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JGP Magazin 2017 Jura Golf Park

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JGP Magazin 2017 Satire DINGE, DIE EINFACH AUF EINEM GOLFPLATZ PASSIEREN… „BINGO“ hallte es durch das Sekretariat des Clubmanagers Magnus Feuerstein und die Angestellten des Golfclubs hatten sichtlich ihren Spaß. Die Spielregeln hierzu waren einfach. Wiederkehrende, abstruse Aussagen, Wünsche und Beschwerden von Mitgliedern wurden gesammelt und jedes Mal, wenn diese geäußert wurden, rief eine der Sekretärinnen lautstark Bingo und eine Polonaise wurde durch das Clubhaus getanzt. Trotz mehrmaliger Beschwerden des Vereinspräsidenten Karl-Peter Partel dies doch bitte zu unterlassen, wurde diese Forderung von M. Feuerstein im Sinne des betrieblichen Gesundheitsmanagements vehement abgewiesen. Das Wohl seiner Mitarbeiter/ innen lag im sehr am Herzen, denn ohne sie würde er so manchen Tag nicht überleben. Oder vielleicht so mancher Golfer/in nicht… Nachdem die Saison durch die Eichenprozessionsspinnerplage zäh begonnen hatte, waren einige Mitglieder ziemlich unleidlich und hatten nur wenig Verständnis für die Situation. Und selbst Petrus hatte wenig Einsehen mit dem krisenerprobten Feuerstein. Entweder regnete es in Strömen oder es war wochenlang heiß. In solch einer Hitzeperiode machte sich Feuerstein daher – wie üblich mit dem Marshal-Cart – abends auf seine tägliche Kontroll-Runde über den Golfplatz. An der Bahn 9 traf er Vorstandsmitglied Willi völlig durchnässt und wutentbrannt mit dem Putter auf ihn zustürmen. Was war geschehen? Bei seinem Putt zu einem möglichen Birdie schaltete sich die Sprinkleranlage – wie gewohnt um 21:30 Uhr – ein und wässerte das ausgetrocknete Grün. Der verdutzte Willi verschob daraufhin den Putt und verlor das Loch gegen seine neue Flamme Gerlinde. Als er nach dem Lochverlust den Clubmanager sah, verließ ihn jegliche Etikette und er rannte mit dem Putter bewaffnet auf dessen Cart zu. Dieser konnte sich nur durch ein gewagtes Ausweichmanöver retten und vermied so einen Zusammenstoß ohne dabei selbst im Teich zu landen. Während der erzürnte Willi vehement mit dem Putter auf das Cart einhämmerte und seinen Unmut kundtat, hatte Feuerstein eine zündende Marketingidee für den Golfclub und wendete all seine diplomatischen Kenntnisse an, die heikle Situation zu deeskalieren. Noch am Abend stattete er dem Swingerclub „Feuchtgebiete“ um die Ecke einen Besuch bezüglich seiner Marketingidee ab. Sichtlich irritiert nahm er die parkenden Autos der bekannten Clubmitglieder zur Kenntnis, die offiziell alle im Clubhaus waren. Doch dort war gerade gähnende Leere. Interessant, dachte sich der Clubmanager und verschwand durch den Hintereingang. Zwei Wochen später stand an jedem Grün mit einem Wasserhindernis ein Schild mit dem Hinweis „Vorsicht Feuchtgebiet – wir legen sie trocken! Ihr Swingerclub um die Ecke“. Diese doch etwas gewagte Sponsoring-Maßnahme löste wieder einmal eine interne Clubkrise aus, die nur durch einen beträchtlichen anonymen Spendenbeitrag erheblich gemildert wurde. Und? Die Einnahmen im hiesigen Pro Shop verdreifachten sich seltsamerweise durch einige Golferinnen in diesem Zeitraum. „Ein Schelm wer Böses dabei denkt…“ Während sich Clubmanager Feuerstein die Hände rieb, schallte wieder einmal BINGO durch das Clubhaus. Bevor er sich vor der Polonaise in Sicherheit bringen konnte, grätschte ihn Heribert Goldmann an der Club- Tür an einem Freitagnachmittag ab. „Herr Goldmann was kann ich für sie tun?“, flötete Magnus Feuerstein. Goldmann, Zeichens Vermögensverwalter im Ruhestand und Teil-Investor des Golfplatzes, erboste sich dermaßen über die Lautstärke der Mäharbeiten an einem Freitagnachmittag während seines Golfspiels, 72

Satire JGP Magazin 2017 dass die Sekretärinnen ihre Polonaise unterbrachen und sicherheitshalber mit dem Defibrillator angerannt kamen, um einen drohenden Herzstillstand zu vermeiden. Die durchaus prekäre Situation konnte nur mit dem Versprechen beruhigt werden, die Mäharbeiten ab sofort in die Nacht zu verlegen. Somit hatte Heribert Goldmann Zeit und Ruhe seine Bälle im Wald und Rough zu suchen, stundenlang ungestört an seinem Golfspiel zu feilen sowie den Ball erst nach gefühlten 20 Schlägen aus dem Loch zu nehmen. Alles war wieder im grünen Bereich. Und trotz anfänglicher Skepsis der Platzarbeiter bzgl. der ungewohnten Nachtarbeit und so mancher Rettungsaktionen verirrter Maschinen in diversen Feuchtgebieten, hatte die nächtliche Arbeitszeit doch etwas für sich. Endlich Ruhe vor meckernden Golfer/ innen über Rough, Bunker und Grüns. Der Krankenstand ging gen Null und Clubmanager Feuerstein überlegte schon mittlerweile, auch die Öffnungszeiten des Sekretariats in die Nacht zu verlegen. Endlich kehrte Ruhe im Golfclub ein… Dachte man! Bis Vorstandsmitglied Kai-Eddie durch eine eigenmächtige Newsletter-Aktion an die Mitglieder und Mitgliederinnen für seine 24 verlorenen PRO V1 Bälle einen Finderlohn versprach. Diese doch etwas dreiste Aktion konnte von Präsident Karl-Peter Partel durch einen öffentlichen Spendenaufruf mit dem Titel „Trainerstunden für Kai-Eddie“ gerade noch abgewendet werden. Tja, so ein Präsident hatte es mit seiner Vorstandschaft auch nicht leicht! Frei nach dem Motto: TEAM – Toll ein anderer macht es! Und wenn doch… hatte Partel alle Hände voll zu tun die Wogen wieder zu glätten. Die BINGO-Rufe im Clubhaus wurden mittlerweile immer weniger, denn das Golf-Jahr neigte sich dem Ende zu. Die unerschütterlichen Golfer/innen, die sich mit Wintergrüns begnügten, waren zumeist angenehme Zeitgenossen, da für gewöhnlich schweigsam und mit wenig zufriedenzustellen. Magnus Feuerstein schaute daher gelassen darüber hinweg, wenn diese Golfer/innen durchgefroren stundenlang die Duschen benutzten und so das Clubhaus in eine Saunalandschaft inkl. Wellness-Bereich verwandelten. Doch einen Haken hatte die Angelegenheit. Ärgerlicherweise verschwanden nach diesen Dusch-Orgien immer wieder die Club-Handtücher. Trotz kurzfristig angesetzter Sporttaschenkontrollen, unterstützt durch den hiesigen Jagdverein, sind die fehlenden Handtücher nicht mehr aufgetaucht. Wie dem auch sei… Clubmanager Feuerstein nahm es mit Humor und widmete sich seinem engagierten neuen Projekt für 2018. Denn durch die angespannte Verkehrssituation, bedingt durch die andauernden Straßenarbeiten rund um den Golfplatz, benötigte er dringend eine Lösung den Mitgliedern einen Mehrwert gegenüber anderen Golfclubs in der Nähe zu bieten. Um sich von stylischen Toilettenhäuschen und freien Eintritt im Schützenverein abzugrenzen, plante er daher einen kostenfreien Hubschrauber-Shuttle-Service von der nahegelegenen Stadt zum Golfclub. Leider gestaltete sich das Genehmigungsverfahren – trotz hervorragender Kontakte bis ins bayerische Staatsministerium – bis dato noch schwierig. Doch der krisenerprobte Feuerstein nahm die Herausforderung sportlich und verabschiedete sich erst einmal in den wohlverdienten Winterurlaub. Denn nach der Saison ist vor der Saison! PS: Mögliche Ähnlichkeiten der in diesem Artikel vorkommenden Figuren mit real existierenden Personen wären rein zufällig und sind in keiner Weise beabsichtigt. 73