Mauritiushof Naturmagazin September 2017

mauritiushof

Hier sehen Sie die September Ausgabe vom Mauritiushof Naturmagazin 2017

Mauritiushof

Das online

Naturmagazin

Ausgabe September/2017

Offizielle News

der Österreichischen

Gesellschaft

für Tiergestützte

Therapie ÖGTT


Editorial des Herausgebers

Der Sommer ist vorbei, der Herbst in vollen Zügen. Auch in dieser Jahreszeit leiden wir am

Mauritiushof nicht gerade unter Arbeitsmangel. Einerseits ist die Obst- und Gemüseernte in

vollem Gange, andererseits laufen die Vorbereitungen auf die kalte Jahreszeit auf

Hochtouren. Hier bei uns im Waldviertel ist auch im Herbst mit überraschenden

Kälteeinbrüchen zu rechnen und dann müssen Mensch und Tier gut vorbereitet sein.

Die Stallungen, vor allem die Tränker, müssen frostsicher gemacht werden - beim ersten Frost

haben wir den Test für den Ernstfall. Dann haben wir noch die Chance, Heizleitungen

auszutauschen oder zu verbessern. Vielleicht haben ja in der warmen Jahreszeit die Mäuse

daran geknabbert…

Auch die Tiere kehren langsam von den Weiden heim. Dies bringt zwar mehr Arbeit, aber

auch ein Stück Beruhigung, denn bei uns ist der Wolf wieder heimgekehrt und wir fanden die

Spuren durchaus auch in der Nähe unseres Hofes. Manche Landwirte in nächster Umgebung

beklagen bereits Wolfsrisse beim Vieh !

Für uns ist das Thema Wolf nun nicht mehr eine abstrakte Diskussion, sonder wirklich Realität

geworden mit der wir erst umzugehen lernen müssen. Einige Hektar Waldwiesen werden nun

nicht mehr als Weiden für unsere Tiere genutzt.

Wir haben wieder einige hoffentlich interessante Themen für Sie aufbereitet, ich hoffe, Sie

haben Freude daran.

Herzlichst Ihr

Dr. Dieter Schaufler


Inhaltsverzeichnis

in unserer Septemberausgabe 2017 finden Sie folgende Beiträge:

Altes Wissen:

Reiche Ernte - volle Regale

Kräuter und Pflanzenwissen:

Wilder Genuss im Herbst - Vogelbeeren

Alte Haustierrrassen:

Schwedische Blumenhühner

Veterinärmedizin:

Plagegeister im Herbst

Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT:

TGT versus Digitalisierung ?

Ausbildung:

Aktuelle Kurse im Herbst am Mauritiushof

Impressum -Offenlegung

Herausgeber, Eigentümer und Verleger:

Mauritiushof Dr.med. Dieter Schaufler, Rappoltschlag 13, 3914 Waldhausen

www.zentrum-mauritiushof.at, Tel 0043287720059

Chefredaktion: Dr.med. Dieter Schaufler

Grundsätze und Ziele: Mauritiushof Naturmagazin dient der Information über Natur, Pflanzen und

Tiere, weiters sollen altes Erfahrungswissen und neue innovative Ideen dem Leser näher gebracht

werden. Ein Teil informiert über die Aktivitäten der Österreichischen Gesellschaft für Tiergestützte

Therapie ÖGTT.

Kooperationspartner: Österreichische Gesellschaft für Tiergestützte Therapie ÖGTT, www.oegtt.at

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die persönliche und/oder wissenschaftliche Meinung

des jeweiligen Autors wieder und fallen in den persönlichen Verantwortungsbereich des Verfassers.

Entgeltliche Einschaltungen fallen in den Verantwortungsbereich des jeweiligen Auftraggebers und

müssen nicht die Meinung von Herausgeber und Redaktion wiedergeben. Angaben über

Dosierungen, Applikationsformen und Einnahme angeführter Produkte, Lebensmittel und

pharmazeutischer Spezialitäten müssen vom jeweiligen Anwender auf ihre Richtigkeit überprüft

werden.Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen Herausgeber und Medieninhaber keinerlei Haftung

für drucktechnische und inhaltliche Fehler. Alle Rechte, insbesondere das Recht auf Vervielfältigung

und Verbreitung sowie der Übersetzung, liegen beim Eigentümer und Herausgeber.

Bezug: Gratisausgabe


Reiche Ernte – volle Regale

Unser kleiner Gemüsegarten hat uns wieder eine reiche Ernte beschert – von Kürbis,

Paradeiser, Zucchini und Paprika über Kukuruz, rote Rüben bis zu Petersilie und Schnittlauch.

Aber wohin mit all dem Gemüse, wenn es doch ziemlich zur selben Zeit innerhalb weniger

Tage und Wochen reif wird?

Zugegeben finde ich selbst nicht immer die Zeit, alles gut zu verwerten – im Zweifelsfall wird

es an Eltern und Freunde verschenkt, damit nichts verdirbt. Oder beispielsweise Zucchini

passieren und einfrieren für eine Cremesuppe geht immer. Wie aber war es früher, als man

nichts einfrieren oder im Winter auf die Konserven aus dem Supermarkt zurückgreifen

konnte?

Weder waren die Waren noch das Geld verfügbar um je nach Gusto die Vielfalt aus dem

Regal zu nehmen. Ist es heute wirklich nötig, Produkte zu kaufen, die unter hohem

Energieaufwand hergestellt und oft über weite Strecken zu uns gebracht wurden?

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der Lebensmittel- und Energieknappheit kein Thema

waren bzw. sind. Doch immer häufiger hört man in den Medien vom möglichen Blackout, die

Wetter-Kapriolen der letzten Zeit mit ihrem Einfluss auf die Ernte machen mich nachdenklich.

Bin ich paranoid oder sollte ich mich lieber auf das alte Wissen der früheren Generation(en)

besinnen um Lebensmittel auch ohne Strom haltbar machen und lagern zu können?


Selbst wenn keine Katastrophen kommen – dieses alte Wissen ist es wert, weitergegeben

zu werden.

So habe ich mich wieder einmal auf die Suche gemacht – dieses Mal um herauszufinden,

wie Lebensmittel früher haltbar gemacht (d.h. vor Mikroorganismen geschützt) und gelagert

wurden.

Ich habe meine Eltern und Bekannte aus dieser früheren Generation befragt, in Büchern

und dem Internet gestöbert. Das Ergebnis ist eine Beschreibung ausgewählter Methoden

und eine Sammlung von Rezepten, die zum Ausprobieren Gusto machen sollen.

Oft werden für eine längere Haltbarkeit auch mehrere Methoden miteinander kombiniert.

Sicher kann ich hier nicht den Anspruch der Vollständigkeit erheben – ich möchte eine

Auswahl zeigen, wieder Bewusstsein und Interesse wecken für vielleicht vergessene

Methoden. Nicht zuletzt sind Lebensmittel aus dem eigenen Garten meist gesünder. Ich

weiß, womit sie (nicht) gedüngt wurden und welche Pestizide nicht zum Einsatz gekommen

sind.

Wer keinen eigenen Garten zum Ernten hat, kann die Zutaten sicher auch am nächsten

Bauernmarkt finden und die Rezepte ausprobieren.


Einmachen, Einkochen, Eindünsten, Einrexen/Einwecken:

Durch Einrexen werden gekochte oder rohe Lebensmittel haltbar gemacht. Mein Papa

erinnert sich an die gebratene Gans seiner Oma – das Fleisch wurde gebraten und inkl.

Saft und Fett im Glas konserviert. Auch gekochtes Fleisch wurde eingerext und gelagert.

Ich persönlich denke an die unglaublich leckere Heidelbeer-Marmelade meiner Mama oder

an ihre unschlagbaren Zwetschkenröster.

Grundsätzlich werden Lebensmittel beim Einmachen/Einrexen durch Erhitzen und

Luftabschluss in Gläsern konserviert. Während beim Einkochen die Lebensmittel gekocht

und heiß abgefüllt werden, werden beim Eindünsten die befüllten Gefäße in einem Topf

oder auf einem Backblech im Dunst gekocht. Einrexen und Einwecken sind in Österreich

bzw. Deutschland verwendete Synonyme, die jeweils von den Herstellern des verwendeten

Zubehörs bzw. der Gläser zum Einmachen rühren.

Das Glas (auch der Rand) muss gründlich gereinigt werden – am besten mit Alkohol

ausspülen, die Lebensmittel, die konserviert werden sollen, werden eingefüllt, mit einem

Gummiring und Glasdeckel zugemacht. Während des Einrexens fixiert man den Deckel mit

Drahtbügeln oder Klammern aus Federstahl – Gummiring und Fixierung dienen als

Überdruckventil.


Zur Sterilisierung des Inhaltes werden die befüllten Gläser dann im Wasserbad oder

Backrohr (beides theoretisch auch ohne Strom im Holzofen möglich) erhitzt.

Allerdings schadet die trockene Hitze im Backrohr dem Gummiring, weshalb das

Wasserbad eher zu empfehlen ist. Sobald die Gläser abgekühlt sind, kann man die

Klammer entfernen. Die Sterilisation erfolgt dadurch, dass sich die enthaltene Luft während

der Erwärmung ausdehnt und durch den Gummiring entweichen kann. Der Unterdruck, der

bei der Abkühlung entsteht, presst den Deckel an das Glas und ermöglicht bei kühler,

dunkler Lagerung eine Haltbarkeit von mehreren Monaten, sogar bis Jahre. Jedenfalls

muss man darauf achten, dass alles sauber ist, auch der Gummiring – sonst ist die

vollständige Abdichtung nicht möglich.

Es gibt dann auch noch die Variante mit Metall-Drehverschluss, wo keine Klammern zur

Anwendung kommen.

Für die Lagerung muss der Deckel fest auf dem Glas liegen bzw. darf der Metall-Verschluss

keine Wölbung aufweisen, sonst kann es sein, dass der Inhalt verdorben ist.


Hier kommt das Rezept für die unglaublich lecker eingekochte

Heidelbeermarmelade, eigentlich ganz einfach:

HEIDELBEER-MARMELADE nach Mamas Art:

Zutaten:

1 kg Heidelbeeren

1 kg Gelierzucker

ca. 3-4 Esslöffel Wasser (sodass der leere Topfboden bedeckt ist)

Zubereitung:

Beeren in Wasser kochen bis sie weich sind,

mit dem Pürierstab zerkleinern,

Zucker einrühren, 6 min. wallend kochen lassen

Gläser und Metall-Schraubverschlüsse in heißem Wasser reinigen, mit Alkohol ausspülen

Marmelade noch heiß abfüllen, mit Metalldeckel fest verschließen

Auskühlen lassen, kühl und dunkel lagern


Einsalzen:

Beim Einsalzen bewirkt Salz, dass die Feuchtigkeit, die in Lebensmitteln enthalten ist, für

Mikroorganismen zu sauer wird und somit nicht mehr als Nahrung dienen kann. Diese

Methode ist neben dem Trocknen eine der ältesten Form der Haltbarmachung. Für die

geschmackliche Verbesserung können trockene Gewürze beigemischt werden bzw. ergänzt

man Salpeter oder Nitrit als zusätzliches Konservierungsmittel, spricht man von Pökeln.

Das folgende Rezept wird seit Generationen in unserer Familie weiter gegeben – z. B. für

Rindsschnitzel in Rahmsauce, aber auch als Ersatz für Suppengrün in Gemüsesuppen.

EINGESALZENES GEMÜSE:

Zutaten:

½ kg Porree

½ kg Karotten

½ kg Zeller – mit Blättern

½ kg Zwiebel

½ kg Petersilienwurzen – inkl. Blättern

50 dag Salz (pro kg Gemüse 20 dag Salz)


Zubereitung:

Gemüse klein schneiden, im Fleischwolf oder der Küchenmaschine weiter zerkleinern, gut

mischen, Salz dazu geben

Gläser mit heißem Wasser reinigen, mit Alkohol ausspülen und Gemüse einfüllen

Zellophanpapier zum Schutz des Deckels über das Glas geben, mit Metall-Schraubdeckel

fest schließen

dunkel und kühl gelagert ca. 2 Jahre haltbar

Verwendung z. B. für eingebrannte Erdäpfel, Rindsschnitzel in Rahmsauce, Rindsbraten

(überall, wo üblicherweise Wurzelwerk dazu kommt)

Dosierung:

1 EL voll in ein Rezept für ca. 4 Personen – restliche Gewürze erst danach beigeben, weil

es sonst zu salzig werden kann


Gemüsebrühe


Milchsaure Vergärung/Fermentierung:

Die Milchsäurevergärung ist eine der ältesten und weltweit verbreiteten Methoden zur

Haltbarmachung von Gemüse und eigentlich eine Form des Einsalzens. Obendrein noch

natürlich, umweltschonend und gesund, denn es erfolgt ein Gärungsprozess durch Bakterien,

die der Gesunderhaltung unseres Darms dienen und so das Immunsystem entlasten.

Häufig wird sie in Kombination mit Einkochen verwendet um die Haltbarkeit der Lebensmittel

zu verlängern.

Dabei passiert kurz gefasst folgendes:

Auf der Oberfläche von Pflanzen, ebenso unserer Haut und unserem Darm sind

Milchsäurebakterien beheimatet. Legt man Gemüse in eine Mischung von Wasser und Salz in

ein verschlossenes Gefäß, wird der Sauerstoff knapp, was gemeinsam mit dem Salzwasser

die optimalen Lebensbedingungen für diese Milchsäurebakterien und deren Ausbreitung

darstellt. Dabei verbrauchen sie den vorhandenen Sauerstoff und bekämpfen so schädliche

Bakterien, denn für diese bleibt keiner mehr übrig. Der dadurch sinkende ph-Wert bedeutet

eine saure Umgebung, die wiederum für Keime und Bakterien das Aus zur Folge hat. Die

nützlichen Milchsäurebakterien bauen außerdem im Gemüse enthaltene Stärke und Zucker

ab, gesunde Stoffe aus dem Gemüse werden freigesetzt.


In einem Reifeprozess entsteht u.a. die sog. Milchsäure, die dem Gemüse den säuerlichen

Geschmack gibt und es konserviert. Es ist bekömmlich und enthält durch den

Gärungsprozess wenig Zucker.

SAUERKRAUT – nach Omas Art:

5 kg Kraut

5 dag Salz

Kümmel (ganz)

Wacholderbeeren

Zubereitung:

Kraut putzen (Strunk und äußere Blätter entfernen), hobeln,

die erste Schicht in einen sauberen Behälter füllen, Gewürze dazugeben, stampfen bis die

dabei entstehende Flüssigkeit die Schicht bedeckt

Prozedur wiederholen bis alle Zutaten aufgebraucht sind

Die letzte Schicht mit einem sauberen Tuch zudecken, den Behälter mit einem passenden

Holzbrett schließen, mit einem Stein oder Wasserkübel beschweren.

Die Flüssigkeit immer wieder kontrollieren, eine trübe, schaumige Schicht – Folge der

Milchsäuregärung – vorsichtig abschöpfen. Nicht vergessen, auch den Topfrand, Tuch, etc.

regelmäßig zu reinigen.

(Tipp: es gibt eigene Gärtöpfe, die die Prozedur wesentlich vereinfachen)


Einzuckern:

Statt Salz kann zur Konservierung auch Zucker verwendet werden – diese Variante kommt

eher bei Obst zur Anwendung.

APFELSAFT – kalt angesetzt (von Nachbars Ziegler-Oma):

Zutaten:

6kg Äpfel

10 l Wasser

10 dag Zitronensäure

2 kg (Fein)Kristallzucker

1 Pkg. Einsiedehilfe

Zubereitung:

Äpfel in Spalten schneiden, ins Wasser geben, Zitronensäure dazu, über Nacht stehen lassen.

Am nächsten Tag abseihen und Zucker dazu geben (gut auflösen), Einsiedehilfe darunter

mischen.

Glasflaschen mit heißem Wasser reinigen und mit Alkohol ausspülen, den Saft einfüllen, und

die Flaschen gut verschließen.

Kühl und dunkel lagern.


Konservierung von Eiern:

Schon jetzt merke ich es – unsere Hühner legen nicht mehr so viele Eier wie noch vor

wenigen Wochen. Ein paar von ihnen sind schon mehrere Jahre alt und sicher nicht mehr

in Höchstform, aber auch die Tage werden kürzer. Ein sicheres Zeichen, dass der Herbst

kommt und bald keine frischen Eier mehr nachkommen.

Diesen Zeitpunkt haben die Leute früher genützt – so erzählt mein Vater – um rechtzeitig

Eier für den Winter einzulagern. Dazu wurde gelöschter Kalk oder sog. Wasserglas

verwendet.

Da beide sehr aggressiv sind, muss man bei der Auswahl der Behälter aufpassen. Für

Wasserglas sollte man Gefäße aus Steingut verwenden. Man putzt die Eier trocken ab

und lagert sie „kopfüber“, also mit der Spitze nach unten. Für die Wasserglas-Lösung wird

½ Liter Wasserglas mit 4,5 Liter kaltem, zuvor abgekochtem Wasser gemischt. Von dieser

Mischung wird so viel in das Gefäß gegossen, dass die Eier ca. 2 cm abgedeckt sind. Man

kann mit der Menge an Wasserglas-Lösung ca. 100 Eier konservieren – dazu sind sie bei

kühler Lagerung drei bis sechs Monate haltbar.

Verwendet man zur Konservierung Kalkwasser, werden sowohl Luft als auch Bakterien

durch eine auf den Eiern entstehende Kalkschicht ausgeschlossen. Zusätzlich entsteht

eine dünne Schicht auf dem Lagerungsgefäß, die ebenfalls abdichtet und daher nicht

zerstört werden darf.


Quellen und Tipps zum Stöbern:

www.wikipedia.org

www.selbstversorger.de

www.umweltverbaende.at

www.perfektegesundheit.de

http://www.planet-wissen.de/kultur/mittelgebirge/schwarzwald/

pwiekonservierungwievorjahren100.html

www.ichkoche.at

http://eingrext.at/was-ist-einrexen/

„Die Kunst des Fermentierens“ von Sandor Ellix Katz


Redaktion/Autorin

Mag. Christine Kluger

Dipl. Personal Coach im Tiergestützten Setting

Dipl. Natur Kinesiologin

Zertifizierte Trainerin der ÖGTT

Zertifizierter Wildkräuterguide der ÖGTT

Sektionsleiterin Tiergestützte Aktivitäten der ÖGTT

https://www.die-gluecksschmiede.at


Wilder Genuss im Herbst: Vogelbeeren

Giftig oder nicht giftig? Die allgemeine Meinung über die Eberesche ist gespalten. Doch

warum gibt es dann Vogelbeer-Schnaps?

Die Eberesche, „Faulbaum“, oder „Vogelbeere“ wird seit alters her von der Menschheit

genutzt. Die Eberesche ist ein sehr anspruchsloser, zu den Rosengewächsen zählender

Baum. Sie wächst an Waldrändern, Böschungen, oft auch auf steinigem Untergrund. Im

Herbst werden wir wegen ihrer leuchtend roten Beeren auf die Eberesche aufmerksam.

Die Beeren sind reich an Vitamin C. Ebereschenbeeren unterstützen das Immunsystem und

stärken die Verdauung. Genau richtig für die Zeit, in der die Tage wieder kürzer und die

Nächte frischer werden. Die ersten Erkältungen bahnen sich an, der im Sommer etwas

zurückgeschaltete Stoffwechsel kommt wieder in die Gänge.

Die Vogelbeeren können zu Kompott, Mus oder Marmelade verarbeitet werden. Schnaps und

Liköre aus Eberesche schmecken besonders gut nach einem reichhaltigen Mahl.


Beim Verarbeiten ist wichtig, diese zu kochen oder einzufrieren. In den

Beeren ist Parasorbinsäure enthalten, welche die Verdauungsorgane reizen

kann. Durch Hitze oder Kälte zerfällt dieser Stoff. Vor dem Genuss sollten die

Beeren also kälte- oder hitzebehandelt werden.

Genuss-Tipp: Ebereschen schmecken fruchtig, säuerlich und herb. Besonders gut

harmonieren Vogelbeeren mit süßen Äpfeln!

Ebereschenmarmelade

Beeren mit wenig Wasser kurz köcheln lassen, dann passieren, abwiegen und mit der

gleichen Menge Zucker verrühren. Noch einmal kurz aufkochen lassen und heiß in Gläser

füllen. Wem die kleinen Kernen nicht stören, der kann die Beeren anstatt sie zu passieren,

mit einem Mixstab zerkleinern.

Wem der Geschmack der reinen Ebereschen zu intensiv ist, kann die Ebereschen-Masse

mit der gleichen Menge Äpfel vermischen.


Ebereschen-Apfelmus

Ebereschenbeeren und Äpfel zu gleichen Teilen in einen Topf mit etwas Wasser geben und

kurz köcheln lassen. Dann passieren oder pürieren und mit Zucker oder Honig süßen.

Vogelbeer-Likör

Ein Glasgefäß zur Hälfte mit Ebereschenbeeren befüllen, mit der halben Menge Zucker

(oder Honig) leicht zerstampfen und über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag mit

Schnaps (Korn oder Rum) auffüllen, nach Belieben Zimtstangen und Gewürznelken

hinzufügen, verschließen und zirka 3 Monate am Fensterbrett stehen lassen. Regelmäßig

schütteln. Danach in Flaschen abseihen und dunkel lagern.


Gerda Holzmann BSc

Dipl. Kinesiologin

Dipl. Wildkräuterguide

A-3920 Groß Gundholz 25

Tel.: +43 676 334 46 71

Mail: praxis@gerdaholzmann.at

www.gruen-kraft.at


Schwedische Blumenhühner

Seit diesem Jahr wohnen bei uns am Mauritiushof auch wunderschöne Hühner der Rasse

„Schwedische Blumenhühner“. Aus vielerlei Gründen pflegen wir am Mauritiushof die Zucht

und den Erhalt einiger alter Landhühner und Landhuhnschläge, um der zunehmenden

Vereinheitlichung durch Hybdidzucht etwas entgegen zu setzen.

Warum gerade Schwedische Blumenhühner ?

Schwedische Blumenhühner (schwedisch: Skånsk blommehöna) sind ein seltener, alter, in

Schweden beheimateter Landschlag des Haushuhnes.

Der Landschlag wurde etwa um das Jahr 1800 erstmals erwähnt und wäre im letzten

Jahrhundert fast ausgestorben. Nur in angeblich 3 Gehöften in der Schwedischen historischen

Provinz Schonen fand man noch Hühner mit der auffallenden Färbung des alten

Landschlages.

Schwedische Blumenhühner haben ein buntes, „blumiges“ Gefieder, von dem sich auch der

Name „Blumenhuhn“ ableitet. Gerade dieses uneinheitliche blumige Gefieder macht diese alte

Hofrasse besonders auffallend und attraktiv.

Sie sind eine echte Zierde auf jeder Wiese und selbst der dürftigste Misthaufen wird durch

dieses Huhn nahezu geadelt :)


Die Blumenhühner selbst gehören zu den mittgelgroßen bis schweren Hühnerrassen.

Hier das Gewicht der Tiere:

Hahn: etwa 3 kg

Henne: etwa 2,5 kg

Die Hennen legen durchschnittlich etwa 150 - 180 Eier im Jahr

Das Eigewicht beträgt um die 60g mit cremefarbener Schale

Jedes Huhn ist ein Unikat, da es keinen einheitlichen Farbschlag gibt und dies macht

vielleicht auch die Vitalität und Robustheit dieser alten Rasse aus. Denn Farbzucht führt oft

zu Verlust anderer wertvoller Eigenschaften bei diversen Haustieren.

Außerdem bestechen die Schwedischen Blumenhühner gerade dadurch, dass jedes Tier

speziell gefärbt ist, somit unverkenbar und die ganze Gruppe wirkt wie ein bunter

Sommerstrauß.

Die Blumenhühner haben auch sehr gute Bruteigenschaften und brüten ihre Küken noch

selbst aus. Diese Eigenschaft wurde ja bei den Hybridhühnern nahezu vollkommen weg

gezüchtet. Dennoch sind die Eier dieser Rasse auch gut für den Brutapparat geeignet und

sind damit sehr robust.


Bei uns am Mauritiushof zeigen diese Hühner ein sehr gutes Futtersuchverhalten. Sie

suchen sich ihr Futter auf den Wiesen weitgehend selbst und sind auch sehr verläßlich am

Abend wieder im Hühnerstall. Auch diese Eigenschaft ist bei uns sehr wichtig, denn Fuchs

und Marder lauern in der Dämmerung schon auf Beute.

Die imposanten Hähne lassen keine Wünsche hinsichtlich stolzem Auftreten und

Farbenpracht offen, sie sind ein Zierde auf jedem Hof. Auch habe ich den Eindruck

gewonnen, dass sie nicht übertrieben oft krähen und eher friedfertig anderen Hähnen und

Rassen gegenüber sind. Bei uns laufen einige Hähne am Gelände und es gibt auch im Stall

keinerlei Streitereien.

Dennoch sind die Hähne durchaus wehrhaft und verteidigen ihre Hennen so weit sie

können gegenüber eventuellen Feinden, Menschen gegenüber haben wir keinerlei

Aggressionen bislang erlebt.

Wir können diese besondere Rasse allen Hühnerliebhabern nur ans Herz legen, sie werden

ihre Freude an dieser alten Landrasse haben !


Idyllischer Herbstspaziergang?

Herbstgrasmilbe und Hirschlausfliege warten auf ihre Opfer

Aufgrund der angenehmen Temperaturen ist es im goldenen Herbst wieder möglich mit den

Vierbeinern ausgedehnte Spaziergänge und Wanderungen zu unternehmen.

Doch gerade zu dieser Zeit „lauern“ im Gras Herbstgrasmilben, im Wald und entlang von

Waldlichtungen Hirschlausfliegen, auf ihre Opfer. Diese kleinen Plagegeister können bei

unseren Haustieren enormen Juckreiz, Hautentzündungen, aber auch schwerere

Erkrankungen auslösen.

Herbsgrasmilben gehören zu den Spinnentieren, Unterklasse Milben.

Hauptwirte sind Mäuse, aber auch andere Säugetiere wie Hunde, Katzen und auch der

Mensch (Heu-oder Erntemilbe).

Im europäischen Raum liegt der Schwerpunkt des Auftretens meist von Juli bis Oktober.

Während die Larven bis zu 0,3mm groß sind und mit bloßem Auge kaum zu erkennen

sind, erreichen die adulten Milben eine Länge von 2mm.


Doch nur die Larven leben parasitär.

Diese schlüpfen aus den am Boden abgelegten Eiern, krabbeln an den Grashalmen empor

und warten auf vorbeikommende Säugetiere und Vögel.

Auf dem Wirt suchen sie sich zielstrebig feuchtwarme Stellen mit dünner Hornhaut ( z.B.

der Zwischenzehenspalt bei Hund und Katze), ritzen die Haut an und lösen das Gewebe

mit ihrem Speichelsekret auf. So können sie sich von Lymphflüssigkeit und Zellsäften

ernähren.

Seltener werden kleine Blutgefäße verletzt, aber sie trinken dann auch Blut.

Der Saugakt dauert einige Tage.

Anschließend fallen sie ab und entwickelt sich über drei Stadien zum erwachsenen Tier,

das nicht mehr parasitiert und am Boden den Winter überdauert.

Herbstgrasmilbenbisse verursachen enormen Juckreiz, Hautrötungen und Quaddelbildung.

Beim Menschen spricht man von der sogenannten Erntekrätze, Heukrätze oder Herbstbeiß.

Die Symptome klingen nach ca. 1-2 Wochen spontan ab

.

Problematischer kann sich dies bei unseren Haustieren gestalten. Diese beschlecken und

benagen die juckenden Hautstellen und können somit auch Bakterien der Maulhöhle in die

Mikrotraumen hineinbringen. Eitrige Hautentzündungen können die Folge sein.

Vorbeugend werden sogenannte Repellentien empfohlen, das sind Duftstoffe, die Insekten

vertreiben.


Die Hirschlausfliege ist eine blutsaugende Lausfliegenart, die vor allem Hirsche, Rehe,

Dachse, aber auch andere Säugetiere und auch den Menschen befällt.

Sie ist rotbraun und ca. 5-7mm groß.

Im Herbst schlüpft am Boden eine neue beflügelte Generation von Hirschlausfliegen.

Mit den Flügeln können sie einen geeigneten Wirt erreichen, nach der Landung werden

diese einfach abgeworfen.

Sofort wir nach einer geeigneten Bissstelle gesucht, bevorzugt sind die Gegenden um den

Hinterleib, an den Innenschenken, am Behang und an der Schweifrübe.

Dort krallen sie sich fest un beginnen ganz flach gedrückt mit dem Blutsaugen. Die

Parasiten sollten sofort entfernt werden, da sie nach dem Ansaugen nur noch schwer

abgelöst werden können!

Oft kommt es zu eitrigen Hauterkrankungen, da die Hirschlausfliegen Bakterien der Gattung

Bartonella übertragen können. Diese lösen auch Fiebersymptome aus, weiters

Hautirritationen, die oft noch nach einem Jahr noch sichtbar sind. Beim Menschen wird

sogar von gefährlichen Herzentzündungen berichtet!

Die Hirschlausfliege bleibt bis zu 13 Monate am Wirt, saugt immer wieder Blut und vermehrt

sich. Sie behält ihre Larven bis zur Verpuppungsreife im Körper. Nach der „Geburt“ fallen

diese auf den Boden, verpuppen sich und wachsen im Herbst zur nächsten geflügelten

Generation heran, die wiederum erneut potentielle Wirte anfliegen.


Was tun bei einem Biss?

Wichtig ist auf die Körpersprache seines Tieres zu achten. Falls sich z.B. der Hund beim

Spaziergang hektisch umdreht, nach der Schweifrübe beisst, sich wälzt, nicht mehr

weitergehen möchte, bitte sofort das Fell durchsuchen, eventuell sogar mit einem

Flohkamm und die Parasiten absammeln.

Günstig wäre die Insekten wie Flöhe und Zecken zu zerdrücken, sodass sie nicht weitere

Tiere „anfallen“ können.

Es ist möglich, dass die Bissstellen stark anschwellen und sogar wie kleine Blutergüsse

aussehen. Hier eignet sich nach Desinfektion am besten ein Antiallergicum-Gel, um den

enormen Juckreiz zu lindern.

Bei angesaugten Fliegen hilft am besten die Tiere mit Shampoo zu baden. Die Parasiten

sind dann benommen und lassen sich leichter mit einer Zeckenzange herausdrehen. Einen

vorbeugenden Schutz gibt es nicht, es ist aber günstig unsere Tiere mit einem

Antiparasiticum prophylaktisch zu behandeln.


Autorin:

Dr.med.vet Andrea Schaufler

Praktische Tierärztin

Jubiläumstr 42

31340 Herzogenburg

www.tierarzt-schaufler.jimdo.com


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Steht Tier- und Naturgestütztes Arbeiten im krassen

Gegensatz zur Digitalisierung ?

Diese Frage beschäftigt unsere LehrgangsteilnehmerInnen, die Mitglieder unserer

Gesellschaft, aber auch unsere ÖGTT Vorstandsmitglieder nunmehr seit einigen Jahren sehr

intensiv. Ich möchte mir deshalb erlauben, ein paar persönliche Gedanken zu diesem Thema

für Sie zu Papier zu bringen. Ich möchte dabei betonen, dass ich hier nicht eine Leitlinie für

unsere Österreichische Gesellschaft für Tiergestützte Therapie heraufbeschwören, sondern

meine persönliche Sichtweise aufzeigen möchte.

Zuerst einmal möchte ich definieren was ich unter dem Begriff Digitalisierung verstehe und

dies deckt sich wahrscheinlich gar nicht mit einer Definition, die sie vielleicht auf wikipedia

finden können. Für mich bedeutet Digitalisierung eine große Veränderung in der Arbeitswelt

und in der zwischenmenschlichen Komunikation. Einerseits werden dadurch viele Abläufe


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

vereinfacht und damit wirtschaftlich gesehen günstiger, andererseits kommen wir dadurch in

der Arbeitswelt immer mehr weg von einer Arbeitssituation der körperlichen und muskulären

Tätigkeit. Vielleicht leider sogar weiter weg vom selbständigen lösungsorientierten Denken.

Dies erlebe ich persönlich aber als bedrohlich, denn Menschen brauchen Erfolg, sowohl in

körperlicher, intellektueller, als auch in sozialer Hinsicht.

Natürlich wird die Arbeit vielleicht weniger belastend, dafür aber auch weniger interessant,

Sinn gebend und fördernd. Außerdem sind jene Menschen ausgeschlossen, die wir heute als

„digital poor“ bezeichnen, also jene Menschen, die wenig Zugang zur digitalen Welt gefunden

haben. So erlebe ich auch in Sozialprojekten, dass der Zugang zur Arbeitswelt fast nur noch

digital möglich ist: AMS ejob room, Stellenbewerbung per Email und im PDF file etc.

In sozialer Hinsicht verändert sich die Welt der Kommunikation massiv. Die meisten

zwischenmenschlichen Kontakte verlaufen bald digital: social media, Emailverkehr,

Information über downloads und Webinare und dergleichen mehr. Selbst in der Behandlung

von Menschen muss ich immer wieder als Arzt PatientInnen erleben, die via Email

Therapieempfehlungen einholen möchten.


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Noch verbietet das derzeit geltende Ärztegesetz aus dem Jahr 1984 (!) diese Form der

Beziehung in der medizinischen Behandlung. Aus meiner bescheidenen Sicht sollte das auch

so bleiben.

Immer wieder erlebe ich auch Menschen, die sich besser in virtuellen Welten zurechtfinden,

dort in einem virtuellen Paralleluniversum fast den ganzen Tag „leben“, dort (virtuelle) Ehefrau/

Ehemann und (virtuelle) Kinder haben - Partnerschaften und Beziehungen, die sie in der

realen Welt noch nicht leben konnten. Vielleicht auch nie erleben werden, wenn sie nicht den

Mut finden, das im digitalen Medium Erlebte in der realen Welt umzusetzen.

Wenn ich all dies hier so niederschreibe beschleicht mich die Frage, was ich denn dann

überhaupt gut finde an den Möglichkeiten der Digitalisierung ?

An vordersten Front steht da für mich jene Freiheit die durch die Möglichkeiten der digitalen

Welt entsteht ! Es entsteht ein enormer Informationsfluss. Natürlich überfordert uns diese

Tatsache immer wieder und wird uns auch an unsere Grenzen bringen, wenn wir nicht lernen,

mit dieser Realität zielgerichtet, strukturiert und abgegrenzt umzugehen.


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Aber auf der anderen Seite gab es keine Zeit vor uns, die reicher an Wissen und Information

war und vor allem für die meisten von uns abrufbar ist. Wenn ich heute etwas wissen

möchte, so suche ich gezielt im Internet, durchstöbere einige Websites und betrachte

diverse Youtube Videos zum Thema.

Gerade die Videos erlauben auch jenen Menschen, die nicht Sinn erfassend Lesen und

Schreiben können den Zugang zu Wissen und Information - und das eigentlich fast zum

Nulltarif !

Ich denke, dass ich noch nie in meinem Leben so viel an neuem Wissen erworben habe wie

in den letzten 3-4 Jahren. Und das ohne die Schulbank drücken zu müssen, oder teure

Fachliteratur kaufen zu müssen.

Und das bringt mich zum eigentlichen Kern dieses Artikels:

Wir werden die Digitalisierung nicht aufhalten können, versuchen wir sie zu nutzen !


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Ich habe beispielsweise sehr viele Informationen im WWW darüber sammeln können, wie ich

unseren Mauritiushof nachhaltiger bewirtschaften kann, wie man Gemüse und Obst aus

unserem Garten haltbar machen kann, mit welchen Techniken aus der Permakultur ich die

Abläufe am Hof weniger arbeitsintensiv und sinnvoller gestalten kann, viele, viele

Informationen über alte Nutztierrassen und samenfeste Pflanzensorten konnte ich gewinnen

und dergleichen noch viel mehr !

Vieles hätte ich nicht erreicht, wenn ich den Zugang zu diesem Informationsportal nicht

gehabt hätte. Viele Menschen hätten auch wohl kaum erfahren, dass es so etwas wie

Tiergestützte Therapie gibt, viele der zahlreichen LehrgangsteilnehmerInnen hätte ich wohl

nie getroffen.

Auch habe ich den Eindruck, dass sich nicht nur unnötige Blödsinnigkeiten, sinnlose Spiele,

noch dümmere Werbung usw über das Internet verbreiten, sondern auch sehr wichtige

Informationen über weltweite wirtschaftliche Zusammenhänge, ökologische Gegebenheiten,

politische Themen und über all jenes, das Freude in unsere Freizeitaktivitäten bringt. Vor

allem aber auch die Freiheit, uns über alle Dinge zu informieren, die uns in irgendeiner


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

persönlich betreffen. Alles was wir im Moment nicht wissen finden wir nach kurzer Recherche

im Internet - dies bedeutet wiederum Selbständigkeit, Wissen und damit mehr Macht über das

eigene Leben.

Damit ist unsere eigene kleine Welt auch ein wenig bunter geworden, unsere

Freizeitaktivitäten individueller und wir können uns auch gute Angebote jedweder Art aus dem

Internet herauskitzeln. Wir haben die Möglichkeit zum Vergleich - Konkurrenz habe ich immer

schon als sehr belebend, aber auch als Korrektiv erlebt !

Und dann gibt es da noch eine ziemlich verrückte Tatsache:

Nicht nur der reale Spaziergang im Wald mit all seinen Düften, dem Erlebnis des Waldbodens,

die Geräuschkulisse der Tiere und dergleichen mehr wirkt erwiesenermaßen heilsam und

fördernd auf uns Menschen - Nein, auch digitale Bilder vom Wald, die Stimmen der Natur aus

dem Lautsprecher, die Videos eines Waldspaziergangs etc wirken ähnlich !!! Dies belegen

zumindest neue Studien !

Natürlich kann und soll der digitale Nachbau nicht den realen Spaziergang im Wald ersetzen,


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

aber ich kann mir vorstellen, dass wir durch geignete Adaptierungen auch sterile

Krankenzimmer, Pflegeheime, Büros, Schulräume etc in einen zumindest virtuellen

„Lebens“raum umgestalten können. Nämlich genau dann, wenn wir selbst im Moment nicht

den Zugang zur echten Natur finden können. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich meine

definitiv nicht, dass dies eine Alternative zum realen Erlebnis darstellen kann und soll.

In manchen Situationen ist aber auch selbst eine krumme Krücke hilfreich, ich denke, Sie

verstehen meinen bildhaften Vergleich. Besser als Nichts - zumindestens in bestimmten

Fällen.

Wie können wir uns diese positive Wirkung aus digitalen Medien überhaupt erklären ?

Nun, der Mensch bildet seine Emotionen im Stammhirn und dem darüber gelagerten

Limbischen System. So erleben wir einfach diese stimmigen digitalen Reize als beruhigend

und ausgleichend - sie vermitteln uns zumindest die Phantasie einer angenehmen Wirklichkeit

und dadurch wird beispielsweise der Parasympathicus, also jener Teil des autonomen

Nervensystems aktiviert, der Entspannung, Blutdruckabfall, bessere Lernfähigkeit und

dergleichen mehr vermittelt.


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Ich persönlich sehe keine Schaden darin, wenn wir in besonderen Situationen, die uns den

Zugang zur Natur verwehren, diese zuminest virtuell für uns wirken lassen.

Denken Sie nur an Ihren Bildschirmschoner am Laptop, hoffentlich erfreut er auch Sie bei

der Arbeit durch ein angenehmes Bild ! Bei vielem in unseren Lebensbereichen bilden wir die

Natur nach. Unsere Bilder an den Wänden, Farben in unserer Kleidung, Böden und Bauten

aus Holz, Steinmosaike an den Wänden, Aquarien, selbst unsere Gärten sind eigentlich

Abbilder der Natur - allerdings reale Abbilder.

Auch das Fernsehen zeigt immer mehr Reportagen, Dokus und Beiträge zu Naturthemen -

auch nur virtuelle Bilder und dennoch gewinnen wir einen Eindruck und Emotionen werden

vermittelt.

Ich möchte bei diesem Artikel letztlich nicht den Eindruck hinterlassen, dass wir die Natur eh

nicht mehr benötigen, weil wir sie durch eine digitale Konserve ersetzen könnten. Ganz im

Gegenteil !

Ich möchte ein wenig Mut machen, dass wir der digitalen Welt auch gute Dinge abringen


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

können. Dass wir schlussendlich auch unsere Sicht der Dinge einem größeren Publikum

näher bringen können und das klappt dank Digitaler Technologien heute gut. Dieses kleine

Online Mauritiushof Naturmagazin erreicht Leserquoten die in die zigtausende gehen. Mit

einer Druckausgabe wäre das wohl nie möglich geworden. Und ich freue mich, dass ich

gerade Sie, werte Leserin, werter Leser, dadurch erreichen konnte !

Dr.med. Dieter Schaufler

Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Tiergestützte Therapie ÖGTT


WIFI Diplomlehrgang

„Tiergestützte Interventionen“

Dieser Lehrgang ist zertifiziert durch die Österreichische Gesellschaft für Tiergestützte

Therapie ÖGTT

Dieser Kurs richtet sich besonders an all jene Menschen, die eine berufliche Haupt - oder

Nebenselbständigkeit im Rahmen der Tiergestützten Intervention/Pädagogik/Sozialarbeit/

Therapie etc anstreben und soll Ihnen das dazu notwendige Know-how vermitteln.

Die Lehrgangsinhalte reichen von den theoretischen Grundlagen Tiergestützten und

Naturgestützten Arbeitens, über Themen der Tierhaltung, des Einsatzes und der Ethologie

vieler Haustierarten, Wildtierkunde- und -ökologie, über einen kleinen Exkurs zu Gartenbau

und Permakultur, Wald- und Wildkräuterkunde bis hin zum Aufbau der eigenen

Firmenhomepage, Arbeit mit digitalen Medien und Marketing. Es erwartet sie weiters ein

fünftägiger Intensivworkshop mit den Tieren und dem Landbau am Mauritiushof und viel

Selbsterfahrung an allen Lehrgangstagen.

Bitte informieren Sie sich bei unseren kostenlosen online Info - Webinaren über diesen

Lehrgang. Weitere Informationen erhalten Sie durch auf der unten angeführten Website in

Form von Videos und nach download der ebendort angeführten Lehrgangsbeschreibung.


ç

Nach Absolvenz des online Info-Webinars bitten wir um Ihren Lebenslauf und ein

Motivationsschreiben, warum Sie genau diese Ausbildung anstreben, anschließend freut

sich Fr Sandra Eisner vom WIFI NÖ unter Tel 02742 8902261 über Ihre Anmeldung zum

Lehrgang

WIFI Diplom Tiergestützte Interventionen

Termine: 8.12.2017 – 20.10.2018

Department für Tiergestützte Medizin Mauritiushof,

Rappoltschlag 13, 3914 Waldhausen

Teilnahmebeitrag: 4.980 Euro

alle Infos unter www.zentrum-mauritiushof.at Gratis Info Webinar buchen !


ç

WIFI Diplomlehrgang

„Diplom TiertrainerIn"

Mit Tieren professionell zu arbeiten und sie entsprechend auszubilden - für viele von uns ist

dies ein beruflicher Wunschtraum. Dieser Lehrgang richtet sich speziell an all jene Menschen,

die Freude an der Arbeit mit Tieren haben, selbst schon jahrelang Tiere besitzen und sich ein

neues Berufsfeld erarbeiten möchten. Gerade heute wächst der Bedarf an gut ausgebildeten

Tiertrainer/innen, die den überforderten Heimtierhalter/innen mit Rat und Tat zur artgerechten

Haltung und Ausbildung ihrer Tiere zur Verfügung stehen. Dabei benötigt man profundes

Wissen über viele Tierarten, vom Wellensittich bis zum Reitpferd, und Praxis im

tierschutzgerechten Umgang und Tiertraining. Unser Lehrgang soll aber auch die

Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeit im zwischenmenschlichen Bereich stärken,

denn nur so können Probleme im Zusammenleben von Mensch und Tier richtig erkannt und

einer Lösung gemeinsam mit den Tierbesitzer/innen zugeführt werden. Gerade dieser

systemische Ansatz wird in diesem Lehrgang sehr betont und gemeinsam erarbeitet.

Dieser Lehrgang soll Ihnen praktische und theoretische Kenntnisse für die Arbeit mit vielen

Tierarten, rechtliche Grundlagen wie Tierhalteverordnung und Tierschutzgesetz, aber auch

alle Erfordernisse und Wissen zur Haltung und dem artspezifischen Verhalten der meisten

Haus- und Nutztiere vermitteln. Zusätzlich wollen wir die wichtigsten Aspekte zur eigenen

Firmengründung im haupt- oder nebenberuflichen Bereich vermitteln. Dabei auf das nötige

Marketing, Werbung und Grundlagen des Arbeitens mit digitalen Medien eingehen.


ç

Lehrgang zum Diplom-Tiertrainer

Termine: 24.3.2018 – 20.1.2019

Department für Tiergestützte Medizin Mauritiushof,

Rappoltschlag 13, 3914 Waldhausen

Teilnahmebeitrag: 2.900 Euro

alle Infos unter

www.zentrum-mauritiushof.at

Gratis Info Webinar

buchen !


ç

Der Mauritiushof

Ein Film soll Ihnen unseren Mauritiushof und seine zweibeinigen und Vierbeinigen

Bewohner vorstellen :


Unsere nächste Ausgabe erscheint am 15. November 2017

Vielen Dank für Ihr Interesse am Mauritiushof Naturmagazin !

Ihr Redaktionsteam

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine