alles im blick - Die Landwirtschaftliche Sozialversicherung

lsv.de

alles im blick - Die Landwirtschaftliche Sozialversicherung

LSV kompakt

Magazin für Sicherheit & geSunDheit

www.fob.lsv.de Dezember 2009

neuer

LBg-Beitrag

Das müssen sie wissen

maschinensicherheit

alles im blick


inhaLt

Dezember l 09

BetrieBSüBergaBe –

ein geSunDheitStheMa

Betriebsübergabe bleibt ein thema

in der Landwirtschaft und darüber

hinaus bei allen selbstständigen

Unternehmern. 04

ehrenaMt tagt

Die Vertreterversammlungen der

LsV Franken und Oberbayern haben

auf ihrer Jahresversammlung einige

satzungsänderungen beschlossen und

die LKK-Beiträge für 2010 angepasst. 10

zeit unD KOSten iM griff

Organisieren sie arbeit und Betrieb

optimal – sparen sie Geld und senken

sie das Unfallrisiko. 15 Landwirte

und Bäuerinnen besuchten ein seminar

und waren begeistert von den

praxisnahen Vorschlägen. 13

auSBiLDungSinitiatiVe

LBG vertieft Zusammenarbeit mit

ausbildungseinrichtungen für junge

Landwirte und übergibt anschauungsmaterial

zum arbeits- und Gesundheitsschutz

für BGJ-schüler. 14

Zum Titelbild: Für den Blick nach hinten am

besten geeignet ist eine Rückfahrkamera mit

Monitor. Ist sie richtig eingestellt, kann der

Fahrer beim Rangieren alle Gefahrstellen

gut überblicken.

Allen Lesern ein frohes

Weihnachtsfest und

für 2010 Gesundheit,

Glück und Erfolg.

❘❘❘■ HoCHSpannunGSLeitunGen

Vorsicht beim Freischneiden

Derzeit laufen die Arbeiten zum Freischneiden eingewachsener Hochspannungsleitungen

an. Landwirte, die sich um eine solche Nebentätigkeit

bei einem Netzbetreiber bewerben, sollten sich der großen Gefahr

dieser Arbeit bewusst sein! Unsachgemäß ausgeführt, können solche Tätigkeiten

erhebliche Verletzungen zur Folge haben, wenn Leitungen abreißen

und elektrische Spannung dabei auf den Menschen überspringt.

Neben den Vorschriften zur persönlichen Schutzausrüstung und einer

persönlichen Eignung zum Fällen von Bäumen müssen weitere Voraussetzungen

erfüllt werden. Für Land- und Forstwirte gibt es spezielle Aufbaulehrgänge

zum richtigen Durchführen von Problemfällungen. Weitere

Informationen unter www.fob.lsv.de (im Bereich Presse / Aktuelle

Pressemitteilungen).

❘❘❘■ BrennHoLzaufarBeitunG

immer wieder schwer Verletzte

Steigende Unfallzahlen bei der Brennholzaufarbeitung zeigen, dass die

Maschinen häufig falsch bedient werden. Die LBG Franken und Oberbayern

hat Tipps zum Kauf und zum richtigen Umgang mit Holzspaltern

zusammengestellt. Eine Checkliste gibt Auskunft, worauf bei einer Neuanschaffung

geachtet werden muss – zu finden unter www.fob.lsv.de (Unfallverhütung

/ Publikationen LBG / Merkblätter).

Die landwirtschaftliche sozialversicherung trauert um den

schöpfer der agrarsozialen sicherung

Dr. iur. h.c. Kurt-Wilhelm noell

* 22.12.1919 † 10.10.2009

träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit stern

Dr. iur. h.c. Kurt-Wilhelm noell war mit dem Wiederaufbau

der landwirtschaftlichen Unfallversicherung nach dem zweiten

Weltkrieg „mann der ersten stunde“. maßgeblich und

vehement hat er sich vorbildlich für die soziale sicherung der

ländlichen Bevölkerung eingesetzt. er hat ein großes Kapitel

deutscher agrargeschichte geschrieben.

Für den spitzenverband der

landwirtschaftlichen sozialversicherung

Wolfgang Vogel Leo Blum eckhart stüwe

LSV-iMpreSSuM

LSV kompakt – Magazin für Sicherheit und Gesundheit

Herausgeber: Land- und forstwirtschaftliche sozialversicherungsträger Franken und

Oberbayern, Dammwäldchen 4, 95444 Bayreuth, telefon 0921 603 - 0,

Fax 0921 603 - 386 – spitzenverband der landwirtschaftlichen sozialversicherung,

Weißensteinstraße 70 - 72, 34131 Kassel, telefon 05 61 93 59 - 2 41,

Fax 05 61 93 59-2 44

Chefredaktion: norbert Gradl, www.fob.lsv.de, e-mail: presse@fob.lsv.de

albert münz, www.lsv.de, e-mail: presse1@spv.lsv.de

erscheint vier mal pro Jahr. Der Bezugspreis ist durch den mitgliedsbeitrag

abgegolten. Keine Gewähr für unverlangte manuskripte. nachdruck ist nach

rücksprache mit der redaktion möglich.

Druck: Dierichs Druck + media Gmbh & co. KG, Frankfurter straße 168, 34121 Kassel.

Bei den adressangaben werden die Bestimmungen des Datenschutzes beachtet.


aKtueLL ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

BUnDesministerin iLse aiGner:

„agrarsoZialpoliTik

aUf solidem fUndamenT“

Die Versicherten in der landwirtschaftlichen

sozialversicherung müssen sich darauf verlassen

können, dass sie und ihre angehörigen im alter,

bei Unfall, Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder

todesfall angemessen abgesichert sind.

eine wichtige Säule der nationalen

Agrarpolitik ist daher die

Agrarsozialpolitik. Mein Ministerium

stellt deshalb 70 Prozent der

Haushaltsmittel – das sind rund vier

Milliarden Euro – für die agrarsoziale

Sicherung unserer Bäuerinnen

und Bauern bereit.

Für die Bundesregierung ist und bleibt

eine stabile, bezahlbare und zukunftsfeste

agrarsoziale Sicherung ein zentrales

Anliegen. Wir haben uns deshalb

in den Koalitionsverhandlungen

darauf geeinigt, den Bundeszuschuss

zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung

in den nächsten zwei Jahren

sogar auf jeweils 200 Millionen Euro

anzuheben. Im Rahmen des Sonderprogramms

für die Landwirtschaft erhöhen

wir einmalig diesen Bundeszuschuss

zusätzlich mit 100 Millionen

Euro in 2010 und bis zu 14 Millionen

Euro in 2011. Durch die Erhöhung des

Bundeszuschusses auf insgesamt 300

Millionen Euro können die Beiträge

zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung

2010 im Bundesdurchschnitt

um rund 45 Prozent gesenkt werden.

Diese Entlastung wird sich für die

landwirtschaftlichen Βetriebe frühzeitig

im kommenden Jahr in den Beitragsbescheiden

der landwirtschaftlichen

Berufsgenossenschaften in

Form von Gutschriften bemerkbar

machen.

Unterstützung durch bundesmittel

Auch bei der Krankenversicherung

für die Landwirte stehen wir für Verlässlichkeit.

Mit rund 1,2 Milliarden

Euro jährlich trägt der Bund den

größten Teil der Ausgaben für die

Rentner. Die beitragsfreie Mitversicherung

der Kinder haben wir gegen

erheblichen Widerstand durchgesetzt.

Im Rahmen des Konjunkturpaketes

II haben die landwirtschaftlichen

Krankenkassen weitere rund

40 Millionen Euro für das Jahr 2009

erhalten und damit seit Juli 2009 die

Beiträge im Bundesdurchschnitt um

10 Prozent gesenkt. Für das Jahr 2010

stellt die Bundesregierung den gesetzlichen

Krankenkassen weitere

Zuschüsse zur Verfügung, um nicht

die Kaufkraft der Versicherten durch

drohende Beitragserhöhungen zu

schmälern. Wir haben uns darauf

verständigt, dass hieran auch die

landwirtschaftlichen Krankenkassen

mit weiteren 23 Millionen Euro aus

Steuergeldern beteiligt werden. Unter

dem Strich erhalten sie so für das Jahr

2010 bereits knapp 170 Millionen

Euro aus Bundesmitteln. Den größten

Bundeszuschuss leisten wir

schließlich mit 2,3 Milliarden Euro

jährlich für die Alterssicherung der

Landwirte. Der Bund finanziert also

drei Viertel der Ausgaben und leistet

damit einen wichtigen Beitrag zur

Generationengerechtigkeit.

strukturwandel fordert anpassung

Die Folgen des Strukturwandels machen

aber auch Anpassungen der

landwirtschaftlichen Sozialversicherung

erforderlich. Wir haben die nötigen

Reformen eingeleitet und dabei

konsequent als Ziele verfolgt:

ilse aigner, bundesministerin für

ernährung, landwirtschaft und

Verbraucherschutz

Foto: Münz

■ Modernisierung der Organisationsstrukturen,

■ Verlässlichkeit in der Bereitstellung

von Bundesmitteln und

■ höhere Beitragsgerechtigkeit.

Die Neuausrichtung der Agrarsozialpolitik

ist für uns aber noch nicht abgeschlossen.

Trotz des Widerstands

der Länder konnten wir erste Ansätze

zu mehr Effizienz bei der Aufgabenerledigung

durchsetzen. Die Träger

der landwirtschaftlichen Sozialversicherung

stehen jetzt in der Pflicht,

ihre Organisation zügig an die veränderten

Verhältnisse anzupassen. Wir

werden sehr sorgfältig beobachten, ob

sich das gefundene Konsensmodell

bewährt. Eine versichertennahe Betreuung

und eine effiziente Aufgabenerledigung

sind für uns kein Widerspruch.

Wichtig ist es, mit den Bundesmitteln

und den Beitragsgeldern der

landwirtschaftlichen Betriebe sparsam

und wirtschaftlich umzugehen. Nur so

werden wir unserer gemeinsamen Verantwortung

für ein modernes, zukunftssicheres

und eigenständiges System

der agrarsozialen Sicherung zum

Nutzen der bäuerlichen Familien und

einer wettbewerbsfähigen Landwirtschaft

gerecht. ■

Dezember i 09 LSV kompakt 3


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ iM fOcuS

beTriebsübergabe

ein GesUnDheitsthema

Betriebsübergabe bleibt ein thema in der Landwirtschaft und darüber

hinaus bei allen selbstständigen Unternehmern – das ergab die Versichertenbefragung

55 plus.

besonderer fachlicher rat sollte dringend ein-

geholt werden

4 LSV kompakt Dezember i 09

Übergabeverträge und ihre tÜcken

■ familiensituation

Ganz wichtig: Jede Gestaltung muss

von allen Beteiligten gewollt sein.

auch eine sonst vorteilhafte Lösung

nutzt nichts, wenn sie ein schlechtes

„Bauchgefühl“ bei den Beteiligten

hinterlässt.

■ finanzielle Möglichkeiten

Lösungen müssen auch wirtschaftlich

sinn machen und stehen im spannungsverhältnis

nach vernünftiger

sicherung der altenteiler und

geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen

des Betriebes in der jungen

Genera tion. Diese müssen eine

wirtschaftlich sichere Zukunft haben.

Die Betriebsübergabe berührt

Unternehmer unabhängig von

der Frage, ob sie im Haupt- oder Nebenerwerb

wirtschaften. Auch Inhaber

von Personengesellschaften in der

Land- und Forstwirtschaft und im

Gartenbau sind dabei gleichermaßen

betroffen.

Besonders die 55- bis 64-jährigen

Personen stehen vor vielen offenen

Fragen. Dabei spielt die Unternehmensform

keine entscheidende Rolle.

Selbst 75-Jährige sehen noch Klärungsbedarf.

■ Steuerlicher rahmen

manche Wunschvorstellungen

bereiten steuerlich große Probleme.

Zwei aspekte müssen im Wesentlichen

beachtet werden: schenkungssteuer

und, häufig nicht so bekannt,

einkommenssteuer.

■ agrarsoziale Bedingungen

Fragen zur alters- und Krankenkasse

sowie Berufsgenossenschaft sind zu

klären.

■ Beratung = passgenaue Lösung

alle aspekte müssen hinreichend

berücksichtigt werden. eine individuelle

„passgenaue“ Lösung muss

die befragung 55plus

Bei der Befragung 55plus ging es um

„Gesundheit, Arbeit und Pläne fürs

Alter“ (LSV kompakt berichtete in der

Februar-Ausgabe). Befragt wurde ein

ausgewählter Personenkreis in Bayern,

älter als 55 Jahre und in land-

oder forstwirtschaftlichen Betrieben

erwerbstätig oder mithelfend. Die Ergebnisse

sind repräsentativ. Die Befragung

soll in Zukunft auf das gesamte

Bundesgebiet übertragen werden.

Ist die wirtschaftliche Zukunft geklärt?

Bleibt der Betrieb in der Fami-

gefunden werden. rechtlich sind

Gestaltungsmöglichkeiten zu

entwickeln, die allen drei Punkten

möglichst gerecht werden. angesichts

der eigenarten in der Land-

und Forstwirtschaft und im Gartenbau

sollte besonderer fachlicher rat

dringend eingeholt werden. spezifische

landwirtschaftliche steuerberatung,

der Berufsstand und die

landwirtschaftliche sozialversicherung

bieten die nötige Kompetenz

und erfahrung. Damit werden

mögliche Probleme bereits vor der

Übergabe ausgeräumt.

Reinhard Schulte-Ebbert

Rechtsanwalt


lie? Was ist rechtlich zu beachten?

Diese Fragen bilden häufig nur die

Spitze eines Eisberges. Unter der

Oberfläche brodeln noch weitere:

Werde ich nach der Übergabe noch

gebraucht? Führt der Nachfolger den

Betrieb in meinem Sinne weiter? Wie

sieht mein Leben nach der Übergabe

aus? Was mache ich, wenn gar kein

Nachfolger zur Verfügung steht und

die Vermögenssubstanz trotzdem erhalten

werden soll?

frühzeitig vorbereiten

Die Übergabe aus Altersgründen

kann lange und intensiv vorbereitet

werden. Sachfragen zu Erbrecht, Steuern,

landwirtschaftlichem Sonderrecht

oder zu vertraglichen Regelungen

sind dabei wichtig, aber nicht

allein entscheidend. Die Älteren müssen

loslassen können, die Furcht vor

dem „Abseitsstehen“ muss aktiv angegangen

werden, Tabuthemen sind

anzusprechen. Die gesamte Unternehmerfamilie

ist einzubinden. Das

ist die andere Seite, die auch an der

Gesundheit zehrt, sofern sie nicht

aktiv angegangen wird.

Das bestätigt die Befragung 55plus.

Die Landwirtinnen und Landwirte

wurden zu negativen gesundheitlichen

Kennzeichen (körperliche Beschwerden,

Befindensbeeinträchtigungen)

sowie zu Positivem wie Lebenszufriedenheit

und Arbeitsfreude gefragt.

Daraus konnten vier Muster gebildet

werden: Gesunde, Beeinträchtigte,

Verausgabte und Neutrale (siehe nebenstehende

Übersicht).

In diesem Sinne zeichnet sich beispielsweise

eine verausgabte Person

durch häufige Beschwerden bei

gleichzeitig hoher Lebenszufriedenheit

und Arbeitsfreude aus. Wie hängen

diese Gesundheitsmuster mit der

Übergabe zusammen?

klärung = bessere gesundheit

Zwei Drittel der Befragten haben angegeben,

dass die Übergabe geregelt

ist. Auffällig ist, dass in dieser Gruppe

überdurchschnittlich viele Verausgabte

(73 Prozent) sind – und hier

wiederum deutlich mehr Frauen.

Gleichzeitig ist der Anteil der Beeinträchtigten

(56 Prozent) unterdurchschnittlich.

Bei einem Fünftel der Befragten ist

die Hofübergabe nicht geregelt. Hier

ist die Aufteilung der Gesundheits-

muster genau umgekehrt: deutlich

mehr Beeinträchtigte (insbesondere

Männer) und deutlich weniger Verausgabte.

Ein ähnliches Verhältnis

zeigt sich, wenn der Hof in den nächsten

fünf Jahren aufgegeben wird.

Betriebsübergabe hängt also mit Gesundheit

zusammen. Frauen und Männer

verarbeiten sie unterschiedlich. ■

Christian Hetzel

LSV-infO

■ Weitere informationen und ein Ver-

zeich nis aller ländlichen Sorgentelefone

bundesweit gibt es unter

www.landwirtschaftliche-

familienberatung.de

Die aid-Broschüre „Hofübergabe“

hält tipps zum thema bereit

(Bestellnummer 1186, 2,50 euro).

■ unter presse1@spv.lsv.de (Stichwort:

Betriebsübergabe) freuen sich der

autor und die redaktion über ihre

Meinung zu diesem thema.

Gesundheitsmuster

es wurde nach Beschwerden

(körperlich, psychisch)

und nach Zufriedenheit

(Lebenszufriedenheit,

arbeitsfreude) gefragt.

■ Gesunde: wenige

Beschwer den, hohe

Zufriedenheit

■ Beeinträchtigte: häufige

Beschwerden, geringe

Zufriedenheit

■ Verausgabte: häufige

Beschwerden, hohe

Zufriedenheit

■ neutrale: wenige

Beschwerden, geringe

Zufriedenheit

betriebsstruktur in der

landwirtschaft der bundesrepublik

nach rechtsformen dominieren in der Bundesrepublik landwirtschaftliche

einzelunternehmen mit einem anteil von 94 Prozent, gefolgt von Personengesellschaften

und juristischen Personen. Familienbetriebe bewirtschaften

gut zwei Drittel aller agrarflächen.

Bundesrepublik

(Betriebe ab 2 ha Ln)

geSunDheit ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

sorgfältige Vorbereitung der übergabe vermeidet

stress und gesundheitliche probleme

neue

Bundesländer

Zahl der Betriebe insgesamt 353.400 27.145

davon einzelunternehmen 332.230 23.946

darunter haupterwerb 137.198 7.800

darunter nebenerwerb 195.022 15.400

Juristische Personen 16.959 3.171

davon agrargenossenschaften – 1.205

davon Gmbh – 1.755

Quelle: agrarbericht der Bundesregierung 2008, tabellenauszug

Dezember i 09 LSV kompakt 5


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ Sicherheit

neUer LBG-BeitraG

das müssen sie wissen

Der neue Beitragsbescheid für die Umlage 2009

berücksichtigt das Unfallrisiko noch stärker als

bisher. Um einen sanften Umstieg zu gewährleisten,

hat die Vertreterversammlung der LBG

Franken und Oberbayern eine härtefallregelung

verabschiedet.

Mit der nächsten Umlage

(fällig bis 15. Februar 2010)

wird der LBG-Beitrag grundsätzlich

nach einem neuen Beitragsmaßstab

erhoben, dem Arbeitsbedarf. Um zu

große Beitragsbelastungen für einige

Versicherte zu vermeiden, wird

das neue System schrittweise eingeführt.

Die Selbstverwaltung hat beschlossen,

als ausgleichendes Element

übergangsweise und zum Teil

den bisher geltenden modifizierten

Flächenwert beizubehalten. Für die

Umlage 2009 erfolgt die Beitragsberechnung

deshalb zur Hälfte nach

dem Arbeitsbedarf und zu 50 Prozent

nach dem bisherigen Beitragsmaßstab

Flächenwert.

Das alte Flächenwertmodell wird

dann in den darauf folgenden Jahren

stufenweise (um jeweils fünf Prozent)

zurückgefahren. Ausnahme: Die Beitragberechnung

für Waldflächen erfolgt

bereits für die Umlage 2009 ausschließlich

nach dem Arbeitbedarf.

warum Umstellung

auf arbeitsbedarf?

Die Philosophie des bundesweit

neuen Beitragsmaßstabs lautet: Je

mehr Arbeitszeit ein Versicherter

für die Bewirtschaftung seines Unternehmens

aufwenden muss, desto

höher ist die Wahrscheinlichkeit,

dass er dabei einen Arbeitsunfall erleidet.

Das Unfallrisiko, das laut

Auftrag des Gesetzgebers stärker als

bisher berücksichtigt werden muss,

hängt grundsätzlich von der Ar-

6 LSV kompakt Dezember i 09

beitszeit ab, die er für die Erledigung

der anfallenden Tätigkeiten braucht.

Der neue Beitragsmaßstab berücksichtigt

den durchschnittlichen Arbeitsaufwand

eines Betriebs - nicht

für jeden Betrieb individuell, sondern

auf der Basis von für Bayern

gültige Normarbeitszeiten.

Diese Berechnungseinheiten je Hektar

Fläche oder Stück Vieh (BER) hat als

wissenschaftlich begleitender Gutachter

Professor Dr. Bahrs – übrigens: für

alle Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften

(LBGen) und für jedes

Produktionsverfahren – getrennt ermittelt.

Soweit es vom Arbeitsaufwand

vergleichbar war, sind in der Flächenbewirtschaftung

Nutzungsarten zu gemeinsamen

Produktionsformen zusammengefasst

worden - zum Beispiel

Silomais, Corn-Cob-Mix und Gras zu

Futterbau oder Getreide, Körnermais,

Ölsaaten, Futterleguminosen usw. zu

Mähdrusch. Diese Daten konnten die

LSV-Träger ohne zusätzliche Abfrage

bei den Versicherten über INVEKOS

ermitteln. Eine Tabelle mit allen Berechnungseinheiten

(BER) finden sie in

der Satzung der LBG Franken und

Oberbayern oder im Internet unter

www.fob.lsv.de

ber = basiswert und

degressionsfaktor

Die BER wird aus zwei Größen gebildet:

dem Basiswert und dem Degressionsfaktor.

Basiswerte geben den

durchschnittlichen Arbeitsaufwand

für jedes Produktionsverfahren pro

Hektar bzw. Tier und Jahr an. Da aber

zum Beispiel die Bewirtschaftung

einer doppelt so großen Fläche nicht

einem doppelt so großen Arbeitsaufwand

entspricht, weil beispielsweise

die Vorbereitungszeiten für die Maschinen

nur einmal anfallen und andererseits

mit zunehmender Flächengröße

auch größere Maschinen zum

Einsatz kommen können, wird ein

Faktor benötigt, der diese Schieflage

korrigiert: Das ist der Degressionsfaktor.

So wird sichergestellt, dass mit

zunehmender Betriebsgröße die Arbeitszeit

- umgelegt auf einen Hektar

Fläche oder ein Tier – abnimmt, zumindest

ab einer Unter- und bis zu

einer Obergrenze. Die Berechnungseinheit

(BER) ist dann das Produkt

aus Menge hoch Degressionsfaktor

mal Basiswert.

wie wird der

arbeitsbedarf ermittelt?

Multipliziert man diese ermittelten

Berechnungseinheiten je Hektar oder

je Tier mit der jeweiligen im Unter-

härtefaLLregeLung

eine härtefallregelung ist für Fälle

vorgesehen, in denen die

Umstellung des Beitragssystems

ausnahmsweise eine jährliche

Beitragserhöhung über 300 euro

brutto verursacht. Gleichzeitig

muss die erhöhung im Vergleich

zum Beitrag für die Umlage 2008

(bei identischen Betriebsverhältnissen)

mindestens 50 Prozent

ausmachen. Liegen beide

Voraussetzungen vor, wird die

Beitragserhöhung auf 50 Prozent

begrenzt. Der überschießende

Betrag wird durch eine härtefallgutschrift

ausgeglichen. in den

Folgejahren erhöht sich der selbst

zu tragende steigerungsbetrag

von 50 auf 75 Prozent (Umlage

2010) beziehungsweise auf 100

Prozent (Umlage 2011).


nehmen zum Stichtag 15. Mai 2009

vorhandenen Menge (zum Beispiel

Flächen) oder Anzahl (zum Beispiel

Tiere), erhält man den Berechnungswert.

Um zum Arbeitsbedarf zu kommen,

wird dieser Wert dann mit

einem Risikogruppenfaktor multipliziert.

Damit soll sichergestellt werden,

dass jede Risikogruppe möglichst

ihr anfallendes Unfallaufkommen

selbst abdeckt, wobei das Solidarprinzip

aber innerhalb einer jeden

Risikogruppe gewahrt bleibt. Etwaige

Über- oder Unterdeckungen zwischen

Beitragsaufkommen und Unfalllast

werden durch Risikogruppenfaktoren

ausgeglichen. Bei der LBG

Franken und Oberbayern gibt es

künftig folgende Risikogruppen, die

von der Umstellung auf den Arbeitsbedarf

betroffen sind: bodenbewirtschaftende

Landwirtschaft, Tierhaltung,

Weinbau, Spezial- und Sonderkulturen,

Forst.

In einem zweiten Schritt wird nun

nach der bisherigen Methode der Flächenwert

berechnet und – ebenso wie

der Arbeitsbedarf – durch zwei geteilt,

da ja jede Größe nur zur Hälfte

in den neuen Bruttobeitrag einfließen

darf. Die Werte werden – getrennt

nach Bundsmittelberechtigung und

keine Bundesmittelberechtigung –

mit dem Hebesatz multipliziert, nachdem

zuvor noch geprüft worden ist,

ob ein Härtefall vorliegt. Für landwirtschaftliche

Nebenunternehmen,

Lohn- und sonstige Unternehmen

sowie Jagden bleibt die bisherige Beitragsberechnung

erhalten.

bundesmittel, entwicklung

der Umlage

Nach dem Koalitionsvertrag wird der

Bundeszuschuss zur landwirtschaftlichen

Unfallversicherung für das Jahr

2010 auf 200 Millionen Euro angehoben.

Zusätzlich stellt die Bundesregierung

über ihr Sofortprogramm zur

Bewältigung der Krise in der Landwirtschaft

weitere 100 Millionen Euro

zur Verfügung. Damit betragen die

Bundesmittel für 2010 insgesamt 300

Millionen Euro. Der Anteil für die

LBG Franken und Oberbayern liegt

bei rund 53,3 Millionen Euro.

Dieser Bundesmittelanteil wird vom

Bruttobeitrag abgezogen. Dazu addiert

wird dann am Ende noch der

Grundbeitrag. Übrigens: Einsparungen

aus der Abfindungsaktion

fließen natürlich künftig entlastend

mit in die Umlage ein.

neuer grundbeitrag

Über die Grundbeiträge aller LandwirtschaftlicherBerufsgenossenschaften

LBGen müssen zukünftig nicht

mehr nur die Verwaltungskosten und

das Grundrisiko abgedeckt werden,

sondern auch die Präventionsaufwendungen

– so die verbindlichen Vorga-

MitgLieDer Der SeLBStVerwaLtung

infOrMierten Sich üBer präVentiOn

ben des Spitzenverbandes der LBGen.

Für die LBG Franken und Oberbayern

bedeutet dies, dass eine Anhebung für

die Umlage 2009 von 65 Euro auf 75

Euro für Unternehmen ohne Bundesmittelanspruch

und von 85 Euro auf

100 Euro für Unternehmen mit Bundesmittelanspruch

notwendig wird.

Und so ergibt sich am Ende der Zahlbetrag,

der sich auf Ihrem Bescheid

wieder findet.

Sicherheit ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

die mitglieder der selbstverwaltung nutzten die Vertreterversammlung nicht nur zur abstimmung

über neue beiträge und satzungsänderungen, sondern informierten sich auch

über neue und bewährte möglichkeiten, die arbeit in der land- und forstwirtschaft sicherer

zu machen.

„risiko raus“ heißt eine aktion der berufsgenossenschaften in deutschland für mehr sicherheit

im straßenverkehr. rückfahrkameras helfen dabei – andreas geistmann (bild links) ist

begeistert von den Vorteilen. rückfahrkameras helfen, den toten winkel großer landmaschinen

und fahrzeuge einzusehen und machen damit das rangieren und rückwärtsfahren

großer landmaschinen wesentlich sicherer.

ein weiteres Thema ist die richtige sicherung schwerer ladung beim Transport. lbg-sicherheitsberater

manfred siemandel (bild rechts, mitte) zeigt lbg-Vorstandsvorsitzendem

günter Hofmann (links) und Vertreterversammlungsmitglied friedrich ammon, mit welchen

mitteln sie dafür sorgen können, dass schwere ladung auf dem anhänger bei der fahrt

nicht verrutscht.

klare sicht bei der waldarbeit - maria riedlberger

(bild links) arbeitet selbst mit der motorsäge

im wald. wie wichtig dabei die persönliche

schutzausrüstung ist, weiß sie. Hier überzeugt

sie sich von den Vorteilen eines hochlichtdurchlässigen

Visiers am waldarbeiterhelm.

Dezember i 09 LSV kompakt 7


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ Sicherheit

fälligkeit und beitrags-

vorschussregelung

Die Beitragsbescheide für die Umlage

2009 werden voraussichtlich am

15. Januar 2010 versandt - mit Fälligkeit

am 15. Februar 2010. Zu diesem

Zeitpunkt müssen die Beiträge auf

dem Konto der LBG Franken und

Oberbayern verbucht sein. Bei Zahlung

durch Überweisung sind

landesbäuerin und mitglied der lbg-Vertreterversammlung,

mdl annemarie biechl, ließ sich

vom leiter des dienstleistungszentrums

beitrag / kataster, manfred münch, ihren neuen

beitrag ausrechnen

8 LSV kompakt Dezember i 09

Banklaufzeiten unbedingt zu beachten,

um einen fristgerechten Zahlungszugang

zu erreichen. Bitte beachten

Sie dabei auch die neuen Geschäftsbedingungen

Ihrer Bank. Bei

Zahlungsverzug muss die LBG Franken

und Oberbayern Säumniszuschläge

erheben. Einen Zahlungsverzug

kann man am einfachsten durch

einen Beitritt zum Lastschriftverfahren

vermeiden. Ein Vordruck für eine

Einzugsermächtigung liegt dem Beitragsbescheid

bei.

neu: abschlagszahlung

verbindlich

Zur Entlastung der Beitragszahler ist

bei Beiträgen über 500 Euro eine Zahlung

mit zwei Abschlägen und einer

Schlusszahlung vorgesehen. Die erste

Abschlagzahlung wird am 15. Februar

2010, die zweite Teilzahlung am 15.

Mai 2010 und die Schlusszahlung am

15. August 2010 fällig.

Bitte beachten Sie: Vor allem die zweite

und dritte Zahlung kann leicht vergessen

werden, was uns von Gesetzes

wegen zwingt, eine Mahngebühr aufzuschlagen.

Daher unser Rat: Erteilen

Sie uns eine Einzugsermächtigung

und Sie brauchen sich keine

weiteren Gedanken um die Fälligkeit

mehr machen!

wie hoch ist mein beitrag?

Wer schon einmal selbst rechnen

möchte, wie hoch sein Beitrag bei der

am rednerpult: karl eisen, Vorsitzender des finanzausschusses. dahinter auf dem podium

(von links): amtierender Vorsitzender der Vertreterversammlung, Horst kunert, stv. geschäftsführer

direktor ludwig Ziegler, und geschäftsführer direktor norbert gradl

Umlage 2009 voraussichtlich ausfallen

wird, kann dies mit dem Beitragsrechner

im Internet tun! Unter www.fob.

lsv.de (im Bereich Aktuelles) steht ein

Simulationsrechner zur Verfügung, in

den Sie nur Ihre Betriebsdaten eingeben

müssen. Wir weisen allerdings darauf

hin, dass letztlich nur der von uns

versandte Beitragsbescheid rechtsverbindlich

ist. ■

BeitragSrechner

unD weitere infOS

eine detaillierte erläuterung zum

Beitragsbescheid und wie sich die

einzelnen Posten errechnen,

sowie informationen zum Beispiel

zu den Berechnungseinheiten und

der Degressionsformel und vieles

mehr finden sie in unserem

internet unter www.fob.lsv.de (im

Bereich aktuelles).

selbstverständlich können sie

diese kostenlosen informationen

auch auf dem Postwege anfordern.

Für auskünfte stehen ihnen

unsere mitarbeiter zu den

üblichen Geschäftszeiten gerne

zur Verfügung:

0921 603 – 0 für Bayreuth

089 45480 -0 für münchen

0931 8004 -0 für Würzburg


echenschaFtsBerichte Der KörPerschaFten

nicHTs isT UmsonsT

im Folgenden ist eine Zusammenstellung der ausgaben und einnahmen

der LsV Franken und Oberbayern dargestellt.

Die LSV Franken und Oberbayern

hat im Geschäftsjahr 2008

rund 1,197 Milliarden Euro für die Betreuung

ihrer Versicherten in den Bereichen

Berufsgenossenschaft, Alterskasse,

Krankenkasse und Pflegekasse

aufgewendet. Davon sind auf Ausgaben

für Verwaltungskosten 47,64 Millionen

Euro entfallen. Der Anteil der Verwaltungskosten

an den LSV-Gesamtausgaben

beträgt damit nur 3,98 Prozent.

Wie der Grafik auf Seite 10 oben zu entnehmen

ist, konnten aufgrund eines

konsequenten Einsparkurses die Verwaltungskosten

der LSV-Träger FOB

seit Jahren kontinuierlich gesenkt werden,

während aufgrund von Aufgabenverlagerungen

auf den LSV-Spitzenverband

durch das LSVMG die Verbandsumlage

bis jetzt angestiegen ist.

berufsgenossenschaft (lbg)

Der Gesamtaufwand ist bei der LBG in

2008 gegenüber dem Vorjahr deutlich

gestiegen. Dies ist überwiegend auf die

einmaligen Ausgaben für die Abfindungsaktion

von Kleinrenten zurückzuführen.

Insgesamt wurden bei der

LBG 191,12 Millionen Euro ausgegeben.

Davon entfielen allein 173,81 Millionen

Euro auf die Leistungen für Versicherte

und Hinterbliebene.

Zur Senkung der Beiträge für die berechtigten

Unternehmer wurden der

LBG Franken und Oberbayern Bundesmittel

in Höhe von 36,09 Millionen

Euro zur Verfügung gestellt.

Der Hebesatz (Beitragsumlage 2008)

betrug 5,01 Euro je 100 Berechnungseinheiten.

Hiervon entfielen 0,43 Euro

auf Verwaltungskosten.

alterskasse (lak)

Bei der LAK wurden 2008 einschließlich

der Maßnahmen zur Strukturverbesserung,

Landabgaberente (LAR) und

fortsetzung auf seite 10

berufsgenossenschaft

iM fOcuS ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

ausgaben 2008 (in Millionen eur) einnahmen 2008 (in Millionen eur)

Leistungsaufwand

165,26 Beitragsforderung in 2009

119,90

(ohne Prävention)*

(für Bruttoumlage 2008)

aufwendungen für Prävention 8,55 rückständige Beiträge und Gebühren 1,26

Vermögensaufwendungen 2,40 Bundesmittel für

rentenabfindungsaktion

45,93

Verwaltungskosten 14,91 Vermögensentnahme für

rentenabfindungsaktion

19,62

Vermögenserträge

(Zinsen und ersatzeinnahmen)

4,41

Ausgaben gesamt 191,12 Einnahmen gesamt 191,12

* inkl. 74,66 millionen euro für rentenabfindungsaktion

alterskasse

ausgaben 2008 (in Millionen eur) einnahmen 2008 (in Millionen eur)

Leistungen 514,93 Beiträge 116,52

Lar / Par 6,27 Bundesmittel für laufende

Geldleistungen / renten

407,32

Verwaltungskosten 13,50 Bundesmittel und sonstige einnahmen

für Lar / Par

6,27

sonstige einnahmen 3,45

Ausgaben gesamt 534,70 Einnahmen gesamt 533,56

krankenkasse

ausgaben 2008 (in Millionen eur) einnahmen 2008 (in Millionen eur)

Leistungen 375,18 Beiträge 157,17

Beteiligung an Leistungen für

altenteiler

Vermögens- und sonstige ausgaben

14,61 einnahmen aus Beteiligung für

Leistungen an altenteiler

3,10 Bundesmittel für

Leistungen an altenteiler

17,61

221,70

Verwaltungskosten 17,51 Bundesmittel aus

Konjunkturprogramm des Bundes

1,70

Vermögenserträge und

sonstige einnahmen

3,38

Ausgaben gesamt 410,40 Einnahmen gesamt 401,56

pflegekasse

ausgaben 2008 (in Millionen eur) einnahmen 2008 (in Millionen eur)

Leistungen 57,34 Beiträge 18,59

Zuführung zum Vermögen 0,34 einnahmen aus dem ausgleichsfonds 41,12

medizinische Dienst 0,50 sonstige einnahmen 0,19

Verwaltungskosten 1,72

Ausgaben gesamt 59,90 Einnahmen gesamt 59,90

Dezember i 09 LSV kompakt 9


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ iM fOcuS

55 Mio. €

50 Mio. €

45 Mio. €

40 Mio. €

35 Mio. €

30 Mio. €

25 Mio. €

Verwaltungskosten im Vergleich zu den Verbandsumlagen

48.497.802 €

3.892.081 €

44.605.721 €

RE 2006

■ Umlage lsV-spV C:\Dokumente ■ und Umlage Einstellungen\u124025\Lokale gkV-spV Einstellungen\Temporary ■ Verwaltungskosten Internet Files\OLK1AD\Mappe1 (4).xls / Diagramm (ohne m. Umlage)

KKSpV

ehrenamt taGt

saTZUngsänderUngen

Die Vertreterversammlungen der Land- und forstwirtschaftlichen

Berufsgenossenschaft, alterskasse , Krankenkasse

sowie Pflegekasse haben in ihren sitzungen am

10. Dezember 2009 die satzungen an die neuesten entwicklungen

angepasst.

neben rein klarstellenden und

redaktionellen Anpassungen

haben sie auch inhaltlich wichtige

Neuerungen beschlossen, die größtenteils

mit Wirkung vom 1. Januar 2010

in Kraft treten. Die wesentlichen Inhalte

der Änderungen werden im Folgenden

dargestellt:

berufsgenossenschaft

Ab der Umlage 2009 wird schrittweise

der neue LBG-Beitragsmaßstab

10 LSV kompakt Dezember i 09

48.436.650 €

3.577.825 €

44.858.825 €

RE 2007

47.635.978 €

3.882.662 €

GKV-SpV

51. 718 €

43.701.599 €

RE 2008

48.789.000 €

7.110.826 €

GKV-SpV

94.563 €

41.583.611 €

VRE 2009

Umlage Umlage GKV-SpV Netto-Vwk (o. Umlage)

50.162.000 €

9.057.707 €

GKV-SpV

90.000 €

41.014.293 €

HH 2010

RE: Rechnungsergebnis VRE: vorläufiges Rechnungsergebnis HH: Haushalt

„Arbeitsbedarf“ eingeführt, vergleichen

Sie hierzu bitte auch unseren

Artikel auf Seite 6 dieses Heftes sowie

den Bericht zu den Satzungsänderungen

der LBG-Vertreterversammlung

im letzten Jahr in der LSV aktuell

Heft 04/2008.

Zur Abfederung von evtl. Beitragsverwerfungen,

die mit der Einführung

des neuen Beitragsmaßstabes

entstehen können, hat die Vertreterversammlung

der LBG – auf Grund-

fortsetzung von seite 9

Produktionsaufgaberente (PAR) insgesamt

rund 534,7 Millionen Euro aufgewendet.

Der Verwaltungskostenanteil hat je Versicherten

im Monat 5,62 Euro betragen.

krankenkasse (lkk)

Bei der Krankenkasse wurden 2008 insgesamt

410,4 Millionen Euro ausgegeben.

Davon entfielen allein 375,18 Millionen

Euro auf die Leistungen für Landwirte,

Ehegatten, mitarbeitende Familienangehörige

und Altenteiler.

Der Verwaltungskostenanteil betrug je

Versicherten im Monat 10,47 Euro.

pflegekasse (lpk)

Bei der Pflegekasse wurden 2008 insgesamt

59,9 Millionen Euro aufgewendet.

Davon entfielen allein 57,34 Millionen

Euro auf die Leistungen für Landwirte,

Ehegatten, mitarbeitende Familienangehörige

und Altenteiler.

Der Verwaltungskostenanteil betrug je

Versicherten im Monat 1,03 Euro. ■

lage der nunmehr exakt vorliegenden

Berechnungen der Verwaltung – zusätzlich

eine Härtefallregelung beschlossen.

Sie ist für diejenigen Fallkonstellationen

vorgesehen, in denen

mit der Umstellung des Beitragssystems

eine wesentliche Beitragserhöhung

verbunden ist. Zur konkreten

Ausgestaltung der Härtefallregelung

vergleichen Sie bitte die Darstellung

auf Seite 6.

Im Übrigen waren noch einige klarstellende

und redaktionelle Anpassungen

erforderlich. So wurde z.B. die

Vorschrift über die „Bekanntmachung“

von Satzung und sonstigem

autonomen Recht der LBG – und auch

bei den anderen Körperschaften LAK,

LKK und LPK – dahingehend geändert,

dass das bisherige Mitteilungsblatt

„LSV aktuell“ aufgrund der Vorgaben

des „Gesetzes zur Modernisie-


ung des Rechts der landwirtschaftlichen

Sozialversicherung“ (LSVMG)

durch die neue Verbandszeitung „LSV

kompakt“ ersetzt worden ist.

alters-, kranken-, pflegekasse

Auch bei den anderen Körperschaften

waren verschiedene Satzungsanpassungen

erforderlich:

■ Schutzimpfungen

Die LKK gewährt ihren Versicherten

zur Verhütung von Krankheiten zukünftig

auch Schutzimpfungen, die

wegen eines erhöhten Gesundheitsrisikos

durch einen Auslandsaufenthalt

indiziert sind. Mit dem neuen Angebot

der Kostenübernahme für Schutzimpfungen

bei Auslandsreisen können

mögliche Erkrankungen, die

durch Virusinfektionen im Ausland

entstehen, vermieden werden. Dies

trägt auch zu einer Reduzierung möglicher

Folgekosten im Falle einer späteren

Erkrankung bei.

■ Versorgung in stationären Hospizen

Die diesbezügliche Vorschrift in der

LKK-Satzung (§ 33) konnte gestrichen

werden, da die Höhe des Zuschusses

aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht

mehr durch die Krankenkasse in der

Satzung festgelegt wird. Er ist nun direkt

im Gesetz (§ 39 a SGB V) geregelt.

■ Beitragsanpassung/

■ Beitragsbemessung

In Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben

und aufgrund einer günstigen Ausgabenentwicklung

können die LKK-

Beiträge für Unternehmer und freiwillige

Mitglieder zum 1. Januar 2010 nochmals

leicht reduziert werden. Die neuen

Beiträge können sie der nebenstehenden

Tabelle entnehmen. Die kompletten Beitragstabellen

(einschließlich mitarbeitenden

Familienangehörigen etc.) finden

Sie auf unseren Internetseiten unter

www.fob.lsv.de.

An die Lastschriftzahler werden keine

neuen Bescheide versendet. Hierdurch

können Verwaltungskosten

von rund 20.000 Euro eingespart werden.

Der entsprechende Beitrag wird

ab 1. Januar 2010 automatisch abgebucht,

sofern uns eine Einzugsermächtigung

vorliegt. Nur Selbstzahler

erhalten rechtzeitig einen neuen

Bescheid, mit der Bitte, ab Januar den

neuen Beitrag zu überweisen.

Außerdem wurde die Beitragsbemessung

für freiwillige Mitglieder in der

LKK-Satzung neu geregelt. Für die au-

ßerlandwirtschaftlichenKrankenkassen wurde durch den Gesetzgeber vorgeschrieben,

dass der 2008 gegründete

Spitzenverband Bund der Krankenkassen

– und nicht mehr die einzelnen

Kassen – die Grundsätze für die Beitragseinstufung

freiwilliger Mitglieder

festlegen. Lediglich bei den LKKen ist

weiterhin eine Regelung durch die Satzung

möglich. Entsprechend der Änderungen

der Muster-Satzung unseres

LSV-Spitzenverbandes wurden unsere

Satzungsbestimmungen an die Regelungen

in den einheitlichen Grundsätzen

des Spitzenverbandes Bund der

Krankenkassen angepasst. Außerdem

waren weitere (redaktionelle) Anpassungen

aufgrund von Rechtsänderungen

erforderlich. Von den Vertreterversammlungen

wurden darüber

hinaus entsprechend der Empfehlungsvereinbarung

der Sozialpartner

– Deutscher Gewerkschaftsbund und

Bundesvereinigung Deutscher Arbeit-

neue LKK-Beiträge 2010 für ...

beitragsklasse

geberverbände – die Entschädigungsrichtlinien

für die Mitglieder der Organe

der Selbstverwaltung mit Wirkung

ab 1. Januar 2010 angepasst.

Die geänderten Satzungen werden

nach Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde

fristgerecht ausgehängt

und können dann in den Geschäftsräumen

der Regionaldirektionen und

Kundenzentren an allen Werktagen

während der ortsüblichen Dienstzeit

eingesehen werden. Gerne senden wir

ihnen auf Wunsch ein persönliches

Exemplar zu. Die Satzungen können

außerdem in der aktuellen Fassung

im Internet unter www.fob.lsv.de (in

der Rubrik „Wir über uns“) heruntergeladen

werden. ■

... unternehmer ... freiwillige Mitglieder

monatlicher

beitrag (euro)

monatliche

einnahmen (euro)

monatlicher

beitrag (euro)

1 77,70 bis 851,67 97,50

2 78,00 über 851,67 142,50

3 147,60 über 956,00 161,40

4 161,10 über 1.107,00 178,50

5 176,70 über 1.258,00 197,10

6 192,60 über 1.409,00 215,70

7 212,10 über 1.560,00 234,60

8 228,00 über 1.711,00 251,70

9 243,90 über 1.862,00 271,80

10 258,30 über 2.013,00 290,40

11 271,80 über 2.164,00 309,30

12 283,80 über 2.315,00 326,40

13 298,50 über 2.466,00 346,50

14 310,80 über 2.617,00 365,10

15 324,30 über 2.768,00 382,20

16 339,00 über 2.919,00 401,10

17 356,70 über 3.070,00 419,70

18 387,60 über 3.221,00 438,30

19 418,50 über 3.372,00 456,90

20 472,80 über 3.523,00 466,20

freiwillige Mitglieder mit anspruch auf

krankengeld (höherverdienende an) 484,80

iM fOcuS ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

Dezember i 09 LSV kompakt 11


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ Sicherheit

sicHerHeiTs-plUs

Der Vorstand der LBG Franken und Oberbayern

beschließt Zuschüsse für…

… betreibergemeinschaften

von biogasanlagen

„Derzeit haben wir einen Bestand von

rund 800 Biogasanlagen im Bereich

Franken und Oberbayern – Tendenz

steigend. Fast jeden Tag wird statistisch

eine Anlage im Dienstgebiet gereinigt.

Dabei verbleiben auch nach

dem Leerpumpen noch Restmengen

an Substrat im Fermenter. Bei den

notwendigen Arbeiten im Inneren des

Behälters, unter anderem zur Restentleerung,

besteht absolute Lebensgefahr

durch freiwerdendes Schwefelwasserstoffgas.

Wir wissen, welcher

Gefahr sich unsere Versicherten dabei

aussetzen und möchten mithelfen,

tragische Unfälle wie sie in der letzten

Zeit bereits geschehen sind, zu vermeiden“,

so Karl Biburger, stv. Leiter

des Fachbereichs Prävention der LBG

Franken und Oberbayern.

Die Erfahrung zeigt: Sinnvoller Weise

sollten diese Reinigungsarbeiten an

Spezialfirmen vergeben werden. Anlagenbetreibern,

die trotz der extrem

hohen Risiken selbst aktiv werden

wollen, bieten gebläseunterstützte

Frischluftschlauchatmungsgeräte

einen guten Schutz. Der Vorstand der

LBG hat sich deshalb dazu entschlossen,Biogasanlagenbetreibergemeinschaften

einen Anreiz zur Anschaffung

eines solchen Gerätes zu geben.

Die LBG bezuschusst den Kauf mit

250 Euro. Allerdings ist der Fördertopf

begrenzt!

Informationen zur Vergabe der Fördermittel

finden Interessierte im In-

LSV-infO

LBG-Service für anlagenbetreiber:

ausführliche informationen für den

sicheren Betrieb ihrer anlage sowie zur

sicheren reinigung von fermentern

finden Sie im internet. außerdem

stehen die LBG-Sicherheitsberater

unter den telefonnummern

089 454 80 - 500,

0921 603 - 345 und

0931 8004 - 225

gerne für persönliche Beratungsgespräche

zur Verfügung.

12 LSV kompakt Dezember i 09

der maschinenring bayreuth-pegnitz hat beim gewinnspiel für biogasanlagenbetreiber

(lsV kompakt februar-ausgabe 2009) ein wertvolles gebläseunterstütztes frischluftschlauchatmungsgerät

gewonnen: auf dem bild (von links): dir. ludwig Ziegler (stellvertretender

geschäftsführer der lsV franken und oberbayern), Johannes scherm (geschäftsführer

des mr bayreuth-pegnitz); von rechts: nikolaus gregori (Verkaufsleiter

agrar der firma pm atemschutz gmbH), reinhard sendelbeck (stellvertretender

Vorsitzender mr e. V.), karl-Heinz küffner (Vorsitzender der biogasfackelgemeinschaft)

ternet unter www.fob.lsv.de (unter

„Aktuelles“).

… forstliche lohnunternehmer

Arbeiten mit Motorsäge und Seilwinde

gehören zu den gefährlichen Forstarbeiten.

Sie dürfen nur ausgeführt

werden, wenn im Notfall erste Hilfe

gewährleistet ist. Gerade für Forstprofis

stellt sich damit die Frage nach

einer praxistauglichen Lösung. Zertifizierte

Forstfunknotruf-Systeme, die

den Anforderungen der technischen

Richtlinie 1 (TR1) der LBG entsprechen,

helfen hier weiter! Sie bieten

eine zuverlässige Möglichkeit, um

sich selbst oder Mitarbeiter bei der

Alleinarbeit abzusichern. Um die

Akzeptanz und die Verbreitung solcher

zugelassener Funknotrufsysteme

zu fördern, hat der Vorstand der LBG

Franken und Oberbayern beschlossen,

die Anschaffung durch versicherte

Lohnunternehmer mit 200

Euro pro Betrieb zu fördern. Die Gesamtfördersumme

ist jedoch be-

grenzt! Weitere Informationen dazu

finden Sie im Internet unter www.fob.

lsv.de (im Bereich „Aktuelles“). ■

LBg-DatenBanK

fOrStLiche

DienStLeiSter

Der eintrag in die LBG-Datenbank

„Forstliche Dienstleister“ bietet

forstlichen Lohnunternehmern die

kostenlose möglichkeit, sich mit

ihrem angebotsspektrum vorzustellen.

infos dazu unter www.fob.

lsv.de (im Bereich „aktuelles“)


kosTen Und ZeiT im griff

Wer seine Zeitplanung und die Kostensituation im Griff hat, schafft

Freiräume für sich und seine Familie. Organisieren sie arbeit und

Betrieb optimal! so tragen sie auch bei zu mehr arbeitssicherheit auf

ihrem Betrieb. Denn: Unfallverhütung und Gesundheitsschutz

beginnen im Kopf!

einen guten Überblick über die

verschiedenen Möglichkeiten

dies zu erreichen, geben die MR-Consult-Seminare

der Bayerischen Masschinenringe.

In der Februar-Ausgabe

2009 von LSV kompakt verlosten

wir Gutscheine zur Teilnahme. 15

Landwirte und Bäuerinnen haben

teilgenommen und sind begeistert

von den praxisnahen Vorschlägen für

sinkende Kos ten und einem möglichen

Zeitgewinn. Das bringt mehr

Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualität

auf dem Hof.

warum mr-consult?

„Wir sind an der Grenze unserer Leistungsfähigkeit

angekommen. Mehr

geht nicht“, „Wir betreiben unseren

Hof im Vollerwerb. Unser Sohn möchte

ihn im Nebenerwerb weiterführen.

Wir brauchen Ideen, wie dies zu bewerkstelligen

ist“, „Wir suchen Berufskollegen,

die Interesse an einer Maschinengemeinschaft

haben“ – die

Motivation eines jeden Einzelnen zum

Besuch des eintägigen Orientierungsseminars

der MR-Consult waren so

verschieden wie die Betriebsstrukturen

auf den Höfen der Teilnehmer.

Gemeinsam war allen aber das Ziel:

Kostentransparenz sowie nachhaltige

Kostenoptimierung bei sinkender Arbeitsbelastung.

Langfristig, darüber

herrschte Einigkeit, sollte durch individuell

passende Konzepte dem körperlichen,

geistigen und emotionalen

Burnout vorgebeugt werden. „Ich will

nicht mit 60 in die Kiste fallen“ – so

brachte ein Teilnehmer die Situation

sehr prägnant auf den Punkt.

Transparenz als erster schritt

„Das finanzielle Einsparpotential

eines durchschnittlichen Betriebes im

Vergleich zu einem betriebswirt-

lydia und klaus wieland (rechts) im beratungsgespräch mit dem geschäftsführer des

mr franken mitte e. V. und mr-consult-Trainer manuel burger

schaftlich optimierten landwirtschaftlichen

Unternehmen liegt bei rund

200 Euro je Hektar und mehr. Die

Teilnehmer/innen errechnen eigenständig

ihr individuelles Potential und

streben alle an, dieses Potential durch

kluge, auf ihre Betriebe individuell

zugeschnittene Umstrukturierungen

für sich zu nutzen“, erklärt Manuel

Burger, MR-Consult Seminarleiter.

weniger Unfälle durch

bessere planung

Neben dem finanziellen Aspekt haben

die Teilnehmer/innen aber nie aus den

Augen verloren, dass ein neues Konzept

vor allem eine Arbeitsentlastung

und damit weniger Anspannung bringen

muss. Mit Blick auf die Unfallverhütung

ist dieser Punkt wesentlich,

weil eine gute Arbeits- und Zeiteinteilung

die Grundlage für ein konzentriertes

Arbeiten ist. Wer für seine anstehenden

Aufgaben genug Arbeitskräfte,

die passenden Maschinen und

ausreichend Zeit einplant, kann sie in

Ruhe erledigen und hat damit ein bedeutend

niedrigeres Unfallrisiko.

Haben auch Sie Interesse? Bitte wenden

Sie sich an die MR-Geschäftsstelle

(www.zukunft-richtig-anpacken.de). ■

winterzeit – unfaLLzeit

Sicherheit ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

Bis in den april kann es jederzeit und

auch völlig überraschend glatt werden.

mit Blick auf die regelmäßig steigende

Zahl der sturz- und Fall-Unfälle in der

kalten Jahreszeit rät die LBG:

■ streugut in ausreichenden mengen im

eingangsbereich bereitstellen!

■ Betriebswege vor der arbeit räumen

und streuen!

■ rutschfeste schuhe und gegebenenfalls

spikes tragen!

■ schneebedeckte Dächer niemals

ungesichert betreten! es besteht immer

die Gefahr des einstürzens oder des

abrutschens. holen sie sich lieber

professionelle hilfe oder arbeiten sie

von einem hubarbeitskorb aus.

Kennen sie unser Faltblatt dazu?

www.fob.lsv.de (bei „aktuelles“)

Dezember i 09 LSV kompakt 13


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ Sicherheit

sicherheit VOn anFanG an

aUsbildUngsiniTiaTiVe

Wenn es darum geht, den Grundstock für ein unfallfreies

arbeitsleben zu legen, arbeitet die LBG seit jeher eng mit

den ausbildungseinrichtungen zusammen.

Denn gerade in der Ausbildung

ist es wichtig, die Weichen für

das spätere Arbeitsleben richtig zu

stellen. Einmal richtig gelernt, wird

der Schüler auch später als Unternehmer

auf dem eigenen Betrieb sein

Wissen und seine Fertigkeiten sicher

umsetzen. Die LBG-Sicherheitsberater

kommen deshalb schon seit vielen

Jahren im Rahmen des Fachunterrichtes

„Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz“

in die BGJ-Klassen

und erarbeiten zusammen mit den

Schülerinnen und Schülern in Theorie

und Praxis die Grundlagen des sicheren

Arbeitens.

„arbeitssicherheit zum anfassen“

Naturgemäß ist dieser Unterricht aber

zeitlich begrenzt und der wichtige Bereich

Sicherheit und Gesundheits-

karl krause (links) übergibt die ersten Vitrinen

an den leiter der landmaschinenschule in

landsberg am lech, dr. Horst-georg Unteutsch

14 LSV kompakt Dezember i 09

schutz rückt wieder in den Hintergrund.

Um dem entgegen zu wirken,

stattet der LBG-Fachbereich Prävention

ab jetzt die landwirtschaftlichen

Schulen Zug um Zug mit einem

Grundstock an „Arbeitssicherheit

zum Anfassen“ aus.

Verpackt in zwei mobilen Ausstellungsvitrinen

erhalten die Schulen

Anschauungsmaterial aus der täglichen

Arbeitspraxis. Dabei handelt

es sich zum Beispiel um Persönliche

Schutzausrüstung, aber auch um

Utensilien zum Hautschutz, zur Leiter-

und Ladungssicherung, sowie

zum Auf- und Abstieg auf landwirtschaftliche

Maschinen und zur Ersten

Hilfe. Ergänzt werden die Exponate

durch Schautafeln, Broschüren

und Merkblätter. Die Schaukästen

sind so aufgebaut, dass der Lehrer sie

mit in die Maschinenhalle nehmen

und dort während des praktischen

Unterrichts direkt auf die passenden

Exponate zurückgreifen kann. „Uns

ist es wichtig, dass sich die jungen

Menschen von Anfang an daran gewöhnen,

dass Arbeitssicherheit und

Gesundheitsschutz eine ernst zu nehmende

Selbstverständlichkeit im Arbeitsalltag

ist. Viele, auch schwere Arbeitsunfälle

könnten verhindert werden,

wenn grundlegende Sicherheitsvorschriften

eingehalten und einfache

Schutzmaßnahmen ergriffen würden“,

erklärte Karl Krause, stellvertretender

Vorsitzender des LBG-Präventionsbeirates,

bei der Übergabe

der ersten Vitrinen an die Schüler/

Innen und Lehrkräfte der Landmaschinenschule

Landsberg am Lech. ■

LBg azuBi-Quiz:

MitMachen –

pSa gewinnen

Um den schülerinnen und

schülern einen weiteren anreiz zu

geben, sich für sicherheit und

Gesundheitsschutz zu interessieren,

hat die LBG Franken und

Oberbayern außerdem im internet

ein jährlich wechselndes azubi-

Quiz eingestellt.

Unter www.fob.lsv.de (im Bereich

Prävention > Unfallverhütung >

Für angehende Landwirte) finden

Landwirtschafts-azubis zehn

Fragen, die sie bestimmt beantworten

können.

Wer Bescheid weiß, gewinnt

doppelt! ein hohes maß an

persönlicher sicherheit und mit

etwas Glück den hauptpreis. Wir

verlosen aus allen richtigen

einsendungen eine wertvolle

persönlichen schutzausrüstung.


inteGrierte VersOrGUnG FÜr LKK-Versicherte

Heilen – Hand in Hand

Je enger und vertrauensvoller

an gemeinsamen

Projekten gearbeitet

wird, desto besser ist in

der regel das ergebnis,

desto rascher führt die

arbeit zum erfolg.

Das ist im Berufsleben so – und

in der medizinischen Versorgung

ist es nicht anders. Deshalb

haben wir mit ausgesuchten Partnern

aus dem Gesundheitswesen integrierte

Versorgungsverträge abgeschlossen.

Dies garantiert den LKK-Versicherten

eine Behandlung auf höchstem Niveau.

Das gilt zum Beispiel für:

■ den notwendigen Ersatz von

Knie- oder Hüftgelenken,

■ augenchirurgische Behandlungen,

■ ein spezielles radiologisch-neurochirurgisches

Therapieverfahren

zur radiochirurgischen Behandlung

von Patienten mit gut- und

bösartigen Tumoren

■ die umfassende und qualitativ

hochwertige, individuelle Behandlung

mit Leistungen der klassischen

Homöopathie zur Behandlung

chronischer und akuter

Erkrankungen.

■ Behandlung aller Formen hämatologischer

und onkologischer

Erkrankungsarten sowie die

■ konservative und operative Behandlung

von Kieferfehlbildungen.

integrierte Versorgung –

viele pluspunkte für den patienten

Ausgesuchte Zusatzleistungen stehen

den Versicherten bei unseren Vertragspartnern

ohne Aufpreis zur Verfügung.

Die Behandlung erfolgt anhand

abgestimmter Leitlinien. Ein überdurchschnittlich

hohes Qualitätsniveau

der Versorgung wird durch eine

Vielzahl von Maßnahmen gefördert.

Patienten, die das System der inte-

foto: cYberknife

grierten Versorgung ausprobiert

haben, sind damit sehr zufrieden und

beurteilen die Entwicklung ihres Gesundheitszustandes

als erheblich besser

als vergleichbare Patienten der Regelversorgung.

Zusätzlicher Vorteil

für die Versichertengemeinschaft:

Die Kosten je Behandlung konnten

durch die enge Vernetzung und die

optimierten Behandlungsabläufe gesenkt

werden.

Zum beispiel: cyberknife

Das Cyberknife-Zentrum, eine moderne

Radiochirurgie- Einrichtung

in München-Großhadern, bietet eine

schmerzfreie und patientenfreundliche

Behandlung von Tumoren mit

robotergesteuerter Präzisionsbestrahlung

im Bereich des Gehirnes, der

Wirbelsäule bzw. des Rückenmarkes

oder in Körperbereichen wie der

Lunge und der Leber.

An Stelle des Skalpells arbeitet der robotergeführte

Bestrahlungskopf mit

gebündelten Strahlen, die durch ihre

hohe Energie präzise das Tumorgewebe

zerstören und umliegendes gesundes

Gewebe maximal schonen.

Ein operativer offener Eingriff ist

nicht notwendig. Komplikationen

durch eine Fixierung des Kopfes oder

Narkose werden vermieden. Ein stationärer

Krankenhausaufenthalt, Anschlussheilbehandlungen

oder Rehabilitationsaufenthalte

entfallen.

Die LKK hat mit Cyberknife einen

Vertrag zur integrierten Versorgung.

Mehr zu Cyberknife auf der dortigen

Internetseite unter:

www.cyber-knife.net ■

LSV-infO

Versicherten, die fragen zur integrierten

Versorgung haben, stehen die

Mitarbeiter der LKK gerne zur Verfügung:

0921 603-0 (Bayreuth)

089 45480-0 (München)

0931 8004-0 (Würzburg)

Weitere Hinweise gibt es auch im

internet unter: www.fob.lsv.de (im

Bereich Leistungen)

geSunDheit ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

Dezember i 09 LSV kompakt 15


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ aKtueLL

beiTragsenTlasTUng

für 2010

mit Gesamtausgaben in der

landwirtschaftlichen sozialversicherung

bundesweit von

rund 6,2 milliarden euro

wird das Kalenderjahr 2009

abschließen.

für 2010 werden Ausgaben von

rund 6 Milliarden Euro erwartet,

darauf hat Leo Blum, Vorstandsvorsitzender

des Spitzenverbandes

der landwirtschaftlichen Sozialversicherung,

am 19. November in Goslar

hingewiesen. Die Sozialversicherungsbeiträge

dürften in 2010 leicht

zurückgehen, wofür zum Teil die

Ausgabenentwicklung, aber auch gesamtwirtschaftliche

Entwicklungen

verantwortlich sind.

erfolgreiche selbstverwaltung

Die Selbstverwaltung war für die landwirtschaftliche

Sozialversicherung

2009 erfolgreich, stellt der Vorstandsvorsitzende

weiter fest. Die Politik

bleibt bei ihrem großen agrarsozialpolitischen

Engagement. 2009 sind

knapp vier Milliarden Euro an Bundesmitteln

in die landwirtschaftliche

BiOgaSanLagen: gefährLiche hyDrOLySe

Zur Leistungssteigerung von Biogasanlagen wird von einigen

herstellern die nachrüstung bestehender anlagen mit einer

hydrolysestufe empfohlen. Die hydrolyse ist ein langsam

ablaufender Zersetzungsprozess. Dabei wird explosionsfähiger

Wasserstoff freigesetzt.

Wenn eine hydrolysestufe nachgerüstet werden soll, muss

auch die sicherheitstechnik angepasst werden. Betreiber von

Biogasanlagen, die sich dazu entscheiden, müssen die anlage

vor der inbetriebnahme durch eine befähigte Person entsprechend

„trBs 1203 teil 1 Befähigte Personen – Besondere

anforderungen – explosionsgefährdungen“ oder durch eine

zugelassene Überwachungsstelle prüfen lassen.

Bei einer geplanten nachrüstung sollte die Beratung durch

den technischen aufsichtsdienst der landwirtschaftlichen

Berufsgenossenschaft in anspruch genommen werden.

16 LSV kompakt Dezember i 09

Sozialversicherung geflossen;

in 2010 werden

es rund 3,7 Milliarden

Euro sein. Der Rückgang

bei den Bundesmitteln in

2010 ist auf die 2009 zusätzlich

zur Verfügung

gestellten Sondermittel

zur Finanzierung der

Abfindungsaktion von

Renten der landwirtschaftlichenBerufsge-

leo blum

nossenschaftenzurückzuführen. Für die Abfindungsaktion

hatte der Bund in den Jahren 2008 und

2009 insgesamt 400 Millionen Euro

und die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften

250 Millionen Euro zur

Verfügung gestellt.

Bundesweit wurden rund 35.000 Unfallrenten

abgefunden. Der jährliche

Rentenaufwand der landwirtschaftlichen

Berufsgenossenschaften hat

sich dadurch um anfänglich 75 Millionen

Euro verringert.

beitragsanpassung

In der landwirtschaftlichen Krankenversicherung

bleibt in 2010 die Beitragsentwicklung

für die Unternehmer

entspannt. Der Bund gewährt einen

weiteren finanziellen Ausgleich von 23

Millionen Euro. Insgesamt, so Blum,

wolfgang Vogel

ist die Entwicklung der landwirtschaftlichen

Sozialversicherung auf einem

guten Weg, um auch in Zukunft als eigenständiges

System „für unsere Landwirte

bezahlbar zu bleiben“.

Mit dem positiven Finanzansatz in

der landwirtschaftlichen Sozialversicherung

kann der Berufsstand kurzfristig

mit Zuversicht in die Zukunft

blicken, dies stellt der Vorsitzende

der Vertreterversammlung, Wolfgang

Vogel, fest. Gleichwohl werden

die Ini tiativen des Ge setzgebers zur

Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen

Sozialversicherung und

ihrer Finanzierung aufmerksam verfolgt,

damit die gesetzliche Aufgabe,

nämlich die Betreuung und Beratung

der Versicherten und Mitglieder, optimal

erfolgen kann. ■

foto: förster


KATER MORITZ

Jetzt gilt’s:

l Naturtagebuch-Wettbewerb

Du hast dein Tagebuch das Jahr über

geführt? Dann zeig es uns! Mit etwas Glück

gewinnst du einen von drei MP3-Playern.

Schicke dein Buch bis zum 8. Januar 2010

k

(Poststempel gilt) an:

Spitzenverband der landwirtschaftlichen Sozialversicherung

Pressestelle – Stichwort „Naturtagebuch“

Weißensteinstr. 70-72

34131 Kassel

Eine Jury wählt die drei gelungensten Tagebücher aus.

Die Tagebücher werden später an die Teilnehmer zurückgeschickt.

Der Gegenwert der Gewinne kann nicht ausgezahlt werden.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Kreativ-Post

selbst gemacht

Du brauchst farbigen Zeichenkarton,

Kleber, einen Silber- oder Goldstift

und Umschläge passend für die ferti-

gen Karten. Die Kartonbögen auf

DIN A-5 Größe (die Hälfte von

einem Blatt Papier) schneiden und

die beiden Hälften jeweils einmal

quer falzen. Nun aus einem andersfarbigen Karton,

Buntpapier oder Moosgummi Motive (z. B. Stern, Tannenbaum,

Rakete, Jahreszahl 2010 …) ausschneiden und auf die Karte

kleben. Mit dem Stift beschreiben und verzieren.

Linktipps

Rituale zu Weihnachten:

www.kinder-hd-uni.de/rituale/ritu15.html

Surfschein fürs Internet machen:

www.internet-abc.de/kinder/surfschein.php?

z

m

y k

Weihnachtliche

Schokoberge

Aus Lebkuchen (natur, ohne Guss), Kuvertüre

und Mandelsplittern kannst du dir oder anderen

Naschkatzen eine Freude machen:

Lebkuchen zerbröseln oder in kleine Stückchen

schneiden (Vorsicht mit dem Messer!). Schokolade

im Wasserbad schmelzen. Dann Lebkuchenbrösel

und Mandelstiftchen unterrühren. Alles gut vermischen.

Mit zwei Teelöffeln kleine Häufchen auf ein

mit Backpapier belegtes Backblech setzen und diese

erkalten lassen. Hübsch verpackt ein köstliches

Geschenk.


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ Sicherheit

mascHinensicHerHeiT

wird besser

Die sicherheit von Landmaschinen

ist im Focus der

landwirtschaftlichen sozialversicherung.

Zahlreiche

Landmaschinennormen

werden an die neue europäische

maschinenrichtlinie

angepasst.

schutz gegen absturz (arbeitsplattform)

kamerasystem für die sicht nach hinten

18 LSV kompakt Dezember i 09

Mit Blick auf die neue Maschinenrichtlinie

hat die landwirtschaftliche

Sozialversicherung bereits

vor drei Jahren gemeinsam mit

der Kommission Arbeitsschutz und

Normung (KAN) einen Normüberprüfungsprozess

angestoßen. Die KAN

unterstützt die Weiterentwicklung der

Sicherheitsnormen in der Landwirtschaft

(www.kan.de). Die Normüberprüfung

betrifft alle wichtigen Landmaschinen.

Künftig können Landwirte

folgende Verbesserungen der Arbeitssicherheit

erwarten:

sicht nach hinten

Bei Mähdreschern, Feldhäckslern,

selbstfahrenden Rüben- und Kartoffelvollerntern,

Futtermischwagen mit

Fahrerplatz und anderen selbstfahrenden

Arbeitsmaschinen muss eine

ausreichende Sicht auch nach hinten

möglich sein.

Das kann durch zusätzliche Spiegel

für die seitlichen Bereiche und eine

Rückfahrkamera für den Bereich hinter

der Maschine erreicht werden. In

den Sicherheitsnormen für angebaute

und gezogene Landmaschinen soll

diese Anforderung ebenfalls umgesetzt

werden.

sicherung gegen absturz

An hochgelegenen Plattformen und

Wartungsplätzen, z. B. von Mähdreschern,

muss ein Geländer vorhanden

sein, das den Absturz von Personen

verhindert.

LSV-prüfzeichen

Die Prüf- und Zertifizierungsstelle der landwirtschaftlichen

sozialversicherung vergibt für neue

sichere maschinen das rechts abgebildete Prüf-

zeichen (www.lsv.de/spv > Prüfung/Zertifizierung).

achten sie beim Kauf von maschinen auch auf die

sicherheit. ihre Gesundheit ist bares Geld wert.

schutz vor bewegten Teilen

Bewegte Teile, von denen eine Gefahr

ausgeht, besonders dann, wenn die

Gefahr nicht erkennbar ist, müssen

gesichert sein. Ziel muss es sein, den

Schutz so zu gestalten, dass beispielsweise

niemand in nachlaufende

Häckslertrommeln hineingreifen

kann.

sicherheitsabstände

Wo Bedienpersonen in der Nähe gefährlicher

Werkzeuge arbeiten, müssen

die Hersteller ihre Maschinen grundsätzlich

so bauen, dass das Erreichen

der Gefahrstelle verhindert wird.

bedienelemente

Bedienelemente, wie Knöpfe, Kippschalter,

Hebel, müssen ergonomisch

angeordnet und gestaltet sein. Ihre

Bewegungsrichtung muss mit der

Steuerwirkung übereinstimmen. Sie

müssen so gekennzeichnet werden,

dass ihre Funktion eindeutig erkennbar

ist. Bei der Gestaltung ist auch zu

berücksichtigen, dass der Bediener

Schutzhandschuhe oder Sicherheitsschuhe

trägt.

Bedienelemente müssen beim Loslassen

in die Nullstellung zurückgehen

und gegebenenfalls gegen unbeabsichtigtes

Betätigen gesichert sein,

wenn mit ihnen gefährliche Vorgänge

eingeleitet werden. ■

LANDWIRTSCHAFTLICHE

BERUFSGENOSSENSCHAFT

GARTENBAUTECHNIK

FORSTTECHNIK

SICHERHEIT

LANDTECHNIK


aLterssicherUnG Der LanDWirte

beiTrag Und beiTrags-

ZUscHUss ändern sicH

in der Alterssicherung der Landwirte

ist ab Januar 2010 eine Beitragsanpassung

auf monatlich 212

Euro (2009: 217 Euro) in den alten

Bundesländern und 179 Euro (2009:

183 Euro) in den neuen Bundeslän-

dern vorgesehen. Auch der Beitragszuschuss

in der Alterssicherung wird

entsprechend angepasst, darauf weist

der Spitzenverband der landwirtschaftlichen

Sozialversicherung hin.

Beitragszuschuss 2010 (alle Werte in eUr)

Jahreseinkommen bis Beitragszuschuss

alleinstehende Verheiratete alte Bundesländer neue Bundesländer

8.220 16.440 127 107

8.740 17.480 119 100

9.260 18.520 110 93

9.780 19.560 102 86

10.300 20.600 93 79

10.820 21.640 85 72

11.340 22.680 76 64

11.860 23.720 68 57

12.380 24.760 59 50

12.900 25.800 51 43

13.420 26.840 42 36

13.940 27.880 34 29

14.460 28.920 25 21

14.980 29.960 17 14

15.500 31.000 8 7

neUe BrOschÜre

weideTiere sicHer HalTen

Weidezäune sind je nach Lage der Weidefläche

sowie der Tierart und Nutzungsrichtung

unterschiedlich zu gestalten. Für

Schäden durch Tierausbrüche haftet der Tierhalter

– es sei denn, er kann nachweisen, dass er die

notwendigen Sorgfaltsansprüche beachtet hat.

Für Zaunart und -höhe gibt es keine gesetzlichen

Vorschriften. Das aid-Heft „Sichere Weidezäune“,

entstanden in Zusammenarbeit mit der landwirtschaftlichen

Berufsgenossenschaft, informiert

über mögliche Weidezaunarten und -varianten.

Enthalten sind die rechtlichen Grundlagen

mit Tierhalterhaftung und aktuellen Gerichtsentscheidungen

– ein Muss für Nutztierhalter und

alle, die sich mit Haftungsfragen bei der Weidehaltung beschäftigen. Die Broschüre

(76 Seiten, Bestell-Nr. 1132, ISBN 978-3-8308-0866-4, Preis: 3 Euro, Versandkostenpauschale:

3 Euro) ist über www.aid-medienshop.de zu bestellen.

Beiträge zur

KranKenVerSicherung

aB 2010 höher aBSetzBar

aKtueLL ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

mit dem Bürgerentlastungsgesetz

Krankenversicherung vom 16. Juli 2009

wird die steuerliche Berücksichtigung der

Vorsorgeaufwendungen verbessert. alle

aufwendungen, die ein Versorgungsniveau

absichern, das im Wesentlichen dem

Leistungsspektrum der gesetzlichen

Kranken- und sozialen Pflegeversicherung

entspricht, können steuerlich

abgesetzt werden.

Die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung

können in voller höhe abgesetzt

werden, die Krankenversicherungsbeiträge

sind dagegen um vier Prozent zu

vermindern. Bei arbeitnehmern werden

diese Beiträge schon bisher mit der

Lohnsteuerbescheinigung an die Finanzämter

übermittelt. Bei anderen gesetzlich

Krankenversicherten (sogenannten

selbstzahlern wie landwirtschaftliche

Unternehmer, freiwillig Versicherte) wird

eine meldeverpflichtung durch die

Krankenkassen eingeführt. erstmals für

das Beitragsjahr 2010 muss bis spätestens

zum 28. Februar 2011 eine meldung an die

Finanzverwaltung erstattet werden. Übermittelt

werden die im jeweiligen Beitragsjahr

tatsächlich geleisteten und

erstatteten Beiträge zur Kranken- und

Pflegeversicherung. Die übermittelten

angaben werden dem Versicherten

schriftlich mitgeteilt.

Für die Übermittlung an die Finanzverwaltung

ist eine einwilligung des Versicherten

erforderlich. Bei den Versicherungsverhältnissen,

die vor dem

1. Januar 2010 bestanden haben, gilt die

einwilligung zur Datenübermittlung als

erteilt, wenn der steuerpflichtige nicht

innerhalb von vier Wochen nach erhalt

einer information schriftlich widerspricht.

Für Versicherungsverhältnisse, die ab

dem 1. Januar 2010 beginnen, gilt diese

Übergangsregelung nicht mehr. Der

Datenübermittlung muss dann ausdrücklich

zugestimmt werden. Die für die

Übermittlung notwendige steuer-identifikationsnummer

des Versicherten kann

von der Krankenkasse vorab beim

Bundeszentralamt für steuern erfragt

werden. Dadurch sollen entlastungen der

Bürger sowie Vereinfachungen in der

steuerverwaltung erreicht werden.

sofern bereits vorab eine Beitragsbescheinigung

benötigt wird, kann diese auf anfor-

derung von der LKK ausgestellt werden. Bei

Fragen zu den auswirkungen des geänder-

ten steuerrechts auf die persönliche situa-

tion können die LsV, der steuerberater

oder das Finanzamt weiterhelfen. Weitere

informationen gibt es unter

www.bundesfinanzministerium.de

Fragen und antworten

zum Bürgerentlas tungsgesetz.

Dezember i 09 LSV kompakt 19


alle Beiträge und Bemessungsgrenzen neue Länder alte Länder

besondere beiträge

KV-Beitrag für Praktikanten und Studenten

seit Wintersemester 09 / 10 monatlich 53,40 EUR

PV-Beitrag für Studenten monatlich 9,98 EUR (11,26 EUR für Kinderlose)

Beitragssatz Rentenversicherung 19,90 %

Beitragssatz Arbeitslosenversicherung 2,80 %

Beitragssatz Krankenversicherung für geringfügig Beschäftigte 13 % (private Haushalte 5 %)

Beitragssatz Rentenversicherung für geringfügig Beschäftigte 15 % (private Haushalte 5 %)

Insolvenzgeldumlage (Arbeitgeber)

beitragsbemessungsgrenzen

0,41 %

Renten- und Arbeitslosenversicherung jährlich

monatlich

Krankenversicherung – Beitragsbemessung jährlich

monatlich

Bezugsgröße jährlich

monatlich

55.800 EUR

4.650 EUR

26.040 EUR

2.170 EUR

45.000,00 EUR

3.750,00 EUR

66.000 EUR

5.500 EUR

30.660 EUR

2.555 EUR

mindestbemessungsgrundlage für freiwillig Versicherte, die hauptberuflich selbstständig erwerbstätig sind

ohne Einkommensnachweis monatlich mindestens 3.750,00 EUR

bei Nachweis eines niedrigeren Arbeitseinkommens monatlich mindestens 1.916,25 EUR

bei Anspruch auf Existenzgründungszuschuss und Härtefälle

monatlich

Grenzwert für die Beurteilung der Renten- und Arbeitslosenversi-

1.277,50 EUR

cherungspflicht bei mitarbeitenden Familienangehörigen monatlich 540,00 EUR 630,00 EUR

mindestbemessungsgrundlage für freiwillig Versicherte und antragsteller auf alg-leistungen

monatlich 851,67 EUR

mindestzahlbetrag für beitragserhebung aus Versorgungsbezügen und außerland- und

außerforst wirtschaftlichem arbeitseinkommen

1 / 20 der monatlichen Bezugsgröße

freigrenze in der familienversicherung

Freigrenze 1 / 7 der monatlichen Bezugsgröße

monatlich 127,75 EUR

(bei Minijob monatlich 400 EUR) monatlich 365,00 EUR

Wer ein höheres Einkommen hat oder hauptberuflich selbstständig tätig ist, ist nicht mehr mitversichert,

sondern muss sich selbst freiwillig versichern

Das ändert sich

krankengeld / mutterschaftsgeld

Das pauschalierte Krankengeld und das Mutterschaftsgeld betragen kalendertäglich 15,63 EUR

Das nicht pauschalierte Krankengeld richtet sich, wie in der allgemeinen Krankenversicherung, nach dem Regellohn.

prüfung der Versicherungspflicht bei kleinlandwirten

Wenn das Unternehmen die von der LAK festgesetzte Mindestgröße um nicht mehr als die Hälfte unterschreitet

und das sonstige Arbeitsentgelt und Arbeitseinkommen die Hälfte der gesetzlichen jährlichen

Bezugsgröße (2010 jährlich 15.330,00 EUR alte Länder, 13.020,00 EUR neue Länder) nicht übersteigt

beitragszuschuss in der krankenversicherung

monatlich 117,00 EUR

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

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