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E_1928_Zeitung_Nr.103

E_1928_Zeitung_Nr.103

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zu -erwarten, dass in der nächsten Zukunft das. Parkierungsproblem ganz energisch an die Hand genommen wird, denn wenn die geeigneten Massnahmen allzuweit hinter der Verkehrsentwicklung nachhinken, wird der herrschende Zustand immer die Verkehrsanarchie tangieren. Sofern uns die Mittel fehlen, mit den Dispositionen der Verkehrszunahme vorauszueilen, so wollen wir doch wenigstens mit ihr Schritt halten und das kann die städtische Verwaltung nur dann, wenn sie die Berücksichtigung der Bedürfnisse des Motorfahrzeugwesens mit in den Vordergrund ihrer Aufgaben stellt.» Q. B. in Z. Was ein Verkehrspolizist alles wissen muss. Der Siegeszug des Automobils hat eine gewaltige Zunahme des Verkehrs in den Grossstädten mit sich gebracht. Während noch vor 15 Jahren der Verkehr in den europaischen Orossstädten sich ganz von selbst and in aller Ruhe abwickelte, gebieten die modernen Verkehrslawinen eine bis ins kleinste Detail raffiniert ausgedachte systematische Regelung. Das Stadtbild wird vom Verkehrspolizisten beherrscht. Um zu zeigen, was ein guter Verkehrspolizist alles wissen muss, seien hier einige Abschnitte aus : einem Lehrprograinrn für Verkehrsbeamte, das Oberregie rungs rat Paetsch, Berlin, in der « Frankfurter Zeitung» veröffentlicht hat, auszugsweise wiedergegeben. • Das neue Polizeifach « Verkehrskunde » ist noch in beständigem Fluss begriffen. Ausbildungsziel ist, jeden Polizeibeamten, der mit der Verkehrsregelung zu tun hat, so zu erziehen, dass er sich nicht mit dem mechanischen Ablauf der Dinge begnügt, sondern Blick für die Zusammenhänge erhält, die z. T. ausserhalb des sichtlichen Geschehens liegen. Man kommt also dazu, den Begriff des Verkehrs in seine Faktoren zu zerlegen. Stellt man dann als Hauptziel der Ausbildenden die Leichtigkeit, den Verkehr zu fördern und Unfälle- zu verhüten in den Vordergrund, so kommt man zu folgender Gliederung des Unterrichts in der Verkehrkunde*: 1. Kenntnis der einzelnen Verkehrsmittel und ihrer technischen Beschaffenheit. Diese Verkehrsmittelkunde vermittelt die Kenntnis vom Bau und Wesen der Motorfahrzeuge, ihrer Geschwindigkeiten; ihrer Kraftquelle und der in dieser vorgehenden chemisch-physikalischen Prozesse, ihrer Zweckbestimmung und .gebräuchlichsten Verwendung. Hinzu liommt eingehende Belehrung über die Eigenart der. auf der Strasse verkehrenden Schienenfahrzeuge, besonders der elektrischen Strassenbahn. Hier müssen die Beamten Bremswege, Anfahrbeschleunigungen, Fahreigenschaften, Beschaffenheit des Schienenweges, Weichenstellung soweit kennen lernen, dass sie bei der Verkehrsregelung die Eigenarten aller Fahrzeuge gegeneinander abzuwägen verstehen. Verlangt wird weiter Kenntnis über die Eigenschaften der schienenlosen Strassenfahrzeuge. 2. Neben diesem Fach der Verkehrsmittelkunde, das die Beamten mit den technisch wichtigsten Grundlagen bekannt machen soll, an ihre Seite. Erregt strich er sich über das sch.warze Haar. «Hören Sie mich an, Claudine, mein Schicksal und das meiner Gesellschaft liegt in ihrer Hand. Wir sind bereit, alle Ihre Forderungen zu erfüllen, wenn Sie uns helfen!» «Und was soll ich tun?» «Sie müssen uns wichtige Pläne über einen neuen Motor beschaffen, der im Besitz der World-Motor-Car-Gompany ist. Der Erfinder ist ein gewisser Sagreve, Bob Sagreve — Sie kennen ihn!» Sie nickte. «Gut; Sie werden uns helfen, Sie müssen es — alles steht für uns auf dem Spiel — und von Ihrer Hilfe wird Ihre Zukunft abhängen; denken Sie daran!» Schwer atmend vor heftiger Erregung stand er vor ihr, erwartete ihre Antwort. «Ich kann nicht, mein Herr, Clifferton habe ich'viel zu verdanken!» Da spielte er seinen letzten Trumpf aus: «Clifferton ist Ihrer Liebe nicht wert; Clifferton betrügt Sie, seit Monaten schon verkehrt er im Hause des Lord Speath — Sie vermuten, was ihn dorthin zieht — die Nichte des Lords, Lady Astor.» 'Sie schrie auf. Leidenschaft färbte ihre Wangen: «Also doch — meine Ahnung hat mich nicht betrogen — hier, meine Hand, Etienne, ich stehe zu. ihnen!» Der Erfolg der Revue stellte sich bereits nach den ersten Bildern ein. «La belle Claudine» übertraf sich selbst. Wie in einem Fieber führte sie ihre Rolle durch und riss die Menge zu Beifallsstürmen hin. Das Palace Theater hatte einen seiner grössten Erfolge. Das Premierepublikum raste am Schluss. Wieder .und immer wieder jubelte es seine Lieblinge hervor und in erster Linie brachte 'AUTOMOBTL-RFVirE wird als besonderes Fach « Verkehrspolizeirechte gelehrt. Das Gesetz und die Verordnung über den Kraftfahrzeugverkehr, Strassenverkehrsordnungen, Grundsätze für die Regelung des Omnibus- und Taxiwesens, Bestimmungen über Verkehrs- und Orientierungstafeln, Verordnungen über den Garagebau und Garagebetrieb werden durchbesprochen. Die Beamten werden mit den Auffassungen der höchsten Gerichte vertraut gemacht. Es wird ihnen gelehrt, dass sie alle Verordnungen nicht formal, sondern dem Sinn nach aufzufassen haben, immer eingedenk des wichtigsten Zieles : Förderung des Verkehrs. 3. Als drittes Fach wird ein kurzer Ueberblick über Wege- und Städtebau gegeben. Die Beamten müssen in grossen Zügen über moderne Städtebaubestrebungen und Anlage von Stadt- und Landstrassen Bescheid wissen. 4. Schliesslich wird den Beamten die eigentliche Verkehrsregelung und Verkehrsüberwachung erläutert. Durch praktische Unterweisung an Modellen und Uebungen Im Freien werden die Bestimmungen erklärt. Neben diesen theoretischen Uebungen wird aber der Hauptwert auf praktische Uebungen, Besichtigung verkehrsreicher Strassen und Ecken, moderner Verkehrsunternehmen, von Strassenbahnbahnhöfen, Autogaragen, Droschkenunternehmungen u. s. w. gelegt. Von den leitenden Beamten der Verkehrspolizei wird verlangt, dass sie selbst ein Automobil, ja, auch die Strassenbahn führen können. Mit der Zeit soll jeder Verkehrspolizist in dieser Hinsicht ausgebildet werden. Einen besonderen Raum nimmt das Fachgebiet Unfallverhütung ein. Wenn schon die Ueberwachung des Verkehrs und die Verkehrsregelung unfallvermindernd wirken, so muss doch noch weitergegangen werden. Es gilt dazu die Verkehrsfreundlichkeit des Publikums zu heben. Jeder Fussgänger muss sich klar werden, dass er als Wegbenützer ein Glied des Gesamtverkehrs ist und sich danach zu verhalten hat. Verkehrskunde sollte zur Bearbeitung der Schulkinder auch mehr als bis jetzt in den Schulen gelehrt werden. Die Beamten werden ferner dazu ausgebildet, aus den Tatbestandmerkmalen eines Unfalles zu ermitteln, worauf der Unfall zurückzuführen ist,.wer ihn verschuldet hat und vor allen Dingen, wie der Unfall hätte vermieden werden können. Ein Polizeibeamter, der alle diese Gebiete beben*seht, kann-aber~oft dennoch nicht zum Verkehrspolizisten taugen. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass nur eine Auslese von Beamten in Frage kommt. Der Verkehrsdienst einer Grossstadt ist so aufreibend, dass nur besonders kräftige und widerstandsfähige Personen mit gutem Nervensystem, die sich niemals aus der Ruhe bringen lassen, stets .höflich und freundlich sind und auch die schwierigste Lage meistern können, für die Dauer die ausserordentliche Belastungsprobe, die ihnen auferlegt wird, auszuhalten vermögen. Wie aus all dem hervorgeht, hat sich die Verkehrspolizei in der Grossstadt als Spezialfach entwickelt und wird sich weiterhin noch mehr dazu entwickeln müssen. t. es «La belle Claudine» seine Ovationen dar. Lange nach Mitternacht senkte sich der Vorhang zum letzten Mal vor der begeisterten Menge. V. Bob Sagreve kam mit einer leichten Enttäuschung von dem Prüfstand seines Motors. In anstrengender Arbeit war seine Maschine durch zuverlässige Leute der World-Motor- Betriebe nach seinen Angaben gebaut und stand seit zwei Tagen im Probelauf. Die Messungen hatten einvvandirei die theoretisch a l- genommene Leistung ergeben, doch zeigten sich noch einige kleine Mängel an dem Zündapparat, die verschiedene Konstruktionsändo rungen bedingten. Bob breitete die Originalzeichnungen, die er jeden Abend nach Arbeitsschluss in einem Tresor verwahrte, auf seinem Arbeitstisch aus und vertiefte sich darin. Stunde um Stunde verging. Die weiten Werkstätten der World-Motor-Car-Company lagen in Ruhe und Dunkelheit. Hier und dort flammte in den Werkstrassen das Licht eines Wächters auf; ein Hund schlug an, verstummte bald wieder. Nach Mitternacht schob Bob die Blätter zurück; blickte nach der Uhr. Er musste jetst aufhören, morgen war auch noch ein Tag, der viel Arbeit bringen würde. Im wesentlichen waren die Aenderungen fertig, einige Kleinigkeiten konnten leicht noch bei dem Umbau getroffen werden. Mit einem Aufatmen schloss Bob die Papiere ein und barg die Schlüssel in seiner Tasche. Wenige Minuten später verliess er das Bureau und holte aus der nahen Gärige seinen Wagen. Ein Wächter sperrte das Tor auf und grüsste. Bob hob die Hand zur Mütze: «Gute Nacht, Smith, spät heute geworden!» Der Wagen verschwand in der Dunkelheit. Eine Einheitspolice der anerkannten.Automobüclubs. Die Verkehrs-und Zollkommission der internationalen Vereinigung der anerkannten Automobilclubs hat nach Beratung mit den Rechtsbeiständen der ausländischen Clubs den Text einer Einheitspolice verfasst. Der Entwurf enthält keinerlei Neuerungen, er basiert auf den in den verschiedenen Ländern jetzt üblichen Texten, aber man war bestrebt, alle verfänglichen Klauseln zu beseitigen, die geeignet wären, den Versicherten um seine Rechte zu bringen. Man g'aubt, dass diese Police von allen europäischen Versicherungsgesellschaften ohne Erhöhung der üblichen Prämiensätze angenommen werden kann. • Der Entwurf ist übrigens nicht als obligatorische Welt-Einheitspolice gedacht, er soll lediglich den Clubs der verschiedenen Länder als Unterlage für ihre Verhandlungen mit den Versicherungsgesellschaften dienen. Dfe Nationale Sportkommission in Bern. Zur Vorbereitung der' kommenden Sportsaison und zum Studium neuer Reglemente versammelte sich am letzten Donnerstag nachmittag um 14 Uhr die nationale Sportkommission in den Räumlichkeiten der Sektion Bern. Anwesend waren die Herren: J. Decrauzat, Präsident (Genf), Chantre (Genf), Thommen (Bern), Töndury (Zürich), Geisshüsler (Luzern), Pierrehumbert (Montagnes- Neuchäteloise), und E. Brieger, Sekretär. Wir haben bereits über die Aeussemngen der Pariser Delegierten Bericht erstattet und gemeldet, dass nach den umgeänderten Statuten des A. J. A. C. R. auch Länder mit beratender Stimme an den Verhandlungen der internationalen Sportkommission teilnehmen können, die keinen Grand Prix austragen. Die Homologation der Sportresultate der Saison 1928 konnte ohne Verzögerung erledigt werden. Aus den neuen Statuten des A. C. S. ergibt sich, dass die Sportkommission nun im Gegensatz zu früher selber ihr Budget einrichten und vorlegen kann. Herr Decrauzat hatte in aller Eile das selbständige Budget dem C. C. unterbreitet und vor die Sportkommission gebracht. Dieses Vorgehen ist dem normalen Geschäftsgang direkt entgegengesetzt und wird daher für die nächsten Jahre abgeändert. Der internationale Sportkalender umfasst den stehenden Kilometer von Saconnex, das Klauseiirennen und, die Internationale Alpenfahrt. Damit die letztgenannten Rennen nicht zusämrrierjfreff eh,-konnte für «die Ihternatio- nale Alpenfahrt kein bestimmtes Datum festgelegt werden. Die Einschreibung für die Alpenfahrt, die vorderhand auf den 12. bis 16. August festgelegt ist, entspringt einer Initiative der Oesterreicher, welche Befürchtung hegten, die Alpenfahrt gerate durch den Klausen ins Hintertreffen. Tatsächlich ist heute keinerlei Entscheidung gefallen, so dass man nicht weiss, ob die Internationale Alpenfahrt im kommenden Jahre überhaupt ausgetragen wird. Festzustehen scheint auf jeden Fall der Wille, kein Datum festzulegen, das dem Klausen einen Nachteil verschaffen könnte. Für die Veranstaltung des Klausenrennens schlägt die Sektion Zürich vor, den 10. und Ein paar Meilen vor seinem Landhaus fühlte Bob plötzlich eine Hand im Nacken, eine weisse, kühle Frauenhand, die ihn zärtlich umspannte. Er stoppte, wendete sich erschreckt um. Undeutlich sah er die Umrisse einer weiblichen Gestalt im Fond stehen. «Wer sind Sie, was wollen Sie?» «Sie kennen mich nicht, Bob Sagreve?» Ein helles Lachen folgte diesen Worten. Er stutzte : Diese Stimme «Was wünschen Sie, Madame?» fragte er kühl und machte sich von ihren Händen frei. Sie beugte sich vor, so dass ihr warmer Atem über sein Gesicht strich. «Ich — liebe Sie, Bob!» «Sie — Sie —» er suchte nach Worten und brach endlich in ein helles Lachen aus. «Sie lieben mich, Sie — Ja belle Claudine', der Star des Palace-Theater, Sie scherzen, Claudine, Sie scherzen, und ich müsste auch Ihre Liebe zurückweisen — ich habe bereits gewählt!» Jäh blitzte es in ihren Augen auf. «Teufel,» murmelte sie unhörbar, «das macht die Sadie schwieriger!» «Hören Sie mich an, Bob, flüsterte sie mit gut gespielter Leidenschaft und zog ihn a? sich, «hören Sie, Bob, ich liebe Sie, Sie allein. Ich suche Sie seit Wochen allein zu sprechen — heute endlich — auf diese ungewöhnliche Weise. Stundenlang lag ich in Ihrem Wagen, wartete auf Ihr kommen — wartete, fiebernd, Bob — endlich — endlich! Und nun — nun bist du da — nun halte ich dich, Bob —» Leidenschaftlich riss sie sein GesLht an sich und erstickte ihn fast mit ihren Küssen. Da griff er zu — sein Blut flammte. In halber Betäubung Hess er den Motor anspringen und drehte das Steuer. «Ich komme zu dir, Claudine, «la belle Claudine!" Fahre du!» 11. August an Stelle des 17. und 18. August zu bestimmen. Diese Daten wurden wegen dem Ventoux-Rennen so festgelegt, da dieses Rennen die Priorität besitzt. Zürich findet den 18. August als zu spät für den Klausen- Austrag. Der 3. und 4. August hingegen, der durch die Coppa Acerbo besetzt ist, wird dem Klausen weniger Konkurrenz machen, da sich daran in der Hauptsache nur italienische Fahrer beteiligen. Der nationale Sportkalender setzt sich aus neun Rennen zusammen. Das Klausenrennen wird sich, wie letztes Jahr, aus einem nationalen Rennen und aus einem internationalen zusammensetzen, wobei am nationalen Rennen auch Tourenwagen starten können. Das internationale Rennen wird dem nationalen nachfolgen. Nachfolgend der neue Rennkalender : 17. März: Stehender nationaler Kilometer von Sezenove-Saconnex (Sektion Genf); 2. Juni: Neuenburg-Chaumont (Sekt. Neuenburg), nicht definitiv; 9. Juni: Bergrennen Kriens-Eigenthal (Sektion Luzern); 16. Juni: Marchaimz (am 2. Juni, wenn Chattmont-Rennen nicht stattfindet, Sektionen Waadt und Genf); 30. Juni: Bergrennen am Gurnigel (Sektion Bern); 17. August: Klauseiirennen (Sektionen Zürich, Glarus, Uri); 19.—25. August: Automobilwoche von St. Moritz (Sektion Graubünden); 1. oder 8. September: Biaufond-La Chaux-de- Fonds (Sekt. Montagnes-Neuchäteloises). Das internationale Sportreglemeiit hat sich von den schweizerischen Vorschlägen inspirieren lassen. Nachdem es von den verschiedenen Sportkommissionen unserer Nachbarländer durchgesehen und begutachtet wurde, traf dasselbe bei der nationalen Sportkommission ein und wird nun unter den Mitgliedern zirkulieren, damit ein jedes persönliche Aeusserungen zufügen kann. Aus den ver- Herr A. Töndury, Zürich, ist an der letzten Sitzun der nationalen Sportkommission, zu deren Vize- Präsidenten erwählt worden. Noch ein heisser Kuss, und das Auto jagte den Weg zurück zur Stadt. In stolzer Siegesfreude sass Claudine Bartheel am Volant. Bob liess kein Auge von ihr. Sie fuhr gut und sicher, die kleine Claudine. Scharf blickten die schwarzen Augen zwischen den beiden Lichtkegeln der Scheinwerfer auf die Strasse. Das volle, schwarze Haar hatte sich bei der schnellen Fahrt gelöst und wallte, gleich einem dichten Schleier, im scharfen Fahrwind. Die Lichter der Stadt kamen näher. Ein kurzer Aufenthalt noch an einem verschlossenen Bahnübergang. Dann passierte der Wagen die ersten Häuser der Vorstadt. Mit einem scharfen Ruck hielt der World. Auf seine Arme gestützt eilte sie hinauf in ihre Wohnung. Der Diener erhielt den Auftrag, den Wagen sogleich zur Fabrikgarage zurückzubringen. Bob Sagreve gab ihm seine- Karte mit einigen kurzen Zeilen für den Wächter mit. \ Claudine Bartheel hatte damit den Haupte teil ihrer Aufgabe gelöst. Jean, der Diener, fand auf dem Führersitz des Autos die Schlüssel zu dem Bureau und dem Tresor. Ausserdem lag dort eine klems Situationsskizze, in die der Standort des Tresors eingezeichnet war. Claudine hatte gut gearbeitet. Am frühen Morgen erhielt Anatole Etnnne die Originalzeichnungen über den Sagreve- Motor. Innerhalb einer Stunde waren sämtliche Pläne mehrfach photographiert. Dk> Reinmachefrau brachte sie ohne Mühe witder in den Tresor. Bob Sagreve fand die Schlüssel bei seinem Weggang von der schönen Tänzerin in seiner Tasche. (Fortsetzung folgt.)

;,. 103 _ AUTOMOKIL-RKVUe schiedenen Gutachten wird die nationale Sportkommission ein Projekt destillieren und dasselbe auf 1930 in Kraft treten lassen. Das neue Projekt wird sehr wahrscheinlich vor allem die Kategorie Tourenwagen, die seit zwei Jahren durch die C. S. I. unterdrückt wurde, wieder einführen. Interessant ist die Tatsache der einstimmigen Wiederanerkennung der Tourenwagen-Kategorie durch die Nachbarländer. Für die schweizerische Meisterschaft 1929 wird au der nächsten Sitzung der nationalen Sportkommission ein neues Projekt vorgelegt, ausgearbeitet von Pierrehumbert. Im neuen Reglement wird man bestrebt sein, die grossen Härten des diesjährigen Reglementes auszumerzen und jedem Fahrer ein leichtes Kalkulieren seiner Möglichkeiten frei zu lassen. Man verzichtete auch darauf, bestimmte obligatorische Rennen vorzuschreiben. In Zukunft wird ein Konkurrent unter seinen ausgetragenen Rennen im Verlaufe der Saison für das Championnat eine Auswahl nach Gutfinden treffen können. Durch diese Massnahme wird sich bei allen Fällen eine Belebung der Nennungen aller Rennen zeigen. Als besonderen Vorteil für den Konkurrenten erwähnen wir die Möglichkeit der Wiederherstellung seiner Chancen durch Teilnahme an einem andern Rennen. Kein Pech, kein Zwischenfall und auch kein Unglück vermögen den Fahrer aus der Konkurrenz auszuscheiden. Die Erleichterung der Meisterschaftsvorschriften wird eine neue Belebung herbeiführen. Den Sektionen wird empfohlen, bei Anlass ihrer Rennen für andere Sektionen Sternfahrten zu veranstalten. Ein Bulletin der nationalen Sportkommission wird in Zukunft die Mitglieder des Zentralkomitees über die Tätigkeit der nationalen Sportkomrnission orientieren. Aber auch die Mitglieder der nationalen Sportkommission selber werden durch das Bulletin auf dem Laufenden gehalten, was sich im Bureau der Kommission alles ereignet Die nichtautorisierten Rennen gaben in der Sitzung Anlass zu eingehenden Verhandlungen. Die Idee der zentralen Behörde ist folgende : Der A. C. S. beschränkte sich bis anhin darauf, den Mitgliedern für derartige Rennen allgemeine Richtlinien zu geben, ohne sich näher darüber zu äussern, warum spezielle Rennen nicht autorisiert werden. Von heute an wird jedes nicht autorisierte Rennen mit dem Namen bezeichnet und auch die damit verbundenen Sternfahrten genau angegeben. Alles wird in den Zeitungen des Rennortes veröffentlicht, um alle Ungewissheiten von vornherein auszuschalten. Die nationale Sportkommission übt auf schweizerischem Territorium eine sportliche Vollmacht aus, die ihr ermöglichen kann, Verbänden, die nicht dem A. C. S. angehören, die Organisation eines Rennens zu gestatten, wobei diese Verbände (wie die Sektionen des A. C. S.) sich den internationalen Reglementen, der offiziellen Chronometrierung durch den A. C. S. unter Bezahlung der üblichen Renngebühren zu unterziehen hätten. Die bisherigen Armbinden, die sowohl für die Mitglieder des Zentralkomitees als auch für die Mitglieder der nationalen Sportkommission Verwendung fanden, haben Anlass zu Irrtümern gegeben. Um diese zu vermeiden, werden die Mitglieder der nationalen Sportkommission in Zukunft eine rote Armbinde, die in Gold bordiert ist und in der Mitte ein weisses Oval aufweist, das ebenfalls in Gold bordiert ist, tragen. In der Mitte des weisseij Ovals werden sich die drei Buchstaben C.S.N. vorfinden. Unter dem Traktandum «Individuelle Vorschläge » verlangt Herr Thommen, Bern, dass man die Sektionen durch Zirkular über die nochmalige Gültigkeit des Reglementes von 1928 für die Saison 1929 orientiere. Der Antrag fand Zustimmung. Herr Töndury wünschte, man möge Schritte unternehmen, um der Schweiz auch in der Internationalen Sportkommission eine beratende Stimme zu verschaffen. Er sprach ferner für die Verlegung des Klausenrennens auf den 10. und 11. August. Die neuen Statuten gewähren der Sportkommission das Recht, sich selber zu ergänzen. Schüesslich wurde Herr A. Töndury, Zürich, einstimmig zum Vizepräsidenten der nationalen Sportkommission erwählt, eine Nachricht, die in der ganzen deutschen Schweiz mit grossem Beifall aufgenommen werden wird und dem verdienten Klausenorganisator zur Ehre gereicht. Er kommt nicht zur Ruhe! Nach neuesten Berichten ist Campbell immer noch mit seinem Flugzeuge (merkwürdig, kürzlich war es doch ins Meer gestürzt!) über Afrikas Erde auf der Suche nach einer Autorekordbahn. Nach einem telegraphischen Bericht soll er 400 Meilen von Kapstadt entfernt in der Nähe des Oranje-Flusses ein 32 Kilometer langes und 16 Kilometer breites Schlammfeld ge- , funden haben, das von der Sonne ausgetrocknet, eine ideale Rennbahn dar- u. — nach Ansicht von Autoritäten — Daytona Beach in Die öffentlio he Vorführung der Volk hart-ßaketenwagens in Berlin. Oben: Der Konstrukteur vor dem Start. Unten: Das Ladebrett. den Schatten stellt. Campbell soll es dort gelungen sein, ohne die Hände am Volant zu haben, ein Tempo von 120 km zu erzielen, v. Biaufonds-La Chaux-de-Fonds-Rennen. Die Sektion des Montagnes Neuchäteloises beschloss in einer ausserordentlichen Generalversammlung die Durchführung des Biaufonds-Chaux-de-Fonds-Rennens im September 1929. v. Mailand-Oslo. Die italienischen Automobilisten, welche, wie bereits berichtet, einen Raid Mailand-Oslo zurücklegen, um an der in Oslo stattfindenden Gedächtnisfeier für den beim Rettungsversuch der Nobile-Gruppe verunglückten Arktis-Forscher Roald Amundson teilzunehmen, haben Berlin in zwei Gruppen passiert. Für den über 2300 Kilometer führenden Raid muss ein Stundenmittel von 40 km eingehalten werden. In dem Lanciawagen des bekannten Fahrers Strazza befand sich der aus den Nobile-Abenteuern rühmlichst bekannte Hauptmann Viglieri. An der anstrengenden Fahrt beteiligen sich sechs Damen. v. Die Sternfahrt nach Monte Carlo. Zieltag 23. Januar 1929. Das Merkmal der diesjährigen, soeben erschienenen Ausschreibung ist eine Reglementsänderung, dahingehend, günstigere Bedingungen für die mittelstarken und starken Wagen zu schaffen. Ebenso ist das Durchschnittstempo etwas erhöht worden; es dürfte unter Einschluss der Ruhepausen zwischen 30 und 40 km variieren. Eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit als 43 km ist verboten. Wer das Minimum nicht erreicht, scheidet aus. Eine bedeutende Punktzahl, nämlich 30, wird für die Höchstzahl der beförderten Insassen vergeben. Die Höchstzahl für Wagen unter 1400 cm 3 beträgt 3, erfüllt alle Ansprüche, die Sie an das erstklassige, moderne Automobil stellen 1 Der dem Stutz eigene tiefste Schwerpunkt gibt ihm nicht nur grössere Siehe» heit, als sie andere Marken bieten, sondern macht ihn auch zum ruhigsten Wagen, da er die seitliche Schwingung fast aufhebt. Ausserdem ist Stutz infolge Schönheit und Rasse der Wagen der ersten Gesellschaftskreise, von 1400 bis 2800 cm 3 4 und was darüber ist 5 Insassen. Die Kilometerstunde ist mit 5 Punkten dotiert, so dass es empfehlenswert ist, den 40-Kilometer-Stundenhöchstdurchschnitt zu erreichen. Für die ins Gewicht fallende Wertung der Distanz ist ein Weg von 1000 km grundlegend, wofür 45 Punkte ausgesetzt werden. Bei kürzeren Strecken wird ein angemessener Abzug, für längere Strecken ein Zuschlag in Anwendung gebracht. Wie üblich, haben die Konkurrenten ihre Durchfahrt bei den offiziellen Kontrollen stempeln zu lassen. An die Sternfahrt schliesst sich traditionsgemäss eine Regelmässigkeitskonkurrenz am Tage nach der Ankunft an. v. Die Sitzung der internationalen Tourismuskommission in Brüssel. Am 12. Dezember tagt, wie wir schon früher berichtet haben, die C. T. I. in der belgischen Hauptstadt. Die Schweiz wird offiziell durch dem Präsidenten des A. C. S., Herrn Dufour, vertreten sein. In seiner Eigenart als Chef des internationalen Tourismus-Bureau in Genf reist auch Herr Empeyta nach Brüssel. Herr Empeyta wurde übrigens auch ersucht, den Automobil-Club von England zu vertreten. AV ÄT Der Genfer Salon für Aviatik. Das Komitee zur Organisation der im Frühjahr 1929 stattfindenden ersten schweizerischen Ausstellung für Touren- und Sportflugzeuge wurde letzten Samstag unter Vorsitz des Präsidenten des Clubs Suisse d'Aviation wie folgt bestellt: Präsident: Maurice Duval; Vizepräsident:^ Hauptmann Weber; Finanzen: Firmenich; Architekt: Martin Frank; Restauration: Chalut; Presse und Propaganda: Jules Decrauzat; Polizei: Jules Neher; Beisitzer: Oberst Messmer, Präsident des Ae. C. S., Trachsel und Odier vom Genfer Verkehrsverein, Robert Marchand, Primault, Loriol, Edm. Barde, Olivet, Oberstleutnant Gerber, Präsident der Sektion Zürich des Ae. C. S., Schlegel, Generalsekretär des Ae. C. S., Ansermier, Pittard, Duaime :—* Neue italienische Alpenstrassen. Die neue Alpenstrasse im Veltlin, die bei Morbegno abzweigt und nach Gerola führt und bei einer Steigung von 200 auf 1050 Meter eine Länge von 16 Kilometer hat, ist eröffnet worden. Ferner wurde eine über das obere Camonica-Tal führende Strasse, die eine Länge von 20 Kilometer besitzt und von Ponte dt Legno nach Bormio führt, dem Verehr übergeben. Nachtfahrverbot und Taxerhöhung im Kanton Luzern. Im Anschluss an die Vorführung der Filme — englischer Motocycle-Film und schweizerischer Motorsport-Film — machte der Vorsitzende, Herr H Schröter-Leu, aufmerksam auf einige Härten doa neuen, im Wurf befindlichen luzernischen Automobilgesetzes. Dieses würde unter anderem dazu führen, dass z. B. ein Motorradfahrer, der unterwegs eine Panne erleidet, verhindert wäre, nach Hause zu fahren und an Ort und Stelle übernachten müsste; ferner würde es zur Folge haben, dass z. B. Viscosearbeiter, die die Arbeitsstelle in Emmenbrücko und ihre Wohnung in Hergiswil oder Stana haben, auf die Ausübung ihres Berufes verzichten. i müssten. Im weiteren wandte sich der Redner aucli gegen die geplante, nach seiner Auffassung vollständig ungerechtfertigte Taxerhöhung. H. Buchmann gab Auskunft über den derzeitigen Stand dieser Frage in Zürich. Automobilisten und MotorfaUrer haben sich zusammengeschlossen und es soweit bringen können, dass von einem Nachtfahrvorbot für Motorräder Umgang genommen wurde. Die dortige Regierung hat zugesichert, den Auswüchsen gewisser Motorradfahrerkreiso in erster Linie mit erzieherischen Mitteln zu begegnen; das System wurde so gehandhabt, dass Leute, die sich schlecht aufführten, zunächst auf Angabe irgend eines Clubs, welcher dieser Organisation angehört, von der Polizei verwarnt werden. Fruchtet dio Verwarnung nicht, so erfolgt unnachsichtlich Uebprweisung an den Strafrichter und Büssung des Schuldigen, im ersten Falle mit Fr. 100.—, im. Wiederholungsfalle mit Fr. 200.— und eventuellem Entzug der Fahrbewilligung. •, H. Zwimpfer sprach speziell für eine Erziehung der Motorradfahrer und die Ausübung einer Lärinkontrolle, und zwar einer fliegenden Kontrolle. Gegenüber dem Nachtfahrverbot machte er geltend, daes es undemokratisch sei, weil es sich speziell gegen die kleinen Leute richte, welche die harto Massnahme besonders schwer empfinden. H. Hehnlin, Präsident der Sektion Waldstätte des T. C. S., gab bekannt, dass sich die Sektion Waldstätto bereits mit einer längeren Eingabe gegen das Nachtfahrvorbot und die Erhöhung dor Taxen gewehrt habe. H. Engler äusserte sich noch allgemein zu diesem Thema. H. Grossrat Professor Huwyler gab die beruhigende Zusicherung ab, dass es wahrscheinlich nicht zu einem Nachtfahrverbot kommen werde, und wies den Weg zu einem erfolgreichen Vorgehen. H. Buchmann reichte sodann eine Resolution ein, dahingehend, dass die heutige Versammlung, bestehend aus Motorfahrern und Automobilisten, gegen ein Nachtfahrverbot protestiere, und dass sie Hand biete, gegen die Auswüchse vorzugehen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen, ebenso ein weiterer, dass aus den Vertretern des T. C. S., A. G. S. und der ü. M S. eine Kommission gebildet werden solle, welcho die diesbezüglichen Interessen der Motorfahrer und Automobilisten bei den Behörden mit allem Nachdruck zu wahren habe. Auch die Frage der Erhöhung der Steuern für Motorfahrzeuge wurde zur weiteren Ausarbeitung an die Kommission gewiesen. Diese wird Endo dor Woche ihre Sitzungen aufnehmen. Dr. R. Z.