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E_1929_Zeitung_Nr.048

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U Verkehr und Strasse

U Verkehr und Strasse Das luzernische Automobilgesetz Nachdem das luzernische Automobilgesetz nun endgültig unter Dach, möchten wir nochmals kurz das Wesentlichste zur Orientierung unserer Leser zusammenfassen. Bezüglich der Prüfungen für Motorfahrzeugführer enthält das Gesetz die Vorschrift periodischer Nachprüfungen für alle diejenigen, welche ihre Fahrtätigkeit während zwei Jahren unterbrochen haben. Was die Bereifung anbelangt, so wird festgestellt, dass Eisenbereifung nur in Ausnahmefällen zugelassen ist und die Vollgummibereifung nach einer Frist von zwei Jahren völlig untersagt wird. Das Qesamtgewicht eines beladenen Motorlastwagens darf elf Tonnen, das Gesamtgewicht eines Lastzuges darf fünfzehn Tonnen nicht übersteigen. Die Höchstbreite für alle Motorfahrzeuge wird auf 2.2 Meter festgesetzt. Das Nachtfahrverbot für Lastwagen und Motorräder, das von verschiedenen Seiten verlangt worden war, ist fallen gelassen worden* dafür sind Vorrichtungen vorgeschrieben, welche geeignet sind, jeden störenden Lärm zu verhindern. Bezüglich des Abölendens ist neu die Vorschrift, dass Motorfahrzeuge bei Begegnung mit andern Fahrzeugen in allen Fällen abzublenden haben, bei Begegnung mit Personen und Tieren sollen die Scheinwerfer mit möglichster Vorsicht verwendet werden. Für Motorräder, Fuhrwerke etc. sind besondere Beleuchtungsvorschriften aufgenommen. Zuverlässigkeitswettfahrten werden bewilligt, dagegen sind Schnelligkeitswettfahrten untersagt. In der Regelung der Versicherung ist neu die Bestimmung, dass die Versicherungsgesellschaften die Leistung gegenüber Verletzten nicht reduzieren dürfen, wegen grobfahrläsiger Herbeiführung des Schadens oder schuldhafter Verletzung der Anzeigepflicht. Der Vorbehalt von Artikel 11 des Konkordats, die Ueberbindung von 10 Prozent des Schadens auf den Versicherungsnehmer betreffend, konnte nicht ausgemerzt werden, wie es von verschiedenen Seiten verlangt worden war. Die Gebührenfrage wuide neu geordnet Es ist vorgesehen, das 25 Prozent des Nettoerträgnisses den Gemeinden zu speziellen Strassenzwecken überwiesen werden sollen. Das Gesetz wird bezüglich der Bestimmungen und der Verteilung der Gebühren auf 1. Jan. 1929 rückwirkend erklärt. Basler Yerkehrsfragen. Der projektierte Trambahntunnel. Die Stadt Basel beschäftigt sich seit einiger Zeit intensiv mit Verkehxsfragen. Wir hatten schon mehrmals Gelegenheit, über die geplante Neuanlage des Barfüsserplatzes zu schreiben. Nun wurde anlässlich der jüngst ausgeschriebenen Konkurrenz zur Umgestaltung des Barfüsserplatzes auch ein Vorschlag eingereicht, der, weil ausserhalb der vorgeschriebenen Grenzen liegend, bei der Beurteilung der Pläne nicht in Frage kam. Es ist das sogenannte Tunnel' Projekt von Architekt Musfeld. Es greift die Idee einer Benutzung des gewölbten Birsigbettes als Strasseribahntunnel auf. Architekt Musfeld, der Verfasser dieses Projektes, äussert sich in der

N° 48 — 1929 AUTOMOBIL-REVUE 15 mehrt. Man kann also pro Jahr einen Zuwachs von rund zweitausend Fahrzeugen annehmen. Die Zahl der Unfälle ist von 513 im Jahre 1927 auf 655 im Jahre 1928 gestiegen. Man zählte 303 Verletzte und 17 Tote. Interessant ist die Zahl der Unfälle an den verschiedenen Verkehrsplätzen. Als besonders gefährlich erwiesen sich dabei die Kreuzungen, wo sich 300 Verkehrsunfälle zutrugen. Bei Gabelungen gab es 136 Zu- Publikum angesammelt, das seine billige Weisheit feilhält und mehr gesehen hat, als sammen stösse, auf Plätzen 67, auf denüberhaupt passiert ist In seiner Verlegen- Rheinbriicken 20 und auf geraden Strecken 132. Den Rekord der Unfallzahlen stellt der Aeschenplatz auf mit 26 Unfällen. Was die zeitliche Verteilung der Strassenverkehrsunfälle anbelangt, so wurde eine besondere Häufigkeit an Samstagen und Montagen konstatiert. Bunt» Chtonik ! Gr. Taschen zu ! Die Sektion Zürich des A.C.S. hat kürzlich in der Club-Zeitung auf ein sog. «Autobuch» verwiesen, das mittels des unberechtigten Aufdruckes «Auto-Glutomitglieder» vertrieben wird. Dieses «Autobuoh» erscheint in einem Verlag «Interim» in Zürich, hinter welchem sich nach den Mitteilungen der Sektion Zürich offenbar der •Bedser'sche Verlag in Stuttgart versteckt. Da «Autobuch» wird in jener Meldung als ziemlich wertlose Reklamebroschüre beizeichnet und Strafanzeige durch die Sektion Zürich wegen unlauterem Wettbewerb erstattet. Es ist wieder einmal am Platze, dass die 'Fachpresse vor dubiosen Elementen warnt; was zurzeit auf diesem Gebiet alles angeboten wird, geht weit über das Mass der Bedürfnisse oder der Zweckmässtgkejft hinaus. Unter allerhand Plaggen werden «Auto- 'bücher, Führer und Karten herausgegeben, die meist buchstäblich unter Ausschluss der Öffentlichkeit Automobilverkehr ohne Jeglichen Wert sind. Die Dummen, die ja bekanntlich nie alle werden, sind diejenigen, welche sich unter allerlei Vorwänden Anzeigen-Aufträge ablocken lassen, die keinerlei Erfolg haben können, da, wie gesagt, derartigen Broschüren jede •Notwendigkeit für die Praxis abgeht Der Automobilist wird heutzutage mit guter Fachliteratur so reichlich versehen, dass, ausgesehen von den bewährten und wohlbekannten Veröffentlichungen, die übrigens fast durchwegs offiziell von anerkannten Verbänden herausgegeben werden, keinerlei Bedfttrnls vorliegt Qeschäftsfirmen, w«lch« ihre Bekanntmachungen in jenen bewährten Veröffentlichungen erlassen, haben die Sicherheit für eine seriöse Verbreitung, infolgedessen auch für Erfolg. Allen andern Autobüchern gegenüber ist grösste Vorsicht am Platze, deshalb der Rat: Taschen zu! Automobil und Gewerbe. Im «Freien Rätier» beklagt sich ein Handwerker wohl mit Recht darüber, wie gewisse Verkehrsbestimmungen, anstatt das Gewerbe in seinen Bemühungen zu unterstützen, nur hemmen und dem Handwerker die Verdienstmöglichkeiten einschränken. Eine kürzlich erfolgte Bekanntmachung im Amtsblatt ordnet nämlich an, dass Personenautomobile zwar zum Warentransport verwendet werden können, dass aber «weder am Motorfahrzeug, noch an seinen Bestandteilen den Warentransport erleichternde Aenderungen vorgenommen werden dürfen!» Wenn diese Bestimmung aus dem Mittelalter stammte, wo fast sämtliche Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens irgend einer Vorschrift unterstanden, so könnte sie nicht pedantischer sein. Es wird doch weder der Staat, noch die Allgemeinheit und auch die Verkehrssicherheit keineswegs beeinträchtigt, wenn nun der Besitzer eines Personenautomobils das Fahrzeug etwas herrichtet, damit es sich für den Warentransport besser eignet und die Automobilausstattung dabei nicht allzusehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Der Einsender weist mit Recht darauf hin, dass die Weitläufigkeit des Bündner Gebietes die Geschäfte ordentlich erschwere und dieset Nachteil nur durch günstige Verkehrsbedingungen behoben werden kann.. Dieser Tatsache kann sich die Behörde doch sicherlich auch nicht verschliessen und wird deshalb wohl nicht mit kleinlichen Bestimmungen die gewerbliche Freizügigkeit, zu der auch die weitgehende Benützung des Automobils zu zählen ist, unterbinden wollen. Oder sind da etwa auch Bahninteressen im Spiel? Wir glauben nicht, dass der Bündner so kleinmütig ist, und wird die Einsendung sicher ihren Zweck nicht verfehlen. z. s Der Passant, ein unzuverlässiger Zeuge. Ereignet sich da vor wenigen Tagen in Zürich eine Kollision zwischen einem Automobilisten und einem Radfahrer, wobei glücklicherweise nur Sachschaden entstand, indem das Rad gründlich demoliert wurde. Die beiden Fahrer verständigen sich gegenseitig dahin, dass der Automobilist für den Schaden aufkommen wird. Der Radfahrer notiert sich die Nummer des Automobils, vergisst aber in der Aufregung, sich gleichzeitig auch den KontroUbuchstaben zu merken. Er wird sich dieser Unterlassung erst bewusst, als der Automobilist bereits weggefahren ist Natürlich hat sich während der Unterhaltung nach erfolgtem Zusammenstoss das obligate heit wendet sich der Radfahrer nun an die Nächststehenden, von welchen besonders einer behauptet, den ganzen Vorfall gut beobachtet und sich alle Details wohl gemerkt zu haben. Der betreffende Passant der übrigens im Dienste einer öffentlichen Verwaltung steht, erklärt, die Nummer genau gesehen zu haben und gibt dem Radler den ihm entgangenen Kontrollbuchstaben an. Als der an der Kollision beteiligte Radfahrer nun auf Grund der also komplettiertet! Polizeinummer den dazugehörigen! Automobilisten eruiert hat, stellt es sich heraus, das;, es absolut nicht derjenige Fahrer war, der in Frage gekommen wäre. Der Gewährsmann des Radlers hatte diesem nämlich einen unrichtigen Buchstaben angegeben. Glücklicherweise war der Radfahrer selbst in der Lage, den Irrtum sofort festzustellen und bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich bei dem unbegründet alarmierten Automobilisten zu entschuldigen und nun darübei nachzudenken, wie er doch den richtigenAutomobilführer ausfindig machen kann! So geschehen im Wonnemonat Mai zu Zürich! Spass beiseite: Wenn verschiedene unglückliche Zufälle es gewollt hätten, so wäre es für den unbeteiligten Dritten noch eine schwierige Sache gewesen, sich überhaupt als Unschuldiger auszuweisen. Zudem bekleidet der Dritte, der sich als Zeuge gemeldet hatte, eine solche Stellung, dass vor Gericht seiner Aussage wahrscheinlich grösseres Gewicht beigelegt worden wäre, erscheinen und für den als derjenigen einer beliebigen Privatperson. Als Zeuge vor Gericht zitiert, hätte er wohl ohne weiteres und bestimmt darauf verharrt, dass er die Nummer ganz genau abgelesen habe und sich derselben sehr gut erinnern möge! In obigem Fall hat sich der Knoten glücklicherweise noch deicht und rechtzeitig lösen lassen, aber das Beispiel mag Behörden und Gericht als Fingerzeig dafür dienen, wie ungemein vorsichtig Aussagen von unbeteiligten Dritten aufgenommen werden müssen, auch wen diese noch so> sehr die Genauigkeit ihrer Wahrnehmungen glauben unterstreichen zu dflrfenl 7, Auch die italienische Automobilindustrie schliesst sich zusammen. Die italienischen Automobilfabriken Fiat, Spa und Ceirano, die alle drei in Turin domiziliert sind, haben sich zusammengeschlossen zwecks gemeinsamer Herstellung von Lastautomobilen und Autobussen, mg. Nationalisierung der Autofabrikation. Nachdem Spanien bereits den Flugzeugbau nationalisiert hat, beabsichtigt die Regierung, auch die Autofabrikation in ähnlicher Weise zu nationalisieren. Mari beabsichtigt damit, die Einfuhr ausländischer Automobile, die bisher jährlich etwa 400 Millionen Pesetas betrug, einzuschränken. mg. Vom Autobusverkehr In Wiesbaden. Wie wir letzthin mitteilen konnten, hat die Stadt Wiesbaden ihre Strassenbahnen durch Autobusse ersetzt Gegenüber dem Verkehr bei der Strassenbahn ist bei den Autobuslinien im ersten Monat eine 50prozentige Verkehrssteigerung eingetreten. Wie man hört, hat der Magistrat von Wiesbaden bereits die Anschaffung von weitern 16 dreiachsigen Omnibussen beschlossen. Privater und staatlicher Autobusverkehr in Oesterreich. Die österreichischen Bundesbahnen haben beschlossen, die Autobuskonkurrenz mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen und eigene Autobuslinien längs der Bundesbahnstrecken zu eröffnen. Die Privatautobusbesitzer, welche durch diese Neuerung empfindlich geschädigt werden, bekämpfen die Bundesbahnen auf das heftigste. Wie bei uns in der Schweiz wird ihnen noch das Leben schwer gemacht durch die österreichische Postverwaltung, die ihrerseits die Absicht hat, ganz Oesterreich mit einem dichten Netz von Autobusverkehrslinien zu überziehen, die zum Teil auch im Winter betrieben werden sollen, um die Wintersportgebiete dem Fremdenverkehr zu erschliessen. #f« tunken Die Seetalstrasse soll, wie man vernimmt, demnächst für den Ausbau an die Hand genommen werden: es wird eifrig an den Projekten für Bahn und Sfcrasse gearbeitet. —y. FUDJHRE ENNHEIM ZQHRINCERSTR. 32 ZÜRICH Desmond's „MIRACLE Oll/ 1 hat das Problem der Obenschmierung endgültig gelöst, in* dem es, dem Benzin beigemischt, in der Explosion nicht verbrennt, dadurch Zylinderwände, Ventilschäfte und Kolbenringe regelmässig mit einer feinen Schicht Oel belegt, was ein vollkommenes Abdichten dieser Teile und volle Auswirkung der Motorenkraft mit mindestens 15 °/„ Benzinersparnis bewirkt und das Verhärten des Russes verhindert. (Die Literkanne k Fr. 12.— reicht für 320 Liter Benzin.) In jeder Garage erhältlich. Generalvertretung: 16 Aegertenstrasse 16 Für die Kantone Bern u. Solothurn: E. Stnrzenegger, Benndenfeldstr. 11, Bern. Für die Ostschweiz: A. Barth, St. Jakobttrasse 87, St. Gallen. 1t empfiehlt sich hSfl. für alle Ins Fach einschlagenden Arbeiten. Prompte Bedienung bei massigen Preisen. Sohöne Autostrasse Luzem-Emmenbrücke-Lenzburg, vorbei am reizenden Baldegger- und Hallwilersee und von ,,. 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