswegen hat sich

schon Ludwig Erhard die Haare ausgerauft.

Wir brauchen Zielsetzungen, eine

Art Polarstern, an dem wir uns messen.

Und da muss sich jeder Einzelne fragen:

,,Halt mal, woran messe ich mich denn?”

Was wir tun ist ja immer suboptimal. Maximal,

das schaffen wir nicht, wir sind nicht

Die Frage gilt für alles,

was ich in meinem Leben tue:

Kann ich es

verantworten?

Das kann ich nur,

wenn es einen Sinn macht.

der Schöpfer aber wir können gucken und

innerhalb der Rahmenbedingungen tun,

was Sinn macht.

Sie lernen nun auch viele Unternehmen

in Deutschland kennen, zum Beispiel

Ihre Zulieferer. Wie ist es denn da mit

der Unternehmenskultur? Nehmen sich

viele schon ein Beispiel an Ihrem Wirken

oder geht es da doch teilweise etwas sehr

hart zu?

Kurze Antwort: Einer ist besser als der

Andere. Das können Sie schlicht nicht so

einfach sagen, denn das sind ja die Wechselfälle

des Lebens. Es kommt immer auf

den Einzelfall an. Die Frage ist, was die

Menschen sich zum Ziel setzen. Ob sie

sich auch die Frage stellen: ,,Warum tun

wir das, was wir tun?” In dem Moment, in

dem sie die Frage nicht nach dem Knowhow

sondern nach dem Know-why stellen,

müssen sie die Sinnfrage beantworten. Und

wenn die Menschen die erstmal beantwortet

haben, sind sie schon ein

ganz großes Stück weiter, nämlich

wie es bei Goethe heißt: ,,Ein guter

Mensch in seinem dunklen Drange

ist sich des rechten Weges wohl

bewusst.” Und das müssen Sie sich

fragen, von morgens bis abends.

Sehen Sie denn in Deutschland

trotzdem die Tendenz, dass man

sich sehr in Details verliert und

weniger über das Große und Ganze

nachdenkt?

Ja, das ist immer die Gefahr, dass

wir uns in Details verlieren. Das

merken Sie, wenn sie morgens

zwar pünktlich aufgestanden sind,

aber trotzdem zu spät dran sind.

Was haben Sie gemacht? Sie haben

sich in Details verloren. Das

war ein ganz banales Beispiel aber

das machen wir von morgends bis

abends. In das, was wir tun, mehr

Bewusstsein hineinzustecken, das

ist die Aufgabe unserer gegenwärtigen

Zeit.

Würden Sie denn sagen, Ihnen war es in

die Wiege gelegt, dass sie so denken können

oder mussten Sie das lernen? Können

das andere lernen?

Man muss darauf aufmerksam werden.

Und wenn man darauf aufmerksam wird,

dann kann man das auch. Wie der Fichte,

der gesagt hat: ,,Der Mensch kann, was

er will. Kann er nicht, dann will er nicht.”

Also: Man muss wollen!

Vielen Dank, Herr Prof. Werner.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de


Erfolg

Marke

Die 10 besten ImageTipps,

um als erfolgreiche Persönlichkeit

wahrgenommen zu werden

DU

Von Janine Katharina Pötsch

Wer persönlich und beruflich „erfolgreich“

sein will, braucht ein unverwechselbares

Image. Image ist das Gesamtbild, das die

Umwelt von Ihnen wahrnimmt. Ihr persönliches

Image ist Ihr Gesamtauftritt als

Persönlichkeit – als Marke „Ich“.

Eine Marke wird häufig durch 4 wichtige

Komponenten bestimmt: Corporate

Identity, Corporate Design, Corporate

Communication und Corporate Behavior.

Das richtige Image hat sehr viel damit zu

tun, wer Sie sind und wie Sie gesehen werden

möchten.

Tipp 1: Bleiben Sie authentisch und stehen

Sie zu Ihren Macken

Kennen Sie Ihre Werte und Ihre Macken?

Authentische Menschen wirken glaubwürdig

und sind in sich stimmig. Erfolgreiche

Menschen wissen, worin sie richtig gut

sind. Sie haben eine klare Botschaft in ihrer

Positionierung nach außen und kommunizieren

das auch so. Und Sie treffen Entscheidungen

sowohl im Ratio als auch im

Emotionalen. Macher ecken auch an und

polarisieren. Macher können auch sehr gut

mit Feedback und Kritik umgehen, denn

sie wissen, dass jeder Mensch Fans, Neider

und Mitläufer hat.

Mein Tipp: Stehen Sie zu Ihren Macken und

nutzen Sie diese geschickt für Ihr Eigenmarketing.

Denn so setzen Sie sich Ihre eigenen

Maßstäbe und das ist genau richtig!

Tipp 2: Schaffen Sie einen Wiedererkennungswert

bei Ihren On- und Offline-

Kontakten

Ist Ihr Bild in den sozialen Medien und

Ihre Webseite noch up-to-date? Ihre

Online-Präsenz ist der Türöffner für viele

Gelegenheiten. Unterstreicht Ihre Kleidung

auf Online-Fotos Ihren beruflichen

Status? Nutzen Sie unbedingt überall das

gleiche aktuelle Bild. Falls Sie neue Bilder

planen: Achten Sie auf einen guten Hintergrund.

Protzige Statussymbole können

schnell von Ihrer Kompetenz ablenken.

Mein Tipp: Der erste Eindruck zählt und

der zweite Eindruck bleibt. Ich trage oft

beim ersten Kontakt das Outfit, das ich

auch auf der Webseite trage. Denn so erkennt

mich mein Gegenüber gleich wieder.

Tipp 3: Punkten Sie mit Stil bei der Kontaktpflege

in den sozialen Medien

Gehen Sie nicht wahllos in jedes Medium,

nur weil es gerade „in“ ist. Nutzen Sie auch

gezielt Netzwerke, die zu Ihrer Berufung

passen. Die Kontaktaufnahme geht heute

oft zu schnell und zu salopp. Ohne Beziehungsaufbau

ist potenzielles Empfehlungsmarketing

schwierig.

Mein Tipp: Fallen Sie nicht mit der Tür ins

Haus. Für Kontaktanfragen gilt das gleiche

wie bei einem förmlichen Brief. Nutzen Sie

eine stilvolle Anrede und schreiben Sie der

Person eine kurze Nachricht, warum Sie

mit ihr Kontakt treten wollen. Seien Sie

aufmerksam und nutzen Sie dafür z.B. Gemeinsamkeiten

im Profil. Verabschieden

Sie sich auch höflich und bleiben Sie beim

Erstkontakt unbedingt beim „Sie“.

Tipp 4: Der gekonnte Businessauftritt –

Kleidung als Statement nutzen

Unterstreichen Sie mit authentischen Outfits

Ihre Persönlichkeit und die Werte Ihres

Unternehmens? Wissen Sie, was Ihnen

wirklich steht? Farben, Muster, Materialien

und Stofftexturen gibt es wie Sand am Meer

Janine Katharina Pötsch

ist Imageexpertin, Knigge-Coach und

trainiert Führungskräfte mit ihrer Firma

„Gekonnt wirken“.

und aus dem Überangebot an Kleidung

das Richtige zu finden und zu kombinieren,

setzt viel Hintergrundwissen voraus.

Erfolgreiche Menschen gönnen sich einen

Style-Coach, der sie dabei unterstützt, das

Beste aus ihrem Typ herauszuholen.

Mein Tipp: „Klasse statt Masse“ Investieren

Sie lieber in gut sitzende (Maß-)Anzüge,

Kostüme und Oberteile, welche Ihren

Typ und Ihren Stil unterstreichen. Kaufen

Sie sich immer hochwertige Schuhe, ein

edles Schreibgerät mit Ihren Initialen, eine

schicke Businesstasche und setzen Sie auch

bei Accessoires Ihre Logo-Farben mit ein.

Tipp 5: Heben Sie sich in der Art Ihrer

Kommunikation von der Masse ab!

Wie kommunizieren Sie mit Ihren Kunden?

Wenn auch Sie im Haifischbecken schwimmen,

verschicken Sie bitte keine Massen-e-

Mails im Stil des unpersönlichen amerikanischen

e-Mail-Marketings. Das kommt bei

vielen Kunden nicht gut an.

Gerade in der heutigen Zeit freuen wir

uns wieder über einen handgeschriebenen

Brief oder eine originelle Postkarte ohne

Werbebezug, welche den Stil Ihres Unternehmens

widerspiegelt. Denn das ist wirklich

außergewöhnlich.

Mein Tipp: Finden Sie heraus, wie Ihr

Wunschkunde tickt und mit welcher Art

der Kommunikation Sie bei ihm dauerhaft

in Erinnerung bleiben. Setzen Sie auch ein

Statement in der schriftlichen Kommunikation,

z.B. ein außergewöhnlicher Satz

am Ende.

Tipp 6: Setzen Sie auf Understatement

durch vornehme Zurückhaltung

Statussymbole, welche die berufliche Position

unterstreichen, zeigen in welcher Liga

wir spielen. Ein gekonnt genutztes Statussymbol

passt zu unserer Persönlichkeit

und zu unserem Image. Aber: „Mein Haus,

mein Auto, mein Boot...“ ist out!

Mein Tipp: Unterstreichen Sie Ihren Status

durch Understatement. Wer protzt, ist oft

mit sich selbst nicht im Reinen oder unzufrieden.

Denn: Geld ersetzt noch lange kei-

10 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Erfolg

nen Stil. Nutzen Sie lieber ein persönliches

Markenzeichen, welches zu Ihren Werten

passt. Das kann eine stilvolle alte Uhr sein,

eine außergewöhnliche Brille, eine besondere

Tasche, welche Sie bei vielen Anlässen

tragen oder ein Auto, welches zu Ihrem

Denken passt.

Tipp 7: Stil ist mehr als nur Kleidung

Zu einem unverwechselbaren Stil gehört

nicht nur die Kleidung. Als Stil wird das

Zusammenspiel von vielen Dingen im

Leben bezeichnet. Stil ist auch eine Einstellung,

welche sich in allen Lebenslagen

widerspiegelt.

Mein Tipp: Ein stilvoller Mensch tritt nicht

wie ein Paradiesvogel mit einer bunten

Stilmischung auf. Im Gegenteil, er integriert

seine persönlichen Werte in seinen

Gesamtauftritt. Das fängt bei der Kleidung

an und geht über die Wohnungseinrichtung,

den Lifestyle, das Büro, die Wahl des

Briefpapiers bis hin zu den Hobbys und

den Orten, wo er ausgeht.

Tipp 8: Nutzen Sie das ABC des guten

Benehmens

Gute Umgangsformen erleichtern den

parkettsicheren Businessauftritt. Kennen

Sie die Regeln für die Begrüßungsrituale?

Wissen Sie, wer wem in welcher Reihenfolge

vorgestellt wird? Mit einem verbindlichen

Händedruck, einem guten Blickkontakt

und einem Lächeln im Herzen

punkten Sie automatisch.

Mein Tipp: Vielleicht denken Sie, dass

Ihre Fachkompetenz vollkommen ausreicht.

Überprüfen Sie regelmäßig, ob Ihre

Umgangsformen und Ihre Tischmanieren

aktuell sind. Denn die Art Ihres Umgangs

mit anderen Menschen und die Art, wie

Sie essen, verrät sehr viel über den Grad

Ihrer Herzensbildung. Oftmals reicht ein

Knigge-Coaching zum berühmten Feinschliff.

Justin Bieber im Wandel

Meiner Meinung nach hat sich

Justin Bieber vom Bubi über den

Teenager zu einer Art Möchtegern-

StilIkone entwickelt. Er ist zwar

eine Marke aber durch einen ständigen

Imagewechsel verliert er an

Klasse und Wert. In so einem Fall

empfehle ich dringend ein Identityund

Image-Coaching.

Tipp 9: Entspricht Ihr Erscheinungsbild

Ihrem Anspruch?

Um im Business oder bei Ihren Kunden

ernstgenommen zu werden, ist es wichtig,

dass Ihr Selbstbild auch mit dem Fremdbild

und dem Wunschbild Ihrer Kunden

übereinstimmt. Eine erfolgreiche Persönlichkeit

arbeitet selbst im Home-Office

nicht im Jogginganzug.

Stellen Sie sich jeden Tag folgende Fragen:

Nehmen Sie sich mindestens 15 Minuten

Zeit, um sich bürotauglich zu stylen?

Tragen Sie typgerechte Kleidung? Unterstreicht

Ihr Outfit Ihre Position und Ihren

Erfolg? Sitzt die Kleidung korrekt?

Sind Ihre Kleidung und Ihre Schuhe sauber

und gepflegt? Stimmt die Länge von

Rock, Hose und Sakko? Gönnen Sie sich

regelmäßige Besuche beim Friseur und bei

der Kosmetik? Ist die Qualität Ihrer Accessoires

noch in Ordnung?

Tipp 10: Würdigen Sie den Anlass und

halten Sie sich an die Regeln

Ja, es gibt sie noch, die ungeschriebenen

Gesetze der Kleiderordnung. Gerade wenn

es sich um ein wichtiges offizielles oder berufliches

Ereignis handelt, empfehle ich

Ihnen, sich unbedingt an die vorgeschriebenen

Dresscode-Regeln zu halten. Denn

unpassende Kleidung wirkt sich schnell

negativ auf Ihr Image aus.

Offizielle Kleidung wird an akademischen

Feiern, zum Ball, zu Cocktailpartys, Empfängen,

auch bei Hochzeiten und Opernpremieren

getragen. Für den Herrn gilt:

Smoking, ein eleganter Hosenanzug, ein

Cut oder ein Frack. Zu einer Lady passt ein

langes Abendkleid, ein festliches Kostüm

oder ein eleganter Abendanzug. Formelle

Kleidung wird auf gesellschaftlichen Anlässen,

zum eleganten Abendessen und im

Business getragen. Hier gilt „Business Suit“.

Freizeitkleidung gilt für diejenigen Berufe,

wo keine Geschäftskleidung oder eine

spezielle Berufskleidung vorgesehen ist.

Bilder: Depositphotos, Jean Nelson; Pötsch: Pötsch

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

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Erfolg

Bild: Höller

Jürgen Höller

Nach tiefe

wieder ga

Jürgen Höller wurde 1999 als erster Mentaltrainer der Bundesliga

unter Trainer Christoph Daum bekannt. 2001 wollte er mit

seiner Weiterbildungsfirma an die Börse, was allerdings scheiterte.

2003 wurde Höller u. a. wegen Untreue zu drei Jahren Haft

verurteilt. Nach vorzeitiger Entlassung 2004 startete er sein

Comeback. Heute ist er so erfolgreich wie nie zuvor.

Herr Höller, Sie sind der

wohl bekannteste Erfolgstrainer

in Deutschland,

unser eigener Tony

Robbins sozusagen. Die

Frage ist: Brauchen Menschen tatsächlich

einen Erfolgstrainer?

Was braucht man schon? Letztendlich ist

die Frage, was will ich? Und viele Menschen

wollen etwas. Sie haben also einen

Ist-Zustand und ein Ziel. Sie wollen irgendetwas

haben, tun oder sein und da ist

irgendwie eine Wand. Sie versuchen alles,

sind fleißig, geben ihr Bestes, aber sie können

diese Wand nicht überwinden. Meine

Aufgabe als Erfolgs- und Motivationstrainer

ist es, den Menschen zu vermitteln, wie

sie diese Widerstände bekämpfen können,

um ihr Ziel zu erreichen.

Gescheiter wird

man nur, indem man

auch scheitert.

Motivation und langfristige Veränderungen

sind ja doch zwei verschiedene

Themen. Wie schafft man es dann, langfristig

erfolgreich zu sein?

Das hört nicht mit einem Seminar auf. Das

bläue ich den Leuten gleich am ersten Tag

ein. Heute kann ein Tag sein, an dem wir

eine Entscheidung treffen, den Schalter

umzulegen. Aber sein Verhalten zu verändern,

ist natürlich langwierig, man muss

dranbleiben und bestimmte Techniken

einsetzen, auch die Mentaltechniken, die

wir vermitteln. Gewohnheit ist der zäheste

Klebstoff, den es gibt.

Letztendlich kann im Alltag nicht jeder

alle zwei Tage ein Seminar besuchen.

Wie macht man das zu Hause?

Am Ende eines Drei-Tage-Seminars bei

uns gibt es Trainingsaufgaben. Das sind

insgesamt fünf gar nicht unbedingt zeitaufwändige

Aufgaben, die man umsetzen

soll, beispielsweise regelmäßig in Weiterbildungsbüchern

zu lesen. Oder dass man

sich beim Autofahren, Fahrradfahren oder

Bild: Höller

12 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Erfolg

m Fall

nz oben

Gassigehen Audioinhalte mit Wissen anhört.

Auf diese Weise macht man etwa bei

der Fahrt zur Arbeit sein Auto zu einer rollenden

Universität.

Sie machen das nun auch schon ein paar

Jahre. Ist es heute leichter als früher?

Machen die Leute heute mehr Weiterbildungen

als früher?

Es ist ganz klar zu entdecken, dass immer

mehr Menschen sich für Weiterbildung öffnen,

und merken, dass, es nicht ausreicht,

was sie in Schule und Universität gelernt

haben. Wir im deutschsprachigen Raum

sind ja sehr stark im Fachwissen. Wir sind

sehr stark in der Sache, und ein Volk der

Ingenieure, Techniker, Tüftler und Erfinder.

Aber was ich natürlich auch brauche,

sind die Softskills. Sie müssen in der Lage

sein, sich selbst und andere zu motivieren.

Sie müssen das Produkt, das sie erfunden

haben, zu vermarkten, zu verpacken und

verkaufen lernen. Eigentlich das, in dem

uns die Amerikaner schon immer voraus

waren. In Produkten sind sie uns nicht

voraus, aber bei der Selbstvermarktung.

Dafür bin ich ja der Spezialist. Ich war 2001

ganz auf dem Höhepunkt und in jeder

Talkshow zu sehen. Die Welt hat sich um

mich gerissen. Dann ein paar wesentliche

Fehler gemacht, die ich tief bereut habe.

Damals mit dem Börsengang habe ich alles

verloren. Ich hatte 6,6 Millionen Schulden

und einen ramponierten Namen vor 2004.

Ich kann nur sagen, gescheiter wird man

nur, indem man auch scheitert. In dem

Wort „gescheitert“ ist das Wort

„gescheiter“ enthalten, denn

wenn wir Erfahrungen machen

und daraus lernen, dann ist das

unbezahlbar. Wenn man weiß,

wie es funktioniert, aber auch

weiß, wo die Fehler liegen, wie

es nicht funktioniert, das erst

macht einen Menschen in der

Karriere perfekt.

In Amerika ist es fast schon

Voraussetzung zu scheitern,

um erfolgreich zu werden. In

Deutschland sieht man das

etwas enger. Ist hier Veränderung

zu spüren?

Ich hoffe. Ich bin einer der populärsten

Scheiterer und bin wieder aufgestanden.

Jetzt läuft es, wenn ich mal ein bisschen

unbescheiden sein darf, besser als als zuvor.

Aber es war schwer, in diesen zwölf,

dreizehn Jahren meinen Namen wieder

aufzubauen. Es gab immer so einen Druck.

Ich war ja derjenige, der Pleite gegangen

ist, der Misserfolge verursacht hat. Ich

hoffe, dass ich ein positives Vorbild sein

kann indem ich zeige, dass man eben in

der Lage ist, wieder aufzustehen. Letztendlich

macht jeder Mensch Fehler, jeder

Mensch hat mal eine Krise, jedem widerfährt

Misserfolg. Wichtig ist nicht, ob man

hinfällt, sondern dass man wieder aufsteht

und weitergeht. Dieses Wissen weiterzugeben,

ist auch Teil meiner Tätigkeit.

Gewohnheit ist der

zäheste Klebstoff,

den es gibt.

Viele Leute nehmen sich vielleicht einen

Jürgen Höller als Vorbild, haben Sie auch

selbst auch ein Vorbild?

Ja, ich habe mir im Laufe meines Lebens

fünf Vorbilder genommen. Ich habe mir

gesagt, ein einziges Vorbild ist nicht gut,

weil ich dann ein Abziehbild bin. Außerdem

ist ein Mensch nie perfekt. Ich

kann in einem Bereich ein Vorbild sein

und bin im anderen Bereich vielleicht sogar

ein Negativbeispiel. Meine Vorbilder

sind Arnold Schwarzenegger, Steve Jobs,

Nelson Mandela, Jesus und der gerade gestorbene

Muhammed Ali. Von jeder dieser

Persönlichkeiten habe ich etwas übernommen

und darauf aufbauend meine eigene

Persönlichkeit, die Jürgen Höller-Persönlichkeit,

weiterentwickelt.

Von welchem Vorbild haben Sie zuletzt

profitiert?

Kann ich gar nicht sagen, weil ich immer

wieder von diesen Menschen profitiert

habe. Über allen steht sicherlich Jesus mit

seiner Hauptbotschaft, nämlich „Liebe deinen

Nächsten wie dich selbst“. Dies beinhaltet,

dass ich anderen Menschen nur das geben

kann, was ich selbst habe. Es ist immer

wichtig, erst einmal an sich zu arbeiten und

sich selbst zu ändern, bevor man anfängt,

die Welt verändern zu wollen.

Vielen Dank, Herr Höller.

Zum Erfolg gehört auch Scheitern. Wenn

man mal so richtig gescheitert ist, wie

kommt man wieder auf die Beine?

Jürgen Höller, hier im Interview mit Verleger Julien Backhaus, ist erfolgreicher

Motivationstrainer und Autor zahlreicher Bücher zum Thema

Erfolg durch Positives Denken und Mentaltraining.

Bild: WTV

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

13


Erfolg

Frauen

Power

Von Petra Polk

So netzwerken Frauen

Oft werde ich gefragt: „Netzwerken

Frauen anders? Ja

sie netzwerken anders.“

Frauen waren schon immer

verantwortlich in der

Familie alles zu managen, Frauen sind

oft viel kommunikativer als Männer und

Frauen mögen es nett. Und Netzwerken

hat auch viel mit nett sein zu tun, doch

nicht nur.

Wo Männer sich meist ohne viele Worte

Empfehlungen aussprechen und sich gegenseitig

unterstützen, so reden Frauen

oft um den heißen Brei herum und trauen

sich nicht zu sagen, was Sie besonders gut

können und welche Unterstützung sie

brauchen.

Frauen stellen oft „Ihr Licht unter den

Scheffel“ und tragen nicht so dick auf wie

Männer. In den Glaubenssätzen ist immer

noch verankert: „Das macht man nicht“

und/oder „Eigenlob stinkt“.

Ich möchte Sie einladen, Netzwerken

auch für Ihren beruflichen Erfolg mehr

zu nutzen. Ob Sie heute Karriere machen

möchten oder Ihr eigenes Unternehmen

führen, spielt keine Rolle, sowohl Jobs als

auch Aufträge werden heute fast ausschließlich

auf Empfehlungen vergeben.

Sie werden schon festgestellt haben, dass

die meisten Stellen nicht ausgeschrieben

werden.

Beim virtuellen Networking im Social

Media Facebook, Xing und Co. haben

die Frauen die Nase vorn. Hier kommt

uns zugute, dass wir viel kommunikativer

sind und auch bereit, über unsere

Herausforderungen zu reden. Da würden

Männer nie schreiben, was gerade nicht

funktioniert. Frauen lieben auch die gewisse

Distanz, die das virtuelle Netzwerken

bringt.

Wenn Frauen zu persönlichen Netzwerkevents

gehen, muss es wirklich nett sein.

Die Atmosphäre muss passen, der Raum

adrett sein, das Essen lecker und die Anreise

am liebsten ganz bequem bis vor die

Tür. Vor allem den etwas schüchternen

Frauen fällt es nicht so leicht auf Events,

Kongressen und Messen zu gehen und

dann auch noch mit Fremden ins Gespräch

zu kommen. Sicher auch ein Grund

Petra Polk

ist Netzwerkexpertin,

Buchautorin und

Vortragsrednerin.

Sie ist Gründerin des

Netzwerkes Women

in Network.

warum Frauen meist zu zweit auf Veranstaltungen

gehen, was ja grundsätzlich in

Ordnung ist. Ich empfehle Ihnen jedoch,

das Event nicht nur mit Menschen zu verbringen,

die Sie schon kennen. Wenn Sie

Ihr persönliches und virtuelles Netzwerk

kontinuierlich erweitern und Ihre bestehende

Kontakte pflegen und intensivieren,

können Ihre Netzwerkaktivitäten Ihr ganz

persönlicher Erfolgsturbo sein. Seien Sie

einfach offen für neue Kontakte und zeigen

Sie echtes Interesse an Ihren Kommunikationspartnern,

dann werden auch Sie

14 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Erfolg

Merkel als

Vorbild

„Wir wollen mehr Chefinnen

in Deutschland“ forderte

Bundeskanzlerin Angela

Merkel bei der Auftaktveranstaltung

zur Gründung

des Netzwerks „Chefsache.

Wandel gestalten für Frauen

und Männer“. Sie übernahm

die Schirmherrschaft des

Netzwerks um zu verdeutlichen

und macht sich damit

stark für Frauen in Führungspositionen.

eine gefragte Netzwerkpartnerin werden.

Sie wissen ja: „Kontakte sind Gold wert“.

Bleiben Sie geduldig dran, denn Netzwerken

heißt erst säen und dann ernten. Die

allerwichtigste Regel dabei ist „Geben steht

vor bekommen“. Verbinden Sie andere

Menschen und Sie werden es nicht verhindern

können, dass Sie ernten können.

Ihre Kontakte von heute sind Ihr Business

von morgen und werden Sie bei allen

privaten und beruflichen Aktivitäten

unterstützen.

Bilder: Palinchak, Depositphotos

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

15


Erfolg

Was ich von Passagie

First Class gerlernt ha

Bild: Beck

Sie sind die Summe

der fünf Menschen,

mit denen Sie sich am

meisten umgeben.

Tobias Beck

arbeitete als Flugbegleiter

und begeisterte als Speaker

mehr als 200.000 Zuhörer.

Daneben lehrt er als Dozent

an der Berliner Steinbeis­

Hochschule und ist Autor

sowie StartUp Gründer.

16 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Erfolg

ren der

be

alles, was Du siehst und

hörst kommt irgendwann aus

Deinem Mund wieder heraus“.

Es gibt Sätze, die Dein

„Tobi

ganzes Leben verändern

können und das ist einer von denen, die

mein Leben massiv beeinflussen werden.

Wir schreiben das Jahr 2000, ich bin Flugbegleiter

einer großen Airline und vor mir

sitzt der CEO einer bekannten Softdrink-

Firma. Immer wenn ich in der First-Class

arbeite, notiere ich mir die Essenzen der

Gespräche, die ich mit den Passagieren

hatte in ein kleines schwarzes Notizbuch.

Und dieser Satz ist der Grundstein für das,

was sich alle Menschen in ihrem Leben

wünschen: Glück und Erfolg.

Und dafür müssen wir bei den Menschen

anfangen, bei denen immer das Gegenteil

passiert. Kennen Sie Menschen bei denen

immer alles schlecht und grauenvoll ist?

Bei denen Montag die Tante des Nachbarn

gestorben ist, Dienstag der Zahn Probleme

macht, Mittwoch der große Zeh wegen dem

Biowetter stört, Donnerstag das Essen nicht

schmeckt und Freitag der Rücken zwickt?

Wissen Sie was ich meine? Ich meine

Menschen, die einfach nur irgendwo ihren

Körper mitbringen um Ihnen augenblicklich

alle Lebensenergie zu entziehen.

Ich mache es kurz: Bei manchen Menschen

geht das Licht in einem Raum an, wenn sie

ihn betreten und bei anderen aus. Herauszufinden,

warum das so ist, ist meine persönliche

Passion.

Denn dass ich nicht zu denen gehören

möchte, bei denen das Licht aus ist, wurde

mir an einem Montagmorgen klar, ironischerweise

an einem Flughafen. Ich war

gerade aus Brasilien zurückgekehrt, wo ich

ein Jahr Englisch an Straßenkinder unterrichtet

hatte. Dort durfte ich ein komplett

anderes Leben kennenlernen. Ein Leben

das geprägt war von Wärme und von Menschen,

die grundsätzlich Dinge feierten,

wie z. B. Strom oder eine gekühlte Cola. Ist

Ihnen schon mal aufgefallen, dass so viele

von uns genau das gar nicht tun?

Bild: Gerhard Linnekogel

Der Durchschnittsdeutsche freut sich nur

auf eins: Seinen Jahresurlaub. Allerdings

auch nur vorher. Denn während des lang

ersehnten Urlaubs ist er damit beschäftigt,

sich darüber aufzuregen, dass jemand sein

Handtuch von der Liege entfernt hat.

Das Leben im Hier und Jetzt war etwas,

das ich von den Menschen in Brasilien

lernte. Und dann kam ich zurück ins wahre

Leben. Genau bei meiner Ankunft am

Flughafen.

Kennen Sie Leute, die Ihnen mit jeder Pore

ihrer selbst zu verstehen geben, wie wahnsinnig

wichtig sie sind? Leute, die ihr Handy

für so wichtig erachten, dass sie nicht

mal in der Lage sind, sich einen Fahrschein

zu ziehen? Kennen Sie solche Menschen?

Sehr gut. Mit genau solchen Leuten stand

ich unmittelbar nach meiner Ankunft im

Fahrstuhl. Ich grüßte freundlich lächelnd

mit einem „Guten Morgen“ (das hatte ich

in Brasilien so gelernt). Keine Reaktion.

Bis mir einer dieser Menschen plötzlich

in die Augen blickte. „Es ist Montag Kleiner,

das lernst auch du noch“. Ich erwähnte

schon, dass es Momente gibt, in denen ein

Satz Auswirkung auf Ihr ganzes Leben hat.

Das war so einer. Ich wusste im gleichen

Augenblick: Das mache ich nicht mit.

Zu Beginn dieses Artikels habe ich Ihnen

bereits etwas über Menschen erzählt, bei

denen immer alles schrecklich ist. Erinnern

Sie sich? Wissen Sie wie ich solche

Menschen nenne? Bewohner!

„Für dieses Gespräch

stehe ich nicht zur Verfügung.“

Wunsch nach Anerkennung

Im Grunde haben wir alle ja einen Wunsch.

Wir sehnen uns nach Aufmerksamkeit

und Anerkennung. Das Problem bei den

Bewohnern ist, dass sie dieses Grundbedürfnis

nur durch Jammern befriedigen.

Und nun erzähle ich Ihnen noch, warum

das so gefährlich für Sie ist. Denn Sie

sind die Summe der fünf Menschen, mit

denen Sie sich am meisten umgeben. Warum?

Da hat sich unser Gehirn etwas ganz

spannendes ausgedacht: Spiegelneuronen.

Spiegelneuronen sind Nervenzellen, die

beim Betrachten einer Situation ähnliche

Aktivitätsmuster zeigen, als würde man

die Situation selbst erleben. Ist das nicht

der Wahnsinn?

Betrachten wir also in unserem Job täglich

die genervten BewohnerKollegen und in

unserer Freizeit den unzufriedenen BewohnerFreund,

der abends erst mal drei

Bier braucht, um mit der Welt und der Gesamtsituation

klar zu kommen, was glauben

Sie passiert dann in Ihrem Gehirn?

Genau. Ihre Spiegelneuronen möchten

mitmachen. Das ist sogar wissenschaftlich

bewiesen. Eine Studie hat herausgefunden,

dass die fünf Menschen, mit denen wir uns

am meisten umgeben, Auswirkungen auf

unsere Persönlichkeit haben. Ob wir Raucher

oder Nichtraucher sind, uns gesund

ernähren. All diese Dinge. Spannend nicht

wahr?

Die Touristenklasse meckert

Und genau diese Tatsache bestätigen mir

auch die Passagiere in der ersten Klasse bei

meinen Flügen. Einer sagte zu mir: „Mit all

den Menschen die hier sitzen habe ich etwas

gemeinsam. Wir alle könnten uns über

die gleichen Dinge unterhalten, weil wir auf

dem gleichen mentalen Level sind.“

Und genau das konnte ich auch als Flugbegleiter

beobachten. Die Menschen in

der Touristenklasse schauen Filme und

tauschten sich lautstark über die grauenhaften

Erlebnisse ihres Urlaubs aus.

Dabei herrschte ein regelrechter Wettbewerb

darüber, wer das schlechtere Essen,

Wetter oder Hotel hatte. Dem Sieger, das

war gewiss, winkte die meiste Aufmerksamkeit.

Menschen in der FirstClass verbrachten

ihre Zeit nicht damit zu meckern,

sondern ihren Kopf mit Wissen zu füllen.

Die Passagiere dort lasen viel, hörten Hörbücher

oder sprachen über Fortbildungen.

In der Psychologie spricht man hier auch

vom Prinzip des Fächerns. Stellen Sie sich

vor, dass Sie mit einem Stück Karton Luft

in ein Lagerfeuer fächern. Was passiert?

Der Bereich, dem Sie Ihre Aufmerksamkeit

widmen, wird größer. Genauso ist es

mit Ihnen und den Bewohnern. Sie vermehren

sich nämlich indem sie mit Ihnen

sprechen. Wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit

zum größten Teil auf Bewohner richten,

dann…? Richtig, dann werden auch Sie

einer. Wollen Sie das?

Eine Geheimformel für Erfolg und Glück

habe ich nicht. Aber ich habe einen Anti-

Bewohner-Satz. Möchten Sie ihn hören?

„Für dieses Gespräch stehe ich nicht zur

Verfügung.“

Das mag hart klingen, ist aber nur Selbstschutz.

Seit über 15 Jahren beschäftige ich

mich damit, was Menschen wirklich erfolgreich

macht. Eines sage ich Ihnen:

Alle haben eines gemeinsam. Denn ausnahmslos

alle erfolgreichen Menschen, die

ich bisher getroffen habe, führen ein Leben

ohne… na ahnen Sie es?

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

17


Erfolg

10 Regeln

Headhuntern

Personalexperte Dr. Heinz Schannath beantwortet die wichtigsten

Fragen zum Umgang mit Personalberatern.

im Umgang mit

Sie sind grundsätzlich zufrieden

im Job, wären aber einem Karrieresprung

nicht abgeneigt?

Sie warten auf den Anruf eines

Headhunters, aber keiner ruft

an? Werden Sie selbst aktiv, ohne Fleiß

kein Preis!

Personalberater besetzen eine hohe Anzahl

von Führungspositionen im sogenannten

verdeckten Stellenmarkt, die der

Allgemeinheit verborgen bleiben. Vice

versa bleiben spannende Kandidaten, denen

es am richtigen Selbstmarketing fehlt,

für Personalberater verborgen. Selbst

exzellenten Verkäufern fehlt es bisweilen

am effizienten Selbstmarketing.

Gerade auf Managementebene ist die aktive

Bewerbung eines Kandidaten eher

selten, wenn die Not nicht entsprechend

groß ist. Der Manager von heute „wartet“

darauf, angesprochen zu werden. Das

geschieht einerseits aus Reputationsgründen,

andererseits aus der fehlenden Zeit,

Jobbörsen zu durchforsten.

Da das Gefundenwerden eine Art Lotteriespiel

ist, bei dem Sie bekanntermaßen nur

mit viel Glück gewinnen, nehmen Sie Ihr

Schicksal selbst in die Hand. Das geschieht

durch aktives Netzwerken, durch Veröffentlichungen,

aktive Tagungsteilnahme,

aber auch durch aussagekräftige Profile

bei XING oder LinkedIn. Vermeiden Sie

lieber ein Facebook-Profil. Beachten Sie:

Keine Google-Ergebnisse lassen eher darauf

schließen, dass Sie unwichtig sind und

über kein Netzwerk verfügen.

Und jetzt das Wichtigste: Vernetzen Sie sich

unbedingt mit dem „richtigen“ Personalberater.

Wie Sie diesen finden und wie Sie

sich im Umgang mit ihm verhalten sollten,

beschreiben die folgenden 10 Regeln zum

Umgang mit Personalberatern.

Ein Beispiel dafür, was ein guter Headhunter

bewerkstelligen kann, findet sich im Fußball.

Cristiano Ronaldo wechselte für eine Ablösesumme von

94 Mio. Euro von Manchester United zu Real Madrid. In

seinem neuen neuen Vertrag steht angeblich bei einem

erneuten Transfer eine Summe von einer Mrd. Euro.

Auswahl von und Umgang mit Personalberatern

1. Lassen Sie sich Personalberater mit hoher

Reputation aus Ihrem Branchenumfeld

empfehlen. Wählen Sie diejenigen, die

Ihnen mehrfach genannt werden.

2. Arbeiten Sie nur mit sehr gut in Ihrer

Zielbranche vernetzten Personalberatern

zusammen.

3. Vermeiden Sie, Karteileiche von großen,

nicht spezialisierten Beratungen zu werden.

4. Verteilen Sie Ihr Profil nicht per Schrotflinte

an dutzende Personalberatungen und

keinesfalls in einem einheitlichen Format,

welches ein Karriereberater vorgegeben

hat. (Unsere Datenbank ist voll damit.)

5. Suchen Sie den persönlichen Kontakt

zum Berater.

6. Seien Sie offen, ehrlich und loyal bezüglich

aller berufsrelevanten Aspekte,

verklausulieren Sie keine bereits erfolgte

etwaige Trennung vom derzeitgen Arbeitgeber.

7. Werden Sie misstrauisch, wenn Ihnen

Jobs auf dem Silbertablett serviert werden,

obwohl die Position eigentlich nicht passt.

Ein seriöser Berater „verkauft“ Ihnen keine

Position, sondern ist der diskrete Berater

zwischen suchendem Unternehmen und

wechselinteressiertem Kandidaten mit Berücksichtigung

aller Interessen.

8. Halten Sie den Kontakt zu Ihrem Berater

auf Branchenevents.

9. Teilen Sie wichtige Veränderungen mit,

aber nerven Sie nicht durch permanente

Kontaktaufnahme, der Personalberater

kommt zu gegebener Zeit auf Sie zu.

10. Schicken Sie dem Personalberater Ihrer

Wahl neben Ihrem CV eine vcf-Datei mit

Ihren Kontaktdaten und idealerweise integriertem

Foto, er wird es Ihnen danken.

Bild Dr. Schannath: Schannath; Bild Ronaldo: Maxisports

Nach erfolgreicher Managementkarriere im Finanzdienstleistungssektor gründete der promovierte Mathematiker und Kapitalmarktexperte

Heinz Schannath im Jahre 2003 die Personalberatung Dr. Schannath Executive Search. Mit Büros in Frankfurt, Hamburg

und Hannover hat er sich auf die Besetzung exponierter Positionen im Umfeld Kapitalmarkt/Kapitalanlage, Asset Management,

Alternative Investments, Real Estate und bAV spezialisiert. Zu seinen renommierten Kunden gehören Produktanbieter, Intermediäre

sowie institutionelle Investoren wie Versorgungswerke und Family Offices.

18 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


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Hochschule Fresenius

Sie kennen das Ziel,

wir ebnen den Weg!

WIR HELFEN DIR

BEI DER STUDIENWAHL.

DU ENTSCHEIDEST!

Betriebswirtschaft, Marketing und Management

haben sich als Studienfächer

durchaus bewährt. Sie erfreuen sich noch

immer einiger Beliebtheit und ermöglichen

bis heute einen soliden Berufseinstieg.

Wirklich neu sind sie aber nicht und

sie passen auch nicht immer zu den Menschen

dahinter und ihren Zielen. Wir sind

der Meinung, dass sie das aber müssen:

Bei uns studieren Individuen, die über die

Studienvorgaben hinausschauen dürfen

und ihr Studium aktiv um sich und ihre

Ideen gestalten können. Maximilian Faust

hat beispielsweise bei uns mit einem Bachelor

of Arts in Betriebswirtschaft abgeschlossen

und gemeinsam mit seinen

Eltern ein veganes Food-Truck-Unternehmen

gegründet. Nachhaltigkeit ist ihm

wichtig. Wie sich das wirtschaftlich umsetzen

lässt, lernt er in unserem Master

Sustainable Marketing & Leadership

(M.A.). „Es ist schon bemerkenswert,

dass ich in meinem Studium persönliche

Belange, wie die Standortfrage unseres

Trucks thematisieren kann und sogar

konstruktives Feedback bekomme!“, so

Faust. Denn: Verschiedene Projektstudien

beschäftigten sich explizit mit seinem Startup

und forschen dazu. „Die enge Verzahnung

zwischen Theorie und Praxis spielt

eine wesentliche Rolle im Master und

wird tatsächlich gelebt“, bestätigt Studiendekan

Prof. Dr. Dennis Lotter.

Das gilt für all unsere Studiengänge. Der

Master Energiemanagement richtet sich

unter anderem an Mitarbeiter von Versorgungsunternehmen.

Diese können nach

Abschluss des Studiums neue und intelligente

Energiekonzepte entwickeln und auf

diese Weise aktiv die Energiewende

in Deutschland mitgestalten

und vorantreiben.

Dabei reagiert unser Studienangebot

zuverlässig auf die Anforderungen und

Trends des Arbeitsmarktes. So bietet der

Bachelor Management und Ökonomie

im Gesundheitswesen seinen Studierenden

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nicht bei uns beginnt, begleiten

wir Sie und gestalten mit Ihnen Ihre

Karriere. 2017 starten erstmals zwei MBA-

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Abschluss richten, die sich auf Management-

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Auslandssemester und

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Maximilian Faust, erfolgreicher

Startup-Unternehmer, hat das

dazu nötige Wissen bei der

Hochschule Fresenius erlangt.

Bild: Faust

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Story

Bild: Marcel Remus, Bild Almudaina Kathedrale: Depositphotos

Marcel, wenn du an

deine Anfangszeit

auf Mallorca zurückdenkst,

war damals

abzusehen, dass du solchen

Erfolg haben würdest?

Hätte mir 2006 jemand gesagt, dass ich

so viel auf Mallorca drehe und

auch im deutschen Fernsehen

präsentieren darf, hätte ich

es nicht geglaubt. Auch

wenn ich heute erlebe,

mit welch hochinteressanten

Leuten ich jeden

Tag zu tun habe, was ich

für tolle Immobilienverhandlungen

habe,

wieviele schöne Orte

ich sehe, da muss ich

mich teilweise selbst

kneifen, weil ich nicht

glauben kann, was da so in meinem Leben

passiert.

Du bist nicht der einzige Immobilienmakler

auf der Insel, wie stehst du zur

Konkurrenz?

Generell rede ich nie von Konkurrenten,

für mich sind das liebe Kollegen.

Auch wenn mich manche nicht

leiden mögen, habe ich mit

keinem ein Problem. Natürlich

kommen übers Jahr

viele neue Makler dazu.

Andere brechen weg, weil

sie nicht den Umsatz machen,

den sie sich erhofft

hatten. Bei den großen

Projekten ist die

Fluktuation

besonders

hoch.

Langfristig gutes Geld zu

verdienen ist nicht einfach

aber es ist zu schaffen,

wenn man sich fokussiert

und einen Plan hat.

Wer dich Spanisch sprechen hört, hört

keinen Akzent, der verrät, dass du Deutscher

bist. Muss man denn Spanisch

sprechen, wenn man nach Mallorca auswandern

möchte?

Ich habe sehr schnell Spanisch gelernt, da

ich mit vielen spanischen oder mallorquinischen

Hauseigentümern zu tun hatte.

Auch für Behördengänge muss man sich

vernünftig audrücken können. Viele Deutsche

denken, sie könnten ohne Spanischkenntnisse

nach Mallorca auswandern,

da dort eh alle Deutsch sprechen würden.

Dem ist nicht so. Wenn ich auswandere,

in ein anderes Land gehe, dann ist es für

mich eine Frage des Respekts den Menschen

gegenüber, mich mit der Kultur und

dem Land zu befassen. Dazu gehört, dass

ich die Landessprache spreche, wenn ich

dort leben will.

Mallo

Wer auf Mallorca

eine Immobilie sucht,

kommt an TV-Makler

Marcel Remus nicht

vorbei. Seit zehn Jahren

lebt und arbeitet

er als Luxus-Immobilienmakler

auf Mallorca

und mit Franchisepartnern

in Deutschland.

20 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Story

Was macht Mallorca so attraktiv?

Palma de Mallorca entwickelt sich extrem

gut, weil es in Sachen Erreichbarkeit und

Infrastruktur perfekt aufgestellt ist. Auch

die Sicherheit, die hier herrscht, ist für meine

Kunden wichtig, gerade wenn sie Kinder

haben. Sie wollen sich im Urlaub entspannt

bewegen können. Die mediterrane Küche

und das Klima tun ihr übriges. Die Altstadt

von Palma ist wunderschön und sehr

beliebt. Im Hinterland kann es außerhalb

der Saison sehr still werden aber in Palma

herrscht das ganze Jahr buntes Treiben. Das

macht die Insel sehr beliebt bei den Deutschen

und internationalen Kunden.

Das Interview führte

Julien Backhaus.

Du lebst hier nun schon einige Jahre. Fühlst

du dich denn schon als Einheimischer?

Ich fühle mich nicht als Mallorquiner. Man

merkt, dass die Deutschen, Engländer und

Scandinavier, die hier ihr Business aufbauen,

bei weitem zielstrebiger ans Werk gehen

als die Einheimischen. Bei den alteingesessenen

Inselbewohnern herrscht eher die

mediterrane Gemütlichkeit vor. Da wird

Siesta gehalten und mit der Pünktlichkeit

und Zuverlässigkeit oft nicht so genau genommen.

Daran muss man

sich erst einmal gewöhnen.

Was würdest du denn

jemandem raten, der

gerne nach Mallorca

auswandern und hier ein

Geschäft aufbauen will?

Hier herrscht nicht immer

Sommer, Sonne, Sonnenschein.

Einige Auswanderer

sind zu blauäugig, wenn sie denken, sie

könnten sich mal eben hier ein Leben aufbauen.

Ich habe in den letzten Jahren viele

interessante Leute kommen und gehen

sehen. Einige haben einfach die Schwierigkeiten

unterschätzt, die die Insellage

mit sich bringt. Auch hier muss man sich

durchboxen, sich etablieren. Langfristig

gutes Geld zu verdienen ist nicht einfach

aber es ist zu schaffen, wenn man sich fokussiert

und einen Plan hat.

Geld ausgeben ist natürlich leichter als

verdienen.

Ja, das unterschätzen viele. Das schöne

Wetter und die Urlaubsstimmung lassen

das Geld locker sitzen, besonders, wenn

schon ab Mittag der Alkohol fließt. Ich

habe oft mit Leuten zu tun, die extrem

viel Geld haben. Da habe ich schon einige

erlebt, die sich einfach überschätzt

haben und bei den noch Reicheren mithalten

wollten. Eine Yacht, ein großes

Haus mit Porsche vor der Tür – alles

scheint erschwinglich. Die sind böse auf

die Schnauze gefallen. Mallorca hat viele

schöne Seiten, aber unter dem sorglosen

Gesicht der Urlaubsinsel sind Tücken

versteckt, die nicht zu unterschätzen

sind.

Vielen Dank, Marcel.

Bild: WTV

rcas Tücken

Marcel Remus ist einer der bekanntesten Mallorca-

Deutschen. Es war schwierig sich dort geschäftlich zu

etablieren. Im Interview verrät er, warum die meisten

damit scheitern.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

21


Story

Richard Branson

Die Virgin-Story

Auzug aus dem Buch „Setze dir größere Ziele!“

von Dr. Rainer Zitelmann

Heute gehört Richard Branson

zu den 300 reichsten

Menschen der Welt – sein

Privatvermögen wird von

Forbes auf 5,4 Milliarden

Dollar geschätzt. Angefangen hat er

als Schüler mit einer Schülerzeitung und

einem Schallplattenversand, den er Virgin

nannte. Heute umfasst sein Virgin-Imperium

zahlreiche Firmen, unter anderem

mehrere Fluggesellschaften, Mobilfunkanbieter,

Finanzdienstleistungsunternehmen

und mit Virgin Galactic auch ein Unternehmen,

das kommerzielle Weltraumflüge

organisieren und vermarkten will.

Als Branson die Schülerzeitung Student

gründete, bewies er schon, dass er sich

größere Ziele setzte, als dies normalerweise

Schüler tun, die eine Zeitung herausgeben.

Es gelang ihm, Interviews mit

so bekannten Persönlichkeiten wie dem

Philosophen Jean-Paul Sartre oder den

Musikern John Lennon und Mick Jagger

zu führen. „Ich war so voller Zuversicht,

dass ich nie innehielt, um mich zu fragen,

warum diese Leute mich bereitwillig über

ihre Türschwelle ließen und von Angesicht

zu Angesicht mit mir sprechen, und meine

Zuversicht muss ansteckend gewesen sein,

denn nur wenige gaben mir einen Korb.“

Auch in der Anzeigenakquisition war er

kreativ. Obwohl er zunächst kein eigenes

Büro hatte und von einem öffentlichen

Fernsprecher aus telefonierte, gelang es

dem 15-jährigen, große Firmen als Anzeigenkunden

zu gewinnen. Bald darauf

gründete er die erfolgreiche Plattenfirma

Sir Richard Branson

fing mit einem Schülermagazin an und

gehört mit seinen über fünf Milliarden

Dollar Vermögen heute zu den reichsten

Menschen Englands. Er gründete über

600 Unternehmen und wurde von der

Queen zum Ritter geschlagen.

Virgin und eine Kette mit Läden. Ende

1972 besaß Virgin schon 14 Schallplattenläden,

mehrere in London und einen in

jeder größeren Stadt des Landes. Branson

war damals erst 22 Jahre alt – die Schule

hatte er übrigens schon im Alter von 16

Jahren verlassen. Virgin wurde schon bald

eine der größten Schallplattenketten von

Großbritannien.

Branson suchte jedoch nach immer neuen

Herausforderungen – er sprudelte geradezu

vor neuen Ideen. Als er im Urlaub war

und sein Flug storniert wurde, ärgerte er

sich nicht einfach wie alle anderen Passagiere.

Kurzerhand charterte er für 2000

Dollar ein Flugzeug und teilte den Betrag

durch die Anzahl der Passagiere. Er lieh

sich eine Tafel und schrieb darauf: „Virgin

Airways. Einfacher Flug nach Puerto Rico

39 Dollar.“ Dass das so gut funktionierte,

brachte ihn später auf die Idee, eine eigene

Fluggesellschaft zu gründen. Als ihm

1984 ein junger amerikanischer Anwalt

einen Brief schrieb und ihm die Gründung

einer transatlantischen Fluggesellschaft

vorschlug, war er begeistert. Branson war

schon anfangs davor gewarnt worden, dass

die staatliche britische Gesellschaft British

Airways mit allen fairen und vor allem

auch mit allen unfairen Mitteln gegen einen

neuen Wettbewerber zu Felde ziehen

würde. Und so kam es dann auch. Dabei

erwies er sich immer wieder als äußerst

einfallsreich und kreativ. Im Juni 1986

startete British Airways eine Werbekampagne

und bot 5200 Billigtickets von New

York nach London an. Branson konterte

und schaltete sofort eine Anzeige mit dem

Wortlaut: „Es war schon immer Virgins

Devise, Sie zu ermuntern, für so wenig

Geld wie möglich nach London zu fliegen.

Also ermuntern wir Sie, am 10. Juni mit

British Airways zu fliegen.“

Branson verwirklichte in den folgenden

Jahren viele neue Ideen und gründete eine

Firma nach der anderen. Manche waren

erfolgreich, andere nicht. Aber wenn ihm

jemand eine neue Idee vortrug, reagierte

er erst einmal positiv, was ihm den Beinamen

„Dr. Yes“ eintrug. „Der Beiname

war offensichtlich entstanden, weil ich automatisch

auf jede Frage, Bitte oder jedes

Problem eher positiv als negativ reagiere.

Ich habe immer versucht, Gründe dafür zu

finden, etwas zu tun, wenn es wie eine gute

Idee erscheint, als dagegen.“

Bilder: Depositphotos, S.Buckley, Cover: Redline

22 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Story

»Ich war so voller

Zuversicht, dass ich

nie innehielt«

Sie

nennen

ihn

Dr.

Yes

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

23


Story

»Sex sells«

Jürgen von der Lippe

Herr von der Lippe, was

macht eigentlich einen

Komiker „komisch“? Es

gibt ja genügend Leute,

die sich so nennen, aber

gar nicht komisch sind.

Das liegt im Auge des Betrachters.

Wer nicht komisch

ist, wird sich in dem Beruf

auch nicht lange halten. Es

kommt eben darauf an, seinen

eigenen Stil zu finden

um sich zum einen von den

anderen zu unterscheiden

und zum anderen dem Publikum

einen Grund zu liefern,

just für einen Geld auszugeben,

das ist alles.

Sie brechen ja viele Tabus.

Haben Sie das schon als

Junge gemacht oder war

das irgendwann ein Handwerkszeug?

Wir können bei Freud nachlesen,

dass der Tabubruch

die sicherste Wirkmöglichkeit

bietet. Die Kunst dabei

ist, dass man nicht die Schwelle überschreitet,

die beim Zuschauer Widerwillen

hervorruft. Man könnte das auch „Timing“

nennen. Aber das ist natürlich eine

Binsenwahrheit, dass alles, was mit„bodily

functions“ also Verdauung, Sex und so

weiter zu tun hat, eben die Garant für

eine starke Wirkung ist. Es gibt natürlich

Leute, die das vermeiden, das kann jeder

halten, wie er will. Ich würde das auch gar

nicht mehr als Tabu bezeichnen, weil das

eben altbekannt ist.

In Ihrer Branche ist dieser Tabubruch

ziemlich normal, in anderen gar nicht

so gerne gesehen, wie zum Beispiel in

der Politik. Können die sich theoretisch

etwas bei Ihnen abgucken?

Man muss sehen, welche Dinge man vergleicht.

Politiker leben von ihrem Ansehen.

Das heißt, sie müssen „politically correct“

sein. Wenn man aber in die Werbung

guckt, heißt es „sex sells“. Die Werbung ar-

beitet mit diesen Dingen, weil bekannt ist,

dass die Leute auch unterbewusst darauf

ansprechen.

Es ist auch sehr interessant, wenn Sie Mnemotechniker

fragen. Gedächtnistechnik

Leute, die als Komiker erfolgreich sind und ihren

Beruf nicht gerne machen, das schließt sich eigentlich

gegenseitig aus, erklärt Jürgen von der Lippe im

Interview mit Julien Backhaus.

heißt, dass ich Begriffe oder Bilder, die ich

mir merken will, umsetze in Bilder, die ich

verknüpfe. Je gewalttätiger oder sexueller

aufgeladen so ein Bild ist, das ich mir mache,

desto besser hakt es sich fest.

Wenn man Sie auf der Bühne oder im

TV sieht, machen Sie den Eindruck, als

könnten Sie sich sehr gut beherrschen.

Ist das in allen Lebenslagen so? Also

fangen Sie nicht zu lachen an, bevor der

Witz zu Ende ist?

Doch, das ist eine Technik, die heißt „to

laugh a gag home“. Das machen viele auf

unterschiedliche Art und Weise. George

Burns hat zum Beispiel immer, wenn die

Pointe gekommen war, die Zigarre in den

Mund gesteckt und das ist so ein bisschen

wie ein Pawlow. Er hat also das Publikum

darauf hin dressiert: Wenn er sich die Zigarre

in den Mund steckte, wussten die

Leute: „Ah, das war komisch!“, auch wenn

sie es nicht verstanden hatten.

An Ihrem Erfolg lässt sich ablesen, dass

Sie Ihren Beruf gerne machen. Wie lange

sind Sie schon im Geschäft?

Ich arbeite jetzt seit 40 Jahren in diesem

Bereich.

Sind Ihnen in dieser langen

Zeit Leute untergekommen,

die diesen Beruf

nicht so gerne machen, wie

Sie selbst? Geben Sie solchen

Leuten etwas mit auf

den Weg?

Nein, das ist ja nicht meine

Aufgabe. Ich würde aber

auch nicht zustimmen, dass

ich Leute getroffen habe, die

in diesem Beruf erfolgreich

sind und ihn nicht gerne

machen. Das schließt sich

eigentlich aus.

Es ist auch nicht nur das

„gerne machen“. Man kann

auch einen Schritt weiter gehen.

Wir Schauspieler haben

ein bisschen mehr Exhibitionismus,

ein bisschen mehr

Harmoniebedürfnis. Wir

haben eine kleine Störung, verglichen mit

dem psychischen Mittelmaß, sind irgendwo

Junkies, Abhängige von der Liebe des

Publikums. Das kann man so sagen. Wir

haben alle einen kleinen Schuss und wer

diesen Schuss nicht hat, wird es eben nicht

so weit bringen. Mit einer einzigen Ausnahme

kenne ich auch niemanden, der dem

Pensionsdatum entgegenfiebert.

Ihr Kollege Eckhart von Hirschhausen

fordert ja Humor auf Rezept. Jetzt mal

ganz im Ernst: Wäre das was?

Das habe ich schon vor 18 Jahren gefordert,

in einer Glosse fürs Diners Magazin,

die dann leider doch nicht gedruckt wurde.

Das war so die Zeit, als die ersten Erkenntnisse

gesammelt wurden, was das Lachen

eigentlich bewirkt. Man braucht weniger

Schmerzmittel, es stärkt das Immunsystem

und den Kreislauf. Das sind alles Dinge,

die kann man nachschlagen. Eckhart hat

seine wunderbare und sehr erfolgreiche

Bild: Jonny Wen

24 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Story

Stiftung und die Aktion „Klinikclowns“,

das ist etwas, was sich weltweit durchgesetzt

hat. Dazu gibt es auch Studien, das

kann man alles nachweisen. Von daher

wäre die Forderung durchaus angemessen,

dass wir von den Kassen bezuschusst werden.

(lacht)

Sie legen generell sehr viel Wert auf eine

ordentliche Ausdrucksweise und Sie

haben auch Linguistik studiert. Sind

Komiker, die sich gewählt ausdrücken,

vielleicht sogar komischer? Ich denke da

an Heinz Erhard.

Na ja, wenn man eine Parodie auf gewählte

Sprache nimmt, würde mir weniger Heinz

Erhard als viel mehr Olaf Schubert einfallen.

Aber man kann natürlich auch mit

Verballhornung von Fremdwörtern arbeiten

wie Paul Panzer oder Helge Schneider

das auch manchmal gemacht haben.

Ich war zwar einige Jahre lang Deutschlehrer

aber ein Germanistikstudium ist natürlich

genauso wenig eine Voraussetzung

um Komiker werden zu können, wie alles

andere. Wir haben jede Menge Seiteneinsteiger

in diesen Beruf. Es ist eher so: Du

hast den Wunsch, Komiker zu werden

und wirst versuchen, das, was du vorher

gemacht oder gelernt hast, dir in diesem

Beruf nutzbar zu machen. Und ob du nun

Pilot warst oder KFZ-Mechaniker oder

Koch, wie bei Horst Lichter zum Beispiel,

natürlich fließt das ein. Aber grundsätzlich

ist Komiker ein Beruf der jedem, der diese

Passion mitbringt, offensteht.

Sie sind mehrfacher Bestseller-Autor.

Haben Sie Ihre Bücher noch im Schrank

stehen oder schon alle auf dem iPad?

Also, mit der e-Book-Reader-Technologie

arbeite ich natürlich schon aber meine Liebe

gilt den Büchern. Ich habe drei e-Book-

„Wir haben alle einen kleinen Schuss

und wer diesen Schuss nicht hat,

wird es eben nicht so weit bringen.“

Jürgen von der Lippe

Reader, davon auch einen, den man mit in

die Badewanne nehmen kann. Ganz einfach,

weil ich gerne meine eigenen Texte

in der Nähe habe, ohne ständig DIN A4-

Blätter mit mir rumzuschleppen. Ich habe

auch schon bei Lesungen den e-Book-Reader

benutzt, weil ich gerne einen Text, den

ich am Tag vorher geschrieben habe, einfach

ausprobiere. Deswegen betreibe ich ja

derzeit gerne Hallenshows mit normalem

Comedy-Programm und Lesungen im etwas

kleineren Rahmen parallel.

Vielen Dank, Herr von der Lippe.

Bild: Andre Kowalski

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

25


Story

Robin Schulz

Vom Arbeitslosen

zum Superstar

Die ungewöhnliche Erfolgsstory des erfolgreichsten deutschen DJs Robin Schulz.

Vom Arbeitslosen zum Musik-Millionär.

Bilder: Ben Wolf, Remus, Maximilian König, Warner Musik, Marcel Remus privat

Der erfolgreichste deutsche

DJ-Export kommt

aus Osnabrück und heißt

Robin Schulz. Seine Tracks

laufen auf der ganzen Welt

rauf und runter. Mit seinen Auszeichnungen

kann er einen Anhänger füllen. Mit

seinen 29 Jahren gilt der Produzent und DJ

schon heute als erfolgreichster deutscher

ClubAct aller Zeiten. Wie konnte Robin

Schulz vom Arbeitslosen zu einem der erfolgreichsten

DJs der Welt werden?

Kein Plan B

Schulz selbst beantwortet das mit Fleiß

und Glück. Und vielleicht auch durch

eine gewisse Alternativlosigkeit, denn für

den StarDJ gab es nie einen Plan B. Was

er beruflich machen würde, wenn er kein

26 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Story

erfolgreicher Musiker wäre? Musiker.

Schulz sagt, dass es für ihn nie eine Alternative

zu diesem Beruf gegeben hätte. Er

probierte nach seiner Schulzeit einiges aus,

allerdings ohne Erfolg. Somit verbrachte

er weiterhin die Tage und Nächte damit,

Musik zu mixen und tanzbare Tracks zu

entwerfen. Dabei scheute er sich nicht,

Songs von anderen Künstlern zu „leihen“

und diese in seinen Tracks zu verarbeiten.

Dass dies ein kluger Schachzug war, sollte

sich später herausstellen.

Wie alles begann

Die Leidenschaft zur Musik kam nicht

von ungefähr. Schon sein Vater war in den

80er Jahren renommierter Discjockey und

brachte seinem Sohn das Handwerk bei.

Geschenkt wurde dem jungen Robin jedoch

nichts. Im Alter von 17 Jahren sparte

er sich das Geld für die ersten eigenen

Plattenteller zusammen, mit denen er zu

experimentieren begann und auf Partys

auflegte. Nach seiner Schulzeit und ohne

Berufsausbildung zog er in eine kleine 46-

Quadratmeter-Wohnung innerhalb seiner

Heimatstadt Osnabrück – für ihn die tollste

Stadt der Welt. Dass er arbeitslos war und

vor dem Nichts stand, hinderte ihn nicht

daran, seinen Traum vom Profi-DJ eisern

zu verfolgen. Er schlug sich die Tage und

Nächte um die Ohren, um einen guten

Sound zu entwickeln. Oft genug schlief er

beim Arbeiten einfach ein – immer auf der

Suche nach dem richtigen Beat.

Der Durchbruch

Im Jahr 2013 folgte der lang ersehnte

Durchbruch. Unbeabsichtigt. Schulz hatte

gerade wieder einen Track gebaut, der

auf Grundlage des Songs „Waves“ des

niederländischen Rappers „Mr. Probz“

basierte. Nach den Verwendungsrechten

hatte Schulz jedoch nicht gefragt. Er lud

den fertigen Remix – wie all seine Kompositionen

– auf seine Soundcloud-Seite

hoch. Der Anruf des Managers von Mr.

Probz ließ nicht lange auf sich warten. Das

Management war allerdings so begeistert

von Schulz’ Remix, dass beide Parteien

eine gemeinsame Lizenzierung vereinbarten.

Dann ging alles ganz schnell. Bereits

im darauf folgenden Jahr veröffentlichte

er Nummereins-Hits und verkaufte Millionen

von Songs. Sein Vermögen durch

Verkäufe, Lizenzen, Konzerte und Werbeverträge

ist bisher unbekannt. Das ist der

kurzen Zeit geschuldet, die Robin Schulz

auf dem internationalen Parkett steht.

Das US-Magazin Forbes verrät aber, dass

es seine DJKollegen wie Avici oder David

Guetta locker auf Jahreseinnahmen von 10

Millionen Dollar und mehr bringen.

Sein Erfolgsgeheimnis

Aus den wenigen Interviews mit Robin

Schulz lässt sich sein Erfolgsgeheimnis ableiten:

Leidenschaftliche Disziplin. Schulz

tut das, was er liebt und ausgezeichnet beherrscht.

Und nichts weiter. Alles, was ihn

von seiner Leidenschaft – der Musik – abhält,

versucht er konsequent zu eliminieren.

Nicht einmal einen Führerschein hat

er gemacht. Zugegeben, damals war es dem

fehlenden Geld geschuldet. Heute ist Geld

kein Problem mehr, aber er setzt seine Priorität

voll und ganz auf die Musik. Ob Tag

oder Nacht, er sucht und bastelt den nächsten

Nummereins-Hit und legt auf den

größten Festivals der Welt auf. Nicht etwa,

weil er reich damit werden will. Geld, sagt

er, hat für ihn keine große Bedeutung. Seine

Motivation ist, ein neues musikalisches

Kunstwerk zu erschaffen, zu dem Leute

tanzen und Spaß haben. Und noch etwas

zeigt sich an Schulz‘ Erfolgsgeschichte:

Er beweist stets, dass er an positives Denken

– sprich Optimismus – glaubt. Dass

man durch eine negative Einstellung nicht

zu einem positiven Ergebnis gelangt, hielt

ihn auch dann bei der Stange, als die Zeiten

vor seinem Durchbruch arg wurden. Darum

ist der heute 29-jährige noch immer

bodenständig und heimatverbunden. Sein

Freund, der Immobilienmakler Marcel Remus,

sagt über ihn:

„Robin ist so erfolgreich, weil er trotz des

schnellen Ruhms total sympathisch und bodenständig

ist. Er ist extrem diszipliniert,

vergisst aber bei all dem Stress und der

harten Arbeit nicht die Menschen, die ihm

wichtig sind.“

Robin Schulz mit Freund Marcel Remus

auf Mallorca.

Großer Erfolg kommt dann, wenn nicht

das Geld oder der Ruhm, sondern die Sache

im Vordergrund steht. „Ich empfinde

Musik nicht als Arbeit“, sagte Schulz in

einem Interview. Menschen wie er, die ihre

Gabe zur Lebensaufgabe gemacht haben,

arbeiten nicht – sie erschaffen. Spiel es

noch mal, Robin.

Interview

»Ich habe immer

noch die selben

Freunde«

Du giltst heute schon als der erfolgreichste

deutsche Clubact aller Zeiten

– wie fühlt sich das an?

Es fühlt sich sehr gut an, obwohl ich natürlich

sagen muss, dass es viele Vorreiter und

Vordenker gab, ohne die heutzutage so ein

Erfolg gar nicht möglich wäre.

Inwieweit hatten deine Shows in aller

Welt Einfluss auf das neue Material?

Sie hatten sehr viel Einfluss. Ich durfte in

den letzten zwei Jahren so viel erleben und

habe sehr viele tolle Orte und Menschen

kennenlernen dürfen; natürlich beeinflussen

diese Erfahrungen und Erlebnisse automatisch

auch die Musik.

Die Tracks auf „SUGAR“ entstanden

auch auf deinen Reisen rund um den

Globus – kannst du dich noch erinnern,

wo du welchen Track gebaut hast?

Ich versuche, viele Ideen am Laptop zu

erarbeiten. Als erstes baue ich Beats oder

ein Gerüst, dafür suchen wir dann Songs,

Sänger etc. Später gehe ich dann aber

nochmal in ein großes Studio. Eigentlich

hätte ich mein neues Album auch „Lufthansa“

nennen können – so viel, wie ich

in der vergangenen Zeit im Flieger saß.

Ich bin teilweise im Flugzeug während der

Arbeit eingeschlafen, und nach mehreren

Stunden mit Laptop und laufendem Beat

aufgewacht...

Was inspiriert dich zu deinen Tracks?

Meine Reisen, Emotionen und natürlich

die Dinge, die ich jeden Tag erlebe. Musik

zu produzieren, hat für mich viel mit der

Stimmung zu tun, in der ich mich gerade

befinde. Die meisten meiner Tracks entstehen

dabei abends.

Bei all deinen Awards, Verkaufszahlen,

Statistiken: Worauf bist du bis hierher

am meisten stolz?

Dass ich immer noch dieselben Freunde

habe. Und dass man sieht dass mit Musik

alles möglich ist.

© Warner Music Interview 9/2015

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

27


Story

Neuerfindung

des Erfolgs

Arianna Huffington

Was ist falsch an unserer gängigen Definition

von Erfolg?

Wir definieren Erfolg im Moment fast nur

über Geld und Macht. Das geht so weit,

dass die Begriffe Erfolg, Geld und Macht

praktisch synonym verwendet werden.

Um erfolgreich zu sein, nehmen wir Überarbeitung,

Schlafmangel und Burnout in

Kauf. Und nicht nur das: Wir tragen diese

Selbstausbeutung geradezu wie eine Auszeichnung

vor uns her! Wir richten uns

freiwillig zugrunde. Kurzfristig kann dieser

„Erfolg“ funktionieren – zumindest kann

es nach außen hin so aussehen. Auf längere

Sicht aber sind Geld und Macht alleine wie

ein Hocker mit zwei Beinen – man kann

eine Zeitlang darauf balancieren, doch irgendwann

verliert man das Gleichgewicht.

Um das Leben zu leben, das wir wirklich

wollen und auch verdienen, und nicht nur

das, in dem wir uns eingerichtet haben,

brauchen wir eine Dritte Größe, einen

dritten Maßstab für Erfolg, der über die

beiden Größen Geld und Macht hinausgeht

und auf vier Säulen ruht: Wohlbefinden,

Weisheit, Staunen und Schenken.

Wie sind Sie auf dieses Problem aufmerksam

geworden?

Mir selbst wurden ganz abrupt am 6. April

2007 die Augen geöffnet. Ich weiß nur

noch, dass ich am Morgen dieses Tages in

meinem Büro zu Hause in einer Blutlache

aufwachte – meinem eigenen Blut, wie

sich herausstellte. Ich war völlig erschöpft

und übernächtigt zusammengebrochen.

Im Fallen war ich mit dem Kopf gegen die

Schreibtischkante gestoßen, hatte mich

am Auge verletzt und mir das Jochbein

gebrochen. In den nächsten Tagen machte

ich die Erfahrung, dass man in den Wartezimmern

von Ärzten gut nachdenken

kann. Ich fragte mich: Ist dies das Leben,

das ich wirklich will? Auf welche Art von

Erfolg bin ich aus? Seit der Gründung der

Huffington Post zwei Jahre zuvor hatte ich

sieben Tage die Woche achtzehn Stunden

am Tag gearbeitet. Ich war erfolgreich in

Dingen, die eigentlich bedeutungslos sind.

Und parallel dazu erlebte ich einen Niedergang

– buchstäblich – bei allem, was

wirklich zählt. Mein Leben, so wurde mir

klar, war außer Kontrolle geraten. Es ging

mir nicht gut.

Wie haben Sie Ihr Leben nach dieser

Erfahrung geändert?

Natürlich hat man nie das Gefühl, gerade

wirklich Zeit zu haben, um sein Leben zu

ändern. Doch mir wurde klar,

dass jeder Augenblick

dafür der richtige ist.

Also begann ich, täglich

einige Übungen

zu machen, um bei

der Stange zu bleiben.

Ich erneuerte

meine entfremdete

Beziehung zum

Schlaf – tatsächlich

wurde ich zu einer

Eines Tages wachte ich

in meinem Büro in einer

Blutlache auf - ich war

vor Erschöpfung

und Übernächtigung

zusammengebrochen.

Jüngerin des Schlafens. Ich begann zu meditieren.

Ich dachte sehr viel genauer darüber

nach, wie ich Zeit einbauen könnte,

um Kräfte zu sammeln.

Was geschah, als Sie 2013 am Smith

College über dieses Thema sprachen?

Sechs Jahre nach meinem Aha-Erlebnis

dachte ich in einer Commencement Speech

am Smith College laut über all diese

Dinge nach. Statt Wege aufzuzeigen, um in

der Welt, in die sie jetzt eintraten, erfolgreich

zu sein, bat ich die Absolventinnen,

Erfolg neu zu definieren. Bevor sie ihren

Platz an der Spitze der Welt einnehmen

würden, sollten sie diese Welt verändern.

Ganz offensichtlich hatte ich damit einen

Nerv getroffen. Viele reagierten auf die

Rede, die Absolventinnen ebenso wie Leser

in den nächsten Wochen. Dadurch wurde

mir klar, wie vielen Menschen daran gelegen

ist, Erfolg und das, was ein „gutes Leben“

ausmacht, neu zu definieren.

Und Sie glauben, dass wir jetzt die

kritische Masse für eine Veränderung

erreicht haben?

Ja, ganz sicher. Zum Beispiel haben sich

in diesem Jahr viele Unternehmensführer

und Topmanager als Anhänger von Meditationstechniken

geoutet, als Menschen,

die in sich gehen. Im Grunde war 2013 das

Jahr, in dem Meditation und Achtsamkeit

endlich aufhörten, als irgendwie exzentrisch,

irgendwie NewAge und definitiv

kalifornisch zu gelten, und voll und ganz

im Mainstream ankamen.

Glauben Sie, dass Unternehmen die Notwendigkeit

dieser Veränderung sehen?

Wenn wir uns die heutige Geschäftswelt

anschauen, fallen zwei völlig gegensätzliche

Entwicklungen auf: Zunächst einmal

sehen wir sehr viel Burnout: eine Unternehmenskultur,

die von Quartalseinnahmen

und kurzfristigen Gewinnen besessen

ist. Daneben aber zeigt sich auch ein

wachsendes Problembewusstsein, wenn es

um die Auswirkungen geht, die Stress am

Arbeitsplatz auf das Wohlbefinden der Beschäftigten

– und auf die Ertragslage eines

Unternehmens – hat. Immer mehr Firmen

merken, dass das, was für uns als Individuen

gut ist, auch gut ist fürs Geschäft:

28 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Story

Arianna Huffington

ist eine US-amerikanische Sachbuchautorin

und Journalistin

griechischer Herkunft. Sie ist Mitbegründerin

und Chefredakteurin

der Online-Zeitung The Huffington

Post. Aufgrund ihres Einflusses als

politische Blog-Autorin wurde sie

als „Citizen Huff“ und „die Königin

der Blogger“ bezeichnet.

dass die Gesundheit der Beschäftigten und

der Unternehmensgewinn untrennbar

miteinander verbunden sind.

Warum legen Sie so großen Wert auf

Schlaf?

Schlaf, oder wie wenig wir davon bekommen,

ist zum Symbol unserer Leistungsfähigkeit

geworden. Dabei gilt Schlafentzug

aus gutem Grund als eine Form der Folter.

Schlafentzug mindert die emotionale Intelligenz,

das Selbstwertgefühl, den Unabhängigkeitssinn,

Empathie, positives Denken

und die Impulskontrolle. Natürlich ist

fehlender Schlaf auch mit Stress und einem

höheren Risiko verschiedener Erkrankungen,

etwa Herzkrankheiten, verbunden.

Schlafmangel war ein bedeutsamer

Faktor beim Untergang der Exxon Valdez,

der Explosion der Raumfähre Challenger

und den Atomunfällen in Tschernobyl und

Three Mile Island bei Harrisburg.

Und warum ist Großzügigkeit für Sie so

wichtig?

Großzügigkeit spielt eine so große Rolle

bei der Neudefinierung von Erfolg und

beim eigenen Wohlergehen, weil ihre

Veränderungskraft in beide Richtungen –

zum Schenkenden und zum Beschenkten

– fließt. Eine Studie der Harvard Business

Schlafentzug gilt aus

gutem Grund als eine

Form der Folter.

School ergab, dass Spenden für wohltätige

Zwecke ähnliche Auswirkungen auf unser

subjektives Wohlbefinden haben wie

eine Verdoppelung des Haushaltseinkommens.

Und letztes Jahr zeigte eine Untersuchung,

dass freiwillige Sozialarbeit

mit geringerer Neigung zu Depressionen,

stärkerem Wohlbefinden und einer signifikanten

Senkung des Mortalitätsrisikos

korreliert. Ein weiterer wichtiger Aspekt

von Großzügigkeit ist das Danken. In

einem Zustand ständiger Dankbarkeit zu

leben, ist das Tor zur Leichtigkeit. Grace

und gratitude, die englischen Ausdrücke

für Leichtigkeit und Dankbarkeit, haben

dieselbe lateinische Wurzel gratus. Wann

immer wir uns in einer Situation befinden,

in der wir am liebsten die Welt anhalten

und aussteigen möchten, können wir uns

daran erinnern, dass es einen anderen Weg

gibt, und uns der Leichtigkeit öffnen. Der

andere Weg beginnt oft damit, dass wir

uns einen Moment Zeit nehmen, um für

diesen Tag dankbar zu sein, dafür, dass wir

am Leben sind – für irgendetwas.

Wir kennen jetzt die Lösung – wie setzen

wir dieses Wissen in die Tat um?

Unser Wissen und unsere Weisheit in Handeln

zu überführen, erfordert nicht viel.

Der Einstieg ist egal – die östlichen spirituellen

Traditionen haben kein Monopol

darauf, wie man sich die eigene Weisheit

zunutze macht. In Wahrheit braucht es gar

keine spirituelle Tradition, um Achtsamkeit

und all das Gute, was sie mit sich bringt, zu

genießen. Wenn Sie keine Lust auf Meditation,

Gebet oder Kontemplation haben,

dann gehen Sie doch einfach angeln! Es

kommt darauf an, eine regelmäßige Aktivität

zu finden, die Ihren Geist darin übt,

ruhig, vollkommen präsent und mit Ihrem

Ich verbunden zu sein und regelmäßige

Pausen in den Alltag einzubauen – einfach

nur zu atmen und die Verbindung zum

Atem, zum Aus und Einatmen zu spüren.

Wir wissen, dass es uns gut geht, wenn wir

uns immer wieder daran erinnern, dass

das Leben von innen nach außen geformt

wird – eine Erkenntnis, die spirituelle Lehrer,

Dichter und Philosophen seit Jahrtausenden

verkünden und die die moderne

Naturwissenschaft jetzt bestätigt.

Bild: Art Streiber, Cover: Riemann Verlag

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

29


Story

Trainiere

Entsc

Arnold

Schwarzenegger

hat in seinem Leben nahezu

alles erreicht. In seinem

Erfolgsstreben hat er sich verschiedene

Methoden zunutze

gemacht, um seine Ziele zu

erreichen.

30 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Story

n Sie Ihren

heidungs-Muskel

Von Dr. Rainer Zitelmann

Bilder: Depositphotos, Miromiro

Kennen Sie das auch? Sie sitzen mit jemandem

im Restaurant und der Ober will die

Bestellung aufnehmen. „Einen Moment

noch, ich bin noch nicht so weit.“ Der

Gast fragt die anderen am Tisch, was sie

denn essen. So, als ob ihm das einen Hinweis

darauf gibt, auf was er selbst denn

heute Appetit hat. Er hört verschiedene

Empfehlungen, aber ihm fällt es schwer,

sich zu entscheiden. Auf der Speisekarte

hat er ein Gericht entdeckt. Als der Ober

zurückkehrt, ist er immer noch nicht entschieden.

Er fragt ihn nach Gericht Nr. 18

auf der Speisekarte: „Schmeckt das denn?“

Ich weiß nicht, welche Antwort der Gast

nun von dem Ober erwartet. Vielleicht:

„Nein, in der Regel müssen sich die Gäste

danach übergeben, aber wir haben

es dennoch mal auf die Speisekarte genommen.“

Nun ja, der Ober versichert,

dass das ganz ausgezeichnet schmecke,

aber der Gast hat sich immer noch nicht

entschieden. Denn da gibt es noch viele

andere Gerichte auf der Speisekarte…

Schließlich gibt er doch eine Bestellung

auf, aber schon nachdem er bestellt hat,

kommen Zweifel hoch: War das richtig?

Hätte er sich nicht vielleicht besser für

etwas Anderes entschieden? Noch beim

Essen grübelt er darüber nach, ob ihm

nicht eine andere Speise vielleicht doch

besser geschmeckt hätte. Jedenfalls hat er

damit ein Thema für die Konversation mit

seinem Tischnachbarn.

Werden Entscheidungen besser, wenn wir

sehr lange darüber nachdenken? Zweifel

sind erlaubt. Arnold Schwarzenegger

nennt am Ende seiner Autobiografie „Total

recall“ zehn Grundregeln für ein erfolgreiches

Leben. Es ist die Quintessenz einer

der erstaunlichsten Erfolgsgeschichten, die

es je gab. Gleich an zweiter Stelle kommt

bei Schwarzenegger ein Ratschlag, der

manchen vielleicht erstaunen wird: „Denk

nicht zu viel nach“.

Das solle nicht heißen, so Schwarzenegger,

dass man sein Gehirn nicht benutzen solle.

„Aber manche Dinge muss man instinktiv

angehen. Wenn man nicht immer alles

analysiert, schüttelt man den ganzen Müll

ab, der einen belastet und niederdrückt.

Den Verstand abzuschalten ist eine Kunst.“

Menschen, die zu viel über eine Sache wissen,

neigten dazu „unbeweglich zu werden

und zu erstarren. Je mehr man weiß, desto

„Denk nicht

zu viel nach“

Arnold Schwarzenegger

länger zögert man, und deshalb vermasseln

es auch die klügsten Menschen manchmal

gewaltig.“ Wirklich kluge Menschen wissen

das übrigens. Das, was Schwarzenegger

hier schreibt, sagte in anderen Worten

kein Geringerer als Johann Wolfgang von

Goethe: „Wer lange bedenkt, der wählt

nicht immer das Beste.“

Die amerikanischen Forscher Timothy D.

Wilson und Jonathan W. Schooler zeigten

schon in den 90er Jahren, dass „mehr

nachdenken“ nicht unbedingt zu besseren

Entscheidungen führen müsse. Sie verglichen

zwei Gruppen – die eine entschied

sich spontan, ohne die Gründe dafür zu

reflektieren. Die andere Gruppe musste

dagegen ausführlich reflektieren und begründen,

warum sie sich so entschieden

habe. Die Ergebnisse der „schnellen“ und

spontanen Entscheidungsprozesse waren

besser als diejenigen, die über die Gründe

reflektiert hatten.

Haben Sie das auch schon erlebt? Sie haben

immer und immer wieder hin und

herüberlegt und waren sich unsicher, wie

Sie sich entscheiden sollen. Schließlich haben

Sie sich dann entschieden. War diese

Entscheidung wirklich besser, als wenn

Sie sich früher entschieden hätten? Wie

lernen wir, schnelle Entscheidungen

zu fällen? Wir müssen vor allem genau

wissen, was wir wollen und wonach wir

suchen. Wenn wir das nicht so genau

wissen, wird es uns schwerer fallen, uns

in konkreten Situationen schnell zu entscheiden.

Entscheidungen fallen uns sehr viel

leichter, wenn wir ein klares Wertesystem,

klare Prinzipien haben. Prinzipien

erleichtern unsere Entscheidungen,

weil wir nicht lange nachdenken müssen.

Schließlich hilft es auch, wenn wir uns

über die Prioritäten völlig klar sind. Haben

wir klare Prioritäten festgelegt, dann

können wir uns in jedem Fall sehr viel

schneller entscheiden, weil wir wissen, was

Vorrang hat und was erst an zweiter oder

dritter Stelle folgt.

„Es ist besser, unvollkommene Entscheidungen

durchzuführen, als beständig nach

vollkommenen Entscheidungen zu suchen,

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

31


Story

Bilder: Depositphotos, Nelson, Zitelmann

„Manche Dinge

muss man instinktiv

angehen . . . Den

Verstand abzuschalten

ist eine Kunst.“

Arnold Schwarzenegger

Dr. Rainer Zitelmann

ist Autor von 18 Büchern, die in viele

Sprachen übersetzt wurden. Er verdiente

als Unternehmer und Immobilieninvestor

Millionen und ist außerdem ein engagierter

NaturalBodybuilder.“

die es niemals geben wird“, sagte

Charles de Gaulle, der legendäre

französische General und Staatsmann.

Wir müssen immer wieder Entscheidungen

treffen, ohne alle

Informationen verarbeiten zu

können, die dafür „eigentlich“

notwendig wären. Wer jedoch

wartet, bis er alle Informationen

hat, verbringt oft zu lange mit

der Entscheidungsfindung und

verpasst den richtigen Zeitpunkt.

Und die Entscheidung wird meistens

auch nicht dadurch besser,

dass man noch die fehlenden zehn

Prozent an Informationen hat.

Manchmal ist einfach Perfektionismus

der Grund, warum sich

Menschen nicht entscheiden

können. „Einer meiner Freunde

hat 20 Jahre lang auf die perfekte

Frau gewartet; als er ihr begegnet

ist, musste er leider feststellen,

dass sie nur auf den perfekten

Mann wartete“, so Warren Buffett, einer

der reichsten Menschen der Welt. Perfektionismus

ist gut, so weit er uns anspornt,

wirklich unser Bestes zu geben. Er wird

zum Hemmschuh, wenn er eine Ausrede

dafür wird, warum wir immer wieder zaudern

und zögern und keine Entscheidung

treffen. Ist es nicht besser und realistischer,

einfach zu akzeptieren, dass weder Sie selbst

jemals perfekt für eine Entscheidung vorbereitet

sind noch die äußeren Gegebenheiten

für eine Entscheidung jemals perfekt sein

werden? Wenn Sie auf beides warten, dann

geht es Ihnen wie Buffetts Freund.

Orison Swett Marden, amerikanischer Unternehmer

und Erfolgsautor, stößt in das

gleiche Horn wie Arnold Schwarzenegger,

wenn er schreibt: „Wenn mich jemand

fragt, wie ich seine Erfolgsaussichten im

Leben einschätze, versuche ich, etwas über

die Entscheidungsfähigkeit des Betreffenden

herauszufinden. Wenn jemand in

der Lage ist, sich schnell, energisch und

endgültig zu entscheiden, bin ich mir sehr

sicher, dass er sich durchsetzen wird.“

Entscheidungsschwäche ist stets Ausdruck

von Angst. Wer sich nicht entscheiden kann,

vertraut nicht seiner eigenen Urteilsfähigkeit

und hat Angst vor Fehlern. Meist ist es

jedoch besser, sich zu entscheiden, als eine

Entscheidung allzu lange herauszuzögern.

Es ist ja nicht schlimm, wenn wir Fehler machen,

denn wir lernen aus ihnen und können

sie korrigieren. Wir können uns daran

gewöhnen, zügig Entscheidungen zu fällen.

Natürlich müssen wir vor einer Entscheidung

nachdenken und abwägen, aber Nachdenken

und Zaudern sind zweierlei. Haben

Sie eine Entscheidung getroffen, dann sollten

Sie dabei so lange bleiben, bis wirklich gewichtige

Tatsachen oder Entwicklungen Anlass

geben, sie zu überdenken.

Es gibt zwei Arten von Menschen: Die einen

wollen vor allem Misserfolge vermeiden,

das sind die MisserfolgsVermeidungsmenschen.

Die anderen wollen vor allem

Dinge richtig machen. MisserfolgsVermeidungsmenschen

streben selten nach außergewöhnlichen,

exzellenten Leistungen.

Sie gehen grundsätzlich so wenige Risiken

ein wie nur möglich. Ihr ganzes Denken

ist darauf ausgerichtet, möglichst nichts

falsch zu machen. Gedanklich

beschäftigen sie

sich vor allem mit den

Konsequenzen möglicher

Fehlschläge.

Gern orientieren sich diese

Menschen daran, was alle

anderen machen. Denn,

so ihr Kalkül, wenn etwas

schieflaufen sollte, dann

können sie sich gut darauf

berufen, dass sie ja auch

nichts Anderes gemacht hätten als die

anderen. Und sie hoffen dann, dass jeder

Vorgesetzte den Fehlschlag akzeptieren

wird, denn wer kann schon erwarten, dass

man klüger ist als alle anderen?! Erfolgsmenschen

denken und handeln anders.

Natürlich versuchen auch sie, Fehler zu

vermeiden, aber das steht bei ihnen nicht

im Mittelpunkt. Sie wissen, dass sie sogar

mehr und größere Fehler machen müssen,

um schließlich Erfolg zu haben. Sie orientieren

sich weniger daran, was alle anderen

machen, als daran, was sie selbst für richtig

halten. Zu welcher der beiden Gruppen

gehören Sie und wollen Sie gehören?

Entscheidungen zu fällen, kann man lernen.

Beginnen Sie mit kleinen Dingen

im Alltag: Zwingen Sie sich, rasch zu entscheiden.

Mit der Entscheidungsschwäche

und der Entscheidungsstärke ist es wie mit

einem Muskel: Wird der Muskel intensiv

und häufig genug trainiert, wird er stärker.

Prüfen Sie sich einmal selbst: Waren wirklich

die Entscheidungen, für die Sie am

längsten brauchten, die besten?

Geben Sie der Sache doch einfach mal eine

Chance: Schwarzeneggers Erfolgsregel

Nummer 2: „Denke nicht zu viel nach“, ist

sicher nicht in allen Lebenssituationen der

richtige Ratschlag, aber doch in sehr vielen.

Probieren Sie es doch zuerst bei einfachen

Dingen wie bei der Essensbestellung

in einem Restaurant.

32 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Vermögen

Ashton

Kutcher

Wie er aus

30 Millionen

250 Millionen

machte

Bild: Depositphotos, Jean Nelson

Dass Ashton Kutcher einer der bekanntesten

und bestbezahlten Schauspieler

ist, ist kein Geheimnis. Dass Kutcher Firmenanteile

an 70 Unternehmen im Wert

von einer Viertelmilliarde Dollar hält,

schon eher. Dazu gehören Uber, Skype,

Airbnb, Spotify und Pinterest.

Was Kutcher von Rapper 50 Cent lernte

Aufmerksam auf die Beteiligungsbranche

ist Kutcher geworden, als er gerade einen

Werbedeal mit Nikon machte. Das läuft

immer gleich ab. Die Marke bucht einen

Star, um als Testimonial für ein neues

Produkt zu werben. Dafür gibt es ein

Honorar – Kutcher bekommt je nach Vertrag

bis zu zehn Millionen Dollar (wie im

Falle von Lenovo). Kutcher bekam Wind

davon, dass Rapper 50 Cent vor einem

Jahrzehnt Firmenanteile am VitaminwasserHersteller

Glaceau dafür erhalten

hatte, als Testimonial aufzutreten. 50

Cent bekam also kein Honorar, sondern

Anteile. Gut für ihn, denn 2007 kaufte

die CocaCola Company den VitaminwasserHersteller.

Das brachte dem Rapper

schätzungsweise 100 Millionen Dollar

Profit für seine Anteile ein.

Kutcher, der TechProfi

Als Kutcher die Macht der Beteiligung

verstand, wollte er alles darüber wissen,

wie man sich Anteile an jungen Unternehmen

sichert. „Das macht einfach so viel

mehr Sinn“. Tatsächlich hat er sich in den

folgenden Jahren den Ruf erarbeitet, sich

perfekt in der Startup und Digitalszene

auszukennen. Er spricht fließend „digital“.

Auf einer Forbes U-30-Konferenz debattierte

eine halbe Stunde mit Experten

über die besten Wege, Webtraffic und

Onlinewerbebudgets zu optimieren.

Kutcher entwickelte einen guten Riecher

für Investments. 2009 gab er Skype eine

Million Dollar für Anteile. Als Microsoft

eineinhalb Jahre das Unternehmen aufkaufte,

waren seine Anteile plötzlich vier

Millionen wert. Heute investiert Kutcher

mit seiner Firma AGrade sogar Geld mit

anderen Großinvestoren zusammen. So

investierten sie 2,5 Millionen in Airbnb –

die Anteile sind heute 90 Millionen wert.

Oder eine halbe Million in Uber – die

Anteile sind heute 60 Millionen wert.

Kutcher konnte aus 30 Millionen bisher

250 Millionen Dollar machen. Tendenz

steigend.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

33


Vermögen

Alex Fischer

Wohlstand: Sei ein

Alex Fischer spricht

im Interview mit Julien

Backhaus über seine

Erfolgsstrategie

Alex, es gibt Menschen, die kommen

über die Runden und Menschen, die verdienen

mehr, als sie je ausgeben könnten.

Du gehörst zur zweiten Sorte. Ihr seid

doch bestimmt mit besseren Genen ausgestattet

und hattet eine Kindheit mit

Privatschule oder?

Wenn finanzieller Erfolg etwas mit dem

Genpool zu tun hätte, dann würde ich heute

wie ein Beamter verdienen: Meine Eltern

sind nämlich beide Lehrer. Ich habe auch

keine Privatschule genossen, dafür habe

ich aber bayerisches Abitur absolviert. Ich

habe auch nie ein Studium auf einer Hochschule

belegt, da mir die praktische Anwendbarkeit

immer sehr wichtig war.

Tatsächlich hast Du aber mit Deiner Frage

schon Recht: Finanzieller Erfolg hat sehr

viel mit Wissen über Finanzen, Geld, Immobilien,

etc. zu tun. Leider wird dieses

Wissen jedoch nicht an der Schule oder

Uni gelehrt, man bekommt es nur von

Leuten, die aus der Praxis sind

und es vorgemacht haben.

Dort habe ich mein Wissen

her. Ich hatte bis zu

29 Mentoren, die ich

bei viel Kaffee wie

eine Zitrone ausgequetscht

habe um an

das wertvolle Wissen

zu kommen.

Die einzelnen

Empfehlungen

habe ich alle in

der Praxis persönlich

getestet,

manche noch verbessert und einige

selbst herausgefunden. Die Quintessenz

davon habe ich in meinem Buch „Reicher

als die XXXXXX“ veröffentlicht.

Als ich begann das Buch zu schreiben,

fiel mir eine Sache ein, die ich bereits vor

Jahren entschieden hatte: Ich wollte eines

Tages meinem Sohn eine Art Wissensvermächtnis

machen. Angenommen, der

liebe Gott würde zu mir sagen „Alex, Du

hast 450 Seiten um alles Wichtige reinzuschreiben

was Du Deinem Sohn mitgeben

möchtest, was stünde darin?“ Also habe

ich das gesamte Buch nochmal überarbeitet

und auf ein sehr persönliches Niveau

angehoben. Darum ist dieses Buch

für mich auch eine Herzensangelegenheit,

denn das Leben ist zu kurz als dass

jede einzelne Person das ganze Wissen im

Laufe seines Lebens für sich selbst herausfinden

bzw. erforschen muss. Und es gibt

meiner Meinung nach kein Buch, das alle

Kettenglieder des persönlichen und finanziellen

Erfolgs beschreibt. Die meisten Bücher

beschreiben nur Einzelsegmente wie

Marketing, Verkauf, Kontaktaufbau, etc.

Darum dieses Buch.

Eines der Kapitel in deinem Buch heißt

„Geldmagnet“. Kann man tatsächlich ein

Magnet für Wohlstand werden?

Das ist eine sehr interessante Frage. Ich

hätte es selber nicht für möglich gehalten.

Einer meiner weisesten Mentoren aus den

USA hat mir einst das Prinzip erklärt. Ich

habe die Gesetze zum „Geldmagnetismus“

über 20 Jahre getestet und kann nun sagen,

dass ich weiß, wie der Hase läuft.

Ich bekomme täglich Erfolgsberichte

von Leuten, die mir sagen, dass es nahezu

gruselig ist, wie der Geldmagnet,

wie ich es in meinem Buch

beschrieben habe, funktioniert.

Es würde aber zu weit

führen, hier das komplette

Prinzip des Geldmagneten zu

erklären.

Man hat ja schon oft gehört, dass

man das anzieht, was einem im

Kopf vorgeht. Warum fällt es einem so

schwer, sein Denken zu verändern?

Viele beziehen sich hierbei auf das sogenannte

Gesetz der Anziehung. Ich per-

34 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Vermögen

Alex Fischer im Gespräch

mit Julien Backhaus.

Geldmagnet

sönlich halte das für gefährlich. Es ist zwar

wahr, dass man nur das bekommen kann,

was man sich auch vorstellen kann, aber

nur durch das Visualisieren von Zielen

wird einfach nichts passieren.

Was den Erfolg ausmacht,

sind zwei Punkte:

1. Man muss das Ziel klar

vor sich sehen können, als

wenn es schon erreicht wäre.

Es darf keine Verallgemeinerungen

oder „Vielleichts“

enthalten.

2. Dann muss man das Ziel (Achtung:

Auch hier muss man wissen, was überhaupt

ein Ziel ist.) mit Energie versorgen.

Aus dem Physikunterricht wissen wir, dass

Materie nichts anderes als zusammengepresste

Energie ist. Ein Beispiel dafür ist

das Metall Uran, das die Eigenart besitzt,

instabile Materie zu sein, die man durch

leichte Aktivierungsenergie wieder in den

Energiezustand zurückversetzen kann,

welches dann zu einer Explosion führt. Es

ist also enorm wichtig zu wissen, welche

Aktionen man machen muss und wie man

ein Ziel richtig energetisiert. Auch muss

man erkennen lernen, ob man Fortschritte

macht oder ein totes Pferd reitet.

Der Grund, warum es einem oft so schwer

fällt, das Denken zu verändern ist, dass

die Art zu denken so selbstverständlich

ist, dass sich nur die wenigsten Leute die

Mühe machen, die eigenen Denkprozesse

zu analysieren. Man sollte wissen, welche

Streiche einem der Verstand spielen kann

und was der ideale Denkprozess wäre.

Erst dann kann man seinen Denkprozess

verändern und alte Muster löschen.

Viele sagen, sie wissen

nicht, was ihre große

Passion ist. Damit

könnte man reich

werden, aber wie

findet man diese

Geldmaschine?

Steve Jobs sagte

„Follow and live

your purpose“. Er

vergaß nur leider

zu sagen, wie

man ihn findet oder ihn lebensfähig macht.

Es ist schön, wenn man weiß, dass man

Künstler sein möchte, aber schlecht, wenn

man keine Vorstellung davon hat, wie man

Man muss das Ziel so klar vor sich sehen

können, als wenn es schon erreicht wäre.

Es darf keine Verallgemeinerungen

oder „Vielleichts“ enthalten.

seine Kosten decken soll. Der Schlüssel,

den ich nach vier Jahren Suche fand, war,

dass es mir immer schwerfiel herauszufinden,

was ich will. Dagegen ist es allerdings

sehr leicht herauszufinden, was ich nicht

will. Die grundlegende Herangehensweise

dabei ist es, eine sogenannte Hassliste zu

erstellen (das, was man in seinem Leben

und in seinem Job überhaupt nicht mag)

und diese dann ins

Gegenteil umzuformulieren.

D a n a c h

hat man

zwar immer

noch

n i c h t

seine Bestimmung

gefunden,

jedoch weiß

man zumindest

die

Himmelsrichtung.

Meine

Erfahrung

ist die: Wenn man wirklich seine grundlegende

Bestimmung kennt und ihr folgt,

dann fallen einem alle Ziele sehr leicht und

es beginnt zu „flutschen“. Handelt man jedoch

gegen seine eigene Passion,

so stoppt man sich unwissentlich

selber.

Aus welchem Antrieb bewegst

du dich heute noch? Du könntest

auf den Bahamas rumliegen

und das Luxusleben

genießen.

Die Antwort hierzu gebe ich

eigentlich in meinem Buch „Macht Geld

wirklich glücklich und was ist Glücklichsein?“.

Ich dachte auch immer, dass es erstrebenswert

wäre, viel Geld zu haben und

dann nichts mehr zu tun. Leider führt es

in die Depression. Es gibt sieben ganz konkrete

Knöpfe, an denen man drehen kann

um wirklich glücklich zu sein. Einer dieser

Knöpfe ist es, kreativ zu sein und etwas

zu erschaffen, das Wert für die eigene

Umgebung hat. Wenn man selber nichts

mehr beiträgt oder erschafft, sondern nur

noch konsumiert, könnte man sich eigentlich

gleich in die Antidepressionsklinik

einliefern lassen. Eines kann ich wirklich

sagen: Wenn Du Deiner Passion folgst, in

meinem Fall ist es Dellen ins Universum

zu hauen, indem ich die nicht vorhandene

Lebensunternehmerausbildung in die Gesellschaft

trage, dann macht es einen so unglaublichen

Spaß, dass man es auch nicht

mit einem Karibikurlaub tauschen wollen

würde. Für mich ist es einfach ungemein

befriedigend und motivierend, die Veränderung

zu sehen, die ich mit doch relativ

wenig Aufwand bewerkstelligen kann:

Ein Buch zu schreiben ist zwar sehr viel

Arbeit, vor allem, wenn man dies mit hoher

Qualität tun möchte. Verglichen mit

den Auswirkungen bei den zehntausenden

von Lesern ist es geradezu

fantastisch. Ich glaube fest daran,

dass jeder Mensch das Recht hat

frei und glücklich zu sein und

der einzige Weg dorthin anwendbares,

getestetes Wissen ist. Das

ist auch der Grund, warum ich

die erste Auflage meines Buches

gegen minimalen Kostenersatz

verschenke, siehe www.alexfischer-duesseldorf.de/buch.

Bilder: Depositphotos, Creisinger, Fischer: Fischer, Interview: WTV

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

35


Vermögen

Carsten Maschmeyer

»Laufen Sie so sch

wie möglich«

Sie gehören zu den reichsten

Deutschen. Ihre Geschichte

klingt wie aus einer amerikanischen

Erfolgsstory zu vom

Studenten zum Milliardär.

Hätten Sie sich das träumen lassen, als

Sie damals Medizinstudent waren?

Das war überhaupt nicht mein Ziel. Ich

habe im Sport gelernt, wenn man viel

trainiert, kann man bessere Ergebnisse

erzielen und ich wollte Leistung bringen,

ich wollte gut sein. Ich wollte meine

Trainer, meinen Professor und meine

Lehrer nicht enttäuschen. Und als ich

dann eine Verkaufskarriere begonnen

habe, habe ich gemerkt, wenn ich nett

zu den Leuten bin, wenn ich viele Beratungen

mache und mir sogar am Wochenende

Zeit für die Kunden nehme,

dann werde ich erfolgreicher. Was dann

daraus geworden ist, war nicht abzusehen

aber ich kann daraus ableiten, wenn

man sich kontinuierlich verbessert, dann

kann man sehr viel erreichen. Ich hoffe,

dass ich da vielen Menschen einen kleinen

Impuls geben kann.

Sie sind viel in den USA. Dort wird Erfolg

als solches sehr zelebriert. Die Deutschen

sind da eher etwas verhalten. Würde

es uns gut tun, da etwas mehr Freude

an den Tag zu legen?

Generell glaube ich, dass Optimismus

nie schadet, dass Pessimismus aber ein

Gift ist. In der Tat ist es in den USA so,

wenn Sie Privat Equity Investments machen,

stellen die Medien das heraus, was

geklappt hat. In Deutschland haben wir

Magazine, die mit Häme das raussuchen,

was nicht geklappt hat. Das hilft natürlich

keinem, im Gegenteil, manche Family

Offices sagen, ich mache keine Investments,

denn wenn das schief geht, stellen

die mich als Trottel dar. Ich glaube, dass

Optimismus, dass positives Denken, sehr

viel bewegt. Und wenn wir über Erfolgsgeschichten

berichten, dann inspiriert

das. Sie können etwas daraus lernen, aus

destruktiver Berichterstattung dagegen

überhaupt nicht.

Milliardär Carsten Maschmeyer und

Verleger Julien Backhaus trafen sich in

Berlin zum Gespräch.

Die einfachste Messung von Erfolg ist

immer noch Geld und eigentlich hätte

jeder gerne einen hohen Kontostand.

Warum leben trotzdem die meisten an

ihrem finanziellen Limit?

Ich habe mich mit dieser Frage intensiv

beschäftigt. Auch in meinem neuen Buch,

„Die Millionärsformel“, gehe ich genau darauf

ein, dass finanzielle Sicherheit im Kopf

beginnt. Sie entsteht durch die Gedanken

und ich sage immer, dass Fortbildung die

Grundlage für Finanzbildung ist. Viel zu

wenige Menschen beschäftigen sich damit,

wie sie mehr Einnahmen erzielen können.

Es geht ja nicht immer nur darum, Kosten

zu reduzieren. Wie kann ich nebenbei

etwas verdienen, wie kann ich Karriere

oder mich selbstständig machen. Deswegen

gehe ich ausführlich darauf ein, wie

man seine Einnahmen verbessern kann.

Das ist das „Reichwerde-Potenzial“, wenn

ich über genug Einnahmen verfüge und

mich auf der anderen Seite um die Kosten

kümmern kann. Ich gehe mit einem Sparlexikon

ganz ausführlich darauf ein, wieviel

weniger ich ausgeben kann, ohne mir

weniger zu kaufen. Und diese Differenz,

das ist das „Reichwerde-Potenzial“.

Sie haben gerade Ihr neues Buch angesprochen,

„Die Millionärsformel“. Darin

beschreiben Sie, wie auch der Normalbürger

ein großes Vermögen aufbauen kann.

In dem Buch klingt es so, als müsste man

sein Leben gar nicht groß umkrempeln.

Also wie funktioniert es denn?

„Die Millionärsformel“ ist auch eine Lebensformel.

Ich gehe sehr auf das Mentale

ein und nicht immer auf das Finanztechnische.

Wer sein Finanzverhalten verändert,

ändert auch sein Lebensverhalten.

Zum Sparen, zum Einnahmenerzielen,

gehören Mut, Ausdauer und Konsequenz.

Wenn man das an den Tag legt, kann man

tatsächlich sein Leben verändern. Dann

reduziert man eben seine Kosten und investiert

mutig aber mit genug Ausdauer.

Aktiensparen habe ich ausführlich beschrieben.

Wenn man das lange genug

macht, die Zeiträume klug wählt und die

richtige Methode anwendet, hat man keinen

Verlust, in 15 Jahren nicht. Mit solchen

Ratschlägen hoffe ich, vielen Lesern

zu helfen.

Man sagt, Geld an sich macht nicht

glücklich, lässt einen aber besser schlafen.

Würden Sie das auch so sagen?

Natürlich macht Geld alleine nicht glücklich.

Ich sage immer, Frieden, Gesundheit

und Liebe kann man sich nicht kaufen.

Aber wer den ganzen Tag finanzielle Sorgen

hat, der ist bestimmt auch nicht glücklich.

Es gibt sogar Studien, dass man länger

lebt, wenn man in besseren Finanzen

lebt. Ich möchte vielen Menschen helfen,

leichter ans Ziel zu kommen, dass sie sich

sicherer fühlen und sich einfach finanziell

verbessern.

Beim Thema finanzielle Verbesserung

denken ja viele daran, ein eigenes Unternehmen

zu gründen, so wie Sie es damals

gemacht haben. Wie gefällt Ihnen die

Gründerkultur in Deutschland?

Bild: Ismael Gök

36 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Vermögen

nell

Carsten Maschmeyer ist der wohl

bekannteste Finanzinvestor Deutschlands

und ist bald in der TV-Sendung „Die

Höhle der Löwen“ zu sehen. Er investiert

mit seiner Maschmeyer Group in vielversprechende

Unternehmen.

Zum einen ist es phantastisch, wie viele

junge Menschen sich begeistert auf den

Weg machen. Wir haben tolle Innovationen

und Erfindungen in Deutschland,

es ist auch eine sehr gute Kultur. Wir haben

die Inkubatoren und Uni Camps. Es

gibt sehr viel staatliche Unterstützung,

das ist prima. Und wir haben viele Hidden

Champions in Deutschland, was das

angeht sind wir Weltmarktführer. Und

wir haben hier fast mehr Erfindungen als

in den USA. Die sind da etwas professioneller,

geben mehr Geld rein um Full Power

über Marketingpower nach vorne zu

kommen. Das können wir verbessern. Wir

haben auch zu wenige Frauen in Startups,

das ist sehr schade. Ich würde mich freuen,

wenn mehr Frauen aktiv werden. Es wäre

auch schön, wenn wir noch positiver mit

Rückschlägen umgehen würden, die können

passieren, das gehört dazu.

Mal aus dem Nähkästchen gefragt, sind die

deutschen Gründer denn gut vorbereitet?

Meines Erachtens fast immer. Es gibt natürlich

ein paar, die gründen nur etwas,

um etwas zu gründen und haben gar keine

richtige Idee. Das ist unausgereift. Da würde

ich sagen, denkt noch mal nach. Wir sind

im Großen und Ganzen gut vorbereitet,

aber nach der Innovation fehlt es manchmal

in der Ausführung. Oft nehmen sie

den besten Kumpel dazu und machen sich

nicht so richtig Gedanken, welche Stärken

sie haben und welche der Kollege oder die

Ich glaube,

dass Optimismus und

positives Denken, sehr

viel bewegen.

Kollegin haben müsste. Sie holen zu spät

erfahrene Leute rein und unterschätzen regelmäßig

das Thema Vertrieb. Sie denken,

wenn sie einmal eine Innovation haben,

dann reicht das, aber diesen Innovationsvorsprung

muss man ausbauen oder mindestens

halten. Die anderen schlafen nicht,

die kommen von allen Seiten. Also kann

ich nur sagen, wenn Sie erst mal die Idee

haben, laufen Sie so schnell wie möglich,

damit Sie keiner einholt.

Bei der Sendung „Die Höhle der Löwen“

kann man Sie ja bald im TV sehen. Das

ist Ihre erste Fernsehsendung. Was hat

Ihre Frau Veronica Ferres gesagt, als Sie

das Angebot bekommen haben?

Wir kennen die Serie natürlich schon sehr

lange. Wir gucken das, wenn es geht, mit

der ganzen Familie. Ich kann nur jedem

jungen Menschen sagen, guckt die Sendung.

Denn in der Sendung lernt man ja

auch, wie man kommuniziert, präsentiert

und eine Idee vorstellt. Das hilft einem

im Jobinterview, im Gehaltsgespräch und

beim Verhandeln. Jemand, der gut erzählen

und erklären kann, der seine Ideen

rüberbringen kann, ist im Leben immer

erfolgreicher. Schon dafür allein lohnt sich

das Zugucken. Daneben lernt man auch

natürlich auch ganz tolle, ganz lustige und

sehr innovative Startups kennen.

Herr Maschmeyer, viel Erfolg bei den neuen

Projekten und danke für das Gespräch.

Gerne.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

37


Vermögen

Donald und Melania Trump mit ihrem Sohn

Barron 2007 bei der Enthüllung seines Sterns

auf dem Hollywood walk of fame.

Was Reiche

ihren Kindern

beibringen

38 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Vermögen

Robert Kiyosaki schrieb den meistverkauften Finanzratgeber aller

Zeiten: Rich Dad, Poor Dad. Der USAmerikaner ist mit Sachwertinvestments

reich geworden und gibt sein Wissen heute weltweit in Workshops

und Büchern preis. Die aktualisierte Auflage ist nun auf Deutsch

erschienen. Hier lesen Sie sein Vorwort.

Bilder: Depositphotos, Bukley, Kiyosaki, Cover FBV

Von Robert T. Kiyosaki

Seit Rich Dad Poor Dad 1997

das erste Mal veröffentlicht

wurde, ist in der Geschäftsund

Finanzwelt viel passiert.

Geschäfte und Finanzen sind

global geworden: die High-Tech und die

Immobilienblase platzten, Europa ringt

mit der Staatsschuldenkrise und die US-

Wirtschaft kämpft, um einer Rezession

zu entkommen. Hinzu kommt eine weite

Verbreitung von Arbeitslosigkeit und rekordtiefe

Zinsen, die Sparer bestrafen.

Nicht zu vergessen die Unsicherheiten in

den Immobilien, Anleihen, Währungsund

Rohstoffmärkten, die Investoren am

Aktienmarkt Achterbahn fahren lässt.

All das wirft die Frage auf: Sind die Regeln

zur Vermögensbildung und zum Geldverdienen,

die ich von meinem reichen Vater

gelernt habe – und erfolgreich in meinem

eigenen Leben angewandt habe – heute

noch gültig? Meine Antwort ist ein nachdrückliches

»Ja«. Und so freue ich mich

sehr, dass unser Klassiker Rich Dad Poor

Dad als neue Ausgabe auf Deutsch veröffentlicht

wird. Sie ist dazu bestimmt,

den vielen begeisterten und kreativen

Menschen in Deutschland zu helfen, den

Männern und Frauen, die mich während

meiner Besuche in Stuttgart und Nürnberg

sehr beeindruckt haben. Ich freue mich

darauf, zu sehen, wie sie der Herausforderung,

ihre finanzielle Intelligenz zu steigern,

begegnen und diese Informationen

nutzen, um Verantwortung für ihr finanzielles

Leben zu übernehmen.

Wenn Sie Rich Dad Poor Dad lesen, werden

Sie entdecken, dass ich, während ich in

Hawaii aufwuchs, zwei Väter hatte, einen

reichen und einen armen. Ich bewunderte

meinen echten Vater, ein hochgebildeter

und gut bezahlter Lehrer, aber ein Mann,

der immer mit den Finanzen zu kämpfen

hatte; er war es, der mich im Alter von

neun Jahren dazu ermutigte, alles über

Geld vom Vater meines besten Freundes

zu lernen, den ich meinen »reichen Vater«

nenne.

Geld:

Lasse nie

zu, dass du

emotional

gefangen

bist.

Wie man mit der Macht umgeht, die

Geld über die Menschen hat.

Ich hätte keinen besseren Lehrer haben

können, denn mein reicher Vater tat auch

das, was er predigte. Er wurde so einer der

reichsten Männer in Hawaii und hinterließ

seiner Familie, Wohlfahrtsverbänden und

seiner Kirche viele Millionen Dollar. Er

brachte mir bei, dass Geld vor allem Macht

ist. Er ermutigte mich, zu lernen reich zu

sein, zu verstehen, wie Geld arbeitet und

wie ich es für mich arbeiten lasse. »Ich arbeite

nicht für Geld« hat er immer und immer

wiederholt, »Geld arbeitet für mich.«

All das, was er mich über einen Zeitraum

von 30 Jahren gelehrt hat, habe ich in sechs

grundlegende Lektionen zusammengefasst,

welche der Schlüssel dazu war, dass

ich für mich selbst erheblichen Reichtum

ansammeln konnte. Ich habe Rich Dad

Poor Dad geschrieben, um diese Lektionen

mit Menschen überall auf der Welt zu teilen,

in der Hoffnung, dass auch sie diese

dazu benutzen, um finanziell unabhängig

zu werden.

Vielleicht ist die grundlegendste Lektion,

die man über Geld lernen kann, wie

man mit der Macht umgeht, die es über

die Menschen hat. Das ist eine der ersten

Lektionen, die mein reicher Vater mich gelehrt

hat: lasse nie zu, dass du emotional

gefangen bist zwischen der Notwendigkeit,

Geld zu haben und der Angst, es zu verlieren.

In meiner nächsten Lektion betonte

er, wie wichtig es ist, finanziell gebildet zu

sein (oder es überhaupt zu werden) und

stellte die finanziellen Fähigkeiten vor, die

es benötigt, um Wohlstand aufzubauen.

Genau wie ich werden Sie lernen, wie man

Vermögenswerte anhäuft, Verbindlichkeiten

minimiert

und einen positiven Cashflow

aufbaut. Gemeinsam

werden wir untersuchen,

wie sich Ihr Job oder

Beruf oder was auch

immer es ist, mit

dem Sie Ihr

Geld verdienen,

von dem unterscheidet,

was

wirklich »Ihr

Unternehmen«

sein sollte – ein

Portfolio von

Ve r m ö g e n s -

werten, die Einkommen

produzieren.

Dann

werde ich

Sie in

Robert Kiyosaki

wurde durch Immobilien, Rohstoffe und

Minen reich. In seinen Büchern erklärt er,

wie Anleger langfristige Vermögenswerte

aufbauen und Verbindlichkeiten vermeiden.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

39


Vermögen

Bilder: Douglas Gorenstein, Depositphotos, Bukley

Herr Trump, Sie sind nun seit über 40

Jahren in der Immobilienbranche tätig.

Und es scheint so, als lieben sie es noch

wie am ersten Tag. Mit Ihren Projekten

haben Sie doch immer schon versucht,

Leute zu unterhalten und Ihnen ein Erlebnis

zu bieten. Fällt es

Ihnen heute umso leichter,

erfolgreich zu sein?

Es ist wahr, dass ich meine

Arbeit liebe. Das habe ich

schon immer getan und

werde es auch immer. Es

ist nicht unbedingt einfacher

geworden, aber die

Erfahrung spielt eine ganz

wichtige Rolle. Das kann

letztlich einen Prozess

sehr stark beschleunigen.

Bevor ich damals auf die

Wharton Universität ging,

habe ich tatsächlich darüber

nachgedacht, auf die

Filmschule USC zu gehen.

Also freue ich mich heutzutage,

dass ich so einen

großen Erfolg mit meiner

Fernsehserie „The Apprentice“ habe. Wir

haben bis heute 14 Staffeln gedreht und

die Serie hat erheblich dazu beigetragen,

dass meine Marke weltweit einen hohen

Wiedererkennungswert erreicht hat. Ich

habe all meine Unternehmungen stets genossen

und hatte das Glück, so vielfältige

Erfahrungen machen zu können.

Interview

»Sie haben gesehen, wie

hart ich gearbeitet habe.«

Auszug aus einem Interview, das Donald Trump

Verleger Julien Backhaus im Jahr 2015 gegeben hat.

Donald Trump mit seiner

1993 geborenen Tochter

Tiffany, hier im Teenageralter.

Donald jun., Donald sen., Ivanka und Eric Trump

Es ist nicht leicht Beispiele zu finden, wo

Kinder von erfolgreichen Unternehmern

ins Familiengeschäft einsteigen wollen.

Ihre Familie ist das andere Extrem. All

Ihre erwachsenen Kinder machen Karriere

in der Trump Organization in New

York. Selbst Ihre Tochter

Tiffany ist erfolgreich in

der Unterhaltungsbranche

– welch Zufall. Haben

Sie Glück gehabt?

Ich denke, dass Glück bei

allem eine wichtige Rolle

spielt. Aber die Kinder

haben mit mir und ihrer

Mutter gute Vorbilder gehabt

was Disziplin und

Entschlossenheit angeht.

Sie haben gesehen, wie

hart ich gearbeitet habe

und wussten, dass es kein

einfacher Weg ist erfolgreich

zu sein. Ich wollte,

dass sie sich sicher sind, ob

sie in unser Geschäft eintreten.

Ich habe nie Druck

ausgeübt. Mir ist nur immer

schon wichtig gewesen, dass Menschen

das lieben, was sie tun und arbeiten.

Und ich wollte, dass auch meine Kinder

glücklich sind. Erfreulicherweise lieben sie

dieses Geschäft und sind glücklich. Und

sie machen sich außerordentlich gut. Es

hat sich für uns alle wunderbar entwickelt

und ich bin sehr stolz auf sie.

die Geheimnisse einweihen, wie die Reichen

sprichwörtlich Geld drucken und wie

sie ihren Reichtum bewahren. Letztendlich

möchte ich Ihnen mitteilen, was man bei

der Suche nach einem Job beachten sollte

– und Sie werden überrascht sein, dass es

nicht Geld ist.

Ich hoffe, mit allen Lektionen im Gepäck

habe ich Sie dann so gut ausgestattet, dass

Sie Ihre Vermögenswerte mit Bedacht zusammenstellen,

Geld verdienen (und behalten)

und es für sich arbeiten lassen können.

Das ist das Ziel dieses Buches und ich

fordere Sie auf, es auch zu Ihrem Ziel zu

machen. Studieren Sie die Lektionen und

setzen Sie diese in Ihrem Leben um.

Es ist ratsam, zunächst Ihre Zeit zu investieren,

bevor Sie Ihr Geld investieren und

darum empfehle ich Ihnen erst zu lernen,

bevor Sie Ihr Geld investieren. Meine Frau

Kim und ich haben das CASHFLOWBrettspiel

entworfen, das Ihnen die Möglichkeit

gibt zu lernen und Spielgeld zu investieren,

bevor Sie dazu echtes Geld in die Hand

nehmen. Wenn Sie CASHFLOW spielen,

Umgeben Sie sich

mit Menschen,

die auf demselben

Weg sind wie Sie.

werden Sie gleichgesinnte Menschen treffen,

die wie Sie lernen und ihre finanzielle

Intelligenz entwickeln wollen. Die Welt ist

voll von Menschen mit negativen Einstellungen,

Ich-weiß-alles-Mentalitäten und

VerliererHaltungen. Ich empfehle Ihnen,

sich mit Menschen zu umgeben, die auf

demselben Weg sind wie Sie. Der Weg zur

finanziellen Unabhängigkeit wird eine Reise

sein und es könnte und sollte eine Reise

mit viel Spaß sein. Denn lernen soll Spaß

machen! Viel zu oft ist finanzielle Bildung

stumpfsinnig, langweilig und angstbesetzt.

Viele Finanzexperten wollen Ihnen zeigen,

wie riskant investieren ist und warum Sie

ihnen vertrauen sollten. So zu lernen entspricht

nicht der Philosophie von RICH

DAD. Wir glauben, dass man beim Lernen

Spaß haben und zusammenarbeiten sollte

und möchten Sie anleiten, den Unterschied

zwischen guter und schlechter Finanzberatung

selbst zu erkennen.

Wenn Sie bereit sind, die Verantwortung

für Ihr finanzielles Wohlergehen zu übernehmen

und Ihre Reise zu beginnen – oder

wenn Sie bereits auf Ihrer Reise zu Wohlstand

und einem reichen Leben sind –

dann ist die RICH DAD-Philosophie das

Richtige für Sie.

40 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


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Karriere in Zukunftsbranchen

Mit einer berufsbegleitenden Weiterbildung oder

einem Studium schieben Sie Ihre Karriere doppelt an

„Es gibt zwei Möglichkeiten, Karriere zu

machen: Entweder leistet man wirklich

etwas, oder man behauptet, etwas zu leisten.

Ich rate zur ersten Methode, denn

hier ist die Konkurrenz bei weitem nicht

so groß.“ In diesem berühmten Zitat von

Danny Kaye, US-Schauspieler und Komiker

(1913 – 1987), steckt viel Wahrheit.

Und wenn Sie wirklich etwas leisten und

Karriere machen wollen, müssen Sie dafür

auch etwas tun. Mit einer berufsbegleitenden

Weiterbildung oder sogar einem

Studium schieben Sie Ihre Karriere doppelt

an: Zum einen erweitern Sie Ihr Fachwissen

und damit Ihr Qualifikationsprofil,

zum anderen zeigen Sie Ihrem beruflichen

Umfeld, dass Sie weiterkommen möchten

und bereit sind, dafür zu investieren.

Wenn Sie sich in den Bereichen „Sport &

Management“, „Tourismus & Hospitality“,

„Fitness, Wellness & Gesundheit“

oder „Event, Medien & Kommunikation“

weiterentwickeln möchten, finden Sie mit

dem IST-Studieninstitut den passenden

Karrierepartner. Seit mehr als 25 Jahren

bietet das Institut berufsbegleitende Weiterbildungen

in Form des staatlich zugelassenen

Fernunterrichts an. Zu den angebotenen

Abschlüssen gehören Lizenzen,

Zertifikate, IST-Diplome

und öffentlich-rechtliche

IHK-Abschlüsse. Darüber

hinaus können Sie

einen international anerkannten

akademischen

Abschluss an der IST-

Hochschule für Management

erwerben.

Berufsbegleitend und

praxisnah

„Die Flexibilität des Fernunterrichts,

selbst zu

entscheiden, wann und

wo man lernt, macht es vielen Menschen

überhaupt erst möglich, sich parallel zur

Arbeit weiterzubilden“, weiß Dr. Hans E.

Ulrich, Gründer und Geschäftsführer des

IST-Studieninstituts. Es gibt viele positive

Beispiele von Absolventen, die dank einer

Weiterbildung entweder den nächsten

Karriereschritt in ihrem Berufsumfeld geschafft

haben oder in eine neue Branche

gewechselt sind. „Aus unserer Sicht ist es

wichtig, dass ein Bildungsangebot gezielt

auf die späteren Tätigkeiten und Anforderungen

der Branche

vorbereitet“, sagt

Ulrich. „Deshalb sind

unsere Weiterbildungen

sehr praxisnah

aufgebaut. Wir

stehen im stetigen

Austausch mit Branchenexperten,

die

bei uns auch als Autoren

oder Dozenten

arbeiten und ihre Erfahrungen

direkt an

die Teilnehmer weitergeben.“

Neben Lehrheften und kurzen Seminaren

gibt es je nach Angebot auch multimediale

Vermittlungsformen wie Online-Vorlesungen,

Online-Tutorien oder eine App

zur Prüfungsvorbereitung. Über einen Online-Campus

können alle Lehrmaterialen

jederzeit aufgerufen werden. Alle Fernunterrichtsangebote

sind von der Staatlichen

Zentralstelle für Fernunterricht geprüft

und zugelassen. Mit einer Weiterempfehlungsrate

von 97 Prozent kann das Institut

auch auf unabhängigen Bewertungsportalen

wie „Fernstudiumcheck.de“ überzeugen.

Bilder: IST, Depositphotos, Mindof

Bachelor- und Master-Studiengänge

Seit 2013 gibt es die IST-Hochschule für

Management, die das langjährig erprobe

System des IST-Studieninstituts aufgegriffen

und für den Hochschulbereich adaptiert

hat. Studierende können so einen

international anerkannten Bachelor- oder

Master-Abschluss an einer staatlich zugelassenen

Hochschule erwerben – bei maximaler

Flexibilität. So können Berufseinsteiger

früh Praxiserfahrung sammeln und

Berufstätige neben Ihrem Job studieren.

Alle Studiengänge können wahlweise in

Vollzeit, Teilzeit oder als duales Studium

belegt werden.

Wie Sie etwas leisten und sich per

Fernstudium weiterbilden können,

erfahren Sie unter www.ist.de und

www.ist-hochschule.de.


Vermögen

Gerald Hörhan:

So investieren

Investment-Pu

Im Interview plaudert der Investmentpunk aus dem

Nähkästchen und erklärt seine Investitions-Strategie

Herr Hörhan, Sie sind ja

bekannt als „der Investmentpunk”.

Was ist denn

ein Investmentpunk?

Ein Investmentpunk ist

jemand, der wirtschaftlich erfolgreich ist

aber gegen die Konventionen der Gesellschaft

und gegen die klassischen Wirtschaftskonventionen

rebelliert, der Dinge

neu macht, besser macht.

Die New Economy ist ein gutes Beispiel,

da gibt es viele Investmentpunks. Die New

Economy Firmen revolutionieren ganze

Branchen und bedrohen ganze Konzerne.

Ein Beispiel: Noch vor 10 Jahren war

Fliegen in Europa extrem teuer. Der Flug

Wien-Frankfurt hat über 1000 Euro gekostet.

Dann hat Ryanair gesagt: „Ab jetzt ist

Fliegen nicht mehr so teuer”. Sie hat sich

von der amerikanischen Southwest Airlines

abgeguckt wie es geht, hat de facto

auf ihre Flieger „fuck BA” geschrieben, was

dann ein riesiges Gerichtsverfahren gegeben

hat und heute ist Fliegen billig. Das

sind Investmentpunks: Leute, die die Wirtschaft

revolutionieren und auf die ganzen

Konventionen von Compliance bis hin zur

Bürokratie pfeifen.

Wie hat das denn bei Ihnen angefangen?

Ich war immer schon Rebell. Selbst in der

Schule, wenn man mir gesagt hat: “Du

musst das tun”, habe ich immer hinterfragt:

“Wieso?” Und wenn mir dann jemand gesagt

hat: ,,Nein, das muss einfach so sein

und das gehört sich so”, hab ich gesagt: “So

ein Blödsinn! Ich möchte lernen wie ich

reich werde und erfolgreich. Ich möchte

keine Armut lernen und kein Bürokratentum!”

Das hab ich immer gehasst. Die

heutige Welt, speziell Europa, wird immer

mehr von Bürokraten beherrscht. Es gibt

in manchen Konzernen eine klare Regel:

“Compliance first, business second”. Ist

das wirklich sinnvoll? Es ist zwar richtig,

man braucht gewisse Regeln. Aber wenn

man zu viele Regeln hat und alles überreglementiert,

dann zerstört es das Geschäft

und nimmt auch die Freude am Arbeiten.

Durch Zockereien

macht man nur

den Broker reich.

Man könnte meinen, Sie sind ein großer

Fan der Börse, mit der großen Kohle zocken.

Stimmt das?

Ich bin sicherlich kein Zocker. Was Geld

betrifft habe ich eher schwäbische Eigenschaften.

Ich habe gerne Immobilien, Firmenbeteiligungen,

auch Aktien ETFs. Meistens

geprügelte Dinge, die niemand will.

Die kaufe ich dann mit monatlichen Ansparplänen.

Ich habe auch einiges an Firmenbeteiligungen.

Ich habe mein eigenes

Startup „Investment Punk Academy”. Ich

habe 200 Wohnungen und ein Corporate

Finance Geschäft. Aber ich bin kein Zocker.

Wenn man wirklich erfolgreich sein

will und finanziell unabhängig, geht das

nicht mit Zockerei. Das geht nur mit langfristigem,

disziplinierten Vermögensaufbau,

sodass man ein entsprechendes Investmentsystem

hat. Man muss sich sehr

gut auskennen, sich damit beschäftigen

und am besten mehr Knowhow haben als

alle anderen Leute. Dann macht man gute

Geschäfte. Durch Zockereien macht man

nur den Broker reich.

Kaufen Sie den gerade Immobilien? Die

Zinsen sind ja günstig.

Nein, Immobilien sind derzeit zu teuer. Bis

2013 habe ich noch aktiv gekauft. Mittlerweile

sind die Preise massiv gestiegen und

zwar weitaus mehr als man sich durch Zinsen

erspart. Man könnte sagen, dass wir

am oberen Ende des Zyklus angekommen

sind. Man sollte nicht dort kaufen, wo alles

sündhaft teuer ist, sondern eher dort, wo

es niemand will. Da gibt es etwas, was ich

mir gerade anschaue, nämlich in Budapest.

Da sind die Immobilienpreise noch relativ

günstig. Sie haben natürlich gewisse politische

Risiken, auch die Sprachbarriere.

Denn wenn Sie für alles einen Dolmetscher

brauchen und den besticht jemand, dann

ziehen Sie, als Ausländer, den Kürzeren.

Aber dort will derzeit niemand hin. Dort,

wo jeder hin will, wo sogar schon die Bildzeitung

und die Kronen Zeitung schreiben:

“Immobilien sind ein sicheres Investment”,

da sollte man eher nicht mehr investieren

sondern ans Verkaufen denken.

42 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Vermögen

nks

Momentan reden ja auch immer alle vom

Schulden machen, weil die Zinsen so

günstig sind. Ist das eine gute Idee?

Schulden machen, wenn man es für Investments

verwendet und es sich in einem akzeptablen,

moderaten Rahmen hält, kann

schon eine gute Idee sein. Wir haben derzeit

eine zweigeteilte Inflation: Wir haben

eine sogenannte “Acid Inflation”, das heißt,

Vermögenswerte wie eben Immobilien

oder Aktien, Startup-Bewertungen, Kunst,

Oldtimer und ähnliches sind sündhaft teuer.

Ebenso haben wir eine wahnsinnige

Inflation bei Dienstleistungen, wie beispielsweise

Gesundheitsdienstleistungen,

private Ausbildung und diversen Luxusgütern.

Und auf der anderen Seite haben wir

bei den Konsumprodukten eine Inflation

von nahe Null oder sogar negativ, weil die

Energiepreise gefallen sind.

Wenn man also glaubt, dass diese Acid-

Inflation weitergehen wird – was wahrscheinlich

ist, weil die Zentralbanken soviel

Geld drucken – dann kann es schon

Sinn machen, Schulden zu machen. Geld

ist ja billig. Allerdings darf man nicht

overleveraged sein und muss sich

auch im Klaren sein, dass manchmal

Vermögenswerte auch wieder fallen

und Blasen platzen. Derzeit gibt es

sowohl auf den Aktienmärkten, als

auch auf den Unternehmensbeteiligungsmärkten,

im Kunstbereich und

bei den Immobilien Blasenbildung.

Diese Blasen funktionieren nur, solange

die Zinsen niedrig sind. Und

vielleicht könnte man auch an Russland

oder Brasilien sehen, dass Zinsen nicht automatisch

immer niedrig bleiben müssen.

Wenn man schon soviel erreicht hat wie

Sie und Millionen auf dem Konto hat, was

bleibt da als Motivation übrig, was zu tun?

Ich könnte mich sicherlich zur Ruhe setzen,

aber das wäre verdammt langweilig

und wäre ich vermutlich bald depressiv.

Täglich Aston Martin fahren, Hummer

essen und Party machen wird nach spätestens

zwei Monaten langweilig. Was mir

Spaß macht ist etwas Neues zu schaffen,

Märkte zu revolutionieren. Gerade bin ich

dabei, auf dem Ausbildungsmarkt etwas

zu machen, dazu habe ich meine Online

Plattform Investment Punk Academy:

Einfach verständliche, anwendbare Wirtschaftsbildung

zum leistbaren Preis bieten,

so dass jeder die Möglichkeit hat, finanziell

unabhängig zu sein. Das ist etwas, was mir

Freude macht: Unternehmen aufbauen!

Mittelfristig werden wir daraus auch noch

eine Online Universität machen, denn das

Gerald Hörhan

hier mit Verleger Julien Backhaus

rockig beim Interview, ist

ein österreichischer Manager,

Investor und Autor. Er ist vor

allem durch seine umstrittenen

Thesen zur Vermögensplanung

und seine Kritik an

der EU bekannt geworden.

klassische Ausbildungssystem ist entsprechend

überbürokratisiert und im vorigen

Jahrhundert stecken geblieben. Es bereitet

die Leute nicht auf den Arbeitsmarkt vor.

Man lernt nichts über die New Economy

und relativ wenig über Wirtschaft, Verhandeln

und ähnliches. Das wird sich ändern,

durch Firmen wie meine. Wir werden die

Bildung revolutionieren. Das Spiel David

gegen Goliath-Bürokratikus ist ein lustiges

Spiel, das ich gerne spiele.

Sie sind vor kurzem Vater geworden. Was

werden Sie denn Ihrem Sohn an Lektionen

mit auf den Weg geben?

Natürlich werde ich ihm einiges mitgeben.

Nummer eins: Man muss entsprechend

hart arbeiten und braucht Disziplin. Man

braucht klare Ziele, muss sorgsam mit

seinem Geld umgehen, ehrlich sein und

Handschlagqualität haben. Ich werde ihn

Dinge, über die ich etwas weiß, also über

Wirtschaft, Immobilien, Online-Marketing

und Online-Geschäft im Allgemeinen lehren.

Was er dann machen will, ist die andere

Sache, denn einem Kind etwas aufzuzwingen

ist keine gute Idee. Man kann

ihm zeigen, was es gibt, aber genau

wie man das Geschlecht eines Kindes

nicht vorher planen kann oder sollte,

kann man solche Dinge nicht vorher

planen. Und manches ist eben auch

in Gottes Hand. Da zu viel Einfluss zu

nehmen, ist vielleicht gar nicht gut.

Vielen Dank, Herr Hörhan!

Bild: Investment punk academy, Interviewbild: WTV

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

43


Einstellung

Da bin ich

konsequent!

Von Jörg Löhr

Konsequenz. Drei Silben, abgeleitet

von lateinisch consequi

– folgen, erreichen.

Ein Begriff, zwei Bedeutungen.

Zum einen bezeichnet

Konsequenz im Deutschen schlicht

die Folge unseres Handelns. Was wir tun

oder nicht tun, zieht Konsequenzen nach

sich. Zum anderen, und darum soll es auf

den folgenden Seiten auch gehen, wird

der Begriff häufig gleichbedeutend mit

Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit verwendet.

Konsequent zu sein, das bedeutet, sich

folgerichtig zu benehmen. Was die berufliche

Karriere betrifft aber auch in anderen

Lebensbereichen, etwa der Kindererziehung.

Dass Konsequenz in der Erziehung enorm

wichtig ist, wenn wir ein bestimmtes

Verhalten von unseren Kindern wünschen,

lässt sich in jedem modernen Erziehungsratgeber

nachlesen. Doch auch

hier, das können wohl die meisten Leser,

die Eltern sind, bestätigen, stoßen wir an

unsere Grenzen: Konsequenz darf nicht

stures Festhalten an Regeln und Normen

sein, soll das Familienklima ein fröhliches

bleiben. In den wichtigen Punkten aber ist

Beharrlichkeit gefragt – und was heute gilt

muss auch morgen noch verbindlich sein.

Konsequenz folgt immer auch einer inneren

Logik. Hat etwa der Nachwuchs im

Wohnzimmer Fußball gespielt, obwohl allen

klar war, dass im Haus nicht mit dem

Ball gespielt werden darf, müssen die Kids

die Konsequenzen tragen. Die Sanktion

muss aber nachvollziehbar sein. Ging gar

etwas zu Bruch, muss solange Taschengeld

gespart werden, bis der Schaden annähernd

behoben ist – logisch!

Bild: Löhr

Konsequenz im Handeln

Doch wie ist das bei uns selbst? Wie konsequent

verfolgen wir unsere Karriere,

unsere Ziele? Wie konsequent folgen wir

44 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Einstellung

im Job unserer inneren Logik? Wie konsequent

haushalten wir mit unserer Lebensenergie?

Aus der Erfahrung hunderter Seminare kann

ich sagen: Es ist oft genau das Quäntchen an

Konsequenz, das erfolgreiche von weniger

erfolgreichen Menschen unterscheidet. Wollen

wir dauerhaft erfolgreich sein, müssen

wir uns eben nicht nur klare Ziele setzen, wir

müssen diese auch mit Konsequenz verfolgen.

Studien amerikanischer Forscher

belegen sogar, dass Beharrlichkeit ein

Erfolgsfaktor ist, der in seiner Bedeutung

noch vor Intelligenz und Talent rangiert!

Zielklarheit ist insofern eine Grundvoraussetzung

für Konsequenz, da nur klare,

motivierende Ziele uns aus unserer

Komfortzone holen können. Konsequent

handeln ist fraglos anstrengend. Umso

wichtiger ist es, dass uns das, was wir tun

und wofür wir es tun, auch sinnhaft und

attraktiv erscheint.

Konsequenz leicht gemacht!

Konsequenz setzt voraus, dass wir ins

Handeln kommen und anhand von

Zielen bestimmte Regeln und Handlungsanweisungen

für uns ableiten. Ist

es etwa für einen Karrieresprung notwendig,

die eigenen Englischkenntnisse

zu verbessern, so genügt es nicht,

sich das zum Ziel zu setzen. Es ist nur

der erste Schritt. Der zweite wäre, sich

Gedanken darüber zu machen, wie das

Englischlernen neben Job und Familienleben

am besten in den Alltag integriert

werden kann.

Wie lässt sich das am einfachsten umsetzen?

Welcher Weg führt individuell

am besten zum Ziel: einmal die Woche

mit einem Privatlehrer lernen, abends in

einer Gruppe trainieren, allein per Fernkurs

oder in einem Sprachurlaub… Wie

realistisch Sie Ihr Ziel für sich in Angriff

nehmen, das hat auch Auswirkungen

auf die eigene Konsequenz. Kurz gesagt: Sie

kennen sich selbst am besten und Sie können

es sich leicht oder schwer machen, konsequent

zu sein.

Konsequenz setzt

voraus, dass wir ins

Handeln kommen (...)

Auch das sollten Sie wissen: Für ihre Beharrlichkeit

im beruflichen Vorankommen

zahlen viele Menschen im Privatleben

einen Preis. Wägen Sie also ab,

welche Konsequenzen Ihre Konsequenz

haben darf. Was ist Ihnen so wichtig, dass

Sie Nachteile in anderen Lebensbereichen

in Kauf nehmen? Manchmal bedeutet ein

weniger an Konsequenz auf der einen ein

Plus an Spaß und Lebensfreude auf der anderen

Seite. Vorsicht also: Verwechseln Sie

Beharrlichkeit nicht mit sturem Festhalten

an einem Ziel.

Konsequent Grenzen setzen

Konsequenz kann auch bedeuten, eigene

Grenzen festzulegen, die Kollegen und

Die besten Tipps für

konsequentes Handeln:

Überlegen Sie sich genau, welches

Ziel Ihre Konsequenz verdient.

Überlegen Sie sich, wie viel Einsatz

Sie bringen möchten.

Überdenken Sie die Grenzen Ihrer

eigenen Konsequenz. Wer oder was

darf nicht darunter leiden?

Bleiben Sie realistisch: Planen Sie so,

dass es möglichst wenig anstrengend

ist, konsequent zu bleiben.

Belohnen Sie sich ab und zu für Ihr

Durchhaltevermögen.

Haben Sie Selbstvertrauen: Nur

wenn Sie an den Lohn der Mühe

glauben, werden Sie konsequent

bleiben.

Seien Sie nicht stur: Besondere

Situationen erfordern besondere

Behandlung. Machen

Sie auch mal Umwege oder

Ausnahmen von der Regel!

Vorgesetzte betreffen. Sie können

eine Art „bis hierhin und nicht

weiter“ markieren. Sie machen den

dritten Abend in Folge Überstunden,

weil Ihr Chef Sie kurzfristig mit Arbeit

zuschüttet? Sie übernehmen immer mehr

Aufgaben von einem Kollegen, weil der

sein Arbeitspensum nicht schafft? Sie fühlen

sich in Ihrer Leistung nicht anerkannt,

in Ihrer Entwicklung nicht gefördert?

Dann müssen Sie irgendwann die Konsequenzen

ziehen und deutlich auf Missstände,

Überbelastung und Ihre eigenen

Grenzen hinweisen.

Konsequenz im Wandel?

„Konsequent ist, wer sich selber mit den

Umständen wandelt“, hat der britische

Staatsmann Winston Spencer Churchill

einmal augenzwinkernd festgestellt. Das

klingt deutlich seriöser als: „Was interessiert

mich mein Geschwätz von gestern!“,

aber bedeutet es auch wirklich etwas anderes?

Ich denke schon. Konsequenz ist ja

kein Selbstzweck, Konsequenz nützt uns

vor allem im Hinblick auf unsere Ziele.

Lassen Sie es mich anhand eines Bildes erklären:

Auch das Navigationssystem Ihres

Autos muss sich auf Wandel einstellen.

Sie geben Ihr Ziel ein, der Weg aber

kann morgen schon ein anderer sein

als heute, weil Ihnen Baustellen den

Weg versperren oder eine neue Straßenführung

Sie umleitet. Konsequenz

brauchen Sie, was Ihre Ziele betrifft und

Beharrlichkeit auf dem Weg – die ein

oder andere Umleitung aber wird auch

Ihnen nicht erspart bleiben. Manchmal

wird es vielleicht sogar notwendig,

auch Ziele zu überdenken, wenn sich

Rahmenbedingungen verändert haben.

Lassen Sie sich dadurch nicht entmutigen!

Jörg Löhr

zählt seit Jahren zu den

angesehensten und kompetentesten

Management- und Persönlichkeitstrainern

im deutschsprachigen Raum.

Er betreut Spitzensportler und Topteams

ebenso wie Manager und Mitarbeiter

namhafter Unternehmen. Der ehemalige

Handballnationalspieler ist zudem

Autor mehrerer Bestseller und

Lehrbeauftragter.

Langer Atem oft wichtiger als

kurzfristige Kraftakte

Ob für die eigene Karriere oder aber

für Veränderungsprozesse in Abteilungen

und ganzen Unternehmen gilt:

Wichtiger als kurzfristige, heroische

Kraftakte ist der lange Atem. Die meisten

Menschen überschätzen, was man in

einem Jahr erreichen kann und sie unterschätzen,

was sie in fünf Jahren erreichen

können. Beharrlichkeit steht hier oft in engem

Zusammenhang mit Optimismus und

Selbstvertrauen. Denn nur dann halten wir

mit Konsequenz an einem Ziel fest, wenn

wir uns zutrauen, den Weg auch bis zum

Ende zu gehen.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

45


Einstellung

Dirk

Bild: Natursports, Depositphotos, Cover: Goldegg

Was Piloten

von Dirk Nowitzki

lernen

46 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Einstellung

Nowitzki

Auszug aus dem Buch von Philip Keil „Ready for take off “

Mit einem starken Ich ist

es nicht anders als mit

der physischen Stärke:

Seelisch stark zu werden

ist genauso leicht

und auch genauso schwierig. Stark zu bleiben

erfordert die gleiche kontinuierliche

Arbeit.

Alle Teilbereiche des Lebens werden mit

mentaler Stärke leichter bewältigbar – sogar

Krisen, Rückschläge, Enttäuschungen.

Viele der Attribute, die wir an anderen

Menschen bewundern, sind direkte Bestandteile

von mentaler Stärke: Mut, Selbstbewusstsein,

Motivation, »Positivity«,

Entschlossenheit, Widerstandskraft, …

Mentale Stärke ist für all das der

Überbegriff. Solange wir uns

schwach fühlen, blicken wir zu

solch starken Menschen auf. Als

wären diese Fähigkeiten Gaben,

die wir selbst nicht haben und

uns nicht aneignen könnten.

Eine Art Segen, den Menschen

mit der Geburt erhalten. Den

das Schicksal uns geschenkt hat

oder eben nicht.

Das stimmt ganz und gar nicht.

Mentale Stärke ist keine genetische

oder sonstige Veranlagung,

die nicht beeinflussbar

wäre. Keine unabänderliche

Eigenschaft. Kein Glücksfall.

Kein Unterscheidungsmerkmal

zwischen Alpha und Omega-

Tieren.

Mentale Stärke ist eine erlernbare Fähigkeit.

Schwäche ist dabei kein Hindernis,

sondern ein Sprungbrett. Wir müssen sie

erlebt haben, müssen durch Krisen gegangen

sein und sie gemeistert haben, um zu

erfahren, was Stärke wirklich bedeutet.

Ich bin heute auch deshalb

stark, weil ich früher mal

schwach war. Motiviert Sie

das als Ausgangspunkt für

Ihren eigenen Weg?

Erfolg kommt von Beständigkeit

Bei den meisten jener

Menschen, die wir als

stark bewundern, ist es

nicht anders gewesen. Spitzensportler wie

Basketballprofi Dirk Nowitzki sind nicht

deshalb so erfolgreich, weil sie über außerirdisches

Genmaterial verfügen würden,

sondern weil bei ihnen außergewöhnliche

technische Fähigkeiten mit besonderer

mentaler Stärke einhergehen. Keins von

beiden kommt von selbst. Sie haben nicht

nur Weltklasse-Coaches für ihre sportliche

Leistungsfähigkeit, sondern auch eigene

Mentaltrainer. All der Druck auf diesem

Spitzen-Niveau, die Erwartungshaltung

des Vereins, der Fans, der Sponsoren prallen

auch an einem Dirk Nowitzki nicht

spurlos ab. Dafür reichen sein technisches

Knowhow und seine sportliche Fitness

Phillip Keil

ist Berufspilot, Buchautor und begeistert

als Speaker Führungskräfte zu Themen

wie Stressmanagement.

allein nicht aus. Was ihn so konstant erfolgreich

macht, ist seine Fähigkeit, damit

umzugehen – auch und besonders dann,

wenn es mal schlecht läuft. So sagte Nowitzkis

Trainer nach einem besonders

anspruchsvollen Spiel einmal über ihn:

»Dirks mentale Stärke, sich nach einer

schwachen ersten Halbzeit nicht zu verstecken,

geduldig zu warten, bis der Rhythmus

wiederkommt. Das ist so schwer […].

Dirk ist gelassen geblieben. Das war bei

diesem großen Druck eine absolute Ausnahmeleistung.«

Ich finde dieses Zitat bemerkenswert:

Nicht die außergewöhnliche spielerische

Steigerung hebt der Trainer hervor, sondern

die mentale Höchstleistung im Moment

der sportlichen Schwäche. Ich glaube,

dass der Coach hier einem großen

Geheimnis auf der Spur ist: Nicht dass uns

immer alles gelingt, ist der Schlüssel zum

Erfolg. Sondern dass wir damit umgehen

können, wenn uns mal nichts gelingt. Auf

die Nase fallen, aufstehen, Krönchen richten,

weitergehen. Das ist Stärke. Das ist die

Grundlage für Erfolg.

Wissen hilft zwar, nützt aber nichts

Viele Menschen wissen um den enormen

Stellenwert der Kraft, die von innen

kommt. Sie vielleicht auch.

Das Problem ist, dass die meisten

dieses Wissen nicht umsetzen

(können). Sie bereiten sich

nicht auf Krisen und Rückschläge

vor – obwohl sie wissen, dass das

ein Schlüssel zum Erfolg ist. Nur

ein Bruchteil der Bevölkerung beschäftigt

sich aktiv mit dem Thema

»mentale Stärke«. Wiederum

nur ein Bruchteil derer, die ihr

Potenzial verstanden haben, setzt

die Lehren konsequent in die Tat

um. Obwohl sie wissen, dass mentale

Stärke kein Hexenwerk ist,

sondern in erster Linie mit Wahrnehmungsprozessen

zu tun hat,

also mit der Perspektive, die wir

einnehmen. Gefühle und Gemütszustände

steuern unser Denken und Handeln. Erfolg

hängt in hohem Maße von positivem

Denken ab.

Den meisten Menschen ist zwar bewusst,

was sie tun; aber sie tun nicht, wessen sie

sich bewusst sind. Deshalb möchte ich es

Ihnen etwas leichter machen – mit einigen

Denkstützen und konkreten Tools

aus dem Arsenal der Piloten. Die wissenschaftlichen

Erkenntnisse und Mentalstrategien,

die Piloten nutzen, um sich stark zu

trainieren, sind auch auf Ihre Situation anwendbar.

Sie können sie nutzen, um bereit

zu sein, wenn das Leben Sie fordert. Denn

nichts anderes bedeutet mentale Stärke:

Sie kommt aus dem Wissen, auf alles vorbereitet

zu sein.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

47


Einstellung

ICH

Oliver Kahn

Erfolg kommt von innen.

Hier geht es darum, was

Sie als Grundlage für den

Erfolg brauchen. Nicht

unbedingt für kleine Erfolge.

Nicht unbedingt für

den kurzen Erfolg. Nicht unbedingt für

den kurzzeitig großen Erfolg. Hier geht

es um die Grundlage für einen Erfolg, der

ein Leben lang halten soll. Es geht um die

„Authentizität“. Das heißt, es geht um Ihr

„Ich“.

Viele Menschen denken, Erfolg ist, wenn

man erfolgreich ist. Ich denke anders. Erfolg

ist nicht, wenn man gerade einen Erfolg

zu verzeichnen hat. Eine Prüfung bestanden,

ein Geschäft unter Dach und Fach

gebracht, die Kohle dafür in der Tasche

hat. Erfolg ist, bitte erschrecken Sie jetzt

nicht, wenn jemand Ihren Nachruf verfasst

und mit ruhigem Gewissen schreibt:

„Er hatte sein Leben lang Erfolg.“ Und sich

niemand denkt, wenn er den Nachruf liest:

„Ist das nicht ein bisschen übertrieben?“

Sie werden vielleicht sagen: „Was habe ich

dann davon, ich krieg’ das dann ja nicht

mehr mit?“ Und ich könnte erwidern: Was

hätten Sie davon, wenn etwas anderes, vor

allem wenn das Gegenteil drinstehen würde,

etwa „Er war nie erfolgreich“ oder so

was wie „Für kurze Zeit war er mal erfolgreich“?

Natürlich könnten auch ganz andere

Dinge im Nachruf gesagt werden: ein

guter Mensch, viele Kinder, angesehener

Kollege, großes Herz und, und, und. Hier,

in diesem Buch, geht es aber darum, die

Welt aus dem Blickwinkel des Erfolgs zu betrachten,

oder auch mal anders herum, den

Erfolg aus dem Blickwinkel der Welt.

Erfolg ist also keine temporäre Sache. Erfolg

muss ein ganzes Leben lang halten. Er

ist etwas für jede Lebensphase. Und in jeder

Lebensphase kann die Antwort darauf,

was Erfolg ist, anders ausfallen. Selbst wer

sich zur Ruhe gesetzt hat, braucht weiterhin

Erfolg, auch wenn man Erfolg dann

vielleicht völlig neu definiert. Gerade, um

zu verhindern, dass Erfolg aus den Fugen

gerät, dass wir dem Erfolg alles unterordnen

(was ich getan habe), dass unsere Welt

unter die Räder des Erfolgs kommt (habe

ich auch – fast – geschafft) und wir auf diesem

Wege riskieren, sogar den Erfolg selbst

zu verspielen, für all das benötigen wir

In jeder Lebensphase

kann die Antwort darauf,

was Erfolg ist,

anders ausfallen.

eine besondere „Qualität“, dazu benötigen

wir „Authentizität“. Sie, die Authentizität,

kann uns dabei helfen, zu jedem Zeitpunkt

Erfolg so zu definieren, dass er zu uns

passt. Falls ich also jemanden erschreckt

haben sollte mit meinen ersten Sätzen: Es

geht nicht um das Ende. Nirgends in diesem

Buch. Es geht um das Jetzt. Das dafür

überall.

Authentizität? Was soll das denn sein?

Woher kommt die Kraft, das, was man

macht, so „aufzupowern“, damit das daraus

wird, was man haben will? Ich will

nicht lange fackeln – die Kraft kommt: von

innen!

Nehmen Sie den Dirigenten. Die Partitur

ist immer dieselbe. Warum hängt die Qualität

einer Aufführung davon ab, welcher

Dirigent am Pult steht? Nehmen Sie den

(bildenden) Künstler. Wie schafft er es,

seine Werke „aufzuladen“, wo er doch

bloß, wie etwa Beuys, mit Fett und

Filz arbeitet? Nehmen Sie den CEO

eines Unternehmens: Warum schafft

er es, ein Unternehmen aufblühen

zu lassen, während ein anderer es

nur so vor sich hin dümpeln ließ?

Nehmen wir den Torwart: Warum

schafft er es, seine Mannschaft

anzutreiben, wenn es keiner der

(mindestens) zehn anderen auf

dem Platz mehr hinbekommt?

Ein Blick in Wikipedia zeigt:

„Angewendet auf Personen bedeutet

Authentizität, dass das

Handeln einer Person nicht

durch externe Einflüsse bestimmt

wird, sondern aus

der Person selbst stammt.“

Besser noch gefällt mir die

Wikipedia-Definition für

die Authentizität von Gegenständen:

„Authentizität

von […] Gegenständen

bedeutet, dass der

[…] Gegenstand tatsächlich

von der Person

oder Quelle stammt,

48 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Einstellung

Auszug aus „Ich.

Erfolg kommt von

innen.“ von Oliver

Kahn

»Wissen,

was man will,

wer man ist«

Oliver Kahn ist als ehemaliger

deutscher Fußballtorwart eine

lebende Legende und seit der

Fußball WM 2002 auch als „Der

Titan“ bekannt. Kahn ist der

Torwart, der mit 48-mal am

häufigsten die Mannschaft als

Spielführer aufs Feld führte. Seit

seinem Rücktritt aus der Nationalelf

2006 arbeitet er als Fußballexperte

für das ZDF und hat

mehrere vielbeachtete Bücher

zum Thema Erfolg und Motivation

verfasst.

von der er vorgibt zu stammen,

also keine Fälschung

ist.“ Also keine Fälschung

sein. Sein „Selbst“ gefunden

haben. Wissen, wer man ist.

Was man will. Wohin. Auf welchem

Weg und auf welche Weise.

Alles das schauen wir uns in diesem

Buch an. Das Ziel ist: eine Erfolgsstory

aus dem Leben zu machen.

Kein Strohfeuer. Wenn es

sein muss eine Achterbahn, aber

dann schon einen

Hammer, eine Schau

von einer Achterbahn.

Oder nehmen

Sie ein anderes Bild

für Ihren Erfogsweg. Ich habe einmal einen

Börsenanalysten gehört, als er den erfolgreichen

CEO eines großen deutschen

Unternehmens lobte: „Die eigentliche

Unternehmens-Story ist Herr…“ Und der

so gelobte CEO bestätigte: „Es ist schon

so, dass ich das Unternehmen wesentlich

geprägt habe.“ Das war es auch, was ich

wollte. Auch ich würde sagen, dass ich den

Verein, bei dem ich die längste Zeit meines

Profilebens gespielt habe, prägen wollte.

Ich wollte es nicht von Anfang an, aber

schon ziemlich bald. Und mit der Zeit immer

stärker. Mein Wille und meine Überzeugung

waren zeitweise so „stark“, dass

ich mir sogar sagte: Notfalls auch allein.

Das war natürlich übertrieben. Selbstverständlich

macht man sowas nicht allein.

Nicht der Torwart, nicht der Kapitän

einer Mannschaft, nicht der Dirigent

und nicht der CEO. Man braucht

Leute, die richtigen Leute dazu. Man

muss die richtigen Leute richtig zu

motivieren verstehen. Das geht

nicht von heute auf morgen. Man

braucht Geduld. Einen langen

Atem. Durchhaltevermögen.

Ich möchte sagen: In dieser

Hinsicht ist es mir, zumindest

zeitweise, gelungen, authentisch

zu sein. Was war das,

dieses Authentischsein, wie

sah das aus, was war dafür

nötig? Ich habe da etwas

haben wollen. Ich habe

etwas verkörpern wollen.

Ich habe eine konkrete

Vorstellung entwickelt,

wie etwas sein soll.

Und ich habe diese

Vorstellung vollständig

aufgesaugt, absorbiert.

Ich habe

mich immer und

immer wieder

hineinversetzt in

das, was ich sein

wollte, bis ich

es schließlich

v o l l s t ä n d i g

verkörperte.

Bis ich es war,

was ich sein

wollte.

Bild: Ralf Roletschek, Cover: Riva

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

49


Einstellung

Was Sie von einem

Auszug aus seinem

Buch „Der Survival

Guide fürs Leben“

alles lernen kö

So ist das im Leben nun mal: Um

Erfolge feiern zu können, müssen

Sie nicht nur hart arbeiten,

sondern auch in Kauf nehmen,

dass Sie am Anfang einige Misserfolge

verkraften müssen. Das Entscheidende

sind aber nicht die Misserfolge, sondern,

dass Sie in der Lage sein müssen, Ihr

Ziel dennoch unverdrossen weiterzuverfolgen.

Denn wie schon Winston Churchill

sagte: „Erfolg ist die Fähigkeit, einen Misserfolg

nach dem anderen wegzustecken,

ohne seine Begeisterung zu verlieren.“

Meiner Erfahrung nach besteht der eigentliche

Unterschied zwischen einem erfolgreichen

und einem erfolglosen Menschen

allein in seiner Fähigkeit, stets hartnäckig

und unverdrossen sein Ziel zu verfolgen.

Denn die eiserne Entschlossenheit, seinen

Weg bis zu Ende zu gehen, ist – genauso

wie leidenschaftliche Begeisterung – oftmals

eine viel wichtigere Voraussetzung,

um Erfolg zu haben, als irgendwelche

Qualifikationen oder etwa akademische

Titel. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass

die Dinge sich völlig anders entwickelt hätten,

wenn ich damals nicht bereit gewesen

wäre, entschlossen für die Verwirklichung

meines Traums zu kämpfen und all die vielen

Fehlschläge und Misserfolge wegzustecken.

Heute sind Fehlschläge für mich ein

klares Indiz dafür, dass ich auf dem richtigen

Weg bin! Als ich zum Beispiel versuchte,

einen Sponsor für meine Everest-

Expedition zu gewinnen, kassierte ich etliche

Hundert Absagen. Es war so deprimierend,

den Misserfolg jeden Tag vor Augen

zu haben: wieder eine Absage, wieder eine

Niete. Und etliche Male stand ich kurz

davor, meinen Traum aufzugeben. Aber

gleichzeitig war ich wild entschlossen, diesen

Berg zu besteigen. Also habe ich nicht

aufgegeben. Ich habe weiter hartnäckig

Klinken geputzt und Briefe geschrieben

– und wissen Sie was? Am Ende hatte ich

das nötige Geld für die Expedition

zusammen.

Die meisten Leute wissen

auch nicht, dass ich die SAS

Selection, das Auswahlverfahren

für den Special Air

Service, erst beim zweiten

Anlauf geschafft habe. Menschen

reden nicht gern darüber,

wenn sie scheitern –

sie erinnern sich lieber nur an ihre Erfolge.

Die SAS Selection einmal durchzustehen

ist schon hart, aber zum zweiten Mal anzutreten,

ist noch sehr viel härter – weil man

weiß, dass dieses physisch wie psychisch

extrem kraftzehrende Auswahlverfahren

einem das Äußerste abverlangt. Es gibt nur

wenige, die bereit sind, sich das ein zweites

Mal anzutun, denn es tut verdammt weh.

Doch ich hatte mich dafür entschieden,

absolut alles daranzusetzen, dass ich die

Prüfung bestand. Ich war wild entschlossen,

dieses Ziel zu erreichen, koste es, was

es wolle. Also trat ich – wieder – an, zusammen

mit 140 anderen Rekruten. Wieder

mit der sicheren Gewissheit, dass am

Ende nur eine Handvoll von uns übrig

bleiben würde. Ich war bereit, absolut alles

zu geben, egal wie lange es dauern würde.

Nach elf Monaten, in denen mein Schweiß

in Strömen floss, ich mich wie gerädert

Bear Grylls studierte am Eton College und hat einen Abschluss

der University of London. Er diente beim Special Air Service,

einer Eliteeinheit der britischen Armee. Grylls schied aus dem SAS

aus, nachdem er sich 1996 während einer Fallschirmsprungübung

drei Wirbelsäulenbrüche zugezogen hatte. Trotz dieses Unfalls bestieg

er wenig später im Alter von 23 Jahren den Mount Everest. Er

ist heute der bekannteste Survival-Experte der Welt.

fühlte und regelmäßig unter Schlafentzug

litt, war ich einer von nur vier Rekruten,

die die SAS Selection bestanden hatten

und in das SAS-Regiment aufgenommen

wurden.

Man muss im Leben extrem hartnäckig

sein und etliche Male scheitern, um sein

anvisiertes Ziel zu erreichen. Gewöhnen

Das Leben belohnt diejenigen,

die einen eisernen Willen haben,

nicht diejenigen, die die bessere

Ausbildung haben.

Sie sich daran, dass Misserfolg auf dem

Weg zum Ziel ein treuer Begleiter ist, und

betrachten Sie ihn als das, was er ist: Ein

Meilenstein auf dem Weg zum Erfolg.

Dabei war ich keineswegs durchtrainierter

oder cleverer als diejenigen, die

die Prüfung nicht bestanden haben – ich

war einfach nur aufs Äußerste entschlossen,

absolut alles dafür zu geben. Ich erinnere

mich noch daran, wie ein Rekrut,

der während des Auswahlverfahrens das

Handtuch warf, sich zu mir umdrehte und

sagte: „Weißt du, was der Unterschied zwischen

dir und mir ist, Bear? Du bist einfach

noch dämlicher als ich.“ Doch was

er als dämlich ansah, war in Wirklichkeit

nichts anderes als die Fähigkeit, die extremen

Strapazen, die das Auswahlverfahren

für uns bereithielt, klaglos durchzustehen.

Die Bereitschaft, schwierige Zeiten ohne

Murren zu ertragen, um ans Ziel zu gelangen,

war nämlich schlichtweg unerlässlich,

um diesen Härtetest zu bestehen. Letztlich

habe ich es geschafft und der andere nicht

– obwohl er als Soldat deutlich besser qualifiziert

und sehr viel erfahrener war als ich

damals.

Sie sehen, wenn man aufgibt, hat man

schon verloren. Solange Sie aber eisern

durchhalten, haben Sie auch eine Chance,

Ihr Ziel zu erreichen. Das Leben belohnt

diejenigen, die einen eisernen Willen haben,

nicht diejenigen, die die bessere Ausbildung

haben. Es ist genauso, wie Harrison

Ford einmal sagte: „Wer eisern bis zum

Ende durchhält, wird gewinnen.“

50 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Einstellung

Elitesoldaten

nnen

Bild: lwp Kommunikacio, Cover: Plassen

Gewöhnen Sie sich daran,

dass Misserfolg auf dem Weg

zum Ziel ein treuer Begleiter ist,

und betrachten Sie ihn als das,

was er ist: Ein Meilenstein auf

dem Weg zum Erfolg.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

51


Einstellung

Beweg dei

Alles beginnt im deinem Kopf!

Im Leistungssport gehört Mentaltraining

zur Siegesstrategie.

52 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Einstellung

nen Arsch!

Auszug aus „Beweg deinen Arsch“ von Frank Wilde

Jeder sieht nur das, was er sehen

will. Jeder hört nur das, was er hören

will. Sagen wir mal, du fährst

einen Golf. Jetzt möchtest du ein

anderes Auto fahren. Du stellst

dir genau vor, wie das Auto aussehen

soll: „Schwarz muss es sein, Marke

BMW, Automatik, Klimaanlage, Standheizung,

riesige Räder, Navigationssystem,

BoseSoundsystem...“

Ab jetzt siehst du an jeder Ecke einen

schwarzen 3er BMW. Du schlägst die Zeitung

auf – wofür werben die gerade? 3er

BMW! Du lernst Leute kennen – was fahren

die für ein Auto? Einen 3er BMW!

Frauen, die ein Baby haben wollen, oder

Frauen, die schwanger sind – was meinst

du, was die auf der Straße sehen? Nur

schwangere Frauen!

Sind wir uns dieser Tatsache bewusst? Sind

wir bereit, uns als Schöpfer unserer Welt

anzuerkennen? Dann müssen wir auch

Verantwortung für die Ergebnisse unseres

Schöpfungsaktes übernehmen und können

uns nicht mehr hinter anderen verstecken.

Ebenso sollten wir aufhören, es anderen

recht machen zu wollen. Denn wenn wir

Um diese Entscheidungen zu treffen, müssen

wir die Trägheit des Denkens überwinden.

In gewisser Weise müssen wir uns

selbst als Persönlichkeiten noch einmal

zur Welt bringen. Mama war für den ersten

Teil der Geburt zuständig, jetzt sind

wir selbst gefragt. Oder wie es Jim Carrey

sagt: „Alles was ich habe, verdanke ich der

Wünsche bestimmen die Wahrnehmung

Unsere Wünsche bestimmen unsere Wahrnehmung.

Das ist offensichtlich. Dieses

Phänomen macht aber nur einen Teil unserer

Gedankenkraft aus. Tatsächlich erschaffen

wir unsere gesamte Wirklichkeit

durch unsere Gedanken.

Wir können auch nur das sehen, was wir

für möglich halten. Unsere Gehirnhälften

müssen erst trainiert werden, damit sie

bestimmte Dinge sehen können. Zum Beispiel

haben sich Altertumsforscher darüber

Gedanken gemacht, warum in alten griechischen

Erzählungen nie erwähnt wird,

dass Meer und Himmel blau sind. Ihre

These: Die Farbe Blau hat sich erst später

in der Wahrnehmung differenziert, am

Anfang gab es nur die Unterscheidungen

von Schwarz, Weiß und Rot.

In der Biologie und der Neurophysiologie

hat sich mittlerweile die Erkenntnis

verbreitet, dass wir aufgrund der Funktionsweise

unseres Gehirns die Wirklichkeit

nicht abbilden, sondern selbst konstruieren.

Wahrnehmung bedeutet vor allem:

Wir fügen äußeren Sinnesreizen unsere eigenen

inneren Entsprechungen hinzu. Die

Farbe einer Orange beispielsweise ist keine

objektive Eigenschaft im physikalischen

Universum außerhalb von uns, sondern

beruht auf einer gewohnheitsmäßigen

neuronalen Schaltung innerhalb unseres

Gehirns. Das sagt nicht irgendein Mystiker,

das sagen unsere anerkannten Kognitionswissenschaftler.

schon unsere eigene Welt schaffen, warum

sollte es dann die von jemand anders sein?

Schließlich müssen wir selbst Entscheidungen

darüber treffen, wer wir sind und

wer wir sein wollen. Das kann uns keiner

abnehmen.

Frank Wilde

gehört zu den bekanntesten Mentaltrainern,

ist Bestsellerautor und begeistert

jährich Tausende Kreuzfahrtpassagiere

überall auf der Welt.

permanenten Gehirnwäsche, die ich mir

selbst verordne.“

Die Welt ist genau das, was wir von ihr

glauben. Folglich gibt es die eine „objektive

Wirklichkeit“ gar nicht. Statt dessen

existieren unzählige Wirklichkeiten

gleichzeitig, nebeneinander und übereinander

gestapelt.

Nun wirst du zu recht sagen: Aber es gibt

doch nur eine Wirklichkeit, so wie ich nur

einen Personalausweis habe. Es gibt Logik,

es gibt allgemeine Gesetze, die ich nicht

durch die Kraft meiner Gedanken umbiegen

kann. Natürlich kannst du das nicht,

aber dafür kannst du bestimmen, welche

Größe der von dir geschaffene Teil der

Wirklichkeit einnimmt. Es gibt Menschen,

die begreifen sich zu neunzig Prozent als

Opfer und nur zu zehn Prozent als Täter,

bei anderen ist es umgekehrt. Wie ist es bei

dir? Je mehr du Täter wirst, desto stärker

schaffst du dir deine eigene Welt – deswegen

sage ich ja immer wieder: „Mach flinke

Füße, beweg deinen Arsch!“

Bilder: Wilde, Depositphotos, maxisports

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

53


Einstellung

Warum Dein

Warum

entscheidend ist

Christian Bischoff ist einer der bekanntesten

Erfolgstrainer in Deutschland. Mit 16 Jahren

war er der jüngste Basketball-Bundesligaspieler

aller Zeiten und mit 25 Jahren einer der jüngsten

Bundesliga-Cheftrainer.

Von Christian Bischoff

Jeder von uns strebt im Großen und

Ganzen nach drei Dingen: Glück,

Erfolg und einem erfüllten Leben.

Am Ende Deines Lebens bleiben

diese drei Fragen: War ich glücklich?

War ich erfolgreich mit dem,

was ich getan habe? Habe ich ein erfülltes

Leben geführt? Sprich: Hatte mein Leben

einen Sinn?

Wie kannst Du ein glückliches, erfolgreiches

und sinnvolles Leben nach Deinen

Vorstellungen führen? Bei der Beantwortung

dieser Frage hilft mein Konzept die

Pyramide LEBENSWERK.

Die Pyramide Lebenswerk besteht insgesamt

aus sechs Ebenen und 22 Bausteinen,

die Du wirklich beeinflussen kannst, um

Dein Leben selbstbestimmt zu gestalten.

Ziele sind ein wichtiger Bestandteil der

Pyramide LEBENSWERK. Darum kümmern

wir uns hier erst einmal um sie. Die

ganze Pyramide Lebenswerk kannst Du

Dir aber gerne auf meiner Homepage ansehen,

außerdem behandle ich sie in meinen

Seminaren.

Viele Menschen haben keine Ziele oder

geben auf, weil sie nicht wissen, wie sie

ihr Ziel erreichen sollen. Doch Du musst

am Anfang gar nicht wissen, wie Du das

machst. Du musst zunächst einmal nur

wissen, DASS und WARUM Du es willst.

Denn: Wenn Dein WARUM stark genug

ist, kommt das WIE mit der Zeit von

selbst.

Am Ball bleiben

Wenn Du wirklich weißt, WARUM Du

etwas tun willst, dann ist Dein Wille so

stark, dass Du immer einen Weg finden

wirst, wie Du es schaffen kannst. Denn Du

beginnst, Dir lösungsorientierte Fragen zu

stellen. „Wie schaffe ich das, was ich schaffen

will?“ Niemand sagt, dass das WIE einfach

wird. Doch wenn Dein WARUM stark

genug ist, wirst Du Dich nicht entmutigen

lassen. Denn Du hast ein Ziel. Und wenn

der eine Plan nicht funktioniert, dann wird

eben ein anderer Erfolg bringen. Oder ein

anderer… Dein starkes WARUM sorgt dafür,

dass Du so lange am Ball bleibst, bis

Du den Weg gefunden hast.

Wenn Dein WARUM, Dein Handlungsgrund,

nicht stark genug ist, wirst du zu

früh aufgeben und sagen: „Ich habe alles

probiert.“ Doch ich garantiere Dir: Immer

wenn Du behauptest, Du hättest alles versucht,

dann hast Du es nicht! Denn dann

hättest Du Dein Ziel erreicht!

Dein WARUM ist Dein Motiv, warum Du

etwas tust.

WARUM mache ich meine Arbeit als

Motivationstrainer und Life-Coach so

leidenschaftlich? Weil ich jeden Morgen

aufstehe und weiß, WARUM ich das mache.

Nämlich, weil ich so vielen Menschen

wie möglich helfen möchte, ein glücklicheres,

erfolgreicheres Leben mit einer

höheren INNEREN Lebensqualität zu

führen – nämlich genau das Leben, das

sie sich wünschen. Das ist mein WARUM:

Ich will einen Unterschied machen. Einen

positiven Unterschied im Leben anderer

Menschen.

Dein WARUM

Warum tust Du täglich, was Du tust? Warum

verfolgst Du, was Du aktuell verfolgst?

Dein Warum ist alles entscheidend. Denn

wenn Du Dir ein Ziel setzt und Dein WA-

RUM unbekannt oder zu schwach bleibt,

dann gibst Du zwangläufig irgendwann

auf oder wirst nachlässig.

54 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Einstellung

Grafik, Foto: Bischoff, LIFE GmbH

Diese Pyramide verdeutlicht die sechs Ebenen, auf denen sich unser Leben abspielt:

Die Mentalebene: Gedanken, Emotionen, Überzeugungen, Selbstvertrauen

Die Handlungsebene: Ziele, Disziplin, Ausdauer, Prioritäten

Die Wissensebene: Gesundheit, Geld, Partnerschaft und Beruf

Die Definitionsebene: Werte, Selbst- und Weltbild und Regeln

Die Sozialebene: Umgang und Umfeld

Die Sinnebene: Die Spitze der Pyramide ist der Lebenssinn

Was ist Dein WARUM? Wofür lebst DU?

Schreib dir Dein wichtigstes Ziel auf und

überlege, WARUM Du es erreichen möchtest.

Schreibe so lange und so viel, bis die

Energie Deines WARUMS Dich durchfließt

und Du voller Motivation bist. Wenn

das nicht passiert, dann ist wahrscheinlich

Dein Warum nicht stark genug oder

das Falsche. Vielleicht ist es aber auch gar

nicht Dein eigenes, sondern nur eines, dass

Du von Deinem Umfeld aufgezwungen

bekommst? Solche Ziele solltest Du am

besten ganz schnell vergessen und nicht

weiterverfolgen. Denn wie sollte Dein WA-

RUM stark genug sein, wenn Du tief in Dir

weißt, dass Dir diese Ziele eigentlich gar

nichts bedeuten? So kannst Du sie niemals

erreichen. Such Dir stattdessen lieber ein

neues Ziel mit einem starken, unbezwingbaren

WARUM. Ein Ziel, das Dich fasziniert

und in seinen Bann schlägt. Denn ein

solches Ziel kannst Du erreichen. Ein solches

Ziel wirst Du erreichen, denn wenn

Dein WARUM stark genug ist, kommt das

WIE von selbst. Wenn Du etwas wirklich

erreichen WILLST, dann erreichst du es

auch. Gegen alle Widerstände. Du weißt

nie, wo Dein Limit ist.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

55


Einstellung

Autor: Ronny Wagner

Es gibt ein unveränderliches zu sein, ist eine klare Formulierung dessen,

und immer gültiges Gesetz in was Sie zu tun versuchen, unabdingbar.

diesem Universum. Man kann Wenn sie das nicht beantworten können,

sich diesem nicht entziehen. werden Sie das Ziel nicht erreichen. Erfolg

Dieses Gesetz lautet SEIN - hat demnach etwas mit Verursachung auf

TUN - HABEN. Schauen wir uns dieses der SEINS-Ebene zu tun. Jeder Erfolg besitzt

eine Ursache. Einen Gedanken, der

Gesetz etwas genauer an. Um etwas im Leben

HABEN zu können, müssen wir dafür diesen ins Rollen brachte. Dieser Gedanke

etwas TUN. Um etwas TUN zu können, entsteht auf der SEINS-Ebene. In diesem

müssen wir irgendjemand SEIN. HABEN Bereich geht es um den Menschen selbst.

heißt SEIN. SEIN ist kein Widerspruch zu Um seine gemachten Erfahrungen, sein

HABEN. Jedoch ist das SEIN dem HABEN Wissen, seine sich daraus entwickelte Persönlichkeit

und Identität. Und um seine

übergeordnet. Doch was ist dieses SEIN?

Es sind meine gemachten Erfahrungen, daraus resultierenden Gedanken.

meine Identität und das damit verbundene

Wissen, um meine Identität auch

ausleben zu können. Die Fähigkeit

etwas zu wissen, zu tun und

im Ergebnis auch zu haben, hängt

Sein

ausschließlich von der Seins-Ebene

ab, die jemand erreicht hat. Je

mehr du bist, umso mehr weißt

du. Je mehr du weißt, umso mehr

tust du. Und je mehr du tust, umso

mehr hast du. Tun und Haben

hängen ausschließlich vom Sein

ab. Vergleichbar ist diese HABEN-

Ebene mit einem Schatten. Die Größe

Gute versus schlechte Gedanken

Der Mensch erlebt diese Welt durch seinen

Verstand. Dieser funktioniert wie ein

Supercomputer. Er stellt ständig Berechnungen

an und versucht so, den Menschen

durch das Labyrinth des Lebens zu

führen. Doch was passiert, wenn dieser

Computer nicht mehr so funktioniert wie

es Mutter Natur vorgesehen hat? Durch

Erfahrungen, Erlebnisse und unnützes

Wissen wird der Verstand permanent mit

Informationen vollgestopft. Und irgendwann

ist die Festplatte dermaßen voll,

dass nichts mehr richtig funktioniert.

In diesem Zustand helfen dann weder

Medikamente, Nahrungsmittel noch

Wunderheiler. Der Mensch tut immer

das, was er gerade denkt. Dabei

versucht der Mensch, nichts falsch zu

machen. Dennoch kann man bei den

Menschen ständig seltsame Dinge

beobachten, die sie sich und anderen

antun. Das lässt den Rückschluss zu,

dass es schlechte Gedanken geben

muss. Und wenn der Mensch versucht,

nichts falsch zu machen und

es doch tut, müssen Gedanken stärker

sein, als der Mensch selbst. Und somit

tun

haben

dieses Schattens hängt von der SEIN-Ebene

ab, der Gestalt und dem Ausmaß des

Gegenstandes, der diesen Schatten wirft.

Das Haben ist das Ende von etwas. Es ist

das Erreichen eines Zieles, welches ich mir

vorher auf der SEIN-Ebene gestellt habe.

Erfolg im Leben zu haben bedeutet, seine

sich selbst gesteckten Ziele zu erreichen.

Das Wort „Erfolg“ lässt sich aus dem Verb

„erfolgen“ bilden. Es bedeutet erfolgen im

Sinne von „geschehen“. Es bedeutet also

„Ausgang, Wirkung und das Erreichen

eines Zieles“. Allgemein formuliert bedeutet

Erfolg das Eintreten einer beabsichtigten

Wirkung. Wir alle wissen, dass jede

Auswirkung einer vorangegangenen Ursache

zu Grunde liegt. Diese Ursache ist der

Kern, den wir uns ansehen müssen, sobald

wir eine Auswirkung verstehen möchten.

Jeder Erfolg besitzt eine Ursache. Um

Dinge zu verursachen, muss man Ursache

sein. Die erste Erfordernis von Ursache ist

eine Formulierung des Ziels und des Willens,

es erreichen zu wollen. Um Ursache

Ronny Wagner ist

Vorstand und Gründer

des Vereins „Schule des

Geldes“ und setzt sich für

die finanzielle Bildung ein.

Außerdem ist er Inhaber

der Noble Metal Factory.

sind es die Gedanken, die den Menschen

beherrschen. Und das bedeutet wiederum,

dass der Mensch nicht immer in

der Lage ist, seine Gedanken ursächlich

zu steuern. Letztendlich muss es also im

Verstand etwas geben, das den Menschen

anweist, falsche Dinge zu tun. Obwohl

sich der menschliche Organismus über

einen sehr langen Zeitraum entwickelt

hat und es dabei geschafft hat, sich ständig

selbst zu heilen, gibt es heute fast keine

vollständig gesunden Menschen mehr.

Vermutlich liegt die Ursache hierfür im

menschlichen Verstand. Gedanken werden

vom menschlichen Wesen gedacht.

Der Verstand beeinflusst und organisiert

über Gedanken Materie. Letztendlich sind

alle Gedanken aus dem gleichen Holz geschnitzt.

Seien sie nun gute oder schlechte

Gedanken. Sie stammen ausschließlich

von Erlebnissen und Erfahrungen, die das

menschliche Wesen gemacht hat. Erfolg

im Leben hängt ausschließlich von der

Qualität der eigenen Gedanken ab.

Bilder: NMF; Depositphotos, Coolfonk

56 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


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Kris Stelljes zeigt, wie man von Null an mit

einem digitalen Infoprodukt Erfolg haben kann.

5 Schritte zum eigenen

Bilder: Stelljes

Online-Business

Ein eigenes Online-Business

ist eines der profitabelsten

Geschäftsmodelle der Welt.

Davon ist Kris Stelljes - einer

der erfolgreichsten und

bekanntesten Internet-Unternehmer im

deutschsprachigen Raum - absolut überzeugt.

Und diese Überzeugung hat der 27-

Jährige nicht ohne Grund.

Denn trotz seines jungen Alters hat er

sich mit seinen eigenen Online-Unternehmen,

die auf digitalen Infoprodukten

basieren, ein mittlerweile 7-stelliges Millionen

Business aufgebaut - und das als

ehemaliger Fließbandarbeiter.

Ein digitales Infoprodukt vermittelt in

digitaler Form Informationen zu einem

bestimmten Thema und hilft den Anwendern,

ein bestimmtes Problem zu

lösen oder ein persönliches Ziel zu

erreichen.

Das Schöne an einem Infoprodukt ist die Tatsache,

dass wirklich jeder es erstellen kann. Denn es ist

auch ohne Vorerfahrungen relativ schnell umsetzbar.

Und Kris Stelljes hat sich damit einen Erfolg

erschaffen, von dem er bis vor einigen Jahren

nur träumen konnte. Nach seinem Realschulabschluss

machte er eine Ausbildung

zum Fahrzeuglackierer in der Nähe von

Bremen. „Ich habe aber schnell gemerkt,

dass das nicht das Leben war, das ich führen

wollte - und dass ich mehr erreichen wollte”,

blickt er heute auf diese Zeit zurück.

Vom Fließband zum Millionen-Business

Mit 21 Jahren entschied er sich daher, sein

Geld im Internet zu verdienen. Und diese

Entscheidung sollte die richtige sein. In

den vergangenen Jahren hat er sich verschiedene

mehrstellige Internet-Unternehmen

in den unterschiedlichsten Bereichen

aufgebaut, z. B. Internet Marketing, Dating

& Beziehungen, Gesundheit & Fitness sowie

NLP & Persönlichkeitsentwicklung.

Natürlich ist er

s e l b s t

nicht das

G e s i c h t

all dieser

F i r m e n ,

s o n d e r n

a r b e i t e t

mit vielen

C o a c h e s

und Geschäftspartnern

zusammen.

„Das Schöne

an einem Infoprodukt

ist die Tatsache, dass es wirklich

jeder erstellen kann”, sagt der Experte für

Online Marketing, der auch Sprecher auf

zahlreichen Internet Marketing Events ist.

Dazu kommt, dass man hierfür so gut wie

kein Startkapital benötigt.

Aus Erfahrung weiß Kris Stelljes, dass

viele Menschen davor zurückschrecken,

weil sie erstens das Konzept eines digitalen

Infoproduktes nicht kennen oder zweitens

annehmen, dass sie es nicht können. “Dabei

sind die Schritte zum digitalen Infoprodukt

auch ohne Vorerfahrungen relativ

schnell umsetzbar.”

Die fünf Schritte zum digitalen

Infoprodukt

Er selber hat fünf Erfolgsschritte identifiziert:

Die Identifikation eines Problems,

das das Infoprodukt löst, die Festlegung

der Produktstruktur, die Auswahl eines

bestimmten Formates, die Erstellung der

Inhalte und die Produktion des Infoproduktes.

Für Kris Stelljes sind die Vorteile eines digitalen

Infoproduktes enorm: Es muss nur

ein einziges Mal angelegt werden, der Aufwand

ist minimal, die Kosten sind gering,

es lässt sich automatisiert über das Internet

verkaufen, der Bedarf ist groß und es gibt

außerdem drei große Internet-Märkte, in

denen ein enormes finanzielles Potenzial

liegt.

Da der Markt eine entscheidende Rolle

für den späteren finanziellen Erfolg des

Infoproduktes spielt, hat Kris Stelljes den

Report „Die drei großen Mega-Märkte

im Internet” erstellt, der kostenlos unter

krisstelljes.de/mm herunter geladen werden

kann.

Er möchte damit anderen Menschen das

wichtigste Basiswissen vermitteln und sie

dazu ermutigen, ebenfalls auf ein digitales

Infoprodukt zu setzen.


Einstellung

Bild: firma.de

Die Gründer von firma.de:

Michael Silberberger (links) und

Christian Manthey

Von Michael Silberberger

Vom

Entrepreneur

Millionär?

zum

Unternehmertum als ultimative Chance auf Selbstbestimmung

und finanziellen Erfolg

Wie wird man am einfachsten

Millionär?

Die Statistik spricht

hier eine klare Sprache:

Die große Mehrheit

aller Superreichen hat es nicht als Top-

Manager, Anwalt oder Vertriebler geschafft

und auch nicht geerbt, sondern sich tatsächlich

als Entrepreneur mit der eigenen

Firma hoch gearbeitet. Doch es geht dabei

nicht nur um Geld, sondern auch um den

Wunsch nach Selbstbestimmung. Mit dem

Schritt ins Unternehmertum erreichen Sie

ein Höchstmaß an Freiheiten mit unendlich

vielen Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten.

Viele denken, dieser Schritt

sei kompliziert in der Umsetzung, kostenintensiv

und zu zeitaufwändig, doch das

ist falsch. Diese Vorbehalte entspringen oft

der altbekannten Angst vor Veränderungen

sowie einer grundlegenden Unwissenheit

darüber, wie der eigentliche Gründungsprozess

abläuft. Stellt man es richtig und

überlegt an, hat man in Nullkommanichts

alle Möglichkeiten eines Unternehmers.

Um angehenden Gründern etwas die Hemmungen

zu nehmen, möchte ich hier kurz

einige Gründe anführen, warum auch Sie

selbständig werden können.

1. Statistisch belegt: die meisten Superreichen

haben nicht geerbt

Tatsächlich ist der Großteil der reichen

Menschen nicht mit dem sprichwörtlichen

goldenen Löffel im Mund geboren worden.

Dies hat Prof. Steven Kaplan der University

of Chicago Booth schon vor Jahren

in einer berühmten Studie belegt. 69 % der

gelisteten Personen auf der Forbes-400-Liste

haben Kaplan zufolge nicht geerbt, sondern

sich ihr Vermögen als Entrepreneur

mit eigenem Unternehmen erarbeitet.*

2. Als Gründer bringen Sie Ihre

Persönlichkeit zur vollen Entfaltung

All die Herausforderungen, die Sie bewältigen,

indem Sie ein eigenes Unternehmen

führen, dessen Strukturen schaffen

und dessen Zukunft steuern, werden Ihre

Persönlichkeit zur vollen Entfaltung bringen.

Dies durfte ich schon bei unzähligen

Start-ups beobachten. Immer wieder freut

es mich aufs Neue, wenn ich beobachten

kann, wie sich ein engagierter Gründer

mit seinem Unternehmen weiterentwickelt

und mit glühender Begeisterung und

Leidenschaft seine Firma führt.

3. Innovationen sind gut, aber nicht

zwingend

Nicht jeder muss das Rad neu erfinden. Natürlich

ist es toll, wenn Sie mit einer guten

Idee um die Ecke kommen und eine neue

Innovation verkaufen möchten, doch nicht

für jeden ist dieser Weg der richtige. Es gibt

bereits viele gute Ideen, auf die man zurückgreifen

und mit denen man erfolgreich

werden kann, zum Beispiel mit einem Franchise-Modell.

4. Unzählige Förderprogramme warten

auf Sie

Es gibt aktuell so viele Businessplanwettbewerbe,

staatliche Förderungen, Gründungsinitiativen

und viele andere Möglichkeiten,

die Ihnen Hilfe gewähren – sei

es finanziell oder durch fachkundige Beratung.

Sichten Sie, welche für Sie geeignet

sind und bewerben Sie sich. Es ist manchmal

nicht zu fassen, wie viele Start-ups

hier Chancen verschenken.

5. Finanzielle Unabhängigkeit als Ziel

Selbstverständlich ist man gerade am Anfang

finanziell alles andere als unabhängig,

doch als Unternehmer haben Sie die reelle

Chance, auf diese Unabhängigkeit hinzuarbeiten

und diese auch tatsächlich zu

erreichen. Ob und wie Sie dies anstellen,

liegt einzig und allein an Ihnen. Dieses

Ziel ist ein starker nicht zu unterschätzender

Antrieb.

6. Bürokratie besser anderen überlassen

Die aufwendige Gründungsbürokratie in

Deutschland wirkt zwar abschreckend,

doch darüber brauchen Sie sich keine Sorgen

zu machen. Nutzen Sie Dienstleister

wie firma.de, die Ihnen den Löwenanteil

des Gründungsprozesses abnehmen, uvnd

kümmern Sie sich um Ihr Kerngeschäft.

Silberbergers Starthilfe für Start-ups

Michael Silberbergers Unternehmen firma.de ist ein One-Stop-Shop für Existenzgründer und

Unternehmer mit Sitz in Wiesbaden. Das Online-Portal vertreibt über www.firma.de zahlreiche

online buchbare Service-Pakete für Start-ups, die beim Gründungsprozess Entlastung bieten,

sowie Outsourcing-Lösungen. firma.de verfügt über ein bundesweites Partnernetzwerk aus

über 250 Steuerberatern, Gründungsberatern und Marketingagenturen.

7. Sich selbst verwirklichen

Im Idealfall gründet ein Unternehmer genau

das Unternehmen, das ihm am Herzen

liegt und in dessen Branche er sich

auskennt. Kurskorrekturen sind hier völlig

normal und jede Firma macht eine Entwicklung

durch. Mit etwas Ausdauer, Esprit

und Tatendrang können Sie eine Firma

erschaffen, die Ihr Lebensgefühl und

Ihre Philosophie perfekt widerspiegelt.

* Quelle: Steven Neil Kaplan and Joshua Rauh, „Family, Education, and Sources

of Wealth Among the Richest Americans, 1982–2012,“ American Economic

Review Papers & Proceedings, May 2013.

58 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Einstellung

Andreas Buhr bei der Besteigung

des Mount Everest

Machen

Bilder: Buhr

Von Andreas Buhr

Viele Menschen denken von

sich, dass sie Macher-Qualitäten

haben. Und überschätzen

sich damit. Denn

ständiges Jammern ihrer

Kollegen und Mitarbeiter bringt auch sie

um ihre unternehmerische Motivation. Oftmals

verfallen sie selbst ins Meckern. Aber

Meckern baut nur Barrieren im Kopf auf.

Barrieren, die Entscheidungsräume verschließen.

Die Hemmschwellen vor Taten

auftürmen. Echte Macher kennen keine

Barrieren. Sie werden schnell aktiv und

handeln ergebnisorientiert. Nach dem von

mir entwickelten Modell ©lean leadership,

orientieren sie sich dabei an zehn wesentlichen

Prinzipien, die ich in meinem Buch

„Machen statt meckern“ ausführlich beschreibe.

Für Sie hier kurz zusammengefasst: Was

macht ©lean leader konkret aus? Was machen

sie anders als andere, was sind ihre

Prinzipien?

1. Sie konzentrieren sich stets auf das Wesentliche

statt es stets jedem recht machen

zu wollen und an Dingen festzuhalten, die

nicht Kerngeschäft sind.

2. Sie handeln stets verbindlich und zuverlässig

als Vorbild.

3. Sie wissen: Klarheit über Ziele bringt

nachhaltigen Erfolg.

4. Sie sind mutig, verfallen

nie in eine Opfer-Haltung.

5. Sie sehen ihre Mitarbeiter

weniger als Werkzeug, denn

als Ziel der eigenen Arbeit.

Der Mitarbeiter als Mensch

steht im Zentrum ihres Führungshandelns.

6. Sie wissen: Führung ist

immer mehr als Management.

Daher optimieren sie

nicht nur Prozesse. Sie eröffnen

den im Unternehmen arbeitenden

Menschen auch einen Raum, in dem diese

eigenverantwortlich ihre Fähigkeiten entfalten

und entwickeln können.

7. Sie legen Ziele sowohl quantitativ wie

qualitativ fest und kommunizieren die erwarteten

Ergebnisse stets verbindlich gegenüber

ihren Mitarbeitern.

8. Sie erzielen Herausragendes mit

Leidenschaft. Das ist ihr WOW!-Faktor!

9. Sie setzen auf Gewinnorientierung auf

dem Fundament der Werteorientierung

und Nachhaltigkeit. Gewinnorientierung

mit Sinn und Verstand also.

10. Sie denken in vernetzen Strukturen

und nutzen die Weisheit der Vielen.

statt

meckern

Andreas Buhr

ist der Experte für Führung im

Vertrieb. Der mehrfach ausgezeichnete

Speaker und erfolgreiche

Unternehmer, Trainer,

Dozent und Autor ist Vorstand

der Buhr & Team Akademie

für Führung und Vertrieb AG,

Düsseldorf. Das Trainerteam ist

auf Praxistrainings für Führung

und Vertrieb spezialisiert.

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59


Leben

»Früher

tierisch

Herr du Mont, öffentlich haben Sie ja

mehrmals gesagt, dass Sie Ihr neues

Buch „Stehe ich jetzt unter Denkmalschutz?“

deswegen geschrieben haben,

weil man das Älterwerden mit Humor

nehmen soll. Ist das tatsächlich nur so zu

ertragen?

Ja, wissen Sie, man hat ja gar keine Alternative.

Keiner will jung sterben. Wenn man

keine andere Wahl hat, als älter zu werden,

dann sollte man versuchen, es mit Humor

zu nehmen. Es gibt wunderbare Momente

und es gibt schlechte Momente. Die hatte

ich aber auch mit 18, 20, 30, 40, und 50.

Da hatte ich ganz üble Momente. Insofern

muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen, dass das

Alter, Gesundheit immer vorausgesetzt,

mir sehr viel mehr Ruhe geschenkt hat. Ich

bin viel gelassener, ich sehe die Dinge ganz

anders heutzutage. Das tut schon ganz gut.

Ich habe mich früher tierisch aufgeregt.

Sky du Mont

Wissenschaftler testieren dem Humor

ja diese heilende Wirkung. Also müsste

man automatisch gesünder älter werden,

wenn man dem Humor den Vorzug lässt.

Würden Sie mir das unterschreiben?

Ach, was die Wissenschaftler so von sich

geben, halte ich für Sensationspresse. Ich

glaube, es liegt an den Genen. Meine Mutter

ist 94 und geistig völlig fit. Mein Vater

ist richtig alt geworden. Der eine hat gute

Gene, der andere ist krank, kann vielleicht

nicht mehr gehen. Es spielen so viele Veranlagungen

mit. Ich habe großes Glück,

insofern kann ich mein Rentenalter gut

genießen.

Wie wichtig und wie schwierig ist es denn

eigentlich, sich im Alltag immer neue

Ziele zu setzen, auf die man hinarbeiten

und sich freuen kann?

Bilder: WTV

60 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Leben

habe ich mich

aufgeregt«

Das ist eine gute Frage, weil sich die Perspektiven

immer wieder ändern. Man

weiß natürlich, wenn man ein gewisses

Alter erreicht hat, sollte man eigentlich

nicht mehr anfangen nochmal ein neues

Haus zu bauen und wird wohl kaum mehr

deutscher Tennismeister. Die Ziele sind

schon anders. Aber ist das so wahnsinnig

wichtig? Ist es die Triebfeder unseres Lebens,

sich Ziele zu setzen, die meistens gar

nicht erreicht werden? Ich wollte irgendwann

mit meinen Kumpels im Land Rover

durch die Sahara fahren. Viele Ziele sind ja

eigentlich völlig idiotisch und wenn man

dann etwas älter ist, dann sagt man sich,

ein Glück, dass ich es nicht gemacht habe.

Viele über 60-Jährige kribbelt es ja in

den Fingern und sie beginnen noch etwas

Großes. Zum Beispiel Jack Welch,

der in dem Alter CEO von GE wurde und

das Unternehmen umgekrempelt hat,

Richard Branson, der den Weltraumtourismus

salonfähig macht oder Donald

Trump, der jetzt mit 70 Präsident werden

möchte. Hat das vielleicht auch mit

Weisheit zu tun, dass man manche Dinge

dann einfach doch tun muss?

Ich glaube gerade die Personen, die Sie genannt

haben, haben schon in ihren 20ern

und 30ern Anlauf genommen. Das sind

ja Leute, die nicht plötzlich berühmt und

reich wurden und gesagt haben, so, jetzt

möchte ich Präsident werden. Trump

gibt es ja schon sehr, sehr lange. Nein, ich

glaube, wenn Sie an einem gewissen Punkt

sind, wollen Sie nicht aufhören. Sie wollen

nicht aufgeben. Ich bin im Kopf noch –

meine Tochter würde da sagen, nein – aber

ich bin im Kopf und körperlich noch völlig

dabei. Natürlich will ich nicht stehenbleiben

und will noch neue Dinge machen.

Unter anderem möchte ich noch mehr und

noch andere Sachen schreiben. Insofern

halte ich das für völlig normal. Das hat mit

dem Alter nichts zu tun. Nur völlig neue

Ziele wie, „ich will deutscher Tennismeister

werden“, das ist natürlich Unsinn, das

wird nicht mehr funktionieren.

Wie sieht es denn mit dem lieben Geld

aus? Finden Sie, dass man fürs Alter

Vermögen anhäufen muss, um es dann

irgendwann zu vererben? Ist das so eine

Art Sinnerfüllung? Ihr Lieblingsrapper

50 Cent hat ja alles ausgegeben und

scheint auch glücklich zu sein.

Alles ausgegeben hat er mit Sicherheit nicht

aber das Finanzamt wird ihn bestimmt

erwischen und ich glaube, dass das dicke

Ende für ihn

noch kommt.

Natürlich sollte

man vorsorgen,

denn gerade im

Alter ist Komfort und ein gewisser kleiner

Luxus, wie dass man es sich leisten kann,

mal essen zu gehen, sehr wichtig. Die

wenigsten Leute haben das ja leider. Die

Renten sind nicht hoch genug, das reicht

zum Existieren aber nicht zum Leben.

Man sollte vorsorgen, wenn es irgendwie

möglich ist. Meine Mutter hat einen wunderbaren

Spruch über ihrem Schreibtisch

hängen: „Flieg Business, denn Deine Erben

machen es bestimmt.“

Stellt man, wenn man älter wird, die eigenen

Interessen mehr voran als früher?

Irgendwann kommt der

Punkt an dem man sich sagt:

„Nein, das brauche ich nicht!“

Ist das nicht schön, dass

ich mir das leisten kann?

Sky du Mont mit Julien Backhaus im entspannten Gespräch.

Macht man einfach nur noch das, was

einem Spaß bringt, weil die Zeit schnell

rennt?

Eine sehr gute Frage, Kompliment. Ich

würde sagen, das hat nicht unbedingt etwas

mit dem Alter zu tun, sondern eher mit der

Erfahrung. Irgendwann kommt der Punkt,

an dem man sich sagt, ich habe mich mit

so vielen Dingen, Menschen und, gerade

in meinem Beruf, mit so vielen Festivitäten

und

Veranstaltungen

abgegeben,

die

ich eigentlich

nicht wollte. Da wollte ich gar nicht

hingehen und mit den Leuten wollte ich

überhaupt nicht den Abend verbringen.

Man macht ja so viele Dinge im Leben, die

man eigentlich nicht machen möchte. Und

da muss irgendwann mal der Punkt kommen,

an dem man sich sagt, „Nein, brauche

ich nicht!“ Und ist das nicht schön,

dass ich mir das leisten kann? Diesen Luxus

hat nicht jeder aber wenn man es sich

leisten kann, ist das ein ganz großartiges

Geschenk.

Vielen Dank, Herr du Mont.

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61


Leben

Herr Dr. von Hirschhausen,

Sie sind einer der

erfolgreichsten Kabarettisten

in Deutschland

und zudem Mediziner.

Wann ist Ihnen aufgefallen, dass Lachen

für die Heilung wichtig ist?

Schon in meiner Zeit als Medizinstudent,

dazu fällt mir eine kleine Anekdote ein:

Ein 6jähriger Junge muss punktiert werden.

Weil er privat versichert ist, kommt

der Chef persönlich und erklärt in altväterlicher

Manier: „Denk dran, ein Indianer

kennt keinen Schmerz!“ Darauf der gepeinigte

Junge wörtlich: „Ich bin aber kein Indianer,

du Idiot!“ Die Quintessenz: Lachen

hilft wirklich gegen Schmerzen. Wer das

nicht glaubt, kann es ganz leicht ausprobieren:

Hauen Sie sich mit einem Hammer

zweimal auf den eigenen Daumen, einmal

alleine und dann noch einmal in Gesellschaft.

Sie spüren den Unterschied. Wenn

ich mit Anderen lachen kann, lässt der

Schmerz nach. Deshalb sollte im Krankenhaus

niemand lange alleine sein und etwas

zu lachen bekommen.

Was hat Sie dazu bewegt, die Stiftung

HUMOR HILFT HEILEN zu gründen?

Ein Ereignis, das mich wirklich nachhaltig

verändert hat, liegt schon viele Jahre

zurück. 1997 war ich auf einer auf einer

Tour durch Krankenhäuser für einen Radiosender,

der meine Auftritte sponsorte.

Nach dem Auftritt schilderte mir ein Arzt

in einer Kinderklinik eine Beobachtung

während einer Zaubershow von mir. Ein

Junge war schon länger in Behandlung mit

„selektivem Mutismus“, einer seelischen

Störung bei der Kinder aufhören zu sprechen.

Dieser Junge war Teil der Gruppe,

für die ich auftrat. Und alle Kinder wurden

involviert in die Zauberei, mussten laut

zählen, pusten und mitmachen. Der Junge

„vergaß“ seine Störung und machte munter

mit. Ich bilde mir nicht ein, dass es der

entscheidende Moment für ihn war, dazu

hat es viel gebraucht. Aber vielleicht war es

genau der kleine Anstoß, der noch fehlte,

um seine Heilung voran zu bringen. Und

seitdem nehme ich die Rolle von Humor,

Musik, Kunst und anderen Wegen uns zu

„verzaubern“ in ihrer Bedeutung für die

Heilung viel ernster, das war gewissermaßen

die geistige Geburtsstunde von HU-

MOR HILFT HEILEN.

Was waren Ihnen bisher Ihre liebsten

Errungenschaften, die Sie mit Ihrer Stiftung

erreichen konnten?

Die Stiftung gibt es erst seit 8 Jahren, aber

wir haben mit einem sehr kleinen Team

bereits unglaublich viel in 100 Projekten

erreicht und ungefähr eine Million Euro

»Ich bin schon leicht wahnsinnig, die bei

hartnäckigsten Systeme, Gesundheit und

verändern zu wollen.«

für mehr heilsame Stimmung im Krankenhaus

bewegt. Ursprünglich ging es los

mit den Clowns auf Kinderstationen. Inzwischen

gehen die Clowns auch viel zu

alten Menschen, die sich unglaublich über

Besuch freuen und gerade durch Musik

sehr gut zu erreichen sind. Inzwischen

machen wir große Forschungsprojekte

zum Beispiel zu einer Humorintervention

nach Schlaganfall bei Erwachsenen, oder

zu der Frage was passiert, wenn Pflegekräfte

selber in Workshops ihren eigenen

Humor wieder entdecken und einsetzen.

Dazu machen wir gerade Schulungen mit

über 2000 Pflegenden und begleiten wissenschaftlich,

wie sich dadurch die Stimmung

und die Gesundheit verändern. Eine

Errungenschaft ist auch die öffentliche

Wahrnehmung. Anfangs wurden wir belächelt,

jetzt werde ich als Eröffnungsredner

für Ärztekongresse gebucht und arbeite

mit Ministerien und anderen Stiftungen

zusammen. Vielleicht stehen unsere größten

Erfolge uns noch bevor, dass es zum

Beispiel Humor auf Krankenschein gibt.

Das möchte ich noch erleben!

Wie sehr bringen Sie sich in die wissenschaftliche

Arbeit der Stiftung ein?

Schlägt in Ihnen ein Forscherherz?

Und ob! Zusammen mit der Robert-

Bosch-Stiftung in Stuttgart untersuchen

wir gerade, ob Herzpatienten von einem

Humortraining profitieren, weil das Herz

wie kaum ein anderes Organ auf Stress

und Freude gleichermaßen reagiert. Ich

bin auch im Beirat von Phineo und dem

Gedanken verpflichtet, dass Engagement

auch nach Wirkung schaut. In Deutschland

gibt es Milliarden an Steuergeldern

für die Grundlagenforschung, alle reden

von „personalisierter Medizin“. Was nutzt

einem aber die Erkenntnis über den Rezeptor

an der Zelle, wenn auf der anderen

Seite so sehr am Personal gespart wird, dass

keiner mehr mit den Menschen spricht, er-

Humor ist

auch die Ku

des Scheiter

Eckart von Hirschhausen

Foto Frank Eidel

62 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Leben

den

Bildung,

klärt und begleitet? Vom Wissen zur Anwendung

gelangt nur ein Bruchteil. Obwohl

es wirksame Behandlungen gegen die

Volkskrankheiten Bluthochdruck, Depression

und Diabetes gibt, wird die Hälfte der

Medikamente nie genommen. Wir müssen

viel mehr forschen, wie echte Menschen

außerhalb von Kliniken sich verhalten,

entscheiden, was ihnen gut tut und warum

Humor oft weiter hilft als Angst

und Drohen.

Was wünschen Sie

sich für Ihre Stiftung

in den nächsten

Jahren? Gibt

es konkrete

Ziele?

Eine der größten

Herausforderungen

im Bereich Gesundheit ist es, den Menschen

über den ganzen Bogen des Lebens

im Blick zu behalten und zu begleiten. Die

Kassen zahlen, wenn Leute krank werden.

Dabei kann man aber sehr viel tun,

damit sie überhaupt nicht krank werden.

Aber solange Operationen besser bezahlt

werden als Gespräche, darf man sich nicht

wundern, dass mehr geschnippelt als zugehört

wird. Ein nachhaltiges Ziel für HU-

MOR HILFT HEILEN und mich persönlich

ist es, das Thema Gesundheit wieder

mit Lebensfreude zu verbinden. Das geht

los, wenn Familienhebammen bereits in

der Schwangerschaft für einen guten Start

ins Leben zu sorgen. Im Kindergarten viel

zu singen, zu tanzen, Freude am Körper

und am Miteinander zu vermitteln. Für

die Schulen entwickle ich mit meiner Stiftung

das Programm „gemeinsam leben

lernen“ um endlich die Ideen der positiven

nst

ns

Dr. Eckard

von Hirschhausen

Schon während des Medizinstudiums

sammelte Hirschhausen

Bühnenerfahrung und

erfand später das Medizinische

Kabarett. Er gründete die

Stiftung Humor Hilf Heilen

und forscht, unter anderem

mit der RobertBoschStiftung,

an der Wirkung von Humor

auf Heilung.

Psychologie in die Praxis zu integrieren.

Ich bin schon leicht wahnsinnig, die beiden

hartnäckigsten Systeme Gesundheit

und Bildung verändern zu wollen, aber

im Kleinen geht es oft erstaunlich gut

voran! Und Humor ist ja auch die Kunst

des Scheiterns! Gescheitert ist man ja

nur dann, wenn man es nicht wenigstens

versucht hat. Und gescheiter werden

kann man dabei ja auch.

Danke für das Gespräch Herr Doktor!

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63


Leben

Angriff aus

dem Hinterhalt

Von Martin Limbeck

Rote Karte für Neider und schlechte Verlierer

Bild: Sasel77, Depositphotos

Ich bin begeisterter Fußballfan.

Vielleicht ist Ihnen das schon mal

aufgefallen. Ich stehe zu meiner

Mannschaft und durchlebe mit

ihr Höhen und, wie leider aktuell

wieder, auch rasante Talfahrten. Doch

das stärkt den Charakter. Du kannst

nicht immer nur auf der Sonnenseite

des Lebens spazieren. Umso größer

ist die Freude, wenn du nach einer

Niederlage beim nächsten wichtigen

Spiel den Sieg einfährst und damit

den Klassenerhalt sicherst. Beim Verkaufen

ist es genauso: Ich bekomme

auch nicht jeden Kunden. Natürlich

würde ich das gern, doch manchmal

passt es einfach nicht. Inzwischen

macht mir das nichts mehr aus. Denn

das ist das tolle am Verkäufertum: Du

kannst direkt zum Hörer greifen und

den nächsten potenziellen Kunden

akquirieren. Zack, schon hast du nach

einem „Nein“ direkt drei „Jas“ und du

bist vor Stolz zehn Zentimeter größer.

Geile Sache!

Anerkennung tut nicht weh

Dennoch, sind wir mal

ehrlich – es ist nie schön,

wenn du eine Klatsche

bekommst. Was

mich jedoch viel

mehr trifft als

ein verpasster

Vertragsabschluss,

sind

die Spitzen

von Mitbewerbern.

Ich

kann inzwischen

besser

damit umgehen.

In manchen

Situationen

muss ich

jedoch immer

noch tief durchatmen, damit ich nichts

Entsprechendes zurückfeuere. Wie heißt

es so schön: „Der Klügere gibt nach“. Da

ist was Wahres dran. Allerdings hat mir in

meinen jungen Jahren keiner gesagt, wie

Nehmen Sie die

Neider als gutes

Zeichen:

Mitleid bekommst

du geschenkt,

Neid musst du dir

erarbeiten!

Martin Limbeck

schwer das sein kann.

Fakt ist: Wir leben

in einer Kultur der

Neider. Während

dich in den USA

jeder zu deinem Erfolg

beglückwünscht

und dich nach deiner

Story fragt, suchen die

Deutschen nach der

Nadel im Misthaufen.

Ein gutes Beispiel dafür

ist eine klassische Kampfarena

des digitalen Zeitalters – Amazon. Wenn

du einen Bestseller hast und die meisten

Menschen dein Buch toll finden, dann bekommst

du viele Leserbewertungen mit

fünf Sternen. Und immer auch ein paar

mit einem Stern, der niedrigsten Bewertung.

Du kannst es eben nicht allen

recht machen. Manchen fehlt das

Stichwortregister, andere haben ein

persönliches Problem mit mir. Sie kritisieren

dann die „Selbstbeweihräucherung“,

schreiben in Fäkalsprache

und putzen dich ordentlich runter.

Alle diese Rezensenten schütten dir,

versteckt hinter einem Pseudonym,

einen Eimer kaltes Wasser über den

Kopf. Damit musst du lernen umzugehen.

Früher hätte ich mich bei einer

unsachlichen, unfairen, widerlichen

Leserzuschrift kaum zurückhalten

können. Am liebsten hätte ich mich

dann auf das Niveau des Schmierfinks

herabgelassen und ihm mit einer Antwort

auf seinem Spielfeld die Stirn

geboten. Doch wie hätte ich dann als

Autor dagestanden? Was ich Ihnen

damit sagen will: Sowas bringt nichts.

Neider wird es immer geben.

Du musst vor allem lernen, die Schläge

noch besser einzustecken. Auch im

Business gibt es unangenehme Zeitgenossen,

die nicht damit klarkommen,

dass du den Auftrag bekommen hast

und nicht sie. Oder welche, die sich damit

brüsten, dass sie gegen dich den Pitch gewonnen

haben. Ich verliere zwar äußerst

ungern, doch wenn, bin ich fair dabei. Ich

mache mich weder lustig über den Wettbewerber,

der das Nachsehen hatte – noch

lästere ich anschließend in meiner Community

darüber, dass der Kunde sich da einen

ziemlichen Vollpfosten an Bord geholt

hat. Sowas gehört sich einfach nicht. Auf

dem Fußballfeld bekommst du für solche

unsportlichen Aktionen direkt eine Kar-

64 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Leben

te gezeigt. Gelegentlich

wäre es nicht schlecht,

wenn wir auch abseits des

Spiels davon Gebrauch

machen würden.

Von Bierduschen und

Fehlersuchern

Dass auch unter Fußballfans

nicht immer alles

ehrenhaft und freundlich

abläuft, durfte ich schon

am eigenen Leib erfahren.

Ich war vor einiger Zeit

mal mit meiner Freundin

im Dortmunder Stadion. Dort spielte die

Borussia gegen „meine“ Eintracht Frankfurt.

Das Stadion ist das größte Deutschlands

und eines der lautesten Stadien der

Welt. Dort ist auch die berühmte „gelbe

Wand“ – Tausende von Borussia-Fans auf

den Stehplätzen der Südtribüne. Geiles Erlebnis

das Ganze. Ich hätte in meinem Kalender

auch gerne eine Auslastung wie Borussia

Dortmund: Das Stadion ist immer

ausverkauft. Unsere Plätze waren im Block

34, Westtribüne, Höhe Eckfahne. Aber direkt

angrenzend an die gelbe Wand. Ich

war fein mit dem Platz, rund um uns herum

lauter gelbschwarz gekleidete, euphorisierte

Menschen. Ich war mit meinem

Eintracht-Schal deutlich als Außenseiter

gekennzeichnet. Kaum saßen wir, hörte

ich auch schon die ersten Pöbeleien, die

ich hier jetzt nicht wiedergeben möchte.

Ich habe mal vom Präsidenten des größten

Fanclubs der Münchner Bayern einen weisen

Satz gehört: „Es ist mir egal, für wen

du Fan bist. Für mich zählt, dass du Fan

bist!“ Doch diese Weisheit war anscheinend

noch nicht bis zu meinen Sitznachbarn geschwappt.

Es kam, wie es kommen musste:

Dortmund schießt das erste Tor. Alle springen

auf, ich blieb sitzen, von hinten kam

ein Schwall Bier über mich. Das war super

Martin

Limbeck

ist einer der erfolgreichsten

Managementund

Verkaufstrainer

Europas.

Daneben ist er Bestsellerautor

von Titeln

wie „Nicht gekauft hat

er schon - So denken

Top-Verkäufer.“

unangenehm. Und extrem unfreundlich.

Und würdelos. Und feige. Aus dem Schutz

der Mehrheit eine Minderheit anzugreifen.

Haben wir eigentlich gar nichts gelernt? Lachen

konnte ich darüber nicht. Eigentlich

wollte ich nur Fußball gucken.

Ob sich solche Kerle besser fühlen, wenn

sie dir noch eins ausgewischt haben? Keine

Ahnung. Doch es scheint ein nahezu elementares

Grundbedürfnis der Menschen

zu sein, die Krallen auszufahren, sobald

du besser bist als sie. Oder nochmal nachzutreten,

wenn du am Boden liegst. Mir

haben schon scheinbar gute Freunde um

die Ohren gehauen, was ich doch alles

falsch machen würde ihrer Meinung nach.

Komisch, denke ich mir – wenn ich alles

falsch mache, wieso stehen vor meiner Tür

dann zwei Porsche und du fährst mit dem

Bus zur Arbeit? Was ich Ihnen damit sagen

will: Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn

jagen und hören Sie zuallererst auf

die Stimme in Ihrem Kopf. Oder in Ihrem

Bauch. Bleiben Sie Ihrem Weg treu. Und

nehmen Sie die Neider als gutes Zeichen:

Mitleid bekommst du geschenkt, Neid

musst du dir erarbeiten!

Bild: Limbeck

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

65


Kommunikation

Anleitung zum

Unsymphatisc

Von Michael Jagersbacher

Ich habe diese Idee natürlich vom

1983 erschienenen Standardwerk

von Paul Watzlawick: „Anleitung

zum Unglücklichsein“ geklaut.

Man möge mir verzeihen – jedoch

finde ich, dass ein perspektivischer Wechsel

fruchtbar für das Verständnis von Sympathie

sein kann. Also fortan – zäumen wir

das Pferd von hinten auf, aber Vorsicht:

Es ist nicht alles so ernst gemeint, wie geschrieben.

Man habe Nachsicht mit mir.

Rede, wie dir der Schnabel

gewachsen ist, ohne

Rücksicht auf Verluste.

Reden ist Gold – Schweigen ist Blech

Ich kann mich noch an das Jahr 2011 erinnern.

Unser geliebtes Haus wurde fertiggestellt

und meine Frau und ich waren

stolz wie Oskar. Wir fühlten uns so richtig

pudelwohl. Der Zufall wollte es, dass

Verwandte uns besuchten, kurz nach Fertigstellung

des Hauses. Der Freund meiner

Tante fühlte sich bemüßigt, zu jedem

Einrichtungsgegenstand seinen Kommentar

abzugeben. Dies ging in etwa so: Also

die Stiege hätte ich ganz anders gemacht,

die Fliesen gefallen mir gar nicht und die

Eingangstür ist viel zu klein, blablabla“.

Ehrlich währt am längsten, so heißt es. In

diesem Fall jedoch nicht.

Nicht falsch verstehen – ich kann mit

Kritik umgehen. Nur brauche ich keine

Antworten auf Fragen, die ich gar nicht

gestellt habe. Ein sicheres Mittel, Distanz

zwischen Dir und dein Gegenüber zu bringen,

ist deine Meinung kund zu tun, wann

immer es auch geht. Und dies möglichst

unverblümt. Rede, wie dir der Schnabel

gewachsen ist und nimm keine Rücksicht

auf die Gefühle deines Gegenübers. Wo

käme man da überhaupt hin?!?

Klugscheißen bis zum Anschlag

Kennst du auch Leute, die die ganze Zeit

ihre Umwelt beratschlagen müssen? Die

dauernd ihr Wissen darstellen müssen,

egal, um welchen Preis? An der Universität

liebte ich solche Personen. Sie stellten eine

Frage, welche sie sich im Zuge ihrer Fragestellung

selbst beantworteten, nur um Ihre

Klugheit zu demonstrieren. Man redet, um

zu reden und sich und sein Wissen effektvoll

zur Schau zu stellen. Die Professoren

konnten dann nur mehr nicken oder den

Kopf schütteln.

Eine interessante Angewohnheit ist es,

überall seinen Senf dazuzugeben – wie

man dies oder jenes wesentlich verbessern

könnte. Wieder – ungefragt und deshalb

nervig. Das Gegenteil von „gut“ ist nun

mal nicht „schlecht“, sondern „gut gemeint“.

Meine Geschäftspartner von der Tres

Hombres Austria und ich lachen noch hin

und wieder über den Ratschlag einer Kundin,

bei Präsentationen doch Papageien

auf unseren Schultern zu justieren…

Prahlen was das Zeug hält

Mein Haus, mein Auto, mein Boot – viele

werden diese berühmte Sparkassen-Werbung

noch kennen. Ein sicherer Weg, sich

den Weg zum Herzen des Gegenübers zu

Michael Jagersbacher

ist Verhaltenstrainer,

Unternehmer und

Buchautor. Auf seinem

Blog MichaelJagersbacher.at

verrät er

regelmäßig, wie man

sympathischer wird.

Bild: Jagersbacher, Cover: Goldegg

Schwächen und

Emotionen haben nur

die anderen.

verbauen ist, sich wichtiger zu nehmen

als alle anderen. Man soll so viel wie möglich

über sich und seine Errungenschaften

sprechen. Ein wenig Übertreiben ist natürlich

auch nicht verkehrt. So schürt man

den Neid des Gegenübers und das ist eine

tolle Ausgangssituation für Unbeliebtheit.

Noch besser wäre es, wenn der Gesprächspartner

Ihre Ausführungen nicht glaubt,

dann reagiert der Argwohn und jegliches

Vertrauen kann sofort im Keim erstickt

werden. Eine tolle Strategie, sich Menschen

vom Hals zu halten ;)

Nur an sich selbst denken

In meinem Philosophie-Studium habe ich

gelernt, dass wir alle Egoisten sind. So etwas

wie altruistisches Handeln gibt es gar

nicht. Wie ist das gemeint? Es gibt doch

Menschen, die andere Menschen unterstützen,

ihnen helfend zur Hand gehen,

Spenden auftreiben, usw. Oder man spricht

überhaupt von Philanthropie – allgemeine

Menschenliebe. Menschen, die ihr Leben

dafür opfern, anderen zu helfen. Dies

würden sie jedoch nicht machen, wenn es

ihnen dabei nicht gutgehen würde. Unter

diesem Aspekt ist jeder in gewisser Art

und Weise Egoist.

Der Unterschied zu einem wirklichen

Egoisten, der ausschließlich sein eigenes

Wohl auch auf Kosten anderer stellt

– ist, dass im ersten Fall eine Win-Win-

Situation entstehen kann. Als purer Egoist

wird das wohl kaum möglich sein.

Deshalb mein Tipp: Stelle IMMER dein

Eigenwohl an oberste Stelle und nimm

keine Rücksicht auf das Wohl der anderen.

Die stehen dir doch nur im Wege bei

deiner Zielerreichung. Kooperation ist

für Schwächlinge, die selbst nichts auf die

Reihe bekommen.

66 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Kommunikation

hsein

Sich lustig machen über andere

Humor ist etwas äußerst Wichtiges im

Leben. Über Dinge oder Situationen zu

lachen, kann einem den Tag versüßen.

Vor allem, wenn Humor in Gesellschaft

ausgelebt wird. Was man so oft wie möglich

machen sollte, um unsympathisch zu

wirken, ist sich über andere lustig zu machen.

Wenn jemandem ein Missgeschick

passiert, sollte man mit dem Finger draufzeigen

und den anderen veräppeln. So laut

und so oft, wie es geht. Dadurch wird der

andere in seinem sozialen Status nach unten

gedrückt und gedemütigt. Mit diesem

Vorgehen schafft man sich sehr elegant

Feinde fürs Leben.

Gelebter Zynismus ist auch eine Strategie,

die du täglich anwenden solltest. Zynische

Menschen bauen sukzessive Kommunikationsbarrieren

auf, da sie ihrer Umgebung

sehr eindeutig zu verstehen geben, dass sie

nicht ernst zu nehmen ist. Kein Argument

der Welt ist so gut, als dass man sich nicht

darüber lustig machen könnte.

Bild: Jean Nelson, Depositphotos

Selbstsicherheit nach außen tragen

Gib niemals, unter keinen Umständen

Schwächen oder Emotionen Preis. Sag nie,

wie du dich wirklich fühlst und kehre immer

deine starke Seite in den Vordergrund.

Erzähle stets von deinen Erfolgen. Selbstverständlich

kannst du auch ein wenig

übertreiben, wenn du glaubst, dass es angemessen

ist. Über Stärke und Unnahbarkeit

baut man Mauern um sich, die kaum

einzureißen sind. Egal, in welcher Situation

du dich auch befindest – Schwäche ist

etwas für Verlierer. Wenn Perfektion einen

Namen hätte, dann wäre es deiner.

Diese Liste ist selbstverständlich nicht

vollständig. Ich warne auch davor, nur das

Gegenteil davon zu unternehmen, worüber

ich geschrieben habe. Oftmals ist Erfolg

nämlich eine Mischung aus verschiedensten

Strategien. Gerne lese ich von

deinen Ansichten zu diesem spannenden

Thema.

Larry Hagman in seiner Paraderolle

als J. R. Ewing in der Vorabendserie

„Dallas“ bleibt unvergessen und

gilt als Vorzeige-Unsympath der TV-

Geschichte.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

67


Kommunikation

Thorsten Havener

»Wie man Gedanken

anderer liest«

Die Medien bezeichnen

Sie als Deutschlands bekanntesten

Gedankenleser.

Ist der Begriff „Gedankenleser“

so korrekt?

Steckt da nicht eigentlich etwas anderes

dahinter?

Na ja, der Begriff „Gedankenleser“ trifft

den Kern von dem was ich mache nicht

ganz genau, das stimmt. Irgendwann haben

die Medien mir diesen Begriff gegeben

und ich habe ihn auch gern benutzt, denn

er ist ja sehr plakativ. Es geht ja darum:

Menschen denken etwas und ich finde

heraus, was. Aber inzwischen kann man

sagen, Körpersprache-Dolmetscher oder

Körperleser ist sehr viel treffender, zumindest

für das aktuelle Programm. Es heißt ja

„Körpersprache-Code“ und auch da findet

noch viel mehr statt. Es ist ja viel mehr als

Körpersprache. Es ist Illusion, Intuition

und Beeinflussung dabei. Aber das große

Thema ist eben Körpersprache. Von daher

würde ich im Moment „Körpersprache-

Dolmetscher“ und wahrscheinlich „Buchautor“

für mich selbst wählen.

Wann haben Sie diese Gabe erkannt?

War das schon als Kind?

Ich habe als Kind erkannt, dass ich vor

Menschen stehen will. Ich habe als Kind

erkannt, dass ich Menschen unterhalten

möchte. Das hat für mich einen unheimlich

hohen Wert. Ich finde, das ist etwas

Schönes. Mir macht es Spaß, zu unterhalten

und den Menschen macht es Spaß, unterhalten

zu werden. Das ist eine perfekte

Situation. Womit ich die Menschen unterhalte,

das hat sich

erst später kristallisiert.

Als ich 13

war, habe ich als

Zauberkünstler angefangen.

Ich habe

Gedankenlesen?

Körpersprache-

Dolmetscher ist

sehr viel

treffender.

zaubern gelernt

und habe dort, wo

ich aufgewachsen

bin, in jeder

Kneipe, auf jeder

Hochzeit, auf jedem Geburtstag Auftritte

gemacht und davon sehr lange gelebt. Ich

habe dann Dolmetscher studiert und wurde

Sprachwissenschaftler. Da gab es einen

Moment, in dem ich in der Dolmetscherkabine

saß und genau wusste, was der Redner

als nächstes machen wird. Ich habe gesagt:

„Pass mal auf, gleich macht er einen Witz“

und dann hat er einen Witz gemacht. Und

ich habe gesagt: „Pass mal auf, gleich fasst

er noch einmal alles zusammen“ und er hat

alles noch einmal zusammengefasst. Und

da fragte mein Kollege in der Kabine: „Das

gibt es doch gar nicht, wie hast Du das gemacht?“

Und ich habe gemerkt, da gibt es

eine Reaktion, die ich sonst nur habe, wenn

ich Tricks mache. Wenn ich Körpersprache

und Beobachtung mit dem verbinde, was

ich von früher schon kann, dann habe ich

eine ganz eigene Kunstrichtung für mich

gefunden, mit der ich Menschen wieder

unterhalten kann. Das war der Weg vom

jugendlichen Zauberkünstler

zum Körpersprache-Dolmetscher,

der ich heute bin.

Können Sie sagen,

dass Sie während Ihrer

beruflichen Karriere

nicht nur auf der

Bühne davon profitiert

haben? Bei Bewerbungsgesprächen

oder Geschäftsanbahnungen?

Ich hatte das nie. Ich hatte den großen

Luxus, dass ich direkt nach dem Studium

als Entertainer weitermachen konnte. Ich

habe mich nie irgendwo beworben, ich

habe nie irgendein Bewerbungsgespräch

führen müssen. Meine Bewerbungen waren

die Mundpropaganda. Ganz wichtig

bei mir war immer: Ein guter Auftritt ist

gut für das Geschäft. Wenn ich einen guten

Auftritt habe und weiterempfohlen

werde, dann gehe ich nach einem guten

Auftritt, zumindest wenn er in der Industrie

stattgefunden hat, mit Folgeauftritten

wieder hinaus. Das heißt, man bekommt

nur dann als Künstler Arbeit, wenn man

jeden Abend einen guten Job macht. Und

das ist heute Abend genauso. Wenn ich

im Theater einen schlechten Abend habe,

dann gehen 500 oder 600 Leute, enttäuscht

nach Hause und das verbreitet sich sehr

schnell. Der Vorteil ist, ich muss nie Vorstellungsgespräche

machen. Der Nachteil

ist, wenn ich mal einen schlechten Abend

habe, dann ist das sofort schlecht für das

Image. Das kann man nicht mehr wieder

geradebiegen.

Gedankenleser Thorsten Havener im Interview mit Julien Backhaus.

Das Problem haben Sie aber eher nicht.

Gestern Abend haben Sie in Leer gesprochen,

200 Menschen wurden erwartet,

700 sind gekommen.

68 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Kommunikation

kaufe oder wenn es um das Thema Gitarre

geht. Da lass ich mich sehr gerne verführen,

weiß dann teilweise aber auch, dass

ich da verführt werde, aber ich gebe mich

dem sehr gerne hin, weil es einfach Spaß

macht. Aber dann gibt es andere Dinge,

wo ich merke, aha, der will mich gerade

in eine gewisse Richtung lenken, da habe

ich dann keine Lust drauf. Vorgestern z. B.

hat ein Telekom-Berater bei mir angerufen

und der war einfach verdammt schlecht

geschult. Da habe ich kein Interesse dran,

das beende ich dann recht schnell.

Thorsten Havener

ist Deutschlands bekanntester Gedankenleser. Der studierte

Sprachwissenschaftler und Diplom-Übersetzer begeistert heute

mit seinen Shows ein Millionenpublikum.

Bilder: Ismael Göck

Ja, das stimmt. Es läuft sehr, sehr gut und

es macht Spaß. Und nichtsdestotrotz: Hinter

dieser Leichtigkeit auf der Bühne steckt

ja unheimlich lange Vorbereitung. Harry

Belafonte ist beispielsweise mal gefragt

worden: „Wie ist denn das, wenn man über

Nacht bekannt wird?“ Und da hat Harry

Belafonte geantwortet: „Auf diese eine

Nacht habe ich mich 14 Jahre vorbereitet!“

Und genauso ist es. In solch einem Abendprogramm

steckt unheimlich viel Liebe,

und Detailarbeit.

Jemand der so oft gebucht wird, so viel

unterwegs ist wie Sie, der verdient auch

den einen oder anderen Euro. Merken

Sie es, wenn der Bankberater Sie irgendwie

in irgendeine bestimmte Richtung

lenken wollte?

Ich glaube, das mit dem verdienen wird

überschätzt. Na klar, ich habe keine Geldsorgen,

aber ich bin weit davon entfernt,

wirklich reich oder wohlhabend zu sein.

Da gibt es ganz andere Dimensionen. Darum

ging es mir auch nie. Ich habe das nie

gemacht, weil ich Geld dafür wollte, sondern

einfach, weil ich da unheimlich viel

Spaß haben wollte. Dass ich davon recht

gut leben kann, ist ein schöner Bonus, ich

würde es aber auch machen, wenn es weniger

wäre. Offen gestanden, nein, ich habe

einen sehr guten Bankberater, der hat das

bislang noch nicht versucht. Und wenn er

irgendwie mit irgend so einer schmierigen

Technik kommen würde, dann würde ich

direkt wechseln. Aber das macht er nicht.

80%

der Kommunikation läuft

über Körpersprache.

Wie ist das bei dem Privatmann Thorsten

Havener, wenn er durch die Straßen geht?

Lassen Sie sich von Werbung, von Angeboten

beeinflussen? Sind Sie ein Standhafter

oder geben Sie auch nach?

Es kommt drauf an. Es gibt Sachen, da

gebe ich gerne nach, z. B. wenn ich CDs

Gibt es einen Satz, den Sie Leuten gerne

mit auf den Weg geben, die gerne wacher

durch das Leben gehen oder Menschen

gerne schneller analysieren möchten?

Es gibt nicht einen Satz, aber es gibt eine

Eigenschaft. Wenn ich z. B. mit der S-Bahn

fahre oder im Zug sitze fällt mir auf, dass

inzwischen fast jeder da sitzt und in sein

Handy guckt. Das heißt, die gucken gar

nicht mehr, was drum herum so alles passiert.

Und ich glaube, das ist ein Fehler. Ich

glaube, wir kommen jetzt von der Informationsgesellschaft,

die durch das Internet

in den letzten 10 bis 20 Jahren groß geworden

ist, in die Kommunikationsgesellschaft.

Und ein Zeichen, das mir das zeigt

ist z. B. die Zunahme von Leuten, die komplett

ausgebrannt sind, die keine Lust mehr

haben an ihrer Arbeit, die sich völlig erschöpft

fühlen, obwohl wir ja eigentlich in

einer Zeit leben, in der alles einfacher sein

sollte. Ist es aber nicht. Wenn wir falsch

eingesetzt werden, dann ist es eigentlich

immer ein Zeichen von mangelnder Kommunikation.

Wenn der Chef dem Mitarbeiter

sagt: „Du machst das jetzt genau so

und so weil es gemacht werden muss“ aber

der Mitarbeiter ist völlig falsch eingesetzt,

das ist als wenn mich einer Buchhaltung

machen lassen würde, dann würde ich

nach spätestens zwei Stunden sagen „Holt

mich hier raus, ich möchte das nicht machen,

ich kann das nicht!“ Aber wenn ich

auf die Bühne soll, auf Tournee gehe, dann

kann ich drei Wochen am Stück unterwegs

sein, das macht mir gar nichts aus. Und ich

glaube, dass die Kommunikation inzwischen

immer wichtiger werden wird.

Einen großen Teil der Show macht sicherlich

Kommunikation aus, das macht es so

spannend, aktuell und gut.

Vielen Dank für das Gespräch

Herr Havener.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

69


Kommunikation

Miteinander reden:

Vergessen Sie m

alle Regeln

Von Isabel García

wenn Sie Ihren Fuss

so hinstellen, dann sieht es

so aus, als ob Sie flüchten

„Vorsicht,

wollen … und NEIN!!! …

Bloss nicht mit den Füßen

wippen, dadurch zeigen Sie, dass Sie sich

über den anderen erheben möchten …

und BLOSS nicht!!! … Schauen Sie nicht

nach rechts oben, wenn Sie eine Frage aus

der Vergangenheit beantworten, sonst

denkt Ihr Gegenüber, dass Sie lügen …

und fuchteln Sie nicht so viel mit den Händen,

aber verschränken Sie die Arme auch

nicht und stecken Sie diese nicht in die

Hosentasche.“

Bilder: Depositphotos, Vipavienkoff, Garcia

Dies ist eine winzige Auswahl an Regeln,

die es in der Rhetorik gibt. Ähm … nein, es

„gibt“ sie nicht, aber sie werden von vielen

Trainern erzählt, erklärt, beigebracht und

dies führt häufig zu Verunsicherungen.

Denn die Teilnehmer sagen zwar hinterher:

„Wow, interessant! Was es nicht alles

gibt!“, aber wissen nicht mehr, wie sie

stehen sollen, wie sie gehen sollen, wie sie

ihre Arme bewegen sollen, wie sie lächeln

sollen, wie die Stimme klingen soll … Natürlich

haben sie Anregungen bekommen,

nur ist die Frage, ob dies noch ihrer normalen

Körpersprache entspricht. Wenn sie

all diese Regeln im Schlaf können und ihre

authentische Art zu reden komplett verloren

haben, dann spreche ich von Kommunikations-Robotern.

Es geht auch anders. Und ich behaupte, dass

es anders sogar besser geht. Wenn Sie nämlich

eine Todesangst vor Präsentationen

haben, dann wäre es schlau, wenn Sie sich

so viel Sicherheit wie möglich geben. Und

das schaffen Sie, wenn Sie zum Beispiel

auf eine Körpersprache zurückgreifen, die

Ihnen auch privat gefällt. Gerade bei Präsentationen

erlebe ich es häufig, dass die

Redner nach vorne gehen, sich hüftbreit

hinstellen, die Arme anwinkeln, sich vorne

das Patschehändchen geben, dem Publikum

nie den Rücken zukehren, die Stimme

entsprechend abdunkeln und mit offenen

Gesten und kurzen Sätzen ihren Vortrag

halten. Perfekt. In der Tat wird dies häufig

als perfektes Auftreten beigebracht. Nur ist

perfekt auch der richtige Weg zu einem guten

Gespräch? Möchten Ihre Kunden einen

perfekten Auftritt sehen?

Ich erinnere mich, wie der Körpersprache-Experte

Samy Molcho 1987 bei Hans-

Joachim Kulenkampff zu Gast war und

dort erklärte, wie eine gute Körpersprache

funktioniert. Molcho stand perfekt und

ruhig da. Und Kulenkampff tippelte wie

gewohnt hin und her und wand sich in seinem

Körper. Der große Kulenkampff war

ein lebendiger, quirliger Typ und stand

dazu. Ich fand bei diesem Gespräch Kulenkampff

um einiges sympathischer und viel

glaubwürdiger. Er war nicht perfekt, aber

menschlich und damit einer der größten

Showmaster, die wir je hatten.

Mir geht es bei der Rhetorik stets um

Selbstbewusstsein. Und damit meine ich,

Isabel García

ist Sängerin, Radiomoderatorin

(R.SH und NDR) und Diplomsprecherin.

Ihr Lehr-Institut „Ich

REDE.“ bekam ein Qualitätssiegel

verliehen. Ihr erstes Hörbuch „Ich

REDE. Kommunikationsfallen

und wie man sie umgeht“ ist das

erfolgreichste Rhetorik-Hörbuch in

Deutschland.

dass Sie sich selbst bewusst wahrnehmen.

Wie stehen Sie privat gerne da? Hüftbreit?

Super. Mit einem angewinkelten Bein?

Genauso gut. Wo haben Sie Ihre Hände?

Verschränkt? Super. Oder lassen Sie sie an

den Seiten herunterhängen? Genauso gut.

Lernen Sie sich im ersten Schritt selbst

kennen. Wie ist Ihre Atmung, wenn Sie

entspannt sind. Wie fühlt sich Ihr Körper

an, wenn Sie sich richtig gut fühlen. Wie

stehen Sie gerne und wie bewegen Sie Ihre

Hände, wenn Sie sich durchsetzen? Welche

Mimik wenden Sie häufig an? Fragen

Sie Ihre Kinder, die beobachten ihre Eltern

genau und können jede kleine Macke

nachmachen. Wenn Sie nun wissen, wie

Sie normalerweise reden und stehen, dann

überlegen Sie im nächsten Schritt, in welchem

Umfeld Sie Ihre Präsentation beziehungsweise

Ihr Verkaufsgespräch halten.

Wenn Sie bei einer Bank sind, dann würde

ich die Arme nur selten verschränken, aber

beim Geschäftsführer für LKW-Waschanlagen

können Sie längere Zeit so stehen

bleiben, wenn die verschränkten Arme für

Sie eine bequeme und entspannte Körpersprache

bedeuten und Sie dies privat häufig

machen.

70 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Kommunikation

al

„Nichts ist so schlimm,

dass Sie es nie machen

dürfen und nichts ist so

toll, dass Sie es immer

machen sollten.“

Isabel García

Ich sage in meiner Ich REDE. Akademie:

„Nichts ist so schlimm, dass Sie es nie machen

dürfen und nichts ist so toll, dass Sie

es immer machen sollten.“

Vitali

Klitschko

ist ein ehemaliger

ukrainischer Profiboxer,

Politiker und

Gründer der Partei

UDAR. Dass er nicht

nur mit Fäusten, sondern

auch mit Worten

kämpfen kann, hat er

bewiesen, als er seine

politische Karriere

startete und 2014 zum

Bürgermeister von

Kiew gewählt wurde.

Nehmen Sie also so viel wie möglich von

ihrer authentischen Körpersprache in

wichtige berufliche und private Gespräche

mit rein, ohne die äußeren Umstände komplett

zu ignorieren. Wissen Sie, woran man

erkennt, ob Sie glaubwürdig sind? Daran

dass Sie sich so bewegen und reden, wie

Sie es auch normalerweise machen. Wenn

Ihr Kunde Sie beim Smalltalk auf dem Flur

anders erlebt hat, als dann bei der Präsentation,

dann wird es auf ihn unglaubwürdig

wirken. Der Kunde kann nicht sagen,

woran das liegt, aber sein Bauchgefühl sagt

nein. Und das Bauchgefühl spürt den Unterschied

zwischen dem Gespräch im Flur

und den im Verkaufsraum. Das Bauchgefühl

Ihres Kunden bekommt aber auch

mit, wenn Sie steif und unnatürlich wirken,

selbst wenn er Sie vorher noch nicht

anders erlebt hat. Nun gibt es ja von Natur

aus steife Menschen, nur wenn dem so ist,

dann wirkt es auch nicht unnatürlich.

Achten und vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl.

Und damit Sie überzeugend rüberkommen

und gute Verkaufsgespräche

führen können, würde ich Ihnen raten,

dass Sie mal alle Regeln vergessen und sich

lieber darauf konzentrieren, dass Sie ehrliches

Interesse an Ihrem Kunden haben.

Ehrliches Interesse … wie Sie es auch bei

einem guten Freund haben. Wenn Sie dies

schaffen, werden Sie ein großartiger Verkäufer

sein. Auch ganz ohne Regeln.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

71


Kommunikation

Mit Klartext

zum Erfolg

Sagen, was Sache ist und machen, was weiterbringt

Von Dominic Multerer

Überall wird Klartext gefordert,

ob in der Politik, den

Medien oder in Unternehmen.

Selbst im privaten

Alltag. Nur: Klartext geredet

wird nicht. Warum? Und was ist Klartext,

was gehört dazu?

Klar ist: Viele finden Klartext gut, aber

nur wenige trauen sich zu sagen, was eigentlich

Sache ist. Warum das so ist, liegt

auf der Hand: Klartext kann unangenehm

sein. Klartext gefährdet die Komfortzone.

Wer Klartext redet, lehnt sich aus dem

Fenster. Logisch, dass es da wesentlich

bequemer ist, sein Fähnchen nach dem

Wind zu richten und anderen nach dem

Mund zu reden. Der Haken an der Sache:

Das bringt niemandem etwas. Klartext ist

der Schlüssel zum Erfolg. Ich habe in unterschiedlichen

Unternehmen erlebt, dass

Klartext den Konzern voranbringt und

wettbewerbsfähiger, produktiver und wirtschaftlicher

macht. Wieso? Weil Themen

und Probleme frühzeitig angesprochen

werden und so schneller und effektiver auf

Entwicklungen und Herausforderungen

reagiert werden kann.

Ohne Standpunkt kein Klartext

Ohne Klartext geht es nicht. Und ohne

Standpunkt gibt es keinen Klartext. So

einfach ist das – im Prinzip. Wer nicht

weiß, was er will, und trotzdem etwas

sagen soll, der wird nur nebulös fabulieren.

Sich eine Meinung zu bilden und

einen Standpunkt zu kommunizieren ist

anstrengend. Doch Klartext heißt, einen

Standpunkt zu haben, bevor man den

Mund aufmacht. Und Klartext heißt auch,

diesen einmal kommunizierten Standpunkt

nicht willkürlich zu ändern.

Verbindlichkeit

Klartext beginnt mit Verbindlichkeit im

Alltag. Wer die Verbindlichkeit im Businessalltag

schon nicht drauf hat, der

braucht sich mit Klartext als Unternehmensstrategie

gar nicht erst zu beschäftigen.

Verbindlichkeit fängt mit Kleinigkeiten

an. Zum Beispiel: „Ich melde mich

bis nächste Woche Mittwoch mit einer

Entscheidung.“ statt „Sie hören von uns.“.

Wer verbindlich sein will, der muss erstens

einen Standpunkt haben. Über was

sollte er sich mit anderen denn auch ohne

Standpunkt einig werden? Verbindlichkeit

bedeutet zweitens, zu seinem Wort zu

stehen. Einzulösen, was man versprochen

hat. Und zwar auch dann, wenn der Wind

zwischenzeitlich dreht. Die Amerikaner

drücken es weniger kompliziert aus: Walk

your talk. Mach das, was du angekündigt

hast, und nicht plötzlich und grundlos

etwas anderes. Klartext beginnt also mit

einem verbindlichem Verhalten im Alltag.

Dominic Multerer ist Redner, Autor und

Unternehmensberater.

Bild: Stefan Veres

Prinzip 1: Klarheit

Klarheit ist beim Thema

Klartext die halbe Miete.

Klarheit bedeutet, Dinge

analytisch zu betrachten:

Was gehört zusammen?

Was muss einzeln betrachtet

werden? Was ist

die Folge wovon? Wer

Klarheit will, sollte den

Weg von der Meinung zum Standpunkt

als offenen Prozess betrachten. Wenn ich

Themen getrennt habe, muss ich sie wieder

zusammensetzen. Das klingt erst einmal

trivial. In der Praxis ist es aber alles

andere als das. Es gehört im Gegenteil zu

den wichtigsten Denkprozessen, die Manager

beherrschen müssen. Sie müssen die

Themen trennen, aber Sie müssen sie dann

auch wieder clustern: Was hängt womit

zusammen? In der Konsequenz heißt das:

Wo sind die Hebel, an denen wir ansetzen

können?

Prinzip 2: Ehrlichkeit

Ehrlichkeit bedeutet nicht, dass wir ungefiltert

sagen, was uns gerade im Kopf herumspukt.

Es geht nicht darum, Tacheles

zu reden. Um ehrlich zu sein, ist es nicht

nötig, alles zu sagen, was wir denken, sondern

es genügt, wenn das, was wir sagen,

dem entspricht, was wir auch denken. Ehrlichkeit

bedeutet, so zu reden, dass andere

wissen, woran sie sind. Ich darf ihnen

nichts vorenthalten, was wichtig ist, um

meinen Standpunkt zu verstehen. Ich darf

auch nichts so selektiv wiedergeben, dass

es zwangsläufig zu falschen Annahmen

führt. Warum funktioniert Klartext nicht

ohne Ehrlichkeit? Ehrlichkeit schafft Vertrauen.

Wenn in Unternehmen keine Ehrlichkeit

herrscht, dann nimmt das Misstrauen

zu und der gegenseitige Respekt

72 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Kommunikation

geht verloren. Wo Misstrauen herrscht,

da ist Klartext unmöglich. Da wird taktiert

und sich positioniert. Da wird nichts

gesagt, was später gegen einen verwendet

werden könnte. Wer eine Rolle spielt, wer

eine Maske aufhat, kann schlecht Klartext

reden, denn er ist die ganze Zeit damit beschäftigt,

nicht aufzufliegen. Allerdings:

Wer unangenehme Wahrheiten ausspricht,

sollte dabei fair bleiben. Ehrlichkeit und

Fairness gehören zusammen.

Prinzip 3: Mut

Mutig zu sein und Klartext zu reden lohnt

sich deshalb, weil es Grenzen sprengt,

wieder handlungsfähig macht und neue

Chancen eröffnet. Wenn es ein Tabuthema

gibt, über das keiner offen reden will, dann

erzeugt das eine Blockade, eine Art Angststarre.

Es schränkt die Handlungsoptionen

ein und macht unkreativ. Mut zu

Klartext setzt neue Energien frei. Mutig zu

sein heißt nicht automatisch angstfrei sein,

sondern mutig sein heißt, sich von Angst

nicht von dem abhalten zu lassen, was einen

weiterbringt.

Prinzip 4: Bindung

Wenn einem ein Thema gleichgültig ist,

kann man keinen Klartext reden. Und

wenn einem die Beteiligten gleichgültig

sind, erst recht nicht. Klartext setzt Bindung

voraus. Wer einer Sache gleichgültig

gegenübersteht, der hält die Klappe.

Umgekehrt: Je größer die Bindung an ein

Thema, desto größer ist die Bereitschaft,

sich dazu zu äußern bis hin zu dem Drang,

leidenschaftlich dafür zu kämpfen. Wenn

Klartext Bindung voraussetzt, dann setzt

Klartext in Unternehmen voraus, dass

Mitarbeiter eine Bindung haben. Die

Frage ist also: Wie schaffe ich Bindung?

Oder auch: Wie stärke ich Bindung? Die

Aufgabe besteht darin, Ziele gemeinsam

zu gestalten. Dabei müssen Sie Ihre Leute

in Veränderungsprozesse einbeziehen.

Es geht darum, dass jeder sich mitverantwortlich

fühlt und den Mund aufmacht.

In einer echten Klartextfirma gibt es keine

Gleichgültigkeit. Wem etwas auffällt,

was für das Unternehmen wichtig ist, der

sagt das auch. Weil ihm das Unternehmen

wichtig ist.

Prinzip 5: Empathie

Wissen ist stets nur die Basis für Erfolg. Da

können Sie noch so gut Bescheid wissen,

Wissen allein nützt Ihnen gar nichts. Entscheidend

ist, dass Sie Leute ins Boot holen.

Menschen, die andere Menschen abholen,

haben Erfolg, weil sie diese für ihre

Ziele gewinnen. Jemand kann einen klaren

Standpunkt haben, ehrlich sein, mutig,

leidenschaftlich – und trotzdem an seinen

Mitmenschen vorbeireden. Klartext ist

nicht gleich Klartext. Klartext ist nur dann

Klartext, wenn ich damit Leute ins Boot

hole. Um zu wissen, wie Sie welches Thema

für welche Leute anpacken, brauchen

Sie vor allem eines: Empathie. Empathie ist

die Fähigkeit, zu erkennen, was in einem

anderen Menschen vorgeht, was seine Gedanken,

Gefühle und Motive sind. Mehr

noch: Empathie ist die Bereitschaft, sich

in den anderen hineinzuversetzen, ihn zu

verstehen und sich auf ihn einzustellen.

Fazit: Sagen, was Sache ist. Machen, was

weiterbringt.

Bild: Depositphotos, Maridav

In jedem Unternehmen geht es um Entscheidungen.

Klartext ist die Grundlage

für jede Entscheidungsfindung. Ohne

Klartext bleiben Entscheidungen

aus. Klartext bereitet Entscheidungen

vor. Wer Klartext zur

Strategie macht, sorgt jederzeit

für eine tragfähige Basis für

Entscheidungen. Bei operativen

Themen muss

Klartext schnell wirken.

Bei strategischen

Themen geht es oft

langsamer. Eine

große Gefahr besteht

darin, dass Klartext

als Störung empfunden

wird. Gerade in guten

Zeiten braucht es Leute,

die alles kritisch hinterfragen.

Und das ist genau das, was eine

Klartextkultur ausmacht.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

73


Führung

Der beste Manager

des 20. Jahrhunderts

Jack Welch stand zwanzig Jahre an

der Spitze von General Electric. Viele

bahnbrechende Managementkonzepte

wurden von ihm mit Erfolg eingeführt.

Heute begeistert Welch mit seinen Vorträgen

weltweit unzählige Manager.

Sie leiten eine Firma,

kein Sozialamt.

Bild und Cover: Campus

74 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Führung

Jack

Welch

Auszug aus dem Buch „Setze dir größere Ziele“ von Dr. Rainer Zitelmann

Bei Managern kann man zwei

Typen beobachten: den harmoniebedürftigen

„Kuschel-

Chef “, dem es vor allem um

Konsens geht und dessen

oberstes Ziel es ist, dass seine Mitarbeiter

ihn lieben. Und dann den Manager, dem es

vor allem um den Erfolg und um die Sache

geht, und der deshalb auch bereit ist, zur

Not massive Konflikte in Kauf zu nehmen.

Prototyp für den zweiten Managertyp ist

Jack Welch, der in den Jahren 1981 bis

2001, als er mit General Electric (GE) eines

der weltweit größten Unternehmen führte,

dessen Umsatz von 27 auf 130 Milliarden

US-Dollar steigerte und den Jahresgewinn

auf 12,7 Milliarden US-Dollar versiebenfachte.

In der gleichen Zeit verringerte

sich die Mitarbeiterzahl von 400.000 auf

300.000 Mitarbeiter.

Eine der hervorstechendsten Eigenschaften

von Welch, der 1999 von Fortune

zum „Manager des Jahrhunderts“ gewählt

wurde, war dessen ausgeprägte Konfliktfähigkeit.

Allein in den ersten beiden Jahren

verkaufte er 71 Unternehmensbereiche,

was zwar die Profitabilität des Unternehmens

massiv steigerte, aber zu einer erheblichen

Unruhe führte. Viele Manager

hätten sich aus Angst vor dieser Unruhe gescheut,

solch einschneidende Maßnahmen

durchzuführen. Als Welch den Bereich der

„kleinen Haushaltsgeräte“ verkaufte, gab

es jede Menge empörte Beschwerdebriefe

erboster Mitarbeiter: „Was für ein Mensch

sind Sie? Wenn Sie das fertig bringen, sind

Sie zu allem imstande!“ Welch legte sich

nicht nur mit den Managern und Mitarbeitern

des eigenen Unternehmens an,

sondern auch mit Gewerkschaftsführern

und Politikern, die ihn unter Druck setzen

wollten. Als er den Gouverneur von Massachusetts

besuchte, verlieh dieser seiner

Hoffnung Ausdruck, dass GE hier mehr

neue Arbeitsplätze schaffen werde. „Herr

Gouverneur“, entgegnete Welch, „ich muss

Ihnen leider sagen, dass Lynn der letzte Ort

der Erde ist, an dem ich neue Arbeitsplätze

schaffen werde.“ Der Grund lag darin, dass

die Stadt der einzige Standort des Unternehmens

war, der die nationale Vereinbarung,

die GE mit den Gewerkschaften geschlossen

hatte, ablehnte. „Warum sollte ich

an einem solchen Ort Arbeitsplätze schaffen

und Geld investieren, wenn ich Fabriken an

Orten bauen kann, wo die Leute sie wollen

»Für ihn zu arbeiten

ist wie Krieg!«

und sie verdienen?“

Die Zeitschrift Fortune erklärte Welch

schließlich zu einem der „zehn härtesten

Bosse Amerikas“. In dem Artikel erklärten

Mitarbeiter, die nicht wollten, dass ihr

Name genannt wird: „Für ihn zu arbeiten

ist wie ein Krieg. Viele Leute bleiben auf

der Strecke, und die Überlebenden müssen

in die nächste Schlacht ziehen.“ In dem

Artikel hieß es, Welch attackiere die Menschen

beinahe körperlich mit Fragen.

Die Kritik prallte an Welch ab. In seiner Autobiografie

erklärte er sogar: „Ich hätte nicht

so viele Mitarbeiter mit mir herumschleppen

müssen, die ihren Aufgaben nicht gewachsen

sind. Rückblickend muss ich sagen, dass

ich in all den Jahren vielfach zu vorsichtig

war. Ich hätte die Strukturen früher zerschlagen

und schwache Unternehmensbereiche

rascher abstoßen müssen.“

Kompromisslos war Welch auch gegen

Mitarbeiter, die gegen die Werte des Unternehmens

verstießen. Er gab allen Managern

den Ratschlag, solche Mitarbeiter

nicht „heimlich“ loszuwerden, etwa mit

Ausflüchten wie „Charles hat aus persönlichen

Gründen gekündigt, um mehr Zeit

mit seiner Familie verbringen zu können.“

Stattdessen solle man unumwunden

öffentlich erklären, dass der Mitarbeiter

gefeuert wurde, weil er gegen Werte des

Unternehmens verstoßen habe.

Nörgelnde Mitarbeiter, die ständig darüber

klagen, mit was sie alles unzufrieden

seien, was in der Firma falsch laufe und

dass man sie nicht genügend anerkenne,

waren Welch ebenfalls ein Gräuel. Chefs,

die solche Mitarbeiter hätten, seien selbst

schuld, weil sie eine falsche Anspruchshaltung

geschaffen hätten. Die Mitarbeiter

hätten nunmehr ein „ziemlich verqueres

Bild von der Realität. Sie denken nämlich,

Sie arbeiteten für Ihre Mitarbeiter“. Den

SoftManagern hielt er entgegen: „Sie leiten

ein Unternehmen, nicht das Sozialamt

oder eine psychologische Beratungsstelle.“

Er riet den Managern, die Unternehmenskultur

rasch zu ändern, und forderte von

ihnen Konfliktbereitschaft: „Zweifellos

wird ein Aufschrei der Empörung durch

die Flure hallen, während Sie Ihre Unternehmenskultur

über Bord werfen. Es kann

sogar sein, dass einige der Angestellten, die

Sie persönlich mögen und deren Arbeit

Sie schätzen, aus Protest das Unternehmen

verlassen.

Tragen Sie es

mit Fassung und

wünschen Sie den

Leuten alles Gute

für ihre weitere

Zukunft.“

Vor allem predigte

Welch immer wieder

eine offene

Kommunikationskultur,

damit jeder

Mitarbeiter einschätzen

könne, woran

er sei und wie seine Leistungen bewertet

würden. Viele Manager seien zu „lieb“

oder zu „nett“, um ihren Leuten, „und zwar

vor allem den echtern Versagern genau zu

sagen, wo sie stehen“. Der Grund liege in

der mangelnden Konfliktfähigkeit solcher

„Soft-Manager“. Menschen spüren jedoch

instinktiv, wenn ihr Gegenüber allzu harmoniebedürftig

und konfliktscheu ist. Und

sie bewerten dies zu Recht als Schwäche.

In gut funktionierenden Unternehmen

werden solche Menschen mit übergroßem

Harmoniebedürfnis keine Führungsverantwortung

übertragen bekommen.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

75


Führung

So gelingt

Veränderung

Herr Grzeskowitz, wofür

ist es unternehmerisch

und persönlich überhaupt

wichtig etwas zu

verändern?

Change, der Umgang mit Veränderung, ist

nicht nur der rote Faden meines Lebens,

meine große Leidenschaft. Es ist das, was

ich täglich tue, nämlich Unternehmen,

Führungskräfte und Menschen bei ihren

Veränderungsprozessen zu unterstützen.

Der Umgang mit Veränderung wird die

wichtigste Schlüsselkompetenz der nächsten

Jahre sein.

Die Unternehmen müssen jetzt die Weichen

stellen, gedanklich eigentlich immer

schon zwei Schritte voraus sein, um auch

in fünf Jahren noch erfolgreich sein zu

können, sonst werden sie wahrscheinlich

irgendwann vom Markt überholt. Zu sagen,

„wir sind doch erfolgreich heute“, ist

das Gefährlichste, was man tun kann.

Ein aktuelles Beispiel: der Großkonzern

Volkswagen scheint ja ziemliche Veränderungsprobleme

zu haben. Was würden

Sie denn einem solchen Konzern raten?

Konzerne sind heute sehr gut beraten die

Strukturen zu verschlanken und Entscheidungswege

zu beschleunigen. Das klassische

„wir machen jetzt ein temporäres Change-

Projekt“ ist zu kurz gedacht. Sie müssen im

Unternehmen eine Kultur der Veränderung

etablieren, die im Kopf jedes einzelnen Mitarbeiters

sitzt. So denken Mitarbeiter von

sich aus innovativ mit und übernehmen

auch an ihrem persönlichen Platz von sich

aus die Führung in diesem ChangeProzess,

egal ob das nun ein Fließband in Wolfsburg

ist oder im Vertrieb in den USA.

Wann ist der

perfekte Moment

für Veränderungen?

Jetzt!

Es geht also auch um Toleranz, beispielsweise

des Managements, Fehler zuzulassen,

denn wenn mehr Entscheidungen

schneller getroffen werden, werden sicherlich

auch viele Fehler passieren,

oder?

Noch drastischer: ich glaube ohne die Be-

reitschaft, ja das Angebot, Fehler machen

zu dürfen, geht es heutzutage gar nicht

mehr. Leider wird immer noch viel mit

Angst geführt, also „wenn du einen Fehler

machst, dann passiert etwas“ und dann

kommt es häufig zum Stillstand. Andersherum

in Unternehmen, in denen diese

Fehlerkultur stark gelebt und auch von

den Managern vorgelebt wird. Da ist auf

einmal eine ganz andere Atmosphäre, eine

ganz andere Stimmung. Die Menschen

trauen sich, etwas auszuprobieren, innovativ

zu denken, mutige Entscheidungen zu

treffen. Sie trauen sich Risiken einzugehen,

weil sie wissen, „ich darf einen Fehler machen“.

Wichtig ist aber, den gleichen Fehler

nicht zweimal zu machen sondern daraus

zu lernen und dann besser zu werden.

Wieviel Mut braucht der Einzelne um

langfristig wirklich etwas zu verändern?

Sehr viel, denn der größte Hinderungsgrund

ist die Angst, sowohl im persönlichen

als auch im geschäftlichen Bereich.

Immer wenn wir etwas verändern, heißt

das, wir geben etwas Altes, Sicheres,

Liebgewonnenes auf und bewegen uns in

unbekanntes Terrain. Davor haben wir

76 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Führung

Ilja Grzeskowitz

mit Verleger

Julien Backhaus

Bilder: Grzeskowitz, Depositphotos-Photocreo, WTV

Angst. Das ist menschlich, weil

wir nicht wissen, was erwartet

uns denn überhaupt, kommt es

vielleicht schlimmer als es jetzt

ist? Um diese Angst zu überwinden,

brauchen wir Mut uns dieser zu

stellen und sie gleichzeitig zu einem produktiven

Begleiter zu machen.

Haben wir denn schon diesen „German

Mut“, wie es die FDP propagiert?

Leider noch nicht und ich hoffe, dass die

FDP mit dieser Kampagne viele, viele

Menschen erreicht, denn wir brauchen

diesen „German Mut“. Im Moment haben

wir sehr stark „German Stillstand“

und „German Bedenkenträger“, also eher

die Denkweise „Was kann alles schiefgehen?“

oder „Schuster, bleib bei deinen

Leisten“. Ich würde mir beim Einzelnen

aber vor allem bei den Unternehmenslenkern

viel mehr Mut wünschen. Christian

Lindners Botschaft ist genau die

Richtige: Mehr Veränderung wagen und

alte Zöpfe abschneiden! Das macht er

ganz richtig. Ich wünsche ihm viel Erfolg

auf diesem Weg.

Was ist denn der perfekte Moment um

Veränderungen zu beginnen?

Jetzt! Die meisten Menschen warten immer

auf diesen berühmten „perfekten Moment“.

Und dann sagen sie: „Na ja, ich fang

mal an mich zu verändern aber jetzt ist erst

Weihnachtsgeschäft, da geht das nicht“.

Danach sind dann noch die Osterferien,

dann kommt die Sommerkonjunktur irgendwas

ist immer. Nein, der beste Moment

ist jetzt. Man muss sich bewusst

sein, dass man nie optimal vorbereitet

ist. Es wird immer Hindernisse auf dem

Weg geben. Sobald man mal mit diesem

Weg angefangen hat, muss man sowieso

neu planen. Natürlich nimmt man sich

immer eine lineare Veränderung vor, allerdings

habe ich noch nie erlebt, dass das

so reibungslos klappt. Mal kommt man an

Abzweigungen, mal ist ein Schritt zurück

nötig aber das macht das Leben doch auch

aus, das macht Veränderung spannend. Es

geht einzig und allein darum, sich auf den

Weg zu machen und zwar so schnell wie

möglich.

Sie scheinen ja immer recht

konstant zu sein. Sie sind ein

erfolgreicher Vortragsredner

und Buchautor. Grade

kommt Ihr neues Buch heraus. Was war

denn bei Ihnen die letzte große Veränderung?

Wenn ich eins in meinem Leben nicht

habe, dann Konstanz. Ich habe so viele Dinge

ausprobiert, bin innerlich extrem rastlos,

weil ich gerne mit acht Bällen gleichzeitig

jongliere. Das ist auch gut so, weil ich

mich damit selbst zwinge, nicht zu bequem

zu werden. Die größte Veränderung in

meinem Leben ist, dass ich vor acht Jahren

vom angestellten Manager in einem großen

Konzern weg gegangen

bin und als selbständiger

Unternehmer noch einmal

komplett neu angefangen

habe. Alle Außenstehenden

haben mich für verrückt

gehalten, diese vermeintliche

Sicherheit, das

tolle Gehalt, die Karriereperspektiven

aufzugeben

und noch einmal von Null

anfangen. Man weiß ja immer

erst hinterher, ob es

funktioniert. Damals habe

ich vier Jahre gezweifelt

und gegrübelt aber irgendwann

kommt der Punkt,

an dem man sagen muss: „Jetzt mache ich

es!“ Heute kann ich sagen, das war die beste

Entscheidung meines Lebens!

Ilja Grzeskowitz

ist Trainer, Personal

Coach und Autor von

Sachbüchern und

Audioproduktionen.

Seine Fachgebiete sind

die Führung, der Handel

und die innere Einstellung.

Wie sieht es denn bei demjenigen aus,

der Kontinuität liebt und auf einmal

Change-Management vorgeschrieben

bekommt? Wie gewöhnt der sich daran?

Es stimmt, ich bin jemand, der sich selbst

gerne ins kalte Wasser wirft. Es gibt aber

auch Menschen, die müssen erstmal

den großen Zeh reinstecken um

sich daran zu gewöhnen. Gerade

in Zeiten, in denen sich um

uns herum so viel verändert

sind Konstanten auch sehr

wichtig. Dinge, an denen

man sich festhalten kann,

sind für mich klare Prin-

zipien, Werte, auf die man zurückgreifen

kann. Diesen Menschen würde ich raten,

klein anzufangen. Viele versuchen, eine

riesige Veränderung zu initiieren, probieren

es einmal, stellen fest, es funktioniert

nicht und fallen dann sofort wieder zurück

in alte Muster. Da ist die Salamitaktik

besser, also jeden Tag ein wenig aber

dafür konstant dranbleiben. Wenn man

das regelmäßig tut, wird irgendwann der

Umgang mit Veränderung zur Selbstverständlichkeit.

Man kann sich dann vom

Kleinen zum Großen entlanghangeln.

Vielen Dank,Herr Grzeskowitz und viel

Glück und Erfolg mit Ihrem neuen Buch

„Mach es einfach“.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

77


Wissen

Speed-Learn

Doppelt so schnell lesen — fünfmal so viel

Was Sie von Speed-Studenten lernen können.

Wenn du in deinem Studium oder deinem

Job mit vielen Informationen zu kämpfen

hast und dich schon mal gefragt hast, ob

es einen Weg gibt, diese Informationen

schneller aufzunehmen und abzuspeichern,

dann könnte das hier einer der

wichtigsten Artikel sein, die du zu diesem

Thema lesen kannst. Zuerst einmal:

1. Was ist „gehirnbeschleunigtes Lernen“

überhaupt?

2. Wie funktioniert es?

3. Und vor allem…wie kannst du damit

deinen Erfolg im Studium und deine Karriere

vorantreiben?

Heutzutage kommt es im Wesentlichen auf

zwei Dinge an:

1. Wie schnell kannst du neue Informationen

aufnehmen und

2. Wie leicht und wie lange kannst du dir

diese neuen Informationen abspeichern

und dann abrufen, wenn du sie am meisten

benötigst.

Also, wie können wir deinen Erfolg beschleunigen,

wenn es darum geht, schneller

zu lesen und zu lernen?

Was bremst uns?

Lies dir den folgenden Satz bitte aufmerksam

durch: Während ich diesen Satz lese,

habe ich eine kleine innere Stimme in

meinem Kopf, die jedes Wort innerlich

mitspricht. Stimmt´s? Das heißt nicht, dass

mit dir etwas nicht stimmt. Allerdings ist

diese „innere Stimme“ eine der Bremsen,

die dich beim Lernen und besonders beim

Lesen massiv viel Zeit kostet. Sie stammt

noch aus der Grundschule, als unsere Lehrer

uns das Lesen beigebracht haben. Sie ist

aber nur eine der unzähligen Bremsen, die

dich davon abhalten, schneller durch deine

tägliche Informationsflut zu kommen.

Hast du schon mal einen Text in einem

Buch gelesen, bist währenddessen mit den

Gedanken total abgeschweift, kamst am

Textende an und hast dich gefragt: „Was zur

Hölle stand da eigentlich in dem Text drin,

den ich gerade gelesen habe?“ Dann bist

du womöglich zum Textanfang zurückgesprungen

und hast den Text nochmal von

vorne gelesen? Statistisch gesehen passiert

dieses „Zurückspringen im Text“ zu

Jemandem nur zu sagen,

WAS er lernen soll,

anstatt ihm zu zeigen,

WIE er schneller und

effizienter lernen kann,

sabotiert seinen Erfolg.

33 Prozent. Wenn du schwierige Fachtexte

liest, könnte es sein, dass diese Zahl durchaus

höher ist. Das bedeutet, dass du rund

20 von 60 Minuten damit beschäftigt bist,

Textstellen zu lesen, die du bereits einmal

gelesen hast. Das ist sehr ineffizient und

kostet viel Zeit. Und wenn es dir wie den

meisten geht, dann hast du neu gewonnene

Informationen womöglich nach kurzer

Zeit schon wieder vergessen. Wen wundert

es? In der Schule hat man uns nie beigebracht,

WIE wir lernen sollen, sondern immer

nur, WAS wir lernen sollen. Und hier

ist die Falle: Jemandem nur zu sagen, WAS

er lernen soll, anstatt ihm zu zeigen, WIE

er schneller und effizienter lernen kann,

sabotiert seinen Erfolg, nicht nur in der

Schule, sondern im ganzen Leben.

Einführung ins Speed Reading

„Gehirnbeschleunigtes Lernen“ ist eine

Kombination aus Schnell-Lese-Techniken,

wie dem Speed Reading in Verbund mit

hocheffektiven Techniken aus dem Gedächtnistraining.

Hier eine kurze Anleitung,

mit der du deine Lesegeschwindigkeit

sofort erhöhen kannst:

Unser Auge folgt allem was sich bewegt.

Dieser Mechanismus stammt noch aus der

Evolution. Diesen Mechanismus können

wir nutzen, um schneller zu lesen:

1. Du nimmst beim Lesen einen Stift oder

Finger und setzt diesen unterhalb der Zeile

an, die du lesen möchtest.

2. Du liest erstmal für 3 Minuten mit dem

Finger, dann für 3 Minuten mit dem Stift.

Am Ende entscheidest du dich, was sich

für dich besser anfühlt.

3. Um dann deine Lesegeschwindigkeit

zu erhöhen, führst du einen sogenannten

Speed Drill durch: Dabei liest mit doppelter

bis dreifacher Geschwindigkeit und

setzt so den Reiz für dein Gehirn, die Informationen

schneller wahrzunehmen.

Das fühlt sich am Anfang etwas merkwürdig

an, wird aber umso leichter, je öfter du

übst. Hier ist eine Kleine Anleitung für einen

solchen Speed Drill:

4. Schnapp dir ein Buch deiner Wahl und

lies dort für zwei Minuten mit deinem Stift

oder Finger und einer Geschwindigkeit,

bei der du ein gutes Verständnis erzielst.

Markiere den Anfang und das Ende.

5. Lies nun die selbe Stelle innerhalb von

einer Minute und 40 Sekunden. Egal wie

viel du dabei verstehst)

6. Lies nun die selbe Stelle innerhalb von

einer Minute und 20 Sekunden. (Verständnis

erstmal vernachlässigen)

7. Lies nun die selbe Stelle innerhalb von 1

Minute. (Oberstes Ziel innerhalb von einer

Minute von deiner Anfangs- bis zur Endmarkierung

zu kommen)

Ein solcher Speed Drill ist die Grundlage,

um das Speed Reading zu erlernen. Wie

gesagt, am Anfang fühlt es sich komisch an

und du wirst wenig verstehen, doch sobald

du diese Übung ein paar Mal wiederholt

hast, wirst du schon nach kurzer Zeit feststellen,

dass du schneller lesen kannst.

Merk-würdige Bilder verknüpfen

Wie kannst du dir jetzt noch fünfmal so

viel merken wie vorher? Auch hier müssen

wir unser Gehirn austricksen, denn

es merkt sich Dinge nur langfristig, wenn

sie für uns emotionale Bedeutung haben.

Alles was langweilig ist, vergisst es sofort.

Also musst du jede Information, die langweilig

ist, in ein spannendes Bild umwandeln.

Kleines Beispiel gefällig?

Wenn du dir die Liste mit den 10 größten

Metropolregionen der Welt in Reihenfolge

merken wollen würdest (1. Tokio, 2. Jakarta,

3. Dehli, 4. Seoul, 5. Manila, 6. Shanghai,

7. Karatschi, 8. Peking, 9. New York,

10. Guangzhou) dann hätten die meisten

Leute damit ziemlich Probleme. Wie können

wir uns diese Informationen einfacher

und vor allem dauerhaft einprägen? Indem

wir die Städte in „merk-würdige“ Bilder

78 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Wissen

ing

merken.

umwandeln und in Reihenfolge auf einer

Route oder einem Weg befestigen, den wir

kennen.

Wenn du zum Beispiel eine Route mit 10

Punkten hättest (Dein Weg zur Arbeit, zur

Uni oder zum Sport) dann könntest du

dort die einzelnen Informationen ablegen.

Dann wandelst du die eigentliche Information

(in diesem Fall die Stadt) in ein merkwürdiges

Bild um und legst es auf deiner

Route ab. Danach musst du nur noch in

Gedanken deine Route ablaufen und bekommst

alle Informationen automatisch

ins Gedächtnis gerufen.

Zurück zu unserem Städte-Beispiel: Lege

die größte Metropole (Tokio) auf dem

ersten Punkt deiner Route ab. Frage dich

dabei: „Tokio klingt wie“ oder „Tokio erinnert

mich an?“ Wenn dich das Wort Tokio

an einen Japaner erinnert, dann machst

du daraus ein lustiges, verrücktes, „merkwürdiges“

Bild und „befestigst“ es auf dem

ersten Punkt deiner Route. Wenn der erste

Punkt auf deiner Route die Bushaltestelle

wäre, dann könntest du dir vorstellen, wie

du an der Bushaltestelle stehst und ein verrückter

Japaner dort nackt tanzt. Sobald

du ihn in Gedanken siehst, weiß dein Gehirn:

„Moment mal: Japaner? Ah, es ist Tokio.“

Und schon hast du die Information,

die du brauchst. Dieses Beispiel kannst du

für dich gerne weiterführen. Alles was du

brauchst ist etwas Phantasie und Humor.

Die Kombination macht den Erfolg

Sobald du diese Techniken etwas geübt

hast, kannst du sie sofort anwenden. Dein

Gehirn denkt dann automatisch schneller

und verarbeitet und speichert die Informationen

ganz anders als vorher: Nämlich

dauerhaft, sodass du sie in jeder Situation

abrufen kannst.

Beide Techniken (Speed Reading und

Gedächtnistechniken) an sich sind sehr

effektiv. Aber erst, wenn du sie in einem

ineinandergreifenden System anwendest,

potenziert sich der Effekt dieser Techniken

und ermöglichen, in Rekordzeit durch deine

Informationsflut im Studium, im Job

oder in deiner Freizeit zu kommen und dir

die Inhalte leichter und vor allem dauerhaft

einzuprägen.

Bild: Bilder: simplephoto, Depositphotos, Thurm Simplephoto, Thurm

Mirko Thurm

hat in vier Semestern BWL

studiert. Mit seiner Firma

Speedstudents hat er seitdem

mehr als 30.000 Studenten und

Führungskräften geholfen, ihre

Informationsflut zu besiegen.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

79


Wissen

Bild: W. Kohl

„Du kannst nicht

jeden glücklich

machen. Du bist

halt kein

Nutella Glas.“

Der Autor

Walter Kohl

führt als Unternehmer mit seiner Frau

einen deutschkoreanischen Zulieferer für

die Automobilindustrie.

2011 veröffentlichte er den Bestseller

„Leben oder gelebt werden“ und 2013 das

Praxisbuch „Leben was du fühlst“.

Seit 2011 ist er zudem als Referent

und Coach tätig.

Es lief alles nach Pl

nur der Plan war sc

Weg von der Verbissenheit und einfach mal Mensch sein

80 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Wissen

an,

heiße!

Eine gute Freundin von uns

besuchte dieser Tage die Ce-

BIT in Hannover und brachte

von dort eine Reihe von

Spruchkarten mit. Nachdem

sie mir von ihren Eindrücken berichtet

hatte, schauten wir auch auf die verschiedenen

Karten. Schließlich sagte sie: „Such

dir doch einige aus, die dir besonders gut

gefallen.“ Das habe ich dann auch getan

und meine Gedanken begannen zu surfen.

Die erste Spruchkarte lautete: „Es lief alles

nach Plan, nur der Plan war Scheiße!“

Als Controller in großen Unternehmen

und als Unternehmer kenne ich solche

Situationen nur zu gut. Wir machen uns

einen Plan, also eine Vorstellung, wie es

sein sollte. Unser Plan ist natürlich sorgfältig

erarbeitet, logisch durchdacht. Das

sind wir uns und unserem Verständnis

von Professionalität schuldig. Und – fatalerweise

je länger wir uns mit ihm beschäftigen,

desto zwingender, desto erfolgversprechender

erscheint unser Plan.

Doch dann kommt der spannende Moment:

Plan und Realität treffen auf einander.

Im ersten Golfkrieg 1990/91 gab es

von dem damaligen Oberkommandierenden

der alliierten Streitkräfte, dem amerikanischen

General Norman Schwarzkopf,

ein interessantes Zitat. Dieses Zitat

entstand in einer der ersten Pressekonferenzen

nach dem Sieg. General Schwarzkopf

sagte sinngemäß: wir hatten einen

guten Plan, aber der flog nach dem ersten

Schuss sofort aus dem Fenster.

Ich glaube, dass dieses Phänomen nicht

nur auf militärische Operationen zutrifft,

sondern in vielen anderen Lebensbereichen

seine Gültigkeit hat. Jeder Plan,

auch wenn er noch so klug und ausgewogen

erarbeitet wurde, ist letztlich Ausdruck

unserer Sicht der Welt. Diese Sicht

mag für uns stimmig sein, aber dies muss

nicht zwingend auch auf den Rest der Welt

zutreffen. So viele Faktoren können unsere

Planung verhageln: Zufall, andere Denkweisen,

Interessenskonflikte aber auch

eigenes Unvermögen hebeln schnell die

besten Pläne aus.

Der Satz „Es lief alles nach Plan, nur der

Plan war Scheiße!“ ist also mehr als nur ein

lustiger Kalauer. Er ist ein Aufruf an uns,

uns nicht im eigenen Gedankenurwald

zu verlaufen und das halte ich für besonders

wichtig: Immer ein stückweit Demut,

Respekt für andere Menschen, die Umstände

und das Schicksal in unseren Plänen

zu berücksichtigen.

Die zweite Spruchkarte hatte es auch in

sich. Auf ihr kann man lesen: „Du kannst

nicht jeden glücklich machen. Du bist halt

kein Nutella-Glas!“. Als ich diese Worte

las, musste ich herzlich lachen. Denn einerseits

war ich früher ein „Nutella Junkie“

(was ich glücklicherweise inzwischen überwunden

habe). Andererseits lebte ich lange

nach dem Glaubenssatz, dass wenn ich

mich um jeden und alles kümmere, dass

ich dann Anerkennung und Liebe erhalten

werde. Dass diese Strategie ins Chaos

führte ist offensichtlich.

Genauso wie Nutella eine schädliche,

überzuckerte Kalorienbombe ist, so ist verkrampftes

Bemühen um Anerkennung um

der Anerkennung willen beziehungsweise

die Methode, Anerkennung durch Erfolg

zu bekommen, auf Dauer nur schmerzhaft.

Manchmal ist die Wahrheit einfach, plakativ

und doch schwer umsetzbar. Merke:

„Du bist halt kein Nutella-Glas!“

Ich denke, es kann nicht unser Ziel sein,

möglichst viele Menschen glücklich zu

machen, sondern wir sind aufgefordert,

erst mal in Einklang mit uns selbst kommen,

bevor wir uns um andere kümmern.

Oberste Priorität sollte der Friede mit uns

selbst sein, also in fröhlicher Weise trotzdem

„Ja“ zu uns selbst sagen zu können!

Und schließlich war da noch ein dritter

Spruch, der wohl aus einem Bewerbungsgespräch

stammte: „Sie haben da eine

Lücke im Lebenslauf.“ „Ja, war geil!“. Hier

musste ich schmunzeln, denn unsere heutige

Berufskultur erzwingt förmlich glatt

geschliffene, perfekt getunte Lebensläufe.

Der Bewerber als eierlegende Wollmilchsau

– was für ein Irrsinn. Alle wissen, dass in

Zeugnissen und Bewerbungen viel optimiert

(um nicht zu sagen geschummelt) wird.

Bismarck, der Altmeister der Realpolitik,

sagte einmal, dass nirgendwo mehr gelogen

wird als vor der Wahl, während des

Krieges und nach der Jagd. Ich glaube,

dieser Beobachtung kann man auch heute,

mehr als 100 Jahre später, unbedenklich

zustimmen. Übertragen auf die Lücken im

Lebenslauf würde ich mir wünschen, dass

wir eine Kultur entwickeln, in der Lücken

und Brüche nicht automatisch als Ausdruck

von Versagen und Schwäche verstanden

werden, sondern auch als Chancen

der persönlichen Weiterentwicklung,

des Lernens, des Besserwerdens betrachtet

werden.

Für mein Leben kann ich sagen, dass ich

genau in diesen Lücken und Brüchen wesentlich

geformt wurde. In den Krisen,

den eher unansehnlichen Teilen meines

„Sie haben da eine

Lücke im Lebenslauf.“

„Ja, war geil!“

Lebenslaufes, fand ich die wichtigsten Erkenntnisse,

die lösungsorientierten, neuen

Antworten. Ich weiß, dass diese Hoffnung

ziemlich utopisch ist, aber das hindert

mich nicht, sie trotzdem auszusprechen.

Besser noch, das Leben gewinnt durch

überstandene Krisen in einer solch unvorhersehbaren

Weise, dass es uns Mut und

Zuversicht schenkt, gerade wenn Pläne

scheitern und Nutella Gläser leer werden.

Und dieser Mut und diese Zuversicht sind

doch unsere eigentlichen Kraftquellen.

Deshalb schließe ich mit meiner persönlichen

Zusammenfassung der drei Spruchkarten:

„Sei kein Nutella Glas, stehe zu den kleinen

Lücken in deinem Lebenslauf, lebe

geil und wenn es mal nicht nach Plan läuft,

so what!! Shit happens“. Denn, und auch

diese Erkenntnis finde ich sehr beruhigend,

schon Albert Einstein wusste: „Man

muss die Welt nicht verstehen, es genügt

sich darin zurechtzufinden.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und

Ihren Lieben alles Gute.

Erfolg magazin . Ausgabe 01/2016 . www.erfolg-magazin.de

81


Wissen

Henry Maske im Interview

Nur wer aufgibt,

hat verloren!

Henry Maske zeigt mit seiner

Vita die gesellschaftlichen

Widersprüche, die

auch Jahrzehnte nach

dem Fall der Mauer noch

persönliche Lebenswege und Charaktere

prägen. Er hat sich durchgeboxt und die

Chancen für den Weg nach oben aktiv

genutzt. In seinem Vortrag auf

dem Stuttgarter Wissensforum

gewährt der Spitzensportler

Einblick in das Wechselbad von

Staats-Amateur zum Profi.

Herr Maske, rückblickend auf

Ihren bisherigen beruflichen

und sportlichen Weg - welche

Erlebnisse und Ereignisse waren

für Sie die Highlights?

Aus sportlicher Sicht waren ganz

klar die Olympischen Spiele

1988 in Seoul für mich herausragend.

Das Ende meines letzten

Kampfes, das ziemlich sichere

Bewusstsein, der Sieger zu werden,

dieser Moment wird für

mich unvergessen bleiben. Insgesamt

gab es einige Situationen,

an die ich mich des Öfteren erinnere,

die mein Leben, und damit

mich bewegt, ja geprägt haben.

Und es waren nicht immer nur

die Schöneren.

Und was waren hierbei die

größten Herausforderungen?

Ich glaube nicht, dass ich eine

kurze Antwort auf diese Frage

finde. Eine meiner größten

Herausforderungen, bezogen

auf meine sportliche Karriere,

war sicher das letztendliche Umsetzen der

Forderungen meines Trainers. Wenn man

annahm, man hat es jetzt verstanden und

auch praktiziert, wurde einem erst einmal

offeriert, was jetzt alles noch auf einen wartet.

Wenn sie verstehen, was ich meine.

Nach Ihrer Karriere als Profi-Sportler –

Welche Rolle spielt Sport und Bewegung

heute für Sie?

Sport hat mich auf meinem Weg, meine

Persönlichkeit zu erkennen und zu prägen,

begleitet. Lange auf eine sehr professionelle

Art. Sport hat mich herausgefordert

und wachsen lassen. Er hat mich zu dem

gemacht, was ich heute bin. Aus diesem

Grund ist Sport für mich auch weiterhin

ein aktiver Teil meines Lebens, wenn auch

nicht mehr so professionell.

In Ihren Vorträgen erläutern Sie die Parallelen

zwischen dem Spitzensport und

der Wirtschaft. Was haben diese zwei

Welten gemein?

Es geht doch in der Sache weniger

darum, was ich tue, sondern

vielmehr, wie ich es tue. Allein

die Antworten auf diese Frage

lassen erkennen, wie nahe sich

die jeweiligen Akteure sind. Erfolg

ist kein Zufall – jedenfalls

nicht, wenn er über eine längere

Distanz Bestand hat.

Sie sind beim diesjährigen

Stuttgarter Wissensforum am

14. Oktober 2016 als Top-

Referent auf der Bühne. Was

wird Ihre Kernbotschaft sein?

Nicht wenige Menschen fühlen

sich nicht ausreichend, oder

gar nicht motiviert, in dem, was

sie tun. Dabei kommt es vor,

dass sie andere suchen, die sie

dafür verantwortlich machen.

Ihnen fehlt, was in Fachkreisen

als „Intrinsische Motivation„

bezeichnet wird. Ihre Aufgabe

motiviert sie nicht, oder nicht

ausreichend. Wenn dem so ist,

sollte die Person, die dieses Empfinden

nicht in sich spürt, sich

auf die Suche nach dem begeben,

worauf er oder sie tatsächlich

Lust verspürt. Dies ist nur

ein Teilbereich, worüber ich in

meinem Vortrag sprechen werde.

Mit dem Thema „Nur wer aufgibt, hat verloren“

möchte ich die Menschen inspirieren

und Ihnen Mut machen Ihren Weg zu

gehen.

Bild: speakers excellence

82 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2016 . Erfolg magazin


Erklärlme für Unternehmen

FOTO: WOLFGANG LIST

15. STUTTGARTER WISSENSFORUM

Das Event für mehr Motivation und Erfolg in Verkauf, Marketing & Führung

Freitag, 14. Oktober 2016 · Porsche-Arena · Stuttgart · Von 10:00 Uhr bis ca. 20:30 Uhr

Erleben Sie mitreißende Referenten und gewinnen Sie wertvolle Impulse für Ihr Unternehmen.

PERSÖNLICHKEIT & ERFOLG

Henry Maske

Wer ein klares Ziel vor Augen hat,

der strauchelt nicht

SPORTTALK

Jutta

Kleinschmidt

Erfolg ist ein Ziel zu haben und

dieses auch zu erreichen!

KOMMUNIKATION & MOTIVATION

Cristián

Gálvez

Der Heldenkompass®

„Möge die Macht mit Dir sein!“

PERSÖNLICHKEIT & ERFOLG

Prof. Dr. Jack

Nasher M.Sc. (Oxf.)

Die Psychologie Ihres Erfolges

– Menschen durchschauen und

beeinflussen

Hansi

Müller

Vom Fußballplatz ins Management:

Wie Sie und Ihr Unternehmen

das Spiel durch gelungenes

Teamwork für sich entscheiden!

Tanja

Frieden

Go big or go home - Die

Geschichte einer Olympia-Medaille

PERSÖNLICHKEIT & ERFOLG

Gregor Staub

mega memory® Gedächtnistraining

– geniale Lerntechniken für

Beruf und Alltag!

PERSÖNLICHKEIT & ERFOLG

Dipl.-Psych.

Rolf Schmiel

Die Wahrheit über

Motivation

Heribert

Bruchhagen

Clash der Kulturen – Sichtweise

eines Vorstandsvorsitzenden

bei dem Fußballclub Eintracht

Frankfurt

Joey Grit

Winkler

Charmantes Infotainment

MANAGEMENT & FÜHRUNG

Dr. med.

Walter Kromm

Die Kraft der Führung –

Wie „gesund“ Sie und

Ihr Unternehmen sein könnten

MARKETING & VERKAUF

Roger

Rankel

DIE GEHEIMNISSE DER

UMSATZVERDOPPLER

So machen auch Sie mehr aus

Ihrem Geschäft

KOMMUNIKATION & MOTIVATION

Matthias Pöhm

Präsentieren Sie noch oder

faszinieren Sie schon?

ENTERTAINMENT, SHOW & BÜHNE

Topas

Weltmeister der Manipulation

MODERATION

Franziska

Schenk

Moderation mit journalistischem

Know-How

Kontakte, Ideen und Impulse

„Erfolg lebt von Initiative!“ – Das ist das Motto der Wissensforen, auf denen Speakers Excellence hochkarätige Spitzenreferenten präsentiert. Auf informative und unterhaltsame Weise vermitteln sie ihr Experten-Wissen in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Bildung und

Gesundheit und machen die Veranstaltung zum Top Bildungsevent Deutschlands. Erleben Sie einen eindrucksvollen Tag voller neuer Kontakte, Ideen und Impulse auf dem 15. Stuttgarter Wissensforum.

PROGRAMM & ANMELDUNG: WWW.STUTTGARTER-WISSENSFORUM.DE +49 711 75 85 84 0

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