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E_1929_Zeitung_Nr.054

E_1929_Zeitung_Nr.054

Fahrer und Ersatzfahrer

Fahrer und Ersatzfahrer besetzt sein und, diese müssen während der ganzen Fahrt dieselben bleiben. Es konkurrieren Einzelfahrer und Markenfeams. Interessant ist, dass die als Einzel- •fahrer genannten Konkurrenten gleicher 'Marke von den 1 Fabriken zu Markenteams ^usammengefasst werden können. Auch die in obiger Tabelle angegebenen vorgeschriebenen Durchschnittsgeschwindigkeiten weisen gegen das vorjährige Reglement einige Veränderungen auf. So ist in Anbetracht der geringen Wendigkeit der grossen Wagen die obere Grenze der Durchschnittsgeschwindigkeit verringert (Höchstgeschwindigkeit), währenddem andererseits die" Mindestgeschwindigkeiten erhöht worden sind. Der Wunsch nach schärferer Auslese tritt auch in den Wertungsbedingungen der Ausschreibung zutage. Um eine ex-aequa-Wertung zahlreicher Teams oder Einzelfahrer auszuschliessen und allein die Spitzenleistung mit dem Alipenpokal zu belohnen, wird auf der Strecke in Abschnitten mit besonders alpinem Charakter die Innehaltung der 'Minimaldurchschnittsgeschwindigkeiten kontrolliert werden. Als Prüfstrecken sind ausersehen : der Anstieg zum Katschberg, Pordoi,' Jauffen und Stilfser Joch. Nach den liier erreichten Ergebnissen soll im Falle mehrerer Sieger sonst gleicher Leistung die Wertung aufgestellt werden. Es liegt auf der Hand, dass durch diese Massnahme die Auslese verschärft und der sportliche Wert des Alpenpokals ausserardentlich erhöht •wird. Die Einzelfahrer erhalten bei vorschriftsmässiger Absolvierung der Strecke den Alpenbecher; das als Erstes gewertete Team jeder Gruppe erhält den Alpenpokal. Erster Nennungsschluss mit einfachem 'Nenngeld ist der 1. Juli 1929, zweiter Nenimngsschluss mit doppeltem Nenngeld ist der 16. Juli 1929, Die Nennenden von Markenteams haben für jedes Team eine Einschreibegebühr von der 1 Höhe der einfachen Nenragebühr zu entrichten. (Diese beträgt 200 Mark. Die Schweizer bezahlen den Wert dieses Betrages in der Landeswährung.) Den Einzel- Fahrern wird für jedes gestartete Fahrzeug die Hälfte des Nenngeldes zurückgezahlt. 'Deutsche Konkurrenten nennen beim A. v. D., italienische Konkurrenten nennen beim •Kgl. Automobil-Club von Italien, österreichische Konkurrenten nennen beim Oesterreichischen Autom|bil-Clüb in Wien, Schweiger Konkurrenten nennen beim Schweiz. Automobil-Club in Genf. Konkurrenten, Fabriken und Vertreter aus anderen Ländern nennen beim A. v. D. in Berlin. Entweder von den Fabriken der genannten Marken oder von einer vom zuständigen -Automobil-Club namhaft gemachten offiziellen Stelle müssen sich die Konkurrenten die Serienmässigkeit ihrer Fahrzeuge bescheinigen lassen. Die Richtigkeit dieser Bescheinigungen prüfen die Sportko,mmissionen der zuständigen Clubs, während die Abnahmekommission in München die Fahrzeuge und die Papiere der Fahrer endgültig prüft und über die Zulassung entscheidet. Ort, Zeit und nähere Bestimmungen über die Abnahme werden später bekanntgegeben. Nach der Abnahme und auf jeder Etappe werden die Fahrzeuge fahrfertig im geschlossenen Pari untergebracht. Aus diesem werden sie ge- 'Startet, indem ein Funktionär dem Fahrer •seine Startzeit bei stehendem Motor ansagt. Der Park ist alsdann sofort zu verlassen. Alle Arbeiten am Wagen sind ausserhalb des Parks auszuführen und rechnen in die Fahrzeit. Am 1. Fahrtage werden die Wagen nach der Grössenordnung ihres Zylinderinhaltes gestartet, an allen übrigen Tagen nach der Reihenfolge des Eintreffens am Tagesziel. Durchfahrkontrollen werden auf jeder Etappe die Eintragungen ins Fahrtenbuch vornehmen. Ersatzräder und -reifen dürfen in beliebiger Zahl an Bord genommen und über Nacht auf den Etappen ergänzt werden. Die Sportkommissare haben jederzeit das Recht, Fahrzeugen die Weiterfahrt zu untersagen, welche infolge der Abnutzung der Bremsen oder aus anderen Gründen gefahrbringend erscheinen. Die Versicherungsbedingungen sind ebenso scharf gehalten wie im Vorjahre. Die Proteste sind durch das Internationale Reglement geregelt. Proteste, die sich auf die Fahrt selbst beziehen, müsisen spätestens zwei Stunden nach Ankunft in Mailand eingereicht werden. Ausführungsbestimmungen werden rechtzeitig ausgegeben. Bei eingehendem Studium der zum Teil sehr ins einzelne gehenden Bestimmungen dieser Ausschreibung kann man sich der Erkenntnis nicht versahliessen, dass hier «ine wesentliche Verbesserung gegenüber den Bedingungen des Vorjahres vorliegt, ein Zeichen also, dass die Alpenfahrt 1929 vielversprechenden Erfolgen entgegensieht. Diplomatie und Wirtschaft C. D. = Corps Diplomatique. Es wurde in der «A.-R.» wiederholt auf die misslichen Zustände hingewiesen, die entstehen können, wenn einzelne Diplomaten sich über die kantonalen Vorschriften etc. im Automobilverkehr hinwegsetzen und es ist zu begrüssen, dass Herr Nationalrat Vallotton-Warnery im Bundeshaus für die Beseitigung derartiger Missstände eintrat. Bereits ist nun ein praktisches Ereignis eingetreten; der Vorstand der Sektion Bern des A. C. S. hat kürzlich beschlossen, Eintrittsgesuche von Diplomaten in seine Sektion nur dann zu genehmigen, wenn der Atigemeldete die Automobil-Vorschriften des Kantons Bern einhält. Diese Stellungnahme ist erfreulich; die meisten bei unserem Lande akkreditierten ausländischen Vertreter kommen allerdings ihren Verpflichtungen korrekterweäse nach; einzelnen Herren aber, die eine Ausnahme von der Regel beanspruchen, sollte n\an durch «liebevolle Behandlung» die nötige Achtung vor unseren Gesetzen beibringen; Herr Motta hat schon ganz andere Kunststücke fertiggebracht. A Bernische Verkehrspropaganda. Wir haben in Nummer 52 ein Schreiben veröffentlicht, aus welchem hervorging, dass eine Bestellung im Umfang von mehreren tausend Franken einer berauschen Geschäiftsfirima entzogen wurde, weil der betreffende ausserkantonale Besteller nichts mehr mit bernischen Geschäften zu tun haben will, infolge der rückständigen Handhabung des Automobilverkehrs im Kanton Bern. Dieser Tage kam s ein ähnliches Beispiel zur Kenntnis. Ein grösseres Hotel des Berner Oberlandes versendet seine Hotelprospekte mit Einladung zum Besuch in die französische Schweiz und wünscht bei diesem Anlass die Empfehlung einer Automobilvereinigung. Der betreffende Verband lehnt nun die Empfehlung mit folgender Begründung ab : «Malheureusement, vu les chicanes sans fin que subissent les automobilistes dans Ie canton de Berne, nous ne prevoyonsipas pouvoir dünner suite ä votre demande.» Für das betreffende Hotel ist es ein magerer Trost, dass die bernischen Behörden die schlimmen, wirtschaftlichen Auswirkungen des berhischen AutotnobiWDelkretes hidit wahr haben wollen; die Sommersaison dauert bekanntlich nur einige Monate umd' da möchten gerade viele, etwas; abseits .'gelegen nen' Hoteliers gerne die Äutonibbilfährer bef sich sehen, denen es auf ein Dutzend Kilometer Weges'mehr oder •weniger" nicht ankommt. Hoffentlich wenden die Verkehrsvereine und Hoteilverbände auch ihrerseits bei der Regierung ihre Stimmen zu Gehör bringen,! vieleicht glaubt man diesen mehr als den; Automobilisten. ,A Weiteres von unseren Bahnen. Wie die Depeschenagentur mitzuteilen im-i stände ist, haben die Bundesbahnen Am Mai, dieses Jahres annähernd eine Million Franken mehr Transporteinnahmen als im glei-, chen Monat des Vorjahres. Die Wynental-Bahn ist in der Lage, für das Betriebsjahr 1928 einen Betriebseinnahmenüberschuss von. 84268 Franken zu verbuchen gegenüber 62000 Franken im Vor-: jähre, was eine Vermehrung der Einlagen in die Spezialfonds auf 47405 (27 519) Franken" ermöglichte. Auch der Güterverkehr hat eine erhebliche Zunahme zu verzeichnen. Die Aarau - Schottland - Bahn erarbeitete einen Ueberschuss von 44915 Franken, der zur Verzinsung der Schulden und zur Ueberweisung ansehnlicher Beträge in den Amortisations- sowie Erneuerungsfonds ausreicht. Auch die Emmentalbahn kann sich nicht Noch ein Bild vom Marchairuz-Rennen. Rampinelii auf Amilcar. 100 m vom Ziel entfernt. AUTOMOBIL-REVUE 1929 - Am nächsten Sonntag ist im schweizerischen Rheinstädtchen Rheineck sportlicher Grosstaig.' Die Sektion St. Gallen-Aippenzell des A. C. S. bringt einmal mehr ihre traditionelle Bergprüfungsfahrt zum Austrag. Die Propaganda für das Rennen hat mit aller Macht eitügesetzt und sicher werden wieder Tausende von Zuschauern die Spiralen der idealen Rennstrecke säumen. Nachdem das Rennen letztes Jahr innerhalb des Clubs ausgefahren wurde, zählt es heuer wieder für die schweizerische Meisterschaft. Neben dem Automobilrennen kommt ein Motorradrennen zum Austrag. Der organisatorische Apparat, der wiederum unter der straffen und umsichtigen Leitung von Herrn T. Walser, Präsident der Sektion St. Gallen- Appenzell steht, arbeitet reibungslos. Die einzelnen Kommissionen und ihre Leiter sind uns in Nr. 52 der «A.-R. > vorgestellt worden- Nachstehend sei das Programm nochmals wiederholt: Programm: Freitag den 21. Juni 1929. 5— 8 Uhr: Training auf der Bergstrecke. 18—21 Uhr: Training auf deT Bergstreobe. Samstag den 22. Juni 1929. 5— 8 Uhr: Training nur ab Haslerrank (afppenzellische Grenze). 15—18 Uhr: Abnahme der Fahrzeuse bei der Waage in Rheineck. Nachher Paikierung der Fahrzeuge in der Garage der Besitzung Freibach, zwischen Rheineck und Thal. Sonntag den 23. Juni 1929. : 8.30 Uhr: Besammlung sämtlicher Konkurrenten auf dem Parkplatz zur Empfangnahme der Wagen und Erteilung der letzten Instruktionen. Nachher Abfahrt in geschlossener Kolonne in Reihenfolge der Startnummern nach Rheineck. 10 Uhr: Beginn der Bergpröfungsfahrt 'für Motorräder, veranstaltet vom Motorclub St. Gallen (geschlossenes Rennen). 10.30 Uhr: Beginn der Bergprüfungefahrt für *.-... ..-.-••: Die Bergstrecke Ist «b 9 Uhr für sämtlichen Verkehr vollständig gtsperrL 13.3ÖTJhr:" BankettIn der «Rheinbnre» mit anschliessender Preisverteilung. *) Der Beginn der Bergprüfunsrsfahrt wird duTeh Abfahren der Strecke mit grosser gelber Fahne, der Schluss mit weisser Fahne bekannt gegeben. Die Nennungen. Da der letzte Nennungsschluss erst nach runserem Redaktionsschluss abläuft, sind wir nicht in der Lage eine vollständige Liste der Konkurrenten zu veröffentlichen. Die uns bis zum Redaktionsschluss gemeldeten Fahrer sind : Stritlmatter auf Bugatti-Renruwagen; -Rarapanelli auf Amilcar-Rennwagen; Keller auf Geirano (beste Zeit der Tourenwagen am Eigemal-Rennen), Walter Stocker (Zürich) auf Lorradne; Jos. Kessler (Zürich), Alfa Romeo; Emil Nyffeler (Genf), Amilcar; Probst (Bern), Bucatti; Probst (Bern), Mathis; Dr. Karrer (Zürich). Bugatti; 0 Gieger (Zürich), Martini; Dr. Sonderegger '(Halden), Franz Kleiber (St Gallen), Martini; Kurt Eugster (St. Gallen), Chnr»ler; Rudolf Siegenthaler (Gossaru), Derby; Dr. Fisch (Herisau), Bugatti; August Steinlin (St. Gallen), Peugeot; Adolf Frey (Herisau), Fiat; Jules Fidler (Herkau), Amilcar; A. Müller (St. Gallen), Ford; Hans Häne (St. Gallen), Ford; Tiuninger (St. Gallen), Ra-lly. *) Die Preisverteilung findet also nicht, wie m unserer letzten Nummer irrtümlich gemeldet wurde, im «Scheffelstein», sondern in der «Rheinburg» statt Jene Meldung galt für die Motorradfahrer. beklagen. Unter der tatkräftigen Leitung ihres Direktors, Herrn Braun, und des Betriebschefs, Herrn Boss, hat sich die finanzielle Lage der Bahn soweit gebessert, dass seit langem zum ersten -Male wieder eine Dividende hätte ausgeschüttet werden können. In Anbetracht aber der kommenden grossen Umbauten in Form der Elektrifikation der ganzen Linie Solothurn-Burgdorf- Langnau und der Anschlussstücke Münster- Solothurn und Burgdorf-Thun auf Einphasenstrom wurde davon abgesehen. Die Totaleinnahmen der Gewinn- und Verlustrechnung 1928 betragen 614108 Franken. Der Aktivsaldo beläuft sich auf 106352 Franken. Das Resultat könnte auch trotz der immer wieder hervorgehobenen Automobilkonkurrenz ein wesentlich besseres sein, sofern die bernischen Kraftwerke ihren Strom zu einem reduzierten Preise abgeben würden, wie dies im Interesse unseres Verkehrswesens und unserer Volkswirtschaft läge. 0< Am Sonntag das Rheineck-Walzenhausen-Rennen! Automobile. -;.. -.:.-. -„.c Im Medaillon: In voller Fahrt Erwartet werden noch: Traugott Waker (Herisau), Steinbuk (Zürich), Wegelin (Bern), Jenter (Zürich), Stuck auf Austro Daimler und Kaspar (St. Gallen) auf Martini. Rekorde und Bestzeiten des Rheineck. Walzenhausen-Rennens. Wir geben unsern Lesern nachstehend eine Tabelle der bestehenden Rekorde, die angesichts des Rennens vom Sonntag von grossem Interesse sein dürfte : Die Rekorde des Rheineck-Walzenbausen. Klasse Fahr« Touremvagen: 1100 cem Häne 1500 cem Capecch! 2000 cem Stuber 3000 cem Kröpfl 5000 cem Segard 8000 cem Rtoch Sportwagen: 1100 cem 1500 cem 2000 cem 3000 cem 5000 cem 8000 cem Probst Escber Karrer Hüriimann Monard Veladini Rennwagen: 1100 cem Rotenbacb 1500 cem Lumpert 2000 cem Kracht 3000 cem Herz Tonrenwagen: 1100 cem Widler 1500 cem Lnmpert 2000 cem 3000 cem 5000 cem 8000 cem Walser Schwarz Ruoff JVtme Marg Marke Austm Ceirano An saldo Willis-Knight Panbard Packard Salmson Bugatti Bngattt Sunbeam Martini Packard Amilcar Bugatti Bugatti Bugatti Beste Zeiten der Amateure. Fiat Bngaftl Lancia Lancia Chrysler Lincoln Zeit 8.52,2 7.13,4 7.34,6 7.22,6 7.00,6 6.53,2 7.03,6 6.57,4 6.9»,i 7.07,6 6.42,0 6.48,8 7.13,0 6.45,0 6.11,4 5.58,4 10.28,2 7.26,6 8.09,4 7.45.8 7.51,6 9.00,0 Sportwagen: 1100 cem Mme Reutter Amilcar 8.43,2 1500 cem Reutsch Bugatti 7.41,2 2000 cem Gut Bugatti 7.21,6 3000 cem Hüriimann Sunbeam 7.07,6 Herr J. Brieger, Sekretär der nationalen Sportkommission, wird am Rheineck-Walzenhausen-Rennen als offizieller Chronometreur funktionieren und zudem die Wagenabnahme vornehmen. Das Salzbergrenncn wind 1 dieses Jahr versuchsweise nicht als Geschwindigkeits-, sondern als .Geländeprüfung ausgetragen. Gleichzeitig findet ein Findigkeirswettbewerb statt. Den Auftakt zur Veranstaltung bildet eine Sternfahrt Grosser Preis von Lyon. Die beste Tageszeit des Rennens fuhr Simpson auf Bugatti Zweiliter, der vom Start weg In der Spitzengruppe laig. Er bewältigte die 38 Runden des 247,570 km langen Circuit mit einem Mittel von 110,411 Stundenkilometer. Die schnellsten Runden fuhr Dreyfuss, ebenfalls auf Bugatti, der einen neuen Rundenrekord aufstellte, gegen Ende des Rennens aber ausschejden musste. Scarron auf Amilcar sicherte sich den Sieg in der HOO-ccm-Klasse. Die Resultate: 1100 cem: 1. Scarron (Amilcar). 232' (Stunden-" mittel: 97,725 km); 2. Lobre (B.N.G.). 2-25'53"%r 3. Lepicard (Donnet), 37 Runden; 4. Vinatier (Rosengart), 36 Runden; 5. Dupont (Amücax), 38 Runden. 1500 cem: 1. Foe (Bugatti), 2.42*29"Jfc 2 Liter: .1. Simpson (Bugatti). 2.27*56" (Stundenmittel: 110,411 km); 2. Cadet (Bugatti), 3.1*46". Rennen auf öffentlichen Strassen verboten. Auf Grund der zahlreichen schweren Unfälle der letzten Jahre im deutschen Automobilsport, bei denen sich namentlich Zuschauer unter den Opfern bef ändert, nnd 1 dies trotz den strengen Absperrmassnarrmen der Polizei, haben die Behörden ein allgemeines Verbot für Rennen auf öffentlichen Strassen erlassen. Das Verbot gilt einstweilen nur für Preussen. In der Standpunktdarlegung der Behörden wird hervorgehoben, dass die Qubs ausgebaute Strecken, wie die Avus und den Nürburgrinig, besitzen. Grosser Preis von Mans. Letzten Samstag und Sonntag kam auf dem Circuit de La Sarthe, vor den Toren von Mans, der traditionelle 24-Stundenpreis zum Austrag. Wie 1927 und 1928 beteiligte sich die englische Marke Bentley mit einer starken Equipe am Rennen und beendete dieses Mal die grosse Dauerprüfung mit einem glänzenden Siege. Nach Bentley klassierten sich Stutz, Chrysler, Lea Francis und zwei Tractawagen. Die Härte des Rennens beweisen die zahlreichen Forfaits. Von 26 gestarteten Wagen haben nur vier englische, drei amerikanische und zwei französische Fahrzeuge die Ziellinie passiert Als Gesamteindruck dieser interessanten Veranstaltung ist zu bemerken, dass die Sie? ger während ihrer ganzen Fahrt in keinem Augenblick von einem Konkurrenten ernstlich bedroht waren. Resultate: 1. Bentley (Barnato-Birkin), 2.844,122 km. 2 Bentley (Benjafield-d'Erlanger), 2.598,410 km. 3. Chrysler (R. Benoist-Stoffel), 2.484.880 km 4. Chrysler (de Vere-Mongin), 2.434.880 km. 5. Tiacta (Balard-Debeugny), 2.001.680 km. 6. Tracta (Gregoire-Valon), 2.060,323 km.

N° 54 — 1929 AU TOMUBlL-kÜ V Uli Zum Gurnigelrennen vom 30.M Der Gurnigel — eine ideale Rennstrecke. Das Gurnigel-Rennen ist die bedeutendste automobilistische Bergprüfungsfahrt der Zentralschweiz, darüber herrscht nur eine Meinung. Nicht nur die sportlichen Erfolge der früheren Rennen haben dem Gurnigel seinen Ruf begründet, nicht nur die mustergültig arbeitende Organisation und die prächtige landschaftliche Szenerie, sondern vor allen Dingen die wundervolle Eignung der Gurnigelstrasse als Rennpiste. Die Zufahrtsmöglichkeiten zum Gurnigelgebiet sind einzigartig. Vom ganzen schweizerischen Mittelland her, von Westen, Norden und Osten, vom Bertier Oberland herunter, münden die Verkehrsadern in die Rennzone, die wie eine Spinne mitten im Strassennetze sitzt. Mit der Wahl der Strecke hat die Sektion Bern des A. C. S. einen selten glücklichen Griff getan. 1910 bis 1925 führte die Strecke •nur von Dürrbach zum Gurnigelhotel. Die Technik überwand mit ihrer rapiden Entwicklung und Vervollkommnung die ehedem schwierige Bergstrecke von Jahr zu Jahr spielender, bis schliesslich von einer eigentlichen Zerreissprobe nicht mehr die Rede sein konnte. Die Organisatoren griffen im richtigen Augenblicke ein und ergänzten die Strecke durch den Abschnitt Gurnigelhotel- Seelibühl. Damit war ein Parcours sondergleichen geschaffen. Statt der früheren viereinhalb Kilometer wird der Fahrer nunmehr auf einer Strecke von neun Kilometern geprüft. Und wie! Kurve liegt hinter Kurve, eine rassiger als die andere, Steigung hinter Steigung bis zu 15.%» Der stehende Start Hegt genau bei Punkt 834 der Karte 1 :25 000. Das Ziel in Seelibühl befindet sich 1610 Meter über Meer. Die Fahrer haben eine Höhendifferenz von 776 Metern zu überwinden bei einer Durchschnittssteigung von 7 %. Aus dem weichen und waldreichen hügeligen Gelände bei Dürrbach jagt der Konkurrent den Berg hinan, schon nach dem zweiten Kilometer die scharfen Waldkurven unter dem Hotel schneidend, lässt dann dem Motor vollen Lauf auf der Steilrampe nach dem Hotel, dreht sich nach dem fünften Kilometer in einer Doppelkurve fast um sich selbst und eilt dann* immer durch den Wald, dem Ziel entgegen, das ihm zum Dessert noch zwei knifflige Kurven vorsetzt Bei der Stierenhütte öffnet sich seinem Bück schon weites Alpengelände. Bei allen Delikatessen und Tücken fiefiodet sich die Strasse in tadellosem Zustande. Die Zahl ihrer Liebhaber ist gross, denn Jahr für Jahr finden wir ein starkes Feld von Habitues immer wieder am Start. Wer den Gurnigel einmal gefahren hat, kehrt wieder zu ihm, «seiner alten Liebe», zurück. Dem Sportler, der seinen Wagen auf die Strecke einzustelten weiss, öffnen sich am Gurnigel ungeahnte Möglichkeiten. Die Resultate des Rennens werden denn auch in Automobilkreisen nicht umsonst so hoch eingewertet. Der Zuschauer seinerseits findet längs der Strecke lauschige Plätze sonder Zahl, sich ungefährdet niederzulassen und das Rennen wie einen Spannenden Film an sich vorüberziehen zu lassen. Die Verfassung des Strassenbelages vermeidet jede lästige Staubentwicklung. Die Kurven bilden in diesem Rennen ein Schauspiel für sich. Man muss die Anforderungen, die hier an die grossen Wagen gestellt werden, gesehen haben! Kurz, alle Voraussetzungen sind gegeben, äass dieses Jahr wieder grosser Sport geboten wird und sich nicht nur Tout Berne, sondern auch die Sportler aus dem ganzen Mittel- und Oberland am 30. Juni am Gurnigel Stelldichein geben werden. V. Ueber die Organisation. Das Organisationskomitee des Gurnigelrennens hielt unter seinem Präsidenten, Herrn E. H. Thommen, am Montag abend eine letzte vorbereitende Sitzung ab. Aus den Verhandlungen sei folgendes erwähnt: In freundlicher Weise übernimmt Herr J. Decrauzat, Präsident der nationalen Sportkommission, die Rennleitung. Diese Kommission wind im fernem durch die Herren Chantre und Lumpert vertreten sein. Ebenso beehren kantonale und städtische Albgeordnete die Veranstaltung durch ihre Anwesenheit. Als offizieller Chronometreur amtet Herr Brieiger aus Gent Das Sanitätskomitee, geleitet von Herrn Dr. Walthard, hat die notwendige Organisation getroffen. Ein Krankenzimmer steht für alle Fälle im Hotel Gurnigel zur Verfügung. Die Frage, eines Krankentransportwagens wird noch abgeklärt. Das Training findet, laut Programm, Freitags von 14—19 Uhr und Samstags von 7—12 statt. Von der Anlage einer Telephonleitung wurde albgesehen, da sich die Sektion Bern des Eidgenössischen Funkervenbandes verpflichtet hat. einen absolut sichern drahtlosen Meldedienst durchzuführen. Es sollen drei Stationen bedient werden. Bei schlechtem Wetter, Gewitter etc. wird der Meldedienst durch Telegraphieren aufrechterhalten. Im übrigen verweisen wir auf unsern Spezialartikel über den Funkerdienst. Wir möchten auch an dieser Stelle alle unsere Leser sowie die grosse A. C.-isten-Gemeinde auf die kleinen Plakate und die Tratnreklame aufmerksam machen, die in wirksamer Weise das Gurnigelrennen empfehlen. Zwei Reklameautos werden übrigens kurz vor dem Rennen die Propaganda-Aktion wirksam unterstützen. Der Gabentisch ist dieses Jahr überaus reich dotiert. Wir verweisen ganz speziell auf die in heutiger Nummer publizierte zweit© Gabenliste samt der Liste der Naturalgaben. Wie wir bereits berichteten, wind 1 dieses Jahr eine neue, grössere Tribüne beim sogenannten Finstemkebr aufgestellt. Trifoütienplätze können im Vorverkauf bei der Berner Handelsbank bezogen werden. Die Organisation des Ordnungsdienstes liegt in den bewährten Händen des Herrn Hauptmann Bohren. Auch die Frage der Parkierungsplätze ist geregelt. Die betreffenden Plätze sind im Situationskärtchen des ausführlichen Programms eingezeichnet, das in den nächsten Tagen zum Verkaufe gelangen wird. Das technische Komitee, das ebenfalls sämtliche Vorbereitungen getroffen hat, wird dafür sorgen, dass die teilnehmenden Rennfahrer nach dem Training ihre Wagen in verschliessbaren Boxen unterbringen können. Programm. Freitag, den 28. Juni 14—10 Uhr: Offizielles Training. Leitung: Herr Dr. W. Mitrz, Start. Herr E. Rufener. Ziel. Samstag, den 29. Juni 7—12 Uhr: Offizielles Training. Leitung: Herr Dr. W. Merz, Start. Herr E. Rufener. Ziel. 15 Uhr: Sammlung der Konkurrenten auf der Südseite des Hotels Gurnigel. Wagenabnahme. Leitung: Herr Schmidt. Abgabe der Startnummern und Staitkarten. Leitung: Herr R. Herren. Reihenfolge: a) Touren wagen 15—16 Uhr, b) Sportwagen 16—17 Uhr, c) Rennwagen 17—18 Uhr. Bilden des geschlossenen Parkes. Leitung: Herr G. Fortmann. 20 Uhr: Gemeinsames Abendessen mit geselligem Beisammensein im Hotel Gtarnigel. Sonntag, den 30. Juni 7 Uhr: Absperrung der Rennstrecke beim Start, beim Hotel Gurnigel und am Ziel Wasserscheide Seelibühl. IVi Uhr: Abfahrt- in geschlossener Koionne zum Start. 8 Uhr: Eröffnung des Rennens. Abfahrt der,beiden Komiteewagen mit der roten Fahne vom Start und Hotel Gurnigel. 12 Uhr: Schluss des Rennens. Fahrt von Komiteewagen mit weisser Fahne von Start und Ziel nach dem Hotel Gurnigel. Abfahrt der Rennwagen zum Hotel Gurnigel. 13 Uhr: Sitzung der Jury. Freigabe der Strecke zur Fahrt ins Hotel Gurnigel. 14 Uhr: Bankett Im Hotel Gurnigel mit Preisverteilung. Freigabe der Rennstrecke für Fahrten in jeder Richtung. 20 Uhr: Zusammenkunft der Sektionsmitglieder mit ihren Damen im Clublokal der Sektion Bern des A. C. S., Cafe du Theätre. I. und II. Stock. Die Rennleitung behält sich ausdrücklich das Recht vor, die obigen Zeiten je nach Zahl der Beteiligung anders festzusetzen. Nachtrag zur Gabenliste der Bergprüfungsfahrt. (Siehe auch «Automobil-Revue» Nr. 48.) Die umfangreiche Gabenliste ist noch durch die nachfolgende Reihe von Preisen vervollständigt worden. Das Gurnigelrennen kann nun mit Recht als eines der bestdotiertesten Rennen unseres Sportkalenders bezeichnet werden. Folgende Firmen haben sich in höchst verdankenswerter Weise mit nachstehenden Beträgen beteiligt Standard Mineraloil-Produkte. Bern Hotel Gurnigel-Bad, Gurnigel Gebr. Marti. Garage, Eigerplatz, Bern Karosserie Gangloff, Bern Büchler & Co., Buchdruckerei, Bern Safia S.A., Schauplatzgasse, Fil. Bern Dr. G. Wander, Fabrikdir., N'euenegg E. Meyer & Sohn, Garage Bärengraben, Bern Publicitas A.-G., Filiale Bern Yacco S.A.T., Bern Direktor Christen. Berner ,Handelsbank Berner Handelsbank, Touristikbureau (ein. silbernes Tablett) 101.90 Naturalgaben: 1 Solothurner Weinka-nne, von Scintilla A.-G., Solothurn — 1 silberner Brotkorb, von Jetzier & Co. A.-G., Schaffhausen — 1 vergoldeter grosser A.G^S.-Becher, vom Zentralkomitee des A.G.S., Genf — 1 Silberschale, von Gangloff, Bern — 1 silbernes Eerner Plateau Louis XV, Magnetos Marelli, Bern — 1 runde Platte Louis XV. Shell-Preis — 1 Walliser Kanne, Standard- Preis — 1 WaMser Kanne, Hotel Gurnigel — 3 silfcerne Berner Plateaus Louis XV — 2 silberne Brotkörbe Louis XV — 3 silberne Platten Louis XV — 4 silberne Weinkannen — 1 Silberschale — 2 Silberschalen — 1 Silberschale mit Fuss — 6 Berner Plateaus Louis XV — 7 Becher mit Fuss — 1 vergoldetes Gabelet — 1 silberner Brotkorb. Speziaipreise: 1 goldener Omega-Chronometer der «AutamabU- Revue» im Werte von Fr. 590.— und 1 grosses silbernes Berner Plateau, oval, Louis XV, für die beste Tageszeit. 1 silberne Berner Platte, rund, Louis XV, für die beste Sportwagensseit. voseve MARMON FABRIKAT Ein 8 Zylinder in Linie wie tet es Marmon möglich einen 8 Cylinder in Linie zum Preise von Fr. 10.900 zu konstruieren, werden Sie sich fragen. Antwort: Dank strengster Konzentration auf einen Motorentyp. Keiner andern Fabrik gelang es diesen wirtschaftlichen 8 Cylinder Wagen herauszubringen; derselbe ist das Resultat jahrelanger Arbeit und einer bis zum extremen gesteigerten Rationalisierung der Fabrikation. Es liegt in Ihrem Interesse den Roosevelt zu prüfen, denn dieser 8 Cylinder in Linie wird noch in Jahren seinen Wert beibehalten. 17, Boulevard Helvetique, Genf zu Fr. 7O.9OO SOFORT EF-E RBAR Exkhtsnter Import für die Schweiz: /\GEIfCE/YMEBICAINE.**. AARAtf " BASEL BERN GENF LAUSANNE LUZERN MONTREUX ST-GAU.EN SCHAFFHAUSEN VEVEY ZÜRICH Fr. 200.— 200.— 100.— 100.— 100.— 50.— SO- SO.— 25.— 25 — 20.— 1 silberne Berner Platte, rund, Louis XV, für dia beste Tourenwagenzeit. 1 silberne Berner Platte, rund, Louis XV, für die beste Amateurzeit. 1 silberne Berner Platte, rund, Louis XV, für die beste Rennwagenzeit. 1 silberner Brotkorb Louis XV, Damen-Spezialpreis. Der Funkerdienst. Wie hier bereits berichtet wurde, übernimmt die Sektion Bern des Eidgenössischen Militärfunkerverbandes (E.M.F.V.) den Verkehrsdienst am Gurnigelrennen. Dieser Verband führt jährlich Morsekurse, Baukurse etc. durch, organisiert Exkursionen mit Bauund Verkehrsübungen und gibt so seinen Mitgliedern Gelegenheit, während der Durchführung des interessant gestalteten Programms ihre militärischen Funktionen ausserdienstlich aufzufrischen sowie interessierte junge Leute in Bau- und Morsekursen auf ihre spätere Arbeit in der Verkehrstruppe vorzubereiten. Dem E.M.F.V. stehen an Material die gebräuchlichen Militärapparateaur Verfügung. : Das Funkerdetachement für das Gurnigelrennen trifft bereits Freitag, den 28. Juni, vormittags, in Dürrbach ein, um während den am Freitag und Samstag stattfindenden Trainingsfahrten den Verkehrsdienst zu über-, nehmen. Wie die Skizze zeigt, werden vier Funkerstationen aufgestellt, wobei die Stationen 1! und 4 (Start und Ziel) die Start- und Zielmeldungen übermitteln, während die beiden Zwischenstationen 2 und 3 allfällige Unglücks* fälle melden und für den Polizei- und Sanitätsdienst reserviert bleiben. Station f Stetion W Gearbeitet wird auf zwei Wellenlängen ,ai und b. Fährt ein Konkurrent am Start ab, so meldet der Startsender auf Wellfe a an Zielempfänger a sowie an die Empfänger der beiden Zwischenstationen die Zeit des Gestarteten. Beim Durchfahren in Waldkurve und Gurnigelhotel melden normalerweise die Sender der beiden Zwischenstationen auf Welle b an Start und Ziel, z. B.: «Nr. 6 durch». Bei eventuell vorkommenden Unglücksfällen auf der Rennstrecke übernimmt automatisch der Polizei- und Sanitätsdienst die Welle b, um die Strecke zu sperren oder die erste Hilfe zu leisten. Das Durchfahren am Ziel übermittelt der Zielsender, ebenfalls auf Welk a, an den Startempfänger. Nach Beendigung des Rennens kann der Polizeidienst, ebenfalls auf Welle b, die Abfahrt der Wagen vom Ziel abwärts regeln* Das Detachement, bestehend aus ca. 15 Unteroffizieren und Pionieren, steht unter dem Kommando von Herrn Hauptmann Hagen. Zwölf Padifiroder haben sich ihm freundlicherweise zum Absperrdienst und zur Telephonbedienung zur Venfügung gestellt. Ein Rennen nach dem Rennen. Bekanntlich fuhr Brilli Peri am Mugello-Rundrennen die beste Tageszeit. Nunmehr hat ein Trüpplein italienischer Spitzenfahrer, unter ihnen besonders Campari, die Behauptung aufgestellt, dass es die Rekordzeit Brilli Peris unterbieten könne. Der Graf hat das Duell angenommen. Jetzt wird also nach dem eigentlichen Rennen noch ein privates Rennen um den Streokenrekord ausgetragen. Wie die italienischen Zeitungen melden, hat auch Stuck auf Austro-Daimler, der am Mu< gelüo-Rennen ausgeschieden war, sein© teiligune zugesichert.