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E_1929_Zeitung_Nr.050

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE 1929 - N°50 Stromleiter, z. B. einem Draht, ein elektrischer Strom entsteht, wenn man einen Magneten an ihm vorüberbewegt. Ober umgekehrt : Es entsteht ein elektrischer Strom, wenn man einen Draht an einem Magneten vorbeibewegt. Die praktisch günstigste Anordnung zu einer Stromerzeugung auf dieser Basis besteht nun darin, dass man den Draht auf einen rotierenden Körper aufwickelt und diesen Körper mit einem feststehenden Magneten umgibt. Die Wicklung anstelle des einzelnen Drahtes ergibt dann noch den Vorteil, dass die erzielte elektrische Spannung höher wird. Man erhält mehr Volt. Der erzeugte Strom braucht jetzt nur mehr durch Schleifbürsten vom rotierenden Teil abgenommen zu werden. Während die ersten Dynamos nach diesem Prinzip aufgebaut waren, erkannte man bald, dass es schwierig ist, durch Stahlmagnete Schaltungsschema einer (Dynamo mit Regelung durch Schnellregler. S = Statorwicklung, M = Elektromagnet, K = Kontakt. F = Feder, die den Kontakt entgegen der Wirkung des Elektromagneten zu schliessen versucht, W = Widerstand, B = Batterieanschlüsse. Regelung durch dritte Bürste. Das zweit© System erkennt man äusserlich daran, dass neben den zwei früher erwähnten Abnehmefbürsten eine dritte Bürste vorhanden ist. Die Abzapfung des Erregerstromes erfolgt an einer der gewöhnlichen und der dritten Bürste. Der Erregerstrom steigt bei dieser Abzapfung aus Gründen, auf die wir hier nicht näher eingehen können, beim Steigen der Ankertourenzahl nur bis zu einem bestimmten Höchstwert und bleibt dann annähernd, konstant. Dementsprechend verhält sich dann auch die Stromabgabe nach aussen. Der Höchstwert kann dabei innert gewisser Grenzen beliebig eingestellt werden, indem man die dritte Bürste im Drehsinn des Ankers oder umgekehrt verschiebt. Eine Verschiebung der Bürste in der Drehrichtung des Ankers ergibt dabei eine Verstärkung des Stromes, eine Verschiebung gegen die Drehrichtung eine Verminderung. Von dieser Einstellmöglichkeit kann man unter Umständen Gebrauch machen, um die elektrische Anlage eines Wagens den speziellen Verhältnissen anzupassen. Damit wären eigentlich die Geheimnisse des Elektrizitätswerkes im Auto gelüftet Die Tatsache, dass der Strom durch Schalter in die richtigen Bahnen gelenkt und durch Sicherungen am Ueberschäumen verhindert wird, ist für Sie ja so selbstverständlich, dass weitere Erklärungen überflüssig sind. (Fortsetzung folgt.) Galvanisches Verkadmisieren. Die Herstellung galvanischer Kadmiumniederschläge auf Metallwaren ist ein neuerdings aufblühender Zweig der Veredlungsindustrie. Trotzdem sind die Plattierungen mit Kadmium nicht neu, sondern waren schon im vorigen Jahrhundert bekannt. Infolge technischer Mängel haben sie sich erst später in der Praxis eingebürgert; denn Kadmiumüberzüge sind wie keine anderen geeignet, Eisen vor Korrosion jeglicher Art zu schützen. Die Farbe des Kadmiums ist dem Silber ähnlich und übertrifft die galvanische Verzinkung an Metallglanz, Härte und Widerstandsfähigkeit. Weitere Vorteile liegen in der schnelleren Abscheidung des Kadmiums gegenüber dem Zink, so dass bei gleicher Stromstärke in der gleichen Zeit etwa das Doppelte des Zinks niedergeschlagen wird. Theoretisch scheidet eine Amperestunde 2,096 g Kadmium ab, die praktische Stromausbeute beträgt etwa 80 bis 90%. Um einen genügenden Rostschutz für Eisen zu erhalten, genügt meist eine Auflage von 20 bis 30 g Kadmium pro Quadratmeter. Die Erzeugung solcher Ueberzüge dauert etwa 15 bis 20 Minuten, sie stellen sich auch nicht viel teurer als eine gewöhnliche Vernicklung. Die Stärke eines solchen Niederschlags beträgt 0,005 bis 0,007 mm. Brauchbare Kadmiumniederschläge werden in folgender Lösung hergestellt: 100 1. Wasser, 5 bis 8 kg Cyankadmiumkalium, 1 bis 1,5 kg Cyankalium. Zur Erhöhung -der Ce n'est que par l'essai d'une Leitfähigkeit werden noch Natrium-, Kaliumund Ammoniumsalze in geringen Mengen als Leitsalze verwandt. Durch Zusatz von Cyanquecksilberkalium (2 g je Liter) als Leitsalz wird eine ausgezeichnete Streuung erzielt; nur wird der Niederschlag durch diesen Zusatz matt. Man arbeitet bei 30 bis 50 Grad Celsius mit 3 Volt Spannung und einer Stromdichte von 0,75 bis 1,5 Amp. je qm, die Badkonzentration beträgt 5 bis 7,5 Grad Be. Die. in diesem Bad erzielten Niederschläge sind silberweiss. Die Wasserstoffkonzentration ist ziemlich gering, wodurch porenfreie Niederschläge ermöglicht werden. Zur Erzielung glänzender Niederschläge werden dem Elektrolyten geringe Mengen einer Arsenik- oder Süssholzwurzel-Auflösung zugesetzt. Es lassen sich alle Metalle mit Kadmium überziehen. Auch das Ueberziehen von kleinen Massenartikeln in Trommel- oder Schaukelapparaten unterliegt keinerlei Schwierigkeiten. Als Anoden verwendet man Gussanoden aus Kadmium. Bei Anwendung hoher Stromdichten, etwa über zwei Amp. pro qm, bildet sich vorzugsweise bei Cyankaliummangel Anodenbelag oder Anodenfilm. Der Bildung des Anodenfilms lässt sich durch Temperaturerhöhung abhelfen. Die Kadmiumbäder arbeiten ziemlich konstant, so dass sie ausserordentlich sicher und billig sind. Die Löslichkeit der Anoden entspricht ungefähr der Abscheidung des Metalls an der Ware, so dass der Wirkungsgrad der Kadmiumbäder nahezu 1,0 ist. Die Veränderung der Bäder und die erforderlichen Zusätze sind demnach gering, wodurch die Herstellung von Kadmiumniederschlägen bedeutend vereinfacht wird, Grosse Anwendung findet, wie ein Fachmann im «Technischen Blatt» schreibt, die Verkadmiung in Amerika als Rostschutz für Eisen. Von vielen Abteilungen der amerikanischen. Regierung wird die Verkadmiung für Teile, welche der Korrosion ausgesetzt sind, verlangt. So wurde z. B. das Flugzeug Lindberghs auf seinem Ozeanflug in seinen wesentlichen Teilen mit Kadmium versehen. Mit dem Salzsprühverfahren wurden Versuche auf 0,005 mm starken Niederschlägen aus der Vernicklung angestellt, welche nach zwei Stunden rosteten, während Kadmiumniederschläge bei 1860 Stunden noch nicht rosteten. Die beste galvanische Verzinkung rostete erst nach 650 Stunden. Amerikanisches Rostschutzverfahren im französischen Automobilbau. Im Automobilbau Frankreichs findet das «Parkerisieren», ein ursprünglich amerikanisches Rostschutzverfahren, immer mehr Anwendung. Dieses Verfahren gewährt einen vollkommenen Rostschutz selbst für die dem Regen und Schmutz besonders stark ausgesetzten Chassisteile und hat zudem den Vorteil geringer Anwendungskosten. Um einen Gegenstand zu «parkerisieren>, braucht man ihn nur mit dem Sandstrahlgebläse oder sonstwie sauber zu reinigen und dann in eine fast siedende Lösung von Parkersalzen hineinzuhängen. Die Oberfläche des Eisens wird so in Phosphat-Verbindungen umgewandelt. Die Konzentration der an sich unbeschränkt haltbaren und geruchlosen Parkersalzlösung ist durch ein einfaches Verfahren leicht zu ermitteln. i Auch mechanisch beanspruchte Teile, wie z. B. Wagenfedern, lassen sich auf diese Arü rostfest machen. Die Schutzschicht haftet ausserordentlich fest. Aus diesem Grund findet das Verfahren auch vielfach an Stelle der Mennige-Grundierung von Anstrichen Verwendung. Das «Parkerisieren» verändert weiter die Dimensionen der behandelten Teile nicht, so dass auch fertig bearbeitete Stücke rostsicher gemacht werden können. Praktische Winke Verbesserung des .Verdeckabschlusses. Bei Wagen mit den bisher üblichen Klappverdecken, lässt vielfach der Abschluss zwischen zwei aufeinanderfolgenden Seitenteilen an Dichtigkeit zu wünschen übrig. Eine kürzlich zum Patent angemeldete neue Verdeckbauart soll diesem Uebelstand dadurch abhelfen, dass an den Stossfugen der Seitenteile die Verdeckbahn bis zum Karosserie- Seitenansicht der neuen Verdeckbauart, d = Ver- 1 deck, e = zur Karosseriekante heruntergezogener Seitenlappen, rand heruntergezogen ist. Die Seitenteile selbst werden dabei mehr oder weniger trapezförmig ausgeführt. Die beigefügte Skizze zeigt, dass der Eindruck des Wagens nur cewinnt. 13 CV. le nouveau produit de la qu'il est possible de juger de la perfection atteinte par la technique automobile moderne. 6 CYLINDRES, 4 VITESSES, 7 PALIERS La seule solution rationnelle pour la Sulsse „FIAT Conduite interieure 5 places: Fr. 9.900 est une garantie! S. A. pour le Comerce des Automobiles FIAT en suisse GENEVE AGENTS DANS TOUS LES CANTONS. DIESER KOLBEN gehört in Ihr Automobil. 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